• Der falsche « Bibber-Sommer » und die gefühlte Realität | Übermedien
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    La météo comme exemple pour la manipulation des masses. Tout le monde se plaint d’un été trop froid alors que le contraire est évidemment vrai. Le mauvais temps est une nvention des médias.

    Der Sommer fiel insgesamt etwas wärmer aus als im langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010.
    Vor allem die Nächte waren häufig mild.
    Einige Regionen waren deutlich nasser als sonst; andere Orte bekamen nur sehr wenig Regen ab.
    Die Sonnenscheindauer bewegte sich etwa im üblichen Rahmen.

    Soweit die Statistik. Es war alles ganz normal. Selbst als Ende August die Statistiken über den Sommer 2016 über den Ticker liefen, wollten die deutschen Sommerjammerer nicht aufgeben und konterten die Zahlen der Wahrheit mit einem trotzigen Aufstampfen – wo es am Objektiven gebricht, muss das Subjektive retten (und lassen wir den Schleier der Barmherzigkeit über diesen Text auch abseits des Pseudometeorologischen fallen):

    Die kollektive falsche Wahrnehmung weiter Teile der Bevölkerung, die wiederum fast durch alle Medien reflektiert und verstärkt wird, wirft grundsätzliche Fragen auf, weil dieser Zustand der gemeinschaftlichen Verweigerung der Realität ja nicht immer aufs Wetter beschränkt bleiben muss.
    Wie kam’s?

    Nach Durchsehen von Zeitungsarchiven und aus eigener Erinnerung sowie nach Befragen älterer Menschen war vor 40 Jahren diese vollkommen abseitige Perzeption, wie ein normaler Sommer in Mitteleuropa aussieht, noch nicht da. Was ist seither passiert? War es wirklich Rudi Carrell mit seinem Lied, der eine geistig-moralische Wetter-Wende in einem ganzen Volk hervorrufen konnte? Waren es die Legionen junger Radiomoderatorinnen und -moderatoren, die jeden Morgen gleichsam weinend zusammenbrechen, wenn mal die Sonne nicht scheint und suggerieren, dass nur dann das Beste von heute zu ertragen sei, wenn die Sonne scheint? Liegt es an den fauldummen Eltern der Vergangenheit und Gegenwart, die ihre Kinder nicht mehr bei Regen spielen ließen, weil die dann versifft nach Hause (oder in die Kita) kommen würden und alles so kompliziert würde im durchgetakteten Alltag? Liegt es daran, dass diese sonnenkonditionierten Kinder nun ernsthaft glauben, man könne sich nicht mehr im Freien aufhalten / schönen Urlaub machen / am Strand sein / grillen / spielen, wenn es regnet?
    Was bedeutet das für andere gesellschaftliche Themen?

    Anscheinend kann man die Mehrheit der Bevölkerung samt Medien von einer völlig verzerrten Wahrnehmung der Realität überzeugen. Nimmt man die gegenseitige laufende Bestätigung von Medien und Lesern, dass der normale deutsche Sommer nicht normal und im Gegenteil Hitze und Dürre das Übliche seien, muss man in der Tat sehr dankbar sein, dass zum Beispiel die „Bild“ sich bisher ein wenig der Meinung entgegenstellt, dass Deutschland von Ausländern überschwemmt würde. Dies ist objektiv nicht der Fall, wenn man die Ausländeranteile in Deutschland mit denjenigen in Nachbarländern vergleicht, aber vermutlich würde zur Zeit eine Mehrheit von Deutschland in Umfragen bestätigen wollen, dass dem so sei.

    #Allemagne #météo #propagande