• Korruptionsskandal beim Türkischen Roten Halbmond
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    Sexueller Missbrauch und Pädophilie in islamischen Einrichtungen ist in der Türkei genauso ein Tabuthema wie bei der katholischen Kirche im Westen. Seit Jahren steigt die Zahl der Fälle, die bekannt werden, rasant. Nach einem Bericht der Oppositionspartei CHP ist die Zahl der angezeigten Missbrauchsfälle „in der Regierungszeit von Erdogans AKP seit 2002 bis 2016 von rund 4000 auf etwa 18.000 beziehungsweise um 450 Prozent angestiegen.“

    Der schon erwähnte Journalist Ismail Saymaz veröffentlichte unlängst ein Buch mit dem Titel „Sehvetiye Tarikati“ (Orden der Lüstlinge) über die rund 30 bekannten islamischen Sekten und Orden in der Türkei. Darin beschreibt er die pädophilen Verstrickungen vieler dieser Organisationen und ihrer Imame.

    Die türkische Regierung reagiert mit Nachrichtensperren, bzw. relativiert und spricht von ’Einzelfällen’. Der Politikwissenschaftler der Hochschule IUBH in Dortmund, Burak Copur, sieht einen Zusammenhang zwischen den steigenden Missbrauchsfällen in den islamischen Organisationen und der Regierungspolitik Erdogans, die immer mehr auf die Islamisierung der Gesellschaft setze.

    Ein großes Problem sei, dass der politische Islam durch die AKP immer mehr Einzug in die Gesellschaft hält. Es ist aber nicht nur das, sondern auch die weitverbreitete Angst potentieller Aufklärer pädophiler Umtriebe, genauso wie viele andere dann durch Erdogan und seine Clique ebenfalls als Verleumder, Verräter oder gar Unterstützer von Terroristen verfolgt zu werden.

    #Turqie #politique #pédophilie