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  • Radweg-Bau bedroht Berlins Wasserversorgung
    https://www.berliner-kurier.de/kiez/radweg-bau-bedroht-berlins-wasserversorgung-li.94866

    Die Berliner Wasserbetriebe haben den Bau eines Radwegs in Mahlsdorf gestoppt. Geplante Arbeiten im Münsterberger Weg können vorerst nicht stattfinden, weil unter der Strecke zwei fast 130 Jahre alte Wasserrohre verlaufen. Diese Leitungen versorgen 500.000 Berliner mit Trinkwasser. Schwere Baumaschinen könnten eine Havarie auslösen.

    Entstehen sollte der 160 Meter lange Radweg auf einem Trampelpfad am Münsterberger Weg zwischen Gielsdorfer und Neuenhagener Straße. Für den Bau hatte der Berliner Senat dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf 93.000 Euro bereitgestellt. Doch in einer Planungsrunde fiel Vertretern der Wasserbetriebe auf, dass die Lage des Radwegs ungeahnte Probleme aufwirft. Bauarbeiten könnten an zwei wichtigen Transportleitungen einen Schalenbruch verursachen.

    Die Rohre liegen bereits seit den Jahren 1893 und 1896 im Boden von Mahlsdorf - allerdings nicht besonders tief. „Sie sind mit einem Innendurchmesser von 1,20 Meter vom größten Kaliber“, sagt Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe. Die Rohre leiten Trinkwasser für Hunderttausende Haushalte vom Wasserwerk Friedrichshagen zum Zwischenpumpwerk Lichtenberg. Von dort werden weite Teil der sogenannten Berliner Tiefstadt versorgt.
    Historische Leitungen aus Grauguss

    Die alten Leitungen sind aus Grauguss gefertigt und, so der Sprecher, „im Grunde für die Ewigkeit gemacht“. Wenn man sie in Ruhe lasse, könnten sie noch lange „top in Schuss bleiben“. Ein Nachteil des Graugusses sei jedoch seine begrenzte Bewegungstoleranz. „Die Rohre sollten mit Samthandschuhen angefasst und nicht durch den Einsatz von Baumaschinen gefährdet werden“, so der Sprecher. Der Radweg könne nun nicht wie geplant entstehen.

    Was im Fall einer Havarie drohen würde, zeigt das Beispiel eines Wasserrohrbruchs zwischen Malchow und Karow im September 2016. Rund 20.000 Kubikmeter auslaufendes Wasser ließen auf dem Acker, unter dem die beschädigte Ringleitung verlief, einen See entstehen. In Haushalten in Marzahn-Hellersdorf, Pankow, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Lichtenberg war die Wasserversorgung stundenlang beeinträchtigt. „Mieter in Wohnungen ab der vierten Etage hatten aufgrund gesunkenen Wasserdrucks Probleme“, so die Berliner Wasserbetriebe.

    Damit sich ein Zwischenfall wie im Jahr 2016 nicht wiederholt, prüft das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf nun die Möglichkeit eines Radwegbaus ohne Risiken für die unterirdischen Wasserrohre. „Für uns wäre es am einfachsten, wenn die Wasserbetriebe die gefährdeten Leitungen zeitnah erneuern könnten“, sagt Wirtschaftsstadträtin Nadja Zivkovic (CDU). Doch man müsse davon ausgehen, dass die nötigen Arbeiten nicht kurzfristig zu erledigen seien.
    Neue Route für den Radweg?

    Wasserbetriebe-Sprecher Stephan Natz nennt die Lösungsmöglichkeiten, entweder für die Wasserversorgung einen anderen Streckenverlauf zu finden oder den geplanten Radweg um ein Stück zu verschieben. „Eine Neuverlegung von Wasserleitungen wäre theoretisch möglich, aber mit Kosten von geschätzt einer Million Euro verbunden“, sagt er. Der Bezirk müsse sehen, ob er nicht stattdessen die Planungen für den Verlauf des Radwegs überarbeiten wolle.

    Stadträtin Zivkovic betont, dass eine Alternativroute für den Radweg an die Bedingung einer „ökologisch guten Lösung“ gebunden sei. Man wolle so wenig Bäume wie möglich beschädigen und Eingriffe in die Natur vermeiden. Bezirk und Wasserbetriebe müssen nun abwägen zwischen Umweltschutz, Kosten und der Sicherstellung der Wasserversorgung. Eine Havarie und Schäden an den fast 130 Jahre alten Leitungen will niemand in Kauf nehmen.

    Noch ältere Wasserrohre gibt es in Berlin in der Torstraße in Mitte. Sie wurden um das Jahr 1856 in der Zeit der Gründung der Wasserbetriebe verlegt.

    ##Berlin #Mahlsdorf #Münsterberger_Weg #Wasser #Geschichte

  • Coronavirus : En Allemagne, les bastions d’extrême droite sont les zones les plus touchées
    https://www.20minutes.fr/monde/2928107-20201209-coronavirus-allemagne-bastions-extreme-droite-zones-plus-


    Manifestants de l’AFD en Allemagne. — Action Press/Shutterstock/SIPA

    EPIDEMIE « Il pourrait y avoir des facteurs qui expliquent les résultats élevés de l’AfD et en même temps des valeurs d’incidence élevées », sans que cette corrélation soit le seul facteur explicatif, nuance un chercheur

    Coïncidence ou corrélation ? Les zones les plus touchées en Allemagne par la deuxième vague de la pandémie sont des bastions de l’extrême droite, opposés aux restrictions et sensibles aux thèses complotistes.

    « Il est frappant de constater que les régions les plus touchées sont celles où le vote AfD a été le plus élevé » lors du dernier scrutin législatif de 2017, résume le commissaire du gouvernement aux anciens Länder de l’Est, Marco Wanderwitz, lui-même originaire de Saxe.

    #anti-masques #masques

    • À peine une bonne nouvelle, une faible consolation, ce pourquoi j’ai posté. Ça peut pas marcher partout (serais curieux que l’on cherche ce genre de données ici) et quoi qu’il arrive il en restera plein. Et puis l’infection fasciste a d’innombrables agents.
      Mais c’est encore un (quasi) argument pour les relâchés de la réduction des risques ("mais alors... le masque et des précautions ont de l’intérêt ?), pour faire qu’ils se formulent par eux-mêmes qu’il suffit pas de faire comme les fafs pour triompher du virus plutôt que de les « accuser » (ou d’en avoir l’air) de les avoir rejoint sur ce terrain (ce qu’il n’est pas toujours utile de dire...). En tout cas je vais envoyer cette info à quelques proches que je veux pas laisser tomber ou perdre malgré ce désaccord aussi radical que dramatique, en espérant que ça fasse son chemin.
      Mauvais pour la #santé, le #complotisme est une faiblesse intellectuelle (une altération de l’intelligence collective coproduite par des éduqués++). Sauf de nécessaires exceptions, c’est pas sur le mode du procès individuel que ça va reculer.
      Chez les gilets jaunes, c’était très présent avant de refluer dans et par la lutte, avant de revenir en force dans la défaite et ses suites. Plus la domination est forte (avec l’impossibilité d’obtenir des victoires partielles significatives), et faute de perspective, la désignation de responsables omnipotents ne peut que marcher. Que faire pour priver de sol et d’air le complotisme ? C’est une question qu’elle est pas vite répondue.

    • „Querdenker“-Chef mit Corona auf der Intensivstation!
      https://www.berliner-kurier.de/politik-wirtschaft/querdenken-demonstrant-mit-covid-19-auf-intensivstation-beatmet-li.1

      Seit Monaten gehen Demonstranten auf „Querdenker“-Demos gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße, tragen dabei keine Masken, halten keinen Abstand. Doch das Virus erwischt auch jene, die nicht einmal an seine Existenz glauben.

      Einer der Organisatoren der Leipziger „Querdenken“-Demonstration im November ist acht Tage später wegen einer Covid-Erkrankung auf der Intensivstation einer Leipziger Klinik künstlich beatmet worden. Das sagte der Direktor der Leipziger Uniklinik, Christoph Josten, nach Angaben der Leipziger Volkszeitung (LVZ) am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz.

      Die Zeitung zitiert den Mediziner mit den Worten: „Einer der bekannten ‚Querdenker‘, der in Leipzig demonstriert hat, wurde acht Tage später intubiert.“ Er hatte sich offenbar mit dem Coronavirus infiziert. „Das Virus nimmt keine Rücksicht auf die Menschen, egal wer sie sind“, warnte Josten eindringlich davor, sich nicht an Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

      Auch bei einem zweiten Teilnehmer an Groß-Demos gegen die Corona-Maßnahmen hat das Coronavirus gnadenlos zugeschlagen. Ein AfD-Stadtrat aus Böhlen (Landkreis Leipzig) verstarb jetzt an einer Covid-19-Erkrankung. Er hatte sich im November an Protestaktionen in Berlin und Leipzig beteiligt und war kurz darauf an Corona erkrankt.

      Die Demo am 7. November in Leipzig hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Rund 20.000 Menschen aus ganz Deutschland hatten gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung protestiert. Größtenteils hielten sich die Demonstranten nicht an die Maskenpflicht und beachteten keine Abstände. Doch als die Polizei den Protestzug deshalb auflösen wollte, widersetzten sich Demonstranten. Als die Masse versuchte, einen Gang über den Leipziger Ring zu erzwingen, ließ die Polizei die Menschen am Ende ziehen.

      Eine für Sonnabend geplante „Querdenken“-Demo in Dresden wurde verboten.

      Voir aussi
      https://seenthis.net/messages/890515

      #AfD

  • Trend Friedhofstourismus : Promi-Gräber in Berlin: Wo Manfred Krug und Harald Juhnke begraben liegen
    https://www.berliner-kurier.de/politik-gesellschaft/promi-graeber-in-berlin-wo-manfred-krug-und-harald-juhnke-begraben-l

    „Wen suchen Sie denn?“ „Manfred Krug.“ „Der liegt da hinten.“ „Wir gehen jetzt zum Lambsdorff.“ So klingt ein Gespräch in diesem Herbst auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin. Dutzende laufen hier mit einem Plan, der einen Euro am Eingang kostet, die Gräber von Prominenten ab. Darunter sind etwa die Ruhestätten des Schauspielers Manfred Krug („Liebling Kreuzberg“, „Tatort“), des FDP-Politikers Otto Graf Lambsdorff, von Moderator Dieter Thomas Heck („ZDF-Hitparade“) und des Filmregisseurs Friedrich Wilhelm Murnau („Nosferatu“). Weltberühmt wurde der Friedhof auch durch die Netflix-Serie „Dark“, in der die Holzkapelle im Norwegen-Stil als Motiv der fiktiven Stadt Winden zu sehen ist.

    Doch nicht nur vor den Toren Berlins blüht im Corona-Jahr die für manchen makaber klingende Freizeitbeschäftigung des Friedhofstourismus. Das Phänomen ist pandemiegeeignet, denn auf einem Friedhof an der frischen Luft verhalten sich alle pietätvoll, reden wenig und halten Abstand. Eine Auswahl von Orten, Themen - und Toten:

    Berlin, die Hauptstadt der Promi-Gräber
    BERLIN: In der Hauptstadt gibt es besonders viele Ziele. Die in Paris gestorbene Marlene Dietrich wurde auf dem Friedhof Schöneberg III (Stubenrauchstraße) beigesetzt. Die Grabinschrift des Berliner Hollywood-Stars: „Hier steh ich an den Marken meiner Tage“. Loriot (eigentlich Bernhard-Viktor von Bülow) liegt wie Klausjürgen Wussow („Die Schwarzwaldklinik“) und Boxer Bubi (Gustav) Scholz auf dem Friedhof Heerstraße (Westend). Die Schauspielerin Brigitte Mira („Drei Damen vom Grill“) ruht auf dem Luisenfriedhof III (Westend). Auf dem Waldfriedhof Dahlem sind die Gräber etwa von Harald Juhnke, Gottfried Benn und Autor Curth Flatow („Ich heirate eine Familie“), auf dem Waldfriedhof Zehlendorf ruhen Hildegard Knef, Edith Hancke, Wolfgang Neuss und Günther Pfitzmann.

    Auf dem Friedhof Zehlendorf (ein anderer als der Waldfriedhof Zehlendorf) wurde Götz George („Tatort“/Schimanski) begraben. Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof (Schöneberg) fanden die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm sowie Rio Reiser („König von Deutschland“) ihre letzte Ruhe. Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof befinden sich zum Beispiel die Gräber von Bertolt Brecht, Helene Weigel, Heiner Müller, Egon Bahr, Bärbel Bohley, Christa Wolf, Thomas Brasch, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Herbert Marcuse, Otto Sander und Wolfgang Herrndorf („Tschick“).

    BUNDESKANZLER UND MINISTER: Willy Brandt auf dem Waldfriedhof Berlin-Zehlendorf.

    PRÄSIDENTEN: Walter Scheel auf dem Waldfriedhof Berlin-Zehlendorf, Richard von Weizsäcker auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin, Johannes Rau auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Der einzige Präsident der DDR, Wilhelm Pieck, wurde auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde im Rondell der Gedenkstätte der Sozialisten begraben, wo sich unter anderem auch die Gräber von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht befinden.

    #Berlin #Tourismus #Sehenswürdigkeiten

  • Prozess wegen sexueller Belästigung: Schwangere im Uber-Taxi betatscht | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/prozess-wegen-sexueller-belaestigung-schwangere-im-uber-taxi-betatsc

    19.02.20 - Moabit - Sie war hochschwanger, wollte sicher und schnell nach Hause. Doch Pauline K. (25) ist bis heute angewidert und fassungslos, wenn sie an die Tour mit Fahrdienst-Mann Mehmet B. (51) denkt.Im Gerichtssaal sah sie ihn nun wieder. Im Prozess wegen sexueller Belästigung. Als sie auf dem Beifahrersitz saß, soll Mehmet B. sie betatscht haben.

    Die Anklage: „Er fasste mit der rechten Hand auf ihren Bauch und führte kreisende Bewegungen aus.“ Mit den Worten: „Ich finde schwangere Frauen sehr attraktiv.“

    Ein Mann mit Hufeisen-Bart und Lederjacke. Lässig der Gang. Er möchte wohl cool wirken. Und bestritt: „Ich habe das nicht gemacht.“ Nur gehofft habe er: „Ich war von ihrer Schönheit begeistert.“ Sie hätten sich so gut unterhalten: „Ich bat um ihre Handy-Nummer.“

    Sie hätte ihm erlaubt, seine Hand auf ihren Bauch zu legen. Er schrieb ihr später - „Sie sperrte mich. Die Sache war für mich damit erledigt.“

    Der 16. Juli. Pauline K. (Namen geändert) bekam am Abend Schmerzen. Sie war im neunten Monat schwanger, fuhr in die Klinik. Als es Entwarnung gab, rief sie beim Uber-Fahrdienst an. Mitarbeiter B. fuhr vor.

    Verteidiger wollte Freispruch erwirken
    Pauline K.: „Kaum fuhren wir, kamen Anmach-Sprüche. Mir wurde ganz heiß, ich hatte Angst.“ Seine Hand auf ihrem Bauch. „Er ging immer tiefer. Ich rückte weg.“ Dann habe er versucht, sie zu küssen – „ich drehte meinen Kopf weg.“ Niemals hätte sie ihm gestattet, auf ihren Bauch zu fassen.

    Der Verteidiger wollte einen Freispruch erwirken: „Vielleicht steigerte sie sich in etwas hinein. Sie hätte das Auto verlassen können.“ Die Richterin aber: „Im 9. Monat lässt man sich nicht wie James Bond aus dem Auto fallen.“

    Die junge Frau, die sechs Tage später ihr Baby zur Welt brachte, habe nichts erfunden. Das Urteil: 4000 Euro Strafe.

    #Berlin #Uber #sexuelle_Belästigung #Sicherheit

  • Initiative gegen Uber & Co.: Senat zündet Airbag für Berliner Taxis | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/initiative-gegen-uber---co--senat-zuendet-airbag-fuer-berliner-taxis

    24.02.20 von Peter Neumann - Der Taxibranche geht es schlecht. Konkurrenten wie Uber und Free Now graben ihr das Wasser ab. Nun will der Senat mit einer Initiative auf Bundesebene erreichen, dass sie in die Schranken gewiesen und stärker reguliert werden.

    Bodo Eckardt liebt seinen Beruf. Dass er täglich bis zu zehn Stunden auf Achse ist, um Fahrgäste zu befördern, macht dem Taxifahrer aus Tempelhof nichts aus. „Doch im Vergleich zu früher habe ich mittlerweile Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent“, so der 57-Jährige.

    Schuld sei die Konkurrenz wie Uber und Free Now. Immer mehr Kunden buchen ihre Fahrten per App bei diesen Vermittlern. Befördert werden die Fahrgäste von Subunternehmen – in Berlin mit mittlerweile mehreren tausend Limousinen, die juristisch als Mietwagen mit Chauffeur gelten. Und zu Fahrpreisen, die den streng regulierten Taxitarif meist unterbieten – was laut Kritik aus der Taxibranche nur möglich ist, wenn Sozial- und andere Standards ignoriert werden.

    Verkehrsverwaltung will Taxigewerbe schützen

    In der Verkehrsverwaltung sieht man die Entwicklung mit Sorge. Die geplante Reform des Personenbeförderungsgesetzes, die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorbereitet wird, könnte die ruinöse Konkurrenz für das Taxigewerbe verschärfen.

    In diese Diskussion will sich die Verkehrsverwaltung nun einschalten. Ziel sei es, das Taxigewerbe „als Teil der Daseinsvorsorge“ zu erhalten und zu schützen – so steht es in der sechsseitigen Vorlage, die Senatorin Regine Günther (Grüne) im Senat besprechen möchte. Städte und Landkreise sollen die Möglichkeit bekommen, Taxi-Konkurrenten stärker zu regulieren. Künftig sollen sie bestimmen können, wo und wie viele von solchen Fahrzeugen unterwegs sein dürfen und wo nicht.

    So soll „Rosinenpickerei“ in Stadtzentren und zu nachfragestarken Zeiten, die zu Lasten des Nah- und Taxiverkehrs geht, unterbunden werden, heißt es in Günthers Unterlage. Um die Unternehmen kontrollieren zu können, müssten deren Fahrzeuge anders als heute stets gekennzeichnet werden.

    Taxifahrer Bodo Eckardt hofft, dass die Berliner Initiative auf Bundesebene gehört wird. Der Senat müsse aber die Kontrollmöglichkeiten, die er jetzt schon hat, konsequenter nutzen. Die Zeit drängt: „Sonst muss ich stempeln gehen.“

    #Berlin #Taxi #Politik #SenUVK

  • Blutige Tragödie in Schöneberg: Frauenrechtlerin sticht Schwiegersohn nieder | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/blutige-tragoedie-in-schoeneberg-frauenrechtlerin-sticht-schwiegerso

    Der Hausflur in der Elßholzstraße in Schöneberg sieht aus wie ein Schlachthaus, das gesamte Treppenhaus ist über mehrere Stockwerke mit dicken Blutspuren verschmiert. Am Montagabend kam es hier zu einer blutigen Messer-Tragödie, als eine afghanische Buchautorin ihren Schwiegersohn niederstach. Die 73-Jährige wurde festgenommen und soll nun einem Haftrichter vorgeführt werden. Ihr Motiv ist noch nicht bekannt.

    „Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte die Frau am Montag gegen 18.20 Uhr in ihrer Wohnung in der Elßholzstraße einen 44-Jährigen mit einem Messer angegriffen und mit mehreren Stichen lebensgefährlich verletzt“, so eine Polizeisprecherin. Der Schwerverletzte konnte noch aus der Wohnung flüchten „und sich in den Hausflur schleppen, woraufhin Nachbarn die Polizei verständigten“, so die Sprecherin weiter.
    Buchautorin aus Afghanistan

    Ebenfalls alarmierte Rettungskräfte der Feuerwehr brachten den 44-Jährigen in ein Krankenhaus, hier wurde er notoperiert. Er soll sich außer Lebensgefahr befinden. Nach KURIER-Informationen handelt es sich bei der festgenommenen Frau um Mariam N., eine Frauenrechtlerin und Buchautorin, die ursprünglich aus Afghanistan stammt.

    Im Jahr 2008 gewann sie den „taz Panter Preis“. Die Preisträger zeichneten sich laut der Tageszeitung taz dadurch aus, dass sie sich „auf besondere Weise sozial oder politisch, einfallsreich, mutig und widerborstig“ engagiert hätten. Die damals 61-jährige Afghanin Mariam N., hieß es bei der Preisverleihung weiter, baue „Schulen in ihrer Heimat und unterstützt demokratisch gesinnte Menschen, die vor Kriegsverbrechern fliehen müssen“.

    Beklemmende Familiengeschichte

    Bekannt wurde die Schriftstellerin zudem durch die von ihr aufgeschriebene Chronik ihrer Familie. In dem Buch erzählt die Frau laut Klappentext „von der blutigen Ermordung der Urgroßmutter um 1900, die in den Verdacht der Untreue gerät und von der Großmutter, die sich in ähnlicher Situation durch einen Mord rettet“.

    Zudem handele das Buch „vom Schicksal der Mutter, die ihr Kind verliert und deshalb von der Familie ihres Mannes geächtet wird, bis hin zur Nichte, die in Berlin als moderne junge Frau heranwächst“. Es sei eine „spannende und bewegende Geschichte von Frauen, die ihr Schicksal trotz widrigster Umstände selbst in die Hand nehmen“.
    Richter soll über U-Haft entscheiden

    Welche Vorgeschichte zu dem Drama führte, bei dem die 73-Jährige jetzt zum Messer griff, mit dem sie ihren Schwiegersohn beinahe tötete, ist noch unklar. Wie die Polizei mitteilte, sollte die Frau noch am Dienstag wegen des „Verdachts eines Tötungsdeliktes“ einem Richter vorgeführt werden: Dieser müsse dann bis zum späten Dienstagabend entscheiden, ob Mariam N. in Untersuchungshaft genommen wird.

    #Berlin #Schöneberg #Elßholzstraße

  • Michael Müllers Hartz IV-Alternative in Berlin : Jobs für 1000 Berliner Langzeitarbeitslose | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/michael-muellers-hartz-alternative-jobs-fuer-1000-berliner-langzeita


    L’ancien membre du CA de Volkswagen Peter Hartz

    Le parti socialdémocrate tente de redorer son blason social. On ne renonce pas à l’infâme système Hartz IV mais on récupère des notions à la mode pour vendre une solution qui n’en est pas une. Sous l’appelation salaire de base solidaire (solidarisches grundeinkommen, SGE) on prétend tester une solution générale en sachant qu’elle naura pas de suite. Au lieu d’abolir les sanctions contre chômeurs pour qui le marché du travail n’offre pas de solution, on leur propose un millier de jobs sans raison d’être payés au SMIC, à savoir 9,19 Euros/heure.

    Le SPD mise sur l’effet placebo afin de brouiller les trace de son péché originel qu’il a commis en collaboration avec le parti vert . Dans ce contexte il est utile de rappeller que le gouvernement qui a introduit Hartz IV a également donné l’ordre en 1999 à l’armée de l’air allemande de participer à la guerre d’agression contre la Yougoslavie connue sous le nom guerre du Kosovo .

    Après 1945 les armées allemandes demeuraient sous surveillance étroite des gagnants de la Seconde Guerre mondiale. L’agression militaire contre la Yougoslavie marque le début de la transformation de l’Allemagne dans une nation impérialiste autonome et particulièrement agressive.

    Les défenseurs de ce système se doivent de ne pas diminuer même d’une nuance la pression excercée sur son plus important ennemi intérieur. C’est un ennemi potentiel pour le moment qu’il faut maintenir dans cette position. On ne veut pas de gilets jaunes en Allemagne.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovokrieg#Vorwurf_der_V%C3%B6lkerrechtswidrigkeit_von_Seiten_promine

    Guerre juste, guerre d’agression et droit international humanitaire - CICR
    https://www.icrc.org/fr/doc/resources/documents/misc/5fzjsh.htm

    De François Bugnion - Cet article retrace l’histoire des règles et normes mises en place pour limiter la violence ainsi que celles interdisant le recours à la guerre. L’auteur explique qu’en cas de guerre, même s’il s’agit d’une guerre d’agression, l’application du droit international humanitaire reste indépendante des causes de la guerre et son application discriminatoire ne peut pas être admise.


    La maire de Berlin Michael Müller

    Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. -hartz-alternative-jobs-fuer-1000-berliner-langzeitarbeitslose-32794190

    Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten.

    #Allemagne #chômage #politique #impérialisme #guerre #SGE

  • Leben in der DDR: Im Osten zu Hause, im Westen in die Schule | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/leben-in-der-ddr-im-osten-zu-hause--im-westen-in-die-schule-32671180

    Als mein Vater von der Arbeit kam, rannte ich zur Tür und fiel ihm in die Arme. Das machte ich jeden Abend. Und wie an jedem Abend roch er nach Rasierwasser, und seine Bartstoppeln kratzten mich an den Wangen, obwohl er sie am Morgen erst abrasiert hatte. Ich freute mich auf die Gute-Nacht-Geschichte, die er mir gleich erzählen würde. Doch dann spürte ich, dass an diesem Abend etwas anders war. Meine Eltern warfen sich Blicke zu, die ich nicht deuten konnte.

    Als ich im Bett lag, setzten sie sich zu mir und sagten: „Nächste Woche ziehen wir um. Nach Ost-Berlin.“

    Ich verstand erst einmal gar nichts. Wir lebten in Mariendorf, tief im Westen. Klar, mein Vater arbeitete in Ost-Berlin, das wusste ich, er war Kulturattaché am ägyptischen Kulturbüro, das an die Botschaft angebunden war, und besaß den Diplomatenstatus. Er pendelte jeden Tag über die Grenze in die Friedrichstraße. Auch das wusste ich.

    Im Osten hatte er eine Zweitwohnung, spärlich eingerichtet, im zehnten Stock eines Hochhauses am Hackeschen Markt, die ihm die Botschaft zur Verfügung stellte. Manchmal übernachteten wir dort. Doch das waren immer nur kurze Besuche, die nie länger als einen Tag dauerten.

    Wo würde ich zur Schule gehen? Würde ich meine Freunde nicht mehr sehen?

    Wenn ich an Ost-Berlin dachte, sah ich graue Häuser mit Einschusslöchern in den Fassaden vor mir. Ich konnte mir nicht vorstellen, dort zu leben. Wo würde ich zur Schule gehen? Würde ich meine Freunde nicht mehr sehen?

    Die nächsten Tage verbrachte ich mit dem Versuch, meine Eltern umzustimmen. Ich stritt, ich bettelte, ich kreischte und weinte. Doch es half alles nichts. Meine Mutter erklärte mir, dass mein Vater so öfter bei uns sein könne. Meine Kindersachen wurden in Kisten verstaut, mein Vater brachte eine nach der anderen in den Osten. Ich schwor, dass ich diesen Umzug meinen Eltern nie verzeihen würde – vor allem nicht meinem Vater, der ja schuld war an allem.

    Erst viel später verstand ich, dass die Botschaft auf einen Umzug gedrängt hatte, mein Vater war schließlich ein Repräsentant Ägyptens in Ost-Berlin, es machte sich bei Staatsempfängen nicht gut, wenn zur Sprache kam, dass er mit seiner Familie im Westen wohnte.

    Es gab vieles, was ich erst später verstand. Zum Beispiel, warum meine Mutter durchsetzte, dass ich weiterhin in West-Berlin zur Schule gehen konnte. Sie wollte mich nicht aus meiner vertrauten Umgebung reißen. Sie glaubte nicht daran, dass wir lange in Ost-Berlin bleiben würden. Der Umzug sollte eine Übergangslösung sein – es war das Jahr 1986, wir blieben bis nach der Wende.

    Jeden Tag durch den Tränenpalast

    Ich bekam ein Dauervisum für Angehörige des Diplomatischen Dienstes. Damit durfte ich an der Grenze den Diplomatenübergang nutzen und konnte fast ohne Kontrolle von Ost nach West und zurück pendeln. Ich war sieben Jahre alt, ich wohnte jetzt also in Ost-Berlin – und ging in West-Berlin zur Schule. Jeden Morgen und jeden Nachmittag lief ich allein durch die Diplomatenschleuse des Grenzübergangs im Tränenpalasts. Und ich hasste es jeden Tag.

    Wie schwer die Entscheidung, in den Osten zu ziehen, meinen Eltern gefallen sein muss, vor allem meiner Mutter, auch das begriff ich erst viele Jahre später. Mein Vater und meine Mutter lernten sich in der DDR kennen. Es waren die späten 70er-Jahre, mein Vater, der in Leipzig promoviert hatte, arbeitete in Kairo als Rechtsanwalt, als er für einen Vortrag in seine alte Studentenstadt eingeladen wurde. Er stieg in Ost-Berlin in den Zug, im Abteil begegnete er meiner Mutter, einer hübschen Germanistikstudentin.

    Sie verliebten sich, doch war von Anfang an klar, dass sie keine Beziehung führen durften. Der Vater meiner Mutter war Offizier, als Ingenieur wartete er die Triebwerke der Regierungsstaffel Honeckers. Ägypten war in den 70er-Jahren eines der modernsten arabischen Länder und orientierte sich mehr und mehr Richtung Westen. Meine Mutter und mein Vater hätten nicht einmal miteinander reden dürfen.

    Als die Stasi ihre Beziehung entdeckte, begann für meine Familie eine schwere Zeit. Mein Großvater verlor seine Position als Offizier, weil er sich weigerte, seine Tochter nie wiederzusehen. Meine Mutter wurde tagelang verhört, an der Uni wurde ihr zunächst untersagt, die Diplomprüfung abzulegen, und als sie dagegen erfolgreich Widerspruch einlegte, ließ man sie durch die Prüfung fallen. „Ein Diplom brauchen Sie ja nicht mehr, da Sie einen Ausländer aus dem Westen heiraten wollen“, gab der Prüfer ihr mit auf den Weg. „Ich gehe davon aus, dass die DDR für Sie keine Heimat mehr darstellt.“

    Doch meine Mutter war schon immer eine hartnäckige Frau, Sie setzte durch, dass sie die Prüfung doch noch ablegen konnte und bestand diese mit Auszeichnung.

    Sie bekam eine Stelle als Lehrerin an einer Schule in Schöneweide und wurde schwanger. Regelmäßig bestellte die Stasi sie jetzt in das Amt für Volksbildung im Plänterwald, so erzählte sie es mir später. Man setzte sie unter Druck, malte ihre – und meine – Zukunft in düsteren Farben.

    Meine Mutter bekam große Angst, man würde sie verhaften oder mich ihr wegnehmen, sie litt unter Panikattacken, der Schuldirektor nannte sie nur noch „Frau Staatsfeindin“, und ihr wurde klar, dass sie in diesem Land keine Perspektive mehr hatte. Nach meiner Geburt beschlossen meine Eltern, nach Ägypten zu gehen.

    Für meine Mutter wurde das Leben dort nicht leichter. Die deutsche Schule in Kairo, an der sie sich bewarb, erkannte ihr DDR-Diplom nicht an. Sie saß mit einem Kleinkind in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstand, dessen Frauenbild nicht zu dem passte, was sie aus der DDR gewohnt war. Auch hier hatte sie keine Zukunft, Schließlich beantragte sie die westdeutsche Staatsbürgerschaft, und wir zogen nach West-Berlin.

    Neues Zuhause: ein Hochhaus namens „Windmühle“

    Ich hatte eine glückliche Kindheit in Mariendorf, ich erinnere mich an das viele Grün, an die Spielplätze, alles war sehr beschaulich. Der Umzug nach Ost-Berlin riss mich aus meiner kleinen Kinderwelt. Ich verstand damals nicht, wie groß dieser Schritt erst für meine Mutter gewesen sein musste, und auch nicht, warum sie mich um keinen Preis in eine Schule in der DDR geben wollte, deren System sie so tief enttäuscht hatte.

    In dem Hochhaus in der Rochstraße 9, das wegen seines Grundrisses Windmühle genannt wurde, wohnten damals auch andere Diplomaten. Die Museumsinsel, das Rote Rathaus und der Fernsehturm waren nicht weit. Von meinem Kinderzimmerfenster aus sah ich auf die S-Bahngleise und den Schulhof der Schule nebenan. Die Kinder, die dort spielten, kannte ich nicht. Ich stieg jeden Morgen am Bahnhof Marx-Engels-Platz, der heute Hackescher Markt heißt, in die S-Bahn und fuhr bis zur Friedrichstraße, bis zum Grenzübergang im Tränenpalast. Vor den hohen Fenstern der Abfertigungshalle drängte ich mich durch die Menschenmassen, jeder wollte der Erste in der Schlange sein, niemand kümmerte das Kind mit blauem Schulranzen, das allein im Gedränge stand. Ich bekam im Laufe der Jahre viele Ellenbogen an Kopf und Schulter.

    Hatte ich es endlich in den Tränenpalast geschafft, passierte ich die quälend langsame Gepäckkontrolle. Jede Tasche wurde geöffnet und durchsucht. Gleich daneben gab es einen schmalen Gang, der immer leer war. Das war mein Gang. Die ersten Male ging ich ihn an der Hand meiner Mutter hinunter. Sie lief die Strecke mit mir gemeinsam ab, um sicherzugehen, dass ich meinen Schulweg allein bewältigen konnte.

    Als ich zum ersten Mal allein über die Grenze ging, stellte ich mich trotzdem erst mal in die lange Schlange, es erschien mir nicht richtig, einfach daran vorbeizugehen, ich war schüchtern, ich wollte nicht auffallen. Da entdeckte mich der Grenzer und rief: „Du bist doch Diplomatin, du musst hier nicht stehen. Da vorn ist dein Durchgang!“ Alle starrten mich an. Die verwunderten, teils aber auch missbilligenden Blicke brannten sich in meinen Rücken, ich spüre sie bis heute.

    So viele Menschen starben bei dem Versuch, aus der DDR zu fliehen. Und auch, wenn ich das damals nicht hatte wissen können – es verfolgt mich bis heute, dass ich, ein kleines Kind, einfach so an allen vorbeigehen durfte, ich wurde nicht mal richtig kontrolliert. Es war ein Privileg, das ich nicht verstand, das mir unangenehm war. Noch heute kann ich nicht gut an einer wartenden Schlange vorbeigehen, nicht am Flughafen, nicht nachts im Club, ich stelle mich an, selbst wenn ich auf der Gästeliste stehe.

    Obwohl ich mich schämte, hatte ich irgendwann genug Selbstvertrauen gesammelt, meinen Kinderausweis in der Menge hochzuhalten. Ich versuchte, dabei so lässig wie möglich auszusehen, später machte es mir sogar ein wenig Spaß. Das war schon was, dort einfach durchzulaufen, wie eine ganz wichtige kleine Person. Die Grenzer kannten mich: Ein Kind, das den kaum besuchten Diplomateneingang zweimal am Tag passierte, fiel eben auf. Ihre Namen hingegen erfuhr ich nie.

    Begegnungen mit Lolek und Bolek

    In „meiner“ Diplomatenschleuse – so nannte ich sie, weil ich dort nie jemand anderen sah – stand ein Häuschen, in dem zwei Grenzer saßen, die sich im Schichtdienst abwechselten: Einer war hager und hatte stechende Augen, der andere war dicklich. Ich erfand Namen für sie, nannte sie Lolek und Bolek, wie die polnischen Kinderbuchfiguren, die ich immer etwas gruselig fand, oder auch der Dicke und der Dünne, wie die beiden Gendarmen in den Saint-Tropez-Filmen mit Louis de Funès.

    Lolek – oder Bolek – saß erhöht hinter einer Scheibe und blickte von oben auf mich herab. Ohne ein Wort von sich zu geben, schaute er mir prüfend in die Augen, dann wieder auf mein Passbild, wieder in meine Augen. Er durchblätterte meinen dreiseitigen Kinderpass Tag für Tag aufs Neue, als gäbe es dort einen Geheimcode zu entdecken, der nur durch besonders angestrengtes Hineinschauen sichtbar gemacht werden konnte.

    Je älter ich wurde, desto frecher traute ich mich zu sein. Einmal fragte ich den Grenzer: „Bonjour, ça va? Heute schon jemanden verhaftet?“ Ich wollte ihm eine Reaktion entlocken, irgendeine. Er aber verzog keine Miene. Es ist nicht so, dass Lolek und Bolek unfreundlich waren, nur unnahbar. Tagein, tagaus sah ich die gleichen regungslosen Gesichter, die gleiche professionelle Kälte.

    Wenn etwas die Eintönigkeit meines Schulwegs durchbrach, war es meistens unangenehm. Einen Vorfall habe ich bis heute nicht vergessen, und ich verstand danach das erste Mal, warum die Menschen den Grenzübergang an der Friedrichstraße „Tränenpalast“ nannten.

    Ich wollte gerade durch meine Diplomatenschleuse gehen, als die alte Frau, die neben mir an der Gepäckkontrolle stand, anfing zu schreien und zu weinen, die Grenzer hatten ihr die Durchreise in den Westen verweigert. Ich sah noch, wie sie weggeführt wurde. „Aber ich will doch nur einmal meinen Enkel sehen!“, rief sie. Der Grenzer fischte einen Bilderrahmen aus ihrem Koffer, der noch immer auf der Gepäckablage lag, und schmiss ihn in den Mülleimer.

    Die Verzweiflung der Frau, die Ungerechtigkeit des Ganzen und vor allem die Willkür, all das spürte ich – nur in Worte fassen konnte ich diese Gefühle als Kind noch nicht. Wenn ich meinen Eltern abends von Situationen wie dieser erzählte, wichen sie aus, vielleicht, weil sie dachten, dass ich noch zu klein war, weil sie meine kindliche Unschuld bewahren wollten. Das führte dazu, dass in mir nach und nach eine große Wut entstand. Und später, als ich merkte, dass ich nichts an dieser Situation ändern konnte, eine große Resignation.

    Nach der Schleuse durchquerte ich den Transitbereich und lief schließlich durch einen langen gekachelten Gang hinunter zum Bahnsteig der U6. Ich sehe diesen Gang noch heute in meinen Träumen. Es sind Träume, in denen ich laufe und laufe und nirgendwo ankomme. Mittlerweile ist die Farbe der Kacheln in meinen Erinnerungen verblasst. War es mintgrün?

    Ich nahm dann die Bahn bis zur Endstation. In der Schule angekommen, fühlte ich mich endlich wie eine ganz normale Schülerin.

    Ein exotisches Geschöpf in Ost-Berlin

    Die Schule war lange Zeit der Lichtblick in meinem Alltag, das Stück Normalität, nach der ich mich so sehr sehnte. Obwohl in meiner Klasse alle wussten, dass ich im Osten wohnte, gab ich mir große Mühe, dass meine Wohnsituation nicht zur Sprache kam. Wenn die Klassenliste zu Beginn des Halbjahres alphabetisch durchgegangen wurde, hoffte ich inständig, dass niemand mehr zuhörte, wenn der Lehrer meine DDR-Postleitzahl und die Telefonnummer mit der Vorwahl für Ost-Berlin vorlas.

    In der Fünften wurden wir mit einer anderen Klasse zusammengelegt, die neue Lehrerin ging die Klassenliste laut durch, um zu prüfen, ob Anschrift und Telefonnummer richtig vermerkt waren. Als sie bei mir angelangt war, stockte sie und rief: „Was ist das denn für ein Unsinn, das ist ja in der DDR!“ Ich schloss die Augen. Die Lehrerin wollte mir partout nicht glauben, dass ich in der DDR wohnte. Sie wurde so böse, dass sie mich zur Strafe draußen im Vorraum vor dem Klassenzimmer platzierte. Der Direktor kam dann glücklicherweise vorbei und klärte sie auf. In der Pause bombardierten mich die neuen Mitschüler mit Fragen.

    Die schönsten Tage waren die, an denen es hitzefrei gab. Während die anderen Kinder Hausaufgaben machten, hetzte ich zurück über die Grenze. Wenn alles reibungslos verlief, war ich in knapp einer Stunde wieder im Osten, eine halbe Stunde brauchte ich, um zu essen, dann fuhr ich wieder zurück. Wie immer kam ich auch an diesen Tagen zwar als Letzte im Schwimmbad an, aber es blieb mir etwas mehr Zeit als sonst, ich konnte durchatmen.

    Oft aber lief es nicht reibungslos. Zwischen den Geisterbahnhöfen Französische Straße und Friedrichstraße blieb die U-Bahn gerne sehr lange im Tunnel stehen. Im Waggon war es dunkel, es wurde ganz still, die anderen Fahrgäste schauten sich nervös um, als hätten sie Angst, dass sich plötzlich die Türen öffnen würden und sie von nun an im grauen Osten wohnen müssten. Und ich saß zwischen ihnen und platzte innerlich vor Wut. Jede Minute, die wir hier herumstanden und warteten, fehlte mir am Ende mit meinen Freunden im Westen.

    Zu Hause wärmte ich das von meiner Mutter am Vorabend gekochte Mittagessen in der Mikrowelle auf und hetzte erneut los in Richtung Westen. Im Schwimmbad blieben mir dann meist nur zwei Stunden, ehe die anderen Kinder wieder nach Hause mussten. Ich nahm all das in Kauf. Denn noch schlimmer als das Gehetze und die endlose Fahrerei war die Einsamkeit zu Hause in unserer Wohnung in Ost-Berlin.

    „Hallo Westmädchen, komm doch mal her!“

    Im Osten hatte ich keine Freunde. Obwohl unser Haus direkt neben einer Schule lag, hatte ich keinen Kontakt zu den Kindern dort. Wenn der Unterricht aus war, standen sie oft vor dem Schulgebäude herum. Für sie muss ich ein exotisches Geschöpf gewesen sein: Ich trug die neusten Jeans und Marken aus dem Westen und war außerdem im Besitz eines knallroten Walkmans, alles Dinge, die für DDR-Bürger nur sehr schwer zu bekommen waren. Die anderen Kinder starrten mich an, ihre Gespräche verstummten, bis ich vorübergelaufen war, dann tuschelten sie. Mich verunsicherte das zutiefst.

    Einige versuchten auch, mit mir Kontakt aufzunehmen, riefen mir zu: „Hallo Westmädchen, komm doch mal her!“ Einmal blieb ich stehen. Es wurde ein schöner Nachmittag, wir hingen auf dem Spielplatz herum, blätterten in der Bravo, die ich aus dem Westen mitgebracht hatte. Am Abend kam ich glücklich und mit roten Wangen nach Hause, erzählte meinen Eltern, dass ich endlich Freunde gefunden hatte. Doch am nächsten Tag gingen sie mir aus dem Weg. Als ich einen von ihnen zu Rede stellte, zuckte er nur mit den Schultern: „Meine Eltern sagen, ich darf nicht mit dir spielen, sie sind in der Partei und bekommen sonst Schwierigkeiten.“ Von da an gab ich mich unnahbar, wenn ich an ihnen vorbeilief, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünschte als Freunde in Ost-Berlin.

    Es waren nicht nur die Kinder, die mich anstarrten. Meine dunklen Locken und die westliche Kleidung sorgten auch dafür, dass Erwachsene ganz unverhohlen starrten, in der vollen S-Bahn, in der Markthalle oder einfach auf der Straße. Wenn ich durch die Stadt ging, zog ich also den Kopf ein wie eine Schildkröte; manchmal ertappe ich mich heute noch in dieser Haltung.

    Meine Freundin Anja

    Meine Freunde aus West-Berlin konnten mich nur nach wochenlanger Planung besuchen, sie mussten dann extra ein Visum beantragen. Ulrike, eine meiner ältesten Freundinnen, erzählt mir heute manchmal, wie stolz sie war, mich zu kennen, wie fasziniert die Leute waren, wenn sie berichtete, eine Freundin in Ost-Berlin zu haben. Unsere Wohnung in der Rochstraße mit ihren üppigen Teppichen und den Kronleuchtern wirkte auf Ulrike geradezu pompös, dabei war mein Zimmer sehr klein. Manchmal liefen wir zusammen zum Alexanderplatz, turnten um den großen Brunnen herum. Die Klassenkameraden, über die wir uns dabei unterhielten, waren in diesem Moment sehr weit weg.

    Die Nachmittage, an denen Ulrike da war, gehören zu den Glücksmomenten meiner Kindheit. Meistens aber war ich allein. Es war ja schon schwierig, mit jemandem im Westen zu telefonieren. Oft musste ich zwei bis drei Stunden wählen, bis ich eine freie Leitung erhielt, eine Geduldsprobe und zu lang, um sich nach der Schule noch mal drüben zu verabreden. Also saß ich allein zu Hause und sehnte die Schule herbei, in der mein Leben so schön normal war. Vor dem Schlafengehen wünschte ich mir oft, dass wir wieder in den Westen ziehen oder – noch besser – dass die Mauer einfach verschwindet.

    Ungefähr ein Jahr vor der Wende klingelte es bei uns an der Tür. Im Hausflur stand ein Mädchen, sie sagte, sie hieße Anja und wohnte weiter oben im Haus. Mein Vater hatte sie im Fahrstuhl getroffen und gefragt, ob sie nachmittags nicht mal vorbeikommen wolle, seine Tochter würde hier niemanden kennen.

    Anja war ein ruhiges Mädchen, ein Jahr älter als ich, mit blonden langen Haaren und puppenhaften Zügen. Sie sah aus wie Tatum O’Neal, eine Kinderschauspielerin, die ich toll fand. Ich schloss Anja gleich ins Herz. Wir konnten stundenlang auf meinem Hochbett liegen und Musik hören. Ich lud Anja auch oft zum Eisessen in den Palast der Republik ein. Für sie war das etwas ganz Besonderes, als normaler DDR-Bürger stand man dort drei Stunden an, um einen Platz im Café zu erhalten. Mit mir konnte sie einfach an der langen Schlange vorbeigehen. Vorn angelangt, musste ich dem Portier nur sagen, ich sei Diplomatentochter und Anja mein Gast, und wir zwei Mädchen erhielten im voll besetzten Café einen Tisch direkt am Fenster.

    Ich lud Anja immer ein, was mir nichts ausmachte, als Wessi hatte man genügend Ostgeld. Ich war einfach überglücklich, endlich eine Freundin im Osten zu haben. Meine Eltern freuten sich sehr für mich, schließlich hatten sie von heute auf morgen ein gut gelauntes Kind im Haus. Doch dann kam Anja immer seltener. Als ich sie zum letzten Mal traf, saßen wir auf dem Spielplatz vor unserem Haus herum, und sie legte ein Geständnis ab: Als mein Vater sie im Fahrstuhl angesprochen hatte, machte ihre Mutter umgehend Meldung bei der Stasi. Die verlangte von ihr Informationen über unsere Familie. Ich schöpfte nie Verdacht und erzählte Anja bereitwillig, was mein Vater so machte und wo er hinging. Sie verpackte ihre oft beiläufig klingenden Fragen als mädchenhafte Neugier. Und berichtete am Abend alles ihrer Mutter.

    Ich bin mir nicht sicher, warum sie mir am Ende davon erzählte, vielleicht hatte sie Angst bekommen, alles würde jetzt, mit der Wende, herauskommen. Ich war geschockt und wollte sie nie wieder sehen. Ich habe mich noch lange gefragt, ob überhaupt jemals etwas Echtes an dieser Freundschaft gewesen ist.

    Für die Stasi müssen wir ja interessant gewesen sein

    Ich hatte immer ein beklemmendes Gefühl, wenn ich allein in unserer Wohnung in der Rochstraße war, konnte aber nie erklären, warum. Auf unserer Etage lagen noch andere Wohnungen, aber außer dem sehr neugierigen Hausmeisterehepaar und einem Nachbarn habe ich nie einen anderen Bewohner kennengelernt.

    Kurz bevor wir auszogen, klingelte ein Mann an unserer Tür, der sich als Mitarbeiter der staatlichen Telefongesellschaft vorstellte. Er müsste dringend die Funktionsfähigkeit des Telefons überprüfen. Er öffnete das Gehäuse und nahm etwas heraus, das er schnell in seine Tasche steckte. Ohne sich die Mühe zu machen, das Telefon wieder zuzuschrauben, verabschiedete er sich und verschwand. Meine Mutter vermutet, dass wir aus den benachbarten Wohnungen abgehört wurden, was meine Beklemmung erklären würde. Da wir regelmäßig im Westen waren, müssen wir ja für die Stasi interessant gewesen sein.

    Als unter meinem Kinderzimmerfenster die Montagsdemos begannen, war ich zehn Jahre alt. Die Stimmung am Grenzübergang war noch angespannter als sonst, die Menschen waren aggressiv, die Grenzer nervös, keiner wusste, was als Nächstes passieren würde. Den Mauerfall und Günter Schabowskis Pressekonferenz verfolgten wir – wie die meisten – am Fernseher. Ich beobachtete alles wie durch Watte, ich konnte nicht so recht glauben, was da gerade geschah. Wie oft hatte ich mir genau das gewünscht! Jetzt kam es mir unwirklich vor. Erst als ich morgens am Grenzübergang stand, der voll war wie nie, begriff ich, dass alles ganz real war.

    Meine Eltern und ich zogen nach der Wende ans obere Ende der Friedrichstraße, in den leer stehenden Gebäuden um uns herum machten Technoclubs auf, der Tresor, das E-Werk. Als die dritte Großbaustelle neben unserem Haus entstand, gingen wir zurück nach Mariendorf. Da hatte ich meine Vorstadtjugend.

    Sobald ich mit der Schule fertig war, zog ich zurück nach Mitte, wo Berlin jetzt neu und aufregend war, voller Freiräume, in denen wir unsere Partys feierten – und mich doch jede Straße an die Kindheit erinnerte, die ich hier verbracht hatte. Berlin war damals so viel ruhiger, manche Straßen so gut wie menschenleer. Das vermisste ich oft. Ich zog wieder weg, als die Touristen kamen. Ich hatte das Gefühl, sie machten mir mein Mitte kaputt, zerstörten meine Erinnerungen, die ich
    verpackt hatte wie einen kostbaren Schatz.

    Zurück im Tränenpalast

    Ich studierte Jura, wie mein Vater. Während meines Referendariats für das Zweite Staatsexamen im Bezirksamt Mitte sollte ich die Rechtmäßigkeit des Abrisses eines Teils des denkmalgeschützten Tränenpalasts prüfen. In dem Moment holte mich zum ersten Mal die Vergangenheit ein, mir wurde klar, dass ich mich irgendwann damit beschäftigen musste, dass ich nicht für immer weglaufen konnte vor den Bildern aus dem Tränenpalast.

    Ich stellte fest, wie viel von meiner Persönlichkeit heute geprägt ist von meiner isolierten Kindheit in der DDR. Ich verstand, warum ich zum Beispiel so oft nicht innehalten kann, mir alles zu eng wird, es mich an ferne Orte zieht, ich so eine Sehnsucht in mir trage. Aber auch woher die Wut kam, die manchmal wie aus dem Nichts in mir hochstieg und unter der ich lange gelitten habe.

    Heute ist die Wut weg. Jetzt, wo ich älter werde, kann ich auch meine Eltern besser verstehen. Nur wenn ich gefragt werde, woher ich komme, Ost oder West, tue ich mich noch immer schwer. Wer will auf eine kurze Frage hin schon seine Lebensgeschichte erzählen? Ich sage dann mal Ost, mal West, je nachdem, was gerade passt. Und für mich stimmt irgendwie beides.

    Die Berliner Autorin Suzanne Salem

    Suzanne Salem trägt heute keinen Schulranzen mehr, pendelt aber seit kurzem wieder mit der U6 in die Friedrichstraße.

    Seit dem letzten Jahr arbeitet sie ihre Familiengeschichte auf, trägt gute und schlechte Erinnerungen zusammen und führt tagelang Gespräche mit der Mutter und Großmutter. Dabei erfährt sie vieles, was sie noch nicht wusste, über die DDR und ihr Leben vor dem Mauerfall, mit teils erschreckenden, aber auch heilsamen Erkenntnissen. Sie besucht die Orte von früher und setzt sich mit ihren Erinnerungen auseinander.

    Am Ende wird daraus ein Buch entstehen.
    Mehr unter www.suzannesalem.de

    #Berlin #Geschichte #DDR

    • Il n’y a que les plus rusés, chanceux et téméraires qui en plus sont dotés d’une confiance en soi immuable pour vivre ce type d’expérience en restant indemnes.

      Il y a par exemple la copine dont les parents journalistes #RFA vivaient à Berlin-Est à côté du #Checkpoint_Charlie. Le dimanche matin elle allait réguliérement chercher les petits pains pour le petit déjeuner à l’Ouest à Kreuzberg, elle passait ses ses soirées dans la boîte de nuit punk #SO36 d’où elle rentrait au petit matin chez elle à l’Est à moitié soule avec sa coiffure iroquoise en racontant des blagues aux douaniers de l’Est ... elle était adolescente en pleine rebellion, alors il n’y avait rien de mieux que de se moquer des braves gens en uniforme à l’Est comme à l’Ouest.

      Pour elle c’était un jeu alors que pour d’autres les conditions de vie et l’harcèlement par les petits salauds causaient l’impression de vivre sous une pression constante exercée par un pouvoir aux actes aléatoires.

      C’était plus facile à vivre à Berlin-Ouest, pourtant les mêmes gens réationnaires et petits d’esprit y donnaient le ton aussi.

      Dans les années 1970 à l’Ouest la première vague de squatteurs s’attaquait à l’ambiance anticommuniste qui reignait alors dans chaque foyer familial et dans chaque école.

      Ton Steine Scherben - Rauch-Haus-Song (1972, clip vidéo de 1983)
      https://www.youtube.com/watch?v=5l_sfQDsgZg


      https://de.wikipedia.org/wiki/Ton_Steine_Scherben

      Dans les années 1980 le deuxième mouvement de squatteurs occupait plus de 150 immeubles à Berlin-Ouest et libérait définitivement la ville de son ambiance de forteresse anticommuniste.

      Ideal - Berlin (1980)
      https://www.youtube.com/watch?v=J6YRKs_hKFQ


      https://de.wikipedia.org/wiki/Ideal_(Band)

      Grâce à ces mouvement de jeunesse Berlin-Ouest se transformait dans un endroit qui sentait la liberté malgré l’occupation militaire, alors qu’à l’Est les anciens de la guerre contre le fascisme et l’impérialisme gardaient les rênes et réprimaient chaque forme d’expression qu’ils ne comprenaient pas

      Silly - Die verlorenen Kinder (1989)
      https://www.youtube.com/watch?v=nA3fUKdZKQQ


      https://de.wikipedia.org/wiki/Silly_(Band)

      Cette chanson du groupe Silly de Berlin-Est décrit les sentiments des jeunes désireux de s’échapper aux contraintes imposées par les vieux communistes.

      Songtext Silly - Die verlorenen Kinder

      Der Wohnblock liegt am Abend
      Wie ein böses Tier
      Wo sie zu Hause sind
      Der Sprechfunk ruft nach ihnen
      Doch sie bleiben hier
      Wo sie zu Hause sind
      Sie rücken aneinander
      Auf der Spielplatzbank
      Wo sie zu Hause sind
      Der Recorder macht für sie
      Die Dämmerung lang
      Wo sie zu Hause sind
      Wo sie zu Hause sind

      In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn
      Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin

      Der Wohnblock spuckt sie in
      Den kalten Wind
      Wo sie zu Hause sind
      Ab und zu nur sieht noch
      Einer frierend hin
      Wo sie zu Hause sind
      Wo die Fenster locken
      Mit so gelbem Licht
      Wo sie zu Hause sind
      Doch sie wissen diese
      Zimmer wärmen nicht
      Wo sie zu Hause sind
      Wo sie zu Hause sind

      In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn
      Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin
      Zu den alten Linden die nur in der Ferne blühn
      Die sie nicht mehr finden in den Straßen von Berlin

      Songtext Ideal - Berlin

      Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein,
      ich steig aus, gut wieder da zu sein.
      Zur U-Bahn runter am Alkohol vorbei ,
      Richtung Kreuzberg, die Fahrt ist frei,
      Cottbuser Tor, ich spring’ vom Zug ,
      zwei Kontrolleure ahnen Betrug.
      Im Affenzahn die Rolltreppe rauf,
      zwei Türken halten die Beamten auf.
      Oranienstraße, hier lebt der Koran,
      dahinten fängt die Mauer an.
      Mariannenplatz rot verschrien,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Graue Häuser, ein Junkie im Tran,
      es riecht nach Oliven und Majoran.
      Zum Kanal an Ruinen vorbei,
      dahinten das Büro der Partei.
      Auf dem Gehweg Hundekot,
      ich trink Kaffee im Morgenrot.
      Später dann in die alte Fabrik,
      die mit dem Ost-West-Überblick.
      Zweiter Stock, vierter Hinterhof,
      neben mir wohnt ein Philosoph.
      Fenster auf, ich hör’ Türkenmelodien,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut, wir steh’n auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Wir fühl’n uns gut! (Ich steh’ auf Berlin)

      Nachts um elf auf dem Kurfürstendamm
      läuft für Touristen Kulturprogramm,
      teurer Ramsch am Straßenstand,
      ich ess’ die Pizza aus der Hand.
      Ein Taxi fährt zum Romy Haag,
      Flasche Sekt hundertfünfzig Mark,
      fürn Westdeutschen, der sein Geld versäuft.
      Mal sehn, was im Dschungel läuft,
      Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt.
      Irgendjemand hat mir ’nen Gin bezahlt,
      die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Berlin, Berlin, Berlin, ...
      Berlin, Berlin, Berlin, ...
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Songtext : Rauch Haus Song

      Der Mariannenplatz war blau, soviel Bullen waren da
      Und Mensch Meier musste heulen, das war wohl das Tränengas
      Und er fragte irgendeinen: „Sag mal, ist hier heut ’n Fest?“
      "Sowas ähnliches", sagte einer, „das Bethanien wird besetzt.“
      "Wird auch Zeit", sagte Mensch Meier, stand ja lange genug leer
      Ach, wie schön wär’ doch das Leben, gäb’ es keine Pollis mehr
      Doch der Einsatzleiter brüllte: „Räumt den Mariannenplatz
      Damit meine Knüppelgarde genug Platz zum Knüppeln hat!“

      Doch die Leute im besetzten Haus riefen:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Der Senator war stinksauer, die CDU war schwer empört
      Dass die Typen sich jetzt nehmen, was ihnen sowieso gehört
      Aber um der Welt zu zeigen, wie großzügig sie sind
      Sagten sie: „Wir räumen später, lassen sie erstmal drin!“
      Und vier Monate später stand in Springer’s heißem Blatt
      Dass Georg-von-Rauch-Haus hat eine Bombenwerkstatt
      Und die deutlichen Beweise sind zehn leere Flaschen Wein
      Und zehn leere Flaschen können schnell, zehn Mollies sein

      Doch die Leute im Rauch-Haus riefen:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Letzten Montag traf Mensch Meier in der U-Bahn seinen Sohn
      Der sagt: „Die woll’n das Rauch-Haus räumen, ich muss wohl wieder zu Hause wohnen.“
      "Is ja irre", sagt Mensch Meier „sind wa wieder einer mehr
      In uns’rer Zwei-Zimmer-Luxuswohnung und das Bethanien steht wieder leer
      Sag mir eins, ham die da oben Stroh oder Scheiße in ihrem Kopf?
      Die wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch
      Wenn die das Rauch-Haus wirklich räumen, bin ich aber mit dabei
      Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein.“

      Und ich schrei es laut:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Und wir schreien’s laut:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“
      (3x)

  • Café Sibylle - Ex-Wirt spricht von Betrug | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/-subventionsbetrug---caf%C3%A9-sibylle--ex-wirt-schenkt--bezirk-eine

    Ergänzung zu https://seenthis.net/messages/777758

    03.01.19 von Christian Gehrke

    Harte Mauschelei-Vorwürfe gegen das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Der neue Betreiber vom Café Sibylle in der Karl-Marx-Allee erhält monatlich 2000 Euro vom Bezirk, um eine Ausstellung zu zeigen. Ex-Betreiber Uwe Radack hat so eine Hilfe nie bekommen, er spricht von Subventionsbetrug. Sein Vorwurf: Stadtrat und Bezirksbürgermeisterin haben ihn ausgebootet. Der Landesrechnungshof prüft die Sache.

    „Das ist Subventionsbetrug!“

    Dass Uwe Radack (61), das DDR-Kultcafé im März 2018 aufgeben musste, nimmt ihn noch immer mit. „Dabei hatte ich ein klares Konzept, habe die Ausstellung mit eigenem Geld am Leben erhalten. Die neue Miete konnte ich nicht zahlen. Meine sieben Angestellten musste ich entlassen.“

    Er findet es verwunderlich, dass der Bezirk nun 2000 Euro „Nutzungsentgeld“ für seine Nachfolgerin bereitstellt. „Das ist Subventionsbetrug!“ Merkwürdig ist aber, dass sich früher mal Uwe Radack und mal sein Kollege Peter Schröder in der Presse als Betreiber ausgegeben haben.
    Vorgehen des Bezirksamts wird geprüft

    Rückschau: Der eigentliche Hauptmieter des Gebäudes, mit dem Radack einen Untermietvertrag hatte, ging im Februar insolvent. Bezirk und Hausverwaltung setzten einen neuen Vertrag auf und suchten einen neuen Betreiber für das Café . „Die Miete war im Vergleich zu 2014 um 185 Prozent gestiegen“, klagt Radack. Eine Unterstützung habe der Bezirk ihm nie angeboten. Bei der Suche nach einem neuen Betreiber sei er nie gefragt worden.

    Dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, glaubt inzwischen auch der Landesrechnungshof. Er bestätigte dem KURIER, dass er das Vorgehen des Bezirksamts prüft. Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) sagt auf Anfrage, man habe sehr wohl mit Radack zusammenarbeiten wollen. Ihm sogar Unterstützung angeboten. Die Geldsumme sei noch unklar gewesen „Er hat seinen Rückzug mitgeteilt.“

    Neu-Betreiberin Angelika Zachau (65) zum KURIER: „Ich verstehe seine Enttäuschung. Doch wir zahlen die volle Miete für die Ausstellung. Uwe Radack zahlte nur für den Café-Betrieb, also nur die halbe Miete.“

    #Berlin #Friedrichshain #Frankfurter_Allee #Die_Linke #Gentrifizierung #Stadtentwicklung

  • Das System Café Sibylle
    http://www.cafe-sibylle.de

    Wo Café Sibylle drauf steht, ist noch lange nicht Café Sibylle drin!

    Eine Bestandsaufnahme mit der Forderung nach Transparenz beim Bezirksamt Friedsrichshain/Kreuzberg.

    Ausgehend von der umfänglichen Mitteilung der Krea GmbH vom 28.03.2018 zur Schließung des Cafe Sibylle sind neue überaus fragwürdige Entwicklungen rund um das Cafe Sibylle entstanden. Die Krea GmbH mit Uwe Radack musste das Cafe Sibylle am 31.03.2018 schließen und räumen, da der Mietvertrag zum 31.03.2018 ausgelaufen ist. Über die Versuche einer Fortführung des Cafe Sibylle wurde in der o.g. Mitteilung Stellung bezogen.
    Am 19.11.2018 wurde das Cafe Sibylle neu eröffnet. Hauptmieter und Betreiber ist die puk malta gGmbH. Der Verein ist im Wedding ansässig und wirbt mit dem folgenden Slogan:

    Zu unserem Programm gehören berufsvorbereitende Maßnahmen in den Berufsfeldern Gastronomie, EDV/Büro, Pflege mit Erwerb von Schulabschlüssen vom Hauptschulabschluss bis zum Mittleren Schulabschluss, Umschulungen im Informatikbereich, EDV-Weiterbildung, Deutschkurse.

    Ein direkter Bezug zum bisherigen kulturhistorisch geführten Kiezcafe ist so ohne weiteres leider nicht erkennbar.
    Wie kam es zur Auswahl dieses Vereins?

    Hier muss ich zunächst feststellen, dass die puk malta gGmbH erstmals am 28.03.2018 in einer Email vom Stadtrat Herrn Mildner-Spindler als möglicher Träger der Ausstellung genannt wurde. Es fand also bis zum Ablauf des Mietvertrages zum 31.03.2018 KEIN Auswahlprozess über die mögliche Fortführung des Cafe Sibylle statt. Zumindestens nicht mit mir als bisherigen erfolgreichen Betreiber.
    Am 06.08.2018 fand im Beisein von Ute Donner ein Bürgergespräch mit der Bezirksbürgermeisterin, Frau Herrmann, statt. Noch in diesem Gespräch wurde uns mitgeteilt, dass noch keine endgültige Entscheidung zugunsten der puk malta gGmbH getroffen sei.
    Wie jetzt bekannt wurde hat die puk malta gGmbH einen Mietvertrag abgeschlossen, in der ihr folgende Subventionen zugesichert wurden:

    1. 2.000,00 € monatlicher Zuschuss für die Bereitschaft, dass kommunalpolitische Veranstaltungen im Cafe Sibylle stattfinden können (Anmerkung: Die Krea GmbH hatte zuvor eine Vielzahl dieser Veranstaltungen kostenfrei eingeräumt, ohne Zuschuss natürlich)

    2. Mitarbeiterzuschüsse (ca. 120.000 Euro/Jahr) aus verschiedenen Förderungsprogrammen der Arbeitsagentur.

    Ich stelle hiermit die Frage, nach welchem Auswahlprozess wurden diese Mittel gewährt?Warum wurde ich als bisheriger erfolgreicher Betreiber nicht mehr in irgendeinen Auswahlprozess berücksichtigt?
    Warum erteilt mir Herr Mildner-Spindler am 26.03.2018 eine Absage an jegliche Beteiligung an den Kosten der Ausstellung, obwohl die Problematik seit Dezember 2017 im Bezirksamt bekannt war ?
    Mit welcher konkreten Zweckbestimmung wurden die Fördermittel genehmigt?
    Welche Absprachen gab es zwischen Herrn Mildner-Spindler und der puk malta gGmbH?

    Es ergeben sich aber noch weitere Fragen zum Sündenpfuhl der Subventionierung im Café Sibylle:

    Der vorherige Hauptmieter war bekanntlich die BUF, Berufsförderungswerk Bekleidung Berlin e.V.
    Dieses Konstrukt spricht auch nicht für ein kulturhistorisches Kiezcafe in Berlin-Friedrichshain. Es ist jedoch bestätigt, dass auch die BUF eine Vielzahl von Fördergeldern erhalten hat. Ich kann hier versichern, dass die BUF seit Januar 2016 bis zu ihrer Insolvenz mit keiner einzigen Fördervariante im Café Sibylle tätig geworden ist. Weder gab es Veranstaltungen der BUF (NULL-Aktivitäten) noch sind in den 2 Jahren jemals geförderte Mitarbeiter der BUF im Cafe Sibylle gewesen (NULLMitarbeiter). In diesem Zusammenhang teilte mir Herr Mildner-Spindler am 26.03.2018 mit, dass es für die Geschichtswerkstatt, mithin für die Ausstellung, noch aktuell Zuschüsse aus dem Förderinstrument „Förderung von Arbeitsverhältnissen“ auf der Grundlage § 16e SGB II zugunsten der BUF bis zum Jahre 2019 gibt. Es erheben sich hieraus folgende Fragen:

    Wer hat in der Zeit der BUF, 01.07.2014 – 31.03.2018 über Fördergelder/ Förderprogramme in
    welcher Höhe seitens des Bezirksamtes entschieden?
    Wie wurden diese Fördergelder abgerechnet, wenn es doch keine tatsächlichen Aktivitäten im Cafe Sibylle gab?
    Das Cafe Sibylle als historischer Geschichtsort und Kiezcafe befindet sich im Abwärtstrend. Das Cafe Sibylle blieb 7 Monate geschlossen, kein Ausstellungszugang, nichts. Am 18.11.2018 hat die puk malta gGmbH das Cafe wieder eröffnet. Jeder kann sich selbst davon überzeugen: Es ist nicht mehr das Cafe Sibylle drin. Kahle Wände, eine defekte Ausstellung, verschmierte Schautafeln.
    Am 20.08.2018 fand vor dem damals noch geschlossenen Cafe Sibylle eine Aktion Protestcafe Sibylle statt. Dort äußerte sich die zukünftige Mieterin und Betreiberin, der Verein puk Malta gGmbH, vor den versammelten Protesten. Sie stellte u.a. 3 Dinge klar:
    – keine Protestregenschirme
    – keine Unterschriften Mauer
    – kein Bedarf an Gesprächen mit den vorherigen Betreibern, sowohl Herr Schröder als auch ich waren persönlich anwesend.
    Es gibt keinen Kiezcharakter mehr im Cafe Sibylle. Es gibt kein Kulturangebot, keine Kiezkünstler sind vorhanden. Die Streetart Künstlerin Ute Donner wurde aus dem Cafe verbannt.

    Die Fragen daraus:

    Welchen Einfluss hat das Bezirksamt auf die inhaltliche Gestaltung des Café Sibylle genommen?
    Wer war dafür verantwortlich?
    Wann wird es eine Erneuerung der Ausstellung geben?
    In der Zeit vom 01.04.2018 bis zum 30.10.2018 blieb das Café Sibylle geschlossen. Es stellt sich hier die Frage, wer hat die laufend anfallende Miete gezahlt?

    Bis auf die Ausstellungsfläche war das Café leer. Die Frage daraus:

    Hat das Bezirksamt dem Vermieter in irgendeiner Weise eine Kompensation für den Mietausfall
    vom 01.04.2018 bis 30.10.2018 bezahlt?

    Der Verwalter dieser Einheiten ist die Predac Immobilienmanagement GmbH. Der Mietpreis für die Fläche des Café Sibylle lag am 01.07.2014 bei 7,32 Nettokaltmiete. Über moderate Staffelsteigerungen sollte der Mietpreis jedoch per 01.04.2018 bei 13,50 € liegen, eine satte Steigerung auf 186%.

    Die Gesamtfläche des Cafe Sibylle beträgt 197 m/2, wovon der ausstellungs-neutrale Teil 90 m/2 ausmacht. Die Predac verlangt also für eine neutrale Ausstellungsfläche ebenso 13,50 € und lässt sich diese durch das Bezirksamt nunmehr subventionieren.
    Auch hier die Fragen:

    Hat Herr Mildner-Spindler gegenüber der Predac GmbH den hohen Gesamtmietpreis persönlich bestätigt?
    Ist dem Bezirksamt klar geworden, dass nur durch eine Subventionierung der Miete die Fläche des Café Sibylle gehalten werden kann?
    Warum hat das Bezirksamt aufgrund der Rahmenvereinbarung mit der Predac GmbH keine Einfluss auf eine moderate Miete genommen?

    Hinsichtlich der Gewerbeansiedlungen in diesem Teil der Karl-Marx-Allee sei auch auf folgende Entwicklungen hingewiesen.
    Das historische Lichthaus musste 2017 gehen. Es wurde jetzt ein Internetmöbelhandel angesiedelt, welcher nur 2 Tage in der Woche geöffnet hat. Diese Ansiedlung setzt sich mit weiteren Kleinmöbel Geschäften und Ausstellungen fort. Die Traditionsfortführung von Kulturveranstaltungen in der Karl-Marx-Buchhandlung musste einem Cocktailverlag weichen.

    Liebe Freunde und Unterstützer. Gern könnt Ihr Eure weitergehenden Fragen mit einbringen. Wir werden alle offenen Fragen an die Bezirksverordnetenversammlung und andere geeignete Stellen weiter leiten.

    Wir möchten Euch auch auf folgende aktuelle Publikationen hinweisen:
    Tagesspiegel vom 22.12.2018
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-friedrichshain-hat-der-bezirk-das-cafe-sibyllesubventioniert/23792298.html

    Berliner Kurier 03.01.2019
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/-subventionsbetrug---caf%C3%A9-sibylle--ex-wirt-schenkt--bezirk-eine

    Krea Gesellschaft für Grundbesitz und Projektsteuerung mbH
    Schönstr. 53
    13086 Berlin
    Hrb: 45674B
    Geschäftsführer: Uwe Radack

    Kontakt: Tel: 01714788909

    #Berlin #Friedrichshain #Frankfurter_Allee #Die_Linke #Gentrifizierung #Stadtentwicklung

  • Team America élimine une centaine d’extrémistes religieux au centre de Paris
    https://www.berliner-kurier.de/news/panorama/macron-verspricht-wiederaufbau-brand-in-zerstoerter-notre-dame-unter

    A Berlin de fiables sources anonymes nous informent sur une nouvelle frappe des marionettes d’élite Team America .

    Les faits : D’après nos sources la marionette incarnant le président de France aurait donné son autorisation préalable à l’intervention de la troupe de choc lors ce que l’ambassadeur étatsunien l’aurait autorisé à choisir entre l’emploi d’une bombe à neutrons laissant intacte la structure du bâtiment et les armes incendiaires dont dispose l’unité spéciale.

    https://www.youtube.com/watch?v=Lrf29R4H9pQ

    D’intenses négotiations par la marionette chef d’état auraient permis de limiter les dégats par rapport au dernier passage à la capitale française de la Team America .

    16.04.19, 06:05 Uhr - Macron verspricht Wiederaufbau
    Brand in zerstörter Notre-Dame unter Kontrolle

    Paris - Dramatische Bilder aus dem Herzen von Paris!

    Nachdem die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame am Montagabend in Flammen aufgegangen war, hat die Feuerwehr den Brand in der Nacht auf Dienstag unter Kontrolle gebracht. Kleine Brandnester sind aber auch am Morgen noch zu erkennen. Zuvor war der 96 Meter hohe Mittelturm eingestürzt, wie Fotos zeigten.

    Schon am späten Abend hatte die Pariser Feuerwehr mitgeteilt: Die Grundstruktur des Gebäudes konnte gerettet werden.

    L’analyse politique : Nos amis politologues pensent que la décision du président reflète l’influence politique croissante de l’industrie du bâtiment par rapport à celle du tourisme. Les jours et semaines à venir nous feront sans doute voir les conséquences de la riposte des cercles touristiques.

    #France #Paris #USA #terrorisme #tourisme #immobilier #wtf

  • Hunderte konspirative Wohnungen in Ost und West: Der Atlas der Stasi-Nester | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/konspirative-wohnungen-der-atlas-der-stasi-nester-32286446

    Es ist immer wieder interessant und bewegend festzustellen, wie sehr West- und Ostberlin von Untergrundaktivitäten aller Art durchdrungen waren. Nachbarn als Spione oder Denunzianten, Besatzungsarmeen und ihre Geheimdienste als wichtige Arbeitgeber, Landkartenfälscher, Propaganda- und Fake-News Produzenten, die Mauerstadt war ihr Schlaraffenland. In Berlin bespitzelte jeder jeden und alle anderen auch noch. Es war ein blühendes Geschäft. Berlin galt aus gutem Grund als Welthauptstadt der Spionage im kalten Krieg. Otto Normalverbraucher diente hier gleichzeitig als Vorwand, Opfer und Kulisse für die Untergrundaktivitäten der großen Politik.

    Nun wird also die DDR-Stasi, richtiger das Ministerium für Staatssicherheit oder MfS, mal wieder vorgeführt. Das MfS ist dafür prädestiniert, denn detaillierte öffentlich zugängliche Unterlagen über die Aktivitäten der West-Geheimdienste in Berlin gibt es auch 29 Jahre nach der Wiederherstellung der staatlichen Souveränität Deutschlands nicht. Kein Wunder, sind doch immer noch die selben West-Akteure und ihre von diesen Helden des kalten Kriegs ausgebildeten Nachfolger im Einsatz gegen alle echten und vermeintlichen Bedrohungen der zivilisierten Welt. Nur ihre Vorväter, die Nazi-Spione aus dem Prinz-Heinrich-Palais, sind inzwischen nicht mehr von dieser Welt.

    Die vorliegende Liste der Stasiobjekte ist eine Produktion dieser kalten Krieger und enthält mindestens eine Merkwürdigkeit, die nicht nur vom Untergang der Herren der Normannstraße sondern vor allem vom Siegesrausch ihrer westlichen Gegner zeugt.

    Aufgefallen ist uns die Adresse An Der Krummen Lanke 16 , die es nicht in Köpenick und auch nirgenwo sonst auf der Welt gibt und nie gab. Was ist passiert?

    Wie sie zustande kommt, ist zunächst rätselhaft. Richtig heißt sie An der Krummen Lake 16 . Die Krumme Lanke ist ein Waldsee im ehemaligen amerikanischen Sektor von Westberlin, die Krumme Lake hingegen ein Rinnsal in Müggelheim in der ehemaligen Hauptstadt der DDR. Es wurden zwei Gewässer verwechselt.

    Da ist wohl dem Bearbeiter der Straßenlisten ein Fehler unterlaufen. Es scheint nach 1989 passiert zu sein, nachdem der spätere Bundespräsident Gauck die wichtigsten MfS-Unterlagen an US-Geheimdienste übergeben hatte. Darauf deutet der Umstand hin, dass der Listen-Bearbeiter weder sprach- noch ortskundig war. Außerdem hat er so schlampig gearbeitet, dass er eher nicht in einer preußisch geprägten deutschen Behörde tätig war.

    Zunächst legen das große D in „Der“ und das n in „Lanke“ nahe, dass der Fehler vom Mitarbeiter eines US Geheimdienstes beim Abtippen eingefügt wurde. Dem Mann war mit Sicherheit die _Krumme La n ke_ bekannt, denn sein Arbeitsplatz im Berlin Document Center lag ganz in der Nähe des Westberliner Gewässers. Vielleicht ging er dort sogar am Wochendende mit seiner Familie schwimmen. Außerdem folgte er den englischen Regeln zur Groß- und Kleinschreibung und schrieb Der anstelle von der .
    https://en.wikipedia.org/wiki/Capitalization_in_English
    https://english.stackexchange.com/questions/14/which-words-in-a-title-should-be-capitalized

    Eine mögliche Quelle des Fehlers wäre auch eine in den USA programmierte OCR-Software, die bei der Umwandlung der eingescanten MfS-Unterlagen mit unvollständigen Wortlisten und unvollkommnenen Algorithmen jonglierte. Das würde jedoch nichts daran ändern, dass dieser Fehler ein Indiz für die Bearbeitung der Listen durch US-Geheimdienste darstellt.

    Weitere Änderungen wurden später von der Stasi-Gedenkstätte oder Stasi-Unterlagenbehörde gemacht, indem aus den Westberliner Adressen die Hausnummern gestrichen wurden.

    Auf jeden Fall hat sich in der Hohenschönhausener Gedenkstätte niemand die Mühe gemacht, die Listen auf Plausibilität zu überprüfen und offensichtliche Ungenauigkeiten zu korrigieren.

    Für den Berliner Kurier zählte anschließend das Sensationelle und Gruselige, so dass nichts gegen die kritiklose Übernahme der schlampig überarbeiteten Listen sprach.

    Und so konnten - vermutlich durch einen Webredakteur des Berliner Verlags - zum Abschluß die Charlottenburger Adressen in den Bezirk Tiergarten verlegt werden. Hauptsache die drop-down Listen für die Webausgabe der Zeitung sahen gut aus.

    Das alles ist kurios und wäre nicht weiter weltbewegend, wenn nicht sichtbar würde, wie jede Beschäftigung mit Dokumenten und Belegen diese verändert. Heute manipulieren nicht nur Menschen sondern zunehmend drücken Algorithmen den verarbeiteten Dokumenten ihren Stempel auf. Sie können ganze Fakten- und Zahlengebäude zum Einsturz bringen, wie wir beim Xerox-Kopierer-Skandal erlebt haben.

    07. Februar 2018 - Xerox-Software verändert eingescannte Zahlen
    https://www.heise.de/tp/features/Xerox-Software-veraendert-eingescannte-Zahlen-3961586.html

    Für die Fake-News-Produktion brauchen wir keine Stasi. Software und Pressestellen genügen.

    Berlin - Sie horchte und guckte 40 Jahre in der Hauptstadt. Wie ein gigantisches Spinnennetz breitete sich die Stasi über Berlin aus. An Hunderten von Orten postierte sie geheime Spitzelnester – nicht nur im Ost-, auch im Westteil der Stadt. Direkt in der Nachbarschaft. Es waren vor allem konspirative Wohnungen, die für IM-Treffen oder zur Observierung genutzt wurden. Das ganze Ausmaß zeigt jetzt erstmals die Stasi-Opfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen in einer Ausstellung.

    Die Schau „Stasi in Berlin – Überwachung und Repression in Ost und West“, die heute eröffnet (Eintritt frei): Mittelpunkt ist ein 170 Quadratmeter großes Luftbild von Berlin. Es dokumentiert, wo die Stasi im Ost- und Westteil der Stadt ihre geheimen Stützpunkte hatte.

    Über 4000 Leuchtdioden zeigen sie auf der Karte an, auf der die Besucher gehen können und über ein Tablet mittels Videos, Fotos und Zeitzeugen-Berichten erfahren, was an diesen Stasi-Orten geschah. Nur 300 dieser Orte waren Dienststellen in Betrieben oder Fuhrparks.

    Über 3300 Stasi-Stützpunkte allein in Ost-Berlin

    Der Großteil sind konspirative Wohnungen. „Drei Jahre lang brauchten wir, um mit Hilfe der Stasiunterlagenbehörde die erste komplette Übersicht darüber zu erstellen“, sagt Kurator Andreas Engwert. Davon gab es über 3300 in Ost-Berlin. „Vor allem in den 80er-Jahren nahmen sie zu, konzentrierten sich besonders in Prenzlauer Berg, Lichtenberg, Friedrichshain und Mitte, wo viele DDR-Bürgerrechtler aktiv waren oder es eine MfS-Dienststelle in der Nähe gab“, sagt Engwert. Viele Wohnungen häufen sich an recht prominenten Adressen: etwa an der Leipziger Straße, Fischerinsel, Am Tierpark, an der Schönhauser Allee.

    Die Karte zeigt die Stasi-Nester in Berlin. Die roten gab es seit 1945, wurden von den Sowjets übernommen, die gelben entstanden in den 50er Jahren, die grünen in den 80er-Jahren.

    Eine solche Wohnung befand sich auch in der Oderberger Straße 31 (Prenzlauer Berg, Tarnname „Turm“). In den Zimmern baute die Stasi Monitore auf, filmte mit Kameras nicht nur das Geschehen auf der nahen Westberliner Seite der Bernauer Straße. In der Oderberger Straße wohnte auch die DDR-Regisseurin und Bürgerrechtlerin Freya Klier, die von der Stasi observiert wurde. Das Ziel des MfS war es, mit seiner konspirativen Arbeit vor allem in den 80er-Jahren Oppositionsgruppen zu zersetzen, deren Mitglieder einzuschüchtern.

    Punk-Szene in der Mainzer Straße ausgespäht

    Mehrere geheime Stützpunkte gab es in der Mainzer Straße (Friedrichshain). Das Hauptaugenmerk richtete sich Ende der 80er Jahre auf die sich dort entwickelnde Punk-Szene.

    Größtenteils wurden die Wohnungen jedoch für Treffen mit IMs genutzt. Die Privaträume stellten entweder MfS-Mitarbeiter zur Verfügung oder wurden bei vertrauensvollen SED-Mitgliedern gegen einen Unkostenbeitrag von 30 DDR-Mark/Monat „angemietet“.

    Selbst ungewöhnliche Orte wurden gewählt. „Im Pergamonmuseum gab es sogar ein Zimmer, wo sich Stasi-Offiziere, vermutlich wegen der Nähe zum Grenzübergang Friedrichstraße, mit ihren West-Agenten trafen“, sagt Kurator Engwert.

    Listen mit West-Wohnungen vernichtet

    Auch in West-Berlin gab es konspirative Stasi-Wohnungen. „Die Adressen kennen wir nicht“, sagt Engwert. „Die Listen wurden kurz vor dem Ende des Stasi vernichtet.“ Erhalten geblieben ist aber eine Liste mit über 300 Stasi-Wohnungen im ehemaligen West-Berlin, in dem Stasi-Agenten oder West-Berliner, die als IM tätig waren, wohnten oder noch wohnen. Viele befanden sich in Charlottenburg, Neukölln, Kreuzberg.

    (Mitarbeit: Josephine Bährend)

    Stasi-Wohnungen Ost

    Prenzlauer Berg

    Alte Schönhauser Str. 6
    Angermünder str. 11
    Brunnenstr. 27
    Christinenstr. 6
    Egon-Schultz-Str. 25
    Fehrbelliner Str. 24, 56, 97
    Gaudystr. 11
    Granseer Str. 8
    Invalidenstr. 159
    Lottumstr. 26
    Max-Beer-Str. 33
    Mulakstr. 31, 32
    Schönhauser Allee 5
    Schwedter Str. 24
    Swinemünder Str. 125
    Veteranenstr. 24
    Wilhelm-Pieck-Str. 24, 26, 76, 87, 138, 153
    Weinbergweg 6
    Conrad-Blenkle-Str. 65
    Chodowieckistr. 20, 29, 40
    Christburger Str. 12, 17, 20, 22, 47
    Cotheniusstr. 7, 8
    D.-Bonhöffer-Str. 5
    Dieslerwegstr. 9e
    Dimitroffstr. 102, 104, 125, 134, 139, 140, 142, 144, 146, 166, 167, 199, 241
    Einsteinstr. 16A
    Gleimstraße 16
    Greifswalder Str. 9, 87, 153, 159
    Hans-Beimler-Str. 87
    Hanns-Eisler-Str. 16, 62
    Heinrich-Roller-Str. 26
    Hufelandstr. 1, 12, 21
    Husemannstr. 10
    Immanuel-Kirch-Str. 10, 2, 34
    John-Schehr-Str. 1, 63
    Jablonskistr. 37
    Käthe-Niederkirchner-Str. 2, 26, 36
    Kollwitzstr. 47
    Leninallee 127, 85
    Marienburger Str. 2, 6
    Michelangelostr. 97, 125
    Mühlhauser Str. 3
    Naugarder Str. 7, 17, 35
    Ostseestr. 85 – 105
    Pasteurstr. 17, 42
    Prenzlauer Allee 31, 63-77, 125, 178, 193, 198, 209A
    Rykestr. 2, 11, 32, 50
    Schneeglöckchenstr. 15, 26
    Storkower Str. 101, 114, 134, 158
    Winsstr. 7

    Pankow

    Allenberger Weg 19
    Am Iderfenngraben 50, 79
    Am Schlosspark 30
    Am Sandhaus 24-38
    Am Steinberg 47
    An der S-Bahn
    Berliner Str. 73, 83, 111
    Binzstr. 11
    Blankenburger Chaussee 73A
    Borkenstr. 10, 81
    Bruno-Apitz-Str. 7
    Dettelbacher Weg 19
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    Dolomitenstr. 87
    Elsa-Brändström-Str. 6
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    Heinrich-Mann-Straße 6, 10
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    Hobrechtsfelder Chaussee 96
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    Majakowskiring 16, 17, 19, 21, 32, 36, 51, 58
    Neue Schönholzer Straße 4, 5
    Pfeilstr. 19, 27, 28
    Pichelswerdaer Str. 5
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    Prenzlauer Promenade 82, 149, 152, 175
    Rolandstr. 104
    Romaln-Rolland-Str. 19, 35Stubnitzer Str. 22
    Rudelsburgstraße 18
    Rybniker Straße 20
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    Taulsteinweg 1, 2
    Thulestr. 49
    Tiniusstr. 60
    Tiroler Str. 68
    Trelleborger Str. 30
    Tschaikowskistraße 25, 27, 29
    Vinetastr. 65
    Waldstraße 5, 6
    W.´-Friedrich-Str. 63
    Wisbyer Str. 68
    Wolfgang-Heinz-Str. 51

    Mitte

    Ackerstr. 11, 17, 20, 150, 157
    Adalbertstr. 49, 50
    Albrechtstr. 15, 16
    Alexanderplatz 2
    Alexanderplatz Bahnhof
    Am Nussbaum 6
    Bhf. Friedrichstraße
    Behrenstr. 21, 22
    Bergstr. 1
    Bodestr. 1, 3
    Borsigstr. 23
    Brunnenstr. 44, 177
    Chausseestr. 1, 105, 123, 130, 131
    Clara-Zetkin-Str. 74-80, 85, 97, 103
    Dirksenstr. S-Bahnhof Alex
    Dirksenstr. 78
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    Friedrichstr. 61, 120, 122, 123, 124, 194-199
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    Habersaathstr. 1, 4, 44
    Hannoversche Str. 2, 6, 28, 29
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    Holzmarktstr. 69
    Invalidenstr. 24-26, 110, 152, 155
    Krausenstr. 38, 39, 67
    Leipziger Str. 5-7, 40, 54, 56, 58, 61, 62, 63, 65, 66
    Linienstr. 121
    Littenstr. 14, 15
    Marienstr. 12, 14, 18, 21, 26, 11
    Memhardstr. 2, 3, 6, 8
    Mittelstr. 29, 44, 50
    Modersohnstr. 58
    Mohrenstr. 36, 37
    Mollstr. 4
    Münzstr. 15
    Neue Schönhauser Str. 14, 15
    Neustädtische Kirchstr. 3, 15
    Oranienburger Str. 17
    Otto-Grotewohl-Str. 13 (heutige Wilhelmstr.)
    Otto-Nuschke-Str. 4, 6 (heutige Jägerstr.)
    Panoramastr. 1
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    Rungestr. 22-24
    Seydelstr. 32, 33
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    Lichtenberg

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    Friedenhorster Str.
    Glaschkestr. 2
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    Hauptstraße 8, 9-13
    Harnackstr. 16, 26, 28
    Harnackstr. (Baracke 1)
    Hausburgstr. 16, 24
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    Hirschbergerstr. 4
    Ho-Chi-Minh-Str. 1, 2
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    Massower Str. 13
    Mellenseestr. 40
    Münsterlandstraße 58
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    Rhinstr. 1, 4, 5, 9, 11, 75, 91, 105, 149, 159
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    Uhlandstraße

    Spandau

    Am Pichelssee
    Brunsbüttler Damm
    Falkenseer Chaussee
    Saatwinklerdamm

    https://www.stiftung-hsh.de/veranstaltungen/vorschau/stasi-in-berlin

    #DDR #Berlin #Geschichte #Straßennamen #Stasi #Spionage #Mauer #Geheimdienste #Kartografie

  • Finnischer Nazi: Der SS-Wirt von Prenzlauer Berg | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/waffen--helm--hakenkreuz-der-ss-wirt-von-prenzlauer-berg-32267708

    Ungenauigkeiten und Geschichtsklitterung überall. Der Kneipenwirt Pekka Kääriäinen (der Einfachheit halber PK genannt) und sein Verein Veljesapu-Perinneyhdistysry (Abkürzung VP, nicht zu verwechseln mit der Volkspolizei, die es nicht mehr gibt.) finden Nazisein schick, weil das antikommunistisch ist, und die Kommunisten, besonders die aus Russland, irgendwie gegen die Finnen waren, und der Berlinspezialist vom Berliner Kurier macht aus der finnischen Nazikneipe in der Göhrener Straße eine „Kneipe am Helmholtzplatz“.

    Vielleicht ist das gut gemeint, damit keiner das Naziloch findet und da Geld ausgibt. Das wars dann aber mit dem Antifaschismus von Hauptstatdtzeitung Nummer 5, und der ist dann auch noch genauso ungefähr wie die Ortsangabe zur Kneipe.

    Nazis raus? Aber nein, wir sind doch keine Ausländerfeinde. Passt irgendwie zu Berlin, der antikommunistischsten Hauptstadt westlich von Warschau.

    24.03.19 - Berlin - Er betreibt eine Kneipe am Helmholtzplatz und war bis vor Kurzem Chef eines SS-Traditionsvereins. Ist Pekka Kääriäinen ein Nazi-Fan?

    So ein Fall im vornehmen Prenzlauer Berg! Hunderte Protest-Flyer wurden in der Nachbarschaft verteilt, es gab am Freitag eine Info-Veranstaltung für Anwohner.

    Dem finnischen Verein „Veljesapu-Perinneyhdistysry“ (Bruderhilfe) wird vorgeworfen, die SS zu verharmlosen. Er erinnert an 1400 Finnen, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Nazis kämpften.

    Letzteres bestätigt Pekka Kääriäinen sogar selbst dem KURIER. Der Finne betreibt die schicke Brauereikneipe „Bryggeri Helsinki“ in der Göhrener Straße, direkt am Helmi. Und war bis vor wenigen Tagen erster Vorsitzende des Vereins. Er musste zurücktreten, weil der Sturm der Entrüstung über ihn hereingebrochen war.

    Runen und SS-Zeichen

    Auf der Homepage des finnischen Vereins fand das „Bündnis gegen Rechts“ Runen und SS-Zeichen, die inzwischen gelöscht wurden. Die Menüpunkte auf der Seite sind immer noch kleine Eiserne Kreuze.

    Auf Fotos im Netz zeigt sich Kääriäinen mit Waffen, veröffentlicht selbst Bilder von einem Flugzeug mit Hakenkreuz. Außerdem existieren Aufnahmen, auf denen der Wirt einen SS-Helm in der Hand hat. Die Fotos sind noch im Netz verfügbar. „Das ist der Helm von meinem Vater, auch er war in der SS“, sagt der 62-jährige Wirt.

    In der Kneipe ist nichts von irgendwelchen Nazi-Symbolen zu sehen. Alles macht einen gutbürgerlichen und bierseligen Eindruck. Am heutigen Sonntag gibt es Pancakes. Einer der Vorpächter ist der Schauspieler Daniel Brühl (40).

    So eine bürgerliche Doppelstruktur gibt es unter Rechten häufiger. David Kiefer vom „Bündnis gegen Rechts sagt: „Auch wenn in der Kneipe selbst nichts auf eine Verherrlichung des Nationalsozialismus hinweist, ist es für uns in keiner Form hinnehmbar, dass jemand, der in einem SS-Traditionsverein ist, ein Geschäft in Berlin betreibt.“

    Pekka Kääriäinen entschuldigt sich: „Die Runen und SS-Zeichen auf der Homepage tun mir leid. Ich bin kein Nazi und kein Nazi-Sympathisant. Das ist ein Veteranen-Verein.“ Das Hakenkreuz auf dem Flugzeug sei ein finnisches. Zu den Fotos mit den Waffen sagte er: „Ich bin Jäger, hobbymäßig.“

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Göhrener_Straße #Gaststaätte #Nazis #Finnland

  • Berliner Rechtsanwalt Kay Reese zieht vor Gericht: Sind diese Radarfallen nur Bluff-Blitzer? | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/anwalt-kay-reese-zieht-vor-gericht-sind-diese-radarfallen-nur-bluff-

    Berlin - Noch fix über die Ampel düsen, obwohl die soeben auf Rot geschaltet hat? Oder schneller durch die Stadt fahren als erlaubt? Wer bei diesen Vergehen geblitzt wird, wird zur Kasse gebeten oder muss sogar seinen Führerschein abgeben. Allerdings nicht bei jedem Blitzer. Denn einige Berliner Starenkästen sind offenbar nicht legal.

    Vergangenen Dienstag zog der Berliner Rechtsanwalt Kay Reese vor Gericht, weil einer seiner Mandanten am Tiergartentunnel geblitzt worden war. In der Verhandlung kam dann heraus, dass „ein Mitarbeiter des Eichamtes der Polizei Berlin untersagt hat, diesen Blitzer zu verwenden“, so Anwalt Reese zum KURIER.

    Der prominente Berliner Strafverteidiger Kay Reese zog am vergangenen Dienstag vor Gericht, weil einer seiner Mandanten am Tiergartentunnel geblitzt worden war. 

    Denn bei einem Blitzer müsste nach dessen Aufstellung anhand einer „sogenannten Konformitätserklärung sichergestellt werden, dass das Gerät nach den Vorgaben des Herstellers in einer bestimmten Art und Weise aufgestellt“ worden sei. Das ist bei dem fraglichen Blitzer am Reichpietschufer an der Einfahrt zum Tiergartentunnel „nicht der Fall gewesen“, so der Strafverteidiger weiter.

    Daher wurde das Verfahren gegen seinen Mandanten, einen Amazon-Fahrer, eingestellt. Keine Strafe, keine Punkte, kein Führerscheinentzug. Es ist nicht der einzige Blitzer, der nach Ansicht des Rechtsanwalts derzeit illegal ist. So fehlt auch bei einem weiteren Blitzer am Reichpietschufer, nur wenige Meter weiter, ebenfalls besagte Konformitätserklärung. Auch dieser Blitzer, so Reese, sei „rechtlich angreifbar“.

    Bei einem weiteren Blitzer am 17. Juni seien in der Vergangenheit ebenfalls mehrere Verfahren eingestellt worden, weil das Gerät zeitweise falsch aufgestellt gewesen sei. Zwar, so schränkt der Jurist ein, würden sich einige Richter nicht um die „fehlende Konformitätserklärung scheren“. Allerdings würden „acht von zehn Richtern“ Verfahren in Zusammenhang mit den Blitzern vom Reichpietschufer derzeit einstellen.

    Auch ein weiterer Blitzer zum Tiergartentunnel darf laut Eichamt ebenfalls derzeit nicht benutzt werden. 

    In jedem Fall, betonte Reese, rate er „dringend vom Begehen von Straftaten ab“. Trotzdem könne man „als Bürger verlangen, dass sich der Staat an seine Regeln hält“. Denn niemand wolle „zu Unrecht bestraft werden, weil ein Blitzer falsch eingestellt ist“.

    #Berlin #Verkehr #Recht #Blitzer

  • Berliner Taxigewerbe: Die Fahrtdienst-Konkurrenten Taxi und Uber | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/berliner-taxis-der-uberlebens-kampf-31902294

    Warum nur haben die Uber-Betriebe Probleme Fahrer zu finden? Unser netter Kollege Volkan Caliskan bekommt dort einen monatlichen Bruttolohn von etwa € 1800,00 bei einer 40-Stunden-Woche. Das schafft kein Taxifahrer mit jahrzehntelanger Erfahrung. Rechnen wir mal nach.

    Caliskan kann nur für Rocvin sprechen.
    ...
    Caliskan, der im Monat 1800 Euro netto bei einer 40-Stunden-Woche verdient kann die Bedenken der Taxifahrer gegenüber Uber kaum nachvollziehen. „Wir sind ein normaler Anbieter. In anderen Branchen funktioniert es doch auch, dass es Konkurrenz gibt.“

    Super, der Kollege verdient monatlich ca. € 2780,00 oder € 33.360,00 brutto bei Steuerklasse 1.

    Eine 40-Stunden-Woche bedeutet, dass Volkan an 5 Tagen der 8 Stunden arbeitet, natürlich nicht in jeder Woche des Jahres. Er hat als Angestellter Anspruch auf einen Jahresurlaub von mindestens 24 Tagen und er bleibt an Sonn- und Feiertagen zu Hause bei seiner Familie. Manchmal ist er auch krank. Berliner sind im Durchschnitt an 9 Tagen im Jahr krank. Wir behaupten nur für unsere Berechnung, dass Volkan seltener krank ist, nämlich nur 6 Tage im Jahr. Wenn er an Feiertagen arbeitet, dann hat er an entsprechend vielen anderen Tagen frei und erhält einen Lohnzuschlag für die ungewöhnliche Arbeitszeit. Im Ergebnis fährt Volkan an 222 Tagen je 8 Stunden für Rocvin und Uber. Das sind 1776 Stunden im Jahr. Sein effektiver Stundenlohn beträgt also € 18,78.

    Jetzt wollen wir herausfinden, ob Volkan die Wahrheit über seinen Stundenlohn gesagt hat. Die Betriebskosten für einen Mietwagen unterscheiden sich kaum von denen eines Taxis. Wir wissen, dass ein Taxifahrer zur Zeit etwa € 21 Umsatz pro Stunde schaffen muss, damit sein Chef ihm im Januar 2019 den Mindestlohn von € 9,19 zahlen kann, ohne draufzuzahlen.

    Volkan macht nach dieser Rechnung etwa € 43 Umsatz pro Stunde. Das ist unrealistisch, denn Uber-Fahrer verdienen eher schlechter als Taxifahrer, denn sie sind schlechter qualifiziert und alle Taxifajrer würden schon lange für Uber arbeiten, wenn bei Uber mehr zu holen wäre als mit dem Taxi.

    Die Grafik bringt es an den Tag, oder eben nicht. Wo sind die Mietwagen aus dem Umland, die zu tausenden Berliner Straßen unsicher machen?

    #Berlin #Taxi #Uber #Lohn

  • Shuttle-Service der BVG: Immer mehr Berliner fahren auf den Berlkönig ab | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/wer-faehrt-so-spaet-des-nachts-ums-eck--berlkoenig--der-neue-taxi-sc

    15.12.18 - Erst waren es 50, jetzt sind es 90. Die Berlkönige der BVG bringen Fahrgäste von A nach B.

    Der billige „Berlkönig“ lässt Berlins Taxifahrer zittern. Den Fahrservice der BVG empfinden sie als „massiven Eingriff“, er klaut ihnen Kunden. Denn eine Fahrt kostet nur knapp die Hälfte einer Taxi-Tour. Die Berlkönig-Flotte ist seit dem Start im September auf 90 Autos gewachsen. Und sie soll noch größer werden.
    Für Taxifahrer ist Berlkönig ein Reizwort

    Die Berliner scheinen diesen König zu mögen: Per Handy-App kann man sich die schwarzen Mercedes-Vans und Limousinen bestellen. Anders als beim Taxi macht der Fahrgast mit dem Fahrer einen Treffpunkt aus. Der Gast wird nicht direkt vor der Tür abgeliefert.
    Aber dafür bieten die Busse Platz, die Ledersessel sind bequem. Route und Fahrpreis stehen vorher fest. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte. Kein Nachdenken über Trinkgeld, keine getrickste Route.

    Der Fahrdienst Uber sei schlimmer als Berlkönig, so Fahrer Hasan Yilmaz. „Inzwischen gibt einfach zu viele Autos auf der Straße.

    Der Berlkönig ist ein Sparkönig. Eine Beispiel: Eine Strecke vom Mehringdamm in Kreuzberg zur Kreuzung Schönhauser Allee/Bornholmer Straße kostet mit dem Taxi etwa 20 Euro. Berlkönig bietet die Route für 9,03 Euro. Das freut die Gäste: Seit dem Start am 7. September wurden 100.000 Fahrten absolviert. 90.000 Mal wurde die Handy-App runtergeladen. Die BVG startete im September mit 50 Fahrzeugen, inzwischen sind es 90 Autos. 300 Wagen sind geplant.

    Für die Taxifahrer, die am Checkpoint Charlie stehen, ist Berlkönig ein Reizwort. „Das Abend- und Nachtgeschäft ist deutlich zurückgegangen. Car-Sharing, Uber, jetzt die BVG-Busse. Hier macht jeder, was er will, ohne Rücksicht auf uns“, schimpft Fahrer Mehdi Badi.

    Nach KURIER-Informationen benötigen die Berlkönig-Fahrer nur einen kleinen P-Schein ohne Ortskenntnis. Wer Taxi fahren möchte, braucht aber den großen mit Ortskenntnis. Auch soll die BVG äußerst aktiv um Fahrer geworben haben, weil sie inzwischen einfach zu wenig für den Berlkönig hat.

    BVG-Sprecher: „Das Projekt steht nicht Konkurrenz zum Taxigewerbe“
    Leszek Nadolski von der Innung des Berliner Taxi-Gewerbes spricht von einem „massiven Eingriff in die Personenbeförderung“. Er sagt: „Es war ausgemacht, dass die Berlkönige in den Außenbezirken zum Einsatz kommen, nicht in der Innenstadt, wo sie uns die Kunden wegschnappen.“ Die Zahl der Fahrer, die für immer weniger Geld fahren, steige.

    „Die Konkurrenz wird immer größer. Gerade abends bleiben nun die Fahgäste weg“, sagt Taxifahrer Mehdi Badi (59).

    BVG-Sprecher Markus Falkner: „Das Projekt steht nicht in Konkurrenz zum Taxigewerbe, spricht eine andere Nutzergruppe an und ist eine Ergänzung zum ÖPNV.“ Der Fahrgast teile sich den Bus mit anderen, müsse leichte Umwege in Kauf nehmen. Das Einsatzgebiet des Berlkönigs ist beschränkt (östlicher S-Bahn-Ring.) „Der Tarif wurde mit dem Senat abgestimmt, vom VBB als Haustarif der BVG genehmigt.“

    #Berlin #Taxi #disruption #Berlkönig

  • Kevin Kühnert : Der Sterbehelfer der SPD | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/news/politik---wirtschaft/spreng--stoff/kevin-kuehnert-der-sterbehelfer-der-spd-31561948?originalReferrer=


    C’est marrant d’observer comment un jeune carrieriste est accusé d’être le croque-mort du parti social-démocrate. C’est comme si les chefs de cette organisation politique ne s’étaient pas tournés contre leurs supporteurs les plus fidèles il y a déjà vingt ans.

    Er ist 29 Jahre alt, ein begabter Redner, Chef der Jungsozialisten. Er hat drei Studiengänge ausprobiert, aber keinen zum Abschluss gebracht, von einem Beruf ist nichts bekannt, er arbeitet für eine Berliner Abgeordnete. Das ist Kevin Kühnert, der Mann, der die SPD täglich vor sich her treibt, beinahe die Große Koalition verhindert hätte und unverdrossen dafür kämpft, sie zu beenden. Er sitzt seiner angeschlagenen Vorsitzenden Andrea Nahles im Nacken. Kühnert hat inzwischen bundesweite Medienpopularität erlangt. Er ist der große und einzige Gewinner der SPD-Krise. Sollte er im Lauf des nächsten Jahres Erfolg haben, die SPD in die Opposition zu führen, könnte er zum Sterbehelfer seiner Partei werden. Der Ausstieg der SPD aus der Großen Koalition wäre Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    #Allemagne #SPD #politique #wtf

  • Obdachlosenhilfe: Der Gabenzaun von Schöneweide | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/obdachlosenhilfe-der-gabenzaun--von-schoeneweide-31539412


    Ein paar Tage später war dann schon wieder Schluß mit der Guten Sache. Irgenwer hatte die Sachen abgerisssen, den Gabenzaun zerstört.

    05.11.18 - Florian Thalmann
    Schöneweide - Manchmal passiert es, dass Ideen zuerst etwas banal erscheinen – doch schon nach kurzer Zeit stellt sich plötzlich heraus, dass sie absolut wichtig und notwendig sind. Ines Achtert aus Köpenick erlebte einen solchen Moment erst Ende der Woche. Sie kam am Bahnhof Schöneweide an und ging zu dem Bauzaun, an dem sie Tage zuvor Schals und Handschuhe mit Klammern befestigt hatte – und staunte. „Von den Schals waren nur noch wenige da, die Handschuhe waren weg“, sagt sie, und in ihrer Stimme hört man Zufriedenheit. „Da merkte ich: Mein Projekt wird angenommen.“
    „Sie sind nicht die Obdachlosen, zu denen Passanten den Kontakt suchen“

    Ihr Projekt heißt „Gabenzaun“ und die Idee stammt ursprünglich aus Hamburg. Dort steht am Hauptbahnhof ein Zaun, an dem Menschen Dinge befestigen, die sie selbst nicht mehr brauchen, die anderen aber helfen können. Obdachlose können sich dort kostenlose Kleidung abholen, die andere am Zaun angebracht haben.

    Ines Achtert hat diese Idee nach Berlin geholt – der Anreiz kam durch den Brandanschlag, der sich am S-Bahnhof Schöneweide Ende Juli ereignete. Ein Täter hatte dort Obdachlose mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet, die Tat hatte für Entsetzen gesorgt. „In der Stadt wird zwar viel für Obdachlose getan, aber im Osten gibt es weniger solche Initiativen“, sagt Achtert. „Es gibt eine Gruppe, die schon lange nach einem Platz für einen solchen Zaun sucht – ich habe es aber nun einfach gemacht.“
    Strümpfe, die an einem Zaun hängen.

    Ihr „Gabenzaun“ ist ein Bauzaun, an dem sie ein selbst gemaltes Schild befestigte. Achtert kennt die Obdachlosen, die ringsherum leben. „Ich komme oft hier vorbei, unterhalte mich mit ihnen“, sagt sie. „Viele haben Suchtprobleme, trinken, sind aggressiv und am Boden. Sie sind nicht die Obdachlosen, zu denen Passanten den Kontakt suchen. Deshalb wollte ich denen, die helfen wollen, sich aber nicht trauen, die Jungs anzusprechen, eine Möglichkeit bieten.“ Das Feuer-Attentat habe den Platz düsterer gemacht. Achtert will dafür sorgen, dass hier wieder Menschlichkeit zu spüren ist.

    Mit dem „Hackenporsche“ zur Kleiderkammer

    Dabei hat die Köpenickerin selbst harte Zeiten hinter sich. Die gelernte Kauffrau in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft bekommt seit ein paar Jahren aus gesundheitlichen Gründen eine EU-Rente, die sehr knapp ist. „Ich weiß, wie es ist, wenn man unverschuldet in Not gerät und am Existenzminimum lebt“, sagt sie. „Vielleicht habe ich deshalb mehr Verständnis für Menschen in Notsituationen.“

    Ein Plakat, auf dem „Schöneweider Gabenzaun“ steht.

    Der „Gabenzaun“ ist ein Bauzaun, an dem Ines Achert ein selbst gemaltes Schild befestigte. Sie kennt die Obdachlosen, die ringsherum leben. Sie seien nicht die Obdachlosen, zu denen Passanten den Kontakt suchen, sagt Achert. „Deshalb wollte ich denen, die helfen wollen, sich aber nicht trauen, die Jungs anzusprechen, eine Möglichkeit bieten.“

    Täglich schnappt sich Achtert ihren Rollkoffer, „Hackenporsche“ nennt sie ihn liebevoll. Sie fährt zu einer Kleiderkammer, wo sie für 50 Cent gebrauchte Kleidung bekommt, oder holt Spenden bei Privatpersonen ab. „Ich sortiere die Dinge aus und bringe sie dann zum Zaun.“ Sie verkaufte sogar ein Kleid für fünf Euro im Internet, um dafür zehn andere Kleidungsstücke zu kaufen. „Allein kann ich es aber nicht stemmen. Ich hoffe, dass sich noch andere bereit erklären, etwas zum Gabenzaun beizutragen und das Projekt zu unterstützen“, sagt sie.
    Auf jeden Kritiker kommen zehn begeisterte Berliner

    In den sozialen Netzwerken fallen die Reaktionen auf die Idee gemischt aus. Es sei nur ein Bauzaun, der verschwindet. Ob sie eine Genehmigung habe, fragte ein Nutzer. Eine kritisierte, der Zaun sehe „müllig“ aus. Unterkriegen lassen will sich die 50-Jährige nicht – außerdem kommen auf jeden Kritiker zehn begeisterte Berliner.

    „Ich finde es wichtig, die Dinge in die Hand zu nehmen. Und Bedenkenträger gibt es immer.“ Sie könne sich nicht damit abfinden, dass vor unser aller Augen Menschen erfrieren. „Jeder Obdachlose war auch mal ein Junge mit einer Zuckertüte, jede ,Pennerin‘ mal ein Mädchen, das mit Puppen spielte – und sie alle haben sich ihr Leben sicher anders vorgestellt und gewünscht.“

    Infos gibt es auf der Seite „Schöneweider Gabenzaun“ auf Facebook.

    #Berlin #Schöneweide #Michael-Brückner-Straße #S-Bahnhof_Oberschöneweide #Obdachlosigkeit

  • Kreuzberg 1981

    Hier irrt die Berliner Zeitung: Diese Polizisten machen Spelukanten den Weg frei und zwar am Fraenkelufer in Kreuzberg. Die Zeitung beschert uns in der Bildbeschreibung eine neue Straße namens Franklinufer. Wer nachschaut findet die Franklinstraße in Charlottenburg, aber auf das Franklinufer müssen wir immer noch warten.
    Fazit: Dem Volontär war mal wieder nichts zu schwer, aber hier hat er sich dann doch verhoben an der anspruchsvollen Aufgabe, Bildunterzeilen abzuschreiben.

    #Berlin #Kreuzberg #Fraenkelufer #1981 #Hausbesetzung #Instandbesetzung #Fotografie

  • Kreuzberg 1978

    Die Wohnhäuser des dreieckigen Blocks zwischen Kottbusser Straße, Kottbusser Tor, Reichenberger Straße, Mariannenstraße und Paul-Linke-Ufer/Kottbusser Brücke sind abgerissen. Man sieht die Kellerwände der westlichen Häuserzeile der Mariannenstraße. Bald werden hier geförderte Sozialwohnungen und ein grüner Innenhof entstehen.

    https://www.openstreetmap.org/node/1246211616

    Quelle : https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/ost-oder-west---haetten-sie--es-gewusst----berlins-grosses-memory-qu

    #Berlin #Kreuzberg #Kottbusser_Straße #Kottbusser Tor #Reichenberger Straße #Mariannenstraße #Paul-Linke-Ufer #Kottbusser_Brücke #Stadtentwicklung #Sanierung #1978