Berlin - Nachrichten und Berichte aus der Hauptstadt Berlin und Brandenburg

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  • Ex-Polizist soll 320.000 Euro mit erfundenen Mietwohnungen erbeutet haben
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/ex-polizist-soll-320000-euro-mit-erfundenen-mietwohnungen-erbeutet-h

    Faites confiance à votre police !

    4.8.2026 von Tanja Tal - Er arbeitete bei der Berliner Polizei gegen Betrüger. Jetzt sitzt der 37-Jährige selbst auf der Anklagebank – Wohnungssuchende sollen seine Opfer gewesen sein.

    Als Kommissar ermittelte er gegen Betrüger. Bis er selbst Wohnungssuchende mit kriminellen Tricks abzockte.
    Polizist bekämpfte früher Betrugskriminalität

    Rund 320.000 Euro soll Ex-Polizist Inanc K. (37) mit Fake-Angeboten auf dem Mietmarkt und Daten-Klau ergaunert haben. Drei Anklagen liegen gegen den Mann vor, der einst bei der Berliner Polizei in einer Abteilung zur Bekämpfung von Betrugskriminalität arbeitete.

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    Staatsanwaltschaft: „Er schuf ein Betrugssystem“

    Er flog im Juni 2022 aus dem Dienst. Hintergrund waren wohl Ermittlungen in Köln wegen Rezeptfälschung und Verstoß gegen das Antidopinggesetz. Das damalige Verfahren wurde eingestellt. Nun geht es vor dem Landgericht um Taten zwischen September 2021 und September 2024.

    Die Staatsanwältin: „Er schuf ein Betrugssystem.“ Und: „Das erlangte Geld verwendete er für sein aufwendiges Leben.“ Von teuren Partys war am Rande des Prozesses die Rede.
    Angeklagte gibt sich als Mitarbeiter der Hausverwaltung aus

    Seine Masche: Erst soll er Mietwohnungen im Internet angeboten haben, die gar nicht existierten. Die Anklägerin: „Wegen der bestehenden Wohnungsnot in der Stadt meldeten sich viele Menschen.“

    Er schuf ein Betrugssystem.

    Staatsanwältin

    Er gab sich laut Anklage als Mitarbeiter von Hausverwaltungen aus, die es ebenfalls nicht gab. Per E-Mail seien die Interessenten dann zur Abgabe einer Selbstauskunft aufgefordert worden.
    Drei Säulen laut Anklage

    Dutzende Suchende tappten in die Falle. Sensible Daten habe K. raffiniert genutzt. Die Staatsanwältin geht von „drei Säulen“ aus, über die K. agiert habe.

    Erste Abzock-Variante: Bankkonten mit geklauten Daten eröffnen und dann bis zur Dispogrenze plündern. Um an Zugangsdaten und Bankkarten zu kommen, soll K. Nachsendeaufträge eingerichtet und Bankbriefe an verwaiste Briefkästen geleitet haben.
    K. will umfassend aussagen

    Zweite „Säule“: Diebstahlsversicherungen unter fremden Namen abgeschlossen und teure Dinge als gestohlen gemeldet. Mehr als 200.000 Euro sollen so in die Taschen des Ex-Beamten geflossen sein.

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    Und dritte Variante: Unter falscher Identität bei Arbeitgebern angerufen und Gehälter von Betrugsopfern umgeleitet – „das Gehalts-Auszahlkonto hat sich geändert“. Am 13. August will K. umfassend aussagen – und gestehen.

  • Schock im Maison de France : Wütender Besucher löst fast ein Inferno aus
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/angriff-auf-buecher-im-maison-de-france-li.10151051

    Il n’est pas d’accord avec ce qu’il lit dans livre, il met le feu à la bibliothèque française de Berlin. Les dégats ne sont pas importants mais l’événement rappelle quand même l’attentat dcontre la Maison de France de 1983.

    30.6.2026 von Tanja Tal - Im Maison de France löste ein 35-Jähriger ein schweres Feuer aus. Mit Benzin attackierte er eine Bibliothek. Ein mutiger Besucher verhinderte eine Katastrophe.

    Schrecksekunden im Kulturzentrum Maison de France: Statt in der Bibliothek zu lesen, ging ein Besucher wütend mit Benzin gegen Bücher vor.

    Besucher verhindert mit einem Feuerlöscher Schlimmeres

    Was trieb Abdoul R. (35), den Feuerteufel, an? Neun Monate später begann der Prozess gegen einen Mann, der beinahe einen Großbrand verursacht hätte. Der Ankläger: „Bücher und Holzregale – alles hätte wie Zunder brennen können. Zum Glück hat ein Besucher geistesgegenwärtig zum Feuerlöscher gegriffen, die Flammen gelöscht.“

    Angeklagter liebt das Lesen und die Kultur

    R. kleinlaut vor der Richterin. Ein Oberleitungsmonteur aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt). Er war am 20. September 2025 als Besucher in Berlin: „Ich wollte Urlaub machen.“ Mit viel Kultur. „Ich bin ein Mensch, der gerne liest und Bücher liebt.“

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    Der Gesamtschaden im Maison de France wird mit 6530 Euro angegeben.imago/Jürgen Ritter

    Es zog ihn in die Abteilung Geschichte. R.: „Ich las in drei Büchern.“ Ein spezielles Thema interessierte den Mann, der aus Burkina Faso (Westafrika) stammt: „Ich habe über Sklavenzeit gelesen und was mit den Menschen passiert ist.“
    Geschichte wühlt den Angeklagten auf

    Es habe ihn wütend gemacht: „Ich fand, die Geschichte war in den Büchern schlecht oder sogar falsch erzählt.“ Das habe ihm keine Ruhe gelassen: „Am nächsten Tag bin ich wieder hin, wollte etwas machen.“

    Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen. Abdoul R., Angeklagter

    Die Richterin: „Es sollen etwa 25 Besucher in der Bibliothek gewesen sein. Haben Sie daran gedacht, dass Leute in Gefahr waren?“ Abdoul R. nickte: „Ich wollte den Menschen nichts tun und sagte noch, dass sie besser rausgehen sollten.“
    Sachschaden beläuft sich auf 6530 Euro

    Er hatte Benzin gekauft und außerdem Bremsenreiniger in der Tasche. Die Anklage: „Er verschüttete die Mittel über Bücher in zwei Regalen, zündete dann mit dem Feuerzeug an.“ An drei Stellen brannte es.

    Eine Mitarbeiterin der Bibliothek im Institut français am Kurfürstendamm: „200 Bücher haben wir verloren.“ Zerstört durch Flammen oder durch Löschwasser. Sachschaden insgesamt: 6.530 Euro.
    Polizei fasst den Täter vor Ort

    Die Polizei fasste R. noch vor Ort. Mit schwerem Gepäck durfte er zurück nach Weißenfels reisen: Anzeige wegen versuchter schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung.

    Das Kulturzentrum Maison de France war im April 1950 als deutsch-französische Begegnungsstätte eröffnet worden. Die Richterin zum Angeklagten: „Alle, die im Haus waren, hatten unfassbares Glück! So ein Feuer kann sich rasant ausbreiten.“
    Täter will für seine Tat geradestehen

    Planvoll sei R. vorgegangen. Auch der Verteidiger: „Wenn man Bücher nicht lesen möchte, dann muss man es nicht tun. Aber andere davon abzuhalten, das geht nicht.“ R. einsichtig: „Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen.“ Urteil: Ein Jahr Haft auf Bewährung.

    Bombenanschlag 1983
    https://de.wikipedia.org/wiki/Maison_de_France

    Am 25. August 1983 wurde ein Bombenanschlag auf das Haus verübt, bei dem der Radsportler Michael Haritz starb, der gerade mit seiner Friedensgruppe „Fasten für das Leben“ im französischen Generalkonsulat eine Petition übergeben wollte. Weitere 23 Personen wurden verletzt. Die Bombe wurde von dem Libanesen Mustafa Ahmed el-Sibai gelegt, der im Auftrag der armenischen Terrorgruppe „Asala“ handelte.[12] Geplant wurde der Anschlag von dem Attentäter Johannes Weinrich, der dafür im Jahr 2000 in Berlin zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde.[13] Weinrich galt als die rechte Hand des Terroristen Carlos, der mit dem Attentat auch seine Freundin Magdalena Kopp freipressen wollte.[14] Wie sich später herausstellte, wurde das Attentat mit Unterstützung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) durchgeführt. Der ehemalige Oberstleutnant des MfS Helmut Voigt wurde hierfür 1994 in einem Prozess vor dem Landgericht Berlin[15] zu vier Jahren Freiheitsstrafe wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #fait_divers #bibliothèque #culture #incendie

  • Feuerdrama in Berliner Klinik: Patientin verbrennt im Krankenhaus-Bett
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/tragoedie-in-berlin-klinik-patientin-stirbt-in-brennendem-bett-li.10

    Diesmal im Behring : Ich mach dich Krankenhaus, da siehst du scheiße aus ...
    Patientien Schwarzwâlder Art ist keine neue Foltertechnik, kommt immer wieder mal vor, nur hört man selten davon. Beliebt sind auch schön heiß eingestellte Heizunterlagen im OP und andesre „Unachtsamkeiten“. Harnkatheter reinrammen und rausreißen ist auch so ein Sport, nordische Kombi, Zielschießen für Paramediziner sozusagen. Sind ja nur Patienten und Spaß muß sein mein Freund, nicht wahr ?

    https://www.youtube.com/watch?v=dw87rZKZF9M


    Jazzkantine - Krankenhaus

    4.4.2026 von Stefan Doerr - Die 64-Jährige wurde von Die 64-Jährige wurde von einem Pfleger im brennenden Bett entdeckt.

    Dramatische Szenen in der Nacht zu Samstag in Berlin-Zehlendorf: In einem Krankenhaus an der Walterhöferstraße ist eine Patientin nach einem Brand ums Leben gekommen.

    Pfleger entdeckte die Frau im brennenden Bett

    Gegen 23.15 Uhr entdeckte ein Pfleger das Feuer in der dritten Etage und fand die 64‑jährige Frau in einem brennenden Krankenhausbett.

    Nach bisherigen Erkenntnissen reagierte der Pfleger sofort, begann umgehend mit Löschmaßnahmen und alarmierte die Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte eintrafen, war das Feuer bereits erstickt. Für die 64-Jährige Patientin jedoch kam jede Hilfe zu spät: Sie wurde mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen auf die Intensivstation des Krankenhauses verlegt und verstarb dort schon wenig später.

    Wie es zu dem tödlichen Brand im Patientenzimmer kommen konnte, ist völlig unklar. Die Ermittlungen laufen, ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat den Fall übernommen. Auch Stunden nach dem schrecklichen Unglück lagen der Polizei bis zum Samstag Nachmittag noch keine neuen Erkenntnisse vor.

    War ein technischer Defekt Auslöser des Brandes?

    „Es wird noch ermittelt, was den Brand ausgelöst hat. Denkbar wäre auch, dass ein technischer Defekt die Ursache gewesen sein könnte oder auch ein Handhabungsfehler durch die Patientin“, so ein Polizeisprecher zum KURIER. Eines scheint jedoch sicher: „Es gibt jedoch keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.“

    Welche unglückliche Verkettung von Umständen zu dem Feuer-Drama geführt hat, ist also ungewiss. Doch in einem Krankenhaus, einem Ort der Sicherheit, wurde die Nacht für eine Patientin zur tödlichen Falle.

    https://www.youtube.com/watch?v=s53SkS2YUTk

    #Mecizin #Krankenhaus #Iatrokratie #Folter

  • Berliner Theater-Chef Holger Klotzbach gestorben
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/berliner-theater-chef-holger-klotzbach-gestorben-li.10015739

    Nicht erwähnt in der Berichterstattung wird seine Rolle als Mitglied Nummer 4 der Drei Tornados in der Zeit ihres größten Erfolgs. Nach Jahren der Existenz als Studenten-, Protest- und Bewegungskabarett füllten sie große Säle. Das ermöglichte es Holger Klotzbach 1990 den Kino-Konzertsaal „Quartier Latin“ in der Potsdamer Straße als „Quartier“ zu übernehmen . Das war kein Erfolg aber mit der „Bar jeder Vernunft“ und dem „Tipi am“ wurde aus dem Kabarettisten endgültig der Theaterunternhemer Klotzbach.

    https://www.youtube.com/watch?v=TCXQxkihsa8

    Die drei Tornados live 1985, ab 15:50 Das Adolf-Eichmann-Lied des Polizeichor Berlin

    Auch beim „Konzert für Berlin“ am 12. November 1989 waren Die 3 Tornados dabei. Es war ihr letzter gemeinsamer Auftritt.
    https://seenthis.net/messages/1155300

    Holger war der vierte Tornado. Nummer drei Hans-Jochen Krank verließ die Truppe 1981, weil er keine Lust mehr auf Stress mit der Justiz hatte, und das unsichere Leben als Radikalkabrettist gegen ein Stelle als Lateinprofessor an einem Gymnasium ib der ostdeutschen Provinz eintauschte.

    Florian Thalmann - Holger Klotzbach gründete unter anderem das Varieté Wintergarten, Bar jeder Vernunft und Tipi am Kanzleramt. Am Freitag starb er.

    Traurige Nachrichten für die Berliner Kleinkunst- und Theaterszene: Wie Tipi am Kanzleramt und Bar jeder Vernunft melden, ist Holger Klotzbach gestorben, der Gründer und Direktor der renommierten Häuser. Er hätte in wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag gefeiert.

    Holger Klotzbach gründete mehrere Theater in Berlin

    Holger Klotzbach wurde in Duisburg geboren, machte zunächst eine Ausbildung zum Lehramt. Er war aber auch politischer Aktivist, durfte aufgrund seiner Aktivitäten nicht im öffentlichen Dienst arbeiten. Deshalb wandte er sich dem Zirkus zu, wurde zunächst Privatlehrer und Pressesprecher beim Circus Busch-Roland und war in Wien später an der Gründung des berühmten Circus Roncalli beteiligt.

    Das Zirkusleben faszinierte ihn, erzählte er anlässlich seines 70. Geburtstages in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Ich hatte neun, zehn Kinder im Zirkuswagen. Ich fand das unstete Reiseleben toll und den Menschenschlag. Wie die zusammen gefeiert haben, aber auch mit welcher unglaublichen Disziplin die jeden zweiten Tag das Zelt auf- und abgebaut haben.“

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    Holger Klotzbach und Hans-Peter Wodarz beim Jubiläumsfest zum 30. Geburtstag der Bar jeder Vernunft und zum 20. Geburtstag des Tipi am Kanzleramt.Anita Bugge/imago

    Klotzbach mischte 1980 auch bei der Gründung des Tempodrom mit – und übernahm mit anderen Künstlern, darunter Musiker der Kölner Band BAP, später den Veranstaltungsort „Quartier Latin“. Sie bauten ihn zu einem Varietétheater um, dem heutigen Wintergarten in der Potsdamer Straße. Später kamen die Bar jeder Vernunft und das Tipi am Kanzleramt hinzu, wo Klotzbach bis zu seinem Tod als Direktor tätig war.

    Theater-Team trauert um Direktor Holger Klotzbach

    Nun wird um den Theaterchef und kreativen Kopf getrauert. „Er war ein kreativer und mutiger Mensch, großzügig, weltoffen und tolerant“, teilt Sprecherin Sabine Wenger mit. „Seiner Initiative verdanken wir heute zwei wundervolle Theater in dieser Stadt, denen es seit über 30 Jahren gelingt, ohne Subventionen anspruchsvolles und originelles Entertainment zu bieten.“ Man werde ihn schmerzlich vermissen.

    Sein Werk solle im Sinne von Klotzbach fortgeführt werden – von Ehemann und Partner Eric Schmidt-Mohan und dem Team der beiden Häuser. Klotzbach starb laut erster Informationen am Freitag. Er hätte am 30. Januar seinen 80. Geburtstag gefeiert. „Wir werden gemeinsam bei einer Trauerfeier in der Bar jeder Vernunft von ihm Abschied nehmen“, heißt es aus dem Theater. Den Termin dafür werde man noch bekannt geben.

    #Westberlin #Kabarett #Quartier_Latin #Wintergarten #Nekrolog

    • Holger Klotzbach: Gründer der Bar jeder Vernunft ist tot
      https://www.berliner-zeitung.de/news/holger-klotzbach-gestorben-gruender-der-bar-jeder-vernunft-ist-tot-

      Die Meldung in der Berliner Zeitung erwähnt die 3Tornados immerhin.

      24.1.2026 - Die Berliner Kulturszene trauert um den Mitbegründer legendärer Spielstätten, wie dem Tempodrom und Tipi am Kanzleramt. Holger Klotzbach wurde 79 Jahre alt.

      Der Gründer und Direktor der Bar jeder Vernunft und des Tipi am Kanzleramt, Holger Klotzbach, ist am Freitag, eine Woche vor seinem 80. Geburtstag, in Berlin gestorben. Das teilte die Bar jeder Vernunft am Freitagabend in einer Pressemitteilung mit.

      Klotzbach, 1946 in Duisburg geboren, prägte die Berliner Kulturlandschaft über Jahrzehnte hinweg. Nach einer Ausbildung zum Lehramt wurde er vom Radikalenerlass als „verfassungsfeindlich“ eingestuft und erhielt Berufsverbot. Diese Erfahrung bezeichnete er später als sein „großes Glück“, da sie ihn auf einen anderen Weg führte.

      Zunächst wandte sich Klotzbach dem Zirkusleben zu und war an der Gründung mehrerer legendärer Berliner Institutionen beteiligt, darunter der Zirkus Roncalli, das Schwarze Café und das Tempodrom. In den 1980er Jahren stand er als Mitglied des Kabaretts „Die 3 Tornados“ selbst auf der Bühne.

      Zwei Theater ohne staatliche Förderung aufgebaut

      Im Jahr 1992 gründete Klotzbach gemeinsam mit seinem damaligen Partner Lutz Deisinger die Bar jeder Vernunft, ein Spiegelzelt in Berlin-Wilmersdorf. Zehn Jahre später folgte das Tipi am Kanzleramt. Beide Spielstätten bieten seit über 30 Jahren Entertainment ohne staatliche Subventionen.

      Die Bar jeder Vernunft würdigte Klotzbach als „kreativen und mutigen Menschen“, der sich durch Großzügigkeit, Weltoffenheit und Toleranz ausgezeichnet habe. Sein Ehemann und Partner Eric Schmidt-Mohan sowie das Team kündigten an, sein Werk in seinem Sinne fortzuführen.

    • Die TAZ hat bis heute, Sonntag, den 25.1.2025 weder Meldung noch Nachruf zum Tod von Holger Klotzbach veröffentlicht. Dafür findet sich dort im Archiv ein Artikel, der an Hintergründiges über Klotzbachnund die Alternativmedien in der Wendezeit erinnert.

      : ’Zweite Hand‘ mit Tornado-Mann und NRJ für Radio 100
      https://taz.de/Zweite-Hand-mit-Tornado-Mann-und-NRJ-fuer-Radio-100/!1727875&s=Klotzbach

      Schöneberg. Vor der morgigen Sitzung des Kabelrates ist noch einmal Bewegung in das Gezerre um das pleite gegangene Radio 100 gekommen. Eine Anbietergruppe beantragte beim Lizenzvergabegremium die Ausfertigung der bereits genehmigten Übernahme weiterer Anteile durch den französischen Rundfunkkonzern NRJ (Nouvelle Radio Jeunesse). Zu dem Konsortium gehören die Altgesellschaften NRB (24,6 Prozent der Anteile) und 103,4 (eine Prominenteninitiative mit drei Prozent), NRJ mit 38 Prozent und »Aktiv Radio Berlin« (ARB), das sich aus alten Gesellschaftern des Anderen Radio Berlins sowie dem Kleinanzeigenblatt ’Zweite Hand‘ und dem Kabarettisten Holger Klotzbach (»3 Tornados«). Diese Gruppe steht für 34,6 Prozent der Anteile. Die Anbietergemeinschaft hofft nun, daß der Kabelrat nach dem Konkurs des alten Radio 100 keine Neuausschreibung der Lizenz beschließt, die alte Sendeerlaubnis also weiterhin Bestand hätte. Am gemeinsam mit NRJ geplanten Konzept soll sich nichts ändern. So werden homosexuelle Hörer und Hörerinnen jeden Sonntag mit einer zwei Stunden dauernden, schwul-lesbischen Sendung versorgt. Vier Stunden in der Woche sollen fremdsprachige Ausländerprogramme zu hören sein. Die neue Firma, die unter dem Namen Radio 2000 GmbH laufen will, plant 30 feste Stellen für die Unterhaltung des Senders ein. Die Gehälter sollen sich auf dem Niveau des SFB bewegen.

      Das Konkurrenz-Konsortium um die Mediengruppe Schmidt&Partner (Elefantenpress etc.) und die ehemaligen Mitarbeiter hofft hingegen auf eine Neuausschreibung der Lizenz. Wie vom Kabelrat zu erfahren war, soll von diesem Interessenten noch kein ausführliches Sende- und Firmenkonzept eingegangen sein. Bei diesem Anbieter sind mittlerweile auch der Ostberliner Verlag Basis-Druck und ein »Förderverein für interkulturelle Medienarbeit« eingestiegen. Und auch Schmidt&Partner wollen mit einem Prominenten-Verein aufwarten: Dabei sollen Schauspieler Rolf Zacher, Publizist Robert Jungk und einige Bündnis 90/Grüne-Abgeordnete sein.

      Die Gewinner der Geschichte haben alle gut am de facto Verkauf des AlternativrdionsbRadio 100 an den französischen NRJ Kimzern verdient.

      #Berlin #Geschichte #Medien #Radio #Privatisierung

    • War alles nicht einfach. Nichmal die TAZ von 1991 zur Radio 100 Nachfolge.

      Tornados gespalten
      https://taz.de/Tornados-gespalten/!1727711&s=Klotzbach

      16.3.1991 - Der Streit um Radio 100 sorgt für Trennungen und Umgruppierungen, wobei einige noch nicht mal wissen, in wessen Töpfchen sie gelandet sind. So hat sich der alte Radio-Prominentenverein »103,4« bzw. sein Vorsitzender, FU-Professor Uwe Wesel, auf die Seite von NRJ geschlagen. Der Rest des Vereins weiß davon allerdings noch nichts. Grips-Theatergründer und Grips-Hausautor Volker Ludwig (103,4-Mitglied): »Darüber bin ich nicht informiert.« Das Kabarettensemble »Die drei Tornados« hingegen scheinen sich in der Radio-100- Frage zu spalten. Tornado Holger Klotzbach setzt auf NRJ und hält 4 Prozent der Anteile von ARB (Aktiv-Radio Berlin), die mit NRB zusammen zu den Franzosen wollen. Die beiden Resttornados Günter Tews und Arnulf Rating hingegen gehörten zu den zwölf Gründungsmitgliedern, die gestern den Verein für einen unabhängigen Rundfunk in Berlin ins Leben riefen, der auf der Seite von Schmidt und Partner, Mitarbeiterverein, Tolleranz e.V. und dem »Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit« steht. Der interkulturellen Medienarbeit haben sich bislang 52 Gruppen, Projekte und Initiativen verschrieben. Für einen unabhängigen Rundfunk kämpfen neben den Resttornados u.a. der Schauspieler Rolf Zacher, DDR- Rocker Toni Krahl, Stasi-Jäger Reinhard Schult, Renate Künast, Senats-Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne(AL)/UFV, MdB Vera Wollenberger, Zukunftsforscher Robert Jungk, Musiker Phillip Boa, Ex-Senatorin Michaele Schreyer und Ost-Akademiepräsident Heiner Müller. Tornado Tews ließ mitteilen. »Genau das brauchen wir. Ein Gegenradio«.

  • Willy Abel
    https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Abel#Erfindungen_und_Ehrungen

    Der #Eierschneider aus Berlin. Eine völlig überflüssige Erfindung, aber jeder Haushalt hat einen.

    Ab 1908 konzentrierte sich Abel auf die Entwicklung und Herstellung von Haushaltsgeräten. Dafür gründete er 1912 die Harras-Werke in der Rittergutstraße 106/107 in Lichtenberg bei Berlin. Er war Alleininhaber und alleiniger Betriebsleiter. Weltbekannt wurde er durch die Entwicklung und Herstellung von Kleinmaschinen und Geräten für den Haushalt, die als Massenartikel am Fließband produziert wurden. So erfand er die Brotschneidemaschine mit rundem Messer, den Eierschneider und das herzförmige Waffeleisen.[1] Der HARRAS-Original-Eierteiler war Abels erster Massenartikel mit einem weltweiten Absatz. Er vermarktete seine Produkte unter dem Slogan „HARRAS in alle Welt“ und gründete Niederlassungen in New York und London. Der wirtschaftliche Erfolg erlaubte es Abel, weitere industrielle Erfindungen planmäßig zu entwickeln und in erfolgreiche Herstellungs- und Vertriebsprozesse zu überführen.

    Die HARRAS-Werke gehörten nach dem Zweiten Weltkrieg zu den wenigen Betrieben in Ost-Berlin, die nicht enteignet wurden. Brotschneidemaschinen, Reibeisen und Gardinenbleche waren die ersten Produkte, die wieder hergestellt wurden.

    Um 1940 erkrankte Abel schwer an Diabetes, sodass ihm ein Bein amputiert werden musste. Er starb einen Tag vor seinem 76. Geburtstag in Berlin-Lichtenberg.

    Die Harras-Werke wurden von einem Pächter unter der Bezeichnung Harras-Werke W. Abel weitergeführt und 1960 verstaatlicht.

    Museum Lichtenberg im Stadthaus - Willy Abel, Ingenieur und Erfinder
    https://museum-lichtenberg.de/index.php/menschen/lichtenberger-persoenlichkeiten/599-abel-willy

    Geboren am 23. September 1875
    Gestorben am 22. September 1951

    In der Lichtenberger Rittergutstraße gründete der Ingenieur Willy Abel 1912 den Hauptsitz der Harras-Werke, eine der ersten Haushaltsmaschinenfabriken in Deutschland. Der Unternehmensgründer Willy Abel gilt als „Vater der deutschen Haushaltsmaschinen-Industrie“ und Wegbereiter moderner Küchengeräte.

    Willy Abel stammte aus dem Rheinland und wurde am 23. September 1875 geboren. Zur Schule ging er in Trier. Nach seinen eigenen Angaben besuchte er von 1889 bis 1892 die dortige Gemeindeschule. Im Anschluss daran wurde er Technischer Lehrling in der Maschinenfabrik und Eisengießerei Ed.Lais & Co., die ebenfalls in Trier ansässig war. Nach einer dreijährigen Lehrzeit arbeitete er dort Technischer Volontär und Betriebs-Direktions-Assistent. Bereits in dieser Zeit zeigte sich was später zur Grundlage seiner Karriere werden sollte: sein außergewöhnlicher Erfindungsdrang. 1893, Willy Abel war gerade 18 Jahre alt, meldete er sein erstes Patent an. Er erfand, die später in der ganzen Welt eingeführte, Zahnräderform-Maschine. (Zahnräderform-Maschine DRP. Nr. 71833 vom 29.04.1893)

    Doch Willy Abel zog es fort von Trier, die nächsten fünf Jahre, bis 1898, arbeitete er als erster Konstrukteur für Werkzeugmaschinenbau im Konstruktionsbüro der Königlichen Gewehrfabrik in Spandau. Weiterbildung war für ihn offensichtlich sehr wichtig, denn in dieser Zeit war er gleichzeitig Hörer an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Zwischen 1898 und 1899 arbeitete er als Leitender Ingenieur des Berliner Patentbüros Brögelmann & Hirschlaff.

    Um sich seinen eigenen Innovationen und Erfindungen besser widmen zu können, entschließt sich Willy Abel ab 1899 als freiberuflicher Konstrukteur zu arbeiten. In den Jahren bis 1906 meldet er für ihn wichtige Patente an, die er in der Folgezeit verwertet und weiterentwickelt. So baut er für die Deutsche Reichspost den ersten Briefmarken-Automaten. Auf dieser Grundlage entstehen weitere Wertzeichen-Automaten, eine Rotationsdruckmaschine für Briefmarken und dergleichen mehr.

    Als er im Jahr 1906 seinen Wertzeichen-Automaten der Öffentlichkeit vorstellt, war dies bereits sein viertes Modell an dem er arbeitete. Das neue an diesem Gerät war, dass nach dem Einwurf eines Geldstücks, ohne weitere äußere Einwirkung, der Automat in Betrieb gesetzt wurde. Auf diese Weise konnten Briefmarken, Postkaten, Bahnsteigkarten u.ä. verkauft werden. Es war das Ergebnis einer insgesamt achtjährigen Arbeit.

    Für die Verwertung dieser Patente wurden mehrere Firmen gegründet. Zwischen 1906 und 1908 war Willy Abel Technischer Direktor der Abelschen-Postwertzeichen-Automaten-Vertriebsgesellschaft (später Deutsche Abel-Postwertzeichen-Automaten AG) und der Eisenbahnfahr- und Bahnsteigkarten AG in Staaken bei Spandau. Im Jahr 1907 gründet er die W. Abel & Co. GmbH in Berlin-Schöneberg.

    Dass seine Erfindungen auch international erfolgreich sind zeigt seine Teilnahme an einer Ausstellung in Mailand im Jahr 1906. Dort erhält der Abelsche-Postwertzeichen-Automat eine goldene Medaille. Folgerichtig ist dann auch der Verkauf zahlreicher seiner Patente ins Ausland.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang der Gesellschaftervertrag der Internationalen Abelschen Briefmarken-Automaten Vertriebsgesellschaft vom 19.12.1907. Zum Gegenstand des Unternehmens heißt es im § 2 u.a., dass es um die bisher betriebenen Geschäfte und um die Verwertung der gegenwärtigen und zukünftigen Erfindungen des Ing. Willy Abel auf dem Gebiet von Briefmarken-, Billets-, Fahrscheinen- etc. Automaten geht. Im § 5 werden die Patente und Schutzrechte im Ausland aufgeführt. Daraus erfährt man, wohin und in welcher Anzahl Patente verkauft wurden: nach Frankreich, England und Amerika jeweils 3, nach Österreich, Italien, Ungarn, Schweden, Dänemark, Norwegen und in die Schweiz jeweils 2 und nach Belgien, Rußland Spanien, Canada, Rumänien und Japan jeweils 1 Patent. Der Verkauf der Patente an die Deutsche Reichspost und die ausländischen Postdirektionen machte Abel zu einem reichen Mann.

    Das Jahr 1907 war für Willy Abel auch privat bedeutsam, in diesem Jahr heiratete er Margarethe Drosse.

    Ab dem Jahr 1908 konzentrierte sich Willy Abel auf die Entwicklung und Herstellung von Haushaltsgeräten. In dem Jahr begann er mit der Produktion einer gestanzten Reibe. Wie innovativ er bei der Erfindung von Haushaltsgeräten ist, zeigt die breite Palette seiner Erzeugnisse, die er in Massenproduktion herstellen ließ. Eigens dafür gründete er im Jahr 1912 die Harras Werke in Berlin-Lichtenberg, deren Alleininhaber und alleiniger Geschäfts- und Betriebsleiter er war. Auf einer Fläche von ca. 4.000 m², versehen mit einem eigenen Gleisanschluss, wurden hier Haushaltsprodukte aller Art hergestellt. Das beständigste seiner Produkte, das er über viele Jahrzehnte produzierte, war ganz zweifelsohne der Brotschneider mit Kreismesser. Eine seiner kleineren aber sehr erfolgreichen Erfindungen war der Eierschneider. Unter dem Namen Harras-Original-Eierteiler war er Abels erster Massenartikel mit einem weltweiten Absatz, von dem in kürzester Zeit ca. 10 Millionen Stück verkauft wurden. „Harras in alle Welt“ unter diesem Slogan begann er sehr erfolgreich seine Haushaltsgeräte zu vermarkten. Seine größten Erfolgte erzielte er in den USA, wo es bereits einen Markt für Massengüterproduktion gab. Zwischen 1918 und 1923 entstanden Niederlassungen in New York und London.

    Um der ständig steigenden Nachfrage gerecht zu werden, musste Willy Abel seine Produktionskapazität erweitern. So entstand im Jahr 1918 das Werk II, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik in Ferdinandshof in Vorpommern. Modern ausgebaut lieferte sie monatlich 300 Tonnen Rohgußteile, die dank des Bahnanschlusses schnell nach Lichtenberg zur Weiterverarbeitung geliefert werden konnten. Im Jahr 1920 folgte das Werk III, ebenfalls in Ferdinandshof, in dem die Holzteile für die Haushaltsgeräte gefertigt wurden. Die Harras-Werke gehören zu den wenigen, die die 1923 in Deutschland ausbrechende Wirtschaftskrise relativ unbeschadet überstanden. Harras-Produkte kannte man in den 20er Jahren in der ganzen Welt.

    Zu einem tiefen Einschnitt kam es zu Beginn der 30er Jahre mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise. Der Zusammenbruch des Weltmarktes machte auch vor den Toren der Harras-Werke keinen Halt. Willy Abel war gezwungen seine ausländischen Niederlassungen abzustoßen und die Produktionsstätten in Vorpommern zu schließen. Einzig das Werk in Lichtenberg blieb erhalten.

    Um die Zeit des Ausbruchs des 2. Weltkrieges erkrankte Willy Abel schwer an Diabetes. Die Krankheit nahm einen so heftigen Verlauf, dass ihm ein Bein amputiert werden musste. Die letzten Kriegsjahre verbrachte er an der Ostsee. Immerhin konnte er sich nach wie vor als Konstrukteur betätigen.

    Obwohl Lichtenberg während des Krieges schwer bombardiert wurde, waren die Harras-Werke vergleichsweise glimpflich davongekommen. Lediglich eine Halle (944 m²) war durch Fliegerbomben stark zerstört worden. Das Fabrikgelände und das dazugehörige Wohnhaus in der Rittergutstraße 106/107 (heute Josef-Orlopp-Straße 89 – 91), das die Familie Abel seit dem Jahr 1916 bewohnte, wurden am 23. April 1945 von sowjetischen Soldaten besetzt.

    Die Harras Werke gehörten aber zu einem der wenigen Betriebe im Ostteil der Stadt, die nicht enteignet wurden.

    Seit Anfang März 1946 hatten die Harras-Werke wieder 500 – 600 m² ihrer ehemaligen Fabrikräume in Benutzung. So gelang Willy Abel, trotz aller Probleme bei der Versorgung mit Rohstoffen ein erfolgreicher Neubeginn. Brotschneidemaschinen, Reibeisen und Gardinenbleche gehörten zu den ersten Produkten, die wieder produziert wurden. Willy Abel, der sich Zeit seines Lebens dadurch auszeichnete, dass er seine Produkte nicht nur erfand, sondern auch selbst produzierte und erfolgreich vermarktete, legte alle seine Kraft in diesen Neuanfang. Dabei machte er keineswegs vor den Toren seines eigenen Betriebes halt.

    Dies geht auch aus einem Schreiben vom 8. Februar 1947 an den Magistrat von Groß-Berlin, Abteilung Volksbildung, Hauptamt Wissenschaft und Forschung hervor. Darin geht es um frühere und gegenwärtige Leistungen. Es zeigt, wo er selbst seine Prioritäten setzte, und stellt so etwas wie ein Vermächtnis des Willy Abel dar. In Einzelnen benennt er darin:

    Erfindung und Konstruktion der vor 50 Jahren patentierten und nachdem in der ganzen Maschinenindustrie verbreiteten Zahnräderformmaschine.
    Erfindung und Konstruktion der im In- und Ausland vor 40 Jahren patentierten Wertzeichen-Rotationsdruckmaschine und Verkäufer der Wertzeichen wie Briefmarken und Billets vom Rollband.
    Schöpfung der Gewinde-Toleranz-Norm für Schrauben, heute Allgemeingut in der Schrauben-Industrie.
    Stanze mit gleitender Führungspalette zum Stanzen von dünnen Blechen, z.B. für die Herstellung des vor 35 Jahren patentierten Eierteilers.
    Vor 20 Jahren Erfindung und Konstruktion der „Schienenlunge“ für stoßfreies Eisenbahngleis.
    „Ebenso bin ich z.Z. mit dem Städteaufbau beschäftigt. – Im Rahmen dessen erfand ich vorerst für die Entmörtelungsmaschine den rotierenden Gelenkmeißel – und plane weiter, weil mein Lehrberuf Ziegelgleittechnik ist.“

    Insgesamt waren es 63 Erfindungen, die Willy Abel im Laufe seines Lebens patentieren ließ. Hinzu kamen die Schutzrechte für 100 seiner „kleineren Erfindungen“.

    Die weitere Entwicklung sollte Abel jedoch nicht mehr teilhaben. Einen Tag vor seinem sechsundsiebzigsten Geburtstag am 22. September 1951 verstarb er, hier in Berlin-Lichtenberg.

    Foto: Archiv Museum Lichtenberg

    Quellen:
    Fabrikstadt Lichtenberg
    Bergauf – Bergab im Berliner Osten
    Lichtenberger Beiträge Heft 3, 1997

    Landesarchiv Berlin
    C Rep. 105 Nr. 23560
    C Rep. 105 Nr. 36212
    A Rep. 342-02 Nr.390

    Archiv Museum Lichtenberg
    Schreiben vom 08.02.1947 von W. Abel an den Magistrat von Groß-Berlin

    Alleskönner Eierschneider – er ist ein echter Berliner
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/alleskoenner-eierschneider-er-ist-ein-echter-berliner-li.335540

    7.4.2024 von Norbert Koch-Klaucke - Vor über 100 Jahren hat ihn Fabrikant Willy Abel aus dem Berliner Stadtteil Lichtenberg erfunden. Sein kleiner Küchenhelfer wurde ein Welterfolg und kann viel mehr, als nur Eier in Scheiben zu zerteilen.

    Das Problem kennt jeder – nicht nur zu Ostern. Hart gekochte Eier für Salat und Partyhäppchen schnell in perfekt gleichmäßigen Scheiben zu schneiden, ist keine einfache Sache. Dann muss dieser kleine Küchenhelfer ran, der in jedem Haushalt sein sollte: der Eierschneider. Ein absoluter Alleskönner, der nicht nur Hühnerprodukte zerkleinern kann. Seine Existenz haben wir einem Berliner zu verdanken, der den Eierschneider vor über 100 Jahren erfand und der ein echter Welterfolg wurde.

    Trotz Mixer, Rührmaschinen oder Mikrowelle ist das kleine Ding, das wie eine Miniharfe aussieht, aus unserer modernen Küchenwelt nicht mehr wegzudenken. Der Eierschneider ist ein Klassiker unter den Haushaltsgeräten, der Kultstatus genießt. Vor allem, weil man sich bis heute die Frage stellt, wie man ein Ei perfekt in dünne Scheiben schneidet, die man für den Eiersalat oder als Brotauflage braucht.

    Der Legende nach soll sich schon der griechische Philosoph Aristoteles darüber seine Gedanken gemacht haben, der von 384 bis 322 vor Christus lebte. Ob das nun stimmt oder nicht: Fakt ist, hätte Aristoteles den Eierschneider erfunden, wäre er damit und nicht mit anderen Weisheiten in die Geschichtsbücher gekommen.

    Hartgekochte Eier mit dem Messer in gleichmäßige Scheiben zu schneiden, ist keine einfache Sache, die kaum perfekt gelingt. imago/YAY-Images

    Alleskönner Eierschneider: In einer Berliner Fabrik lief er 1909 erstmals vom Band

    Den Ruhm erntet nun ein Berliner, der leider kaum Erwähnung in den Analen der grandiosen Erfindungen der Weltgeschichte findet. Sein Name: Willy Abel. Ein Unternehmer aus dem Berliner Stadtteil Lichtenberg, in dessen Fabrik 1909 der erste Eierschneider der Welt vom Band lief.

    Willy Abel war ein echter Daniel Düsentrieb. Mit den Erlösen aus der Erfindung seines Briefmarken- und Fahrkartenautomaten hatte er sich an der Rittergutstraße (heute Josef-Orlopp-Straße) die Harras-Werke aufgebaut, in denen dann der „Eiteiler“, so hieß der Eierschneider ursprünglich, hergestellt wurde.

    Wie Abel auf diesen noch bis heute unentbehrlichen Küchenhelfer kam? Der Mann hatte offenbar eine Vorliebe für Haushaltsgeräte. Sein Ziel war es, mit diesen „Maschinen“ die „geplagte Hausfrau“ zu unterstützen. Und so erfand Abel nicht nur den Eierschneider, sondern auch die Brotschneidemaschine, die eine Sägescheibe hatte, die mit einer Kurbel angetrieben wurde. Auch so ein Gerät, das nun elektrisch angetrieben auch aus der heutigen Küche nicht mehr wegzudenken ist.

    Eierschneider-Erfinder Willy AbelHeimatmuseum Lichtenberg

    Alleskönner Eierschneider: Noch immer gilt er als DDR-Produkt

    Der Eierschneider von Abel wurde ein echter Renner. Er verkaufte bis 1950 weltweit über zehn Millionen Stück. Sogar in den USA fanden sie großen Absatz. Und der Eierschneider wurde von anderen Herstellern zahlreich kopiert.

    Am 23. September 1951 starb Abel. 1960 wurde sein Lichtenberger Werk an einen VEB zwangsverpachtet. Der VEB Harras stellte allerdings keine Eierschneider mehr her. Das Werk wurde zu einer Blechfabrik, die später auch Rasenmäher produzierte.

    Die Produktion des Eierschneiders in der DDR übernahm der VEB Sonja Plastic aus dem Erzgebirge. Möglich, dass man deshalb den Eierschneider hierzulande noch immer als typisches Ost-Produkt ansieht. Ost-Experten erklären es damit, dass man „in der DDR gerne Eierbrötchen aß oder zu Geburtstagen den Gästen Häppchen mit Eierscheiben servierte, die man mit Petersilie, Kapern oder Heringshäppchen belegte“.

    Aber auch in anderen Teilen Deutschlands und der Welt bereitet man diese leckeren Speisen zu – mithilfe des unverwüstlichen Eierschneiders. Der aber noch viel mehr kann.

    So sah der erste Eierschneider der Welt aus, der 1909 in Berlin produziert wurde.Heimatmuseum Lichtenberg

    Alleskönner Eierschneider: Selbst Kartoffeln und Käse sind für ihn kein Problem

    Denn auch das Schneiden von einigen Obst- und Gemüsesorten in dünne und gleichmäßige Scheiben mit dem Messer ist oftmals sehr mühselig und zeitraubend. Ein Glück, dass es Eierschneider gibt, mit denen sich auch das ohne viel Aufwand erledigen lässt.

    Etwa bei weichen Fruchtsorten wie Erdbeeren oder Trauben, aus denen man einen wunderbaren Obstsalat zaubern kann. Pilze und sogar gekochte Kartoffeln lassen sich mit einem Eierschneider zerteilen. Dabei geht man genauso vor, als wolle man ein hart gekochtes Ei in Scheiben schneiden. Man legt die Frucht in die Mulde des Eierschneiders, drückt sanft den Deckel mit den Drähten herunter – und schon erhält man mehrere gleichmäßige Obst- oder Gemüsescheiben.

    Ebenso können auch weiche Käsesorten wie Mozzarella oder Feta mit dem Eierschneider zerteilt werden. Back-Experten nehmen ihn sogar, um vorgeformten Teig in Scheibchen zu schneiden.

    Und wer Langeweile und mal nichts zum Zubereiten hat – der benutzt den Eierschneider als Musikinstrument. So mancher hat als Kind garantiert mit den Edelstahlsaiten Harfe gespielt. Vielleicht heißt der Eierschneider deshalb in Österreich auch Eierharfe.

    #Berlin #Lichtenberg #Geschichte #Technologie #Erfindungen #Wirtschaft #Gadget

  • Verkehr in Berlin: Fünf Baustellen, die uns ab Montag richtig nerven
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/verkehr-in-berlin-fuenf-baustellen-die-uns-ab-montag-richtig-nerven-

    6.10.2025 von Florian Thalmann - Neue Woche, neues Glück: Autofahrer in Berlin dürfen auch diese Woche gespannt sein, welche Neuerungen sich auf den Straßen der Hauptstadt bieten. Denn Fakt ist: Berlin ist und bleibt die Hauptstadt der Baustellen! Wer denkt, dass der Montag auch mal ohne neue Baustellen auskommt, der hat sich gewaltig geirrt. Aber: Zum Glück haben Sie den KURIER! Wir geben den Überblick, an welchen Ecken der Stadt ab heute gebuddelt wird – und nennen die fünf Baustellen, die die Autofahrer im Verkehr in Berlin ab heute nerven!

    Auf der B1/5 in Friedrichsfelde wird die Fahrbahn ausgebessert

    Die B1/5 ist eine wichtige Verkehrsachse, unzählige Autofahrer nutzen die Straße jeden Tag, um nach Berlin zu gelangen oder nach Feierabend wieder ins Umland zu düsen. Auf der Strecke kann es in Friedrichsfelde nun etwas enger werden: Am Montag beginnen in Höhe der Märkischen Allee Arbeiten an der Fahrbahn. Rund um die Straßenschleife, an der Autofahrer auch in Richtung Marzahn gelangen können, wird die Fahrbahn stadtauswärts auf einen Fahrstreifen verengt. Übrigens: Falls Sie im Stau stehen und sich fragen, warum im Bereich von B1/5 und Märkischer Allee zwei große Cowboys aus der DDR stehen: Hier ist die Erklärung!

    Friedrichshain: Neue Bauphase auf der Baustelle am Frankfurter Tor

    Am Frankfurter Tor in Friedrichshain wird schon seit einer Weile gebaut – hier treten die Arbeiten am Montag in eine neue Phase ein, während der sich Autofahrer auf eine neue Sperrung einstellen müssen. Betroffen ist dieses Mal der rechte Fahrstreifen der Frankfurter Allee stadtauswärts in Höhe Frankfurter Tor. Bis Mitte Oktober ist der dicht, vor allem im Feierabendverkehr kann es hier eng werden. Wichtig außerdem: Wer von der Warschauer Straße kommt, kann nicht nach rechts in die Frankfurter Allee abbiegen. Laut Berliner Verkehrsinformationszentrale sollen die Arbeiten bis Mitte Oktober dauern, im Anschluss steht aber die nächste Bauphase an.

    Buddeln in Britz: Baustelle auf dem Tempelhofer Weg wird umgebaut

    Wer mit seinem Auto den Tempelhofer Weg in Britz passieren muss, sollte sich am Montag ebenfalls auf Veränderungen einstellen. Denn hier gibt es schon eine Baustelle, an der sich am Morgen etwas verändert. Ab jetzt ist die Fahrbahn zwischen dem Treseburger Ufer und der Gradestraße in beiden Richtungen auf jeweils einen Fahrstreifen verengt. Die Dauer wird bis Mitte November angegeben, danach folgt allerdings der nächste Bauabschnitt.

    Bauarbeiten auf Gotthardtstraße und Berliner Straße

    Auch in den Bezirken Reinickendorf und Wilmersdorf wird gebaut. In Reinickendorf ist die Gotthardtstraße betroffen. Der Grund: Hier finden Fräsarbeiten statt, meldet die Berliner Verkehrsinformationszentrale. „Für eine Woche ist die Fahrbahn in Richtung Kurt-Schumacher-Platz in Höhe Romanshorner Weg auf einen Fahrstreifen verengt. Die Mittelstreifenüberfahrt ist gesperrt“, heißt es dazu. In Wilmersdorf wird es auf der Berliner Straße etwas enger – hier finden Bauarbeiten nach einem großen Rohrbruch im Bereich der Bundesallee statt. Ab Montag ist die Fahrbahn in Richtung Bayerischer Platz vor der Kreuzung zur Bundesallee auf einen Fahrstreifen verengt – Autofahrer müssen sich darauf bis Mitte November einstellen.

  • Transporter-Fahrer gegen Radfahrer - das geht heftig aus

    Ein Radler machte Fotos von einem riskanten Manövers des Transporters. Was danach geschah wurde zu einem brisanten Fall für den Richter.
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/transporter-fahrer-gegen-radfahrer-das-geht-heftig-aus-li.2357631

    Leg dich nicht mit Transporterfahrer an. Euer Kutscher hat wegen solcher Mörder das Radfahren in der Berliner Innenstadt aufgegeben. Nach täglich etwa zwei ähnliche Begegnungen reichte es. Das war vor über zwanzig Jahren.

    Der Job macht die Leute kirre. Stress, keine Knete, Verachtung vom Chefausbeuter, wat willste. Verurteilt wurde der Falsche. Boss, Miethaie und Stadplaner müssten in den Knast.

    18.9.2025 vonBerliner KURIER
    Foto
    Der Angeklagte Maznun Azak sitzt in einer blauen Jacke vor dem Richter. Pressefoto Wagner

    Kurze Zündschnur: Ein Transporter-Fahrer ärgert sich über einen Radfahrer. Der liegt kurz darauf verletzt auf der Straße, und Autofahrer Maznun A. (53) steht nun vor Gericht. Der Lagerarbeiter war am 13. August 2024 mit einem Transporter in Kreuzberg unterwegs. Ein Wendemanöver dann auf der Köpenicker Straße – aus Sicht von Radfahrer Luke S. (44) war es riskant, behinderte mehrere Fahrradfahrer.

    S. zückte sein Handy – „ich machte ein Foto“. Dann stieg er wieder aufs Rad. An einer roten Ampel eine Begegnung: „Der Fahrer öffnete das Fenster und schrie mich an. Ich war schockiert.“ Mit Tempo 20 bis 25 sei er weitergefahren. Der Transporter habe ihn dann überholt – „der Fahrer hielt, stieg aus und warf mich vom Fahrrad“.
    Streit eskalierte auf offener Straße

    Der Radler rutschte über die Straße: „Ich hatte Glück, dass es keinen Gegenverkehr gab“. Die Folgen erheblich: „Kopf aufgeschlagen, Schulter ausgekugelt, Arm gebrochen, Lunge geschädigt.“ Zehn Monate habe er nicht arbeiten können, so der Massagetherapeut. „Rad fahre ich nicht mehr.“

    Der Angeklagte aber pocht auf Unschuld: „Ich wollte nur mit ihm reden und ihm sagen, dass er die Bilder löschen soll. Er kann mich doch nicht einfach auf der Straße fotografieren.“ An einer roten Ampel sei es der Radfahrer gewesen, der „komische Bewegungen gemacht, mit dem Handy gewedelt und gepöbelt“ habe.

    Transporter-Fahrer A.: „An einer Bushaltestelle fuhr ich dann rechts ran. Er war 30 bis 40 Meter hinter mir, fuhr auf mich zu.“ Er will ihm Zeichen gegeben haben: „Mit der Hand – ich wolle mit ihm reden“.

    Richter kontert die Darstellung des Angeklagten drastisch

    Doch S. sei schneller geworden. Fahrer A.: „Ich ging auf ihn zu, wollte ihn am Rucksack halten. Da ist er runtergefallen.“ Der Richter kontert: „Vom Rad gestürzt. Wenn man bei der Geschwindigkeit reingreift, muss man mit massiven Verletzungen rechnen.“

    Ein Augenzeuge (40): „Er hat ihn am Rucksack gepackt und zu Boden gerissen“. Der Radfahrer sei über den Lenker gestürzt. Der Autofahrer habe dann Zeugen wegschicken wollen: „Geht einfach weiter. Der Herr wird schon wieder aufstehen.“

    Der Angeklagte wollte Freispruch. Das Gericht sah es anders. Schuldig des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der gefährlichen #Körperverletzung. Zwei Jahre #Haft auf #Bewährung und eine #Führerscheinsperre von 18 Monaten ergingen. Zudem soll A. ein Schmerzensgeld von 2000 Euro zahlen. (KE)

    #Berlin #Verkehr #Justiz #Arbeit

  • Puhdys Songtexte, sortiert nach Album
    https://www.songtextemania.com/puhdys_songtexte.html
    https://www.youtube.com/watch?v=nkU2E_nSeNg

    14.7.2021 Die Puhdys schließen wieder Frieden : Die Band beendet Streit um Songrechte
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/die-puhdys-schliessen-wieder-frieden-die-band-beendet-streit-um-song

    Le groupe rock le plus célèbre de la #RDA se reconcilie après une dispute sur lrs droits d’auteur de ses chansons.

    Die Musiker der aufgelösten Rockband Puhdys haben ihren Streit um die Urheberschaft der Songrechte beigelegt, wollen sich aber zu Einzelheiten des Vergleichs nicht äußern, um neuen Streit zu vermeiden. Das meldet die dpa am Mittwoch und beruft sich auf ein Anwaltsschreiben. Eine wahrhaft nebulöse Nachricht über das Ende des drei Jahre währenden Streits. Sie erzwingt Recherchen.

    Die kurze Antwort: Die Hits schrieb Dieter Birr und nicht die Puhdys-Combo. Die Gema wird die Autorenschaft der meisten strittigen 200 Titel umregistrieren. Und ausführlich: Die Einzelheiten sind komplizierter.

    Wir fragen als Erstes bei Dieter Birr nach, der 2019 in einem Interview mit dem Berliner KURIER begründet hatte, warum er nach fast 50 gemeinsamen Jahren plötzlich erklärte, die Kompositionsrechte stünden ihm allein zu. Der seine Kollegen sogar verklagte, als sie nicht freiwillig verzichteten. Immerhin reagierten auch Fans mit Unverständnis.

    Dieter Birr erklärt am Mittwoch am Telefon, dass er gern Auskunft geben würde, aber seine Kollegen bestünden auf Verschwiegenheit. Daher keine Einzelheiten, nur so viel: „Ich bin mit dem Ergebnis des Vergleichs mehr als zufrieden und auch froh, dass wir keine Gerichte bemühen mussten.“

    Verständlich, denn nach Informationen des Berliner KURIER regelt der Vertrag, dass die meisten der strittigen Kompositionen von der Gema umregistriert werden müssen, darunter so bekannte Songs wie „Alt wie ein Baum“. Das heißt, für mehr als 100 Titel, die den frühen Puhdys als Gruppe oder dem Duo Birr/Meyer zugeordnet waren, wird Dieter Birr nun als alleiniger Komponist ausgewiesen. Rückwirkend erhebt er keine Ansprüche.

    Dieter Birr, Sänger, Gitarrist, Komponist, Texter

    Dieter Birr, Sänger, Gitarrist, Komponist, TexterImago/Karina Hessland

    Zum Kompromiss gehört dem Vernehmen nach, dass Birr in etlichen Fällen trotzdem auf die Hälfte der Gema-Erlöse verzichtet, während sich die Kollegen die andere Hälfte teilen. Der Anspruch gilt auf Lebenszeit der Musiker. 1979 übernahm Klaus Scharfschwerdt die Drums, 1997 ersetzte Peter Rasym den Bassisten. Rasym ist nicht an Tantiemen der Puhdys beteiligt.

    Das klingt komplex, ist aber eindeutig und beendet den Streit für immer. Der Vergleich wurde von Anwälten ausgehandelt, zugestimmt haben neben Dieter Birr auch Peter Meyer, Dieter Hertrampf, Klaus Scharfschwerdt, Gunther Wosylus und die Witwe von Harry Jeske, Erma Juros Jeske.
    Dieter Birr fühlte sich 2018 von seinen Kollegen verraten

    Der Streit hat den Blick auf die Bandgeschichte von 1969 bis 2016 verändert, gerade weil die Puhdys stets als gute Kumpel galten, die alles einvernehmlich regeln. Niemals, sagte Dieter Birr 2019, sei ihm früher auch nur der Gedanke gekommen, seine Kompositionsrechte zurückzufordern. Die habe er stets bewusst und gern mit den Kollegen geteilt, als seinen Beitrag zum gemeinsamen Erfolg.

    Doch 2018 erhob er plötzlich seinen durchaus bizarren nachträglichen Anspruch auf frühe Rechte, denn er fühlte sich verraten. Der Bruch passierte in dem Augenblick, als sich die Band zu einer Platte ohne neuen Titel von ihm entschloss: „Heilige Nächte“, 2013. Man muss das als Aufstand gegen „Maschine“ verstehen, den musikalischen Kopf der Band, Liebling der Medien, der sich fraglos auch stets als Macher, Treiber und Bestimmer aufführte.

    Hat er dabei vielleicht Ideen der anderen unterdrückt? Oder waren einige Kollegen schon so desinteressiert an gemeinsamen Titeln, dass sie für neue Alben nicht mal ihre Instrumente selbst einspielten? In jedem Fall hätten sie jetzt die Chance gehabt, es allen zu zeigen – mit einem Puhdys-Album ohne Maschine, stattdessen mit Titeln von Meyer, Hertrampf, Scharfschwerdt.

    Aber die Musiker steuerten ohne Birr überhaupt nichts bei: Kompositionen, Arrangements, Texte – alles eingekauft, nichts darauf hatte noch mit den Puhdys zu tun. „Heilige Nächte“, das letzte Album der Puhdys, wurde das am schlechtesten verkaufte in der Geschichte der Band.
    Dieter „Maschine“ Birr wollte Anerkennung für seine Kreativität – als Urheber, als Komponist

    Nach diesem Affront fiel Dieter „Maschine“ Birr über Wochen in Schockstarre. Wollte dann eine Aussprache, die mit Schweigen endete. Er hatte jahrzehntelang die Titel beigesteuert, seinen Kollegen Hunderttausende Euro an Tantiemen überlassen. Jetzt war er verletzt. „Ich war fertig mit der Welt, stand völlig allein da“, erzählte er erstmals sechs Jahre später.

    Das Ende der erfolgreichsten DDR-Rockband, die vielleicht nicht zu den Kritikerlieblingen gehörte, aber auf jeden Fall zum Klangbild des Ostens, es war damit besiegelt. Jetzt wollte er klarstellen, wer die Titel komponiert hatte. Die Kollegen wehrten sich, erklärten, es hätten „immer alle mitgewirkt“ an der Entstehung der Songs.

    Sicher – als Musiker, als Manager, aber das Urheberrecht schützt eben nur Kompositionen, allein dafür zahlt die Gema Tantiemen. Dort verwendet man für die Credits gewöhnlich viel Sorgfalt, denn es geht um Ruhm und Geld. Und selten ist jemand so töricht, darauf zu verzichten, weil er Kollektivgedanken pflegt.

    Dieter Birrs Anwalt Paul W. Hertin sagte am Mittwoch auf Nachfrage: „Um Geld ging es meinem Mandanten offenbar nie, wie ich im Lauf des Prozesses feststellte. Er wollte Anerkennung für seine Kreativität – als Urheber, als Komponist.“
    Ein Puhdys-Musiker meldete Insolvenz an

    Die Puhdys sind keineswegs gleichermaßen wohlhabend. Ein früheres Bandmitglied hat nach einer Insolvenz offenbar empfindliche Geldsorgen, Dieter Birr dagegen, der Soloplatten rausbrachte und viel für andere schreibt, wird auf ein Millionenvermögen geschätzt.

    Auf die strittigen Puhdys-Tantiemen von vielleicht 25.000 Euro im Jahr ist er nicht angewiesen, rückwirkend hat er nie etwas verlangt. Ihm geht es vor allem um die Verwertung der Titel, darüber kann er nun endlich allein entscheiden. Seine Kollegen wussten immer genau, von wem die Songs stammen. Sie hätten sich lautlos einigen können.

    Die Forderungen wurden indes der Boulevardpresse gesteckt. Die Schlagzeilen unterstellten Dieter Birr dann Abzocke, Gier und 120.000-Euro-Forderungen. Diesen Vergleich hat nun einer gewonnen, und alle konnten ihr Gesicht wahren. Aber große Reunion-Konzerte wird es eher nicht geben.

    #DDR #musique #rock

  • Endlich da! Berlin hat seinen Harald-Juhnke-Platz
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/berlin-hat-seinen-harald-juhnke-platz-li.2353147

    Da muss man dafür sein, nix Kulturkampf. #Grolku heißt jetze #Säuferecke, weil Berlins berümtester Kampftrinker das Kudamm-Plätzchen mit Mosaikei (nir echt aus der kaputten Kirche) bekommt. Nur ein paar Meter weiter war die Kaschemme zum Leberruinieren, die unsa Hardy so liebte. Darauf einen Underberg, nicht wahr lieber Fallada, unter uns Alkis muttat sein.

    1.9.2025 von Karim Mahmoud - Jahrelange tobte ein Kulturkampf um die Benennung nach dem verstorbenen Entertainer Harald Juhnke. Jetzt ist die Namensgebung endlich vollzogen.

    Berlin hat endlich einen Harald-Juhnke-Platz. Danken darf die Stadt dem Ex-Juhnke-Manager Peter Wolf. Er kämpfte seit Jahren um die Benennung nach dem verstorbenen Entertainer – gegen den erbitterten Widerstand vieler Politiker im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

    Wolf hatte dem Berliner KURIER in der vergangenen Woche erzählt, der Harald-Juhnke-Platz werde jetzt kommen. Mehr als 20 Jahre nach dem Tod von Harald Juhnke gibt es in Berlin nun offiziell einen nach ihm benannten Platz. Der Platz ist eher ein Plätzchen. Es befindet sich auf einem Dreieck zwischen der Kreuzung Kurfürstendamm, Grolmanstraße und Uhlandstraße. Das teilte die Pressestelle des Landes Berlin mit.

    Nur wenige Schritte entfernt befanden sich die berühmten Kudamm-Bühnen, auf denen Juhnke unvergessliche Auftritte hatte. Offiziell eingeweiht wird der Harald-Juhnke-Platz in vier Wochen.

    Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte bereits im März mehrheitlich für die Namensgebung gestimmt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte, mit dem Harald-Juhnke-Platz am Kurfürstendamm „würdigen wir sein Lebenswerk und setzen ein sichtbares Zeichen für die enge Verbundenheit der Stadt mit Harald Juhnke“.
    Berlins Regierender Kai Wegner unterstützte die Juhnke-Platz-Idee

    Wegner war lange Zeit einer der wenigen, die Peter Wolf in der Sache Juhnke-Platz unterstützten. Dem KURIER hatte Wolf gesagt: „Es ist unfassbar, dass man mit der Namensgebung so lange gewartet hat.“ Harald Juhnke sei nicht nur einer der größten Entertainer aller Zeiten gewesen. Er habe der Stadt Berlin auch unendlich viel gegeben.

    Harald Juhnke (1929–2005) wuchs in Berlin-Wedding auf. Er spielte in zahlreichen Filmen und Theaterstücken mit und moderierte verschiedene große Unterhaltungsshows im Fernsehen. Juhnke war lange Alkoholiker und hat diese Erkrankung nie vollständig überwunden. Trotzdem liebten ihn Millionen Menschen. Im April 2005 starb Juhnke im Alter von 75 Jahren in einem Heim in Rüdersdorf bei Berlin.

  • Autobahn-Drama: Flixbus nach Berlin kippt auf der A19 um – 20 Verletzte
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/autobahn-drama-flixbus-nach-berlin-kippt-auf-der-a19-um-20-verletzte

    Bis vor ein paar Jahren waren private Linienbusse nicht erlaubt. Es zeigt sich, dass es dafür gute Gründe gab. Aber dann wollte man modern, billig und innovativ sein, senkte Löhne und Renten und erlaubte privaten Busverkehr. Im Ergebnis machen heute hochbetagte und vielgestresste Fahrer mittleren Alters die Straßen unsicher, im wahrsten Sinne des Wortes, wie man sieht.

    4.7.2025 von Stefan Henseke - Schweres Busunglück auf der Autobahn. In der Nacht um 2.40 Uhr verliert der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und kommt von der Fahrbahn ab.

    Schock auf der Autobahn: Ein aus Kopenhagen kommender Flixbus ist auf der Fahrt nach Berlin von der Autobahn abgekommen und auf die Seite gekippt. Passiert ist das auf der A19 in Mecklenburg-Vorpommern. 20 Reisende wurden verletzt.

    20 Reisende wurden verletzt, einer davon lebensgefährlich, wie ein Sprecher der Polizei am frühen Morgen mitteilt. Der Schwerstverletzte war zwei Stunden eingeklemmt gewesen, bevor er endlich mit Spezialwerkzeug aus dem Bus befreit werden konnte. Zur Schwere der übrigen Verletzten konnte der Sprecher zunächst nichts sagen. Dazu sei man in der Klärung.
    An der Anschlusstelle Röbel: Der Flixbus kommt von der Fahrbahn ab

    Der Bus mit 53 Reisenden und zwei Busfahrern an Bord war aus Kopenhagen kommend über das Zwischenziel Berlin auf dem Weg nach Wien. Der Unfall hat sich gegen 2.40 Uhr an der Anschlussstelle Röbel (km 24,5) in Richtung Berlin ereignet. Der Bus kam zunächst nach rechts von der Fahrbahn ab, bevor er umgekippte. Der Grund dafür sei laut Polizei noch nicht klar.

    Pankower Kleingärtner atmen auf: Tausende Parzellen gerettet

    Nervensägen beim Notruf: 2500 Berliner rufen ständig die Feuerwehr!

    Alarmiert wurden Rettungsdienst, Feuerwehr und Rettungshubschrauber. Auch Beamte der Autobahnreviere Dummerstorf und Linstow sowie aus Plau am See sind im Einsatz. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ist auch die DEKRA vor Ort. „Die unverletzten Reisenden wurden durch einen Bus übernommen und nach Röbel gebracht“, teilt die Polizei mit.
    Die Autobahn A19 Richtung Berlin ist gesperrt

    Die Autobahn in Fahrtrichtung Berlin ist seit dem Unfallzeitpunkt voll gesperrt, meldet sie Polizei. Zwei Kräne richteten den Bus wieder auf. Die Vollsperrung wird voraussichtlich noch bis Mittag bestehen.

    Die unverletzte Passagieren wurden samt Gepäck zum Zentralen Omnibusbahnhof nach Berlin gebracht. Dafür sei ein Ersatzfahrzeug organisiert worden, teilte Flixbus mit. „Wir stehen in engem Austausch mit der Polizei und den zuständigen Behörden vor Ort, um die Ursache des Unfalls schnell und umfassend aufzuklären“, schreibt ein Unternehmenssprecher. Sobald gesicherte Informationen zum Unfallhergang vorlägen, werde das Unternehmen diese zeitnah kommunizieren.

    Immer wieder passieren schwere Unfälle mit Reisebussen. Erst im vergangenen Jahr verunglückte ein Flixbus auf der A9. Vier Menschen starben, mehr als 30 wurden verletzt, als der Bus am Schkeuditzer Kreuz von der Fahrbahn abkam und umstürzte (mit dpa).

    #Verkehr #Linienbus #Privatisierung

  • Sparen, bis es quietscht! Die große Streichliste des Berliner Senats
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/sparen-bis-es-quietscht-die-grosse-streichliste-des-berliner-senats-

    Vermutlich unterschlägt der Artikel etliche Sparmaßnahmen im sozialen Bereich und führt nur die auf, an denen die BZ imteresdiert ist.

    9.9.2024 - Berlin muss bis zu vier Milliarden Euro einsparen. Wo, das zeigt diese Liste. Der Verkehr ist von der möglichen Streichliste am meisten betroffen.

    Sparen, sparen, sparen! Die Berliner Politik steht vor einer gewaltigen Herausforderung: Im kommenden Jahr müssen bis zu 4 Milliarden Euro im Haushalt eingespart werden. Die Köpfe der Finanzexperten der CDU/SPD-Koalition rauchen bereits – während sie sich durch eine lange Liste an möglichen Sparmaßnahmen arbeiten. Berlins Finanzsenator Stefan Evers hat sie auf dem Tisch liegen. Und die B.Z. hat exklusiven Einblick in diese Liste erhalten. Zurzeit wird intensiv geprüft, welche Einschnitte wirklich durchgesetzt werden können.

    Nach den Herbstferien soll Klarheit herrschen. Eins ist schon jetzt klar, beim Verkehr soll offenbar am meisten gespart werden. Unter den Vorschlägen finden sich diese brisanten Punkte:
    Verkehr

    29-Euro-Ticket: Ein Verkaufsstopp für das Berlin-Abo zum 1. November oder 1. Dezember steht im Raum. Sogar ein Ausstieg aus dem 49-Euro-Deutschland-Ticket wird in Erwägung gezogen.

    Schülerticket: Das kostenlose Fahren für Schüler könnte auf der Kippe stehen. Bis 2019 zahlten 90.000 Kinder 21,80 Euro monatlich für das Ticket, seitdem übernimmt das Land Berlin die Kosten. Jetzt wird überlegt, diese Regelung zurückzunehmen.

    Tram-Neubau: Neue Strecken könnten vorerst auf Eis gelegt werden, darunter auch die Verlängerung der Linie M10, die ursprünglich ab Herbst 2026 von Moabit nach Jungfernheide führen sollte und ebenfalls die umstrittene Tram 21 zum Ostkreuz.

    E-Busse: Die Anschaffung neuer E-Busse könnte pausieren, bis diese nicht mehr teurer sind als Dieselbusse – mit Ausnahme von 50 Bussen, die 2025 noch geliefert werden sollen.

    Fahrrad-Mobilität: Planungsstopps für Radschnellwege und Fahrradparkhäuser werden intensiv geprüft.

    Anwohner-Parken: Die Gebühr von derzeit 10,20 Euro pro Jahr könnte verdoppelt oder sogar auf bis zu 300 Euro angehoben werden.

    Parkzonen: Eine Ausweitung der Parkzonen sowohl geografisch als auch preislich wird in Erwägung gezogen, basierend auf Vergleichen mit Hamburg und München.
    Kultur

    Komische Oper: Die geplante 478-Millionen-Euro-Sanierung Unter den Linden könnte gestrichen werden, indem die Oper dauerhaft im Schillertheater verbleibt.

    700 Kinder weg! Eltern kündigen Kita-Verträge, weil Erzieher ständig streiken

    Nächste Hauptstadt verbietet E-Roller komplett!

    Kulturcent: Ein Aufschlag von 50 Cent auf Tickets für Theater, Museen und Konzerte könnte eingeführt werden.
    Wohnen

    Zweitwohnungssteuer: Eine Erhöhung um 2 bis 5 Prozent der Nettokaltmiete steht zur Debatte, was zusätzliche Einnahmen generieren könnte. Bisher, so die B.Z., bringen 20.529 Betroffene 15,5 Mio. Euro im Jahr.

    Grunderwerbsteuer: Immobilienkäufer könnten bald 6,5 Prozent auf den Kaufpreis zahlen müssen, wie es bereits in Brandenburg der Fall ist. Das wären 0,5 Prozent mehr.

    Wohnsitz-Abmeldung: Eine Prämie von 100 Euro für die Abmeldung des Wohnsitzes könnte das Melde-Register bereinigen.

    Spielbank-Abgabe: Eine Erhöhung um 5 Prozent könnte zusätzliche Einnahmen bringen.

    Auch in Schulen soll gespart werden, vor allem an der Raumgröße.

    Auch in Schulen soll gespart werden, vor allem an der Raumgröße.Serienlicht/imago
    Schulen, Kitas, Bildung

    Schulraum: Die Berliner Schüler könnten künftig in kleineren Räumen untergebracht werden, denn die Frage, ob Berliner Schulen im Vergleich zu groß gebaut werden, steht im Raum.

    Schulessen: Eine soziale Staffelung bei der Finanzierung des Schulessens könnte dazu führen, dass nicht mehr jedes Kind kostenlos versorgt wird.

    Gratis-Kita: Auch die beitragsfreie Kita könnte auf den Prüfstand kommen. Eine Rückkehr zu einem gestaffelten Beitragssystem, wie es bis 2007 existierte, ist möglich.

    Tegel-Uni: Der geplante Umbau des ehemaligen TXL-Terminals für die Hochschule für Technik könnte auf den Prüfstand kommen.
    Sicherheit

    Polizeifahrzeuge: Eine Umstellung auf Leasing könnte bei Polizei und Feuerwehr Kosten senken.

    Objektschutz: Der Schutz von Gebäuden, die nicht dem Land Berlin gehören, könnte aus Kostengründen eingestellt werden.
    Freizeit und Vergnügen

    Vergnügungssteuer: Auch hier wird eine Erhöhung um 5 Prozent in Betracht gezogen, was z.B. die Kosten für einen Spielautomaten auf 306 Euro pro Monat ansteigen lassen könnte.

    168 Mio. Euro! Neubau des Berliner Jahnstadions wird 70 Prozent teurer

    City-Tax: Eine Erhöhung der Bettensteuer um zwei Prozent für alle Reisenden könnte zusätzliche Einnahmen bringen.
    Konsum

    Verpackungssteuer: Eine Abgabe wie in Tübingen (1,50 Euro) wird geprüft, allerdings steht noch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus.

    All diese Maßnahmen werden derzeit sorgfältig abgewogen, um zu entscheiden, welche Opfer Berlin bringen muss, um die Finanzen zu stabilisieren. Die geplanten Einsparungen im Haushalt bezeichnete Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zuletzt als notwendig. „Die Vorgängersenate haben viel zu viel Geld ausgegeben“, begründete er das und verwies darauf, dass das jährliche Haushaltsvolumen von 2016 bis 2024 von 25 auf rund 40 Milliarden Euro angewachsen sei. Zwar seien bestimmte zusätzliche Ausgaben in der Corona-Pandemie richtig gewesen, aber: „Das Ziel muss jetzt sein, auf Vorkrisenniveau zu kommen“.

    #Berlin #Sparmaßnahmen #Politik

  • Ludwig Renn und sein Kinderbuch „Nobi“ : Wie woke war die DDR ?
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/ludwig-renn-und-sein-kinderbuch-nobi-wie-woke-war-die-ddr-li.2249652


    Eine Illustration aus „Nobi “von Ludwig Renn, in der DDR erschienen. Kinderbuchverlag Berlin/Repro : Henseke

    Le communiste et commandant de la brigade internationale Ernst Thälmann Ludwig Renn (Arnold Friedrich Vieth von Golßenau) a vécu en #RDA comme auteur de livres de voyage et pour enfants. Son "Nobi" s’appellait initialement "Le nègre Nobi". Le mot "Neger" étant considéré de plus en plus désuète et raciste il disparu du titre après les premières éditions.

    Cet article évoque plusieurs exemples de la gestion des expressions jugées inadéquates en RDA.

    31.08.2024 - Bis heute wird über eine Geschichte gestritten, die in der DDR zur Schulbuch-Literatur gehörte. Es geht darum, wer das Wort „Neger“ aus dem Buchtitel gestrichen hat.

    Negerkuss, Mohrenstraße, Zigeunerschnitzel, Indianer: Es gibt immer mehr Wörter, die aus dem Sprachgebrauch verschwinden, weil sie eine rassistische Bedeutung haben, auch wenn sie oft gar nicht so gemeint sind. Es wird heftig darüber gestritten, viele fühlen sich bevormundet. Eines der Paradebeispiele in der Diskussion ist noch heute ein DDR-Kinderbuchklassiker, der einst Schulliteratur war. Ein Buch von Ludwig Renn: „Nobi“, 90 Seiten dünn.


    Spanischer Bürgerkrieg.- vlnr: Joris Ivens, Ernest Hemingway (mit Baskenmütze), Ludwig Renn (in Uniform)

    Nobi ist so eine Art ostdeutsche Variante von Mogli. Ein kleiner, schwarzer Junge, der tierische Freunde hat. Gingu, die Giftschlange. Mafuka, das Gorilla-Kind, Pongu, das Flusspferd. Es geht um Sklavenjäger und den Widerstand des Urwalds. Hunderttausende Kinder in der DDR haben das kurzweilige Buch gelesen und etwas über Afrika und seine Geschichte gelernt – kindgerecht erzählt.

    „Unautorisierte Eingriffe späterer Sprachwächter“

    In der Diskussion von heute geht es vor allem um den alten Titel des Buches – „Der Neger Nobi“. Im Internet gibt es erregte Diskussionen über die Verkürzung, die ersten beiden Worte wurden gestrichen, übrig blieb nur „Nobi“. In den 2000ern wurde das Buch im Eulenspiegelverlag neu aufgelegt.

    Geschimpft wird über die Wokeness unserer Zeit, die keinen Respekt vor geschichtlichen Zusammenhängen habe, über eine Sprachpolizei, die einem vorschreiben will, was man sagen darf und was nicht. Woke ist zu einem Schimpfwort geworden und bedeutet laut Duden eigentlich „in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“.


    Die 19. Auflage von „Nobi“ in der DDR, Mitte der 70er-Jahre erschienen.Kinderbuchverlag Berlin/Repro Henseke

    „Das Original dieses Buches heißt ‚Der Neger Nobi‘, geschrieben von dem des Rassismus absolut unverdächtigen Schriftsteller Ludwig Renn, einem Mann mit ausgesprochen linken und sozialistischen Ansichten. Und nicht ‚Nobi‘“, schreibt ein User erregt im Internet. „Wer schützt eigentlich Texte ehrbarer Autoren vor unautorisierten Eingriffen späterer Sprachwächter? Wer schützt die deutsche Sprache vor bewussten Begriffs- und Bedeutungsverdrehern?“
    Die Sprachpolizei der DDR

    Doch wann ist der Buchtitel verändert worden, erst in den vergangenen Jahren? Ich habe die Geschichte auch in der Schule in Berlin-Köpenick gelesen und wusste, dass das Büchlein noch irgendwo versteckt in meinem Bücherregal steht. Bei meinen Büchern aus der Kinderzeit – höchstwahrscheinlich zwischen P wie Benno Pludra („Die Reise nach Sundevit“) und R wie Götz R. Richter („Die Nacht auf der Wanachi-Farm“). Siehe da, es ist noch da, die 19. Auflage, irgendwann zwischen 1974 und 1975 erschienen. Titel: „Nobi“, also schon damals ohne den Vorsatz „Der Neger“.

    Wenn also eine Sprachpolizei zugeschlagen hat, dann war es die der DDR. Schon seit 1962 (8. Auflage), sieben Jahre nach dem Erstdruck, erschien das Kinderbuch mit dem verkürzten Titel. Und das mit Einverständnis des Autors. Denn Ludwig Renn (geboren als Arnold Vieth von Golßenau), Offizier im Ersten Weltkrieg, später Kommunist und Spanienkämpfer, war auch in den 60ern noch ein angesehener, viel beschäftigter Autor, er starb erst 1979 in Berlin-Kaulsdorf. Und das Wort Neger war schon in den 60ern komplett aus der Zeit gefallen, schon damals ein herabwürdigendes Schimpfwort, das oft aber unbedacht, ohne nachzudenken, benutzt wurde.


    Ludwig Renn (links) mit dem polnischen Politiker Ignacy Loga-Sowiński (1954)Günther Weiß/Bundesarchiv/Wikimedia Commons

    Und ja, in der DDR gab es so etwas wie eine Sprachpolizei. Die hieß damals nur Abteilung „Agitation und Propaganda“, einmal in der Woche bekamen die Chefredakteure Anweisungen von oben, aus dem Politbüro der SED. Oft ging es dabei gar nicht um große Politik, sondern um Mangelwirtschaft, um religiöse Dinge. In den späten 80er-Jahren gab es in der BZ am Abend zum Beispiel die Anweisung, das Wort „Putte“ (Kindergestalt in Skulptur und Maler) nicht mehr zu schreiben. Grund: An den heruntergekommenen Hauseingängen der Vorkriegsaltbauten, in Prenzlauer Berg und Friedrichshain, waren eben diese Skulpturen meist kaputt. Und es hagelte jedes Mal Briefe von erbosten Lesern, wenn man auch nur das Wort Putte erwähnte, von Lesern, die sich darüber beschwerten, wie die DDR die Stadt zerfallen ließ.

    #DDR #lettres #racisme #langue #socialisme

  • PFAS - Getting ‘forever chemicals’ out of drinking water
    https://seenthis.net/messages/1010623

    Suivant l’article répéré par @kassem la situation aux États Unis est très inquiétante.

    En Europe centrale on est parfois encore à l’abri du problème sauf dans les endroits proches d’usines produisant ou utilisant les PFAS et, deuxième facteur à risque, dans les communes où la privatisation du traitement des eaux usées empêche les investissements nécessaires dans l’épuration. Malheureusement il y a de nombreux endroits en Europe qui sont touchés par l’un de ces problèmes.

    https://foreverpollution.eu

    More than 17 000 sites all over Europe are contaminated by the “forever chemicals” PFAS, an exclusive, months-long investigation from 18 European newsrooms shows. The investigation “The Forever Pollution Project” reveals an additional 21 000 presumptive contamination sites due to current or past industrial activity. The contamination revealed by this project spreads all over Europe.

    Les PFAS font partie de l’héritage de « trente glorieuses » quand l’industrie utilisait n’importe quelle substance qui promettait un gain en cométivité et une augmentation du chiffre d’affaires sans se soucier des conséquences pour l’environnement.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Per-_und_polyfluorierte_Alkylverbindungen#Geschichte

    Die PFAS-Chemie wurde in den späten 1930er-Jahren entdeckt. Seit den 1950er-Jahren wurden viele von Verbrauchern und der Industrie häufig verwendete Produkte mit oder aus PFAS hergestellt.

    Voilà la carte des endroits pollués par les PFAS en Europe
    https://www.lemonde.fr/en/les-decodeurs/article/2023/02/23/forever-pollution-explore-the-map-of-europe-s-pfas-contamination_6016905_8.h

    Résultats de l’enquête en open data
    https://assets-decodeurs.lemonde.fr/decodeurs/medias/foreverpollution/map_data.csv

    La carte affiche plusieurs régions particulièrement touchées par la production et la contamination par les PFAS. Il s’agit de l’italie du nord autour de Venise, la vallée du Rhin entre la France et l’Allemagne, toute la Belgique et de la région d’Amsterdam au Pay Bas.

    Il y a plusieurs régions parsemées de sites de production et de contamination PFAS : Stockholm, la région parisienne, toute l’Allemagne, le Danemark avec Copenhague et l’Angleterre (sans le Pays de Galles et l’Écosse). Un peu moins touchés sont la Pologne et les autres pays de l’Europe de l’Est, la France, l’Espagne et les autres régions de l’Italie.

    On constate qu’il y a une correlation entre le degré de l’industrialisation d’un endroit et sacontamination avec les PFAS.

    La ville de Berlin est peu contaminée pour une agglomération de sa taille. C’est sans doute la conséquence de sa désindustrialisation après 1989 et du fait qu’elle est située au milieu de la région la moins peuplée d’Allemagne. Il y a 5 endroits contaminés et quelques contaminations probables qui sont tous d’anciens aeroports et sites industriels. On verra sans doutes des travaux de décontamination dans les années à venir. Il n’y a qu’un seul utilisateur industriel de PFAS connu à Berlin. A ma connaissance l’eau potable de la ville ne contient pas de PFAS.

    Est-ce qu’il faut utiliser les filtres à eau pour se protéger contre les PFAS ?

    Avant la l’enquête sur les PFAS en Europe les filtres d’eau étaient généralement considérés comme plutôt nuisibles. On peut alors dire que leur utilisation n’apporte toujours pas d’avantage sauf peut-être dans les régions connues pour leur pollution par PFAS. Il faut attendre les résultats de tests européens avant de pouvoir prendre des décisions raisonnables.

    Wasser­filter im Test Über­flüssig bis schädlich
    https://www.test.de/Wasserfilter-im-Test-Gut-filtert-keiner-4840828-0

    Sie verheißen weiches Wasser, weniger Kalk, mehr Teegenuss. Doch das schaffen Wasser­filter nur für wenige Liter. Ein Modell trug sogar Schimmelpilze ins Wasser ein.

    Ist ein Wasser­filter sinn­voll? Die Anbieter erwecken den Eindruck, ohne Wasser­filter gehe es nicht. Im Prüf­labor erwies sich das als ziemlich über­trieben. Filtern ist meist ohnehin über­flüssig, nahezu über­all in Deutsch­land fließt einwand­freies Trink­wasser aus der Leitung.

    Trotzdem kann es Gründe geben, zu Hause weiches Wasser genießen zu wollen. Für Teegourmets kann ein Wasser­filter zum Beispiel interes­sant sein. Fast alle frischen Filter verwandelten im Test hartes Wasser in weiches. Doch schon nach dem ersten Viertel der angegebenen Kapazität schafften sie nur noch mittel­hartes Wasser. Das gilt selbst für den besten Wasser­filter.

    La situation en Allemagne est généralement nettement moins inquiétante qu’aux États Unis, mais les municipalités sont obligés de dépenser chaque année des millios pour éliminer les terres contaminées.

    https://www.berliner-kurier.de/berlin/wie-sicher-ist-unser-grundwasser-hochgiftiges-pfas-auf-dem-gelaende-

    18.07.22, Wie sicher ist unser Grundwasser? Hochgiftige PFAS auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens in Berlin-Tegel entdeckt! Sie sind extrem gesundheitsschädlich

    Bref à Berlin la rivière de la Spree est polluée à quelques endroits mais elle n’est heureusement pas la source pour l’eau potable de la ville qui s’alimente en eau par des puits proches des autres cours d’eau dans ses banlieues vertes.

    PFAS - Substances per- et polyfluoroalkylées
    composés organiques synthétiques
    https://fr.m.wikipedia.org/wiki/Substances_per-_et_polyfluoroalkyl%C3%A9es

    Il semble que les PFAS ne fassent pas partie des perturbateurs endocriniens mais ont simplement des effests poisonneux. Ils sont connus par exemple pour la réduction de l’efficacité des vaccinnations.

    Perturbateur endocrinien
    substance chimique qui affecte le système hormonal
    https://fr.m.wikipedia.org/wiki/Perturbateur_endocrinien

    #USA #Europe #Berlin #PFAS #pollution #perturbateur_indocrinien

  • Erinnerungen an Tamara Danz! Bei einem Glas Sekt sagte sie mir: Alles wird gut!
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/erinnerungen-an-tamara-danz-bei-einem-glas-sekt-sagte-sie-mir-alles-

    14.12.2022 von Norbert Koch-Klaucke - Sie bleibt unvergessen: Silly-Frontfrau Tamara Danz, die jetzt 70 Jahre alt geworden wäre.

    Die CD „Mont Klamott“ läuft. Eine kraftvolle Frauenstimme erfüllt mein Zimmer. Die von Tamara Danz, die am 14. Dezember 70 Jahre alt geworden wäre. Viel zu früh ist 1996 diese großartige Sängerin von uns gegangen. Doch es ist, als wäre sie noch immer da – mit ihrer wilden Frisur und dem unbeschreiblich aufregendem Outfit.

    Ich frage mich, wie Tamara heute wohl aussehen würde. Eines bin ich mir aber sicher: Die einstige Diplomatentochter, die zur unsterblichen DDR-Rock-Queen wurde, würde garantiert noch heute mit 70 auf der Bühne stehen und uns mit ihrer Stimme Mut machen. Denn das konnte sie.

    Hoffnung geben, Mut machen – es war auch so, als ich Tamara Danz das erste Mal begegnete. 1987 in Salzwedel, als ich noch kein Journalist war, sondern in dieser Stadt mit damals 20 Jahren als DDR-Soldat gerade nicht die schönste Zeit meines Lebens erlebte. Das einzige Gute: Ich bekam den Befehl, ein paar Karten für ein Silly-Konzert für die Kompanie besorgen.

    Auf der Suche nach dem Schalter stand sie im Kulturhaus Salzwedel plötzlich vor mir. Die Band machte gerade auf der Bühne den Soundcheck, als die Frontfrau mit ihrer markanten wilden Frisur auf mich mit einem Glas Rotkäppchen-Sekt zukam. Ich erinnere mich noch genau, wie ihre Augen meine Uniform musterten und sie merkte, dass ich mich in diesem Aufzug nicht gerade sehr wohl fühlte.


    Tamara Danz bei einem Silly-Konzert im Palast der Republik: Das Foto entstand zu jener Zeit, als unser Autor seine erste Begegnung mit der Sängerin hatte.

    Tamara besorgte noch ein zweites Glas Sekt und reichte es mir und sagte, in dem sie auf meine Uniform deutete: „Auch diese Zeit geht vorbei. Du wirst sehen – eines Tages bist du wieder frei. Alles wird gut!“ Ich war sprachlos, ich hatte verstanden. Tamara Danz, die DDR-Rock-Queen, sagte auf einmal so etwas offen aus, das nun überhaupt nicht im Sinne des Staates sein konnte, in dem wir damals lebten. Vor allem einem Menschen gegenüber, den sie gar nicht kannte.

    Lesen Sie auch: Silly: Warum Tamara Danz den „letzten Kunden“ nicht mochte>>
    Tamara Danz zum 70.: Sie hatte einfach den Mut, offen zu sagen, was sie dachte

    An dem folgenden Abend erlebte ich dann mein erstes Silly-Konzert. Ich sah Tamara, wie sie als „Wilde Mathilde“ den Saal zum Kochen brachte. Und immer wieder hörte ich die Worte, die sie mir Stunden zuvor sagte und die mir dann am Ende auch Mut machten, den Rest meiner 18 monatigen Soldatenzeit zu überstehen. Tamara Danz hatte meine Seele getroffen.

    Tamara Danz auf der legendären Demonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 89, rechts Silly-Musiker Ritchie Barton
    Tamara Danz auf der legendären Demonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 89, rechts Silly-Musiker Ritchie Barton Imago/Rolf Zöllner

    Lesen Sie auch: Silly: Auf ihrer neuen Platte singt Tamara Danz>>

    Heute weiß ich: Tamara hatte einfach den Mut das zu sagen, was sie gerade dachte und für richtig hielt, egal, wer da vor ihr stand. Auch in ihren Liedern war das so. Sie gehörte zu den Künstlern in der DDR, die offen die Zustände im Land kritisierten.

    Auch später, im wiedervereinten Land, erhob die Sängerin ihre Stimme, wenn es um die Benachteiligung der Ostdeutschen ging und uns daran erinnerte, dass sich keiner für seine Herkunft schämen müsse. Sie verstand, die Gefühle der Menschen zu treffen, mit dem, was sie sagte. Ich denke, auch in der heutigen Krisenzeit würde sie die richtigen Worte finden, die Mut machen und Hoffnung geben.

    In diesem Sinne erhebe ich mein Glas Sekt, erinnere mich mit Dankbarkeit an meine erste Begegnung mit dieser wunderbaren Frau. Happy Birthday Tamara – wo immer du auch sein magst! Wir haben dich nicht vergessen!

    Norbert Koch-Klaucke schreibt jeden Freitag im KURIER über Geschichten aus dem Osten.
    Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com

    #DDR #musique #rock #féminisme #histoire

  • Prozess wegen sexueller Belästigung: Schwangere im Uber-Taxi betatscht | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/prozess-wegen-sexueller-belaestigung-schwangere-im-uber-taxi-betatsc

    19.02.20 - Moabit - Sie war hochschwanger, wollte sicher und schnell nach Hause. Doch Pauline K. (25) ist bis heute angewidert und fassungslos, wenn sie an die Tour mit Fahrdienst-Mann Mehmet B. (51) denkt.Im Gerichtssaal sah sie ihn nun wieder. Im Prozess wegen sexueller Belästigung. Als sie auf dem Beifahrersitz saß, soll Mehmet B. sie betatscht haben.

    Die Anklage: „Er fasste mit der rechten Hand auf ihren Bauch und führte kreisende Bewegungen aus.“ Mit den Worten: „Ich finde schwangere Frauen sehr attraktiv.“

    Ein Mann mit Hufeisen-Bart und Lederjacke. Lässig der Gang. Er möchte wohl cool wirken. Und bestritt: „Ich habe das nicht gemacht.“ Nur gehofft habe er: „Ich war von ihrer Schönheit begeistert.“ Sie hätten sich so gut unterhalten: „Ich bat um ihre Handy-Nummer.“

    Sie hätte ihm erlaubt, seine Hand auf ihren Bauch zu legen. Er schrieb ihr später - „Sie sperrte mich. Die Sache war für mich damit erledigt.“

    Der 16. Juli. Pauline K. (Namen geändert) bekam am Abend Schmerzen. Sie war im neunten Monat schwanger, fuhr in die Klinik. Als es Entwarnung gab, rief sie beim Uber-Fahrdienst an. Mitarbeiter B. fuhr vor.

    Verteidiger wollte Freispruch erwirken
    Pauline K.: „Kaum fuhren wir, kamen Anmach-Sprüche. Mir wurde ganz heiß, ich hatte Angst.“ Seine Hand auf ihrem Bauch. „Er ging immer tiefer. Ich rückte weg.“ Dann habe er versucht, sie zu küssen – „ich drehte meinen Kopf weg.“ Niemals hätte sie ihm gestattet, auf ihren Bauch zu fassen.

    Der Verteidiger wollte einen Freispruch erwirken: „Vielleicht steigerte sie sich in etwas hinein. Sie hätte das Auto verlassen können.“ Die Richterin aber: „Im 9. Monat lässt man sich nicht wie James Bond aus dem Auto fallen.“

    Die junge Frau, die sechs Tage später ihr Baby zur Welt brachte, habe nichts erfunden. Das Urteil: 4000 Euro Strafe.

    #Berlin #Uber #sexuelle_Belästigung #Sicherheit

  • Initiative gegen Uber & Co.: Senat zündet Airbag für Berliner Taxis | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/initiative-gegen-uber---co--senat-zuendet-airbag-fuer-berliner-taxis

    24.02.20 von Peter Neumann - Der Taxibranche geht es schlecht. Konkurrenten wie Uber und Free Now graben ihr das Wasser ab. Nun will der Senat mit einer Initiative auf Bundesebene erreichen, dass sie in die Schranken gewiesen und stärker reguliert werden.

    Bodo Eckardt liebt seinen Beruf. Dass er täglich bis zu zehn Stunden auf Achse ist, um Fahrgäste zu befördern, macht dem Taxifahrer aus Tempelhof nichts aus. „Doch im Vergleich zu früher habe ich mittlerweile Umsatzeinbußen von bis zu 40 Prozent“, so der 57-Jährige.

    Schuld sei die Konkurrenz wie Uber und Free Now. Immer mehr Kunden buchen ihre Fahrten per App bei diesen Vermittlern. Befördert werden die Fahrgäste von Subunternehmen – in Berlin mit mittlerweile mehreren tausend Limousinen, die juristisch als Mietwagen mit Chauffeur gelten. Und zu Fahrpreisen, die den streng regulierten Taxitarif meist unterbieten – was laut Kritik aus der Taxibranche nur möglich ist, wenn Sozial- und andere Standards ignoriert werden.

    Verkehrsverwaltung will Taxigewerbe schützen

    In der Verkehrsverwaltung sieht man die Entwicklung mit Sorge. Die geplante Reform des Personenbeförderungsgesetzes, die von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vorbereitet wird, könnte die ruinöse Konkurrenz für das Taxigewerbe verschärfen.

    In diese Diskussion will sich die Verkehrsverwaltung nun einschalten. Ziel sei es, das Taxigewerbe „als Teil der Daseinsvorsorge“ zu erhalten und zu schützen – so steht es in der sechsseitigen Vorlage, die Senatorin Regine Günther (Grüne) im Senat besprechen möchte. Städte und Landkreise sollen die Möglichkeit bekommen, Taxi-Konkurrenten stärker zu regulieren. Künftig sollen sie bestimmen können, wo und wie viele von solchen Fahrzeugen unterwegs sein dürfen und wo nicht.

    So soll „Rosinenpickerei“ in Stadtzentren und zu nachfragestarken Zeiten, die zu Lasten des Nah- und Taxiverkehrs geht, unterbunden werden, heißt es in Günthers Unterlage. Um die Unternehmen kontrollieren zu können, müssten deren Fahrzeuge anders als heute stets gekennzeichnet werden.

    Taxifahrer Bodo Eckardt hofft, dass die Berliner Initiative auf Bundesebene gehört wird. Der Senat müsse aber die Kontrollmöglichkeiten, die er jetzt schon hat, konsequenter nutzen. Die Zeit drängt: „Sonst muss ich stempeln gehen.“

    #Berlin #Taxi #Politik #SenUVK

  • Blutige Tragödie in Schöneberg: Frauenrechtlerin sticht Schwiegersohn nieder | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/blutige-tragoedie-in-schoeneberg-frauenrechtlerin-sticht-schwiegerso

    Der Hausflur in der Elßholzstraße in Schöneberg sieht aus wie ein Schlachthaus, das gesamte Treppenhaus ist über mehrere Stockwerke mit dicken Blutspuren verschmiert. Am Montagabend kam es hier zu einer blutigen Messer-Tragödie, als eine afghanische Buchautorin ihren Schwiegersohn niederstach. Die 73-Jährige wurde festgenommen und soll nun einem Haftrichter vorgeführt werden. Ihr Motiv ist noch nicht bekannt.

    „Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte die Frau am Montag gegen 18.20 Uhr in ihrer Wohnung in der Elßholzstraße einen 44-Jährigen mit einem Messer angegriffen und mit mehreren Stichen lebensgefährlich verletzt“, so eine Polizeisprecherin. Der Schwerverletzte konnte noch aus der Wohnung flüchten „und sich in den Hausflur schleppen, woraufhin Nachbarn die Polizei verständigten“, so die Sprecherin weiter.
    Buchautorin aus Afghanistan

    Ebenfalls alarmierte Rettungskräfte der Feuerwehr brachten den 44-Jährigen in ein Krankenhaus, hier wurde er notoperiert. Er soll sich außer Lebensgefahr befinden. Nach KURIER-Informationen handelt es sich bei der festgenommenen Frau um Mariam N., eine Frauenrechtlerin und Buchautorin, die ursprünglich aus Afghanistan stammt.

    Im Jahr 2008 gewann sie den „taz Panter Preis“. Die Preisträger zeichneten sich laut der Tageszeitung taz dadurch aus, dass sie sich „auf besondere Weise sozial oder politisch, einfallsreich, mutig und widerborstig“ engagiert hätten. Die damals 61-jährige Afghanin Mariam N., hieß es bei der Preisverleihung weiter, baue „Schulen in ihrer Heimat und unterstützt demokratisch gesinnte Menschen, die vor Kriegsverbrechern fliehen müssen“.

    Beklemmende Familiengeschichte

    Bekannt wurde die Schriftstellerin zudem durch die von ihr aufgeschriebene Chronik ihrer Familie. In dem Buch erzählt die Frau laut Klappentext „von der blutigen Ermordung der Urgroßmutter um 1900, die in den Verdacht der Untreue gerät und von der Großmutter, die sich in ähnlicher Situation durch einen Mord rettet“.

    Zudem handele das Buch „vom Schicksal der Mutter, die ihr Kind verliert und deshalb von der Familie ihres Mannes geächtet wird, bis hin zur Nichte, die in Berlin als moderne junge Frau heranwächst“. Es sei eine „spannende und bewegende Geschichte von Frauen, die ihr Schicksal trotz widrigster Umstände selbst in die Hand nehmen“.
    Richter soll über U-Haft entscheiden

    Welche Vorgeschichte zu dem Drama führte, bei dem die 73-Jährige jetzt zum Messer griff, mit dem sie ihren Schwiegersohn beinahe tötete, ist noch unklar. Wie die Polizei mitteilte, sollte die Frau noch am Dienstag wegen des „Verdachts eines Tötungsdeliktes“ einem Richter vorgeführt werden: Dieser müsse dann bis zum späten Dienstagabend entscheiden, ob Mariam N. in Untersuchungshaft genommen wird.

    #Berlin #Schöneberg #Elßholzstraße

  • Michael Müllers Hartz IV-Alternative in Berlin : Jobs für 1000 Berliner Langzeitarbeitslose | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/michael-muellers-hartz-alternative-jobs-fuer-1000-berliner-langzeita


    L’ancien membre du CA de Volkswagen Peter Hartz

    Le parti socialdémocrate tente de redorer son blason social. On ne renonce pas à l’infâme système Hartz IV mais on récupère des notions à la mode pour vendre une solution qui n’en est pas une. Sous l’appelation salaire de base solidaire (solidarisches grundeinkommen, SGE) on prétend tester une solution générale en sachant qu’elle naura pas de suite. Au lieu d’abolir les sanctions contre chômeurs pour qui le marché du travail n’offre pas de solution, on leur propose un millier de jobs sans raison d’être payés au SMIC, à savoir 9,19 Euros/heure.

    Le SPD mise sur l’effet placebo afin de brouiller les trace de son péché originel qu’il a commis en collaboration avec le parti vert . Dans ce contexte il est utile de rappeller que le gouvernement qui a introduit Hartz IV a également donné l’ordre en 1999 à l’armée de l’air allemande de participer à la guerre d’agression contre la Yougoslavie connue sous le nom guerre du Kosovo .

    Après 1945 les armées allemandes demeuraient sous surveillance étroite des gagnants de la Seconde Guerre mondiale. L’agression militaire contre la Yougoslavie marque le début de la transformation de l’Allemagne dans une nation impérialiste autonome et particulièrement agressive.

    Les défenseurs de ce système se doivent de ne pas diminuer même d’une nuance la pression excercée sur son plus important ennemi intérieur. C’est un ennemi potentiel pour le moment qu’il faut maintenir dans cette position. On ne veut pas de gilets jaunes en Allemagne.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kosovokrieg#Vorwurf_der_V%C3%B6lkerrechtswidrigkeit_von_Seiten_promine

    Guerre juste, guerre d’agression et droit international humanitaire - CICR
    https://www.icrc.org/fr/doc/resources/documents/misc/5fzjsh.htm

    De François Bugnion - Cet article retrace l’histoire des règles et normes mises en place pour limiter la violence ainsi que celles interdisant le recours à la guerre. L’auteur explique qu’en cas de guerre, même s’il s’agit d’une guerre d’agression, l’application du droit international humanitaire reste indépendante des causes de la guerre et son application discriminatoire ne peut pas être admise.


    La maire de Berlin Michael Müller

    Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. -hartz-alternative-jobs-fuer-1000-berliner-langzeitarbeitslose-32794190

    Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so Die Freude war dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) durchaus anzusehen: Sein Solidarisches Grundeinkommen (SGE), Müllers Alternative zu Hartz IV, ist am Dienstag vom Senat beschlossen worden. Trotz Gegenwind, Kritik und Bedenken ist der Startschuss für das Modellprojekt nun gefallen. Noch im Juli, so hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. hofft man, sollen erste Verträge abgeschlossen sein.

    „Ich will nicht zugucken, dass Menschen jahrelang von einer kurzfristigen Maßnahme in eine andere geschickt werden und am Ende doch perspektivlos dastehen“, sagt Müller. Rund 1000 Berliner Langzeitarbeitslose bekommen nun die Chance, wieder eine unbefristete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Angestellt werden sie bei öffentlichen Verwaltungen oder landeseigenen Unternehmen und Trägern.
    Tätigkeiten: Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas

    Die Bezahlung erfolgt nach Tarif- oder Landesmindestlohn. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Insgesamt kommen rund 42.000 Menschen dafür in Frage. Das SGE richtet sich an Menschen, die mindestens ein Jahr arbeitslos waren und es höchstens seit drei Jahren sind.

    „Ich möchte ihnen ein gutes Angebot machen“, sagte Müller. Gleichzeitig betonte er, dass es immer erstes Ziel sein müsse, Erwerbslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das Solidarische Grundeinkommen beginnt dann, wenn man diesen Anschluss nicht gefunden hat“, erklärte Müller. Zudem sollen die Beschäftigten der neuen Jobs innerhalb der Laufzeit des Modells gecoacht und weiterqualifiziert werden.
    Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung

    Die Tätigkeiten reichen von Arbeiten in Schulen, im Quartiersmanagement, in Kitas, über City-Lotsen, die im ÖPNV aushelfen, Mobilitätshelfern bis hin zur Umweltbildung. „Die Jobs sind zusätzliche“, betonte Müller, „sie sollen niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen.“ Nach Ablauf des Projektes verspricht das Land eine Weiterbeschäftigung, wenn die SGE-Bezieher bis dahin nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten.

    #Allemagne #chômage #politique #impérialisme #guerre #SGE

  • Leben in der DDR: Im Osten zu Hause, im Westen in die Schule | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/leben-in-der-ddr-im-osten-zu-hause--im-westen-in-die-schule-32671180

    Suzanne Salem bei ihrer Einschulung in Mariendorf 1985.

    15.7.2019 von 15.07.2019 - Wie die Autorin Suzanne Salem als Kind jeden Tag von Ost- nach West-Berlin pendelte.

    Als mein Vater von der Arbeit kam, rannte ich zur Tür und fiel ihm in die Arme. Das machte ich jeden Abend. Und wie an jedem Abend roch er nach Rasierwasser, und seine Bartstoppeln kratzten mich an den Wangen, obwohl er sie am Morgen erst abrasiert hatte. Ich freute mich auf die Gute-Nacht-Geschichte, die er mir gleich erzählen würde. Doch dann spürte ich, dass an diesem Abend etwas anders war. Meine Eltern warfen sich Blicke zu, die ich nicht deuten konnte.

    Als ich im Bett lag, setzten sie sich zu mir und sagten: „Nächste Woche ziehen wir um. Nach Ost-Berlin.“

    Ich verstand erst einmal gar nichts. Wir lebten in Mariendorf, tief im Westen. Klar, mein Vater arbeitete in Ost-Berlin, das wusste ich, er war Kulturattaché am ägyptischen Kulturbüro, das an die Botschaft angebunden war, und besaß den Diplomatenstatus. Er pendelte jeden Tag über die Grenze in die Friedrichstraße. Auch das wusste ich.

    Im Osten hatte er eine Zweitwohnung, spärlich eingerichtet, im zehnten Stock eines Hochhauses am Hackeschen Markt, die ihm die Botschaft zur Verfügung stellte. Manchmal übernachteten wir dort. Doch das waren immer nur kurze Besuche, die nie länger als einen Tag dauerten.

    Wo würde ich zur Schule gehen? Würde ich meine Freunde nicht mehr sehen?

    Wenn ich an Ost-Berlin dachte, sah ich graue Häuser mit Einschusslöchern in den Fassaden vor mir. Ich konnte mir nicht vorstellen, dort zu leben. Wo würde ich zur Schule gehen? Würde ich meine Freunde nicht mehr sehen?

    Die nächsten Tage verbrachte ich mit dem Versuch, meine Eltern umzustimmen. Ich stritt, ich bettelte, ich kreischte und weinte. Doch es half alles nichts. Meine Mutter erklärte mir, dass mein Vater so öfter bei uns sein könne. Meine Kindersachen wurden in Kisten verstaut, mein Vater brachte eine nach der anderen in den Osten. Ich schwor, dass ich diesen Umzug meinen Eltern nie verzeihen würde – vor allem nicht meinem Vater, der ja schuld war an allem.

    Erst viel später verstand ich, dass die Botschaft auf einen Umzug gedrängt hatte, mein Vater war schließlich ein Repräsentant Ägyptens in Ost-Berlin, es machte sich bei Staatsempfängen nicht gut, wenn zur Sprache kam, dass er mit seiner Familie im Westen wohnte.

    Es gab vieles, was ich erst später verstand. Zum Beispiel, warum meine Mutter durchsetzte, dass ich weiterhin in West-Berlin zur Schule gehen konnte. Sie wollte mich nicht aus meiner vertrauten Umgebung reißen. Sie glaubte nicht daran, dass wir lange in Ost-Berlin bleiben würden. Der Umzug sollte eine Übergangslösung sein – es war das Jahr 1986, wir blieben bis nach der Wende.

    Jeden Tag durch den Tränenpalast

    Ich bekam ein Dauervisum für Angehörige des Diplomatischen Dienstes. Damit durfte ich an der Grenze den Diplomatenübergang nutzen und konnte fast ohne Kontrolle von Ost nach West und zurück pendeln. Ich war sieben Jahre alt, ich wohnte jetzt also in Ost-Berlin – und ging in West-Berlin zur Schule. Jeden Morgen und jeden Nachmittag lief ich allein durch die Diplomatenschleuse des Grenzübergangs im Tränenpalasts. Und ich hasste es jeden Tag.

    Wie schwer die Entscheidung, in den Osten zu ziehen, meinen Eltern gefallen sein muss, vor allem meiner Mutter, auch das begriff ich erst viele Jahre später. Mein Vater und meine Mutter lernten sich in der DDR kennen. Es waren die späten 70er-Jahre, mein Vater, der in Leipzig promoviert hatte, arbeitete in Kairo als Rechtsanwalt, als er für einen Vortrag in seine alte Studentenstadt eingeladen wurde. Er stieg in Ost-Berlin in den Zug, im Abteil begegnete er meiner Mutter, einer hübschen Germanistikstudentin.

    Sie verliebten sich, doch war von Anfang an klar, dass sie keine Beziehung führen durften. Der Vater meiner Mutter war Offizier, als Ingenieur wartete er die Triebwerke der Regierungsstaffel Honeckers. Ägypten war in den 70er-Jahren eines der modernsten arabischen Länder und orientierte sich mehr und mehr Richtung Westen. Meine Mutter und mein Vater hätten nicht einmal miteinander reden dürfen.

    Als die Stasi ihre Beziehung entdeckte, begann für meine Familie eine schwere Zeit. Mein Großvater verlor seine Position als Offizier, weil er sich weigerte, seine Tochter nie wiederzusehen. Meine Mutter wurde tagelang verhört, an der Uni wurde ihr zunächst untersagt, die Diplomprüfung abzulegen, und als sie dagegen erfolgreich Widerspruch einlegte, ließ man sie durch die Prüfung fallen. „Ein Diplom brauchen Sie ja nicht mehr, da Sie einen Ausländer aus dem Westen heiraten wollen“, gab der Prüfer ihr mit auf den Weg. „Ich gehe davon aus, dass die DDR für Sie keine Heimat mehr darstellt.“

    Doch meine Mutter war schon immer eine hartnäckige Frau, Sie setzte durch, dass sie die Prüfung doch noch ablegen konnte und bestand diese mit Auszeichnung.

    Sie bekam eine Stelle als Lehrerin an einer Schule in Schöneweide und wurde schwanger. Regelmäßig bestellte die Stasi sie jetzt in das Amt für Volksbildung im Plänterwald, so erzählte sie es mir später. Man setzte sie unter Druck, malte ihre – und meine – Zukunft in düsteren Farben.

    Meine Mutter bekam große Angst, man würde sie verhaften oder mich ihr wegnehmen, sie litt unter Panikattacken, der Schuldirektor nannte sie nur noch „Frau Staatsfeindin“, und ihr wurde klar, dass sie in diesem Land keine Perspektive mehr hatte. Nach meiner Geburt beschlossen meine Eltern, nach Ägypten zu gehen.

    Für meine Mutter wurde das Leben dort nicht leichter. Die deutsche Schule in Kairo, an der sie sich bewarb, erkannte ihr DDR-Diplom nicht an. Sie saß mit einem Kleinkind in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht verstand, dessen Frauenbild nicht zu dem passte, was sie aus der DDR gewohnt war. Auch hier hatte sie keine Zukunft, Schließlich beantragte sie die westdeutsche Staatsbürgerschaft, und wir zogen nach West-Berlin.

    Neues Zuhause: ein Hochhaus namens „Windmühle“

    Ich hatte eine glückliche Kindheit in Mariendorf, ich erinnere mich an das viele Grün, an die Spielplätze, alles war sehr beschaulich. Der Umzug nach Ost-Berlin riss mich aus meiner kleinen Kinderwelt. Ich verstand damals nicht, wie groß dieser Schritt erst für meine Mutter gewesen sein musste, und auch nicht, warum sie mich um keinen Preis in eine Schule in der DDR geben wollte, deren System sie so tief enttäuscht hatte.

    In dem Hochhaus in der Rochstraße 9, das wegen seines Grundrisses Windmühle genannt wurde, wohnten damals auch andere Diplomaten. Die Museumsinsel, das Rote Rathaus und der Fernsehturm waren nicht weit. Von meinem Kinderzimmerfenster aus sah ich auf die S-Bahngleise und den Schulhof der Schule nebenan. Die Kinder, die dort spielten, kannte ich nicht. Ich stieg jeden Morgen am Bahnhof Marx-Engels-Platz, der heute Hackescher Markt heißt, in die S-Bahn und fuhr bis zur Friedrichstraße, bis zum Grenzübergang im Tränenpalast. Vor den hohen Fenstern der Abfertigungshalle drängte ich mich durch die Menschenmassen, jeder wollte der Erste in der Schlange sein, niemand kümmerte das Kind mit blauem Schulranzen, das allein im Gedränge stand. Ich bekam im Laufe der Jahre viele Ellenbogen an Kopf und Schulter.

    Hatte ich es endlich in den Tränenpalast geschafft, passierte ich die quälend langsame Gepäckkontrolle. Jede Tasche wurde geöffnet und durchsucht. Gleich daneben gab es einen schmalen Gang, der immer leer war. Das war mein Gang. Die ersten Male ging ich ihn an der Hand meiner Mutter hinunter. Sie lief die Strecke mit mir gemeinsam ab, um sicherzugehen, dass ich meinen Schulweg allein bewältigen konnte.

    Als ich zum ersten Mal allein über die Grenze ging, stellte ich mich trotzdem erst mal in die lange Schlange, es erschien mir nicht richtig, einfach daran vorbeizugehen, ich war schüchtern, ich wollte nicht auffallen. Da entdeckte mich der Grenzer und rief: „Du bist doch Diplomatin, du musst hier nicht stehen. Da vorn ist dein Durchgang!“ Alle starrten mich an. Die verwunderten, teils aber auch missbilligenden Blicke brannten sich in meinen Rücken, ich spüre sie bis heute.

    So viele Menschen starben bei dem Versuch, aus der DDR zu fliehen. Und auch, wenn ich das damals nicht hatte wissen können – es verfolgt mich bis heute, dass ich, ein kleines Kind, einfach so an allen vorbeigehen durfte, ich wurde nicht mal richtig kontrolliert. Es war ein Privileg, das ich nicht verstand, das mir unangenehm war. Noch heute kann ich nicht gut an einer wartenden Schlange vorbeigehen, nicht am Flughafen, nicht nachts im Club, ich stelle mich an, selbst wenn ich auf der Gästeliste stehe.

    Obwohl ich mich schämte, hatte ich irgendwann genug Selbstvertrauen gesammelt, meinen Kinderausweis in der Menge hochzuhalten. Ich versuchte, dabei so lässig wie möglich auszusehen, später machte es mir sogar ein wenig Spaß. Das war schon was, dort einfach durchzulaufen, wie eine ganz wichtige kleine Person. Die Grenzer kannten mich: Ein Kind, das den kaum besuchten Diplomateneingang zweimal am Tag passierte, fiel eben auf. Ihre Namen hingegen erfuhr ich nie.

    Begegnungen mit Lolek und Bolek

    In „meiner“ Diplomatenschleuse – so nannte ich sie, weil ich dort nie jemand anderen sah – stand ein Häuschen, in dem zwei Grenzer saßen, die sich im Schichtdienst abwechselten: Einer war hager und hatte stechende Augen, der andere war dicklich. Ich erfand Namen für sie, nannte sie Lolek und Bolek, wie die polnischen Kinderbuchfiguren, die ich immer etwas gruselig fand, oder auch der Dicke und der Dünne, wie die beiden Gendarmen in den Saint-Tropez-Filmen mit Louis de Funès.

    Lolek – oder Bolek – saß erhöht hinter einer Scheibe und blickte von oben auf mich herab. Ohne ein Wort von sich zu geben, schaute er mir prüfend in die Augen, dann wieder auf mein Passbild, wieder in meine Augen. Er durchblätterte meinen dreiseitigen Kinderpass Tag für Tag aufs Neue, als gäbe es dort einen Geheimcode zu entdecken, der nur durch besonders angestrengtes Hineinschauen sichtbar gemacht werden konnte.

    Je älter ich wurde, desto frecher traute ich mich zu sein. Einmal fragte ich den Grenzer: „Bonjour, ça va? Heute schon jemanden verhaftet?“ Ich wollte ihm eine Reaktion entlocken, irgendeine. Er aber verzog keine Miene. Es ist nicht so, dass Lolek und Bolek unfreundlich waren, nur unnahbar. Tagein, tagaus sah ich die gleichen regungslosen Gesichter, die gleiche professionelle Kälte.

    Wenn etwas die Eintönigkeit meines Schulwegs durchbrach, war es meistens unangenehm. Einen Vorfall habe ich bis heute nicht vergessen, und ich verstand danach das erste Mal, warum die Menschen den Grenzübergang an der Friedrichstraße „Tränenpalast“ nannten.

    Ich wollte gerade durch meine Diplomatenschleuse gehen, als die alte Frau, die neben mir an der Gepäckkontrolle stand, anfing zu schreien und zu weinen, die Grenzer hatten ihr die Durchreise in den Westen verweigert. Ich sah noch, wie sie weggeführt wurde. „Aber ich will doch nur einmal meinen Enkel sehen!“, rief sie. Der Grenzer fischte einen Bilderrahmen aus ihrem Koffer, der noch immer auf der Gepäckablage lag, und schmiss ihn in den Mülleimer.

    Die Verzweiflung der Frau, die Ungerechtigkeit des Ganzen und vor allem die Willkür, all das spürte ich – nur in Worte fassen konnte ich diese Gefühle als Kind noch nicht. Wenn ich meinen Eltern abends von Situationen wie dieser erzählte, wichen sie aus, vielleicht, weil sie dachten, dass ich noch zu klein war, weil sie meine kindliche Unschuld bewahren wollten. Das führte dazu, dass in mir nach und nach eine große Wut entstand. Und später, als ich merkte, dass ich nichts an dieser Situation ändern konnte, eine große Resignation.

    Nach der Schleuse durchquerte ich den Transitbereich und lief schließlich durch einen langen gekachelten Gang hinunter zum Bahnsteig der U6. Ich sehe diesen Gang noch heute in meinen Träumen. Es sind Träume, in denen ich laufe und laufe und nirgendwo ankomme. Mittlerweile ist die Farbe der Kacheln in meinen Erinnerungen verblasst. War es mintgrün?

    Ich nahm dann die Bahn bis zur Endstation. In der Schule angekommen, fühlte ich mich endlich wie eine ganz normale Schülerin.

    Ein exotisches Geschöpf in Ost-Berlin

    Die Schule war lange Zeit der Lichtblick in meinem Alltag, das Stück Normalität, nach der ich mich so sehr sehnte. Obwohl in meiner Klasse alle wussten, dass ich im Osten wohnte, gab ich mir große Mühe, dass meine Wohnsituation nicht zur Sprache kam. Wenn die Klassenliste zu Beginn des Halbjahres alphabetisch durchgegangen wurde, hoffte ich inständig, dass niemand mehr zuhörte, wenn der Lehrer meine DDR-Postleitzahl und die Telefonnummer mit der Vorwahl für Ost-Berlin vorlas.

    In der Fünften wurden wir mit einer anderen Klasse zusammengelegt, die neue Lehrerin ging die Klassenliste laut durch, um zu prüfen, ob Anschrift und Telefonnummer richtig vermerkt waren. Als sie bei mir angelangt war, stockte sie und rief: „Was ist das denn für ein Unsinn, das ist ja in der DDR!“ Ich schloss die Augen. Die Lehrerin wollte mir partout nicht glauben, dass ich in der DDR wohnte. Sie wurde so böse, dass sie mich zur Strafe draußen im Vorraum vor dem Klassenzimmer platzierte. Der Direktor kam dann glücklicherweise vorbei und klärte sie auf. In der Pause bombardierten mich die neuen Mitschüler mit Fragen.

    Die schönsten Tage waren die, an denen es hitzefrei gab. Während die anderen Kinder Hausaufgaben machten, hetzte ich zurück über die Grenze. Wenn alles reibungslos verlief, war ich in knapp einer Stunde wieder im Osten, eine halbe Stunde brauchte ich, um zu essen, dann fuhr ich wieder zurück. Wie immer kam ich auch an diesen Tagen zwar als Letzte im Schwimmbad an, aber es blieb mir etwas mehr Zeit als sonst, ich konnte durchatmen.

    Oft aber lief es nicht reibungslos. Zwischen den Geisterbahnhöfen Französische Straße und Friedrichstraße blieb die U-Bahn gerne sehr lange im Tunnel stehen. Im Waggon war es dunkel, es wurde ganz still, die anderen Fahrgäste schauten sich nervös um, als hätten sie Angst, dass sich plötzlich die Türen öffnen würden und sie von nun an im grauen Osten wohnen müssten. Und ich saß zwischen ihnen und platzte innerlich vor Wut. Jede Minute, die wir hier herumstanden und warteten, fehlte mir am Ende mit meinen Freunden im Westen.

    Zu Hause wärmte ich das von meiner Mutter am Vorabend gekochte Mittagessen in der Mikrowelle auf und hetzte erneut los in Richtung Westen. Im Schwimmbad blieben mir dann meist nur zwei Stunden, ehe die anderen Kinder wieder nach Hause mussten. Ich nahm all das in Kauf. Denn noch schlimmer als das Gehetze und die endlose Fahrerei war die Einsamkeit zu Hause in unserer Wohnung in Ost-Berlin.

    „Hallo Westmädchen, komm doch mal her!“

    Im Osten hatte ich keine Freunde. Obwohl unser Haus direkt neben einer Schule lag, hatte ich keinen Kontakt zu den Kindern dort. Wenn der Unterricht aus war, standen sie oft vor dem Schulgebäude herum. Für sie muss ich ein exotisches Geschöpf gewesen sein: Ich trug die neusten Jeans und Marken aus dem Westen und war außerdem im Besitz eines knallroten Walkmans, alles Dinge, die für DDR-Bürger nur sehr schwer zu bekommen waren. Die anderen Kinder starrten mich an, ihre Gespräche verstummten, bis ich vorübergelaufen war, dann tuschelten sie. Mich verunsicherte das zutiefst.

    Einige versuchten auch, mit mir Kontakt aufzunehmen, riefen mir zu: „Hallo Westmädchen, komm doch mal her!“ Einmal blieb ich stehen. Es wurde ein schöner Nachmittag, wir hingen auf dem Spielplatz herum, blätterten in der Bravo, die ich aus dem Westen mitgebracht hatte. Am Abend kam ich glücklich und mit roten Wangen nach Hause, erzählte meinen Eltern, dass ich endlich Freunde gefunden hatte. Doch am nächsten Tag gingen sie mir aus dem Weg. Als ich einen von ihnen zu Rede stellte, zuckte er nur mit den Schultern: „Meine Eltern sagen, ich darf nicht mit dir spielen, sie sind in der Partei und bekommen sonst Schwierigkeiten.“ Von da an gab ich mich unnahbar, wenn ich an ihnen vorbeilief, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünschte als Freunde in Ost-Berlin.

    Es waren nicht nur die Kinder, die mich anstarrten. Meine dunklen Locken und die westliche Kleidung sorgten auch dafür, dass Erwachsene ganz unverhohlen starrten, in der vollen S-Bahn, in der Markthalle oder einfach auf der Straße. Wenn ich durch die Stadt ging, zog ich also den Kopf ein wie eine Schildkröte; manchmal ertappe ich mich heute noch in dieser Haltung.

    Meine Freundin Anja

    Meine Freunde aus West-Berlin konnten mich nur nach wochenlanger Planung besuchen, sie mussten dann extra ein Visum beantragen. Ulrike, eine meiner ältesten Freundinnen, erzählt mir heute manchmal, wie stolz sie war, mich zu kennen, wie fasziniert die Leute waren, wenn sie berichtete, eine Freundin in Ost-Berlin zu haben. Unsere Wohnung in der Rochstraße mit ihren üppigen Teppichen und den Kronleuchtern wirkte auf Ulrike geradezu pompös, dabei war mein Zimmer sehr klein. Manchmal liefen wir zusammen zum Alexanderplatz, turnten um den großen Brunnen herum. Die Klassenkameraden, über die wir uns dabei unterhielten, waren in diesem Moment sehr weit weg.

    Die Nachmittage, an denen Ulrike da war, gehören zu den Glücksmomenten meiner Kindheit. Meistens aber war ich allein. Es war ja schon schwierig, mit jemandem im Westen zu telefonieren. Oft musste ich zwei bis drei Stunden wählen, bis ich eine freie Leitung erhielt, eine Geduldsprobe und zu lang, um sich nach der Schule noch mal drüben zu verabreden. Also saß ich allein zu Hause und sehnte die Schule herbei, in der mein Leben so schön normal war. Vor dem Schlafengehen wünschte ich mir oft, dass wir wieder in den Westen ziehen oder – noch besser – dass die Mauer einfach verschwindet.

    Ungefähr ein Jahr vor der Wende klingelte es bei uns an der Tür. Im Hausflur stand ein Mädchen, sie sagte, sie hieße Anja und wohnte weiter oben im Haus. Mein Vater hatte sie im Fahrstuhl getroffen und gefragt, ob sie nachmittags nicht mal vorbeikommen wolle, seine Tochter würde hier niemanden kennen.

    Anja war ein ruhiges Mädchen, ein Jahr älter als ich, mit blonden langen Haaren und puppenhaften Zügen. Sie sah aus wie Tatum O’Neal, eine Kinderschauspielerin, die ich toll fand. Ich schloss Anja gleich ins Herz. Wir konnten stundenlang auf meinem Hochbett liegen und Musik hören. Ich lud Anja auch oft zum Eisessen in den Palast der Republik ein. Für sie war das etwas ganz Besonderes, als normaler DDR-Bürger stand man dort drei Stunden an, um einen Platz im Café zu erhalten. Mit mir konnte sie einfach an der langen Schlange vorbeigehen. Vorn angelangt, musste ich dem Portier nur sagen, ich sei Diplomatentochter und Anja mein Gast, und wir zwei Mädchen erhielten im voll besetzten Café einen Tisch direkt am Fenster.

    Ich lud Anja immer ein, was mir nichts ausmachte, als Wessi hatte man genügend Ostgeld. Ich war einfach überglücklich, endlich eine Freundin im Osten zu haben. Meine Eltern freuten sich sehr für mich, schließlich hatten sie von heute auf morgen ein gut gelauntes Kind im Haus. Doch dann kam Anja immer seltener. Als ich sie zum letzten Mal traf, saßen wir auf dem Spielplatz vor unserem Haus herum, und sie legte ein Geständnis ab: Als mein Vater sie im Fahrstuhl angesprochen hatte, machte ihre Mutter umgehend Meldung bei der Stasi. Die verlangte von ihr Informationen über unsere Familie. Ich schöpfte nie Verdacht und erzählte Anja bereitwillig, was mein Vater so machte und wo er hinging. Sie verpackte ihre oft beiläufig klingenden Fragen als mädchenhafte Neugier. Und berichtete am Abend alles ihrer Mutter.

    Ich bin mir nicht sicher, warum sie mir am Ende davon erzählte, vielleicht hatte sie Angst bekommen, alles würde jetzt, mit der Wende, herauskommen. Ich war geschockt und wollte sie nie wieder sehen. Ich habe mich noch lange gefragt, ob überhaupt jemals etwas Echtes an dieser Freundschaft gewesen ist.

    Für die Stasi müssen wir ja interessant gewesen sein

    Ich hatte immer ein beklemmendes Gefühl, wenn ich allein in unserer Wohnung in der Rochstraße war, konnte aber nie erklären, warum. Auf unserer Etage lagen noch andere Wohnungen, aber außer dem sehr neugierigen Hausmeisterehepaar und einem Nachbarn habe ich nie einen anderen Bewohner kennengelernt.

    Kurz bevor wir auszogen, klingelte ein Mann an unserer Tür, der sich als Mitarbeiter der staatlichen Telefongesellschaft vorstellte. Er müsste dringend die Funktionsfähigkeit des Telefons überprüfen. Er öffnete das Gehäuse und nahm etwas heraus, das er schnell in seine Tasche steckte. Ohne sich die Mühe zu machen, das Telefon wieder zuzuschrauben, verabschiedete er sich und verschwand. Meine Mutter vermutet, dass wir aus den benachbarten Wohnungen abgehört wurden, was meine Beklemmung erklären würde. Da wir regelmäßig im Westen waren, müssen wir ja für die Stasi interessant gewesen sein.

    Als unter meinem Kinderzimmerfenster die Montagsdemos begannen, war ich zehn Jahre alt. Die Stimmung am Grenzübergang war noch angespannter als sonst, die Menschen waren aggressiv, die Grenzer nervös, keiner wusste, was als Nächstes passieren würde. Den Mauerfall und Günter Schabowskis Pressekonferenz verfolgten wir – wie die meisten – am Fernseher. Ich beobachtete alles wie durch Watte, ich konnte nicht so recht glauben, was da gerade geschah. Wie oft hatte ich mir genau das gewünscht! Jetzt kam es mir unwirklich vor. Erst als ich morgens am Grenzübergang stand, der voll war wie nie, begriff ich, dass alles ganz real war.

    Meine Eltern und ich zogen nach der Wende ans obere Ende der Friedrichstraße, in den leer stehenden Gebäuden um uns herum machten Technoclubs auf, der Tresor, das E-Werk. Als die dritte Großbaustelle neben unserem Haus entstand, gingen wir zurück nach Mariendorf. Da hatte ich meine Vorstadtjugend.

    Sobald ich mit der Schule fertig war, zog ich zurück nach Mitte, wo Berlin jetzt neu und aufregend war, voller Freiräume, in denen wir unsere Partys feierten – und mich doch jede Straße an die Kindheit erinnerte, die ich hier verbracht hatte. Berlin war damals so viel ruhiger, manche Straßen so gut wie menschenleer. Das vermisste ich oft. Ich zog wieder weg, als die Touristen kamen. Ich hatte das Gefühl, sie machten mir mein Mitte kaputt, zerstörten meine Erinnerungen, die ich verpackt hatte wie einen kostbaren Schatz.

    Zurück im Tränenpalast

    Ich studierte Jura, wie mein Vater. Während meines Referendariats für das Zweite Staatsexamen im Bezirksamt Mitte sollte ich die Rechtmäßigkeit des Abrisses eines Teils des denkmalgeschützten Tränenpalasts prüfen. In dem Moment holte mich zum ersten Mal die Vergangenheit ein, mir wurde klar, dass ich mich irgendwann damit beschäftigen musste, dass ich nicht für immer weglaufen konnte vor den Bildern aus dem Tränenpalast.

    Ich stellte fest, wie viel von meiner Persönlichkeit heute geprägt ist von meiner isolierten Kindheit in der DDR. Ich verstand, warum ich zum Beispiel so oft nicht innehalten kann, mir alles zu eng wird, es mich an ferne Orte zieht, ich so eine Sehnsucht in mir trage. Aber auch woher die Wut kam, die manchmal wie aus dem Nichts in mir hochstieg und unter der ich lange gelitten habe.

    Heute ist die Wut weg. Jetzt, wo ich älter werde, kann ich auch meine Eltern besser verstehen. Nur wenn ich gefragt werde, woher ich komme, Ost oder West, tue ich mich noch immer schwer. Wer will auf eine kurze Frage hin schon seine Lebensgeschichte erzählen? Ich sage dann mal Ost, mal West, je nachdem, was gerade passt. Und für mich stimmt irgendwie beides.

    Die Berliner Autorin Suzanne Salem

    Suzanne Salem trägt heute keinen Schulranzen mehr, pendelt aber seit kurzem wieder mit der U6 in die Friedrichstraße.

    Seit dem letzten Jahr arbeitet sie ihre Familiengeschichte auf, trägt gute und schlechte Erinnerungen zusammen und führt tagelang Gespräche mit der Mutter und Großmutter. Dabei erfährt sie vieles, was sie noch nicht wusste, über die DDR und ihr Leben vor dem Mauerfall, mit teils erschreckenden, aber auch heilsamen Erkenntnissen. Sie besucht die Orte von früher und setzt sich mit ihren Erinnerungen auseinander.

    Am Ende wird daraus ein Buch entstehen.
    Mehr unter www.suzannesalem.de

    #Berlin #Geschichte #DDR

    • Il n’y a que les plus rusés, chanceux et téméraires qui en plus sont dotés d’une confiance en soi immuable pour vivre ce type d’expérience en restant indemnes.

      Il y a par exemple la copine dont les parents journalistes #RFA vivaient à Berlin-Est à côté du #Checkpoint_Charlie. Le dimanche matin elle allait réguliérement chercher les petits pains pour le petit déjeuner à l’Ouest à Kreuzberg, elle passait ses ses soirées dans la boîte de nuit punk #SO36 d’où elle rentrait au petit matin chez elle à l’Est à moitié soule avec sa coiffure iroquoise en racontant des blagues aux douaniers de l’Est ... elle était adolescente en pleine rebellion, alors il n’y avait rien de mieux que de se moquer des braves gens en uniforme à l’Est comme à l’Ouest.

      Pour elle c’était un jeu alors que pour d’autres les conditions de vie et l’harcèlement par les petits salauds causaient l’impression de vivre sous une pression constante exercée par un pouvoir aux actes aléatoires.

      C’était plus facile à vivre à Berlin-Ouest, pourtant les mêmes gens réationnaires et petits d’esprit y donnaient le ton aussi.

      Dans les années 1970 à l’Ouest la première vague de squatteurs s’attaquait à l’ambiance anticommuniste qui reignait alors dans chaque foyer familial et dans chaque école.

      Ton Steine Scherben - Rauch-Haus-Song (1972, clip vidéo de 1983)
      https://www.youtube.com/watch?v=5l_sfQDsgZg


      https://de.wikipedia.org/wiki/Ton_Steine_Scherben

      Dans les années 1980 le deuxième mouvement de squatteurs occupait plus de 150 immeubles à Berlin-Ouest et libérait définitivement la ville de son ambiance de forteresse anticommuniste.

      Ideal - Berlin (1980)
      https://www.youtube.com/watch?v=J6YRKs_hKFQ


      https://de.wikipedia.org/wiki/Ideal_(Band)

      Grâce à ces mouvement de jeunesse Berlin-Ouest se transformait dans un endroit qui sentait la liberté malgré l’occupation militaire, alors qu’à l’Est les anciens de la guerre contre le fascisme et l’impérialisme gardaient les rênes et réprimaient chaque forme d’expression qu’ils ne comprenaient pas

      Silly - Die verlorenen Kinder (1989)
      https://www.youtube.com/watch?v=nA3fUKdZKQQ


      https://de.wikipedia.org/wiki/Silly_(Band)

      Cette chanson du groupe Silly de Berlin-Est décrit les sentiments des jeunes désireux de s’échapper aux contraintes imposées par les vieux communistes.

      Songtext Silly - Die verlorenen Kinder

      Der Wohnblock liegt am Abend
      Wie ein böses Tier
      Wo sie zu Hause sind
      Der Sprechfunk ruft nach ihnen
      Doch sie bleiben hier
      Wo sie zu Hause sind
      Sie rücken aneinander
      Auf der Spielplatzbank
      Wo sie zu Hause sind
      Der Recorder macht für sie
      Die Dämmerung lang
      Wo sie zu Hause sind
      Wo sie zu Hause sind

      In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn
      Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin

      Der Wohnblock spuckt sie in
      Den kalten Wind
      Wo sie zu Hause sind
      Ab und zu nur sieht noch
      Einer frierend hin
      Wo sie zu Hause sind
      Wo die Fenster locken
      Mit so gelbem Licht
      Wo sie zu Hause sind
      Doch sie wissen diese
      Zimmer wärmen nicht
      Wo sie zu Hause sind
      Wo sie zu Hause sind

      In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn
      Die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin
      Zu den alten Linden die nur in der Ferne blühn
      Die sie nicht mehr finden in den Straßen von Berlin

      Songtext Ideal - Berlin

      Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein,
      ich steig aus, gut wieder da zu sein.
      Zur U-Bahn runter am Alkohol vorbei ,
      Richtung Kreuzberg, die Fahrt ist frei,
      Cottbuser Tor, ich spring’ vom Zug ,
      zwei Kontrolleure ahnen Betrug.
      Im Affenzahn die Rolltreppe rauf,
      zwei Türken halten die Beamten auf.
      Oranienstraße, hier lebt der Koran,
      dahinten fängt die Mauer an.
      Mariannenplatz rot verschrien,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Graue Häuser, ein Junkie im Tran,
      es riecht nach Oliven und Majoran.
      Zum Kanal an Ruinen vorbei,
      dahinten das Büro der Partei.
      Auf dem Gehweg Hundekot,
      ich trink Kaffee im Morgenrot.
      Später dann in die alte Fabrik,
      die mit dem Ost-West-Überblick.
      Zweiter Stock, vierter Hinterhof,
      neben mir wohnt ein Philosoph.
      Fenster auf, ich hör’ Türkenmelodien,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut, wir steh’n auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Wir fühl’n uns gut! (Ich steh’ auf Berlin)

      Nachts um elf auf dem Kurfürstendamm
      läuft für Touristen Kulturprogramm,
      teurer Ramsch am Straßenstand,
      ich ess’ die Pizza aus der Hand.
      Ein Taxi fährt zum Romy Haag,
      Flasche Sekt hundertfünfzig Mark,
      fürn Westdeutschen, der sein Geld versäuft.
      Mal sehn, was im Dschungel läuft,
      Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt.
      Irgendjemand hat mir ’nen Gin bezahlt,
      die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene,
      ich fühl’ mich gut, ich steh’ auf Berlin!
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Berlin, Berlin, Berlin, ...
      Berlin, Berlin, Berlin, ...
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)
      Ich fühl’ mich gut! (Wir steh’n auf Berlin)

      Songtext : Rauch Haus Song

      Der Mariannenplatz war blau, soviel Bullen waren da
      Und Mensch Meier musste heulen, das war wohl das Tränengas
      Und er fragte irgendeinen: „Sag mal, ist hier heut ’n Fest?“
      "Sowas ähnliches", sagte einer, „das Bethanien wird besetzt.“
      "Wird auch Zeit", sagte Mensch Meier, stand ja lange genug leer
      Ach, wie schön wär’ doch das Leben, gäb’ es keine Pollis mehr
      Doch der Einsatzleiter brüllte: „Räumt den Mariannenplatz
      Damit meine Knüppelgarde genug Platz zum Knüppeln hat!“

      Doch die Leute im besetzten Haus riefen:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Der Senator war stinksauer, die CDU war schwer empört
      Dass die Typen sich jetzt nehmen, was ihnen sowieso gehört
      Aber um der Welt zu zeigen, wie großzügig sie sind
      Sagten sie: „Wir räumen später, lassen sie erstmal drin!“
      Und vier Monate später stand in Springer’s heißem Blatt
      Dass Georg-von-Rauch-Haus hat eine Bombenwerkstatt
      Und die deutlichen Beweise sind zehn leere Flaschen Wein
      Und zehn leere Flaschen können schnell, zehn Mollies sein

      Doch die Leute im Rauch-Haus riefen:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Letzten Montag traf Mensch Meier in der U-Bahn seinen Sohn
      Der sagt: „Die woll’n das Rauch-Haus räumen, ich muss wohl wieder zu Hause wohnen.“
      "Is ja irre", sagt Mensch Meier „sind wa wieder einer mehr
      In uns’rer Zwei-Zimmer-Luxuswohnung und das Bethanien steht wieder leer
      Sag mir eins, ham die da oben Stroh oder Scheiße in ihrem Kopf?
      Die wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch
      Wenn die das Rauch-Haus wirklich räumen, bin ich aber mit dabei
      Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein.“

      Und ich schrei es laut:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“

      Und wir schreien’s laut:
      „Ihr kriegt uns hier nicht raus!
      Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
      Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus.“
      (3x)

  • Café Sibylle - Ex-Wirt spricht von Betrug | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/-subventionsbetrug---caf%C3%A9-sibylle--ex-wirt-schenkt--bezirk-eine

    Ergänzung zu https://seenthis.net/messages/777758

    03.01.19 von Christian Gehrke

    Harte Mauschelei-Vorwürfe gegen das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg. Der neue Betreiber vom Café Sibylle in der Karl-Marx-Allee erhält monatlich 2000 Euro vom Bezirk, um eine Ausstellung zu zeigen. Ex-Betreiber Uwe Radack hat so eine Hilfe nie bekommen, er spricht von Subventionsbetrug. Sein Vorwurf: Stadtrat und Bezirksbürgermeisterin haben ihn ausgebootet. Der Landesrechnungshof prüft die Sache.

    „Das ist Subventionsbetrug!“

    Dass Uwe Radack (61), das DDR-Kultcafé im März 2018 aufgeben musste, nimmt ihn noch immer mit. „Dabei hatte ich ein klares Konzept, habe die Ausstellung mit eigenem Geld am Leben erhalten. Die neue Miete konnte ich nicht zahlen. Meine sieben Angestellten musste ich entlassen.“

    Er findet es verwunderlich, dass der Bezirk nun 2000 Euro „Nutzungsentgeld“ für seine Nachfolgerin bereitstellt. „Das ist Subventionsbetrug!“ Merkwürdig ist aber, dass sich früher mal Uwe Radack und mal sein Kollege Peter Schröder in der Presse als Betreiber ausgegeben haben.
    Vorgehen des Bezirksamts wird geprüft

    Rückschau: Der eigentliche Hauptmieter des Gebäudes, mit dem Radack einen Untermietvertrag hatte, ging im Februar insolvent. Bezirk und Hausverwaltung setzten einen neuen Vertrag auf und suchten einen neuen Betreiber für das Café . „Die Miete war im Vergleich zu 2014 um 185 Prozent gestiegen“, klagt Radack. Eine Unterstützung habe der Bezirk ihm nie angeboten. Bei der Suche nach einem neuen Betreiber sei er nie gefragt worden.

    Dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, glaubt inzwischen auch der Landesrechnungshof. Er bestätigte dem KURIER, dass er das Vorgehen des Bezirksamts prüft. Bezirksstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) sagt auf Anfrage, man habe sehr wohl mit Radack zusammenarbeiten wollen. Ihm sogar Unterstützung angeboten. Die Geldsumme sei noch unklar gewesen „Er hat seinen Rückzug mitgeteilt.“

    Neu-Betreiberin Angelika Zachau (65) zum KURIER: „Ich verstehe seine Enttäuschung. Doch wir zahlen die volle Miete für die Ausstellung. Uwe Radack zahlte nur für den Café-Betrieb, also nur die halbe Miete.“

    #Berlin #Friedrichshain #Frankfurter_Allee #Die_Linke #Gentrifizierung #Stadtentwicklung