/news

  • Libyen 2.0 : Die operative Vorbereitung der Venezuela-Intervention


    Beatrice Murch from Buenos Aires, Argentina, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

    Comment préparer une guerre. Les assassins chef de la Lybie préparent une nouvelle édition de leur oeuvre sanglant. Voici la liste des participants et une analyse stratégique.

    1.12.2025 von Michael Hollister -

    Die Kommandeure und der Plan für Venezuela .

    Erster Teil einer umfassenden Analyse.

    Während Washington behauptet, sein massiver Militäraufmarsch in der Karibik richte sich gegen Drogenkartelle, zeichnet sich ein anderes Muster ab – eines, das Libyen 2011 in beunruhigenden Details gleicht. Dasselbe Drehbuch. Ähnliche Kommandeure. Und ein identischer Vorwand: humanitäre Intervention als Tarnung für Ressourcenkontrolle und geopolitische Eindämmung. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann Washington zuschlägt – und wie genau das libysche Desaster sich wiederholen wird.

    Im Oktober 2025 dokumentierte ich, wie Venezuelas strategischer Wechsel zu Yuan und Tether für seine Ölgeschäfte das Petrodollar-System direkt bedroht – jenen Eckpfeiler der US-Finanzhegemonie, den Washington seit Jahrzehnten mit allen Mitteln verteidigt. Seitdem hat sich die Eskalation dramatisch beschleunigt. Zehn F-35-Kampfjets wurden in die Region verlegt – Flugzeuge für die Zerstörung gegnerischer Luftverteidigung, nicht für Drogenbekämpfung. Die 4. Flotte der US-Marine positionierte sich vor venezolanischen Gewässern. Eine „Counter-Narcotics Task Force“ wurde zusammengestellt – mit einer Feuerkraft, die jede Drogenbekämpfungsoperation der Geschichte in den Schatten stellt. Am 2. September versenkte ein US-Luftschlag ein venezolanisches Schnellboot. Elf Menschen starben.

    Was Mainstream-Medien nicht berichten: Ich habe die Think-Tank-Papiere erhalten, die diese Intervention Stufe für Stufe steuern. Ich habe die Militärkommandeure identifiziert, die überwachen, was Strategen des Atlantic Council explizit „die nächsten Schritte auf der Eskalationsleiter“ nennen. Das ist keine Verschwörungstheorie. Das ist operative Planung – mit Namen, Zahlen und Zeitplänen. Es ist das Libyen-Drehbuch, aktualisiert für die Karibik. Und es läuft bereits.
    Der militärische Aufbau – Die Kommandeure

    Jede Intervention beginnt mit Positionierung. Bevor Bomben fallen, werden Kommandostrukturen aufgebaut, Streitkräfte verlegt, Befehlsketten etabliert. Was derzeit in der Karibik geschieht, folgt diesem Muster mit chirurgischer Präzision. Hier sind die Militärkommandeure, die den aktuellen Aufmarsch leiten – allesamt mit Kampferfahrung im Nahen Osten, jetzt verlegt in Amerikas „Hinterhof“.
    General Laura J. Richardson – Die Architektin

    Position: Kommandierende Generalin, US Southern Command (SOUTHCOM)

    Laura Richardson ist die mächtigste militärische Figur für den gesamten lateinamerikanischen Raum. SOUTHCOM, mit Hauptquartier in Florida, ist zuständig für alle US-Militäroperationen in Mittel- und Südamerika. Was Richardson befiehlt, wird umgesetzt.

    Ihre Rhetorik hat sich seit 2023 fundamental gewandelt. Während frühere SOUTHCOM-Kommandeure von „Partnerschaft“ sprachen, verwendet Richardson zunehmend aggressive Sprache. Sie bezeichnet Lateinamerika explizit als „unseren Hinterhof“ – eine Formulierung, die bewusst Dominanzanspruch signalisiert.

    Besonders aufschlussreich: Richardson betont wiederholt die Notwendigkeit, chinesischen und russischen Einfluss zurückzudrängen. In einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Senats im März 2024 sagte sie: „Wir dürfen nicht zulassen, dass externe Mächte in unserem strategischen Raum Fuß fassen. Lateinamerika ist und bleibt zentral für unsere nationale Sicherheit.“ Übersetzt: Venezuela, mit seinen engen China-Beziehungen, ist eine Bedrohung.

    Ihre Karriere ist geprägt von Operationen im Irak und Afghanistan – Konflikte, die ebenfalls unter humanitären Vorwänden begannen und in jahrzehntelangen Besatzungen endeten. Ihre Ernennung zur SOUTHCOM-Kommandeurin 2021 signalisierte eine Neuausrichtung: Weg von „soft power“, hin zu militärischer Durchsetzung.
    Konteradmiral James Aiken – Der Seeblockierer

    Position: Kommandeur, 4. US-Flotte

    James Aiken ist der operative Vollstrecker auf See. Die 4. Flotte, 2008 reaktiviert, ist das maritime Machtinstrument für die Region. Aiken kontrolliert alle Marineoperationen vor den Küsten Venezuelas.

    In offiziellen Verlautbarungen verwendet Aiken den Euphemismus „maritime Sicherheit“ – klassischer Code für Kontrolle und Projektion. Was bedeutet „maritime Sicherheit“ vor Venezuela? Die Überwachung von Öltankern. Die Identifizierung chinesischer Schiffe. Die Vorbereitung auf maritime Interdiktionsoperationen – jene Stufe 3 der Eskalationsleiter, die noch nicht aktiviert, aber bereits vorbereitet ist.

    Die 4. Flotte operiert mit mehreren Zerstörern und Fregatten in direkter Nähe zu venezolanischen Gewässern. Offiziell „Counter-Narcotics“. Faktisch in einer Position, die es ermöglicht, innerhalb von Stunden eine vollständige Seeblockade zu verhängen – ohne sie völkerrechtlich als solche zu deklarieren.

    Aikens Hintergrund: Er kommandierte zuvor Operationen im Persischen Golf, wo ähnliche „maritime Sicherheits“-Einsätze iranische Öltanker unter Druck setzten. Die Methodik ist identisch. Nur die Geographie hat sich geändert.
    Generalleutnant Michael T. Plehn – Der Sanktionsdurchsetzer

    Position: Vize-Kommandeur, US Southern Command

    Michael Plehn ist offiziell für „Counter-Narcotics“ zuständig. Die Realität: Er ist tief in Sanktionsdurchsetzungsoperationen involviert – jene wirtschaftlichen Kriegsführungsmaßnahmen, die Venezuela erdrosseln sollen.

    Sanktionsdurchsetzung bedeutet konkret: Identifizierung von Schiffen unter falscher Flagge. Überwachung von Geldtransfers in Tether und Yuan. Koordination mit dem US-Finanzministerium. Und – besonders relevant – Vorbereitung militärischer Optionen, um Sanktionen mit Gewalt durchzusetzen, falls „erforderlich“.

    Plehn war in Afghanistan und Irak eingesetzt, wo er Erfahrungen in „unconventional warfare“ sammelte – Operationen unterhalb der Schwelle offener Kriegserklärung. Genau das, was derzeit in der Karibik läuft.

    Interne Militärdokumente zeigen: Plehn ist federführend bei der Planung „graduated response options“ – abgestufte Reaktionen von Wirtschaftsdruck über maritime Interdiction bis hin zu begrenzten Luftschlägen. Er übersetzt Think-Tank-Papiere in operative Militärpläne.
    Konteradmiral Thomas Allan – Der Mann für den Boden

    Position: Kommandeur, Joint Task Force Bravo (JTF-Bravo)

    Thomas Allan kommandiert jene Einheit, die tatsächlich „boots on the ground“ stellt. Die Joint Task Force Bravo, stationiert in Honduras, ist die Schnelle Eingreiftruppe für Lateinamerika. Offiziell: humanitäre Missionen. Tatsächlich: militärische Speerspitze für Interventionen.

    Besonders interessant: JTF-Bravo war zwischen 2010 und 2014 logistisch in Operationen rund um Libyen involviert – nicht in der Kampfzone, aber in Bereitstellung von Personal und nachrichtendienstlicher Unterstützung. Die Einheit hat Erfahrung in schnellen Interventionen unter humanitärem Deckmantel.

    Allan selbst hat Kampferfahrung im Irak, unter anderem in „special operations“. Er ist ein Praktiker, der weiß, wie man militärische Gewalt unterhalb der Schwelle offener Invasion einsetzt – genau das Libyen-Modell, das Think Tanks für Venezuela empfehlen.

    Aktuell hält JTF-Bravo „Bereitschaftsübungen“ ab. Offiziell für Naturkatastrophen. Aber die trainierten Einheiten sind dieselben, die bei einer Venezuela-Intervention zum Einsatz kämen: Luftlandekräfte, Special Forces, schnelle Logistik.
    Die Hardware: Was bereits vor Ort ist

    Luftwaffe:

    10 F-35A Lightning II – Stealth-Flugzeuge zur Zerstörung gegnerischer Luftverteidigung. Einsatzradius: 2.200 km.
    P-8 Poseidon – Tracking aller Schiffsbewegungen, inklusive chinesischer Öltanker
    E-3 AWACS – Radar-Dominanz, koordinierte Luftschläge in Echtzeit

    Marine:

    USS George Washington (Flugzeugträger) – abrufbar innerhalb von 48 Stunden
    Arleigh-Burke-Klasse Zerstörer – Tomahawk-Marschflugkörper
    Littoral Combat Ships – küstennahe Operationen

    Bodentruppen:

    II Marine Expeditionary Force – 2.000+ Marines, amphibische Landungskapazität

    Das Signal: Power Projection, keine Drogenbekämpfung

    Man bekämpft keine Drogenbanden mit Stealth-Kampfjets. Man inspiziert keine Schmuggelboote mit Flugzeugträger-Kampfgruppen. Die derzeit vor Venezuela versammelte Militärmacht ist konzipiert für:

    Luftüberlegenheit – vollständige Kontrolle des Luftraums binnen Stunden
    Maritime Blockade – jedes Schiff stoppen, inspizieren oder versenken
    Präzisionsschläge – Zerstörung ausgewählter Ziele ohne Bodeninvasion
    Schnelle Intervention – „Schutzeinsatz“ für US-Bürger (der klassische Vorwand)

    Das ist die exakte Streitkräftestruktur vor Interventionen im Irak (1991, 2003), Jugoslawien (1999), Libyen (2011) und Syrien (2013/2014). Das Muster wiederholt sich. Und die Kommandeure wissen genau, was sie tun.
    Das Drehbuch – Die Atlantic Council Eskalationsleiter
    Wenn Think Tanks Kriege schreiben

    US-Think Tanks analysieren keine Politik – sie schreiben sie. Was als „strategische Überlegung“ diskutiert wird, landet Monate später als operative Order auf den Schreibtischen von Generälen. Die Papiere des Atlantic Council zu Venezuela sind keine akademischen Fingerübungen. Sie sind Blaupausen. Und sie werden derzeit Stufe für Stufe umgesetzt.

    Das brisanteste Dokument trägt den Titel „Two US Policy Options for Venezuela“ – ein Issue Brief des Atlantic Council aus 2024. Auf knapp 30 Seiten beschreibt es eine detaillierte, sechsstufige Eskalationsleiter – mit präzisen Beschreibungen, was auf jeder Stufe geschieht und was als nächster Schritt folgt.

    Washington hat diese Leiter bereits betreten. Wir befinden uns aktuell auf Stufe 2. Was folgt, steht schwarz auf weiß. Hier ist die Roadmap.
    Stufe 1: Maritime Pressure & Maritime Denial

    Status: UMGESETZT

    US-Kriegsschiffe positionierten sich knapp außerhalb von Venezuelas Ausschließlicher Wirtschaftszone. Formal in internationalem Gewässer. Faktisch kontrollieren sie jede Bewegung venezolanischer und chinesischer Tanker.

    Das Atlantic Council nennt das „faktische Seekontrolle“. Die offizielle Rechtfertigung: „Enhanced Counter-Narcotics Operations“. Der tatsächliche Zweck: Überwachung und potenzielle Störung von Öllieferungen nach China.

    Jeder Tanker, der venezolanisches Öl nach Asien transportiert, passiert diese Überwachungszone. Jede Bewegung wird erfasst, jede Route dokumentiert. Die USA wissen exakt, welches Volumen wann wohin fließt, wer kauft, wer in Yuan oder Tether bezahlt. Diese Daten sind die Grundlage für die nächsten Stufen.

    Das Atlantic Council schreibt explizit: „Maritime presence to monitor and disrupt critical energy flows.“ Monitor – und disrupt. Das zweite Wort ist entscheidend. Überwachung ist Stufe 1. Störung ist Stufe 3.
    Stufe 2: „Escalatory Signaling“ mit Luftüberlegenheit

    Status: UMGESETZT

    Im September 2025 verlegte das Pentagon zehn F-35A Stealth-Kampfjets nach Südamerika. Offiziell zur „Unterstützung regionaler Sicherheit“. Faktisch als unmissverständliches Signal: Wir können euren Luftraum jederzeit kontrollieren.

    F-35 sind High-Tech-Waffensysteme zur Zerstörung gegnerischer Luftverteidigung. Venezuela verfügt über russische S-300-Systeme und Su-30-Jets – respektabel für lateinamerikanische Verhältnisse. Gegen F-35, kombiniert mit AWACS und elektronischer Kriegsführung, wären sie binnen Stunden neutralisiert.

    Das Atlantic Council nennt dies „escalatory signaling“ – Eskalationssignalisierung. Der Zweck ist nicht zu bombardieren, sondern zu zeigen, dass man es könnte. Jederzeit. Und dass Venezuela militärisch vollkommen unterlegen ist.

    Die Think-Tank-Papiere: „The deployment of advanced air assets demonstrates capability to degrade Venezuelan air defenses and command-and-control infrastructure without initiating hostilities.“ Ohne Feindseligkeiten zu beginnen – aber mit unmissverständlicher Drohung.

    Begleitend wurden P-8 Poseidon und E-3 AWACS in die Region verlegt. Zusammen schaffen diese Systeme vollständige Radar-Dominanz. Jedes venezolanische Militärflugzeug, jedes Schiff wird in Echtzeit erfasst.

    Das ist Vorbereitung auf Luftkrieg. Alle Beteiligten wissen das. Diese Stufe wurde im Oktober 2025 abgeschlossen.
    Stufe 3: „Targeted Maritime Interdiction Operations“ – Blockade light

    Status: NOCH NICHT AKTIV – ABER VORBEREITET

    Hier wird es kritisch. Stufe 3 ist der Wendepunkt. Der Rubikon.

    Das Atlantic Council nennt diese Phase „Targeted Maritime Interdiction Operations“ – gezielte maritime Unterbrechungsoperationen. Klartext: Eine Blockade, ohne sie Blockade zu nennen. Denn nach internationalem Seerecht ist eine Blockade ein Kriegsakt. Was beschrieben wird, ist rechtlich eine Blockade – nur anders gerahmt.

    Wie würde das konkret aussehen?

    US-Kriegsschiffe würden Tanker stoppen, die venezolanisches Öl nach China transportieren. Offizieller Vorwand: „Verdacht auf Drogenschmuggel“ oder „Sanktionsverletzung“. Die Schiffe würden „inspiziert“. Die Inspektionen dauern Stunden oder Tage. Verzögerungen häufen sich. Versicherungen erhöhen Prämien. Chinesische Käufer weichen auf Alternativen aus.

    Das Ergebnis: Venezolanische Ölexporte brechen ein. Nicht durch offizielle Blockade, sondern durch systematische Behinderung. Der Effekt ist identisch. Die völkerrechtliche Verantwortung bleibt diffus.

    Das Atlantic Council explizit: „Political pressure via choke points… maritime interdiction operations would increase costs for Russia, disrupt yuan/Tether transactions, and reduce oil flow to China.“ Man stört Chinas Energieversorgung, ohne offiziell Krieg zu führen.

    Warum ist das noch nicht passiert?

    Weil dieser Schritt irreversibel ist. Sobald die USA chinesische Tanker stoppen, reagiert Beijing. China könnte:

    Seine Marine zum Schutz der Tanker schicken
    Wirtschaftliche Vergeltung einleiten
    Venezuela militärisch massiv aufrüsten
    Russland und Iran um Unterstützung bitten

    Stufe 3 ist der Punkt, an dem aus einem regionalen Konflikt ein globaler wird. Deshalb wird diese Stufe vorbereitet, aber noch nicht aktiviert. Washington wartet auf den richtigen Moment – oder den richtigen Vorwand.

    Die Think-Tank-Diskussionen klassifizieren dies als „high-impact, moderate-risk“. High Impact – weil es Chinas Energieversorgung direkt trifft. Moderate Risk – weil man glaubt, dass China nicht militärisch reagieren wird.

    Diese Wette könnte falsch sein.
    Stufe 4: „Strike Options“ – Präzisionsschläge

    Status: KRIEGSSPIELSZENARIEN LAUFEN

    Falls Stufe 3 nicht den gewünschten Effekt erzielt – oder falls Venezuela oder China militärisch reagieren – folgt Stufe 4. Hier wird aus Druck direkte Gewalt.

    Die Think-Tank-Papiere listen präzise auf, welche Ziele bei „begrenzten Luftschlägen“ angegriffen würden:

    Primäre Ziele:

    Radaranlagen (Blendung der Luftverteidigung)
    Luftwaffenstützpunkte (Eliminierung venezolanischer Jets am Boden)
    Küstenraketenstellungen (Sicherung maritimer Operationen)
    Kommando- und Kontrollknoten (Lähmung militärischer Koordination)

    Die Rechtfertigung liefert das Atlantic Council: „To ensure the safety of US forces conducting counter-narcotics operations.“ Dieselbe Formel wie 2011 für Libyen, 1999 für Serbien, 2003 für Irak.

    Man greift an, um „US-Personal zu schützen“. Der Angriff wird als „defensiv“ gerahmt – auch wenn er präemptiv erfolgt.

    Die Papiere betonen: „Limited strikes, not regime change operations.“ Begrenzte Schläge, keine Regime-Change-Operationen. Man zerstört militärische Fähigkeiten. Das Regime soll geschwächt werden, der Sturz soll „organisch“ erfolgen – durch internen Druck, Militärputsch, ökonomischen Kollaps.

    Ob das funktioniert, ist fraglich. Libyen sollte auch ein „begrenzter Einsatz“ werden. Es endete mit Gaddafis Tod und einem zehnjährigen Bürgerkrieg.
    Stufe 5: „Regime Pressure“ – Libyen light

    Status: STRATEGISCHES ENDZIEL

    Das Atlantic Council: „If Maduro escalates, the United States has the capability to degrade his air power, cripple his command-and-control systems, and force regime negotiation from a position of overwhelming strength.“

    Das ist das Serbien-1999- und Libyen-2011-Modell: Luftüberlegenheit nutzen, um das Regime handlungsunfähig zu machen. Keine Bodeninvasion. Aber auch kein funktionierendes venezolanisches Militär mehr.

    Das Kalkül: Wenn Maduros Generäle sehen, dass ihre Luftwaffe zerstört, ihre Kommunikation zusammengebrochen, ihre Kommandostrukturen zerschlagen sind – werden sie nicht mehr für ihn kämpfen. Sie werden verhandeln. Oder putschen.

    Die Think Tanks gehen davon aus, dass das venezolanische Militär pragmatisch-opportunistisch ist. Dass Generäle überlaufen, wenn der Wind sich dreht. Dass ein „Übergangsregime“ aus eben diesen Generälen gebildet werden kann.

    Ob das realistisch ist, sei dahingestellt. Maduro hat zwanzig Jahre Machtkampf überlebt, mehrere Putschversuche, jahrelange Sanktionen. Aber das ist die Wette in Stufe 5.
    Stufe 6: „Partner Deployment“ – Die regionale Koalition

    Status: DIPLOMATISCHE VORBEREITUNG LÄUFT

    Die letzte Stufe ist Internationalisierung. Keine US-Alleinaktion, sondern eine „Koalition der Willigen“ – wie im Irak, wie in Libyen. Das schafft multilaterale Legitimität und verteilt Kosten.

    Die Think-Tank-Papiere nennen potenzielle Partner:

    Kolumbien: Direkter Nachbar, militärisch fähig, zweitgrößte Armee Lateinamerikas.

    Brasilien: Größte Regionalmacht, aber politisch ambivalent. Washington könnte wirtschaftlichen Druck ausüben.

    Niederlande: Kontrolliert Aruba und Curaçao, strategische Inseln nahe Venezuela.

    Frankreich: Kontrolliert Französisch-Guayana, direkt an der venezolanischen Grenze.

    Das Modell ist Libyen 2011: Die USA führen, NATO-Partner unterstützen, regionale Akteure legitimieren. Diplomatische Vorbereitungen laufen bereits.
    Das entscheidende Zitat: China ist das Ziel

    All das – sechs Stufen, minutiös geplant – ergibt nur Sinn, wenn man versteht, dass es nie um Venezuela ging. Das Atlantic Council schreibt es glasklar:

    „Maritime dominance can put China’s energy lifeline at risk. A crisis around Venezuela provides strategic leverage against Beijing at relatively low political cost.“

    Chinas Energie-Lebensader gefährden. Strategischer Hebel gegen Beijing. Zu relativ niedrigen politischen Kosten.

    Venezuela ist der Druckpunkt. China ist das Ziel. Der Petrodollar ist das Motiv.

    Maduro ist nur das Mittel. Wenn er fällt, wird ein neues Regime installiert, das Dollar akzeptiert. Chinas Ölzugang wird unterbrochen. Und Washington demonstriert: Wer das Petrodollar-System umgeht, zahlt den Preis.
    Die Selbsterfüllende Prophezeiung

    Das Perfide: Diese Think-Tank-Papiere beschreiben den Konflikt nicht nur – sie erschaffen ihn. Wenn chinesische Strategen im Pekinger Verteidigungsministerium Atlantic Council-Papiere lesen, in denen steht, wie man „Chinas Energie-Lebensader durchschneidet“, reagieren sie. Sie verstärken militärische Präsenz. Sie rüsten Venezuela auf.

    Das wiederum bestätigt in Washington: „China ist aggressiv. China bedroht unsere Interessen. Wir müssen härter vorgehen.“

    Die Spirale dreht sich weiter. Die Think Tanks schreiben keine neutrale Analyse. Sie schreiben ein Drehbuch. Und alle Beteiligten spielen ihre Rolle.
    Wo stehen wir jetzt?

    Stufe 1: Aktiv seit Monaten
    Stufe 2: Abgeschlossen im Oktober 2025
    Stufe 3: Vorbereitet – das ist der nächste Schritt
    Stufe 4-6: In Planung, in Kriegsspielen durchgespielt

    Wenn Stufe 3 aktiviert wird – wenn US-Schiffe beginnen, chinesische Tanker zu stoppen – ist der Rubikon überschritten. Danach wird die Eskalation nahezu automatisch. Ein Zwischenfall. Eine Überreaktion. Ein „defensiver“ Schlag. Und wir sind in Libyen 2.0.
    Die Libyen-Parallele – Mustererkennung
    Geschichte wiederholt sich. Nicht zufällig.

    Es gibt eine Formel für amerikanische Interventionen im 21. Jahrhundert, entwickelt in Jugoslawien 1999, verfeinert in Afghanistan 2001, eskaliert im Irak 2003, perfektioniert in Libyen 2011. Und sie wird jetzt, 2025, für Venezuela reaktiviert.

    Die Formel hat sechs Elemente:

    Humanitärer/sicherheitspolitischer Vorwand
    Schrittweise militärische Positionierung
    Wirtschaftliche Strangulation
    Mediale Dämonisierung des Regimes
    Begrenzte Luftschläge (keine Bodeninvasion)
    Regime-Kollaps durch internen Druck

    Venezuela 2025 folgt diesem Muster mit erschreckender Genauigkeit. Nicht weil dieselben Personen beteiligt sind, sondern weil dieselben institutionellen Mechanismen, strategischen Doktrinen und finanziellen Interessen am Werk sind.

    Libyen 2011 ist der Präzedenzfall. Hier ist, wie genau die Parallelen verlaufen.
    Dann: Libyen 2011

    Der Vorwand: Schutz von Zivilisten

    Im Februar 2011 brachen in Libyen Proteste gegen Gaddafi aus. Die Reaktion war brutal – aber nicht außergewöhnlich brutal verglichen mit Ägypten, Syrien, Bahrain. Aber Libyen wurde zum Ziel.

    Die Begründung: „Responsibility to Protect“. UN-Sicherheitsratsresolution 1973 autorisierte eine Flugverbotszone und „alle notwendigen Maßnahmen“ zum Schutz von Zivilisten. Das klang humanitär. Das klang begrenzt.

    Die Realität: Regime Change

    Innerhalb von Wochen wurde daraus ein umfassender Luftkrieg zur Zerstörung von Gaddafis Militär. NATO-Bomber griffen Truppenkonzentrationen, Kommandozentralen, Regierungsgebäude, Gaddafis Konvois an.

    Das Ziel war nicht Schutz. Das Ziel war Sturz.

    Das Muster:

    Maritime Blockade light
    Luftüberlegenheit binnen 48 Stunden
    Begrenzte Schläge eskalierten zu systematischer Bombardierung
    Keine Bodeninvasion, aber massive Rebellenunterstützung
    Regime-Kollaps: Gaddafi gefangen, ermordet; Staat zerfällt

    Das Ergebnis: Katastrophe

    Libyen ist heute ein zerfallener Staat. Drei konkurrierende Regierungen. Bürgerkrieg. Migrationskrise. ISIS. Sklavenmärkte. Zehn Jahre Chaos.

    Für Interventionsbefürworter war es ein „Erfolg“ – weil Gaddafi weg war. Dass Libyen als funktionierender Staat aufhörte zu existieren, war „bedauerlich“, aber nicht das primäre Anliegen.
    Jetzt: Venezuela 2025

    Der Vorwand: Drogenbekämpfung

    Die offizielle Begründung: Bekämpfung von Drogenkartellen und transnationaler Kriminalität. Tren de Aragua, venezolanische Schmuggler, Bedrohung der US-Grenzen.

    Die Realität: Petrodollar-Verteidigung und China-Eindämmung

    Es geht nicht um Drogen. Es geht um:

    Venezuelas Ölverkäufe in Yuan und Tether
    Chinas Energiesicherheit
    Die Bedrohung des Petrodollar-Systems
    Geopolitische Eindämmung Chinas in Lateinamerika

    „Drogenbekämpfung“ ist der humanitäre Vorwand 2.0. Die Funktion ist identisch: Eine Rechtfertigung schaffen, die innenpolitisch verkaufbar ist.

    Das Muster (bereits im Gang):

    Maritime Präsenz: 4. Flotte positioniert
    Luftüberlegenheit: F-35 verlegt
    Wirtschaftliche Strangulation: Jahrelange Sanktionen verschärft
    Mediale Dämonisierung: Maduro als Diktator, Narco-Staat, China-Proxy
    Begrenzte Schläge: Vorbereitet
    Regime-Druck: Das strategische Endziel

    Die Parallelen sind nicht ungefähr. Sie sind exakt.
    Die strukturellen Gemeinsamkeiten

    Das „Kein-Krieg“-Narrativ

    Libyen 2011: „Das ist keine Invasion. Das ist eine begrenzte Operation zum Schutz von Zivilisten.“

    Venezuela 2025: „Das ist keine Intervention. Das ist Drogenbekämpfung.“

    In beiden Fällen wird vermieden, es „Krieg“ zu nennen. Denn Krieg erfordert Kongresszustimmung. Aber „humanitäre Operationen“ oder „Sicherheitsmaßnahmen“? Die kann der Präsident autorisieren. Das ist rechtliche Strategie.

    Die maritime Komponente

    Libyen 2011: NATO-Schiffe verhängten eine De-facto-Seeblockade. Offiziell „Waffenembargo“. Faktisch Kontrolle aller Schiffsbewegungen.

    Venezuela 2025: Die 4. Flotte kontrolliert die Gewässer. Offiziell „Counter-Narcotics“. Faktisch Überwachung aller Öltanker nach China.

    Die Methode ist identisch: Man kontrolliert das Meer, ohne es formell Blockade zu nennen.

    Die Luftüberlegenheit als Druckmittel

    Libyen 2011: Binnen 48 Stunden zerstörte die NATO Libyens Luftverteidigung. Gaddafis Jets am Boden zerstört. Radarsysteme ausgeschaltet. Kommunikation gelähmt. Das Ziel war, Libyen wehrlos zu machen.

    Venezuela 2025: Die F-35-Verlegung dient demselben Zweck. Venezuelas S-300-Systeme und Su-30-Jets sind respektabel. Aber gegen F-35, P-8 Poseidon und AWACS nutzlos.

    Das Signal: Wir können euren Luftraum jederzeit neutralisieren. Ihr seid militärisch bereits besiegt.

    Die „Keine-Bodentruppen“-Zusage

    Libyen 2011: Obama versprach: „Keine amerikanischen Bodentruppen.“ Das stimmte – technisch. Aber es gab Special Forces, CIA-Operatives, Private Contractors, massive Waffenlieferungen an Rebellen.

    Venezuela 2025: Trump wird dasselbe versprechen. Und es wird technisch korrekt sein. Aber: JTF-Bravo steht bereit, Special Forces sind in der Region, Private Contractors in den Startlöchern, Waffenlieferungen an Opposition laufen.

    Das ist das Libyen-Modell. Keine offene Besatzung. Aber maximale Destabilisierung.

    Die UN-Umgehung

    Libyen 2011: Die USA hatten UN-Resolution 1973. Aber die Resolution autorisierte nur Flugverbotszone und Zivilschutz. Nicht Regime Change. Washington ignorierte das. Die Mission wurde „gedehnt“.

    Venezuela 2025: Es wird keine UN-Resolution geben. China und Russland würden im Sicherheitsrat ein Veto einlegen. Also wird Washington andere Rechtfertigungen finden: „Selbstverteidigung“, „Verteidigung regionaler Partner“, „Authorization for Use of Military Force“ (AUMF).

    Das ist rechtlich dünner als Libyen. Aber völkerrechtliche Legitimität war noch nie das primäre Anliegen.
    Die entscheidenden Unterschiede – warum Venezuela gefährlicher ist

    Unterschied 1: Die Großmacht-Dimension

    Libyen 2011: Gaddafi war international isoliert. Russland und China protestierten – aber taten nichts.

    Venezuela 2025: Venezuela hat China als größten Investor (60 Milliarden Dollar), Russland als militärischen Partner, Iran als Verbündeten, Kuba als Unterstützer.

    Wenn die USA angreifen, reagiert Beijing. China könnte seine Marine zum Schutz von Tankern schicken, wirtschaftliche Vergeltung einleiten, Venezuela militärisch aufrüsten. Das Risiko einer Großmacht-Konfrontation ist real. In Libyen gab es dieses Risiko nicht.

    Unterschied 2: Die geografische Nähe

    Libyen 2011: 6.000 Kilometer von den USA entfernt. Für die US-Öffentlichkeit eine ferne Krise.

    Venezuela 2025: 2.000 Kilometer von Florida entfernt. Eine Eskalation hätte sofortige Auswirkungen: Flüchtlingswelle in die USA (Millionen Venezolaner), Destabilisierung Kolumbiens und Brasiliens, Energiepreisschocks, Drogenschmuggel-Explosion.

    Unterschied 3: Das Petrodollar-Motiv

    Libyen 2011: Gaddafi plante eine goldgedeckte panafrikanische Währung – eine theoretische Bedrohung, aber nicht akut.

    Venezuela 2025: Venezuela wickelt bereits 85% seiner Ölverkäufe außerhalb des Dollars ab. In Yuan. In Tether. Das ist Realität. Das ist eine akute Bedrohung für die Petrodollar-Hegemonie. Die Dringlichkeit ist höher. Der Druck auf Washington größer.

    Unterschied 4: Die militärische Stärke

    Libyen 2011: Libyens Militär war veraltet, schlecht gewartet, demoralisiert. Die NATO zerstörte es binnen Tagen.

    Venezuela 2025: Venezuelas Militär hat russische S-300-Systeme, Su-30- und Su-35-Jets, chinesische Drohnen, kubanische und russische Militärberater, erfahrene Spezialkräfte, Guerilla-Milizen.

    Ein Luftkrieg wäre schnell gewonnen. Aber ein Stabilisierungsversuch? Das wäre Irak 2.0 – nicht Libyen 2.0.
    Das Libyen-Syndrom: Was nach dem „Erfolg“ kommt

    Libyen nach Gaddafi:

    Drei konkurrierende Regierungen
    Anhaltender Bürgerkrieg (2011-heute)
    ISIS nutzte das Chaos
    Migrationskrise
    Sklavenmärkte
    Russland und Türkei füllten Machtvakuum

    Gaddafi war weg. Aber Libyen als Staat existiert nicht mehr. Für die Libyer war die Intervention eine Katastrophe.

    Venezuela nach Maduro?

    Die Think Tanks fantasieren von einem „demokratischen Übergang“. Die Realität wird anders aussehen:

    Machtkampf zwischen Militärfraktionen (nicht alle Generäle sind pro-USA)
    Guerilla-Widerstand (chavistische Milizen, FARC-Reste)
    Regionale Destabilisierung
    Humanitäre Katastrophe (Millionen Flüchtlinge, Hungersnot)
    Geopolitischer Wettbewerb (China, Russland, Kuba kämpfen um Einfluss)

    Venezuela hat 28 Millionen Einwohner. Libyen hatte 6 Millionen. Die Katastrophe wäre viermal größer.
    Die selbsterfüllende Prophezeiung 2.0

    Die Libyen-Analogie ist nicht nur Analyse. Sie ist Warnung, die zur Handlungsanleitung wird.

    In Washington liest man: „Libyen funktionierte. Gaddafi ist weg. Wir haben keine Bodentruppen verloren. Es war ‚sauber‘.“

    In Beijing liest man: „Libyen war ein NATO-Angriff unter humanitärem Vorwand. Gaddafi vertraute dem Westen, gab Atomwaffen auf – und wurde gestürzt und ermordet. Wir dürfen nicht zulassen, dass Venezuela dasselbe Schicksal erleidet.“

    Also rüstet China Venezuela auf. Also zieht China rote Linien. Das bestätigt in Washington: „China ist aggressiv. Wir müssen handeln.“

    Der Kreislauf dreht sich weiter. Die Libyen-Parallele ist Teil der Eskalationsdynamik heute.
    Fazit – Die Uhr tickt
    Alles liegt offen. Und trotzdem geschieht es.

    Venezuela wird in aller Öffentlichkeit vorbereitet. Die Think Tanks veröffentlichen ihre Papiere. Die Militärkommandeure werden benannt. Die Eskalationsleiter liegt schwarz auf weiß vor. Die historische Parallele ist offensichtlich.

    Und trotzdem geschieht es.

    Das ist keine Verschwörung. Das ist die Logik von Macht, Geld und geopolitischem Wettbewerb – transparent dokumentiert, öffentlich diskutiert, strukturell scheinbar unaufhaltbar.
    Was wir wissen

    Die Kommandeure sind in Position:

    General Laura J. Richardson (SOUTHCOM)
    Konteradmiral James Aiken (4. Flotte)
    Generalleutnant Michael T. Plehn (SOUTHCOM Vize)
    Konteradmiral Thomas Allan (JTF-Bravo)

    Die Hardware ist verlegt:

    10 F-35 Strike-Fighter
    Flotten-Trägergruppe
    P-8 Poseidon, AWACS
    II Marine Expeditionary Force (2.000+ Marines)

    Die Eskalationsleiter ist definiert:

    Stufe 1: Maritime Pressure AKTIV
    Stufe 2: Air Superiority Signaling AKTIV
    Stufe 3: Maritime Interdiction VORBEREITET
    Stufe 4: Precision Strikes GEPLANT
    Stufe 5: Regime Pressure STRATEGISCHES ZIEL
    Stufe 6: Partner Deployment DIPLOMATISCH VORBEREITET

    Das Libyen-Muster wiederholt sich:

    Humanitärer Vorwand (Drogenbekämpfung statt Zivilschutz)
    Maritime Blockade light
    Luftüberlegenheit zur Druckausübung
    Keine offizielle Kriegserklärung
    Begrenzte Schläge statt Bodeninvasion
    Regime-Druck durch militärische Zerstörung

    Das wahre Ziel ist China:

    Venezuela liefert 85% seines Öls nach China
    Transaktionen in Yuan und Tether
    China hat $60 Milliarden investiert
    Atlantic Council explizit: „Maritime dominance can put China’s energy lifeline at risk“

    Wo wir jetzt stehen

    Die ersten beiden Stufen der Eskalationsleiter sind abgeschlossen. Die maritime Präsenz ist etabliert. Die Luftüberlegenheit ist demonstriert. Die F-35 sind verlegt. Die 4. Flotte kontrolliert die Gewässer. Die Task Force ist aktiviert.

    Wir befinden uns in der Wartephase zwischen Stufe 2 und Stufe 3.

    Stufe 3 – Maritime Interdiction Operations – ist der Wendepunkt. Wenn US-Kriegsschiffe beginnen, chinesische Öltanker zu stoppen, ist der Rubikon überschritten. Danach wird die Eskalation nahezu automatisch.
    Was als Nächstes kommt

    Interventionen brauchen Vorwände. Zwischenfälle – echt oder inszeniert. Ein „Drogen-Zwischenfall“. Ein „humanitärer Vorfall“. Ein „China-Zwischenfall“. Ein „regionaler Zwischenfall“.

    Der Zeitrahmen: 60-90 Tage

    Warum? Politischer Druck wächst. Trump steht unter Druck, „Ergebnisse“ zu liefern. Die Streitkräfte sind verlegt. Die Think-Tank-Papiere sind publiziert. China wird stärker in der Region. Je länger man wartet, desto schwieriger wird Intervention.

    Das Fenster ist offen. Und es schließt sich.
    Die kritischen Fragen

    Wird China militärisch reagieren?

    Washington wettet darauf, dass Beijing nicht für Venezuela einen direkten Konflikt riskiert. Diese Wette könnte falsch sein. China hat erklärt, dass Energiesicherheit ein Kerninteresse ist. Wenn die USA Chinas Ölversorgung direkt angreifen, könnte Beijing gezwungen sein zu reagieren.

    Wenn China reagiert, wird aus einer regionalen Krise eine globale.

    Was passiert mit den Menschen in Venezuela?

    In all den Think-Tank-Papieren kommen die 28 Millionen Venezolaner kaum vor. Wenn die USA intervenieren: Millionen werden fliehen, Hunderttausende könnten sterben, das Land wird zerstört, jahrzehntelanger Wiederaufbau – wenn überhaupt.

    Libyen hatte 6 Millionen Einwohner. Venezuela hat 28 Millionen. Die Katastrophe wäre viermal größer.
    Die Historiker-Perspektive

    In zwanzig Jahren werden Historiker schreiben:

    „Es war alles dokumentiert. Die Think-Tank-Papiere lagen vor. Die militärische Positionierung war öffentlich. Die historische Parallele war offensichtlich. Warnungen gab es zuhauf.

    Und trotzdem geschah es.

    Weil die strukturellen Kräfte – der militärisch-industrielle Komplex, die Petrodollar-Verteidigung, der geopolitische Wettbewerb mit China – stärker waren als jede Warnung.“
    Die unbeantwortete Frage

    Aber die Geschichte ist noch nicht geschrieben.

    Stufe 3 ist noch nicht aktiviert. Die Tanker werden noch nicht gestoppt. Der Rubikon ist noch nicht überschritten.

    Es gibt ein Zeitfenster. Und es ist klein.
    Wer stoppt es?

    Nicht die Think Tanks. Nicht die Rüstungskonzerne. Nicht die Politiker. Nicht die Medien.

    Die Öffentlichkeit. Die Zivilgesellschaft. Diejenigen, die Fragen stellen. Die Zusammenhänge aufzeigen. Die Transparenz schaffen.

    Und – vielleicht – einzelne Entscheidungsträger, die den Mut haben, „Nein“ zu sagen.

    Die Geschichte zeigt: Das ist selten.

    Aber nicht unmöglich.
    Der finale Satz

    Die Kommandeure sind in Position.

    Die Hardware ist verlegt.

    Die Eskalationsleiter ist definiert.

    Das Libyen-Muster wiederholt sich.
    Und die Uhr tickt.

    Die Frage ist nicht mehr: Wird Washington in Venezuela intervenieren?

    Die Frage ist: Wann – und wer zahlt den Preis?

    Die Antwort wird in den kommenden 60-90 Tagen entschieden.

    Im zweiten Teil dieser Analyse untersuchen wir, wer genau von dieser Intervention profitiert, welche Think Tanks die strategischen Blaupausen liefern, und wie das Geld von Rüstungskonzernen und Energielobbys zu den Politikern fließt, die die Eskalation vorantreiben.
    Quellenverzeichnis – Teil 1
    I. MILITÄRISCHE KOMMANDOSTRUKTUREN & EINSÄTZE

    US Southern Command (SOUTHCOM)

    S. Southern Command Official Website: „Command Leadership – General Laura J. Richardson“
    https://www.southcom.mil/About/Leadership
    S. Senate Armed Services Committee: „Posture Statement of General Laura J. Richardson, Commander, United States Southern Command, before the 118th Congress Senate Armed Services Committee“ (März 2024)
    https://www.armed-services.senate.gov/hearings/posture
    Defense One: „SOUTHCOM Chief: Latin America Is ‚Our Strategic Backyard’“ (April 2023)
    https://www.defenseone.com

    US Fourth Fleet Operations

    S. Navy Fourth Fleet: „Commander’s Biography – Rear Admiral James P. Aiken“
    https://www.fourthfleet.navy.mil
    S. Naval Institute News: „Fourth Fleet Increases Maritime Security Operations in Caribbean“ (August 2025)
    https://news.usni.org
    USNI Proceedings: „The Return of the Fourth Fleet: A Maritime Presence in the Americas“ (2024)
    https://www.usni.org/magazines/proceedings

    Joint Task Force Bravo

    S. Southern Command: „Joint Task Force-Bravo Fact Sheet“
    https://www.southcom.mil/Media/Special-Coverage/JTF-Bravo
    Military Times: „JTF-Bravo Conducts Readiness Exercises in Honduras“ (September 2025)
    https://www.militarytimes.com

    F-35 Deployment & Counter-Narcotics Task Force

    S. Air Force: „F-35A Lightning II Fighters Deploy to Support SOUTHCOM Operations“ (September 2025)
    https://www.af.mil/News
    S. Marine Corps: „II Marine Expeditionary Force Activates Enhanced Counter-Narcotics Task Force“ (August 2025)
    https://www.marines.mil/News
    Reuters: „US deploys stealth fighters near Venezuela amid drug war escalation“ (15. September 2025)
    https://www.reuters.com
    Associated Press: „Pentagon enhances Caribbean presence with new anti-drug task force“ (22. August 2025)
    https://apnews.com

    II. THINK TANK PUBLIKATIONEN

    Center for Strategic and International Studies (CSIS)

    CSIS Americas Program: „Going to War with the Cartels: Military Implications and Strategic Considerations“ (September 2024)
    https://www.csis.org/analysis/going-war-cartels
    CSIS: „Securing the Western Hemisphere Energy Corridor“ (Juni 2024)
    https://www.csis.org/programs/americas-program
    CSIS: „New Counter-Narcotics Task Force: Operational Structure and Strategic Objectives“ (August 2024)
    https://www.csis.org/analysis

    Atlantic Council

    Atlantic Council – Adrienne Arsht Latin America Center: „Two US Policy Options for Venezuela: Shaping Reform vs. Maximum Pressure“ (März 2024, aktualisiert Oktober 2024)
    https://www.atlanticcouncil.org/programs/adrienne-arsht-latin-america-center
    Atlantic Council: „Why Are US Warships Heading Toward Venezuela?“ (Expert Discussion, September 2024)
    https://www.atlanticcouncil.org/blogs
    Atlantic Council: „Maritime Dominance and China’s Energy Vulnerability in Latin America“ (Policy Brief, Mai 2024)
    https://www.atlanticcouncil.org/in-depth-research-reports

    Heritage Foundation

    Heritage Foundation: „Derailing the Tren de Aragua: How Venezuela’s Gang Exports Threaten US National Security“ (Juni 2024)
    https://www.heritage.org/homeland-security/report
    Heritage Foundation: „America Cannot Allow a Chinese Oil Colony in the Caribbean“ (Januar 2025)
    https://www.heritage.org/asia/commentary
    Heritage Foundation: „Project 2025 – Chapter 8: Department of Defense“ (2024)
    https://www.heritage.org/project2025

    American Enterprise Institute (AEI)

    American Enterprise Institute: „The Case for a Hemispheric Energy Strategy: Securing US Interests Against Authoritarian Petro-States“ (November 2023)
    Autor: Roger Noriega
    https://www.aei.org/foreign-and-defense-policy
    AEI: „Destabilizing Authoritarian Petro-States: A Strategic Framework“ (Februar 2024)
    https://www.aei.org/research-products/report

    Council on Foreign Relations (CFR)

    Council on Foreign Relations: „Global Conflict Tracker – Venezuela Crisis“
    https://www.cfr.org/global-conflict-tracker/conflict/crisis-venezuela
    CFR: „US Military Options in Venezuela: An Assessment“ (Expert Brief, Oktober 2024)
    https://www.cfr.org/expert-brief

    RAND Corporation

    RAND Corporation: „Overextending and Unbalancing Russia: Assessing the Impact of Cost-Imposing Options“ (2019)
    https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html
    RAND: „Economic Denial Operations: Lessons from Energy Disruption Strategies“ (2020)
    https://www.rand.org/pubs/research_reports

    III. VENEZUELA – ÖL, CHINA, PETRODOLLAR

    Ölexporte & Yuan/Tether-Handel

    Bloomberg: „Venezuela’s Oil Trade Shifts to Yuan as China Deepens Energy Ties“ (März 2024)
    https://www.bloomberg.com/news/articles
    Reuters: „China becomes top buyer of Venezuelan oil as Beijing invests billions“ (Juli 2024)
    https://www.reuters.com/business/energy
    Wall Street Journal: „Venezuela Uses Tether to Bypass US Sanctions in Oil Sales“ (Mai 2024)
    https://www.wsj.com/articles
    Financial Times: „How Venezuela’s cryptocurrency oil sales challenge dollar dominance“ (August 2024)
    https://www.ft.com/content

    Chinesische Investitionen

    South China Morning Post: „China’s $60 billion bet on Venezuela oil pays off as US sanctions bite“ (Juni 2024)
    https://www.scmp.com/news/china
    Nikkei Asia: „China ramps up Venezuela oil production amid US pressure“ (September 2024)
    https://asia.nikkei.com
    China Daily: „Sino-Venezuelan energy cooperation reaches new milestone“ (April 2024)
    http://www.chinadaily.com.cn

    Petrodollar-System & Geopolitik

    Foreign Affairs: „The Petrodollar’s Twilight: What Venezuela’s Yuan Trade Means for US Power“ (Februar 2024)
    https://www.foreignaffairs.com/articles
    The Economist: „The dollar’s dominance in energy markets faces new challenges“ (März 2024)
    https://www.economist.com/finance-and-economics

    IV. LIBYEN 2011 – HISTORISCHE PARALLELE

    UN-Resolution 1973 & NATO-Intervention

    United Nations Security Council: „Resolution 1973 (2011)“ (17. März 2011)
    https://www.un.org/securitycouncil/content/resolutions
    NATO: „Operation Unified Protector – Final Mission Stats“ (Oktober 2011)
    https://www.nato.int/cps/en/natohq/topics_71652.htm
    Human Rights Watch: „Libya: New Government Should Investigate Killings“ (Report, September 2012)
    https://www.hrw.org/report/2012/09/11

    Libyen nach Gaddafi

    International Crisis Group: „Libya: Getting Geneva Right“ (Special Report, November 2015)
    https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/north-africa/libya
    BBC News: „Libya crisis timeline: From revolution to civil war“ (Updated 2024)
    https://www.bbc.com/news/world-africa
    The Guardian: „Revealed: the scramble for Libya’s oil“ (Januar 2016)
    https://www.theguardian.com/world/2016/jan
    Amnesty International: „Libya: Horrific violations in detention highlight need for accountability“ (September 2017)
    https://www.amnesty.org/en/latest/news/2017/09

    Migrationskrise & Sklavenmärkte

    CNN: „People for sale: Where lives are auctioned for $400″ (November 2017)
    https://edition.cnn.com/2017/11/14/africa/libya-migrant-auctions
    UNHCR: „Libya Emergency“
    https://www.unhcr.org/libya-emergency.html

    V. AKTUELLE BERICHTERSTATTUNG VENEZUELA-KRISE

    Militärische Zwischenfälle

    Associated Press: „US strike sinks Venezuelan boat, 11 dead in Caribbean incident“ (2. September 2025)
    https://apnews.com
    Reuters: „Trump threatens to shoot down Venezuelan jets approaching US warships“ (8. September 2025)
    https://www.reuters.com/world/americas
    Military Times: „SOUTHCOM confirms rules of engagement allow ‚defensive strikes‘ in drug interdiction“ (12. September 2025)
    https://www.militarytimes.com

    Venezuela-Sanktionen

    S. Department of the Treasury: „Treasury Sanctions Venezuelan Officials and Entities“ (Press Releases 2023-2025)
    https://home.treasury.gov/news/press-releases
    Congressional Research Service: „Venezuela: Background and US Relations“ (Updated August 2025)
    https://crsreports.congress.gov

    Maduro-Regime & Opposition

    The New York Times: „Inside Maduro’s Survival: How Venezuela Resisted Two Decades of Pressure“ (Juli 2024)
    https://www.nytimes.com/2024/07
    Washington Post: „Venezuela’s military: Loyal to Maduro or waiting for the right moment?“ (September 2025)
    https://www.washingtonpost.com/world

    VI. GEOPOLITISCHE ANALYSE

    China in Lateinamerika

    Center for Strategic and International Studies: „Countering China’s Strategic Penetration in Latin America“ (Mai 2024)
    https://www.csis.org/analysis
    Foreign Policy: „China’s Quiet Conquest of Latin America“ (Februar 2024)
    https://foreignpolicy.com
    Wilson Center – Latin America Program: „China-Latin America Relations in 2024″
    https://www.wilsoncenter.org/program/latin-america-program

    Russland & Iran – Venezuela-Beziehungen

    Chatham House: „Russia’s Role in Venezuela: Strategic Partnership or Opportunism?“ (März 2024)
    https://www.chathamhouse.org
    The Diplomat: „Iran-Venezuela Relations: Survival Through Solidarity“ (Juni 2024)
    https://thediplomat.com

    VII. MILITÄRHISTORISCHE VERGLEICHE

    Panama 1989 & Grenada 1983

    S. Army Center of Military History: „Operation Just Cause: The Invasion of Panama, December 1989″
    https://history.army.mil
    National Security Archive: „The Invasion of Grenada, October 1983″ (Declassified Documents)
    https://nsarchive.gwu.edu

    Serbien 1999 (Kosovo-Krieg)

    NATO: „Operation Allied Force“ (Historical Archive)
    https://www.nato.int/kosovo/history.htm
    Human Rights Watch: „Civilian Deaths in the NATO Air Campaign“ (Report, February 2000)
    https://www.hrw.org/reports/2000/nato

    Michael Hollister

    Michael Hollister analysiert seit vielen Jahren die globalen Machtstrukturen hinter Politik und Wirtschaft. Sein Schwerpunkt liegt auf geopolitischen Strategien, einflussreichen Netzwerken und den historischen Wurzeln heutiger Konflikte.

    #USA #Vénézuela #impérialisme #guerre

  • J’essaie de compiler ici des liens et documents sur les processus d’ #externalisation des #frontières en #Libye, notamment des accords avec l’#UE #EU.

    Les documents sur ce fil n’ont pas un ordre chronologique très précis... (ça sera un boulot à faire ultérieurement... sic)

    Les négociations avec l’#Italie sont notamment sur ce fil :
    https://seenthis.net/messages/600874
    #asile #migrations #réfugiés

    Peut-être qu’Isabelle, @isskein, pourra faire ce travail de mise en ordre chronologique quand elle rentrera de vacances ??

    • Ici, un des derniers articles en date... par la suite de ce fil des articles plus anciens...

      Le supplice sans fin des migrants en Libye

      Ils sont arrivés en fin d’après-midi, blessés, épuisés, à bout. Ce 23 mai, près de 117 Soudanais, Ethiopiens et Erythréens se sont présentés devant la mosquée de Beni Oualid, une localité située à 120 km au sud-ouest de Misrata, la métropole portuaire de la Tripolitaine (Libye occidentale). Ils y passeront la nuit, protégés par des clercs religieux et des résidents. Ces nouveaux venus sont en fait des fugitifs. Ils se sont échappés d’une « prison sauvage », l’un de ces centres carcéraux illégaux qui ont proliféré autour de Beni Oualid depuis que s’est intensifié, ces dernières années, le flux de migrants et de réfugiés débarquant du Sahara vers le littoral libyen dans l’espoir de traverser la Méditerranée.

      Ces migrants d’Afrique subsaharienne – mineurs pour beaucoup – portent dans leur chair les traces de violences extrêmes subies aux mains de leurs geôliers : corps blessés par balles, brûlés ou lacérés de coups. Selon leurs témoignages, quinze de leurs camarades d’évasion ont péri durant leur fuite.

      Cris de douleur
      A Beni Oualid, un refuge héberge nombre de ces migrants en détresse. Des blocs de ciment nu cernés d’une terre ocre : l’abri, géré par une ONG locale – Assalam – avec l’assistance médicale de Médecins sans frontières (MSF), est un havre rustique mais dont la réputation grandit. Des migrants y échouent régulièrement dans un piètre état. « Beaucoup souffrent de fractures aux membres inférieurs, de fractures ouvertes infectées, de coups sur le dos laissant la chair à vif, d’électrocution sur les parties génitales », rapporte Christophe Biteau, le chef de la mission MSF pour la -Libye, rencontré à Tunis.

      Leurs tortionnaires les ont kidnappés sur les routes migratoires. Les migrants et réfugiés seront détenus et suppliciés aussi longtemps qu’ils n’auront pas payé une rançon, à travers les familles restées au pays ou des amis ayant déjà atteint Tripoli. Technique usuelle pour forcer les résistances, les détenus torturés sont sommés d’appeler leurs familles afin que celles-ci puissent entendre en « direct » les cris de douleur au téléphone.

      Les Erythréens, Somaliens et Soudanais sont particulièrement exposés à ce racket violent car, liés à une diaspora importante en Europe, ils sont censés être plus aisément solvables que les autres. Dans la région de Beni Oualid, toute cette violence subie, ajoutée à une errance dans des zones désertiques, emporte bien des vies. D’août 2017 à mars 2018, 732 migrants ont trouvé la mort autour de Beni Oualid, selon Assalam.

      En Libye, ces prisons « sauvages » qui parsèment les routes migratoires vers le littoral, illustration de l’osmose croissante entre réseaux historiques de passeurs et gangs criminels, cohabitent avec un système de détention « officiel ». Les deux systèmes peuvent parfois se croiser, en raison de l’omnipotence des milices sur le terrain, mais ils sont en général distincts. Affiliés à une administration – le département de lutte contre la migration illégale (DCIM, selon l’acronyme anglais) –, les centres de détention « officiels » sont au nombre d’une vingtaine en Tripolitaine, d’où embarque l’essentiel des migrants vers l’Italie. Si bien des abus s’exercent dans ces structures du DCIM, dénoncés par les organisations des droits de l’homme, il semble que la violence la plus systématique et la plus extrême soit surtout le fait des « prisons sauvages » tenues par des organisations criminelles.

      Depuis que la polémique s’est envenimée en 2017 sur les conditions de détention des migrants, notamment avec le reportage de CNN sur les « marchés aux esclaves », le gouvernement de Tripoli a apparemment cherché à rationaliser ses dispositifs carcéraux. « Les directions des centres font des efforts, admet Christophe Biteau, de MSF-Libye. Le dialogue entre elles et nous s’est amélioré. Nous avons désormais un meilleur accès aux cellules. Mais le problème est que ces structures sont au départ inadaptées. Il s’agit le plus souvent de simples hangars ou de bâtiments vétustes sans isolation. »

      Les responsables de ces centres se plaignent rituellement du manque de moyens qui, selon eux, explique la précarité des conditions de vie des détenus, notamment sanitaires. En privé, certains fustigent la corruption des administrations centrales de Tripoli, qui perçoivent l’argent des Européens sans le redistribuer réellement aux structures de terrain.

      Cruel paradoxe
      En l’absence d’une refonte radicale de ces circuits de financement, la relative amélioration des conditions de détention observée récemment par des ONG comme MSF pourrait être menacée. « Le principal risque, c’est la congestion qui résulte de la plus grande efficacité des gardes-côtes libyens », met en garde M. Biteau. En effet, les unités de la marine libyenne, de plus en plus aidées et équipées par Bruxelles ou Rome, ont multiplié les interceptions de bateaux de migrants au large du littoral de la Tripolitaine.

      Du 1er janvier au 20 juin, elles avaient ainsi reconduit sur la terre ferme près de 9 100 migrants. Du coup, les centres de détention se remplissent à nouveau. Le nombre de prisonniers dans ces centres officiels – rattachés au DCIM – a grimpé en quelques semaines de 5 000 à 7 000, voire à 8 000. Et cela a un impact sanitaire. « Le retour de ces migrants arrêtés en mer se traduit par un regain des affections cutanées en prison », souligne Christophe Biteau.

      Simultanément, l’Organisation mondiale des migrations (OIM) intensifie son programme dit de « retours volontaires » dans leurs pays d’origine pour la catégorie des migrants économiques, qu’ils soient détenus ou non. Du 1er janvier au 20 juin, 8 571 d’entre eux – surtout des Nigérians, Maliens, Gambiens et Guinéens – sont ainsi rentrés chez eux. L’objectif que s’est fixé l’OIM est le chiffre de 30 000 sur l’ensemble de 2018. Résultat : les personnes éligibles au statut de réfugié et ne souhaitant donc pas rentrer dans leurs pays d’origine – beaucoup sont des ressortissants de la Corne de l’Afrique – se trouvent piégées en Libye avec le verrouillage croissant de la frontière maritime.

      Le Haut-Commissariat pour les réfugiés (HCR) des Nations unies en a bien envoyé certains au Niger – autour de 900 – pour que leur demande d’asile en Europe y soit traitée. Cette voie de sortie demeure toutefois limitée, car les pays européens tardent à les accepter. « Les réfugiés de la Corne de l’Afrique sont ceux dont la durée de détention en Libye s’allonge », pointe M. Biteau. Cruel paradoxe pour une catégorie dont la demande d’asile est en général fondée. Une absence d’amélioration significative de leurs conditions de détention représenterait pour eux une sorte de double peine.

      http://lirelactu.fr/source/le-monde/28fdd3e6-f6b2-4567-96cb-94cac16d078a
      #UE #EU

    • Remarks by High Representative/Vice-President Federica Mogherini at the joint press conference with Sven Mikser, Minister for Foreign Affairs of Estonia
      Mogherini:

      if you are asking me about the waves of migrants who are coming to Europe which means through Libya to Italy in this moment, I can tell you that the way in which we are handling this, thanks also to a very good work we have done with the Foreign Ministers of the all 28 Member States, is through a presence at sea – the European Union has a military mission at sea in the Mediterranean, at the same time dismantling the traffickers networks, having arrested more than 100 smugglers, seizing the boats that are used, saving lives – tens of thousands of people were saved but also training the Libyan coasts guards so that they can take care of the dismantling of the smuggling networks in the Libyan territorial waters.

      And we are doing two other things to prevent the losses of lives but also the flourishing of the trafficking of people: inside Libya, we are financing the presence of the International Organisation for Migration and the UNHCR so that they can have access to the detention centres where people are living in awful conditions, save these people, protect these people but also organising voluntary returns to the countries of origin; and we are also working with the countries of origin and transit, in particular Niger, where more than 80% of the flows transit. I can tell you one number that will strike you probably - in the last 9 months through our action with Niger, we moved from 76 000 migrants passing through Niger into Libya to 6 000.

      https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/26042/remarks-high-representativevice-president-federica-mogherini-joint-press
      #Libye #Niger #HCR #IOM #OIM #EU #UE #Mogherini #passeurs #smugglers

    • Il risultato degli accordi anti-migranti: aumentati i prezzi dei viaggi della speranza

      L’accordo tra Europa e Italia da una parte e Niger dall’altra per bloccare il flusso dei migranti verso la Libia e quindi verso le nostre coste ha ottenuto risultati miseri. O meglio un paio di risultati li ha avuti: aumentare il prezzo dei trasporti – e quindi i guadagni dei trafficanti di uomini – e aumentare a dismisura i disagi e i rischi dei disperati che cercano in tutti i modi di attraversare il Mediterraneo. Insomma le misure adottate non scoraggiano chi vuole partire. molti di loro muoiono ma non muore la loro speranza di una vita migliore.

      http://www.africa-express.info/2017/02/03/il-risultato-dellaccordo-con-il-niger-sui-migranti-aumentati-prezzi

    • C’était 2016... et OpenMigration publiait cet article:
      Il processo di esternalizzazione delle frontiere europee: tappe e conseguenze di un processo pericoloso

      L’esternalizzazione delle politiche europee e italiane sulle migrazioni: Sara Prestianni ci spiega le tappe fondamentali del processo, e le sue conseguenze più gravi in termini di violazioni dei diritti fondamentali.

      http://openmigration.org/analisi/il-processo-di-esternalizzazione-delle-frontiere-europee-tappe-e-conseguenze-di-un-processo-pericoloso/?platform=hootsuite

    • Per bloccare i migranti 610 milioni di euro dall’Europa e 50 dall’Italia

      Con la Libia ancora fortemente compromessa, la sfida per la gestione dei flussi di migranti dall’Africa sub-sahariana si è di fatto spostata più a Sud, lungo i confini settentrionali del Niger. Uno dei Paesi più poveri al mondo, ma che in virtù della sua stabilità - ha mantenuto pace e democrazia in un’area lacerata dai conflitti - è oggi il principale alleato delle potenze europee nella regione. Gli accordi prevedono che il Niger in cambio di 610 milioni d’ euro dall’Unione Europea, oltre a 50 promessi dall’Italia, sigilli le proprie frontiere settentrionali e imponga un giro di vite ai traffici illegali. È dal Niger infatti che transita gran parte dei migranti sub-sahariani: 450.000, nel 2016, hanno attraversato il deserto fino alle coste libiche, e in misura inferiore quelle algerine. In Italia, attraverso questa rotta, ne sono arrivati 180.000 l’anno scorso e oltre 40.000 nei primi quattro mesi del 2017.


      http://www.lastampa.it/2017/05/31/esteri/per-bloccare-i-migranti-milioni-di-euro-dalleuropa-e-dallitalia-4nPsLCnUURhOkXQl14sp7L/pagina.html

    • The Human Rights Risks of External Migration Policies

      This briefing paper sets out the main human rights risks linked to external migration policies, which are a broad spectrum of actions implemented outside of the territory of the state that people are trying to enter, usually through enhanced cooperation with other countries. From the perspective of international law, external migration policies are not necessarily unlawful. However, Amnesty International considers that several types of external migration policies, and particularly the externalization of border control and asylum-processing, pose significant human rights risks. This document is intended as a guide for activists and policy-makers working on the issue, and includes some examples drawn from Amnesty International’s research in different countries.

      https://www.amnesty.org/en/documents/pol30/6200/2017/en

    • Libya’s coast guard abuses migrants despite E.U. funding and training

      The European Union has poured tens of millions of dollars into supporting Libya’s coast guard in search-and-rescue operations off the coast. But the violent tactics of some units and allegations of human trafficking have generated concerns about the alliance.

      https://www.washingtonpost.com/world/middle_east/libyas-coast-guard-abuses-desperate-migrants-despite-eu-funding-and-training/2017/07/10/f9bfe952-7362-4e57-8b42-40ae5ede1e26_story.html?tid=ss_tw

    • How Libya’s #Fezzan Became Europe’s New Border

      The principal gateway into Europe for refugees and migrants runs through the power vacuum in southern Libya’s Fezzan region. Any effort by European policymakers to stabilise Fezzan must be part of a national-level strategy aimed at developing Libya’s licit economy and reaching political normalisation.

      https://www.crisisgroup.org/middle-east-north-africa/north-africa/libya/179-how-libyas-fezzan-became-europes-new-border
      cc @i_s_

      v. aussi ma tentative cartographique :


      https://seenthis.net/messages/604039

    • Avramopoulos says Sophia could be deployed in Libya

      (ANSAmed) - BRUSSELS, AUGUST 3 - European Commissioner Dimitris Avramopoulos told ANSA in an interview Thursday that it is possible that the #Operation_Sophia could be deployed in Libyan waters in the future. “At the moment, priority should be given to what can be done under the current mandate of Operation Sophia which was just renewed with added tasks,” he said. “But the possibility of the Operation moving to a third stage working in Libyan waters was foreseen from the beginning. If the Libyan authorities ask for this, we should be ready to act”. (ANSAmed).

      http://www.ansamed.info/ansamed/en/news/sections/politics/2017/08/03/avramopoulos-says-sophia-could-be-deployed-in-libya_602d3d0e-f817-42b0-ac3

    • Les ambivalences de Tripoli face à la traite migratoire. Les trafiquants ont réussi à pénétrer des pans entiers des institutions officielles

      Par Frédéric Bobin (Zaouïa, Libye, envoyé spécial)

      LE MONDE Le 25.08.2017 à 06h39 • Mis à jour le 25.08.2017 à 10h54

      Les petits trous dessinent comme des auréoles sur le ciment fauve. Le haut mur hérissé de fils de fer barbelés a été grêlé d’impacts de balles de kalachnikov à deux reprises, la plus récente en juin. « Ils sont bien mieux armés que nous », soupire Khaled Al-Toumi, le directeur du centre de détention de Zaouïa, une municipalité située à une cinquantaine de kilomètres à l’ouest de Tripoli. Ici, au cœur de cette bande côtière de la Libye où se concentre l’essentiel des départs de migrants vers l’Italie, une trentaine d’Africains subsahariens sont détenus – un chiffre plutôt faible au regard des centres surpeuplés ailleurs dans le pays.

      C’est que, depuis les assauts de l’établissement par des hommes armés, Khaled Al-Toumi, préfère transférer à Tripoli le maximum de prisonniers. « Nous ne sommes pas en mesure de les protéger », dit-il. Avec ses huit gardes modestement équipés, il avoue son impuissance face aux gangs de trafiquants qui n’hésitent pas à venir récupérer par la force des migrants, dont l’arrestation par les autorités perturbe leurs juteuses affaires. En 2014, ils avaient repris environ 80 Erythréens. Plus récemment, sept Pakistanais. « On reçoit en permanence des menaces, ils disent qu’ils vont enlever nos enfants », ajoute le directeur.

      Le danger est quotidien. Le 18 juillet, veille de la rencontre avec Khaled Al-Toumi, soixante-dix femmes migrantes ont été enlevées à quelques kilomètres de là alors qu’elles étaient transférées à bord d’un bus du centre de détention de Gharian à celui de Sorman, des localités voisines de Zaouïa.

      On compte en Libye une trentaine de centres de ce type, placés sous la tutelle de la Direction de combat contre la migration illégale (DCMI) rattachée au ministère de l’intérieur. A ces prisons « officielles » s’ajoutent des structures officieuses, administrées ouvertement par des milices. L’ensemble de ce réseau carcéral détient entre 4 000 et 7 000 détenus, selon les Nations unies (ONU).

      « Corruption galopante »

      A l’heure où l’Union européenne (UE) nourrit le projet de sous-traiter à la Libye la gestion du flux migratoire le long de la « route de la Méditerranée centrale », le débat sur les conditions de détention en vigueur dans ces centres a gagné en acuité.

      Une partie de la somme de 90 millions d’euros que l’UE s’est engagée à allouer au gouvernement dit d’« union nationale » de Tripoli sur la question migratoire, en sus des 200 millions d’euros annoncés par l’Italie, vise précisément à l’amélioration de l’environnement de ces centres.

      Si des « hot spots » voient le jour en Libye, idée que caressent certains dirigeants européens – dont le président français Emmanuel Macron – pour externaliser sur le continent africain l’examen des demandes d’asile, ils seront abrités dans de tels établissements à la réputation sulfureuse.

      La situation y est à l’évidence critique. Le centre de Zaouïa ne souffre certes pas de surpopulation. Mais l’état des locaux est piteux, avec ses matelas légers jetés au sol et l’alimentation d’une préoccupante indigence, limitée à un seul plat de macaronis. Aucune infirmerie ne dispense de soins.

      « Je ne touche pas un seul dinar de Tripoli ! », se plaint le directeur, Khaled Al-Toumi. Dans son entourage, on dénonce vertement la « corruption galopante de l’état-major de la DCMI à Tripoli qui vole l’argent ». Quand on lui parle de financement européen, Khaled Al-Toumi affirme ne pas en avoir vu la couleur.

      La complainte est encore plus grinçante au centre de détention pour femmes de Sorman, à une quinzaine de kilomètres à l’ouest : un gros bloc de ciment d’un étage posé sur le sable et piqué de pins en bord de plage. Dans la courette intérieure, des enfants jouent près d’une balançoire.

      Là, la densité humaine est beaucoup plus élevée. La scène est un brin irréelle : dans la pièce centrale, environ quatre-vingts femmes sont entassées, fichu sur la tête, regard levé vers un poste de télévision rivé au mur délavé. D’autres se serrent dans les pièces adjacentes. Certaines ont un bébé sur les jambes, telle Christiane, une Nigériane à tresses assise sur son matelas. « Ici, il n’y a rien, déplore-t-elle. Nous n’avons ni couches ni lait pour les bébés. L’eau de la nappe phréatique est salée. Et le médecin ne vient pas souvent : une fois par semaine, souvent une fois toutes les deux semaines. »

      « Battu avec des tuyaux métalliques »

      Non loin d’elle, Viviane, jeune fille élancée de 20 ans, Nigériane elle aussi, se plaint particulièrement de la nourriture, la fameuse assiette de macaronis de rigueur dans tous les centres de détention.

      Viviane est arrivée en Libye en 2015. Elle a bien tenté d’embarquer à bord d’un Zodiac à partir de Sabratha, la fameuse plate-forme de départs à l’ouest de Sorman, mais une tempête a fait échouer l’opération. Les passagers ont été récupérés par les garde-côtes qui les ont répartis dans les différentes prisons de la Tripolitaine. « Je n’ai pas pu joindre ma famille au téléphone, dit Viviane dans un souffle. Elle me croit morte. »

      Si la visite des centres de détention de Zaouïa ou de Sorman permet de prendre la mesure de l’extrême précarité des conditions de vie, admise sans fard par les officiels des établissements eux-mêmes, la question des violences dans ces lieux coupés du monde est plus délicate.

      Les migrants sont embarrassés de l’évoquer en présence des gardes. Mais mises bout à bout, les confidences qu’ils consentent plus aisément sur leur expérience dans d’autres centres permettent de suggérer un contexte d’une grande brutalité. Celle-ci se déploie sans doute le plus sauvagement dans les prisons privées, officieuses, où le racket des migrants est systématique.

      Et les centres officiellement rattachés à la DCMI n’en sont pas pour autant épargnés. Ainsi Al Hassan Dialo, un Guinéen rencontré à Zaouïa, raconte qu’il était « battu avec des tuyaux métalliques » dans le centre de Gharian, où il avait été précédemment détenu.

      « Extorsion, travail forcé »

      On touche là à l’ambiguïté foncière de ce système de détention, formellement rattaché à l’Etat mais de facto placé sous l’influence des milices contrôlant le terrain. Le fait que des réseaux de trafiquants, liés à ces milices, peuvent impunément enlever des détenus au cœur même des centres, comme ce fut le cas à Zaouïa, donne la mesure de leur capacité de nuisance.

      « Le système est pourri de l’intérieur », se désole un humanitaire. « Des fonctionnaires de l’Etat et des officiels locaux participent au processus de contrebande et de trafic d’êtres humains », abonde un rapport de la Mission d’appui de l’ONU en Libye publié en décembre 2016.

      Dans ces conditions, les migrants font l’objet « d’extorsion, de travail forcé, de mauvais traitements et de tortures », dénonce le rapport. Les femmes, elles, sont victimes de violences sexuelles à grande échelle. Le plus inquiétant est qu’avec l’argent européen promis les centres de détention sous tutelle de la DCMI tendent à se multiplier. Trois nouveaux établissements ont fait ainsi leur apparition ces derniers mois dans le Grand Tripoli.

      La duplicité de l’appareil d’Etat, ou de ce qui en tient lieu, est aussi illustrée par l’attitude des gardes-côtes, autres récipiendaires des financements européens et même de stages de formation. Officiellement, ils affirment lutter contre les réseaux de passeurs au maximum de leurs capacités tout en déplorant l’insuffisance de leurs moyens.

      « Nous ne sommes pas équipés pour faire face aux trafiquants », regrette à Tripoli Ayoub Kassim, le porte-parole de la marine libyenne. Au détour d’un plaidoyer pro domo, le hiérarque militaire glisse que le problème de la gestion des flux migratoires se pose moins sur le littoral qu’au niveau de la frontière méridionale de la Libye. « La seule solution, c’est de maîtriser les migrations au sud, explique-t-il. Malheureusement, les migrants arrivent par le Niger sous les yeux de l’armée française » basée à Madama…

      Opérations de patrouille musclées

      Les vieilles habitudes perdurent. Avant 2011, sous Kadhafi, ces flux migratoires – verrouillés ou tolérés selon l’intérêt diplomatique du moment – étaient instrumentalisés pour exercer une pression sur les Européens.

      Une telle politique semble moins systématique, fragmentation de l’Etat oblige, mais elle continue d’inspirer le comportement de bien des acteurs libyens usant habilement de la carte migratoire pour réclamer des soutiens financiers.

      La déficience des équipements des gardes-côtes ne fait guère de doute. Avec son patrouilleur de 14 mètres de Zaouïa et ses quatre autres bâtiments de 26,4 mètres de Tripoli – souffrant de défaillances techniques bien qu’ayant été réparés en Italie –, l’arsenal en Tripolitaine est de fait limité. Par ailleurs, l’embargo sur les ventes d’armes vers la Libye, toujours en vigueur, en bride le potentiel militaire.

      Pourtant, la hiérarchie des gardes-côtes serait plus convaincante si elle était en mesure d’exercer un contrôle effectif sur ses branches locales. Or, à l’évidence, une sérieuse difficulté se pose à Zaouïa. Le chef local de gardes-côtes, Abdelrahman Milad, plus connu sous le pseudonyme d’Al-Bija, joue un jeu trouble. Selon le rapport du panel des experts sur la Libye de l’ONU, publié en juin, Al-Bija doit son poste à Mohamed Koshlaf, le chef de la principale milice de Zaouïa, qui trempe dans le trafic de migrants.

      Le patrouilleur d’Al-Bija est connu pour ses opérations musclées. Le 21 octobre 2016, il s’est opposé en mer à un sauvetage conduit par l’ONG Sea Watch, provoquant la noyade de vingt-cinq migrants. Le 23 mai 2017, le même patrouilleur intervient dans la zone dite « contiguë » – où la Libye est juridiquement en droit d’agir – pour perturber un autre sauvetage mené par le navire Aquarius, affrété conjointement par Médecins sans frontières et SOS Méditerranée, et le Juvena, affrété par l’ONG allemande Jugend Rettet.

      Duplicité des acteurs libyens

      Les gardes-côtes sont montés à bord d’un Zodiac de migrants, subtilisant téléphones portables et argent des occupants. Ils ont également tiré des coups de feu en l’air, et même dans l’eau où avaient sauté des migrants, ne blessant heureusement personne.

      « Il est difficile de comprendre la logique de ce type de comportement, commente un humanitaire. Peut-être le message envoyé aux migrants est-il : “La prochaine fois, passez par nous.” » Ce « passez par nous » peut signifier, selon de bons observateurs de la scène libyenne, « passez par le réseau de Mohamed Koshlaf », le milicien que l’ONU met en cause dans le trafic de migrants.

      Al-Bija pratiquerait ainsi le deux poids-deux mesures, intraitable ou compréhensif selon que les migrants relèvent de réseaux rivaux ou amis, illustration typique de la duplicité des acteurs libyens. « Al-Bija sait qu’il a commis des erreurs, il cherche maintenant à restaurer son image », dit un résident de Zaouïa. Seule l’expérience le prouvera. En attendant, les Européens doivent coopérer avec lui pour fermer la route de la Méditerranée.

      http://www.lemonde.fr/afrique/article/2017/08/16/en-libye-nous-ne-sommes-que-des-esclaves_5172760_3212.html

    • A PATTI CON LA LIBIA

      La Libia è il principale punto di partenza di barconi carichi di migranti diretti in Europa. Con la Libia l’Europa deve trattare per trovare una soluzione. La Libia però è anche un paese allo sbando, diviso. C’è il governo di Tripoli retto da Fayez al-Sarraj. Poi c’è il generale Haftar che controlla i due terzi del territorio del paese. Senza contare gruppi, milizie, clan tribali. Il compito insomma è complicato. Ma qualcosa, forse, si sta muovendo.

      Dopo decine di vertici inutili, migliaia di morti nel Mediterraneo, promesse non mantenute si torna a parlare con una certa insistenza della necessità di stabilizzare la Libia e aiutare il paese che si affaccia sul Mediterraneo. Particolarmente attiva in questa fase la Francia di Macron, oltre naturalmente all’Italia.

      Tra i punti in discussione c’è il coinvolgimento di altri paesi africani di transito come Niger e Ciad che potrebbero fungere da filtro. Oltre naturalmente ad aiuti diretti alla Libia. Assegni milionari destinati a una migliore gestione delle frontiere ad esempio.

      Ma è davvero così semplice? E come la mettiamo con le violenze e le torture subite dai migranti nei centri di detenzione? Perché proprio ora l’Europa sembra svegliarsi? Cosa si cela dietro questa competizione soprattutto tra Roma e Parigi nel trovare intese con Tripoli?

      http://www.rsi.ch/rete-uno/programmi/informazione/modem/A-PATTI-CON-LA-LIBIA-9426001.html

    • Le fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique adopte un programme de soutien à la gestion intégrée des migrations et des frontières en Libye d’un montant de 46 millions d’euros

      À la suite du plan d’action de la Commission pour soutenir l’Italie, présenté le 4 juillet, le fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique a adopté ce jour un programme doté d’une enveloppe de 46 millions d’euros pour renforcer les capacités des autorités libyennes en matière de gestion intégrée des migrations et des frontières.

      http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-2187_fr.htm

    • L’Europe va verser 200 millions d’euros à la Libye pour stopper les migrants

      Les dirigeants européens se retrouvent ce vendredi à Malte pour convaincre la Libye de freiner les traversées de migrants en Méditerranée. Ils devraient proposer d’équiper et former ses gardes-côtes. Le projet d’ouvrir des camps en Afrique refait surface.

      https://www.mediapart.fr/journal/international/020217/leurope-va-verser-200-millions-deuros-la-libye-pour-stopper-les-migrants

      –-> pour archivage...

    • Persécutés en Libye : l’Europe est complice

      L’Union européenne dans son ensemble, et l’Italie en particulier, sont complices des violations des droits humains commises contre les réfugiés et les migrants en Libye. Enquête.

      https://www.amnesty.fr/refugies-et-migrants/actualites/refugies-et-migrants-persecutes-en-libye-leurope-est-complice

      #complicité

      Et l’utilisation du mot « persécutés » n’est évidemment pas été choisi au hasard...
      –-> ça renvoie à la polémique de qui est #réfugié... et du fait que l’UE essaie de dire que les migrants en Libye sont des #migrants_économiques et non pas des réfugiés (comme ceux qui sont en Turquie et/ou en Grèce, qui sont des syriens, donc des réfugiés)...
      Du coup, utiliser le concept de #persécution signifie faire une lien direct avec la Convention sur les réfugiés et admettre que les migrants en Libye sont potentiellement des réfugiés...

      La position de l’UE :

      #Mogherini was questioned about the EU’s strategy of outsourcing the migration crisis to foreign countries such as Libya and Turkey, which received billions to prevent Syrian refugees from crossing to Greece.

      She said the situation was different on two counts: first, the migrants stranded in Libya were not legitimate asylum seekers like those fleeing the war in Syria. And second, different international bodies were in charge.

      “When it comes to Turkey, it is mainly refugees from Syria; when it comes to Libya, it is mainly migrants from Sub-Saharan Africa and the relevant international laws apply in different manners and the relevant UN agencies are different – the UNHC

      https://www.euractiv.com/section/development-policy/news/libya-human-bondage-risks-overshadowing-africa-eu-summit
      voir ici : http://seen.li/dqtt

      Du coup, @sinehebdo, « #persécutés » serait aussi un mot à ajouter à ta longue liste...

    • v. aussi:
      Libya: Libya’s dark web of collusion: Abuses against Europe-bound refugees and migrants

      In recent years, hundreds of thousands of refugees and migrants have braved the journey across Africa to Libya and often on to Europe. In response, the Libyan authorities have used mass indefinite detention as their primary migration management tool. Regrettably, the European Union and Italy in particular, have decided to reinforce the capacity of Libyan authorities to intercept refugees and migrants at sea and transfer them to detention centres. It is essential that the aims and nature of this co-operation be rethought; that the focus shift from preventing arrivals in Europe to protecting the rights of refugees and migrants.

      https://www.amnesty.org/fr/documents/document/?indexNumber=mde19%2f7561%2f2017&language=en
      #rapport

    • Amnesty France : « L’Union Européenne est complice des violations de droits de l’homme en Libye »

      Jean-François Dubost est responsable du Programme Protection des Populations (réfugiés, civils dans les conflits, discriminations) chez Amnesty France. L’ONG publie un rapport sur la responsabilité des gouvernements européens dans les violations des droits humains des réfugiés et des migrants en Libye.

      https://www.franceinter.fr/emissions/l-invite-de-6h20/l-invite-de-6h20-12-decembre-2017
      #responsabilité

    • Accordi e crimini contro l’umanità in un rapporto di Amnesty International

      La Rotta del Mediterraneo centrale, dal Corno d’Africa, dall’Africa subsahariana, al Niger al Ciad ed alla Libia costituisce ormai l’unica via di fuga da paesi in guerra o precipitati in crisi economiche che mettono a repentaglio la vita dei loro abitanti, senza alcuna possibile distinzione tra migranti economici e richiedenti asilo. Anche perché in Africa, ed in Libia in particolare, la possibilità concreta di chiedere asilo ed ottenere un permesso di soggiorno o un visto, oltre al riconoscimento dello status di rifugiato da parte dell’UNHCR, è praticamente nulla. Le poche persone trasferite in altri paesi europei dai campi libici (resettlement), come i rimpatri volontari ampiamente pubblicizzati, sono soltanto l’ennesima foglia di fico che si sta utilizzando per nascondere le condizioni disumane in cui centinaia di migliaia di persone vengono trattenute sotto sequestro nei centri di detenzione libici , ufficiali o informali. In tutti gravissime violazioni dei diritti umani, anche subito dopo la visita dei rappresentanti dell’UNHCR e dell’OIM, come dichiarano alcuni testimoni.

      https://www.a-dif.org/2017/12/12/accordi-e-crimini-contro-lumanita-in-un-rapporto-di-amnesty-international

    • Bundestag study: Cooperation with Libyan coastguard infringes international conventions

      “Libya is unable to nominate a Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC), and so rescue missions outside its territorial waters are coordinated by the Italian MRCC in Rome. More and more often the Libyan coastguard is being tasked to lead these missions as on-scene-commander. Since refugees are subsequently brought to Libya, the MRCC in Rome may be infringing the prohibition of refoulement contained in the Geneva Convention relating to the Status of Refugees. This, indeed, was also the conclusion reached in a study produced by the Bundestag Research Service. The European Union and its member states must therefore press for an immediate end to this cooperation with the Libyan coastguard”, says Andrej Hunko, European policy spokesman for the Left Party.

      The Italian Navy is intercepting refugees in the Mediterranean and arranging for them to be picked up by Libyan coastguard vessels. The Bundestag study therefore suspects an infringement of the European Human Rights Convention of the Council of Europe. The rights enshrined in the Convention also apply on the high seas.

      Andrej Hunko goes on to say, “For two years the Libyan coastguard has regularly been using force against sea rescuers, and many refugees have drowned during these power games. As part of the EUNAVFOR MED military mission, the Bundeswehr has also been cooperating with the Libyan coastguard and allegedly trained them in sea rescue. I regard that as a pretext to arm Libya for the prevention of migration. This cooperation must be the subject of proceedings before the European Court of Human Rights, because the people who are being forcibly returned with the assistance of the EU are being inhumanely treated, tortured or killed.

      The study also emphasises that the acts of aggression against private rescue ships violate the United Nations Convention on the Law of the Sea. Nothing in that Convention prescribes that sea rescues must be undertaken by a single vessel. On the contrary, masters of other ships even have a duty to render assistance if they cannot be sure that all of the persons in distress will be quickly rescued. This is undoubtedly the case with the brutal operations of the Libyan coastguard.

      The Libyan Navy might soon have its own MRCC, which would then be attached to the EU surveillance system. The European Commission examined this option in a feasibility study, and Italy is now establishing a coordination centre for this purpose in Tripoli. A Libyan MRCC would encourage the Libyan coastguard to throw its weight about even more. The result would be further violations of international conventions and even more deaths.”

      https://andrej-hunko.de/presse/3946-bundestag-study-cooperation-with-libyan-coastguard-infringes-inter

      v. aussi l’étude:
      https://andrej-hunko.de/start/download/dokumente/1109-bundestag-research-services-maritime-rescue-in-the-mediterranean/file

    • Migrants : « La nasse libyenne a été en partie tissée par la France et l’Union européenne »

      Dans une tribune publiée dans « Le Monde », Thierry Allafort-Duverger, le directeur général de Médecins Sans Frontières, juge hypocrite la posture de la France, qui favorise l’interception de migrants par les garde-côtes libyens et dénonce leurs conditions de détention sur place.

      https://www.msf.fr/actualite/articles/migrants-nasse-libyenne-ete-en-partie-tissee-france-et-union-europeenne
      #hypocrisie

    • Libye : derrière l’arbre de « l’esclavage »
      Par Ali Bensaâd, Professeur à l’Institut français de géopolitique, Paris-VIII — 30 novembre 2017 à 17:56

      L’émotion suscitée par les crimes abjectes révélés par CNN ne doit pas occulter un phénomène bien plus vaste et ancien : celui de centaines de milliers de migrants africains qui vivent et travaillent depuis des décennies, en Libye et au Maghreb, dans des conditions extrêmes d’exploitation et d’atteinte à leur dignité.

      L’onde de choc créée par la diffusion de la vidéo de CNN sur la « vente » de migrants en Libye, ne doit pas se perdre en indignations. Et il ne faut pas que les crimes révélés occultent un malheur encore plus vaste, celui de centaines de milliers de migrants africains qui vivent et travaillent depuis des décennies, en Libye et au Maghreb, dans des conditions extrêmes d’exploitation et d’atteinte à leur dignité. Par ailleurs, ces véritables crimes contre l’humanité ne sont, hélas, pas spécifiques de la Libye. A titre d’exemple, les bédouins égyptiens ou israéliens - supplétifs sécuritaires de leurs armées - ont précédé les milices libyennes dans ces pratiques qu’ils poursuivent toujours et qui ont été largement documentées.

      Ces crimes contre l’humanité, en raison de leur caractère particulièrement abject, méritent d’être justement qualifiés. Il faut s’interroger si le qualificatif « esclavage », au-delà du juste opprobre dont il faut entourer ces pratiques, est le plus scientifiquement approprié pour comprendre et combattre ces pratiques d’autant que l’esclavage a été une réalité qui a structuré pendant un millénaire le rapport entre le Maghreb et l’Afrique subsaharienne. Il demeure le non-dit des inconscients culturels des sociétés de part et d’autre du Sahara, une sorte de « bombe à retardement ». « Mal nommer un objet, c’est ajouter au malheur de ce monde » (1) disait Camus. Et la Libye est un condensé des malheurs du monde des migrations. Il faut donc les saisir par-delà le raccourci de l’émotion.

      D’abord, ils ne sont nullement le produit du contexte actuel de chaos du pays, même si celui-ci les aggrave. Depuis des décennies, chercheurs et journalistes ont documenté la difficile condition des migrants en Libye qui, depuis les années 60, font tourner pour l’essentiel l’économie de ce pays rentier. Leur nombre a pu atteindre certaines années jusqu’à un million pour une population qui pouvait alors compter à peine cinq millions d’habitants. C’est dire leur importance dans le paysage économique et social de ce pays. Mais loin de favoriser leur intégration, l’importance de leur nombre a été conjurée par une précarisation systématique et violente comme l’illustrent les expulsions massives et violentes de migrants qui ont jalonné l’histoire du pays notamment en 1979, 1981, 1985, 1995, 2000 et 2007. Expulsions qui servaient tout à la fois à installer cette immigration dans une réversibilité mais aussi à pénaliser ou gratifier les pays dont ils sont originaires pour les vassaliser. Peut-être contraints, les dirigeants africains alors restaient sourds aux interpellations de leurs migrants pour ne pas contrarier la générosité du « guide » dont ils étaient les fidèles clients. Ils se tairont également quand, en 2000, Moussa Koussa, l’ancien responsable des services libyens, aujourd’hui luxueusement réfugié à Londres, a organisé un véritable pogrom où périrent 500 migrants africains assassinés dans des « émeutes populaires » instrumentalisées. Leur but était cyniquement de faire avaliser, par ricochet, la nouvelle orientation du régime favorable à la normalisation et l’ouverture à l’Europe et cela en attisant un sentiment anti-africain pour déstabiliser la partie de la vieille garde qui y était rétive. Cette normalisation, faite en partie sur le cadavre de migrants africains, se soldera par l’intronisation de Kadhafi comme gardien des frontières européennes. Les migrants interceptés et ceux que l’Italie refoule, en violation des lois européennes, sont emprisonnés, parfois dans les mêmes lieux aujourd’hui, et soumis aux mêmes traitements dégradants.

      En 2006, ce n’était pas 260 migrants marocains qui croupissaient comme aujourd’hui dans les prisons libyennes, ceux dont la vidéo a ému l’opinion, mais 3 000 et dans des conditions tout aussi inhumaines. Kadhafi a signé toutes les conventions que les Européens ont voulues, sachant qu’il n’allait pas les appliquer. Mais lorsque le HCR a essayé de prendre langue avec le pouvoir libyen au sujet de la convention de Genève sur les réfugiés, Kadhafi ferma les bureaux du HCR et expulsa, en les humiliant, ses dirigeants le 9 juin 2010. Le même jour, débutait un nouveau round de négociations en vue d’un accord de partenariat entre la Libye et l’Union européenne et le lendemain, 10 juin, Kadhafi était accueilli en Italie. Une année plus tard, alors même que le CNT n’avait pas encore établi son autorité sur le pays et que Kadhafi et ses troupes continuaient à résister, le CNT a été contraint de signer avec l’Italie un accord sur les migrations dont un volet sur la réadmission des migrants transitant par son territoire. Hier, comme aujourd’hui, c’est à la demande expresse et explicite de l’UE que les autorités libyennes mènent une politique de répression et de rétention de migrants. Et peut-on ignorer qu’aujourd’hui traiter avec les pouvoirs libyens, notamment sur les questions sécuritaires, c’est traiter de fait avec des milices dont dépendent ces pouvoirs eux-mêmes pour leur propre sécurité ? Faut-il s’étonner après cela de voir des milices gérer des centres de rétention demandés par l’UE ?

      Alors que peine à émerger une autorité centrale en Libye, les pays occidentaux n’ont pas cessé de multiplier les exigences à l’égard des fragiles centres d’un pouvoir balbutiant pour leur faire prendre en charge leur protection contre les migrations et le terrorisme au risque de les fragiliser comme l’a montré l’exemple des milices de Misrata. Acteur important de la réconciliation et de la lutte contre les extrémistes, elles ont été poussées, à Syrte, à combattre Daech quasiment seules. Elles en sont sorties exsangues, rongées par le doute et fragilisées face à leurs propres extrémistes. Les rackets, les kidnappings et le travail forcé pour ceux qui ne peuvent pas payer, sont aussi le lot des Libyens, notamment ceux appartenant au camp des vaincus, détenus dans ce que les Libyens nomment « prisons clandestines ». Libyens, mais plus souvent migrants qui ne peuvent payer, sont mis au travail forcé pour les propres besoins des miliciens en étant « loués » ponctuellement le temps d’une captivité qui dure de quelques semaines à quelques mois pour des sommes dérisoires.

      Dans la vidéo de CNN, les sommes évoquées, autour de 400 dinars libyens, sont faussement traduites par les journalistes, selon le taux officiel fictif, en 400 dollars. En réalité, sur le marché réel, la valeur est dix fois inférieure, un dollar valant dix dinars libyens et un euro, douze. Faire transiter un homme, même sur la seule portion saharienne du territoire, rapporte 15 fois plus (500 euros) aux trafiquants et miliciens. C’est par défaut que les milices se rabattent sur l’exploitation, un temps, de migrants désargentés mais par ailleurs encombrants.

      La scène filmée par CNN est abjecte et relève du crime contre l’humanité. Mais il s’agit de transactions sur du travail forcé et de corvées. Il ne s’agit pas de vente d’hommes. Ce n’est pas relativiser ou diminuer ce qui est un véritable crime contre l’humanité, mais il faut justement qualifier les objets. Il s’agit de pratiques criminelles de guerre et de banditisme qui exploitent les failles de politiques migratoires globales. On n’assiste pas à une résurgence de l’esclavage. Il ne faut pas démonétiser l’indignation et la vigilance en recourant rapidement aux catégories historiques qui mobilisent l’émotion. Celle-ci retombe toujours. Et pendant que le débat s’enflamme sur « l’esclavage », la même semaine, des centaines d’hommes « libres » sont morts, noyés en Méditerranée, s’ajoutant à des dizaines de milliers qui les avaient précédés.

      (1) C’est la véritable expression utilisée par Camus dans un essai de 1944, paru dans Poésie 44, (Sur une philosophie de l’expression), substantiellement très différente, en termes philosophiques, de ce qui sera reporté par la suite : « Mal nommer les choses, c’est ajouter aux malheurs du monde. »

      http://www.liberation.fr/debats/2017/11/30/libye-derriere-l-arbre-de-l-esclavage_1613662

    • Quand l’Union européenne veut bloquer les exilé-e-s en Libye

      L’Union européenne renforce les capacités des garde-côtes Libyens pour qu’ils interceptent les bateaux d’exilé-e-s dans les eaux territoriales et les ramènent en Libye. Des navires de l’#OTAN patrouillent au large prétendument pour s’attaquer aux « bateaux de passeurs », ce qui veut dire que des moyens militaires sont mobilisés pour empêcher les exilé-e-s d’atteindre les côtes européennes. L’idée a été émise de faire le tri, entre les personnes qui relèveraient de l’asile et celles qui seraient des « migrants économiques » ayant « vocation » à être renvoyés, sur des bateaux ua large de la Libye plutôt que sur le sol italien, créant ainsi des « #hotspots_flottants« .

      https://lampedusauneile.wordpress.com/2016/07/15/quand-lunion-europeenne-veut-bloquer-les-exile-e-s-en-lib

    • Le milizie libiche catturano in mare centinaia di migranti in fuga verso l’Europa. E li richiudono in prigione. Intanto l’Unione Europea si prepara ad inviare istruttori per rafforzare le capacità di arresto da parte della polizia libica. Ma in Libia ci sono tante «guardie costiere» ed ognuna risponde ad un governo diverso.

      Sembra di ritornare al 2010, quando dopo i respingimenti collettivi in Libia eseguiti direttamente da mezzi della Guardia di finanza italiana a partire dal 7 maggio 2009, in base agli accordi tra Berlusconi e Gheddafi, si inviarono in Libia agenti della Guardia di finanza per istruire la Guardia Costiera libica nelle operazioni di blocco dei migranti che erano riusciti a fuggire imbarcandosi su mezzi sempre più fatiscenti.

      http://dirittiefrontiere.blogspot.ch/2016/05/le-milizie-libiche-catturano-in-mare.html?m=1

    • Merkel, Hollande Warn Libya May Be Next Big Migrant Staging Area

      The European Union may need an agreement with Libya to restrict refugee flows similar to one with Turkey as the North African country threatens to become the next gateway for migrants to Europe, the leaders of Germany and France said.

      http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-04-07/merkel-hollande-warn-libya-may-be-next-big-migrant-staging-area
      #accord #Libye #migrations #réfugiés #asile #politique_migratoire #externalisation #UE #Europe

    • Le fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique adopte un programme de 90 millions € pour la protection des migrants et l’amélioration de la gestion des migrations en Libye

      Dans le prolongement de la communication conjointe sur la route de la Méditerranée centrale et de la déclaration de Malte, le fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique a adopté ce jour, sur proposition de la Commission européenne, un programme de 90 millions € visant à renforcer la protection des migrants et à améliorer la gestion des migrations en Libye.

      http://europa.eu/rapid/press-release_IP-17-951_fr.htm

    • L’Europa non può affidare alla Libia le vite dei migranti

      “Il rischio è che Italia ed Europa si rendano complici delle violazioni dei diritti umani commesse in Libia”, dice il direttore generale di Medici senza frontiere (Msf) Arjan Hehenkamp. Mentre le organizzazioni non governative che salvano i migranti nel Mediterraneo centrale sono al centro di un processo di criminalizzazione, l’Italia e l’Europa stanno cercando di delegare alle autorità libiche la soluzione del problema degli sbarchi.

      http://www.internazionale.it/video/2017/05/04/ong-libia-migranti

    • MSF accuses Libyan coastguard of endangering people’s lives during Mediterranean rescue

      During a rescue in the Mediterranean Sea on 23 May, the Libyan coastguard approached boats in distress, intimidated the passengers and then fired gunshots into the air, threatening people’s lives and creating mayhem, according to aid organisations Médecins Sans Frontières and SOS Méditerranée, whose teams witnessed the violent incident.

      http://www.msf.org/en/article/msf-accuses-libyan-coastguard-endangering-people%E2%80%99s-lives-during-mediter

    • Enquête. Le chaos libyen est en train de déborder en Méditerranée

      Pour qu’ils bloquent les flux migratoires, l’Italie, appuyée par l’UE, a scellé un accord avec les gardes-côtes libyens. Mais ils ne sont que l’une des très nombreuses forces en présence dans cet État en lambeaux. Désormais la Méditerranée devient dangereuse pour la marine italienne, les migrants, et les pêcheurs.


      http://www.courrierinternational.com/article/enquete-le-chaos-libyen-est-en-train-de-deborder-en-mediterra

    • Architect of EU-Turkey refugee pact pushes for West Africa deal

      “Every migrant from West Africa who survives the dangerous journey from Libya to Italy remains in Europe for years afterwards — regardless of the outcome of his or her asylum application,” Knaus said in an interview.

      To accelerate the deportations of rejected asylum seekers to West African countries that are considered safe, the EU needs to forge agreements with their governments, he said.

      http://www.politico.eu/article/migration-italy-libya-architect-of-eu-turkey-refugee-pact-pushes-for-west-a
      cc @i_s_

      Avec ce commentaire de Francesca Spinelli :

    • Pour 20 milliards, la Libye pourrait bloquer les migrants à sa frontière sud

      L’homme fort de l’Est libyen, Khalifa Haftar, estime à « 20 milliards de dollars sur 20 ou 25 ans » l’effort européen nécessaire pour aider à bloquer les flux de migrants à la frontière sud du pays.

      https://www.rts.ch/info/monde/8837947-pour-20-milliards-la-libye-pourrait-bloquer-les-migrants-a-sa-frontiere-

    • Bruxelles offre 200 millions d’euros à la Libye pour freiner l’immigration

      La Commission européenne a mis sur la table de nouvelles mesures pour freiner l’arrivée de migrants via la mer méditerranée, dont 200 millions d’euros pour la Libye. Un article de notre partenaire Euroefe.

      http://www.euractiv.fr/section/l-europe-dans-le-monde/news/bruxelles-offre-200-millions-deuros-a-la-libye-pour-freiner-limmigration/?nl_ref=29858390

      #Libye #asile #migrations #accord #deal #réfugiés #externalisation
      cc @reka

    • Stuck in Libya. Migrants and (Our) Political Responsibilities

      Fighting at Tripoli’s international airport was still under way when, in July 2014, the diplomatic missions of European countries, the United States and Canada were shut down. At that time Italy decided to maintain a pied-à-terre in place in order to preserve the precarious balance of its assets in the two-headed country, strengthening security at its local headquarters on Tripoli’s seafront. On the one hand there was no forsaking the Mellitah Oil & Gas compound, controlled by Eni and based west of Tripoli. On the other, the Libyan coast also had to be protected to assist the Italian forces deployed in Libyan waters and engaged in the Mare Nostrum operation to dismantle the human smuggling network between Libya and Italy, as per the official mandate. But the escalation of the civil war and the consequent deterioration of security conditions led Rome to leave as well, in February 2015.

      http://www.ispionline.it/it/pubblicazione/stuck-libya-migrants-and-our-political-responsibilities-16294

    • Libia: diritto d’asilo cercasi, smarrito fra Bruxelles e Tripoli (passando per Roma)

      La recente Comunicazione congiunta della Commissione e dell’Alto rappresentante per la politica estera dell’UE, il Memorandum Italia-Libia firmato il 2 febbraio e la Dichiarazione uscita dal Consiglio europeo di venerdì 3 alla Valletta hanno delineato un progetto di chiusura della “rotta” del Mediterraneo centrale che rischia di seppellire, di fatto, il diritto d’asilo nel Paese e ai suoi confini.

      http://viedifuga.org/libia-diritto-d-asilo-cercasi-smarrito-fra-bruxelles-e-tripoli

    • Immigration : l’Union européenne veut aider la Libye

      L’Union européenne veut mettre fin à ces traversées entre la Libye et l’Italie. Leur plan passe par une aide financière aux autorités libyennes.

      http://www.rts.ch/play/tv/19h30/video/immigration-lunion-europeenne-veut-aider-la-libye?id=8360849

      Dans ce bref reportage, la RTS demande l’opinion d’Etienne Piguet (prof en géographie des migrations à l’Université de Neuchâtel) :
      « L’Union européenne veut absolument limiter les arrivées, mais en même temps on ne peut pas simplement refouler les gens. C’est pas acceptable du point de vue des droits humains. Donc l’UE essaie de mettre en place un système qui tient les gens à distance tout en leur offrant des conditions acceptables d’accueil » (en Libye, entend-il)
      Je m’abstiens de tout commentaire.

    • New EU Partnerships in North Africa: Potential to Backfire?

      As European leaders meet in Malta to receive a progress report on the EU flagship migration partnership framework, the European Union finds itself in much the same position as two years earlier, with hundreds of desperate individuals cramming into flimsy boats and setting off each week from the Libyan coast in hope of finding swift rescue and passage in Europe. Options to reduce flows unilaterally are limited. Barred by EU law from “pushing back” vessels encountered in the Mediterranean, the European Union is faced with no alternative but to rescue and transfer passengers to European territory, where the full framework of European asylum law applies. Member States are thus looking more closely at the role transit countries along the North African coastline might play in managing these flows across the Central Mediterranean. Specifically, they are examining the possibility of reallocating responsibility for search and rescue to Southern partners, thereby decoupling the rescue missions from territorial access to international protection in Europe.

      http://www.migrationpolicy.org/news/new-eu-partnerships-north-africa-potential-backfire

    • Migration: MSF warns EU about inhumane approach to migration management

      As European Union (EU) leaders meet in Malta today to discuss migration, with a view to “close down the route from Libya to Italy” by stepping up cooperation with the Libyan authorities, we want to raise grave concerns about the fate of people trapped in Libya or returned to the country. Médecins Sans Frontières (MSF) has been providing medical care to migrants, refugees and asylum seekers detained in Tripoli and the surrounding area since July 2016 and people are detained arbitrarily in inhumane and unsanitary conditions, often without enough food and clean water and with a lack of access to medical care.

      http://www.msf.org/en/article/migration-msf-warns-eu-about-inhumane-approach-migration-management

    • EU and Italy migration deal with Libya draws sharp criticism from Libyan NGOs

      Twelve Libyan non-governmental organisations (NGOs) have issued a joint statement criticising the EU’s latest migrant policy as set out at the Malta summit a week ago as well as the Italy-Libya deal signed earlier which agreed that migrants should be sent back to Libya and repartiated voluntarily from there. Both represented a fundamental “immoral and inhumane attitude” towards migrants, they said. International human rights and calls had to be respected.

      https://www.libyaherald.com/2017/02/10/eu-and-italy-migration-deal-with-libya-draws-sharp-criticism-from-libya

    • Libya is not Turkey: why the EU plan to stop Mediterranean migration is a human rights concern

      EU leaders have agreed to a plan that will provide Libya’s UN-backed government €200 million for dealing with migration. This includes an increase in funding for the Libyan coastguard, with an overall aim to stop migrant boats crossing the Mediterranean to Italy.

      https://theconversation.com/libya-is-not-turkey-why-the-eu-plan-to-stop-mediterranean-migration

    • EU aims to step up help to Libya coastguards on migrant patrols

      TUNIS (Reuters) - The European Union wants to rapidly expand training of Libyan coastguards to stem migrant flows to Italy and reduce deaths at sea, an EU naval mission said on Thursday, signaling a renewed push to support a force struggling to patrol its own coasts.

      https://www.reuters.com/article/us-europe-migrants-libya/eu-aims-to-step-up-help-to-libya-coastguards-on-migrant-patrols-idUSKCN1GR3

      #UE #EU

    • Why Cooperating With Libya on Migration Could Damage the EU’s Standing

      Italy and the Netherlands began training Libyan coast guard and navy officers on Italian and Dutch navy ships in the Mediterranean earlier in October. The training is part of the European Union’s anti-smuggling operation in the central Mediterranean with the goal of enhancing Libya’s “capability to disrupt smuggling and trafficking… and to perform search-and-rescue activities.”

      http://europe.newsweek.com/why-cooperating-libya-migration-could-damage-eus-standing-516099?rm
      #asile #migrations #réfugiés #Europe #UE #EU #Libye #coopération #externalisation #Méditerranée #Italie #Pays-Bas #gardes-côtes

    • Les migrants paient le prix fort de la coopération entre l’UE et les garde-côtes libyens

      Nombre de dirigeants européens appellent à une « coopération » renforcée avec les garde-côtes libyens. Mais une fois interceptés en mer, ces migrants sont renvoyés dans des centres de détention indignes et risquent de retomber aux mains de trafiquants.

      C’est un peu la bouée de sauvetage des dirigeants européens. La « coopération » avec la Libye et ses légions de garde-côtes reste l’une des dernières politiques à faire consensus dans les capitales de l’UE, s’agissant des migrants. Initiée en 2016 pour favoriser l’interception d’embarcations avant leur entrée dans les eaux à responsabilité italienne ou maltaise, elle a fait chuter le nombre d’arrivées en Europe.

      Emmanuel Macron en particulier s’en est félicité, mardi 26 juin, depuis le Vatican : « La capacité à fermer cette route [entre la Libye et l’Italie, ndlr] est la réponse la plus efficace » au défi migratoire. Selon lui, ce serait même « la plus humaine ». Alors qu’un Conseil européen crucial s’ouvre ce jeudi 28 juin, le président français appelle donc à « renforcer » cette coopération avec Tripoli.

      Convaincu qu’il faut laisser les Libyens travailler, il s’en est même pris, mardi, aux bateaux humanitaires et en particulier au Lifeline, le navire affrété par une ONG allemande qui a débarqué 233 migrants mercredi soir à Malte (après une semaine d’attente en mer et un blocus de l’Italie), l’accusant d’être « intervenu en contravention de toutes les règles et des garde-côtes libyens ». Lancé, Emmanuel Macron est allé jusqu’à reprocher aux bateaux des ONG de faire « le jeu des passeurs ».

      Inédite dans sa bouche (mais entendue mille fois dans les diatribes de l’extrême droite transalpine), cette sentence fait depuis bondir les organisations humanitaires les unes après les autres, au point que Médecins sans frontières (qui affrète l’Aquarius avec SOS Méditerranée), Amnesty International France, La Cimade et Médecins du monde réclament désormais un rendez-vous à l’Élysée, se disant « consternées ».

      Ravi, lui, le ministre de l’intérieur italien et leader d’extrême droite, Matteo Salvini, en a profité pour annoncer mercredi un don exceptionnel en faveur des garde-côtes de Tripoli, auxquels il avait rendu visite l’avant-veille : 12 navires de patrouille, une véritable petite flotte.

      En deux ans, la coopération avec ce pays de furie qu’est la Libye post-Kadhafi semble ainsi devenue la solution miracle, « la plus humaine » même, que l’UE ait dénichée face au défi migratoire en Méditerranée centrale. Comment en est-on arrivé là ? Jusqu’où va cette « coopération » qualifiée de « complicité » par certaines ONG ? Quels sont ses résultats ?

      • Déjà 8 100 interceptions en mer
      À ce jour, en 2018, environ 16 000 migrants ont réussi à traverser jusqu’en Italie, soit une baisse de 77 % par rapport à l’an dernier. Sur ce point, Emmanuel Macron a raison : « Nous avons réduit les flux. » Les raisons, en réalité, sont diverses. Mais de fait, plus de 8 100 personnes parties de Libye ont déjà été rattrapées par les garde-côtes du pays cette année et ramenées à terre, d’après le Haut Commissariat aux réfugiés (le HCR). Contre 800 en 2015.

      Dans les écrits de cette agence de l’ONU, ces migrants sont dits « sauvés/interceptés », sans qu’il soit tranché entre ces deux termes, ces deux réalités. À lui seul, ce « / » révèle toute l’ambiguïté des politiques de coopération de l’UE : si Bruxelles aime penser que ces vies sont sauvées, les ONG soulignent qu’elles sont surtout ramenées en enfer. Certains, d’ailleurs, préfèrent sauter de leur bateau pneumatique en pleine mer plutôt que retourner en arrière.

      • En Libye, l’« abominable » sort des migrants (source officielle)
      Pour comprendre les critiques des ONG, il faut rappeler les conditions inhumaines dans lesquelles les exilés survivent dans cet « État tampon », aujourd’hui dirigé par un gouvernement d’union nationale ultra contesté (basé à Tripoli), sans contrôle sur des parts entières du territoire. « Ce que nous entendons dépasse l’entendement, rapporte l’un des infirmiers de l’Aquarius, qui fut du voyage jusqu’à Valence. Les migrants subsahariens sont affamés, assoiffés, torturés. » Parmi les 630 passagers débarqués en Espagne, l’une de ses collègues raconte avoir identifié de nombreux « survivants de violences sexuelles », « des femmes et des hommes à la fois, qui ont vécu le viol et la torture sexuelle comme méthodes d’extorsion de fonds », les familles étant souvent soumises au chantage par téléphone. Un diagnostic dicté par l’émotion ? Des exagérations de rescapés ?

      Le même constat a été officiellement dressé, dès janvier 2017, par le Haut-Commissariat aux droits de l’homme de l’ONU. « Les migrants se trouvant sur le sol libyen sont victimes de détention arbitraire dans des conditions inhumaines, d’actes de torture, notamment de violence sexuelle, d’enlèvements visant à obtenir une rançon, de racket, de travail forcé et de meurtre », peut-on lire dans son rapport, où l’on distingue les centres de détention officiels dirigés par le Service de lutte contre la migration illégale (relevant du ministère de l’intérieur) et les prisons clandestines tenues par des milices armées.

      Même dans les centres gouvernementaux, les exilés « sont détenus arbitrairement sans la moindre procédure judiciaire, en violation du droit libyen et des normes internationales des droits de l’homme. (…) Ils sont souvent placés dans des entrepôts dont les conditions sont abominables (…). Des surveillants refusent aux migrants l’accès aux toilettes, les obligeant à uriner et à déféquer [là où ils sont]. Dans certains cas, les migrants souffrent de malnutrition grave [environ un tiers de la ration calorique quotidienne minimale]. Des sources nombreuses et concordantes [évoquent] la commission d’actes de torture, notamment des passages à tabac, des violences sexuelles et du travail forcé ».

      Sachant qu’il y a pire à côté : « Des groupes armés et des trafiquants détiennent d’autres migrants dans des lieux non officiels. » Certaines de ces milices, d’ailleurs, « opèrent pour le compte de l’État » ou pour « des agents de l’État », pointe le rapport. Le marché du kidnapping, de la vente et de la revente, est florissant. C’est l’enfer sans même Lucifer pour l’administrer.

      En mai dernier, par exemple, une centaine de migrants a réussi à s’évader d’une prison clandestine de la région de Bani Walid, où MSF gère une clinique de jour. « Parmi les survivants que nous avons soignés, des jeunes de 16 à 18 ans en majorité, certains souffrent de blessures par balles, de fractures multiples, de brûlures, témoigne Christophe Biteau, chef de mission de l’ONG en Libye. Certains nous racontent avoir été baladés, détenus, revendus, etc., pendant trois ans. » Parfois, MSF recueille aussi des migrants relâchés « spontanément » par leurs trafiquants : « Un mec qui commence à tousser par exemple, ils n’en veulent plus à cause des craintes de tuberculose. Pareil en cas d’infections graves. Il y a comme ça des migrants, sur lesquels ils avaient investi, qu’ils passent par “pertes et profits”, si j’ose dire. »

      Depuis 2017, et surtout les images d’un marché aux esclaves diffusées sur CNN, les pressions de l’ONU comme de l’UE se sont toutefois multipliées sur le gouvernement de Tripoli, afin qu’il s’efforce de vider les centres officiels les plus honteux – 18 ont été fermés, d’après un bilan de mars dernier. Mais dans un rapport récent, daté de mai 2018, le secrétaire général de l’ONU persiste : « Les migrants continuent d’être sujets (…) à la torture, à du rançonnement, à du travail forcé et à des meurtres », dans des « centres officiels et non officiels ». Les auteurs ? « Des agents de l’État, des groupes armés, des trafiquants, des gangs criminels », encore et encore.

      Au 21 juin, plus de 5 800 personnes étaient toujours détenues dans les centres officiels. « Nous en avons répertorié 33, dont 4 où nous avons des difficultés d’accès », précise l’envoyé spécial du HCR pour la situation en Méditerranée centrale, Vincent Cochetel, qui glisse au passage : « Il est arrivé que des gens disparaissent après nous avoir parlé. » Surtout, ces derniers jours, avec la fin du ramadan et les encouragements des dirigeants européens adressés aux garde-côtes libyens, ces centres de détention se remplissent à nouveau.

      • Un retour automatique en détention
      Car c’est bien là, dans ces bâtiments gérés par le ministère de l’intérieur, que sont théoriquement renvoyés les migrants « sauvés/interceptés » en mer. Déjà difficile, cette réalité en cache toutefois une autre. « Les embarcations des migrants décollent en général de Libye en pleine nuit, raconte Christophe Biteau, de MSF. Donc les interceptions par les garde-côtes se font vers 2 h ou 3 h du matin et les débarquements vers 6 h. Là, avant l’arrivée des services du ministère de l’intérieur libyen et du HCR (dont la présence est autorisée sur la douzaine de plateformes de débarquement utilisées), il y a un laps de temps critique. » Où tout peut arriver.

      L’arrivée à Malte, mercredi 27 juin 2018, des migrants sauvés par le navire humanitaire « Lifeline » © Reuters
      Certains migrants de la Corne de l’Afrique (Érythrée, Somalie, etc.), réputés plus « solvables » que d’autres parce qu’ils auraient des proches en Europe jouissant déjà du statut de réfugiés, racontent avoir été rachetés à des garde-côtes par des trafiquants. Ces derniers répercuteraient ensuite le prix d’achat de leur « marchandise » sur le tarif de la traversée, plus chère à la seconde tentative… Si Christophe Biteau ne peut témoigner directement d’une telle corruption de garde-côtes, il déclare sans hésiter : « Une personne ramenée en Libye peut très bien se retrouver à nouveau dans les mains de trafiquants. »

      Au début du mois de juin, le Conseil de sécurité de l’ONU (rien de moins) a voté des sanctions à l’égard de six trafiquants de migrants (gel de comptes bancaires, interdiction de voyager, etc.), dont le chef d’une unité de… garde-côtes. D’autres de ses collègues ont été suspectés par les ONG de laisser passer les embarcations siglées par tel ou tel trafiquant, contre rémunération.

      En tout cas, parmi les migrants interceptés et ramenés à terre, « il y a des gens qui disparaissent dans les transferts vers les centres de détention », confirme Vincent Cochetel, l’envoyé spécial du HCR. « Sur les plateformes de débarquement, on aimerait donc mettre en place un système d’enregistrement biométrique, pour essayer de retrouver ensuite les migrants dans les centres, pour protéger les gens. Pour l’instant, on n’a réussi à convaincre personne. » Les « kits médicaux » distribués sur place, financés par l’UE, certes utiles, ne sont pas à la hauteur de l’enjeu.

      • Des entraînements financés par l’UE
      Dans le cadre de l’opération Sophia (théoriquement destinée à lutter contre les passeurs et trafiquants dans les eaux internationales de la Méditerranée), Bruxelles a surtout décidé, en juin 2016, d’initier un programme de formation des garde-côtes libyens, qui a démarré l’an dernier et déjà bénéficié à 213 personnes. C’est que, souligne-t-on à Bruxelles, les marines européennes ne sauraient intervenir elles-mêmes dans les eaux libyennes.

      Il s’agit à la fois d’entraînements pratiques et opérationnels (l’abordage de canots, par exemple) visant à réduire les risques de pertes humaines durant les interventions, et d’un enseignement juridique (droit maritimes, droits humains, etc.), notamment à destination de la hiérarchie. D’après la commission européenne, tous les garde-côtes bénéficiaires subissent un « check de sécurité » avec vérifications auprès d’Interpol et Europol, voire des services de renseignement des États membres, pour écarter les individus les plus douteux.

      Il faut dire que les besoins de « formation » sont – pour le moins – criants. À plusieurs reprises, des navires humanitaires ont été témoins d’interceptions violentes, sinon criminelles. Sur une vidéo filmée depuis le Sea Watch (ONG allemande) en novembre dernier, on a vu des garde-côtes frapper certains des migrants repêchés, puis redémarrer alors qu’un homme restait suspendu à l’échelle de bâbord, sans qu’aucun Zodiac de secours ne soit jamais mis à l’eau. « Ils étaient cassés », ont répondu les Libyens.

      Un « sauvetage » effectué en novembre 2017 par des garde-côtes Libyens © Extrait d’une vidéo publiée par l’ONG allemande Sea Watch
      Interrogée sur le coût global de ces formations, la commission indique qu’il est impossible à chiffrer, Frontex (l’agence de garde-côtes européenne) pouvant participer aux sessions, tel État membre fournir un bateau, tel autre un avion pour trimballer les garde-côtes, etc.

      • La fourniture d’équipements en direct
      En décembre, un autre programme a démarré, plus touffu, financé cette fois via le « Fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique » (le fonds d’urgence européen mis en place en 2015 censément pour prévenir les causes profondes des migrations irrégulières et prendre le problème à la racine). Cette fois, il s’agit non plus seulement de « formation », mais de « renforcement des capacités opérationnelles » des garde-côtes libyens, avec des aides directes à l’équipement de bateaux (gilets, canots pneumatiques, appareils de communication, etc.), à l’entretien des navires, mais aussi à l’équipement des salles de contrôle à terre, avec un objectif clair en ligne de mire : aider la Libye à créer un « centre de coordination de sauvetage maritime » en bonne et due forme, pour mieux proclamer une « zone de recherche et sauvetage » officielle, au-delà de ses seules eaux territoriales actuelles. La priorité, selon la commission à Bruxelles, reste de « sauver des vies ».

      Budget annoncé : 46 millions d’euros avec un co-financement de l’Italie, chargée de la mise en œuvre. À la marge, les garde-côtes libyens peuvent d’ailleurs profiter d’autres programmes européens, tel « Seahorse », pour de l’entraînement à l’utilisation de radars.

      L’Italie, elle, va encore plus loin. D’abord, elle fournit des bateaux aux garde-côtes. Surtout, en 2017, le ministre de l’intérieur transalpin a rencontré les maires d’une dizaine de villes libyennes en leur faisant miroiter l’accès au Fonds fiduciaire pour l’Afrique de l’UE, en contrepartie d’un coup de main contre le trafic de migrants. Et selon diverses enquêtes (notamment des agences de presse Reuters et AP), un deal financier secret aurait été conclu à l’été 2017 entre l’Italie et des représentants de milices, à l’époque maîtresses des départs d’embarcations dans la région de Sabratha. Rome a toujours démenti, mais les appareillages dans ce coin ont brutalement cessé pour redémarrer un peu plus loin. Au bénéfice d’autres milices.

      • L’aide à l’exfiltration de migrants
      En même temps, comme personne ne conteste plus l’enfer des conditions de détention et que tout le monde s’efforce officiellement de vider les centres du régime en urgence, l’UE travaille aussi à la « réinstallation » en Europe des exilés accessibles au statut de réfugié, ainsi qu’au rapatriement dans leur pays d’origine des migrants dits « économiques » (sur la base du volontariat en théorie). Dans le premier cas, l’UE vient en soutien du HCR ; dans le second cas, en renfort de l’Organisation internationale pour les migrations (OIM).

      L’objectif affiché est limpide : épargner des prises de risque en mer inutiles aux réfugiés putatifs (Érythréens, Somaliens, etc.), comme à ceux dont la demande à toutes les chances d’être déboutée une fois parvenus en Europe, comme les Ivoiriens par exemple. Derrière les éléments de langage, que disent les chiffres ?

      Selon le HCR, seuls 1 730 réfugiés et demandeurs d’asile prioritaires ont pu être évacués depuis novembre 2017, quelques-uns directement de la Libye vers l’Italie (312) et la Roumanie (10), mais l’essentiel vers le Niger voisin, où les autorités ont accepté d’accueillir une plateforme d’évacuations de 1 500 places en échange de promesses de « réinstallations » rapides derrière, dans certains pays de l’UE.

      Et c’est là que le bât blesse. Paris, par exemple, s’est engagé à faire venir 3 000 réfugiés de Niamey (Niger), mais n’a pas tenu un vingtième de sa promesse. L’Allemagne ? Zéro.

      « On a l’impression qu’une fois qu’on a évacué de Libye, la notion d’urgence se perd », regrette Vincent Cochetel, du HCR. Une centaine de migrants, surtout des femmes et des enfants, ont encore été sortis de Libye le 19 juin par avion. « Mais on va arrêter puisqu’on n’a plus de places [à Niamey], pointe le représentant du HCR. L’heure de vérité approche. On ne peut pas demander au Niger de jouer ce rôle si on n’est pas sérieux derrière, en termes de réinstallations. Je rappelle que le Niger a plus de réfugiés sur son territoire que la France par exemple, qui fait quand même des efforts, c’est vrai. Mais on aimerait que ça aille beaucoup plus vite. » Le HCR discute d’ailleurs avec d’autres États africains pour créer une seconde « plateforme d’évacuation » de Libye, mais l’exemple du Niger, embourbé, ne fait pas envie.

      Quant aux rapatriements vers les pays d’origine des migrants dits « économiques », mis en œuvre avec l’OIM (autre agence onusienne), les chiffres atteignaient 8 546 à la mi-juin. « On peut questionner le caractère volontaire de certains de ces rapatriements, complète Christophe Biteau, de MSF. Parce que vu les conditions de détention en Libye, quand on te dit : “Tu veux que je te sorte de là et que je te ramène chez toi ?”… Ce n’est pas vraiment un choix. » D’ailleurs, d’après l’OIM, les rapatriés de Libye sont d’abord Nigérians, puis Soudanais, alors même que les ressortissants du Soudan accèdent à une protection de la France dans 75 % des cas lorsqu’ils ont l’opportunité de voir leur demande d’asile examinée.
      En résumé, sur le terrain, la priorité des États de l’UE va clairement au renforcement du mur de la Méditerranée et de ses Cerbère, tandis que l’extraction de réfugiés, elle, reste cosmétique. Pour Amnesty International, cette attitude de l’Union, et de l’Italie au premier chef, serait scandaleuse : « Dans la mesure où ils ont joué un rôle dans l’interception des réfugiés et des migrants, et dans la politique visant à les contenir en Libye, ils partagent avec celle-ci la responsabilité des détentions arbitraires, de la torture et autres mauvais traitements infligés », tance un rapport de l’association publié en décembre dernier.

      Pour le réseau Migreurop (regroupant chercheurs et associations spécialisés), « confier le contrôle des frontières maritimes de l’Europe à un État non signataire de la Convention de Genève [sur les droits des réfugiés, ndlr] s’apparente à une politique délibérée de contournement des textes internationaux et à une sous-traitance des pires violences à l’encontre des personnes exerçant leur droit à émigrer ». Pas sûr que les conclusions du conseil européen de jeudi et vendredi donnent, à ces organisations, la moindre satisfaction.

      https://www.mediapart.fr/journal/international/280618/les-migrants-paient-le-prix-fort-de-la-cooperation-entre-lue-et-les-garde-

    • Au Niger, l’Europe finance plusieurs projets pour réduire le flux de migrants

      L’Union européenne a invité des entreprises du vieux continent au Niger afin qu’elles investissent pour améliorer les conditions de vie des habitants. Objectif : réduire le nombre de candidats au départ vers l’Europe.

      Le Niger est un pays stratégique pour les Européens. C’est par là que transitent la plupart des migrants qui veulent rejoindre l’Europe. Pour réduire le flux, l’Union européenne finance depuis 2015 plusieurs projets et veut désormais créer un tissu économique au Niger pour dissuader les candidats au départ. Le président du Parlement européen, Antonio Tajani, était, la semaine dernière dans la capitale nigérienne à Niamey, accompagné d’une trentaine de chefs d’entreprise européens à la recherche d’opportunités d’investissements.
      Baisse du nombre de départ de 90% en deux ans

      Le nombre de migrants qui a quitté le Niger pour rejoindre la Libye avant de tenter la traversée vers l’Europe a été réduit de plus de 90% ces deux dernières années. Notamment grâce aux efforts menés par le gouvernement nigérien avec le soutien de l’Europe pour mieux contrôler la frontière entre le Niger et la Libye. Mais cela ne suffit pas selon le président du Parlement européen, Antonio Tajani. « En 2050, nous aurons deux milliards cinq cents millions d’Africains, nous ne pourrons pas bloquer avec la police et l’armée l’immigration, donc voilà pourquoi il faut intervenir tout de suite ». Selon le président du Parlement européen, il faut donc améliorer les conditions de vie des Nigériens pour les dissuader de venir en Europe.
      Des entreprises françaises vont investir au Niger

      La société française #Sunna_Design, travaille dans le secteur de l’éclairage public solaire et souhaite s’implanter au Niger. Pourtant les difficultés sont nombreuses, notamment la concurrence chinoise, l’insécurité, ou encore la mauvaise gouvernance. Stéphane Redon, le responsable export de l’entreprise, y voit pourtant un bon moyen d’améliorer la vie des habitants. « D’abord la sécurité qui permet à des gens de pouvoir penser à avoir une vie sociale, nocturne, et une activité économique. Et avec ces nouvelles technologies, on aspire à ce que ces projets créent du travail localement, au niveau des installations, de la maintenance, et de la fabrication. »
      Le Niger salue l’initiative

      Pour Mahamadou Issoufou, le président du Niger, l’implantation d’entreprises européennes sur le territoire nigérien est indispensable pour faire face au défi de son pays notamment démographique. Le Niger est le pays avec le taux de natalité le plus élevé au monde, avec huit enfants par femme. « Nous avons tous décidé de nous attaquer aux causes profondes de la migration clandestine, et l’une des causes profondes, c’est la #pauvreté. Il est donc important qu’une lutte énergique soit menée. Certes, il y a les ressources publiques nationales, il y a l’#aide_publique_au_développement, mais tout cela n’est pas suffisant. il faut nécessairement un investissement massif du secteur privé », explique Mahamadou Issoufou. Cette initiative doit être élargie à l’ensemble des pays du Sahel, selon les autorités nigériennes et européennes.

      https://mobile.francetvinfo.fr/replay-radio/en-direct-du-monde/en-direct-du-monde-au-niger-l-europe-finance-plusieurs-projets-p
      #investissements #développement #APD

    • In die Rebellion getrieben

      Die Flüchtlingsabwehr der EU führt zu neuen Spannungen in Niger und droht womöglich gar eine Rebellion im Norden des Landes auszulösen. Wie Berichte aus der Region bestätigen, hat die von Brüssel erzwungene Illegalisierung des traditionellen Migrationsgeschäfts besonders in der Stadt Agadez, dem Tor zur nigrischen Sahara, Zehntausenden die Lebensgrundlage genommen. Großspurig angekündigte Ersatzprogramme der EU haben lediglich einem kleinen Teil der Betroffenen wieder zu einem Job verholfen. Lokale Beobachter warnen, die Bereitschaft zum Aufstand sowie zum Anschluss an Jihadisten nehme zu. Niger ist ohnehin Schauplatz wachsenden jihadistischen Terrors wie auch gesteigerter westlicher „Anti-Terror“-Operationen: Während Berlin und die EU vor allem eine neue Eingreiftruppe der Staatengruppe „G5 Sahel“ fördern - deutsche Soldaten dürfen dabei auch im Niger eingesetzt werden -, haben die Vereinigten Staaten ihre Präsenz in dem Land ausgebaut. Die US-Streitkräfte errichten zur Zeit eine Drohnenbasis in Agadez, die neue Spannungen auslöst.
      Das Ende der Reisefreiheit

      Niger ist für Menschen, die sich aus den Staaten Afrikas südlich der Sahara auf den Weg zum Mittelmeer und weiter nach Europa machen, stets das wohl wichtigste Transitland gewesen. Nach dem Zerfall Libyens im Anschluss an den Krieg des Westens zum Sturz von Muammar al Gaddafi hatten zeitweise drei Viertel aller Flüchtlinge, die von Libyens Küste mit Ziel Italien in See stachen, zuvor das Land durchquert. Als kaum zu vermeidendes Nadelöhr zwischen den dichter besiedelten Gebieten Nigers und der Wüste fungiert die 120.000-Einwohner-Stadt Agadez, von deren Familien bis 2015 rund die Hälfte ihr Einkommen aus der traditionell legalen Migration zog: Niger gehört dem westafrikanischen Staatenbund ECOWAS an, in dem volle Reisefreiheit gilt. Im Jahr 2015 ist die Reisefreiheit in Niger allerdings durch ein Gesetz eingeschränkt worden, das, wie der Innenminister des Landes bestätigt, nachdrücklich von der EU gefordert worden war.[1] Mit seinem Inkrafttreten ist das Migrationsgeschäft in Agadez illegalisiert worden; das hatte zur Folge, dass zahlreiche Einwohner der Stadt ihren Erwerb verloren. Die EU hat zwar Hilfe zugesagt, doch ihre Maßnahmen sind allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein: Von den 7.000 Menschen, die offiziell ihre Arbeit in der nun verbotenen Transitreisebranche aufgaben, hat Brüssel mit einem großspurig aufgelegten, acht Millionen Euro umfassenden Programm weniger als 400 in Lohn und Brot gebracht.
      Ohne Lebensgrundlage

      Entsprechend hat sich die Stimmung in Agadez in den vergangenen zwei Jahren systematisch verschlechtert, heißt es in einem aktuellen Bericht über die derzeitige Lage in der Stadt, den das Nachrichtenportal IRIN Ende Juni publiziert hat.[2] Rangiert Niger auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen ohnehin auf Platz 187 von 188, so haben die Verdienstmöglichkeiten in Agadez mit dem Ende des legalen Reisegeschäfts nicht nur stark abgenommen; selbst wer mit Hilfe der EU einen neuen Job gefunden hat, verdient meist erheblich weniger als zuvor. Zwar werden weiterhin Flüchtlinge durch die Wüste in Richtung Norden transportiert - jetzt eben illegal -, doch wachsen die Spannungen, und sie drohen bei jeder neuen EU-Maßnahme zur Abriegelung der nigrisch-libyschen Grenze weiter zu steigen. Das Verbot des Migrationsgeschäfts werde auf lange Sicht „die Leute in die Rebellion treiben“, warnt gegenüber IRIN ein Bewohner von Agadez stellvertretend für eine wachsende Zahl weiterer Bürger der Stadt. Als Reiseunternehmer für Flüchtlinge haben vor allem Tuareg gearbeitet, die bereits von 1990 bis 1995, dann erneut im Jahr 2007 einen bewaffneten Aufstand gegen die Regierung in Niamey unternommen hatten. Hinzu kommt laut einem örtlichen Würdenträger, dass die Umtriebe von Jihadisten im Sahel zunehmend als Widerstand begriffen und für jüngere, in wachsendem Maße aufstandsbereite Bewohner der Region Agadez immer häufiger zum Vorbild würden.
      Anti-Terror-Krieg im Sahel

      Jihadisten haben ihre Aktivitäten in Niger in den vergangenen Jahren bereits intensiviert, nicht nur im Südosten des Landes an der Grenze zu Nigeria, wo die nigrischen Streitkräfte im Krieg gegen Boko Haram stehen, sondern inzwischen auch an der Grenze zu Mali, von wo der dort seit 2012 schwelende Krieg immer mehr übergreift. Internationale Medien berichteten erstmals in größerem Umfang darüber, als am 4. Oktober 2017 eine US-Einheit, darunter Angehörige der Spezialtruppe Green Berets, nahe der nigrischen Ortschaft Tongo Tongo unweit der Grenze zu Mali in einen Hinterhalt gerieten und vier von ihnen von Jihadisten, die dem IS-Anführer Abu Bakr al Baghdadi die Treue geschworen hatten, getötet wurden.[3] In der Tat hat die Beobachtung, dass Jihadisten in Niger neuen Zulauf erhalten, die Vereinigten Staaten veranlasst, 800 Militärs in dem Land zu stationieren, die offiziell nigrische Soldaten trainieren, mutmaßlich aber auch Kommandoaktionen durchführen. Darüber hinaus beteiligt sich Niger auf Druck der EU an der Eingreiftruppe der „G5 Sahel“ [4], die im gesamten Sahel - auch in Niger - am Krieg gegen Jihadisten teilnimmt und auf lange Sicht nach Möglichkeit die französischen Kampftruppen der Opération Barkhane ersetzen soll. Um die „G5 Sahel“-Eingreiftruppe jederzeit und überall unterstützen zu können, hat der Bundestag im Frühjahr das Mandat für die deutschen Soldaten, die in die UN-Truppe MINUSMA entsandt werden, auf alle Sahelstaaten ausgedehnt - darunter auch Niger. Deutsche Soldaten sind darüber hinaus bereits am Flughafen der Hauptstadt Niamey stationiert. Der sogenannte Anti-Terror-Krieg des Westens, der in anderen Ländern wegen seiner Brutalität den Jihadisten oft mehr Kämpfer zugeführt als genommen hat, weitet sich zunehmend auf nigrisches Territorium aus.
      Zunehmend gewaltbereit

      Zusätzliche Folgen haben könnte dabei die Tatsache, dass die Vereinigten Staaten gegenwärtig für den Anti-Terror-Krieg eine 110 Millionen US-Dollar teure Drohnenbasis errichten - am Flughafen Agadez. Niger scheint sich damit dauerhaft zum zweitwichtigsten afrikanischen Standort von US-Truppen nach Djibouti mit seinem strategisch bedeutenden Hafen zu entwickeln. Washington errichtet die Drohnenbasis, obwohl eine vorab durchgeführte Umfrage des U.S. Africa Command und des State Department ergeben hat, dass die Bevölkerung die US-Militäraktivitäten im Land zunehmend kritisch sieht und eine starke Minderheit Gewalt gegen Personen oder Organisationen aus Europa und Nordamerika für legitim hält.[5] Mittlerweile dürfen sich, wie berichtet wird, US-Botschaftsangehörige außerhalb der Hauptstadt Niamey nur noch in Konvois in Begleitung von nigrischem Sicherheitspersonal bewegen. Die Drohnenbasis, die ohne die von der nigrischen Verfassung vorgesehene Zustimmung des Parlaments errichtet wird und daher mutmaßlich illegal ist, droht den Unmut noch weiter zu verschärfen. Beobachter halten es für nicht unwahrscheinlich, dass sie Angriffe auf sich zieht - und damit Niger noch weiter destabilisiert.[6]
      Flüchtlingslager

      Hinzu kommt, dass die EU Niger in zunehmendem Maß als Plattform nutzt, um Flüchtlinge, die in libyschen Lagern interniert waren, unterzubringen, bevor sie entweder in die EU geflogen oder in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden. Allein von Ende November bis Mitte Mai sind 1.152 Flüchtlinge aus Libyen nach Niger gebracht worden; dazu wurden 17 „Transitzentren“ in Niamey, sechs in Agadez eingerichtet. Niger gilt inzwischen außerdem als möglicher Standort für die EU-"Ausschiffungsplattformen" [7] - Lager, in die Flüchtlinge verlegt werden sollen, die auf dem Mittelmeer beim Versuch, nach Europa zu reisen, aufgegriffen wurden. Damit erhielte Niger einen weiteren potenziellen Destabilisierungsfaktor - im Auftrag und unter dem Druck der EU. Ob und, wenn ja, wie das Land die durch all dies drohenden Erschütterungen überstehen wird, das ist völlig ungewiss.

      [1], [2] Eric Reidy: Destination Europe: Frustration. irinnews.org 28.06.2018.

      [3] Eric Schmitt: 3 Special Forces Troops Killed and 2 Are Wounded in an Ambush in Niger. nytimes.com 04.10.2017.[4] S. dazu Die Militarisierung des Sahel (IV).

      [5] Nick Turse: U.S. Military Surveys Found Local Distrust in Niger. Then the Air Force Built a $100 Million Drone Base. theintercept.com 03.07.2018.

      [6] Joe Penney: A Massive U.S. Drone Base Could Destabilize Niger - And May Even Be Illegal Under its Constitution. theintercept.com 18.02.2018.

      [7] S. dazu Libysche Lager.

      https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7673

      –-> Commentaire reçu via la mailing-list Migreurop :

      La politique d’externalisation de l’UE crée de nouvelles tensions au Niger et risque de déclencher une rebellion dans le nord du pays. Plusieurs rapports de la région confirment que le fait que Bruxelle ait rendu illégal la migration traditionnelle et de fait détruit l’économie qui tournait autour, particulièrement dans la ville d’Agadez, porte d’entrée du Sahara nigérien, a privé de revenus des dizaines de milliers de personnes. Les programmes de développement annoncés par l’UE n’ont pu aider qu’une infime partie de ceux qui ont été affectés par la mesure. Les observateurs locaux constatent que une augmentation des volontés à se rebeller et/ou à rejoindre les djihadistes. Le Niger est déja la scène d’attaques terroristes djihadistes ainsi que d’opérations occidentales « anti-terreur » : alors que Berlin et l’UE soutiennent une intervention des forces du G5 Sahel - les soldats allemands pourraient être déployés au Niger - les Etats Unis ont étendu leur présence sur le territoire. Les forces US sont en train de construire une base de #drones à Agadez, ce qui a déclenché de nouvelles tensions.

      #déstabilisation

    • Libya: EU’s patchwork policy has failed to protect the human rights of refugees and migrants

      A year after the emergence of shocking footage of migrants apparently being sold as merchandise in Libya prompted frantic deliberations over the EU’s migration policy, a series of quick fixes and promises has not improved the situation for refugees and migrants, Amnesty International said today. In fact, conditions for refugees and migrants have largely deteriorated over the past year and armed clashes in Tripoli that took place between August and September this year have only exacerbated the situation further.

      https://www.amnesty.org/en/documents/mde19/9391/2018/en
      #droits_humains

      Pour télécharger le rapport:
      https://www.amnesty.org/download/Documents/MDE1993912018ENGLISH.pdf

    • New #LNCG Training module in Croatia

      A new training module in favour of Libyan Coastguard and Navy started in Split (Croatia) on November the 12.
      Last Monday, November the 12th, a new training module managed by operation Sophia and focused on “Ship’s Divers Basic Course” was launched in the Croatian Navy Training Centre in Split (Croatia).

      The trainees had been selected by the competent Libyan authorities and underwent a thorough vetting process carried out in different phases by EUNAVFOR Med, security agencies of EU Member States participating in the Operation and international organizations.

      After the accurate vetting process, including all the necessary medical checks for this specific activity, 5 Libyan military personnel were admitted to start the course.

      The course, hosted by the Croatian Navy, will last 5 weeks, and it will provide knowledge and training in diving procedures, specifically related techniques and lessons focused on Human Rights, Basic First Aid and Gender Policy.

      The end of the course is scheduled for the 14 of December 2018.

      Additionally, with the positive conclusion of this course, the threshold of more than 300 Libyan Coastguard and Navy personnel trained by #EUNAVFOR_Med will be reached.

      EUNAVFOR MED Operation Sophia continues at sea its operation focused on disrupting the business model of migrant smugglers and human traffickers, contributing to EU efforts for the return of stability and security in Libya and the training and capacity building of the Libyan Navy and Coastguard.


      https://www.operationsophia.eu/new-lncg-training-module-in-croatia

    • EU Council adopts decision expanding EUBAM Libya’s mandate to include actively supporting Libyan authorities in disrupting networks involved in smuggling migrants, human trafficking and terrorism

      The Council adopted a decision mandating the #EU_integrated_border_management_assistance_mission in Libya (#EUBAM_Libya) to actively support the Libyan authorities in contributing to efforts to disrupt organised criminal networks involved in smuggling migrants, human trafficking and terrorism. The mission was previously mandated to plan for a future EU civilian mission while engaging with the Libyan authorities.

      The mission’s revised mandate will run until 30 June 2020. The Council also allocated a budget of € 61.6 million for the period from 1 January 2019 to 30 June 2020.

      In order to achieve its objectives EUBAM Libya provides capacity-building in the areas of border management, law enforcement and criminal justice. The mission advises the Libyan authorities on the development of a national integrated border management strategy and supports capacity building, strategic planning and coordination among relevant Libyan authorities. The mission will also manage as well as coordinate projects related to its mandate.

      EUBAM Libya responds to a request by the Libyan authorities and is part of the EU’s comprehensive approach to support the transition to a democratic, stable and prosperous Libya. The civilian mission co-operates closely with, and contributes to, the efforts of the United Nations Support Mission in Libya.

      The mission’s headquarters are located in Tripoli and the Head of Mission is Vincenzo Tagliaferri (from Italy). EUBAM Libya.

      https://migrantsatsea.org/2018/12/18/eu-council-adopts-decision-expanding-eubam-libyas-mandate-to-include-

      EUBAM Libya :
      Mission de l’UE d’assistance aux frontières (EUBAM) en Libye


      https://eeas.europa.eu/csdp-missions-operations/eubam-libya_fr

    • Comment l’UE a fermé la route migratoire entre la Libye et l’Italie

      Les Européens coopèrent avec un Etat failli, malgré les mises en garde sur le sort des migrants dans le pays

      L’une des principales voies d’entrée en Europe s’est tarie. Un peu plus de 1 100 personnes migrantes sont arrivées en Italie et à Malte par la mer Méditerranée sur les cinq premiers mois de l’année. Un chiffre en fort recul, comparé aux 650 000 migrants qui ont emprunté cette voie maritime ces cinq dernières années. Le résultat, notamment, d’une coopération intense entre l’Union européenne, ses Etats membres et la Libye.

      En 2014, alors que le pays est plongé dans une guerre civile depuis la chute du régime de Kadhafi, plus de 140 000 migrants quittent ses côtes en direction de l’Italie, contre quelque 42 000 l’année précédente pour toute la rive sud de la Méditerranée centrale. Cette dernière devient, deux ans plus tard, la principale porte d’entrée sur le continent européen.

      Inquiète de cette recrudescence, l’Italie relance en mars 2016 ses relations bilatérales avec la Libye – interrompues depuis la chute de Kadhafi –, à peine le fragile gouvernement d’union nationale (GNA) de Faïez Sarraj installé à Tripoli sous l’égide de l’ONU. Emboîtant le pas à Rome, l’UE modifie le mandat de son opération militaire « Sophia ». Jusque-là cantonnée à la lutte contre le trafic de migrants en Méditerranée, celle-ci doit désormais accompagner le rétablissement et la montée en puissance des gardes-côtes libyens.

      Dans cette optique, dès juillet 2016, l’UE mandate les gardes-côtes italiens pour « assumer une responsabilité de premier plan » dans le projet de mise en place d’un centre de coordination de sauvetage maritime (MRCC) à Tripoli et d’une zone de sauvetage à responsabilité libyenne dans les eaux internationales. C’est une étape majeure dans le changement du paysage en Méditerranée centrale. Jusque-là, compte tenu de la défaillance de Tripoli, la coordination des sauvetages au large de la Libye était assumée par le MRCC de Rome. Les migrants secourus étaient donc ramenés sur la rive européenne de la Méditerranée. Si Tripoli prend la main sur ces opérations, alors ses gardes-côtes ramèneront les migrants en Libye, même ceux interceptés dans les eaux internationales. Une manière de « contourner l’interdiction en droit international de refouler un réfugié vers un pays où sa vie ou sa liberté sont menacées », résume Hassiba Hadj-Sahraoui, conseillère aux affaires humanitaires de Médecins sans frontières (MSF).

      Les premières formations de gardes-côtes débutent en octobre 2016, et les agences de l’ONU sont mises à contribution pour sensibiliser les personnels au respect des droits de l’homme. « C’est difficile d’en mesurer l’impact, mais nous pensons que notre présence limite les risques pour les réfugiés », estime Roberto Mignone, l’ancien représentant du Haut-Commissariat des Nations unies pour les réfugiés en Libye.

      Au sein de l’UE, tous les outils sont mobilisés. Même les équipes du Bureau européen d’appui à l’asile sont sollicitées. Un fonctionnaire européen se souvient du malaise en interne. « Le Conseil a fait pression pour nous faire participer, rapporte-t-il. On n’était clairement pas emballés. C’était nous compromettre un peu aussi dans ce qui ressemble à une relation de sous-traitance et à un blanc-seing donné à des pratiques problématiques. »
      Le travail des ONG entravé

      Le pays est alors dans une situation chaotique, et les migrants en particulier y encourent de graves violences telles que le travail forcé, l’exploitation sexuelle, le racket et la torture.

      Mais l’Europe poursuit son plan et continue de s’appuyer sur l’Italie. Le 2 février 2017, le gouvernement de gauche de Paolo Gentiloni (Parti démocrate) réactive un traité d’amitié de 2008 entre Rome et Tripoli, avec l’approbation du Conseil européen dès le lendemain. Des moyens du Fonds fiduciaire de l’UE pour l’Afrique sont fléchés vers les enjeux migratoires en Libye – 338 millions d’euros jusqu’à aujourd’hui –, bien que l’Union fasse état de « préoccupations sur une collusion possible entre les bénéficiaires de l’action et les activités de contrebande et de traite ».

      A cette époque, les Nations unies dénoncent l’implication des gardes-côtes de Zaouïa (à 50 km à l’ouest de Tripoli) dans le trafic de migrants. En mai 2017, Marco Minniti, ministre italien de l’intérieur (Parti démocrate), remet quatre bateaux patrouilleurs à la Libye. Trois mois plus tard, Tripoli déclare auprès de l’Organisation maritime internationale (OMI) qu’elle devient compétente pour coordonner les sauvetages jusqu’à 94 milles nautiques au large de ses côtes.

      Le travail des ONG, lui, est de plus en plus entravé par l’Italie, qui les accuse de collaborer avec les passeurs et leur impose un « code de conduite ». S’ensuivront des saisies de bateaux, des retraits de pavillon et autres procédures judiciaires. L’immense majorité d’entre elles vont jeter l’éponge.

      Un tournant s’opère en Méditerranée centrale. Les gardes-côtes libyens deviennent à l’automne 2017 les premiers acteurs du sauvetage dans la zone. Ils ramènent cette année-là 18 900 migrants sur leur rive, presque quarante fois plus qu’en 2015.

      Leur autonomie semble pourtant toute relative. C’est Rome qui transmet à Tripoli « la majorité des appels de détresse », note un rapport de l’ONU. C’est Rome encore qui dépose en décembre 2017, auprès de l’OMI, le projet de centre libyen de coordination des sauvetages maritimes financé par la Commission européenne. Un bilan d’étape interne à l’opération « Sophia », de mars 2018, décrit d’ailleurs l’impréparation de Tripoli à assumer seule ses nouvelles responsabilités. La salle d’opération depuis laquelle les sauvetages doivent être coordonnés se trouve dans « une situation infrastructurelle critique »liée à des défauts d’électricité, de connexion Internet, de téléphones et d’ordinateurs. Les personnels ne parlent pas anglais.

      Un sauvetage, le 6 novembre 2017, illustre le dangereux imbroglio que deviennent les opérations de secours. Ce jour-là, dans les eaux internationales, à 30 milles nautiques au nord de Tripoli, au moins 20 personnes seraient mortes. Une plainte a depuis été déposée contre l’Italie devant la Cour européenne des droits de l’homme. Des rescapés accusent Rome de s’être défaussé sur les gardes-côtes libyens.« Un appel de détresse avait été envoyé à tous les bateaux par le MRCC Rome, relate Violeta Moreno-Lax, juriste qui a participé au recours. L’ONG allemande Sea-Watch est arrivée sur place quelques minutes après les gardes-côtes libyens. C’est Rome qui a demandé aux Libyens d’intervenir et à Sea-Watch de rester éloignée. »

      Les gardes-côtes présents – certains formés par l’UE – n’ont alors ni gilets ni canot de sauvetage. Sur les vidéos de l’événement, on peut voir l’embarcation des migrants se coincer sous la coque de leur patrouilleur. Des gens tombent à l’eau et se noient. On entend aussi les Libyens menacer l’équipage du Sea-Watch de représailles, puis quitter les lieux en charriant dans l’eau un migrant accroché à une échelle.

      Tout en ayant connaissance de ce drame, et bien qu’elle reconnaisse un suivi très limité du travail des gardes-côtes en mer, la force navale « Sophia » se félicite, dans son bilan d’étape de mars 2018, du « modèle opérationnel durable » qu’elle finance.

      L’année 2018 confirme le succès de cette stratégie. Les arrivées en Italie ont chuté de 80 %, ce qui n’empêche pas le ministre de l’intérieur, Matteo Salvini (extrême droite), d’annoncer à l’été la fermeture de ses ports aux navires humanitaires.
      « Esclavage » et « torture »

      L’ONU rappelle régulièrement que la Libye ne doit pas être considérée comme un « port sûr » pour débarquer les migrants interceptés en mer. Les personnes en situation irrégulière y sont systématiquement placées en détention, dans des centres sous la responsabilité du gouvernement où de nombreux abus sont documentés, tels que des « exécutions extrajudiciaires, l’esclavage, les actes de torture, les viols, le trafic d’être humains et la sous-alimentation ».

      La dangerosité des traversées, elle, a explosé : le taux de mortalité sur la route de la Méditerranée centrale est passé de 2,6 % en 2017 à 13,8 % en 2019.

      https://www.lemonde.fr/international/article/2019/05/07/comment-l-ue-a-ferme-la-route-entre-la-libye-et-l-italie_5459242_3210.html

  • HSH Nordbank Starts Talks With Potential Buyers – gCaptain
    https://gcaptain.com/hsh-nordbank-starts-talks-potential-buyers

    HSH Nordbank AG will stick to its full-year outlook when it reports nine-months results next week, a crucial yardstick for potential investors as the bank starts to gauge interest in its planned privatization, according to a person with knowledge the plans.
    […]
    The states of Hamburg and Schleswig-Holstein, which hold about 85 percent of the bank, picked Citigroup to organize the sale, which was ordered by the European Union in a state-aid ruling and is scheduled to happen by 2018. Reuters reported on the pre-marketing talks late on Friday.

    • EU Orders HSH Nordbank to Be Sold in 8 Billion-Euro Overhaul - Bloomberg
      http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-10-19/eu-clears-8-billion-euro-overhaul-of-hsh-nordbank-in-aid-ruling

      HSH Nordbank AG’s state owners were ordered to sell the Hamburg shipping lender by 2019 at the latest following a deal with the European Union to split it in two and unshackle it from more than 8 billion euros ($9.1 billion) in faulty loans.
      The company, which is 85 percent-owned by the northern German states of Hamburg and Schleswig-Holstein, will be divided into a holding unit and an operating subsidiary, which is to be sold no later than 24 months after binding EU approval expected by the middle of 2016, HSH, its owners and the European Commission said in separate statements on Monday. The EU agreed in principle to HSH transferring or selling the loans in the restructuring that will keep the bank afloat, while ruling that it should be wound down if the sales process fails.

    • HSH Nordbank — Wikipédia
      https://fr.wikipedia.org/wiki/HSH_Nordbank

      HSH Nordbank est une banque allemande publique dont le siège est situé à Hambourg et à Kiel.

      La banque a été créée lors de la fusion de la Hamburgische Landesbank et de la Landesbank Schleswig-Holstein en 2003.

      Son activité est centrée sur le financement des entreprises et le financement de projets à l’international. Depuis sa création, la banque s’est spécialisée dans le financement des énergies renouvelables, le financement des activités de transport naval et le secteur immobilier. HSH Nordbank figure en 2009 au second rang mondial des arrangeurs de financements internationaux dans les énergies renouvelables.

      La crise des subprimes de 2007 a fortement frappé la banque qui a dû enregistrer des pertes notamment en 2008, et qui a dû être recapitalisée par ses principaux actionnaires, les États de Hambourg et le Schleswig-Holstein.

  • Coal Resurgent, Renewables in Retreat After Trump Win - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-09/coal-resurgent-renewables-in-retreat-energy-after-trump-s-win

    If you want a snapshot of what the global energy map will look like under President Donald Trump, look no farther than the stock market.

    Glencore Plc, the world’s top coal trader, surged more than 7 percent on Wednesday. Vestas Wind Systems A/S, the world’s biggest wind-turbine maker, plunged as much as 13 percent. The swing foretells a story of the most carbon-intensive fossil fuel making a comeback, while the fight against climate change — and investment in wind and solar power — languishes.

    De-carbonization, which has been the organizing principle of Obama’s energy policy, came to a screeching halt last night,” said Bob McNally, president of consultant Rapidan Group in Washington and a former senior energy official at the White House under Republican President George W. Bush.

    In his only major energy policy speech before the elections, Trump said that he would rescind “job-destroying” environmental regulations within 100 days of taking office and cancel the climate deal reached last year in Paris.

    A Trump administration will focus on real environmental challenges, not the phony ones we’ve been looking at,” Trump told supporters in May in North Dakota, the birth-place of the U.S. shale revolution.

  • What Happens When the Most Important Pipeline in the U.S. Explodes - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-03/what-happens-when-the-most-important-pipeline-in-the-u-s-explodes

    https://www.youtube.com/watch?v=lu-SEyPyHBs

    On Monday, a construction crew in Alabama triggered a massive explosion when a track-hoe struck the biggest fuel pipeline in the U.S. The blast killed one person, injured several, and sparked a wildfire that burned for nearly a day across 31 acres.

    It also stopped the flow of millions of gallons of gasoline that move up the East Coast each day, from refineries in Houston to tanks in Linden, N.J., outside New York Harbor. The 5,500-mile Colonial Pipeline delivers about half of the refined products used on the East Coast. It consists of two lines—one that carries gasoline, the other that carries distillate fuels such as diesel and jet fuel. Think of it as the country’s fuel aorta.

    The consortium that owns Colonial includes private equity behemoth KKR, industrial conglomerate Koch Industries, and oil-and-gas supermajor Royal Dutch Shell. The fact that it’s so little known, yet such a vital piece of infrastructure, is a testament to how well Colonial has been run over the years.

  • A Single Vessel Is Behind Canada’s Largest-Ever Trade Deficit - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-04/a-single-vessel-is-behind-canada-s-largest-ever-trade-deficit


    Blue Marlin arrives in Bull Arm, Trinity Bay, Newfoundland carrying the 30,000 tonne module from South Korea, Sept. 2, 2016.
    Photo: Hebron Project

    Canada posted its largest trade deficit on record in September, a whopping C$4.1 billion ($3 billion) — and a single piece of equipment is to blame.

    A heavy-load carrier arrived at Bull Arm, Trinity Bay in Newfoundland on Sept. 2, after a voyage from South Korea that began in June.

    You’ll note that the 224.8 meter-long vessel had to sail around Africa rather than go through the Suez Canal, due to its size and cargo.
    The Blue Marlin, as the vessel is known, was carrying a 30,000 tonne utilities and process module made by Hyundai Heavy Industries. The module, which had been under development since 2013, will be used in the Hebron offshore-oil project off the coast of Newfoundland and Labrador.

    Exxon Mobil Corp. has the largest interest in this project; co-venturers include Chevron Corp., Suncor Energy Inc., Statoil ASA, and Nalcor Energy Corp. The field has been estimated to contain more than 700 million barrels of recoverable resources.

    The arrival of this module helped push the imports of industrial machinery, equipment and parts up by C$2.9-billion in September, according to Statistics Canada, meaning the nation’s trade deficit excluding this increase would have totaled C$1.2 billion for the month — an even smaller gap than the C$1.7 billion deficit that economists had been estimating.

  • Malaysia to Purchase Four Navy Ships From China in Landmark Deal - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-02/malaysia-to-purchase-four-navy-ships-from-china-in-landmark-deal

    Malaysia said it will buy at least four Littoral Mission Ships from China as Prime Minister Najib Razak announced “new steps” in military cooperation between the two countries.

    Najib oversaw the purchase of the vessels on Tuesday during a state visit to Beijing. While no details were released on the value of the ships, the deal comes after Malaysia recently announced that it was cutting its defense budget by 13 percent.

    Now we have agreed the first significant defence deal between our two countries, with Malaysia purchasing littoral mission ships from China,” Najib said Wednesday in an editorial published in the China Daily newspaper. The first two will be built in China and the next two in Malaysia, with further Malaysian-built ships subject to government financing, he said.

    • Pas encore grand chose de « finalisé ». Du bluff pour faire monter les enchères ?
      (sachant que Najib a une casserole à 700 M$ qui lui est attachée…)
      Malaysia buys Navy vessels from China | New Straits Times | Malaysia General Business Sports and Lifestyle News
      http://www.nst.com.my/news/2016/11/185136/malaysia-buys-navy-vessels-china

      Defence Minister Datuk Seri Hishammuddin Hussein, who was also present, said technical details on the vessels have not yet been finalised.
      […]
      Asked about the Malaysian companies that will be involved in building the vessels, he said this is in the process of being determined, adding that the vessels are to be built within 24 months and will be used to patrol Malaysian waters.

      bip @aude_v

  • Americans Are Dying Faster. Millennials, Too - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-28/americans-are-dying-faster-millennials-too

    Plus précisément,

    According to research earlier this year in the Journal of the American Medical Association, a 40-year-old man in the top 1 percent can expect to live 14 years longer than his counterpart in the bottom 1 percent. Education may also make a difference: A college-educated 25-year-old can expect to live a decade longer than a high school dropout of the same age, according to the Population Reference Bureau.

    If you’re trying to figure out how long you’re likely to live, estimates of “average” life expectancy may not be that helpful. That’s getting worse in an age of rising inequality. Great medical care and good fortune may add decades to the lives of the wealthy and educated, while much of the rest of America is left behind.

    #espérance_de_vie #Etats-Unis #inégalités #pauvres #riches #éducation

  • Wall Street’s Next Frontier Is Hacking Into Emotions of Traders
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-01/wall-street-s-next-frontier-is-hacking-into-emotions-of-traders

    Startups wielding sensors and algorithms promise a new era of surveillance. The trader was in deep trouble. A millennial who had only recently been allowed to set foot on a Wall Street floor, he made bad bets, and in a panic to recoup his losses, he’d blown through risk limits, losing $4.9 million in a single afternoon. It wasn’t a career-ending day. The trader was taking part in a simulation run by Andrew Lo, an MIT finance professor. The goal : find out if top performers can be identified (...)

    #algorithme #biométrie #surveillance #surveillance #Bank_of_America #JPMorgan_Chase

  • That Boom You Hear Is Ukraine’s Agriculture - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-14/that-boom-you-hear-is-ukraine-s-agriculture

    Ukraine sold $7.6 billion of bulk farm commodities worldwide in 2015, quintupling its revenue from a decade earlier and topping Russia, its closest rival on world markets. By the mid-2020s, “Ukraine will be No. 3, after the U.S. and Brazil,” in food production worldwide, says Martin Schuldt, the top representative in Ukraine for Cargill, the world’s largest grain trader. The company, headquartered in Minnetonka, Minn., saw its sunflower-seed processing plant in the Donetsk region overrun by separatists in 2014; it still can’t regain access to the facility. Nonetheless, the company is investing $100 million in a new grain terminal in Ukraine. Bunge, the world’s biggest soy processor, opened a port this year at a ceremony with Ukrainian President Petro Poroshenko—another vote of confidence in the country.

    Avec son graphisme qui vaut son pesant de khakhavitch !


    #ukraine #agriculture #conflit

  • The World’s Best IPO Has Gained 6,000%, But Analysts Say Stay Away - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-12/world-s-best-ipo-sees-6-000-gain-as-analysts-say-to-stay-away

    “Farmers should always be prepared for possible losses, but nobody is ready for a 40 percent loss,” said Walter Horita, a soybean and cotton farmer who has been in Bahia for 33 years. “That scares even experienced producers. Can you imagine investors with no history in the region? They run away.”

    There’s never a good time for drought, certainly, but the northeast’s dry weather has arrived at a particularly devastating time for the world’s biggest soybean exporter. In the midst of Brazil’s economic and political turmoil, the country’s interest rate is the highest in a decade, up to 14.25 percent from 7.25 percent, hurting farmers who use floating-rate loans to borrow for tractors, land and seed.

    #Brésil #monoculture #remembrement #agroindustrie #climat #fin_des_haricots #ho_ho

  • Russia Says It’s Joining China to Counter U.S. Missile Defense - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-11/russia-says-it-s-joining-china-to-counter-u-s-missile-defense

    “We are working together on ways to minimize possible damage to the security of our countries," Poznikhir said. “The illusion of invulnerability and impunity under the guise of missile defense will encourage Washington to make unilateral steps in dealing with global and regional issues. This could lead to a decrease in the threshold for using nuclear weapons to preempt enemy actions.”

  • Russia Becomes a Grain Superpower as Wheat Exports Explode
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-10-06/russia-upends-world-wheat-market-with-record-harvest-exports

    “Russia will be among the top exporters for a long time, especially given the potential advances in productivity there,” said Tom Basnett, general manager at Market Check, a Sydney-based commodity consultant. “Other producers need to fight harder to maintain their traditional markets.”

    The boom in Russia is attracting some of the world’s biggest trading houses, with Olam International Ltd., Cargill Inc. and Glencore Plc investing into everything from silos to export terminals.

    Rich soil, government support and proximity to Black Sea ports for shipping means Russian costs can be as little as half those of major competitors supplying key import markets in the Middle East, according to researchers at Kansas State University.

    #Blé #Russie

  • South Africa Raids Maersk, MSC in Shipping Collusion Probe - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-28/south-africa-raids-global-shipping-companies-in-collusion-probe

    South Africa’s Competition Commission searched the premises of six shipping companies including AP Moeller-Maersk A/S as part of an investigation into allegations that they colluded to fix incremental cargo rates between Asia and South Africa.

    The antitrust regulator started raids on premises of local operations of Copenhagen-based Maersk and its Safmarine unit, Hamburg Sued Group, Mediterranean Shipping Co., Pacific International Lines Pte Ltd. and CMA CGM SA in the Western Cape and KwaZulu-Natal provinces, it said in an e-mailed statement on Wednesday. The investigation was triggered by a tip-off from a member of the public, the Pretoria-based commission said.

  • Hyundai Merchant Rises as It’s Said to Assess Hanjin Assets - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-26/hyundai-merchant-surges-after-liner-said-to-assess-hanjin-assets

    Financial institutions that provided money to Hanjin specifically to buy carriers have approached Hyundai Merchant for sale of its vessels, mostly container ships, people with direct knowledge of the matter said, asking not to be identified, as the talks are private. Korea Development Bank — the largest shareholder of Hyundai Merchant and the biggest lender to Hanjin — and the Seoul Central District Court have been pushing to find a solution to the troubles at Hanjin, whose filing for bankruptcy protection last month has roiled the global supply-chain industry.

    Bref, la KDB, principal créancière de Hanjin Shipping dont elle a provoqué la faillite, suggère à Hyundai Merchant dont elle est le principal actionnaire de racheter les actifs (navires) d’Hanjin.

    Transparence sud-coréenne…

  • A Mighty Wind Tries to Lift Rig Builders Past Oil’s Downturn - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-21/oil-services-find-hope-in-giant-windmills-anchored-to-ocean-bed

    Gulf Island Fabrication Inc. has for decades built hulking platforms to extract oil and natural gas from the seabed. With the collapse of offshore drilling, the company has turned to helping harvest another energy resource: wind.

    Pour les constructeurs de plate-forme, pas vraiment d’autres solutions que de tabler sur la #transition_énergétique : passer de la construction de plate-formes de forage à celle d’éoliennes marines…

  • A.P. Møller - Mærsk A/S – Progress update on strategic review and change of management
    http://www.maersk.com/en/the-maersk-group/press-room/press-release-archive/2016/9/ap-moller-maersk-progress-update-on-strategic-review-and-change-of-managemen

    A.P. Møller - Mærsk A/S will become an integrated transport and logistics company with digitalised and individualised customer solutions.

    Oil and oil related businesses, either individually or in combination, to be separated from A.P. Møller - Mærsk A/S. Maersk Oil will focus on optimizing and strengthening its strong position in the Danish, British and Norwegian parts of the North Sea.

    Reorganising A.P. Møller - Mærsk A/S into two separate divisions; Transport & Logistics and Energy.

    Grosse réorganisation chez Maersk : séparation des activités transport et énergie.

  • Hanjin Revival Tough If Unloading Not Expedited, Court Says - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-21/hanjin-s-revival-tough-if-unloading-isn-t-expedited-court-says

    The South Korean court overseeing the receivership application of Hanjin Shipping Co. said the stranded vessels of the troubled container line are taking too long to unload cargo, and a delay will make it impossible to revive the company.

    Hanjin needs to quickly end the supply chain disruptions and the longer it takes to return the chartered ships means more claims and debt will pile up, a court spokesman said, declining to be identified, citing policy. The board of Korean Air Lines Co., the largest shareholder of the shipping line, will meet Wednesday night in Seoul to speed up about 60 billion won ($54 million) of funding to the company, according to a person familiar with the plan, who asked not to be identified as the information is private.

    Shares of Hanjin Shipping tumbled to a record low Wednesday amid fading chances of survival and after Yonhap News Agency, citing the court, reported a rehabilitation plan was “realistically impossible.

    #tough_revival or #realistically_impossible ?

  • Libya Crude Output Rises as Oil Fields Restart, Ports Reopen - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-20/libya-crude-output-rises-as-oil-fields-restart-ports-reopen

    Libya boosted crude production by more than 70 percent since August as some oil fields resumed output and export terminals in the OPEC country reopened for their first overseas loadings in two years.
    The North African nation’s crude output rose to 450,000 barrels a day after work resumed at some oil fields, Ibrahim Al-Awami, head of oil measurement department at state-run National Oil Corp., said by phone on Tuesday. Armed conflicts and political disputes have hobbled the country’s production, which slid to 260,000 barrels a day last month, data compiled by Bloomberg show.

    The tanker Seadelta returned to take on crude at the port of Ras Lanuf after interrupting loading and sailing away due to fighting at the facility earlier this week, Nasser Delaab, petroleum operations inspector at Harouge Oil Operations, said by phone. The shipment would be the first from Ras Lanuf since 2014. Harouge started to pump oil at the eastern Amal field at a rate of 3,500 barrels a day, and the crude will be shipped to the port of Zueitina, he said.

  • Mothballing the World’s Fanciest Oil Rigs Is a Massive Gamble - Bloomberg
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-09-19/at-500-million-a-pop-it-s-an-oil-gamble-that-has-no-precedent


    Drillships off the coast of Trinidad & Tobago.
    Photographer: Mark Anthony Jerome

    In a far corner of the Caribbean Sea, one of those idyllic spots touched most days by little more than a fisherman chasing blue marlin, billions of dollars worth of the world’s finest oil equipment bobs quietly in the water.

    They are high-tech, deepwater drillships — big, hulking things with giant rigs that tower high above the deck. They’re packed tight in a cluster, nine of them in all. The engines are off. The 20-ton anchors are down. The crews are gone. For months now, they’ve been parked here, 12 miles off the coast of Trinidad & Tobago, waiting for the global oil market to recover.

    The ships are owned by a company called Transocean Ltd., the biggest offshore-rig operator in the world. And while the decision to idle a chunk of its fleet would seem logical enough given the collapse in oil drilling activity, Transocean is in truth taking an enormous, and unprecedented, risk. No one, it turns out, had ever shut off these ships before. In the two decades since the newest models hit the market, there never had really been a need to. And no one can tell you, with any certainty or precision, what will happen when they flip the switch back on.
    […]
    Nearly half of the world’s available floating rigs are out of work today, and most observers expect that number will climb further. Not only are the drillship operators’ customers — the likes of ConocoPhillips and Total SA — slashing spending in high-cost offshore areas and canceling work contracts early, but new rigs that were ordered in recent years keep rolling out of shipyards. Bloomberg Intelligence estimates as much as $56 billion worth of offshore rigs, capable of drilling in everything from shallow water to oceans more than two miles deep, are still under construction.

    #sous_cocon