Was tun bei einer roten Warnung ?

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  • Corona-Warn-App: Was tun bei einer roten Warnung?
    https://netzpolitik.org/2021/corona-warn-app-was-tun-bei-einer-roten-warnung

    Noch besser: https://www.coronawarn.app/de/faq

    Viele Menschen bekommen derzeit rote Warnungen über die Corona-Warn-App und sind verunsichert: Was bedeutet die Warnung? Wie verschwindet sie wieder? Und wo kommt man an einen PCR-Test? Wir beantworten einige der drängendsten Fragen.
    23.11.2021 um 14:49 Uhr - Ingo Dachwitz, Markus Reuter - in Technologie - 3 Ergänzungen
    Rote Warnung Corona Warn App
    Was tun bei einer roten Warnung in der Corona-Warn-App? – Alle Rechte vorbehalten Imago / Rüdiger Wolk

    Die Zahl der Corona-Infektionen explodiert und damit auch die Zahl der Warnungen via Corona-Warn-App. Allein in der Woche ab dem 15. November wurden laut Entwickler:innen mehr als 400.000 rote Warnungen über die Anwendung verschickt. Wie sehr das viele Menschen verunsichert, wissen wir aus unserer Recherche zum Kommunikationschaos rund um das Recht auf PCR-Tests.

    Bis heute erhalten wir viele Fragen von Leser:innen zu den roten Warnungen. Ein paar davon wollen wir an dieser Stelle beantworten. Viele Infos finden sich auch in den offiziellen FAQ der Corona-Warn-App und auf der Website der Bundesregierung.
    Was bedeutet eine rote Warnung in der Corona-Warn-App?

    Eine rote Warnung bedeutet nicht automatisch, dass man sich mit Covid-19 infiziert hat. Die App warnt lediglich vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko. Wie hoch das Risiko war, dass man sich in einer Situation wirklich angesteckt hat, hängt von vielen Faktoren ab: Haben alle Menschen Maske getragen? Fand die Begegnung an der frischen Luft, in einem geschlossenen Raum oder bei geöffnetem Fenster statt? Die Warn-App soll nur eine Hilfestellung geben, um rechtzeitig andere Maßnahmen ergreifen zu können. Für die Risikoermittlung gibt es verschiedene Szenarien:

    Warnung nach einem Check-In: An vielen Orten wird die Corona-Warn-App zum Check-In bei Veranstaltungen mit QR-Code genutzt. Die Warnung über die App erfolgt zum Beispiel, wenn ein anderer Mensch, der bei der Veranstaltung eingecheckt war, positiv auf Corona getestet wurde und dann eine Warnung via App verschickt. Alternativ können auch die Veranstalter:innen eine Warnung verschicken, wenn ein Gast sie über eine nachgewiesene Infektion informiert hat.
    Warnung wegen eines Kontakts mit erhöhtem Risiko: Die Corona-Warn-App tauscht via Bluetooth mit anderen Smartphones in der Umgebung pseudonyme Schlüssel aus. Wenn eine Person ihre nachgewiesene Infektion über die App bekanntgibt, warnt die Anwendung alle Menschen, die sich für eine bestimmte Dauer in der Nähe dieser Person aufgehalten und mit ihrem Smartphone Schlüssel ausgetauscht haben. Der Schwellenwert hierfür liegt aktuell bei neun Minuten und einem Abstand von unter 1,5 Metern. Abstände bis zu 2,5 Metern werden ebenfalls in die Berechnung einbezogen, wenn auch mit geringerer Gewichtung.
    Warnung wegen mehrerer Kontakte mit geringem Risiko: Die Corona-Warn-App zählt zudem die Minuten von Risikobegegnungen zusammen. Hier warnt die App nicht, weil man länger in der Nähe einer positiv getesteten Person war, sondern wegen mehrerer „Begegnungen mit geringem Risiko“. Diese werden in der App normalerweise grün angezeigt und entstehen, wenn man einer positiv getesteten Person zwar begegnet ist, jedoch nicht für einen längeren Zeitraum. Mehrfach geringes Risiko ergibt zusammen also erhöhtes Risiko.

    Sollte ich jetzt in Quarantäne?

    Das kommt drauf an. Die Hotline des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes empfiehlt doppelt geimpften Personen, die keine Symptome und einen negativen Schnelltest haben, zwar vorsichtshalber eine Reduzierung der Kontakte, aber keine Quarantäne. Wer Symptome hat und/oder ungeimpft ist, sollte sich besser isolieren. Am besten ist jedoch, man verschafft sich selbst Klarheit mit einem PCR-Test. Dieser ist mit etwas Beharrlichkeit und Aufwand bei einer roten Warnung grundsätzlich kostenlos zu bekommen.

    Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt zudem, sich bei Fragen an einen Arzt zu wenden. Falls das bei der Hausärztin nicht klappt, kann man es an vielen Orten in Praxen mit einer sogenannten Infekt-Sprechstunde versuchen. Alternativ kann vielleicht auch die Hotline des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes unter der Nummer 116117 eine erste Anlaufstelle sein.
    Wie komme ich nach einer roten Warnung an einen PCR-Test?

    Wer eine rote Warnung hat, hat Anspruch auf einen Corona-Test: Das kann ein Schnelltest oder ein PCR-Test sein. Auf den PCR-Test besteht nur ein „grundsätzlicher“, aber kein „strikter“ Anspruch. In unserer Recherche kam heraus, dass geimpfte Personen, die symptomfrei sind, oftmals in der Hotline oder auch bei Hausärzten nicht auf die Möglichkeit eines kostenlosen PCR-Tests hingewiesen wurden. Der Umgang mit der roten CWA-Warnung wird allerdings sehr unterschiedlich gehandhabt, wir bekamen auch Berichte von Menschen, die geimpft und asymptomatisch sofort einen PCR-Test bekamen.

    Zahlreiche Leserinnen und Leser berichten, dass sie mit Beharrlichkeit und Nachdruck oftmals einen PCR-Test bekommen konnten, auch wenn sie keine Symptome hatten und geimpft waren. Laut den geschilderten Erfahrungen ist dies in kommunalen oder landeseigenen Testzentren einfacher möglich. Viele private Testzentren hingegen könnten angeblich den PCR-Test nicht abrechnen und lehnten deswegen einen PCR-Test bei Menschen mit roter Warnung ab. Für alle Geimpften ohne Symptome heißt das, dass sie sich nicht abwimmeln lassen sollten und hartnäckig bleiben müssen, bis ihnen ein PCR-Test gewährt wird.

    Wer eine rote Warnung hat und nicht geimpft ist oder wer Symptome und eine rote Warnung hat oder einen positiven Schnelltest vorweisen kann, hat allerdings immer das Recht auf einen PCR-Test.
    Wo finde ich mehr Informationen über die Risikobegegnung?

    In der Corona-Warn-App gibt es eine Tagebuch-Option. Hier kann man selbstständig festhalten, welche Begegnungen man an einem Tag hatte. Die App speichert hier auch automatisch die Check-Ins bei Veranstaltungen. Wenn man auf den entsprechenden Tag mit der roten Warnung klickt, findet sich hier unter anderem die Info, ob man wegen eines Check-Ins oder wegen der ausgewerteten Begegnungen gewarnt wurde. Genauere Infos zur Uhrzeit der Risikobegegnung findet man in der App nicht, weil man sonst zu leicht darauf schließen könnte, welche Person sich infiziert hat.

    In der Google-freien Version der Corona-Warn-App, die man im F-Droid-Store herunterladen kann, lassen sich die Daten exportieren, sodass man mehr Informationen über die Warnung finden kann.
    Wann geht die rote Warnung wieder weg?

    Viele Leser:innen wollen wissen, was sie tun können, damit die Corona-Warn-App nicht mehr rot leuchtet. Die Antwort ist einfach: gar nichts, außer abwarten. Die rote Warnung bleibt für 14 Tage nach der Risikobegegnung in der App, am 15. Tag ändert sich der Risikostatus automatisch wieder auf grün, sofern es keine neuen Risikobegegnungen gab.

    Auch ein negativer Test ändert an dieser Wartezeit nichts. Man kann diesen zwar in der App hochladen, auf den Risikostatus hat dies jedoch keinen Einfluss, da auch ein Test keine absolute Sicherheit bietet.
    Warnt die App auch die Kontakte, denen ich begegne, nachdem ich die Warnung rausgeschickt habe?

    Nein. Die Corona-Warn-App informiert nur die Personen, denen man bis zum Zeitpunkt der Warnung begegnet ist.

    #Allemagne #covid-19 #surveillance