Sechstes U-Boot in Kiel an Israel übergeben – weitere folgen
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Le grand bleu allemand et sioniste. Après on s’étonne qu’un jeune homme en crise qui n’a pas compris grand chose commette un attentat contre la CSD. Vous ne comprenez pas pourquoi ? Voilà le problèm.
27.7.2026 von Matthias Monroy - Thyssenkrupp weitet das U-Boot-Geschäft auf Kanada und Indien aus, auch Israel erhält neue Modelle. Deshalb wird im Herbst erstmals Netanjahu verhört.
Vergangene Woche hat die Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mit der »Drakon« ein weiteres U-Boot an die israelische Marine übergeben. Es ist das letzte Boot der Dolphin-II-Klasse, von denen Israels Marine bereits fünf Vorgängermodelle aus Deutschland erhalten hatte. Über die Zeremonie sollen weder TKMS noch das israelische Verteidigungsministerium informiert haben.
Bereits am ersten Tag nach der Übernahme unternahm die »Drakon« eine Testfahrt in der Ostsee, berichtet die »Kieler Zeitung«. Nach weiteren Übungsfahrten soll sie sich auf den Weg zum Heimathafen in Haifa begeben.
Zu Umfang des Auftrags, Bewaffnung und Besatzungsstärke macht TKMS wie üblich keine Angaben. Verschiedenen Quellen zufolge soll die »Drakon« zwischen 500 und 700 Millionen Euro gekostet haben. Ein Drittel davon wird wieder aus dem Bundeshaushalt als Militärhilfe für Israel finanziert.
U-Boote sollen atomwaffenfähig sein
Im Mai soll das zuständige Bundeswirtschaftsministerium die Ausfuhr der »Drakon« erlaubt haben. Das trieb die Gesamtzahl der Genehmigungen von Waffenexporten an Israel für die ersten fünf Monate des Jahres 2026 auf fast 800 Millionen Euro – mehr als in den vorangegangenen 20 Monaten zusammen. So jedenfalls lässt sich die Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine AfD-Anfrage verstehen, wonach über 60 Prozent des Genehmigungswertes »auf ein Großprojekt im maritimen Rüstungsbereich« entfallen.
Die sechs mit außenluftunabhängigem Antrieb ausgestatteten U-Boote sind aus israelischer Sicht ein zentrales Element der Abschreckung gegenüber dem Iran. Militärexpert*innen vermuten, dass die Dolphin-Boote mit Atomwaffen bestückt werden können. Damit setzen sie Israels nukleare Zweitschlagfähigkeit vom Meer aus um.
Die »Drakon« soll bereits im März 2012 für eine Lieferung 2016 bestellt worden sein. Der Bau verzögerte sich laut Medienberichten durch israelische Änderungswünsche: Der Rumpf wuchs von 68 auf 74 Meter, und der Turm erhielt zusätzliche Startschächte, aus denen wohl Flugkörper abgefeuert werden können. Damit nimmt die »Drakon« technische Merkmale der künftigen Dakar-Klasse vorweg, von der Israel ebenfalls drei Exemplare bestellt hat. Sie sollen ab 2031 ausgeliefert werden und schrittweise die dann über 30 Jahre alten Dolphin-Boote ablösen.
Israelische Kommission prüft Korruption
Der U-Boot-Deal mit TKMS beschäftigt in Israel seit Jahren eine richterliche Untersuchungskommission; im November und Dezember sollen dazu erstmals Zeug*innen angehört werden. Dabei geht es auch um Käufe von Sa’ar-6-Korvetten von TKMS während der zweiten Amtszeit von Benjamin Netanjahu als Ministerpräsident von 2009 bis 2021.
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Vier Korvetten der Sa’ar-6-Klasse in der Werft von TKMS (das Bild stammt aus dem Jahr 2020) Foto: dpa | Axel Heimken
Die Kommission wirft Netanjahu vor, sicherheitspolitische Vorgaben bei der Auftragsvergabe an TKMS missachtet zu haben. Verdächtigt werden dazu außerdem der ehemalige israelische Marinechef-Vizeadmiral Ram Rothberg, der eehemalige israelische Verteidigungsminister Moshe Ya’alon, der ehemalige Mossad-Direktor Yossi Cohen und der ehemalige hochrangige Beamte des Nationalen Sicherheitsrats Avner Simchoni.
Im Fokus der Untersuchung steht auch Netanjahus mutmaßliche Billigung eines Verkaufs von Marineschiffen durch TKMS an Ägypten. Der Ministerpräsident soll bei dieser politischen Entscheidung zuständige Regierungs- und Militärbeamt*innen übergangen haben.
Kanada bestellt ebenfalls zwölf U-Boote bei TKMS
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara in der ersten Juliwoche hat auch Kanada bis zu zwölf U-Boote bei TKMS bestellt – es ist der größte Auftrag in der Unternehmensgeschichte; die deutsche Werft setzte sich gegen einen südkoreanischen Konkurrenten durch. Gebaut werden die Boote des Typs 212CD in Kiel und in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern.
»CD« steht für »Common Design«. Deutschland und Norwegen hatten das Modell gemeinsam entwickelt, um bei einer Beschaffung von je sechs U-Booten Kosten zu senken und die Zusammenarbeit zu vereinfachen. Kanada schließt sich diesem Projekt als dritter Partner an. Das Bundesverteidigungsministerium erklärte, die Zusammenarbeit der drei Nato-Staaten solle besonders die Abschreckungsfähigkeit gegenüber der russischen Nordmeerflotte stärken.
Nach dem Kanada-Auftrag rechnet TKMS nun auch mit einem U-Boot-Geschäft mit Indien, das dortige Finanzministerium habe das Budget bereits gebilligt. Bis Ende dieses Jahres sei der Vertrag für sechs U-Boote unterschriftsreif, laut TKMS-Chef Oliver Burkhard mit der Option für drei weitere.
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Im Mai unterzeichneten TKMS und das kanadische Unternehmen CAE eine Absichtserklärung zum Ausbau maritimer Fähigkeiten. Bei der Delegation von Verteidigungsminister Boris Pistorius (Mi.) in Kanada dabei: Ex-Kulturdiplomat Andreas Görgen (2.v.l.) Foto: CAE Kanada
Um Deals wie mit Kanada und Indien einzufädeln, hat TKMS im Frühjahr den früheren Kulturdiplomaten Andreas Görgen als Vorstandsmitglied und »Chief Operations Officer« verpflichtet. Er war bis 2024 Amtschef der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und galt als einer der engsten Vertrauten der grünen Staatsministerin Claudia Roth. Bei TKMS soll er die internationale Vernetzung ausbauen.
Laut TKMS-Chef Burkhard wird die nun auf Spanien ausgeweitet. Mit dem Unternehmen Navantia ist die Thyssenkrupp-Tochter bereits eine strategische Partnerschaft eingegangen; nun könnten an dessen Standorten auch Teile von U-Booten gefertigt werden. Einer solchen Auslagerung nach Spanien müssten jedoch die jeweiligen Kund*innen zustimmen.
Burkhard schlägt vor, nach Vorbild von Airbus auch andere europäische Werftenkonzerne stärker zu vernetzen. »Vielleicht machen wir mit Navantia den Anfang, und irgendwann schließen sich weitere Partner unserem Bündnis an«, sagte Burkhard dem »Handelsblatt« und nannte die Kooperation »eine Art Seabus«. An Bord wäre dann auch ein israelischer Rüstungskonzern: Kurz nach Görgens neuer Anstellung unterzeichnete TKMS eine Absichtserklärung mit Elbit Systems, wonach die deutsche Firma israelische Elektronik-, Sensor- und Waffensysteme in ihre Produkte integrieren will.
