• Indiedrome du 26/2/2019
    http://www.radiopanik.org/emissions/indiedrome/indiedrome-du-26-2-2019

    ExHex : Tough Enough « It’s Real » (Merge)

    Klangwart : Improv 2 « Bogotà » (Staubgold)

    Klangwart : Porro B « Bogotà » (Staubgold)

    Laurie Spiegel : Passage « Unseen Worlds » (Unseen Worlds)

    Saba Alizadeh : Would you remember me ? « Scattered Memories » (Karl)

    Saba Alizadeh : Elegy for water « Scattered Memories » (Karl)

    Building Instrument : Mangelen Min « Mangelen Min » (Hubro)

    Belp : Bending « Crocodile » (Jahmoni/SVS)

    Silk Road Assassins : Split Matter (Featuring Kuedo) « State Of Ruin » (Planet Mu)

    Carlo Barbagallo : Study #4 « iAmln TiLt,BoB ! » (Noja)

    Molecular : Berlinesque « Warmest Regards » (Hiddenseer)

    http://www.radiopanik.org/media/sounds/indiedrome/indiedrome-du-26-2-2019_06202__1.mp3



  • Implantons la résistance contre le Surf Park à St Père en Retz (44) le dimanche 24 Février ! Marche vers les terres du projet, plantations d’arbres, construction d’une cabane de la résistance et festivités !

    « Ils pensent pouvoir continuer à détruire les espaces naturels et agricoles assurant un avenir durable à nos enfants pour le profit à court terme de quelques-uns ?! Ils pensent avoir tellement raison dans leur soif de gloire territoriale et économique qu’un passage en force et un déni de démocratie directe n’est qu’accessoire ?! Ils pensent qu’en aggravant la crise climatique et écologique, qu’en détruisant des terres permettant l’autonomie alimentaire du territoire, permettant au vivant de s’épanouir, aux enfants et plus grands de rêver et de s’émerveiller de la nature, ils sont légitimes dans leurs fonctions d’élu-e-s ?!

    Face aux signaux d’alerte qui ne cessent d’augmenter depuis plus de 30 ans, ce vieux monde continue la marche en avant ! Il est grand temps de leur dire stop ! Montrons aux élu-e-s et investisseurs du projet de Surf Park à Saint Père en Retz (44) que nous ne voulons plus de leur monde mortifère !

    Montrons-leur que nous résisterons à leur politique qui détruit le vivant et nos espoirs d’une société autonome, solidaire, écologique et autogérée ! »

    #TerresCommunes #SurfPark #44 #SaintPèreEnRetz #résistance #écologie #agriculture #béton #climat #eau #énergie #Enfants #Futu,# GPII #paysans #terres #urbanisation

    http://terres-communes.zici.fr/implantons-la-resistance-contre-le-surf-park-a-st-pere-en-retz-


  • Zeichen einer anderen Zeit: Das proletarische Theater als Stätte der Erziehung Texte von Asja Lācis und Walter Benjamin, mit einer Einführung von Andris Brinkmanis - South Magazine Issue #9 [documenta 14 #4] - documenta 14
    https://www.documenta14.de/de/south/25225_zeichen_einer_anderen_zeit_das_proletarische_theater_als_staette_d

    Zeichen einer anderen Zeit: Das proletarische Theater als Stätte der Erziehung
    Texte von Asja Lācis und Walter Benjamin, mit einer Einführung von Andris Brinkmanis

    Aus den Trümmern großer Bauten [spricht] die Idee von ihrem Bauplan eindrucksvoller als aus geringen noch so wohl erhaltenen …
    – Walter Benjamin, Ursprung des deutschen Trauerspiels

    Die Reformatoren des Theaters haben die platonische Opposition zwischen Chor und Theater als Opposition zwischen der Wahrheit des Theaters und dem Trugbild des Schauspiels umformuliert. […] Seit der deutschen Romantik wird das Denken des Theaters mit dieser Idee einer lebendigen Gemeinschaft in Verbindung gebracht, […] der Gemeinschaft als einer Art und Weise, einen Ort und eine Zeit zu besetzen, als Körper in Aktion und nicht als einfacher Gesetzesapparat, als eine Gesamtheit von Wahrnehmungen, Gesten und Haltungen, die den Gesetzen und politischen Institutionen vorausgeht und sie vorformt. […] Die Reform des Theaters bedeutete also die Wiederherstellung seines Wesens als Versammlung oder als Zeremonie der Gemeinschaft. Das Theater ist eine Versammlung, wo die Leute des Volkes sich ihrer Situation bewusst werden und ihre Interessen diskutieren, sagt Brecht nach Piscator. Es ist, behauptet Artaud, das reinigende Ritual, wo eine Gemeinschaft ihre eigenen Energien in Besitz nimmt. Wenn das Theater somit die lebendige Gemeinschaft verkörpert im Gegensatz zur Illusion der Mimesis, dann wird man nicht erstaunt sein, dass der Wille, das Theater auf sein Wesen zurückzubringen, sich gerade auf die Kritik des Theaters stützen kann.
    – Jacques Rancière, Der emanzipierte Zuschauer

    Demonstrierende mit Masken in Leningrad, 1. Mai 1924. Slogan links: „Ich kaufe beim privaten Händler“; Slogan rechts: Ich kaufe bei der Kooperative“. Krasnaja Gazeta, 2. Mai 1925

    Welche Formen der Kultur können heute noch die Gestalt eines Chors, einer Versammlung annehmen? Welche Kulturformen könnten am Aufbau von Gemeinschaften mitwirken, in denen sich die vielfältigen Verschiedenheiten als gemeinsame Kraft äußern, als Stimme mit der Fähigkeit, den eigenen Diskurs, die eigenen Wünsche, die eigene Politik zur Sprache zu bringen, und sei es für eine begrenzte Zeit? Und könnte aus solchen gelebten Formen ein Wissen hervorgehen, das der endlosen, vom Kapitalismus erzwungenen Vereinzelung widersteht, das uns wieder zur selbstbestimmten Praxis einer vita activa führt? Über welche Instrumente einer positiven Dialektik verfügen wir noch, und wo sollen wir danach suchen?

    Heute sich dem geistigen Erbe Deutschlands und Sowjetrusslands aus dem frühen 20. Jahrhundert zuzuwenden, heißt hingehen zu einer „Ruine von gestern, in der die Rätsel des heute sich lösen“, wie Benjamin einmal formuliert hat. Es bedeutet auch, alte Wunden aufzureißen und sich Gespenstern zu stellen, die diesmal vielleicht sogar Verbündete in unserem Bemühen werden könnten, aus ihrer spukhaft beharrlichen Gegenwart zu lernen. Mit diesen Phantomgliedern und den nicht selten gewaltsam aus dem kollektiven Gedächtnis gesprengten Gespenstern der Moderne fertigzuwerden, der um sich greifenden Anosognosie unserer Zeit entgegenzutreten: Das ist vielleicht die Aufgabe materialistischer Historiker in unserer Zeit. Indem wir verstehen, zu welchem Handeln ein Körper – eine Körperschaft – einst fähig war und vielleicht immer noch fähig ist oder eben nicht mehr fähig ist, schaffen wir mitunter das Bewusstsein, das wir brauchen, um jeglicher künftiger Kunst und Politik den Weg zu bereiten und die Fundamente zu legen.

    Auf dem Höhepunkt der Achtundsechziger tauchte unvermittelt der Name von Anna Ernestovna (genannt „Asja“) Lācis (1891–1979) unter jungen „Archäologen“ der Kultur wieder auf. Sie bargen ihn aus den Trümmern einer historischen Stadt der Träume. Ein wichtiges, fehlendes Bindeglied einer bestimmten politisch-kulturellen Tradition war damit gefunden. Walter Benjamins kurzer Aufsatz „Programm eines proletarischen Kindertheaters“ erhielt wieder seine Bedeutung einer konkreten und dialektischen, politisch-ästhetischen, auf tatsächlicher Lehrerfahrung beruhenden Pädagogik. Auch seine anderen Schriften über Kindheit und Erziehung gewannen an programmatischer Statur als Versuche, sich den vorherrschenden „bürgerlichen“ Erziehungs- und Verhaltensmustern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu widersetzen, mithin die Grundmauern des kapitalistischen Ideologiegebäudes schon in der frühkindlichen Erziehung auszumachen.

    1967 und 1968 stieß die deutsche Literaturkritikerin Hildegard Brenner bei der Arbeit an der Alternative: Zeitschrift für Literatur und Diskussion im fernen Litauen auf eine ungeahnte Quelle von einschlägigen Erfahrungsberichten aus dem fernen Litauen. Autorin war eine gewisse Asja Lācis, marxistische Kindertheaterregisseurin, Theoretikerin, Schauspielerin und enge Freundin Walter Benjamins. Wie so viele andere war sie ein Opfer der stalinistischen Unterdrückung, die sie immerhin überlebte. Ihr Name fand sich in kaum einer offiziellen Geschichte des europäischen politischen Theaters im 20. Jahrhundert. Auch nachdem sie 1948 aus einem stalinistischen Gulag in Russland nach Litauen zurückkehrte, blieben die meisten ihrer Leistungen aufgrund ihres Status als ehemaliger politischer Gefangener aus der Geschichte getilgt. Nach einem Jahrzehnt der Unterbrechung durch die Haft musste Lācis ihre Theaterarbeit fast völlig neu beginnen.

    Aber beginnen wir von vorne: Lācis absolvierte ihre Schulbildung in Riga, wo ihre Herkunft aus der Arbeiterklasse ihr zahlreiche unerfreuliche Begegnungen mit den damaligen bürgerlich geprägten Verhältnissen bescherte. Ihre eigentliche ideologische Prägung und künstlerische Ausbildung erhielt sie erst in St. Petersburg und Moskau. Sie schrieb sich zunächst am Bechterew-Institut für Psycho-neurologische Forschung ein und studierte ab 1916 an der Schauspielschule von Fjodor Komissarschewski. Diese Ausbildung war neben ihrem Miterleben der revolutionären Ereignisse von 1917 und ihrer Zugehörigkeit zur Avantgarde der Künstler, Dichter, Denker und Theatermacher – Eisenstein, Majakowski, Meyerhold, Nemirowitsch-Danschenko, Stanislawski, Tairow, Wigotski und andere – Grundlage ihres eigenen engagierten Lebenswerks.

    1918 wurde die russische Kleinstadt Orel zum Schauplatz von Lācis’ Auseinandersetzung mit den Besprisorniki, wie man die vom Krieg elternlos gemachten Kinder damals nannte. Ihr experimentelles Kindertheater half den Kindern der Stadt, das Trauma des Verlustes und der Gewalt in den Nachkriegsjahren mittels Improvisation, Spiel und Schauspiel zu verarbeiten. Ihr Theater war eines von Kindern für Kinder. Es stellte den Prozess über das Ergebnis. Mitwirkung und Zusammenarbeit waren wichtiger als die Aufführung am Ende. Das Wagnis, Kindern Handlungsmacht an die Hand zu geben, war Grundlage ihrer Methode, die sie anschließend auch in proletarischen und politischen Theaterprojekten in Riga und anderswo anwandte. In Orel schuf Lācis eine offene, kollektive Form der Theaterarbeit, die auf Diskussion, gemeinsamem Erarbeiten der Handlung, Improvisation, Aufführungen im öffentlichen Raum, direkter Beteiligung des Publikums und Einbeziehung von Musik, Tanz und Kabarett beruhte.

    Nach Deutschland kam Lācis erstmals 1922, als Fahnenträgerin der siegreichen Revolution, was ihr zu Begegnungen mit Wilhelm Reich, Fritz Lang, Erwin Piscator und auch Bertolt Brecht verhalf, mit dem sie später zusammenarbeitete. Brecht verarbeitete in der Folge einige ihrer Ideen und Überlegungen in Form seiner Lehrstücke. Aus der Kooperation mit Piscator in den Kreisen des Agitprop-Theaters bezog Lācis umgekehrt Anregungen, die sie in ihre eigene Arbeit aufnehmen konnte. Erst 1924 auf Capri begann ihre Freundschaft und enge Beziehung zu Walter Benjamin. Gemeinsam veröffentlichten die beiden in der Frankfurter Zeitung vom 19. August 1925 als Ausdruck ihrer produktiven Zusammenarbeit die Stadtbeschreibung „Neapel“. Metaphern wie „Porosität“ und „Konstellation“, von beiden verwendet, wurden später zu Schlüsselbegriffen bei Adorno, Kracauer und anderen. Benjamin verdankte Lācis, wie er selbst sagte, Einblicke in den „radikalen Kommunismus“, die den Verlauf seiner weiteren Arbeit prägten. Er besuchte sie 1925 in Riga und 1926 in Moskau. Seinem Buch Einbahnstraße stellte er eine Widmung an Lācis voran: „Diese Straße heißt Asja-Lacis-Straße nach der die sie als Ingenieur im Autor durchgebrochen hat.“

    Ab 1928 begann Lācis sich vermehrt für den Kinderfilm zu interessieren und arbeitete auf diesem Gebiet mit Lenins Witwe Nadeschda Krupskaja zusammen. Daraus ging das Kinderkino Balkan hervor, eines der allerersten in Moskau. Lācis wurde zur offiziellen Gesandten an der sowjetischen Handelsvertretung in Deutschland für den Bereich des Kinder- und Dokumentarfilms und stellte in dieser Position regelmäßig sowjetisches Kultur- und Filmschaffen vor, unter anderem die „Kino-Auge“-Filme von Dziga Wertow. Sie selbst erzählt über diese Zeit in ihrem Buch Deti i kino („Kinder und Film“), das 1928 in Zusammenarbeit mit Keilina in Moskau erschien. Im selben Jahr verfasste Benjamin auf Ersuchen von Johannes R. Becher und Gerhart Eisler vom Karl-Liebknecht-Haus das „Programm eines proletarischen Kindertheaters“, das, wie später in Vergessenheit geriet, wesentlich Lācis’ Arbeitserfahrungen zusammenfasste. In den Jahren danach setzte Lācis ihre Theaterarbeit mit Kindern und proletarischen Laientruppen, aber auch am konventionelleren, professionellen litauischen Theater Skatuve in Moskau fort.

    Wie so viele andere Intellektuelle ihrer Zeit wurde Lācis aus vorgeschobenen Gründen von der sowjetischen Geheimpolizei 1938 angeklagt und festgenommen. Ihre erste Haft verbrachte sie im Butyrka-Gefängnis, danach kam sie in kasachische Arbeitslager. In ihrem Lebensbericht schreibt sie darüber nur: „Ich musste einige Zeit in Kasachstan verbringen.“ Entsprechend wenig ist über diesen Teil ihres Lebens bekannt, doch wir wissen aus verstreuten Erinnerungen, dass es ihr trotz der extrem harten und körperlich zermürbenden Bedingungen gelang, im Lager ein Frauentheaterkollektiv zu gründen. Nach ihrer Freilassung 1948 zog Lācis nach Valmiera in Litauen und arbeitete dort bis zu ihrer Pensionierung als Leiterin des Schauspiels Valmiera. Erst nach ihrer Rehabilitierung konnte sie wieder Kontakt mit Brecht aufnehmen und erfuhr so auch vom Schicksal Walter Benjamins. Im Ruhestand arbeitete sie an ihren Lebenserinnerungen und an theoretischen Aufsätzen auf Russisch, Litauisch und Deutsch. Lācis starb 1979.

    Das Buch Revolutionär im Beruf. Berichte über proletarisches Theater, über Meyerhold, Brecht, Benjamin und Piscator (erschienen 1971 in München) war Lācis’ einzige „westliche“ Veröffentlichung. Es versammelte Interviews und Briefe, die zunächst in Hildegard Brenners Zeitschrift erschienen waren, und wurde anschließend ins Italienische, Französische und Spanische übersetzt. Die Texte erschienen in bearbeiteter Form und zusammen mit einem Auszug aus ihrem 1935 auf Russisch erschienenen Buch über das revolutionäre Theater in Deutschland (Revolucionnij teatr germanii). Dieses Buch trug wesentlich zur Rekonstruktion der deutschen Geistesgeschichte der Weimarer Republik und der in Vergessenheit geratenen Bewegung politischer Arbeitertheater wie des Proletkult Cassel in Deutschland bei.

    Ohne die Wiederentdeckung durch Hildegard Brenner und ohne das erwähnte Buch Revolutionär im Beruf wäre Lācis’ Werk heute vermutlich kaum einem westlichen Wissenschaftler bekannt. Die relative Abgeschiedenheit Litauens im Kalten Krieg trennte auch diese Welten. In der Benjamin-Gesamtausgabe von 1955 wurde zudem ihr Name unter dem Aufsatz „Neapel“ und die Widmung an sie in Einbahnstraße getilgt. Auch entschied das Frankfurter Institut für Sozialforschung, dass die Moskauer Tagebücher erst nach Lācis’ Tod erscheinen sollten. Ihre Charakterisierung als „bolschewikische Bettgenossin“, die Benjamins Hinwendung zum Marxismus und seinen „Untergang“ eingeleitet habe, konnte nur durch unsaubere Recherche von Mitarbeiter_innen der Frankfurter Schule und durch fehlendes Quellenmaterial, insbesondere eigene veröffentlichte Texte, entstanden sein. Beides hätte solche klischeehaften Deutungen gar nicht erst aufkommen lassen.

    Das Erbe dieser revolutionären Theatermacherin des frühen 20. Jahrhunderts, die die Ereignisse von 1917 aus nächster Nähe miterlebte und danach zu einem Bindeglied zwischen dem „Oktobertheater“ und der Linken in der Weimarer Republik wurde, ist jenseits eines kleinen Kreises von Kunst- und Theaterwissenschaftlern in Deutschland, Italien oder den Vereinigten Staaten bis heute kaum bekannt. Viele wichtige Dokumente sind verstreut oder unzugänglich archiviert. Eine ernsthafte Würdigung von Lācis’ Werk steckt noch in ihren Anfängen. Bisher maßgeblich dazu beigetragen haben Beata Paskevica, Jack Zipes, Susan Ingram und Mara Kimele, eine litauische Regisseurin und Enkelin von Asja Lācis. Vielleicht bietet nun der 100. Jahrestag der Russischen Revolution einen symbolischen Anlass zur Neubewertung der wegbereitenden geistig-künstlerischen Arbeit, die von den Katastrophen des Stalinismus in Russland, des Nationalsozialismus in Deutschland und der darauf folgenden Politik des Kalten Krieges jäh unterbrochen wurde.

    In diesem Sinn folgen hier Asja Lācis’ bislang unveröffentlichter Artikel „Neue Tendenzen im Theater“ aus dem Jahr 1921 und ihr Bericht über die Arbeit des Kindertheaters in Orel, begleitet von Benjamins „Programm eines proletarischen Kindertheaters“, das auf diesen Erfahrungen beruht. Anhand dieser Texte erweist sich die Theater- und Erziehungsauffassung von Asja Lācis als Synthese aus Leben, Ästhetik und Politik mit einem starken emanzipatorischen Impuls – der vielleicht auch erklärt, warum ihre Arbeit in der Sowjetunion nie wirklich Anerkennung erfuhr, während die strengere und konventionellere Ideologie eines Makarow oder Sats zu den bevorzugten Indoktrinierungsinstrumenten des Regimes erkoren wurde.

    In unseren heutigen, von Benjamin hellsichtig vorweggenommenen Weltkrisen, Erschütterungen und anscheinend dauerhaften Ausnahmezuständen, da ganze Generationen das Recht auf Selbstbestimmung verloren haben und äußerster Gewalt ausgesetzt sind, birgt das Programm einer ermächtigenden politisch-ästhetischen Erziehung, wenngleich viele Jahrzehnte alt, enormes Potenzial. Wie Benjamin selbst sagt, „spricht aus den Trümmern großer Bauten die Idee von ihrem Bauplan eindrucksvoller als aus geringen noch so wohl erhaltenen“. Und Lācis stellte fest: „In Zeiten des Kampfs muss die Kunst eine Verbündete und Freundin derjenigen sein, die den Kampf führen.“ Benjamins Text ist der Grundriss des „Baus“, den Asja Lācis zu Lebzeiten nicht vollenden konnte. Dessen Trümmer sprechen eindrucksvoller als die geringeren, ungleich besser erhaltenen ihrer bekannteren Kollegen.

    – Andris Brinkmanis

    Aus dem Englischen übersetzt von Herwig Engelmann

    Plakat für eine Diskussion über das Arbeitertheater im Club des Zentralbüros der Rigaer Gewerkschaften, eingeführt von Anna Lācis, 1. November 1925, Offsetdruck, 98,5 × 69,5 cm. Literatur- und Musikmuseum, Riga

    Die neuen Richtungen in der Theaterkunst
    von Anna Lācis

    Die Kunst ist kein Ziel für sich. Doch kann sie helfen, die fernsten Ziele der Menschheit zu erreichen. In diesem Sinne müssen Sozialismus und Kunst Hand in Hand gehen.

    „Kunst schaffen heißt Sprengstoff verfertigen. Der Tag wird kommen, da die Kunst ihr Dynamit gegen die Mauern des Schicksalsgefängnisses schleudern wird. Die Mauern werden sich auftun und das Gefängnis wird zum Leben.“ (A. Belyj)

    Dieses neue Leben wird sich mit der Kunst vereinigen. Dann werden Leben und Kunst eins.

    Das Leben ist schöpfend, sich immer bewegend, immer vorangehend; das Leben ist dynamisch. Die Kunst ist ein Teil dieser Bewegung. Beginnt sie zu erstarren, beginnt die Katastrophe. Alles, was starr wird im Leben, ist nicht mehr zu gebrauchen, und wenn es Kunst wäre. Was zu erstarren beginnt, wird historisch, ist nicht mehr schöpferisch, ist nicht mehr voller Lebensrhythmus. Gerade jetzt, da in der ganzen Welt die Umwertung aller Werte begonnen hat, sehen wir das am deutlichsten.

    In dieser Zeit der Kämpfe muss die Kunst Helfer und Freund der Kämpfenden sein. Im Zeitalter der Kämpfe suchen wir die Kunst auch im schönen, freien Leben auf. Dieser Vorgang zeigt sich in der intensiven, freien Wirkung des Geistes, in großen Menschenmassen, die zusammenfließen und sich in einem hinreißenden Rhythmus vereint bewegen. In unserem Zeitalter der Kämpfe zeigt sich diese Form der Kunstschöpfung am deutlichsten in der Theatertätigkeit. Das Theater ist schon an sich kollektiv; es ist eine Synthese der Künste und der Zukunft zugeneigt. Das Theater hat großen Einfluss auf die Menschenmassen. Zugleich zeigte es sich im Vergleich zu Kunstformen wie etwa der Malerei bisher als weniger fortschrittlich. Es hat sich weniger entwickelt, hat weniger gesucht, hat weniger Tradition ausgebildet, zumal bei uns in Lettland. Als das Theater unter der Last des Kapitalismus zu erstarren begann, traten Reformatoren auf den Plan, die einen Ausweg aus dieser Erstarrung suchten. Viele bedeutende Reformen kamen von Nicht-Professionellen, von Dilettanten, von Künstlern, von Literaten. Solche Reformatoren waren Stanislawski, Fuchs, Reinhardt, Craig, Jevreinov, Kommissarschewski, Tairow, Meyerhold. Schon mitten im Naturalismus hat Stanislawski alles Nötige gesagt und seine Schüler in Russland (das Dritte Studio) suchen nach neuen Wegen für die theatralische Form. Diese revolutionären Theater haben bereits eigene Schulen und eigene Traditionen geschaffen. Tairow – das Kammertheater, “Die Prinzessin Brambilla”, war eine synthetische Aufführung, wo alle Reiche des Theaters gemeinsam auftraten: Komödie, Tragödie, Ballett, Zirkus, Operette, alles vereint im gemeinsamen Rhythmus. Derzeit ist das Theater eine Art Experimentierkabinett, das neue Traditionen erschafft.

    Dieses Kabinett betrachtet den Kollektivismus als notwendig, weil seine neuesten Aufführungen Improvisationen sind, an denen das gesamte Personal beteiligt ist. Eine andere, eine nicht kabinettartige, sondern Leben bringende Tendenz geht auf die Straße und zeigt sich in Massenaufführungen, Volksfesten und Massenimprovisationen. Kollektivismus und Laienkunst sind ihre Fundamente. Hier versucht das Theater, mit dem Leben zusammenzufließen. Propheten dieses neuen Theaters sind Keržencev und Meyerhold. Das Theater reflektiert die Lebenswirklichkeit umfassender als andere Kunstgattungen. Die Musik ist Kunst in der Zeit, die Malerei Kunst im Raum. Die Dichtung strebt danach, Zeit und Raum zu vereinen. Das Theater aber vereint Raum und Zeit tatsächlich. Es führt zu Vereinigung, nicht zu Spaltung. Im Theater sind Musik und Malerei vereint, Bildhauerei und Architektur, Dichtung und Schauspielkunst. Der Künstler, der Regisseur, bringt all dies zusammen.

    Wir können das Theater-Leben, die Theater-Ekstase nicht auf einen Schlag entstehen lassen. Dafür ist die soziale Einheit notwendig. Wir müssen aber die Methode unserer Arbeit an der Zukunft ausrichten und nicht an der Vergangenheit. Am Aufbau des proletarischen Theaters können wir arbeiten, indem wir Menschen aus den Kreisen der Arbeiter zu uns rufen. Wie sollen solche Theaterwerkstätten beschaffen sein? In diesen Werkstätten sollen Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenwirken. Das Hauptaugenmerk soll auf kollektives Handeln gerichtet sein, um eine Verbindung herzustellen, die einem gemeinsamen Ziel dient: in jedem Schüler den Wunsch nach Selbsttätigkeit zu wecken, seine schöpferischen Instinkte zu wecken, seine Persönlichkeit sich entfalten zu lassen. Man muss in offenen Labors arbeiten. Man darf den Massen die Beteiligung nicht verweigern, und sei es nur die Beteiligung als kritisches Publikum.

    Auch heute ist das Theater gelegentlich nur Erholung und Genuß. Gelegentlich wird das Publikum durch das Theater belehrt, gelegentlich wird moralisiert. Oft ist das Theater eine Art lebendiges Feuilleton. Das revolutionäre Theater kann diesen Weg nicht einschlagen.

    Wie ein revolutionärer Politiker gegen das alte ökonomische und politische System und gegen die alte Moral protestiert, die den freien Geist der Menschheit tötet, so protestiert ein revolutionärer Künstler gegen überlebte, im Akademischen erstarrte Formen, die aus dem kapitalistischen System erwachsen sind, und wendet sich den neuen, frischen Kunstformen zu. Das naturalistische Theater ist zu eng, zu starr für die neuen Ideen und Bestrebungen. Das neue Theater sucht nach Symbolen, nach stilisiertem Realismus und nach Schlichtheit, um mit wenigen Mitteln in konzentrierter Form möglichst viel an Handlung und Gedanken zu vermitteln. Ein revolutionärer Inhalt sucht nach revolutionärer Form!

    Wie in der Malerei all die „Ismen“ – Kubismus, Expressionismus, Suprematismus – neue Wahrheiten für das Verständnis der Wesenheit der Kunst erbracht haben, so muss auch das Theater durch dieses Fegefeuer gehen, um Traditionen zu etablieren, ohne die keine Kunstgattung bestehen kann. Tairow hat im “Schleier der Pierrette” eines der Hauptelemente des Theaters ins Licht gerückt, die Handlung. Aber neben der Handlung gibt es auch noch “das Wort”, das sich nicht aus dem Theater vertreiben lässt.

    Im neuen Theater muss man neue, ursprüngliche Kräfte in Tätigkeit versetzen, Kräfte, deren Zeit noch kommen wird, um sie in Selbsttätigkeit und kollektives Schaffen einzubeziehen. Um aber die Menschen geistig zu befreien, muss man sie zuerst ökonomisch und politisch befreien. Je stärker der menschliche Geist von der Sehnsucht nach Freiheit angeregt wird, desto mehr Kraft wird er haben, um die äußeren Hindernisse zu überwinden, die er auf seinem Weg antrifft.

    Das Theater muss helfen, diese Sehnsucht nach Freiheit zu wecken. Das Theater muss zum Leitstern werden, der den Weg zum Aufgehen des Lebens in Kunst weist.

    Obdachlose Kinder in Moskau, 1920er Jahre

    Das Ensemble des Kindertheater-Kollektivs für das Stück Alinur, Orel, Russland, Juli 1920. Literatur- und Musikmuseum, Riga

    Eine Erinnerung
    von Asja Lācis

    Als ich die letzten Examen im Studio ablegte – wurde der Winterpalast in Petrograd erobert, die Rätemacht war da. Aus Petrograd sprang die Revolution nach Moskau über. Vereinzelte Gruppen der Junker hielten sich noch einige Tage. Das Studio arbeitete weiter. Wenn ich abends nach Hause ging, pfiffen die Kugeln über meinen Kopf. Die Revolution änderte die Beziehungen zwischen den Menschen, die Auffassung von der Arbeit, es eröffneten sich ganz neue Perspektiven. Im Studio bildeten sich feindliche Gruppen, man forderte eine sofortige Änderung des Repertoires und des Lehrplans. Ein großer Teil der Lehrer an der lettischen Flüchtlingsschule war überzeugt, daß die Sowjetmacht sich nicht lange halten würde. Aber die linken Schriftsteller, Lehrer und Studenten „witterten Morgenluft“.

    Als ich die ersten Aufrufe „An alle, an alle!“, unterzeichnet von Lenin, an den Mauern der Häuser las, war ich ganz für die Sowjetmacht. Ich wollte ein guter Soldat der Revolution sein und unter ihrer Führung das Leben verändern, und das Leben veränderte sich ringsum – das Theater drang auf die Straße vor und die Straße ins Theater. Der ‚Theateroktober‘ brach an.

    Das Veränderungstempo in den Theatern war verschieden – einige verhielten sich längere Zeit skeptisch und zögernd. Doktor Dappertutto aus Petersburg, der unermüdliche Experimentator, nahm als einer der ersten unter den Theaterleuten entschieden Stellung für die Sowjets. Er suchte Kontakt mit den Arbeitern in Fabriken, mit den Rotarmisten, mit dem Komsomol – und organisierte überall Theaterzirkel. Er trug Rotarmistenuniform. Seine Petrograder Inszenierung der „Eroberung des Winterpalais“ gab das Vorbild für Masseninszenierungen unter freiem Himmel, wo Tausende mitwirkten und Zehntausende zuschauten. Seine Inszenierungen revolutionärer Stücke: „Mysterium Buffo“, „Die Erde bäumt sich“, „Trust D. E.“ u. a. führten die früheren Versuche fort (Aufhebung der Rampe, Freilegung der Theatermaschinerie, Sprechen mit dem Publikum, „bedingter“ Dekorationsstil) und brachten wichtige Neuerungen (die parteiliche direkte Publizistik, soziologische Charakteristik, die offene revuehafte Dramaturgie, die Konstruktionsbühne usw.). Er wurde der Führer des Theateroktobers genannt. Meine Regisseur- und Kritikertätigkeit in Orel, Riga, Moskau, Kasachstan-und -Walmiera schuldet-.Meyerhold viel. Heute sehe ich deutlich, welche Kraft in seinem „bedingten Theater“ und in seiner Philosophie des Arrangements enthalten war und mit welch unerschöpflicher Phantasie er die theatralischen Ausdrucksmittel handhabte.

    1918 kam ich nach Orel. Ich sollte im Stadttheater von Orel als Regisseur arbeiten, also ein gebahnter Weg. Doch es kam anders.

    Auf den Straßen von Orel, auf den Marktplätzen, auf den Friedhöfen, in Kellern, in zerstörten Häusern sah ich Scharen verwahrloster Kinder: die Besprisorniki. Darunter waren Burschen mit schwarzen, monatelang nicht gewaschenen Gesichtern, zerlumpten Jacken, aus denen die Watte in Strähnen hing, breiten langen Wattehosen, die mit einem Strick festgebunden waren, bewaffnet mit Stöcken und Eisenstangen. Sie gingen immer in Gruppen, hatten einen Häuptling, stahlen, raubten, schlugen nieder. Kurz gesagt, es waren Räuberbanden – Opfer des Weltkriegs und Bürgerkriegs. Die sowjetische Regierung bemühte sich, die streunenden Kinder in Erziehungshäusern und Werkstätten seßhaft zu machen. Aber sie brachen immer wieder aus.

    In den städtischen Heimen waren die Kriegswaisen untergebracht. Ich besuchte sie. Diese Kinder hatten zu essen, waren sauber gekleidet, hatten ein Dach überm Kopf, aber sie blickten drein wie Greise: müde, traurige Augen, nichts interessierte sie. Kinder ohne Kindheit … Dagegen konnte man nicht gleichgültig bleiben, da mußte ich etwas tun, und ich begriff, daß Kinderliedchen und Reigen hier nicht genügten. Um sie aus ihrer Lethargie herauszuholen, bedurfte es einer Aufgabe, die sie ganz zu ergreifen und ihre traumatisierten Fähigkeiten freizusetzen vermochte. Ich wußte, welche ungeheure Kraft im Theaterspielen steckt. Ich wohnte in einem schönen aristokratischen Haus, wo, wie man erzählt, die Helden von Turgenjews „Adelsnest“ gelebt haben sollen. Die Zimmer hatten große gotisch geschnittene Fenster, man sah durch die alten Akazienbäume bis in die Flußniederung, Diese Räume waren wie geschaffen für Kindertheater. Ich ging zum Leiter des städtischen Volksbildungswesens und entwickelte ihm mein Projekt. Dem Iwan Michailowitsch Jurenew gefiel der Plan. Die Zimmer wurden vereinigt. Es entstand ein Saal, die Wände wurden mit Fresken geschmückt. Wir rechneten mit fünfzig Kindern, es kamen hunderte.

    Ich war überzeugt, daß man die Kinder durch das Spiel wecken und entwickeln könne. Einfach wäre es gewesen – ein passendes Kinderstück finden, die Rollen verteilen, mit den Kindern proben und die Aufführung fertigstellen. Das hätte gewiß die Kinder eine Zeitlang beschäftigen können, würde aber ihre Entwicklung kaum gefördert haben. Sobald man ein vorgegebenes Stück mit Kindern probt, arbeitet von Anfang an alles auf ein festes Ziel hin – die Premiere. Die Kinder spüren unablässig einen fremden Willen, der sie leitet und zwingt – den Willen des Regisseurs. Auf diesem Weg hätte ich mein Ziel nicht erreichen können – ihre ästhetische Erziehung, die Entwicklung ihrer ästhetischen und moralischen Fähigkeiten. Ich wollte die Kinder dazu bringen, daß ihr Auge besser sieht, ihr Ohr feiner hört, ihre Hände aus dem ungeformten Material nützliche Sachen gestalten. Dazu teilte ich die Arbeit in Sektionen ein. Um das Auge, das Sehen zu entwickeln, malten und zeichneten die Kinder. Diese Sektion leitete Viktor Schestakow, der später als Bühnenbildner mit Meyerhold arbeitete. Ein Pianist leitete die musikalische Erziehung. Dann gab es das technische Training; die Kinder bauten Requisiten, Gebäude, Tiere, Figuren usw. Weitere Sektionen meines Schulmodells in Orel waren Rhythmus und Gymnastik, Diktion und Improvisation. Verborgene Kräfte, die durch den Arbeitsprozeß freigesetzt, die Fähigkeiten, die ausgebildet wurden, vereinigten wir durch die Improvisation.

    So entstand das Spiel. Kinder spielten für Kinder. Das System von Beschäftigungen wurde in eine anspruchsvollere, zugleich kollektive ästhetische Form überführt. Die bürgerliche Erziehung war auf die Entwicklung einer besonderen Fähigkeit, eines besonderen Talents ausgerichtet. Sie fördert den Menschen einseitig. Um mit Brecht zu sprechen: sie will den einzelnen und seine Fähigkeiten „verwursten“. Die bürgerliche Gesellschaft verlangt von ihren Mitgliedern, daß sie so bald als möglich Waren produzieren. Dieses Prinzip wird in der Kindererziehung in allen seinen Aspekten offenbar. Wenn z. B. solche Kinder Theater spielen, so haben sie das Resultat vor Augen – die Aufführung, den Auftritt vor dem Publikum. Dabei geht die Freude am spielenden Produzieren verloren. Der Regisseur steht als Pädagoge fortwährend im Vordergrund und drillt die Kinder. (Ein treffender Witz: Was ist ein Telegrafenmast? Ein redigierter Tannenbaum. – Leider werden auch unsere Kinder sehr oft so redigiert.)

    Ziel der kommunistischen Erziehung ist es, auf Grund eines hohen allgemeinen Bildungsniveaus Produktivität freizusetzen, dies bei speziellen wie nichtspeziellen Begabungen. Meine proletarische Herkunft sowie das Studium bei Professor Bechterew in Petersburg verwiesen mich auf dieses Erziehungsprinzip, und ich versuchte, es in Orel auf die proletarisch-ästhetische Kindererziehung anzuwenden.

    Ausgangspunkt für Erzieher und zu Erziehende war für uns die Beobachtung. Die Kinder beobachten die Dinge, ihre Beziehungen zueinander und ihre Veränderbarkeit; die Erzieher beobachten die Kinder daraufhin, was sie erreicht haben und wie weit sie ihre Fähigkeiten produktiv anwenden können. Nicht nur im Studio wurde das Beobachten geübt und durch das Zeichnen, Malen, Musizieren weitergeführt, sondern auch im Freien. Früh am Morgen und wieder am Abend gingen wir mit den Kindern nach draußen und machten sie aufmerksam, wie die Farben durch Entfernung und Tageszeit sich ändern, wie verschieden Töne und Geräusche morgens und abends klingen, und daß die Stille singen kann …

    Mit den Kindern, die aus den städtischen Heimen ins Turgenjew-Haus kamen, gab es keine Schwierigkeiten. An die Besprisorniki aber kam ich lange Zeit nicht heran. Als ich sie das erste Mal auf dem Markt ansprach und sie aufforderte, zu uns zu kommen, verhöhnten sie mich, drohten mit Stöcken und schickten mich dorthin, wofür es im Deutschen vielleicht gar kein Wort gibt. Aber ich kam wieder. Sie gewöhnten sich an mich und an unsere Dispute, so daß, wenn ich längere Zeit ausblieb und dann wiederkam, sie mich als alte Bekannte mit Geheul umringten.

    Im Turgenjew-Haus ging die Arbeit unterdessen weiter. Wir beobachteten, daß die Kinder schon danach verlangten, Phantasie und erworbene Fähigkeiten an Objekten zu materialisieren. Eine wichtige Etappe, denn dieses Bedürfnis will befriedigt werden, soll die kindliche Phantasie sich nicht verirren. Wir gingen also zu Improvisationen mit konkreten Stoffen über.

    Ich hatte ein Kinderstück von Meyerhold gewählt: „Alinur“ (nach dem Märchen von Oscar Wilde „Der Sternenknabe“). Die Kinder wußten von meinen Plänen nichts. Ich gab ihnen als Improvisationsaufgabe eine Szene daraus: Räuber sitzen im Wald um ein Feuer und prahlen mit ihren Taten. Mitten in eine solche Szene fiel dann, wenig später, der erste Besuch der Besprisorniki in unserem Haus. Die Kinder sprangen auf und wollten vor den Eindringlingen flüchten. Diese sahen zum Fürchten aus: Papierhelme auf dem Kopf, gepanzert mit Zweigen und Blechstücken, in den Händen Piken und Stöcke. Ich überredete die Kinder, weiter zu improvisieren und auf die Eindringlinge nicht zu achten. Nach einer Weile trat Wanjka, ihr Häuptling, in den Kreis der Spielenden, gab seiner Gruppe einen Wink – sie drängten die Kinder beiseite und begannen, selber die Szene zu spielen. Sie renommierten mit Mordtaten, Brandstiftungen, Beraubungen, wobei sie sich gegenseitig an Grausamkeiten zu übertrumpfen suchten. Dann standen sie auf und schauten mit höhnischer Verachtung unsere Kinder an: „So sind Räuber!!“ Allen pädagogischen Regeln zufolge hätte ich ihre wilden und schamlosen Reden unterbrechen müssen – doch ich wollte Einfluß auf sie gewinnen. Ich gewann das Spiel tatsächlich – die Besprisorniki kamen wieder und wurden später das Aktiv unseres Kindertheaters.

    Das improvisierende Spiel war für die Kinder Glück und Abenteuer. Sie begriffen viel, und ihr Interesse regte sich. Es wurde ernsthaft gearbeitet – geschnitten, geklebt, getanzt und gesungen, Texte wurden gelernt. So entstand die Figur vom tatarischen bösen Knaben Alinur, der seine Mutter beleidigte und andere Kinder terrorisierte. Das Stück öffentlich aufzuführen wurde erst dann diskutiert, als die Arbeit der einzelnen Sektionen zur Synthese drängte. Da entstand die Forderung eines kollektiven Tuns – die moralisch-politische Erziehung im sozialistischen Sinne – und der Wunsch, das Spiel auch den Kindern der ganzen Stadt zu zeigen. Die öffentliche Aufführung wurde zu einem Fest. Die Kinder unseres Studios gingen in einer Art Karnevalszug zur Freilichtbühne der Stadt. Sie trugen die Tiere, die Masken, die Requisiten und Dekorationsteile durch die Straßen und sangen dazu. Kleine und große Zuschauer schlossen sich an. Abends folgten uns viele auf dem Rückweg zum Turgenjew-Haus. Unsere Methode hatte sich bewährt. Wir erhielten den Beweis, daß es richtig war, die Leiter gänzlich zurücktreten zu lassen. Die Kinder glaubten, daß sie alles selber machten – und spielend schafften sie es. Ideologie wurde den Kindern nicht aufgedrängt und nicht eingedrillt, sie eigneten sich an, was ihren Erfahrungen entsprach. Auch wir, die Erzieher, lernten und sahen vieles nett. Wie leicht Kinder sich Situationen anpassen können, wie erfinderisch sie sind und wie empfindlich sie reagieren. Selbst Kinder, die unbegabt und begrenzt schienen, zeigten unerwartete Fähigkeiten und Talente. Bei der Aufführung lösten sich überraschend Spannungen, die die wilde Phantasie ihrer Erfindungen sichtbar machte.

    1928 in Berlin erzählte ich von meiner Arbeit Johannes R. Becher und Gerhart Eisler. Das Modell einer ästhetischen Kindererziehung gefiel ihnen, und sie schlugen vor, ein solches Kindertheater im Liebknecht-Haus zu errichten. Ich sollte das Programm ausarbeiten. Walter Benjamin hatte schon in Capri (1924) von meinem-Kindertheater erfahren und ein außerordentliches Interesse daran gezeigt. „Ich werde das Programm schreiben“, sagte er, „und deine praktische Arbeit theoretisch darlegen und begründen.“ Er schrieb es wirklich. Aber in der ersten Fassung wurden meine Thesen ungeheuer kompliziert dargestellt. Im Liebknechthaus las man und lachte: Das hat dir ja Benjamin geschrieben! Ich gab Walter Benjamin das Programm zurück, er solle verständlicher schreiben. So entstand das „Programm eines proletarischen Kindertheaters“ in einer zweiten Fassung (die erste ist noch nicht wieder aufgefunden).

    Aus dem Lettischen übersetzt von Beata Paškevica

    Pamphlet mit Walter Benjamins „Programm eines proletarischen Kindertheaters“, (Zentralrat der sozialistischen Kinderläden West-Berlin, 1969), 21 × 15,5 cm. Walter Benjamin Archiv, Berlin

    Programm eines proletarischen Kindertheaters
    von Walter Benjamin

    Vorbemerkung

    Jede proletarische Bewegung, die einmal dem Schema der parlamentarischen Diskussion entronnen ist, sieht unter den vielen Kräften, denen sie plötzlich unvorbereitet gegenübersteht, als die allerstärkste aber auch allergefährlichste vor sich die neue Generation. Die Selbstsicherheit des parlamentarischen Stumpfsinns kommt gerade daher, daß die Erwachsenen unter sich bleiben. Über Kinder dagegen haben Phrasen gar keine Gewalt. In einem Jahre kann man erreichen, daß im ganzen Lande die Kinder sie nachsprechen. Die Frage ist aber, wie man es erreicht, daß in zehn oder zwanzig Jahren nach dem Parteiprogramm gehandelt wird. Und dazu vermögen Phrasen nicht das mindeste.

    Die proletarische Erziehung muß vom Parteiprogramm, genauer: aus dem Klassenbewußtsein, aufgebaut sein. Aber das Parteiprogramm ist kein Instrument einer klassenbewußten Kindererziehung, weil die an sich höchst wichtige Ideologie das Kind nur als Phrase erreicht. Wir fragen ganz einfach, aber wir werden auch nicht aufhören zu fragen, nach den Instrumenten der klassenbewußten Erziehung proletarischer Kinder. Dabei werden wir vom wissenschaftlichen Unterricht im folgenden absehen, weil viel früher als Kinder (in Technik, Klassengeschichte, Beredsamkeit etc.) proletarisch gelehrt werden können, sie proletarisch erzogen werden müssen. Mit dem vierten Lebensjahr beginnen wir.

    Die bürgerliche Erziehung der kleineren Kinder ist, der Klassenlage der Bourgeoisie entsprechend, systemlos. Selbstverständlich hat die Bourgeoisie ihr Erziehungssystem. Die Unmenschlichkeit seiner Inhalte verrät sich eben nur darin, daß sie vor dem frühen Kindesalter versagen. Auf dieses Alter kann nur das Wahre produktiv wirken. Von der bürgerlichen Erziehung der kleinen Kinder hat die proletarische zuallererst durch System sich zu unterscheiden. System aber heißt hier Rahmen. Es wäre für das Proletariat ein ganz unerträglicher Zustand, wenn so wie in den Kindergärten der Bourgeoisie alle sechs Monate eine neue Methode mit den neuesten psychologischen Raffinements in ihre Pädagogik den Einzug hielt. Überall, und da macht die Pädagogik gar keine Ausnahme, ist das Interesse an der „Methode“ eine echt bourgeoise Einstellung, die Ideologie des Weiterwurstelns und der Faulenzerei. Die proletarische Erziehung braucht also unter allen Umständen zuerst einmal einen Rahmen, ein sachliches Gebiet, in dem erzogen wird. Nicht, wie die Bourgeoisie, eine Idee, zu der erzogen wird.

    Wir begründen jetzt, warum der Rahmen der proletarischen Erziehung vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahre das proletarische Kindertheater ist.

    Die Erziehung des Kindes erfordert: es muß ein ganzes Leben ergriffen werden.

    Die proletarische Erziehung erfordert: es muß in einem begrenzten Gebiet erzogen werden.

    Das ist die positive Dialektik der Frage. Weil nun das ganze Leben in seiner unabsehbaren Fülle gerahmt und als Gebiet einzig und allein auf den Theater erscheint, darum ist das proletarische Kindertheater für das proletarische Kind der dialektisch bestimmte Ort der Erziehung.

    Schema der Spannung

    Dahingestellt lassen wir, ob nicht oder ob doch das Kindertheater, von dem nun die Rede sein wird, den genauesten Zusammenhang mit dem großen Theater auf den Höhepunkten seiner Geschichte hat. Dagegen müssen wir mit aller Entschiedenheit feststellen, daß dieses Theater nichts gemein hat mit dem der heutigen Bourgeoisie. Das Theater der heutigen Bourgeoisie wird ökonomisch durch den Profit bestimmt; soziologisch ist es vor und hinter den Kulissen vor allem Instrument der Sensation. Anders das proletarische Kindertheater. So wie der erste Griff der Bolschewiki die rote Fahne erhob, so organisierte ihr erster Instinkt die Kinder. In dieser Organisation hat sich als Zentrum das proletarische Kindertheater, Grundmotiv der bolschewistischen Erziehung, entwickelt. Zu diesem Faktum gibt es die Gegenprobe. Sie geht auf. Nichts gilt der Bourgeoisie für Kinder so gefährlich wie Theater. Das ist nicht nur ein restlicher Effekt des alten Bürgerschrecks, der kinderraubenden fahrenden Komödianten. Hier sträubt vielmehr sich das verängstete Bewußtsein, die stärkste Kraft der Zukunft in den Kindern durch das Theater aufgerufen zu sehen. Und dies Bewußtsein heißt die bürgerliche Pädagogik das Theater ächten. Wie würde sie erst reagieren, wo das Feuer - in welchem Wirklichkeit und Spiel für Kinder sich verschmelzen, so eins werden, daß gespielte Leiden in echte, gespielte Prügel in wirkliche übergehen können - aus der Nähe ihr spürbar wird.

    Jedoch: die Aufführungen dieses Theaters sind nicht wie die der großen Bourgeoisietheater das eigentliche Ziel der angespannten Kollektivarbeit, die in den Kinderklubs geleistet wird. Hier kommen Aufführungen nebenbei, man könnte sagen: aus Versehen, zustande, beinahe als ein Schabernack der Kinder, die auf diese Wiese einmal das grundsätzlich niemals abgeschlossene Studium unterbrechen. Der Leiter legt auf diesen Abschluß weniger Wert. Ihm kommt es auf die Spannungen an, welche in solchen Aufführungen sich lösen. Die Spannungen der kollektiven Arbeit sind die Erzieher. Die übereilte, viel zu späte, unausgeschlafene erzieherische Arbeit, die der bourgeoise Regisseur am Bourgeoisschauspieler vollzieht, fällt in diesem System fort. Warum? Weil im Kinderklub kein Leiter sich halten könnte, der irgendwo den echt bourgeoisen Versuch unternehmen wollte, unmittelbar als „sittliche Persönlichkeit“ auf Kinder zu wirken. Moralische Einwirkung gibt es hier nicht. Unmittelbare Einwirkung gibt es hier nicht. (Und auf diesen beruht die Regie im bourgeoisen Theater.) Was zählt, ist einzig und allein die mittelbare Einwirkung des Leiters auf Kinder durch Stoffe, Aufgaben, Veranstaltungen. Die unvermeidlichen moralischen Ausgleichungen und Korrekturen nimmt das Kollektivum der Kinder selbst an sich vor. Daher kommt es, daß die Aufführungen des Kindertheaters auf Erwachsene als echte moralische Instanz wirken müssen. Es gibt keinen möglichen Standort für überlegenes Publikum vorm Kindertheater. Wer noch nicht ganz verblödet ist, der wird sich vielleicht schämen.

    Aber auch das führt nicht weiter. Proletarische Kindertheater erfordern, um fruchtbar zu wirken, ein Kollektiv als Publikum ganz unerbittlich. Mit einem Worte: die Klasse. Wie denn andererseits nur die Arbeiterklasse ein unfehlbares Organ für das Dasein der Kollektiva besitzt. Solche Kollektiva sind die Volksversammlung, das Heer, die Fabrik. Solch ein Kollektivum ist aber auch das Kind. Und es ist das Vorrecht der Arbeiterklasse, für das kindliche Kollektivum, welches der Bourgeoisie nie zu Gesicht kommen kann, das offenste Auge zu haben. Dieses Kollektivum strahlt nicht nur die gewaltigsten Kräfte aus, sondern die aktuellsten. Unerreicht ist in der Tat die Aktualität kindlichen Formens und Gebarens. (Wir verweisen auf die bekannten Ausstellungen der neuesten Kinderzeichnung.)

    Das Kaltstellen der „moralischen Persönlichkeit“ im Leiter macht ungeheure Kräfte frei für das eigentliche Genie der Erziehung: die Beobachtung. Sie allein ist das Herz der unsentimentalischen Liebe. Jede erzieherische Liebe, welcher nicht in neun Zehntel aller Fälle des Besserwissens und des Besserwollens die Beobachtung des kindlichen Lebens selbst den Mut und die Lust verschlägt, taugt nichts. Sie ist sentimental und eitel. Der Beobachtung aber – hier fängt Erziehung erst an – wird jede kindliche Aktion und Geste zum Signal. Nicht so sehr, wie dem Psychologen beliebt, Signal des Unbewußten, der Latenzen, Verdrängungen, Zensuren, sondern Signal aus einer Welt, in welcher das Kind lebt und befiehlt. Die neue Erkenntnis vom Kinde, die in den russischen Kinderklubs sich ausbildete, hat zu dem Lehrsatz geführt: das Kind lebt in seiner Welt als Diktator. Daher ist eine „Lehre von den Signalen“ keine Redensart. Fast jede kindliche Geste ist Befehl und Signal in einer Umwelt, in welche nur selten geniale Menschen einen Blick eröffnet haben. Allen voran tat es Jean Paul.

    Es ist die Aufgabe des Leiters, die kindlichen Signale aus dem gefährlichen Zauberreich der bloßen Phantasie zu erlösen und sie zur Exekutive an den Stoffen zu bringen. Das geschieht in den verschiedenen Sektionen. Wir wissen, daß – um von der Malerei allein zu sprechen – das Wesentliche auch in dieser kindlichen Betätigungsform die Geste ist. Konrad Fiedler hat in seinen „Schriften über Kunst“ als erster bewiesen, daß der Maler kein Mann ist, der naturalistischer, poetischer oder ekstatischer sieht als andere Leute. Vielmehr ein Mann, der mit der Hand da näher zusieht, wo das Auge erlahmt, der die aufnehmende Innervation der Sehmuskeln in die schöpferische Innervation der Hand überführt. Schöpferische Innervation in exaktem Zusammenhang mit der rezeptiven ist jede kindliche Geste. Die Entwicklung dieser kindlichen Geste zu den verschiedenen Formen des Ausdrucks, als Anfertigung von Requisiten, Malerei, Rezitation, Musik, Tanz, Improvisation fällt den verschiedenen Sektionen zu.

    In ihnen allen bleibt die Improvisation zentral; denn schließlich ist die Aufführung nur die improvisierte Synthese aus ihnen. Die Improvisation herrscht; sie ist die Verfassung, aus der die Signale, die signalisierenden Gesten auftauchen. Und Aufführung oder Theater muß eben darum die Synthese dieser Gesten sein, weil nur sie die unversehentliche Einmaligkeit hat, in welcher die kindliche Geste als in ihrem echten Raume steht. Was man als runde „Leistung“ aus Kindern herausquält, kann nie an Echtheit mit der Improvisation sich messen. Der aristokratische Dilettantismus, der es auf solche „Kunstleistungen“ der armen Zöglinge abgesehen hatte, füllte schließlich nur deren Schränke und Gedächtnis mit Plunder, der sehr pietätvoll behütet wurde, um in Erinnerung an die frühere Jugend die eigenen Kinder wiederum zu plagen. Nicht auf die „Ewigkeit“ der Produkte, sondern auf den „Augenblick“ der Geste stellt alle kindliche Leistung es ab. Das Theater als die vergängliche Kunst ist die kindliche.

    Schema der Lösung

    Dem erzieherischen Aufbau der Arbeit in den Sektionen steht die Aufführung gegenüber als der Spannung die Lösung. Vor ihr tritt der Leiter gänzlich zurück. Denn keine pädagogische Klugheit kann vorhersehen, wie Kinder die geschulten Gebärden und Fertigkeiten mit tausend überraschenden Varianten zu einer theatralischen Totalität zusammenfassen. Kommt schon für den Berufsschauspieler die Erstaufführung als ein Anlaß der glücklichsten Varianten in der einstudierten Rolle nicht selten in Betracht, so bringt sie im Kinde das Genie der Variante zur vollen Herrschaft. Die Aufführung steht der erzieherischen Schulung gegenüber als die radikale Entbindung des Spiels, dem der Erwachsene einzig und allein zusehen kann.

    Die Verlegenheiten der Bourgeoisen Pädagogik und der heranwachsenden Bourgeoisie machen sich neuerdings in der Bewegung für „Jugendkultur“ Luft. Der Widerstreit, den diese neue Tendenz zu vertuschen bestimmt ist, liegt in den Ansprüchen der bürgerlichen, wie jeder politischen, Gesellschaft an die unmittelbar politisch niemals zu belebenden Energien der Jugend. Vor allem der kindlichen. Nun versucht „Jugendkultur“ den aussichtslosen Kompromiß: sie entleert den jugendlichen Enthusiasmus durch idealistische Reflektionen über sich selbst, um unmerklich die formalen Ideologien des deutschen Idealismus durch die Inhalte der Bürgerklasse zu ersetzen. Das Proletariat darf sein Klasseninteresse an den Nachwuchs nicht mit den unsauberen Mitteln einer Ideologie heranbringen, die bestimmt ist, die kindliche Suggestibilität zu unterjochen. Die Disziplin, welche die Bourgeoisie von den Kindern verlangt, ist ihr Schandmal. Das Proletariat diszipliniert erst die herangewachsenen Proletarier; seine ideologische Klassenerziehung setzt mit der Pubertät ein. Die proletarische Pädagogik erweist ihre Überlegenheit, indem sie Kindern die Erfüllung ihrer Kindheit garantiert. Der Bezirk, in dem dies geschieht, braucht darum nicht vom Raum der Klassenkämpfe isoliert zu sein. Spielweise können - ja müssen vielleicht - seine Inhalte und Symbole sehr wohl in ihm Platz finden. Eine förmliche Herrschaft über das Kind aber können sie nicht antreten. Sie werden das nicht beanspruchen. So bedarf es denn auch im Proletariat all der tausend Wörtchen nicht, in denen die Bourgeoisie die Klasseninteressen ihrer Pädagogik maskiert. Auf „unbefangene“, „verständnisvolle“, „einfühlende“ Praktiken, auf „kinderliebe“ Erzieherinnen wird man verzichten können.

    Die Aufführung ist die große schöpferische Pause im Erziehungswerk. Sie ist im Reiche der Kinder, was der Karneval in alten Kulten gewesen ist. Das oberste wird zuunterst gekehrt und wie in Rom an den Saturnalien der Herr den Sklaven bediente, so stehen während der Aufführung Kinder auf der Bühne und belehren und erziehen die aufmerksamen Erzieher. Neue Kräfte, neue Innervationen treten auf, von denen oft dem Leiter unter der Arbeit nichts ahnte. Erst in dieser wilden Entbindung der kindlichen Phantasie lernt er sie kennen. Kinder, die so Theater gespielt haben, sind in dergleichen Aufführungen frei geworden. Im Spielen hat sich ihre Kindheit erfüllt. Sie nehmen keine Restbestände mit, die später eine unsentimentale Aktivität durch larmoyante Kindheitserinnerungen hemmen. Dieses Theater ist zugleich für den kindlichen Zuschauer das einzig brauchbare. Wenn Erwachsene für Kinder spielen, kommt Lafferei heraus.

    In diesem Kindertheater liegt eine Kraft, welche das pseudorevolutionäre Gebaren des jüngsten Theaters der Bourgeoisie vernichten wird. Denn wahrhaft revolutionär wirkt nicht die Propaganda der Ideen, die hier und da zu unvollziehbaren Aktionen anreizt und vor der ersten nüchternen Besinnung am Theaterausgang sich erledigt. Wahrhaft revolutionär wirkt das geheime Signal des Kommenden, das aus der kindlichen Geste spricht.

    Asja Lācis — Wikipédia
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Asja_L%C4%81cis

    Bolchévique dans les années 1920, Asja Lācis est devenue célèbre avec ses troupes de théâtre prolétariennes pour les enfants et ses spectacles d’agitprop dans la Russie soviétique et la Lettonie.

    En 1922, elle se rend en Allemagne, où elle fait la connaissance de Bertolt Brecht et Erwin Piscator, qu’elle initie aux idées de Vsevolod Meyerhold et Vladimir Maïakovski.

    En 1924, elle rencontre le philosophe et critique allemand Walter Benjamin, lors d’un séjour à Capri, où celui-ci séjournait en même temps qu’Ernst Bloch. Elle entretient pendant plusieurs années une relation intermittente, à la fois intellectuelle et sentimentale, avec lui. Celui-ci lui rend visite à Moscou et à Riga. Ils se retrouvent encore à Francfort ou à Naples. Benjamin dira qu’Asja Lācis est l’une des trois femmes qui, intellectuellement et sentimentalement, comptèrent le plus dans sa vie : « Chaque fois que j’ai connu un grand amour, j’ai constaté dans ma vie un changement aussi fondamental que je me suis étonné » écrit-il plus tard à propos de cette rencontre, et il ajoute « Un véritable amour me fait ressembler à la femme que je l’aime. » Dans ce cas, la transformation a entraîné un changement de direction politique, puisque Asja Lācis est considérée comme celle qui a initié Benjamin au marxisme et qui est responsable de l’attrait du philosophe pour le « communisme radical 1. »

    Après avoir été emprisonnée pendant plusieurs années dans la Russie stalinienne, elle s’installe dans la Lettonie soviétique en 1948 et y reste avec son mari, le critique de théâtre allemand Bernhard Reich, jusqu’à sa mort. C’est seulement à ce moment, qu’elle apprend, par l’intermédiaire de Bertolt Brecht, le suicide de Walter Benjamin.

    De 1950 à 1957, elle est directrice du Valmiera Drama Theatre, où elle monte des spectacles d’avant-garde, marqués par l’idéologie de gauche. Sa fille, Dagmara Ķimele, la dépeint dans ses mémoires parus en 1996, comme une mère égoïste et sans amour.

    La petite-fille d’Asja Lācis est la célèbre directrice de théâtre lettonne Māra Ķimele.

    #théâtre #politique #histoire


  • 4.5 inches grinding wheel is made of high quality diamond powder and resin binder material, with exquisite technology and advanced production technology. Fast edge, good sharpness, stable quality, long service life, high efficiency, fast surface speed. Widely used in stone processing, floor renovation, ceramic tile production and other industries.
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    #4.5-inches-grinding-wheel
    https://www.auroraabrasive.com/4-5-inches-abrasive-grinding-disc


  • cpp.chat Episode #47 with Nico Josuttis
    http://isocpp.org/feeder/?FeederAction=clicked&feed=All+Posts&seed=http%3A%2F%2Fisocpp.org%2Fblog%2F2

    Each week, or thereabouts, Jon and Phil chat with guests from the C++ community about what they’re doing, what interests them, and what’s going on in the world of C++.

    Episode 47 - We Made It Even Worse

    by Jon Kalb and Phil Nash

    About the episode

    This week we’re joined, once again (yet for the first time) by Nicolai Josuttis, and we talk about how much of a C++ expert you need to be to write “Hello, World” and initialize objects. We also discover how strongly Jon feels about initializer_list constructor syntax - and what Nico thinks about it.

    #News,Video&_On-Demand,


  • #la FNSEA appel à contrer notre rassemblement du lundi 14 devant la SAFER et la #chambre #d'agriculture #44 ! Protégeons notre futur commun !
    https://nantes.indymedia.org/articles/44173

    Suite à notre appel au rassemblement lundi 14 Janvier à partir de 11h30 devant la chambre d’agri 44 et la SAFER 44), suite à l’éviction des petit-e-s paysan-ne-s des terres agricoles au profit d’agriculteurs industriels et à notre dénonciation de leur image proche de l’iconographie fasciste qui invite à briser Greenpeace, la FNSEA dans le dernier bulletin de la chambre d’agriculture se lâche complètement ! Voir plus bas l’interview de son président à notre propos. La FNSEA montre ainsi son vrai visage : elle ne veut en aucun cas préserver notre santé, l’environnement, le climat, notre avenir commun en somme ! La FNSEA 44 appel ainsi à contrer notre rassemblement et toute autre initiative de ce genre porté par des collectifs comme Terres Communes qualifié de groupuscule (sic) ,ainsi que par les (...)

    #Ecologie #Santé #Resistances #bouffe #/ #mal #lutte #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #mouvement #- #adolphe #bobierre #géraudière #pierre #rue #Ecologie,Santé,Resistances,bouffe,/,mal,lutte,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement


  • Au lendemain de mon procès - CRIC
    https://cric-grenoble.info/infos-globales/article/au-lendemain-de-mon-proces-898

    Le verdict de notre procès du mercredi 26 décembre où j’ai été condamné à 18 mois de prison dont 6 avec sursis plus une interdiction de manifester pendant 3 ans a été un nouveau choc, après le choc carcéral que j’ai vécu pendant les 12 jours de détention provisoire. De même pour les trois autres Gilets jaunes, Tom, Dylan et Maria qui ont également été condamnés à de la prison ferme et à une interdiction de manifester. Je reprends du poil de la bête, de nouveau porté par l’élan massif de soutien qui me parvient, lors du rassemblement pendant le procès, par le courrier, par les mails, par les réseaux, par les coups de téléphone, les SMS, ça n’arrête pas !

    Alors que je quitte la zone commerciale avec une centaine de personnes, vers 13h15, je suis confronté à une scène d’agression dont sont victimes des Gilets jaunes. Je décide, comme d’autres, d’intervenir pour leur porter assistance, les protéger et porte trois coups de pied à un des agresseurs pour le repousser. Après ces trois coups, je me rends compte, à la vue d’un pistolet qu’un autre homme sort, qu’il s’agit de policiers en civil et je décide de quitter les lieux. Durant toute cette scène, qui dure environ 22 secondes, je n’ai à aucun moment entendu les policiers s’identifier et je n’ai à aucun moment vu leur brassard, pour le moins discret et difficilement décelable.

    #répression #justice_de_classe


  • La lecture du compte-rendu du procès des #4deValence montre une fois encore que les images sont utilisées pour appuyer ce que la police souhaite : accuser sans RÉELLE preuve et dissimuler de TRÈS GROS MANQUEMENTS qui les mettent en danger : http://www.ricochets.cc/Prison-ferme-pour-les-4-Gilets-jaunes-de-Valence.html #GiletsJaunes

    La scène sera jouée et rejouée, image par image quand il le fallait (en vidéo, « image par image » n’a pas vraiment de sens : de fait on a pu constater qu’il « manquait » des images). La scène est filmée par une caméra municipale perchée sur un pylône de la zone commerciale des Couleures. La focale est très longue, les perspectives écrasées. Il est souvent difficile de comprendre ce qui se passe.

    On est face à un processus de bagarre générale avec deux protagonistes en mode justicier solitaire, des représentants de l’ordre en civil qui se prennent pour #Benalla, vont au contact comme dans des films et n’hésitent pas à sortir leur flingue (une fois encore, ping @davduf )

    La Cour cherche à savoir s’il porte le brassard rouge police. Brassard qui apparaît sur certaines images, disparaît sur d’autres. A un moment, l’homme au holster sort son arme. Sans aucun effet. Les manifestants ne reculent pas. L’arme reste au claire quatre ou cinq secondes, avant d’être rengainée.

    Des personnes sont intervenues dans la bagarre pensant qu’un des leurs se faisait agresser et ne pigent pas, ou trop tard, qu’il y a des flics dans la mêlée... Des personnes se font arrêter parce qu’elles sont « reconnaissables », pas « coupables de coups » puisque rien n’est précis
    Dans le lot, certain-e-s sont là pour séparer les protagonistes : rien n’y fait, il FAUT des coupables, pour faire peur aux autres. Aucune enquête de ne faite publiquement sur tous les manquements policiers. De #Benalla #Castaner au simple bonhomme qui obéis comme un robot...
    Ce serait bien que les juges n’oublient pas que tout est politique, et que considérer comme preuve suffisante pour condamner des images partielles et des paroles biaisées de policiers plutôt que la parole des gens, des individus, qui n’auront jamais autant de « puissance », c’est politique !



  • La #Justice-de-casse frappe encore 💥

    Des peines de prison ferme pour des #GiletsJaunes et un vidéaste, les #4deValence, pour avoir eut le réflexe de se défendre lors d’une interpellation incompréhensible suite à une violente #répression alors qu’ils allaient rejoindre la pacifique #MarchepourleClimat le 8 décembre...

    Voir pour le contexte les articles précédents :
    Quatre manifestants en détention provisoire depuis le 8 décembre : leurs familles témoignent : https://www.bastamag.net/Quatre-manifestants-en-detention-provisoire-depuis-le-8-decembre-leurs-fam
    Le journaliste vidéo Stéphane Trouille est sorti de prison : https://reporterre.net/Le-journaliste-video-Stephane-Trouille-est-sorti-de-prison

    Grosse pensée donc pour l’aminche Stéphane Trouille (qui collabore avec #Mediacoop, #Reporterre et fait plein d’autres choses très chouettes...) et gros soutien pour (tou-te-s) les (autres) inculpé-e-s. La police a visiblement carte blanche pour se lâcher et la justice ne remet rien en question (cf @colporteur : https://seenthis.net/messages/747009#message747099)

    – Une caisse commune pour les quatre inculpés incarcérés le même jour est en ligne ici : https://www.leetchi.com/c/soutien-aux-inculpe-e-s-du-mouvement-social

    – Une caisse spécifique pour aider Stéphane Trouille a également été mise en place : https://www.lepotcommun.fr/pot/9gtvmf7o

    – Voir l’appel du comité de soutien de Stéphane Trouille, vidéaste, qui contextualise, un peu, la façon dont se sont déroulés les faits : https://www.bastamag.net/IMG/pdf/181213-communique_solidarite_s_trouille.pdf

    – Sa page de soutien : https://www.facebook.com/Soutien-%C3%A0-St%C3%A9phane-Trouille-2223466517922597

    – Pour contacter le comité de soutien : soutien.stephane.trouille(a)protonmail.com

    RAGE !

    Manifester, filmer, se défendre....
    C’est risquer sa liberté....

    Merde !

    Le verdict est tombé, la « justice » a décidé de frapper très fort :
    18 mois de prison dont 6 avec sursis pour Stephane, notre collaborateur.
    12 mois dont 6 avec sursis pour Tom
    10 mois dont 6 avec sursis pour Dylan
    et 9 mois dont 6 avec sursis pour Maria.
    + 3 ans d’interdiction de manifester pour les quatre.

    Nous sommes tous extrêmement choqués, attristés et atterrés par cette très lourde peine.
    Une audience aura lieu en janvier devant un juge pour aménagement de la peine.

    Il n’y a pas encore de mandat de dépôt donc ce soir Stéphane peut rentrer chez lui, en attendant le mandat.

    Voir aussi le compte-rendu sur le media libre local : Valence, procès de 4 gilets jaunes le 26 décembre, verdict : prison ferme pour tous

    Quand le système punit les résistants et encourage les massacreurs

    http://www.ricochets.cc/Valence-proces-de-4-gilets-jaunes-le-26-decembre-verdict-prison-ferme-pour

    #repression #Gilets_Jaunes #Justice #proces #mediaslibres #medias_libres


  • Un nouveau site archéologique révise la chronologie des habitations humaines sur le plateau tibétain.

    Qinghai-Tibet Plateau First Conquered by Humans at Least 30,000 Years Ago---Chinese Academy of Sciences

    Les ancêtres des humains se sont d’abord rendus à l’intérieur du plateau Qinghai-Tibétain il y a environ 30 000 à 40 000 ans, selon une nouvelle étude réalisée par des scientifiques de l’Académie chinoise des sciences (ACS). Cette nouvelle découverte recule les données les plus anciennes sur l’habitation à l’intérieur de 20 000 ans ou plus.

    L’équipe de recherche (...) dirigée par le Dr. ZHANG Xiaoling et le Prof. GAO Xing de l’Institut de paléontologie et de paléoanthropologie des vertébrés (IVPP) du CAS, (...) publiée dans Science, était basée sur les recherches de Nwya Devu, le site archéologique le plus ancien et le plus élevé du Paléolithique datant du début de l’âge de pierre, connu dans le monde entier.

    [C’est] une avancée majeure dans notre compréhension de l’occupation humaine et de l’évolution du plateau Qinghai [situé au Nord-Est du plateau tibétain et de plus basse altitude]., ainsi que des migrations et des échanges humains préhistoriques à plus grande échelle.(...)

    La haute altitude, l’hypoxie atmosphérique, les températures froides toute l’année et la faible pluviosité du plateau créent un environnement extrêmement difficile pour l’habitation humaine. Les preuves archéologiques indiquent qu’il s’agissait de l’un des derniers habitats colonisés par l’Homo sapiens. Aujourd’hui, le plateau Qinghai est le troisième endroit le moins peuplé de la planète.

    Jusqu’à présent, il n’existait aucune preuve concrète montrant que des personnes vivaient à l’intérieur du plateau avant l’époque géologique de l’Holocène (il y a 4 200 à 11 700 ans). En outre, seuls quelques sites archéologiques datant de façon fiable datant du Pléistocène (11 700 à 2,58 millions d’années) ont été découverts aux abords du plateau.

    Le site paléolithique de Nwya Devu découvert par cette équipe confirme que des ancêtres des humains ont foulé le plateau Qinghai à une altitude d’environ 5 000 mètres d’altitude, il y a environ 30 000 à 40 000 ans. C’est le premier site archéologique paléolithique découvert au Tibet qui conserve une stratigraphie intacte permettant une datation de l’Antiquité du site. Nwya Devu est situé dans la région de Changthang, dans le nord du Tibet, à environ 300 km au nord-ouest de Lhasa, capitale de la région autonome du Tibet, à environ 4 600 mètres d’altitude.

    Attention : je n’ai pas lu l’article original de Sciences et il me semble donc qu’il y a un problème de localisation : Ci-dessus, Nwya Devu se situerait dans la région du Changthang (la plus grande aire du plateau tibétain, situé au Sud-Ouest) mais le début de l’article mentionne le plateau Qinghai (situé au Nord-Est et de plus basse altitude).

    Le site comprend une vaste surface dense d’artefacts en pierre et un enregistrement continu enterré de l’occupation humaine. C’est le plus ancien site paléolithique connu sur le plateau Qinghai et le plus élevé jamais découvert au monde. Avant cette découverte, les premières traces archéologiques d’activités humaines en haute altitude provenaient de l’Altiplano andin, à environ 4 480 mètres d’altitude, montrant une habitation humaine il y a environ 12 000 ans.

    Cette découverte approfondit considérablement l’histoire de l’occupation humaine du plateau Qinghai et l’antiquité des adaptations humaines à haute altitude (> 4 000 m d’altitude).

    Le Pléistocène supérieur (il y a environ 12 000 à 125 000 ans) a été une période cruciale pour l’évolution humaine. Au cours de cette période, le comportement et les capacités cognitives des humains anciens se sont développés rapidement et leur capacité d’adaptation à un plus large éventail d’environnements s’est accrue de manière similaire. Les artefacts culturels préhistoriques de Nwya Devu fournissent d’importantes preuves archéologiques des stratégies de survie des peuples modernes anatomiquement et comportementalement modernes dans ce qui est sans doute l’environnement terrestre le plus rigoureux sur terre. Il permet également d’analyser les échanges et les interactions paléolithiques entre l’Est et l’Ouest en suggérant des voies de migration possibles.

    Le document a été approuvé par trois relecteurs au cours du processus d’évaluation. L’un d’eux a conclu qu’il « est assez original et très excitant, et qu’il intéressera au plus haut point les lecteurs de Science et les chercheurs qui étudient l’origine et la dispersion des humains modernes. colonisation en altitude. Les résultats ont de profondes implications pour la compréhension du calendrier et de la dynamique de la colonisation humaine du plateau tibétain. »

    Le projet Nwya Devu a été financé par le programme de recherche prioritaire stratégique de l’Académie chinoise des sciences, la Fondation nationale des sciences naturelles de Chine et le projet Financement des fouilles et déploiement emphatique de l’Institut de paléontologie et de paléoanthropologie des vertébrés.

    #Paléolithique #Peuplement #Tibet #Asie #Chine #30000BP #40000BP

    Date : 30 novembre 2018
    Source : #Chinese_Academy_of_Sciences_Headquarters

    Journal Reference :
    X. L. Zhang, B. B. Ha, S. J. Wang, Z. J. Chen, J. Y. Ge, H. Long, W. He, W. Da, X. M. Nian, M. J. Yi, X. Y. Zhou, P. Q. Zhang, Y. S. Jin, O. Bar-Yosef, J. W. Olsen, X. Gao.

    http://english.cas.cn/newsroom/news/201812/t20181203_201748.shtml

    The earliest human occupation of the high-altitude Tibetan Plateau 40 thousand to 30 thousand years ago. Science, 2018 ;
    Science 30 Nov 2018 :
    Vol. 362, Issue 6418, pp. 1049-1051
    DOI : 10.1126/science.aat8824


    http://english.cas.cn/newsroom/news/201812/t20181203_201748.shtml



    • Les Gilets jaunes s’inscrivent ainsi dans cette lignée de mouvements interclassistes, pas uniquement ouvriers, qui s’élèvent contre une situation de vie chère vécue comme injuste. Au XVIIIe siècle, la plupart des émeutes prérévolutionnaires avaient cette motivation : contre la faim, contre l’impôt injuste. Au XIXe siècle également, il y a eu de très nombreuses révoltes populaires dénonçant les inégalités.

      Deuxième continuité, dans toutes les périodes, la révolte s’est heurtée au discours de mépris social des élites. Le recours notamment au terme de « jacqueries » pour déconsidérer un mouvement. Les dominants refusent de reconnaître la capacité de politisation des acteurs révoltés. De la Révolution française jusqu’à nos jours, c’est le propre des pouvoirs libéraux que de nier cette question sociale… qui finit par s’imposer par la force, faute d’être entendue.

      Même si le contexte diffère, la question sociale s’invite régulièrement dans l’Histoire. Alors que le discours dominant ne pose les problèmes que de manière gestionnaire, économique, ce qui monte, c’est le social. Comment on vit, comment on s’en sort. Avec les Gilets jaunes, ce n’est pas tant la question écologique que l’injustice sociale qui a éveillé la colère. J’ai vu un tag qui disait : « L’écologie c’est la guerre aux pauvres ». Dans un monde néolibéral, quand les mesures sont injustement réparties, c’est vrai.

      Dans une interview au journal « Libération », l’historien Gérard Noiriel parle de l’aveuglement social de l’élite : « Pour Macron, les classes populaires n’existent pas », explique-t-il. Qu’en pensez-vous ?

      Je suis d’accord. Tout se passe comme si le gouvernement avait oublié que des gens vivaient dans des situations difficiles et précaires. C’est lié à un problème de représentativité du monde politique : il n’y a presque plus de députés issus des classes populaires. Mais c’est aussi dû au fait que les classes populaires ne font plus peur. Or, on est obligé de faire attention à ceux qui nous font peur. Au XIXe siècle, il y avait un mépris social réel, avec les mêmes procédés de délégitimation. Mais la peur sociale faisait qu’on ne pouvait pas nier leur existence. Avec les émeutes des derniers week-ends, le pouvoir commence à avoir peur, et cela peut changer la donne.

      Mathilde Larrère est maître de conférence en histoire contemporaine, spécialiste de la citoyenneté, des révolutions, et du maintien de l’ordre.




  • Pour ma sortie de l’hôpital, pas très mobile, sur béquilles, ne pouvant pas sortir de chez moi, luttant pas mal à la fois contre la douleur après le choc opératoire orthopédique et une certaine forme d’anxiété post anesthésie, mes enfants ont été très gentils avec moi, notamment les grands. Jusqu’à mon gendre, que je ne connais pas bien, et qui a eu la gentillesse de me créer un compte à un service de vidéo à la demande grâce auquel je pourrais regarder autant de films que je veux.

    Je n’ai pas la télévision. Je ne peux pas dire que je ne l’ai jamais eue, mais les quelques fois où je l’ai eue, cela n’a pas duré très longtemps et ce n’était jamais de mon fait, je peux donc dire que les rares fois où j’ai eu la télévision c’était de manière indirecte. Et chaque fois quelques réflexes assez sains de ma part ont fait que je l’ai regardée très peu et de biais.

    Et du coup sans aucune culture télévisuelle, pour singer Grégoire Bouillier dans Le Dossier M. ,la télévision, pour moi, s’est arrêtée dans les années septante, avec la fin de Zorro et l’avénement de Dallas, sans toile de fond télévisuelle donc, j’ai été dans un très grand embarras pour ce qui est de renseigner utilement mon profil pour ce service de video à la demande. Rien que pour le choix de l’image de profil cela n’a pas été simple, puisque m’ont été présentées des centaines de petites vignettes à l’effigie de toutes sortes de personnages auxquels j’ai vraiment peiné à m’identifier, j’ai fini par choisir celui d’un gros animal gris qui a l’air un peu triste, c’était ce qu’il y avait de plus ressemblant.

    Ensuite il a fallu que je choisisse trois films préférés. J’ai cherché La Grande Illusion de Jean Renoir, Nostlaghia d’Andreï Tarkovsky et La Dolce Vita de Federico Fellini, mais force est de constater que cela ne faisait pas partie des choix proposés au contraire de quelques centaines de films dont je n’avais jamais entendu parler. J’ai fini par en prendre trois par défaut et complètement au hasard, notamment un parce qu’il y avait un avion de chasse sur l’affiche et j’aime bien les avions (mon papa était pilote).

    Et à partir de là j’ai décidé de me laisser entièrement faire, de me soumettre à la logique da l’algorithme.

    Après deux semaines d’un ou deux films par jour et de quelques épisodes de séries butinés en suivant les recommandations de l’algorithme, je pense qu’il est temps de faire la liste de toutes les choses dont je suis désormais persuadé. Au plus profond de moi.

    Quand une personne est filmée en train de dire au revoir à ses enfants avant de monter dans sa voiture, une fois sur deux cette dernière explose. Ce qui est très triste. Pour les enfants en question, qui deviennent soit, des terroristes plus tard, soit, au contraire, des spécialistes du déminage.

    Conviction #1

    Le terrorisme, surtout celui islamiste, est le seul vrai cancer de notre société. C’est un cancer prioritaire. Et il ne semble pas y avoir de lien entre la géopolitique, la politique, l’économie, l’écologie et le terrorisme. Pour s’attaquer au terrorisme, il n’existe qu’un seul moyen l’usage de la force contre la force.

    Conviction #2

    Les pays occidentaux ont tous une règle d’or, on ne négocie JAMAIS avec les terroristes, c’est souvent répété, cela doit avoir son importance.

    Conviction #3

    Il ne faut pas généraliser, il existe de très bons Musulmans, de véritables savants qui sont capables de réciter toutes sortes de sourates qui arrivent à point nommé en contradiction des messagers de la haine qui, eux, ont lu le Coran à l’envers, enfin vous voyez ce que je veux dire (je dis cela parce que des fois on voit des Occidentaux qui trouvent un exemplaire du Coran, souvent dans le voisinage d’explosifs et de munitions, à croire que les Islamistes n’ont qu’un seul livre dans leur bibliothèque dans laquelle, par ailleurs, ils et elles rangent leur arsenal, et ces Occidentaux qui n’ont pas l’air d’être au courant qu’ils ou elles le regardent à l’envers par rapport à son sens de lecture original).

    Conviction #4

    Par bonheur des hommes et des femmes au courage immense et à la tête de moyens techniques considérables et sophistiqués ne comptent pas leurs heures pour ce qui est de poursuivre les terroristes. Nous allons le voir on est vraiment dans le sacrifice personnel.

    Conviction #5

    Sans les caméras de surveillance omniprésentes dans des villes comme Londres ou New York, on serait foutu et toutes et tous tués par des terroristes, surtout des kamikazes, qui souvent ne sont que des lâches et qui n’ont pas toujours le courage de se suicider, en fait.

    Conviction #6

    Les hommes et les femmes, mais surtout les hommes, qui risquent tous les jours leurs vies pour que nous on puisse continuer de se bâfrer au barbecue en continuant de roter des bibines en marge de matchs de baseball entre copains, sans craindre qu’à tout moment, nous soyons les victimes d’attaques terroristes absolument dévastatrices, ces hommes et ces femmes donc ne dorment presque jamais et sacrifient leur vie privée dans les grandes largeurs mais ces hommes sont souvent mariés à des femmes qui comprennent qu’un tel devoir passe avant toutes choses et que leurs maris font cela pour le bien du pays et il n’y a pas de plus grands enjeux que le bien du pays et la sécurité nationale. Ce sont aussi elles les héroïnes de la sécurité nationale. Et plus tard les enfants nés de telles unions reprendront le flambeau. Bon sang ne saurait mentir. Surtout si l’un de ces parents est mort dans la lutte antiterroriste, a fortiori dans l’explosion de sa voiture piégée un matin en partant au travail.

    Conviction #7

    Parfois des agents, des policiers, des militaires, bref des personnes qui luttent contre le terrorisme se sacrifient pour éviter des massacres, le plus souvent ces héros qui font le sacrifice ultime sont noirs. Leurs enfants reçoivent alors un drapeau américain plié en triangle. Ce qui est une très belle récompense, ces enfants, souvent des garçons, consolent courageusement leur mère, qui, elle, une femme, pleure comme une madeleine. Faut dire aussi, c’est un peu triste. Mais elles finissent par comprendre la nécessité de ce sacrifice et même elles en conçoivent une grande fierté. Elles ne se remarient jamais.

    Conviction #8

    Ce n’est pas de gaité de coeur que les forces de l’ordre sont parfois contraintes à recourir à la violence et à la torture pour tenter d’extraire in extremis des informations qui vont sauver des centaines, parfois des milliers, de personnes innocentes et c’est tellement pas de gaité de coeur qu’en général de telles scènes de torture sont super bien filmées pour bien montrer que c’est nécessaire. A vrai dire dans les films pas une scène de torture qui ne vienne apporter une information cruciale, ce qui équivaut à dire : la torture cela marche. Ici je glisse une remarque qui ne concerne pas totalement le terrorisme, mais quand ce sont des Nazis de la Seconde guerre mondiale (parce que j’ai aussi regardé deux films dont l’action était située pendant l’occupation) qui torturent des résistants, la torture alors ne fonctionne pas à tous les coups, sauf auprès des plus faibles, des lâches qui n’étaient sans doute pas de vrais résistants, qui finissent par donner les noms de grands chefs de la résistance, qui, sans cette traitrise, ne seraient jamais tombés.

    Conviction #9

    De même lors des interrogatoires d’éventuels complices de terrorisme les enquêteurs et enquêtrices font souvent des propositions de marché avec les personnes qu’elles interrogent et elles respectent TOUJOURS leur parole, c’est à ce genre de choses que l’on voit que ce sont des personnes d’une droiture exceptionnelle parce qu’elles parviennent toujours à surmonter leurs préjugés, mais c’est quand même souvent qu’ensuite les complices de terrorisme déçoivent et trahissent cette confiance et cette droiture, parce qu’on ne peut vraiment pas leur faire confiance. Et le plus souvent quand ces personnes rejoignent inexorablement les forces du mal, au cours d’actions dangereuses les personnes de l’antiterrorisme les tuent dans des cas probants d’autodéfense. Comme ça c’est réglé. Ces terroristes et ces complices ont eu leur chance mais n’ont JAMAIS su en profiter.

    Conviction #10

    Les forces de l’ordre ne sont jamais racistes. Il arrive que certaines personnes des forces de l’ordre aient des préjugés raciaux mais c’est souvent facilement explicable parce qu’en fait le neveu de la belle soeur d’un collègue de leur jardinier faisait partie des victimes de nine eleven, mais par la suite leur partenaire, leur binôme qu’ils et elles n’ont pas choisi, parfois issu de l’immigration récente, arrive à leur montrer qu’il faut surmonter de telles douleurs. Et ils et elles y arrivent très bien. Et à la fin c’est souvent accolades et embrassades à tout va. C’est assez viril et chaleureux, de cette sorte d’accolade américaine dite Hug dans laquelle le fracas des tapes dans le dos est tel qu’il couvre tout potentiel érotique dans le rapprochement des deux corps.

    Conviction #11

    Dans les hommes et les femmes politiques, il y a deux sortes de personnalités, les manipulatrices dont on finit TOUJOURS par découvrir qu’ils et elles ont trempé dans toutes sortes de combines qui les ont enrichies et souvent en mettant la vie des forces de l’ordre et des forces militaires en danger, tout ça pour leurs intérêts personnels (ce qui est quand même très mal), et d’autres qui ont plus des profils d’underdogs et qui finissent TOUJOURS par triompher en dépit d’un parcours jonché d’embûches dont ils et elles se relèvent TOUJOURS. Et à la fin ce sont elles et eux qui sont élus et tout redevient normal et pacifié.

    Conviction #12

    Bien souvent le grand public n’a pas la plus petite idée des épouvantables menaces qui pèsent sur lui à tout moment, périls qui sont heureusement évités in extremis par les forces de l’ordre qui sont toujours là au bon moment, qui sont des héros, ce que l’on sait rarement, et qui ne demandent rien de plus pour de tels actes de bravoure, que des salaires modestes et de pouvoir humer l’air de la ville en paix un vendredi soir et savoir, au plus profond d’eux et d’elles-mêmes, que si ce n’est que rires, fêtes et insouciance autour d’elles et eux, c’est grâce à ce travail de l’ombre qui n’a pas d’autre reconnaissance. Mais cela leur suffit amplement.

    Conviction #13

    En fait tous les peuples sont amis, c’est juste quelques tarés, notamment islamistes, qui font régner la terreur parce qu’ils et elles voudraient qu’on soit tous religieux de la même manière, la leur, mais heureusement, Dieu merci, il y a des hommes et des femmes d’exception qui veillent sur nous.

    Conviction #14

    La vidéosurveillance c’est très important, ça permet de surveiller les terroristes avant qu’ils et elles n’aient le temps de perpétrer un attentat, ou, si les terroristes parviennent quand même à faire exploser leur bombe ou que sais-je, ça permet de reconstituer la manière dont ils et elles ont procédé et de retrouver leurs complices. La vidéosurveillance est au coeur de tout, sans elle aucun espoir. Les professionnels de la vidéosurveillance savent tout de suite qui est qui sur les images, les personnes comme vous et moi qui ne font rien de mal, et qui n’ont rien à cacher, et les terroristes, à vrai dire les personnes derrière les écrans de vidéo surveillance sont tellement débonnaires que des fois elles voient de petits larcins en direct mais comme elles ont d’autres chats à fouetter, elles ferment gentiment les yeux sur ces délits mineurs, presque elles feraient des compilations de ces petits délits pour les fêtes de fin d’année dans le service, c’est vraiment vous dire que la vidéo surveillance c’est pour les terroristes. Qui sont ultra-minoritaires.

    Conviction #15

    Il arrive parfois, malgré tout, que certaines choses se superposent à la vidéo surveillance ou que les forces de l’ordre mal renseignées commettent des erreurs et arrêtent momentanément des personnes qui ne sont pas du tout impliquées dans le terrorisme, de telles erreurs sont toujours très vite corrigées et les forces de l’ordre admettent volontiers leurs erreurs et produisent des excuses sincères qui sont bien comprises et bien acceptées, surtout quand on explique à ces personnes arrêtées par erreur qu’il y avait des enjeux de sécurité nationale et on s’excuse, ne vous excusez pas vous ne pouviez pas savoir.

    Conviction #16

    Grâce à une technologie d’extrême pointe, les services antiterroristes parviennent à faire survoler n’importe quel endroit de la planète instantanément avec des satellites et des drônes qui leur permettent systématiquement de déterminer qui est qui qui dit quoi à qui et qui qui donne quoi à qui etc… La technologie de pointe en question est tellement puissante qu’elle ne semble jamais sujette à la moindre défaillance et semble produire des temps de réponse prodigieusement instantanés et exempte de tout décalage horaire, le contribuable en a pour son argent question technologie et moyens techniques.

    Conviction #17

    Quand un ou une responsable entre dans une réunion, dès qu’il ou elle enfonce rageusement une touche de la télécommande du vidéo projecteur, on tombe pile sur la bonne image, le bon enregistrement, la bonne photocopie du bon document. La technologie est notre meilleure amie. Et les personnes de l’antiterrorisme qui l’utilisent n’ont généralement qu’une seule commande à taper sur leur clavier pour faire apparaitre à l’écran suspects et preuves.

    Conviction #18

    Les personnels des différentes agences qui luttent contre le terrorisme ont souvent des scrupules à propos de la manière dont elles obtiennent des informations, notamment grâce à la technologie, il y a des tas de contraintes juridiques qui sont suivies à la lettre et, seulement de temps en temps, quand vraiment il s’agit de sauver des centaines de vies, alors il arrive que l’on enfreigne de telles limitations juridiques, mais par la suite on se rend bien compte que c’était un mal nécessaire et que de toute manière tout le monde n’a rien à cacher donc c’est un moindre mal.

    Conviction #19

    Les hommes et les femmes politiques qui sont en première ligne de la sécurité nationale n’ont pas nécessairement d’ambition politique, ce serait mal les connaitre et les juger, leur première préoccupation c’est de servir le pays et ses habitants.

    Conviction #20

    Toutes les différentes agences anti terroristes travaillent main dans la main et parviennent parfaitement à mettre de côté leurs éventuels différends quand il s’agit de lutte contre le terrorisme, il y a même parfois des rencontres étonnantes entre les personnels de ces différentes agences qui peuvent aller jusqu’à l’amour charnel.

    Conviction #21

    A la Maison Blanche personne ne dort plus de trois heures par nuit. Et quand le président des Etats-Unis recommande à ses aides de rentrer chez eux pour aller faire une bonne nuit de sommeil parce que la journée de demain est porteuse de nouveaux défis, en général il est déjà bien plus de minuit. C’est aussi cela servir.

    Conviction #22

    Quand un ou une agente spéciale s’approche d’un ordinateur, il ou elle n’a généralement pas besoin ni de le démarrer ni de se connecter, encore moins de lancer le programme dont il ou elle a besoin, direct il ou telle tape les termes de sa recherche et en général le temps de réponse est instantané et souvent s’affiche automatiquement sur un grand écran où ses supérieurs peuvent constater qu’il ou elle trouve beaucoup plus souvent qu’il ou elle ne cherche.

    Conviction #23

    A vrai dire les personnes qui travaillent à l’antiterrorisme cherchent peu et trouvent rapidement. Ils sont très forts. Ils ne se trompent presque jamais. Et quand ils sont dans l’erreur, c’est seulement momentané, et quand ils et elles finissent par recoller les morceaux du puzzle alors Gare !

    Conviction #24

    Les rapports que le président des Etats-Unis entretient avec les autres dirigeants sont systématiquement cordiaux et pondérés sauf quand les dirigeants de petits pays insignifiants commencent à casser un peu les couilles du président et alors le ton monte et le président des Etats-Unis menace de l’usage de la force en faisant par ailleurs état d’un truc que ses services secrets ont découvert récemment et c’est la déconfiture du dirigeant du petit pays insignifiant, il faut voir sa tête.

    Conviction #25

    Pour travailler à la Maison-Blanche, il est recommandé aux femmes d’avoir de jolies jambes et de belles poitrines. Quand une femme a plus de cinquante ans elle est impérativement première ministre d’un autre pays. Elle n’est alors plus tenue d’avoir de jolies jambes et ou une belle poitrine.

    Conviction #26

    Les enquêtes de l’antiterrorisme vont à toute allure, une autopsie peut ne prendre d’une petite heure, une analyse balistique est en général instantanée, de même que d’éplucher des relevés bancaires d’un magnat de la drogue, il faut dire avec les moyens techniques qu’on leur alloue c’est un peu normal non ? Et c’est même pour cela qu’on les leur alloue, c’est pour le bien et la sécurité de toutes et tous.

    Conviction #27

    Les terroristes islamistes ont vu, et étudié dans le détail, The Mandchourian Candidate de John Frankheimer donc quand ils rendent de prisonniers et des otages, on n’est jamais trop prudents pour ce qui est de les surveiller étroitement parce qu’il y a de grandes chances pour qu’ils soient devenus des terroristes islamisées eux-mêmes.

    Conviction #28

    On peut TOUJOURS se fier à des agents du Mossad.

    Conviction #29

    Il arrive parfois que des agents et des agents de l’antiterrorisme outrepassent leurs droits, notamment dans la surveillance de quidams, ils et elles en ont parfaitement conscience, mais ils et elles suivent des intuitions imparables et voient des postes que personne n’avaient vues avant elles et eux, et même ils et elles jouent souvent leur carrière dans de telles enfreintes de la loi, mais par la suite on trouve toujours un juge ou que sais-je pour reprendre la situation et lui donner des allures légales.

    Conviction #30

    Quand une agence ou un agent de l’antiterrorisme est tellement pris par le travail qu’il ou elle en arrive à manquer l’anniversaire d’un neveu ou d’une nièce adorées, il ou elle trouve toujours le moyen de se faire pardonner auprès de l’enfant et de ses parents, avec les parents c’est facile il suffit d’invoquer le devoir et la sécurité nationale.

    Parallèlement à toutes mes convictions nouvelles en matière de terrorisme j’ai également appris que le soleil ne se couchait jamais dans le monde de l’antiterrorisme, il n’y a pas de décalage horaire très marquant entre le Moyen Orient et les Etats-Unis d’Amérique (pas même à l’intérieur même des Etats-Unis), que les rues de New York et d’autres grandes villes avaient été interdites d’accès aux personnes obèses, aux vieilles personnes et aux personnes vagabondes, qui quand elles apparaissent sont le plus souvent des agents sous couverture, que dans un film qui traite de terrorisme plus historique, en décembre 1975, à Vienne en Autriche, il y avait encore des feuilles aux arbres, que pour les besoins d’un scénario, des jeux olympiques pouvaient avoir lieu, à tout moment, et là au feuillage vert printemps des arbres, on peut penser que désormais les JO d’été ont lieu en avril. Il est également possible de copier le contenu d’un disque dur ou d’un serveur en une poignée de secondes sur des cartes mémoires ultra compactes, sont bien équipés les gus.

    Bref ça file un peu les jetons tout de même ce terrorisme, surtout celui islamiste mais bon on est quand même bien protégés, par des gars et des filles qui sont prêtes à se sacrifier pour nous et qui peuvent s’appuyer sur des caméras de surveillance un peu partout, ce serait même bien d’en mettre davantage.

    #pendant_qu’il_est_trop_tard

    • @aude_v J’ai mis un moment avant de comprendre ta question, je présume que tu parles d’une série qui s’intitule 24 heures chrono . Je n’ai pas regardé une série entière, d’ailleurs je ne suis pas sûr d’avoir regardé un épisode de quelques séries que ce soit en entier, j’ai butiné pour ce qui est des séries qui est un format qui me convient mal. Les films en revanche je les ai tous, presque tous, regardés en entier pour mieux forger mes nouvelles convictions.

    • @philippe_de_jonckheere , ton texte m’a rappelé celui ci :

      https://lundi.am/Mieux-comprendre-la-police-avec-Engrenages

      Engrenages est une série policière française. A chaque saison la même équipe d’enquêteurs va résoudre un meurtre. A chaque fois la victime était en lien avec un milieu différent. A la saison 4, ce fut celui des « jeunes autonomes ». Le portrait qu’en fit cette série fut terrifiant.

      Ce texte, dans un style lundimatin, partait de cette saison pour en tirer quelques réflexions sur la police.

    • @parpaing

      Je n’avais pas vu passer ce texte sur Lundimatin ou alors j’avais du juger hâtivement que je n’en tirerais pas bénéfice parce que cela parlait de la télévision, domaine dans lequel je n’ai donc aucune connaissance et ne souhaite pas en acquérir. Mais oui, bien sûr, nous parlons bien de la même chose.

      Et tu vois il faut croire que je suis constant sur cette ligne parce que ton commentaire m’a rappelé ces deux passages de Raffut

      … mais le téléphone a sonné, j’ai pensé que ce serait la mère d’Émile qui me rappellerait, ça va vous suivez toujours ? Mais non, il s’agissait du gardien de police qui me disait que la garde à vue de l’agresseur de votre fils va être prolongée de vingt-quatre heures, d’une part parce que les témoignages sont non concordants sur les causes du différend, mais aussi parce que le procureur de la République, quand on y pense, procureur de la République, ça en impose salement, on imagine facilement quelque patriarche à barbe blanche et fort coffre tonnant des rodomontades contre les impétrants, poursuivant de tirades quasi en alexandrins des aigrefins au ban de la société bien gardée, et la bonne morale avec elle, par pareil cerbère, bref le procureur de la République demande que votre fils soit présenté dans un institut médicolégal pour être examiné par un médecin légiste. Alors là autant vous le dire tout de suite j’ai beau ne pas être particulièrement spectateur d’une part de la télévision, je n’ai pas la télévision, ni, d’autre part, de films policiers, genre que je déteste, sur le sujet j’ai même des vues assez tranchées, j’aimerais en effet qu’on m’explique, une mauvaise fois pour toutes, comment il se fait que l’on dépense, que l’on ait dépensé, des hectomètres de pellicule de cinéma tout à la gloire de l’action policière, et pour ainsi dire pas du tout, peut-être quelques centimètres de-ci de-là, pour les éboueurs, dont l’action est à mon sens plus urgente, quotidienne, leurs rares grèves nous le rappellent chaque fois, que celle plus ponctuelle et exceptionnelle de la police, mais je m’emporte, il n’empêche, nul n’entend la phrase pour que votre fils soit examiné par un médecin légiste sans imaginer votre fils allongé sur une paillasse, le ventre ouvert et froid, un médecin légiste poussiéreux, c’est le même acteur que pour le procureur de la République, mais mal rasé et légèrement grimé, le médecin légiste poussiéreux, donc, notant scrupuleusement le poids de chaque organe pour mieux se prononcer sur les causes de la mort de votre fils tout en statuant que par ailleurs, de toute façon, il était condamné par une leucémie qui n’avait pas encore été décelée, quand on n’a pas la télévision et qu’on ne la regarde pas, voire jamais, on la regarde encore trop.

      Et

      Et que les deux nuits que Youssef avait passées au commissariat aient été, pour l’avocat, la première, l’occasion d’une bonne soirée télévision, la chaîne Arte entamait un cycle consacré au cinéaste Otto Preminger, avec ce soir-là donc, Autopsie d’un meurtre avec James Stewart et la musique de Duke Ellington, c’était le lm préféré de tous les avocats et celui de Youssef ne dérogeait pas à la règle, et la deuxième, d’un dîner, le mardi soir donc, chez des amis, lui est avocat aussi et elle, organisatrice de séminaires dans le monde des a aires, oui, un mardi on s’excuse mais avec l’emploi du temps de ces mes- sieurs on ne va pas reporter le dîner aux calendes grecques, là aussi le cinéma, surtout lui, nous o re une très vaste palette des tranches de vie que l’on prête aux avocats, notamment une vie sociale riche et intense en même temps que simultanée à des a aires complexes, nécessairement complexes, qu’ils ont à traiter et qui peuplent leur esprit jusqu’à un encombrement qui les empêche de pro ter pleinement de cette vie sociale enviable seulement en apparence. Décidément on ferait bien de s’interroger sur cette propension du cinéma de fiction à brosser d’aimables tableaux d’une certaine catégorie sociale, en plus d’un cinéma tout acquis aux œuvres policières.


  • Indiedrome du 20/11/2018
    http://www.radiopanik.org/emissions/indiedrome/indiedrome-du-20-11-2018

    Nils Okland Band: Speiling “Lysning” (Hubro)

    Snow Palms: Rite “Origin And Echo” (Village Green)

    N-Qia: Dream Ocean “Fantasica” (Noble)

    Cubenx: Hagel “Fractal City” (Infiné)

    Fabrice Alleman & Chamber Orchestra: Tema de Maela “Udiverse” (Cypres)

    Kosmose: The 14th Untitled Track (extract) “First Time Out” (Sub Rosa)

    Ron Anderson’s PAK: Let Me Tell You Something “Secret Curve” (Tzadik)

    Ron Anderson’s PAK: Caffeine Static Rendezvous “Secret Curve” (Tzadik)

    MoE Marhaug: #4 (extract) “CapSaiCin” (Conrad Sound/Substrata)

    http://www.radiopanik.org/media/sounds/indiedrome/indiedrome-du-20-11-2018_05726__1.mp3


  • P.R.O.U.G. #48
    http://www.radiopanik.org/emissions/p-r-o-u-g-/p-r-o-u-g-48-2

    Jeudi 8 novembre à partir de 23h30 sur les ondes de Radio Panik ou sur le www.radiopanik.org

    ► RELEASE du nouvel EP de Binome sur NCTRN Records + INTERVIEW de dj Miss Tick pour parler des futures actus du label

    ► RELEASE du nouvel EP de Groove Hunter sur WORLD PEOPLE PROD + INTERVIEW de Toto qui nous présentera les projets à venir du côté des pirates

    http://www.radiopanik.org/media/sounds/p-r-o-u-g-/p-r-o-u-g-48-2_05706__1.mp3


  • The U.S. Is Not Being Invaded: Fact-Checking the Common Immigration Myths

    Myth #1: Immigrants cost the U.S. “billions and billions” of dollars each year.

    Immigration puts much more money into U.S. public coffers via taxes than it takes out via benefits, as determined last year by a bipartisan blue-ribbon commission of leading immigration economists, across the political spectrum, convened by the National Academy of Sciences. It found that the average immigrant to the U.S., reflecting the country-and-skill composition of recent U.S. immigrants, makes a net positive fiscal contribution of $259,000 in net present value across all levels of government: federal, state, and local (see page 434 at the link).

    Myth #2: The U.S. is being “violently overrun” by immigrants.

    Immigrants to the United States, whether or not they have legal authorization, commit violent crimes at much lower rates than U.S. natives do. That is why violent crime is way down in the places where unauthorized immigrants go. For example, since 1990 the population of unauthorized immigrants in New York City has roughly tripled, from about 400,000 to 1.2 million, while during the same period the number of homicides in New York City collapsed from 2,262 (in 1990) to 292 (in 2017).
    Myth #3: The U.S. has the “most expansive immigration program anywhere on the planet.”

    In both Canada and Australia, some of the most prosperous and secure countries in the world and in all of history, immigrants are more than 20% of the population. That is far higher than the United States, where immigrants are 14% of the population.
    Myth #4: Immigrants are moving to the U.S. because it has the “hottest economy anywhere in the world.”

    Violence is a massive driver of undocumented immigration from El Salvador, Guatemala, and Honduras. Data provided to us by the Department of Homeland Security showed that from 2011 to 2016, unaccompanied child migrants apprehended at the U.S. border moved from Central America due to a roughly equal mix of economic conditions and violence in their communities. The violence is significant. Every 10 additional homicides in El Salvador, Guatemala, and Honduras caused more than six additional unaccompanied child minor apprehensions.
    Myth #5: A “strong border” will cause immigrants to “turn away and they won’t bother” trying to migrate.

    Enforcement alone is not an effective migration deterrent. To be effective, it must be paired with enhanced legal pathways for migration. People will move if they have to and because of dire situations in their origin communities, they will be more willing to accept the risks of apprehension. There are interrelated migration pressures that drive people to move---including violence in the home country, economic conditions at home, and demographic realities. In Central America, these factors are interacting in complex ways and are driving much of the migration we see at the U.S. border. More protection at the border isn’t a deterrent without addressing the push factors that drive migration and providing sufficient legal channels for migration.

    https://www.cgdev.org/blog/us-not-being-invaded-fact-checking-immigration-myths
    #préjugés #mythe #invasion #coût #afflux #migrations #asile #réfugiés #USA #Etats-Unis #pull-factors #pull_factors #facteurs_push #push-pull_factors #facteurs_pull #fermeture_des_frontières #dissuasion


  • #Caen : #expulsion du #Squat_de_la_Guérinière. Appel à don et invitation au Fournil du Marais
    https://fr.squat.net/2018/10/27/caen-expulsion-du-squat-de-la-gueriniere

    Le squat de la Guérinière, 10 Boulevard de la Charité, plus ancien lieu encore ouvert de l’AG jusqu’ici (ouverture le 29 mai 2015), a été expulsé ce matin (24 octobre), dès 8h40. Le dispositif policier mobilisé a été tout bonnement hallucinant : une centaine de flics (brigade d’intervention de la police nationale locale accompagnée de […]

    #10_boulevard_de_la_Charité #45_Chemin_des_Coteaux #5_rue_du_Marais #AG_de_lutte_contre_les_expulsions #Le_Marais #sans-papiers #Squat_de_Fleury-sur-Orne


  • What are the components of the grinding wheel?

    4.5 inches grinding wheel is a kind of abrasive tool with a large amount and wide application. It can roughly grind the outer circle, inner circle, plane and all kinds of the surface of metal or non-metal workpiece by high-speed rotation. The shape and size of the grinding wheel are mainly selected according to the condition of the grinder and the shape and material properties of the workpiece. It is mainly composed of abrasives, binders, and pores.

    1.Abrasive: It is the main grinding part of the 4.5 inches grinding wheel, with sharp edges and corners, that is, very small cutting edges, to cut workpieces, abrasive is often very hard materials, usually compounds, such as diamond (chemical composition is silicon carbide), corundum (chemical composition is aluminum oxide), diamond and so on, the common is diamond. Sand wheels and corundum grinding wheels.

    2. Binder: According to different uses of grinding wheels, there are ceramics, resins, rubber, metal and so on. Its main function is to bond the abrasive together to form a certain shape of grinding wheel.

    3. Porosity: Porosity is also the main component of the 4.5 inches grinding disc. The purpose of the pore is to reduce the bonding strength of the binder. When grinding steel chips are stored, when the sharp part of the small abrasive is worn off, it will peel off because of the decrease of the bonding strength caused by the pore and expose new sharp abrasive particles, which is conducive to further grinding.

    #4.5-inches-grinding-wheel

    https://www.auroraabrasive.com/4-5-inches-abrasive-grinding-disc


  • What factors affect the life of grinding wheels?

    Grinding wheel is a kind of abrasive grinding disc tools with a large amount of usage and scope, so we are more concerned about its life, in addition to normal wear, there are other reasons leading to this phenomenon, to understand these factors, can also extend the service life.

    1.The grinding wheel is made of abrasive and binder. Because the friction between the grinding wheel and the grinded workpiece produces a great deal of heat, the binder is easy to be softened.

    2.The depressed grinding disc for metal is a bit blunt after a long time of hard work, which is mainly due to the friction between the surface particles and the tool, will gradually wear blunt, when the grinding resistance exceeds the bonding force between the particles and binder, the particles began to fall off, and was replaced by new sharp particles.

    3.The grinding metal material and the binding agent are adhered to the gap between the sand grains, and the wheels are solid. If this kind of stopper grinding wheel continues to work, not only the work efficiency is quite low, the China abrasive tools for metal will become blue and cause annealing.

    4.On the other hand, if the binder can not bond the particles firmly, grinding between the particles has not become pure will make them fall off, so that the sand transmission line wear fast, easy to deformation, need to be regularly trimmed.

    These four conditions are the key to the life of the grinding wheel, which should be paid special attention to in daily use.

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  • Effect of raw materials on the quality and stability of resin wheel

    (1) liquid phenolic resin. The fluctuating ranges of solid content, viscosity, gelation time and water solubility of liquid phenolic resin have different degrees of influence. Therefore, the grinding wheel manufacturers must formulate their own technical specifications and specifications for their own liquid resins according to their own product performance requirements, combining their own characteristics of mixing, molding, and hardening. Circumference.

    In addition, liquid phenolic resins must be accurately stored, because liquid phenolic resins are inherently unstable and technical specifications can change even at room temperature. China grinding disc manufacturer must store the liquid phenolic resin at low temperature to ensure the stability of the liquid phenolic resin, and then ensure the stability of the resin grinding wheel mixture, to ensure the stability of the quality of resin grinding wheel.

    (2) powdered phenolic resin. For powdered phenolic resin, the fluctuation of flow length (fluidity), particle size (particle size, fineness), the content of urotropine (six times) and gelation time will affect the quality stability of grinding wheel.

    In this regard, the length of flow should be considered first. These indexes indicate the changed behavior of resin under certain experimental conditions. They are just resin properties, and the extent of the impact on the performance of the grinding wheel products can only be determined by the actual application of 4 inches China grinding disc factory.

    The flow of powdered resin is the most important performance index affecting the structure of the binder. The particle size (particle size, fineness) affects the amount of wetting agent. The content of volatile (free phenol, water) is also important.

    In order to ensure the quality of grinding wheels, it is necessary to ensure the stability of resin properties of powder in each batch of grinding wheels.

    (3) stability of mesh technical indicators

    Mesh is initially applied to resin grinding wheels, and the most important function is to improve the strength of grinding wheels. With the continuous improvement of the performance of resin wheel, the role of mesh in resin depressed grinding disc for metal is very important. The main performances are the fluctuation of grinding wheel strength, the deformation of slices (mainly double-mesh grinding wheel), the delamination of grinding discs and so on.

    In theory, the higher the glue content of the mesh, the higher the strength of the grinding wheel, the better the bonding performance, and the more stable the cutting and grinding process is.

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  • Le désert occidental australien peuplé depuis environ 47 800 ans.

    La nouvelle excavation de Karnatukul (Serpent’s Glen) a fourni des preuves de l’occupation humaine du désert occidental australien jusqu’à 47 830 cal. BP (âge médian modélisé). Cette nouvelle séquence a 20 000 ans de plus que l’âge connu antérieurement pour occuper ce site.

    La ré-excavation de Karnatukul visait à contextualiser l’assemblage d’art peint. Nous rapportons des analyses d’assemblages d’artefacts de pierre et d’art pigmentaire, de fragments de pigment, d’anthracologie, de nouvelles dates au radiocarbone et d’analyses détaillées des sédiments. La combinaison de ces éléments contribue de manière significative à notre compréhension de cette première occupation du désert occidental australien.

    (...)

    Cette étude recalibre la première occupation pléistocène du noyau du désert australien et confirme que des personnes sont restées dans cette partie de la zone aride pendant le dernier maximum glaciaire.

    (...)

    Cette corrélation entre art rupestre et preuves de l’occupation affine notre compréhension de la façon dont les peuples du désert occidental ont inscrit leurs paysages dans un passé récent, tandis que la séquence d’occupation récemment décrite met en évidence la culture adaptative dynamique des premiers Australiens, soutenant les arguments en faveur de leur migration très précoce rapide des côtes et des tropiques nordiques dans toute la partie aride du continent.

    Pour aller plus loin :
    La génétique confirme que les premiers Australiens étaient originaires d’Afrique Le monde 14.05.2007

    https://www.lemonde.fr/planete/article/2007/05/14/la-genetique-confirme-que-les-premiers-australiens-etaient-originaires-d-afr

    #Préhistoire #Paléolithique #Peuplement #Australie
    #47850BP #McDonald_J #Reynen_W #Petchey_F #Ditchfield_K #Byrne_C #Vannieuwenhuyse_D_et_al #Max_Planck_Institute (editeur).

    https://doi.org/10.1371/journal.pone.0202511

    Karnatukul (Serpent’s Glen) : A new chronology for the oldest site in Australia’s Western Desert
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0202511
    https://journals.plos.org/plosone/article/figure/image?size=large&id=10.1371/journal.pone.0202511.g017
    https://journals.plos.org/plosone/article/figure/image?id=10.1371/journal.pone.0202511.g018&size=inline


  • Improvement measures for grinding process to prevent grinding cracks

    A. choose suitable coolant and cooling mode.

    B. Replacing domestic cooling oil with imported cooling oil with lower kinematic viscosity, and improving the cooling method, so that the cooling oil is always cooled in the grinding contact zone, and the oil temperature is controlled below 2315 C (air-conditioning air-cooling control), at the same time increasing the pressure of tool grinder oil pump to enhance the cooling effect in grinding.

    C. Choosing suitable diamond depressed grinding disc for metal binder diamond grinding wheel due to good thermal conductivity, grinding force, grinding efficiency, mainly used for rough grooving process (grinding groove) grinding and grinding, the process can also choose high-temperature resin bonded diamond grinding wheel, but the wear is large; resin bonded diamond grinding wheel has good lubricity, grinding efficiency. Choose medium and soft resin bonded diamond grinding wheel or hardworking grinding wheel to keep the grinding wheel in the sharp state. It is mainly used for rough grinding and fine grinding of gear opening process (front and rear cutter face, end groove, offset back removal allowance, etc.).

    Diamond wheel concentration selection 75% - 100%, metal bond grinding wheel size selection 120 - 140 mesh, resin bond depressed grinding disc for metal (RVD) size coarse grinding selection 80 - 120 mesh, fine grinding selection 200 - 240 mesh is more appropriate. If all the imported grinding wheels with good quality are selected, the grinding efficiency and surface roughness of abrasive grinding disc tools are higher than those of the domestic depressed grinding disc for metals.

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    https://www.auroraabrasive.com/4-inches-abrasive-grinding-disc-tools