• BESETZT! Arena St. Marx 1976 – Erinnerungen | Redaktion Österreichisches Pressebüro
    https://www.oepb.at/allerlei/besetzt-arena-st-marx-1976.html

    Arena besetzt 1976, Foto: Heinz Riedler, Samlung Wien Museum

    Der Sommer 1976 sollte die Bundeshauptstadt Wien verändern. Am 1. August stürzte die Reichsbrücke ein, anhand dieser ein toter Wiener Linien-Busfahrer zu beklagen war. Im gleichen Zeitraum „besetzten“ zahlreiche Jugendliche, Musik-Freaks und Menschen, die sich für einen Kulturraum, gegen überteuerte Mieten und die Abrissbirne zur Wehr setzen, den alten Schlachthof zu Wien-Simmering in St. Marx. Die Haus-Besetzung „feierte“ somit in Österreich in diesen Tagen ihre Geburtsstunde.

    Das WIEN MUSEUM zeigte dazu bis 12. August 2012 eine diesbezügliche Ausstellung.

    Mit der Besetzung der Arena, dem ehemaligen Auslandschlachthof, startet ein „Happening der 100 Tage“, das Wien aufrüttelt und auch spaltet. Erstmals treten neue politische und gegenkulturelle Bewegungen in den Blickpunkt einer breiten Öffentlichkeit.

    Arena Plakat 1976 Sammlung Wien Museum

    Hier, jetzt und für alle

    „Die Arena-Besetzung war unser 1968, ein anarchischer Freiraum, der Energien und Fantasien freisetzte.“, so ein Aktivist von einst. Gefordert wird ein selbst verwaltetes Kulturzentrum ohne Bevormundung – und zwar „Hier, jetzt und für alle!“. Die Konfrontation ist grundlegend, radikal werden die politischen Verhältnisse in Frage gestellt: Wem gehört die Stadt? Wer bestimmt? Was ist Kultur? In St. Marx werden über drei Monate lang Basisdemokratie und das Konzept einer offenen Gesellschaft erprobt, ehe das Experiment gestoppt und das Areal doch noch geschliffen wird. Wiens damaliger Bürgermeister Leopold Gratz, als auch die Kulturstadträtin Gertrude Fröhlich-Sandner sahen sich mit einem – friedlichen – Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert, den die Zweite Republik nach 1945 bis dato noch nicht erlebt hatte.

    „Bei uns hat´s a Sau/viel besser als a Mieter im Gemeindebau.“, raunt ein hemdsärmeliger bärtiger Mann im Zuge eines „Ohne Maulkorb“-ORF-Interviews von 1976 während der Arena-Besetzung. Das staatliche Fernsehen ist zugegen und die ORF-Kameras oftmals in diesen 100 Besetzungs-Tagen vor Ort. Man hatte es sich häuslich und gemütlich gemacht am gesamten Arena-Areal. Es gab sanitäre Anlagen, Schlafräume, Musik-Bühnen, ein Theater und die Aktivisten frönten einem friedlichen Lagerleben.

    Arena Theater 1976, Foto: Burgi und Peter Hirsch, Sammlung Wien Museum

    Bereits vor der Arena-Besetzung kam es in Wien zu Kämpfen gegen eine Stadtpolitik, die Fortschritt mit Abrissbirne und Beton gleichsetzt. Im abgewohnten Spittelberg-Viertel setzen sich Architekten und Intellektuelle, aber auch Jugendliche aus der Subkultur gegen Abriss und Nobelsanierung zur Wehr. Das „Amerlinghaus“ wird besetzt und nach langwierigen Verhandlungen 1978 zum ersten selbst verwalteten Kulturzentrum der Stadt. Der Protest jedoch verschärft sich. Im Burggarten demonstriert man 1980 für „Rasenfreiheit“, Hausbesetzungen folgen. Unter dem Eindruck der Jugendkrawalle von Zürich reagiert die Stadt. Sie gesteht Subventionen für die „neue“ Arena im ehemaligen Inlandsschlachthof zu, in Wien-Alsergrund entsteht das WUK/Werkstätten und Kulturhaus, in der Gassergasse ein autonomes Kultur- und Kommunikationszentrum mit Werkstätten, Proberäumen und einer Alternativschule. Dieses wird jedoch nach zwei Jahren wegen Anrainerbeschwerden und Vorwürfen des Drogenmissbrauchs gewaltsam geräumt. Ein Teil der Aktivisten wechselt in den 6. Bezirk und lebt in der Aegidigasse/Spalowskygasse in alternativen Hausgemeinschaften. Auch hier kommt es zu einem gewaltsamen Ende. 1990 wird das Ernst-Kirchweger-Haus in Favoriten besetzt, wo die Forderung nach Selbstverwaltung bis heute Platz gefunden hat.

    Besetztes Amerlinghaus 1975, Foto: Karl Heinz Koller, Sammlung Wien Museum

    Zahlreiche Plakate und Flugblätter, sowie eine Vielzahl an Fotos – die umfangreiche Chronik des Arena-Sommers, dokumentiert von Peter Hirsch/Arena-Photogruppe – und Fernseh-Dokumentationen finden in der Ausstellung ihren Niederschlag für die Nachwelt. Manche Aktivisten und Künstler von einst, die damals am Beginn ihrer Laufbahn und Karriere standen, werden sich anhand der Veröffentlichungen wieder finden. Besetzer und Politiker, entweder vor Ort oder im Zuge von öffentlichen Anhörungen, kommen zu Wort und der geneigte Besucher kann sich selbst ein leb- und leibhaftiges Bild darüber machen, wie das damals abgelaufen ist. Am Ende gewinnt immer die Staatsmacht, dies ist selbst heute noch unbestritten. Dennoch wird es immer wieder Menschen geben, die teilweise friedlich, ihren Träumen, Plänen und Zielen vehement Nachdruck verleihen werden.

    ARENA Wien heute (2025)
    https://arena.wien

    Zur Geschichte der Arena Wien
    https://magazin.wienmuseum.at/zur-geschichte-der-arena-wien

    Zur Geschichte der Arena Wien

    16.9.2024 von Constanze C. Czutta - Dass die „Arena Wien“ einst Teil eines Schlachthofes war, ist bekannt. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass in St. Marx ein Schlachthof gebaut wurde? Und wie kam es zur Besetzung 1976? Ein historischer Rückblick – vom Schlachthauszwang bis zum Denkmalschutz.

    Wien zählt seit kurzem wieder zwei Millionen Einwohner:innen. Das letzte Mal, dass die Bevölkerungsdichte diesen Höhepunkt erreichte, war um 1900. Im 19. Jahrhundert zogen, durch die rasanten baulichen Entwicklungen in der Stadt, zahlreiche Arbeiter:innen aus allen Ecken der Monarchie nach Wien und schufen u.a. die Prachtbauten und -straßen der kaiserlichen Residenzstadt, obwohl sie selbst in bitterer Armut leben mussten.

    Mit dem Bevölkerungswachstum änderten sich auch die Anforderungen an die tägliche Versorgung. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war deutlich geworden, dass die bestehende Infrastruktur für die schnell wachsende Stadt nicht mehr ausreicht und außerdem veraltet war. Die industrielle Entwicklung war zwar schon seit langem im Gange, doch Wien wurde zu einem großen Teil noch immer von Gemüsebauern, Handwerksbetrieben und Fleischern mit privaten Schlachtstätten in Innenhöfen oder an Brücken versorgt. Die Tiere kamen aus den Kronländern und wurden in der Stadt auf öffentlichen Straßen zu den Fleischhauern getrieben. Die Stadt suchte nach zeitgemäßen Lösungen und fand sie in anderen europäischen Großstädten, vor allem Paris.

    Dort hatte Napoleon in kurzer Zeit fünf große Schlachthöfe nach bewährtem französischen System erbauen lassen. Neu war daran der sogenannte Schlachthauszwang per Gesetz, der das Schlachten außerhalb der städtischen Schlachtanlagen verbot. Ein Schritt zu mehr Hygiene in der Stadt war damit getan.

    Der erste Schlachthof in St. Marx an der Viehmarktgasse, um 1848. Der Weg am linken Bildrand ist die heutige Schlachthausgasse. Quelle: Faksimile einer Druckgrafik, Mitte des 19. Jahrhunderts, Privatarchiv

    Nach umfangreichen Studienreisen ließ das Wiener Stadtbauamt 1848 zwei für Wien neuartige Schlachthofanlagen errichten. Eine in Gumpendorf und eine in St. Marx am östlichen Stadtrand. Der rege Reise- und Handelsverkehr führte dort seit der Antike über die spätere Simmeringer Hauptstraße, die Landstraßer Hauptstraße und den Rennweg und wurde zur Kontrolle und Mautabgabe an den Stadtgrenzen gebündelt. Das St. Marxer Tor war die östliche Einlassstelle und entwickelte sich von einer mittelalterlichen Kapelle (St. Markus) mit Siechenhaus zum späteren Bürgerspital. Im 18. und im beginnenden 19. Jahrhundert entstanden neben den Versorgungseinrichtungen Viehstände samt Schlachtstätte.

    Bürgerspital und Versorgungshaus am St. Marxer Tor, 1835. Quelle: Carl Graf Vasquez (Herausgeber): „Kais. Königl. Polizey Bezirk Landstrasse: bestehend aus den Vorstädten Landstrasse, Erdberg und Weissgärber nebst 14 Ansichten der vorzüglichsten Gebäude von Carl Graf Vasquez“, um 1835, Wien Museum Inv.-Nr. 19436/4

    Der erste Schlachthof in St. Marx an der Viehmarktgasse, um 1848, Ansichtskarte, um 1898, Wien Museum Inv.-Nr. 179991

    Die Anhöhe bot viel Platz und Durchlüftung und ließ das unliebsame Gewerbe an den Rand der Stadt und der Gesellschaft verschwinden.

    Zentralviehmarkt-Anlage, 1910 - Quelle: Paul, Martin. Technischer Führer durch Wien. Wien, 1910

    Die Stadt baute weitere Schlachthäuser, da auch in Österreich der Schlachthauszwang eingeführt wurde. St. Marx wurde mehrmals stark erweitert und entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zum größten Schlachthof und Viehmarkt Europas, dem St. Marxer Central-Viehmarkt mit Platz für zigtausende Tiere. Und eine Brauerei. Doch auch dieser gigantische Versorgungskomplex reichte nicht aus und am untersten Ende des Zentralviehmarktes, am heutigen Franzosengraben, wurde der Bau einer neuen Schweineschlachtstätte geplant.

    Der Bauplatz des neuen Schweineschlachthauses, dessen denkmalgeschützte Reste die heutige Arena bilden, befindet sich in einem ehemaligen Überschwemmungsgebiet, das erst dauerhaft bebaut werden konnte, als die Donauregulierung 1884 abgeschlossen war. Jahrhundertelang formte das Wasser dort Flüsse, Bäche und Inseln, die zum Teil als Kuhweiden benutzt wurden. Die Arena war sozusagen mal eine Insel.

    Das neu errichtete neue städtische Schweineschlachthaus an der Baumgasse, 1910. Quelle: Die Gemeindeverwaltung des Reichgaues Wien. Wien, 1910

    Nach Jahren des Verhandelns und Planens wurde das neue städtische Schweineschlachthaus 1908-10 unter der Leitung des Bauingenieurs Max Fiebiger auf aufgeschüttetem Terrain errichtet. Die hinteren Hallen (Stallungen, Schlachthallen, Darmwäscherei) bestanden nur bis Ende der 1970er Jahre. In der angrenzenden Durchfahrt konnten die Schweinehälften in Autos verladen oder weiter in die beiden großen Kühlhallen gebracht werden. Auch die Kühlhallen sind nicht mehr existent und markieren den Platz des heutigen Open Air Geländes.

    Die heutige große Halle beherbergte Kessel- und Maschinenhaus, Werkstätten und Lager. Das Gebäude der Sterilisierungsanstalt, der langgestreckte, niedrige Bau, wo heute die kleine Halle und der Dreiraum weiteren, kleineren Konzerten Platz geben, wurde 1926 um die sogenannte Freibank erweitert.

    Fleisch, das von seuchenverdächtigen oder verunfallten Tieren stammte, musste gesondert behandelt und in ausschließlich dafür vorgesehenen Verkaufsstellen – der Freibank, verkauft werden. Einkommensschwächere, von Armut Betroffene, kauften dort günstiges Fleisch, das genießbar gemacht wurde und nicht mit dem üblichen Schlachtbetrieb in Berührung kommen durfte.

    Trotz hohem technischen und hygienischen Niveau veränderte sich vieles immer schneller, es folgten neue wissenschaftliche Erkenntnisse, neue Gesetze, Adaptierungsmaßnahmen. Bald nach dem Ersten Weltkrieg konnte das neue Schweineschlachthaus nicht mehr mithalten. Vor allem in den USA waren die riesigen, mehrstöckigen Schlachtfabriken, die aus den Handwerker:innen des Fleischergewerbes Arbeiter:innen unterster Klasse machten, durch ihre rationalisierte Fließbandarbeit ein maßgebendes Vorbild für die Industrialisierung der Schlachtung. Fleischimporte wurden billiger.

    Nach der Wiederinstandsetzung des Schlachthauses nach dem Zweiten Weltkrieg gingen Schlachtungen im Allgemeinen so stark zurück, dass viele Schlachthöfe geschlossen wurden. 1997 wurden schließlich auch die Schlachtungen am Zentralviehmarkt beendet. Eine Brache fand hier eine Heimstatt, so entstand durch Umnutzung und Neubebauung Neu Marx.

    Und wie kam es zur Arena-Bewegung? Und was hat sie für den Denkmalschutz geleistet? Was konnte sie für die Jugendkultur und für die Kulturpolitik der Stadt Wien nachhaltig bewirken?

    Wien war in den 1970er Jahren eine konservative, zubetonierte Stadt. Die traditionsreiche Hochkultur wurde nach wie vor gefördert; die Alternativ-, Sub- und Jugendkultur ging leer aus. Feste gesellschaftliche Normen, Arbeitslosigkeit und Chancenlosigkeit lösten Frustration bei der Jugend und unter den Kunst- und Kulturschaffenden aus. In Musik, Literatur, Theater oder bildender Kunst fanden sie ihren Ausdruck. Dafür brauchte es nicht nur Platz in der Gesellschaft, sondern auch einen physischen Ort.

    Als in den Nachkriegsjahrzehnten europaweit zahlreiche Industrieanlagen stillgelegt wurden, boten sich Möglichkeiten an, diese Gebäude zu erhalten und anderweitig zu gebrauchen. In ganz Europa engagierten sich Menschen, die sich für kulturelle Umnutzungen und die Belebung ihrer Stadtteile einsetzten. Manchmal durch Bürger:innenbeteiligung, manchmal leiser, manchmal laut.

    Die Arena-Bewegung geht auf die alternative Kulturinitiative Festwochen Arena zurück. Sie lief parallel zu den Wiener Festwochen bereits 1970. Als die Veranstaltung 1976 bereits zum zweiten Mal im ehemaligen Kontumazmarkt und Seuchenhof an der Döblerhofstraße im Bezirk Landstraße stattfand und man von den Verkaufs- und Abrissplänen durch den Finanz- und Immobilienspekulanten Leopold Böhm, dem Erben der Modekette Schöps, erfuhr, beschlossen die „Arenaut:innen“ spontan zu bleiben. Das Warten, Suchen und Bitten nach einem dauerhaften Platz für Alle von Allen sollte spontan enden.

    Die Gelegenheit war perfekt.

    Besetzung der Arena: „Große Halle“, 29.06.1976, Foto: Heinz Riedler, Wien Museum, Inv.-Nr. 301366/8

    Der Kontumazmarkt und Seuchenhof war 1916-1922 etwas abseits und getrennt von der großen Zentralviehmarkt-Anlage, ebenfalls von Bauingenieur Max Fiebiger, erbaut. Der achtmal größere Kontumazmarkt (Kontumaz = Quarantäne) war für die Beherbergung und Schlachtung von Tieren, die aus seuchenverdächtigen Gebieten kamen, errichtet worden.

    Die Größe des später so genannten Auslandsschlachthofs bot allen Vorstellungen und Bedürfnissen Platz. Im Juni 1976 wurde das gesamte Gelände besetzt und spontan für neue Bedürfnisse adaptiert, nach den Ideen derer, die zur Besetzung geblieben, und jener, die extra zur Hilfe kamen. Innerhalb von drei Monaten entstanden zahlreiche kulturelle und soziale Einrichtungen wie ein Literaturcafé, ein Frauenhaus, Werkstätten, Bühnen, Ateliers, Galerien, eine Volksküche, ein Kinderhaus oder ein Teehaus. Gemeinsam leben, gemeinsam schaffen – so lautete das Motto.

    Besetzung der Arena: Die Kommunikationszentrale, 31.07.1976, Foto: Heinz Riedler, Wien Museum, Inv.-Nr. 301366/173

    Arena: vermutlich „entlaufene Heimkinder“, Foto: Heinz Riedler, Wien Museum, Inv.-Nr. 301366/226

    Auch obdachlose Kinder und Menschen, die aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen waren, wurden aufgenommen und arbeiteten mit. Experimentelle Literatur fand einen Platz, unangepasste bildende Kunst, widerständige Lieder und Revolutionstheater erweiterten und bereicherten das graue Wien. Die Medien berichteten beinahe täglich, und die Bevölkerung spendete Essen, Geld- und Sachleistungen. Konservative sehnten sich allerdings beim Anblick der langhaarigen Unbequemen nach vergangenen Zeiten.

    Abbruch des Arena-Geländes im Herbst 1977, Foto: Heinz Riedler, Inv.Nr. 301366/327

    Das Gelände wurde schließlich im Oktober 76 geräumt und die Gebäude abgerissen. Die Besetzer:innen verstummten dennoch nicht und setzten ihre Demonstrationszüge in der Stadt fort. Die Stadtregierung trat daher in Verhandlungen mit den „Arenaut:innen“, die ihre Forderungen präzise darlegten, was eine fundierte Basis für Gespräche bot. Bevor die Wahl auf das heutige Arena-Gelände fiel, wurden das Schloss Neugebäude und eine Meidlinger Lederfabrik angeboten. Beides wurde von Seiten der „Arenaut:innen“ abgelehnt. Auch das heutige Areal fand zunächst keinen Zuspruch, wurde aber letztlich unter mehreren Bedingungen angenommen.

    Vielleicht das älteste Graffito Wiens (sieht man von Joseph Kyselak ab)? - Quelle: Privat

    Dieses als Inlandsschlachthof bezeichnete ehemalige Schweineschlachthaus befand sich aber in teils nicht betretbarem Zustand. Und die von hunderten BesetzerInnen übriggebliebene Kleingruppe Unerschrockener sollte mit Teilabrissen und Behinderungsaktionen aus dem 1977 übergebenen Schlachthaus vertrieben werden.

    Einer aus der kleinen Gruppe an Besetzer:innen war Dieter Schrage, ein als „Berufsjugendlicher“ bezeichneter deutscher Kulturwissenschaftler und -aktivist, der Texte zur basisdemokratischen Selbstverwaltung von Kulturvereinen und die heute noch gültigen Vereinsstatuten des Vereins Forum Wien Arena verfasst hat. Er brachte die Arena-Bewegung als erster Obmann in eine neue Zeit an einem neuen Ort.

    2026 wird die Arena ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Jährlich führt sie rund 200 Veranstaltungen und 30 Open Airs durch, subventioniert und unterstützt von der Stadt Wien. Doch der Anfang war schwer und erst nach drei Jahren der notdürftigen Sanierungsmaßnahmen konnte 1980 mit dem regulären Veranstaltungsbetrieb begonnen werden.

    Von Drahdiwaberl bis Nirvana

    Bereits zu Beginn traten die Größen der österreichischen Literatur- und Musikszene auf. Internationale Bands kamen dazu. Allein bis 1992 traten z.B. Bad Religion, Black Sabbath, Faith No More, John Lee Hooker, Little Richard, Nirvana, Sepultura, Screaming Jay Hawkins, Nick Cave, Tracy Chapman, Iggy Pop oder Van Morrison auf. Auch die Festwochen Arena. Die heimische Punkszene war mit Bands wie Chuzpe, die Böslinge oder Stefan Weber (Drahdiwaberl) vertreten. Später kamen unter anderem Motörhead, Ringo Starr, Alice Cooper, Slayer, Billy Idol, Thin Lizzy, Moby oder Blondie hinzu.

    „Alle, die mittun, können mitbestimmen.“ und „Wir arbeiten gemeinsam. Wir feiern gemeinsam.“ – das waren die Leitsätze, trotzdem kennzeichneten weitere Probleme den Beginn des neuen Kulturvereins. Es musste Stück für Stück gelernt werden, was gelebte Basisdemokratie, antiautoritäre Selbstverwaltung für einen laufenden Kulturbetrieb bedeuten. Gesprächsintensive, stundenlange Plena führten oft zu keinen Entscheidungen und kurze Zeit gab es sogar zwei befeindete Vorstände.

    Trotz der Hürden entstanden auch periodisch wiederkehrende Veranstaltungen: Das Iceberg, das Arena Sommerkino, das Mainframe, der Circus, die Bierwoche, zum Schluss die Roadtrip-To-Outta-Space-Reihe. Außerdem Deutschkurse, Lehrlingsausbildung und größere Benefizveranstaltungen (Bock auf Kultur, Nacht gegen Armut mit Patti Smith) – aber auch kleinere wie z.B. für die Operation eines Arena-Hundes.

    Spektakuläre Sportveranstaltungen wie Freerunning, BMX oder Snowboard Contests, Skatefest, Wrestling oder die cyberpunkige Performancekunst von DNTT-Feuerzirkus oder Mutoid Waste Company brachten noch mehr Veranstaltungsvielfalt. Kleineren Bands wird mit dem kleinsten Konzertraum, dem Arena Beisl, oderdem Dreiraum und Proberäumen weiterhin Unterstützung geboten.

    Open-Air Gelände vor der Abgrabung und das Beisl, um 1994, Foto: Arena Archiv

    Das zuvor ebene Open Air Gelände, das erst durch den Abriss der historischen Kühlhallen nach dem Einzug entstand, wurde in den 1990ern abgegraben, später die große Halle um- und dann eine neue, größere Open Air Bühne aufgebaut. Die Bühne erfuhr ihre letzte, technische Adaptierung 2024 durch eine neue Soundanlage, die die Stadt Wien subventionierte.

    Ohne die einstige Besetzung würde es die Arena nicht geben. Vielleicht in anderer Ausführung an einem anderen Ort. Aber die Umnutzung der historischen Industrieanlage hat die Architektur gerettet. Diese zahlreichen nachfolgenden Bewegungen erkannten darin das Potential zur Definierung eines neuen Kulturbegriffs mit Symbol- und Vorbildcharakter. Vielzählige Unterschutzstellungen und kulturelle und soziale Umnutzungen folgten. Vieles ist der Arena Wien ähnlich; nichts steht in einer Reihe mit ihr. Seit 1997 stehen die Gebäude auch auf Grund der „weitgehend vollständig erhaltenen Sichtziegelfassaden“ unter Denkmalschutz.

    Der „Arena-Fries“, Foto: Arena Archiv

    Sichtziegelbauweise findet man im Wien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr häufig, vor allem an kommunaler und industrieller Architektur. Die durch die rohen Ziegel geprägten Fassaden wurden durch variantenreiche Ziegelfriese, Zierbänder und -formen, optisch gegliedert und ästhetisch gestaltet. In unmittelbarer Umgebung z. B. die Gasometer des ehemaligen Gaswerks. Und an den Gebäuden in der Arena. Besonders bemerkenswert ist eine bestimmte, momentan nur in der Arena vorkommende Friesform: Der Arena-Fries, der durch 45° über Eck gestellte Ziegel in 3 Reihen eine stilisierte Blume oder ein Kreuz (je nach Schattenwirkung) zeigt.

    Die große Halle – das ehemalige Kessel- und Maschinenhaus, 2013, Foto: Arena Archiv

    Die Frage nach dem Architekturvorbild der großen Halle lässt sich leichter lösen. Die deutlich in zwei niedrigere „Seitenschiffe“ und das mittlere, höhere „Hauptschiff“ aufgeteilte Fassade weist auf die Bauweise einer Basilika hin. Im Zuge des Historismus wurde der basilikale Aufriss vielfach in der Industriearchitektur, oft an Maschinenhäusern, verwendet. Eine Anbetung der Maschinen des industriellen Zeitalters.

    Trotz der Besonderheiten des Areals der Arena Wien ist sie kein (Freilicht-)Museum, sondern ein lebendiges Denkmal zur Stadtgeschichte. Der Verein bemüht sich, den Charakter auch in seinen Einzelteilen zu bewahren und in den Betrieb einzugliedern. Nachts wird die fehlende Pförtnerhausuhr an ihre Originalstelle projiziert, ein alter Aufzugsmotor durch Beleuchtung in den Gastraum integriert oder neue Beeteinfassungen mit dem Arena-Fries versehen.

    Blumenbeet mit neuem Arena-Fries, um 2000 gebaut von den neuen ArenautInnen, 2013, Foto: Arena Archiv

    Die Besonderheit und Notwendigkeit des Fortbestands des Areals und des Vereins zeigt sich nicht nur durch die Geschichte, sondern auch durch ihre Betreiber:innen und durch die Anerkennung der Bevölkerung. Auf Rebellion und Leidenschaft gebaut, entwickelte sich die Arena zum größten alternativen Kultur- und Jugendverein: „Entertainment & Confrontation“ für Alle!

    Hinweis: Zum 50-Jahr-Jubiläum der Arena 2026 wird eine große Publikation zur Geschichte des Areals erscheinen. Das Publikatiosprojekt wird von der Autorin dieses Beitrags koordiniert.

    Constanze C. Czutta (*1980) ist Kunsthistorikerin in Wien, wissenschaftliche Redakteurin bei der Online-Plattform für Industriedokumentation schlot.at und bei Schmiedetechnik Steiner für Forschung und Dokumentation zuständig. Sie arbeitet aktuell an einer Publikation über die Geschichte der Arena Wien.

    Sankt Marx | Historische Bilder (IMAGNO) | Bilder im Austria-Forum
    https://austria-forum.org/af/Bilder_und_Videos/Historische_Bilder_IMAGNO/Sankt_Marx

    #Autriche #Vienne #abattoir #squats #centre_culturel

  • ARENA BESETZT | sixpackfilm
    https://www.sixpackfilm.com/de/catalogue/1986

    Der Film zeigt anhand von Material, welches während der Besetzung der Arena im Sommer 1976 entstanden ist, die Organisation kollektiver Arbeit, die Verhandlungen mit der Gemeinde und schließlich den Abriss der Gebäude. Er ruft in Erinnerung, wie eine Generation durch das Engagement in der Arenabewegung politisiert wurde.

    Orig. Titel
    ARENA BESETZT
    Jahr 1977
    Land Österreich
    Länge 77 min
    Regie Franz Grafl, Josef Aichholzer, Ruth Beckermann
    Kategorie Dokumentarfilm
    Orig. Sprache Deutsch

    Arena Wien 1976
    https://www.youtube.com/watch?v=1sLVKSo6ZtU

    ArenaTheater
    https://www.youtube.com/watch?v=YbZ-hJVpK0U

    Leonard Cohen - Un As Der Rebbe Zingt - Yiddish song (live at Arena, Vienna, 1976)
    https://www.youtube.com/watch?v=4z82ia-5_tM

    Legendary Leonard Cohen performs the beautiful Yiddish song „Un As Der Rebbe Zingt” at Arena, Vienna, 1976.
    lyrics :

    Az der Rebbe tantst (When the Rabbi dances)
    Az der Rebbe tantst
    Tantsn ale Khasidim (All the Hasidim dance)
    Tantsn ale Khasidim
    Ay didi day didi day, ay didi day didi day
    Tantsn ale Khasidim
    Ay didi day didi day, ay didi day didi day
    Tantsn ale Khasidim

    Az der Rebbe zingt (When the Rabbi sings)
    Zingen ale Khasidim (All the Hasidim sing)
    Tshiri biri bim tshiri biri bom
    Zingen ale Khasidim

    Az der Rebbe trinkt (When the Rabbi drinks)
    Trinken ale Khasidim (All the Hasidim drink)
    Yaba baba bay
    Lekhayim ! Yaba baba bay
    Lekhayim ! To life !
    Trinken ale Khasidim

    Az der Rebbe lakht (When the Rabbi laughs)
    Lakhn ale Khasidim (All the Hasidim laugh)
    Ha ha...
    Lakhn ale Khasidim

    Az der Rebbe veynt (When the Rabbi cries)
    Veynen ale Khasidim (All the Hasidim cry)
    Oy oy oy oy oy vey’z mir, oy oy...Oh, woe is me
    Veynen ale Khasidim

    Az der Rebbe shloft (When the Rabbi sleeps)
    Shlofn ale Khasidim (All the Hasidim sleep)

    Az der Rebbe tantst! (When the Rabbi dances)
    Tantsn ale Khasidim (All the Hasidim dance)
    Ay didi day didi day, ay didi day didi day
    Tantsn ale Khasidim.

    #Autriche #Vienne #abattoir #squats #centre_culturel

    • Mattatoio

      Esser gentili con chi è alla nostra mercé:
      Ecco l’unico esame morale
      Noi buoni, noi civili, razionali come siamo
      La violenza ci fa orrore ma ce ne nutriamo
      E non riusciamo a farne senza

      E ci scanniamo su ogni piccola cosa
      Ma siamo sempre tutti concordi
      Che ammazzare non è peccato, torturare non è male
      Mutilare e violentare si può fare
      Se a soffrire è solo un animale

      La lama che incide, il chiodo che esplode
      Il sangue che cola
      Non vedi e non colleghi con quello che ti infili in gola
      Ti serve vedere la lama che incide, il chiodo che esplode
      Il sangue copioso che cola
      E non capisci che di uomo o di vacca è uguale
      Di uomo o di cane, di pesce o di maiale
      Ti serve sentire l’urlo straziato, il suo ultimo fiato
      Il suo corpo in gabbia ad impazzire martoriato
      O appeso a un gancio per le caviglie
      I tendini esposti, i nervi recisi, i muscoli scuoiati
      Gli organi strappati, i battiti del cuore non ancora finiti?

      Quanto tempo può servire
      Perché ciò che è più ovvio e morale
      Divenga compreso, divenga normale...
      Intanto gioca col tuo cucciolo mentre divori suo fratello
      Bevi il latte di suo figlio
      Lo incateni in fondo a un buco per devastarlo meglio

      Perché costa fatica un poco di coerenza
      Un briciolo di empatia, di pietà, di intelligenza
      Così meglio non pensarci che ogni giorno della tua vita
      Per abitudine, per tradizione, per capriccio, per la colazione
      Tu paghi per ammazzare, per dilaniare
      Per farli macellare, sventrare, segregare, massacrare
      Senza alcun bisogno reale

      #abattoir

  • Mayenne : « Des vaches découpées alors qu’elles sont encore vivantes », selon l’association L214 qui porte plainte contre un abattoir de Craon
    https://www.francetvinfo.fr/animaux/bien-etre-animal/maltraitance-dans-les-abattoirs/mayenne-des-vaches-decoupees-alors-qu-elles-sont-encore-vivantes-selon-

    L214 publie de nouvelles vidéos. Sur des images de l’abattoir municipal de Craon en Mayenne, l’association assure qu’on y voit « des vaches [qui] commencent à être découpées alors qu’elles sont encore vivantes, elles réagissent aux coups de couteau et à la pince guillotine lors de la découpe de leurs pattes, de leurs cornes ou de leur tête ». L214 pointe du doigt « l’absence d’intervention des services vétérinaires », qui, selon l’association de défense des animaux, « expliquent en partie cette situation effroyable ».

    France Bleu Mayenne a pu regarder ces vidéos transmises à la presse et décrit « une vache dont la corne se coince dans une grille d’affalage ». A ce moment-là, poursuit France Bleu Mayenne, « les opérateurs interviennent et finissent par égorger la bête encore vivante ». L214 porte également plainte pour les infractions commises par l’employeur envers ses salariés, dans la mesure où, selon l’association, ceux-ci se mettraient en danger « au moment de l’étourdissement des veaux, de l’accrochage des bovins, et de la saignée des animaux ».

    France Bleu Mayenne fait savoir que la mairie de Craon communiquera jeudi 18 janvier via un communiqué. Une délégation de L214 se rendra le même jour à 10h devant l’abattoir municipal dans l’espoir de rencontrer la direction. La préfecture de Mayenne indique que les services du ministère de l’Agriculture sont en train d’analyser les vidéos diffusées par L214.

    Article complété par :

    https://www.francebleu.fr/infos/faits-divers-justice/des-images-dignes-d-un-film-d-horreur-une-plainte-deposee-par-l214-contre

    Et aussi (et surtout) https://www.l214.com/communications/18-eqt-abattoir-craon-animaux-decoupes-vivants

    #agroindustrie #abattoirs #département_de_la_Mayenne #élevage #boucherie #viande

    https://www.openstreetmap.org/way/75972128

    • La municipalité de Craon monte au créneau pour défendre ses abattoirs municipaux en accusant L214 d’avoir publié un faux :

      L’association L214 a publié des images qu’elle aurait tournées dans l’abattoir municipal de Craon, ce jeudi 18 janvier 2024. Elle y dénonce les conditions de mises à mort des animaux. Des accusations réfutées en bloc par la Ville de Craon, qui rappelle que de lourds investissements ont été menés pour répondre « aux nouvelles normes en termes de bientraitance animale ». La préfecture affirme de son côté que les installations présentées dans la vidéo ne sont pas celles actuellement en service.

      https://laval.maville.com/actu/actudet_-abattoir-en-mayenne-vise-par-l214-les-installations-presente

  • Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky), Les Abattoirs, Die Weltbühne, 08.09.1925, Nr. 36, S. 367
    http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1925/Les+Abattoirs

    Ein grüngrauer, stumpfer Himmel liegt über La Villette, dem Arbeiterviertel im Nordosten der Stadt. Ein Stückchen Kanal durchschneidet quer die Straßen, von hier fahren die Kähne mit dem Fleisch durch rußige Wiesen. Es ist sieben Uhr früh.

    Gegenüber dem begitterten Eingang zu den dunkeln Gebäuden des Schlachthofes hocken, sitzen, bummeln vor den Caféhäusern merkwürdige Männer und Frauen. Viele haben blutbespritzte Hosen, blutgetränkte Stiefel, ein grauer Mantel bedeckt das ein wenig. Einer ist nur in Jacke und Hose, unten ist er rot, als habe er in Blut gewatet, auf dem Kopf trägt’ er eine kleine, runde, rote Mütze – er sieht genau aus wie ein Gehilfe von Samson. Er raucht. Eine Uhr schlägt.

    Die Massen strömen durch die große Pforte, hinten sieht man eine Hammelherde durch eine schattige Allee trappeln, mit raschen Schritten rücken die Mörder an. Ich mit.

    Über den großen Vorhof, flankiert von Wärter- und Bürohäuschen, an einer Uhrsäule vorüber, hinein in die ›carrés‹. Das sind lange Hallen, nach beiden zugigen Seiten hin offen, hoch, mit Stall-Löchern an den Seiten. Hier wird geschlachtet. Als ich in die erste Halle trete, ist alles schon in vollem Gange. Blut rieselt mir entgegen.

    Da liegt ein riesiger Ochs, gefesselt an allen vieren, er hat eine schwarze Binde vor den Augen. Der Schlächter holt aus und jagt[205] ihm einen Dorn in den Kopf. Der Ochse zappelt. Der Dorn wird herausgezogen, ein neuer, längerer wird eingeführt, nun beginnt das Hinterteil des Tieres wild zu schlagen, als wehre es sich gegen diesen letzten, entsetzlichen Schmerz.

    Eine Viertelminute später ist die Kehle durchschnitten, das Blut kocht heraus. Man sieht in eine dunkle, rote Höhle, in den Ochsen hinein, aus dem Hohlen kommt das Blut herausgeschossen, es kollert wie ein Strudel, der Kopf des Ochsen sieht von der Seite her zu. Dann wird er gehäutet. Der nächste.

    Der nächste hat an der Stalltür angebunden gestanden mit seiner Binde. Die ist ihm jetzt abgenommen, er schnüffelt und wittert, mit geducktem Hals sieht er sich den Vorgänger an, der da hängt, und beriecht eine riesige weiße Sache: einen Magen, der, einer Meeresqualle gleich, vor ihm auf dem Steinboden umherschwimmt.

    Auf einem Bock liegen drei Kälbchen mit durchschnittenen Kehlen, noch lange zucken die Körper, werfen sich immer wieder. Rasch fließt das Blut mit Wasser durchmischt in den Rinnsalen ab. Dort hinten schlachten sie die Hammel.

    Zu acht und zehn liegen sie auf langen Böcken, auf dem Rücken liegen sie, den Kopf nach unten, die Beine nach oben. Und alle diese vierzig Beine schlagen ununterbrochen die Luft, wie eine einzige Maschine sieht das aus, als arbeiteten diese braunen und grauen Glieder geschäftig an etwas. Sie nähen an ihrem Tod. In der Ecke stehen die nächsten, sie sind schon gebunden, schnell nimmt der Schlächter eins nach dem andern hoch und legt es vor sich auf den Bock. Kein Schrei.

    Drüben in der nächsten Halle wird à la juive geschlachtet. Der Mann, der schachtet, ist aus dem Bilderbuch, ein Jude: ein langes, vergrämtes Gesicht mit einem Käppchen, in der Hand hat er einen riesigen Stahl, scharf wie ein Rasiermesser. Er probt die Schneide auf dem Nagel, er nimmt irgendeine religiöse Förmlichkeit mit ihr vor, seine Lippen bewegen sich. Die süddeutschen Gassenjungen übersetzten sich dies Gebet so: I schneid di nit, i metz di nit, i will di bloß mal schächte!

    Hier wird das Tier nicht vorher getötet und dann zum Ausbluten gebracht, sondern durch einen Schnitt getötet, so daß es sich im Todeskampf ausblutet. Ich bin auf den Schnitt gespannt.

    Der Ochse ist an den Vorderbeinen gefesselt, durch den Raum laufen über Rollen die Stricke, und zwei Kerls ziehen langsam an. Der Ochse strauchelt, schlägt mit den Beinen um sich, legt sich. Der Kopf hängt jetzt nach unten, die Gurgel strammt sich nach oben . . . Der Jude ist langsam nähergekommen, den Stahl in der Hand. Aber wann hat er den Schnitt getan –? Er ist schon wieder zwei Meter fort, und dem Ochsen hängt der Kopf nur noch an einem[206] fingerbreiten Streifen, das Blut brodelt heraus wie aus einer Wasserleitung. Das Tier bleibt so länger am Leben, unter der Rückenmuskulatur arbeitet es noch lange, fast zwei und eine halbe Minute. Ob es bei diesem System, wie behauptet wird, länger leidet, kann ich nicht beurteilen. Das Blut strömt. Erst dunkelrotes, später scharlachrotes, ein schreiendes Rot bildet seine Seen auf dem glitschrigen Boden. Nun ist das Tier still, der Augenausdruck hat sich kaum verändert. Neben ihm hat sich jetzt ein Mann auf den Boden gekniet, der das Fell mit einer Maschine ablöst. Sauber trennt der Apparat die Haut vom Fleisch, die Maschine schreit, es hört sich etwa an, wie wenn ein Metall gesägt wird, es kreischt. Dann wird dem riesigen Leib ein Schlauch ins Fleisch gestoßen, langsam schwillt er an: es wird komprimierte Luft eingepumpt. Das geschieht, wird gesagt, um die Haut leichter zu lösen. Es hat aber den Nachteil, daß diese Luft nicht rein ist, und das Fleisch scheint so schneller dem Verderben ausgesetzt zu sein. Und es hat den Vorteil, daß sich die Ware, da die Luft nicht so schnell entweicht, im Schaufenster besser präsentiert.

    Karrees und wieder Karrees – der Auftrieb auf dem benachbarten Viehmarkt, der zweimal wöchentlich stattfindet, ist stark genug: gestern waren es 13000 Tiere. Paris ist eine große Stadt, und es gibt nur noch kleinere Abattoirs, wie das an der Porte de Vaugirard, und eines nur für Pferde in Aubervilliers. Jetzt ist das Pferdefleisch annähernd so teuer wie das reguläre – der Verbrauch hat wohl etwas nachgelassen. La Villette hat das größte Abattoir – keineswegs das modernste –, mit dem in Nancy und den großen Musterschlachthöfen in Amerika und Deutschland nicht zu vergleichen.

    Stallungen und Stallungen. Viele Tiere sind unruhig, viele gleichgültig. An einer Stalltür ist ein Kalb angebunden, das bewegt unablässig die Nüstern, etwas gefällt ihm hier nicht. Zehn Uhr zwanzig, da ist nichts zu machen. Ein Ochse will nicht, er wird furchtbar auf die Beine geschlagen. Sonst geht alles glatt und sauber und sachlich vor sich. An einer Tür stehen zwanzig kurz abgeschnittene Rinderfüße, pars pro toto, eine kleine Herde. Hier liegt ein Schafbock und kaut zufrieden Heu. Es ist ein gewerkschaftlicher Gelber.

    Der wird an die Spitze der kleinen Hammelherden gesetzt, die da einpassieren, er führt sie in den Tod; kurz vorher verkrümelt er sich und weiß von nichts mehr, der Anreißer. Er ist ganz zahm und kommt immer wieder zu seinem Futterplatz zurück. Dafür schenkt man ihm das Leben. Das soll in den letzten Jahren schon mal vorgekommen sein.

    Hier im großen Stall ist ein Pferch ganz voll von Schafen. Sie werden wohl gleich abgeholt, sie stehen so eng aufeinander, daß sie sich überhaupt nicht bewegen können, und sie stehen ganz still. Sie sehen stumm auf, kein Laut, hundertzwanzig feuchte Augen sehen dich an. Sie warten.

    [207] Durch Stallstraßen, an Eisfabriken und Konservenfabriken vorüber, zu den Schweinen. Eine idyllische Hölle, eine höllische Idylle.

    In dem riesigen, runden Raum brennen in den einzelnen Kojen, die durch Bretterwände abgeteilt sind, große Strohfeuer. Die Rotunde hat Oberlicht, und die Schlächter, die Männer und Frauen, die die Kadaver sengen, sehen aus wie Angestellte der Firma Hephästos & Co. Die Schweine rummeln in den Kojen, durchsuchen das Stroh – der Schlächter mit einem großen Krockethammer tritt näher, holt, heiliger Hodler! weit aus und schlägt das Tier vor den Kopf. Meist fällt es sofort lautlos um. Zappelt es noch, gibt er einen zweiten Schlag, dann liegt es still. Keine Panik unter den Mitschweinen, kein Laut, kein Schrecken. Draußen, in den Ställen drumherum, schreien sie, wie wenn sie abgestochen werden sollen – hier drinnen kein Laut. Dem toten Schwein werden von Frauen die Borsten ausgerupft, mit denen du dich später rasierst, dann wird es ans Feuer getragen und abgesengt. Die schwarzen Kadaver, auf kleinen Wägelchen hochaufgeschichtet, fahren sie in den Nebensaal, wo man sie weiterverarbeitet. Hier, wie bei den Rindern, stehen Leute mit Gefäßen, die fangen das Blut auf. Das Blut raucht, es ist ganz schaumig, sie rühren ununterbrochen darin, damit es nicht gerinnt.

    Die Schlächter stehen sich nicht schlecht: sie verdienen etwa zweihundert Franken die Woche. (Eine Umrechnung ergäbe bei den verschiedenen Lebensbedingungen ein falsches Bild; der Reallohn ist für deutsche Verhältnisse hoch: der französische Arbeiter wohnt schlechter als sein deutscher Genosse, ißt bedeutend besser, kleidet sich fast ebenso gut.)

    Da an der Ecke stehen vor großen Trögen Männer und Frauen und kochen die Kalbsköpfe aus. Blutig kommen sie hinein, weiß kommen sie heraus. Auf dem Boden rollen die abgeschnittenen Köpfe mit den noch geöffneten Augen – ein Mann ergreift sie und pumpt sie gleichfalls mit der Luftpumpe auf. Jedesmal bläht sich der Kopf, jedesmal schließt das tote Kalb langsam und wie nun erst verlöschend die Augen . . . dann werden sie gekocht.

    Das einseitige Stiergefecht dauert noch an, bis elf wirds so weitergehen. An der Uhr, vorn am Eingang, hängen die Marktnotizen.

    Da ist zunächst eine große erzene Tafel, den Toten des Krieges als Erinnerung gewidmet, aufgehängt von den vereinigten Großschlächtereien der Stadt Paris. Namen, eine Jahreszahl . . . Ich studiere die Markttafeln. Und beim Aufsehen bleiben mir Worte haften, ein paar Worte von der Inschrift, die die Gefallenen ehren soll. So:

    La Boucherie en gros

    1914–1918

    Die Parallele ist vollständig.

    Abattoirs de la Villette : histoire
    https://fr.m.wikipedia.org/wiki/Abattoirs_de_la_Villette

    #Paris #La_Villette #1925 #boucherie #abattoir #guerre #première_guerre_mondiale #reportage

  • Le projet d’#abattoir mobile dans le #Luberon

    Dans le Luberon, des éleveur.se.s sont engagés dans la conception d’un abattoir mobile. Leur démarche répond à l’absence d’#abattoirs_de_proximité et à leur désir de disposer d’alternatives au système d’abattage industriel. Une recherche-action a été menée sur ce projet. Cette #vidéo en restitue les principaux résultats.

    https://www.youtube.com/watch?v=cBzHwsajqdM


    #élevage #abattoir_mobile #France #recherche-action #RAP

  • La France se relance après une pandémie de zoonose en injectant des centaines de millions d’euros dans la modernisation... des abattoirs, ce dinosaure de l’ère industrielle.
    Le monde d’après est pire que celui d’avant.
    Quintin viandes (Côtes d’Armor), lauréat du plan #FranceRelance pour la mesure « Plan de modernisation des abattoirs ». L’objectif est de moderniser et d’améliorer les conditions de travail mais aussi de bien-être animal au sein de l’#abattoir (SIC).
    #FranceRelance #FranceViolence

    Source : Ministère de l’agriculture.
    #abattoirs #animaux

    • Thread sur twitter :
      https://twitter.com/Disclose_ngo/status/1279049745659559938

      Une enquête de @TBIJ, avec @Disclose_ngo et le @guardian révèle que 2,3 milliards d’euros ont été versés à l’industrie de la viande et du lait par la #BERD et #IFC, deux des principales banques d’aide au développement de @Banquemondiale.

      Principal bénéficiaire des financements de l’IFC et de la BERD : la filière laitière, avec plus de 890 millions d’euros investis en 10 ans. Les filières de la #volaille et du #porc ont obtenu 445 millions d’euros chacune.

      et ses partenaires ont découvert que ces #fonds_publics ont été largement mis au service de l’expansion de #multinationales. Des géants de l’#agrobusiness qui les ont utilisés pour construire des #abattoirs et des « #méga-fermes » industrielles à travers le monde.

      Parmi les bénéficiaires se trouve des poids lourds de l’agroalimentaire français. En 2010, la BERD a pris une participation dans les filiales d’Europe de l’Est et d’Asie centrale du groupe @DanoneFR – 25,3 milliards d’euros de CA en 2019.
      En 2016, c’est le @groupe_lactalis, n°1 mondial du lait, qui obtient un prêt de 15 millions d’euros de la part de la BERD. Les fonds ont bénéficié à #Foodmaster, la filiale de Lactalis au Kazakhstan.

      A l’époque, la #BERD annonce que « ce programme permettra à #Foodmaster d’augmenter la production et la qualité des produits laitiers » locaux. Ces dernières années, #Lactalis a été impliqué dans plusieurs scandales, dont la contamination de lait infantile à la salmonelle en 2017.
      Récemment, l’IFC a validé un prêt de 48M d’euros à la société indienne Suguna, le plus gros fournisseur de volaille du pays et l’un des dix plus gros producteurs mondiaux. En 2016, une ferme de Suguna a été accusée d’utiliser un antibiotique pointé du doigt par l’OMS.

      Autant d’investissements en contradiction avec les engagements de la BERD et de l’IFC en faveur de la lutte contre le changement climatique. Incohérence d’autant plus criante que l’élevage industriel est responsable de près de 15% des émissions de gaz à effets de serre.

      #Danone #France #Lactalis #Kazakhstan #produits_laitiers #lait_infantile #Suguna #antibiotiques

    • Le groupe #Carrefour complice de la #déforestation de l’#Amazonie

      Au #Brésil, les supermarchés Carrefour se fournissent en viande de #bœuf auprès d’un géant de l’agroalimentaire baptisé #Minerva. Une multinationale accusée de participer à la déforestation de l’Amazonie, et qui bénéficie du financement de la Banque mondiale.

      Chaque année, le Brésil exporte près de deux millions de tonnes de viande de boeuf. Pour assurer un tel niveau de production, l’élevage intensif est devenu la norme : partout à travers le pays, des méga-fermes dévorent la forêt amazonienne pour étendre les zones de pâturages.

      L’organisation internationale Trase, spécialisée dans l’analyse des liens entre les chaînes d’approvisionnement et la déforestation, a publié en 2019 une étude indiquant que l’industrie de la viande bovine au Brésil est responsable du massacre de 5 800 km2 de terres chaque année. Cette déforestation massive met en danger la faune et la flore, accélère les dérèglements climatiques et favorise les incendies, souvent localisés dans les zones d’élevage.

      Parmi les géants du bœuf brésilien qui sont aujourd’hui dans le viseur de plusieurs ONG : Minerva. Cette société inconnue en France est l’un des leaders de l’exportation de viande transformée, réfrigérée et congelée vers les marchés du Moyen-Orient, d’Asie ou d’Europe. Selon nos informations, l’un de ses principaux clients n’est autre que le groupe français Carrefour, qui a fait du Brésil son deuxième marché après la France.

      Fin 2019, après les incendies qui ont dévasté l’Amazonie, Noël Prioux, le directeur général de Carrefour au Brésil, s’est fendu d’une lettre à ses fournisseurs brésiliens, dont Minerva. Il souhaitait s’assurer que la viande de bœuf fournie par Minerva, mais aussi JBS et Marfrig, ne provenait pas d’élevages installés dans des zones déboisées. Quelques mois plus tôt, en juin, Carrefour s’était engagé à ce que « 100% de sa viande fraîche brésilienne » soit issue d’élevages non liés à la déforestation.

      Contacté par Disclose, Carrefour qualifie Minerva de fournisseur « occasionnel » au Brésil. Selon un responsable de la communication du groupe, Carrefour Brasil » a demandé à l’ensemble de ses fournisseurs de la filière bœuf un plan d’action pour répondre à l’engagement de lutte contre la déforestation. Dès que le groupe a connaissance de preuves de pratiques de déforestation, il cesse immédiatement d’acheter les produits dudit fournisseur. »

      https://www.youtube.com/watch?v=6ACsayFkw_Y&feature=emb_logo

      Le groupe continue pourtant à se fournir en viande bovine auprès de Minerva, mis en cause dans un rapport de Greenpeace Brésil au début du mois de juin. Selon l’ONG, l’entreprise aurait acheté des milliers de bovins à une exploitation appelée « Barra Mansa ». Laquelle est soupçonnée de se fournir auprès d’éleveurs accusés de déforestation. À l’image de la ferme de Paredão, installée dans le Parc national Serra Ricardo, dont la moitié des 4000 hectares de terrain auraient été déboisés illégalement. Barra Mansa, située à quelques kilomètres à peine, y a acheté 2 000 bovins, qui ont été achetés à leur tour par Minerva, le fournisseur de Carrefour au Brésil. Les analyses de données effectuées par Trase indiquent, elles aussi, qu’il existerait un lien direct entre les chaînes d’approvisionnement de Minerva et la déforestation de plus de 100 km2 de terres chaque année ; Minerva conteste ces conclusions.

      Minerva bénéficie du soutien de la Banque mondiale

      En décembre 2019, notre partenaire, The Bureau of Investigative Journalism (TBIJ), et le quotidien britannique The Guardian ont révélé que la Banque mondiale et son bras financier, la Société internationale financière (IFC), soutiennent directement l’activité de Minerva. Une participation financière initiée en 2013, date de la signature d’un prêt de 85 millions de dollars entre Minerva et l’IFC. Objectif affiché à l’époque : « Soutenir [le] développement [de Minerva] au Brésil, au Paraguay, en Uruguay et probablement en Colombie ». En clair, une institution d’aide au développement finance un géant mondial du bœuf soupçonné de participer à la déforestation de l’Amazonie. Le tout, avec de l’argent public.

      Selon des experts de l’ONU interrogés par le BIJ, la Banque mondiale doit absolument reconsidérer ses investissements au sein de Minerva. « Compte tenu de la crise climatique mondiale, la Banque mondiale devrait veiller à ce que tous ses investissements soient respectueux du climat et des droits de l’Homme et doit se retirer des industries qui ne respectent pas ces critères », a déclaré David Boyd, le rapporteur spécial des Nations Unies pour les droits de l’homme et l’environnement. Une position également défendue par son prédécesseur, le professeur de droit international John Knox : « Le financement international de projets contribuant à la déforestation et la détérioration du climat est totalement inexcusable ».

      Contactée, l’IFC explique avoir « investi dans Minerva afin de promouvoir une croissance pérenne (…) dans le but de créer une industrie bovine plus durable ». L’organisation assure que sa participation dans l’entreprise a permis à Minerva de prendre « des mesures pour améliorer la traçabilité de son approvisionnement auprès de ses fournisseurs directs », précisant qu’aujourd’hui « 100 % de ses achats directs proviennent de zones qui n’ont pas été déforestées. » Quid, dès lors, des fournisseurs indirects ? Ceux qui font naître et élèvent les bovins, avant qu’ils n’arrivent aux ranchs qui les enverront à l’abattoir ? Ils constituent de fait le premier maillon de la chaîne d’approvisionnement.

      Taciano Custódio, responsable du développement durable de Minerva, reconnaît lui-même qu’ « à ce jour, aucun des acteurs de l’industrie n’est en mesure de localiser les fournisseurs indirects ». Il en rejette la faute sur l’administration brésilienne et l’absence de réglementation en la matière, tout en justifiant la déforestation : « Les pays d’Amérique du Sud possèdent encore un grand pourcentage de forêts et de terres non défrichées qui peuvent être exploitées légalement et de manière durable. Certains pays invoquent notamment la nécessité d’agrandir leur territoire de production afin de pouvoir développer la santé et l’éducation publiques et investir dans des infrastructures. ».

      Depuis le début de l’année 2020, plus de 12 000km2 de forêt ont disparu. Soit une augmentation de 55% par rapport à l’année dernière sur la même période.

      https://disclose.ngo/fr/news/au-bresil-le-groupe-carrefour-lie-a-la-deforestation-de-lamazonie

  • Are slaughterhouses turning into #coronavirus factories? | Euronews
    https://www.euronews.com/2020/06/24/are-slaughterhouses-turning-into-coronavirus-factories

    Experts say meat processing plants are ripe for the virus to spread, as they’re often cold, damp, and keep employees in close contact. But much of the #transmission of the virus may occur away from work: where employees live and share meals.

    “It’s very important to realise that workers in these plants – and this is unpopular work – are often #migrant workers, foreign workers who will live in dormitories. And they live and travel very closely together,” Professor James Wood, the head of Cambridge University’s Veterinary School, told Euronews.

    “So transmission, where #clusters occur, maybe occurring both in the home environment from travelling to work, as well as actually in the workplace itself.”

    #migrants #dortoirs

  • Coronavirus en Allemange, situation au 21/06/2020 : R effectif moyenné sur 4 jours à 2.88, et R moyenné sur 7 jours supérieur à 2https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-06-21-en.pdf

    Estimation of the reproduction number (R)

    The presented case numbers do not fully reflect the temporal progression of incident COVID-19-cases, since the time intervals between actual onset of illness and diagnosis, reporting, as well as data transmission to the RKI vary greatly. Therefore, a nowcasting approach is applied to model the true temporal progression of COVID-19 cases according to illness onset. Figure 2 shows the result of this analysis.

    The reproduction number, R, is defined as the mean number of people infected by one infected person. R can only be estimated based on statistical analyses such as nowcasting and not directly extracted from the notification system.

    The sensitive R-value reported can be estimated by using a 4-day moving average of the number of new cases estimated by nowcasting. This 4-day value reflects the infection situation about one to two weeks ago. This value reacts sensitively to short-term changes in case numbers, such as those caused by individual outbreaks. This can lead to relatively large fluctuations, especially if the total number of new cases is small. The current estimate of the 4-day R-value is 2.88 (95%-prediction interval: 2.16 – 3.73) and is based on electronically notified cases as of 21/06/2020, 12:00 AM.

    Similarly, the 7-day R-value is estimated by using a moving 7-day average of the nowcasting curve. This compensates for fluctuations more effectively, as this value represents a slightly later course of infection of about one to a little over two weeks ago. The 7-day R-value is estimated at 2.03 (95% predictation interval: 1.60 – 2.49) and is based on electronically notified cases as of 21/06/2020, 12:00 AM. In light of the still low daily case numbers, both R-values should be interpreted with caution and in their course over several days.

    Estimates of the reproduction numbers (R-value and 7-day R-value) were between 2 and 3 during the last few days. This is mainly related to local outbreaks which are described above, the outbreak in North Rhine-Westphalia playing a particularly important role in this context . Since case numbers in Germany are generally low, these local outbreaks have a relatively strong influence on the value of the reproduction number. Further developments need to be monitored closely during the upcoming days, especially in regard to whether case numbers are increasing outside of outbreak contexts.

    Ce qui est intéressant, c’est qu’en Allemagne, ils n’utilisent pas l’alibi « R effectif augmente simplement parce qu’on fait plus de tests », mais en revanche ils insistent sur le fait qu’il y a de gros clusters en ce moment.

    Pour le coup, on pourrait s’étonner de dédramatiser l’évolution de l’épidémie au motif que ce qui fausserait le chiffre, c’est qu’il y a soudainement énormément plus de contaminations… (c’est l’autre explication en France, moins mise en avant : « les chiffres sont faussés parce qu’il y a des clusters… »). Alors qu’on pense désormais que les « clusters » sont le principal facteur initial qui détermine l’extension de l’épidémie (par exemple : grosse célébration religieuse qui va pourrir la situation d’un pays ou d’une région entières pendant plusieurs semaines après).

  • #Coronavirus : 150 000 nouveaux cas dans le monde en une journée, un record depuis le début de la pandémie

    Avec le #déconfinement, le monde est entré dans une « phase dangereuse », avertit l’OMS. Près de la moitié des nouveaux cas se trouvent sur le continent américain.

    Le Monde avec AFP Publié hier à 18h32, mis à jour à 05h45

    Suivre les chiffres de la #pandémie
    mise à jour le 19 juin 2020
    MONDE
    CAS CONFIRMÉS
    8,7 millions
    MORTS
    460 005
    FRANCE
    CAS CONFIRMÉS
    159 452
    MORTS
    29 617
    LES MORTS DANS LE MONDE
    pour 1 million d’habitants
    1. Belgique 848,8
    2. Royaume-Uni 639,9
    3. Espagne 606
    4. Italie 571,9
    5. Suède 496,2
    6. France 442,2
    7. Etats-Unis 364,1
    8. Pays-Bas 354
    9. Irlande 353,1
    10. Equateur 243,3

    Le monde est entré dans une « phase dangereuse » alors que de nombreux pays lèvent peu à peu leurs mesures de confinement ou de restriction à la mobilité, s’alarme l’Organisation mondiale de la santé (OMS), vendredi 19 juin.

    Quelque 150 000 nouveaux cas de #contamination par le #SARS-CoV-2 ont été dénombrés jeudi, ce qui constitue un record depuis le début de la pandémie, a souligné le directeur général de l’OMS, Tedros Adhanom Ghebreyesus. « Près de la moitié des cas [proviennent] des Amériques », a-t-il précisé lors d’un point de presse par téléconférence.

    « Le monde est entré dans une phase nouvelle et dangereuse. Beaucoup de gens sont évidemment fatigués de rester chez eux. Les pays sont désireux de rouvrir leur société et leur économie », a-t-il déclaré. « Mais le #virus continue de se propager rapidement, il reste mortel et la plupart des personnes restent exposées », a-t-il insisté.

    Les Européens établiront en « milieu de semaine prochaine » une première liste d’une cinquantaine de pays hors Union européenne avec lesquels les frontières vont être rouvertes, selon Jean-Baptiste Lemoyne, secrétaire d’Etat aux affaires étrangères.

    L’Amérique latine, région où la mortalité est la plus forte
    La pandémie de Covid-19 a fait plus de 450 000 morts dans le monde depuis que la Chine a fait officiellement état de l’apparition de la maladie en décembre, selon un bilan établi par l’Agence France-Presse (AFP) à partir de sources officielles vendredi à 13 heures. Les Etats-Unis sont le pays le plus touché, avec 118 435 morts, suivis par le Brésil (47 748), le Royaume-Uni (42 288), l’Italie (34 514) et la France (29 603).

    L’Amérique latine et les Caraïbes sont, désormais, la région où la maladie tue le plus quotidiennement. C’est au Brésil que la pandémie progresse actuellement le plus vite : le pays le plus peuplé d’Amérique latine enregistre 1 032 913 contaminations après un record de 54 771 nouveaux cas en une journée. Le bilan va franchir dans les jours qui viennent le cap des 50 000 morts, après 48 954 décès vendredi suite à la prise en compte de 1 206 morts supplémentaires en 24 heures.

    Au Mexique – qui compte 20 394 décès pour plus de 170 000 cas déclarés –, les autorités de la capitale Mexico ont retardé d’une semaine la reprise d’activités économiques initialement prévues lundi, pour tenter de réduire le nombre de contaminations et faire baisser les hospitalisations. La mesure concerne les marchés, restaurants, centres commerciaux, hôtels et lieux de culte. Les usines automobiles, les mines, le bâtiment et la production de bière, qui ont repris le 1er juin, ne sont pas concernés.

    « Signaux d’alerte » en Italie
    En Italie, les autorités sanitaires ont appelé, vendredi, à la « prudence », après avoir observé des « signaux d’alerte liés à la transmission » du Covid-19. « Dans certaines parties du pays, la circulation du virus est encore importante », souligne dans son rapport hebdomadaire, pour la semaine du 8 au 14 juin, l’Institut supérieur de la santé (ISS).

    Le Latium, la région de la Rome, est ainsi en tête du classement des contagions et a dépassé celui de la Lombardie (Nord), épicentre de l’épidémie dans le pays, qui a fait officiellement fait plus de 34 500 morts. Cependant, « dans l’ensemble, le tableau général de la transmission et de l’impact de l’infection (…) en Italie reste peu critique ».

    Le Maroc enregistre une hausse record des contaminations
    Le Maroc a fait état vendredi de 539 nouveaux cas de contamination au Covid-19, soit le bilan quotidien le plus élevé dans le royaume depuis l’annonce du premier cas début mars. Ces cas « asymptomatiques », pour la plupart (457), ont été recensés « en milieu professionnel » dans la région de Rabat-Kénitra (ouest), a précisé le ministère de la santé. Selon la presse locale, il s’agit d’un foyer de contaminations découvert dans une usine de conditionnement de fraises près de la ville de Kénitra.

    Jusqu’ici, le pays, qui compte 35 millions d’habitants, enregistrait quotidiennement moins d’une centaine de cas en moyenne. Il apparaît relativement épargné avec moins de 10 000 contaminations au total et 213 morts officiellement recensées.

    https://www.lemonde.fr/planete/article/2020/06/19/150-000-nouveaux-cas-de-covid-19-dans-le-monde-en-une-journee-un-record-depu

  • Allemagne : de nouveaux foyers de contamination mis au jour
    https://www.francetvinfo.fr/sante/maladie/coronavirus/allemagne-de-nouveaux-foyers-de-contamination-mis-au-jour_4013205.html

    Un nouveau foyer de contamination de Covid-19 a été découvert, mercredi 17 juin, dans un abattoir en Allemagne. En duplex sur place, le journaliste François Beaudonnet évoque "une contamination très virulente à Gütersloh, un gigantesque abattoir du nord-ouest du pays, qui produit à lui seul 20% de la viande de toute l’Allemagne". "Il a dû être fermé en urgence après que 660 ouvriers ont été testés positifs. Les écoles qui se trouvent aux alentours de l’abattoir ont été fermées jusqu’à septembre”, ajoute-t-il.

    • hier soir à 19h, on en était à 730. Et, surprise !…
      ce sont des Bulgares et des Roumains.

      Les héritiers, à 50/50, en profitent pour régler leurs comptes

      Corona in Gütersloh : Tönnies-Lüge ! Kantinen-Video zeigt extreme Zustände - und entstand viel später | Welt
      https://www.merkur.de/welt/corona-toennies-guetersloh-deutschland-weissenfels-fleisch-zahlen-video-rheda

      Update, 12.35 Uhr: Robert Tönnies, Mitinhaber und Sohn des verstorbenen Gründers Bernd Tönnies, hat den Rücktritt seines Onkels Clemens Tönnies gefordert. In einem Brief wirft Robert Tönnies der Geschäftsleitung und dem Beirat des Konzerns vor, unverantwortlich gehandelt und das Unternehmen sowie die Bevölkerung gefährdet zu haben.

      Beide Parteien halten je 50 Prozent an dem Unternehmen und streiten seit Jahren um die Führung und Strategie des Konzerns. Robert Tönnies wirft der Geschäftsleitung und dem kontrollierenden Beirat vor, seit 2017 geltende Unternehmensleitsätze zur Abschaffung von Werkverträgen nicht umzusetzen. Seine Hinweise und Vorstöße seien stets abgeblockt worden, heißt es in dem Brief.

      Dass gerade in Schlachtbetrieben die Infektionszahlen weit überdurchschnittlich hoch sind, ist ganz sicher auch dem System der Werkverträge geschuldet; es zwingt viele Arbeiterinnen und Arbeiter in unzumutbare Wohnverhältnisse, die mit einem hohen Ansteckungsrisiko verbunden sind und nur wenig Schutzmöglichkeiten bieten, wenn einmal eine Infektion auftritt“, schreibt Robert Tönnies.

      Update, 17.18 Uhr: Armin Laschet, CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat mit einer Aussage zum Corona-Massenausbruch beim Unternehmen Tönnies einen Eklat provoziert.

      Auf die Frage, was der Corona-Ausbruch bei Tönnies über die Lockerungen aussage, antwortete er am Mittwoch: „Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.“ Zudem verwies Laschet auf die Unterbringung und Arbeitsbedingungen in Betrieben.

    • Mehr als 1.300 Infizierte in deutscher Tönnies-Fleischfabrik bekannt | 2020-06-21

      https://www.derstandard.at/story/2000118216326/toennies-mitarbeiter-womoeglich-vor-quarantaene-heimgereist

      Eine Reihe von Mitarbeitern – viele stammen aus Rumänien und Polen – dürfte inzwischen in die Heimat zurückgekehrt sein, um die sich abzeichnende Quarantäne zu vermeiden

      Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1.331 gestiegen. Die Reihentestungen auf dem Gelände der Firma sind am Samstag abgeschlossen worden. Insgesamt sollen 6.139 Tests durchgeführt worden sein, 5.899 Befunde lägen bereits vor.

      In den vier Krankenhäusern im Landkreis Gütersloh werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

      Lockdown möglich

      Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet schließt einen Lockdown für die Region Gütersloh weiter nicht aus, nachdem das Corona-Virus dort in einem Schlachthof der Firma Tönnies ausgebrochen ist. Noch sei das Virus-Geschehen lokalisierbar, betont Laschet. „Wir haben explodierende Zahlen, die eng mit der Fleischindustrie verbunden sind“, sagt er. Die Mitarbeiter müssten nun in Quarantäne bleiben. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mahnte erneut verschärfte Regeln für die Fleischindustrie an, um den Arbeitsschutz zu verbessern.

      Der Kreis Gütersloh hat unterdessen Hinweise, dass Beschäftigte vor der Quarantäne für sämtliche Tönnies-Mitarbeiter abgereist sind. „Wir haben vermehrte Mobilität wahrgenommen“, beruft sich eine Kreissprecherin auf Informationen von Bürgerinnen und Bürgern. „Eine Handhabe, das zu unterbinden, hatten wir zu der Zeit nicht.“

      Insgesamt 6.500 Mitarbeiter aus 87 Nationen

      Am Standort Rheda-Wiedenbrück, dem größten Schlachtereibetrieb Deutschlands, sind nach Unternehmensangaben rund 6.500 Menschen tätig. Rund die Hälfte aller Beschäftigten in der gesamten Tönnies-Unternehmensgruppe arbeiten nach Angaben eines Sprechers über Subunternehmen für Tönnies. Insgesamt seien Menschen aus 87 Nationen für Tönnies tätig. Die mit Abstand größten Gruppen kämen aus Rumänien und Polen. Rund ein Drittel der Beschäftigten mit ausländischer Nationalität lebe mit ihren Familien in Deutschland.

      Nach Angaben der Kreissprecherin hat der Leiter des Krisenstabs, Thomas Kuhlbusch, im Zusammenhang mit den Abreisen bereits Kontakt zu den Botschaften der Herkunftsländer aufgenommen und sie darüber informiert. Einige Botschaften hätten sich auch selbst gemeldet.

      Mehrere Mehrfamilienhäuser unter Quarantäne

      Ein wichtiges Thema bleibt die Einhaltung der Quarantäne durch die infizierten Mitarbeiter. Nach positiven Corona-Tests bei zahlreichen Tönnies-Mitarbeitern hatte die Stadt Verl (sie liegt ebenfalls im Landkreis Gütersloh) am Samstag in einem Stadtteil eine Quarantänezone eingerichtet. Mehrere Mehrfamilienhäuser, in denen Werkvertragsarbeiter der Firma Tönnies untergebracht sind, wurden unter Quarantäne gestellt. Der gesamte Bereich wurde mit Bauzäunen abgeriegelt. In den betroffenen Häusern leben in drei Straßenzügen insgesamt knapp 670 Menschen.

      [...]

      "R"-Faktor über 2

      Der Virus-Reproduktionsfaktor „R“ in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts weiter deutlich über den kritischen Wert angestiegen. Der „4-Tage-R“ werde nun auf 2,88 geschätzt, der „7-Tage-R“ auf 2,03, teilte das Institut am Sonntagabend in seinem täglichen Lagebericht mit. Das sei vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche unter anderem auf einem Schlachthof in Gütersloh zurückzuführen.

      Ziel ist ein Wert von unter 1, weil damit die Zahl der Infizierten rechnerisch sinkt. Das ist auch mit Blick auf die Frage wichtig, ob Lockerungen ausgeweitet oder wieder zurückgenommen werden müssten. (red, Reuters, 21.6.2020)

    • Das Tönnies-Desaster | 2020-06-20
      https://www.sueddeutsche.de/politik/toennies-coronavirus-schlachthof-1.4942588

      [...]

      Der Krisenstab, das ist zumindest die Version von Kuhlbusch, bat die Werksleitung um eine komplette Liste. Sie kam wohl am Freitag um die Mittagszeit. Doch es fehlte ein Drittel. Was folgte, war „gutes Zureden“, das aber zu nichts führte. „Irgendwann sagt man so: Feierabend“, poltert Kuhlbusch. Man habe sich die nötigen Befugnisse gesichert, den Werkschutz mitgenommen und sei in die Verwaltung eingedrungen. Um 1.30 Uhr in der Nacht fanden Kuhlbuschs Mitarbeiter in den vorhandenen Unterlagen schließlich die gesuchten Adressen.

      Ein seltsamer Vorgang. Warum fehlten die Adressen? Waren sie nicht zu finden, oder wollte man sie nicht hergeben? Handelte es sich bei den Betroffenen überhaupt um festangestellte Mitarbeiter, oder nicht vielmehr um jene mobilen Fleischhauer-Truppen, die an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen gleichzeitig arbeiten und eher verstreut wohnen?

      Allerdings könnte der ostentative Zorn der Behörden auch dazu dienen, eigene Versäumnisse zu übertünchen. Schließlich ist seit Langem bekannt, welch zweifelhafte Umstände in Deutschlands großen Schlachthöfen herrschen: Arbeiter, überwiegend aus Rumänien und Polen, die von Subsubunternehmen beschäftigt werden, Billigstlöhne erhalten und in Massenunterkünften hausen.

      [...]

      ... die fehlenden Adressen. Von den Mitarbeitern seien sie vorhanden gewesen und übermittelt worden. Von allen anderen, also jenen, die bei externen „Dienstleistern“ beschäftigt sind, habe man sie nicht speichern dürfen. Aus Datenschutzgründen. So stehe es auch in den „Werksverträgen“.

      Die Dienstleister gaben die Daten also nicht her. Man habe mit dem Katastrophenstab zusammengesessen, in einer „sehr produktiven Zusammenkunft“ am Abend, man habe „sachlich“ gesprochen und laufend „Updates“ geliefert. Es fehlten aber noch immer Daten. Tönnies bat dann offenbar um eine Verordnung, um Druck auf die Subunternehmer auszuüben. Diese habe erst am Samstagmorgen vorgelegen, danach habe man die restlichen Adressen übermittelt.

      [...]

      perdre du temps, ou gangner du temps ... ?

      C’est pas mal bizarre ... le comportement des deux parties donne l’impression d’une tactique délibérée de retardement, dans laquelle les autorités se laissent tromper ou jouent le jeu avec complicité.

    • System #Tönnies und die NRW-Schlafwandler

      https://www.heise.de/tp/features/System-Toennies-und-die-NRW-Schlafwandler-4790290.html

      [...]

      Es ist kaum zu glauben, wenn man liest, wie Gereon Schulze Althoff, Leiter des Pandemiestabs bei Tönnies, jetzt die niedrigen Temperaturen in der Produktion und die Heimreisen der Beschäftigten an den langen Wochenenden zu Pfingsten und Fronleichnam als „mögliche Faktoren“ für die Ausbreitung des Coronavirus anführte. Von Verantwortung keine Spur; die Temperaturen im Fleischbetrieb sind schuld und, wie dumm, die langen Wochenenden. Schlecht gelaufen.
      „… weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind“

      NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), zu Tönnies und den akuten Lockerungen befragt, gibt den Bescheidwisser: „Das sagt (…) überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. (...) Das hat nichts mit Lockerungen zu tun, sondern mit der Unterbringung von Menschen in Unterkünften und Arbeitsbedingungen in Betrieben.“ Das Beispiel zeige, „wie schnell“ sich ein Virus verbreite, „wenn Abstände nicht eingehalten werden, wenn Unterkünfte nicht in Ordnung sind (…).“

      Eine Aneinanderreihung von Lappalien, angereichert mit Ressentiments. Das „Beispiel“ zeigt neben christdemokratischen Defiziten, was das Menschenbild und hier vor allem Osteuropa angeht, vor allem eines: Dass hier alle geschlafen haben, die etwas hätten tun können; an vorderster Front die Bescheidwisser in Staatsuniform. Jetzt haben wir den Salat: Über 1000 vermeidbare Fälle.

      „Das Vertrauen, das wir in die Firma Tönnies setzen, ist gleich null. Das muss ich so deutlich sagen“, sagte der Leiter des Krisenstabes, zugleich Fachbereichsleiter Gesundheit beim Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch, am Samstag. Kuhlbusch berichtet, dass Tönnies bis Freitag Listen der Beschäftigten geliefert habe, in denen 30 Prozent der Adressen gefehlt hätten. Bei Anfragen habe die Firma „immer zögerlich reagiert“.
      Ein Versagens-Muster

      NRW macht gerade vor, wie es nicht geht! Die Gefährdungslage schöngeredet, Preparedness vergessen, Untätigkeit und Krisenmanagementfehler sorgen für aufflammenden Corona-Stress, vor allem aber bleibt hier der Bevölkerungsschutz auf der Strecke. Die amtliche Aufgabenerfüllung und das auf der Strecke gebliebene Gesundheits- und Ordnungsrecht offenbaren hier peinliche und vermeidbare Versäumnisse und Fahrlässigkeiten. Zu den Hausaufgaben hätte auch eine dringend notwendige, wirklich konsequente Einbeziehung privatwirtschaftlicher Unternehmen in die Krisenbewältigung gehört; auch die erfolgt erneut zu spät.

      Richtigerweise hätte man in der zur Verfügung stehenden Zeit entsprechende Regelungen erarbeiten können und müssen. Nach den Vorfällen bei Westfleisch gingen Wochen ins Land. Das heißt: Die Wissensquellen waren vorhanden. Am schlimmsten trifft es aber mal wieder die ohnehin Gelackmeierten. Ja genau, „die Osteuropäer“. Der neue Corona-Hotspot in Deutschland, die Tönnies-Fleischproduktion in Rheda-Wiedenbrück, ist eine Schande. Mit allem, was der Schlamassel hier an Verdruss zutage fördert. ||

      #irresponsabilité #enfumage #enchevêtrement_des_interêts #morgue #inhumanité #NRW (Rhénanie-du-Nord-Westphalie)

  • En Rhénanie-du-Nord-Westphalie et dans le Schleswig-Holstein, des centaines d’employé·es des abattoirs sont contaminé·es par le corona. Or le seuil de reconfinement a été fixé à 50 cas pour 100 000 habitant·es pour une région donnée.
    La question est : le déconfinement était-il prématuré en Allemagne ou la misère sociale de ces personnes venant d’Europe de l’Est pour faire des sales boulots sous-payés explique-t-elle ces foyers de contamination ?

    Le ministre de la santé de Rhénanie-du-Nord-Westphalie « a mentionné l’hébergement du personnel des abattoirs, provenant pour la plupart de Roumanie et de Bulgarie, dans des logements collectifs comme une raison possible de l’apparition de l’épidémie. Il se peut que ces foyers ne répondent pas aux normes d’hygiène requises en cas de pandémie. Il faut maintenant examiner cette question. »
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/coronavirus-fleischbetrieb-101.html
    #Allemagne #corona #abattoirs #migration #Europe_de_l'Est #salariat #précarité #exploitation

  • Le rapport public annuel 2020 | Cour des comptes
    https://www.ccomptes.fr/fr/publications/le-rapport-public-annuel-2020

    Introduit par une courte rétrospective des travaux des juridictions financières en 2019, le rapport public annuel 2020 de la #Cour_des_comptes comprend 22 chapitres, répartis en deux parties, mettant l’accent sur les services rendus au travers des politiques publiques.
    La première partie comporte 13 chapitres sur la situation d’ensemble des finances publiques à fin janvier 2020, les politiques et la gestion publiques, ainsi que sur l’action publique dans les territoires. La deuxième partie est consacrée, pour la première fois, à une thématique transversale : le #numérique au service de la transformation de l’#action_publique, à travers 9 enquêtes. Une troisième partie se concentre spécifiquement sur le suivi des recommandations des juridictions financières. Enfin, un nouveau rapport d’activité présente les actions, les résultats et les moyens des juridictions financières en 2019.

    https://www.banquedesterritoires.fr/localtis-25-fevrier-2020

    #finances_publiques #APL #logement #santé #insuffisance_rénale_chronique #navire #sécurité #drones_militaires #aéroports #desserte_aéroportuaire #Bretagne #restauration_collective #communes #abattoirs_publics #Corse #Poste #courrier #éco-organismes #recyclage #école_polytechnique #retraite_complémentaire #Agirc_Arrco #dématérialisation #titres_d'identité #Pôle_emploi #santé #logement_social

  • Le vrai cout de la #viande pas chère : pauvre #cochon, riche affaire

    Depuis une dizaine d’années, les producteurs de porcs d’outre-Rhin jouissent de subventions massives accordées par Berlin pour accélérer l’industrialisation des exploitations. Aujourd’hui, le pays est devenu autosuffisant et inonde l’Europe à prix cassé. Le marché est dominé par une poignée d’entreprises qui pratiquent l’économie d’échelle grâce à l’automatisation, et entassent des dizaines de milliers de bêtes gavées d’antibiotiques dans des hangars sur caillebotis, coupés de la lumière du jour. Si cette viande est si bon marché, c’est aussi en raison du droit du travail allemand, qui permet aux grands abattoirs d’employer des ouvriers détachés venus d’Europe de l’Est et payés au rabais

    https://www.youtube.com/watch?v=L6MrcGNTJak


    #film #documentaire #Seehofer #industrie_agro-alimentaire #viande #travail #exploitation #Allemagne #prix #élevage #élevage_industriel #cochons #porc #exportation #travail_intérimaire #fertilisants #environnement #lisier #nitrates #eau_potable #nappe_phréatique #pollution #santé #cancer #France #abattoir #sous-traitance #dumping_salarial #travailleurs_étrangers #travailleurs_détachés #bactéries_multi-résistants #label #Roumanie #paysannerie #antibiotiques #métaphylaxie #Germanwatch #colistine #Suède #alimentation #travailleurs_détachés #épandage

  • Handbook of Tyranny

    Handbook of Tyranny portrays the routine cruelties of the twenty-first century through a series of detailed non-fictional graphic illustrations. None of these cruelties represent extraordinary violence – they reflect day-to-day implementation of laws and regulations around the globe.

    Every page of the book questions our current world of walls and fences, police tactics and prison cells, crowd control and refugee camps. The dry and factual style of storytelling through technical drawings is the graphic equivalent to bureaucratic rigidity born of laws and regulations. The level of detail depicted in the illustrations of the book mirror the repressive efforts taken by authorities around the globe.

    The twenty-first century shows a general striving for an ever more regulated and protective society. Yet the scale of authoritarian intervention and their stealth design adds to the growing difficulty of linking cause and effect. Handbook of Tyranny gives a profound insight into the relationship between political power, territoriality and systematic cruelties.


    https://www.lars-mueller-publishers.com/handbook-tyranny
    #tyrannie #livre #cruauté #autoritarisme #illustrations #dessins #cartoexperiment #prisons #enfermement #abattoirs
    cc @reka @albertocampiphoto

  • Canada : Des travailleurs agricoles du Honduras se réfugient dans une église Le Devoir - Sarah R. Champagne
    - 9 Avril 2018

    https://www.ledevoir.com/societe/524760/travailleurs-agricoles-sept-honduriens-refugies-dans-une-eglise

    Sept travailleurs migrants agricoles du #Honduras se sont réfugiés dans une église de Granby. Ils ont tous quitté entre la mi-janvier et la mi-mars l’entreprise d’attrapage de #volailles Équipe Sarrazin et dénoncent les conditions de travail, des atteintes à leur dignité, des lésions professionnelles et des heures de transport non payées.
    Ils espèrent pouvoir rester au #Canada pour obtenir justice devant leur employeur, qu’ils accusent de les avoir poussés à partir, une version démentie par le propriétaire, Yves Sarrazin.
    . . . . . .


    Les travailleurs dénoncent plutôt une industrie où le #travail est extrêmement difficile et faiblement rémunéré. Le travail consiste à attraper jusqu’à plusieurs dizaines de milliers de #poulets par quart de travail, dans des poulaillers appartenant à divers producteurs, et à les mettre dans des cages qui serviront au transport jusqu’à l’abattoir.

    « C’est notre dignité qui souffre », raconte Ronny Asael Miranda. En novembre dernier, il a commencé à vomir et à avoir des vertiges durant un quart de travail de nuit. Le rapport fourni à la CNESST indique qu’il a souffert d’une « infection à campylobacter », une inflammation analogue à la #gastro-entérite causée par le contact avec des volailles.
    Il reproche à son employeur de ne pas avoir fourni de vêtements de protection, ni harnais pour certaines tâches en hauteur, ni gants, ni masque.
    . . . . . . .
    Ever Alexis Mendoza Mateo a aussi arrêté le travail durant un mois à cause de sévères maux de dos, une douleur lombaire qui irradiait dans sa jambe droite, décrit-il. En arrêt de travail à partir du 4 décembre, il a ensuite repris le 9 janvier. Près d’un mois plus tard, en février, il a demandé à son chef d’équipe une journée de congé, « pour calmer la douleur qui était revenue ». La journée même, « à quatre heures de l’après-midi, la secrétaire m’a dit que Michel avait pris la décision de me renvoyer dans mon pays et elle m’a envoyé le billet d’avion. C’est là que j’ai décidé de partir de mon côté », relate-t-il, en présentant le message vocal laissé par celle-ci.
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    Rémunération
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    Le prix est établi à 3,60 $ pour 1000 poulets et augmente en fonction de la grosseur des volailles. Le travail s’effectue souvent de nuit, quand les #volatiles sont engourdis par l’obscurité. « Doit pouvoir soulever un poids pouvant aller jusqu’à 15 kilos par main, travail répétitif », indique une offre d’emploi actuellement affichée en ligne par l’Équipe Sarrazin.

    Ainsi, pour 30 000 poulets attrapés en une nuit de six heures et demie, selon son bulletin de #salaire du début janvier, M. Mendoza Mateo a par exemple reçu 108,27 $.

    Pour en arriver à la cadence demandée, il faut faire sept fois par minute ce même mouvement : attraper 5 poulets dans chaque main, 10 au total, et les mettre dans les cages en destination de l’abattoir.
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    Rappelons que les permis de travail temporaire en milieu agricole sont rattachés à un seul employeur. En quittant cet employeur, les travailleurs se retrouvent sans visa de travail et, rapidement, sans statut au Canada.

    Exposés à des persécutions au Honduras et vu la grave crise politique qui s’y déroule, les sept travailleurs réfugiés dans l’église ont aussi déposé des demandes d’asile pour des motifs individuels, indique leur avocate, Me Susan Ramirez. Ces demandes sont présentement en traitement.

    #Canada #Agriculture #esclavage #abattoirs #élevage #alimentation #agro-industrie #viande #agroalimentaire #agrobusiness #civilisation

    • #Canada : Un syndicat de travailleurs agricoles révoqué après désistement des migrants Le Devoir : Lia Lévesque - La Presse canadienne - 13 Avril 2018

      https://www.ledevoir.com/societe/525112/un-syndicat-de-travailleurs-agricoles-revoque-apres-desistement-des-migran

      Le Tribunal administratif du travail a dû révoquer l’accréditation d’un syndicat de #travailleurs_agricoles, après que tous les travailleurs migrants eurent signé une lettre disant ne plus vouloir être syndiqués. C’est l’employeur qui avait déposé la requête pour faire révoquer le syndicat, en leur nom.

      La section locale 501 du syndicat des Travailleurs unis de l’alimentation et du commerce, affilié à la FTQ, avait contesté la requête, affirmant qu’il y avait eu ingérence de l’employeur, Les serres Sagami, et que les lettres n’avaient donc pas été signées de façon libre et volontaire.


      Dans sa décision, le Tribunal s’étonne du fait que ces travailleurs guatémaltèques affirmaient ne plus vouloir du syndicat, notamment parce qu’il leur en coûtait 40 $ par mois, alors qu’ils étaient représentés par une avocate devant le tribunal.

      « Il est étonnant que les salariés démissionnaires, qui ont entrepris les procédures de révocation dans cette affaire, ignorent le montant des honoraires professionnels qu’ils auront à débourser et qu’aucun état de compte ne leur ait été transmis », écrit la juge administrative Irène Zaïkoff.

      Elle a aussi souligné que le témoignage de ces travailleurs devant le tribunal avait été « parfois difficile à suivre, hésitant et comporte des contradictions », qu’ils étaient « à l’évidence intimidés d’être appelés à témoigner ».

      De plus, elle a noté que les travailleurs guatémaltèques avaient joué au soccer, le 4 février en soirée, le jour même de leur désistement collectif du syndicat.

      Le syndicat y voyait « une récompense de la part de l’employeur » pour avoir signé une lettre de désistement — qu’on appelle en droit du travail une lettre de démission du syndicat.

      Pas de preuve
      Malgré cela, le tribunal juge que même s’il fallait conclure que l’employeur a appuyé les travailleurs qui se sont désistés, cela ne fait pas pour autant la preuve qu’il est intervenu avant les démissions et a influencé leur décision.

      Malgré tout, le tribunal a cru les travailleurs, qui ont témoigné du fait qu’ils voulaient se désister parce qu’ils payaient trop d’impôt, que les cotisations syndicales coûtaient 40 $ par mois et qu’ils étaient mécontents du syndicat. Ils ont aussi témoigné du fait qu’il n’y avait pas eu ingérence de la part de l’employeur.

  • De la viande de 12 ans exportée vers le Kosovo L’Essentiel - 12 Mars 2018
    http://www.lessentiel.lu/fr/news/europe/story/De-la-viande-de-12-ans-exportee-vers-le-Kosovo-20842957

    BASTOGNE - Le journal flamand « Het Laatste Nieuws » affirme ce mardi que de la viande de 2004, transformée à l’abattoir Veviba de Bastogne, est arrivée au Kosovo en 2016.

    Un peu moins d’une semaine après l’éclatement du scandale sanitaire qui a touché l’abattoir Veviba à Bastogne, de nouvelles révélations ne cessent de secouer la Belgique ces derniers jours. Selon le journal flamand Het Laatste Nieuws, en septembre 2016, un camion est sorti de l’abattoir bastognard pour prendre la direction du Kosovo avec de la viande datant de 2004.


    Sur des boites portant la marque Veviba, la majeure partie des étiquettes étaient déchirées et l’année 2004 apparaissait encore sur certains petits morceaux. Toujours selon le quotidien néerlandophone, au moment des faits, les services kosovars de l’inspection alimentaire auraient même prévenu l’Agence fédérale belge pour la sécurité de la chaîne alimentaire (Afsca). Les abattoirs d’Izegem et de Harelbeke, au nord du pays, auraient également participé au chargement de ce camion.

    Interrogé par Het Laatste Nieuws, Bruno De Meulenaer, un professeur de l’Université de Gand indique que « surgeler de la viande durant douze ans n’est pas forcément synonyme de danger sanitaire ». Pour éviter le moindre danger, la chaîne du froid ne doit cependant pas être brisée et la viande doit avoir été conservée à une température de -18°C. « Dans tous les cas », termine le professeur, « ce type de pratique n’est pas conseillé ».

    #viande #frics #Belgique #Kosovo #abattoirs #alimentation #agro-industrie #agrobusiness

  • Il est grand temps de revoir les pratiques d’élevage en France. Il faut organiser une transition pour abolir les méthodes américaines d’élevage intensif vouées à l’échec. Elles sont nocives pour les animaux qu’elles font souffrir et rendent malades. Elles produisent du mauvais lait, de la mauvaise viande. Elles sont polluantes pour les sols, et la nourriture vient parfois du bout du monde. Toutes les plus belles vaches de France peuvent bien défiler à Paris, elles ne masqueront pas le triste sort d’un troupeau français soumis à des conditions indignes de nos plus belles traditions agricoles.

    http://www.liberation.fr/debats/2018/02/28/dans-la-vraie-vie-les-vaches-ne-font-pas-salon_1632926
    #elevage #abattoirs #agriculture #transition

  • Rocky et ses bêtes
    Une rétrospective animalière de l’Étalon italien

    Par Malik Mellah et Ferdinand Cazalis

    http://jefklak.org/?p=3951

    John G. Avildsen, réalisateur oscarisé de Rocky en 1976 et de Rocky V en 1990 s’est éteint ce 16 juin 2017. La sortie de Creed : l’héritage de Rocky Balboa en novembre 2015 avaient célébré les 40 ans du boxeur de Philadelphie. Film après film, match après match, l’Étalon italien s’est pris l’Histoire dans la gueule – comme autant d’imparables crochets. Le personnage totem de Sylvester Stallone a inlassablement occupé le centre du ring hollywoodien, autrement dit le territoire culturel mondial. Dans son numéro 3 (« Selle de Ch’val »), Jef Klak rendait hommage à cette figure du combat contre soi-même. Quarante ans pour devenir – et transmettre comment devenir – un être humain digne de ce nom, au milieu des bêtes, grâce aux bêtes.

  • Micro-trottoir de Rémi sur l’alimentation - #17
    http://www.radiopanik.org/emissions/bruxelles-m-habite/-17

    Appétit immobilier, culturel, rénovateur, innovateur, mais aussi appétit alimentaire, gustatif, frais et accessible ; appétit pour des emplois peu qualifiés, d’un quartier d’accueil et d’opportunités que saisissent les plus discriminés de notre ville.

    La gourmande équipe de Bruxelles M’Habite se déplace aux Abattoirs d’Anderlecht pour une émission in situ. Et puis, on se déplacera vers la Chaussée de Mons et ses nombreux commerces d’alimentation, puis on finir sur l’Avenue de Stalingrad pour parler du risque de transformation de cette rue en rambla.

    Mise en bouche : Le dernier numéro de la revue du CESEP sur les Abattoirs

    Illustration : http://abattoir.be

    #carnivore #abattoir #viande #alimentation2017
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/bruxelles-m-habite/-17_03649__0.mp3

  • BALLAST | Geoffrey Le Guilcher : « L’#abattoir est une chaîne de tabous »
    http://www.revue-ballast.fr/geoffrey-guilcher-labattoir-chaine-de-tabous

    Quand les #animaux se débattent, quand un taureau résiste, quand un veau s’échappe et qu’un chef gueule toutes les vingt minutes pour que tu tiennes la cadence de la chaîne… il peut devenir ton ennemi, oui. L’animal qui résiste, car il veut vivre, te rend plus difficile une tâche horrible en soi et, comme l’explique la sociologue Catherine Rémy, le percevoir ainsi aide psychiquement à le tuer en masse.

    #viande #mort #enquête