• „Hier spricht Berlin !“ : Die faszinierende Geschichte des Sender Freies Berlin
    https://www.berliner-zeitung.de/article/hier-spricht-berlin-die-faszinierende-geschichte-des-sender-freies-

    Übertragungswagen des SFB beim Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy in Berlin, 1963 © United Archives/Kindermann/Imago

    La bataille idéologique de Berlin ne cessa le 8 mai 1945. Après la guerre les États-Unis reprirent le flambeau anticommuniste du pouviir précédent avec leur radio RIAS puis à partir de l’été 1953 la SFB fut une sorte de radio-télévision autogérée par les anticommunistes berlinois sous surveillance de l’occupant états-unien puis britannique.

    Article incomplet mais imtéressant

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Freies_Berlin

    30.7.2026 von Petra Fischer - Warum der SFB gegründet wurde, welche Rolle er im Kalten Krieg spielte und wie er zum „Gedächtnis“ einer geteilten Stadt wurde.

    Dies ist ein Open-Source-Beitrag. Die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine geben allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten.

    Im Januar 1949 wurden in der Presse verstärkt Forderungen laut, dass Berlin einen eigenen deutschen Sender bekommen sollte. Der Rias als amerikanischer Sender spiegelte nicht im vollen Umfang die Interessen und Belange der Berliner Bevölkerung wider. Im britischen Sektor konnte als einziger deutscher Sender der Berliner Rundfunk empfangen werden. Dies nahm der Tagesspiegel am 26. Januar 1949 zum Anlass, einen deutschen Sender zu fordern, um der Beeinflussung durch den „kommunistischen“ Sender“ Paroli bieten zu können.

    Am 27. Juni 1949 stellte die CDU in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag auf Inbetriebnahme eines eigenen Berliner Rundfunksenders. Obschon die Initiative von der CDU ausging, konnte auch die regierende SPD nicht umhin, die Forderung nach einem eigenen Sender für Berlin zu unterstützen.

    Am 22. Dezember 1949 erließen die Alliierten ein prophylaktisches Veto gegen einen neuen Berliner Sender. Nun versuchte der beauftragte Rundfunkreferent, Herbert Antoine, den NWDR davon zu überzeugen, ein gutes Wort bei der britischen Militärregierung für das Vorhaben einzulegen.

    Olympia 1936: Wie das NS-Regime die Spiele für seine Zwecke ausnutzte
    Olympia 1936: Wie das NS-Regime die Spiele für seine Zwecke ausnutzte
    Mit Stacheldrahtzaun und Hinweisschild

    Zu dieser Zeit war das Haus des Rundfunks in der Masurenallee, aus dessen Bunker Joseph Goebbels in den letzten Kriegsjahren Ansprachen hielt, von den Sowjets okkupiert. Die in diesem Sektor ansässigen britischen Alliierten hatten einen Stacheldrahtzaun um das Haus gezogen, um den „Ostsender“ in Westlage zu isolieren. Ein Banner mit dem Hinweis „Dies ist kein West-Berliner Sender“ wurde am Zaun aufgehängt.

    Am 20. Juli 1953 gaben die Alliierten grünes Licht für die Einbringung des Rundfunkratsgesetzes in das Berliner Abgeordnetenhaus. Sieht man dies im politischen Zusammenhang, liegt die Vermutung nahe, dass der Aufstand vom 17. Juni 1953 einen maßgeblichen Einfluss darauf hatte, dass die Alliierten dem Sender Freies Berlin nun doch keine Steine mehr in den Weg legen wollten.

    Während des Juni-Aufstands in Ost-Berlin und den übrigen Bezirken der Sowjetischen Verwaltungszone hatte der Rias die Funktion, den Aufstand anzuheizen und zu befördern. Als der Stein aber buchstäblich ins Rollen gekommen war, wurde der Sender von den Amerikanern angehalten, zurückzurudern und mäßigend auf die Aufständischen einzuwirken. Die gerade erst ausbalancierte Viermächte-Konstellation sollte zu diesem Zeitpunkt nicht ins Wanken gebracht werden.
    Freiheitsglocke läutete den ersten Programmtag ein

    Nach zähen Verhandlungen und einem langwierigen Verfahren hatte Berlin mit Datum vom 12. November 1953 einen eigenen Sender. Die Freiheitsglocke läutete den ersten Programmtag des SFB ein. Am 1. Juni 1954, um 4.55 Uhr, meldete sich Intendant Alfred Braun mit seiner Eröffnungsansprache aus dem Funkhaus am Heidelberger Platz.

    Die Presselandschaft in Berlin bestand zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen aus dem Tagesspiegel, dem Abend, dem Spandauer Volksblatt und der Springer-Presse, vertreten durch die Berliner Morgenpost, die Welt, die Bild und die B.Z. Wichtig war vor allem eins, und darin war sich die Presse einig: einen deutschen Sender zu fordern, der ein Gegengewicht zum kommunistischen „Berliner Sender“ bilden konnte.

    Zum ersten Mal wurde eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit einem erklärten politischen Ziel gegründet. Dieses lautete, die Stellung Berlins gegen die östliche Propaganda zu stärken, der Stimme Berlins innerhalb der westlichen Welt, insbesondere in Hinblick auf seine Rolle als künftige deutsche Hauptstadt, stärkeres Gewicht zu verleihen. Dies bedeutete, dass man nicht gewillt war, sich mit der Teilung Deutschlands und dem Viermächte-Status Berlins abzufinden. Welche Rolle spielte nun der neu gegründete Berliner Sender im Kalten Krieg?

    Durch die Namensgebung hatte der Sender Freies Berlin ja deutlich gemacht, welchen politischen Kurs er einzuschlagen gedachte. Der Rias hatte es vorgeführt mit dem Slogan: „Eine freie Stimme der freien Welt.“ Beim Sender Freies Berlin war der Name ebenfalls Programm. Er erhob den Anspruch, für ganz Berlin zu senden – in ideologischer Abgrenzung zur sogenannten Sowjetischen Besatzungszone und dem Berliner Rundfunk.

    SFB-Funkhaus in Berlin

    SFB-Funkhaus in Berlin

    © Steinach/Imago
    Der Mauerbau – Berichterstattung im Rundfunk

    Von Anfang an wurde durch Status und Programm betont, dass die westlichen Alliierten als Befreier und als Garanten für Freiheit und Demokratie gesehen wurden. Es musste also in Sendungen, Beiträgen und Diskussionen der Status West-Berlins als zur Bundesrepublik Deutschland gehörig herausgestellt werden, um der Diktion der DDR, die von der „selbstständigen politischen Einheit West-Berlins“ sprach, zu begegnen.

    Die erste Sendereihe, die das SFB-Fernsehen produzierte und die ab 1956 in der ARD ausgestrahlt wurde, hieß „Mitteldeutsches Tagebuch“ und entsprach exakt dem Sendungsauftrag, „Mittler zwischen den getrennten Teilen Deutschlands“ zu sein. Mit Bildern aus den ehemaligen Ostgebieten sollte regelmäßig auf den Verlust hingewiesen und die Erinnerung an die nun in der DDR bzw. Polen liegenden Städte und Landschaften wachgehalten werden.

    Der 13. August 1961 war ein entscheidendes Datum in der Geschichte Berlins, folglich eine Herausforderung für den Sender Freies Berlin. Schon Tage zuvor waren vermehrte Aktivitäten im östlichen Teil der Stadt registriert worden, aber Walter Ulbricht erklärte noch am 15. Juli in einer Pressekonferenz: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“. In den frühen Morgenstunden des 13. August indes begannen Volkspolizisten und Bauarbeiter an verschiedenen Punkten der Stadt, Grenzwälle in Form von Stacheldraht und eine Mauer zu errichten. Damit wurde den Hoffnungen auf eine Revision des Potsdamer Abkommens eine Absage erteilt – eine Stadt und mit ihr der Sender Freies Berlin waren im Ausnahmezustand. Der erste Live-Bericht des SFB kam als Rundfunkreportage vom Brandenburger Tor. Zur selben Zeit wurde der Potsdamer Platz abgeriegelt. Journalisten konnten sich an diesem Tag noch relativ frei – nur durch Ausweiskontrollen aufgehalten – im Ostteil der Stadt bewegen.

    Das Krisenmanagement des Berliner Senats und der Bundesregierung lief auf Beschwichtigung hinaus; man wollte um jeden Preis einen „17. Juni 1953“ verhindern. Adenauer kehrte verspätet und auch nur widerwillig aus seinem Italien-Urlaub zurück. Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt sah sich in der unkomfortablen Lage, vollends angewiesen zu sein auf den Handlungswillen der Bundesregierung und der Alliierten. Letztere waren entweder völlig überrascht worden vom Vorgehen der Sowjetzone oder sie hatten ihr stillschweigendes Einverständnis erklärt, um jeden Eklat zu vermeiden. Es war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich, dass die Wirtschaft und das politische System in der Sowjetzone ohne diesen Schritt nicht überlebensfähig gewesen wären.

    Übertragungswagen des SFB von innen, Berlin 1962

    Übertragungswagen des SFB von innen, Berlin 1962

    © United Archives/Kindermann/Imago
    Vom „Frontstadtsender“ zum „Rotfunk“

    Der Journalist Matthias Walden, lange Jahre Chefkommentator des SFB, wechselte 1980 als Mitherausgeber zu Springers Zeitung Welt. Was war im SFB passiert, dass ein sogenannter Kalter Krieger einen Sender verließ, welcher von seinem Auftrag her dem Kalten Krieg verpflichtet war? Eine Schlüsselfunktion für den Wandel des SFB hatte die Studentenbewegung inne, die eng verbunden war mit der besonderen Situation West-Berlins nach dem Mauerbau.

    Eine zentrale Forderung der Studentenbewegung lautete: „Enteignet Springer!“ Die Studenten waren, mit der geballten Macht der verzerrenden Darstellung konfrontiert, zu der Überzeugung gelangt, dass die Macht über die öffentliche Meinung der Schlüssel zur Revolution sei.

    Die symbolischen Aktionen vor dem Springer-Haus, die Anti-Springer-Kampagne, waren der Beginn der Gegenöffentlichkeit der Studentenbewegung, die anfing, sich und ihre Aktionen zu inszenieren, um über die Präsenz in den Medien ihren politischen Forderungen Gehör zu verschaffen.

    Die „Abendschau“ reagierte, wie man es von einem bürgerlichen Medium erwartet: sie berichtete, denn eine nachrichtliche Sendung lebt von Sensationen und Neuigkeiten, aber sie berichtete einseitig. Die Studenten wurden – wiederum im Konzert mit der Springer-Presse – als Kommunisten und Rowdys bezeichnet.

    Anlässlich der Demonstrationen gegen den Schah-Besuch 1967 hieß es: „Zu tumultartigen Zwischenfällen kam es an der Deutschen Oper in der Bismarckstraße, als der Schah mit seinem Gefolge das Haus betreten hatte. Nachdem ein Polizist und ein Bild-Reporter von den Demonstranten durch Steinwürfe verletzt worden waren, traf die Polizei drakonische Maßnahmen gegen die Ruhestörer. Dabei kam es mehrfach zu Gewalttätigkeiten, da einige Polizisten in ihrer begreiflichen Erregung eine Härte anwandten, die über das erforderliche Maß hinausging.“ Der Tod Benno Ohnesorgs war der „Abendschau“ am folgenden Tage nur eine kurze Meldung wert.
    Ein langsamer Paradigmenwechsel

    Wegen des sich wandelnden politischen Klimas in der Bundesrepublik – ab 1969 durch die Entspannungspolitik Willy Brandts, in Berlin 1978 durch die Hausbesetzerbewegung und die Gründung der Alternativen Liste – vollzog auch der Sender Freies Berlin einen langsamen Paradigmenwechsel.

    Was sich indes auf der anderen Seite der Mauer tat, war – soweit durch Korrespondenten abgedeckt – Gegenstand der Berichterstattung. Der Friedens- und Bürgerrechtsbewegung in der DDR wurde große Beachtung geschenkt. Höhepunkt für den West-Berliner Sender war am 12. Juni 1987 die Rede Ronald Reagans am Brandenburger Tor. Allerdings schaltete man zu spät auf den Ton, sodass der entscheidende Satz „Mr. Gorbatschow, tear down this wall“ nicht live über den Sender ging.

    Man kann den SFB getrost als „Gedächtnis“ der Stadt bezeichnen, als Chronisten der Geschichte Berlins seit 1954. Der SFB hat über Ereignisse berichtet, die öffentlich wahrgenommen wurden; umgekehrt hat er durch seine Berichte die öffentliche Wahrnehmung beeinflusst.

    Petra Fischer studierte Politikwissenschaften am Otto-Suhr-Institut in Berlin und promovierte zum Thema „Wandel öffentlich-rechtlicher Institutionen im Kontext historisch-politischer Ereignisse am Beispiel des Senders Freies Berlin“. Beim Sender Freies Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg war sie als Festangestellte mit verschiedenen Projekten des Fernsehprogramms betraut. Seit 2022 ist sie als Autorin und freie Journalistin tätig.

    #Berlin #histoure #médias #guerre_froide #anticommunisme #radio #télévision

  • Rezension zu: Antikommunismus in Deutschland, Frankreich und den USA
    https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-20996

    Creuzberger, Stefan; Hoffmann, Dierk (Hrsg.): „Geistige Gefahr“ und „Immunisierung der Gesellschaft“. Antikommunismus und politische Kultur in der frühen Bundesrepublik. München 2014 : Oldenbourg Verlag, ISBN 978-3-486-74708-9 VI, 410 S., 13 Abb. € 59,95

    Storrs, Landon R.Y.: The Second Red Scare and the Unmaking of the New Deal Left. . Princeton 2013 : Princeton University Press, ISBN 978-0-691-15396-4 XIII, 404 S. $ 39.50 / £ 27.95

    Codaccioni, Vanessa: Punir les opposants. PCF et procès politiques 1947–1962. Paris 2013 : CNRS Éditions, ISBN 978-2-271-07661-8 424 S. € 23,75
    Rezensiert für H-Soz-Kult von
    Dominik Rigoll, Department of History, Princeton University

    Obwohl der Antikommunismus zweifellos nicht nur zu den schillerndsten, sondern auch zu den politisch wirkungsmächtigsten Phänomen des vorigen Jahrhunderts zählt, hat die bundesdeutsche Geschichtswissenschaft lange Zeit einen Bogen um ihn gemacht. In der DDR hingegen wurde seiner Erforschung ein Stellenwert eingeräumt, der demjenigen des Antifaschismus durchaus nahe kommt. So stammen von den gut 150 Titeln, die der Katalog der Berliner Staatsbibliothek beim Stichwort „Antikommunismus“ liefert, mehr als zwei Drittel aus der DDR oder einem anderen Ostblockland; immerhin zwölf Prozent wurden von Autoren aus dem Westen verfasst, die man dem linken politischen Spektrum zuordnen kann. Gerade einmal fünf Studien, darunter der hier angezeigte Sammelband, passen weder in die eine noch in die andere Kategorie. Einer der Gründe für das riesige Ost-West-Gefälle dürfte sein, dass der Antikommunismus in den sozialistischen Staaten eine politische Funktion einnahm, die seiner Funktion in den kapitalistischen Gesellschaften diametral entgegenstand. In den Ostblockstaaten bot die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Antikommunismus eine gern genutzte Gelegenheit, auf den Umstand hinzuweisen, dass das Bürgertum nicht zuletzt aufgrund antikommunistischer Überzeugungen so empfänglich für faschistisches Gedankengut war. In den Staaten des Westblocks hingegen wurde dieser Konnex zwar nicht unbedingt geleugnet, aber heruntergespielt, brauchte man den Antikommunismus doch erneut als Integrationsideologie – hoffend, dass er dabei helfen werde, die Faschisten und ihre Parteigänger möglichst stillschweigend für das westliche Modell zu gewinnen.

    Wohl auch deshalb, weil diese Form der Instrumentalisierung in der Bundesrepublik aufgrund der von Deutschen begangenen Massenverbrechen und der personellen Kontinuitäten zum „Dritten Reich“ besonders heikel war, blieb die Antikommunismus-Forschung hier auch in den 1970er- und 1980er-Jahren noch unterentwickelt, während sich in den USA und in Frankreich der politik- und später auch der geschichtswissenschaftliche Mainstream des Themas zusehends annahm. Auch die antikommunistische Repression zu Beginn des Kalten Krieges wurde nun analysiert – meist sehr kritisch. Wie spürbar die Folgen dieser disparaten Entwicklungen zum Teil bis heute sind, illustrieren die drei hier zu besprechenden Bände. Während Landon Storrs für die USA und Vanessa Codaccioni für Frankreich auf eine ganze Reihe quellengesättigter Vorläuferstudien aufbauen bzw. sich kritisch von ihnen absetzen können, betreten die meisten der von Stefan Creuzberger und Dierk Hoffmann versammelten Autorinnen und Autoren für die Bundesrepublik relatives Neuland.

    Storrs, die an der Universität Iowa US-amerikanische Zeitgeschichte lehrt, hat sich einen Problemkomplex noch einmal sehr genau angeschaut, von dem man denken könnte, dass über ihn das meiste schon gesagt wurde in den unzähligen Büchern, Aufsätzen und Zeitungsartikeln, die seit den 1970er-Jahren dazu erschienen sind. Die Rede ist von der zweiten antikommunistischen Welle in der Geschichte der USA (Second Red Scare), die vom Beginn des Kalten Krieges bis zum Ende der McCarthy-Ära reicht und die Storrs am Beispiel der Säuberung des öffentlichen Dienstes von tatsächlichen oder vermeintlichen Kommunisten untersucht. Zwischen 1947 und 1956 mussten sich mehr als fünf Millionen Staatsangestellte einem Loyalitäts- und Sicherheitsscreening unterziehen; mindestens 25.000 von ihnen durchliefen zusätzlich eine stigmatisierende „full field investigation“ beim FBI. Schätzungen zufolge wurden 2.700 Personen entlassen; mehr als 12.000 kündigten von sich aus (S. 2). Dieses Thema hat schon häufig Forschungsinteresse auf sich gezogen. In der Regel wurde dabei auf die mangelnde Rechtstaatlichkeit der Verfahren hingewiesen, die aus heutiger Sicht nicht selten irrational erscheinen. Storrs knüpft an diese Studien an, macht aber auch klar, dass die bürgerrechtliche Kritik am Staatsantikommunismus zwar berechtigt ist, mittlerweile jedoch zur Historisierung des McCarthyismus ebenso wenig beiträgt wie die apologetische Argumentation, die das Recht des demokratischen Gemeinwesens auf Gefahrenabwehr betont, ohne empirisch darzulegen, worin die Gefahr im Einzelnen bestand.

    Storrs interessiert sich also nicht so sehr für die Frage, ob der von ihr betrachtete Personenkreis zu Recht oder zu Unrecht aus dem Staatsdienst gedrängt wurde, sondern für die politischen Reformvorstellungen, die gemeinsam mit den betroffenen Beamtinnen und Beamten marginalisiert wurden. Dieser Fokus bietet sich auch deshalb an, da Storrs nicht die Masse der Entlassenen und Verdrängten auf den unteren Ebenen des Staatsapparates untersucht, von denen vergleichsweise viele der Kommunistischen Partei oder einer ihrer Vorfeldorganisationen angehörten. Ihr Interesse gilt vielmehr einer Gruppe von 42 hohen und mittleren Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten, die sich selbst als Sozialdemokraten oder Sozialisten verstanden und die unter Franklin D. Roosevelt rekrutiert worden waren, um dessen New-Deal-Politik umzusetzen. Dabei vertraten sie Reformvorstellungen, die noch ambitionierter waren als diejenigen Roosevelts. „When the Old Left Was Young... and Went to Washington“ (so der treffende Titel des ersten Kapitels), standen diese „jungen Alten Linken“ nicht nur für eine starke Expansion des Sozialstaates, sondern auch für den Ausbau der bürgerlichen und gewerkschaftlichen Mitbestimmung, für die Gleichstellung der Geschlechter und das Ende der Rassendiskriminierung.

    Auf der Grundlage von Personalakten, die im Zuge der Screenings angelegt wurden, sowie von einer Vielzahl an Ego-Dokumenten hat Storrs herausgefunden, dass diese hochgebildeten und ambitionierten jungen Leute bereits in den 1930er-Jahren in das Visier von Kommunistenjägern gerieten. Der auf ihnen lastende Druck wurde jedoch erst nach 1947 so groß, dass sie wegen „un-amerikanischer Aktivitäten“ bzw. kommunistischer Verbindungen – die sie, wenn überhaupt, nur indirekt und in jungen Jahren gehabt hatten – von Entlassung bedroht waren. Nicht zuletzt, um damit die eigene Existenz zu sichern, stilisierten sich nun viele der von Storrs porträtierten Personen selbst zu Antikommunisten. Dabei warfen sie nicht nur ein Gutteil ihrer vorherigen politischen Überzeugungen über Bord, sondern verheimlichten auch, dass sie sich früher als Sozialisten oder Sozialdemokraten verstanden hatten. Sie mussten ihre Vorkriegs- und Kriegsbiographien ebenso „anpassen“ wie zur selben Zeit ehemalige Nationalsozialisten in der Bundesrepublik oder ehemalige Widerstandskämpfer in der DDR.

    Während Storrs den Fokus auf eine kleine, aber strategisch gut platzierte Gruppe amerikanischer Nichtkommunisten legt, wählt Vanessa Codaccioni in ihrer Studie über den französischen Staatsantikommunismus von 1947 bis 1962 jeweils abwechselnd die Perspektive der Repressionsorgane und der Kommunistischen Partei (KPF). Auf kommunistischer Seite interessiert sich die an der Universität Paris VIII lehrende Politologin nicht nur für die von Repressionen betroffenen Aktivisten. Sie betrachtet auch die Anwälte, die mit der Parteiführung darüber entschieden, ob und wenn ja wie aus einem der vielen gegen kommunistische Parteigänger angestrengten Hochverratsprozesse, deren Genese, Verlauf und zeitgenössische Perzeption im Zentrum der Studie stehen, Profit für die Partei geschlagen werden könnte. Ganz ähnlich wie Storrs geht es auch Codaccioni nicht so sehr um die Frage, ob den staatlichen Organen „unrechtsstaatliches Verhalten“ und den Kommunisten eine „politische Instrumentalisierung“ der Verfahren vorzuwerfen ist, obgleich beide Tatbestände in vielerlei Hinsicht erfüllt sind. Vielmehr nimmt sie unter die Lupe, wann es zu einem Prozess wegen „trahision“ kam bzw. – fast noch wichtiger – wann die eine oder die andere Seite versuchte, ihn zu verhindern, weil er politisch mehr Nachteile als Vorteile bringen könne.

    Als Quellengrundlage dienen Codaccioni neben Polizei- und Prozessakten vor allem Bestände aus dem KPF-Archiv und aus dem Archiv der Wohlfahrtsorganisation Secours populaire sowie rund 50 Zeitzeugeninterviews. Auf dieser breiten Basis macht sie sichtbar, dass seit Ende der 1950er-Jahre die Intensität der antikommunistischen Repression stark abnahm, ohne dass sich an der offiziell weiter stramm antikommunistischen Haltung der Regierungen etwas geändert hätte. Aber auch auf Seiten der Kommunistischen Partei konstatiert Codaccioni eine stetig schwindende Motivation, es mithilfe der Ausschlachtung politischer Prozesse auf eine Konfrontation mit dem Staatsapparat ankommen zu lassen. Profilierte sich die KPF zunächst als antikoloniale Antikriegspartei, die gegen den (noch ungeklärten) Einsatz biologischer Waffen durch die Amerikaner in Korea ebenso agitierte wie gegen die (heute erwiesenen) französischen Folterpraktiken in Indochina[1], hielt sie sich mit Veröffentlichungen dieser Art während des Algerienkrieges bekanntlich sehr zurück. Auf diese Weise büßten die Kommunisten gerade in den Augen ihrer jüngeren Anhänger viel Glaubwürdigkeit ein. Zugleich überließen sie zusehends den Angehörigen der Neuen Linken das Feld, die, jedenfalls zunächst, die gleichen Informationen verbreiten konnten wie zuvor die Kommunisten, ohne dafür wegen Hochverrat verfolgt zu werden. Wohl auch deshalb, weil sich die KPF so handzahm zeigte (freilich ohne ein Jota von ihrem revolutionären Programm abzurücken), verlor man auf staatlicher Seite allmählich die Furcht vor der Sabotage des Staatsapparates bzw. der Armee durch kommunistische Parteigänger im Falle einer sowjetischen Invasion – jenes Bedrohungsszenario also, das Anfang der 1950er-Jahre für den Staatsantikommunismus noch bestimmend gewesen war.

    In dem von Stefan Creuzberger und Dierk Hoffmann herausgegebenen Sammelband behandeln immerhin vier der zwanzig Beiträge das Thema der Repression. Schätzungen zufolge umfasste letztere in Westdeutschland bis zu 125.000 politische Strafverfahren, die in mehr als 6.000 Fällen zu Verurteilungen führten (Till Kössler, S. 239). Hinzu kamen eine millionenfach praktizierte Postzensur, die Überwachung von Telefongesprächen, eine Vielzahl von Zeitungs- und Organisationsverboten sowie weitere Exklusionspraktiken, die trotz ihres atemberaubenden Umfangs bis heute nur in Ansätzen untersucht sind.[2] Kössler macht in seinem Beitrag über den staatlichen und gewerkschaftlichen Umgang mit Kommunisten deutlich, dass dessen Dynamiken und Chronologien nicht erklärt werden können, wenn man sich nur für die Ablehnung der kommunistischen Ideologie interessiert. Vielmehr müssen neben der internationalen Entwicklung auch lokale Begebenheiten und Personenkonstellationen berücksichtigt werden. Gerade in Hochburgen der KPD wie Nordrhein-Westfalen hätten „gemeinsame Interessen in Sachfragen“ (S. 244) und gemeinsame NS-Verfolgungserfahrungen bisweilen zu einer Abschwächung antikommunistischer Praxis geführt, ohne dass die beteiligten Akteure von ihren antikommunistischen Überzeugungen abgerückt wären.

    Ganz ähnliche Differenzierungen finden sich in Boris Spernols Analyse des Ausschlusses von Menschen aus dem KPD-Umfeld im Kontext der Wiedergutmachung. Dieser Ausschluss sei oft von Machtkalkül und Eigennutz geprägt gewesen, „vor allem aber von Irrationalitäten“ (S. 272). Eine transnationale und deutsch-deutsche Perspektive auf das Thema nimmt Bernd Stöver ein. In Fortführung seiner Arbeiten zu der von amerikanischen Behörden und paramilitärischen Gruppen fast überall in Europa sowohl propagierten als auch praktizierten „Befreiungspolitik“ untersucht Stöver, wie es der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ in den 1950er-Jahren gelang, die DDR von außen zu destabilisieren: „Das MfS [Ministerium für Staatssicherheit] wuchs nicht nur maßgeblich durch seine eigene Bedrohungsanalyse, sondern eben auch durch die tatsächlichen Angriffe“ (S. 228).

    Bernd Greiner steuert einen einleitenden Essay über den Zusammenhang von Angst und Antikommunismus in den USA bei. Greiner ist davon überzeugt, dass die „eigentliche Pointe“ hier nicht so sehr in der Antwort auf der Frage liege, ob die allgegenwärtigen „Feinde real präsent sind“ oder „nur imaginiert werden“. Schließlich sei der antikommunistische „Ausnahmezustand“ – genau wie der antisemitische – auf „vielfältige und im Zweifel auch konträre Weise begründbar“. Entscheidender sei, dass Angst hier als „emotionale Ressource von Politik“ fungiere: Antikommunismus habe Amerikanerinnen und Amerikanern die Möglichkeit geboten, sich ganz individuell an einer gesellschaftlichen „Selbstreinigung“ zu beteiligen und so „auf demonstrative Art und Weise der Verantwortung für das Gemeinwesen gerecht zu werden“ (S. 29). Wer das Phänomen verstehen wolle, müsse daher nicht nur die Angst vor dem Kommunismus untersuchen, sondern ebenso die hinter dieser Angst stehende „Panik vor einem hausgemachten Scheitern Amerikas“ (S. 31).

    Dass Antikommunismus auch in der Bundesrepublik nicht nur auf die Exklusion politischer Gegner zielte, sondern zugleich auf die Integration der post-faschistischen Gesellschaft, heben die Herausgeber ebenso hervor wie Hermann Wentker, der die Ergebnisse des Bandes souverän und konzise zusammenfasst (S. 2f., 356f.). Andreas Wirsching weist in seiner nützlichen, um Konzeptualisierung bemühten Analyse des Antikommunismus in Deutschland vor 1945 ebenfalls mit Nachdruck auf dessen gesellschaftliche Mobilisierungskraft hin (S. 18–21). Gleichwohl wird die Doppelbödigkeit des Phänomens, die Stabilisierungs- und Normalisierungsfunktion des Antikommunismus, namentlich in Bezug auf die Rückkehr der NS-Funktionseliten im Kalten Krieg, in keinem der Beiträge systematisch behandelt. Im Zentrum stehen stattdessen zumeist staatliche Institutionen oder gesellschaftliche Organisationen, deren Praxis in den politisch-strategischen Fronten des Kalten Krieges situiert und vor allem in ihrem politisch-ideologischen Gehalt untersucht wird. Dies gilt für die Beiträge von Stefan Creuzberger über das Gesamtdeutsche Ministerium, von Lars Lüdicke über Adenauers Außenpolitik, von Corinna Franz über Adenauers Denken und politisches Handeln, von Rüdiger Thomas über die Bundeszentrale für Heimatdienst, von Michael Schwartz über die Vertriebenenverbände, von Thomas Brechenmacher über die katholische Kirche, von Mirjam Loos über die evangelische Kirche, von Dominik Geppert über den Kongress für Kulturelle Freiheit und die Gruppe 47, von Frank Möller über den Verleger Joseph Caspar Witsch sowie von Christoph Classen über Film und Fernsehen. Die Perspektive ist hier sicherlich nicht durchgehend, aber doch sehr häufig diejenige von „großen Männern“ und deren ideologischen Vorstellungen, was nicht ausschließt, dass man in einigen Beiträgen auch Hinweise auf weibliche Akteure oder die Alltagspraxis der jeweils untersuchten Formationen findet.

    Eine wichtige Ausnahme in dieser Hinsicht bildet der Beitrag von Rainer Gries, der das großangelegte Versenden von Lebensmittelpaketen in die DDR explizit als „Antikommunismus für jedermann“ untersucht. Durchgängig deutsch-deutsche Ansätze wie diese finden sich in dem Band überraschenderweise ebenso selten wie Ausführungen zu der Frage, inwiefern sich nichtkommunistische und antikommunistische Politiken eventuell gegenseitig beeinflussten und bedingten. Die Perspektive westdeutscher Kommunisten und (angeblicher) Fellow Traveler fehlt fast völlig – ausgenommen die Beiträge von Kössler, Spernol und Brechenmacher (letzterer bezieht ein, wie katholische Kirche und DDR-Behörden interagierten). Demgegenüber beschränken sich Heike Amos, Dierk Hoffmann und Michael Lemke in ihren Beiträgen über verschiedene Formen und Inhalte der SED-Westarbeit im Wesentlichen auf die Ost-Berliner Perspektive.

    Natürlich ist es müßig, bei Sammelbänden wie diesem auf inhaltliche „Lücken“ hinzuweisen. Schließlich haben die meisten der Autorinnen und Autoren bereits die eine oder andere Monographie vorgelegt, in der sie „ihren“ Problemkomplex viel facettenreicher bearbeiten. Andererseits fällt beim Vergleich der drei Bücher doch ins Auge, dass es nicht nur an den jeweils zur Verfügung stehenden Druckseiten liegt, wenn Storrs und Codaccioni die Historisierung des Gegenstandes weiter treiben als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. Es liegt auch daran, dass sich die beiden Autorinnen Zugang zu Quellenbeständen verschaffen konnten, die in Deutschland bislang noch kaum ausgewertet wurden, namentlich Akten der politischen Polizei und Justiz sowie der Kommunistischen Partei und ihrer Vorfeldorganisationen. Besonders aber fällt ins Gewicht, dass die meisten Beiträge des Sammelbandes die neuere internationale Forschung zum Kalten Krieg nur selektiv aufgreifen. Wenn etwa einleitend von der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ die Rede ist (S. 1), interpretieren die Herausgeber den Begriff nicht als Teil einer westlichen Ideologie[3], sondern verwenden ihn affirmativ, ohne Anführungszeichen. Dies ist insofern problematisch, als die Genese und Instrumentalisierung des Terminus selbst integraler Bestandteil jenes weltweiten ideologischen Schlagabtausches war, den es erst noch zu historisieren gilt.[4] Das trifft auf ost- und westdeutsche Begrifflichkeiten nicht weniger zu als auf die von Codaccioni und Storrs so souverän dekonstruierten Termini „trahision“ und „un-American activities“.

    Anmerkungen:
    [1] Vgl. Jean-Marc Le Page, La pratique de la torture durant la guerre d’Indochine, in: Dynamiques Internationales 5 (2011), URL: <http://dynamiques-internationales.com/wp-content/uploads/2011/07/DI5-LePage-JM11.pdf> (26.09.2014), besonders S. 10f.; Stephen Lyon Endicott / Edward Hagerman, The United States and Biological Warfare. Secrets from the Early Cold War and Korea, Bloomington 1998.
    [2] Vgl. Joseph Foschepoth, Überwachtes Deutschland. Post- und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik, Göttingen 2012; Dominik Rigoll, Staatsschutz in Westdeutschland. Von der Entnazifizierung zur Extremistenabwehr, Göttingen 2013.
    [3] Vgl. etwa Odd Arne Westad, The Global Cold War. Third World Interventions and the Making of Our Times, Cambridge 2005, hier S. 8–38; Anson Rabinbach, Begriffe aus dem Kalten Krieg. Totalitarismus, Antifaschismus, Genozid, Göttingen 2009.
    [4] Der international vergleichenden Historisierung des Phänomens widmet sich auch das Symposium „Der Antikommunismus in seiner Epoche. Weltanschauung, Bewegung, regierende Partei“, das vom Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts und dem Imre Kertész Kolleg vom 13. bis 15. November 2014 in Jena veranstaltet wird: <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=25724> (26.09.2014).

    #histoire #politologie #anticommunisme

  • Zeitenwende und Geschichtspolitik : Revanche für den 8. Mai
    https://www.jungewelt.de/artikel/523025.zeitenwende-und-geschichtspolitik-revanche-f%C3%BCr-den-8-mai.html

    Le parti vert allemand ressemble de plus en.plus aux vieux partis de droite et anticommunistes de 1949 . Sa dernière campagne réactionnaire doit aboutir à la disparition de la mémoire des soldats soviétiques qui ont libéré l’Allemagne du fascisme.

    23.5.2026 von Nico Popp - Berlin: Ein Antrag der Grünen zielt auf die Zerstörung der sowjetischen Prägung der drei Ehrenmale, die an den Sieg über Nazideutschland erinnern.

    Die Grünen arbeiten in Berlin weiter an der kriegstüchtigen Formierung des Hinterlandes. Ein paar Tage nach einer Veranstaltung, bei der sich die Partei als treibende Kraft in der Kampagne für eine Schließung des Russischen Hauses in Szene setzte, werden die Hauptstadt-Grünen an der geschichtspolitischen Front aktiv. Am Donnerstag wurde ein Antrag ihrer Fraktion mit dem Titel »Sowjetische Ehrenmale in Berlin geschichtlich einordnen und vor politischer Instrumentalisierung schützen« in das Landesparlament eingebracht und an den Ausschuss für Kultur, Engagement und Demokratieförderung zur Beratung überwiesen.

    Mit dem Antrag wird die von unterschiedlichen Akteuren – ukrainischen Nationalisten, den Maßgaben der außenpolitischen Frontenbildung verpflichteten Historikern, antisowjetischen bzw. antikommunistischen Instituten und Vereinen – zunehmend koordiniert vorangetriebene Umgestaltung und »Neuinterpretation« der drei sowjetischen Ehrenmale in Berlin auf die nächste Ebene gehoben.

    Das formelle Ziel des Antrages ist es, den Senat durch Beschluss des Abgeordnetenhauses aufzufordern, hinsichtlich der Ehrenmale »ein umfassendes Konzept zur historisch-kritischen Einordnung, zur Weiterentwicklung einer lebendigen Erinnerungskultur sowie zum Schutz vor politischer Instrumentalisierung vorzulegen und umzusetzen«. Inhaltlich läuft der Antrag darauf hinaus, die sowjetische Prägung der Ehrenmale zu zerstören. In der Begründung heißt es, die Ehrenmale spiegelten ein »Geschichtsbild« wider, »das einseitig durch die stalinistische Sowjetunion geprägt ist«. »Ausgeblendet« blieben nämlich »der Hitler-Stalin-Pakt, die Gewaltverbrechen des Stalinismus sowie die Erfahrungen derjenigen Völker und Minderheiten, die unter sowjetischer Herrschaft verfolgt und unterdrückt wurden«.

    Hier wird kaum verklausuliert eingefordert, Ehrenmale, die an den Sieg über den deutschen Faschismus erinnern, mit den Großerzählungen der antikommunistischen Geschichtsschreibung zur Sowjetunion zu überschreiben. Das wird als »historisch-kritische Kontextualisierung« verkauft, die nicht im Widerspruch stehe zu den »bestehenden rechtlichen Verpflichtungen Deutschlands zum Schutz von Kriegsgräberstätten«. Richten soll sich das Vorhaben angeblich auch gegen »historische wie aktuelle Formen politischer Instrumentalisierung« – ein auch in diesem Antrag unbelegter Vorwurf, der noch dazu aus einem politischen Spektrum kommt, das seit 2022 alles unternommen hat, um die Ehrenmale in Berlin zu Schauplätzen der Auseinandersetzung um die Deutung des Ukraine-Krieges zu machen. Letztlich ist auch dieser Antrag ein Versuch, die Ehrenmale für tagespolitische Zwecke zu instrumentalisieren. Mit der Formel von der »zeitgemäßen Erinnerungskultur« wird das auch unfreiwillig eingeräumt.

    Zu den in dem Antrag aufgeführten Arbeitsaufträgen gehört neben der »Kontextualisierung« (über Informationstafeln und »digitale Vermittlungsformate«) die »Sichtbarmachung der Vielfalt der Roten Armee« (die gerade die sowjetische Erinnerungskultur nie »unsichtbar« gemacht hat), ein »Maßnahmenkonzept zur wirksamen Unterbindung des Missbrauchs der Ehrenmale« (was offenbar auf die dauerhafte Institutionalisierung der jährlich zum 8. und 9. Mai verfügten Verbote zielt), die Einschaltung von »Wissenschaft und Zivilgesellschaft« (also der Partner der Grünen in der Kampagne) und zuletzt die »Entwicklung und Umsetzung spezifischer Bildungsangebote« unter »Einbeziehung der späteren Teilung und Diktaturen in Deutschland und Europa« – ein unmissverständlicher Fingerzeig, dass an diesen Orten perspektivisch die Erzählung vermittelt werden soll, dass in Osteuropa 1945 »eine Diktatur durch die andere« ersetzt worden sei, also gar keine Befreiung stattgefunden habe.

    Als Mitglied des Kulturausschusses wird sich der ehemalige Innensenator Andreas Geisel (SPD) mit dem Antrag befassen, der öffentlich als Befürworter von Eingriffen in die Gestaltung der Ehrenmale hervorgetreten ist. Im Kulturausschuss sitzt auch die CDU-Abgeordnete Stefanie Bung, die bereits 2022 gefordert hatte, die beiden Panzer vor dem sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten zu entfernen. Man darf also davon ausgehen, dass der Antrag der »oppositionellen« Grünen mit ausgesprochenem Wohlwollen behandelt werden wird.

    Nicht in dem Ausschuss vertreten ist der einzige profilierte Kritiker der Umgestaltungsinitiativen im Abgeordnetenhaus, der BSW-Abgeordnete Alexander King. Er sagte am Freitag gegenüber jW, der Antrag der Grünen sei »purer Revanchismus«: »Nicht die Deutschen und auch nicht die deutschen Grünen haben Berlin befreit, sondern die Rote Armee.« Die Vornahme von Veränderungen an den Ehrenmalen und die Vermischung des Gedenkens »mit der eigenen Sicht auf die Geschichte der Befreier und aktuelle Entwicklungen« sei »wirklich unsäglich«. Für Geschichtsrevisionismus brauche es »längst keine Rechten mehr. Das können die Grünen mindestens genauso gut.«

    #Allemagne #Berlin #anticommunisme #russophobie #verts

  • Abschuss von Fliegern vor 30 Jahren : USA wollen offenbar Kubas Ex-Staatschef Raúl Castro anklagen
    https://www.tagesspiegel.de/internationales/abschuss-von-fliegern-vor-30-jahren-usa-wollen-offenbar-kubas-ex-staats

    On mène und guerre non déclarée contre un pays puis on se plaint quand la cible se défend en tirant sur les avions d’une organisation terroriste qui violent l’espace aerien du pays. Les mafieux réclament déjà qu’on leur rende les hôtels et casinos socialisés il y a soixante sept ans. La lutte des classes continue. Les impérialistes réclament la domination totale.

    15.5.2026 - Die US-Regierung übt seit Monaten Druck auf Kuba aus, um einen wirtschaftlichen und politischen Wandel zu forcieren. Laut US-Medien sind nun rechtliche Schritte geplant, die die Beziehung weiter belasten dürften.

    Die USA unternehmen Medienberichten zufolge Schritte, um den 94-jährigen kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro anzuklagen. Die mögliche Anklage soll sich auf den tödlichen Abschuss von Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kuba im Jahr 1996 konzentrieren, berichtete der Sender CBS News unter Berufung auf US-Beamte. Die Zeitung „USA Today“ setzte eine mögliche Anklage ebenfalls in Zusammenhang mit dem 30 Jahre alten Fall. Sie stützt sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

    Für eine solche Anklage bräuchte es üblicherweise die Zustimmung einer Grand Jury. Eine solche Gruppe Geschworener kann in den USA nach der Vorlage von Beweismitteln durch die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob in einem Fall Anklage erhoben wird.

    Die kubanische Luftwaffe hatte am 24. Februar 1996 zwei Flugzeuge der damals in Miami ansässigen exilkubanischen Organisation „Hermanos al Rescate“ (Brüder zur Rettung) bei einem Flug vor der kubanischen Küste abgeschossen.

    Nach Darstellung Havannas waren die Cessnas in den kubanischen Luftraum eingedrungen. Die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO) kam aber zu dem Schluss, dass sie sich über internationalen Gewässern befanden. Drei der Todesopfer waren US-Bürger. Die exilkubanische Organisation stellte 2003 ihre Arbeit ein.

    Einige Politiker in den USA fordern eine Anklage Raúl Castros

    Floridas republikanischer Gouverneur Ron DeSantis legte auf der Plattform X nahe, dass er eine Anklage gegen Kubas früheren Staatschef Raúl Castro begrüßen würde. Den Bericht von CBS News kommentierte er mit den Worten: „Gib Gas, das hat lange auf sich warten lassen!“.

    Mehrere US-Medien hatten bereits in den vergangenen Monaten über einen Brief mehrerer Kongressmitglieder an die US-Regierung berichtet, in dem diese eine Anklage gegen Raúl Castro gefordert haben sollen. Ihr Vorwurf demnach: Er hätte den Abschuss als damaliger Verteidigungsminister angeordnet.
    Welche Rolle Castro aktuell auf Kuba spielt

    Raúl Castro gab 2018 das Präsidentenamt und 2021 den Vorsitz der Kommunistischen Partei ab, seitdem ist er nicht mehr in der Tagespolitik aktiv. Als jüngerer Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro und einer der letzten Vertreter der Generation der Revolutionäre genießt er aber immer noch hohes Ansehen in Kuba.

    Er gilt als wichtiger Berater von Präsident Miguel Díaz-Canel und ist als früherer Verteidigungsminister innerhalb des mächtigen Militärs bestens vernetzt. Zuletzt zeigte er sich bei der Kundgebung zum 1. Mai vor der US-Botschaft an der Seite seines Nachfolgers Díaz-Canel.

    Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt, mit Trumps Amtsantritt hat sich das noch einmal verschärft: Im Januar 2025 setzte er den von der Kommunistischen Partei regierten Inselstaat wieder auf eine US-Terrorliste. Seit Monaten erhöht seine Regierung den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren.

    #USA #Cuba #anticommunisme #terrorisme #impérialisme #lutte_des_classes

  • Ist Hannah Arendt für aufklärende politische Bildung unverzichtbar ?
    https://overton-magazin.de/top-story/ist-hannah-arendt-fuer-aufklaerende-politische-bildung-unverzichtbar

    Hannah Arendt, 1933. Bild : public domain

    Horreur ! Je découvre que Hannah Arendt n"a pas seulement eu une affaire avec le seul philosophe nazi qui mérite cette appellation mais que sa thèse est le résultat du pouvoir que Heidegger avait sur Jaspers, puis on me rappelle que c’est elle la responsable pour l’infâme identification du communisme avec le fascisme sous la définition de totalitarisme, puis qu’elle a été une lobbyiste qui a facilité la collaboration des vieux nazis avec les sionistes.

    Ouf, c’est dur de perdre cette idole quand tu vis dans un monde où tout est centré sur la « Aufarbeitung » du passé nazi-allemand, où on te dit que tes grand parents ont peut-être été des nazis et qu’il te faut l’absolution des méfaits de tes ancêtres.

    Bref, tout ce qu’on te raconte á l’école allemande sur l’histoire récente est construit suivant la méthode « mit der Wahrheit lügen » . À quinze ans on te montre Nuit et brouillard mais on ne t’explique pas la machine économique de l’horreur . On te cache l’essentiel afin de créer avec les informations incomplètes une conscience erronnée en toi qui te culpabilise alors qu’il te faudrait identifier les responsables derrière le pouvoir nazi et leurs héritiers afin de pouvoir les combattre.

    C’est eux, les riches héritiers nazis et leurs semblables, leur fortune et leur pouvoir qui profitent de l’idéologie fabriquée par les Arendt et d’autres nouveaux philosophes.

    Vu la place dominante de l’Allemagne capitaliste au sein de l’Europe on y trouve partout des morçeaux de la philosophie fallacieuse et implicitement (même explicitement quand on la regarde de près ) anticommuniste.

    Aujourd’hui à Berlin on ne peut plus traverser la Hardenbergstraße et se rendre ainsi de la librairie Kiepert, source du savoir des étudiants de Berlin-Ouest, à la librairie Heinrich Heine qui vendait tous les livres imprimés à Berlin-Est et en #RDA.

    Aujourd’hui Hannah Arendt fait partie du canon unique. On censure les idées et informations venues de l’Est. On sanctionne les personnes qui les publient. La critique de Hannah Arendt par quelques érudits ne remplace pas le poids des discussions fondées sur l’effort collectif de construire une société socialiste.

    La pensée unique d’aujourd’hui n’est plus celle du parti de la Stasi . Elle est le produit de l’auto-censure des journalistes et professeurs officiels ayant mérité leur CDI.

    11.5.2026 von Johannes Schillo - Hannah Arendt – eine der dümmsten Intellektuellen oder der bedeutendsten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Ein Blick auf aktuelle Kontroversen.

    „Eine der einflussreichsten intellektuellen Stimmen der Nachkriegszeit“, so wird Hannah Arendt (1906-1975) auf der Website der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gelobt, die der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der etwas totalitär gestrickte, der Extremismusabwehr verpflichtete Staatsminister Wolfram Weimer, fördert. Aber auch sonst wird der Frau bescheinigt, dass man es in ihrem Fall mit der „klügsten“ oder „bedeutendsten“ Intellektuellen des 20. Jahrhunderts zu tun hat, so etwa in der neuen Biographie von Willi Winkler.

    Ein Kirchenvater weist den Weg

    Auf der Website IVA, wo die intellektuellen Leistungen Arendts verschiedentlich Thema waren, fiel das Urteil dagegen anders aus. Die „dümmste Intellektuelle des 20. Jahrhunderts“ hieß es da im Update zur katholischen Kapitalismuskritik, wo daran erinnert wurde, wie Arendt beim Beginn ihrer akademischen Karriere dem Kirchenvater Augustinus von Hippo (354–430) als philosophischer Größe gehuldigt hat. Bei diesem Frömmler, der nach wilder Jugend zur Askese fand und das Ende der Welt kaum erwarten konnte, werde irgendwie der Grundstein für die moderne Existenzphilosophie gelegt, wie Arendts Mentor, der Nazi-Philosoph Martin Heidegger, in einer bahnbrechenden Vorlesung vom Sommersemester 1921 entdeckte und seine Lieblingsstudentin ihm nachbetete.

    Augustinus, so Heidegger, habe „das Phänomen der Zeitlichkeit des menschlichen Lebens gesehen“ (Flasch 2020, 267), sei aber noch auf dem neuplatonischen Niveau stehen geblieben statt bis zum seinsphilosophischen des 20. Jahrhunderts fortzuschreiten. Gar nicht der Rede wert ist dabei das Gedankengebäude, das dieser Kirchenvater errichtet hat: eine brutale Gnadenlehre, die von einer Vorherbestimmung des Menschen ausgeht. Da der menschliche Wille nichts bewirken kann, findet eine Erwählung einzelner Seelen zum ewigen Leben oder zu ewiger Verdammnis statt, wo die besagte Zeitlichkeit ihr Ziel hat. Jesus gilt dabei als die Antithese zur „Synagoge des Satans“, in der sich die Juden versammeln und ihren weltlichen Gelüsten, der Anhäufung von Reichtum, nachgehen.

    Das irdische Jammertal ist aber nicht zu überwinden, sondern bleibende Herausforderung an die christliche Nächstenliebe, wie jüngst noch der amtierende Papst Leo in seinem ersten sozialen Rundschreiben „Dilexi Te“ (DT) festgestellt hat. Es wird erst beim Jüngsten Gericht seinen Schrecken verlieren, alle Notleidenden bzw. die nach Gottes Ratschluss Erwählten werden dann die volle, überzeitliche Entschädigung erhalten, wobei die jenseitige Glückseligkeit, die die Apokalypse des Johannes ausmalt, im Prinzip aus der Umkehrung der jetzigen Verhältnisse besteht.

    Diejenigen, die auf Erden unten sind, werden dann oben sein und neben dem höchsten Herrn sitzen. Diejenigen, die heute oben sind, werden ihnen zu Füßen liegen. Augustinus, auf dessen Liebesbegriff Leo XIV. sich ausdrücklich beruft (DT, Nr. 44ff), hat das in seiner Theologie ausgeführt. Demnach besteht die ewige Glückseligkeit gerade darin, die eigene Erhöhung und die Erniedrigung der anderen zu genießen. Der Mittelalter-Fachmann Kurt Flasch hat darin eine „Logik des Schreckens“ (so der Titel seines Essays) entdeckt. Man könnte fast sagen, von Augustinus bis zu Dantes Inferno wurden mit den christlichen Visionen des ewigen Höllenfeuers die modernen KZs vorweggenommen.

    Flasch schreibt (1990, 91f) über diejenigen, die der Verdammnis verfallen: „Ihre öffentliche Exekution, also ihre ewige Hinrichtung im Höllenfeuer, sollen alle sehen, und die Erwählten sollen daraus Nutzen ziehen, daß er [= Gott] die Unbegnadeten nicht wie in einem leidenschaftlichen Racheakt vernichtet, sondern daß er sie – fein abgestuft, nach einem durchdachten Plan, eben ordnungsgemäß – verheizt. Wem dies Wort mißfällt, hadere mit Augustin; er hat die physische wie die übertragene Bedeutung dieses Wortes ausdrücklich beansprucht.“ Darum lautet das Fazit des Fachmanns: „Von eigentümlicher Fremdartigkeit bleibt Augustins Konzept der Liebe.“

    Und das ist das Konzept, das von Hannah Arendt in ihrer unsäglichen Dissertation über den augustinischen „Liebesbegriff“ als wichtiger Beitrag zum Erkenntnisfortschritt idealisiert und zugleich als unvollständige, noch auszubauende Position relativiert wurde. Augustin eignet sich ja überhaupt als Berufungsinstanz für dubiose Anliegen. So wurde er zuletzt noch mit seinem „Ordo-Amoris“-Konzept – der fein abgestuften Nächstenliebe vom Nahbereich bis zu den weniger liebenswürdigen Fremden – von US-Vize J.D. Vance für die fremdenfeindliche Linie der USA und die Gewalttätigkeit der ICE-Trupps in Anspruch genommen. Was allerdings vom Vatikan, noch vor dem Streit mit Trump, zurückgewiesen wurde. Wenn Fachleute der katholischen Militärseelsorge heute auf Augustinus wegen seiner Lehre vom gerechten Krieg zurückgreifen, haben sie dagegen den Segen ihrer Nationalkirche.

    Für Heidegger, gegen Linke

    Eine wichtige Rolle hat Arendt bei der Etablierung des Konstrukts „linker Antisemitismus“ gespielt, das in der letzten Zeit schon mehrfach auf den Prüfstand gestellt worden ist, so von Gerhard Hanloser oder in einer neueren Übersicht zu den Zensurleistungen der deutschen Öffentlichkeit. Das Konstrukt hat auch, siehe die IVA-Reihe „Marx is back“, seine Tradition im akademischen Antikommunismus und greift zudem gerne auf den angeblichen Selbsthass des „Juden Marx“ zurück.

    Bei der Erfindung und Durchsetzung dieses „Kampfbegriffs“ (Hanloser) hat sich die politische Theoretikerin Arendt große Verdienste erworben, speziell bei der antikommunistischen Formierung des Frontstaates BRD, der Antifaschismus durch Feindbildpflege in Richtung des totalitären Ostblocks ersetzte. Arendt hat in der Nachkriegszeit eifrig an der Rehabilitierung ihres faschistischen Protektors Heidegger mitgewirkt und, statt die Aufklärung über Aufstieg und Triebkräfte der NS-Herrschaft zu stärken, den Nationalsozialismus mit dem Stalinismus anhand formaler Kriterien gleichgesetzt. Damit schuf sie das Modell für das Feindbild von NATO und Co. im West-Ost-Gegensatz, wo der realsozialistische Gegner hinterm „Eisernen Vorhang“ als Inbegriff des Bösen dingfest gemacht wurde.

    Dass Arendt am Beginn ihrer Karriere auf Augustinus stieß, war übrigens das Ergebnis einer eher unappetitlichen Affäre: Der verheiratete und auf seine Karriere bedachte Philosoph Heidegger hatte Sex mit seiner Studentin, schob sie dann, um Aufsehen zu vermeiden, an die Universität Heidelberg ab, wo sein Spezi Karl Jaspers ihr Unterschlupf gewährte und ihre von Heidegger inspirierte Augustinus-Dissertation durchwinkte. Heraus kam eins der groteskesten Werke der modernen Philosophie. Es balanciert, deutsch-lateinisch radebrechend, an der Grenze zur Unlesbarkeit und will den für seine körperfeindliche Sexualethik bekannten Kirchenvater ausgerechnet mit seinem „Liebesbegriff“ als Impulsgeber fürs heutige Philosophieren retten.

    Arendt hat die Schrift später nicht mehr veröffentlicht – vielleicht war dieser peinliche Start ins akademische Leben auch der Grund dafür, dass sie sich nachträglich von der Berufsbezeichnung „Philosophin“ distanzierte (vgl. Gleichauf 2021, 41). Die Schriftstellerin Ingeborg Gleichauf hat der Beziehungskiste Heidegger – Arendt – Jaspers eine biographisch angelegte Studie gewidmet. Das entscheidende Kapitel des Buchs geht auf Heideggers Rolle als (zeitweise) führender Nazi-Philosoph ein.
    NS-Philosophie

    Heutzutage wird diese Rolle – genauso wie die spätere Legendenbildung der Heidegger-Schule – allgemein verurteilt. Seit Ende des 20. Jahrhunderts liegen ja auch zahlreiche Veröffentlichungen, zuletzt Heideggers „Schwarze Hefte“, vor, die die Mär vom „träumenden Knaben“ (Gleichauf 2021, 63), der aus lauter Weltfremdheit ins NS-Fahrwasser geriet, widerlegen. Wichtig war hier vor allem die große Studie von Emmnauel Faye „Heidegger – Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie“ (2009), die zuerst auf Französisch 2005 erschien und Unveröffentlichtes aus der Zeit von 1933 bis 1935 brachte.

    Solche Enthüllungen bedeuten aber für die philosophische Gemeinde nicht unbedingt eine Disqualifizierung. Selbst ein Wissenschaftler wie Micha Brumlik, der Heidegger als Apologeten einer seinsgebundenen Volksgemeinschaft einstuft, hält an der Seinsphilosophie als wichtigem philosophiegeschichtlichem Datum fest. Dabei wird Heidegger mittlerweile, seitdem Arendts Elogen verklungen sind, von Fachleuten ein „ontologischer“ oder „metaphysischer Antisemitismus“ attestiert. Dafür hätte man natürlich nicht 50 Jahre lang auf die Edition der hinterletzten Notizen und Tagebuchaufzeichnungen warten müssen. Die Marxistische Gruppe (MG) ist schon in ihrer legendären Hochschulagitation auf den Fall eingegangen und hat den Gehalt der Seinsphilosophie unvoreingenommen ins Visier genommen. Das Ergebnis war 1988 die Studie „Der konsequenteste Philosoph des 20. Jahrhunderts – Faschist“, die Peter Decker 2020 in einer Neuausgabe vorgelegt hat.

    Diese Erkenntnis kommt in neueren Würdigungen durchaus zur Sprache. Damit wird auch ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit der NS-Zeit geworfen, der in der Adenauerära an der Tagesordnung war. Wie Gleichauf belegt, besteht der Skandal darin, dass die jüdische Emigrantin Arendt und der Hochschullehrer Jaspers, der mit einer Jüdin verheiratet war, nach 1945 entscheidend an dieser Legendenbildung mitwirkten – wider besseres Wissen. Sie hätten „sich aus einer Haltung der Treue heraus davor gedrückt, der Wahrheit einer Verstrickung Heideggers in das NS-System ins Auge zu blicken“ (Gleichauf 2021, 63).

    Das heißt, dass die beiden einem bekennenden Faschisten die Stange hielten. Sie verbreiteten die Unwahrheit – nicht in nebensächlichen Dingen, sondern zur Rechtfertigung eines Wegs, der immerhin zum „Zivilisationsbruch“ (Dan Diner) des 20. Jahrhunderts führen sollte. Bei dieser angeblichen Treue muss man zudem berücksichtigen, dass Heidegger bis in persönliche Fragen hinein eine schäbige Rolle spielte: Wenn es um die jüdische Herkunft bei Kollegen und Weggefährten ging, war er ganz auf Parteilinie. So wird bei Gleichaufs Beschwörung einer Freundschaft, die in völliger kommunikativer Offenheit stattgefunden habe, im Prinzip etwas anderes deutlich: die politisch-weltanschauliche Verlogenheit, die diese Geistesgrößen des Nachkriegs im Umgang mit der Öffentlichkeit (und untereinander) pflegten.

    Dazu passen die Mitteilungen (Gleichauf 2021, 70ff), dass Jaspers Heideggers Opus Magnum „Sein und Zeit“ wahrscheinlich gar nicht gelesen hat, während der als Meister verehrte Seinsphilosoph die Schriften von Jaspers und Arendt ebenso ignorierte, möglicherweise nur die Schlussseiten durchblätterte – eine These, der Faye in seiner neuen Studie übrigens widerspricht; er sieht, auch in den antisemitisch exponierten Veröffentlichungen, eine regelrechte Komplizenschaft von Arendt und Heidegger am Werk (Faye 2024, 245ff).

    Doch auch ohne eine solche Kollaboration bieten die Einblicke, wie sie inzwischen möglich sind, einigen Aufschluss über die Misere der Vergangenheitsbewältigung in Westdeutschland. Während Adorno damals in seinen berühmten Stellungnahmen zu einer „Erziehung nach Auschwitz“ eindeutig Position bezog, wechselte Arendt schwülstige Briefe mit ihrem ehemaligen Liebhaber, hielt ihm eine unmögliche Laudatio und beschwerte sich parallel bei Jaspers, dass ihr an Adornos Schriften nichts „glaubwürdig“ erscheine, da sie darin nur ein „Durcheinander des Beliebigen“ entdecken könne (Gleichauf 2021, 35).

    Eine neue aufwändige Studie der Erziehungswissenschaftlerin Lena Köhler würdigt nun Arendt als Begründerin einer politischen Bildung, die die „Bedeutung von Natalität oder – wie Arendt ins Deutsche überträgt – von Gebürtlichkeit“ in den Mittelpunkt rückt (Köhler 2026, 7). Arendt zähle zu denjenigen Persönlichkeiten „der philosophischen Tradition, die, wie niemand sonst, die Gebürtlichkeit des Menschen und seine Fähigkeit neu anfangen zu können ins Zentrum ihres Denkens gestellt hat“ und sich damit von Heideggers Philosophie und der damit verbundenen Bestimmung des menschlichen Daseins als „Sein zum Tode“ abgesetzt habe: „Dass die Geburt und ihre Bedeutung für den Menschen verstärkt ins Zentrum des philosophischen Denkens rückt, ist besonders Hannah Arendt zu verdanken.“ (Ebd., 8)

    Eine erstaunliche Erkenntnis: Man muss erst geboren werden, um da zu sein und etwas unternehmen zu können. Aus dieser absoluten Banalität wird dann ein politisch-philosophischer Schwulst gestrickt, der Heideggers Geraune kongenial ist und der sich auch gar nicht groß von dessen Erkenntnisfortschritt unterscheidet, der Mensch müsse sich – endlich nach 2500 Jahren abendländischer Philosophiegeschichte wird das einmal klargestellt – seines Seins zum Tode bewusst werden. Arendt bringt die Ergänzung zu dieser tiefen Einsicht: Um sterben zu können, muss man erst einmal geboren sein. Sie ist also gewissermaßen Vollenderin oder Vollstreckerin der Heideggerschen Philosophie, die sie als Intellektuelle – als eine Kopfarbeiterin, der die Abfassung oder der Vortrag von Texten locker von der Hand geht – in außerphilosophische Kontexte übertragen hat, um dort dann als politische Theoretikerin Furore zu machen.

    Einfach Nachplappern will sie die Werke der großen Vorbilder nicht, sei es jetzt der hl. Augustin oder der Meisterdenker Heidegger. Auch bei Augustinus bestätigt Arendt nicht einfach die tiefen Gedanken, sondern stellt Defizite fest. Sie lässt die religiös begründete Weltfremdheit des Kirchenvaters nicht als letztes Wort gelten, wie die Philosophin Frauke Kurbacher, die Arendts Dissertation neu herausgegeben hat, hervorhebt, um dann aber gleich hinzuzufügen, dass hier weniger Kritik als Übereinstimmung festzustellen sei: „Der Gedanke des Sich-verantwortenden-Denkens, das Arendt bei Augustinus – freilich in Bezug auf Gott – exemplarisch vorgeprägt sieht und dem sie sich selbst, wenngleich unter anderen Rahmenbedingungen, verpflichtet weiß, impliziert letztlich immer ein Sich-vor-etwas-oder-jemand-anderen- und auch -vor-sich-selbst-Verantworten“ (Arendt 2028, XLVI; korrekt müsste es wohl heißen: „… oder-jemand-anderem-“).

    Politische Bildung muss sich also bewusst machen, dass Menschenkinder geboren (und nicht vom Storch gebracht) werden und dass sie dann in irgendeiner Form Verantwortung übernehmen müssen. Dieses „Muss“ ist wie bei Heidegger der Ausfluss von Seinsbestimmungen, denen sich angeblich keiner entziehen kann, da sie so abstrakt sind, dass sie auf alles und jeden passen. Salopp gesagt kann man daher Heideggers Erkenntnis in dem Spruch „Was sein muss, muss sein“ zusammenfassen. Jede Notwendigkeit, wie sie von maßgeblichen Instanzen vorstellig gemacht wird – seit Gaucks Präsidentschaft ist z.B. glasklar, dass wir Deutschen „mehr Verantwortung“ übernehmen müssen –, erhält so bei Bedarf ihre höhere Weihe.

    Die Geburt als wichtiges, bisher angeblich kaum in den Blick genommenes Thema ist laut der Arendt-Exegese von Köhler „nicht nur ein Ereignis, dass das Leben des einzelnen Menschen beginnen lässt, sondern auch ein Geschehen, das den Menschen an soziale Gefüge bindet.“ (Köhler 2026, 9). Wer hätte das gedacht, man hat sofort mit Vati, Mutti und der Geburtsstation im Krankenhaus zu tun. Und mit den folgenden Windelwechseln ist dann auch schon Erziehung „verwoben“, sie „ermöglicht es dem Menschen, sich aktiv in die Welt einzuschalten (zu handeln), aber auch sich zu bilden, indem das Handeln durch kritisches Denken reflektiert und das bisher Gelernte hinterfragt wird“ (ebd., 277). Hilfreich hier auch die Präzisierung der Erziehungswissenschaftlerin, dass Einschalten gleich Handeln ist – junge Menschen würden sonst nur ans Handy denken. Und mit der Anhäufung solcher Umständlichkeiten und Redundanzen ist es natürlich ein Leichtes, ein Buch mit 300 Seiten und 350 Literaturhinweisen zu füllen.

    Solche Banalitäten hat also eine Theoretikerin geliefert, die während der Nachkriegszeit in den Publikationen der Kritischen Theorie nur ein „Durcheinander des Beliebigen“ entdecken konnte! Mit antifaschistischer Aufklärung, die von Adorno und Co. nach 1945 als Herzstück einer zeitgemäßen politischen Bildung gefordert wurde, haben solche Ausführungen nichts zu tun. Es sind aber auch nicht einfach die trivialen Mitteilungen vom Zoon Politikon etc., die man seit Aristoteles kennt.

    Das Ganze gibt sich total modern als eine seinsphilosophische Reflexion, die erst die Grundlage fürs heutige Denken und Handeln schaffen soll – und das explizit in der Nachfolge Heidggers. Dem schrieb Arendt noch 1960, dass ihre Schrift „Vita activa“ ihm „in jeder Hinsicht so ziemlich alles“ schulde. Daher kommt Faye zu dem Schluss, dass Arendt systematisch an der „Zerstörung des Denkens“ gearbeitet hat: „Bereit dazu, jegliche Kritik zu neutralisieren, hat sie mit einem kultischen Hymnus einen Sockel errichtet, auf dem der ehemalige Nazi-Rektor, der Horst Wessel als Vorbild für die deutsche Jugend empfahl, zum König im Königreich des Denkens erhoben wurde.“ (Faye 2024, 451)
    Nachweise:

    Hannah Arendt, Der Liebesbegriff bei Augustin. (Erstausgabe 1929) Hg. von Frauke A. Kurbacher. Hamburg 2018.

    Peter Decker, Martin Heidegger – Der konsequenteste Philosoph des 20. Jahrhunderts – Faschist. (Erstausgabe 1988) 2., durchgesehene und erweiterte Auflage, München 2020.

    Emmanuel Faye, Heidegger – Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie. (Erstausgabe 2005) Berlin 2009.

    Emmanuel Faye, Martin Heidegger und Hannah Arendt – Zerstörung des Denkens. (Erstausgabe 2016) Würzburg 2024.

    Kurt Flasch, Augustin – Einführung in sein Denken. Ditzingen, 5. Aufl. 2020.

    Kurt Flasch (Hg.), Augustinus von Hippo, Logik des Schreckens – De diversis quaestionibus ad Simplicianum I 2. Mainz 1990.

    Ingeborg Gleichauf, Hannah Arendt und Karl Jaspers – Geschichte einer einzigartigen Freundschaft. Wien u.a. 2021.

    Lena Köhler, Politische Bildung der doppelten Geburt – Hannah Arendts pädagogische Figur der Natalität. Weinheim 2026.

    Johannes Schillo

    Johannes Schillo arbeitet als Autor, Journalist und Redakteur von Fachzeitschriften. Der Sozialwissenschaftler beschäftigt sich in seinen Artikeln und Büchern mit aktuellen Fragen aus (Weiter-)Bildung und Kultur. Zuletzt ist von ihm erschienen: „Ein nationaler Aufreger – Zur Kritik der Erinnerungskultur“ (Klemm + Oelschläger, 2022) und (zusammen mit Norbert Wohlfahrt) „Deutsche Kriegsmoral auf dem Vormarsch“ (VSA, 2023).
    Mehr Beiträge von Johannes Schillo →

    #Allemagne #philosophie #nazis #anticommunisme #totalitarisme

  • Zeitzeugen aus Oldisleben und Umgebung » 9. November 2020.
    http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/11/03/9-november-2020-invasionsziel-ddr-der-klassiker-zu-terror-sabo

    „Invasionsziel DDR“ – der Klassiker(für Andersdenkende) zu Terror, Sabotage, psychologischer Kriegführung gegen die DDR. Autor Karl Heinz Roth, konkret-Verlag Hamburg, nach wie vor erhältlich. Heißer Krieg gegen die DDR in Mosambik – die BND-gestützte Terrororganisation RENAMO und deren Kindersoldaten…

    https://berlingeschichte.de/lesezei/blz01_01/text34.htm
    Die Zerstörungspläne für die DDR-Wirtschaft, DDR-Natur, DDR-Landwirtschaft, für die gewachsenen soziokulturellen Strukturen Ostdeutschlands schon komplett und detailliert in der Schublade
    …Das Buch stellt klar, daß die Bundesregierung im Herbst 1989 „nicht im geringsten von den ,Ereignissen‘ überrascht worden [ist], wie heute gemeinhin behauptet wird“ Es wirft zahlreiche Fragen auf, um die sich die bisherige Einigungsliteratur vorbeigemogelt hat: Wann und wie startete Bonn sein Destabilisierungs-und Übernahmeprogramm, waren Losungen der Montagsdemonstrationen wie „Wenn die DM nicht kommt, gehen wir zu ihr“ gesteuert, wie wurde der basisdemokratische Aufbruch (Runde Tische) ausmanövriert, welche Rolle spielten die „Berater“, die ab 20. März 1990 unter der de Maizière- Regierung das Zepter übernahmen, wie verfuhr man mit dem Ost-Entwurf eines Einigungsvertrages u. a. m. Antworten auf diese Fragen wird man erst nach Ablauf der 30jährigen Sperrfrist in den Bonner Archiven finden, dann nämlich, wenn „die Sieger der historisch-konkreten Forschung den Blick auf ihr eigenes archiviertes Herrschaftswissen über die Vernetzung von Planung, Entscheidungsfindung und Handeln bei der Einverleibung der DDR freigeben“. Wenn überhaupt, wird dies erst der übernächsten Historikergeneration möglich sein…http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/10/17/regime-change-in-der-ddr-und-die-rolle-westlicher-geheimdienst .
    Was in den billigen Propagandafilmchen des zwangsfinanzierten MDR über den Osten systematisch verschwiegen wird. Liegts an den Aufpassern der Geheimdienste in den Redaktionen, fragen sich viele MDR-Konsumenten. Kein Tag ohne Stasi-Bezug im MDR-Programm – doch nie über Nazi-Kriegsverbrecher Reinhard Gehlen und den von ihm gegründeten, geführten BND, dessen wichtige Rolle bei der DDR-Destabilisierung.

    Roth erläutert die Planungen, die die beiden wichtigsten westdeutschen Institutionen, die mit der Vorbereitung der Wiedervereinigung befasst waren und die direkt den jeweiligen Bundesregierungen zuarbeiteten – der »Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands« und die »Forschungsstelle für gesamtdeutsche wirtschaftliche und soziale Fragen« – von 1952 bis 1990 entwickelt haben.
    Anhand des verfügbaren Aktenbestandes dieser Einrichtungen zeigt der Autor, dass die Vereinigung 1990 nach Vorgaben vollzogen ist, die bereits in den 1950er Jahren vor allem von Wissenschaftlern ausgearbeitet worden waren, die zuvor ihre planerischen Fähigkeiten in den Dienst des Nationalsozialismus gestellt hatten. Hochspannend und absolut empfehlenswert – uns ist kein vergleichbares Buch bekannt!


    …Rückblickend muss man sagen: Der Ausverkauf war gewollt. Dem Wählerwillen entsprach die Abwicklung der DDR-Wirtschaft nicht. Faktisch lief die Deindustrialisierung des sogenannten Beitrittsgebietes auf eine Fortsetzung des Kalten Krieges mit ökonomischen Mitteln hinaus. Die rechtskonservative Regierung Helmut Kohl ergriff die einzigartige Chance, das jahrzehntelang bekämpfte System im östlichen Teil Deutschlands mit Stumpf und Stiel zu beseitigen. Warten wir ab, was Zeithistoriker in zehn Jahren zu dieser These sagen.Alternativlos war das Verfahren ganz sicher nicht.

    „Sanieren vor Privatisieren“

    Am 12. Januar 1990 machte die Oppositionsgruppe Demokratie Jetzt am Runden Tisch den Vorschlag, das DDR-Volkseigentum in die Hände der verfassungsmäßigen Eigentümer zu überführen – durch die Ausgabe von Anteilsscheinen. Eine Art Privatisierung in maximaler Breite, die den basisdemokratischen Schwung der Wende hätte aufnehmen können. Und eine unerträgliche Vorstellung für die westlichen Kontrollfreaks.
    Die Idee wurde noch in den am 17. Mai verabschiedeten Staatsvertrag zur Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit aufgenommen. Als Möglichkeit. Doch das Treuhandgesetz – von der ersten frei gewählten Volkskammer am 17. Juni verabschiedet – verwarf diese Möglichkeit. Damals beobachteten PDS-Parlamentarier wie Christa Luft hinter den meisten Abgeordneten der Regierungsparteien mehrere Berater aus dem Westen, die den Betreuten dringend die Privatisierungsvariante empfahlen – unumgänglich im Interesse der Nation. Alternativlos…Berliner Zeitung 2020

    “Gute Nachricht”. Ausriß.

    GESTAPO-Folter unter Brasiliens Diktator Getulio Vargas. Die Bundesrepublik Deutschland und Brasiliens Judenhasser Getulio Vargas – unter CDU-Adenauer mit der Sonderstufe des Großkreuzes des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Der Fall des deutschen Juden Harry Berger, enger Freund der Jüdin Olga Benario. Getulio Vargas und Stefan Zweig. Von Lula beibehaltene Pflichtwahlen unter Vargas eingeführt. Willy Brandt und Brasilien:http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/19/gestapo-folter-unter-brasiliens-diktator-getulio-vargas-trager-d

    Ausriß.



    Vorschläge zu Widerstandsaktionen an die DDR-Bevölkerung:“Schmeißt Würfelzucker in den Benzintank, dann fährt ein Auto zum letzten Mal! Gebt per Telefon falsche Anordnungen für Parteien, Verwaltungen! Tut Sand ins Getriebe der Maschinen oder die Schmierfettbüchsen der Eisenbahn-Waggonräder! In die Gleisabzweigungen und Weichen klemmt Steine, und die seitlich der Schienen laufenden Signaldrähte kneift durch! In Briefkästen der Postanstalten, Verwaltungen, Ministerien schmeißt gelben Phosphor! Schiebt ungelöschte Kalksplitter in Strohdächer und wartet auf den nächsten Regen! Zieht mittels trockenem Bindfaden Kuhketten über die Elektrizitätsleitungen(liegenlassen!) Schlagt im Transformatorenhäuschen die unteren Behälterhähnchen ab, damit sie auslaufen und dadurch in den Fabriken der Strom ausfällt!…Mit Sprengstoff gefüllte Briketts in die Kohlenhaufen von Eisenbahn und Fabrikmaschinen werfen…“


    “Er erzählte offen, daß er 1947 in der SBZ Sprengstoffanschläge auf Züge durchgeführt habe”.


    “Gift gegen Sowjets”. (Vergiftung von Fleisch, das an sowjetische Militäreinheiten geliefert werden sollte”.

    “Sabotage in der Industrie”.


    “…in der Silvesternacht 1951 Brandsätze durch ein von außen aufgedrücktes Fenster in den Keller der Neuen Bühne(heute Maxim-Gorki-Theater…” “Es ist aber gesichert, daß KgU-Leute in den folgenden Monaten HO-Objekte mit Brandsätzen angriffen”.


    HO-Kiosk in der Berliner Strelitzer Straße:”Der Kiosk wurde durch ca. 10 l Benzin in Brand gesetzt”.


    “Ihr wurden von der CIA ökonomische Schäden in Millionenhöhe zugeschrieben, von den Imageschäden bei Aktionen gegen den DDR-Außenhandel ganz zu schweigen. Zudem war die Organisation in die westlichen Kriegsfallplanungen involviert…”


    In Wahrheit dürfte es sich um Milliardenschäden gehandelt haben – in manchen Nächten konnte man vor dem Mauerbau u.a. in Thüringen sehen, wie gleich eine ganze Serie von LPG-Ställen und Scheunen verschiedener Dörfer in Flammen aufging, womit Versorgungsprobleme bewirkt werden sollten. Wie Grenzpolizisten, Grenzsoldaten betonen, ist die offizielle Geschichtsschreibung über die Vorgänge an der Grenze zwischen 1945 und 1989 realitätsfremd und in großen Teilen unwahr.

    Leiter von Landwirtschaftsbetrieben und MTS von Thüringen bestätigten gegenüber der Website diese Anschläge und Brandstiftungen nach 1945. Wegen der Gefahr immer neuer Terrorattacken und Sabotageakte seien die LPG, MTS und volkseigenen Güter gezwungen gewesen, ein sehr aufwendiges, lückenloses System zur Bewachung von Traktoren und anderer Technik sowie von Ställen rund um die Uhr zu installieren. Selbst wenn Landwirtschaftsbetriebe nur wenige Rinderställe besessen hätten, habe man diese zwangsläufig bewachen müssen. An diesen Wachdiensten hätten sich sogar Dorfbewohnerinnen im Rentenalter beteiligt.

    Alles Lehrstoff wenigstens an ostdeutschen Schulen, etwa unter Ramelow/Holter in Thüringen? Oder ist das auch dort streng verboten?

    Die Teilnehmer des rassistischen Ausrottungskrieges gegen die Sowjetunion machten nach 1945 gleich weiter im Krieg gegen die Nazigegner der SBZ/DDR – von Gehlen und seinem enormen Naziverbrecher-Anhang bis hin zu den KgU-SS-Leuten – ein bemerkenswerter historischer Fakt.


    Der Rowohlt-Skandal:

    Ausriß.

    Ibraimo Alberto bei Kiepenheuer & Witsch:http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/10/03/ex-geheimdienstkoordinator-steinmeierspd-schwingt-am-3-oktober

    Max Annas bei Rowohlt: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/09/07/krimiautor-max-annas-aus-koeln-crime-cologne-award-2020-was-in


    Alles Lehrstoff wenigstens an ostdeutschen Schulen, etwa unter Ramelow/Holter in Thüringen? Oder ist das auch dort streng verboten?

    Ausriß. http://www.faz.net/aktuell/politik/amerikaner-bezahlten-anschlaege-in-der-ddr-13440897.html

    In der Dissertation von Enrico Heitzer fehlt ein Kapitel über die völkerrechtlichen Aspekte der sehr aktiven Terror-und Anschlagstätigkeit von CIA, Gehlen-BND und damit von westdeutscher und USA-Regierung gegen die SBZ/DDR. Zu vermuten ist, daß Heitzer im Falle von Erörterungen über diese gravierenden Verletzungen des Völkerrechts nie und nimmer seine Dissertation durchbekommen hätte, die er wohl ohnehin notgedrungen mit zahlreichen Ostklischee-Floskeln anzureichern hatte.

    “Die Arbeit wurde an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg als Dissertation angenommen und im Mai 2012 verteidigt”.

    Ausriß. http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/ddr-cia-finanzierte-sabotage-und-anschlaege-a-1019553.html
    Bemerkenswerte Wertvorstellungen der BRD-Führung – den Ostdeutschen – „Brüder und Schwestern“ – sollte es materiell und sozial so schlecht wie möglich gehen…

    Wie das MfS auf Terror und Sabotage des Westens reagierte – ausführlich beschrieben in Band 2 von edition ost: „Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS:


    Berichtet Ihr Lieblingsmedium auch darüber – oder herrscht dort scharfe Zensur?


    Das absolute Symbolfoto – Schmidt, Kinkel, Strauß:

    Ausriß: SPD-Ikone Helmut Schmidt, beteiligt am Nazikriegsverbrechen der Leningrad-Belagerung und dafür hochdekoriert, politisch verantwortlich für den heißen Krieg mit SS-Methoden gegen die DDR in Mosambik, mittels der u.a. vom BND finanzierten, bewaffneten, trainierten Terrororganisation Renamo. Klaus Kinkel, als BND-Chef federführend bei der massiven Renamo-Unterstützung auf westdeutsche Steuerzahlerkosten. Franz-Josef Strauß – besonders aktiver Renamo-Unterstützer.


    Heißer Krieg gegen die DDR in Mosambik:


    1.“1984 wurden in Mosambik acht DDR-Helfer ermordet, darunter auch Thüringer. Manfred Grunewald lässt die Erinnerung daran nicht los”. Die westdeutsche Thüringer Allgemeine(Funke-Medienkonzern Essen/NRW) bringt am 28. Dezember 2019 einen großen Beitrag zum Thema – doch die wichtigsten Basisfakten fehlen. Immerhin spielten der BND, Helmut Schmidt(SPD), Willy Brandt(SPD) eine sehr wichtige Rolle…(Mosambik-Dossier 1) Unter Ramelow und LINKE-Bildungsminister Holter alles Unterrichtsstoff an den Thüringer Schulen? http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/12/28/1984-wurden-in-mosambik-acht-ddr-helfer-ermordet-darunter-auch.


    Mosambik, Dorothea Gräfin Razumovsky, BND und Kindersoldaten. “Letzte Hoffnung am Kap” – Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart – explosive Informationen, zu denen Maas/SPD, Steinmeier/SPD etc. lieber schweigen…Die deutsch-deutsche Identitätsdiskussion und der Fall Mosambik. US-Protest 1983 bei Kanzleramtschef Waldemar Schreckenberger in Bonn – gegen die Aktivitäten des BND in Mosambik:”Auch sei es nicht hinnehmbar , daß in Bonn Politiker empfangen würden, die in den USA als faschistisch eingestuft seien.” http://www.hart-brasilientexte.de/2019/04/24/mosambik-dorothea-graefin-razumovsky-bnd-und-kindersoldaten-letz.


    2. Die ermordeten DDR-Entwicklungshelfer, darunter Thüringer, das Kriegsbündnis NATO, der BND, die Kindersoldaten. (Unter Ramelow und LINKE-Bildungsminister Holter alles Unterrichtsstoff an den Thüringer Schulen?)Mosambi-Dossier 2: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/03/mosambik-dossier-2-die-ermordeten-ddr-entwicklungshelfer-das-k.


    3. Westliche Rohstoffinteressen und der kalte/heiße Krieg. Gerd Bonk, ostdeutscher Geophysiker, Mosambik-Experte. “Deutsches Kapital am Kap”. Mosambik-Dossier 3: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/10/westliche-oelinteressen-und-der-kalteheisse-krieg-gert-bonk-os


    Das politisch brisante Dementi der CDU-Kohl-Regierung von 1984: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/18/mosambik-die-attentate-auf-ddr-entwicklungshelfer-das-politisc


    4. Mosambik und die bemerkenswerten Ungereimtheiten in der Berichterstattung deutscher Medien, darunter der zwangsfinanzierten ARD. Was ist Wahrheit, was Lüge? Wie der renommierte ostdeutsche Afrikaexperte Dr. Ulrich van der Heyden den Darstellungen von Staats-und Mainstream-Medien deutlich widerspricht – die kritisierten Medien indessen nicht den geringsten Versuch machen, Dr. van der Heyden zu widerlegen, zu dementieren. Mosambik-Dossier 4: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/23/mosambik-und-die-bemerkenswerten-ungereimtheiten-in-der-berich.


    5. “Das gescheiterte Experiment. Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR-Wirtschaft(1979-1990)”. Autor Dr. Ulrich van der Heyden widerlegt kuriose Lügen zur Mosambik-und DDR-Geschichte, prüft den Wahrheitsgehalt von offiziellen Versionen und Medien-Agitprop. Wie war das mit Rassismus, Neonazis, dem Rechtsextremisten-Mord an dem Mosambikaner Manuel Diogo in der DDR? Leipziger Universitätsverlag 2019, 725 Seiten. Mosambik-Dossier 5: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/27/das-gescheiterte-experiment-vertragsarbeiter-aus-mosambik-in-d


    6. Max Annas. “Morduntersuchungskommission”. rowohlt HUNDERT AUGEN. “Für Manuel Diogo(1963 – 1986)”. Ein neuer Krimi von 2019, der Mosambikaner Manuel Diogo in der DDR, kuriose Ungereimtheiten. Mosambik-Dossier 6: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/27/max-annas-morduntersuchungskommission-rowohlt-hundert-augen-fu


    7. Wie die DDR-Staatsführung im südlichen Afrika extrem hinterhältig ihr Unwesen trieb, sogar im Mielke-Auftrag DDR-Entwicklungshelfer durch DDR-Soldaten ermorden ließ.(?) Der Krimi “Funny Money. Geld und Macht” von Marinella Charlotte van ten Haarlen. Was alles fehlt. Der Thüringen-Krimi “Morduntersuchungskommission” des westdeutschen Autors Max Annas. Mosambik-Dossier 7: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/01/wie-die-ddr-staatsfuehrung-im-suedlichen-afrika-extrem-hinterh


    8. Das “Dossier Makwakwa” – Paulo Oliveira, einstiger Führer der Terrororganisation Renamo, packt aus. Viele interessante Details über die enge Kooperation mit NATO-Staaten wie Westdeutschland, mit dem BND, mit Südafrika. Mosambik-Dossier 8: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/15/das-dossier-makwakwa-paulo-oliveira-einstiger-fuehrer-der-terr


    9. “RENAMO – Terrorism in Mozambique”, von Alex Vines, Centre for Southern African Studies, University of York. Wie Westdeutschland und sein Geheimdienst BND den kalten/heißen Krieg u.a. gegen Ostdeutsche in Mosambik führten – sich dazu just einer extrem sadistischen Terrororganisation bedienten. Weiter warten auf Positionierung von Merkel, Schäuble. Steinmeier, Gauck, Ramelow etc…Mosambik-Dossier 9: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/28/renamo-terrorism-in-mozambique-von-alex-vines-centre-for-south


    10. “Von bundesdeutschem Boden den Terror in Mosambik geplant.” Frankfurter Rundschau, 4.10.1989, über die Terrororganisation Renamo. Die Opfer der tödlichen Terrorattacken: Viele DDR-Entwicklungshelfer, darunter aus Thüringen – über eine Million ermordete Mosambikaner, darunter ca. 600000 Kinder. Wer in Nazistan außer dem BND eng mit der Renamo kooperierte, sie stark unterstützte….Mosambik-Dossier 10: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/03/06/von-bundesdeutschem-boden-den-terror-in-mosambik-geplant-frank


    11. Markus Meckel(SPD), Almuth Berger, Dr. Hans-Joachim Döring, Günter Nooke u.a. im bizarren Mosambik-Sachbuch “Für Respekt und Anerkennung. Die mosambikanischen Vertragsarbeiter und das schwierige Erbe aus der DDR” – ein Leckerbissen für Politologen, Kommunikationswissenschaftler und Historiker (falls sie sich an eine Analyse trauen). Besonders aufschlußreich und erhellend der Vergleich mit dem Sachbuch “Das gescheiterte Experiment. Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR-Wirtschaft(1979-1990)” von Dr. Ulrich van der Heyden, Humboldt-Universität Berlin. SPD-Meckel und Willy Brandt – und FDP-Genscher. Mosambik-Dossier 11: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/04/01/markus-meckel-almuth-berger-dr-hans-joachim-doering-guenter-no


    MDR-Lebensretter am 6.2. 2020 – warum fehlen beim Thema Mosambik die wichtigsten, brisantesten Fakten, warum bringt der zwangsfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender nicht die ganze Wahrheit? Jene nicht näher bezeichneten “Söldner”, “Rebellen”, die das Attentat auf die DDR-Entwicklungshelfer verüben, werden von NATO-Staaten wie der BRD, dem westdeutschen Geheimdienst BND finanziert, bewaffnet, trainiert, instruiert: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/02/06/mdr-lebensretter-am-6-2-2020-warum-fehlen-beim-thema-mosambik-.

    http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/02/16/afd-pegida-ostdeutsche-systemkritiker-als-schwerpunkt-deutsche


    Thüringen – die kuriose offizielle Erinnerungspolitik: Stets Gedenkveranstaltungen zum sowjetischen Speziallager bei Weimar – doch nie zum amerikanischen Speziallager für Nazi-Funktionäre und Kriegsgefangene in Gotha. Nicht einmal ein Gedenkstein…Alexander Kluge in Gotha – Tag der Einheit 2020. http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/09/21/thueringen-die-kuriose-offizielle-erinnerungspolitik-stets-ged

    “Undercover. Wie der BND die deutschen Medien steuert.” Erich Schmidt -Eenboom, Knaur-Verlag.
    “Bespitzelung
    BND setzte Nazi-Täter für “Operation Fadenkreuz” ein

    BND-Gründer Reinhard Gehlen ließ in den Fünfzigerjahren Hunderte Politiker, Wissenschaftler, Militärs und Journalisten bespitzeln – von einer Gruppe schwer belasteter Altnazis.” DER SPIEGEL, Okt. 2016
    “BND beschäftigte den Erfinder der Vergasungswagen.” DIE WELT 2011 zu den Wertvorstellungen des westdeutschen Geheimdienstes BND.
    „Ostdeutschland – die Geschichte einer Annexion“:
    http://www.hart-brasilientexte.de/2019/11/08/ostdeutschland-die-geschichte-einer-annexion-was-in-der-original .
    Terrorismus und Kalter Krieg – die gehätschelten Terroristen:
    http://www.hart-brasilientexte.de/2020/11/02/simone-barreto-silva-brasilianerin-aus-bahia-opfer-des-islamisti

    “Deutschland half Islamisten in Afghanistan…Damit wurde der Islamismus massiv gefördert.” Deutscher Nachrichtensender N24 bereits 2010 zur geheimen BRD-Unterstützung für islamistische Terroristen. Woran das deutsche Staatsfernsehen, der deutsche Staatsfunk, der gesamte straff gesteuerte deutsche Mainstream derzeit, 2016, angesichts der überall sichtbaren Resultate der Terroristenförderung nicht erinnern dürfen – und damit ohne jegliche Glaubwürdigkeit. Kabarett “Die Anstalt”: “Sie rüsten radikale Islamisten auf…Radikale Islamisten – gegen die Russen – toll!..Anführer in Afghanistan.,.Osama bin Laden…” Landtagswahlen 2016 und stockreaktionäre Islamisierungsparteien.

    Akten von 1980 belegen
    Deutschland half Islamisten in Afghanistan/N24 – 2010 http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/28/deutschland-half-islamisten-in-afghanistan-damit-wurde-der-islam

    Englische Geheimakten belegen, dass die USA und Deutschland in den 80er Jahren den Widerstand in Afghanistan gegen die Sowjetunion unterstützt haben. Damit wurde der Islamismus massiv gefördert.

    Westliche Mächte wie die USA und Deutschland haben laut jetzt erst freigegebenen britischen Akten Anfang der 80er Jahre den Widerstand in Afghanistan gegen die Sowjetunion unterstützt und damit die Ausbreitung des Islamismus am Hindukusch gefördert.
    Islamistischen Widerstand koordiniert

    Kurz nach dem sowjetischen Einmarsch im Dezember 1979 trafen sich am 15. Januar 1980 hochrangige Regierungsvertreter aus der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA in Paris, um ihre Reaktion auf die Invasion abzustimmen, wie aus Dokumenten hervorgeht, die das Nationale Archiv Großbritanniens nach dem Ablauf der 30-jährigen Sperrfrist freigab.

    An dem Treffen nahmen demnach der Nationale Sicherheitsberater der USA, Zbigniew Brzezinski, sowie der britische Kabinettssekretär Robert Armstrong teil. Armstrong informierte nach dem Treffen seine Regierung, dass die Teilnehmer zu dem Schluss gekommen seien, dass es “im Interesse des Westens” sei, den Widerstand in Afghanistan “zu ermutigen und zu unterstützen”. Er habe empfohlen, die Unterstützung der islamischen Widerstandskämpfer solle von “unseren Freunden” koordiniert werden.
    Kampf der Mudschahedin stärkte Islamisten

    Mit dieser Formulierung umschrieb er die westlichen Geheimdienste. Armstrong sagte den Akten zufolge, der Widerstand müsse unterstützt werden, solange es noch Afghanen gebe, die sich den Sowjettruppen entgegenstellten, und solange das Nachbarland Pakistan es akzeptiere, dass sein Gebiet von afghanischen Guerilla-Kämpfern als Stützpunkt genutzt werde. “Das wird den Sowjets die Befriedung Afghanistans erschweren”, so dass dieser Prozess mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, fügte Armstrong hinzu.

    Der Kampf der islamischen Mudschahedin in Afghanistan gegen die sowjetischen Besatzer hatte das Erstarken der Islamisten am Hindukusch befördert, mit denen die internationale Afghanistan-Truppe ISAF heute zu kämpfen hat. Diese Entwicklung trug auch dazu bei, dass das Terrornetzwerk El Kaida in Afghanistan Fuß fassen konnte. Alle Länder, die an dem Treffen 1980 teilnahmen, haben heute Soldaten in Afghanistan stationiert. 2010 war bislang das tödlichste Jahr für die ausländischen Truppen seit ihrem Einmarsch Ende 2001: Seit Jahresbeginn starben mehr als 700 ausländische Soldaten.N24

    Die Taliban, andere islamistische Terrororganisationen, verübten, finanziert u.a. von den deutschen Steuerzahlern, grauenhafte Kriegsverbrechen an der afghanischen Zivilbevölkerung – bemerkenswert, daß sich sog. deutsche Menschenrechtsorganisationen für die politisch Verantwortlichen dieser per BRD-Hilfe erst ermöglichten Kriegsverbrechen einfach nicht interessieren wollen.

    Neue Zürcher Zeitung, 11. Oktober 1995:”Jede Grausamkeit wird mit dem Islam gerechtfertigt. Durch den gnadenlosen Machtkampf unter den siegreichen Mujahedin,die 1992 das kommunistische Najibullah-Regime verjagt hatten, ist die afghanische Hauptstadt Kabul stärker verwüstet worden als während des langjährigen Guerillakrieges gegen die sowjetischen Invasionstruppen und ihre lokalen Alliierten. Islamische Fundamentalisten terrorisieren willkürlich die noch verbliebene Zivilbevölkerung…Selbst unter sowjetischer Besatzung, angesichts ihrer militärischen Präsenz, lebte und pulsierte die Stadt…Mit den Frauen ging die islamische Revolution besonders grausam um. Nach der Machtübernahme der Muhajedin wurden Frauen, die keine islamische Kleidung trugen, im Fluss ertränkt. Tausende von Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt und verschleppt…Die neuen Herrscher leben Korruption und Verbrechen vor.” Zitat NZZ – bisher keinerlei Wiedergutmachung an Frauen, Mädchen, die Opfer der Mujahedin wurden, welche nur durch die starke Unterstützung durch USA-NATO an die Macht kommen konnten.

    http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/27/das-zweite-halbjahr-2016-wird-zu-einem-fiasko-fuer-den-mainstrea

    http://www.hart-brasilientexte.de/2016/07/21/die-nato-unterstuetzung-fuer-islamische-terroristen-in-afghanist
    Leipzig-Demo am 7.11. 2020 und Corona-Diktatur. “Frieden, Freiheit – keine Diktatur!”(Sprechchöre) “Wir sind das Volk!” “Freiheit, Freiheit!” “Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit raubt!” http://www.hart-brasilientexte.de/2020/11/07/leipzig-demo-am-7-11-2020-und-corona-diktatur. Ramelows Polizei(TH) auf dem Augustusplatz massiv präsent…


    ostwelle. DDR-Musik ohne Ende. Manfred Krug:”Twist in der Nacht”. “Es steht ein Haus in New Orleans”. Was in den Staatsradios nicht durch die Zensur kommt. In Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt darf ostdeutsche Musik in den Radios nur in Ausnahmefällen gespielt werden – kulturelle Kolonisierung total: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/03/28/ostwelle-ddr-musik-ohne-ende

    “Der Bundesnachrichtendienst ist krakenhaft in alle Bereiche der Gesellschaft eingedrungen”. Erich Schmidt-Eenbohm. Und der Kyffhäuserkreis?

    “Der BND – die unheimliche Macht im Staate”. Econ-Verlag. Schlüsselrolle beim Regime Change in der DDR.

    Die westdeutsche Thüringer Allgemeine(Funke-Medienkonzern Essen/NRW) bringt alle paar Tage Geschichten über die Stasi, über Stasi-Agenten, Stasi-IM. Was indessen stutzig und sehr nachdenklich macht – Texte über BND-Agenten, BND-IM, CIA-Agenten beispielsweise in Thüringen zur DDR-Zeit und danach, mit Klarnamen und Beispielen von Bespitzelten – fehlen in der Thüringer Allgemeinen. Manche mutmaßen, das könnte an Berichterstattungsvorschriften liegen…
    Schmidt-Eenbohm:

    Wie der BND seine DDR-Agenten, DDR-IMs bezahlte…

    DDR-Diamant-Fahrräder aus Karl-Marx-Stadt.
    Was geschah am 6. Dezember 1984? Das Massaker von Unango/Mosambik, Zeitzeuge Manfred Grunewald/Thüringen, die BND-gestützte Terrororganisation RENAMO. Wie die NATO mit Hilfe der sowjetischen Gorbatschow-Führung den Wirtschaftskrieg gegen die DDR verschärfte, die Ostdeutschen deshalb weder an dringend benötigte Devisen noch Mosambik-Rohstoffe(Erdöl!) kamen, kostspielige Investitionen scheiterten – und die DDR dadurch heftige innenpolitisch-wirtschaftliche Probleme bekam.

    Wolfgang Grunewald aus Frauenprießnitz/Thüringen im deutschen Regierungssender Deutsche Welle 2020: https://www.dw.com/de/unango-das-attentat-das-die-ddr-entwicklungshilfe-in-mosambik-stoppte/a-55812328

    https://www.dw.com/pt-002/unango-o-ataque-que-parou-a-ajuda-da-rda-a-mo%C3%A7ambique/a-55741707

    https://www.dw.com/embed/480/av-55741628

    “Unango: O ataque que parou a ajuda da RDA a Moçambique.
    Moçambique foi o principal beneficiário da ajuda ao desenvolvimento da Alemanha Oriental. Mas um ataque a 6 de dezembro de 1984 em Unango, na província do Niassa, travou um dos maiores projetos agrícolas em África.” DW.

    Was natürlich alles fehlt:

    Wie war das mit dem Attentat von Unango?
    Mosambik-Dossier 1: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2019/12/28/1984-wurden-in-mosambik-acht-ddr-helfer-ermordet-darunter-auch.

    Ausriß.


    Mosambik-Dossier 2. Die ermordeten DDR-Entwicklungshelfer, das Kriegsbündnis NATO, der BND: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/03/mosambik-dossier-2-die-ermordeten-ddr-entwicklungshelfer-das-k

    Hatten DDR-Bürgerrechtler wie Birthler, Meckel oder Eppelmann an die Adresse der BRD-Regierung gegen deren massive Hilfe für die Terrororganisation Renamo, gegen die Ermordung ostdeutscher Entwicklungshelfer protestiert?

    Denkmal für Unango-Attentatsopfer.
    Westliche Ölinteressen und der kalte/heiße Krieg. Gerd Bonk, ostdeutscher Geophysiker, Leiter der DDR-Projekte für die Erdöl/Erdgas-Erkundung in Mosambik. (Mosambik-Dossier 3): http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/01/10/westliche-oelinteressen-und-der-kalteheisse-krieg-gert-bonk-os .

    Ausriß: https://zzf-potsdam.de/sites/default/files/mitarbeiter/hertle/2009_05_21_hhh_da_2009_3_476-496.pdf

    Warum die DDR so stark in Mosambik investierte – der Hintergrund:
    “Hinzu kam 1982 die Kürzung der sowjetischen Rohöllieferungen um zwei Millionen auf 17 Millionen Tonnen, gekoppelt mit einer weiteren Preissteigerung um 50 Prozent. Die DDR geriet nun in die dramatischste Außenwirtschaftskrise seit ihrem Bestehen.” Karl Heinz Roth, “Die westdeutschen Planungen zur Übernahme der DDR. 19952 – 1990?, edition berolina.

    “Für die Mineralölbezüge aus der Sowjetunion mußte sie das Zweifache des Weltmarktpreises bezahlen, so daß sie nicht mehr konkurrenzfähig war…Die BRD sollte erstens die Außenhandelsstrategie der DDR, die darauf abzielte, im Rahmen von Spezialisierungs-und Kooperationsabkommen Wettbewerbsbeschränkungen zu erreichen, blockieren. Und zweitens sollte die BRD selbst ihre eigene Deregulierungs-und Internationalisierungspolitik beschleunigen, um die DDR im Zusammenspiel mit der Europäischen Gemeinschaft zu destabilisieren…Man wollte also nicht mehr auf einen machtpolitisch herbeigeführten Tag X warten, um dann durchzustarten, sondern erst einmal diesen Tag X selbst durch einen Wirtschaftskrieg herbeizwingen.”


    –“Für die DDR bedeutete dies, daß sie für ein Faß Öl 1983 im Vergleich zum Anfang der siebziger Jahre das Achtzehnfache (in realen Preisen das Zehnfache) zu zahlen hatte.” DIE ZEIT 1986


    “1970 verlangte Russland von der DDR 13 Rubel pro Tonne Öl, 1980 waren es 71?. spartacist. https://zzf-potsdam.de/sites/default/files/mitarbeiter/hertle/2009_05_21_hhh_da_2009_3_476-496.pdf.


    MDR: …Die Reduzierung der Ölzufuhr durch die Erdölleitung “Freundschaft” stellte nicht nur eine Weiche in Richtung wirtschaftlicher Bankrott, sondern war auch eine der Ursachen für den ökologischen Kollaps in der DDR…

    Wikipedia:https://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Wladimirowitsch_Andropow

    Faktisch musste sich Andropow in den wenigen Monaten, die ihm verblieben, auf – durchaus nicht unbedeutende – personelle Umbesetzungen beschränken. Zu den auf diese Weise von Andropow geförderten Persönlichkeiten, welche während seiner Amtszeit als Generalsekretär in Spitzenpositionen aufrückten und so zum Kreis von Andropows engeren Mitarbeitern gehörten, zählte peripher wegen seiner (allerdings bereits seit 1978 ausgeübten) Funktion als für Landwirtschaft zuständiger Sekretär des Zentralkomitees auch Gorbatschow, den Andropow – mehreren Quellen zufolge – zu seinem direkten Nachfolger aufbauen wollte. Wikipedia

    Gorbatschow-Einfluß auf die sowjetische Politik seit 1978:
    …Mitglied der Kreml-Führung wurde er nach dem überraschenden Tod seines Förderers F. Kulakow 1978. Gorbatschow wurde dessen Nachfolger als ZK-Sekretär für die Landwirtschaft. Zusätzlich wurde er 1979 Kandidat des Politbüros. Ein weiteres Jahr später nahm ihn das Politbüro im Oktober 1980 als Vollmitglied auf. Während seiner Tätigkeit im Politbüro lernte er Juri Andropow, den Chef des KGB, kennen, der ebenfalls aus Stawropol stammte und Gorbatschow in den kommenden Jahren in seiner Karriere im Parteiapparat unterstützte. Wikipedia. …1984 reiste er nach Großbritannien und sprach mit Premierministerin Margaret Thatcher. Diese war die erste Politikerin im Westen, die den neuartigen Politikstil Gorbatschows erkannte und ihn insbesondere dem misstrauischen US-Präsidenten Ronald Reagan empfahl: „I like Mr. Gorbachev. We can do business together“ (deutsch: „Ich mag Herrn Gorbatschow. Mit ihm können wir arbeiten“; 17. Dezember 1984 in einem Interview der BBC).[5]…

    Die Honecker-Führung war damals in der Zwickmühle – angesichts der immer beteuerten “unverbrüchlichen Freundschaft” zur Sowjetunion. Wie sollte man der Bevölkerung die Faktenlage verklickern? Zumindest die SED-Genossen erfuhren im Parteilehrjahr, wie die Breshnew-Gorbatschow-Führung der DDR-Wirtschaft brutal schadete. Zeitzeugen, die damals ökonomische Leitungsposten in Thüringen besetzten, berichteten gegenüber der Website, wie im Parteilehrjahr diskutiert wurde: Alte erfahrene Genossen hätten angesichts der DDR-weiten Gorbatschow-Euphorie bekundet, in Wahrheit sei Gorbatschow eine Gefahr und richte in der DDR-Wirtschaft enormen Schaden an. Generell sei im Parteilehrjahr vermittelt worden, daß Moskau der DDR schlechtere Konditionen, höhere Preise aufgezwungen habe, was strenge Rationierung/Kontingentierung in der DDR-Wirtschaft notwendig mache. Wegen Gorbatschows Kurs sei auf einmal nahezu alles knapper in der Wirtschaft – vom Treibstoff bis zum Papier. Dies führe zu einer schlechteren Versorgung der Bevölkerung, bewirke wachsende Unzufriedenheit. In den Betrieben stocke die Produktion, brächen Lieferketten zusammen, weil Zulieferungen wegen fehlenden LKW-Treibstoffs ausblieben. Masttiere konnten nicht bedarfsgerecht in die Schlachthäuser transportiert werden, Futtermittel nicht in die LPG.
    Im gleichen Moment prasselte über die West-TV-und Radiokanäle auf die DDR-Bürger ein Propaganda-Trommelfeuer ohnegleichen nieder, demzufolge an den wirtschaftlichen Problemen allein die DDR-Führung schuld sei. Hoffnung komme einzig vom Obermodernisierer Gorbatschow, dessen Vorschläge für mehr wirtschaftliche Effizienz die Honecker-Führung indessen ablehne.

    An Nationalfeiertagen Rußlands – stets Erinnerungen an die Rolle von Gorbatschow, wie hier im Moskauer Sokolniki-Park: “12. Juni – Tag des Staatsverrats!!!
    “Der Agent des Feindes!”
    Medaille der USA “Für den Sieg über die UdSSR im Kalten Krieg”.


    »Dafür, den Gorbatschow-Kurs vom ersten Tage an durchschaut und sich ihm verweigert zu haben, gebührt Erich Honecker unser bleibender Dank«. Sahra Wagenknecht, laut jw.


    “Egon Krenz. Wir und die Russen.edition ost”.


    “Rückblickend denke ich manchmal, es grenzt an ein Wunder, dass die DDR angesichts dieser Bedingungen vierzig Jahre durchgehalten hat…Die Sowjetunion ist bekanntlich nicht durch eine Volksbewegung zerbrochen. Sie wurde von oben, von verschiedenen Fraktionen der Kommunistischen Partei, zerschlagen…Insider Walentin Falin…Wir haben über den Kopf der DDR alles ausgehandelt, wir haben dieses Land verraten…Der Milliardenkredit war lediglich eine vertrauensbildende Geste…Im übrigen lag der Betrag bis zum Schluss gleichsam auf der hohen Kante, er wurde nie abgerufen. 1990 hat die BRD die Summe auf Heller und Pfennig zurückbekommen…Heute weiß ich: Nicht nur ich habe mich in diesem Mann getäuscht…Für Gorbatschows Truppe schien die DDR ein reines Schacherobjekt zu sein, ein Gegenstand, den man für Deals mit den USA und mit der BRD einsetzte…Gelegentlich treffe ich Weggefährten von einst, die meinen, Gorbatschow von Anfang an durchschaut zu haben. Das kann ich von mir nicht behaupten…Die Bevölkerung der DDR spürte, daß wir Vorbehalte gegenüber der Politik Gorbatschows hatten, aber wir erklärten nicht, warum dies so war…Das Schweigen produzierte Vermutungen, Missverständnisse, Unterstellungen und Entstellungen unserer Politik…Am 15. Juni 1961, als Ulbricht auf einer Pressekonferenz den heute wieder und wieder repetierten Satz sagte`Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten, konnte er nicht wissen, was Wochen später in Moskau beschlossen und in Berlin geschehen würde. Dieses Zitat muss aber seither dazu herhalten, ihn als Lügner zu diffamieren…Honecker vermutete unverändert, dass der KPdSU-Generalsekretär ein falsches Spiel trieb…Auch ich durchschaute es nicht…”

    Ausriß.

    “Nur 27 Prozent der Deutschen zwischen Elbe und Oder/Neiße wollen, daß die DDR mit der BRD einen gemeinsamen Staat bildet. 71 Prozent hingegen meinen, daß die DDR ein souveräner Staat bleibensolle”. DER SPIEGEL, Dezember 1989. Offizielle Geschichtsschreibung(in Schulbüchern etc.) und störende Faktenlage. Wie von westlicher Seite kräftig “nachgeholfen” wurde… http://www.hart-brasilientexte.de/2019/11/13/nur-27-prozent-der-deutschen-zwischen-elbe-und-oderneisse-wollen

    Unter den vielen ostdeutschen Mosambik-Experten gibt es offenbar zwei Denkrichtungen:

    1. Ich gehe auf die 80, 90 zu, was soll mir da schon noch passieren. Also halte ich zur Gesamt-Faktenlage nicht länger den Mund, packe aus, positioniere mich.

    2. Ich gehe auf die 80, 90 zu, will bis zum Lebensende meine Ruhe, keinen Ärger mit dem System haben. Also halte ich zur Gesamt-Faktenlage weiter den Mund.

    Dem Vernehmen nach wurden auf ostdeutschen Mosambik-Fachtagungen die Erkenntnisse/Bücher von Schmidt-Eenbohm, Jürgen Roth, Paulo Oliveira etc. nicht einmal erwähnt, geschweige denn, debattiert.

    Der Grad der Einschüchterung von politisierten Ostdeutschen ist nach wie vor auffällig hoch – was das System entsprechend ausnutzt.


    Erik Neutsch – wichtigster gesellschaftskritischer sozialistischer Schriftsteller der DDR. Werke(Auswahl)
    In der DDR-Literatur wurden westlicher Terror und Sabotage gegen Ostdeutschland ausführlich thematisiert – in der sogenannten Wende-Literatur westdeutscher Verlage nach 1990 scheint die brisante Problematik komplett zu fehlen. Was ist da passiert – wurde von Lektoraten scharf zensiert? Oder war sogar vorauseilender Gehorsam ostdeutscher Autoren im Spiel, die verlegt werden wollten? Erik Neutsch(Spur der Steine etc.) zählt zu jenen DDR-Autoren, die am detailliertesten Terror und Sabotage auch um den 17. Juni 1953 analysierten. Die Neutsch-Romane sind nach wie vor Klassiker über DDR-Realität, auch für Späteinsteiger: Wie tickte die DDR, wie ging sie mit Widersprüchen, Problemen, gravierenden Fehlern der Führung um. Durfte man in der DDR schlecht über hohe, höchste Partei-und Staatsfunktionäre sprechen – sogar in der Literatur? Laut den offiziellen Denkvorschriften nach 1990 war das strikt verboten – bei Neutsch indessen – wichtigster systemkritischer sozialistischer Schriftsteller der DDR – stehts anders… https://www.tagesspiegel.de/berlin/30-jahre-mauerfall-wie-die-literatur-auf-die-wende-reagierte/25196334.html


    “Wenn bereits das der Sozialismus sein soll, dachte er, meiner ist es nicht.”(Erik Neutsch, Der Friede im Osten)

    http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/wp-content/uploads/2020/10

    Was Adenauer an der Mauer zu hören bekam:


    Neutsch und Suizid von Kommunisten:

    Neutsch und die DDR als Experimentier-Republik:

    Neutsch und der KZ-Häftling:”…Er soff, trieb es auch fortwährend mit anderen Weibern…”

    Neutsch und 17. Juni 1953:

    “Inzwischen hatte man die Männer vom Nebentisch bereits überführt, die Eisenkeile in die Weichen der Werkbahn geklemmt und den Damm am Ostufer der Saale durchstochen zu haben”.


    “Die Brandstiftung in den Vieh-und Schlachthöfen der Hauptstadt, die Kokeleien in der Humboldt-Universität. Seit Monaten häuften sich wieder die Sabotageakte gegen die Republik, eindeutig, wie er aus internen Informationen wußte, von eigens dafür geschaffenen Agenturen des Westens gesteuert.”

    “Die Arbeiter waren im Recht und die Beschlüsse des Ministerrats falsch”.

    “Matti Matti. So dürft ihr die Arbeiter nicht belügen…Wenn wir irgendwann, irgendwann versagen, greifen wir zur Lüge, funktionieren eine Niederlage in einen Sieg um…”

    “Ja, wenn es galt, einen sich hier und da wieder einnistenden, menschenverachtenden Bürokratismus zu geißeln und vom Staat mehr Lebensnähe und Bürgerdienst zu fordern.”

    “Das war das Schlimmste, das Unerträgliche. Das Schweigen der anderen, ihr selbstangelegter Maulkorb, ihr Sichducken”.

    “Kam man in die Siebzig, hinterließen gewiß auch, bei dem einen mehr und dem anderen weniger, biologische Prozesse ihre Spuren im Menschen. Ulbricht, so wie er ihn erlebt hatte, schien davon noch ausgenommen. Lag es daran, daß er weder rauchte noch trank, regelmäßig Sport trieb, im Sommer schwamm und im Winter Ski fuhr…?

    “Was hierzulande nicht stimme, sei die Informationspolitik, und gewisse, für sie verantwortliche Genossen verhielten sich gegenüber dem Volke so, als befinde es sich geistig im Stadium des Vorschulalters”.

    “Wenn das sozialistische Ökonomie sein soll, dann macht sie den Sozialismus eines Tags ökonomisch kaputt”.

    “Ja, knirschte der Direktor, und weil wir genauso denken, deshalb halten wir die Beschlüsse vom grünen Tisch da oben für weltfremd und selbstmörderisch…”

    “Frißt nicht die Revolution schon ihre eigenen Kinder?”


    https://de.wikipedia.org/wiki/Erik_Neutsch

    Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 03. November 2020 um 12:30 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

    Tags: DDR und Bundeswehr-Flugblätter, DDR und Destabilisierung, DDR und heißer Krieg in Mosambik, DDR und Sabotage, DDR und Terror, invasionsziel DDR - Karl Heinz Roth - konkret-Verlag

    #Allemagne #histoire #DDR #anticommunisme #réunification

  • Organisation Gehlen : »Jeden Schweinehund verwenden« 
    https://www.jungewelt.de/artikel/520017.organisation-gehlen-jeden-schweinehund-verwenden.html

    Reinhard Gehlen (M.) und andere Nazis während des Zweiten Weltkriegs, United Archives International/imago

    Comment les américains ont fondé le service secret allemand d’après guerre avec les espions nazis. Il est remaquable que déjà à l’époque les spécialistes de l’Ukraine et les chefs des fascistes comme Bandera faisaient partie de la bande. La collaboration dure encore.

    28.3.2026 von Max Grigutsch - Wie Nazimilitärs in die Bundesrepublik überführt wurden: Vor 70 Jahren wurde die Organisation Gehlen zum Bundesnachrichtendienst

    Der kürzlich verstorbene Autor Otto Köhler schrieb zur Jahreswende 2019/2020 in junge Welt: »Man musste die Öffentlichkeit dazu bringen, erhöhte Verteidigungsausgaben zu befürworten. Verteidigen aber kann man nur dort, wo ein Angriff droht.« Die deutsche »Zeitenwende« konnte er noch nicht meinen. Er schrieb über den einstigen Hitlervertrauten Reinhard Gehlen (1902–1979). Dessen Geheimdienst, die »Organisation Gehlen«, hatte nach Ende des Zweiten Weltkriegs einen neuen historischen Auftrag zu erfüllen. Er sollte unter anderem Material beschaffen, mit dem der Öffentlichkeit und vor allem den US-Politikern verklickert werden konnte, dass ein Kräftemessen mit dem neuen alten Hauptfeind im Osten bevorstehe.

    Ein Telegramm vom 5. März 1948, geschickt von General Lucius Clay, Militärgouverneur der US-Besatzungszone, überbrachte die Warnung: Eine sowjetische Militäroffensive gegen Westeuropa stünde bevor, mit angeblich 175 kampfbereiten Divisionen. Die Information kam von Gehlen. 1949 gab es dann sogar einen US-Geheimplan, der davon ausging, dass die »rote Gefahr« noch im selben Jahr in Europa, im Nahen Osten, in China, Korea, auch in Kanada und in den USA gleichzeitig zuschlagen würde. Die Information war zwar falsch, aber sie erfüllte ihren Zweck. Die US-Rüstungsindustrie frohlockte. Ein Hoch auf die Geheimdienste.
    Brücke Antikommunismus

    Die Verbreitung von Fake News über die UdSSR war nicht der einzige Zweck der Organisation Gehlen. Aber »der Antikommunismus bildete eine Art mentale Brücke über die ideologische Zäsur von 1945«, resümierten die Historiker Stefan Creuzberger und Dominik Geppert 2018. Reinhard Gehlen war ja nicht einfach so ein Typ. Und Deutschland nicht einfach so ein Land. Die in der jungen Bundesrepublik überall präsenten Altnazis waren ein Problem – andererseits wollte man auf ihre Expertise zurückgreifen. Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik, wiederholte seinen inoffiziellen Leitsatz in verschiedenen Ausführungen: Man schüttet kein dreckiges Wasser aus, wenn man kein neues hat.

    Gehlen war Teil dieses dreckigen Wassers und genau der richtige. Noch in seinen Memoiren von 1971 war er überzeugt, das »Unternehmen Barbarossa«, der deutsche Feldzug gegen die Sowjetunion 1941, hätte erfolgreich sein können, wären nur nicht »die verderblichen Eingriffe Hitlers« gewesen. Unter dem späteren ersten Generalinspekteur der Bundeswehr, Adolf Heusinger, hatte Gehlen selbst den Überfall der Wehrmacht auf Griechenland, Jugoslawien und die Sowjetunion vorbereitet. Hitler ernannte Gehlen im Mai 1942 zum Chef der Abteilung Fremde Heere Ost, also jener Spionagetruppe, die mit der Folter von Kriegsgefangenen zur Informationsgewinnung befasst war. Die wichtigsten daraus resultierenden Erkenntnisse über die Rote Armee vergrub er zum Kriegsende in 50 Stahlkisten auf dem Wendelstein, schließlich konnten sie noch hilfreich werden. Gebraucht wurden sie dann aber nicht mehr von Hitler, der sich kurze Zeit später im »Führerbunker« erschoss, sondern vom US-Geheimdienst CIA.

    RLP Kuba

    Das US-Militär erlaubte es Gehlen, ihnen seine Kenntnisse zu präsentieren. Eins führte zum anderen; und die Vergangenheit – Schwamm drüber. »Er steht auf unserer Seite«, erklärte später Allen Dulles, von 1953 bis 1961 Leiter der CIA, »und nur darauf kommt es an«. Im Dezember 1947 bezog Gehlens Organisation die ehemalige »Reichssiedlung Rudolf Heß« in Pullach bei München. Laut Recherchen des Journalisten Christopher Simpson versorgten die Vereinigten Staaten Gehlens Dienst bis 1956 mit 200 Millionen US-Dollar, 4.000 Mitarbeiter wurden eingestellt, darunter nach CIA-Angaben 13 bis 28 Prozent ehemalige NSDAP-Mitglieder. »Es war unbedingt notwendig, dass wir jeden Schweinehund verwendeten, Hauptsache, er war Antikommunist«, kommentierte laut Simpson damals Harry Rositzke, der im Dienst der CIA für Geheimoperationen gegen die UdSSR verantwortlich war.
    Bedrohung herbeireden

    Der frühere CIA-Funktionär und spätere Geheimdienstkritiker Victor Marchetti lieferte ein ernüchterndes Urteil über die Arbeit Gehlens: »Meiner Ansicht nach lieferte die Organisation Gehlen nichts, das zum Verständnis oder zur richtigen Einschätzung des politischen und militärischen Potentials in Osteuropa oder sonstwo beitrug. Statt dessen wurde jetzt behauptet, dass die Sowjets in der Lage wären, in Europa, im Nahen und im Fernen Osten gleichzeitig große Offensiven zu starten.« Und wo ein Angriff droht, muss verteidigt werden. So wurde die Organisation Gehlen zum Rettungsdampfer für Hitlers Generalstab und zum Katalysator für eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland.

    Schon ab 1952, kaum sieben Jahre nachdem sich Hitler die Kugel gegeben hatte, war sein einstiger Ostaufklärer Gehlen an geheimgehaltenen Gesprächen in grausiger Gruppe im neuen deutschen Kanzleramt beteiligt. Mit dabei war Hans Globke, seines Zeichens Mitverfasser der Nürnberger Rassengesetze und später Chef des Bundeskanzleramts unter Adenauer. Im geheimen wurde der Wiederaufbau deutscher Geheimdienste besprochen. Am 1. April 1956 war es soweit. Die Organisation Gehlen wurde offiziell in den Dienst der Bundesrepublik überführt. Reinhard Gehlen wurde im Dezember desselben Jahres zum ersten Präsidenten des neuen alten Dienstes ernannt, der fortan »Bundesnachrichtendienst« heißen sollte. Gehlen stand ihm bis 1968 vor und starb 1979.

    70 Jahre nach der Gründung des BND forciert die Regierung der Bundesrepublik die größte Aufrüstung seit den Tagen des Hitlerfaschismus. Inmitten einer andauernden Wirtschaftskrise wachsen neue deutsche Rüstungsmagnaten empor. Die Sowjetunion existiert nicht mehr, aber der Hauptfeind heißt immer noch Moskau. Und die dort sitzenden Verrückten warten nur so darauf, an allen Fronten gegen die liberalen Demokratien Westeuropas loszulegen. Weiß die Bundesregierung. Wissen die Geheimdienste. Von denen wird kolportiert, Deutschland sei der »hybriden Kriegführung« aus dem Osten und der »linksterroristischen Bedrohung« im Innern schutzlos ausgeliefert. Deswegen sollen die Geheimdienste endlich »echte Geheimdienste« werden, und die militärische »Zeitenwende« soll auch für die »nachrichtendienstliche Aufklärung« gelten, erklärte im Februar der für den Auslandsgeheimdienst zuständige Kanzleramtschef, der heute nicht mehr Globke, sondern Thorsten Frei heißt.

    Die Gehlen-Gruppe im Kanzleramt

    1. In der letzten Augustwoche und der ersten Septemberwoche 1952 fanden im Büro von Ministerialrat GUMPEL Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundeskanzleramtes, Mitgliedern der GEHLEN-Gruppe und Vertretern des Finanzministeriums statt. Die Verhandlungen waren vertraulich, und die teilnehmenden Mitglieder wurden nicht vorgestellt oder namentlich genannt oder gaben Decknamen an. Dennoch konnten die folgenden Mitglieder der GEHLEN-Gruppe als Teilnehmer identifiziert werden: GEHLEN, von LOSSOW, WENDLANDT und REPENNING.

    2. GEHLEN hat bei seinen geschäftlichen Aktivitäten im Kanzleramt den Decknamen Dr. SCHNEIDER verwendet und war unter diesem Namen schon seit geraumer Zeit bekannt, während seine wahre Identität erst vor kurzem aufgedeckt wurde. (…)

    3. Während dieser Verhandlungen wurden Haushalts- und Finanzangelegenheiten für einen neuen Bundesgeheimdienst, der vorläufig »Bundesnachrichtendienst« genannt wird, erörtert. Diese Gespräche hatten vorläufigen Charakter, und es wurden keine Protokolle oder sonstigen schriftlichen Aufzeichnungen angefertigt. Zu einem Zeitpunkt während des Treffens wandte sich Ministerialdirektor GLOBKE, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, an GEHLEN mit der Bitte, ihm die Personalakte und alle anderen von ihm geführten permanenten Daten über den ehemaligen Kriminalrat Karl SCHUETZ, derzeit ein GEHLEN-Agent im Raum ESSEN, zur Verfügung zu stellen. GLOBKE begründete seine Bitte mit dem unmittelbaren persönlichen Interesse von Dr. ADENAUER an diesem Mann. GEHLEN antwortete, er könne diese Informationen nicht bereitstellen, da alle Personenakten zu SCHUETZ bei den Briten in LONDON aufbewahrt würden.

    1. In der letzten Augustwoche und der ersten Septemberwoche 1952 fanden im Büro von Ministerialrat GUMPEL Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundeskanzleramtes, Mitgliedern der GEHLEN-Gruppe und Vertretern des Finanzministeriums statt. Die Verhandlungen waren vertraulich, und die teilnehmenden Mitglieder wurden nicht vorgestellt oder namentlich genannt oder gaben Decknamen an. Dennoch konnten die folgenden Mitglieder der GEHLEN-Gruppe als Teilnehmer identifiziert werden: GEHLEN, von LOSSOW, WENDLANDT und REPENNING.

    2. GEHLEN hat bei seinen geschäftlichen Aktivitäten im Kanzleramt den Decknamen Dr. SCHNEIDER verwendet und war unter diesem Namen schon seit geraumer Zeit bekannt, während seine wahre Identität erst vor kurzem aufgedeckt wurde. (…)

    3. Während dieser Verhandlungen wurden Haushalts- und Finanzangelegenheiten für einen neuen Bundesgeheimdienst, der vorläufig »Bundesnachrichtendienst« genannt wird, erörtert. Diese Gespräche hatten vorläufigen Charakter, und es wurden keine Protokolle oder sonstigen schriftlichen Aufzeichnungen angefertigt. Zu einem Zeitpunkt während des Treffens wandte sich Ministerialdirektor GLOBKE, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, an GEHLEN mit der Bitte, ihm die Personalakte und alle anderen von ihm geführten permanenten Daten über den ehemaligen Kriminalrat Karl SCHUETZ, derzeit ein GEHLEN-Agent im Raum ESSEN, zur Verfügung zu stellen. GLOBKE begründete seine Bitte mit dem unmittelbaren persönlichen Interesse von Dr. ADENAUER an diesem Mann. GEHLEN antwortete, er könne diese Informationen nicht bereitstellen, da alle Personenakten zu SCHUETZ bei den Briten in LONDON aufbewahrt würden.

    (CIA-Bericht über die Gründungsgespräche des Bundesnachrichtendienstes, 12.9.1952)

    #Allemagne #Ukraine #USA #nazis #services_secrets #histoire #anticommunisme

  • Pjotr Nikolajewitsch Krasnow
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pjotr_Nikolajewitsch_Krasnow


    Farouche anticommuniste pendant toute sa vie et collaborateur nazi, trahi par les vainquers britanniques le général Piotr Nikolaïevitch Krasnov ( Петр Николаевич Краснов ) a suivi ses idéaux du dix neuvième siècle jusqu’à sa mort pendu à Moscou avec d’autres chefs cosaques en 1947 à 77 ans .

    General Krasnow

    Pjotr Nikolajewitsch Krasnow (russisch Пётр Николаевич Краснов, wiss. Transliteration Pëtr Nikolaevič Krasnov; * 10. Septemberjul. / 22. September 1869greg. in Sankt Petersburg; † (erschossen) 16. Januar 1947 in Moskau) war ein General der zaristischen Armee, eine Führungsfigur der gegenrevolutionären Bewegung im Russischen Bürgerkrieg, sowie Schriftsteller.

    Krasnow schloss 1888 die Kadettenschule in Pawlowsk ab und diente nach seinem Abschluss im „Ataman-Regiment“ der Leibgarde des Zaren.

    Zu Beginn des Ersten Weltkriegs kommandierte er als Generalmajor in Galizien eine Kosaken-Kavalleriebrigade. Ab Juli 1915 übernahm er das Kommando über die 3. Don-Kosaken-Division, ab September 1915 führte er die 2. Kuban-Kosaken-Division. Ende Mai 1916 wurde er bei Wolka Galuzinskoy am Bein schwer verwundet. Ab Juni 1917 führte er die 1. Kuban-Kosaken-Division, von August bis Oktober 1917 war er Korpskommandeur des 3. Kavalleriekorps. Ende 1917 wurde Krasnow im Zuge des von General Lawr Kornilow initiierten Putschversuches gegen die provisorische Regierung unter Alexander Kerenski in der Stadt Pskow festgenommen, jedoch bald wieder freigelassen.[1]

    Während der Oktoberrevolution der Bolschewiki erhielt er vom damaligen Regierungschef Kerenski den Auftrag, die Revolte in der Hauptstadt Petrograd zu unterdrücken. Krasnow scheiterte allerdings mit einer improvisierten Kosakeneinheit an bewaffneten Arbeitern und ehemaligen Frontsoldaten, die für die Sache der Kommunisten gewonnen worden waren. Er wurde von den Sowjets gefangen genommen, allerdings auf ein Ehrenwort freigelassen, die Revolution nicht mehr weiter zu bekämpfen.

    Krasnow floh daraufhin in die Kosakenregion am Don und wurde im Mai 1918 unter dem Titel Ataman zum Anführer der dortigen Kosaken gewählt. Er bemühte sich, mit Hilfe der deutschen Besatzungsmacht eine Armee aus Kosaken zu formieren, um im nun entbrannten Bürgerkrieg weiterhin gegen das bolschewistische Regime vorzugehen. Krasnows Truppen belagerten 1918 Zarizyn, allerdings blieb diese Operation erfolglos. In einer Abnutzungskampagne wurde seine Kosakenarmee von 30.000 Mann bis zum Frühjahr 1919 von der Roten Armee aufgerieben. Angesichts der militärischen Niederlage musste er im Februar 1919 als Ataman zurücktreten und überließ den Oberbefehl General Denikin, der seine Freiwilligenarmee zuvor siegreich im Nordkaukasus ins Feld geführt hatte.
    Der endlose Hass (Erstausgabe 1938)

    Angesichts seiner politischen Differenzen mit Denikin und da er durch seine Annäherung an die Deutschen außenpolitisch zum Ballast wurde, emigrierte er noch im selben Monat nach Deutschland. Dort setzte er seine antikommunistische Tätigkeit fort[2] und war einer der Gründer der „Bruderschaft der russischen Wahrheit“. Diese Organisation plante ein Untergrundnetzwerk in Sowjetrussland aufzubauen, blieb jedoch erfolglos. Auch mehrere, meist pro-zaristische und antikommunistische Romane über den Bürgerkrieg stammen aus seiner Feder. Die beiden bekanntesten waren Der endlose Hass sowie Vom Zarenadler zur Roten Fahne.

    Während des Zweiten Weltkriegs stellte Krasnow sich auf die Seite des nationalsozialistischen Deutschlands. Er war in der Redaktion der russischsprachigen und antisowjetischen Zeitung „Fürs Vaterland“ tätig[3] und stellte sich beim Aufbau von Kosakeneinheiten aus Einheimischen, Kriegsgefangenen und russischen Emigranten zur Verfügung. Sein militärischer Beitrag war allerdings aufgrund seines hohen Alters gering, er diente eher als Integrationsfigur dieser Bewegung. Politische Initiative wurde ihm ebenso von den Deutschen nicht erlaubt. Er weigerte sich allerdings 1944, der unter dem General Wlassow hastig aufgestellten Russischen Befreiungsarmee beizutreten, die ebenso wie seine Einheiten unter der politischen Knute der Nazis standen. Zum Kriegsende ergab sich Krasnow mit den Überresten seiner Kosakentruppen in Österreich der britischen Armee. Ihnen wurde von Seiten der Alliierten zugesichert, dass sie als Emigranten nicht an die Sowjetunion ausgeliefert werden würden.[4]

    Im Mai 1945 wurden die Kosaken, insgesamt ca. 50.000 Mann mit 11.000 Frauen und Kindern bei Lienz an die Rote Armee ausgeliefert und zwangsrepatriiert. Krasnow wurde zusammen mit anderen Kosakengenerälen (u. a. Andrei Grigorjewitsch Schkuro), die ebenfalls mit den Deutschen kollaboriert hatten, sowie mit Helmuth von Pannwitz, der sich als Deutscher freiwillig entschied, das Los „seiner Kosaken“ bis zum bitteren Ende mitzuteilen, in Moskau durch den Militärrat des Höchsten Gerichts der UdSSR zum Tod durch Hängen verurteilt. Das Urteil gegen den 77-jährigen Krasnow wurde am 16. Januar 1947 vollstreckt. Er starb durch ein Erschießungskommando.

    1918: Der Achtzigste.
    1920: Fallende Blätter [Fortsetzung: Verstehen heisst Vergeben].
    1920: Der weiße Kittel.
    1922: Vom Zarenadler zur Roten Fahne.
    1923: Jenseits der Disteln.
    1923: Verstehen heißt vergeben [Fortsetzung von Fallende Blätter].
    1924: Die Amazone der Wildnis. An der Stufe zum Throne Gottes.
    1925: Einig – unteilbar.
    1926: In der Mandschurischen Einöde.
    1928: Eroica. Roman aus der Zeit der Napoleonischen Kriege.
    1928: Kostja der Kosak.
    1930: Largo.
    1933: Die Zesarewna.
    1935: Das Reich in Fesseln.
    1937: Katharina die Große.
    1938: Der endlose Hass.
    1938: Die Zaren-Mörder.
    1939: Nach Hause. Ein Don-Kosaken-Roman.
    1939: Russischer Soldaten-Geist.

    Claudio Magris, Mutmaßungen über einen Säbel, Hanser Verlag München, 1986. ISBN 3-446-14518-4

    ↑ Р. Г. Гагкуев, В. Ж. Цветков, С. С. Балмасов: Келлер в годы Великой войны и русской смуты // Граф Келлер. М.: НП «Посев», 2007, ISBN 5-85824-170-0, S. 1101.
    ↑ z. B. 25. Januar 1921 in Berlin: Treffen russischer (zaristischer) Generalstabsoffiziere auf Initiative von „General“ Krasnov
    ↑ Газета «Наша страна»: 60 ЛЕТ ИСТОРИИ “НАШЕЙ СТРАНЫ”. 2008, abgerufen am 14. Dezember 2017 (russisch).
    ↑ Karl-Peter Schwarz: Eine schändliche Operation. Stalin wollte Rache – und Churchill wollte das Einvernehmen mit ihm nicht gefährden: Wie die britische Armee in den Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Kosaken, Kaukasier, Slowenen und Kroaten aus Österreich an die Sowjetunion und an Titos kommunistische Partisanen auslieferte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Juni 2015, S. 6.

    Literatur von und über Pjotr Nikolajewitsch Krasnow im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
    Friedrich Paul Heller: „Mein ist die Rache.“ Eine Kosakenfamilie und die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Nürnberger Menschenrechtszentrum, 2004.
    Artikel Pjotr Nikolajewitsch Krasnow in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
    Biografien, Chronos (russisch)

    Personendaten
    NAME Krasnow, Pjotr Nikolajewitsch
    ALTERNATIVNAMEN Краснов, Пётр Николаевич (russisch); Krasnov, Pëtr Nikolaevič (wissenschaftliche Transliteration)
    KURZBESCHREIBUNG russischer Offizier, Kosakenataman und Generalleutnant der zaristischen Armee zur Zeit der Oktoberrevolution 1917
    GEBURTSDATUM 22. September 1869
    GEBURTSORT Sankt Petersburg
    STERBEDATUM 16. Januar 1947
    STERBEORT Moskau

    #URSS #Kosaques #nazis #anticommunisme

  • Témoignage « Il me traitait comme une chose, c’était l’humiliation permanente » : à Manosque, une affaire qui ressemble à celle des viols de Mazan
    https://www.franceinfo.fr/replay-radio/le-choix-franceinfo/il-me-traitait-comme-une-chose-c-etait-l-humiliation-permanente-a-manosqu

    C’est un crime qui rappelle qu’il est toujours possible de transformer monsieur et madame tout-le-monde en tortionnaires par millions. Les preuves en existent.

    Il suffit de se rappeller la participation de la majorité des Allemands aux crimes nazis dignes du docteur Mabuse et de la folle campagne anticommuniste d’Indonésie. Le psychiatre marxiste Wilhelm Reich a décrit les blessures et défaillances caractérielles qui ont rendu possible le succès du parti nazi mais il n’a pas décrit les mécanismes qui ont poussé les masses à se transformer en armées de tortionnaires.

    Depuis on a consacré un flot d’encre à cette question sans jamais arriver à un résultat qui aurait empêché de nouvelles les exactions. On a du travail à faire qui ne sera qu’une affaire de mots. Ce sont nos vies et nos actes qui renseigneront sur les raisons des comportements inhumains.

    15.1.2026 par Mathilde Lemaire - Franceinfo révèle, avec le magazine « Vanity Fair », une affaire qui rappelle celle dite « des viols de Mazan ». Un homme va être jugé en 2026 pour avoir, pendant sept ans, livré sa compagne à des dizaines d’hommes et d’avoir fait d’elle son esclave. Cette femme s’est confiée à nous.

    Cette fois, la victime est une quadragénaire, Laëtitia R., dont l’ex-compagnon, Guillaume B., 51 ans, va être jugé en 2026 devant les assises des Bouches-du-Rhône, à Aix-en-Provence. Il est accusé de viols aggravés, proxénétisme et actes de torture et de barbarie. Il aurait, pendant sept ans, livré sa compagne à des dizaines d’hommes et fait d’elle son esclave.

    Laëtitia nous reçoit chez elle dans sa maison de Manosque, dans les Alpes-de-Haute-Provence. Elle a 42 ans. C’est une mère de quatre enfants (trois d’une première union), une femme aux cheveux longs, jolie, souriante. Elle est préparatrice en pharmacie de formation. Ses mots sont choisis. Elle s’exprime calmement, elle est très posée.

    On devine une femme brisée. Si elle témoigne, c’est pour reprendre le contrôle de son histoire et de sa vie. Dans ce dossier judiciaire, il n’est pas question de soumission chimique comme dans l’affaire Mazan. La soumission a été davantage psychologique. Sous prétexte de jeux sexuels sadomasochistes, au départ de leur relation, en 2015, Guillaume B., dont elle avait fait connaissance sur un site internet de rencontre, a doucement, au fil des semaines, mis en place un contrôle coercitif et pervers sur elle.

    Laëtitia avait alors 32 ans, son compagnon, dix de plus. Les premières semaines, ce directeur d’une agence bancaire était gentil, protecteur, rassurant. Père divorcé, il s’occupait de ses enfants, avait des amis. Mais, peu à peu, il a demandé à la jeune femme des pratiques sexuelles peu habituelles, qu’elle a acceptées, raconte-t-elle.

    « Quand j’ai commencé à vouloir dire non à certaines choses, j’ai compris que c’était impossible. C’était trop tard. Le piège s’était refermé sur moi. »

    « J’étais dans la peur », se souvient Laëtitia. Rapidement, elle se retrouve complètement dominée sexuellement, mais aussi dans l’ensemble de sa vie quotidienne.

    Guillaume B. est un chasseur. Il a, à son domicile, plusieurs armes non déclarées, dont une carabine toujours chargée qu’il ne garde jamais très loin de lui. Au moindre geste ou à la moindre parole qui lui déplaisent dans la journée, il la menace. La nuit, il met ses menaces à exécution. Il la violente, la torture. « C’étaient des coups de poing, des entailles dans le dos au cutter ou avec un couteau, décrit-elle. Il me frappait aussi avec une planche à découper en bois. J’étais souvent à sang et devais mettre du tulle gras pour soigner les plaies. Il me brûlait aussi avec sa cigarette. »

    « Et puis au-delà des souffrances physiques, je me souviens des souffrances psychologiques. Il me menaçait de me faire perdre la garde de mes enfants. Il menaçait d’envoyer à mes parents des images intimes et dégradantes de moi. »

    « Il décidait de mon heure de lever, de mon heure de coucher, poursuit Laëtitia. Je n’avais pas le droit de porter de sous-vêtements. Ni culotte, ni soutien-gorge. Il décidait de mes vêtements, de ma coiffure, de mon maquillage. Il choisissait les appels et les mails auxquels je pouvais répondre et ceux que je ne devais pas prendre. Il me dictait ce que je devais dire. C’est lui qui décidait si je pouvais aller ou non chercher mes enfants à l’école. Même pour acheter une baguette de pain, je devais demander l’autorisation. Même pour aller aux toilettes, je devais avoir son accord et il s’amusait parfois à me laisser me faire dessus quand je ne pouvais plus tenir ». Laëtitia est consciente que son récit est sidérant.

    Elle a vécu ainsi pendant sept années. On se prend à penser qu’elle aurait pu profiter d’une visite chez son médecin généraliste pour appeler à l’aide. Mais Guillaume B. veillait à tout pour éviter qu’elle ne se confie à l’extérieur. Il avait fait le vide autour d’elle. Elle ne voyait plus d’amis, très peu sa famille. Quand elle allait chez le docteur, soit il venait avec elle dans le cabinet, soit elle avait pour ordre de l’appeler avant et de positionner discrètement son téléphone portable afin qu’il suive à distance au bout du fil la totalité de la consultation, à l’insu du praticien.

    Pour ne pas éveiller de soupçons sur son contrôle total et sur les violences qu’il lui infligeait, l’homme veillait à ce que les cicatrices de la jeune femme ne soient jamais sur son visage. Il épargnait aussi, en été, ses bras et ses jambes. Très vite, il l’a aussi prostituée, quand il ne la livrait pas gratuitement à des inconnus recrutés sur des sites de libertinage. Même enceinte, elle a dû subir ces viols répétés. Cela se passait dans sa voiture, sur des parkings, comme celui de la gare TGV d’Aix-en-Provence ou simplement à leur domicile.

    « Il n’y a jamais eu de consentement de ma part. La question du consentement ne se posait même pas car je n’avais pas le droit de penser ni de dire ce que je ressentais. »

    « Il m’a contrainte à des pratiques sexuelles extrêmes (NDLR : scatophilie, zoophilie), dont j’ignorais même l’existence auparavant. Des pratiques qui font qu’aujourd’hui je suis incontinente, handicapée. J’ai un appareil. Sans cet appareil, je devrais porter des couches. C’est terrible et difficile de vous parler de cela, mais c’est ma réalité à seulement 42 ans. Et il faut savoir que c’est précisément en me meurtrissant, en m’avilissant, qu’il se procurait tout son plaisir », précise la quadragénaire qui retient ses larmes.

    Pendant toutes ces scènes de violences sexuelles extrêmes, Laëtitia l’a compris bien plus tard, elle s’est très souvent dissociée. C’est-à-dire que son cerveau disjonctait comme pour la protéger de cette réalité insoutenable. Cela a eu pour conséquence chez elle des amnésies traumatiques. Encore aujourd’hui, elle est incapable de se souvenir des années 2018 et 2019. Elle a le sentiment d’avoir comme un énorme trou de mémoire, notamment les mois qui ont suivi la naissance de sa dernière fille qu’elle a eue avec son bourreau.

    Ce qui domine dans l’histoire de Laëtitia, c’est la notion d’humiliation. Elle devait appeler Guillaume B. « maître ». Il est allé jusqu’à lui faire tatouer de force une insulte sexuelle des plus humiliantes sur le bas du ventre. Même la tatoueuse s’y refusait au départ. « Je savais que si je ne cédais pas à ce fantasme-là, j’allais ensuite le payer très cher et j’étais prête à tout pour éviter des violences et des violences sexuelles supplémentaires », explique Laëtitia.

    La juge d’instruction, dans son ordonnance, parle de « réification ». Celui qui sera, dans quelques mois, dans le box de la cour d’assises d’Aix-en-Provence, est accusé d’avoir fait de sa compagne son objet. « Dans tout ce qu’il faisait, son but était de me rabaisser. Il me répétait : ’N’oublie pas que tu n’es rien, que tu n’es qu’une merde.’ Pendant des mois et des mois, il m’a fait boire mon urine chaque matin et, parfois, pas seulement le matin. C’était un moyen de me remettre à ma place », explique la quadragénaire.

    Souffrance suprême, elle était privée de sommeil, ce qui a participé sans doute aussi à ses amnésies. "Je n’arrivais plus à réfléchir tellement j’étais fatiguée. Il me réveillait toutes les nuits pour me faire subir le pire, précise-t-elle.

    « J’avais seulement droit à une nuit complète tous les dix jours. »

    Il lui est arrivé souvent pendant ces années de songer de manière fugace à se suicider ou à le tuer, mais son goût prononcé pour la vie l’éloignait toujours de ce projet. Guillaume B., à plusieurs reprises, l’a étranglée jusqu’à ce qu’elle en perde connaissance. Une nuit d’avril 2022, elle a été réveillée, car il était précisément en train de l’étrangler. Laëtitia a cru mourir.

    À la suite de cet évènement, pour la première fois, elle a, sans autorisation préalable, raconté la scène à une amie de lycée qui venait de la recontacter sur Facebook. L’amie en question, située à 200 km de là, s’est rendue au commissariat près de chez elle. Les policiers l’ont écoutée et ont pris son alerte au sérieux.

    Moins de 24 heures plus tard, Laëtitia est contactée par des enquêteurs. Guillaume B. est rapidement interpellé. Depuis trois ans, cet homme nie les viols et la torture. Il explique que Laëtitia aimait être humiliée, qu’elle était consentante et qu’en réalité c’était elle la dominatrice dans leur couple. D’après son avocate, que nous avons jointe, cette défense reste inchangée aujourd’hui. Elle ne souhaite pas livrer plus de commentaires.

    Les experts psychiatres et psychologues décrivent cet homme comme « sadique », « pervers », « très dangereux ». Il a été placé en détention en 2022, 48 heures après son arrestation, et s’y trouve toujours.

    « Son interpellation m’a soulagée, évidemment, car je me suis dit que mon enfer s’arrêtait, raconte Laëtitia. Mais j’ai mis beaucoup de temps pour réaliser. J’avais toujours peur que ce ne soit pas vrai, ou peur qu’il ressorte de prison. J’appelais régulièrement mon avocat pour vérifier qu’il était bien toujours derrière les barreaux, pour me rassurer. Et aujourd’hui, cela reste notre angoisse à tous, à la maison. Je ne dors pas dans ma chambre, mais dans le salon, pour garder un œil sur la porte d’entrée. Concrètement, mes enfants et moi sommes toujours en hypervigilance. »

    « Je ne parviens toujours pas à dormir entre 22h et 4h du matin. Cela correspond aux heures où le plus gros des violences se produisaient. »

    « Je suis, toutes les nuits dans ce créneau-là, prise de douleurs, comme si j’étais encore hantée par ce que j’ai vécu », confie Laëtitia. Ses quatre enfants sont également parties civiles dans ce dossier. Ils dénoncent des violences psychologiques et, pour la plus jeune, aussi des violences physiques. Laëtitia essaye avec eux de rattraper le temps perdu, de panser les plaies. Elle passe le plus de temps possible auprès d’eux.

    Aujourd’hui, ses séquelles physiques et psychologiques l’empêchent d’avoir un emploi. Elle vit sous antidouleurs et a un lourd suivi médical et psychologique. Parfois, elle craint de ne pas être crue tant son histoire est affreuse. « C’est effrayant quand je prends conscience de tout ce que j’ai traversé », déclare-t-elle.

    Il y a dans ce dossier de nombreux éléments matériels. Guillaume B., même s’il n’a pas fait une collection comme l’avait fait Dominique Pelicot, a parfois photographié, filmé, enregistré les scènes de viols. Les juges et jurés décortiqueront aussi les centaines d’échanges de SMS entre eux qu’ont retrouvés les enquêteurs. Ils permettent de reconstituer la chronique quotidienne d’une relation devenue un enfer. On y lit les ordres autoritaires de Guillaume B. et les suppliques de Laëtitia qui souhaite que son calvaire cesse.

    « La première impression, quand on entre dans ce dossier, c’est une sorte de vertige », indique Philippe-Henry Honegger, l’avocat pénaliste parisien qui représente Laëtitia. « Ce qu’on y découvre est abominable. Personne ne peut concevoir qu’on ait pu, dans un esprit aussi tordu soit-il, songer à imposer de telles choses à une personne humaine. On a en plus l’aspect ’Docteur Jekyll et Mister Hyde’, avec le notable bien sous tous rapports qui, une fois la porte du domicile fermée, se transforme en monstre sans limite ».

    L’avocat n’a pas souvenir d’avoir vu de dossier avec, sur une victime, un contrôle coercitif d’un tel niveau. Ce contrôle était en réalité totalitaire. « On va sans doute comparer ce dossier au dossier de Mazan, au cauchemar qu’a vécu Madame Pelicot. Malheureusement, les faits qu’aura à examiner la cour d’assises d’Aix-en-Provence sont, par leur nature, peut-être plus épouvantables encore, comme si c’était possible », commente-t-il. Pour lui, cet homme est « sans doute le plus terrifiant criminel en termes de violences sexuelles qu’ait pu connaître notre pays ».

    Guillaume B. encourt la réclusion criminelle à perpétuité. Laëtitia espère de son témoignage à franceinfo, comme du procès à venir cette année (même si aucune date n’est encore fixée), qu’ils constituent pour elle l’opportunité d’une revanche. « Cet homme a voulu m’enfermer, m’empêcher de vivre ma vie. Je veux reprendre le contrôle », déclare Laëtitia.

    « Je ne souhaite pas que mon procès se tienne à huis clos. J’y songe depuis longtemps. Le procès des viols de Mazan et ce qu’en a fait Gisèle Pelicot ont achevé de me convaincre. »

    « Il faut que la honte change de camp, dit-elle. J’ai encore honte parfois, mais je me répète à moi-même que ce n’est pas à moi de me cacher. C’est mon combat et c’est très difficile, car tout cela touche à mon intimité. Mais je me dis que si cela peut aider ne serait-ce qu’une femme victime à se dire qu’il faut sortir du silence, ce sera énorme comme satisfaction, et comme espoir », conclut Laëtitia en esquissant un sourire.

    Depuis les faits, elle a teint ses cheveux en rose. Guillaume B. lui interdisait évidemment ce genre de coquetterie. Elle s’est aussi fait tatouer sur la main deux mots en jolies lettres attachées : « Libre et forte ».

    #Zwangscharakter #perversion #sexualité #exploitation #fait_divers #hécatombe #anticommunisme #fascisme #terrorisme #guerre #crime

  • La photo du jour

    Cette charmamte dame est la SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke.

    Nous sommes le trois octobre, jour autrement sans signification particulière qu’on a déclaré fête nationale de réunification pour éviter le neuf novembre trop inconvénient.

    RND ( Redaktionsnetzwerk Deutschland , organisation essentielle de la Gleichschaltung médiatique en cour) relaye le discours habituel d’’Evelyn Zupke sur les méchants communistes et leurs pauvres victimes afin de ne pas mentionner les véritables auteurs de la séparation de l’Allemagne en.deux états en 1949, à savoir l’impérialisme états-unien et ses acolytes, les anciens collaborateurs nazis dans les zones occidentales occupées. On veut nous faire croire que la coupure en deux états a été en quelwue sorte inévitable car il a fallu protéger les bons (nous et nos nos gentils patrons) contre les abus des méchants communistes. Et toc !

    SED-Opferbeauftragte : Mühen der Wiedervereinigung haben sich mehr als gelohnt
    https://www.rnd.de/politik/sed-opferbeauftragte-muehen-der-wiedervereinigung-haben-sich-mehr-als-gelohnt-AL

    Traduction : Les peines de la réunification ont payé .

    C’est vrai pour les profiteurs de la récupération de la propriété du peuple par les capitalistes et leurs sbires après 1989. C’est vrai pour Evelyn Zupke qui termine sa carriète professionnelle sur un beau poste de chef-propagandiste. Les millions de chômeurs et dizaines de milliers qui ont perdu leur maisons à cause des privatisations ne partagent sans doute pas son avis.

    3.10.2025 von Markus Decker - In der DDR gab es mehrere hunderttausend politische Gefangene. Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, sieht nicht zuletzt in ihnen Nutznießer der Einheit.

    Berlin. Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, sieht im Tag der Deutschen Einheit einen Tag des Glücks und der Dankbarkeit. „Als SED-Opferbeauftragte sage ich ganz deutlich, dass sich all die Mühen und Herausforderungen der Wiedervereinigung für jeden einzelnen politischen Häftling, der heute in Freiheit leben kann, mehr als gelohnt haben“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Für mich ist der Tag der Deutschen Einheit ein Tag des Glücks und ein Tag der Dankbarkeit.“ Zupke fügte hinzu: „Mir ist es wichtig, dass wir gerade an einem solchen Tag auch die Menschen nicht aus dem Blick verlieren, die in der DDR für Freiheit und Selbstbestimmung gekämpft haben. Ohne diese Menschen hätte es keine Friedliche Revolution und keine Deutsche Einheit gegeben.“ Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hatte zuvor ebenfalls erklärt, der Tag der Einheit sei ein Grund zum Feiern.

    Über die Zahl der politischen Häftlinge in der DDR gibt es nach wie vor nur Schätzungen. Diese bewegen sich zwischen 180.000 und 350.000. Zupke vertritt seit ihrer Wahl 2021 die Interessen der heute noch lebenden.
    Zentrale Feier in Saarbrücken

    Die beiden deutschen Staaten hatten sich nach mehr als 40 Jahren Teilung am 3. Oktober 1990 vereinigt, rund ein Jahr nach der friedlichen Revolution in der DDR und der Öffnung der Grenzen. Die Lebensverhältnisse haben sich seither stark angeglichen, doch sind zum Beispiel Löhne, Vermögen und Produktivität im Osten immer noch niedriger als im Westen. Umfragen zeigen, dass viele Menschen im Moment eher das Trennende als die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Landeshälften sehen.

    Die zentrale Feier wird in diesem Jahr – turnusmäßig wechselnd – in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken stattfinden. Neben Kanzler Friedrich Merz wird auch der französische Staatspräsident Emmanuel Macron eine Rede halten.

    Gleichschaltung
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung

    #Allemagne #histoire #fête_nationale #anticommunisme

  • Berlin-Mitte - Brille von Gandhi-Büste aus Museum gestohlen
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/08/mahatma-gandhi-brille-museum-gestohlen-berlin.html

    Bild : Polizei Berlin

    C’est chèr le musée du mur fondé par un terroriste anticommuniste notoire. Des visiteurs qui n’ont pas été satisfait par le rapport qualité-prix de l’exposition se sont apparemment dédommagés en emportant les lunettes d’un buste de Gandhi exposé dans les locaux dédié à l’arnaque de touristes.

    Malgré ses positions conservatrices Gandhi na pas fait partie des idélogues de l’Hindutva , alors on se demande quelle relation existerait entre ce fondamentaliste religieux et ce haut-lieu de violente propagande anticommuniste au centre de Berlin. Est-ce que les héritiers (ukrainiens) de son fondateur défunt ont voulu transformer le « musée » près de l’ancien passage allié à Berlin-Est Checkpoint Charlie (pour « C ») en lieu de commémoration de la lutte anticoloniale et antiimpérialiste ? Mystère.

    26.8.25 | 08:15 - Unbekannte haben die Brille einer Gandhi-Büste aus dem Berliner Mauermuseum gestohlen. Sie wurde zwischen dem 2. und 6. August aus dem privaten Museum nahe des Checkpoint Charlie entwendet, wie die Berliner Polizei am Montag mitteilte.

    Die Brille gehört zu der Bronze-Büste „Mahatma Gandhi“ des Bildhauers Shri Gautam. Sie besteht aus Bronze, ist nicht klappbar, hat keine Glaseinsätze und ist ca. 23 cm breit und 6 cm hoch.

    Gandhi (1869-1948) war ein indischer Rechtsanwalt, der mit gewaltlosen Mitteln für die Unabhängigkeit seines Landes von Großbritannien kämpfte.

    Die Polizei spricht von einem besonders schweren Dienstahl und fragt nun, wer Angaben zum Verbleib machen kann oder ob die Brille zum Kauf, Tausch oder als Pfand angeboten wurde. Hinweise nimmt jede Dienststelle entgegen.

    En 1961 l’exposition « Haus am Checkpont Charlie » n’existait pas encore. Aujourd’hui il se trouve dans l’immeuble à droite .

    #Berlin #tourisme #checkpoint_charlie #anticommunisme #touristes #crime #wtf

  • Die Überlebende
    https://www.graswurzel.net/gwr/2025/05/die-ueberlebende

    Peggy Parnass nous a quitté déjà le 12 mars 2025. En 1945 elle avait 18 ans. Ses livres sont toujours une des meilleures sources pour comprendre comment nous en sommes arrivés à préparer la prochaine guerre contre nos soeurs et frères russes.

    2.5.2025 -Nachruf auf Peggy Parnass (1927–2025)
    ...als durch die Bundesrepublik 2007 ein Aufschrei der Empörung ging, weil Christian Klar, Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF), und vielleicht auch einer der Mörder des von der RAF entführten Hanns Martin Schleyer, nach 24 Jahren vorzeitig aus der Haft entlassen werden sollte, rückte Peggy den Maßstab zurecht: „Jetzt geht es um Christian Klar. Bei dem man sich ernsthaft fragt, warum er schon nach 24 Jahren raus will? Nach nur 24 Jahren! Nach allem, was er getan hat. Gefährlich, wie er ist“, schrieb sie im „Stern“: „Es wird ja immer gesagt, dass die traurige Schleyer-Witwe nicht mal erfahren hat, und auch der Sohn ist darüber unglücklich, dass niemand weiß, wer denn nun genau der Mörder ist.“ Und weiter: „Ja, die beklagenswerte, greise Witwe von Hanns Martin Schleyer! Die unglückliche Frau. Die Arme. Meine Mutter war keine zu bedauernde, greise Witwe. Konnte sie auch nie werden. Denn sie wurde zusammen mit Pudl, ihrem Mann, meinem Vater, vergast. So wie fast 100 andere enge Verwandte von uns. Also die Großeltern, Tanten, Onkel, Vettern, Cousinen – alle weg … Frau Schleyer hatte sicher sehr gute Jahre mit ihrem Mann, für sie gute Jahre. In Lidice, in Böhmen, da führte das junge Paar ein Herrschaftsleben. Er, an führender Stelle als SS-Mann, nicht irgendein SS-Mann, er bekleidete einen Offiziersrang. Er war ein überzeugter und begeisterter Nazi, von Anfang an. Schon als 16-Jähriger. Und blieb dabei.“
    Sie nahm die Gelegenheit wahr und verglich die Diskussion um Christian Klar mit der Rechtsprechung gegen NS-Massenmörder, zum Beispiel: „Arnold Strippel, SS-Obersturmführer. Er machte Karriere in einigen Konzentrationslagern: auch in Buchenwald und Neuengamme. 1949 wurde er wegen Mordes an 21 Häftlingen zu 21mal lebenslänglich verurteilt, doch der nächste Richter hatte Gnade mit dem Mann und begrenzte seinen Gefängnisaufenthalt. Dafür bekam er eine Haftentschädigung in Höhe von 121.300 D-Mark. Etwa 100.000 D-Mark mehr als überlebende KZ-Häftlinge. Er wurde in Düsseldorf letztlich zu 3,5 Jahren verurteilt.“

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Peggy_Parnass

    #Allemagne #histoire #shoa #anticommunisme #fascisme #exclusion_sociale

  • Alexandra Hildebrandt : Leiterin des Berliner Mauermuseums bekommt 10. Kind mit 66 Jahren
    https://www.berliner-zeitung.de/news/alexandra-hildebrandt-leiterin-des-mauermuseums-bekommt-10-kind-mit

    C’est le pintemps, la vie est belle. Pendant qu’on juge mémé RAF on célèbre la femme du terroriste de droite qui vient de mettre au monde son dixième enfant. Elle a 66 ans aujourd’hui. Avec son premier mari Rainer Hildebrandt elle a eu son premier enfant en 1979 alors qu’elle vivait encore à Kiev. Le père de 75 ans à l’époque fut le personnage central de l’association terroriste (suivant la définition des tribunaux allemands d’aujourd’hui) anticommuniste Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit .

    Rsiner Hildebrandt
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rainer_Hildebrandt

    Wikipedia cite quelques anecdotes de la bande qui nous a pourri ume partie de notre jeunesse.

    Mitbegründer der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit

    Nach dem Beginn des Kalten Krieges gründete Hildebrandt ... als Lizenzträger der Alliierten Kommandantur die von Geheimdiensten finanzierte antikommunistische Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit (KgU).
    ...
    Bereits unter seiner Leitung wurden Eisenbahnschienen gesprengt, oder „Reifentöter“ anlässlich der Weltfestspiele 1951 ausgegeben. Am 4. und 8. September 1951 legte die KgU mittels Phosphorampullen Brände in Kaufhäusern in Leipzig während der Öffnungszeit.
    ...
    In der Straße Am Schlachtensee in Berlin-Nikolassee besaß Hildebrandt eine Villa. Die Verhältnisse dort beschrieb Mourad Kusserow, der hier 1954 nach seiner Flucht aus der DDR zeitweilig logierte, so:

    „Gewerkschaftler, Künstler, Journalisten und Studenten, Politiker und Flüchtlinge aus dem Osten, manchmal gescheiterte Existenzen, Geheimagenten und V-Männer aller Geheimdienste, die amerikanische und britische Abwehr, das französische Deuxième Bureau, der Westberliner Staatsschutz und die Organisation Gehlen, der westdeutsche Nachrichtendienst, unter ihnen auch Spitzel, die für ostdeutsche Spionagedienste arbeiteten, gaben sich in der Villa am Schlachtensee […] die Klinke in die Hand.“

    Connaissant l’intérêt des services allemands et d’outre-mer pour l’Ukraine et les nombreuses relations de RH on imagine que les voyages de l’homme d’affaires anticommuniste à Kiev ne furent pas seulement motivés par sa relation avec une petite jeune femme blonde.

    Voilà l’histoire du dernier enfant de l’héritière de la maison au Checkpoint Charlie.

    25.3.2025 von Eva Maria Braungart - Alexandra Hildebrandt, die Leiterin des Museums am Checkpoint Charlie, ist erneut Mutter geworden. Ihr zehnter Sohn kam am vergangenen Mittwoch zur Welt.

    Die Direktorin des Mauermuseums am Checkpoint Charlie, Alexandra Hildebrandt, hat im Alter von 66 Jahren ihr zehntes Kind geboren. Wie die Bild-Zeitung berichtete, kam der Sohn der 66-Jährigen bereits am vergangenen Mittwoch im Virchow-Klinikum in Wedding zu Welt.

    Hildebrandt hat zwei Kinder aus erster Ehe mit Rainer Hildebrandt, die 1979 und 1989 geboren wurden. Die acht jüngeren Kinder, die Hildebrandt gemeinsam mit dem ehemaligen CDU-Abgeordneten Daniel Dormann hat, wurden alle nach Hildebrandts 53. Lebensjahr geboren, wie die Zeitung berichtete. Die Zwillinge Elisabeth und Maximilian sind jetzt 12, Alexandra 10, Leopold 8, Anna 7, Maria 4 und Katharina 2 Jahre alt.
    Hildebrandt führt seit 2004 das Mauermuseum

    Sowohl Mutter als auch Kind, das per Kaiserschnitt auf die Welt kam, sind wohlauf. Derzeit müssten Hildebrandt und Sohn Philipp jedoch noch etwas in der Klinik bleiben. Denn Philipp habe eine „feuchte Lunge“ und müsse noch einige Tage im Inkubator in der Neonatologie über eine Nasenmaske zusätzlich mit Sauerstoff versorgt werden.

    „Das Alter und die hohe Anzahl an Kaiserschnitten sind eine absolute Rarität in der Geburtsmedizin und stellten eine Herausforderung dar“, so der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin, Wolfgang Henrich. Die Frage, ob reproduktionsmedizinische Unterstützung für die zehnte Schwangerschaft nötig gewesen sei, verneint sie. „Ich ernähre mich sehr gesund, schwimme regelmäßig eine Stunde, laufe zwei Stunden, rauche und trinke nicht, hab nie Verhütungsmittel genutzt.“

    Alexandra Hildebrandt wurde 1959 in Kiew geboren. In Berlin lernte sie den Gründer des Mauermuseums am Checkpoint Charlie, Rainer Hildebrandt, kennen und zog 1992 in die Hauptstadt. Seit 2004, nach dem Tod Hildebrandts, leitet sie das Museum. 2016 heiratete sie den Unternehmensberater und ehemaligen Berliner CDU-Abgeordneten Daniel Dormann.

    #URSS #rideau_de_fer #mur #Ukraine #Allemagne #Berlin #Zehlendorf #Nikolassee #Am_Schlachtensee #anticommunisme #terrorisme #espionnage #histoire #guerre_froide

  • En 81, quand Mitterrand a été élu, une tante de mon père nous avait bien expliqué que les chars soviétiques étaient prêts à passer le frontière. La preuve, c’est que des agents du KGB étaient déjà venus en France pour mesurer les ponts et vérifier que les tanks pouvaient passer dessus.

    L’invasion n’a pas eu lieu, mais je suppose que c’était uniquement à cause de la détermination de cette vieille tante à ne pas laisser la vermine communiste envahir le pays (à sa mort on a découvert qu’elle tractait pour le Front national).

    • en allemagne tu peux désormais renseigner le fichier des complotistes …

      Die Beratungsstelle ist Teil eines gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) finanzierten und beauftragten Projekts, das seit März 2024 im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“

      Bon, ça ne semble pas à destination des hommes, dommage.

      https://seenthis.net/messages/1102137

    • En 1981 à Berlin on vivait encore sous occupation militaire (par les trois alliés occidentaux les plus important de la deuxième guerre mondiale) et trois ans plus tard en 1984 le musicien rock le plus populaire d’Allemagne se moquait des vieux anticommunistes qui nous baratinaient avec le danger rouge.

      In 15 Minuten sind die Russen auf dem Kurfürstendamm
      https://www.youtube.com/watch?v=PhYsUDb5-28

      Depuis on a appris que « les Russes » préfèrent généralement s’occuper de leurs histoires à eux et ne sortent l’ours que quand vraiment il n’y a pas d’autre possibilité.

      D’ailleurs ce n’est pas comme ca parce Poutine est un chuoette gars mais parce qu’il ont déjà assez de problèmes et préfèrent ne pas en rajouter. Ils sont un peu bizarres mais pas fous les Russes ;-)

      #histoire #anticommunisme #russophobie

  • Japans Rückkehr zur Vorkriegszeit
    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/japans-rueckkehr-zur-vorkriegszeit

    Fuji, davor Kampfflugzeuge Quelle : Pixabay

    Le Japon, la deuxième puissance géoicidaire fasciste d’avant 1945, fait aujourd’hui partie des vaissaux des impérialistes états-uniens. Comme en Allemagne la situation est contradictoire. La fidélité de ses classes dirigeantes au souverain d’outre-mer l’a entrainé dans la stagnation voire le déclin économique. Comme en Allemagne le nationalisme s’en régale. Il s’affiche comme source d’un meilleur avenir mais en réalité ses aspirations shintoïstes sont aussi dangereuses pour la paix internationale et les acquis à la fois sociaux et culturels comme l’AfD et l’e faux écologisme Blut und Boden des verts allemands réunis.

    L’article allemand ne mentionne pas l’anticommunisme qui fait toujours partie du breuvage idéologique mortel, tellement les habitants des nations fascistes l’ont imbibé dans leurs plus tendre enfance. La gauche bourgeoise n’échappe pas à ses limites. Quelle coïncidence !

    8.1.2025 von Igor Kusar - Seit den 1990er Jahren ist Japan fest im Griff einer konservativen Wende. Liberale Kommentatoren sehen nun vermehrt Anzeichen, die auf ein Wiedererstarken des Geistes der Vorkriegszeit deuten.

    Spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten vor zwei Monaten ist die Angst vor einem neuen Faschismus weltweit in aller Munde. Wird sich die Geschichte des Autoritarismus und Totalitarismus der 1930er und 40er Jahre wiederholen? Stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter der Autokratie? Auch in Japan, das in der Kriegszeit zu den faschistischen Mächten zählte, werden solche Fragen gestellt. Wissenschaftler und Kommentatoren sehen Anzeichen für die „Rückkehr zur Vorkriegszeit“, wie es im Japanischen oft heißt.
    Aushöhlung der pazifistischen Ordnung

    Achtzig Jahre hat das sogenannte Nachkriegsregime nun schon Versuchen von den Rechten standgehalten, es in ihrem Sinne zu reformieren. Vor allem die Revision der von Konservativen ungeliebten Friedensverfassung – seit 1947 in ursprünglicher Form erhalten und eine Art Brandmauer gegen autoritäres Gedankengut – sollte es ermöglichen, das Gesicht des Landes zu verändern. Im Moment bildet die konservative Dauerregierungspartei Japans, die Liberaldemokratische Partei (LDP), eine Minderheitsregierung. Eine Verfassungsänderung wird in den nächsten Jahren kaum Thema der Politik werden. Doch am Grundgesetz vorbei findet eine Aushöhlung der demokratischen, pazifistischen Ordnung statt, wie sie die Verfassung garantiert.

    Im Dezember 2022 verkündete der damalige Regierungschef Fumio Kishida eine drastische Erhöhung des Wehretats für die nächsten fünf Jahre. Gleichzeitig verabschiedete sich Japan von der Ausrichtung ihrer Selbstverteidigungskräfte (SVK) auf die reine Verteidigung. Vorbeugende Militärschläge durch Raketen sollen von nun an möglich sein. In Wirtschaftskreisen und konservativen Mainstreammedien wird diese Entwicklung begrüßt. Die arg gebeutelte japanische Industrieproduktion, die sich im High-Tech-Sektor weltweit im Rückstand sieht, wittert eine neue Chance. Bereits heute verzeichnen die japanischen Waffenproduzenten ein enormes Gewinnwachstum.
    Der Geist der Konoehei

    „Doch es sind nicht nur diese großen Brüche, die uns Sorgen bereiten“, meint der Publizist Masahiro Yamazaki. Seit Jahren verfolgt er intensiv die konservative Wende Japans. „Kleinigkeiten, Kommentare aus Politik oder den SVK etwa zeigen uns, dass der Geist der Vorkriegszeit, der Geist des Japanischen Kaiserreichs wieder stärker ins Bewusstsein rückt.“ Und Yamazaki weiß einige Beispiele zu nennen, etwa dieses: „Konoehei“ nannte man bis zum Ende des Kriegs die kaiserliche Garde – eine Eliteeinheit und Teil der japanischen Armee. In den SVK scheint es nun Bestrebungen zu geben, an den Geist der Konoehei anzuknüpfen – für Yamazaki verstößt dies gegen die Verfassung, denn die SVK sind nicht für den Kaiser gedacht. Für Außenstehende vielleicht ein triviales Beispiel, doch viele japanische Linke und Pazifisten reagieren allergisch auf solche Phänomene, die Erinnerungen an den Krieg wecken.

    Für die japanische Elite und Teile der Bevölkerung sei das Vorkriegsjapan Ziel ihrer Träume, erklärt Yamazaki weiter. Die wirtschaftliche Flaute hält hier bereits dreißig Jahre an, und Japans Bevölkerung beginnt zu schrumpfen. Da blicken viele sehnsuchtsvoll auf das Kaiserreich, als Japan Kolonien besaß und eine starke Armee hatte. Und die Elite fühlte sich im damaligen autoritären System pudelwohl, denn das Volk folgte und führte ihre Befehle gehorsam aus. Widerstand gegen das Regime gab es kaum. In der LDP gebe es viele, die sich eine Rückkehr zur Vorkriegszeit wünschten.

    Ein LDP-Vorschlag für eine Verfassungsrevision aus dem Jahr 2012 bringt diese Sehnsuchtsvorstellungen auf den Punkt: viele Verordnungen, die Menschenrechte enthalten, wurden revidiert und Letztere eingeschränkt mit der Begründung, dass sie auf der Geschichte, Kultur und Tradition des Staats basieren sollten. Bei den bürgerlichen Pflichten ging es in die andere Richtung – die wurden von drei auf neun erhöht. Bereits in Artikel 3 werden die Japaner aufgefordert, Nationalhymne und Nationalflagge zu respektieren. Nationalismus wird großgeschrieben. Auch dem japanischen Kaiser soll qua neuer Verfassung eine größere Rolle zukommen: er soll wieder zum Staatsoberhaupt aufsteigen.
    Die wahre Seele des Volkes

    Hinter diesem Verfassungsentwurf steckt die Lobbyarbeit verschiedener rechter Organisationen und religiöser Sekten. Eine wichtige Stütze dieses Konglomerats bildet die Dachorganisation der japanischen Schreine, die Jinja Honcho und deren Lobbyableger Shinto Seiji Renmei. Jinja Honcho fordert ein Zurück zu den Werten des sogenannten Staatsshinto, der Ideologie, die dem Regime vor 1945 zugrunde lag. Shinto oder Shintoismus ist die indigene Urreligion, ein Naturglaube mit einer Vielzahl von Göttern, Geistern und Ahnen. Beim Staatsshinto institutionlisiert und kontrolliert die Regierung den Glauben.

    Der Tenno, der japanische Kaiser, Abkömmling der Sonnengöttin Amaterasu, hatte göttlichen Status und bildete neu das Zentrum des japanischen Alltags. Alle Japaner waren spirituell mit dem Kaiserhaus verbunden und dem Tenno zur Treue verpflichtet. Dies beinhaltete die totale Selbstaufgabe – den Tod für den Kaiser. Fast alle führenden Politiker der LDP gehören einer Parlamentariergruppe an, die mit Shinto Seiji Renmei verbunden ist und dessen Gedankengut teilt. Obwohl der Tod einiger der geistigen Führer der japanischen Rechten und insbesondere die Ermordung des früheren Premiers Shinzo Abe im Jahr 2022, der als eine Art Oberhaupt fungierte, ein Loch in ihre Struktur gerissen hat, sind Macht und Einfluss ihrer Lobbyorganisationen nach wie vor groß.

    Um den Japanern die Vorkriegszeit noch schmackhafter zu machen, ist in den letzten Jahrzehnten ein ganzes Heer von Autoren und Essayisten – einige haben Bestsellerstatus – entstanden, die in ihren Publikationen zu zeigen versuchen, dass das Nachkriegsjapan von Dekadenz und moralischem Verfall gekennzeichnet sei. Die wahre Seele des Volkes sei im Vorkriegsjapan zu suchen. Als Beweis dienen Zeugnisse der Ausländer, die nach der Öffnung Japans um die Mitte des 19. Jahrhunderts den Inselstaat besuchten und ein armes, aber glückliches Volk vorfanden. Es versteht sich von selbst, dass zur Kritik Japans neigende Reiseberichte keinen Einzug in diese Literatur finden.
    Japan: Auch Weltenretter

    Argumentiert wird weiter, dass Japans Unglück 1945 mit dem Bruch mit „Tradition und Kultur“ begann, als die USA den Inselstaat besetzten. Um ihn zu schwächen, hätten die US-Amerikaner die Demokratie eingeführt und durch Abschaffung des Staatsshintos die sinnstiftende Bande zwischen Kaiser und Volk gekappt. Allerdings hat der Tenno auch heute noch eine außergewöhnliche Stellung in der japanischen Gesellschaft inne und symbolisiert die Einheit der Nation, obwohl er 1946 seiner Göttlichkeit entsagte. Diese Entwicklung weg von der Tradition habe zu einem Wertezerfall geführt – die Japaner würden sich nur noch am Konsum und Materiellem orientieren. Am schlimmsten sei jedoch, dass die Bevölkerung jeglichen Stolz auf ihr Land verloren habe.

    Diese Argumentationsweise erinnert stark an die Propagandaliteratur der Vorkriegs- und Kriegszeit, als man die westliche Moderne, die ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Einzug gehalten hatte, zu überwinden trachtete und eine Rückkehr zum Japanertum propagierte. Dabei spielt die angebliche Überlegenheit der japanischen Kultur, die sich vor allem in den 1930er Jahren darauf gründete, dass die Japaner von einem Gott abstammen würden, eine große Rolle. In der Ideologie der Kriegszeit kommt oft der Gedanke vor, Japan müsse den sogenannten kaiserlichen Weg exportieren, denn nur der Tenno könne die Welt befrieden und ihr ein vorurteilsfreier und gütiger Führer sein. Den Weltenretter wollen die japanischen Ethnozentristen auch heute noch spielen: die japanische Naturverbundenheit, die mit dem Shinto-Glauben zusammenhängt, könne einen Weg aus Umweltzerstörung und Klimawandel aufzeigen.
    Die Fassade des geläuterten Staates

    Nach Japans Niederlage 1945 veranstaltete die US-Besatzungsmacht eine Jagd auf feudale Defekte und Überreste, führte Demokratie und Freiheitsrechte ein und war für die Abfassung der heutigen Verfassung verantwortlich. Die japanische Linke erhielt eine Aufwertung. Doch der Aufbruch in eine zweite Moderne blieb auf halbem Wege stecken. Mit Beginn des Kalten Krieges stoppten die USA aus Angst vor dem Kommunismus die Reformen und ließen es zu, dass sich die japanische Rechte reorganisierte. Säuberungen wurden teilweise rückgängig gemacht, Beamte des einst mächtigen Innenministeriums etwa mit seiner „Spezialpolizei“, deren Hauptaufgabe es gewesen war, politische Gruppen und Ideologien zu überwachen, konnten in die neu gebildete Polizeibehörde oder ins Justizamt überwechseln. Dadurch blieb der Geist der Kriegsjahre erhalten.

    Trotzdem schaffte es das offizielle Japan, gegen außen als moderner, geläuterter Staat aufzutreten, der die universellen Werte hochhielt. Doch unter der Oberfläche lebten traditionelle Wertvorstellungen und traditionelles Denken weiter, verkörpert im Lebensstil der Japaner. Eine Fülle von ungeschriebenen Gesetzen blieb weiterhin bestehen, wie auch die starke Hierarchisierung der Gesellschaft, Gruppendruck und Diskriminierung der Frauen. Und mit der Machtergreifung der konservativen LDP im Jahr 1955, dessen rechter Flügel vehement auf die Rückkehr ins Vorkriegsjapan drängte, war die Gefahr gegeben, dass der Ethnozentrismus wieder einmal hochschwappen würde. Gezielt wurde an der schleichenden Aufrüstung der SVK gearbeitet. Und nationale Vorkriegssymbole wie Nationalflagge und Nationalhymne fanden mehr und mehr Verwendung. Die Nachkriegslinke, die die Medien und Universitäten dominierte, akzeptierte diese Konstellation unter der Bedingung, dass die Fassade des geläuterten Staates gewahrt wurde. Konservative Politiker besuchten den Yasukuni-Schrein für die Kriegstoten – Symbol des japanischen Militarismus – meist als Privatpersonen. Und sexistische und rassistische Bemerkungen von Politikern oder Wirtschaftsführern wurden, sofern sie an die Öffentlichkeit drangen, bestraft – etwa mit Rücktritt.
    Shinzo Abe klitterte Geschichte

    Diese Zweigleisigkeit wurde erst in den 1990er Jahren gebrochen. Mit dem Ende des Kalten Krieges verlangten Staaten wie Südkorea oder China, dass Japan mehr Verantwortung für die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs zeige. Die damalige japanische Politik änderte darauf ihre ignorante Haltung, gab die Verbrechen öffentlich zu und entschuldigte sich dafür. Dies führte zu einer Gegenreaktion aus rechten Kreisen, die sich nach Jahrzehnten wieder stärker in der Öffentlichkeit bemerkbar machten und der „Verunreinigung“ der in ihren Augen glorreichen japanischen Geschichte nicht tatenlos zusehen wollten. Es waren die Anfangsjahre von Shinzo Abe, der sich als junger Politiker an die Spitze von Gleichgesinnten stellte und für die einsetzende Geschichtsklitterung mitverantwortlich war.

    Gleichzeitig führte die wirtschaftliche Stagnation der 1990er Jahre zu einem Stimmungsumschwung. Mehr und mehr Japaner wollten der westlichen Moderne, die sich teilweise erschöpft hatte, etwas „Eigenes“ entgegensetzen. Dessen Überhöhung sollte schmerzlindernd wirken. Der emeritierte Philosophieprofessor der Universität Osaka, Kenichi Mishima – ein wichtiger Kritiker des japanischen Ethnozentrismus – nennt dieses Phänomen „Selbstbeweihräucherung“. Die angebliche Tiefe der japanischen Spiritualität wie auch die Ästhetik und der starke Sinn für Schönheit wurden „wiederentdeckt“. Exemplarisch dafür steht Abes Buch aus dem Jahr 2006, „Utsukushi Kuni“ (ein schönes Land). Auch in der öffentlichen Diskussion gewannen die Konservativen nach und nach die Oberhand.
    Das SVK kann seit 2015 an US-Kriegen teilnehmen

    Im Jahr 2012 wurde Abe nach 2006 zum zweiten Mal Premierminister. Damit änderte sich auch der Politikstil. 2015 peitschte er an der Verfassung vorbei neue Sicherheitsgesetze durchs Parlament, die die kollektive Selbstverteidigung erlaubten. Dadurch wurden den SVK Tür und Tor geöffnet, um an US-Kriegen teilzunehmen. Außerdem machte er Druck auf die japanischen Medien, sich mit Kritik an seiner Politik zurückzuhalten. Seine Kritiker nannten ihn autoritär. Diskussionen kamen auf, ob sich Japan in Richtung Autokratie a la Ungarn oder Türkei entwickeln würde oder gar ein Land wie Russland werden könnte.

    So weit will der emeritierte Professor Mishima nicht gehen. Eine Faschisierung des Staates würde die Wirtschaftskraft beeinträchtigen und Unmut in der Bevölkerung schüren. Mishima sieht eher die Gefahr einer unsichtbaren Manipulation durch den Staat, etwa in Folge der Digitalisierung. Vieles wird in Zukunft davon abhängen, ob den japanischen Rechten und Konservativen die Verfassungsänderung gelingt. Der Publizist Yamazaki befürchtet, dass, wenn es hart auf hart kommt, die Bevölkerung einknicken könnte. Es fehle den Japanern zur Zeit der letzte Wille, sich gegen Elite und Obrigkeit zu stellen. Demonstrationen seien nach dem lautstarken Aufschrei bei der Einführung der kollektiven Selbstverteidigung 2015 fast zum Erliegen gekommen. So bleibt vor allem die Hoffnung, dass die japanische Politik – wie letztes Jahr – auch in Zukunft so stark mit sich selbst beschäftigt sein wird, dass sie keine Kraft findet, die Verfassung zu ändern.

    #Japon #shintoïsme #fascisme #nationalisme #mimitarisme #anticommunisme #impérialisme #réacrionnaires

  • Leiter der Fremde Heere Ost
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Abteilung_Fremde_Heere
    Voici l’antagoniste des Inglorious Basterds du Größter Filmemacher aller Zeiten (Gröfaz) Quentin Tarantino. Le militaire allemand d’aujourd’hui possède un service similaire à Fremde Heere Ost qui agit aujourd’hui dans le cadre démocratique des « citoyens en uniforme ».

    November 1938 bis 31. März 1942 Oberst i. G. Eberhard Kinzel
    1. April 1942 bis 10. April 1945 Oberst Reinhard Gehlen
    10. April bis Mai 1945 Oberstleutnant i. G. Gerhard Wessel (beauftragt)

    Die Abteilung Fremde Heere Ost wurde von dem General der Infanterie (damals Oberst) Eberhard Kinzel geleitet und agierte schon in der Schlacht vor Moskau unglücklich. Sie erkannte noch einen Tag vor Beginn der Schlacht um Moskau nicht deren Vorbereitung und schrieb in einer Lagebeurteilung, die sowjetischen Truppen seien ohne Zuführung von Reserven nicht zu einem Gegenangriff fähig. Wesentlich besser wusste sich zu dieser Zeit die Abteilung Fremde Heere West unter Oberst i. G. Ulrich Liß zu positionieren.

    Die Abteilung Ost wurde nachfolgend von 1942 bis April 1945 von Reinhard Gehlen geleitet, der zuletzt den Rang eines Generalmajors bekleidete. Er ging 1944 den Schritt, in die Abteilung direkte nachrichtendienstliche Strukturen einzubinden und Vereinbarungen mit der geheimen Feldpolizei für einen Zugriff auf ihre internen Informationsabläufe zu haben. Dennoch blieben bei der Aufklärung der sowjetischen Kräfte im Bereich der Heeresgruppe Mitte die Kräftekonstellationen der 6. Garde-Armee und der 5. Garde-Panzer-Armee bis zum Beginn der sowjetischen Operation Bagration unerkannt, für deren Auswertung und Lagefeststellung sowie Lagebeurteilung die Abteilung Fremde Heere Ost unter Gehlen zuständig war. Eine enge Zusammenarbeit erfolgte mit der Unterabteilung Fremde Luftwaffen Ost aus der 5. Abteilung des Generalstabes der Luftwaffe. Diese stand ab 1943 unter der Leitung von Major i. G. Werner Boie.

    Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte sich Gehlen der United States Army, trat in ihre Dienste und übernahm wenig später von den Besatzungsbehörden in der Amerikanischen Besatzungszone den Auftrag, einen Geheimdienst nach amerikanischem Vorbild mit deutschem Personal aufzubauen. Er wurde später nach ihrem Leiter Organisation Gehlen genannt. In dieser Eigenschaft gewann Gehlen eine namhafte Zahl seiner früheren Mitarbeiter dafür, nunmehr für diesen neuen Dienst zu arbeiten. Durch Übernahme der nichtstaatlichen Organisation Gehlen in die bundesdeutsche Verwaltung entstand 1956 der Bundesnachrichtendienst.

    Tout le monde connaît Gehlen et son « organisation » à l’origine du service secret allemand BND.. L’histoire du monsieur suivant (sans photo) est encore plus intéressante. Gerhard von Mende a été Referatsleiter au sein du Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) et rreponsable pour le recrutement de collaborateurs dont l’Ukrainien Stepan Bandera. Il.a représenté les positions de son administration lors de la deuxième édition de la Wansseekonferenz . Cet homme du terrain a implémenté et entretenu le terrorisme anticommuniste pour les services britanniques et allemands jusqu’à sa mort en 1963. Le nationalisme extrème que nous voyons se développer dans l’Ukraine d’aujourd’hui est sa création .

    Gerhard von Mende - deutscher Turkologe
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gerhard_von_Mende

    A propos des origines de l’engagement allemand en Ukraine, puis sur l’tinégration des nazis et SS dans les services secrets alliés et allemands, enfin sur les fondation de l’influence de leurs héritiers dans les administrations, la science et la politique d’aujoutd’hui. En bref : comment les nazis et racistes ont toujours su s’entraider afin d’accéder aux richesses à distribuer par les états des différentes époques.

    Gerhard von Mende (* 12. Dezemberjul. / 25. Dezember 1904greg.[1] in Riga; † 16. Dezember 1963 in Düsseldorf) war ein deutschbaltischer Turkologe. Als Russlandforscher hatte er sich während der Zeit des Nationalsozialismus rassenideologisch auf die „turko-tatarischen (sowjetasiatischen) Völker“ spezialisiert und in der frühen Nachkriegszeit sein Wissen in den Dienst der Bundesrepublik gestellt.

    ...

    Turkestaner

    Alfred Rosenberg plante, in den Sowjetrepubliken östlich des Kaspischen Meeres ein Reichskommissariat Turkestan einzurichten. Der Turkologe Mende betreute in diesem Zusammenhang turkmenische Führer wie Mustafa Çokay (Çocayoglu) und Veli Kajum.[25] Hitler wollte sich jedoch vorerst auf den Kaukasus und den europäischen Teil der Sowjetunion konzentrieren, weshalb die Absichten Rosenbergs bezüglich des Reichskommissariats Turkestan vorerst gestoppt wurden. Inzwischen befanden sich viele Turkmenen nach den ersten großen Kesselschlachten im Osten 1941 in den deutschen Kriegsgefangenenlagern. Als Mohammedaner identifizierten sie sich wenig mit dem ideologisch fremden Bolschewismus und waren daher für die Wehrmacht und die Abwehr II als Freiwillige interessant. Mende begann mit Hilfe von Mustafa Çokay, Veli Kajum und dem Major Andreas Mayer-Mader in den Turkestaner-Lagern nach Freiwilligen suchen zu lassen. Mayer-Mader hatte Asien-Erfahrung und stellte im Oktober 1941 den Verband „Tiger B“ für die Abwehr II auf, der Anfang 1942 zum Sammelbecken der „Turkestanischen Legion“ der Wehrmacht wurde.[26]

    Die Gestapo hingegen betrieb in den Gefangenenlagern eine Negativauslese unter Kommunisten, Funktionären und Juden und ließ diese erschießen.[27] Da gefangene muslimische Turkestaner ebenso wie Juden beschnitten waren, fielen dieser Auslese anfangs auch Turkestaner zum Opfer. Mende wurde im Stalag 366 Siedlce östlich Warschau Augenzeuge solcher Aussonderungen.[28] An der Judenvernichtung störte man sich offenkundig nicht, jedoch an der Ermordung der Turkestaner. Nachdem hunderte Turkestaner wegen ihrer Beschneidung exekutiert worden waren, hatten die politischen Vertreter der Turkestaner protestiert.[29] Darauf änderte die Gestapo nach einer Besprechung am 12. September 1941 mit Vertretern von Abwehr II, des OKW und des Ostministeriums ihre Richtlinien.[30] Nach dem Tod von Mustafa Çokay im Dezember 1941 übernahm Veli Kajum die Führung der Turkestaner und wurde damit wichtigste Verbindung Mendes zu den Turkestanern. Unter Veli Kajum und Andreas Mayer-Mader wurde im Frühjahr 1942 die sogenannte „Turkestanische Legion“ der Wehrmacht aufgestellt. Der turkmenische Nationalausschuss unter Veli Kajum wurde Ende 1942 nach Absprache zwischen Ostministerium (Mende) und RSHA (Heinz Gräfe) zum „National-Turkestanischen Einheits-Komitee“.[31] Geheimdienstliche Verbindungen bestanden sowohl zur Abwehr II wie auch zum SD und beide Geheimdienste brachten Aktivisten in die Zielgebiete in Turkestan.[32] Auch aus diesen Gründen blieb die Verbindung Mendes zum Führer des turkmenischen Nationalausschusses Veli Kajum bedeutend.

    Ostministerium

    Kurz vor Kriegsausbruch mit der Sowjetunion wurde Mende im Juni 1941 vom OKW für das Ostministerium kriegsdienstverpflichtet.[33] Man darf annehmen, dass die Verpflichtung im Interesse der Abwehr im OKW erfolgte und diese Mende als Berater in Volkstumsfragen benötigte. Jedenfalls begannen kurz nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juli 1941 Beauftragte des Ostministeriums mit Hilfe der Wehrmacht, Freiwillige in den Lagern über Kriegsgefangenen-Kommissionen anzuwerben. Gerhard von Mendes Kontakte zu den politischen Vertretern der Kaukasier und Turkestaner wurden in diesen Kommissionen gebraucht. Mende war als Experte Rosenbergs an der Bildung dieser Kommissionen beteiligt, die aus Angehörigen von Mendes Abteilung bestanden.[34] Mit dem „Menschenmaterial“ sollte der verwaltungsmäßige Wiederaufbau der Ostgebiete erfolgen. Ukrainer, Russen, Kaukasier und Turkestaner wurden ausgesucht, um sie als Hilfspolizisten, Ordnungskräfte, als Propagandisten oder Vertrauensleute in die deutsche Besatzungsverwaltung zu integrieren.[35]

    Im Juni 1941 setzte sich Ministerialrat Georg Leibbrandt für eine Tätigkeit von Mendes in dem vom NS-Chefideologen Alfred Rosenberg geleiteten Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO) ein, wo von Mende von da an als Referatsleiter für den Kaukasus arbeitete (zunächst Abteilung I 5 „Kaukasien“,[36] ab 1943: Führungsgruppe III „Fremde Völker“). Die Abteilung Allgemeine Politik stand unter der Leitung des Juristen Otto Bräutigam, dem Verbindungsmann des RMfdbO zum Auswärtigen Amt. In der Folge galt von Mende im RMfdbO mehr und mehr als Experte der emigrierten Vertreter der kaukasischen Völker.[37]

    Am 1. Oktober 1941 wurde von Mende von der Reichsuniversität Posen auf den Lehrstuhl für Volks- und Landeskunde der Sowjetunion in die Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität berufen.[24] Am 20. Januar 1942 nahmen Georg Leibbrandt und Staatssekretär Alfred Meyer, beide ebenfalls Mitarbeiter von Alfred Rosenberg im RMfdbO, an der Wannseekonferenz teil, auf der die Koordination des Massenmordes an den Juden beschlossen wurde.[38] An der ersten Nachfolgekonferenz nahm auch Gerhard von Mende teil.[39] Diese fand am 29. Januar 1942 in den Räumen des RMfdbO auf der Berliner Rauchstraße 17/18 statt.[40] Über den Genozid an der jüdischen Bevölkerung in den besetzten Ostgebieten war von Mende genauestens informiert.[41] Am 7. Februar 1942 verfasste Erhard Wetzel aus dem RMfdbO, der Verfasser des Gaskammerbriefs, einen geheimen Bericht für Otto Bräutigam über eine Besprechung im Berliner RMfdbO über die Frage der rassischen Eindeutschung, insbesondere in den baltischen Ländern. An dieser Sitzung nahm auch von Mende teil. Die Teilnehmer kamen zu dem Schluss, „dass bezüglich des Frage des Ostlandes vorher eine genaue Überprüfung der Bevölkerung zu erfolgen habe, die nicht als rassische Bestandsaufnahme firmiert werden dürfte, vielmehr als hygienische Untersuchung u. dgl. getarnt werden müsse, damit keine Unruhe in der Bevölkerung entstehe.“[42]

    Im Oktober 1941 wurde Gerhard von Mende offiziell Leiter der Kaukasus-Abteilung im neuen Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO). Wie zuvor berichtete er als Leiter der Länderabteilung I/5 Kaukasus wieder an Georg Leibbrandt, der nunmehr Chef der Hauptabteilung I/Politik im Ostministerium war. Zugleich war Mende Verbindungsmann zur Abwehr II. Die Abwehr II war für geheime Sabotage- und Zersetzungsoperationen mit Hilfe nationaler Minderheiten zuständig. Die Aufgabe von Abwehr II war die militärpolitische Bewertung und Ausnutzung der politischen, insbesondere der nationalen und sozialen Spannungen beim Gegner. Die kluge Führung oppositioneller Gruppen und ihre Steuerung wurde als wirksames Kampfmittel und als latente Gefahr für den feindlichen Staat betrachtet.[43] Gerhard von Mende war im Ostministerium treibende Kraft einer Zersetzungsstrategie gegenüber der Sowjetunion, wie sie auch im Sinn von Alfred Rosenberg war, der die „Dekomposition des Russischen Imperiums“ betrieb.[44] Diese Politik zielte darauf ab, die Sowjetunion durch die Gründung nationaler Minderheitenvertretungen aus dem Kaukasus und der angrenzenden Turkvölker in kleine, kontrollierbare Teile zu zersplittern. Zu diesem Zweck wurden unter Mende kaukasische und turkestanische Nationalausschüsse gebildet, die vom Ostministerium gesteuert wurden. Mendes Verbindung zu den Politikern des an Volksgruppen zahlreichen Kaukasus waren der Schlüssel dazu. Außerdem stimmte Mende als Verbindungsmann zur Abwehr II die Geheimoperationen der Abwehr mit den politischen Zielen seines Ministeriums im Kaukasus ab. Geheime Operationen sollten militärisch wichtige Objekte, wie Ölförderanlagen oder Bergpässe im Kaukasus sichern und die lokale Bevölkerung auf den deutschen Einmarsch vorbereiten.

    Kaukasier

    Minister Alfred Rosenberg bevorzugte in kaukasischen Fragen die Georgier, die den kaukasischen Block führen sollten.[45] Rosenbergs georgischer Chefberater war der eingebürgerte Physiker Alexander Nikuradse.[46] Nikuradse betrieb für Rosenberg das Institut für kontinentaleuropäische Forschung und hatte eine umfängliche Ostbibliothek eingerichtet.[47] Mende indes hatte als Volkstumsexperte die Kontakte zu den politischen Vertretern der Kaukasier und koordinierte deren Wünsche mit den politischen Absichten des Ostministeriums. Vom Ostministerium wurde ferner der Jurist Ehrenfried Schütte 1942 als Leutnant und Verbindungsmann zum kaukasischen Abwehr-II-Verband „Bergmann“ zu Prof. Oberländer abgeordnet. 1942 waren in Berlin zur Vorbereitung auf den Kaukasus-Feldzug Nationalausschüsse gegründet worden, in denen Georgier, Armenier, Aserbaidschaner, Turkmenen und Nordkaukasier vertreten waren. Diese Nationalvertretungen[48] wurden von Gerhard von Mende betreut und sollten helfen, für den designierten Reichskommissar Arno Schickedanz im Kaukasus die Verwaltung einzurichten. Dabei erhofften sich die Nationalvertreter, eine gewisse Unabhängigkeit zu erlangen. Im Ostministerium unter Mende hatte man dazu einen „Aufbaustab Kaukasus“ eingerichtet.[49]

    Der Vertrauensmann der deutschen Geheimdienste in Paris, Michael Kedia, war im Herbst 1941 als Abgesandter der georgischen Exilregierung in Paris nach Berlin gekommen und befand sich hier in einem semi-diplomatischen Status. Er war nach Wladimir Achmeteli, dem Leiter der Georgischen Vertrauensstelle in Berlin, die Nummer zwei in der Rangfolge der Georgier bei den Deutschen. Nach dem Tod von Wladimir Achmeteli am 12. August 1942 übernahm Kedia die Aufgaben von Achmeteli und wurde zum Hauptansprechpartner nicht nur der Georgier im deutschen Machtbereich, sondern der Kaukasier insgesamt, deren Föderation er anstrebte.[50]

    Im Oktober 1943 entstand unter Mende aus dem bisherigen georgischen Nationalausschuss im Ostministerium der georgische Verbindungsstab. Der Verbindungsstab war nur beratend tätig. Die Leitung hatte der eingebürgerte Georgier und Gutsbesitzer Georg Magalow, Sprecher und eigentlicher Kopf des Verbindungsstabes war aber Michael Kedia.[51] Kedia scharte jüngere Vertraute um sich, die sich vom NS-Staat Unterstützung erhofften. Gerhard von Mende zog diesen Personenkreis als Vertreter Georgiens in seine Stäbe im Ostministerium. Mende entwickelte sich aufgrund seiner Stellung und seinen Beziehungen zur Abwehr zu einem Koordinator der geheimen, politischen Kriegsführung im Kaukasus.
    Geheimunternehmen im Kaukasus
    Bearbeiten

    Eine Gruppe der Abwehr II wurde im Juli/August 1942 per Fallschirm im Kaukasus um Maikop und Grozny abgesetzt und sollte die Sprengung der Erdölanlagen verhindern. Nur einzelnen Angehörigen dieses „Unternehmen Schamil“ gelang die Rückkehr, die meisten fielen in die Hände der Sowjets.[52] Michael Kedia hatte bereits in Frankreich damit begonnen, freiwillige Georgier für die Abwehr II zu rekrutieren.[53] Diese Georgier kamen im September 1942 im Rahmen der Unternehmen „Tamara I“ und „Tamara II“ per Fallschirm im Kaukasus zum Einsatz und sollten die Georgier auf den deutschen Einmarsch vorbereiten. Ähnlich wie die Fallschirmagenten von „Schamil“ fielen die meisten in die Hände des NKWD.[54] Daneben war im Kaukasus der Sonderverband „Bergmann“ der Abwehr II mit Hauptmann Prof. Theodor Oberländer als Berater eingesetzt.[55] Die Einheit sollte u. a. den Vormarsch der Wehrmacht begleiten. Der Verband war im August 1942 im Kaukasus eingetroffen und hatte bis Ende Oktober 1942 die nordkaukasische Stadt Naltschik in Kabardino-Balkarien erreicht.[56] Die militärische Lage erzwang danach im Winter den Rückzug aus dem Kaukasus.

    Nicht nur die Abwehr, sondern auch der SD war im Kaukasus aktiv, denn das „Kaukasische Experiment“[57] der Wehrmacht konnte nur funktionieren, wenn es die politische Unterstützung der kaukasischen Völker gewann. Die politische Kontrollinstanz im Reich aber war der SD. Zentrum dieser politischen Aktivitäten von Wehrmacht, Ostministerium und SD war Stawropol (Woroschilowsk), zugleich Sitz der Heeresgruppe A. Bevollmächtigter des RMfdbO bei der Heeresgruppe A im Kaukasus in Stawropol wurde im November 1942 Otto Bräutigam.[58] Mende sollte ihn Ende 1942 ablösen, wozu es wegen der Kriegslage aber nicht mehr kam.

    Der politische Auslandsgeheimdienst im Amt RSHA VI C des SD unter Heinz Gräfe und Erich Hengelhaupt hatte im November 1942 in Stawropol den „Sonderstab Kaukasus“ etabliert.[59] Die Leitung hatte der vormalige Mitarbeiter im Wannsee-Institut des SD, Obersturmführer Hans Dressler, der an den Leiter des Zeppelin-Kommandos des SD bei der Einsatzgruppe D, Sturmbannführer Walter Kurreck, angehängt war.[60] Der Sonderstab Kaukasus war eine übergreifende Einrichtung unter Kontrolle des SD und bestand aus denjenigen Mitgliedern der kaukasischen Nationalvertretungen, die bei den deutschen Geheimdiensten besonderes Vertrauen genossen. Es gab eine georgische, nordkaukasische, armenische und aserbaidschanischer Gruppe in diesem Sonderstab.[61] Der Sonderstab Kaukasus bestand nur bis Januar 1943, danach mussten sich die Deutschen aus dem Kaukasus zurückziehen. Somit befanden sich die Vertreter der Nationalausschüsse bei Mendes Kaukasus-Abteilung wieder im Spannungsfeld zwischen Abwehr und SD und haben sicher auch die unterschiedlichen Strömungen in beiden Geheimdiensten wahrgenommen. Die meisten fühlten sich von der Abwehr besser behandelt, waren aber klug genug, ebenso mit dem SD zusammenzuarbeiten. Die Leitung des georgischen Teils im Sonderstab übertrug man dem Georgier Michael Kedia.[62] Kedia gehörte zu den engsten Vertrauten von Gerhard von Mende. Die Mitglieder des „Sonderstabs“ sollten Polizeieinheiten zur Aufrechterhaltung der Ordnung und die Verwaltung im Nordkaukasus organisieren. Dazu wurden in großer Anzahl auch Kriegsgefangene kaukasischer Nationalität aus den Lagern herausgezogen, weshalb Walter Kurreck und dessen Zeppelin-Einsatzkommando D daran beteiligt war. Kurrecks Leute holten mit Unterstützung der Nationalausschüsse sowohl Kaukasier für Verwaltungsaufgaben wie auch für Polizeiaufgaben aus den Lagern und schulten einige davon für Einsätze im Rahmen des Unternehmen Zeppelin.[63]

    Auch der Sonderstab Kaukasus musste sich mit Gerhard von Mende Kaukasus-Abteilung abstimmen, der ja Verbindungsmann zur Abwehr II war und jetzt auch Einblicke in die Arbeit des SD erhielt. Gerhard von Mende hat selbst nach dem Krieg eine umfängliche Abhandlung zu den „Unternehmen Mainz I und II“ des Unternehmen Zeppelin des SD geschrieben.[64]
    Abteilung Fremde Völker
    Bearbeiten

    Ab August 1943, nachdem Gottlob Berger vom SS-Hauptamt die Stelle von Leibbrandt übernahm, wurde die Hauptabteilung I/Politik in Führungsstab Politik umgetauft. Gerhard von Mende war fortan Leiter der Führungsgruppe P3/Fremde Völker im Ostministerium und war jetzt auch für weitere Volksgruppen zuständig. Zur Abteilung Fremde Völker gehörten die Referate Kaukasus, Turkvölker, Ukrainer, Russen, Weißruthenen, Kosaken und Baltische Völker.[65] Allerdings kümmerte sich Mende weiter hauptsächlich um Kaukasier und Zentralasiaten, während Otto Bräutigam die Verantwortung für die Übrigen übernahm.[66] In Mendes Führungsgruppe wurden Referate und Leitstellen für die verschiedenen Völker eingerichtet.[67] Diese steuerten die Nationalausschüsse bzw. Verbindungsstäbe dieser Völker, die sich weiter in politische, militärische und propagandistische Abteilungen aufgliederten.

    Die Einflussnahme der SS erleichterte die Rekrutierung von Freiwilligen durch Bergers SS-Hauptamt aus diesen Völkern. Damit war Mendes Abteilung in die Rekrutierungsmaßnahmen für die Waffen-SS eingebunden und stand fortan im engen Kontakt zur entsprechenden Stelle des SS-Hauptamtes. Das war die Freiwilligen-Leitstelle Ost unter Fritz Arlt, zuständig für die Waffen-SS-Verbände von Balten, Ukrainer, Weißrussen, Kosaken usw. In geringem Umfang kamen auch Kaukasier zur Waffen-SS.

    Unabhängig von der politischen Betreuung der Waffen-SS blieb das Ostministerium weiter für die Freiwilligenverbände der Wehrmacht zuständig. Das bedeutet, die politischen Führer der Volksgruppen hatten über das koordinierende Ostministerium mit SS und Wehrmacht zu tun. Ihre beiden Hauptansprechpartner waren weiter Otto Bräutigam und Gerhard von Mende. Diese enge Bindung an Berger bzw. die SS sicherte den Einfluss von Gerhard von Mende auf die Völker des Ostens und deren Vertretern bis Kriegsende. Trotz des Bedeutungsverlustes des Ostministeriums und der Schwächung der Abwehr nach dem Hitler-Attentat war Mende wichtig, denn er genoss weiter das Vertrauen der politischen Führer dieser Völker.

    Unter Gerhard Berger tauchte 1944 ein erneuter Konkurrent für Gerhard von Mende in Gestalt von Reiner Olzscha auf. Der Mediziner Olzscha war 1943 Vorsitzender der neugegründeten Arbeitsgemeinschaft Turkestan in der SS geworden.[68] Der SS-Hauptsturmführer Olzscha wurde aufgrund seiner Interessen an den Turkestanern zum Konkurrenten von Gerhard von Mende.[69] Olzscha im SS-Hauptamt und Mende im Ostministerium rangen in ihren unterschiedlichen Funktionen unter Berger um die Deutungshoheit in der politischen Kriegführung muslimischer Völker gegen die Sowjetunion. Hauptstreitpunkt war, dass Gerhard von Mende bisher eine kleinteilige Zersetzungspolitik gegenüber der Sowjetunion verfolgte und für jede Volksgruppe eigene Nationalvertretungen etabliert hatte. Olzscha verfolgte dagegen einen glaubensorientierten, ganzheitlichen Ansatz in Form des Pantürkismus und Panislamismus. Das SS-Hauptamt bemängelte die „bisherige, dem sowjetischen Vorbild entlehnte Zersplitterungspolitik“ des Ostministeriums.[70] Von Mende wandte sich wiederholt gegen die Ideen Olzschas und schrieb dazu an Berger. Jedoch hatte zu diesem Zeitpunkt aufgrund des negativen Kriegsverlaufs die politische Kriegführung der SS eine weitaus größere Dimension als die Zersetzungsstrategie des Ostministeriums.[71]

    Nach einigen Besprechungen der Kontrahenten Gerhard von Mende und Reiner Olzscha mit Fritz Arlt vom SS-Hauptamt im September und Oktober 1944 musste Mende dem Druck des SS-Hauptamtes nachgeben. Am 20. Juli 1944 befahl Heinrich Himmler, sämtliche Angehörige von Turkvölkern in der Waffen-SS in einem osttürkischen Waffenverband unter Harun-el-Raschid zusammenzufassen. In aussichtsloser Lage desertierten große Teile dieses Verbandes 1944 auf dem Balkan und 1945 in Italien. Die Reste gerieten in US-Kriegsgefangenschaft.[72] Die meisten der Gefangenen wurden an die Sowjetunion ausgeliefert.
    Kriegsende
    Bearbeiten

    Nach dem Einmarsch der Amerikaner in Paris am 25. August 1944 rekrutierte der US-Geheimdienst OSS (Office of Strategic Services) dort den aus Deutschland geflüchteten weißrussischen Emigrant Youri Skarjinski. Skarjinski alias Winogradow sollte für die Amerikaner die geheime Mission RUPPERT in Deutschland ausführen.[73] Seine Zielpersonen waren die Georgier um Gerhard von Mende, namentlich Michael Kedia und Alexander Tsomaja, die beide mit dem SD zusammenarbeiteten. Die Operation RUPPERT war aber weniger eine Operation des US-Geheimdienstes OSS, sondern vielmehr eine zuvor eingefädelte Operation des SD. Der für die Ost-Freiwilligen der Waffen-SS zuständige Fritz Arlt hatte zusammen mit Gerhard von Mende und Michael Kedia bereits im November 1944 den Plan verfolgt, mit den Westalliierten über die Schweiz in Verbindung zu treten.[74] Skarjinskis Kontaktleute um Erich Hengelhaupt vom SD, Gerhard von Mende und einigen Georgiern um Michael Kedia beschlossen 1945, Skarjinski erneut zu den Amerikanern zu schicken. Skarjinski erhielt mit Hilfe von Gerhard von Mende und dessen Verbindungen Papiere von der Abwehr und gelangte Mitte April 1945 unversehrt zum OSS, wo er Bericht erstattete.[75]

    Skarjinski erklärte, dass Kedia und Prof. Gerhard von Mende ein umfangreiches Netz von Kaukasiern befehligt hatten und nun Kontakt zu den Amerikanern suchten. Ziel sei es, die Kaukasier in deutschen Diensten vor der Auslieferung an die Sowjets zu bewahren. Deshalb würden Kedia und Mende versuchen, in die Schweiz nach Genf zum dortigen Roten Kreuz zu gelangen. Kedia kam dann tatsächlich mit einer Gruppe von Georgiern, darunter Alexander Tsomaja, sowie Prof. Gerhard von Mende und Erich Hengelhaupt im April 1945 an der Schweizer Grenze an, doch nur Kedia durfte einreisen. Von Mende, der den Falschnamen Georges Metrevelli führte, wurde zusammen mit den übrigen Georgiern in ein französisches Internierungslager am Rhein verbracht. Erich Hengelhaupt hatte sich zuvor von der Gruppe abgesetzt.

    Vertreter des OSS und der Doppelagent Skarjinski trafen sich Ende April 1945 in der Schweiz mit Kedia, doch das OSS war von Kedia enttäuscht und befand ihn für eine Zusammenarbeit ungeeignet.[76] Unter dem Datum 28. April 1945 reichte Kedia dann sein Gesuch bei den Amerikanern ein, die Georgier in deutschen Diensten von der Auslieferung an die Sowjetunion zu bewahren.[77] Doch die Alliierten hatten in der Konferenz von Jalta im Februar 1945 beschlossen, alle Kriegsgefangenen, Soldaten und Zwangsarbeiter der Sowjetunion dorthin zurückzuführen. Ausgerechnet Stalins georgische Landsleute von einer Repatriierung auszunehmen, war also unrealistisch. Allerdings durfte Kedia in der Schweiz bleiben.

    Im Juli 1945 befand sich Prof. Gerhard von Mende noch im französischen Internierungslager, nach wie vor unter dem Falschnamen Georges Metrevelli. Oberleutnant Peter M. Sichel, einer der Mitarbeiter von OSS-Chef Allen Dulles in Bern, sammelte im Auftrag des OSS die Georgier und von Mende bei den Franzosen ein und setzte den OSS-Repräsentanten Richard Helms (von 1966 bis 1973 CIA-Chef) in Wiesbaden ins Bild. Helms blieb den Georgiern gegenüber reserviert. Eine Zusammenarbeit des Gerhard von Mende und der Georgier mit den Amerikanern kam deshalb nicht zustande.[78] Nach kurzer Internierung in Oberursel (Camp King) im Juli/August 1945 entließen die Amerikaner Gerhard von Mende.[79]
    Tätigkeiten in der Nachkriegszeit
    Bearbeiten
    Britischer Geheimdienst
    Bearbeiten

    Als Mende bei den Amerikanern keinen Erfolg hatte, zog er im August 1945 nach Übelngönne in der britischen Besatzungszone zu seiner Frau Karo Espeseth. Auf amerikanische Empfehlung hin wandte sich Gerhard von Mende dann am 31. Oktober 1945 schriftlich an den Major „Morrison“ vom britischen Geheimdienst und bot seine Dienste an.[80] Beim britischen Secret Intelligence Service (SIS), kurz MI6, war man im Umbruch und der Dienst wurde neu gegliedert. Die Emigrantenoperationen beim SIS leitete Commander Wilfred Dunderdale, seines Zeichen Leiter des Special Liaison Centre (SLC).[81] Der Partylöwe Dunderdale, der einer der Paten für Ian Flemings „James Bond“ war, hatte vor dem deutschen Einmarsch in Paris die Kontakte zu den dortigen Emigranten gehalten, die dann 1940 von den Deutschen – u. a. von Erich Hengelhaupt vom SD – übernommen worden waren. Dunderdale wollte seine Vorkriegs-Kontakte wiederbeleben, doch inzwischen waren jüngere Führer in den Exilgruppen aktiv, die eng mit den Deutschen unter Gerhard von Mende kooperiert hatten. In diesem Zusammenhang ist Mende für die Briten wichtig geworden, zumal seine Verbindungen noch aktuell waren. Mende erhielt von den Briten 1946 ein großzügiges Haus, Dienstwagen mit Fahrer, Dienstmädchen, Verpflegung und ein ordentliches Gehalt.[82] Außerdem erhielt er die Erlaubnis, an der Universität Hamburg als Professor für Russlandkunde zu arbeiten.[6]

    Um die Jahreswende 1946/47 fanden mehrere Treffen von Gerhard von Mende, Erich Hengelhaupt und den Georgiern Michael Alschibaja und Alexander Tsomaja in Niedersachsen statt.[83] Die Amerikaner hatten die Gruppe beobachtet und baten die Briten um Auskunft. Simon Gallienne,[84] Leiter des SIS Germany, gab den Amerikanern die Antwort, dass Wilfred Dunderdale mit der Gruppe in Kontakt stünde.[85] Dunderdale, Mende und Hengelhaupt waren Spezialisten in der Arbeit mit Exilpolitikern antisowjetischer Völker. Ziel des SIS war es jetzt, mit Hilfe der Georgier Operationen im Kaukasus gegen die Sowjetunion nach dem Muster des Unternehmen Zeppelin durchzuführen.[86] Die Briten erhielten von den Deutschen und Georgiern die dafür nötigen Informationen. Allerdings war beim SIS Dunderdales Kollege Harold „Kim“ Philby für die Sowjetunion zuständig und Philby war sowjetischer Spitzenagent. Philby wurde 1947 Vertreter des MI6 in Istanbul und organisierte die Operationen „Climber I und II“ der Briten nach dem Muster der von Gerhard von Mende und den Georgiern begleiteten Zeppelin-Operationen gegen die Sowjetunion. Gerhard von Mendes undatierte Nachkriegs-Niederschrift zur SD-Operation „Mainz“ dürften demnach für die Briten erfolgt sein. Die Einsätze hatte Philby natürlich alle verraten und sicher auch die von Mende und dessen Kontaktleuten übermittelten Personallisten.[87] Philbys Verrat wurde erst viel später bekannt, weshalb der britische und damit indirekt der sowjetische Einfluss auf den weiteren Weg des Gerhard von Mende eine große Unbekannte sind.
    Antibolschewistischer Block der Nationen (ABN)

    In München war am 16. April 1946 der Antibolschewistische Block der Nationen (ABN) gegründet worden.[88] Das war ein Zusammenschluss nichtrussischer Völker der Sowjetunion unter der Führung der Ukrainischen Nationalisten um Jaroslav Stetsko und Stepan Bandera. Im ABN waren außerdem Kaukasier, Weißrussen, Balten und Turkvölker vereint. Der von Ukrainern dominierte ABN wurde für die Briten um Dunderdale interessant, nachdem dessen alten Vorkriegs-Emigranten keine Rolle mehr spielten. Gerhard von Mende begann, seine Beziehungen spielen zu lassen, um den ABN für die Briten zu erschließen. Im Juni 1947 notierte der amerikanische CIC-Special-Agent Camille S. Haidu zu Mende: „Derzeit arbeitet der Betroffene [v. Mende] für den britischen Geheimdienst und rekrutiert Assistenten unter deutschen Wissenschaftlern, die Experten für östliche Angelegenheiten sind.“[89] Mit Unterstützung von Mende entwickelte sich der ABN zum Zentrum der antisowjetischen Exilbewegungen. Im November 1947 gehörten dem ABN bereits weißrussische, jugoslawische, russische und slowakische Vertreter sowie unterschiedlich Kosakengruppen an. Bald sollten weitere Repräsentanten anderer Nationen hinzukommen.[90]

    Allerdings hatte der ABN seinen Hauptsitz in München in der US-Zone, weshalb Mende 1947 als Kontaktmann zu den Ukrainern in München den in seiner Nachbarschaft wohnenden Ex-Sturmbannführer Walter Schenk anwarb, der in Lemberg für den SD die Ukrainer betreut hatte. Gerhard von Mende bot laut Schenks Tochter eine Tätigkeit für den „amerikanischen“ Geheimdienst in München an. Schenk sollte ein Netz aus Emigranten aufbauen. Zu diesem Zweck erstelle Schenk Listen von Ukrainern, mit denen er zwischen 1941 und 1944 Kontakt hatte.[91] Tatsächlich ging es aber um die Verbindung zum ABN in München, die Schenk dann für Mende hielt.[92] Eine weitere Werbung Mendes im Sommer 1947 war Wolodymyr Kubijowytsch, der in München an der Freien Ukrainischen Universität Geografie lehrte und ukrainischer Nationalist war.[93] Während des Krieges hatte er im Auftrag der SS unter Fritz Arlt die ukrainische Selbstverwaltung im besetzten Krakau und dann in Lemberg (siehe Schenk) organisiert.[94] Schon am 25. Juli 1947 gelangte Mendes Protegé Michael Alschibaja in den von Mende im Auftrag der Briten betreuten Antibolschewistischen Block der Nationen (ABN).[95] Alschibaja wurde der Erste Sekretär der Georgier im ABN. Alschibaja wurde kurz darauf auch für die Organisation Gehlen tätig.[96]

    Im April 1948 bestand Mendes Arbeit für die Briten darin, Turkestaner und Kaukasier im ABN zu positionieren und eine „Wissenschaftliche Vereinigung“ auf ideologisch-politischer Basis aufzubauen. Zu den Zielen gehörten die militärisch-politische Ausbildung an britischen Offiziersakademien, eine Ausbildung im Presse- und Propagandadienst und die Absolvierung von besonderen Befragungsschulen für Kriegsgefangene.[97] Professor von Mende nutzte den ABN, um mit Hilfe des MI6 seine Schützlinge in entsprechende politische Positionen zu bringen. Mendes wichtigste Unterstützer im ABN waren die Ukrainer Jaroslav Stetzko und Roman Ilnytzkij, der Turkmene Veli Kajum und die Kaukasier Michael Alschibaja sowie Ahmed Nabi Magoma.[98]

    Über den ABN und die Ukrainer starteten 1948 die von Mende immer propagierten Zersetzungsoperationen der Briten gegen die Sowjetunion mit Hilfe ehemaliger Kollaborateure. 1949 schrieb Gerhard von Mende zu seinen Aktivitäten dann auch:

    „Ziel meiner Arbeit ist es, die Völker der Sowjetunion als Waffe im Kampf gegen den Bolschewismus und den russischen Imperialismus zu verwenden. Die Völker sind ein naturgegebenes Sprengungsmittel, auf das bei der räumlichen Größe der Sowjetunion nicht verzichtet werden kann.“[99]

    Im März 1949 begann Mende bei einem Besuch des ABN in München eine Reise von Stetsko und dem Turkestaner Veli Kajum nach London vorzubereiten. Es sollten Gesprächen mit den Briten geführt werden. Den nötigen Pass für Kajum wollte von Mende beschaffen.[100] Im Jahr darauf fand die erste internationale ABN-Konferenz vom 12. bis 14. Juni 1950 im schottischen Edinburgh statt. Stetsko und Kajum hielten dort mit anderen ABN-Führern Reden.[101] In Schottland gab es eine starke antisowjetische Diaspora. Insbesondere viele ehemalige Angehörigen der ukrainischen SS-Division hatten hier Zuflucht gefunden und mit Hilfe des MI6 waren einige von ihnen zu Einsätzen in die Sowjetunion gelangt.[102]
    Beziehungen zu Bundesbehörden in Deutschland
    Bearbeiten

    Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 begann sich Gerhard von Mende langsam von den Briten zu lösen. Über seine vielfältigen Kontakte nahm Mende Verbindung zu deutschen Politikern und zu den Amerikanern auf. Mende war von den Briten enttäuscht, weil sie keinen Deutschen in führender Rolle akzeptierten, weil sie Mendes Unterlagen nicht zurückgaben und sein britischer Führungsoffizier durch einen inkompetenten „Major Gordon“ ersetzt worden war.[103] Bereits im August 1950 wandte sich Gerhard von Mende an das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (BMG) und empfahl wärmstens seine Verbindungen zur ukrainischen und weißrussischen Emigration und zum ABN. Ihm ging es bereits damals darum, eine Steuerung der Ostemigration nicht nur von britischer, sondern auch von deutscher Seite zu erreichen „um etwaigen unliebsamen Entwicklungen sofort begegnen zu können“ wie er meinte.[104] Im Oktober 1950 hielt Gerhard von Mende gegenüber dem ABN fest, dass es am Günstigsten wäre, hierfür eine interministerielle Stelle in Bonn zu errichten, was aber bei den deutschen Stellen im augenblicklichen Stadium nicht durchzusetzen wäre.[105] Ab 1951 wurde der ABN allerdings dann doch von deutschen Stellen finanziert.[106] Am 19. Januar 1951 berichtete Dean Acheson, Unterstaatssekretär im U.S. State Department, dass Mende versuche, ein deutsches Regierungsamt zu erhalten.[107] Anscheinend unterstützten die Briten dieses Vorhaben, denn Gerhard von Mende wurden im November 1951 von den Briten noble Wohn- und Arbeitsräume in der Düsseldorfer Cecilienallee 52 zur Verfügung gestellt.[108]
    „Büro für heimatvertriebene Ausländer“
    Bearbeiten

    Die Briten wollten auch Gerhard von Mende in deutschen Diensten weiter als Schnittstelle zur Ostemigration nutzen. Offensichtlich fühlten sie beim neuen Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) Otto John und der Bundesregierung diesbezüglich vor. Tatsächlich besprach sich Otto John am 7. April 1952 mit Gerhard von Mende zu diesen Plänen. John wollte für verschiedene deutsche Stellen eine Beobachtung der östlichen Emigration installieren und die Anschubfinanzierung aus dem BfV übernehmen. Gerhard von Mende sollte die Leitung dieser Stelle übernehmen und Informationen zum sozialen, kulturellen und politischen Sektor sammeln. Sicherheitsaufgaben wären dagegen Sache des BfV.[109] Mit anderen Worten, Gerhard von Mende sollte seine geheimdienstliche Beratertätigkeit während des Krieges und für die Briten nun für die Bundesrepublik fortsetzen. Zu diesem Zweck wurde eine Tarneinrichtung des Verfassungsschutzes eingerichtet, das „Büro für heimatvertriebene Ausländer“ (BfhA).

    Gerhard von Mende arbeitete fortan für das Bundesamt für Verfassungsschutz. Zuständig für Mende war im BfV die Abteilung II unter Richard Gerken, seit Januar 1952 Leiter der Informationsbeschaffung des BfV.[110] Der gleichfalls von den Briten geförderte BfV-Chef Otto John hatte Gerken zum BfV geholt. Gerken war im Krieg zuletzt Hauptmann der Abwehr II gewesen und hatte das Frontaufklärungskommando 213 an der Westfront geleitet. Er geriet bei Kriegsende in britische Gefangenschaft und war dort sehr kooperativ.[111] Auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland scheint er eng mit dem britischen Nachrichtendienst kooperiert zu haben, denn die Briten förderten ihn in seiner Entwicklung trotz der bekannten Vergangenheit.[112]

    Gerhard von Mende war von September 1952 bis Juni 1957 als „Freier Mitarbeiter“ das BfV aktiv.[113] Das von Gerhard von Mende eingerichtete „Büro für heimatvertriebene Ausländer“ diente Gerken ab 1952 dazu, geeignete V-Leute zu finden.[114] Gerhard von Mende selbst trug beim BfV den Decknamen OSTMANN.[115] Mendes Büro sollte sich außerdem weiterhin mit den britischen Stellen abstimmen, wobei sich ein „Mr. Bailey“ bereits im Dezember 1952 darüber mit Gerhard von Mende einig war. Otto John, der Leiter des BfV, war darüber unterrichtet.[116]

    Von Otto John über Richard Gerken bis hin zu Gerhard von Mende wird hier eine Linie erkennbar, die eindeutig auf britische Einflussnahme hindeutet. Gerken jedenfalls stand ähnlich wie Mende weiterhin mit den Briten in Verbindung. Die Kontakte zum BfV liefen offensichtlich über die Chief Political Officer der Briten, also des MI6 in Düsseldorf und Hannover. Genannt wird der Deputy Chief Political Officer in Düsseldorf, L. O. Brown.[110] Die Personaleinstellungen des BfV wurden von den alliierten Hochkommissaren überwacht, die hierfür sogenannte Sicherheitsdirektoren einsetzten. Diese hatten so das letzte Wort in Personalangelegenheiten.[117]

    Laut Gerhard von Mende wurde sein BfhA in Düsseldorf als Bundesstelle zur Koordinierung aller Fragen der Ostemigration geschaffen. Die Koordinierung erfolgte in erster Linie mit den an der Ostemigration interessierten Bundesministerien: dem Auswärtigen Amt, dem Innenministerium, dem Bundeskanzleramt und den Ministerien für Vertriebene und gesamtdeutschen Fragen. Das Büro arbeitet ab 1. Februar 1953 provisorisch und ab 1. April 1953 voll. Seine Aufgaben bestanden aus der politischen Beratung (Empfehlung oder Warnung im Kontakt mit den Gruppen der Ostemigration), aus der kulturellen Betreuung der Ostemigration (Erteilung von Studienstipendien und Vergebung von Forschungsaufträgen an geeignete Emigranten) und die Informationsgewinnung über Einzelpersonen der Ostemigration.[118] Zu den ersten Mitarbeitern des Büros für heimatvertriebene Ausländer gehörten alsbald ex-SD-Sturmbannführer Walter Schenk, der bisher für von Mende die Verbindung zum ABN gehalten hatte und der baltendeutsche Diplomat und Journalist Walter Conradi. Conradi war während des Krieges als Leiter des Referats „Osteuropa“ in der Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes u. a. mit russischsprachigen Sendungen befasst gewesen, war nach 1945 für die Franzosen tätig und stieß 1953 zum BfhA. Conradi war insbesondere in der Verbindungshaltung zu baltischen Organisationen aktiv.[119]

    Curt Boettiger vom Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz übte erste Kritik an der Emigrationsarbeit des BfV bei einem Treffen mit den Amerikanern im November 1953: „Ein Ergebnis des Treffens war die Information, dass das BfV im Begriff sei, ein hochgeheimes Netz von Informanten in der gesamten Bundesrepublik aufzubauen, dessen Aufgabe die Durchdringung aller Auswanderergruppen und ähnlicher Organisationen sei. Die Operation werde von einer Person namens von Mende geleitet.“[120] Boettiger erwähnte, dass die BfV-Operation durch die Spionageabwehrabteilung II/G von Hans-Joachim Pietsch geführt werde. Pietsch habe Boettiger angewiesen, eine Liste aller seiner Quellen in solchen Gruppen und Organisationen zu liefern, was Boettiger bisher verweigert habe.

    Richard Gerken unterstand Albert Radke, dem BfV-Vizepräsidenten, einem Vertrauten von Reinhard Gehlen. Radke war ebenso wie Gerken Angehöriger der Abwehrstelle in Münster gewesen. So genoss Gerken unter Otto John und Albert Radke große Freiheiten und konnte über die Mittel aus einem Reptilienfonds relativ frei verfügen. 1953 hatte das BfV zudem nahezu eine Verdoppelung seines Etats erhalten.[121] Damit konnten nun Richard Gerken und Hans-Joachim Pietsch die Anschubfinanzierung für das „Büro für heimatlose Ausländer“ (BfhA) in Düsseldorf übernehmen. Die Ostaufklärung über die Emigration für das BfV erfolgte weitgehend über das BfhA, Fälle von Spionageverdacht kamen zu Hans-Joachim Pietsch von der Spionageabwehr des BfV. Fallführer für Mende war im BfV Otto Arz.[122] Die Datenerfassung der Ost-Emigration im BfHA erfolgte in einer Personalkartei, einer Sachkartei und einer Organisationskartei, die alle auf die Karteien im BfV angepasst waren. Auch die Landsmannschaften wurden in Fragen der Ostemigration beobachtet und beraten.[123]

    Insbesondere das Auswärtige Amt bediente sich des BfhA. Die Ostabteilung des AA wurde inzwischen vom alten Weggefährten Mendes aus den Zeiten im Ostministeriums geleitet. Otto Bräutigam hatte nach einigen Jahren in der Organisation Gehlen 1953 den Weg ins Auswärtige Amt geschafft und dort 1954 die Ostabteilung übernommen. Das Sowjetunion-Referat in seiner Abteilung leitete ab 1953 der Baltendeutsche Boris Meissner, während des Krieges Sonderführer in der Feindlage-Abteilung bei der Heeresgruppe Nord. Auch Meissner hatte Bezug zur Org. Gehlen. Chef des Protokolls im AA war Hans von Herwarth, im Krieg Adjutant beim General der Freiwilligenverbände und danach eine Sonderverbindung der Organisation Gehlen.[124] Man kannte sich also bestens aus vergangenen Tagen, als es darum ging, die Sowjetunion niederzuringen.

    Die Arbeit für das AA lief unter dem Motto „kulturelle Betreuung“, umfasste jedoch praktisch die gesamte politische Beobachtung und Steuerung der Ost-Emigration im Bundesgebiet. Durch das BfhA wurden im Auftrag des Auswärtigen Amtes aus dem Rechnungsjahr 1953 DM 140.000.—für diese Zwecke verwaltet. Insbesondere die vom AA gesteuerten wissenschaftlichen Arbeitskreise der Ost-Emigration wurden von Mendes BfHA im Auftrag des AA als Quellen für Berichte herangezogen.[125] Die Arbeitsgemeinschaft Osteuropaforschung unter dem vormaligen Abwehr-II-Professor Werner Markert gehörte sicher dazu, denn Mende, Theodor Oberländer (seit 1953 Bundesvertriebenenminister), Boris Meissner und weitere ehemalige Abwehr-II-Wissenschaftler gehörten dieser Arbeitsgemeinschaft ebenfalls an.[126] Das Budget des BfhA stieg von Jahr zu Jahr an und betrug bis zu Beginn der 60er Jahre mehr als 400 000 DM per anno. Das Geld kam in erster Linie vom Auswärtigen Amt.[127]

    In einem weiteren Aktenvermerk Mendes vom April 1954 über die bisherige Tätigkeit des BfhA für das BfV wird deutlich, wie sehr das BfhA inzwischen in die Geheimdienstarbeit des BfV eingebunden war:[128]

    „Erkennung sowjetischer Infiltration, soweit diese über die Ost-Emigration läuft. Hierfür werden neben einer allgemeinen Beobachtung von BfhA, die sich auf eine langjährige, persönliche, vertrauensvolle Verbindung der Mitarbeiter von BfhA zu einer grossen Zahl von Emigranten aus allen nationalen Gruppen gründet, zusätzlich eine Reihe von V-Mann-Netzen, geführt. [...] Über die politischen Zusammenhänge erfolgt außerdem direkt Berichterstattung durch BfhA an das Auswärtige Amt, das Bundeskanzleramt, den Bundesminister für Vertriebene und den Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen. [...] Der Leiter von BfhA nimmt regelmäßig an den interministeriellen Besprechungen in Bonn, die vom Auswärtigen Amt zu Ostfragen veranstaltet werden, teil. [...] Entsprechend der letzten Besprechung mit P [Präsident BfV] werden wichtige Berichte aus diesem Bereich, deren Vorlage bei Staatssekretär Globke wünschenswert erscheinen, nicht mehr direkt an das Bundeskanzleramt, sondern mit einer kurzen Erläuterung an BfV-P zur unmittelbaren Vorlage an Herrn Staatssekretär Globke zur Verfügung gestellt.“

    Am 30. Juni 1957 endete die Zusammenarbeit Mendes mit dem BfV. Die Gründe dafür sind unbekannt. Einiges deutet darauf hin, dass die Auswertung im BfV mit den Berichten aus dem BfhA entweder unzufrieden oder überfordert war und das die öffentliche Debatte um die NS-Vergangenheit von Otto Bräutigam auch auf Gerhard von Mende ausstrahlte. Dennoch übernahm ab August 1957 das Auswärtige Amt auf Basis eines Werkvertrages das Honorar für Gerhard von Mende. Das BfhA hing nun komplett am AA.[129]

    Gerhard von Mende war während des Krieges und als er für die Briten die Emigrantenverbindungen aufbaute, voll in die Optik der sowjetischen Spionagedienste geraten. Diese hatten seine Bedeutung und die des ABN in den Zersetzungsoperationen gegen die Sowjetunion erkannt und wussten daher, welche Sogwirkung seine Arbeit in der Ostemigration entfalten würde. Mende war für die Sowjetunion gefährlich. Eine Darstellung der sowjetischen Gegenoperationen ist an dieser Stelle nicht möglich, denn sie müsste den gesamten Bereich der völlig von ihnen unterwanderten Ostemigration betreffen.

    Nach von Mendes Tod nannte sich das BfhA anscheinend Studiengruppe für Ost-West-Fragen und wurde von Otto Bräutigam für den BND betrieben.[130][131]
    Ostkolleg, Forschungsdienst Ost und Bundesinstitut zur Erforschung des Marxismus-Leninismus
    Bearbeiten

    In den Jahren 1955 und 1956 strebte Gerhard von Mende die Gründung einer Hochschule für orientalische und osteuropäische Sprachen an. Das Projekt scheiterte. Erfolg hatte er demgegenüber als Leiter des Forschungsdienstes Osteuropa im Bundesvertriebenenministerium, eine dem Bundesinnenministerium beigeordnete Dienststelle, wo er sein Wissen einsetzen konnte.[132][6]

    Ab 1957 fand der rastlose Ostforscher Gerhard von Mende weitere Betätigungsfelder in der westdeutschen Ostforschung. Auf Anregung der Verleger Joseph C. Witsch und dem Baltendeutschen Berend von Nottbeck, ehemals Untersturmführer im SD,[133] und in Anlehnung an das vom Baltendeutschen Ewert von Dellingshausen geführte Referat I 1 im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen entstand am 22. November 1957 in Köln-Lindenthal das Ostkolleg.[134] Witsch, Nottbeck und Dellingshausen hatten zuvor in enger Anlehnung an die CIA antikommunistische Propaganda betrieben. Das Ostkolleg war nun als Schulungszentrum gedacht und sollte insbesondere die deutsche Wirtschaft über den Kommunismus aufklären, wo inzwischen der aus Kriegszeiten mit Mende bekannte frühere Sturmbannführer Fritz Arlt die Bildungsarbeit für das Industrie-Institut verantwortete.[135] Das Ostkolleg wurde dann allerdings als Einrichtung der Bundeszentrale für Heimatdienst dem Bundesinnenministerium unterstellt. Der Verfassungsschutz wie auch das AA und andere Bundesministerien waren bei dieser Gründung beteiligt.[136]

    Gerhard von Mende arbeitete maßgeblich an der Konzeption des Ostkollegs. Er legte Denkschriften vor und nahm Einfluss auf die Auswahl von Referenten und Direktorium.[137] Gerhard von Mende sollte ebenso wie der vormalige Abwehr-II-Prof. Hans Koch Direktor des Ostkollegs werden.[138] wurde dann aber nur Mitglied des wissenschaftlichen Direktoriums dieser Einrichtung und hielt hier Vorträge.[139]

    Von Mende hielt ab Februar 1956 engen Kontakt zur Bundeszentrale für Heimatdienst (ab 1963: Bundeszentrale für politische Bildung), in der er später eine gut dotierte Stelle fand. Im Rahmen des Ost-West-Konflikts richtete er unter dem Vorzeichen einer antikommunistischen Haltung ein Ostkolleg der Bundeszentrale für Heimatdienst in Köln-Lindenthal ein, das am 28. November 1958 seinen Betrieb aufnahm. Erklärtes Ziel dieses Kollegs war die „Organisierung der geistig-politischen Bekämpfung des Kommunismus“. Kritisch ist zu beachten, dass auch seine bisherige Arbeit im RMfdbO auf der Vorstellung gründete, dass der „Kommunismus“ eine vom „Judentum“ produzierte Folge von „völkischer Entartung“ gewesen ist.[140] Seine NS-Position war der Bundeszentrale für Heimatdienst wohlbekannt. Aus diesem Grunde sollte er keine öffentlich sichtbare Spitzenposition im Ostkolleg einnehmen und die angestrebte Position eines Direktors des Amts blieb ihm verwehrt.[132] Bis zu seinem Tod 1963 blieb er jedoch Mitglied des Direktoriums der staatlichen Behörde. Erst viele Jahre nach dem Tod von Mendes wechselte man das Etikett des Ostkollegs zu Ost-West-Kolleg.

    1957 gründete Gerhard von Mende in Düsseldorf den Forschungsdienst Osteuropa und gab im Verlag Kiepenheuer & Witsch eine Schriftenreihe unter dem Namen Forschungsdienst Osteuropa heraus.[141] Die Autoren waren alle Angehörige von Arbeitskreisen, die oft schon zuvor auch für das BfhA gearbeitete hatten, wie Walter Schenk und Walter Conradi.[142] Von v. Mendes Düsseldorfer Forschungsdienst Osteuropa der Nachkriegszeit finden sich acht verschiedene Erarbeitungen, insbes. Presseauswertungen, in der Sammlung Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), „Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft“ in Kiel. Eine Sparte „Archiv der Sovietunion“ (sic) des Forschungsdienstes ist ebenfalls belegt.[143] Eine durch gerichtlichen Beschluss festgestellte Vita des Nationalsozialisten Mende findet sich im deutschen Bundesarchiv.[144]

    Bereits 1959 war ein neues Ostforschungsinstitut des Bundes in Planung, dass sich mit der kommunistischen Lehre und ihrer ideologischen Grundlagen befassen sollte.[145] Natürlich warf Prof. Mende seinen Hut in den Ring und bewarb sich über Prof. Boris Meissner im AA um dieses Amt über den Ministerialrat Karl-Ulrich Hagelberg im BMI. Hagelberg war während des Krieges im Ostministerium für Personalfragen in den russischen Gebieten zuständig gewesen.[146] Bruno Heck, Mitglied des Bundestags, wandte sich indes 1960 gegen eine Bewerbung Mendes wegen dessen politischer Vergangenheit.[147] Letztlich wurde Gerhard von Mende nicht in das 1961 in Köln-Ehrenfeld im Auftrag des Bundesinnenministeriums entstandene „Institut zur wissenschaftlichen Erforschung des Dialektischen Materialismus und der marxistisch-leninistischen Lehre“ berufen. Die Namensgebung hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer vorgeschlagen. Professor Boris Meissner wurde zum geschäftsführenden Direktor bestellt.[148] Das Institut nannte sich ab 1966 Bundesinstitut für ostwissenschaftliche und internationale Studien, BIOST und ging 2000 in der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) auf.

    #Allemagne #France #Ukraine #URSS #Russie #USA #Royaume_Uni #guerre #histoire #espionnage #nazis #nationalisme #antisemitisme #anticommunisme #génocide #shoa #Wansseekonferenz

    • Goldener Ehrenbär Auf Berlinale : Wim Wenders ist „größter Filmemacher aller Zeiten“
      https://www.nwzonline.de/kultur/wim-wenders-ist-groesster-filmemacher-aller-zeiten_a_24,0,506600303.html

      O.K. Tarantino n’a pas encore eu le prix de GröfaZ officiel. Peiu-être c"est le cas parce qu’il n’a pas de racines allemandes. Tant pus pour lui.

      13.2.2015 - Der Regisseur erhält höchste Berlinale-Ehren. Ausgezeichnet wurde er für sein Lebenswerk.

      Der Regisseur erhält höchste Berlinale-Ehren. Ausgezeichnet wurde er für sein Lebenswerk.

      Berlin - In Anwesenheit zahlreicher Wegbegleiter ist Regisseur Wim Wenders (69) bei der Berlinale mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden.

      Der brasilianische Regisseur Walter Salles („Central Station“) würdigte Wenders am Donnerstagabend in seiner Laudatio als einen der „größten Filmemacher aller Zeiten“. „Was Wenders uns gelehrt hat, ist ein moralischer, aber auch ein ästhetischer und ein inhaltlicher Kompass fürs Filmemachen“, sagte Salles.

      Auf Wunsch von Wenders lief bei der Gala eine digital restaurierte Fassung seines Thrillers „Der amerikanische Freund“ (1977). Nach einem Roman von Patricia Highsmith spielen Bruno Ganz und Dennis Hopper ein höchst ungleiches Freundespaar.

      Berlinale-Chef Dieter Kosslick sagte, mit Wenders ehre das Festival einen der renommiertesten zeitgenössischen Autorenfilmer: „Sein genreübergreifendes und vielseitiges Werk als Filmemacher, Fotograf und Autor hat unser Filmgedächtnis geprägt.“

      Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte vorab: „Berlin ist stolz und dankbar, dass einer der ganz großen Filmschaffenden unser Mitbürger ist.“ Wenders habe mit seinem Klassiker „Der Himmel über Berlin“ der einst geteilten Metropole ein unvergessliches filmisches Denkmal gesetzt.

      Aus Anlass der Preisvergabe zeigt die Berlinale in einer Hommage zehn Filme des gebürtigen Düsseldorfers, darunter auch die Handke-Verfilmung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1972), das frühe Meisterwerk „Im Lauf der Zeit“ (1976) und das Roadmovie „Paris, Texas“ (1984).

      Mit seinem Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist Wenders derzeit für einen Oscar nominiert. Auch der Tanzfilm „Pina“ und die Musiker-Dokumentation „Buena Vista Social Club“ hatten ihm Nominierungen für den weltweit wichtigsten Filmpreis eingetragen.

      #cinéma #wtf

  • Die schärsten Kritiker der Elche waren früher selber welche
    https://taz.de/Nazi-Verstrickungen-der-documenta-1955/!5778548


    Illustration von Hans Traxler.

    Brigitte Werneburg s’est trompée. Le collectif d’artistes indonésiens évoqué dans son articles n’a pas mis sur pied une documenta heureuse. Les antifascistes d’outre mer se sont par contre fait accuser d’antisemitisme par les petits enfants des exterminateurs nazis. Les indonésiens ont osé dénoncer dans leur oeuvre la relations entre élites juives (par ex. Henry Kissinger) et les exterminateurs de la gauche indonésienne.

    Läuterung auf tönernen Füßen
    Von Brigitte Werneburg - Workshop in Kassel: Wie verstrickt war das Personal der ersten documenta 1955 in die Nazizeit?

    War in Italien an Folterungen beteiligt: Werner Haftmann (links), Lessing-Preisträger von 1962 Foto: Imago

    1953 schrieb der Kunsthistoriker Will Grohmann in einem Brief, er habe gehört, Werner Haftmann „hätte sich selbst im Suff wiederholt gerühmt, Resistanceleute erschossen zu haben“. 1955 ist Werner Haftmann im Team von Arnold Bode und gilt als der intellektuelle Kopf des Unternehmens documenta. Ihm vor allem wird es zugeschrieben, dass die Ausstellung als bundesrepublikanische Erfolgsgeschichte gesehen und als Aufbruch in eine demokratische, mit der ästhetischen Moderne versöhnten Gesellschaft verstanden wurde.

    Inzwischen ist belegt, dass Haftmann, der 1967 erster Direktor der Neuen Nationalgalerie in Berlin wurde – mit der er ein Jahr später in den Mies-van-der-Rohe-Bau zog –, als Partisanenjäger in Italien an Folterungen beteiligt war und an Erschießungen teilgenommen hatte. Dass frühen Kenntnissen darüber nie nachgegangen wurde, lag wohl nicht daran, dass man bei Bemerkungen wie Will Grohmanns von böswilligen Gerüchten ausging, sondern eher daran, dass man sie für wahr hielt und sie deshalb beschwieg. Es galt, die Institutionen zu schützen, also den Museums- und Ausstellungsbetrieb. Die Personen und ihre Verfehlungen fielen gegenüber den Institutionen nicht ins Gewicht.

    Höchste Zeit also, sich die Institutionen genauer anzuschauen, die offenbar auf doch wundersame Weise von der politischen und gesellschaftlichen Herkunft ihres Führungspersonals unberührt blieben und geblieben sein sollen. Tatsächlich eröffnet jetzt, wo ein indonesisches Künstlerkollektiv die d 15 im nächsten Jahr organisiert, im Deutschen Historischen Museum in Berlin eine Ausstellung, die auf den gesellschaftspolitischen Kontext der Geschichte der ersten bis zehnten documenta abhebt.
    Jargon der Eigentlichkeit

    Und am Freitag fand, angestoßen von Studentinnen der Kunsthochschule Kassel und organisiert mit der Universität Kassel und dem documenta archiv, ein über Youtube ausgestrahlter Workshop statt, der „Thesen zur nationalsozialistischen Vergangenheit der Kuratoren der ersten documenta“ diskutierte. Prominent besetzt mit unter anderen Wolfgang Benz, Heinz Bude, Eckhard Gillen, Christian Fuhrmeister und Tessa Rosebrock, ging es um NS-Mitgliedschaften, um Kontinuitäten im Kunsthandel, bei Sammlern und in der Kulturpolitik und um das Verhältnis der ersten documenta-Macher zur modernen Kunst.

    Bei diesem Punkt vor allem hätte es früh Grund für Skepsis gegeben. Man denke an Haftmanns in seinem als Standardwerk gepriesenen Band „Malerei im 20. Jahrhundert“ (1954) veröffentlichten Verdikt, kein einziger deutscher moderner Maler sei Jude gewesen. Das war schlicht falsch und nur durch seine documenta „belegt“, auf der er keine jüdischen Künstler, geschweige Künstlerinnen, zeigte, mit Ausnahme von Marc Chagall.

    Die These, Ausschlüsse seien in der damaligen Situation vor allem pragmatisch motiviert gewesen, aufgrund mangelnder Kontakte, fehlender Ausleih- und Transportmöglichkeiten etc., ließ Alexia Pooth, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHM, aufgrund ihrer Recherchen für „documenta. Politik und Kunst“ an ihrem Haus nicht gelten.

    Als problematisch hätte schon damals Haftmanns Jargon der Eigentlichkeit auffallen können, sein Unverständnis der Moderne als Reflexivwerden all dessen, was er als ursprünglich begriff. Obwohl er also seine Rolle als Vermittler einer freien westlich demokratischen Kunst nicht wirklich ausfüllen konnte, wie das Plenum feststellte, kam zu wenig zur Sprache, wie es geschehen konnte, dass man sie ihm geradezu vehement zuschrieb.

    Entsprechend wurde auch kaum thematisiert, dass die beanspruchte Transformationsleistung der documenta, obwohl sie auf mehr als tönernen Füßen stand, am Ende doch gelang. Und zwar sogar im internationalen Kontext, wo sie ein vermeintlich geläutertes Deutschland kulturell anschlussfähig machte. Dass dieser Mythos einigermaßen stimmige Realität wurde, dafür waren freilich andere gesellschaftliche Kräfte relevant und nicht die der Kunstinstitutionen. Nicht anders als heute, betrachtet man die Auseinandersetzung um die Benin-Bronzen oder das Luf-Boot. Die Autoritäten des Kunstbetriebs scheinen zu selbstkritischen Befragung besonders unfähig zu sein.

    korrekturen.de
    https://www.korrekturen.de/vermischtes/die_kritiker_der_elche.shtml

    Bislang hatte ich den bekannten Zweizeiler »Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche« immer Robert Gernhardt zugeschrieben – tatsächlich war es aber Bernstein. Nachfolgend seine Erinnerungen.

    Vermischtes
    Die Kritiker der Elche

    Bislang hatte ich den bekannten Zweizeiler »Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche« immer Robert Gernhardt zugeschrieben – tatsächlich war es aber Bernstein. Nachfolgend seine Erinnerungen.

    elchkritiker.gif
    Illustration von Hans Traxler.

    ELCHE / SELBER WELCHE

    Wie einem wie mir ein Zweizeiler wie der gelungen ist:

    Die schärfsten Kritiker der Elche
    waren früher selber welche.

    In Erwägung, dass es nach so vielen Jahren an der Zeit sei, Rechenschaft abzulegen und mich auf meinen Lorbeeren auszuruhen, tu ich das auch glatt. Die Leserinnen und Leser, die schon keine Ahnung mehr und genug damit zu tun haben, sich einen Reim auf Chernobil und Tschällendscher zu machen, sollen erfahren, wie’s zu einem Zweizeiler kommen konnte – denn das ist Murphys Gesetz: Was passieren kann, passiert.

    Also: Es war in einer Winternacht mitten in den 60er Jahren auf schneeglatter Straße von Paris nach Colmar in einem VW. Ebi Brügel chauffierte, Gernhardt, Waechter und ich, Bernstein, dichteten ins Dictaphon. Und da kam’s raus.

    Der Wald steht stumm und schweiget, und die Hennen gackern im voraus. Ich aber möchte im nachhinein das Wort ergreifen und die Vorgeschichte berichten, voll Mühsal, Pein und donnernder Beschwerden. Denn Zweizeiler sind gar nicht so einfach, und von nix kommt nix.

    Tiere sollten es sein, die bedichtet werden sollten. Pro Tier standen nicht mehr als zwei Zeilen, gereimt, zur Verfügung. Am Anfang waren sie wüst und schwer.

    Die reichsten Kritiker der Würmer
    werden immer ärmer …

    zu dumm!

    Die schrägsten Kritiker der Würmer
    werden immer dümmer?

    Schrägsten ist gut. Schrägsten wird vorgemerkt. Schrägsten ist schräger als nur schräg. Die schrägen Kritiker … nein!
    Die schrägsten! Weiter:

    Die wahren Kritiker der Wanzen
    sind selber mies im großen ganzen.

    Vom holprigen Versmaß abgesehen: stimmt das? Ich kenne Wanzenkritiker – hochanständige sind darunter.

    Die meisten Kritiker der Hasen
    können kaum noch einigermaßen? / über den Rasen? / grasen? / rasen? / tuten und blasen? / in Ekstasen?

    – Alles Phrasen! Aber:

    Die klügsten Kritiker der Kühe
    geben sich nur selten Mühe.

    Hm.

    Der klügste Kritiker der Kuh
    bist Du!

    Oder höflicher:

    Der klügste Kritiker vom Vieh
    sind Sie!

    Die klügsten Kritiker des Tieres
    sind wir es?

    Das wird sich rausstellen!
    Weiter, die nächsten zwei Zeilen, bitte beeilen!

    Die ärgsten Kritiker der Qualle
    haben sie selber nicht mehr alle.

    Halt: Das war die ausgearbeitete Fassung einer Kurzschmähung aus den späten 50ern. Wie ging das? »Karl ist doof!« – nein: »Adenauer ist doof?« Auch nicht. »Nierentisch ist doof« / »Pettycoat ist doof« / »Elvis ist …« nein! Ja! So ging’s: »Der Qualle ist doof.«

    DER Qualle? Musste natürlich DER QUELLE heißen – auf schwäbisch geht das so in Ordnung:

    Die ärgsten Kritiker der Quelle
    haben selber nicht mehr älle.

    Aber noch findet sich kein Elch in den Versen – bisher sind die Tierzeiler wortvoll, aber elchleer. Dabei sind die Elche durchaus kritisierbar. Und die Elchkritiker erst recht. Und wie! Wir wissen ja inzwischen, was von diesen Ex-Elchen zu halten ist. Doch die Kritikfähigkeit in den 50er Jahren hatte ihre spezifischen Grenzen:

    Elche, Molche, ich und du
    sind tabu!

    hieß es damals; und:

    Elchkritik und Zoten
    streng verboten!

    Wer’s dennoch tut
    tut selten gut.

    Die heimliche Elchkritik kam auf:

    Wer geht so blöde übern Hof?
    Es ist der Elch, und der ist doof.

    Offiziell gefordert und gefördert war das Elchlob:

    Herr es ist Zeit / der Elch der ist sehr groß / legt seinen Schatten auf die Sonnenuhren / und auf den Fluren … Rilke, denn so war sein Name, musste in diesem lyrischen Falle nur »Sommer« statt »Elch« nehmen und sich Rainer Elfriede nennen – und schon ist er in der Literaturgeschichte.

    Subversive Elchkritiker brachten immer wieder unter großen Gefahren elchhaltige Schmähgedichte in Umlauf:

    Herr Elch ist groß
    sein Hirn ist klein
    und sein Verhalten
    sehr gemein.

    (Elvis und seine Texter haben später an diesem Kleinzeiler so ziemlich alles verändert und die Ballade »In the Ghetto« draus gemacht – gut behauptet ist halb bewiesen.)

    Es war eine finstere Zeit. Während die anderen kids mit petty-coats auf dem Kopf und Nyltesthemden in der Hose in die Heimatfilme gingen und »Anneliese« sangen, bastelte ich in meiner Reimwerkstatt weiter.

    Die dicksten Kritiker der Pferde
    passen nicht mehr in die Herde.

    Die ärgsten – ärgsten ist immer gut! –
    Kritiker der Meise
    bauen selber dauernd Scheiße.

    Die meisten Kritiker der Maus,
    denen schaut der Dings vorn raus.

    Die größten Kritiker der Dings,
    die haben doch keine Ahnung und überhaupt!

    Allmählich entdeckte ich die Bauform meiner Verse. Alle waren über denselben Leisten geschlagen und vom selben Strickmuster. Die rhetorische Figur, ja die Struktur meiner Tierkritikkritik erwies sich dem analytischen Zugriff als die alte Spruchweisheit der Steppenvölker:

    Wer es sagt, der ist es selber.

    Schon die spätantike Rhetorik und erst recht die frühmittelalterliche Scholastik pflegten diese Figur: Sie erkennen als Scholastikkenner und Syllogismen-Afficionados natürlich das »argumentum ad hominem«: Wenn man sachlich nicht mehr weiter weiß, wird man persönlich.

    Die stärksten Kritiker der Hechte
    die sind selber ganz dicke und schlechte.

    Um vollends zu Rande zu kommen: Durchtrainiert im geheimen Reimen durfte ich es zwar noch nicht wagen, den Elch zu schmähen, aber die Elchkritiker wurden gegeißelt.

    Meine These:

    Wer, in der Überzeugung, so sei es recht, meint, den Elch zu diffamieren, der ist genau selber sowas von bescheuert und war früher wahrscheinlich ein Arsch. Von Arsch war’s nur ein kleiner Schritt zum Hirsch. Der war ein Hirsch! Und den Hirsch konnt ich einsparen. Das verringerte die Tierzahl und brachte Reimvorteil. Schema nun:

    Kritiker der Elche
    selber welche.

    Dieses karge Versgerüst musste ich noch ausbauen. Der Einbau des Adjektivs machte die meisten Schwierigkeiten. Wortklang und Bedeutung sollten stimmen. Was für Kritiker sollten es sein? Die größten? Nein, es musste ein Wort mit »ä» sein – »schrägsten» war schon vorgemerkt – was gab es noch mit »ä»?

    Die »ä«-sten Kritiker – der »ä«-Laut drückt immer noch am stärksten die kritische Intention aus: Ekel, Hohn und Mordlust.

    Die »ä«-sten Kritiker …

    Die länglichsten Kritiker der Elche
    waren früher selber welche?

    Zu lang.

    Die längsten … noch länger;
    die wählerischsten Kritiker … zu ausgesucht;
    die geblähtesten … zu gebläht;
    die lächerlichsten … nit komisch!
    Die wesentlichsten Kritiker der Elche – besser!
    Die kränklichsten … Nä!
    Die erbärmlichsten? Erbarmen. Stärker!
    Die … die … die Krässten? Krähsten?

    Dä gräßten Krätäkär där Älche?

    Das ist Musik!

    tä tä tä tä tä tä tä tä tä
    tä tä tä tä tä tä tä tä tä

    Täterätätä!

    Gegenprobe:

    Dü grüßten Krütükür dür Ülche?

    Nücht sü güt!

    Also, halten wir fest:

    Die jämmerlichsten Verehrer der Elche sind nämlich die
    Lemminge.

    Oder etwa nicht?

    So weit, so gut. Und so wär’s auch geblieben, wäre Ebi Brügel nicht in jener Winternacht mitten in den 60er Jahren im VW von Paris nach Hause kutschiert – und dabei ist es passiert: und aus dem Bernstein sprach es:

    Die schärfsten Kritiker der Elche
    waren früher selber welche.

    Gernhardt zog damals gleich nach und spielte die Molche aus:

    Die größten Kritiker der Molche waren früher eben solche;

    aber ich war erster, und außerdem hatten die Molchstrophen so viele »o«. Und Molchkritik – das ist ein Kapitel für sich.

    (F. W. Bernstein)

    documenta, deutsche Waffen, Indonesien ? Da war doch was !
    http://roter-aufbau.de/?p=835

    Veröffentlicht am 29. Juni 2022

    Eine sehr gute politische Einordnung der Ereignisse nimmt folgender Beitrag vor: „Noch auffälliger aber ist, was Steinmeier weggelassen hat. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums in Berlin hat gerade belegt, dass die documenta unter maßgeblicher Beteiligung von Kunsthistorikern gegründet wurde, die in den Nationalsozialismus verwickelt waren. Hätte er selbstkritisch darauf Bezug genommen, wäre die documenta nicht zum unbefleckten Ort der Weltkunst und seine Rede nicht zur anmaßenden Belehrung der Künstler:innen des Südens geworden. Zugleich hätte er auf Kassel als ein Zentrum des NSU-Terrors verweisen können, um deutlich zu machen, dass Antisemitismus und ein gefährlicher Rechtsextremismus auch im deutschen Kontext kein abgeschlossenes Thema sind. So aber bleibt die documenta, wie Hito Steyerl vor wenigen Wochen in der ZEIT schrieb, ein Ort der deutschen Reinwaschung.“
    https://www.medico.de/blog/skandal-oder-spektakel-18679
    Wir möchten den „documenta Vorfall“ zum Anlass nehmen auf deutsche Waffenlieferungen und Unterstützung der indonesischen Militärdiktatur hinzuweisen, an der unter anderem ehemalige SS-Offiziere beteiligt waren. Indonesien war 1949 nach etwa 300jähriger niederländischer Kolonialherrschaft und blutigem Unabhängigkeitskrieg endlich unabhängig geworden. (Der empfehlenswerte 2020 erschienene niederländische Film „De Oost“ thematisiert den Unabhängigkeitskampf und die holländischen Verbrechen aus Sicht eines holländischen Soldaten, der in einer Todesschwadron an der Ermordung von (vermeintlichen) Aufständischen beteiligt ist.) Nach der Unabhängigkeit wurde Sukarno Präsident, der sich teilweise in seinen Ausführungen auf den Kommunismus bezog und mit Beteiligung der kommunistischen Partei Indonesiens PKI als Juniorpartner in seiner Regierung regierte. Er machte das Land zur führenden Nation der Bewegung blockfreier Staaten in dieser Phase des kalten Krieges und verstaatlichte unter anderem westliche Unternehmen. Gleichzeitig stand das Land innenpolitisch zunehmend unter Spannungen und Konflikten, unter anderem zwischen Kommunist:innen und Islamisten. Vor allem jedoch in den Reihen des Militärs gab es zunehmend Unzufriedenheit nationalistischer Kräfte mit der vermeintlich kommunistischen Politik des Präsidenten. 1965 gab es den mysteriösen Versuch eines Staatsstreichs. Mehrere hohe Generäle wurden entführt und ermordet. Die Schuld daran wurde der PKI in die Schuhe geschoben, welche zu dieser Zeit 3 Millionen Mitglieder hatte und damit die größte kommunistische Partei der Welt außerhalb Chinas und der Sowjetunion war. Eine Beteiligung der Kommunist;innen jedoch gilt heute als mehr oder weniger ausgeschlossen, tatsächlich waren Militärs des Präsidenten Sukarno selbst involviert. Es folgte von 1965 bis 1966 ein beispielloses Massaker vor allem an tatsächlichen und vermeintlichen Kommunist:innen und der chinesischen Minderheit. Dabei wurden 500.000 bis drei Millionen Menschen ermordet und die kommunistische Partei sowie unabhängige Gewerkschaften verboten, unzählige Menschen inhaftiert und gefoltert. Der Militär Suharto setzte den Präsidenten ab und wurde im Zuge dessen Diktator Indonesiens, was er bis 1998 blieb. Unter Suharto wurden neue Investitionsgesetze geschaffen, die vor allem der Ausbeutung indonesischer Ressourcen durch westliche Unternehmen dienten (so wurde Suharto 1969 in der NY-Times als „schüchterner Anführer“ beschrieben, der „mit Hilfe eines exzellenten Teams von Ökonomen bemerkenswert erfolgreiche“ Politik mache) und unter anderem Osttimor militärisch besetzt und annektiert, nachdem dieser 1975 von Portugal unabhängig wurde. Suharto hatte beste Verbindungen in den Westen, unter anderem nach Washington aber auch nach Bonn zum BND. Ende 1965 bat ein hoher Militär Indonesiens den BND um „Geldmittel für die Fortsetzung der antikommunistischen Säuberungsaktion“ wie es in vor kurzem öffentliche gewordenen BND-Akten heißt. Genauer gesagt ging es um 1,2 Millionen DM. Unter anderem solle mit dem Geld auch antikommunistische Propaganda verbreitet werden – Antikommunistische Propaganda war ein Grundstein zur „gesellschaftlichen Akzeptanz“ der Massaker. Ob die 1,2 Millionen wirklich geflossen sind, ist nicht bekannt. Doch bereits 1971 berichtete der Spiegel, dass Indonesiens Geheimdienst 1965 vom BND mit Maschinenpistolen und Funkgeräten beschenkt wurde. Die veröffentlichten Akten belegen eine 10jährige Zusammenarbeit des deutschen und indonesischen Geheimdienstes. 1962 und 1963 wurden indonesische Militärs in Deutschland geschult. So etwa hatte ein gewisser General Sukendro beste Verbindungen nach Westdeutschland „In Bonn verhandeln der spätere Bundespräsident und der General [Sukendro] offiziell über wirtschaftliche Unterstützung – abhängig ist sie offenbar davon, dass Indonesien seinen antikommunistischen Kurs fortsetzt […] Experten gilt der Militär [Sukendro] als Schlüsselfigur für den damals im Aufbau befindlichen Völkermord-Apparat und wichtigste Schnittstelle der Generäle ins Ausland. Dort und in Indonesien selbst ist Sukendro damals in die psychologische Kriegsführung gegen die Kommunisten eingebunden, die binnen kürzester Zeit in Genozid eskaliert […] Im November 1965 ist der General für die Putschisten auf Beschaffungstour: Wie aus Akten des US-Außenministeriums hervorgeht, hat er bereits die US-Botschaft in Thailand um verdeckte Unterstützung gebeten. Die Amerikaner sollen medizinische Ausrüstung, Funkgeräte und Waffen zur Verfügung stellen. Damit beabsichtigt das Militär laut damaliger Einschätzung der Diplomaten, muslimische und nationalistische Milizen zu bewaffnen. Bei den Massakern werden diese Gruppen später eine wichtige Rolle spielen. Das ist sowohl den Amerikanern als auch den Deutschen zu dieser Zeit bereits bewusst.“ So heißt es in einem Artikel von T-Online, das die Akten sichtete und auswertete. Deutschlands Engagement in dieser Zeit war unter anderem der Befürchtung geschuldet, Indonesien könnte die DDR anerkennen; stattdessen baute man es zum antikommunistischen Bollwerk aus zu einem Zeitpunkt als der Vietnamkrieg tobte. An der Zerschlagung der kommunistischen Partei hatte nach Ansicht führender indonesischer Militärs der BND einen großen Anteil, was auch so eindeutig in den Akten hervorgehoben wird.
    1970 war Diktator Suharto bereits auf Staatsbesuch in Westdeutschland, noch 1996 bekam er Staatsbesuch von Helmut Kohl. Beide ließen sich unter anderem beim Angeln ablichten und pflegten eine lebenslange persönliche Freundschaft. Als Suharto 1998 abdankte, begann Kohl seinen Brief mit „mein lieber Freund“.
    Im Neuen Deutschland heißt es zur Beteiligung Deutschlands: „Dass der BND weitere Leute vor Ort hatte, ist nachweisbar. Der 1992 in München verstorbene Rudolf Oebsger-Röde gehörte dazu. Einst SS-Obersturmbannführer, SD-Mann und Chef von Einsatzgruppen hatte er bei der Organisation Gehlen, dem späteren BND, angeheuert und war ab 1959 in Indonesien als Korrespondent für die »Süddeutsche Zeitung« und die »Neue Zürcher Zeitung«. Im Juni 1968 bestätigte der damalige BND-Präsident Gerhard Wessel – laut Protokoll – dem Bundestags-Vertrauensgremium, der BND habe nicht nur die indonesischen Militärs bei der »Zerschlagung der KPI« mit Beratern, Ausrüstung und Geld unterstützt. Der spätere Staatschef Suharto habe, so Wessel, dem Dienst sogar einen »große(n) Anteil (…) am Erfolg« der Operation zugeschrieben.
    Bereits ein Jahr zuvor hatte der damals neue bundesdeutsche Botschafter, Kurt Lüdde-Neurath, eine Rede in Jakarta gehalten. Kolportiertes Zitat: »Die Zerschlagung der indonesischen Linken stimmte die Staaten der westlichen Welt siegesgewiss. Hunderttausende getötete Kommunisten böten eine ausreichende Garantie, dass die Regierung alles tun werde, um einen erneuten Linksruck im Land zu verhindern«, betonte der Diplomat. Ab 1973 war der Ex-NSDAP-Nazi dann Botschafter in Chile. Das war jenes Jahr, in dem General Augusto Pinochet die sozialistische Regierung wegputschte. Ironie der Geschichte: Die CIA nannte ihren Plan zur systematischen Ermordung von Führern der Allende-Volksfront-Regierung »Operation Jakarta«.“
    Die Zusammenarbeit Deutschlands mit der indonesischen Diktatur und dem Militär fand bis zu Ende der Diktatur und darüber hinaus statt. 1992 lieferte man Indonesien etwa 39 Landungsboote und Korvetten aus Altbeständen der DDR. Diese wurden unter anderem 1999 und 2000 kurz nach dem Ende der Diktatur von Milizen bei Massakern im Osttimor eingesetzt, der 2002 unabhängig wurde. Die deutschen Sturmgewehre MP5 und G3 von Heckler und Koch produziert Indonesien selbst in Lizenz und 2012 deckte die Linkspartei Indonesiens Interesse an Leopard 2 Panzern auf. 2013 wurden diese auch tatsächlich von Rheinmetall geliefert. DDR-Altbestände, Leopard 2 Panzer und Rheinmetall, Begriffe die wir aktuell nur zu häufig in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg hören.
    Während aktuell von einer politischen Zeitenwende die Rede ist, von westlichem Wertekanon und der Aufklärung russischer Kriegsverbrechen und Waffenlieferungen an die Ukraine, finden wir, dass es im Zuge einer direkten Beteiligung deutscher Geheimdienste und Regierungen an hunderttausendfachem Mord an Kommunisten in Indonesien ganz andere Kapitel deutscher Geschichte und Beteiligungen an Regime Change aufzuklären gilt. Die Militärdiktatur Indonesiens und die Verbrechen beschäftigen das Land noch bis heute und sind immer noch eine Art Tabu-Thema, das so gut wie gar nicht aufgearbeitet wurde. Suharto danke 1998 im Zuge der asiatischen Währungskrise ab und wurde 2008 mit militärischen Ehren bestattet. Ein Korruptionsverfahren gegen ihn wegen der Unterschlagung von einer halbe Milliarde $ staatlicher Gelder etwa wurde aus gesundheitlichen Gründen eingestellt.
    Die folgenden Artikel sind lesenswert, unter anderem T-Online, das die BND Akten auswertete geht detailliert auf die deutsche Unterstützung ein.
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1139343.putsch-in-indonesien-der-bnd-und-seine-operation-jakarta.html
    https://taz.de/Suharto-Aufarbeitung-in-Indonesien/!5088217
    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_86930860/genozid-in-indonesien-deutschlands-heimliche-hilfe.html
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_82562848/deutschland-deckte-militaerputsch-in-indonesien.html
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2012-05/indonesien-panzer-leopard

    #Allemagne #nazis #poésie #génocide #anticommunisme

  • « Es gab da Massenmorde » : Was noch fehlt in der Documenta-Debatte
    https://www.telepolis.de/features/Es-gab-da-Massenmorde-Was-noch-fehlt-in-der-Documenta-Debatte-7188151.html

    Les accusation d’antisemitisme contre des artistes indonésiens lors de l’exposition documenta 15 en 2022 n’étaient au fond qu’une tentative de nier la participation active du gouvernement post-fasciste allemand au génocide anticommuniste indonésien en 1965. Cet article fait le point sur ce qu"on sait aujord’hui et ce que cachent toujours les services secrets et archives fermées d’Allemagne.

    Il ne faut pas oublier que malgré leur échec face à la puissance combinée des peuples de l’Union des Républiques Socialistes Soviétiques et du capital états-unien les membres de la SS et de la Gestapo étaient des spécialistes hautement estimés par leurs collègues dans monde entier.

    Le représentant du service secret allemand en indonésie était donc un ancien officier SS. Ses conseils et d’importantes sommes de Deutsche Mark des poches de l’état allemand ont soutenu l’oeuvre de Suharto et de ses bourreaux.

    23.7.2022 von Thomas Barth - Bislang geht es um Antisemitismus, aber nicht um die westdeutsche Rolle beim „Indonesian Genocide“, dessen Darstellung den Skandal auslöste.

    Ein wesentlicher Inhalt des beanstandeten Kunstwerks des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, einer meterhohen Plakatwand mit Wimmelbild, wurde in der vom Antisemitismus-Vorwurf dominierten Debatte kaum benannt: Der Indonesian Genocide, die Massaker in Indonesien 1965–1966.

    Wie steht es damit? Die westdeutsche Rolle beim Indonesian Genocide 19651, ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Erst 2020 kamen entsprechende BND-Akten ans Licht.

    Wird Information über einen dunklen Fleck auf dem Image der westlichen Staatengemeinschaft zurückgehalten oder unterdrückt? In der Debatte über das Kunstwerk von Taring Padi wurden Mutmaßungen über einen solchen Hintergrund angestellt.

    Ein Klärungsversuch.

    Es geht um die bislang einer breiten Öffentlichkeit völlig unbekannte „Jakarta-Methode“ (Vincent Bevins). Darunter versteht man besonders brutale „Regime Change“-Operationen, benannt nach dem Indonesian Genocide von 1965, mit dem sich moderne indonesische Kunst auseinandersetzt und an den Taring Padi mit ihrem Plakat wohl erinnern wollten.

    Inzwischen ist nicht nur der Ruf der Documenta bedroht, sondern auch der Ruf der Kunstfreiheit in Deutschland. Die von der Bild-Zeitung ausgehende Skandalisierung führte sogar zu einer Gefährdung der Künstler.

    „Übertriebene Anschuldigungen, dass das Kunstwerk eine Nazi-Stimmung im Goebbels-Stil widerspiegele, haben extremistische, reaktionäre Reaktionen angeheizt und eine gefährliche Atmosphäre geschaffen, in der die Sicherheit der Künstler bedroht ist.“ Asienhaus
    Rücktritt einer Generaldirektorin

    Sabine Schormann, die Generaldirektorin der documenta 15 in Kassel, trat vor einer Woche zurück. Darauf hatten sich der Aufsichtsrat der bedeutendsten deutschen Kunstausstellung, die Gesellschafter und die Generaldirektorin nach Protesten in Medien und Politik geeinigt. Schormann zog mit ihrer Amtsniederlegung die Konsequenz aus einem Antisemitismus-Eklat auf der diesjährigen Weltkunstschau.

    Der Eklat wurde ausgelöst durch ein Werk der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi, in dem Militaristen als Schweine und Monster gezeigt wurden. Darunter auch zwei antisemitische Karikaturen, die zum Eklat und zu Diskussionen führten (vgl. Documenta des Scheiterns), wofür sich Schormann entschuldigte und das Kunstwerk zuerst verhüllen, dann abbauen ließ. Die Deutsche Welle etwa sah „ein Kunstwerk mit offenkundig antisemitischer Bildsprache“.

    Weder die Generaldirektorin der Weltkunstschau noch andere deutsche Akteure kamen darauf, dass auch die indonesischen Künstler Grund zur Kritik gehabt haben könnten: Am geringen Interesse der deutschen Kunstszene, Regierung und Öffentlichkeit an der Aufarbeitung der westdeutschen Rolle beim Indonesian Genocide 1965.

    Ein weiterer Skandal könnte nun sein: Das in Deutschland zensierte Kunstwerk war im Kern eine Anklage gegen ein Menschheitsverbrechen, an dem wohl auch die damalige westdeutsche Bundesregierung beteiligt war, sowie an der finsteren „Jakarta-Methode“ der US-Außenpolitik, die nach diesem von außen gesteuerten Massenmord in Indonesien benannt wurde.

    Der Indonesian Genocide ist bis heute in Indonesien nicht wirklich aufgearbeitet, obwohl die Diktatur von Suharto (1921-2008) schon 1998 beendet wurde. Erst 2012 gab eine Regierung in Jakarta bezüglich dem Indonesian Genocide zu, „dass damals schwere Menschenrechtsverletzungen begangen wurden.“ Die Indonesier müssen sich bis 2012 vorgekommen sein, wie die Deutschen im Rutger-Hauer-Film „Vaterland“, wo Hitler den Krieg gewann und der Holocaust vertuscht wurde.

    Was im Künstlerkollektiv Taring Padi vorging, als hier ihr Anti-Suharto-Plakat plötzlich einem Ansturm von für sie zunächst unverständlichen Protesten ausgesetzt war (vgl. dazu ihre Erklärung: „Wir entschuldigen uns für die Verletzungen“, ist kaum zu ermessen. Doch zunächst zur tiefen deutschen Verstrickung in das düsterste Kapitel der Geschichte Indonesiens.
    People‘s Justice und der Indonesian Genocide

    Die Brutalität und Verschlagenheit des Indonesian Genocide, die Grausamkeit faschistischer Militärs, die Drahtzieherrolle ausländischer Geheimdienste und ihrer heimlichen Geldgeber - das alles ist Thema des inkriminierten Kunstwerks „People‘s Justice“. Einer dieser geheimen Geldgeber der indonesischen Massenmörder scheint 1965 die westdeutsche Regierung gewesen zu sein. So belegte es eine Enthüllung, die vor zwei Jahren aber kaum Wellen in deutschen Medien schlug:

    Bislang geheime Akten des Bundesnachrichtendienstes (BND) erhärten den Verdacht, dass die Bundesrepublik Deutschland die indonesischen Militärs beim Putsch 1965 unterstützte. Der Machtübernahme durch die antikommunistischen Generäle folgte ein Genozid mit Hunderttausenden Toten. Bis heute mussten sich Täter nicht vor Gericht verantworten. Nun steht eine deutsche Mitverantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Debatte.
    Jonas Mueller-Töwe, T-Online Nachrichten, 13.7.2020

    Die Nachrichtenredaktion von T-Online gab im Juli 2020 an, umfangreiche Dokumente aus den Beständen des Bundesnachrichtendienstes ausgewertet zu haben, die eine Kooperation der Bundesrepublik mit den indonesischen Militärputschisten belegen. Die Rede ist von Regierungskontakten auf Offiziersebene, eine BND-Akte schildere Überlegungen, die Putschisten heimlich mit harten D-Mark zu finanzieren. Ein Dokument aus anderer Quelle lege nahe, dass wirklich Gelder flossen, wobei dafür verantwortlich der damalige Staatssekretär Karl Carstens (CDU), der spätere Bundespräsident, sein könnte.

    Das westdeutsche Geld, eine Barzahlung in Höhe von 1,2 Millionen D-Mark, werde „hauptsächlich für Sonderaktionen gegen KP-Funktionäre und zur Durchführung von gesteuerten Demonstrationen benötigt“, heiße es in der Akte. Die BND-Akten legten darüber hinaus den Verdacht einer deutschen Mitverantwortung für die Massaker nahe: Ein auf den 3. November 1965 datierter BND-interner Bericht mit dem Betreff „Föhrenwald“ schildere „ein regelrechtes Abschlachten von Kommunisten“, so das Nachrichtenportal T-Online.

    Es sei zwar unklar, wie genau der BND und die Bundesregierung damals mit dieser Bitte aus Indonesien verfahren wären: Während das Dokument mit dem handschriftlichen Vermerk „Abgelehnt Nichteinmischung“ gekennzeichnet sei, halte der BND unter anderem die zugehörige „Beschaffungsbitte“ aus Gründen des nachrichtendienstlichen Methodenschutzes weiter zurück.

    T-Online.de gesteht ein, das Dokument zwar nicht unabhängig verifizieren zu können, es enthalte jedoch nachweislich richtige Angaben über andere BND-Auslandsoperationen. Der spätere Bundespräsidenten Karl Carstens, sei damals in verdeckte Waffengeschäfte unter Beteiligung des BND verstrickt gewesen. Heute scheint das undenkbar, doch damals war Antifaschismus noch kein westdeutsches Regierungsprogramm.
    Bonner Kommunistenjäger und Nazi-Jurist Globke

    Die Bonner Republik stand im Kalten Krieg treu an der Seite der USA und ihre Vergangenheitsbewältigung der Nazi-Diktatur war noch nicht in Sicht. Später brauchte es den jüdischen Oberstaatsanwalt Fritz Bauer, um gegen erbitterten Widerstand vieler Juristen wenigstens einige NS-Massenmörder im Auschwitz-Prozess anzuklagen. Die Behörden und vor allem die Justiz der BRD war, gelinde gesagt, nicht frei von alten Nazi-Kadern.

    Erinnert sei nur an die Personalie Hans Maria Globke, „der starke Mann hinter Adenauer“. Als Adolf Hitlers Starjurist arbeitete Globke die furchtbaren NS-Rassegesetze aus, als Adenauers Staatssekretär war er später 14 Jahre lang einer der mächtigsten Regierungsfunktionäre der jungen Bundesrepublik. Globke wurde unter Hitler eine steile Beamtenkarriere zuteil: Bis 1945 war er Ministerialrat in Hitlers Reichsinnenministerium, verfasste einen teuflischen Kommentar zu den Nürnberger Rassengesetzen von 1935, welche der Juden-Verfolgung in Deutschland einen „rechtsstaatlichen“ Anschein gaben:

    Als Referent für Fragen der Staatsangehörigkeit schlägt Globke 1938 vor, alle Juden zu zwingen, die zusätzlichen Vornamen „Israel“ und „Sarah“ anzunehmen… Die DDR schlachtet den Fall Globke als Beispiel für die personellen Kontinuitäten zwischen der NS-Zeit und der BRD aus. In einem Schauprozess wird Globke in der DDR in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Im selben Jahr, im Oktober 1963, endet seine Karriere mit dem Rücktritt Adenauers.
    MDR-Doku

    Adenauer, Carstens und die indonesischen Militärs

    Globkes Amtszeit in der BRD währte bis 1963. Dann übernahm Ludwig Erhard die Kanzlerschaft. Doch als Konrad Adenauer 1966 Ben Gurion in Tel Aviv traf, empfingen den CDU-Bundeskanzler israelische Demonstranten, die gegen seine Kumpanei mit Globke protestieren. Erhard gilt als Transatlantiker und ist im Westbündnis ein noch USA-treuerer Partner als der „Gaullist“ Adenauer. 1965 planten Washington und London eine streng geheime Intervention in Jakarta.

    Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass Erhards Staatssekretär Karl Carstens unter Anleitung von US-Geheimdiensten Kontakte zu rechtsextremen Militärs in Indonesien knüpfen sollte. Dass dabei die westdeutsche Staatskasse in Regime-Change-Pläne der USA eingebunden wurde, enthüllte T-Online vor zwei Jahren.

    Dafür spricht auch die Nähe des BND zu federführenden US-Geheimdiensten, die den gewaltsamen „Regime Change“ in Indonesien nach dem Muster der US-Operationen in Guatemala und Iran organisierten. In westdeutschen Geschichtsbüchern suchte man den Indonesian Genocide vergeblich, man fand dort nur die Propaganda-Version der Putschisten, sie hätten einen kommunistischen Umsturzversuch niedergeschlagen. Damit wurde den Opfern des Massenmordes an bis zu drei Millionen Menschen auch noch die Schuld dafür in die Schuhe geschoben.

    Wobei das wahre Ausmaß des Massakers ohnehin jahrelang und bis heute herunter gespielt wurde. Lange waren es in westlichen Schul- und Geschichtsbüchern nur einige Tausend Tote (in der DDR war das anders, aber das tat man im Westen als „Propaganda“ ab). Inzwischen, wo nicht mehr zu leugnen ist, dass mindesten eine halbe bis eine Million Opfer zu beklagen sind, spricht man von „Hunderttausenden“ Toten.
    „Es gab da Massenmorde“

    Bei unseren Kulturpolitikern, -Managern und -Journalisten dürfte historisches Wissen über die oft peinlich verschwiegenen Aspekte westlicher Politik eher rar sein. Immerhin erwähnt Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol, im NDR-Interview die Suharto-Diktatur. Doch vom Ausmaß der Verbrechen oder gar von möglichen westdeutschen Verstrickungen scheint sie aber nicht gehört zu haben:

    Taring Padi ist eine Gruppe, die sich Ende der 1990er-Jahre gegründet hat, aus der Erfahrung der Diktatur Suhartos, die da gerade zu Ende ging. Das war eine sehr harte Erfahrung für Indonesien: Das war ein Diktator, der als der korrupteste Diktator der Welt galt. Es gab da Massenmorde. Suharto wurde von den westlichen Mächten im Rahmen des Kalten Krieges unterstützt, wie das so oft war bei diesen Regimes. Diese Gruppe nutzt Agitprop-Ästhetik, Karikaturen, sehr politische Zeichnungen und Banner dazu, um Kunst in die Gesellschaft zu tragen.
    Elke Buhr im NDR

    Elke Buhr hatte zeitweise die documenta-Kuratoren gegen die Vorwürfe des Antisemitismus in Schutz genommen. Sie hatte für Verständnis mit Künstlern aus den Ländern des Südens und für die Freiheit der Kunst plädiert. Das großflächige Wimmelbild People‘s Justice wurde seit 20 Jahren ausgestellt, meist in Indonesien, aber auch in Australien - wo es, nebenbei bemerkt, die dortige jüdische Gemeinde offenbar nicht zu Protesten anregte.
    Bundespräsident, Kunst und Politik

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier forderte in seiner kritischen Documenta-Rede, die Kunst müsse sich, wenn sie das Terrain der Politik betrete, an politischen Maßstäben messen lassen, könne sich nicht auf die Freiheit der Kunst berufen. Steinmeier setzte sich aber nicht wirklich mit dem als antisemitisch inkriminierten Kunstwerk auseinander, geschweige denn mit dessen Hintergrund: Der Indonesian Genocide von 1965/66 gilt als der nach dem Holocaust zweitschlimmste Völkermord des 20.Jahrhunderts mit mindestens einer halben bis drei Millionen Todesopfern.

    Massakriert wurde von den an die Macht geputschten Militärs und ihren Todesschwadronen die Kommunistische Partei Indonesiens, die mehr als drei Millionen Mitglieder zählte. Ganze Familien wurden grausam getötet, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde danach jahrzehntelang vertuscht und die Ermordeten damit ein zweites Mal getötet. Es hätte unserem Bundespräsidenten gut angestanden, sich mit möglichen deutschen Verstrickungen in diese Massenmorde auseinanderzusetzen.

    Antisemitismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Das gilt aber auch für die Finanzierung von Putsch und Völkermord und vielleicht hilft der aktuelle Documenta-Eklat, einen ganz anderen Skandal endlich bekannt zu machen: Die fortgesetzte Anwendung von Massenmord als Mittel geheimer Außenpolitik -die „Jakarta-Methode“.
    Die „Jakarta-Methode“: Massenmord als Außenpolitik

    Die deutsch-indonesischen Beziehungen gelten als gut, besonders nach dem Suharto-Putsch und dem Indonesian Genocide. 1970 war Diktator Suharto auf Staatsbesuch in Westdeutschland, noch 1996 bekam er Staatsbesuch von Bundeskanzler Helmut Kohl, man sprach von persönlicher Freundschaft Kohls mit dem Massenmörder Suharto.

    Der Waffenhandel profitierte: 1992 lieferte die BRD Indonesien etwa 39 Landungsboote und Korvetten aus Altbeständen der DDR, die wurden 1999 und 2000 kurz nach dem Ende der Diktatur von Milizen bei Massakern im Osttimor eingesetzt.

    1965 war es für die USA heikel, in Jakarta zu intervenieren, was eine Einbindung der westdeutschen Verbündeten nahelegte:

    Ich sollte betonen, dass die materielle Unterstützung der USA für Indonesien damals recht gering war, weil es für die USA sehr riskant war, die indonesische Armee offen gegen Sukarno zu unterstützen, denn Sukarno war noch Präsident, die USA waren damals in Indonesien nicht sehr populär, und so mussten die CIA und die US-Regierung bei der Unterstützung im Allgemeinen äußerst vorsichtig sein, um sicherzustellen, dass diese Unterstützung nicht öffentlich bekannt wurde.
    Bradley Simpson, 1965tribunal

    Eine westdeutsche Verwicklung in den Putsch von Jakarta 1965 kann heute kaum noch geleugnet werden, auch wenn die Bundesregierungen entsprechende Akten weiterhin geheim halten. Auch eine deutsche Mitverantwortung an Genozid wurde vor zwei Jahren diskutiert, der BND förderte wohl indonesische Putschisten - die von T-Online geleakten Akten legen nahe, dass die Putschisten mit deutschen Steuergeldern versorgt wurden (siehe: hier und hier).

    Im Bundestag protestierte die Linksfraktion, medial wenig beachtet, gegen die Geheimhaltung wesentlicher Akten zur deutschen Verwicklung in die Massaker in Indonesien. André Hahn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums, wollte in einer Parlamentarische Anfrage wissen, ob der T-Online-Bericht zutreffend sei – was die Bundesregierung schriftlich dementierte.

    Hahn kritisierte nach Akteneinsicht die mangelnde Transparenz der Bundesregierung: „Die darin enthaltenen konkreten Zahlen zu tatsächlich geleisteten Unterstützungen des Regimes sollen offenkundig nicht bekannt werden.“

    Demnach verdichten sich auch für den Abgeordneten die Hinweise, „dass der BND formell eine Mitverantwortung an den Massenmorden trägt“.
    Verschleierung von Völkermord

    Der „Spiegel“ hatte 1967 noch die Propagandaversion des Diktators Suharto ventiliert ("kommunistischer Putschversuch") und sich über den gestürzten Präsidenten Sukarno lustig gemacht, er sei „in Socken“ geflohen. Eine zynische Haltung angesichts von Millionen Opfern und besonders bestialischer Massenmorde -"killing were extremely savage", schreibt John Gittings in „The Indonesian Massacres, 1965-66“.

    Erst im Jahr 2015 kamen bezüglich des Massakers mit „Indonesien 1965ff.“ erstmals Indonesier in Deutschland zu Wort. Das Lesebuch erzählt ein grausames Kapitel aus der jüngsten Vergangenheit, das hierzulande nahezu unbekannt ist.

    Heute erhebt Jonas Mueller-Töwe auf T-Online die Frage: Deckte Deutschland den blutigen Putsch von 1965? Mueller-Töwe schreibt auch für die beliebte Checker-Site Correctiv, trotzdem blieb das Medienecho verhalten.

    Seine Kollegen von Neuen Deutschland legten nach zur deutschen Jakarta-Connection: Dass der BND 1965 weitere Leute vor Ort hatte, sei nachweisbar, der 1992 in München verstorbene Rudolf Oebsger-Röde gehöre dazu. Oebsger-Röde war SS-Obersturmbannführer, SD-Mann und Chef von Einsatzgruppen, dann hatte er bei der Organisation Gehlen, dem späteren BND, angeheuert. Wie viele Geheimdienstler war Ex-SS-Mann Oebsger-Röde ab 1959 in Indonesien in der Maske des Journalisten unterwegs, als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung.

    Im Juni 1968 bestätigte der damalige BND-Präsident Gerhard Wessel - laut Protokoll - dem Bundestags-Vertrauensgremium, der BND habe nicht nur die indonesischen Militärs bei der „Zerschlagung der KPI“ mit Beratern, Ausrüstung und Geld unterstützt. Der spätere Staatschef Suharto habe, so Wessel, dem Dienst sogar einen »große(n) Anteil (…) am Erfolg« der Operation zugeschrieben.
    Neues Deutschland, 19.7.2020

    Mit der immer noch weitgehenden Geheimhaltung der deutsch-indonesischen Verstrickungen wie auch des Indonesian Genocide könnte es bald vorbei sein. Das laut dem US-Historiker Professor Geoffrey Robinson „most ignored event of mass killing of the 20th century“, der am meisten ignorierte Massenmord des 20.Jahrhunderts, könnte demnächst ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.
    Die Jakarta-Methode: Washingtons antikommunistischer Kreuzzug

    „Die Jakarta-Methode: Washingtons antikommunistischer Kreuzzug und das Massenmordprogramm, das unsere Welt prägte“ lautet der Titel eines Sachbuchs, das der US-amerikanische Journalist und Autor Vincent Bevins 2019 vorlegte. In drei Monaten soll endlich eine deutsche Übersetzung vorliegen.

    Das Aufsehen erregende Buch „...handelt von der Unterstützung und Mitschuld der US-Regierung an den Massenmorden 1965-66, bei denen schätzungsweise eine Million Menschen getötet wurden (die Opferzahlen variieren zwischen 500.000 bis zu drei Millionen Toten), um die politische Linke und die Reformbewegungen im Lande zu vernichten.“ (Rainer Werning, 05.12.2021)

    Doch damit nicht genug, das Buch beschreibe auch spätere Wiederholungen der Strategie des Massenmords in Lateinamerika und anderswo. Die Massentötungen in Indonesien durch die von den USA und ihren Verbündeten (auch Westdeutschland) unterstützten indonesischen Militärs waren „bei der Ausmerzung des Kommunismus so erfolgreich“, dass der Begriff „Jakarta“ später eigens verwendet wurde, um auf die völkermörderischen Aspekte ähnlicher, späterer Pläne der USA bzw. „des Westens“ hinzuweisen, so Werning.

    1965 tobte der Vietnamkrieg und Washington glaubte an Eisenhowers Dominotheorie, dass asiatische Staaten, Thailand, Malaysia, Indonesien, Südkorea, wie Dominosteine umkippen und kommunistisch werden könnten. Werning nach gab es der PKI zufolge Mitte der 1960er Jahre 18 Millionen Mitglieder und Sympathisanten von der PKI-nahen Organisationen: Die Gewerkschaft Sobsi, die Volksjugend, die Frauenbewegung Gerwani sowie die Bauernfront.

    Vincent Bevins „Die Jakarta-Methode: Wie ein mörderisches Programm Washingtons unsere Welt bis heute prägt“, erscheint im Oktober 2022 bei Papyrossa, die ihren Autor als mehrjährigen Brasilien- und Südostasien-Korrespondent der Los Angeles Times bzw. der Washington Post beschreibt.

    Der preisgekrönte Publizist Vincent Bevins erinnert an ein Massenmordprogramm, das in anderen Teilen der Welt gezielt nachgeahmt wurde, so in Brasilien, Chile oder Argentinien... Große Teile des globalen Südens gingen nicht friedlich in das US-geführte Lager über.
    Papyrossa-Verlagsinformation

    Gebt die fehlenden BND-Akten frei!

    Ob und inwieweit die Entfernung des Kunstwerks „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi etwas mit den verzweifelten Versuchen westlicher Geheimdienste zu tun hat, ihre „Jakarta-Methode“ weiter zu verbergen und den Indonesian Genocide weiter herunterzuspielen, ist eine raunende Spekulation.

    Aber, dass es hier einen hässlichen Hintergrund gibt, ist nicht zu leugnen. Vielleicht werden wir mehr erfahren, wenn Bundeskanzler Olaf Scholz die betreffenden BND-Akten endlich freigibt.

    Das deutsche Wikipedia kennt im „BND“-Eintrag keine Verbindung des BND zu Indonesien. Aber immerhin wird die nach Staatssekretär Reinhold Mercker benannte Mercker-Kommission zum BND kurz erwähnt:

    Der bis heute in Teilen als geheim eingestufte Mercker-Bericht deckte 1968 laut Presseberichten Führungsmängel, Vetternwirtschaft, Korruption sowie Missbrauch und Fehlverwendung von Haushaltsmitteln auf. Weiterhin soll der BND einen signifikanten Teil seiner Ressourcen auf das Ausspähen westdeutscher Politiker verwendet haben.
    CIA Readingroom

    Innenpolitisch darf der BND als Auslandsnachrichtendienst genauso wenig tätig werden wie sein großer Bruder CIA in den USA. Und er tat es doch, etwa für den Hitler-Juristen und Adenauer-Mann Hans Maria Globke beim Ausspionieren der SPD.

    Der Historiker Klaus-Dietmar Henke bemerkt zu Globke, dieser „war der verschwiegene Helfer beim innenpolitischen Missbrauch des Auslandsnachrichtendienstes. Er lebte mit Gehlen in einer machtpolitischen Symbiose zu beiderseitigem Nutzen und zur Machtsicherung des Gründungskanzlers der Bundesrepublik Deutschland.“
    Literatur und Quellen

    Klaus-Dietmar Henke: Auslandsnachrichtendienst in der Ära Adenauer. In: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 18–19 (2014), S. 36. zit.n. https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesnachrichtendienst

    dtv-Atlas zur Weltgeschichte: 1965 „Militärputsch zur Entmachtung Sukarnos und Zerschlagung der KP, antikommunistische Demonstrationen fordern über 87.000 Tote“, dtv-Atlas zur Weltgeschichte Bd.2, 3.Aufl., München 1968, S.263

    Keller, Anett: Suharto-Aufarbeitung in Indonesien: Ein monströses Verbrechen, taz 25.7.2012

    Keller, Anett: Indonesien 1965ff. Die Gegenwart eines Massenmordes. Ein politisches Lesebuch. Regiospectra Verlag, Berlin 2015

    Türk, Harry/Diethelm Weidemann: Indonesien ’65 -Ereignisse, Tatsachen, Zusammenhänge; Militärverlag der DDR, Berlin 1975, Türk/Weidemann schreiben (Klappentext): „die Anatomie eines Militärputsches, bei dem eine halbe Million Indonesier bestialisch getötet wurden“.

    Cribb, Robert: Unresolved Problems in the Indonesian Killings of 1965-1966, 2002, Asian Survey vol. 42/4, pages 550-563

    Roosa, John/Joseph Nevins: The Mass Killings in Indonesia, Counterpunch, November 5, 2005

    Howland, Richard Cabot: The Lessons of the September 30 Affair , APPROVED FOR RELEASE 1994, CIA HISTORICAL REVIEW PROGRAM, 2 JULY 96, Perspective on Indonesia Coup and Counter Reaction: October 1965- March 1966, 142.Memo for President Johnson, Washington, October 1, 1965

    #Allemagne #Indonésie #services_secrets #BND #Organisation_Gehlen #génocide #anticommunisme #nazis

  • « Erinnerungspolitischer Skandal »
    https://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/zeitgeschichte-erinnerungspolitischer-skandal-1.4775232

    Ce tournant d’histoire m’a échappé. Depuis le 19 septembre 2019 le parlement européen considère l’URSS comme responsable pour la deuxième guerre mondiale. La quasi totalité des représentants des peuple de UE partage et soutient désormais les faussaires d’histoire et réactionnaires dangereux qui nous font chier avec ce baratin revanchiste depuis la séparation de l’Allemagne par la fondation de la Bundesrepublik Deutschland en 1949. Cette droite crypto-fasciste a désormais gagné les esprits politiques ce qui ne laisse rien présager de bon.

    28.1.2020 von Helmut Zeller - Die österreichischen Lagergemeinschaften Dachau und Ravensbrück protestieren gegen eine EU-Resolution, die nationalsozialistische mit stalinistischen Verbrechen gleichsetzt und der Sowjetunion eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gibt

    Die schönen, zum Teil auch beeindruckenden Reden von Staatsoberhäuptern und Regierungschefs zum Holocaust-Gedenktag am Montag sind verklungen - für die Überlebenden des Naziterrors kehrt wieder der Alltag mühseliger Erinnerungsarbeit ein: und das gleich mit einem geschichtspolitischen Skandal. Die österreichischen Lagergemeinschaften Ravensbrück und Dachau, die mit dem Internationalen Dachau-Komitee (CID) assoziiert sind, protestieren gegen „die unsägliche Entschließung“ des europäischen Parlaments zur Erinnerungspolitik unter der Kennzeichnung P9-TA-PROV (2019) 0021. Es geht im wesentlichen um zwei Punkte: Die Resolution vom 19. September 2019 setzt die Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere den Holocaust, mit den stalinistischen Verbrechen gleich und behauptet eine Mitschuld der Sowjetunion am Zweiten Weltkrieg. „Damit stellt dieser medial weitgehend unbemerkte Skandal einen gravierenden historischen Rückschritt dar, der eine alarmierende Machtverschiebung im europäischen Parlament signalisiert“, kritisieren die Sprecher beider Lagergemeinschaften.

    Gegen diese Umdeutung der Geschichte haben die beiden Organisationen, die vor 70 Jahren von KZ-Überlebenden gegründet worden sind, bereits Anfang November 2019 eine gemeinsame Protestnote verfasst. Sie richtete sich an die österreichischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie die Parteivorsitzenden der österreichischen Parlamentsparteien. Bis heute haben die Lagergemeinschaften jedoch keine Antwort erhalten, wie Ernst Berger und Eva Friedler, Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau, mitteilten. Nun wenden sich die Vereinigungen in einer Online-Petition gegen die Entschließung und fordern deren Rücknahme. Die Petition soll auch noch als Inserat im Standard veröffentlicht werden. Auch andere Verfolgtenorganisationen unterstützen die Petition, etwa das Internationale Komitee der Vernichtungs- und Konzentrationslager der Nazis und der FIR (Féderation Internationale Des Résistants - Association Antifasciste).

    Ernst Berger und Eva Friedler sowie Bernadette Dewald, Brigitte Halbmayr und Helga Amesberger, Sprecherinnen der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück, sind über den Inhalt der Entschließung des EU-Parlaments entsetzt. Grundsätzlich finden sie die Absicht des EU-Abgeordneten gut, die Erinnerung an die Verbrechen im 20. Jahrhundert wachzuhalten und das Friedensprojekt der europäischen Einigung voranzutreiben. „Aber nicht so“, heißt es in ihrer Petition. „Die in der Resolution enthaltene Geschichtsdarstellung widerspricht nicht nur anerkannten Ergebnissen der zeitgeschichtlichen Forschung - die im Übrigen für die Sowjetunion auch die höchste zivile und militärische Opferzahl des Zweiten Weltkriegs feststellt - sie greift auch den antinazistischen Konsens an, der den Sieg über Nationalsozialismus und Faschismus in Europa erst ermöglichte.“

    Tatsächlich zielt die EU-Resolution auf eine Gleichsetzung der stalinistischen Verbrechen mit dem industriellen Massenmord an den europäischen Juden und anderen Verbrechen des NS-Staates, etwa der Vernichtungspolitik gegen Roma und Sinti. Außerdem wird die Schuld Nazideutschlands am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs relativiert, indem der Hitler-Stalin-Pakt als eigentlicher Kriegsgrund genannt wird. „Nun soll hier dieser Pakt auch gar nicht beschönigt werden, im Übrigen allerdings auch nicht der Vertrag von München, doch es war Hitler, der den Krieg wollte und von Expansion träumte. Zudem wird in der Entschließung Nationalsozialismus und Kommunismus gleichgesetzt, als wäre die Sowjetunion - bei aller Kritik an den stalinistischen Verbrechen - nicht Teil der Alliierten gewesen, die Europa von der Vernichtung und dem Vernichtungskrieg befreiten.“

    Die Resolution steht in einer Folge von geschichtsrevisionistischen Strömungen in Europa, die schon seit vielen Jahren an Einfluss zu gewinnen versuchen. Etwa die Theorie des „doppelten Genozids“, die ihren Ausgang in Litauen nahm, und kommunistische mit nationalsozialistischen Verbrechen gleichsetzt. Die litauische Geschichtspolitik setzt die Litauer ausschließlich als Opfer von Nazis und Sowjetregime und verdeckt so die intensive Kollaboration mit Hitlerdeutschland. So informiert das „Haus der Opfer des Genozids“ in Litauen nur zu einem kleinen Teil über den Massenmord an den mehr als 200 000 litauischen Juden. Die Beteiligung litauischer Widerstandskämpfer gegen das Sowjetregime an der Judenvernichtung wird weitgehend ausgeklammert.

    In der Praxis kommt es zu einer Täter-Opfer-Umkehr. So ermittelte die Staatsanwaltschaft 2008, um nur ein Beispiel zu nennen, gegen die Holocaust-Überlebende Fanja Brancovskaja aus Vilnius, die im Jahr 2009 das Bundesverdienstkreuz erhielt, weil sie 1943 aus dem Ghetto fliehen konnte und sich einer Partisaneneinheit angeschlossen hatte. Der Vorwurf: Kriegsverbrechen. Die Hexenjagd auf die Überlebende ging 2017 weiter. Die Theorie des „doppelten Genozids“ ging auch in die sogenannte Prager Erklärung von 2008 ein, in der stalinistische mit nazistischen Verbrechen ebenso gleichgesetzt wurden.

    Auf diese Erklärung, die damals auch vom späteren deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck unterschrieben wurde, beruft sich die aktuelle Resolution des EU-Parlaments. Eingebracht wurde sie von 19 Abgeordneten (18 aus Polen, einer aus Litauen), angenommen wurde sie von einer großen Mehrheit der Abgeordneten aller Fraktionen (535 Ja-Stimmen, 66 Ablehnungen und 52 Enthaltungen). Auch alle österreichischen Abgeordneten (mit Ausnahme der Grünen-Politikerin Monika Vana, die sich der Stimme enthielt) tragen die Resolution mit.

    Die Lagergemeinschaften kritisieren, dass die Abgeordneten „mit ihrer Zustimmung die Intention der polnischen Regierung unterstützen, international eine neue, revisionistische Erinnerungspolitik zu installieren, die die alleinige Schuld des nationalsozialistischen Deutschland am Vernichtungskrieg relativiert“. Ernst Berger und seine Mitstreiterinnen sehen in der Resolution „ein weiteres Zeichen dafür, dass es der rechtspopulistischen Regierung Polens gelingt, Mehrheiten für eine Erinnerungspolitik zu gewinnen, in der alle totalitären Regime gleichgesetzt werden. Damit wird den rechtsextremen Kräften in ganz Europa in die Hände gespielt“. Die Zustimmung nahezu aller österreichischen EU-Abgeordneten sei ein unerträglicher Affront für die Opfer des Nationalsozialismus. Viele Verfolgte hätten nach der Befreiung aktiv am demokratischen Aufbau Österreichs und Europas mitgearbeitet. Die EU-Entschließung, die auf der Verzerrung von historischen Fakten basiere, widerspreche dem Gedenken an die NS-Opfer und missachte das Engagement der Verfolgten in eklatanter Weise.

    Textes adoptés - Importance de la mémoire européenne pour l’avenir de l’Europe - Jeudi 19 septembre 2019
    https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2019-0021_FR.html

    #Europe #revanchisme #anticommunisme #histoire #URSS #Pologne

  • Who are the Falun Gong ? | Foreign Correspondent
    https://www.youtube.com/watch?v=QzlMQyM8p74

    Tu penses que le #catholicisme est réactionnaire ? Vas d’abord voir chez les Falun Gong .

    Dans ce reportage #Foreign_Correspondent publie des témoignages sur les conséquences pratiques du culte #Falun_Gong sur la vie de ses disciples. On comprend que c’est d"abord une secte religieuse comme d’autres. Le reportage fournit des informations qui soutiennent que c’est aussi une organisation fasciste sans le qualifier ouvertement comme tel. Tous les éléments sont là dont le soutien que Falun Gong apporte à #Donald_Trump.

    L’idée que les métis sont la conséquence d’intrigues d’extraterrestres semble d’abord risible, mais pris au sérieux par des millions de disciples c’est un élément d’idéologie fasciste. L’idée des 81 exterminations de l’humanité n’ajoute pas un iota d’humanisme à l’idéologie suicidaire et génocidaire du falun gong.

    Avec sa puissance financière, son empire d’organisations et ses activités médiatiques dans le monde entier le gourou fondateur #Li_Hongzhi et ses disciples sont un danger derrière une façade souriante. Leur propagande pour le retour à « la Chine avant le communisme » défend un modële de société sans état de droit pratiquant les pieds bandés et l’extermination de la famille entière des délinquents.

    Histoire de Falun Gong (2001)
    https://www.persee.fr/doc/perch_1021-9013_2001_num_64_1_2604
    https://hub.hku.hk/bitstream/10722/194523/2/Content.pdf

    Voilà du racisme, même s’il ne peut avoir d’importance au niveau individuel que pour les croyants : Li Honzhi nous laisse qu’un toute petite part du paradis. Le gros est réservé aux « Chinois ».

    Le souci de pureté de Li Hongzhi s’étend aux races humaines. « II n’est pas permis de mélanger les races du monde. Maintenant que les races sont mélangées, cela crée un problème extrêmement grave ». Car chaque race a son propre monde céleste : la race blanche a son Paradis, qui occupe une toute petite partie de l’univers ; la race jaune possède ses mondes du Bouddha et du Tao qui remplissent presque tout l’univers. Or les enfants issus de mélanges raciaux ne sont liés à aucun monde céleste, « ils ont perdu leur racine » . La loi cosmique interdit les mélanges culturels et raciaux : ainsi, selon Li Hongzhi, Jésus interdit à ses disciples de transmettre sa foi vers l’Orient. C’est pour cela qu’à l’origine, l’Occident et l’Orient étaient séparés par d’infranchissables déserts, une barrière que la technique moderne a détruite.
    Lorsqu’il y a mélange racial [...], le corps et l’intelligence des enfants sont malsains. [...] La science moderne le sait, chaque génération est inférieure à la précédente

    Il y un élément très efficace dans le Falun Gong Dafa qui met à sa juste place la caste médicale, toujours si on est disciple de Li. Le gourou chinois se définit en guérisseur suprême par l’esprit comme dans les temps quand la médecine moderne dite scientifique n’avait pas encore poussé de leur piédestal les superstitions anciennes.

    Le véritable disciple de Li Hongzhi ne doit pas prendre de médicament en cas de maladie. Les soins thérapeutiques ne font que déplacer la maladie , qui provient d’un corps subtil dans un espace profond qui n’est nullement touché par le traitement. La maladie est un moyen de repayer sa dette karmique : il faut donc la laisser suivre son cours naturel, à moins que Li Hongzhi lui- même n’intervienne pour l’éradiquer. Si l’homme ordinaire peut prendre des médicaments, l’adepte de l’ascèse, s’il veut éliminer son mauvais karma, doit s’en abstenir. Il lui est également interdit de soigner d’autres personnes par le Falun Gong.
    ...
    Ceux qui prétendent soigner ont le corps possédé.

    Vu d’aujourd’hui le Falun Gong s’est développé à partir d’un courant chinois sectaire du qui gong dans une organisation fasciste internationale qui recrute de nouveaux disciples parmi les perdus du monde capitaliste qui ont besoin d’une explication de leurs souffrances et d’une idéologie qui les élève au dessus de leurs concitoyens qui demeurent dans le cercle vicieux de la course à la réussite individuelle.

    Le sectarisme du Falun Gong renforce cette dynamique génératrice d’antagonisme confirmant la vision d’un monde partagé entre les disciples sauvés de Li Hongzhi et le reste du monde possédé par les démons. Le fondamentalisme du Falun Gong qui appelle à l’exclusion mutuelle des croyances, des pratiques et des races, et qui interdit d’absorber des idées, des techniques ou des substances (médicaments) étrangers à l’œuvre du Maître, contrarie la tendance syncrétique d’une certaine tradition chinoise toujours soucieuse d’intégrer dans l’harmonie les meilleurs éléments du monde. ... La mort d’adeptes pour cause de refus de soins thérapeutiques attira l’attention critique des médias sur le Falun Gong vers la même période, ajoutant au complexe de persécution de la secte. Et les manifestations répétées d’adeptes avant et après le commencement de la répression officielle, devant les bureaux de journaux, autour de Zhongnanhai, sur la Place Tiananmen — qui ne peuvent que durcir la réaction ô combien prévisible de l’Etat dans la logique du système politique chinois — semblent calculées pour engager le pouvoir sur un champ de bataille moral opposant le Démon persécuteur aux Héros martyrs.
    ...
    L’épisode du Falun Gong montre que le millénarisme chinois n’est pas mort : quelle sera sa prochaine manifestation ?

    Nine familial exterminations
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Nine_familial_exterminations

    Extermination des homosexuels
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Teachings_of_Falun_Gong
    Dans « Wikipedia/Teachings of Falun Gong » on trouve des passages critiques comme le suivant.

    Li additionally stated in a 1998 speech in Switzerland that, "gods’ first target of annihilation would be homosexuals."Although gay, lesbian, and bisexual people may practice Falun Gong, founder Li stated that they must “give up the bad conduct” of all same-sex sexual activity.

    Le texte de l’article « History of Falun Gong » dans Wikipedia par contre fait évidamment partie des campagnes de propagande de la secte contre la Chine. On n’y trouve aucune analyse de la croissance du culte et de son organisation. Les mesures de la Chine y sont présentées comme injustifiées et cruelles.

    Je souffre d’une allergie innée aux croix gammées, alors en espérant d’en partager la sensation avec vous voilà le symbole officiel de la secte.


    Il est composé de cing swastikas dont je ne veux même pas apprendre la signification. Le design en soi est suffisament écoeurant.


    N. B. vous remarquez l’expression de l’esprit originel allemand : nos designers #nazis ont inversé le sens des crochets de la swastika religieuse. En Asie ça tourne vers la gauche, en Allemagne on l’a établi en symbole conséquent qui est orienté à droite ;-)

    #Chine #Taiwan #USA #Australie #presse #médias #religion #sectes #fascisme #anticommunisme #qui_gong

  • Berlinskij Kreml / The Terror Machine, de Gregory Klimov, Le prix de la liberté, addendum à la deuxième édition du livre, 1971,
    https://g-klimov.info/klimov__pesn_pobeditelya_ru/pesn_pobeditelya_20.html

    On ne trouve ce texte en ligne que dans la version russe du livre. Vu d’aujourd’hui, plus de soixante dix ans après sa première publication et plus de cinquante ans après celle de l’addendum, ce texte nous révèle deux éléments intéressants de l’histoire de la guerre froide.

    D’abord Klimov raconte que le systéme de gestion des DP (displaced persons) états-unien était géré par des gangsters qui pillaient les réfugiés, les torturaient et les utilisaient comme monnaie d’échange pour leurs deals avec les services secrets de l’URSS. Il s’agit des observations personnelles du vécu l’auteur en 1947. Dans la deuxième partie du texte on découvre le résultat de la transformation d’un jeune homme brillant sous l’impression des persécutions stalinistes et états-uniennes et de sa tentative manquée to sort things out .

    En 1971 déjà Gregory Klimov se réfugie dans des idées dignes des médecins eugénistes nazis qui tournent autour de la décadence. Il explique cette vue du monde plus explicietement dans un autre texte. C’est remarquable car il anticipe une partie de la pensée russe post-soviétique dont se servent les poutinophobes pour dénoncer les Russes comme fascistes.

    Grigory Klimov « Le chant du vainqueur »
    Le prix de la liberté
    Addendum à la deuxième édition du livre
    De nombreux lecteurs de « Le Kremlin de Berlin » se sont demandé : « Et que s’est-il passé ensuite ? »
    Lorsque je leur en ai parlé, ils se sont exclamés : « Mon Dieu, c’est si intéressant ! Pourquoi ne l’avez-vous pas décrit ? »
    J’ai donc décidé de décrire les choses « intéressantes » que je n’avais pas décrites auparavant.
    Si aujourd’hui, en 1971, un touriste soviétique, un marin ou un Kagabeshnik saute d’un train ou d’un bateau à vapeur, il est immédiatement emmené en Amérique. Crier dans la presse qu’il a choisi la liberté américaine est une forme de guerre psychologique. Même la fille de Staline a été emmenée en Amérique.
    C’est parce qu’aujourd’hui, les États-Unis et l’URSS sont officiellement ennemis. Lorsque j’ai choisi la liberté, en 1947, ils étaient officiellement amis et alliés. Et il n’y avait pas encore de guerre psychologique. L’élection de la liberté était un peu différente à l’époque. À l’époque, je travaillais comme ingénieur principal pour la SVA, l’administration militaire soviétique en Allemagne.
    Dans ma quête de liberté, j’ai essayé de demander aux alliés occidentaux, les Britanniques et les Américains, ce que l’on appelle l’asile politique par le biais d’intermédiaires allemands. C’était un geste de courtoisie. Mais les gentilshommes alliés ne voulaient rien entendre.
    Au même moment, les journaux berlinois écrivaient que les Britanniques avaient échangé leur agent-espion Igor Stern, qui s’était endormi et avait été arrêté dans la zone soviétique, contre un officier soviétique qui avait choisi la liberté et demandait « l’asile politique » dans la zone anglaise.
    Quelques années plus tard, les Anglais ont condamné ce même Igor Stern à 10 ans de prison pour des faits délictueux. Et le Russe, qui cherchait la liberté, a payé de sa vie ce Stern.
    Comme j’ai été l’un des premiers à arriver au Kremlin à Berlin, j’ai eu un bon appartement et beaucoup de bonnes choses. Les officiers démobilisés avaient le droit d’emporter tout cela comme trophée. Je donnais maintenant toutes ces bonnes choses à mes bons amis. C’étaient des majors et des lieutenants-colonels du service du génie, presque tous membres du Parti. Lorsqu’ils ont reçu mes cadeaux, ils ont deviné que j’allais partir n’importe où, mais pas en URSS. Certains d’entre eux me l’ont directement laissé entendre. Mais moi, avec un pistolet dans ma poche, je me suis entêté :
    – Je vais à Moscou !
    Un camarade major, après s’être donné du courage avec un verre de vodka, m’a avoué qu’il avait un oncle à Paris et m’a proposé d’écrire son adresse. Je secouai la tête :
    – Je vais à Moscou !
    En guise de cadeau d’adieu, j’ai offert à Inga, une gentille petite amie allemande, toute une cargaison d’objets. Elle aussi a compris qu’un officier soviétique qui partait en Russie ne donnait pas toutes ses affaires, et elle m’a dit : "Écoute, veux-tu que je t’aide ?
    – Écoute, veux-tu que je t’aide à t’enfuir en Allemagne de l’Ouest ?
    Je me tais.
    « J’ai un camarade de classe », dit Inga. - Il était dans la SS pendant la guerre. Maintenant, il s’occupe de faire passer la frontière aux gens. C’est vrai, je devrais vous dire qu’à la frontière, il les tue, leur tire une balle dans la nuque et les vole..... Mais je lui dirai que tu es mon fiancé, et il ne te tuera pas.... Tu veux que je vienne avec toi ?"
    Je l’ai remerciée et j’ai dit que j’allais à Moscou. Oh, cette Inga était une bonne femme. Il est bon de s’en souvenir !
    Finalement, avec l’aide d’intermédiaires allemands, je suis arrivé en voiture dans un village frontalier de Thuringe. Le soir, deux guides, père et fils, paysans locaux, m’ont fait passer la frontière. Ils empruntaient souvent ces chemins forestiers pour se rendre chez leurs parents de l’autre côté de la frontière.
    C’était une nuit d’hiver lumineuse. Me souvenant de l’histoire d’Inga, je marche derrière mes guides - avec un parabellum dans ma poche - juste au cas où. Sous mon manteau est accroché à mon épaule, la bouche vers le bas, un fusil automatique allemand. Des grenades et des chargeurs de rechange pour la mitrailleuse sont éparpillés dans mes poches. C’était au cas où les gardes-frontières soviétiques nous croiseraient.
    Nous avons marché ainsi pendant deux ou trois heures. Et nous sommes arrivés sans encombre à la première gare de la zone américaine. Derrière le bâtiment de la gare, j’ai payé mes conducteurs : je leur ai donné, je crois, mille marks d’occupation, ce qui, à l’époque, représentait environ 5 dollars américains. C’était le premier paiement pour la liberté et, je dois le dire, je l’ai gagné très honnêtement. En guise de récompense, j’ai donné à mes guides mon parabellum, mon fusil automatique et mes grenades à main, ce dont ils m’ont vivement remercié et m’ont longuement salué. Peut-être ne s’attendaient-ils pas à avoir tout un arsenal derrière eux.
    Je suis monté dans le train. Allons-y. Je ne sais même pas où. Loin de la frontière. J’étais tellement concentré sur mon évasion de la zone soviétique que je n’ai pas pensé à ce que je ferais dans la zone américaine. Je me perdais parmi les Allemands, je jetais un coup d’œil et nous verrions ensuite. À cette fin, j’ai même obtenu une carte d’identité allemande au nom de Ralph Werner.
    Bientôt, la police militaire américaine commence à marcher le long du train : les Alliés vérifient les documents. Je montre ma kennecard et je suis arrêté. À la gare suivante, les Alliés me remettent à la police allemande. Je demande à l’aimable policier allemand ce qui se passe. Il s’avère que ma fichue carte d’identité provient de la zone soviétique et qu’ils ont d’autres cartes d’identité ici. Herr Werner sera donc renvoyé dans la zone soviétique par le prochain train. Le policier compatit beaucoup avec moi, mais c’est l’ordre des autorités d’occupation américaines : renvoyer tous les réfugiés allemands de la zone soviétique. Y compris Herr Werner.
    Voyant qu’il n’y avait rien à faire, j’ai sorti d’une autre poche ma carte d’identité SBA (Administration militaire soviétique), où j’étais représenté en uniforme d’officier soviétique.
    Le lendemain, je me suis retrouvé chez les Alliés, dans une villa de campagne près de Kassel, où il y avait une sorte de maison de vacances pour les officiers de renseignement américains. L’après-midi, l’un d’entre eux m’a invité à participer à une compétition de tir au pistolet. Nous avons tiré dans la cour sur des morceaux de bois de chauffage fraîchement sciés, en les mettant sur la crosse. L’éclaireur américain sortait de derrière sa ceinture un revolver court, presque sans canon, comme celui que portent les fringants agents du F.B.I. dans les films. Il a également tiré comme un cow-boy au cinéma - de la hanche, sans viser. Et, bien sûr, il ratait tout le temps.
    Il a ensuite sorti de sa poche un Colt de calibre 32 et me l’a tendu. Comme je tirais avec une arme normale et d’une manière normale, mes résultats étaient bien meilleurs. Mais je soupçonne qu’après cela, l’officier de renseignement américain a conclu que j’étais un tireur d’élite et donc un dangereux agent soviétique. Pour ma défense, je peux seulement dire qu’il était tout simplement impossible de tirer plus mal que lui.
    Quoi qu’il en soit, le lendemain, on m’a fait monter dans une jeep et on m’a conduit au Camp King à Oberursel, près de Francfort. Il s’agissait d’un ancien camp de concentration allemand où les Américains détenaient désormais principalement des criminels de guerre allemands. Le panneau au-dessus de la porte indiquait : « Quartier général du contre-espionnage américain en Europe ».
    Dans ce camp de concentration, j’ai été détenu pendant trois mois. En isolement. J’ai donc choisi la liberté - et pour la première fois de ma vie, je me suis retrouvé derrière les barreaux. Avec des criminels de guerre allemands. Un allié rendant visite à un allié !
    Pendant tout ce temps, je crois que je n’ai été interrogé que deux fois. À l’époque, je parlais couramment l’allemand, mais en anglais, je pouvais seulement lire, mais je ne pouvais pratiquement pas parler. Lors du premier interrogatoire, une Galicienne portant l’uniforme d’un sergent américain a servi d’interprète russe. Mais elle ne comprenait pas le russe et je ne comprenais pas le galicien. Qu’a compris le jeune lieutenant américain de cet interrogatoire ? - Je n’en sais rien.
    Je me suis dit : "Mon Dieu, ils n’ont donc pas un seul interprète russe dans les quartiers principaux du service de contre-espionnage américain ! Les protocoles d’interrogatoire sont estampillés « top secret ». Et cette femme ne comprend pas la moitié de ce que je dis. Et ma vie en dépend. Quelle idiote !"
    Lors du deuxième interrogatoire, on m’a donné un interprète allemand. C’était un jeune homme juif portant l’uniforme d’un caporal américain, qui parlait yiddish au lieu d’allemand. Il ne comprenait pas l’allemand et je ne comprenais pas le yiddish. L’interrogatoire s’est déroulé comme suit :
    Question :
    – De quel établissement d’enseignement avez-vous été diplômé ?
    J’ai répondu en allemand :
    – Polytechnische Hochschule, c’est-à-dire l’Institut polytechnique, où l’on forme des ingénieurs. Le traducteur traduit en anglais comme suit :
    – Vokeschenal High School, ce qui, en Amérique, signifie une école de commerce où vont les plus mauvais élèves qui ne peuvent pas obtenir un diplôme d’une école secondaire normale.
    Les questions qui suivent permettent à l’enquêteur d’apprendre que j’ai obtenu mon diplôme à l’âge de 23 ans, alors que les Américains les plus stupides y parviennent à l’âge de 18 ans. Je suis donc une sorte de supercrétine. Et après ça, j’ai été l’ingénieur en chef du SAS. Qu’est-ce que l’interrogateur a retiré de cet interrogatoire ? - Je n’en sais rien.
    Je me disais : « Comment interroger des criminels de guerre allemands si vous n’avez même pas d’interprètes allemands ? (Soit dit en passant, l’un de ces interprètes des services de renseignement américains était un juif, Henry Kissinger, qui devint plus tard le bras droit du président Nixon). Et ce magasin est le siège du contre-espionnage américain en Europe ?! »
    À Moscou, j’ai obtenu par hasard un diplôme de l’Académie diplomatique militaire, où des milliers de personnes étudiaient toutes les langues du monde, jusqu’aux dialectes nègres d’Afrique. Et ici ?
    Pour être objectif, je dois dire que la nourriture était bonne. Tous les matins, au lever du drapeau, le haut-parleur de la cour diffusait l’hymne américain, que j’écoutais, je l’avoue, avec le plus grand dégoût. Aujourd’hui encore, 24 ans plus tard, lorsque j’écoute cet hymne, il me rappelle automatiquement le camp King.
    Une cellule d’isolement. Sur les murs, des inscriptions laissées par d’anciens prisonniers. Dans toutes les langues du monde, y compris le russe. Certaines d’entre elles sont manifestement des notes de suicide. Par la fenêtre, derrière les barreaux, on aperçoit un canon de char américain. Puis des barbelés. Derrière les barbelés se trouve un champ vert, sur lequel des lapins allemands courent tranquillement. Parfois, ces lapins grimpent même sous les barbelés et s’ébattent sous ma fenêtre.
    Et moi, je m’assois et je me dis : « Oh, pourquoi ne suis-je pas un lapin ? » Prisonnier numéro M-62. Un homme qui a choisi la liberté. Lors de l’interrogatoire, j’ai déclaré que j’avais quitté l’URSS pour des raisons politiques et que je me considérais comme un émigrant politique. Mais pourquoi suis-je détenu ? Pourquoi n’y a-t-il pas d’interrogatoire ? Après tout, mon cas est parfaitement clair. J’ai tous mes documents soviétiques sur moi. Mon nom figure dans les procès-verbaux du Conseil de contrôle allié à Berlin, où j’ai travaillé avec les Américains et les Britanniques. J’ai de nombreuses connaissances allemandes qui vivent dans les secteurs américain et anglais de Berlin et qui me connaissent depuis des années, tant dans le cadre de mon travail que sur le plan personnel. Et tout cela est très facile à vérifier.
    D’un point de vue juridique, il existe un traité sur l’échange mutuel des déserteurs. Mais j’ai un certificat de démobilisation de l’armée. Avec toutes les signatures et tous les sceaux. Et même un laissez-passer pour passer la frontière, sur du papier-monnaie avec filigrane et ma carte-photo. Seul le laissez-passer était à l’envers. Mais de toute façon, le traité d’échange des déserteurs ne s’applique pas à moi.
    Mais alors pourquoi suis-je détenu ? Et en isolement. Et sans interrogatoire. Et sous le sceau « top secret ». Peut-être, me suis-je dit, pour m’échanger contre un espion américain qui s’est endormi dans la zone soviétique, comme Igor Stern ? Oh, vous, les marchands de biens vivants !
    Je ne sais pas si, à l’époque, on n’a pas trouvé de biens convenables à échanger, ou si c’est pour une autre raison. Quoi qu’il en soit, trois mois plus tard, un major américain m’a informé avec indifférence que j’étais libéré. En passant, il a fait remarquer qu’ils allaient devoir m’acheter une nouvelle carte d’identité. Au marché noir. À mes frais, bien sûr, avec l’argent qu’on m’avait pris lors de mon arrestation.
    J’étais un peu surpris que le quartier général du contre-espionnage américain, et dans toute l’Europe, n’ait pas d’autre moyen d’obtenir les papiers d’une personne que de les acheter au marché noir. Mais à l’époque, je m’en fichais. Au moins, ils me laissent sortir.
    La nuit, avant même l’aube, un Tadjik, qui parlait à peine le russe et qui servait apparemment de chauffeur dans ce camp, m’a conduit en voiture du camp King à Stuttgart. En chemin, il s’est arrêté dans un camp DP et a pris un papier certifiant que moi, Herr Ralf Werner, un homme de nationalité indéterminée, j’avais été libéré du camp DP et que je déménageais dans un appartement privé, c’est-à-dire que je passais des mains américaines à l’économie allemande. Je passais donc des mains des Américains à celles de l’économie allemande. C’était là toute l’astuce de l’achat de documents au marché noir.
    Avec ce morceau de papier, nous sommes allés à la police allemande et mon Tadjik a commencé à obtenir de nouveaux documents pour moi. Mais il parlait allemand de telle manière que le policier ne le comprenait pas. J’ai alors fait appel aux services de renseignements américains et j’ai expliqué au policier que ce n’était pas ce Tadjik qui avait besoin de ces documents, mais moi, Herr Werner. J’ai donc obtenu une nouvelle kennkarta, un permis de séjour et des cartes de rationnement.
    C’est ainsi que le vainqueur a choisi le destin du vaincu.
    Après avoir pris congé du Tadjik, je me suis assis sur un banc public et j’ai ouvert le paquet scellé que le Tadjik m’avait glissé au dernier moment - au nom de ses supérieurs. Il était censé contenir mes documents et l’argent emporté lors de l’arrestation. Mais tous les documents avaient disparu. La moitié de mon argent a disparu avec eux - 20 000 marks d’occupation, le prix d’une nouvelle carte d’identité.
    Travaillant comme ingénieur principal pour la SVA, je gagnais en tout et pour tout 8 000 marks par mois. Il n’est donc pas surprenant qu’au moment où la « liberté » a été élue, je me sois retrouvé avec environ 40 000 marks d’occupation (et d’inflation).
    J’ai payé 1 000 marks aux guides allemands qui m’ont fait passer la frontière. Et c’était un gesheft honnête. Mais voilà que le service de renseignement américain me réclame 20 000 marks pour ma « liberté » et tous mes documents professionnels, y compris mon diplôme d’ingénieur, dont je pourrais encore avoir besoin à l’avenir. Cette affaire américaine ne m’a pas enthousiasmé.
    Traduits en monnaie américaine, 20 000 marks représentaient à l’époque une somme insensée, de l’ordre de 100 dollars. Mais les officiers de renseignement américains n’étaient pas dupes. Pour le réfugié que j’étais, cette somme n’avait pas la même signification. Après tout, à cette époque, les Allemands, parmi lesquels je devais vivre, recevaient 400 à 500 marks par mois.
    Si les services secrets américains n’avaient volé que moi, si cela avait été un accident, j’aurais simplement craché et je n’aurais pas décrit la situation avec autant de détails. Mais ce n’était pas un accident, c’était un système. C’est ainsi que presque tous les Soviétiques qui ont « choisi la liberté » ont été traités à l’époque, entre 1945 et 1950. Plus tard, en tant que président de l’Association centrale des émigrés d’URSS de l’après-guerre, c’est-à-dire des personnes qui avaient suivi un chemin similaire, j’ai entendu de nombreuses histoires similaires de leur part.
    Les services de renseignement américains sont officiellement appelés les services de renseignement du gouvernement américain. Mais je dois dire à l’oncle Sema que ce bras n’est pas tant un bras de renseignement qu’un bras de voleur.
    Je dois faire remarquer que le vol ou le cambriolage au Camp King a été effectué de manière assez organisée et prudente. La veille de ma libération, un sergent américain est entré dans ma cellule et m’a tendu un papier à signer, disant : « Je confirme par la présente que j’ai récupéré sains et saufs tous les documents, objets de valeur et, en général, tout ce qui m’a été enlevé lors de mon arrestation ».
    En regardant les mains vides du sergent, j’ai demandé :
    – Où sont toutes ces choses ?
    – Vous les aurez demain quand vous serez libéré", m’a répondu le sergent.
    Après trois mois d’isolement, et avec la perspective d’être renvoyé devant le peloton d’exécution, je n’avais pas particulièrement envie de me disputer avec le sergent pour quelques papiers. J’ai donc pris et signé le papier que le sergent m’a glissé.
    Ainsi, les services secrets américains m’ont non seulement volé, mais ils ont également reçu un reçu attestant que tout m’avait été rendu. C’est peut-être la seule raison pour laquelle ils m’ont gardé à l’isolement pendant trois mois - comme entraînement psychologique pour intimider une personne. Je ne vois pas d’autre raison logique.
    Après avoir vécu quelques jours à Stuttgart, j’ai commencé à réfléchir à ce que je devais faire ensuite. Les officiers soviétiques de la mission de rapatriement se promenaient encore dans Stuttgart à cette époque. Il était un peu étrange pour Herr Werner de regarder cet uniforme qu’il avait lui-même porté récemment.
    Pour une raison quelconque, je me suis souvenu du Conseil de contrôle allié à Berlin, où j’avais rencontré les Américains. Les véritables vainqueurs de l’Allemagne hitlérienne y étaient clairement identifiés. Les Soviétiques se sont comportés de manière résolument cavalière, tandis que les Américains ont fait preuve d’ingratitude. Ils ont tâté mes boutons et mes épaulettes et m’ont souri de manière flatteuse. Ensuite, il y avait des divisions de chars soviétiques derrière moi. Ils m’ont alors pris pour un Soviétique et j’ai pensé qu’ils étaient des gentlemen. Aujourd’hui, le soviétique est devenu russe et les gentlemen sont devenus des escrocs. Bien sûr, pas tous, mais...
    Mais je n’avais pas encore subi la psychologie du vainqueur du Conseil de contrôle. Et si j’allais voir le consul américain à Stuttgart et lui demandais conseil sur ce que je devais faire ? Après tout, les Américains du Conseil de contrôle ne demandaient qu’à me parler. Mais je n’ai pas pu le faire à l’époque. Aujourd’hui, je le peux. Eh bien, parlons-en. Après tout, vous êtes les patrons ici. Je n’ai rien à vous cacher. Même si les services secrets américains sont truffés d’escrocs, les diplomates américains doivent être des gentlemen.
    Je suis donc assis dans le bureau du consul. Il a l’air d’un gentil monsieur avec une bedaine. Mais pour une raison que j’ignore, ce monsieur est surtout intéressé de savoir où et comment j’ai obtenu mon kennkart.
    – Par la police allemande, réponds-je. - Mais avec l’aide des services secrets américains.
    – Et avez-vous payé quelque chose pour cela ?
    La question est assez délicate et même un peu provocatrice. Si je me tais, le consul peut vérifier, et alors on me demandera : « Pourquoi le cachez-vous ? Peut-être cachez-vous aussi quelque chose d’autre ? »
    – Oui et non", réponds-je.
    – Que voulez-vous dire ? - insiste le consul.
    – Je ne l’ai pas payé moi-même, mais ils me l’ont pris.
    – Combien ?
    – Vingt mille marks.
    – Par qui ?
    – Les services secrets américains.
    Après avoir découvert cette question financière, le monsieur à la bedaine s’est désintéressé de moi. C’est peut-être vrai que les Américains ne s’intéressent qu’à l’argent. - me suis-je dit. En me disant au revoir, le consul m’a promis qu’il ferait quelque chose.
    Et effectivement, le lendemain matin, la police militaire américaine m’a tiré du lit. Ils m’ont mis dans une jeep, avec toutes mes affaires, et m’ont emmené. Ils m’ont emmené au même Camp King, près de Francfort. Ils m’ont retiré ma nouvelle carte d’identité et m’ont de nouveau enfermé à l’isolement.
    J’y suis resté trois mois de plus. Sans un seul interrogatoire. Une seule fois pendant tout ce temps, trois messieurs sont entrés dans ma cellule - comme par hasard - un colonel, un major et un sergent qui servaient d’interprète de l’anglais à l’allemand, ou plutôt, de nouveau en yiddish, où je ne comprenais que quelques mots.
    Sur un ton de reproche, le colonel m’informa qu’ils voulaient m’aider, mais qu’au lieu de leur témoigner de la gratitude, je ne faisais que leur causer des ennuis - un trable - et qu’ils ne savaient tout simplement pas quoi faire de moi : apparemment, ils n’avaient qu’à me renvoyer. Après quoi, secouant la tête d’un air réprobateur, ces messieurs sont partis.
    Comme le colonel est apparemment l’un des chefs du camp, je me suis dit qu’il ne s’agissait pas du travail de certains officiers, mais d’un système : tout le quartier général du contre-espionnage américain est entre les mains de gangsters. Et le consul américain à Stuttgart n’est pas mieux. Ils forment tous un seul et même gang, messieurs de la route.
    Mon opinion personnelle est bien sûr absurde. Mais je n’étais pas le seul à le penser, des centaines de Soviétiques qui avaient choisi la liberté et subi une rééducation idéologique au camp King le pensaient aussi.
    Une nuit, je me suis réveillé en entendant un grondement dans l’une des cellules voisines. À travers les murs, on entendait un bruit de lutte, comme si on attachait quelqu’un, et de forts jurons.... russe... Des piétinements et des voix d’Américains... Puis quelqu’un est traîné dans le couloir.
    Eh, me suis-je dit, cela signifie que quelqu’un de notre côté a été traîné... Pour la restitution.
    Après cela, j’étais tellement dégoûté que j’ai décidé d’entamer une grève de la faim et de refuser de prendre le plateau du petit-déjeuner le matin. Mais le sergent a placé le plateau sur la couchette du haut et a fermé la porte à clé. Le petit-déjeuner est resté là jusqu’à l’heure du déjeuner. Au déjeuner, un autre sergent plaça un autre plateau, qui resta là jusqu’au dîner. Et le dîner restait sur la couchette du haut jusqu’au matin. Et ainsi de suite tous les jours. Pendant douze jours.
    Si quelqu’un pense qu’il s’agit d’une farine alléchante, il n’en est rien. Même si j’avais toujours de la nourriture au-dessus de ma tête, je n’avais pas du tout envie de manger. Ensuite, on ne boit même plus. Seules la fatigue et la somnolence apparaissent. Et tout cela est absolument indolore. Ceux qui veulent perdre du poids peuvent essayer. Mais il faut d’abord se retrouver dans le couloir de la mort.
    Finalement, après douze jours de grève de la faim, un major américain est venu dans ma cellule avec une pipe entre les dents et m’a demandé ce qui se passait. Je lui ai répondu que je voulais moi-même savoir ce qu’il en était. Et pourquoi suis-je détenu ici ?
    En regardant la pipe entre les dents du major, je me suis souvenu que je n’avais pas fumé depuis plusieurs jours et je lui ai demandé une cigarette. Le major fouilla dans ses poches, puis regarda sa pipe, qui était vide et même sans cendres, et m’informa qu’il n’avait ni cigarettes ni tabac. Il a sucé la pipe vide. Juste pour le style.
    J’imite Sherlock Holmes, me suis-je dit.
    D’ailleurs, du point de vue de la psychanalyse freudienne, si populaire en Amérique, les hommes impuissants aiment sucer une pipe vide pour se donner l’air puissant. Et l’impuissance est souvent liée au sadisme. Et le sadisme, à son tour, est souvent associé à une soif pathologique de pouvoir sur les autres. Et ces types pullulent dans tous les lieux maléfiques - Tchéka, Gestapo ou camp de concentration américain - où un homme peut abuser d’un autre en toute impunité.
    Suçant sa pipe vide, le major a dit entre ses dents que j’étais envoyé demain et m’a recommandé d’arrêter ma grève de la faim afin de prendre des forces pour le voyage.
    – Où vais-je être envoyé ? - demandai-je.
    – Je ne le sais pas, répondit le major.
    – Et est-ce que c’est certain que c’est demain ?
    – Je vous donne ma parole d’honneur en tant qu’officier américain", a dit le major, apparemment un peu vexé que je ne l’aie pas cru dès le premier mot.
    Eh bien, pensai-je, si demain on m’envoie dans un endroit inconnu, il vaut mieux, en effet, économiser des forces pour la route - vendre ma vie plus cher.
    Sans retirer sa pipe vide de la bouche, le major m’a souhaité un bon appétit et est parti. Mais comme la grève s’était terminée dans des termes assez vagues, malgré douze jours de grève de la faim, je n’avais pas d’appétit. Sur la couchette du haut, il y avait un plateau de repas froid. Mais j’ai attendu le dîner, quand on m’a apporté un service chaud, et c’est seulement à ce moment-là que j’ai mangé. Je n’avais pas d’appétit non plus.
    Le jour suivant s’est écoulé sans changement. Puis le deuxième. Et le troisième. La parole d’honneur de l’officier américain s’est donc révélée aussi fausse que sa pipe vide !
    Auparavant, en tant que criminel particulièrement dangereux, on m’avait emmené me promener seul. Maintenant, je me promenais en compagnie d’un général SS et d’un colonel de la Gestapo. Au début, j’ai eu honte de leur dire qui j’étais. Je n’avais pas honte de moi, mais des Américains. Lorsque j’ai finalement révélé mon secret, mes collègues de prison ont presque éclaté de rire. Ils s’attendaient à tout sauf à une telle absurdité.
    Mais je ne riais pas. Que faire ? Attendre qu’ils vous attachent comme un mouton la nuit et qu’ils vous rendent ? Et selon la loi soviétique, fuir à l’étranger est officiellement considéré comme de la haute trahison et est passible du peloton d’exécution. J’ai lu de telles phrases plus d’une fois dans les ordres du quartier général de la SVA.
    En proie à un sentiment de protestation impuissante, j’ai décidé d’essayer de me suicider. Bien sûr, je n’avais pas l’intention de me tuer sérieusement. Mais quand on est sur le point d’être tué par d’autres, pourquoi ne pas essayer d’abord soi-même ? Au moins, il y a l’avantage de pouvoir changer d’avis à la dernière minute. C’est pour l’instant ma seule liberté.
    Après le dîner, je me suis mis au travail. J’ai déchiré ma chemise en lanières, je les ai torsadées en harnais et je les ai enduites de savon. Je les ai ensuite attachées en une corde et j’ai fait une boucle à l’extrémité. Le seul endroit où la corde pouvait être accrochée était une grille au plafond, derrière laquelle était cachée une ampoule électrique.
    La cellule était déjà plongée dans la pénombre. Je me suis assis sur la couchette supérieure, j’ai attaché la corde à la grille et j’ai regardé le plafond. Puis j’ai appuyé sur le plafond avec ma main. Pour un ingénieur ayant étudié la résistance des matériaux, il était clair que le jeu n’en valait pas la chandelle : mon cou était bien plus résistant que le mince plafond en contreplaqué.
    Pour ne pas me tromper, j’ai décidé de tester d’abord le plafond. Et pour ne pas gaspiller mon cou, j’ai saisi la boucle à deux mains et j’ai sauté.
    Mes calculs sur la résistance des matériaux se sont avérés exacts. J’ai atterri en douceur, comme dans un gymnase, sur le sol. Toutes sortes de matériaux de construction et de fragments d’ampoules me sont tombés sur la tête.
    Comme je ne voulais pas encore dormir, j’ai décidé d’essayer une autre méthode pour me tuer. Dans l’obscurité, j’ai cherché à tâtons sur le sol une douille d’ampoule dont les bords étaient recouverts de fragments de verre aiguisés comme des scies. Je me suis assis sur la couchette inférieure et j’ai commencé à scier les veines de mon bras gauche avec cet instrument. Là où bat le pouls.
    Je ne me sentais pas mal à l’aise de scier les veines d’où venait le sang. J’ai beaucoup de sang. Pendant la guerre, j’ai souvent donné mon sang pour des transfusions - juste pour le plaisir, parce que j’en ai beaucoup. Mais, bizarrement, pour une raison quelconque, je me suis senti désolé de voir dans l’obscurité les tendons, qui sont quelque part tout près de moi. Après tout, me suis-je dit, en cas de problème, tu ne pourras pas serrer le poing.
    Quelque chose de chaud et de collant a coulé le long de mon bras, comme disent les écrivains. La scie avec les éclats de verre était plutôt inconfortable et déchirait la viande. Cette procédure ennuyeuse a fini par me lasser et j’ai eu envie de dormir. Je me suis allongé sur la couchette, j’ai posé ma main (je l’ai sentie - elle fuyait) et je me suis endormi.
    Dans mon sommeil, j’ai entendu la porte s’ouvrir, les débris de verre et de matériaux de construction crisser sur le sol. Le faisceau d’une lampe de poche a traversé la cellule et a touché une flaque de sang sur le sol. Puis l’alarme a retenti dans le couloir. On a appelé un médecin, on m’a bandé le bras, on m’a enlevé mes lunettes et on m’a transféré dans une autre cellule. Seul, bien sûr. Comme il est d’usage pour les criminels dangereux.
    Le lendemain soir, un visiteur est venu dans ma cellule. Il portait un uniforme militaire, avec le ventre volumineux d’un rentier prospère, un énorme pistolet sur son cul tout aussi volumineux, et un brassard noir avec une croix blanche sur sa manche. J’ai regardé et je me suis demandé si c’était un pirate ou un médecin. Mais il s’agissait en fait d’un prêtre protestant.
    La seule chose dont je me suis rendu compte, c’est qu’une fois et pour une raison quelconque, il s’était également suicidé. Je pense que lorsqu’il était missionnaire en Afrique, ses disciples ont décidé qu’il valait mieux le faire bouillir et le manger.
    Que les cannibales allaient manger le pasteur, il y avait une certaine logique à cela. Une logique cannibale, mais une logique tout de même. Le pasteur était gros et il serait utile aux cannibales affamés. Mais à quoi cela servait-il aux Américains de faire ce qu’ils étaient en train de me faire ? - Je ne pouvais pas comprendre cela.
    Car à l’époque, je me considérais comme un partisan aussi sincère de l’Occident que, par exemple, à l’inverse, ces communistes américains qui passent du côté soviétique. Mais si les services secrets soviétiques rencontraient ces communistes comme les Américains m’ont rencontré, tous ces escrocs et ces voleurs seraient abattus comme des chiens. Non pas pour avoir volé, mais pour avoir porté atteinte aux intérêts de l’État. Et ici ? Quelle sorte de démocratie est-ce là ?
    De temps en temps, des livres anglais en lambeaux étaient apportés dans la cellule. Il s’agissait de romans policiers ou d’espionnage. En les lisant, je me suis dit : « C’est dans ces livres que les espions américains apprennent à travailler ».
    Mais parfois, ils apportaient des journaux allemands. Dans l’un d’eux, j’ai lu un petit article sur un soldat soviétique qui s’était échappé à l’Ouest et qui était resté dans un hôpital américain en attendant d’être extradé vers les autorités soviétiques.
    Je me suis dit qu’il était peu probable que ce soldat se soit rendu à l’hôpital pour des maux d’estomac. Il a probablement aussi tenté de se suicider lorsqu’il a appris qu’il allait être extradé.
    La note poursuit en disant que lorsqu’un groupe d’Américains accompagnés d’officiers soviétiques s’est présenté à l’hôpital, le soldat condamné a arraché une mitrailleuse à quelqu’un, a tiré sur huit ou neuf personnes autour de lui, puis s’est suicidé.
    J’ai soigneusement déchiré cette note et l’ai glissée dans ma poche.
    Quelques jours plus tard, on m’a réveillé au milieu de la nuit, on m’a emmené à la douche et on m’a dit de me raser. Ensuite, on m’a fait monter dans une jeep accompagnée de deux policiers militaires. L’un d’eux avait un sac avec mes papiers.
    À l’aube, nous sommes entrés sur l’autoroute et j’ai lu le panneau : « Tant de kilomètres jusqu’à Leipzig ». Nous sommes donc en route vers la frontière soviétique. Il reste quatre heures.
    Un soldat s’est assis au volant, l’autre à côté de lui, et on m’a mis à l’arrière. C’étaient de simples Américains à l’arrière du crâne rasé et rose. Pour montrer leur démocratie, ils m’ont même offert du chewing-gum. Puis le second s’est endormi, et son colt de gros calibre s’est balancé par derrière et m’a tapé séduisamment sur le genou.
    Prends ce colt, me suis-je dit, tire sur ces têtes roses vides et cours. Il y a des bois et des buissons tout autour. Mais courir où ? Je ne peux pas aller à l’est. Et si je tue ces soldats, je ne pourrai pas aller à l’ouest.
    La jeep roulait à vive allure vers la frontière soviétique, et j’essayais dans mon esprit de prévoir toutes les possibilités de transfert et de mettre la main sur une arme. Je me suis souvenu d’une note dans ma poche. Ce soldat a eu de la chance de mettre la main sur un fusil automatique. La mitrailleuse a 72 cartouches, mais ce colt minable n’en a que 8, et on ne peut pas faire de feu d’artifice avec un colt.
    Le plus important, c’est d’arracher l’arme. Au moins, je n’étais pas ligoté comme ce chercheur de liberté qui jurait alors qu’on le traînait dans les couloirs du Camp King la nuit.
    Je n’avais même pas particulièrement envie de tirer sur les conseillers. Pourquoi ? Parce qu’ils pouvaient être des gens comme moi, des esclaves du système. Mais abattre plus d’Américains, c’est un oui... Suis-je une nuisance pour vous ? Pourquoi me livrez-vous à l’abattoir ?
    Bien sûr, ce n’est pas la faute des soldats américains qui m’emmènent. Quelle est ma faute ? Je ne suis qu’un animal chassé. J’aimerais pouvoir abattre les lieutenants, les majors et les colonels qui sont restés au Camp King...
    Et puis lâchez la mitrailleuse, levez les mains et allez vers vos hommes pour qu’ils soient fusillés. Mais avant le peloton d’exécution, je ne vous demanderai qu’une seule faveur : faire un discours devant les soldats et les officiers soviétiques. Pour une fois, quand j’étais écolier, j’ai été le premier orateur. Puis, devenu adulte, je me suis tu. La conscience m’en a empêché. Mais maintenant, je vais faire un tel discours, un tel discours, du fond du cœur, du fond de mon cœur :
    – Camarades, frères, battez ces salauds d’Américains jusqu’à la dernière balle ! Je serais bien le premier, mais vous voyez, je ne peux pas... Ne croyez pas un seul mot des Américains. Ce sont tous des voleurs et des menteurs. J’en ai fait l’expérience moi-même. Et leur glorieuse liberté - la voilà, regardez-moi ! Vous voyez ?
    J’étais tellement en colère que j’étais même prêt à rejoindre le parti communiste avant d’être fusillé. Je vais le dire :
    – "Camarades, frères, je n’ai plus rien à perdre. Je vais donc vous dire toute la vérité. Oui, j’ai évité de rejoindre le parti communiste parce que je pensais que tous les communistes étaient des idiots ou des salauds. Mais maintenant, je suis convaincu que les Américains sont encore plus idiots et plus salauds. Et comme il n’y a pas de vérité dans le monde, inscrivez-moi au parti communiste. Je veux mourir en communiste !
    Oui, je leur ferai la propagande qu’aucun responsable politique n’a pu inventer. Et tout cela du fond du cœur. Et comment vont-ils abattre l’homme dont les Américains ont fait un ardent communiste ?
    Et je me suis dit : il y aura un idiot de moins qui aura cru à la liberté.... Ah, les ailes d’un paysan.
    Il est arrivé quelque chose de similaire aux soldats soviétiques qui se sont rendus aux Allemands au début de la guerre. Après avoir traversé les camps de la mort allemands, si ces soldats se sont à nouveau engagés dans l’Armée rouge, ils se sont vraiment battus jusqu’à la dernière balle.
    Entre-temps, la jeep a roulé jusqu’à la gare frontière du chemin de fer Bebra West. La même gare où, six mois plus tôt, j’avais choisi la « liberté » pour passer ces six mois dans une prison américaine.
    L’un des accompagnateurs a pris le sac contenant mes papiers et s’est rendu chez le commandant militaire américain. Je me suis assis là, m’attendant à ce que cela commence maintenant.... En même temps que le commandant américain, les gardes soviétiques armés de fusils automatiques sortaient et.... Je voulais juste arracher la mitrailleuse. J’ai retiré le support, libéré la sécurité et, le doigt sur la gâchette, j’ai tiré sur les Américains.....
    Au bout d’un moment, l’escorte est sortie seule et m’a fait signe de la main de sortir. Ils ont donc décidé de m’emmener là-bas. Je suis sorti de la voiture pour me rendre au bureau du commandant.
    Mais l’escorte s’est mise au volant et a démarré le moteur, comme si elle allait partir. Je n’ai eu d’autre choix que de demander :
    – Où dois-je aller ?
    – Où vous voulez aller", répond le soldat en mâchant du chewing-gum. - Si vous voulez, allez par là", dit-il en faisant un signe de la main en direction du côté soviétique. - Et si vous ne voulez pas, allez où vous voulez...
    Le soldat a fait tourner la jeep et a donné un coup d’accélérateur, de sorte que les pierres sous les roues me sont tombées dessus, comme dans les films de gangsters. Et je me suis retrouvé seul.
    J’ai regardé autour de moi pour voir si j’étais suivi. Le soleil brillait, les Allemands se promenaient et personne ne faisait attention à moi. J’avais l’impression d’être à nouveau libre. Je me suis assis sur une pierre à l’entrée de la gare et j’ai essuyé la sueur de mon front. Intérieurement, je m’étais préparé à toutes les possibilités, sauf à celle-ci.
    J’avais déjà tellement dit adieu à la vie que le retour à la vie m’avait assommé. Au lieu de la joie ou du soulagement, je ne ressentais qu’une froide fureur. Encore une chose sournoise ! Quel est ce jeu du chat et de la souris ?
    Poste frontière. Des policiers allemands se promènent et vérifient les documents. Il y a aussi des députés américains. Il y a six mois, j’ai été arrêté ici alors que je vérifiais mes papiers. Pour m’apprendre la gratitude et les bonnes manières, ces messieurs du Camp King m’ont retiré la carte de séjour pour laquelle ils m’avaient pris 20 000 marks. Et maintenant, je n’avais plus de papiers du tout. Si un policier s’approchait de moi et me demandait mes papiers, il me renverrait à Kamp-King, d’où je venais, pour identification.
    Le prochain train pour Stuttgart ne part que le lendemain matin. Comme il était dangereux de passer la nuit à la gare, j’ai passé ma première nuit de liberté en première ligne : je suis simplement entré dans une maison bombardée loin de la gare, je me suis allongé sur une pile de briques, j’ai mis mon poing sous ma tête et je me suis endormi en regardant le ciel étoilé au-dessus de ma tête.
    À mon arrivée à Stuttgart, je me suis rendu au poste de police où j’avais obtenu ma carte d’identité et j’ai déclaré qu’on me l’avait volée. Bien entendu, ayant appris de ma triste expérience avec le consul américain, j’ai prudemment gardé le silence sur le fait que les voleurs qui avaient dérobé ma carte étaient le quartier général des services de renseignements américains en Europe. Herr Werner a donc reçu un duplicata de sa carte et a commencé une nouvelle vie.
    En 1947, l’Allemagne de l’Ouest à moitié détruite était envahie par des millions de personnes déplacées de tous les pays d’Europe de l’Est et par des millions de réfugiés allemands expulsés de ces mêmes pays d’Europe de l’Est. Il n’y avait aucune possibilité de travailler dans une spécialité. Un jour, j’ai lu dans le journal que les Américains recherchaient un électricien pour superviser les fours à maïs électriques du PX. J’ai posé ma candidature et j’ai dit honnêtement qu’avant cela, j’avais été ingénieur principal dans l’administration militaire soviétique et que j’avais dirigé des dizaines de grandes usines électriques travaillant sur les réparations, et que j’espérais donc pouvoir m’occuper de quelques fours électriques pour rôtir le maïs. Mais j’ai essuyé un refus. Et ils m’ont même dit honnêtement pourquoi : je n’étais pas politiquement fiable.
    Allez au diable, me suis-je dit. J’ai fui l’Union soviétique parce que j’y étais considéré comme politiquement peu fiable. Et ici, je suis aussi politiquement peu fiable !
    Pour tuer le temps, j’ai écrit quelques croquis de la vie au Kremlin à Berlin, c’est-à-dire dans le quartier principal de la SVA, et je les ai envoyés aux éditeurs de Posev. Après avoir lu mes croquis, ils ont décidé que j’étais un professionnel de la presse et m’ont longtemps persuadé d’avouer où j’avais écrit auparavant - dans la Pravda ou les Izvestia, et sous quel nom.
    Je vivais alors dans une mansarde d’un hôtel bon marché, le « White Deer », dans la banlieue de Stuttgart. Je dormais sur un lit, et sur l’autre - un korobeynik allemand borgne, qui gagnait sa vie en se promenant avec une boîte autour du cou dans les villages voisins et en vendant des lacets, de la cire, du fil et des épingles. Pendant qu’il marchait, je m’asseyais à la fenêtre du grenier et j’écrivais sur le Kremlin de Berlin.
    À l’automne, j’ai emménagé dans une petite maison avec une veuve russe. Lorsque la veuve fut convaincue que je ne préférais pas une vieille femme russe mais de jeunes Allemands, les complications patriotiques commencèrent. Je m’asseyais et écrivais mes essais, tandis que la vieille femme offensée s’asseyait et écrivait partout des dénonciations selon lesquelles j’étais un espion soviétique. Puis le gendre de cette vieille femme a sauté par la fenêtre du cinquième étage et s’est tué. Pouvez-vous imaginer quel genre de vieille femme elle était ?
    En hiver, ma cellule n’était pas chauffée et il faisait aussi froid à l’intérieur qu’à l’extérieur. Le seul moyen de chauffage était les cigarettes faites avec du tabac noir de paysan - sucre, plus fort et plus puant que la mahorka. Le papier papyrus était un luxe trop grand pour mon budget, et j’ai filé des cigarettes à partir de « Posev », dans lequel j’étais imprimé, et que l’on m’envoyait en tant qu’exemplaires d’auteur. De cette façon, en une semaine, j’ai fumé tout The Seed.
    Toute la journée, je m’asseyais et j’écrivais - dans mon manteau, avec des gants et un chapeau sur la tête. Parfois, je devais faire des pauses lorsque l’encre de l’encrier gelait. La seule source de revenus était les droits d’auteur du Posev. À cette époque, la nourriture était très rare en Allemagne, et je devais parfois manger du hareng avec de l’eau et du pain pendant une semaine. Une autre semaine, je mangeais du miel artificiel, également avec de l’eau et du pain.
    J’ai essayé d’émigrer en France - on me l’a refusé. J’ai essayé d’émigrer en Australie - on me l’a refusé. Comme politiquement peu fiable. Au même moment, pour la troisième fois, tous mes documents ont mystérieusement disparu, y compris le duplicata de la malheureuse carte Kenn. Des DP expérimentés m’ont assuré que tous les fonctionnaires américains de l’UNRRA et de l’IRO chargés de l’émigration étaient des shantrapa internationaux, des compagnons de route communistes, des agents soviétiques ou simplement des voleurs qui vendaient même leur propre mère au marché noir, et qui avaient sans aucun doute vendu tous mes documents et questionnaires, dans lesquels je devais dire toute la vérité, aux services de renseignements soviétiques.
    Le deuxième hiver arriva, et je restai assis dans ma cellule à écrire. Mais à Noël, j’ai reçu un cadeau émouvant. L’un des lecteurs de Posev, qui gagnait sa vie en volant (un vol honnête), a volé une machine à écrire quelque part et me l’a apportée en cadeau :
    – Vous écrivez si bien, m’a-t-il expliqué, que j’en ai les larmes aux yeux. Et c’est le plus important, quand cela touche le cœur. Après tout, nous avons tous parcouru ce chemin. J’ai donc décidé d’aider la cause commune...
    En partant, il fait claquer ses talons comme un soldat et donne la visière de son chapeau de feutre :
    – Camarade ex-commandant, je vois que vous avez faim et froid ici. Même nous, les voleurs, nous ne vivons pas comme ça. Alors ne soyez pas timide... Si tu as besoin de quelque chose, tu n’as qu’à le dire... Nous t’aiderons.
    Oui, en parlant de voleurs. J’ai des photos de Kitty, une de mes amies berlinoises, qui manquent dans ma valise. J’ai récemment reçu ces photos par la poste. Elles n’ont pas pu se perdre. Mais qui les voudrait ? Seulement une agence de renseignements. Mais les services secrets soviétiques, en cas de besoin, ne prendront pas une photo, mais une Kitty en direct. Donc, selon la théorie des probabilités, il ne reste qu’une chose : les services secrets américains, les mêmes messieurs de Camp King.
    C’est amusant. Pendant que les voleurs russes me proposent leur aide, les services secrets américains fouillent mes valises. Et en même temps, pour la deuxième année consécutive, je publie chaque semaine dans Posev, qui est l’une des principales sources d’information pour les experts américains des affaires soviétiques. Cet épisode m’est revenu à l’esprit plus tard, après un nouvel échec et une flagellation publique de l’agence de renseignement américaine CIA, lorsque des badges ont été vendus dans tout Washington avec l’inscription suivante : "Notre travail est si secret qu’il n’y a pas d’autre moyen d’y parvenir : « Notre travail est si secret que nous-mêmes ne savons pas ce que nous faisons ».
    On dit que l’Amérique est un pays de merveilles. C’est pourquoi les vrais best-sellers russes sont écrits en Amérique par des écrivains fantômes. Et si quelqu’un a écrit son propre livre, ce n’est pas un phénomène normal.
    Les livres russes normaux sont écrits en Amérique de cette manière. C’est ainsi qu’est paru le livre « The Secret World » de Peter Deryabin, ancien lieutenant-colonel des services secrets soviétiques. La couverture indique honnêtement qu’il a été écrit par quelqu’un d’autre à partir des mots de Deryabin. Vient ensuite le film d’action suivant, Notes of Penkovsky, qui a été fusillé en URSS pour espionnage. Sur la couverture, on peut lire qu’au lieu de Penkovsky, ce livre a été écrit par Deryabin. Ce même Deryabin, qui ne pouvait même pas écrire son propre livre, écrit maintenant allègrement à la place du cadavre de Penkovsky. Miracles !
    Et moi, comme un idiot, je me suis assis pendant deux ans et j’ai écrit mon livre moi-même. Et dans des conditions telles que lorsque j’ai terminé mon travail, j’étais fermement convaincu que j’avais gagné la tuberculose.
    Fils d’un médecin gynécologue, j’ai toujours aimé feuilleter les livres de médecine de mon père. Peut-être parce qu’il s’agissait de livres sur les maladies féminines avec toutes sortes d’images intéressantes, si explicites qu’aujourd’hui en Amérique, même dans les magazines pornographiques, on ne les trouve pas. Après avoir regardé ces images, je me suis considérée comme une experte et, lorsque j’avais des douleurs, j’aimais me diagnostiquer moi-même.
    Ainsi, lorsque j’ai passé un examen médical, j’ai déclaré avec autorité que je devais avoir la tuberculose. Mais le médecin a secoué la tête et m’a dit que j’étais en pleine forme. J’ai d’abord été très surpris. Puis je me suis souvenue de mon père avec gratitude - il semble qu’il ait été médecin-gynécologue pour une bonne raison, il m’a formée selon toutes les règles de la science et de la technologie.
    En 1950, le pendule de la politique américaine est passé d’un extrême à l’autre. D’un extrême à l’autre. L’ère Roosevelt a été remplacée par l’ère McCarthy. L’un après l’autre, les procès d’espionnage atomique se déroulent en Amérique. Des centaines de pédés sont chassés du département d’État. Les compagnons de route communistes sont renvoyés des bureaux du gouvernement. La presse américaine crie à la chasse aux sorcières. Et les journaux allemands écrivaient que le consul américain à Stuttgart, un de mes amis, était tellement perturbé par tout cela qu’il en est mort le cœur brisé.
    En même temps, sur le front soviétique, les Américains ont commencé ce qu’on appelle la guerre psychologique. À Munich est apparu le Projet Harvard, qui se livrait à toutes sortes de recherches psychologiques, puis la radio Voice of America, Radio Liberty, et un certain Comité américain, qui a changé de nom si souvent que je ne sais même plus comment il s’appelle aujourd’hui.
    Tous les moineaux sur les toits de Munich ont gazouillé que l’agence de renseignement américaine CIA était derrière tout cela. La presse américaine elle-même l’a ensuite clairement confirmé. Le personnel américain de ce complexe de guerre psychologique, aussi étrange que cela puisse paraître, se composait principalement de fonctionnaires qui, pour une raison ou une autre, avaient été renvoyés du département d’État et qui, pour une raison ou une autre, avaient été pris sous leur aile par la CIA.
    À la même époque, l’Association centrale des émigrés d’URSS d’après-guerre (COPE) a été créée à Munich, réunissant tous les « nouveaux », et j’en suis devenu le président. Les « nouveaux » étaient nécessaires à la guerre psychologique. Mais grâce aux activités de Kamp-King, le flux des « nouveaux » s’est presque complètement arrêté. Pour comprendre pourquoi cela s’est produit, j’ai décrit en détail mes propres aventures dans ce Kamp-King.
    Un jour, un homme élégant, vêtu d’un costume tropical clair et de chaussures colorées, tel un gigolo italien, s’est présenté à mon appartement. Il se présenta comme le pasteur protestant qui avait failli être dévoré par des cannibales et qui avait eu le plaisir de me rencontrer au Camp King.
    En regardant le pasteur déguisé, je me suis dit : "Quel genre d’intelligence as-tu, mon oncle, de nos jours ?
    Remarquant ma mine déconfite, le pasteur s’est empressé de m’informer qu’une enquête gouvernementale spéciale avait été diligentée au sujet de Kamp-King, mais qu’à l’arrivée de la commission d’enquête, tous les documents relatifs aux activités de ce camp avaient été providentiellement brûlés. Aujourd’hui, cette commission tente de reconstituer indirectement ce qui s’est passé à Kamp-King. Et comme je suis le président de l’organisation représentant tous les citoyens soviétiques qui ont fui à l’Ouest après la guerre et qui ont donc subi une rééducation démocratique au camp King, c’est à ce moment-là que le pasteur s’est adressé à moi.
    Voici une petite illustration, par exemple. Un pédéraste soviétique s’est plaint bruyamment d’avoir caché des diamants dans son cul lorsqu’il s’est enfui, mais les messieurs du Camp King les ont trouvés même là et les ont volés. Ensuite, cet Ostap Bender n°2 a travaillé comme colonel de radio à Radio Liberty. Il y travaille encore aujourd’hui, depuis 20 ans.
    J’ajouterai quelques détails supplémentaires tirés de ma propre expérience. En plus des documents soviétiques et des timbres allemands que j’ai déjà mentionnés, les messieurs du camp King m’ont volé les babioles suivantes :
    1. Lorsque j’ai été démobilisé de l’armée, j’ai reçu 5 000 roubles pour ancienneté de service. Je n’ai pas eu le temps de les échanger contre des timbres. Les Américains ont empoché ces 5 000 roubles. Tout neufs, impeccables, tout droit sortis de la banque d’État. Pourquoi les espions américains en avaient-ils besoin ? Comme souvenirs ? Ou pour l’espionnage ?
    2) En tant qu’ingénieur de haut niveau, j’avais le droit de porter à la fois un uniforme militaire et un costume civil. Je me suis donc acheté une épingle à cravate en or avec une perle. Les Américains ont également volé cette épingle. Apparemment pour me débarrasser de mes habitudes bourgeoises.
    3. J’ai acheté aux Allemands, au marché noir, un stylo auto-écrivant américain Parker. Les Américains me l’ont volé au camp King.
    4. J’avais aussi un étui à cigarettes bon marché en métal jaune et émail noir. Les Américains l’ont apparemment pris pour de l’or et l’ont également empoché.
    Je ne me soucie pas de toutes ces petites choses. Mais si l’on raconte des anecdotes sur la façon dont les Russes ont volé des montres aux Allemands, pourquoi ne pas raconter comment les Américains ont volé des montres aux Russes ? Et certains, comme Ostap Bender #2, ont même regardé le cul.
    Tout cela s’est déroulé sous le drapeau des États-Unis flottant au vent. Et pour que les gens ne se trompent pas d’endroit, l’hymne national américain était diffusé par les haut-parleurs.
    Voice of America et Radio Liberty dépensaient des millions de dollars pour encourager les soldats et les officiers soviétiques stationnés en Allemagne de l’Est à choisir la liberté américaine. Les services de renseignement avaient besoin de langues, mais il n’y avait pas de transfuges.
    La propagande soviétique exploite pleinement les activités de Kamp King. Les troupes soviétiques recevaient constamment l’ordre de tirer sur les soldats et les officiers soviétiques qui avaient fui vers les Américains - et qui avaient été extradés. Bien sûr, cela décourageait l’élection de la liberté dans de telles conditions.
    Mais les Américains sont des gens pragmatiques. Afin d’augmenter le nombre de transfuges, les services de renseignements américains ont créé un bataillon spécial de prostituées à Berlin pour attirer les officiers soviétiques à l’Ouest, dans le cadre d’une forme de guerre psychologique. Les prostituées étaient payées sur la base d’une liste de prix fermes : 20 000 marks pour un lieutenant, 25 000 marks pour un capitaine et 30 000 marks pour un major. Et pas des marks d’occupation et d’inflation, mais des marks nouveaux et solides.
    Je me suis assis et j’ai fait un rapide bilan. Les braves scouts américains m’avaient déjà volé quelque chose comme 100 dollars. Et à cause de cela, ils paient maintenant des prostituées 7 500 dollars pour un tel homme ?! C’est ainsi que les contribuables américains paient les petits voleurs du camp King.
    Ensuite, dans le cadre de la guerre psychologique, un bataillon de prostitués masculins a été ajouté pour aider les prostituées féminines, c’est-à-dire les pédérastes allemands, qui ont repéré leurs semblables parmi les soldats et les officiers soviétiques - et les ont attirés à l’Ouest.
    Bien entendu, tous ces projets spéciaux de guerre psychologique étaient tellement confidentiels que même moi, le président de la CSPE, n’en avais pas connaissance. Mais comme ces personnes venaient ensuite me voir, j’en voyais les résultats. Tout cela ne peut être compris que rétrospectivement.
    Et les résultats sont les suivants. Plaisanter avec l’amour a mal fini. Les personnes qui ont été attirées à l’Ouest par des prostituées, femmes ou hommes, ont rapidement réalisé qu’elles avaient été trompées, se sont senties comme des poissons jetés dans le sable, se sont enivrées, ont sombré dans la misère sociale et, finalement, comme dernière forme de protestation impuissante, sont retournées en URSS - pour y être fusillées.
    À leur arrivée, Voice of America et Radio Liberty leur ont crié au ciel qu’ils avaient « choisi la liberté ». Lorsqu’ils sont repartis, il y a eu un silence sépulcral. Comme dans un bon salon funéraire. Ou bien, pour brouiller les pistes, ils faisaient courir une sale rumeur. La liberté était comme les ailes d’un citadin qui s’envole sur des ailes artificielles et qui tombe.
    Ainsi, si auparavant les services secrets américains volaient les transfuges soviétiques et les renvoyaient au peloton d’exécution, ils allaient maintenant eux-mêmes au peloton d’exécution. En partant, ils ont dit ouvertement :
    – "Les Américains ? Ce sont tous des prostitués. Nous préférons être fusillés par les nôtres !
    Entre-temps, mon « Kremlin de Berlin » a été traduit en allemand. Un jour, j’ai reçu une lettre de 12 pages d’un de mes lecteurs. Il s’agissait d’un colonel allemand, chevalier de la Croix de fer, la plus haute distinction de l’armée allemande. Le colonel avait perdu une jambe sur le front russe et avait passé sept ans en captivité en Union soviétique. De retour en Allemagne et après avoir lu mon « Kremlin », il a voulu me serrer la main pour ce livre - d’officier à officier.
    Le colonel allemand avait ramené de sa captivité russe une cuillère en bois faite maison, offerte par ses amis russes du camp de concentration, ainsi qu’une simple icône russe, offerte par un agriculteur collectif soviétique. Cet homme comprenait les problèmes du communisme et du peuple russe bien mieux que la plupart des experts occidentaux des affaires soviétiques.
    Un jour, j’ai reçu une lettre de ce type :
    "Cher Herr Klimov ! Aux jours de la victoire et de la défaite, vous, le vainqueur, avez trouvé dans votre « Kremlin de Berlin » des mots de sympathie et de gentillesse pour nous, les femmes et les enfants de l’Allemagne vaincue. En remerciement, je vous envoie ce médaillon, qui est consacré, et qu’il vous garde en sécurité."
    Edith Neugebauer.
    La lettre était accompagnée d’un médaillon catholique à l’effigie de la Madone et d’une chaîne à porter autour du cou.
    Quelques mois plus tard, j’ai effectué un long voyage d’affaires en voiture. En chemin, il y a eu un accident. Le chauffeur a été tué sur le coup. J’étais assis à côté du chauffeur, dans le couloir de la mort, mais je suis resté en vie.
    Lorsque je me suis réveillé à l’hôpital, j’ai vu que j’avais ce médaillon accroché à ma poitrine. Je n’avais jamais porté ce médaillon avant ou depuis. Mais lors de ce voyage, pour une raison que j’ignore, je l’ai porté. Je ne suis pas superstitieuse, mais...
    En général, tout s’est très bien passé avec les Allemands. J’ai même passé sans grande difficulté la procédure de dénazification, qui a été passée par tous les habitants de l’Allemagne, pour attraper tous les anciens nazis, la Gestapo, les SS et ainsi de suite. J’ai simplement écrit sur le formulaire que j’avais servi dans l’Armée rouge à l’époque et j’ai reçu un certificat officiel de dénazification. Avec tous les tampons, signatures et sceaux.
    Cependant, malgré le certificat de dénazification, on m’a à nouveau refusé l’émigration vers l’Amérique. Et ce, bien que j’aie été le chef du CITE, au sujet duquel tous les moineaux sur les toits de Munich gazouillaient qu’il s’agissait d’un projet spécial de la CIA, l’agence de renseignement américaine.
    Apparemment, les voleurs du Camp King m’avaient donné une mauvaise référence, pensai-je. Et le travail de la C.I.A. est tellement secret qu’ils ne savent pas ce qu’ils font.
    Peu à peu, la guerre psychologique est entrée dans une troisième phase. Cette troisième phase était principalement basée sur ce que l’on appelle le projet Harvard, qui a été réalisé à Munich en 1949-50, et où j’ai également travaillé un peu. Ce projet Harvard était principalement basé sur le mystérieux « complexe de Lénine », c’est-à-dire, comme les experts l’ont expliqué plus tard, sur le complexe d’homosexualité latente de Lénine.
    De quoi s’agit-il ? Il est assez difficile de l’expliquer. Mais en principe, d’un point de vue clinique, il s’agit d’une dégénérescence ou d’une dégénérescence composée de maladie mentale et de perversion sexuelle. C’est le poison corpulent de la race humaine, qui a ruiné la Grèce antique, la Rome antique, et qui a beaucoup contribué à la révolution en Russie. C’est donc un remède assez puissant. Et du point de vue de la religion, c’est ce que la Bible appelle le diable et le prince de ce monde.
    Après tout, les émigrés russes ont longtemps dit : "Contre les bolcheviks, même avec le diable ! Eh bien, les Américains pragmatiques ont pris ce même diable comme allié.
    Bien entendu, cette alliance inhabituelle a été si soigneusement classée que même le président du Comité central de l’Union soviétique n’en a pas eu connaissance. Tout cela ne peut être compris que rétrospectivement.
    Même si, à l’époque, je ne connaissais pas tous les secrets du projet Harvard, les services secrets soviétiques étaient au courant dès le début. Et ils ont pris leurs propres mesures. Il n’y a donc aucune raison de garder le silence à ce sujet. Pourquoi cette fausse honte ?
    Il est tout à fait naturel que pour une tâche aussi spécifique qu’une alliance avec le diable, vous ayez besoin du personnel approprié. Par exemple, j’avais un commissaire très sympathique de la C.I.A., un vrai charmeur. Mais il s’est avéré qu’au lieu de sa femme, ce commissaire préférait sa secrétaire.
    Vous savez, certaines personnes utilisent leur secrétaire et d’autres préfèrent leur secrétaire. On dit que c’est de là que vient le mot « secrétaire ». Du point de vue du projet Harvard, il s’agit là d’une des variantes du « complexe de Lénine ».
    Voici un autre exemple. Je faisais la cour à une charmante jeune femme de la Voix de l’Amérique. Mais il s’est avéré que cette charmante jeune femme courtisait ses amis, qu’elle était, pardonnez-moi l’expression, lesbienne. Oui, et aussi une sadique, comme celles qui travaillaient autrefois pour la Tchéka et qui, au bon vieux temps, étaient tout simplement brûlées sur le bûcher sous prétexte qu’elles étaient des sorcières. Et du point de vue des professeurs de Harvard, c’est le complexe de l’épouse de Lénine.
    Bien sûr, je ne peux pas dire que tous les employés de l’American Committee, de Radio Liberty, de Voice of America et d’autres organes de psycho-guerre étaient armés de ce complexe de Lénine. Mais je peux garantir que presque toutes les personnes que j’ai connues là-bas avaient cet ordre de Lénine. Et j’ai connu beaucoup de gens là-bas.
    Le projet de Harvard était une sorte de dramatisation du Besov de Dostoïevski, mise en scène par les services secrets américains. J’ai donc travaillé dans un environnement de dégénérés et de monstres, dont la moitié, selon les statistiques, sont des malades mentaux. C’est pourquoi, lors de la grande purge des années 30, Staline a détruit ces léninistes en les traitant de chiens enragés, Hitler les a conduits dans des chambres à gaz et des camps de concentration et, dans le bon vieux temps, on les a brûlés sur le bûcher en les traitant de sorciers et de sorcières. Pour ne froisser personne, nous pouvons ajouter que Staline et Hitler étaient eux-mêmes exactement les mêmes dégénérés.
    En général, dans un tel environnement, mon travail était agréable et je ne m’ennuyais pas.
    Certains appelaient le Comité américain « le Comité pour sauver la Russie des bolcheviks - avec l’aide des trotskistes et des mencheviks » ! Pourquoi ? C’est très simple. Après tout, le premier postulat du marxisme est l’unité et la lutte des contraires. Les Américains, rusés, ont donc décidé de vacciner les bolcheviks contre la rage, composée de la salive empoisonnée des trotskistes, des mencheviks et des SR.
    Mais cette chose est extrêmement confuse. Par exemple, il faut connaître la philosophie du chercheur de diable Berdyaev, qui prêchait l’union de Satan et de l’Antéchrist et le royaume du prince de ce monde qui en résulterait. Et si je l’explique, il y aura un tel hurlement, comme si nous avions marché sur la queue de Satan et de l’Antéchrist.
    Quels sont les « démons » du projet Harvard dans la pratique ? Du point de vue sociologique, il s’agit de « l’ordre de Lénine ». Du point de vue de la psychologie, il s’agit de l’"érotisme buccal" freudien. Et du point de vue de la langue russe, il ne s’agit pas de personnes, mais de jurons ineffaçables.
    Ces « porteurs d’ordre » font littéralement ce que disent ces jurons apparemment dépourvus de sens. Ce mystère fait d’eux une sorte de parti secret dont le nom est Légion, ce que la Bible appelle le prince de ce monde. Et derrière tout cela se cachaient des « démons », c’est-à-dire des maladies mentales.
    La tâche de ces démons était de mutiler à la radio ou dans la presse les mêmes démons en Union soviétique ou de les attirer à l’Ouest. Au début, cela se faisait avec l’aide de prostituées allemandes des deux sexes. Ensuite, ils ont eu recours à des prostituées de la radio.
    Comme ces « chercheurs de liberté » sont venus me voir à la CACE, j’ai vu les résultats de tout cela. Alors qu’auparavant les services de renseignement américains avaient volé les transfuges soviétiques et les avaient renvoyés pour qu’ils soient fusillés, ils allaient maintenant être fusillés eux-mêmes. D’autres se suicidaient. D’autres encore se retrouvaient dans des cliniques psychiatriques ou des centres d’isolement pour alcooliques. D’autres encore, de jeunes soldats soviétiques, choqués par tout cela, sont entrés dans un monastère.
    Pour ces personnes, la liberté s’est transformée en ailes de citadin, qui tente de voler avec des ailes artificielles - et tombe.
    Peu à peu, la guerre psychologique s’est transformée en une guerre de fous. Un psychiatre aurait dû siéger à la place du président de la CEPE. Mais comme je n’étais ni psychotique ni psychiatre, et que je n’avais pas le complexe de Lénine, je m’en suis simplement lavé les mains en 1955 et je suis parti en Amérique.
    Comme j’étais président de la CSPE, élu pour ainsi dire, j’étais censé rendre compte à mes électeurs, selon les règles démocratiques. Eh bien, me voici.
    Rétrospectivement, les discours de victoire de Voice of America et de Freedom Radio, qui parlaient de ceux qui avaient « élu la liberté », ressemblent aujourd’hui à des publicités de pompes funèbres. Franchement, si le Comité soviétique « Pour le retour à la mère patrie » était qualifié de comité-piège, le Comité américain avec sa Radio Liberty n’est pas moins un piège. Cette liberté n’est pas une simple liberté, mais une liberté spéciale, construite selon les recettes du chercheur de diables Berdyaev, où, comme en 69, le bien-mal et le mal-bien s’entremêlent, et où rien n’est rien. C’est pourquoi certains experts disent qu’il y a 69 façons d’être malheureux.
    Certains marchands d’âmes humaines n’apprécieront peut-être pas. Mais je dirai une chose : pour moi, une âme saine est plus proche qu’une âme malade. Et j’accorde plus de valeur à une âme vivante qu’à une âme morte. Et vous faites le commerce d’âmes malades ou mortes.
    Tels sont les résultats de la psycho-guerre américaine sur le front russe de 1945 à 1955. À cet égard, il convient de rappeler l’excellent livre d’Ariadna Delianich « Wolfsberg - 373 » (ce livre peut être obtenu auprès des rédactions des journaux « Russian Life » et « Russia » ou auprès des libraires), qui décrit comment, après la capitulation de l’Allemagne, les services secrets britanniques ont filtré les anticommunistes russes. De nombreux parallèles sont suggérés ici. Ici comme là, les résultats sont plutôt tristes.
    Par ailleurs, la troisième phase de la guerre psychologique, que j’ai décrite plus haut, se poursuit encore aujourd’hui. Les Américains utilisent toutes les méthodes de la guerre psychologique, par le biais de la radio et de la presse écrite, pour inciter les fous soviétiques de l’"Ordre de Lénine" à se révolter. Et le KGB soviétique, connaissant parfaitement tous les secrets et les mystères du projet Harvard, place discrètement ces « léninistes » dans des hôpitaux psychiatriques, que les fous eux-mêmes ont judicieusement baptisés « maisons de fous ».
    Dans le jargon professionnel du KGB, en pleine conformité avec le projet Harvard, ces fous sont classés selon Freud comme suit : type HS, type PL, type VRE, type GE, et ainsi de suite. Ces nouvelles abréviations soviétiques ne sont que des raccourcis de gros mots non imprimables. Ces victimes de la psycho-guerre américaine s’assoient dans des « maisons de fous » et chantent des chansons arméniennes :
    Eh, politika-malytica....
    Où es-tu, ma tête malade ?
    Et les dégénérés occidentaux, également comme HS, PL ou VRE, qui sont légion dans le nom, savent très bien que leurs frères sont mis dans des « maisons de fous » - et le crient au ciel. Voilà pour la quintessence de la psycho-guerre des 20 dernières années.
    C’est pourquoi les philosophes disent que le diable n’est dangereux que lorsqu’on ne le voit pas. Et quand on le voit, il est ridicule et pathétique. Les philosophes disent aussi que le diable est un mauvais allié.
    Les services secrets américains nourrissent ces fous et les services secrets soviétiques les exploitent. Et si nécessaire, ils seront écrasés comme les mouches bleues de Tarsis. Les mouches bleues sont des mouches de cadavres. Et elles transportent le poison des cadavres.
    À propos, pendant que le chef du renseignement américain Allen Dulles commandait la psycho-guerre, son fils était dans un asile de fous.
    Au siège de l’Agence centrale de renseignement des États-Unis, près de Washington, on peut lire sur la façade une phrase biblique : « Vous connaîtrez la vérité, et la vérité vous rendra libres » (Jean 8:32). La Bible ne parle pas du tout de la liberté américaine, mais de la liberté par rapport au péché. D’accord, je vais vous dire une de ces vérités sans péché :
    Franchement, si l’empereur Nicolas II avait fait en son temps ce que le KGB fait aujourd’hui, c’est-à-dire enfermer les Lénine, Kamenev, Trotski et autres dans des « maisons de fous », il n’y aurait pas eu de révolution ni de pouvoir soviétique en Russie. L’Amérique aurait alors été plus calme. Mais à l’époque, l’Amérique faisait la même chose qu’aujourd’hui.
    En ce qui concerne les patients des « asiles de fous » soviétiques, dans la plupart des cas, vous verrez la même chose que ce que le philosophe noir Berdyaev appelait l’union de Satan et de l’Antéchrist, qui promet le royaume du prince de ce monde. Nous devons admettre que le vieux chercheur de diable Berdyaev n’était pas du tout un imbécile.
    Et les professeurs de Harvard avec leur « complexe de Lénine » ne sont pas non plus des imbéciles. La police secrète soviétique et ses « maisons de fous » ne sont pas non plus des imbéciles. Les seuls imbéciles sont ceux qui ne savent pas tout. Mais essayez de dire ceci...
    On dit que la vérité nue est parfois désagréable. Comme, par exemple, les démons nus de la guerre psychologique. Mais ils disent aussi que Dieu n’est pas dans la force, mais dans la vérité.

    New York. 20 décembre 1971.

    #conspirationnisme #eugénisme #anticommunisme #histoire #guerre_froide

  • Unsere Auseinandersetzung gilt nicht Rußland als solchem, sondern nur dem Sowjetregime.
    https://g-klimov.info/klimov__pesn_pobeditelya_ge/berliner_kreml_00.html

    « Notre conflit ne concerne pas la Russie en tant que telle, mais uniquement le régime soviétique. » Cette phrase du maire de la partie anticommuniste de Berlin en 1951 se trouve dans l’introduction au livre Berlinskij Kreml . Depuis l’attitude de l’Ouest a changé. On aime de nouveau détester les soushommes russes.

    Die innere Entwicklung Rußlands während des Krieges, das Nachgeben des Stalinschen Regimes gegenüber dem naturgegebenen und unvermeidlichen vaterländischen Empfinden der Russen, die ihr Land gegen einen fremden Eroberer verteidigen mußten und verteidigten, die aber hofften, daß aus dieser Verteidigung etwas Neues entstehen würde, diese Entwicklung mit den grauenvollen Rückschlägen, die nach dem Krieg folgten, enthält den Schlüssel zum Verständnis zu allem, was in Sowjetrußland vor sich geht. Es zeigt die tiefe Schwäche dieses Regimes, es zeigt, wie anfällig Rußland sein wird, wenn es der westlichen Welt gelingt, die Überzeugung zum einheitlichen Gemeingut zu machen, daß unsere Auseinandersetzung nicht Rußland als solchem, sondern nur dem Sowjetregime gilt.
    ...
    Ernst Reuter, Regierender Bürgermeister von Berlin, den 21. August 1951

    La page de contenu du livre The Terror Machine - Berlinskij Kreml (Berliner Kreml) de Gregory Klimov
    https://seenthis.net/messages/683905

    #anticommunisme #histoire #Berlin #occupation #guerre_froide