• DGB-Index Gute Arbeit | „Mein Index“
    https://index-gute-arbeit.dgb.de/mein-index


    Taxifahren fällt durch den Test durch. Trotzdem probieren

    Der Fragebogen zum Selbstausfüllen
    „Mein Index“ - Der Selbsttest

    Sie möchten Ihren eigenen Indexwert erfahren?
    Hier haben Sie die Gelegenheit dazu. Im Mittelpunkt steht die Bewertung Ihrer persönlichen Arbeitssituation. Ihre Einschätzung der Einkommenssituation und der Arbeitsplatzsicherheit spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Ressourcenausstattung (Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Betriebsklima, Sinngehalt der Arbeit) und die Belastungssituation (emotionale und körperliche Anforderungen, Arbeitszeitlage, Arbeitsintensität). Aus Ihren Antworten auf die 42 Fragen wird Ihr persönlicher Indexwert der Arbeitsqualität errechnet.

    #Arbeit #Gewerkschaft #Gute_Arbeit


  • Les chauffeurs d’Uber ne sont pas des travailleurs indépendants
    https://www.mediapart.fr/journal/economie/110119/les-chauffeurs-d-uber-ne-sont-pas-des-travailleurs-independants

    Jeudi, la cour d’appel de Paris a jugé qu’un chauffeur travaillant avec l’appli Uber devait être considéré comme un salarié classique. Il devrait donc avoir droit à des congés payés, une couverture sociale et le paiement d’heures supplémentaires. La plateforme numérique ira en cassation, mais son modèle est menacé. C’est un coup très sérieux porté au modèle économique et juridique d’Uber, et des autres plateformes numériques phares de « l’ubérisation ». Jeudi 10 janvier, la cour d’appel de Paris a jugé que le (...)

    #Uber #travail



  • DGB-Index Gute Arbeit | „Mein Index“
    https://index-gute-arbeit.dgb.de/mein-index

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    #Gewerkschaft #Arbeit


  • TAXI DRIVER – Martin Scorsese (1976)
    https://moncinemaamoi.blog/2018/08/24/taxi-driver-martin-scorsese-1976


    Der schwärzeste, dunkelste Film aller Zeiten. Durchtränkt von Gewalt, der einzigen Wahrheit der Straße.

    Travis voudrait se faire aimer de Betsy (Cybill Shepherd), assistante de campagne électorale, mais cette tentative se solde par un échec. Incapable de communiquer avec les autres, il se tournera finalement vers les armes. Solitaire, sans but, il erre à travers la ville. L’histoire de Travis évoque la scène du taxi jaune sortant du nuage de fumée, au début du film. Lui aussi sort du néant, puis est brièvement éclairé par les lumières nocturnes de la ville avant de disparaître à nouveau dans l’obscurité de la nuit.

    Paul Schrader, qui s’était inspiré pour le personnage d’Iris d’une authentique prostituée, Iris Garth, s’est lui-même plu à expliquer l’histoire de Taxi Driver : « Vous avez un problème : la solitude urbaine. Vous avez une métaphore : le chauffeur de taxi. Bon, vous cherchez une intrigue. Qu’est-ce que vous faites ? Vous inventez une fille qu’il désire mais qu’il ne peut avoir et une fille qu’il peut avoir mais qu’il ne désire pas. Tout ça pour renforcer le mécanisme d’autodestruction. La façon dont il va réagir face à ces deux personnages va amplifier et clarifier son problème. Ensuite, vous donnez à chacune de ces deux femmes une sorte de figure de père : un homme politique et un maquereau. Et comme il ne peut pas se mesurer aux femmes, il va être obligé de se mesurer aux deux « pères ». Et voilà, vous avez votre histoire. »

    #Taxi #Film #USA #Arbeit #Gewalt #jodie_foster


  • Urlaubsanspruch verfällt nicht automatisch
    https://www.taxi-times.com/urlaubsanspruch-verfaellt-nicht-automatisch
    Eine Warnung an alle Unternehmer, die ohne schriftliche Arbeitsverträge agieren, publiziert die Taxi Times.

    Ein Urteil des EuGH stärkt die Rechte der Arbeitnehmer hinsichtlich des Anspruches auf Resturlaub. Es gibt aber auch klare Anweisungen an die Arbeitgeber.

    Und so lautet der Tipp:

    Für den Arbeitgeber bedeutet das Urteil eine Kehrtwende im Urlaubsrecht. Er muss jetzt, um einer etwaigen Schadensersatzpflicht für nicht genommenen Urlaub zu entgehen, den Arbeitnehmer nachweislich auf seinen Resturlaub hinweisen. Denkbar ist es auch, eine Klausel im Arbeitsvertrag einzubetten, die den Arbeitnehmer zur Stellung von Urlaubsanträgen verpflichtet. Arbeitgeber sind also in Zukunft gut beraten, ihre Arbeitnehmer darüber aufzuklären, dass bezahlter Jahresurlaub demnächst verfällt. Reagiert der Arbeitnehmer darauf nicht, verfällt sein Anspruch.

    Also Kollegen, aufgepaßt, laßt Euch nicht über den Tisch ziehen.

    Zum besseren Verständnis

    Den Hintergrund erläutert ein Rechtsanwalt Blaufelder, den wir nicht persönlich kennen:
    https://www.thorsten-blaufelder.de/2018/11/jahresende-verfall-urlaub-arbeitsrecht

    Konkret geht es um einen ehemaligen Rechtsreferendar in Berlin und einen befristet angestellten Max-Planck-Wissenschaftler. Der Rechtsreferendar hatte in den Letzten Monaten keinen Urlaub mehr genommen. Nach Ende des Referendariats (Vorbereitungsdiensts) beantragte er eine finanzielle Vergütung für die nicht genommenen Urlaubstage.

    Der Wissenschaftler hatte ein befristetes Arbeitsverhältnis. Zwei Monate vor Ablauf teilte die Max-Planck-Gesellschaft mit, dass dies nicht mehr verlängert wird und forderte schriftlich dazu auf, bestehenden Resturlaub noch zu nehmen. Weil er noch mehrere Projekte abzuschließen hatte, nahm der Wissenschaftler nur zwei freie Tage und forderte für den Rest ebenfalls eine Abgeltung in Geld.

    Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Eine Übertragung bis höchstens Ende März des Folgejahres ist auf tariflicher Basis oder aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen zulässig. Urlaub, der wegen Ende des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden kann, ist abzugelten. Umgekehrt schließt EU-Recht eine finanzielle Abgeltung aus, solange das Arbeitsverhältnis noch besteht.
    Die Entscheidungen des EuGH

    Hierzu betonte nun der EuGH den Schutz des Arbeitnehmers als in der Regel schwächeren Partner des Arbeitsvertrags. Daher dürfe Urlaub nicht automatisch verfallen, wenn ein Arbeitnehmer – gegebenenfalls auch auf stillen betrieblichen Druck – keinen Urlaub beantragt

    Im Berliner Taxigewerbe sind informelle Arbeitsverhältnisse eher die Regel als die Ausnahme. Die Abwesenheit von Arbeitsverträgen und Betriebsräten beraubt die betroffenen Kollegen der Möglichkeit, sich selber unkompliziert ihre Rechte und Pflichten vor Augen zu führen und zwingt sie, bei jeder Frage eine Rechtsberatung aufzusuchen. Wer macht das schon.

    Die Unternehmerseite spart dadurch viel Geld und Arbeit und kann vor allem jedes abseitige Geschäftsmodell verwirklichen, das nichts mit einem ordentlichen Taxibetrieb zu tun hat. So etwas soll es ja geben, und zwar nicht selten.

    #Arbeit #Recht #Urlaub


  • Politiker fordern #Arbeitszwang für #Wirtschaftswachstum
    https://diasp.eu/p/8058807

    Politiker fordern #Arbeitszwang für #Wirtschaftswachstum

    Laut #Grundgesetz darf jeder seinen Beruf und Arbeitsplatz frei wählen. Zwangsarbeit ist verboten, heißt es dort. Für #Hartz-IV-Bezieher gilt das nicht. Lehnen sie ein Arbeitsangebot ab, dürfen #Jobcenter ihnen die als #Existenzminimum deklarierte Hilfe bis auf null kürzen. Mieseste Arbeitsbedingungen und niedrigste Löhne müssen sie hinnehmen. 14 Jahre nach Einführung dieses Sanktionsregimes – fast jeder vierte Bundesbürger war inzwischen mindestens einmal davon betroffen – blicken die Grünen selbstkritisch zurück. Parteichef Robert Habeck wirbt für eine „Rückkehr zur #Menschenwürde“ mit einer sanktionsfreien „Garantiesicherung ohne Arbeitszwang“ – und ohne vorherige Enteignung angesparter Kleinvermögen.

    Hoppla: Enteignung? Arbeitszwang? Genau, (...)


  • München: 700 #Arbeiter protestieren gegen Schließung des Augsburger...
    https://diasp.eu/p/7994774

    München: 700 #Arbeiter protestieren gegen Schließung des Augsburger #Fujitsu - Werks - World Socialist Web Site

    Gestern demonstrierten rund 700 Fujitsu-Arbeiter in München gegen das Aus des Augsburger Werks. Rund 500 von ihnen waren mit zehn Bussen aus dem 80 Kilometer entfernten #Augsburg angereist, um auf dem Messegelände der bayerischen Hauptstadt für den Erhalt ihres Werkes zu demonstrieren. Ihnen schlossen sich etwa 200 Fujitsu-Beschäftigte aus #München an.

    http://www.wsws.org/de/articles/2018/11/08/fuji-n08.html


  • Working Through the Pain at TeslaReveal
    https://www.revealnews.org/article/inside-teslas-factory-a-medical-clinic-designed-to-ignore-injured-worker

    Inside Tesla’s factory, a medical clinic designed to ignore injured workers
    By Will Evans / November 5, 2018

    When a worker gets smashed by a car part on Tesla’s factory floor, medical staff are forbidden from calling 911 without permission.

    The electric carmaker’s contract doctors rarely grant it, instead often insisting that seriously injured workers – including one who severed the top of a finger – be sent to the emergency room in a Lyft.

    Injured employees have been systematically sent back to the production line to work through their pain with no modifications, according to former clinic employees, Tesla factory workers and medical records. Some could barely walk.

    The on-site medical clinic serving some 10,000 employees at Tesla Inc.’s California assembly plant has failed to properly care for seriously hurt workers, an investigation by Reveal from The Center for Investigative Reporting has found.

    The clinic’s practices are unsafe and unethical, five former clinic employees said.

    But denying medical care and work restrictions to injured workers is good for one thing: making real injuries disappear.

    “The goal of the clinic was to keep as many patients off of the books as possible,” said Anna Watson, a physician assistant who worked at Tesla’s medical clinic for three weeks in August.

    Watson has nearly 20 years of experience as a medical professional, examining patients, diagnosing ailments and prescribing medications. She’s treated patients at a petroleum refinery, a steel plant, emergency rooms and a trauma center. But she said she’s never seen anything like what’s happening at Tesla.


    Anna Watson was a physician assistant at the medical clinic inside Tesla’s electric car factory in Fremont, Calif. She was fired in August after raising concerns. Credit: Paul Kuroda for Reveal

    “The way they were implementing it was very out of control,” said Watson, who was fired in August after she raised her concerns. “Every company that I’ve worked at is motivated to keep things not recordable. But I’ve never seen anybody do it at the expense of treating the patient.”

    Workers with chest pain, breathing problems or extreme headaches have been dismissed as having issues unrelated to their work, without being fully evaluated or having workplace exposures considered, former employees said. The clinic has turned away temp workers who got hurt on Tesla’s assembly lines, leaving them without on-site care. And medical assistants, who are supposed to have on-site supervision, say they were left on their own at night, unprepared to deal with a stream of night-shift injuries.

    If a work injury requires certain medical equipment – such as stitches or hard braces – then it has to be counted in legally mandated logs. But some employees who needed stitches for a cut instead were given butterfly bandages, said Watson and another former clinic employee. At one point, hard braces were removed from the clinic so they wouldn’t be used, according to Watson and a former medical assistant.

    As Tesla races to revolutionize the automobile industry and build a more sustainable future, it has left its factory workers in the past, still painfully vulnerable to the dangers of manufacturing.

    An investigation by Reveal in April showed that Tesla prioritized style and speed over safety, undercounted injuries and ignored the concerns of its own safety professionals. CEO Elon Musk’s distaste for the color yellow and beeping forklifts eroded factory safety, former safety team members said.

    The new revelations about the on-site clinic show that even as the company forcefully pushed back against Reveal’s reporting, behind the scenes, it doubled down on its efforts to hide serious injuries from the government and public.

    In June, Tesla hired a new company, Access Omnicare, to run its factory health center after the company promised Tesla it could help reduce the number of recordable injuries and emergency room visits, according to records.

    A former high-level Access Omnicare employee said Tesla pressured the clinic’s owner, who then made his staff dismiss injuries as minor or not related to work.

    “It was bullying and pressuring to do things people didn’t believe were correct,” said the former employee, whom Reveal granted anonymity because of the worker’s fear of being blackballed in the industry.

    Dr. Basil Besh, the Fremont, California, hand surgeon who owns Access Omnicare, said the clinic drives down Tesla’s injury count with more accurate diagnoses, not because of pressure from Tesla. Injured workers, he said, don’t always understand what’s best for them.

    “We treat the Tesla employees just the same way we treat our professional athletes,” he said. “If Steph Curry twists his knee on a Thursday night game, that guy’s in the MRI scanner on Friday morning.”

    Yet at one point, Watson said a Tesla lawyer and a company safety official told her and other clinic staff to stop prescribing exercises to injured workers so they wouldn’t have to count the injuries. Recommending stretches to treat an injured back or range-of-motion exercises for an injured shoulder was no longer allowed, she said.

    The next day, she wrote her friend a text message in outrage: “I had to meet with lawyers yesterday to literally learn how not to take care of people.”

    Tesla declined interview requests for this story and said it had no comment in response to detailed questions. But after Reveal pressed the company for answers, Tesla officials took time on their October earnings call to enthusiastically praise the clinic.

    “I’m really super happy with the care they’re giving, and I think the employees are as well,” said Laurie Shelby, Tesla’s vice president for environment, health and safety.

    Musk complained about “unfair accusations” that Tesla undercounts its injuries and promised “first-class health care available right on the spot when people need it.”

    Welcome to the new Tesla clinic
    Back in June, on stage at Tesla’s shareholder meeting, Musk announced a declining injury rate for his electric car factory.

    “This is a super important thing to me because we obviously owe a great debt to the people who are building the car. I really care about this issue,” Musk said to applause.

    It wasn’t long after that that Stephon Nelson joined the company. Working the overnight shift Aug. 13, Nelson got a sudden introduction to Tesla’s new model of care.

    He was bent over putting caulk inside the trunk of a Model X. Something slipped and the hatchback crunched down on his back. Nelson froze up in agonizing pain. He had deep red bruises across his back.

    “I couldn’t walk, I couldn’t sit down. I couldn’t even stand up straight,” said Nelson, who’s 30 and used to play semiprofessional football.

    He asked for an ambulance, but the on-call Tesla doctor said no – he could take a Lyft to the hospital instead.

    “I just felt heartbroken,” Nelson said. “What they was telling us in the orientation, that Tesla is a company that cares about their employees’ safety, it just seemed like it was just a whole reversal.”

    No one was allowed to call 911 without a doctor’s permission, said Watson and two medical assistants who used to work at the clinic under Besh’s direction. Anyone who did so would get in trouble, they said.

    “There was a strong push not to send anybody in an ambulance,” Watson said.


    “I couldn’t walk, I couldn’t sit down. I couldn’t even stand up straight,” Stephon Nelson says of what happened when he injured his back while working on a Tesla Model X. Credit: Paul Kuroda for Reveal

    It’s unclear why there was such a focus on avoiding 911, though some former employees thought it was to save money. Also, 911 logs become public records. And first responders, unlike drivers for ride-hailing services, are required to report severe work injuries to California’s Division of Occupational Safety and Health, the state’s workplace safety agency. Besh said ambulance use is based on “clinical judgment only.”

    The system was especially problematic on the night shift, as the factory continued churning out vehicles around the clock, but there were no doctors or nurses around, former employees said.

    Two medical assistants who used to work there said they often were left on their own – one on duty at a time – and struggled to tend to all the injured. Both had to do things such as take vital signs, which medical assistants aren’t allowed to do without on-site supervision, according to the Medical Board of California. Reveal granted them anonymity because they fear speaking out will hurt their careers. Besh said no one works alone.

    For a severely injured worker lying on the assembly line, it could take 10 to 15 minutes for a medical assistant to arrive and then contact on-call doctors, a medical assistant said. Getting a code for Tesla’s Lyft account was a drawn-out process that could take hours, she said.

    The medical assistants said they were alarmed and uncomfortable with the doctors’ orders to use Lyft because they worried some patients could pass out or need help en route. One worker directed to take a Lyft was light-headed and dizzy. Another had his fingers badly broken, contorted and mangled.

    Besh, who often serves as the on-call doctor, said anyone could call 911 in a life-threatening situation. He said he recommends using Lyft for workers who don’t need advanced life support.

    Besh gave the example of a worker who had the top of his finger cut off. He needed to go to the hospital, but not by ambulance, Besh said. He likened the situation to people at home who get a ride to the hospital instead of calling an ambulance.

    “We right-size the care,” he said. “Obviously, it’s all about the appropriate care given for the appropriate situation.”

    It’s a doctor’s judgment call to use Lyft, but many on the factory floor found it inhumane. In some cases, including the worker with an amputated fingertip, factory supervisors refused to put their employees in a Lyft and instead drove them to the hospital, according to a medical assistant.

    Injured workers sent back to work

    In Nelson’s case, he called his girlfriend to take him to the hospital. But he said his supervisor told him that he had to show up for work the next day or Nelson would get in trouble.

    Nelson needed the job, so he forced himself to come in. He shuffled slowly, hunched over in pain, to his department, he said. When it was clear he couldn’t do the job, he was sent to the Tesla health center, a small clinic on an upper level of the factory.

    Workers too injured to do their regular jobs are supposed to receive job restrictions and a modified assignment that won’t make the injury worse.

    But the health center wouldn’t give Nelson any accommodations. He could go home that day, but he had to report to work full duty the following day, he said.

    By law, work-related injuries must be recorded on injury logs if they require medical treatment beyond first aid, days away from work or job restrictions. The clinic’s practices were designed to avoid those triggers, said Anna Watson, the physician assistant.

    There was a clinic rule, for example, that injured employees could not be given work restrictions, Watson said. No matter what type of injuries workers came in with – burns, lacerations, strains and sprains – clinic staff were under instructions to send them back to work full duty, she said. Watson said she even had to send one back to work with what appeared to be a broken ankle.

    Medical clinics are supposed to treat injuries and keep workers safe, she said, “and none of that’s happening. So at the most acute time of their injury, they don’t have any support, really.”

    A medical assistant who formerly worked at the clinic remembered an employee who was sent back to work even though he couldn’t stand on one of his feet. Another employee passed out face down on the assembly line – then went back to work.

    “You always put back to full duty, no matter what,” said the medical assistant.

    Dr. Basil Besh said patients are given work restrictions when appropriate. He said those hurt at night get first aid and triage, followed by an accurate diagnosis from a physician the next day.

    “There’s always going to be somebody who says, ‘No, I shouldn’t be working,’ ” he said. “But if you look objectively at the totality of the medical examination, that’s not always the case.”

    Four days after Nelson’s injury, Watson herself sent him back to work with no restrictions, according to medical records he provided. Nelson said this happened repeatedly as he hobbled in pain.

    But Watson did what she could to help: She referred him to Access Omnicare’s main clinic, about 5 miles from the auto factory. It was allowed to give work restrictions, Watson said. But most workers aren’t sent there, and it can take a while to get an appointment.

    Eight days after his injury, the outside clinic diagnosed Nelson with a “crushing injury of back,” contusions and “intractable” pain. He finally was given work restrictions that said he shouldn’t be bending, squatting, kneeling, climbing stairs or lifting more than 10 pounds.

    Even after that, the health center at one point sent Nelson back to his department in a wheelchair, he said.

    “And I’m rocking back and forth, just ready to fall out of the wheelchair because I’m in so much pain,” he said.

    In September, Nelson got a warehouse job at another company. It was a pay cut, but he quit Tesla right away. “I feel like it’s really not safe at all,” he said.

    Besh said he couldn’t comment on a specific case without a signed release from the patient. But, he said, “a physician examined that patient and saw that there was not a safety issue.”

    Besh was named chairman of the American Academy of Orthopaedic Surgeons’ Board of Councilors this year. A Tesla spokeswoman set up and monitored his interview with Reveal.

    There’s been a “culture shift” at the health center since Tesla hired him to take over, he said.

    “So culturally, there were folks in the past who were expecting that any time they come to the clinic, they would be taken off of work,” he said. “And when we told them, ‘No, we really want to do what’s best for you’ … it’s taking some time to get buy-in.”

    In the end, Tesla counted Nelson on its injury logs, which is how Reveal identified him. That’s another reason the system didn’t make sense to Watson: Some workers whose injuries were so serious that they eventually would have to be counted still were denied proper care when they needed it most, she said.

    Many more injured workers never were counted, she said. Tesla’s official injury logs, provided to Reveal by a former employee, show 48 injuries in August. Watson reviewed the list for the three weeks she was there and estimated that more than twice as many injuries should have been counted if Tesla had provided appropriate care and counted accurately.

    Other ways Tesla’s clinic avoids treating workers
    The clinic seemed geared toward sending workers away instead of treating them, Watson said. The culture of the clinic, she said, was to discount workers’ complaints and assume they were exaggerating.

    The clinic would look for reasons to dismiss injuries as not work-related, even when they seemed to be, former employees said.

    Watson recalled one worker who had passed out on the job and went to the hospital because of her exposure to fumes in the factory. Even though a work-related loss of consciousness is required to be counted, no such injury was recorded on Tesla’s injury logs.

    Temp workers hurt on the production line also were often rebuffed by the clinic, said former clinic employees. At one point, there was a blanket policy to turn away temps, they said.


    Tracy Lee wears a brace to help with a repetitive stress injury she developed while working at Tesla’s factory. She says the in-house health center sent her away without evaluating her because she wasn’t a permanent employee. Credit: Paul Kuroda for Reveal

    Tracy Lee developed a repetitive stress injury over the summer when a machine broke and she had to lift car parts by hand, she said. Lee said the health center sent her away without evaluating her because she wasn’t a permanent employee.

    “I really think that’s messed up,” said Lee, who later sought medical treatment on her own. “Don’t discriminate just because we’re temps. We’re working for you.”

    By law, Tesla is required to record injuries of temp workers who work under its supervision, no matter where they get treatment. But not all of them were. Lee said her Tesla supervisor knew about the injury. But Lee’s name doesn’t appear on Tesla’s injury logs.

    Besh pushed back on the claims of his former employees.

    He said the clinic didn’t treat some temp workers because Access Omnicare wasn’t a designated health care provider for their staffing agencies. About half of the agencies now are able to use the clinic, and the rest should be early next year, he said.

    Besh said a physician accurately and carefully determines whether an injury is work-related and the clinic is not set up to treat personal medical issues. He said the clinic is fully stocked.

    As for prescribing exercises, Besh said the clinic automatically was giving exercise recommendations to workers who were not injured and simply fixed the error.


    These sample Work Status Reports, posted in Tesla’s health center, show how clinic staff were instructed to handle different situations. The document on the left, labeled “Work Related,” is marked “First Aid Only” and “Return to full duty with no limitations or restrictions,” scenarios that would mean Tesla wouldn’t have to count the injury. Those were the only options, says Anna Watson, a physician assistant who used to work there. One document for contract employees such as temp workers (center) and another for non-occupational injuries (right) both say to refer the patients elsewhere. Credit: Obtained by Reveal

    Clinic source: Tesla pressured doctor
    Access Omnicare’s proposal for running Tesla’s health center states that Tesla’s priorities include reducing recordable injuries and emergency room visits, according to a copy obtained by Reveal.

    It says Access Omnicare’s model, with more accurate diagnoses, reduces “un-necessary use of Emergency Departments and prevents inadvertent over-reporting of OSHA (Occupational Safety and Health Administration) recordability.”

    Even before Access Omnicare took over the on-site health center in June, Tesla sent many injured workers to its main clinic as one of the automaker’s preferred providers.

    Tesla exercised an alarming amount of pressure on the clinic to alter how it treated patients in order to keep injury rates down, said the former high-level Access Omnicare employee.

    “There was a huge, huge push from Tesla to keep things nonrecordable,” said the former employee.

    A Tesla workers’ compensation official routinely would contact the clinic to intervene in individual cases, said the former employee. Tesla would take issue with diagnoses and treatment decisions, arguing that specific workers should be sent back to work full duty or have their injuries labeled as unrelated to work. The clinic gave Tesla what it wanted, the former employee said.

    For example, Bill Casillas’ diagnosis suddenly was changed by Access Omnicare after discussions with Tesla.

    In December, Casillas was working in Tesla’s seat factory. When he touched a forklift, he felt an electric shock jolt him back. Later that shift, it happened again. He said he felt disoriented and found he had urinated on himself.

    Casillas said he hasn’t been the same since. He struggles with pain, tingling and numbness. At 47, he’s unsteady, uses a cane and hasn’t been able to work, he said.

    A doctor at Access Omnicare diagnosed a work-related “injury due to electrical exposure” and gave him severe work restrictions and physical therapy, medical records show.

    Then, nearly two months after his injury, another Access Omnicare physician, Dr. Muhannad Hafi, stepped in and dismissed the injury.

    “I have spoken again with (the workers’ compensation official) at Tesla and he informed that the forklift did not have electric current running. With that said, in my medical opinion, the patient does not have an industrial injury attributed to an electrical current,” he wrote.

    Hafi, who’s no longer with Access Omnicare, didn’t respond to questions. Besh said he can’t discuss patient details.

    The co-worker who was in the forklift during the second shock, Paul Calderon, said he disagrees with the Tesla official but no one asked him. He backed up Casillas’ account and said Tesla “tried to really downplay what happened to him.”

    Hafi’s January report noted that Casillas said he was “miserable,” used a cane and had pain all over his body. But he discharged him back to work full duty, writing, “No further symptoms of concern.”

    A Tesla safety team manager informed Casillas last month that his injury was not counted because it was “determined to not be work-related.” Casillas is still a Tesla employee, but he’s off work because of his injury. His workers’ comp claim was denied based on Hafi’s report, but his lawyer, Sue Borg, is seeking an independent medical evaluation.

    Besh said Tesla does not pressure him to dismiss injuries.

    “What Tesla pressures us on is accurate documentation,” he said. “What they want is their OSHA log to be as accurate as possible, so what they’ll push back on is, ‘Doctor I need more clarity on this report.’ And we do that for them.”

    “They are not in the business of making clinical determinations at all,” he said. “We make those clinical determinations only based on what the patient needs.”

    State regulators not interested
    By late August, Watson, the physician assistant, reached her breaking point. She got into an argument with Besh, who fired her for not deferring to doctors.

    Afterward, she filed a complaint to Cal/OSHA, California’s workplace safety agency.

    “I just see the workers at Tesla as having absolutely no voice,” she said. “I do feel extra responsible to try to speak up for what’s going on there.”

    Watson thought Cal/OSHA would put an immediate stop to the practices she witnessed. But the agency wasn’t interested.

    Cal/OSHA sent her a letter saying it folded her complaint into the investigation it started in April after Reveal’s first story ran. The letter said it had investigated and cited Tesla for a recordkeeping violation.

    But Cal/OSHA already had closed that investigation two weeks before Watson’s complaint. The agency issued a fine of $400 for a single injury it said was not recorded within the required time period. Tesla appealed, calling it an administrative error.

    Reveal had documented many other cases of injuries that Tesla had failed to record. But the agency had only about six months from the date of an injury to fine a company. By the time Cal/OSHA concluded its four-month investigation, the statute of limitations had run out.

    After Reveal reported that the time limitation makes it difficult to hold employers accountable, state legislators passed a bill giving investigators six months from when Cal/OSHA first learns of the violation. It was signed by Gov. Jerry Brown, but it was too late for the Tesla investigation.

    A Cal/OSHA spokeswoman said the investigation found four other “injury recording violations that fell outside of the statute of limitations.” Even if those other violations had been included, the spokeswoman said Cal/OSHA would have had to combine them in a single $400 citation.

    Tesla, meanwhile, inaccurately cites Cal/OSHA’s investigation as vindication.

    “We do get these quite unfair accusations,” Musk said on his October earnings call. “One of them was that we were underreporting injuries. And it’s worth noting that OSHA completed their investigation and concluded that we had not been doing anything of the sort.”

    Watson called Cal/OSHA officials to insist they investigate her complaint. She told them that she had detailed knowledge of a system that undercounted injuries by failing to treat injured workers.

    But Cal/OSHA officials told her that it wasn’t the agency’s responsibility, she said. They suggested contacting another agency, such as the medical board or workers’ compensation regulators.

    As Watson kept pushing and Reveal began asking questions, a Cal/OSHA spokeswoman said her complaint now is being investigated.

    Watson has a new job at an urgent care clinic. She said she just wants someone to make sure that Tesla workers get the care they need.

    “You go to Tesla and you think it’s going to be this innovative, great, wonderful place to be, like this kind of futuristic company,” she said. “And I guess it’s just kind of disappointing that that’s our future, basically, where the worker still doesn’t matter.”

    #USA #Tesla #Arbeit #Krankheit


  • Lyft Is Not Your Friend
    http://jacobinmag.com/2018/10/the-myth-of-the-woke-brand-uber-lyft-capitalism

    BY MEAGAN DAY
    Lyft is the latest brand trying to build market share by posing as a “progressive” corporation. But the fight can’t be good corporations against bad ones — it’s working people against capitalism.

    In early 2017, liberals hit on a new strategy to resist the nascent Trump administration: #DeleteUber.

    It started when New York City’s taxi drivers refused to service JFK airport to protest Trump’s travel ban targeting Muslim-majority countries, and Uber was spotted leveraging the ensuing crisis for profit. Then Uber CEO Travis Kalanick came under fire for accepting an appointment to Trump’s economic advisory council. He announced his resignation from the council, but only weeks later a video leaked of Kalanick reprimanding a driver for his company.

    Amid various ensuing scandals, Kalanick stepped down as CEO of Uber, but by then millions of consumers had turned on the brand in protest, deleting the Uber app from their phone and opting instead for the rideshare giant’s rival Lyft.

    Lyft leaned in, eagerly branding itself as the progressive alternative to Uber by pledging a $1 million donation to the ACLU and trotting out celebrities to promote it as a company committed to “doing things for the right reasons.” Lyft, of course, operates on the same labor model as Uber — its drivers are not employees but independent contractors, and are therefore denied all the benefits and protections that workers receive under more ideal circumstances. Nevertheless, a new refrain rang out across liberaldom: “I don’t use Uber, I use Lyft.”

    What socialists understand that liberals don’t is that brands are corporate enterprises, and corporate enterprises are fundamentally motivated by the pursuit of profit — even in their ostentatious acts of charity and wokeness.

    Three surefire ways to maximize profit are: suppressing labor costs by paying workers as little as you can get away with, lobbying the state for deregulation and lower taxes, and opening new markets by finding new things to commodify and sell. Businesses will always pursue these avenues of profit maximization where they can. It’s not a matter of ethics but of market discipline: if they don’t, they run the risk of losing out to the competition and eventually capsizing.

    Sometimes corporations do things for publicity that make it seem like their interests are not fundamentally misaligned with those of the working-class majority, who rely on decent wages and well-funded public services. But those efforts are meant to sustain public confidence in a given corporation’s brand, which is occasionally necessary for keeping up profits, as Uber’s losses in 2017 demonstrate. When corporate profits come into direct conflict with active measures to improve people’s wellbeing, corporations will always select the former. Case in point: Lyft just donated $100k to the campaign against a ballot measure that would create a tax fund to house the homeless in San Francisco, where the company is based.

    Why did the progressive alternative to Uber do this? Well, because the company doesn’t want to pay higher taxes. Because high taxes imperil profits, and profits are the point. Another likely rationale is to build stronger bonds with pro-business advocacy groups in San Francisco, so that the company will have allies if the city decides to implement regulations against ride-sharing services, which is rumored to be a possibility.

    Lyft has already mastered the art of suppressing labor costs and opening new markets. Next on the wish list, low taxes and deregulation. It’s pretty formulaic when you get down to it.

    San Francisco is home to an estimated 7,500 homeless people. Proposition C would tap the large corporations that benefit from the city’s public infrastructure to double the city’s homelessness budget in an attempt to resolve the crisis. The corporations opposing Proposition C say that the move would imperil jobs. This is not an analysis, it’s a threat. What they’re saying is that if the city reaches too far into their pockets, they’ll take their business elsewhere, draining the region of jobs and revenue as punishment for government overreach. It’s a mobster’s insinuation: Nice economy, shame if something happened to it. Meanwhile thousands of people sleep in the streets, even though the money to shelter them is within the city’s borders.

    Of course, in every struggle over taxes and industry regulation there may be a few canny corporate outliers looking to ingratiate their brand to the public by bucking the trend. In the case of Proposition C, it’s Salesforce, whose CEO Marc Benioff has made a public display of support for the ballot measure. But before you rush to praise Benioff, consider that only two months ago he lauded Trump’s tax cuts for fueling “aggressive spending” and injecting life into the economy.

    You could spend your life as an engaged consumer hopping from brand to brand, as liberals often do, pledging allegiance to this one and protesting that one to the beat of the new cycle drum. You could delete Lyft from your phone the same way you did with Uber, and find another rideshare app that you deem more ethical, until that one inevitably disappoints you too.

    Or you could press pause, stop scrambling for some superior consumption choice to ease your conscience, and entertain the socialist notion that deep down all corporations are objectively the same. They all exist to maximize return on investment for the people who own them. They are all in competition with each other to plunder our commons most effectively, with the lowest overhead, which means compensating the least for employees’ work. And when the rubber meets the road, they will all prioritize private profits over the wellbeing of those who own no productive assets, which is the vast majority of the people on the planet. They will demonstrate these priorities on a case-by-case basis, and on a massive global scale so long as capitalism prevails.

    “We’re woke,” said Lyft CEO John Zimmerman at the height of the Uber scandal. It was horseshit — it always is. And until liberals stop believing than any brand can be truly “woke,” or can offer a genuine alternative to the predatory behavior they observe in other “unwoke” brands, they’ll be unable to mount a meaningful resistance to anything.

    Whether we want to ensure clean drinking water for the residents of Flint or to shelter the homeless of San Francisco, we have to draw clear battle lines that are up to the challenge. The fight can’t be good corporations against bad corporations. It has to be working people against capitalism.

    #USA #Lyft #Uber #Arbeit



  • World Development Report 2019: The Changing Nature of Work
    http://www.worldbank.org/en/publication/wdr2019

    jungle.world - Ungerechtigkeit 4.0
    https://jungle.world/artikel/2018/41/ungerechtigkeit-40?page=all

    11.10.2018 -
    Der Weltentwicklungsbericht der Weltbank beschäftigt sich mit der Frage, wie die Digitalisierung soziale Gerechtigkeit verändert

    Ungerechtigkeit 4.0

    Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche. Wie sie sich auf soziale Gerechtigkeit auswirkt, wird derzeit viel diskutiert. Auch die Weltbank befasst sich in ihrem Bericht für das Jahr 2019 damit. Ihre Analyse stammt allerdings aus der vordigitalen Zeit.

    Von Christopher Wimmer

    Von der Arbeitswelt über das Privat­leben und die Freizeitgestaltung bis zur Politik – die Digitalisierung hat die bis vor wenigen Jahrzehnten bestehenden Verhältnisse grundlegend verändert. Sie hat neue Lebenssituationen geschaffen, deren Konsequenzen für die Arbeit, das Gemeinwohl und das Leben der Einzelnen nur teilweise voraus­gesehen werden können.

    Mit dem Thema Digitalisierung befasst sich derzeit auch die Weltbank, die gerade ihren Weltentwicklungsbericht für das Jahr 2019 vorbereitet. In ihren jährlich erscheinenden Berichten behandelt die Weltbank immer verschiedene Themen. Der Band für 2019 soll im Oktober unter dem Titel »The Changing Nature of Work« erscheinen und sich mit dem Wesen und der Zukunft der Arbeit beschäftigen. Der Entwurf ist im Netz frei zugänglich und wird Woche für Woche aktualisiert. Darin werden zwei Themen verbunden, die bisher selten zusammen diskutiert wurden: Di­gitalisierung und Ungleichheit. Die Digitalisierung hat den Verfassern zu­folge das Potential, soziale Ungleichheit zu verschärfen.

    Über die Frage, ob die Digitalisierung eine große Chance oder ein großes Ri­siko für die Gesellschaft ist, ist auch die Meinung der deutschen Bevölkerung gespalten. Dem Ifo-Bildungsbarometer 2017 zufolge stimmten 50 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die Digitalisierung insgesamt zu größerer so­zialer Ungleichheit in Deutschland führen werde, 46 Prozent stimmen dem nicht zu. Die einen befürchten, dass die Digitalisierung zu massiven Arbeitsplatzverlusten führt und somit die Ungleichheit verschärft, die anderen hoffen auf neue Jobperspektiven in der digitalen Welt.

    Die Autorinnen und Autoren unter der Leitung des Ökonomen und ehemaligen bulgarischen ­Finanzministers Simeon Djankov regen dazu an, den Kündigungsschutz zu lockern und Unternehmen generell von ihrer sozialen Verantwortung zu befreien. Mindestlöhne sollen gesenkt werden.

    In den vergangenen Jahren sind die Reallöhne in Deutschland, nach einer längeren Phase der Stagnation, leicht gestiegen. Anders als in anderen west­lichen Ländern sind viele neue industrielle Jobs entstanden, in denen relativ hohe Löhne gezahlt werden.

    Und doch sind stabile Wachstumsraten und Rekordbeschäftigung keine Garanten für soziale Gerechtigkeit. Der Anteil der Menschen, die als armutsgefährdet gelten, ist zuletzt wieder angestiegen. Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs und befristete Arbeitsverhältnisse prägen die Arbeitswelt – fast 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen in derlei prekären Arbeitsverhältnissen. Für sie bedeutet dies häufig: niedrige Löhne, geringe soziale Absicherung und permanente Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Besonders jüngere Beschäftigte sind davon betroffen.

    Rechte, die sich Lohnabhängige in den vergangenen Jahrzehnten gewerkschaftlich erkämpften, werden durch neue Arbeitsverhältnisse der Gig-Ökonomie unterminiert, bei der kleine Aufträge kurzfristig an unabhängige Freiberufler oder geringfügig Beschäftigte vergeben werden. Kündigungsschutz, Krankenversicherung und Urlaubsanspruch gelten dort nur selten. Die Digitalisierung der Arbeitswelt verstärkt diese Prozesse. Mittlerweile geht es auch nicht mehr nur um die industrielle Produktion.

    Weitere Branchen werden umstrukturiert. Der Zeitungs- und Büchermarkt, der Börsenhandel, die Versicherungsbranche, Immobilien- und Stellenbörsen, das Militär – diese und weitere Bereiche sind ebenfalls von gewaltigen Transformationen betroffen.

    Die Weltbank stellt fest: Die großen digitalen Unternehmen beschäftigen vergleichsweise wenige Mitarbeiter, vernichten aber Tausende Jobs in der Industrie, im Handel und Dienstleistungssektor. Ein Beispiel hierfür sei der Fahrdienstleister Uber. Durch die Möglichkeit, Menschen privat im Auto mitzunehmen, wird das organisierte Taxigewerbe unter Druck gesetzt. Waren gewisse Mindesteinkommen und Sicherheiten für die regulären Taxifahrer gegeben, fallen bei Uber alle Formen der gewerkschaftlichen Organisierung und Versicherungen komplett weg. Das Ergebnis ist die Prekarisierung der gesamten Branche.

    Die unregulierte, digitale Variante des Taxigewerbes steht also nicht für die inklusiv und sozial gerecht erscheinende sharing economy, sondern bedeutet unterm Strich: Vereinzelung und direkte Ausbeutung, also Kapitalismus in Reinform.

    Doch es gibt auch eine positive Erzählung über die Digitalisierung. Zahlreiche Verlautbarungen aus Wirtschaft und Politik preisen sie als Garant für zukünftigen Wohlstand. Vom Bundeswirtschaftsministerium über die Unternehmensplattform »Industrie 4.0« bis hin zu Beratungsfirmen wie McKinsey sind sich alle einig, dass Phänomene wie Big Data, Internet der Dinge und künstliche Intelligenz nicht nur für Wachstum sorgen werden, sondern auch zu sozialer Gerechtigkeit beitragen können. Gab es früher enorme Hürden, die die Existenz kleiner Produzenten be- und verhinderten, können sich Menschen nun über Marktplätze wie Ebay selbständig machen oder Geld neben dem Job hinzuverdienen. Ebenso verhält es sich mit Uber oder Airbnb – Geld kann hier relativ leicht verdient werden.

    Doch ein Blick auf wissenschaftliche Szenarien macht skeptisch, ob diese Gerechtigkeitsversprechungen der Digitalisierung wirklich einzuhalten sind. Digitale Innovationen werden sich anders auswirken als vorherige technologische Entwicklungen. Ihre atem­beraubende Geschwindigkeit tangiert auch die Arbeitsplatzsicherheit. Verschiedene Studien sagen voraus, dass allein in den nächsten zwei Jahrzehnten zwischen zwölf und 40 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen könnten – die neu entstandenen Jobs bereits eingerechnet.

    Von der Digitalisierung sind mittlerweile alle Berufsgruppen betroffen. Die Technologie selbstfahrender Autos ersetzt zumindest potentiell die Busfahrer, Drohnen die Postbeamtinnen, intelligente Systeme die Buchhalterin und schlussendlich können auch Wissensarbeiter ersetzt werden – künstliche Intelligenz an Stelle von Professoren.

    Die Weltbank geht in ihrem Bericht darauf ein und fordert Maßnahmen, um wachsender Ungleichheit vorzubeugen: »Als erste Priorität sind umfangreiche Investitionen in das Humankapital während des gesamten Lebens einer Person von entscheidender Bedeutung. Wenn die Arbeiter gegenüber Maschinen konkurrenzfähig bleiben sollen, müssen sie in der Lage sein, ständig neue Fähigkeiten zu trainieren oder von Anfang an besser ausgebildet sein«, heißt es darin.

    Doch was passiert mit all denen, die nicht mithalten können? Die Jobs, die mit der Digitalisierung entstehen, werden nur zu einem kleinen Teil gut bezahlt sein. Der kleinen Gruppe von Programmierern oder IT-Ingenieurinnen wird die große Mehrheit der Beschäftigten bei Lieferketten, in Lagerhallen oder als Gelegenheits-, Crowd- und Clickarbeiterinnen gegenüberstehen – im Niedriglohnsektor.

    All das wird dazu führen, dass die soziale Ungleichheit weiter anwächst. Die Vorschläge der Weltbank scheinen in dieser Hinsicht wenig aussichtsreich zu sein. So regen die Autorinnen und Autoren unter der Leitung des Ökonomen und ehemaligen bulgarischen ­Finanzministers Simeon Djankov dazu an, den Kündigungsschutz zu lockern und Unternehmen generell von ihrer sozialen Verantwortung zu befreien. Mindestlöhne sollen gesenkt werden.

    An deren Stelle solle laut Weltbank ein bedingungsloses Grundeinkommen und bessere private Vorsorge treten. Dies soll durch höhere Steuern finanziert werden, die dem Entwurf zufolge aber hauptsächlich Geringverdienende und Ärmere belasten würden.

    Mit diesen Mitteln wird man dazu beitragen, dass sich einige wenige – die die Macht über Roboter und Algorithmen haben – zu Lasten der großen Mehrheit bereichern. Riesige Mengen Kapital sammeln sich bereits bei wenigen Firmen an, die große Plattformen und Programme entwickeln.

    Der digitalisierte Klassenkampf scheint derzeit eindeutig auszufallen. Er betrifft aber nicht nur die Arbeitswelt, sondern die gesamte Gesellschaft, denn diese Firmen akkumulieren nicht nur große wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Macht: Sie verfügen über das Wissen, die Daten und die medialen Räume, mit denen in Gesellschaft und Politik Diskussionen geführt und Entscheidungen getroffen werden. Kämpfe um soziale Gerechtigkeit im digitalen Kapitalismus werden dadurch umso schwerer – aber auch umso wichtiger.

    #Uber #Taxi #BEG #Arbeit #Arbeitslosigkeit #Digitalisierung #Prekasisierung #Plattformkapitalismus #Weltbank





  • Brasilien: Großbrand zerstört Nationalmuseum in Rio de Janeiro (htt...
    https://diasp.eu/p/7664863

    Brasilien: Großbrand zerstört Nationalmuseum in Rio de Janeiro

    Millionen Artefakte aus der Geschichte Brasiliens sind verloren: Das Nationalmuseum des Landes ist durch Flammen verwüstet. Pannen erschwerten die Arbeit der Feuerwehr.

    #nationalmuseum #zeitgeschehen #brasilien #großbrand #rio #janeiro #millionen #artefakte #geschichte #landes #flammen #pannen #arbeit #news #bot #rss




  • 02.05.2018: Ausbeutung in Pink (Tageszeitung junge Welt)
    https://www.jungewelt.de/artikel/331773.ausbeutung-in-pink.html

    In Italien wehren sich die Fahrer des Essenslieferdienstes Foodora gegen schlechte Arbeitsbedingungen

    Von Martina Zaninelli

    Schon im Oktober 2016 streikten die Foodora Rider in Turin gegen die schlechten Arbeitsbedingungen

    Am 1. Mai sind in mehreren italienischen Städten die pinkgekleideten Fahrer des Essenslieferdienstes Foodora gemeinsam mit anderen prekär Beschäftigten auf die Straße gegangen. Unter anderem in Turin, wo die Proteste der »Rider« gegen den deutschen Konzern vor eineinhalb Jahren begonnen hatten. Das Motto der Demonstration war »Es ist Arbeit«. Die grundlegenden Forderungen: Mindestlohn für alle Beschäftigten, Verträge in denen die Arbeitssicherheit und die Zahlung der Krankenversicherungsbeiträge gewährleistet sind, sowie die Anerkennung von »untergeordneten Arbeitsverhältnissen«, eine in Italien verbreitete Form von Scheinselbständigkeit.

    Im Oktober 2016 begannen die Proteste vor allem in Norditalien. Damals hatte Foodora angekündigt, ab November die Gehaltsregeln zu ändern. Die alten Arbeitsverträge waren ausgelaufen, und die neuen sahen einen Umstieg von Zeit- auf Geldakkord vor: Anstatt fünf bis 5,50 Euro pro Stunde wurden nur noch 2,70 Euro pro Lieferung gezahlt. Außerdem wurden die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub, die Beiträge zur Sozial- und Rentenversicherung sowie das 13. Monatsgehalt gestrichen.

    Erst nach Protesten und einem Streik war Foodora Italia bereit, mit den Fahrern zu verhandeln. Die Forderungen der Beschäftigten: Wiedereinführung der Bezahlung nach Stunden, eine Beteiligung der Firma an Reparaturkosten für die Fahrräder und an den anfallenden Telefonkosten. Das Angebot des Unternehmens sah lediglich pro Lieferung einen Euro mehr vor. Gleichzeitig wurden sechs Fahrer entlassen – genau diejenigen, die die Proteste und Versammlungen organisiert hatten. Das Foodora-Management wies Kritik daran zurück und leugnete jeglichen Zusammenhang. Laut seiner Darstellung habe kein regulärer Arbeitsvertrag bestanden. Schließlich seien die Fahrer offiziell »selbständig« und nur durch eine App »angestellt«. Gerade diese ermöglicht es dem Unternehmen, sich unliebsamer Beschäftigter zu entledigen, indem der Zugang zur App und damit auch zum Schichtplan blockiert wird.

    Diese technischen Möglichkeiten seien problematisch, erklärte Giuseppe Martelli, Sekretär im Bereich Dienstleitungen im Gewerkschaftsbund CGIL, gegenüber jW: »Heute nennen wir diejenigen, die uns seit eh und je die Pizza nach Hause bringen, ›Rider‹. Diese Arbeitsform ist nicht neu, aber die Beschäftigungsverhältnisse sind es. Früher waren diese durch Arbeitsverträge und persönliche Beziehungen zwischen ›Arbeitgeber‹ und ›Arbeitnehmer‹ bestimmt, nun wurden sie durch eine App ersetzt. Diese Entpersonifizierung erschwert deutlich die gewerkschaftliche Arbeit. Wenn man keine Gelegenheit zu einer Diskussion oder einer Auseinandersetzung mit dem Unternehmen hat, verringert sich auch die Möglichkeit, konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten zu erreichen«, so Martelli.

    Die sechs Fahrer ließen sich nicht einschüchtern und klagten gegen ihre Kündigung durch den »Arbeitgeber«. Am 12. April dieses Jahres standen sie vor Gericht. Das Urteil überraschte: Ihr Beschäftigungsverhältnis sei keines als Arbeitnehmer im »klassischen« Sinne, sondern als Selbständige. Im Gerichtssaal waren viele Kollegen anwesend, deren Hoffnung durch den neoliberalen Richterspruch enttäuscht wurde.

    Nach den Protesten von 2016 verschärfte sich die Lage bei Foodora. Zwar wurden nach und nach wieder Fahrer nach Stunden bezahlt. Doch das Arbeitsklima hat sich deutlich verändert, so dass eine gewerkschaftliche Organisierung immer schwieriger wird. Dadurch, dass mehr Beschäftigte eingestellt wurden, wuchs auch die interne Konkurrenz. Außerdem hat Foodora die internen Chatgruppen so verändert, dass kein Zugriff auf die Telefonnummer anderer Arbeiter mehr möglich ist.

    Die Gewerkschaftsverbände versuchen seit mehreren Jahren, die »neuen Arbeiter« des Transportwesens zu organisieren. Eine schwierige Aufgabe, wie Martelli meint: »Unsere Erfahrung beim Versuch, die ›Rider‹ gewerkschaftlich zu organisieren, ist, dass die Verhandlungspartner das Hauptproblem sind.« Doch aussichtslos sei die Lage nicht. »Was wir aus gewerkschaftlicher Perspektive machen müssen, ist, in den verschiedenen Foodora- und Deliveroo-Firmen einen guten Organisierungsgrad zu erreichen und die Unternehmen zu einer kontinuierlichen Auseinandersetzung zu zwingen.« Erste Erfolge wurden bereits erzielt. »Nach vielen Jahren musste sich sogar Amazon darauf einlassen. Es gibt also noch Hoffnung für die ›Riders‹«.

    #Arbeit #Disruption #Ausbeutung


  • Wie der Mindestlohn noch immer umgangen wird - ZDFmediathek
    https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/umgehung-mindestlohn-100.html

    von Sven-Hendrik Hahn (Video), Mario Shabaviz (Text) im Video als Autorin bezeichnet: Asli Özarslan

    Wie der Mindestlohn noch immer umgangen wird
    Mindestlohn - das Wort sagt eigentlich alles. Wer arbeitet, muss in Deutschland mindestens einen bestimmten Betrag bekommen. Wer weniger bekommt, wird betrogen. Und tatsächlich ist das in vielen Branchen immer noch der Fall.

    Beitragslänge:4 min Datum:11.06.2018
    aus: WISO vom 11. Juni 2018

    Verfügbarkeit:
    Video verfügbar bis 11.06.2019, 19:25
    Betrogen um den Mindestlohn – Alltag in Deutschland!?
    8,84 Euro brutto pro Stunde – das ist aktuell der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland. Er ist eine Art untere Schmerzgrenze für die angemesseneEntlohnung von Beschäftigten. Doch seit es den Mindestlohn gibt – eingeführt im Januar 2015, mit damals noch 8,50 Euro/Stunde – versuchen Arbeitgeber auch, ihn zu unterlaufen.

    Branchen, in denen das typischerweise geschieht, sind zumeist auch die klassischen Niedriglohnbranchen: der Handel, das Hotel und Gastgewerbe, das Baugewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen und das Reinigungsgewerbe. Nicht zu vergessen auch etwa der Bereich der privaten Pflege oder das Taxigewerbe. Und besonders oft trifft es generell die geringfügig Beschäftigten.

    Laut einer Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bekamen im Jahr 2016 etwa 1,8 Mio. Beschäftigte weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung kommt in ihren Untersuchungen für das gleiche Jahr sogar auf 2,7 Mio. Beschäftigte, die nicht mindestens die ihnen gesetzlich zustehende Bezahlung erhielten.

    Umgehung in der Praxis

    Doch wie läuft das in der Praxis ab? Da werden Trinkgelder mit in die Bezahlung nach Mindestlohn eingerechnet oder variable Komponenten aufgestellt, deren Erfüllung nicht in der Macht der Beschäftigten liegt. „Beliebt“ ist auch das viel zu knappe Kalkulieren von Arbeitsleistung pro Zeit, etwa eine Vorgabe, wie viele Quadratmeter Fläche pro Zeit oder wie viele Zimmer pro Zeit zu schaffen sind. Wer hier mehr Zeit benötigt, als vorgegeben, muss zur Erfüllung der Vorgabe mehr arbeiten – und das dann oft unentgeltlich. Und wo die Reinigungskraft noch warten muss, bis auch der letzte Gast ausgecheckt hat, entsteht ebenfalls schnell unbezahlte Mehrarbeit. Betrug zu Lasten der Beschäftigten ist aber nur möglich, wenn diese sich nicht zu wehren wissen und wenn oft auch die Verwaltung das üble Spiel mitspielt. Denn ohne Manipulationen bei der korrekten Erfassung der Arbeitszeit/Überstunden und bei deren fairer Bezahlung geht es nicht.

    Anonyme Schilderung über die Praxis

    Wie das konkret ablaufen kann, hat uns eine ehemalige Beschäftigte aus dem Hotelgewerbe geschildert. Sie war für die buchhalterischen Vorgänge dahinter mit zuständig — und genau das bewog sie schließlich auch, deswegen ihren Job aufzugeben. Drei Jahre lang arbeitete Jenny R. * (Name geändert) in einem Hotel einer großen deutschen Stadt. In diese Zeit fiel auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Hier ihre Schilderung:

    „Mich hat der Mindestlohn in dem Hotel nur indirekt betroffen, da ich als Lohnbuchhalterin leider die Kraft war, die diesen Betrug ausführen musste, was mich dann auch letzlich zur Kündigung bewogen hat. Ich gehörte aber nicht zu den Empfängern vom Mindestlohn. Mit Einführung des Mindestlohnes wurden alle Verträge, die vorher weit unter Mindestlohn waren, neu geschlossen und vom Gehalt auf Stundenlohn geändert. Die Mitarbeiter dachten, sie müssten das unterschreiben. Alles andere hätte wohl auch zur Entlassung in dem Betrieb, zur fristlosen Kündigung geführt.

    Mitarbeitern, die vorher knapp unter Mindestlohn verdienten, wurde das Gehalt auf Mindestlohn angepasst. Zimmermädchen und Servicemitarbeiter, nun plötzlich Stundenlöhner, die bislang auf 30 Stunden angestellt waren, hatten auf einmal nur noch Verträge mit 27,5 Stunden pro 5-Tage- Woche. Begründung war, dass eine halbe Stunde davon ja als Pause abgezogen werden musste.

    Stundenzettel wurden von der Verwaltung geschrieben. Es wurde nur geschaut, an welchen Tagen der Mitarbeiter da war und dann wurde für diesen 5,5 Stunden eingetragen. Die Mitarbeiter haben fast jeden Tag länger gearbeitet. Sie ‚durften‘ dann am Anfang des Folgemonats zum Unterschreiben der monatlichen Stundenzettel antreten.

    Mindestlöhner wurden auch über den Lohn sanktioniert. Ein Roomboy hatte mal nicht ordentlich geputzt — und ihm wurden dann dafür Stunden vom Stundenzettel gestrichen oder gar Urlaubstage abgezogen. Zimmermädchen hatten laut Stundenzettel 9 Uhr Dienstbeginn, das hieß dann aber: ab 9 Uhr anfangen mit der Reinigung. Das Beladen des Wagens davor war aber nicht in der Arbeitszeit mit bedacht.

    Wenn – aufgrund des immer währenden Mangels an Bettwäsche und Handtüchern - auf die Wäscherei bis weit nach der Dienstzeit gewartet werden musste, damit die Zimmer fertig waren, wurde das auch nicht bezahlt. Das Warten wurde dann als ‚lange Pause‘ verkauft. Im Vertrag stand eine Klausel, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis nach drei Monaten verfallen, was nach Mindestlohngesetz auch nicht rechtens ist, aber es wehrte sich ja keiner dagegen. Oft wurden der letzte Lohn und auch restliche Urlaubsansprüche nicht bezahlt.

    Andere Mitarbeiter, die flexibel an sieben Tagen eingesetzt wurden, haben auch neue Verträge bekommen, in denen das ursprüngliche Brutto durch damals 8,50 Euro gerechnet wurde und dann die monatliche Stundenzahl im Vertrag verankert wurde.

    Diese Mitarbeiter hatten dann zwar weiter dasselbe Bruttoeinkommen und die gleiche Arbeit, aber auf dem Papier weniger Stunden — obwohl die locker auf nochmal die Hälfte der bezahlten Stunden extra kamen, die aber einfach unter den Tisch fielen.

    Mitarbeiter der Rezeption hatten Verträge zur 5-Tage-Woche à 8 Stunden. Auch hier wurden dann auf dem Stundenzettel aber 7,5h notiert, also eine halbe Stunde Pause abgezogen, erfasst. Mit Übergabe war man immer über der Dienstzeit. Überstunden wurden gar nicht erst erfasst.

    Wenn ein Rezeptionist 6 Tage arbeiten musste, in der Woche, wurde ihm ein „Gut-Tag“ gutgeschrieben, der aber nach ein paar Monaten verfallen ist, wenn man ihn nicht genommen hat. Wenn der „Gut-Tag“ aber genommen wurde, wurden dann auch nur 4 Tage in der Woche bezahlt. Also - unterm Strich - hatte man dann einen ganzen Tag für den Arbeitgeber kostenfrei gearbeitet. Feiertage wurden gar nicht bedacht. Mit der Begründung: ‚Stundenlohn!! Nur Tage, an denen gearbeitet wird, werden bezahlt.‘"

    Schilderungen rechtlich haltbar?

    Diese Schilderungen haben wir einer Fachanwältin für Arbeitsrecht zugeleitet. Rechtsanwältin Sabine Geilen ist in Leipzig tätig und kennt die gängigen Tricks. Ihre Einschätzung ist eindeutig:

    „Ich halte diese Ausführungen in der Tat für plausibel. Bereits der erste Punkt „Reduzierung von 30 h auf 27,5 h“ ist auffällig. Ich glaube durchaus, dass der Arbeitgeber so vorgegangen ist und die Arbeitnehmer aus Unwissenheit und/oder Angst dies akzeptiert haben. Eine Pause wäre nämlich erst ab einer Arbeitszeit von mehr als 6 h/Tag erforderlich (vgl. § 4 ArbZG). Die von den MA zu erledigenden Aufgaben haben sich aber mit Sicherheit nicht reduziert, so dass sich vermutlich auch die tatsächliche Arbeitszeit nicht reduziert hat.

    "Wo kein Kläger, da kein Richter.“

    Dass der Arbeitgeber bis dahin die Pausen der MA mitbezahlt hat, ist wenig glaubhaft. Natürlich kann ich durch so eine Vertragsgestaltung mit entsprechender monatlicher Quittierung der geleisteten Arbeitsstunden auf diese Weise nach außen darstellen, dass der Mindestlohn eingehalten wird. Entscheidungserheblich ist jedoch, wie lange die Mitarbeiter tatsächlich tätig sind.

    Auch das Beladen des Reinigungs-Wagens durch den Zimmerservice, beispielsweise, ist Arbeitsleistung und muss entsprechend vergütet werden, mithin bei der Erfassung der Arbeitszeit berücksichtigt werden. Das Weglassen der Erfassung dieser Tätigkeiten kann ebenso wie das Nichterfassen der Überstunden zum Unterschreiten des Mindestlohns führen. Aber – wo kein Kläger, da kein Richter.“

    Geringer Kontrolldruck

    Für das Aufdecken und Verhindern solcher Verstöße ist deutschlandweit der Zoll zuständig, genauer gesagt, die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“. Im vorigen Jahr eröffnete der Zoll auch über 2.500 Ermittlungsverfahren und diese endeten in jedem zweiten Fall auch mit der Zahlung eines Bußgeldes.

    Doch der Kontrolldruck ist - „aus Ganze gerechnet“- nicht sehr hoch. Denn bei einer Gesamtzahl von 2,2 Millionen Betrieben mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurden in 2017 gerade einmal 2 Prozent aller infrage kommenden Betriebe überprüft. Die Bezahlung nach wenigstens dem gesetzlichen Mindestlohn - sie wird also auch künftig keine Selbstverständlichkeit sein.

    Downloads
    DH - https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/18/06/180611_clip_3_wis/1/180611_clip_3_wis_3296k_p15v13.mp4

    mittel
    https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/18/06/180611_clip_3_wis/1/180611_clip_3_wis_2328k_p35v13.mp4

    SD - https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/18/06/180611_clip_3_wis/1/180611_clip_3_wis_476k_p9v13.mp4

    #Deutschland #Arbeit #Milo #Mindestlohn



  • Frontal 21 vom 15. Mai 2018 - ZDFmediathek
    https://www.zdf.de/politik/frontal-21/frontal-21-vom-15-mai-2018-100.html

    Die Beiträge können nicht mehr als Video angesehen oder heruntergeladen werden. Dafür stellt die Redaktion jetzt die Manuskripte der Sendung zur Verfügung, leider nur als PDF.
    https://www.zdf.de/assets/manuskript-trotz-gesetz-kein-mindestlohn-100~original

    Der alte Seenthis-Eintrag wird wird um den Link zum vorliegenden ergänzt.
    https://seenthis.net/messages/694673

    #Berlin #Taxi #Arbeit #Mindestlohn


  • Exoskelette sind keine Zukunftsmusik mehr. In Flugzeugfabriken oder...
    https://diasp.eu/p/7177166

    Exoskelette sind keine Zukunftsmusik mehr. In Flugzeugfabriken oder Lagerhallen helfen sie bereits, Verletzungen zu vermeiden. Nächster Schritt soll die Unterstützung von Personen mit Rückenmarksverletzungen sein. Bezahlbare Exoskelette helfen Arbeitern und Gelähmten #Arbeitssicherheit #Exoskelett #Gesundheit #HomayoonKazerooni #Querschnittsgelähmte #Querschnittslähmung #Roboter #Robotics #SuitX #Techcrunch #USA


  • Reise in die Arbeitswelten der Zukunft
    https://www.bmbf.de/_pressestelle/reise-in-die-arbeitswelten-der-zukunft-6196.html


    Taxi ist heute eine High-Tech-Branche. Der Blick in die Pressemeldungen des BmBF sollte sich also lohnen. Leider, leider ist der Blick auf High-Tech dort ein anderer als in der Praxis.
    Jawollja schick, aber verarschen kannick ma alleene. Das ist der Eindruck, den die erste Pressemeldung aus dem Hause Karliczek auslöst.

    Ministermund tut Wahrheit kund, für alle, die zwischen den Zeilen lesen können.

    Ministerin K sagt:
    müssen dabei schneller werden und meint mehr Arbeitshetze .

    Digitalisierung ... Stabilität ... und Vollbeschäftigung meint noch mehr Billigjobs für alle ohne Elitestudium

    Einblick in die Zukunft der Arbeitswelten singt die Schlange K. glaube mir ...

    Wer nicht aufwacht, wird gefressen.
    https://www.youtube.com/watch?v=Wor7N0K1894


    Auszug aus dem Disney-Film Das Dschungelbuch von 1967. Besetzung: Mogli als Taxifahrer, Schlange Kaa als Taxiunternehmer, Tiger Shir Khan als Uber-Chef

    Und so sieht die echte High-Tech-Welt aus: Taxifahren, ein Job für Idioten. Deutsch braucht der Fahrer nicht. Rechtskenntnisse? Wozu. Fahrzeugtechnik? Zur Not. Vertiefte Stadtkenntnisse? Überflüssig. Das Auto kann mehr als der Fahrer, so viel Computer ist da drin.

    Hat da jemand Mindestlohn gemurmelt? Eine Fata Morgana für morgenländischen Fahrer. Da sei der Fiskaltaxameter vor. Solange High-Tech Werkzeug der Unternehmen ist, bleibt der Fahrer arm. Mieser Umsatz? Macht nix, die Masse machts, die stellen einfach ein Taxi mehr auf die Straße. Dann stimmt der Umsatz wieder. Für Fahrer-Nachschub ist gesorgt. Das garantieren seit über 20 Jahren Berliner Schulsystem und sinkende Einstiegshürden zum Taxifahren.

    Damit beisst sich die Schange in den Schwanz.

    Mies Qualifizierte kriegen nur miese Jobs mit miesen Löhnen in Branchen mit miesen Umsätzen. Miese Arbeit im Taxi macht noch miesere Löhne im Taxi, weil mies behandelte Gäste dann billig-billig mit den besonders miesen Uber-Kutschen fahren. Wenn mies dann wenigstens billig, ist die Devise.

    Mit dem Qualitäts-Limbo katapultieren sich die Taxunternehmen aus dem ÖPNV. Die nimmt keiner mehr ernst, der sich die Branche einmal genau angesehen hat.

    Taxifahren als Beruf für gut verdienende, hoch qualifizierte Dienstleister? Kein Probem, ist machbar aber nicht gewollt. Um Qualität und Ausbildung der Fahrer kümmert sich kein Mensch. Sogar die Prüfung nimmt heute der Computer ab. Kugelschreiber? Überflüssig, kein Straßenname muss geschrieben werden. Multiple Choice per Klick am Monitor, so läuft das heute.

    Vertiefte Stadtkenntnisse? Umgangsformen? Kultur und Bildung? Störender Luxus am Steuer. Die Mitgliedschaft im Boxverein, die lohnt sich, die hilft , Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Wortwörtlich.

    Datenfunk und Navigationssystem verschleiern die Probleme vieler Kollegen. Hauptsache, die sind billig und der Kunde merkt nichts. Dafür verschwinden die normalen Arbeitsverhältnisse und werden ersetzt durch Gig-Ökonomie-Jobs, die per einzelner Leistung bezahlt werden.

    Arbeitslos ist in Berlin kein Taxifahrer, aber sein Arbeitsplatz hat nichts mit dem Versprochenen zu tun. Nicht der Vertrag, nicht das Einkommen und nicht der Stress im Verkehr. Dafür wird er um seinen Lohn betrogen, per digitalem High-Tech-Taxameter. Wer meckert, landet auf der schwarzen Liste. Dagegen hilft keine Digitalisierung. Die schwarze Liste ist auch digital.

    Pressemitteilung Nummer: 039/2018 | 15.05.2018

    Wissenschaftsjahr 2018: Ausstellungsschiff MS Wissenschaft startet deutschlandweite Tour in Berlin

    Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, sagte bei der Eröffnung der MS Wissenschaft: „Wir müssen uns als Gesellschaft bewegen, müssen uns mit den Veränderungen im Alltag durch Digitalisierung auseinandersetzen, müssen dabei schneller werden und durch Weiterbildung auch in Zukunft fit bleiben. Auf der MS Wissenschaft erleben wir einen spannenden Einblick in die Zukunft der Arbeitswelten. Hier zeigt sich, wie wir durch Bildung und Forschung auf unsere eigene Entwicklung Einfluss nehmen können. Und ich bin zuversichtlich, dass wir in Deutschland gerade durch Digitalisierung weiterhin Stabilität auf dem Arbeitsmarkt und Vollbeschäftigung erreichen können.“

    #Berlin #Technologie #Propaganda #Taxi #Arbeit