• Eröffnung des Humboldt Forums: „Was für ein Monster“ - taz.de
    https://taz.de/Eroeffnung-des-Humboldt-Forums/!5781744

    C’est tellement sympa quand les voisins organisent une manifestation anticolonialiste aussi petite soit-elle.

    Eine Minute nach zwölf Uhr, die Glocken des Berliner Doms sind noch nicht ganz verhallt, ist sie plötzlich da. Wo sich eben noch Touristen vor der Brüstung der Rathausbrücke in Stellung brachten, um die der Spree zugewandte moderne Fassade des Humboldt Forums gut ins Handybild zu bekommen, steht nun eine junge Schwarze Frau, den Blick starr in die Ferne gerichtet. Wie ein lebendes Denkmal posiert sie auf dem Brückenkopf, das schwarze Kleid flattert um den schlanken Körper, in der linken Hand trägt sie einen Speer mit schwarzer Fahne. Ein paar Touristen nehmen sie gleich mit ins Bild.

    Auf der Steinbank vor der Brüstung zu Füßen der Frau sitzt Mnyaka Sururu Mboro. Der tansanische Aktivist ist der Vater der Aktivistin, ein alter Kämpfer gegen das Humboldt Forum und für mehr dekoloniale Erinnerung in der Stadt. Schon vor mehr als 15 Jahren, 2005, erzählt er, hätten sie in schwarzer Kleidung und mit schwarzen Fahnen an diesem Platz gestanden – beziehungsweise auf der anderen Seite des Gebäudes, das damals noch der Palast der Republik war.

    Mit dem Trauermarsch, so Mboro, „haben wir an den Maji-Maji-Krieg vor 100 Jahren erinnert, eine richtige Inszenierung war das mit Schlacht und Feuer“. Die schwarzen Fahnen seien das Zeichen der Maji-Maji-Krieger gewesen, die gegen die deutschen Kolonialherren kämpften. Der Krieg gegen die Aufständischen hat nach Historiker-Schätzungen bis zu 500.000 Menschen das Leben gekostet. „Was ganz interessant ist“, meint Mboro: Die Überlebenden, die nach einer „Politik der verbrannten Erde“ hungrig und obdachlos umhergeirrt seien, hätten damals ein riesiges Dinosaurier-Skelett gefunden. „Auch das haben sich die Deutschen geholt, die Überlebenden mussten die Knochen-Pakete zum Hafen tragen“, erzählt er kopfschüttelnd. Der Brachiosaurus brancai ist heute die Attraktion im Naturkundemuseum.

    So bringt die Denkmal-Aktion gleich ein paar Argumente der Gegner des Humboldt Forums auf den Punkt. Nicht nur würden mit dem rekonstruierten Schloss, in dem der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. wohnte, „die deutschen Kolonialherren gewürdigt“, wie Mboro eine Stunde später bei der Demo vor dem Lustgarten sagen wird. Auch der Inhalt des Schlosses, die ethnologischen Ausstellungen vor allen, die zwar nicht an diesem Dienstag, aber doch in zwei Monaten eröffnet werden, sind für ihn Anlass, von diesem Tag als einem „Trauertag“ zu reden.
    Wessen Stadt ist das?

    Gegen halb eins steigt Amina Koß vom Sockel und macht sich mit ihrem Vater und weiteren Ak­ti­vis­t*in­nen von Berlin Postkolonial auf den Weg zum Protest am Lustgarten. Sie sei in Berlin geboren und aufgewachsen, erzählt sie. „Aber wenn ich sehe, dass Hunderte Millionen Euro für Prunk und Pracht des Kolonialismus ausgegeben werden, frage ich mich, ob das noch meine Stadt ist.“ Wofür man diesen Wiederaufbau brauche, fragt sie rhetorisch. „Es ist Teil von Berlin, das viele Gebäude nicht mehr stehen, die Lücken haben einen Grund, den wir nicht vergessen sollten!“

    Ein älterer Herr spricht Koß auf ihre Darstellung und die schwarze Fahne an. Sie erklärt den Hintergrund, auch dass bis heute Tausende Schädel von geköpften Aufständischen in den Depots hiesiger Museen lagern und früher teils für „rassistische Forschungen“ herhalten mussten. „Bis heute warten die Menschen in Tansania darauf, dass sie zurückgebracht und beerdigt werden können“, sagt Koß. Der Mann hört gebannt zu, dann bedankt er sich. „Ich höre das zum ersten Mal, ich bin schwer erschüttert“, sagt er.

    Auf der Nordseite des Humboldt Forums laufen die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung mit Poli­ti­ke­r*in­nen-­Reden und Sektempfang. Die Schloss-Kritiker haben sich bereits gegenüber vor der malerischen Kulisse des Lustgartens positioniert und halten ihre Transparente und Plakate für die zahlreichen Fotografen in die Höhe. Rund 100 Ak­ti­vis­t*in­nen mögen es sein, und als Tahir Della von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland um 13 Uhr die Veranstaltung für eröffnet erklärt, stimmen sie fröhlich in den zuvor eingeübten Schlachtruf ein: „Tear it down – and turn it upside down.“
    Was feiert ihr da?

    Der Spruch zielt auf die jüngste Forderung der Protestbewegung, formuliert von der relativ neuen Coalition of Cultural Workers against the Humboldt Forum (CCWAH): das Humboldt Forum zu definanzieren. Das Haus sei „das revisionistischste Gebäude der Stadt“ erklärt eine Rednerin der CCWAH: Die Gelder, die dafür nun fließen sollen (wohl rund 60 Millionen jährlich), „müssen umgeleitet werden für die Dekolonialisierung der Stadt“.

    Anschließend bringt Mboro mit einer emotionalen Rede die Gefühle wohl vieler Anwesender auf den Punkt, zumindest folgt seinen Worten vielfaches Kopfnicken und Topfklopfen. „Was für ein Monster!“, nennt er der das Schloss. Und fragt in Richtung der noch leeren Bühne gegenüber, wo gleich die Po­li­ti­ke­r*in­nen und Staatsgäste Platz nehmen werden. „Was feiert ihr da?“ Die geraubten Inhalte, die koloniale Hülle, die Gebeine in den Depots, Mboro meint: „Sie sollten sich schämen, was Sie da veranstalten!“

    lebendes Antikolonialdenkmal, Performance von Amina Koß, 20.7.2021, 12.00, Rathausbrücke Berlin - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=e4W6ZSbi5sI

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Warum das Humboldt-Forum ein steingewordener Schlussstrich ist
    https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-das-humboldt-forum-ein-steingewordener-schlussstrich-ist-li.1

    Das neu eröffnete Humboldt-Forum, so unser Autor, bedeutet das Ende deutscher Demut: In ihm spiegeln sich die erinnerungspolitischen Debatten unserer Zeit.

    Jürgen Zimmerer, 24.7.2021 - Das Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss ist eröffnet: mit prächtiger Barockfassade und Kuppel nebst Kuppelkreuz. Viel war in den letzten Monaten zu lesen über ein angebliches Museum neuen Typs. Doch bereits jetzt hat dieses preußische Disneyland erinnerungspolitische Konsequenzen: Es ist in sich ein riesiges Werbebanner für die Berliner Republik. Eine Reklametafel für ein neues altes Deutschland, die zeigt, dass sich der historische Identitätskern verschiebt, von der Bonner hin zur Berliner Republik.

    Die Schlossattrappe steht symbolisch für eine neue Meistererzählung, die eigentlich eine rückwärtsgewandte und alte ist: Deutschland als Volk der Dichter und Denker, mit Berlin als borussisch-deutscher Kultur- und Wissenschaftsmetropole von Weltgeltung. Es ist die Umkehrung der hart erkämpften Perspektive, die deutsche(n) Nachkriegsidentität(en) von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts aus zu betrachten. Radikaler könnte der erinnerungspolitische Schnitt kaum sein.

    Seinen ursprünglichen Zweck hat das Humboldt-Forum damit bereits erfüllt: Der Ost-Berliner Palast der Republik ist verschwunden, die Brache in der Mitte der Stadt, die auch ein Mahnmal für die deutsche Teilung und den sie verursachenden Weltkrieg war, ist gefüllt. Die Fassade glänzt – ganz so, als hätte es Weltkrieg, Holocaust und Teilung nie gegeben.
    Die irrlichternde Megalomanie des Humboldt-Forums

    Wo man in Bonn dezidiert auf Demutsarchitektur setzte, die jeden Anklang an die megalomanischen Züge des Zweiten und Dritten Reiches bewusst verneinte, so ist in der Berliner Republik jener Prunk nun zurück. Es ist eine bleibende Hypothek, dass man für den realen Machtzuwachs Deutschlands innerhalb Europas und darüber hinaus keinen anderen Ausdruck fand als ein rekonstruiertes Symbol der Ungleichheit und des Antidemokratischen – ja, auch der irrlichternden Megalomanie: Man denke nur an den letzten dort residierenden deutschen Kaiser, Wilhelm II.

    Hat die deutsche Demokratie, mittlerweile bekanntlich eine Erfolgsgeschichte, wirklich keine andere Erzählung zu bieten? Muss man sich etwa nicht mehr in Demut üben, nur weil man sich selbst Läuterung attestierte, sich vom Virus der Großmannssucht und Weltpolitik geheilt erklärte – oder zumindest nicht mehr so von ihm befallen scheint wie die Altvorderen mit Pickelhaube? Deutschland ist eine Führungsmacht in Europa, das wissen alle Nachbarn. Dies auch demonstrativ herauszustellen, war schon in der Vergangenheit nicht klug und ist es auch heute nicht.

    Die deutsche Geschichte ist komplex und widersprüchlich. Wie kann man ins Zentrum seiner unverdient wiedergewonnenen staatlichen Einheit ein Monument der herrenmenschlichen Eindeutigkeit setzen – des personifizierten Machtanspruchs im Inneren wie Äußeren, nur Gott verantwortlich, nicht aber den Menschen, weder in Deutschland noch anderswo? Es sei denn, gerade dies ist die intendierte Botschaft: Deutschland ist wieder wer, die selbst auferlegte Zurückhaltung ist vorbei. Damit wäre das Stadtschloss ein Stein gewordener Schlussstrich.

    Selbst der borussischen Pressure Group für das Stadtschloss war klar, dass ein ungetarntes Zurück zur preußischen Monarchie auch im wiedervereinigungstrunkenen Deutschland nicht zu vermitteln wäre. Kultur sollte die kalte Umschreibung der Geschichte abfedern und verdecken. Ein Humboldt-Forum als Welt-Agora sollte die hässliche Fassade von innen stützen. Und zugleich sie um die Meistererzählung erweitern, der Berliner Republik ein neues Identifikationsangebot machen: Nicht Pickelhauben wollte man als Assoziationen, sondern Sammlungen, Kompendien, Weltabhandlungen. Das Image vom Land der Richter und Henker sollte zu dem der Dichter und Denker umgedeutet werden: Nationen-Marketing vom Feinsten!
    Das Ausblenden des kolonialen Erbes hat Folgen

    An diesem Punkt geriet die Debatte über Deutschlands koloniales Erbe in Konflikt mit dem neuen Narrativ, der über die Frage des Umgangs mit kolonialen Sammlungsgütern weit hinausgeht. Es ist bezeichnend, dass keiner der Verantwortlichen an das koloniale Erbe auch nur ansatzweise gedacht hat, als beschlossen wurde, das rekonstruierte Stadtschloss mit den Objekten des ehemaligen Ethnologischen Museums zu füllen. Nach all der Mühe, ein weltoffenes Berlin und Deutschland zu zeichnen – ein Zentrum der Wissenschaft und der Weltaneignung –, schuf man in Berlin ein Denkmal der Engstirnigkeit.

    Deutschland sah plötzlich gar nicht mehr modern aus, sondern ziemlich altbacken, wenn nicht gar reaktionär. Während überall über den Abbau und die Umwidmung kolonialer Denkmäler diskutiert wird, errang Deutschland den zweifelhaften Ruhm, ein gigantisches Kolonialdenkmal in die Mitte seiner neuen alten Hauptstadt zu setzen. Anders kann man den Ort der Raubgut-Sammlungen des ehemaligen ethnologischen Museums nicht nennen. Er ist immerhin zugleich die rekonstruierte Residenz des letzten deutschen Kaisers, in dessen Namen der erste Völkermord der deutschen Geschichte verübt wurde: gegen die Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika.

    Auch das vor wenigen Wochen mit großen Aplomb angekündigte Versöhnungsabkommen mit Namibia verblasst, wenn man bedenkt, dass die angekündigten Aufbauhilfen für Herero und Nama, aufs Jahr gerechnet, nur etwas mehr als die Hälfte der jährlichen Betriebskosten des Preußenschlosses ausmachen. Es sind nicht nur Nachkommen der Überlebenden des ersten Völkermords des 20. Jahrhunderts, die sich wundern, warum für den Wiederaufbau von Preußens Glorie Unsummen an Geld vorhanden sind, das an anderer Stelle für die Wiedergutmachung von Deutschlands Schande fehlt.
    Das Humboldt-Forum wird die Last seiner Fassade nicht los

    In der Diskussion um das Humboldt-Forum gipfelte eine seit Jahren in unterschiedlichen Kontexten geführte Debatte über das koloniale Erbe. Es mag dabei auch dem Zufall der verschobenen Eröffnung geschuldet sein, dass nun innerhalb weniger Wochen verschiedene Debatten wie die um den Genozid an den Herero und Nama, um die Benin Bronzen, das Luf-Boot und ganz generell auch die Bedeutung des Kolonialismus für die deutsche Geschichte in einem erinnerungspolitischen Kulminationspunkt zusammenlaufen. Aber zu keiner dieser Debatten hat das Humboldt-Forum überzeugende Antworten. Wie auch? Die Last der Fassade wird es nicht los. Die bedingungslose Aufarbeitung ist innerhalb des neuen Nationalnarrativs schlicht nicht möglich.

    Die Politik, kalt erwischt von der Debatte um Deutschlands koloniales Erbe, reklamiert diesen intensivierten Diskurs mittlerweile für sich. Wenn man jedoch, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Eröffnung sagte, in Anspruch nimmt, das Humboldt-Forum habe „schon vor seiner Eröffnung ganz wichtige Debatten über den Umgang zum Beispiel mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten angestoßen“, dann ist das ungefähr so, wie wenn man darauf hinwiese, Tschernobyl hätte die Debatte um Reaktorsicherheit vorangebracht. Es stimmt, war aber keineswegs beabsichtigt. Die Opfer und Kollateralschäden waren in beiden Fällen enorm.

    Wie viel hätte man erreichen können, hätte man das tatsächlich von Anfang an gewollt! In Wahrheit waren es Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die über Jahre nicht lockergelassen und auf den kolonialen Kern des Humboldt-Forums hingewiesen haben. Die die Politik zum Jagen tragen mussten und als Dank bei der Eröffnung vor der Tür blieben, wo sie ihren Protest fortsetzten. So gesehen ist die Geschichte des Humboldt-Forums auch eine Geschichte der kolonialen Amnesie und Arroganz sowie eines Diskurses eurozentrischer Beharrung angesichts der Kritik von außen, von unten und insbesondere auch von Menschen, die nicht weiß, mittelalt und männlich sind.
    Die koloniale Amnesie wird an allen Stellen deutlich

    Es passt zu dieser Amnesie, dass die Eröffnung des Forums ausgerechnet auf den 20. Juli gelegt wurde, jenen Tag, an dem 116 Jahre vorher im ebenfalls deutsch beherrschten Ostafrika, dem heutigen Tansania (und Ruanda und Burundi), der Maji-Maji-Krieg begann – der wohl opferreichste Kolonialkrieg des deutschen Reiches. Im Umfeld der Eröffnung wurde von den Verantwortlichen in Politik und Museen immer wieder betont, wie sehr das Humboldt-Forum die koloniale Aufarbeitung voranbringen würde. Erstaunlich, dass der Kriegsausbruch vor 116 Jahren mit keiner einzigen Silbe Erwähnung fand.

    Sicher, die Politik hat auf den letzten Metern der Legislaturperiode die Rückgabe eines „substantiellen Teils“ der Benin Bronzen angekündigt und nun den Entwurf eines Abkommens mit Namibia über eine Anerkennung und eine Entschuldigung für den ersten Völkermord der deutschen Geschichte vorgelegt. Ist kleinlich, wer darauf hinweist, dass es keinen exakten und verbindlichen Zeitplan für die Rückgaben nach Nigeria gibt? Und übrigens auch keine Klarheit darüber, was ein „substantieller Teil“ ist oder wer ihn definiert. Ist missgünstig und undankbar, wer darauf verweist, dass Herero und Nama das Abkommen mehrheitlich zurückweisen, weil sie sich in dessen Zustandekommen nicht angemessen beteiligt fühlen?

    All dies ist aus der Not geboren, durch öffentlichen, auch internationalen Druck erzwungen. Denn eigentlich steht die koloniale Debatte der großen Botschaft des Humboldt-Forums ja entgegen: einer positiven Besinnung auf die nicht kontaminierten Seiten deutscher Geschichte. Das koloniale Erbe führt sehr deutlich vor Augen, dass deutsche Verbrechen wie Genozid und Rassenstaat nicht auf den Zeitraum 1933–1945 beschränkt waren, sondern weit in die deutsche Geschichte zurückreichen. Es zeigt, dass Wissenschaft, Kunst und Kultur eben nicht Gegenpole jener Gewaltgeschichte waren, sondern oftmals von ihr profitierten, sie zum Teil sogar ermöglichten. Eine unkritisch positive deutsche Geschichte gibt es nicht. Es kann sie auch gar nicht geben.

    Das bedroht natürlich die Botschaft der geschichtspolitischen Wende, die durch das Humboldt Forum, aber auch durch die Sanierung der gesamten Museumsinsel forciert wurde. Die Reaktion der Verfechter war entsprechend: Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die für einen dekolonialen Zugang eintraten, wurden und werden pauschal diskreditiert. Es geht eben um viel mehr als um Objekte.
    Auch der „Zweite Historikerstreit“ spiegelt sich im Humboldt-Forum

    Aus dieser Perspektive erscheint auch das, was gerade als „Zweiter Historikerstreit“ diskutiert wird, in neuem Licht. Im ersten verteidigten linksliberale Historiker und Denker die Bundesrepublik gegen eine konservative geschichtspolitische Wende mit einer deutlichen Relativierung des Holocaust im Dienst einer neo-nationalen Erzählung. Nun aber werden diejenigen diffamiert, die die deutsche Verantwortung auf koloniale Verbrechen ausweiten wollen.

    Es gibt einem zu denken: Je mehr das nationale Geschichtsnarrativ weg von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts auf eine vermeintliche Normalgeschichte davor gelenkt wird, desto stärker wird das Jahrhundertverbrechen des Holocaust herausgestellt. Dazu wird eine Singularität beschworen, die das Menschheitsverbrechen Holocaust de facto aus der deutschen Geschichte herausnimmt. Es ist die Vereinnahmung des Holocaust in nationaler Absicht, die sprachlos macht – der Missbrauch der unbestreitbaren Singularität, um die Verbindungen des Holocaust in die deutsche Geschichte zu kappen. Was jedem Vergleich entzogen ist, wird enthistorisiert. So wird zugleich die deutsche Schuld und eine positivere Nationalgeschichte beschworen. Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes würde das Gegenteil dessen bedeuten: Sie würde aufzeigen, wie tief verwurzelt in der deutschen Geschichte der Rassenstaat und das genozidale Denken waren.

    Diese Geschichtskämpfe zeigen sich auch im neuen Streit um das Kaiserreich, das moderner war, so heißt es, als das Zerrbild von Pickelhaube und Untertanentum vermuten lasse. Allerdings bedeutet „modern“ noch nicht gleich „positiv“. Was nicht vergessen werden darf: Es waren moderne Elemente, die Deutschland auf den Weg nach Auschwitz führten. Auch der Rassenstaat und Genozid in Deutsch-Südwestafrika waren in diesem Sinn modern.

    Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit treten in der deutschen Gesellschaft heute (wieder) offen zutage. Aufklärung über die Geschichte und Kritik wohlfeiler Narrative ist das Gebot der Stunde. Es gilt, die Vergangenheitspolitik und ihre Errungenschaften, die von der Nachkriegsgeneration gegen große Widerstände erkämpft werden mussten, zu verteidigen. Gerade das Humboldt-Forum sollte dazu mahnen.

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Transport 35 from Berlin,Berlin (Berlin),City of Berlin,Germany to Auschwitz Birkenau,Extermination Camp,Poland on 06/03/1943

    https://deportation.yadvashem.org/index.html?language=en&itemId=5092744

    Transports to Extinction: Holocaust (Shoah) Deportation Database

    Transport 35 from Berlin,Berlin (Berlin),City of Berlin,Germany to Auschwitz Birkenau,Extermination Camp,Poland on 06/03/1943

    This transport was the 35th to leave Berlin for the ghettos and killing sites in Eastern Europe and was thus designated “Osttransport 35”. It departed the city’s Putlitzstrasse Station in the Moabit district on March 6, 1943 and arrived in Auschwitz the following day.

    There were 665 Jews on this transport. On the day of their deportation they were ordered into a train consisting of closed cattle cars. A guard unit, usually composed of two SS men, was usually posted in the control compartment. The train usually went to Auschwitz via Breslau (Wroclaw) and Kattowitz (Katowice), but the constant strain put on the German railway system might have caused individual transports to take other routes.

    Historian Danuta Czech notes in the Auschwitz Chronicles that a transport organized by the RSHA arrived in Auschwitz on March 7. It consisted of 665 Jewish men, women and children from Berlin. Upon arrival outside the Auschwitz camp complex, the deportees were subject to a selection process carried out by the SS. 153 men, given Nos. 107164-107316, and 6 women, given Nos. 38001-38605, were sent to forced labour under harsh conditions which they rarely survived. The remaining 447 deportees, 30 of them men and 417 women and children, were sent directly to the gas chambers at Birkenau (Auschwitz II) and murdered.

    Else Penkuhn, born Muskatblatt on September 17, 1904 in Berlin, was on this transport. In 1968 she testified at the trial against Otto Bovensiepen (the former Head of the Berlin Gestapo):

    "I also recall that on March 6, 1943, together with other Jews, I was taken from Berlin on a transport to the East, which meant Auschwitz. Whether this was the 35th Osttransport, I am not sure. (...) As I remember, I had been picked up from the apartment of Mrs. Gertrud Kummer in Berlin, on Grenadierstrasse (23?) on Friday, March 5 at around 9 o’clock in the morning by two Gestapo officials, whose names I wasn’t familiar with. These officials just told me, “Get dressed and come with us”. Initially I was asked for my name and when I reported by the name “Michaelis”, they took me with them. I was taken to the assembly camp on Grosse Hamburger Strasse, not far from the Grenadierstrasse assembly camp. On the way the two Gestapo officials who accompanied me did not abuse me. The officials walked three steps behind me and on the way to the assembly point there was no talking at all. (...) In the assembly camp in Berlin, I was taken to an office, and there I had to provide my personal details. Afterwards I was put in a large room, where many other Jews were already present. I cannot tell how many people were placed in this room together with me. . (...) I was placed in the aforementioned Jewish home for the elderly from March 5 to March 6, 1943 in the morning. On March 6th we were driven in trucks to the Putlitzstrasse railway station (freight station). There we were loaded into freight cars. . (...) In the room at the assembly camp in Berlin, it was only possible to stand due to the overpopulation of the house with people of all ages both sick and healthy. This room was terribly overcrowded. I would also say that there was a lack of washing facilities and the condition of the toilets was very poor. As to the food supply, I can say that I didn’t receive any provisions on Friday, March 5. Only on March 6, before boarding the transport, we received a pre-prepared packet with 3 sandwiches spread with margarine. I don’t recall anymore whether these sandwiches had some sausage or anything else edible in them. In this assembly camp in Berlin there was no medical care whatsoever. (...) When I was arrested on March 5, I was neither abused nor verbally harassed. However, on March 6, when we were being loaded onto the train at the Putlitzstrasse railway station, an SS man struck me on my back with a stick, and this was apparently because I didn’t get into the freight car fast enough. (...) We only knew that we were being taken to the East but we did not know where the transport was headed for. Among us prisoners there was talk about us being taken to some ghetto. We then arrived in Auschwitz. There, we were unloaded and separated into lines of men, women and children. SS women spread a blanket in front of us and we had to put our jewelry, handbags, and all our belongings on it. Afterwards, most of the prisoners, mainly women and children, were loaded onto trucks and driven away. At first, we did not know where these people had been taken. At the selection of the prisoners in Auschwitz I was assigned to a working unit like many others. When we were in the camp in Auschwitz, I learned that those women and children, who, as I mentioned, were driven away on a truck, were murdered in the gas chamber…”

    Another survivor of this transport, Otto Fried, born April 20, 1905 in Josefdorf/Katowice, testified in 1968 at the trial against former employees of the Gestapo in Berlin: “On the occasion of the ’Fabrikaktion’ I was also arrested and taken to the former Hermann Göring barracks. The following day partners in mixed marriages were selected and transferred to the Jewish Community building on Rosenstrasse. We met a large number of fellow sufferers - other partners in mixed marriages or Jews from privileged mixed marriages. During the next few days, the prisoners from the privileged mixed marriages were released. There remained 25 partners from mixed marriages who were separated and transported to Auschwitz from the Putlitzstrasse railway station. The commander at the Rosenstrasse assembly camp was the Gestapo official Schneider (...). We arrived in Auschwitz in early March 1943. There my left forearm was tattooed… with the prisoner number 107323.”

    According to historian Rita Meyhoefer 9 of the deportees are known to have survived this transport.

    Sources

    Adler, Hans Guenther. Der verwaltete Mensch : Studien zur Deportation der Juden aus Deutschland . Tuebingen : Mohr, 1974.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0107421
    Czech, Danuta. Auschwitz chronicle 1939-1945.New York : H. Holt, 1990, p. 347.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0020388
    Ehmann, Annegret. Die Grunewald-Rampe : die Deportation der Berliner Juden . Berlin : Colloquium Vlg., 1993.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0051553
    Freie Universitaet. Zentralinstitut fuer sozialwissenschaftliche Forschung (Berlin). Gedenkbuch Berlins der juedischen Opfer des Nationalsozialismus : „Ihre Namen moegen nie vergessen werden“ . Berlin : Hentrich, 1995, p. 1420.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0049803
    Gottwaldt, Alfred. Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich, 1941-1945 : eine kommentierte Chronologie . Wiesbaden : Marix Vlg., 2005, pp. 415-416.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0117586
    שאול כוכבי, אתרי הזיכרון לגירוש יהודי ברלין: http://onegshabbat.blogspot.com/2020/04/blog-post_21.html

    #Shoa #Holocaust #archives #Hugo_Ruschin #projekt_stolperstein #Transport_35

  • Collectors Universe Expands Into Video Game Authentication & Grading with Acquisition of Wata Games | Business Wire
    https://www.businesswire.com/news/home/20210714005598/en/Collectors-Universe-Expands-Into-Video-Game-Authentication-Grading-wit

    SANTA ANA, Calif.—(BUSINESS WIRE)—Collectors Universe, a leading provider of value-added authentication and grading services, announces it is expanding into the collectible video game industry with the acquisition of Wata Games.

    Wata Games is the trusted pioneer in the video game collectibles industry. As the foremost video game grading service, Wata elevated the collectible video game market with its focus on accuracy and objectivity and enabled the industry to grow quickly. The company’s grading process ensures complete transparency and integrity with detailed grading on a scale of 1-10. As the gold standard in video game authentication, games graded by Wata regularly sell for record prices. In addition to the $1.56 million Super Mario 64 sale, other Wata-graded games that have set records include a 1987 early production copy of The Legend of Zelda, which sold for $870,000 as well as a copy of Super Mario Bros. for NES, which sold for $660,000.

    #jeu_vidéo #jeux_vidéo #culture #collectors_universe #wata_games #business #super_mario_64 #mario #super_mario_bros #the_legend_of_zelda #zelda #jeu_vidéo_super_mario_64 #jeu_vidéo_mario #super_mario_bros #jeu_vidéo_the_legend_of_zelda #jeu_vidéo_zelda #évaluation #préservation #archivage #authenticité #confiance

  • #architecture et mouvement Fab City
    https://metropolitiques.eu/Architecture-et-mouvement-Fab-City.html

    S’appuyant sur son expérience d’architecte et de coordinateur de projets sur l’économie circulaire, Minh Man Nguyen propose d’intégrer la démarche Fab City dans l’architecture en vue de développer un modèle de construction urbaine plus local. La production de la ville, l’aménagement rural, les modes constructifs peinent à être à la hauteur des efforts à fournir pour réduire le bilan carbone global. Si nous prenons peu à peu conscience des limites de notre planète, nous construisons nos bâtiments avec des #Essais

    / #architecte, architecture, #circuits_courts, #fablab, #ville_durable, #économie_circulaire

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-nguyen.pdf

  • Trafic Internet en France : 50 % provient de Netflix, Google, Akamai et Facebook Julien Lausson
    https://www.numerama.com/tech/724507-trafic-internet-en-france-50-provient-de-netflix-google-akamai-et-f

    Le dernier rapport du régulateur des télécoms confirme la place très importante qu’occupe Netflix sur le réseau Internet français. Il montre aussi la progression de Twitch.

    Netflix reste encore et toujours le service qui génère le plus de trafic Internet en France. Le rapport du régulateur des télécoms sur l’Internet ouvert, dont la dernière version est parue le 7 juillet 2021, confirme la domination du géant américain de la vidéo à la demande par abonnement (SVOD) sur le réseau hexagonal, loin devant ses poursuivants, même s’ils s’appellent Google ou Facebook.

    Que lit-on ? Les données de l’Autorité de régulation des communications électroniques montrent qu’à la fin de l’année 2020, Netflix représentait à lui seul un peu plus de 20 % du trafic Internet en France. Derrière, on retrouve Google, aux alentours de 13 %, puis Akamai, sous les 10 %, tout comme Facebook. La cinquième place revient à Amazon, qui n’atteint pas les 5 % de trafic en métropole.


    Le classement des plus importantes sources de trafic. // Source : Arcep

    Dans son observatoire de juillet 2021, l’Arcep constate que « l’écart se creuse entre le volume de trafic provenant de Netflix et celui des autres fournisseurs de contenu », même si une baisse relative peut être observée comparé au précédent rapport. Le géant de la SVOD occupait alors près de 23 % du trafic hexagonal, d’après des statistiques arrêtées à la fin 2019.

    Le quatuor de tête — Netflix, Google, Akamai et Facebook — reste inchangé et pèse en tout « 50 % du trafic vers les clients des principaux FAI en France », constate le régulateur. Il est toutefois envisageable de présenter le classement différemment : l’Arcep a fait le choix de séparer Amazon et Twitch en en faisant deux services distincts, alors que le second est une filiale du premier depuis 2014.

    Or, le poids de Twitch dans l’Internet français : classé en neuvième position lors du bilan de fin 2019, le site de diffusion de parties de jeux vidéo en direct est passé à la septième place fin 2020. Le succès de la plateforme est indéniable, avec de plus en plus d’internautes qui suivent les péripéties vidéoludiques des vidéastes. En additionnant le poids de Twitch à celui d’Amazon, celui-ci pourrait être au niveau de Facebook.

    Outre les géants du net bien identifiés, plusieurs plateformes moins connues apparaissent assez haut dans le classement : c’est le cas d’entreprises comme Akamai, Level 3 CDN, EdgeCast, LimeLight, CDN77 ou encore Fastly. Ces sociétés sont des spécialistes de la mise en cache, au profit d’autres entreprises, de façon à ce que les contenus, des sites ou des vidéos par exemple, s’affichent plus vite chez les internautes.

    L’Arcep relève que ces quatre acteurs, qui focalisent 50 % du trafic en France, illustrent « une concentration de plus en plus nette du trafic entre un petit nombre d’acteurs dont la position sur le marché des contenus est renforcée ». Ce nombre évolue d’une année à l’autre, et pas toujours à la hausse : il y a deux ans, l’Arcep évaluait la part du top 4 à 53 %. Il y a un an, elle était estimée à 55 %.

    La domination de Netflix en France se justifie par une pluralité de facteurs : d’abord, la vidéo est un type de contenu qui par nature implique un volume important de données. Ensuite, la qualité de ces mêmes vidéos progresse avec l’arrivée de définitions toujours plus importantes — la 4K est ainsi en train de devenir de plus en plus courante, et Netflix a pris ce virage.

    Le succès de Netflix en France a en outre un effet multiplicateur : début 2020, on apprenait que le site de SVOD avait 6,7 millions d’abonnés dans le pays. Un chiffre qui a sans doute évolué à la hausse depuis (dans le monde, Netflix a dépassé en début d’année la barre des 200 millions de clients). Ce chiffre est de toute façon sous-évalué, car un même compte peut être partagé par plusieurs internautes, légalement ou non.

    Pour autant, Netflix s’efforce d’optimiser au maximum ses flux, en déployant des codecs de plus en plus performants — l’un d’eux a même été distingué d’un Emmy Award pour sa qualité dans la compression vidéo — pour pouvoir réduire la quantité de données requises pour une scène. La plateforme avait d’ailleurs joué sur le bitrate pour réduire son poids sur les réseaux pendant le confinement.

    Et Disney+ alors ?
    Le classement de l’Arcep parait oublier un acteur de poids : Disney+. Cet autre géant de la SVOD rencontre pourtant un succès indéniable, y compris en métropole. Cette apparente absence n’est qu’une illusion : « Disney+ apparaît dans ce classement au travers de ses différents CDN », ces fameux spécialistes de la mise en cache. L’entreprise a en effet fait le choix de passer par des tiers, plutôt que d’avoir son propre CDN.

    « L’architecture retenue par Disney ne reposait pas sur son propre CDN mais sur le recours à des CDN tiers », note l’Arcep dans son rapport. Ce choix, qui évite à Disney de se soucier de la partie technique et d’avoir à s’occuper des serveurs et des tuyaux, peut avoir des inconvénients, comme « saturer un lien d’interconnexion partagé avec de multiples autres contenus en cas de pic d’utilisation lié au lancement de la plateforme ».


    Disney+ aussi a une empreinte forte sur les réseaux français, via ses CDN. // Source : Disney+

    C’est pour cela que le lancement de Disney+ avait fait beaucoup parler de lui en France au printemps 2020, car il survenait en période de confinement, à un moment il fallait rester chez soi. Or, une inquiétude existait sur une saturation des réseaux, qui était plus sollicités que d’habitude. « Le redimensionnement de certaines interconnexions a donc pu être nécessaire pour prévenir d’éventuels risques de congestion des réseaux », écrit l’Arcep.

    C’est pour cela que la sortie de Disney+ a été décalée de quelques semaines et que la 4K a été indisponible au début, avant d’être rétablie ultérieurement. Les opérateurs se disaient inquiets de l’impact de l’arrivée d’un tel mastodonte sur les réseaux. « Disney envoie depuis les États-Unis […] Pour nos réseaux, ça fait une sacrée différence », relevait un cadre chez Orange, là où Netflix a, au fil du temps, mis en place une gestion plus fine de ses vidéos.
    #pollution #Netflix #Google #Akamai #Facebook #Disney+ #Akamai #Level_3 #CDN #EdgeCast #LimeLight #CDN77 #Fastly #Arcep #CDN #réseaux #SVOD #serveurs #réseaux

  • #Journal du #Regard : Juin 2021
    http://www.liminaire.fr/journal/article/journal-du-regard-juin-2021

    https://youtu.be/1GJq3SKWtuA

    Chaque mois, un film regroupant l’ensemble des images prises au fil des jours, le mois précédent, et le texte qui s’écrit en creux. « Une sorte de palimpseste, dans lequel doivent transparaître les traces - ténues mais non déchiffrables - de l’écriture “préalable” ». Jorge Luis Borges, Fictions Nous ne faisons qu’apparaître dans un monde soumis comme nous au pouvoir du temps. Dans le silence qui suit la fin du signal de départ. Dans un seul et unique instant. Non pas suites sans principe de (...) #Journal / #Vidéo, #Architecture, #Art, #Écriture, #Voix, #Sons, #Paris, #Paysage, #Ville, #Journal_du_regard, #Politique, #Regard, #Dérive, #Ciel, (...)

  • Vers une nouvelle place du vivant dans les projets architecturaux et urbains
    https://metropolitiques.eu/Vers-une-nouvelle-place-du-vivant-dans-les-projets-architecturaux-et

    Les architectes peuvent-ils construire tout en préservant les milieux vivants ? Interrogeant la notion de biodiversité urbaine, Léa Mosconi observe la manière dont plusieurs architectes s’y confrontent dans le cadre d’expositions et projets récents. Alors que la notion de biodiversité, et le constat de son effondrement, prennent racine dans les années 1980, c’est avec le Sommet de la terre de Rio de 1992 qu’un cadre opérationnel est suggéré, celui de la Convention sur la diversité. Comment les #Terrains

    / #architecture, biodiversité, #exposition, #écologie

    #biodiversité
    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_mosconi.pdf

  • Géographie du tennis en France, 1987
    https://visionscarto.net/tennis-en-france-1987

    Titre : Géographie du tennis en France, 1987 Mots-clés : #archives #france #sport #sémiologie #tennis #1987 Contexte : Maîtrise de géographie, Université Paris 1 Sources : - Autrice : Florence Troin Date : 1986-1987 les courts couverts par rapport à l’ensemble des courts (1987). les licenciés par rapport à la population départementale (1987). Opération « 5000 courts » (1981-1985) : répartition des constructions par ligue. Les joueuses et joueurs classé·es en seconde série par rapport à (...) #Musée_et_archives

  • La Réunion en 2010 : loin du cœur, mais résolument ancrée dans l’océan Indien
    https://visionscarto.net/reunion-ocean-indien-2010

    Titre : La Réunion en 2010 : loin du cœur, mais résolument ancrée dans l’océan Indien Mots-clés : #archives #réunion #océan_indien #territoires #géopolitique Contexte : Supplément La Réunion, « île-laboratoire » dans le Monde diplomatique de mars 2010. Cette carte accompagnait des articles de Wilfrid Bertile, Philippe Leymarie, Carpanin Marimoutou et Axel Gauvin Source : - Auteur : Philippe Rekacewicz Date : (...) #Musée_et_archives

  • L’Église catholique polonaise fait état de centaines de plaintes pour agressions sexuelles

    L’Église catholique polonaise a révélé lundi 28 juin avoir reçu, depuis 2018, plusieurs centaines de nouvelles plaintes pour des agressions sexuelles sur mineurs commis par des membres du clergé. Le rapport intervient au moment où l’Église, politiquement très influente en Pologne, est confrontée à une série d’accusations, très médiatisées, de pédocriminalité et de dissimulations, un sujet tabou il n’y a pas longtemps encore, dans ce pays jugé très attaché à la foi catholique.

    « Ce qui est frappant... c’est que depuis la dernière enquête, nous avons une vague de révélations », a déclaré Adam Zak, jésuite et coordinateur au sein de l’épiscopat polonais, responsable pour la protection des enfants. « Il y a certainement encore beaucoup de cas cachés qui continuent probablement à être signalés », a-t-il estimé lors d’une présentation en ligne des résultats de l’étude.

    De juillet 2018 à la fin de l’année dernière, 368 cas d’agressions sexuelles, commises entre 1958 et l’année dernière, ont été signalés à l’Église. Selon l’Église catholique polonaise, 39% des plaintes se sont avérées fondées. Des enquêtes se poursuivent sur un peu moins de 51% des autres cas alors que 10% des plaintes ont été rejetées pour des raisons telles que le manque de crédibilité. La moitié des victimes avaient moins de 15 ans, l’âge du consentement en Pologne. Les agressions étaient réparties de manière égale entre les sexes. Certaines de ces atteintes ont duré plus de dix ans. Selon Adam Zak le nombre de cas récents n’était « pas du tout faible ».

    4 évêques sanctionnés, deux démissions
    Un précédent rapport de l’Église faisait état de près de 400 membres du clergé qui avaient agressé sexuellement des enfants et des mineurs entre 1990 et 2018. Une longue série d’accusations d’atteintes sexuelles a secoué l’Église polonaise ces dernières années, notamment après la sortie du documentaire viral « Ne le dis à personne » du journaliste Tomasz Sekielski.

    Depuis l’année dernière, le Vatican a sanctionné quatre évêques polonais pour avoir couvert des actes de pédophilie commis par des membres du clergé, et a annoncé la démission de deux autres évêques, dont celle de l’évêque Zbigniew Kiernikowski, lundi, accusés des faits semblables.

    Le Saint-Siège a également sanctionné le cardinal polonais de 97 ans, Henryk Gulbinowicz, mort depuis, à la suite d’une enquête dont la nature n’a pas été précisée et a accepté la démission de l’archevêque Slawoj Leszek Glodz à la suite d’accusations de harcèlement de prêtres et de manque de réaction face aux allégations d’agressions sexuelles. Le Vatican enquête aussi sur un très proche collaborateur du pape Jean-Paul II, le cardinal Stanislaw Dziwisz, pour des soupçons similaires.

    Source : https://www.lefigaro.fr/flash-actu/l-eglise-catholique-polonaise-fait-etat-de-centaines-de-plaintes-pour-agres

    #pédophilie #viol #culture_du_viol #enfants #catholicisme #pédocriminalité #viols #impunité #pedocriminalité #violences_sexuelles #pologne #pape #catholicisme #religion #religieux #évêques #archevêque #cardinaux

    • Bien d’accord avec toi @metroet_ se réclamé catholique c’est soutenir le droit des dominants à commettre toutes formes d’exactions en toute impunité. Quant illes disent « Le Seigneur est mon berger » il suffit de se rappeler de ce que fait réellement un berger, qu’il soit bon ou mauvais, qu’il aime ses ovins ou pas.

      Le bon berger sépare les brebis de leur petit·es,
      Il tue les agnelles et les agneaux pour vendre leur corps en morceaux,
      Il épargne quelques rare surviant·es parmi les plus exploitables,
      Il insémine de force les brebis avec le sperme des béliers les plus rentables,
      Il impose au troupeau la morsure de ses chiens, chiens qui sont eux mêmes retirés à leurs mères et soumis à sa volonté,
      Il vole le lait des femelles,
      Il prend la laine de toutes et tous,
      Il égorge les adultes une fois qu’il n’en obtiens plus de profit,
      Et il mange leur cadavre.
      Il n’y a pas de bon berger du point de vue des moutons.

  • Futur ouvert : de la planification à la scénarisation
    https://metropolitiques.eu/Futur-ouvert-de-la-planification-a-la-scenarisation.html

    L’agence TVK propose de s’inspirer du modèle des séries télévisées pour « scénariser » le projet urbain et sortir l’urbanisme des visions planificatrices dominantes. Elle défend une approche souple, itérative et attentive au présent. L’urbanisme, discipline constitutivement tournée vers la prévision, l’organisation et l’aménagement, doit pourtant faire avec une dimension désormais incontournable : l’imprévisibilité. L’épidémie de Covid-19 est l’exemple le plus récent des bouleversements – crises économiques, #Terrains

    / #architecture, #aménagement, #série_télévisée, #projets_urbains, #Grand_Paris

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_tvk.pdf

  • Le monde vu de Canberra en 2010 : quelque part en bas, enjeux géopolitique australiens
    https://visionscarto.net/monde-vu-de-canberra

    Titre : Le monde vu de Canberra en 2010 : quelque part en bas, enjeux géopolitique australiens Mots-clés : #archives #australie #asie_du_sud_est #océanie #géopolitique Contexte : Série « Le monde vu de... » dans le Monde diplomatique de mars 2010 page 20 et 21 Source : - Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 2010 Esquisses préparatoires 1 et 2 #Musée_et_archives

  • L’Hadopi, c’est (bientôt) fini
    https://www.franceculture.fr/numerique/lhadopi-cest-bientot-fini

    Désormais, le pair à pair est devenu minoritaire et ne représente plus qu’un quart des piratages, soit deux à trois millions de personnes chaque mois. « Par l’intermédiaire de notre procédure de réponse graduée, le pair à pair a drastiquement diminué, de plus de 60% » précise Pauline Blassel. Mais le bilan de l’autorité est nuancé par les chiffres. Comme l’avait révélé Next INpact l’an dernier, l’Hadopi a un coût important : l’autorité a perçu 82 millions d’euros de subventions publiques depuis 2009 mais n’a infligé que 87 000 euros d’amendes. « Un ratio qui permet difficilement de conclure à la parfaite réussite du dispositif » d’après Marc Rees.

    #hadopi #csa #arcom #autorité_administrative #p2p #piratage #streaming #sport #culture #censure #fusion

  • Les #dinosaures ont également prospéré en #Arctique
    https://actu.orange.fr/societe/high-tech/les-dinosaures-ont-egalement-prospere-en-arctique-CNT000001C8Zkk/photos/des-os-et-dents-de-bebes-dinosaures-retrouves-en-alaska-places-sur-une-p

    Des espèces de dinosaures avaient fait de l’Arctique leur lieu de vie permanent, et probablement développé des techniques comme l’hibernation ou des plumes pour survivre au froid, selon une nouvelle étude.

    Ces travaux, publiés cette semaine dans la revue Current Biology, sont le résultat de plus d’une décennie de fouilles pour extraire des fossiles, et battent en brèche l’idée que ces reptiles ne vivaient que sous des latitudes plus clémentes.

    « Une partie des nouveaux sites découverts ces dernières années ont révélé des choses étonnantes, à savoir des os et des dents de bébés » dinosaures, a déclaré à l’AFP l’auteur principal de l’étude, Patrick Druckenmiller, de l’université de l’Alaska Museum of the North.

    « C’est incroyable, car cela montre que ces dinosaures ne faisaient pas que vivre en Arctique, ils étaient également capables de s’y reproduire », a-t-il poursuivi.

    Des scientifiques ont découvert pour la première fois en 1950 des restes de dinosaures dans cette région longtemps considérée comme trop hostile pour abriter des reptiles.

    Deux hypothèses concurrentes avaient alors été formulées : soit les dinosaures y vivaient de façon permanente, soit ils migraient vers l’Arctique et l’Antarctique afin de tirer avantage de ressources disponibles de façon saisonnière, et possiblement pour s’y reproduire.

    Cette nouvelle étude est la première à donner la preuve qu’au moins sept espèces de dinosaures étaient capables de se reproduire à ces latitudes extrêmement hautes — dans ce cas la formation de Prince Creek en Alaska, entre 80 et 85 degrés de latitude nord, datant du crétacé supérieur.

    Les espèces découvertes incluent des hadrosauridés, appelés dinosaures à bec de canard, des dinosaures à corne comme les cératopsiens, et des carnivores comme les tyrannosaures.

    L’équipe de chercheurs a retrouvé de petites dents et os, dont certains ne font que quelques millimètres de diamètre, appartenant à des dinosaures venant d’éclore, ou étant morts juste avant.

    « Ils ont un type de texture particulier à leur surface et très spécifique — ils sont très vascularisés, et les os grandissent très vite, ils ont beaucoup de vaisseaux sanguins les traversant », a expliqué Patrick Druckenmiller.

    Contrairement à d’autres mammifères comme les caribous, dont la progéniture peut parcourir de longues distances quasiment immédiatement après être venus au monde, même les plus grands dinosaures donnaient naissance à des petits qui auraient été incapables de s’attaquer à des migrations de plusieurs milliers de kilomètres.

    – Doudoune de plumes -

    « Nous pensons aux dinosaures dans ces sortes d’environnements tropicaux, mais la Terre entière n’était pas comme ça », rappelle Patrick Druckenmiller.

    L’Arctique était plus chaud à l’époque qu’il n’est aujourd’hui, mais les conditions restaient très exigeantes.

    La température annuelle était d’environ 6°C, mais des températures bien inférieures étaient de mise, avec des chutes de neige, durant les mois d’hiver.

    Cette zone était probablement couverte de conifères ou de fougères.

    « Nous savons dorénavant que la plupart des dinosaures carnivores qui se trouvaient là avaient probablement des plumes », a dit Patrick Druckenmiller. « Vous pouvez imaginer ça comme leur propre doudoune, pour les aider à survivre à l’hiver. »

    En ce qui concerne les herbivores plus petits, les chercheurs pensent qu’ils s’enterraient sous terre et hibernaient.

    Et les plus grands, avec plus de réserves de graisse, s’en remettaient eux à des brindilles et écorces de moindre qualité afin de traverser l’hiver.

    Par ailleurs, le fait que les dinosaures restaient toute l’année en Arctique est un indice de plus pointant vers l’idée que les dinosaures étaient des animaux à sang chaud, comme d’autres études récentes l’ont suggéré. Ils représenteraient alors un point d’évolution entre les reptiles à sang froid et les oiseaux à sang chaud.

    Leur capacité à survivre à l’hiver arctique est « la preuve la plus convaincante jusqu’ici » qu’ils peuvent être ajoutés à la liste des espèces capables de #thermorégulation, a conclu Gregory Erickson, de l’Université d’Etat de Floride et co-auteur de l’étude.

  • #Religions_Monothéismes #Histoire #Archéologie #Sciences_humaines #Documentaires

    Les secrets révélés de la Bible | ARTE
    http://www.arte.tv/guide/fr/041368-000/les-secrets-reveles-de-la-bible

    Jésus et l’islam
    http://www.arte.tv/magazine/jesusetlislam/fr

    De Jésus à Mahomet, par Akram Belkaïd (Le Monde diplomatique, décembre 2015)
    http://www.monde-diplomatique.fr/2015/12/BELKAID/54382

    Les mondes de l’islam 2/10 : sunnites, chiites, etc. - Information - France Culture
    http://www.franceculture.fr/2016-01-04-les-mondes-de-l-islam-210-sunnites-chiites-etc

    Non, les hommes n’ont pas toujours fait la guerre, par Marylène Patou-Mathis (Le Monde diplomatique, juillet 2015)
    http://www.monde-diplomatique.fr/2015/07/PATOU_MATHIS/53204

  • L’irruption des nouveaux producteurs [de pétrole] attise la compétition [données de 1987]
    https://visionscarto.net/production-petrole-1987

    Titre : L’irruption des nouveaux producteurs [de pétrole] attise la compétition (données de 1987) Mots-clés : #archives #matières_premières #pétrole #sémiologie #géométrie Contexte : Carte parue dans le [Monde diplomatique] de décembre 1988 Source : - Autrice : Mireille Morfin-Boitier Date : 1988 #Musée_et_archives

  • Récolte de maïs en grain dans le département du Cher en 1985
    https://visionscarto.net/mais-grain-dept-cher-1985

    Titre : Récolte de maïs en grain dans le département du Cher en 1985 Mots-clés : #archives #matières_premières #maïs #agriculture #sémiologie #géométrie Contexte : Carte réalisée pour le compte de la Chambre d’agriculture du Cher Source : Office national interprofessionnel des céréales (ONIC) Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 1986 #Musée_et_archives

  • Création de Groupement agricole d’exploitation en commun (GAEC) en France en 1985
    https://visionscarto.net/creation-gaec-1985

    Titre : Création de Groupement agricole d’exploitation en commun (GAEC) en France en 1985 Mots-clés : #archives #agriculture #France #sémiologie Contexte : Carte réalisée pour le compte de la Chambre d’agriculture du Cher Source : Agriculture de groupe n° 182 Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 1986 #Musée_et_archives

  • Cartes et documents sur la Révolution française, 1789-1799
    https://visionscarto.net/revolution-francaise-cartes

    Sélection de cartes et figures sur la Révolution française

    extraites de l’ouvrage Chronique de la Révolution française, 1789-1799, publié en 1989 par les éditions Larousse Jacques Legrand. _________________________________________ Titre : Versailles, l’entrée du château et le chemin de la procession, 1789 Mots-clés : #archives #histoire #révolution_française #1789 #1988 Contexte : Cartes et graphiques publiés dans Chronique de la Révolution française, 1789-1799, Larousse et éditions Jacques (...) #Musée_et_archives