• Eröffnung des Humboldt Forums: „Was für ein Monster“ - taz.de
    https://taz.de/Eroeffnung-des-Humboldt-Forums/!5781744

    C’est tellement sympa quand les voisins organisent une manifestation anticolonialiste aussi petite soit-elle.

    Eine Minute nach zwölf Uhr, die Glocken des Berliner Doms sind noch nicht ganz verhallt, ist sie plötzlich da. Wo sich eben noch Touristen vor der Brüstung der Rathausbrücke in Stellung brachten, um die der Spree zugewandte moderne Fassade des Humboldt Forums gut ins Handybild zu bekommen, steht nun eine junge Schwarze Frau, den Blick starr in die Ferne gerichtet. Wie ein lebendes Denkmal posiert sie auf dem Brückenkopf, das schwarze Kleid flattert um den schlanken Körper, in der linken Hand trägt sie einen Speer mit schwarzer Fahne. Ein paar Touristen nehmen sie gleich mit ins Bild.

    Auf der Steinbank vor der Brüstung zu Füßen der Frau sitzt Mnyaka Sururu Mboro. Der tansanische Aktivist ist der Vater der Aktivistin, ein alter Kämpfer gegen das Humboldt Forum und für mehr dekoloniale Erinnerung in der Stadt. Schon vor mehr als 15 Jahren, 2005, erzählt er, hätten sie in schwarzer Kleidung und mit schwarzen Fahnen an diesem Platz gestanden – beziehungsweise auf der anderen Seite des Gebäudes, das damals noch der Palast der Republik war.

    Mit dem Trauermarsch, so Mboro, „haben wir an den Maji-Maji-Krieg vor 100 Jahren erinnert, eine richtige Inszenierung war das mit Schlacht und Feuer“. Die schwarzen Fahnen seien das Zeichen der Maji-Maji-Krieger gewesen, die gegen die deutschen Kolonialherren kämpften. Der Krieg gegen die Aufständischen hat nach Historiker-Schätzungen bis zu 500.000 Menschen das Leben gekostet. „Was ganz interessant ist“, meint Mboro: Die Überlebenden, die nach einer „Politik der verbrannten Erde“ hungrig und obdachlos umhergeirrt seien, hätten damals ein riesiges Dinosaurier-Skelett gefunden. „Auch das haben sich die Deutschen geholt, die Überlebenden mussten die Knochen-Pakete zum Hafen tragen“, erzählt er kopfschüttelnd. Der Brachiosaurus brancai ist heute die Attraktion im Naturkundemuseum.

    So bringt die Denkmal-Aktion gleich ein paar Argumente der Gegner des Humboldt Forums auf den Punkt. Nicht nur würden mit dem rekonstruierten Schloss, in dem der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. wohnte, „die deutschen Kolonialherren gewürdigt“, wie Mboro eine Stunde später bei der Demo vor dem Lustgarten sagen wird. Auch der Inhalt des Schlosses, die ethnologischen Ausstellungen vor allen, die zwar nicht an diesem Dienstag, aber doch in zwei Monaten eröffnet werden, sind für ihn Anlass, von diesem Tag als einem „Trauertag“ zu reden.
    Wessen Stadt ist das?

    Gegen halb eins steigt Amina Koß vom Sockel und macht sich mit ihrem Vater und weiteren Ak­ti­vis­t*in­nen von Berlin Postkolonial auf den Weg zum Protest am Lustgarten. Sie sei in Berlin geboren und aufgewachsen, erzählt sie. „Aber wenn ich sehe, dass Hunderte Millionen Euro für Prunk und Pracht des Kolonialismus ausgegeben werden, frage ich mich, ob das noch meine Stadt ist.“ Wofür man diesen Wiederaufbau brauche, fragt sie rhetorisch. „Es ist Teil von Berlin, das viele Gebäude nicht mehr stehen, die Lücken haben einen Grund, den wir nicht vergessen sollten!“

    Ein älterer Herr spricht Koß auf ihre Darstellung und die schwarze Fahne an. Sie erklärt den Hintergrund, auch dass bis heute Tausende Schädel von geköpften Aufständischen in den Depots hiesiger Museen lagern und früher teils für „rassistische Forschungen“ herhalten mussten. „Bis heute warten die Menschen in Tansania darauf, dass sie zurückgebracht und beerdigt werden können“, sagt Koß. Der Mann hört gebannt zu, dann bedankt er sich. „Ich höre das zum ersten Mal, ich bin schwer erschüttert“, sagt er.

    Auf der Nordseite des Humboldt Forums laufen die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung mit Poli­ti­ke­r*in­nen-­Reden und Sektempfang. Die Schloss-Kritiker haben sich bereits gegenüber vor der malerischen Kulisse des Lustgartens positioniert und halten ihre Transparente und Plakate für die zahlreichen Fotografen in die Höhe. Rund 100 Ak­ti­vis­t*in­nen mögen es sein, und als Tahir Della von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland um 13 Uhr die Veranstaltung für eröffnet erklärt, stimmen sie fröhlich in den zuvor eingeübten Schlachtruf ein: „Tear it down – and turn it upside down.“
    Was feiert ihr da?

    Der Spruch zielt auf die jüngste Forderung der Protestbewegung, formuliert von der relativ neuen Coalition of Cultural Workers against the Humboldt Forum (CCWAH): das Humboldt Forum zu definanzieren. Das Haus sei „das revisionistischste Gebäude der Stadt“ erklärt eine Rednerin der CCWAH: Die Gelder, die dafür nun fließen sollen (wohl rund 60 Millionen jährlich), „müssen umgeleitet werden für die Dekolonialisierung der Stadt“.

    Anschließend bringt Mboro mit einer emotionalen Rede die Gefühle wohl vieler Anwesender auf den Punkt, zumindest folgt seinen Worten vielfaches Kopfnicken und Topfklopfen. „Was für ein Monster!“, nennt er der das Schloss. Und fragt in Richtung der noch leeren Bühne gegenüber, wo gleich die Po­li­ti­ke­r*in­nen und Staatsgäste Platz nehmen werden. „Was feiert ihr da?“ Die geraubten Inhalte, die koloniale Hülle, die Gebeine in den Depots, Mboro meint: „Sie sollten sich schämen, was Sie da veranstalten!“

    lebendes Antikolonialdenkmal, Performance von Amina Koß, 20.7.2021, 12.00, Rathausbrücke Berlin - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=e4W6ZSbi5sI

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Warum das Humboldt-Forum ein steingewordener Schlussstrich ist
    https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-das-humboldt-forum-ein-steingewordener-schlussstrich-ist-li.1

    Das neu eröffnete Humboldt-Forum, so unser Autor, bedeutet das Ende deutscher Demut: In ihm spiegeln sich die erinnerungspolitischen Debatten unserer Zeit.

    Jürgen Zimmerer, 24.7.2021 - Das Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss ist eröffnet: mit prächtiger Barockfassade und Kuppel nebst Kuppelkreuz. Viel war in den letzten Monaten zu lesen über ein angebliches Museum neuen Typs. Doch bereits jetzt hat dieses preußische Disneyland erinnerungspolitische Konsequenzen: Es ist in sich ein riesiges Werbebanner für die Berliner Republik. Eine Reklametafel für ein neues altes Deutschland, die zeigt, dass sich der historische Identitätskern verschiebt, von der Bonner hin zur Berliner Republik.

    Die Schlossattrappe steht symbolisch für eine neue Meistererzählung, die eigentlich eine rückwärtsgewandte und alte ist: Deutschland als Volk der Dichter und Denker, mit Berlin als borussisch-deutscher Kultur- und Wissenschaftsmetropole von Weltgeltung. Es ist die Umkehrung der hart erkämpften Perspektive, die deutsche(n) Nachkriegsidentität(en) von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts aus zu betrachten. Radikaler könnte der erinnerungspolitische Schnitt kaum sein.

    Seinen ursprünglichen Zweck hat das Humboldt-Forum damit bereits erfüllt: Der Ost-Berliner Palast der Republik ist verschwunden, die Brache in der Mitte der Stadt, die auch ein Mahnmal für die deutsche Teilung und den sie verursachenden Weltkrieg war, ist gefüllt. Die Fassade glänzt – ganz so, als hätte es Weltkrieg, Holocaust und Teilung nie gegeben.
    Die irrlichternde Megalomanie des Humboldt-Forums

    Wo man in Bonn dezidiert auf Demutsarchitektur setzte, die jeden Anklang an die megalomanischen Züge des Zweiten und Dritten Reiches bewusst verneinte, so ist in der Berliner Republik jener Prunk nun zurück. Es ist eine bleibende Hypothek, dass man für den realen Machtzuwachs Deutschlands innerhalb Europas und darüber hinaus keinen anderen Ausdruck fand als ein rekonstruiertes Symbol der Ungleichheit und des Antidemokratischen – ja, auch der irrlichternden Megalomanie: Man denke nur an den letzten dort residierenden deutschen Kaiser, Wilhelm II.

    Hat die deutsche Demokratie, mittlerweile bekanntlich eine Erfolgsgeschichte, wirklich keine andere Erzählung zu bieten? Muss man sich etwa nicht mehr in Demut üben, nur weil man sich selbst Läuterung attestierte, sich vom Virus der Großmannssucht und Weltpolitik geheilt erklärte – oder zumindest nicht mehr so von ihm befallen scheint wie die Altvorderen mit Pickelhaube? Deutschland ist eine Führungsmacht in Europa, das wissen alle Nachbarn. Dies auch demonstrativ herauszustellen, war schon in der Vergangenheit nicht klug und ist es auch heute nicht.

    Die deutsche Geschichte ist komplex und widersprüchlich. Wie kann man ins Zentrum seiner unverdient wiedergewonnenen staatlichen Einheit ein Monument der herrenmenschlichen Eindeutigkeit setzen – des personifizierten Machtanspruchs im Inneren wie Äußeren, nur Gott verantwortlich, nicht aber den Menschen, weder in Deutschland noch anderswo? Es sei denn, gerade dies ist die intendierte Botschaft: Deutschland ist wieder wer, die selbst auferlegte Zurückhaltung ist vorbei. Damit wäre das Stadtschloss ein Stein gewordener Schlussstrich.

    Selbst der borussischen Pressure Group für das Stadtschloss war klar, dass ein ungetarntes Zurück zur preußischen Monarchie auch im wiedervereinigungstrunkenen Deutschland nicht zu vermitteln wäre. Kultur sollte die kalte Umschreibung der Geschichte abfedern und verdecken. Ein Humboldt-Forum als Welt-Agora sollte die hässliche Fassade von innen stützen. Und zugleich sie um die Meistererzählung erweitern, der Berliner Republik ein neues Identifikationsangebot machen: Nicht Pickelhauben wollte man als Assoziationen, sondern Sammlungen, Kompendien, Weltabhandlungen. Das Image vom Land der Richter und Henker sollte zu dem der Dichter und Denker umgedeutet werden: Nationen-Marketing vom Feinsten!
    Das Ausblenden des kolonialen Erbes hat Folgen

    An diesem Punkt geriet die Debatte über Deutschlands koloniales Erbe in Konflikt mit dem neuen Narrativ, der über die Frage des Umgangs mit kolonialen Sammlungsgütern weit hinausgeht. Es ist bezeichnend, dass keiner der Verantwortlichen an das koloniale Erbe auch nur ansatzweise gedacht hat, als beschlossen wurde, das rekonstruierte Stadtschloss mit den Objekten des ehemaligen Ethnologischen Museums zu füllen. Nach all der Mühe, ein weltoffenes Berlin und Deutschland zu zeichnen – ein Zentrum der Wissenschaft und der Weltaneignung –, schuf man in Berlin ein Denkmal der Engstirnigkeit.

    Deutschland sah plötzlich gar nicht mehr modern aus, sondern ziemlich altbacken, wenn nicht gar reaktionär. Während überall über den Abbau und die Umwidmung kolonialer Denkmäler diskutiert wird, errang Deutschland den zweifelhaften Ruhm, ein gigantisches Kolonialdenkmal in die Mitte seiner neuen alten Hauptstadt zu setzen. Anders kann man den Ort der Raubgut-Sammlungen des ehemaligen ethnologischen Museums nicht nennen. Er ist immerhin zugleich die rekonstruierte Residenz des letzten deutschen Kaisers, in dessen Namen der erste Völkermord der deutschen Geschichte verübt wurde: gegen die Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika.

    Auch das vor wenigen Wochen mit großen Aplomb angekündigte Versöhnungsabkommen mit Namibia verblasst, wenn man bedenkt, dass die angekündigten Aufbauhilfen für Herero und Nama, aufs Jahr gerechnet, nur etwas mehr als die Hälfte der jährlichen Betriebskosten des Preußenschlosses ausmachen. Es sind nicht nur Nachkommen der Überlebenden des ersten Völkermords des 20. Jahrhunderts, die sich wundern, warum für den Wiederaufbau von Preußens Glorie Unsummen an Geld vorhanden sind, das an anderer Stelle für die Wiedergutmachung von Deutschlands Schande fehlt.
    Das Humboldt-Forum wird die Last seiner Fassade nicht los

    In der Diskussion um das Humboldt-Forum gipfelte eine seit Jahren in unterschiedlichen Kontexten geführte Debatte über das koloniale Erbe. Es mag dabei auch dem Zufall der verschobenen Eröffnung geschuldet sein, dass nun innerhalb weniger Wochen verschiedene Debatten wie die um den Genozid an den Herero und Nama, um die Benin Bronzen, das Luf-Boot und ganz generell auch die Bedeutung des Kolonialismus für die deutsche Geschichte in einem erinnerungspolitischen Kulminationspunkt zusammenlaufen. Aber zu keiner dieser Debatten hat das Humboldt-Forum überzeugende Antworten. Wie auch? Die Last der Fassade wird es nicht los. Die bedingungslose Aufarbeitung ist innerhalb des neuen Nationalnarrativs schlicht nicht möglich.

    Die Politik, kalt erwischt von der Debatte um Deutschlands koloniales Erbe, reklamiert diesen intensivierten Diskurs mittlerweile für sich. Wenn man jedoch, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Eröffnung sagte, in Anspruch nimmt, das Humboldt-Forum habe „schon vor seiner Eröffnung ganz wichtige Debatten über den Umgang zum Beispiel mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten angestoßen“, dann ist das ungefähr so, wie wenn man darauf hinwiese, Tschernobyl hätte die Debatte um Reaktorsicherheit vorangebracht. Es stimmt, war aber keineswegs beabsichtigt. Die Opfer und Kollateralschäden waren in beiden Fällen enorm.

    Wie viel hätte man erreichen können, hätte man das tatsächlich von Anfang an gewollt! In Wahrheit waren es Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die über Jahre nicht lockergelassen und auf den kolonialen Kern des Humboldt-Forums hingewiesen haben. Die die Politik zum Jagen tragen mussten und als Dank bei der Eröffnung vor der Tür blieben, wo sie ihren Protest fortsetzten. So gesehen ist die Geschichte des Humboldt-Forums auch eine Geschichte der kolonialen Amnesie und Arroganz sowie eines Diskurses eurozentrischer Beharrung angesichts der Kritik von außen, von unten und insbesondere auch von Menschen, die nicht weiß, mittelalt und männlich sind.
    Die koloniale Amnesie wird an allen Stellen deutlich

    Es passt zu dieser Amnesie, dass die Eröffnung des Forums ausgerechnet auf den 20. Juli gelegt wurde, jenen Tag, an dem 116 Jahre vorher im ebenfalls deutsch beherrschten Ostafrika, dem heutigen Tansania (und Ruanda und Burundi), der Maji-Maji-Krieg begann – der wohl opferreichste Kolonialkrieg des deutschen Reiches. Im Umfeld der Eröffnung wurde von den Verantwortlichen in Politik und Museen immer wieder betont, wie sehr das Humboldt-Forum die koloniale Aufarbeitung voranbringen würde. Erstaunlich, dass der Kriegsausbruch vor 116 Jahren mit keiner einzigen Silbe Erwähnung fand.

    Sicher, die Politik hat auf den letzten Metern der Legislaturperiode die Rückgabe eines „substantiellen Teils“ der Benin Bronzen angekündigt und nun den Entwurf eines Abkommens mit Namibia über eine Anerkennung und eine Entschuldigung für den ersten Völkermord der deutschen Geschichte vorgelegt. Ist kleinlich, wer darauf hinweist, dass es keinen exakten und verbindlichen Zeitplan für die Rückgaben nach Nigeria gibt? Und übrigens auch keine Klarheit darüber, was ein „substantieller Teil“ ist oder wer ihn definiert. Ist missgünstig und undankbar, wer darauf verweist, dass Herero und Nama das Abkommen mehrheitlich zurückweisen, weil sie sich in dessen Zustandekommen nicht angemessen beteiligt fühlen?

    All dies ist aus der Not geboren, durch öffentlichen, auch internationalen Druck erzwungen. Denn eigentlich steht die koloniale Debatte der großen Botschaft des Humboldt-Forums ja entgegen: einer positiven Besinnung auf die nicht kontaminierten Seiten deutscher Geschichte. Das koloniale Erbe führt sehr deutlich vor Augen, dass deutsche Verbrechen wie Genozid und Rassenstaat nicht auf den Zeitraum 1933–1945 beschränkt waren, sondern weit in die deutsche Geschichte zurückreichen. Es zeigt, dass Wissenschaft, Kunst und Kultur eben nicht Gegenpole jener Gewaltgeschichte waren, sondern oftmals von ihr profitierten, sie zum Teil sogar ermöglichten. Eine unkritisch positive deutsche Geschichte gibt es nicht. Es kann sie auch gar nicht geben.

    Das bedroht natürlich die Botschaft der geschichtspolitischen Wende, die durch das Humboldt Forum, aber auch durch die Sanierung der gesamten Museumsinsel forciert wurde. Die Reaktion der Verfechter war entsprechend: Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die für einen dekolonialen Zugang eintraten, wurden und werden pauschal diskreditiert. Es geht eben um viel mehr als um Objekte.
    Auch der „Zweite Historikerstreit“ spiegelt sich im Humboldt-Forum

    Aus dieser Perspektive erscheint auch das, was gerade als „Zweiter Historikerstreit“ diskutiert wird, in neuem Licht. Im ersten verteidigten linksliberale Historiker und Denker die Bundesrepublik gegen eine konservative geschichtspolitische Wende mit einer deutlichen Relativierung des Holocaust im Dienst einer neo-nationalen Erzählung. Nun aber werden diejenigen diffamiert, die die deutsche Verantwortung auf koloniale Verbrechen ausweiten wollen.

    Es gibt einem zu denken: Je mehr das nationale Geschichtsnarrativ weg von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts auf eine vermeintliche Normalgeschichte davor gelenkt wird, desto stärker wird das Jahrhundertverbrechen des Holocaust herausgestellt. Dazu wird eine Singularität beschworen, die das Menschheitsverbrechen Holocaust de facto aus der deutschen Geschichte herausnimmt. Es ist die Vereinnahmung des Holocaust in nationaler Absicht, die sprachlos macht – der Missbrauch der unbestreitbaren Singularität, um die Verbindungen des Holocaust in die deutsche Geschichte zu kappen. Was jedem Vergleich entzogen ist, wird enthistorisiert. So wird zugleich die deutsche Schuld und eine positivere Nationalgeschichte beschworen. Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes würde das Gegenteil dessen bedeuten: Sie würde aufzeigen, wie tief verwurzelt in der deutschen Geschichte der Rassenstaat und das genozidale Denken waren.

    Diese Geschichtskämpfe zeigen sich auch im neuen Streit um das Kaiserreich, das moderner war, so heißt es, als das Zerrbild von Pickelhaube und Untertanentum vermuten lasse. Allerdings bedeutet „modern“ noch nicht gleich „positiv“. Was nicht vergessen werden darf: Es waren moderne Elemente, die Deutschland auf den Weg nach Auschwitz führten. Auch der Rassenstaat und Genozid in Deutsch-Südwestafrika waren in diesem Sinn modern.

    Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit treten in der deutschen Gesellschaft heute (wieder) offen zutage. Aufklärung über die Geschichte und Kritik wohlfeiler Narrative ist das Gebot der Stunde. Es gilt, die Vergangenheitspolitik und ihre Errungenschaften, die von der Nachkriegsgeneration gegen große Widerstände erkämpft werden mussten, zu verteidigen. Gerade das Humboldt-Forum sollte dazu mahnen.

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Transport 35 from Berlin,Berlin (Berlin),City of Berlin,Germany to Auschwitz Birkenau,Extermination Camp,Poland on 06/03/1943

    https://deportation.yadvashem.org/index.html?language=en&itemId=5092744

    Transports to Extinction: Holocaust (Shoah) Deportation Database

    Transport 35 from Berlin,Berlin (Berlin),City of Berlin,Germany to Auschwitz Birkenau,Extermination Camp,Poland on 06/03/1943

    This transport was the 35th to leave Berlin for the ghettos and killing sites in Eastern Europe and was thus designated “Osttransport 35”. It departed the city’s Putlitzstrasse Station in the Moabit district on March 6, 1943 and arrived in Auschwitz the following day.

    There were 665 Jews on this transport. On the day of their deportation they were ordered into a train consisting of closed cattle cars. A guard unit, usually composed of two SS men, was usually posted in the control compartment. The train usually went to Auschwitz via Breslau (Wroclaw) and Kattowitz (Katowice), but the constant strain put on the German railway system might have caused individual transports to take other routes.

    Historian Danuta Czech notes in the Auschwitz Chronicles that a transport organized by the RSHA arrived in Auschwitz on March 7. It consisted of 665 Jewish men, women and children from Berlin. Upon arrival outside the Auschwitz camp complex, the deportees were subject to a selection process carried out by the SS. 153 men, given Nos. 107164-107316, and 6 women, given Nos. 38001-38605, were sent to forced labour under harsh conditions which they rarely survived. The remaining 447 deportees, 30 of them men and 417 women and children, were sent directly to the gas chambers at Birkenau (Auschwitz II) and murdered.

    Else Penkuhn, born Muskatblatt on September 17, 1904 in Berlin, was on this transport. In 1968 she testified at the trial against Otto Bovensiepen (the former Head of the Berlin Gestapo):

    "I also recall that on March 6, 1943, together with other Jews, I was taken from Berlin on a transport to the East, which meant Auschwitz. Whether this was the 35th Osttransport, I am not sure. (...) As I remember, I had been picked up from the apartment of Mrs. Gertrud Kummer in Berlin, on Grenadierstrasse (23?) on Friday, March 5 at around 9 o’clock in the morning by two Gestapo officials, whose names I wasn’t familiar with. These officials just told me, “Get dressed and come with us”. Initially I was asked for my name and when I reported by the name “Michaelis”, they took me with them. I was taken to the assembly camp on Grosse Hamburger Strasse, not far from the Grenadierstrasse assembly camp. On the way the two Gestapo officials who accompanied me did not abuse me. The officials walked three steps behind me and on the way to the assembly point there was no talking at all. (...) In the assembly camp in Berlin, I was taken to an office, and there I had to provide my personal details. Afterwards I was put in a large room, where many other Jews were already present. I cannot tell how many people were placed in this room together with me. . (...) I was placed in the aforementioned Jewish home for the elderly from March 5 to March 6, 1943 in the morning. On March 6th we were driven in trucks to the Putlitzstrasse railway station (freight station). There we were loaded into freight cars. . (...) In the room at the assembly camp in Berlin, it was only possible to stand due to the overpopulation of the house with people of all ages both sick and healthy. This room was terribly overcrowded. I would also say that there was a lack of washing facilities and the condition of the toilets was very poor. As to the food supply, I can say that I didn’t receive any provisions on Friday, March 5. Only on March 6, before boarding the transport, we received a pre-prepared packet with 3 sandwiches spread with margarine. I don’t recall anymore whether these sandwiches had some sausage or anything else edible in them. In this assembly camp in Berlin there was no medical care whatsoever. (...) When I was arrested on March 5, I was neither abused nor verbally harassed. However, on March 6, when we were being loaded onto the train at the Putlitzstrasse railway station, an SS man struck me on my back with a stick, and this was apparently because I didn’t get into the freight car fast enough. (...) We only knew that we were being taken to the East but we did not know where the transport was headed for. Among us prisoners there was talk about us being taken to some ghetto. We then arrived in Auschwitz. There, we were unloaded and separated into lines of men, women and children. SS women spread a blanket in front of us and we had to put our jewelry, handbags, and all our belongings on it. Afterwards, most of the prisoners, mainly women and children, were loaded onto trucks and driven away. At first, we did not know where these people had been taken. At the selection of the prisoners in Auschwitz I was assigned to a working unit like many others. When we were in the camp in Auschwitz, I learned that those women and children, who, as I mentioned, were driven away on a truck, were murdered in the gas chamber…”

    Another survivor of this transport, Otto Fried, born April 20, 1905 in Josefdorf/Katowice, testified in 1968 at the trial against former employees of the Gestapo in Berlin: “On the occasion of the ’Fabrikaktion’ I was also arrested and taken to the former Hermann Göring barracks. The following day partners in mixed marriages were selected and transferred to the Jewish Community building on Rosenstrasse. We met a large number of fellow sufferers - other partners in mixed marriages or Jews from privileged mixed marriages. During the next few days, the prisoners from the privileged mixed marriages were released. There remained 25 partners from mixed marriages who were separated and transported to Auschwitz from the Putlitzstrasse railway station. The commander at the Rosenstrasse assembly camp was the Gestapo official Schneider (...). We arrived in Auschwitz in early March 1943. There my left forearm was tattooed… with the prisoner number 107323.”

    According to historian Rita Meyhoefer 9 of the deportees are known to have survived this transport.

    Sources

    Adler, Hans Guenther. Der verwaltete Mensch : Studien zur Deportation der Juden aus Deutschland . Tuebingen : Mohr, 1974.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0107421
    Czech, Danuta. Auschwitz chronicle 1939-1945.New York : H. Holt, 1990, p. 347.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0020388
    Ehmann, Annegret. Die Grunewald-Rampe : die Deportation der Berliner Juden . Berlin : Colloquium Vlg., 1993.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0051553
    Freie Universitaet. Zentralinstitut fuer sozialwissenschaftliche Forschung (Berlin). Gedenkbuch Berlins der juedischen Opfer des Nationalsozialismus : „Ihre Namen moegen nie vergessen werden“ . Berlin : Hentrich, 1995, p. 1420.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0049803
    Gottwaldt, Alfred. Die „Judendeportationen“ aus dem Deutschen Reich, 1941-1945 : eine kommentierte Chronologie . Wiesbaden : Marix Vlg., 2005, pp. 415-416.
    https://library.yadvashem.org/index.html?language=en&book_id=0117586
    שאול כוכבי, אתרי הזיכרון לגירוש יהודי ברלין: http://onegshabbat.blogspot.com/2020/04/blog-post_21.html

    #Shoa #Holocaust #archives #Hugo_Ruschin #projekt_stolperstein #Transport_35

  • Collectors Universe Expands Into Video Game Authentication & Grading with Acquisition of Wata Games | Business Wire
    https://www.businesswire.com/news/home/20210714005598/en/Collectors-Universe-Expands-Into-Video-Game-Authentication-Grading-wit

    SANTA ANA, Calif.—(BUSINESS WIRE)—Collectors Universe, a leading provider of value-added authentication and grading services, announces it is expanding into the collectible video game industry with the acquisition of Wata Games.

    Wata Games is the trusted pioneer in the video game collectibles industry. As the foremost video game grading service, Wata elevated the collectible video game market with its focus on accuracy and objectivity and enabled the industry to grow quickly. The company’s grading process ensures complete transparency and integrity with detailed grading on a scale of 1-10. As the gold standard in video game authentication, games graded by Wata regularly sell for record prices. In addition to the $1.56 million Super Mario 64 sale, other Wata-graded games that have set records include a 1987 early production copy of The Legend of Zelda, which sold for $870,000 as well as a copy of Super Mario Bros. for NES, which sold for $660,000.

    #jeu_vidéo #jeux_vidéo #culture #collectors_universe #wata_games #business #super_mario_64 #mario #super_mario_bros #the_legend_of_zelda #zelda #jeu_vidéo_super_mario_64 #jeu_vidéo_mario #super_mario_bros #jeu_vidéo_the_legend_of_zelda #jeu_vidéo_zelda #évaluation #préservation #archivage #authenticité #confiance

  • #architecture et mouvement Fab City
    https://metropolitiques.eu/Architecture-et-mouvement-Fab-City.html

    S’appuyant sur son expérience d’architecte et de coordinateur de projets sur l’économie circulaire, Minh Man Nguyen propose d’intégrer la démarche Fab City dans l’architecture en vue de développer un modèle de construction urbaine plus local. La production de la ville, l’aménagement rural, les modes constructifs peinent à être à la hauteur des efforts à fournir pour réduire le bilan carbone global. Si nous prenons peu à peu conscience des limites de notre planète, nous construisons nos bâtiments avec des #Essais

    / #architecte, architecture, #circuits_courts, #fablab, #ville_durable, #économie_circulaire

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-nguyen.pdf

  • #Journal du #Regard : Juin 2021
    http://www.liminaire.fr/journal/article/journal-du-regard-juin-2021

    https://youtu.be/1GJq3SKWtuA

    Chaque mois, un film regroupant l’ensemble des images prises au fil des jours, le mois précédent, et le texte qui s’écrit en creux. « Une sorte de palimpseste, dans lequel doivent transparaître les traces - ténues mais non déchiffrables - de l’écriture “préalable” ». Jorge Luis Borges, Fictions Nous ne faisons qu’apparaître dans un monde soumis comme nous au pouvoir du temps. Dans le silence qui suit la fin du signal de départ. Dans un seul et unique instant. Non pas suites sans principe de (...) #Journal / #Vidéo, #Architecture, #Art, #Écriture, #Voix, #Sons, #Paris, #Paysage, #Ville, #Journal_du_regard, #Politique, #Regard, #Dérive, #Ciel, (...)

  • Vers une nouvelle place du vivant dans les projets architecturaux et urbains
    https://metropolitiques.eu/Vers-une-nouvelle-place-du-vivant-dans-les-projets-architecturaux-et

    Les architectes peuvent-ils construire tout en préservant les milieux vivants ? Interrogeant la notion de biodiversité urbaine, Léa Mosconi observe la manière dont plusieurs architectes s’y confrontent dans le cadre d’expositions et projets récents. Alors que la notion de biodiversité, et le constat de son effondrement, prennent racine dans les années 1980, c’est avec le Sommet de la terre de Rio de 1992 qu’un cadre opérationnel est suggéré, celui de la Convention sur la diversité. Comment les #Terrains

    / #architecture, biodiversité, #exposition, #écologie

    #biodiversité
    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_mosconi.pdf

  • Géographie du tennis en France, 1987
    https://visionscarto.net/tennis-en-france-1987

    Titre : Géographie du tennis en France, 1987 Mots-clés : #archives #france #sport #sémiologie #tennis #1987 Contexte : Maîtrise de géographie, Université Paris 1 Sources : - Autrice : Florence Troin Date : 1986-1987 les courts couverts par rapport à l’ensemble des courts (1987). les licenciés par rapport à la population départementale (1987). Opération « 5000 courts » (1981-1985) : répartition des constructions par ligue. Les joueuses et joueurs classé·es en seconde série par rapport à (...) #Musée_et_archives

  • La Réunion en 2010 : loin du cœur, mais résolument ancrée dans l’océan Indien
    https://visionscarto.net/reunion-ocean-indien-2010

    Titre : La Réunion en 2010 : loin du cœur, mais résolument ancrée dans l’océan Indien Mots-clés : #archives #réunion #océan_indien #territoires #géopolitique Contexte : Supplément La Réunion, « île-laboratoire » dans le Monde diplomatique de mars 2010. Cette carte accompagnait des articles de Wilfrid Bertile, Philippe Leymarie, Carpanin Marimoutou et Axel Gauvin Source : - Auteur : Philippe Rekacewicz Date : (...) #Musée_et_archives

  • Futur ouvert : de la planification à la scénarisation
    https://metropolitiques.eu/Futur-ouvert-de-la-planification-a-la-scenarisation.html

    L’agence TVK propose de s’inspirer du modèle des séries télévisées pour « scénariser » le projet urbain et sortir l’urbanisme des visions planificatrices dominantes. Elle défend une approche souple, itérative et attentive au présent. L’urbanisme, discipline constitutivement tournée vers la prévision, l’organisation et l’aménagement, doit pourtant faire avec une dimension désormais incontournable : l’imprévisibilité. L’épidémie de Covid-19 est l’exemple le plus récent des bouleversements – crises économiques, #Terrains

    / #architecture, #aménagement, #série_télévisée, #projets_urbains, #Grand_Paris

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met_tvk.pdf

  • Le monde vu de Canberra en 2010 : quelque part en bas, enjeux géopolitique australiens
    https://visionscarto.net/monde-vu-de-canberra

    Titre : Le monde vu de Canberra en 2010 : quelque part en bas, enjeux géopolitique australiens Mots-clés : #archives #australie #asie_du_sud_est #océanie #géopolitique Contexte : Série « Le monde vu de... » dans le Monde diplomatique de mars 2010 page 20 et 21 Source : - Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 2010 Esquisses préparatoires 1 et 2 #Musée_et_archives

  • L’irruption des nouveaux producteurs [de pétrole] attise la compétition [données de 1987]
    https://visionscarto.net/production-petrole-1987

    Titre : L’irruption des nouveaux producteurs [de pétrole] attise la compétition (données de 1987) Mots-clés : #archives #matières_premières #pétrole #sémiologie #géométrie Contexte : Carte parue dans le [Monde diplomatique] de décembre 1988 Source : - Autrice : Mireille Morfin-Boitier Date : 1988 #Musée_et_archives

  • Récolte de maïs en grain dans le département du Cher en 1985
    https://visionscarto.net/mais-grain-dept-cher-1985

    Titre : Récolte de maïs en grain dans le département du Cher en 1985 Mots-clés : #archives #matières_premières #maïs #agriculture #sémiologie #géométrie Contexte : Carte réalisée pour le compte de la Chambre d’agriculture du Cher Source : Office national interprofessionnel des céréales (ONIC) Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 1986 #Musée_et_archives

  • Création de Groupement agricole d’exploitation en commun (GAEC) en France en 1985
    https://visionscarto.net/creation-gaec-1985

    Titre : Création de Groupement agricole d’exploitation en commun (GAEC) en France en 1985 Mots-clés : #archives #agriculture #France #sémiologie Contexte : Carte réalisée pour le compte de la Chambre d’agriculture du Cher Source : Agriculture de groupe n° 182 Auteur : Philippe Rekacewicz Date : 1986 #Musée_et_archives

  • Cartes et documents sur la Révolution française, 1789-1799
    https://visionscarto.net/revolution-francaise-cartes

    Sélection de cartes et figures sur la Révolution française

    extraites de l’ouvrage Chronique de la Révolution française, 1789-1799, publié en 1989 par les éditions Larousse Jacques Legrand. _________________________________________ Titre : Versailles, l’entrée du château et le chemin de la procession, 1789 Mots-clés : #archives #histoire #révolution_française #1789 #1988 Contexte : Cartes et graphiques publiés dans Chronique de la Révolution française, 1789-1799, Larousse et éditions Jacques (...) #Musée_et_archives

  • France, élections présidentielles : premier tour, Giscard, 1981
    https://visionscarto.net/france-elections-giscard-1981

    Titre : France, élections présidentielles : premier tour, Giscard, 1981 Mots-clés : #archives #france #élections #sémiologie #1986 #politique Contexte : Exercice - Recherche cartographique, licence université de Paris I Sources : - Autrice : Florence Troin Date : 1986 #Musée_et_archives

  • France, élections européennes : résultats par parti et par région 1984
    https://visionscarto.net/france-elections-europeennes

    Titre : France, élections européennes : résultats par parti et par région 1984 Mots-clés : #archives #france #élections #sémiologie #1986 #politique Contexte : Exercice - Recherche cartographique, licence université de Paris I Sources : - Autrice : Florence Troin Date : 1986 #Musée_et_archives

  • #Journal du #Regard : Mai 2021
    http://liminaire.fr/journal/article/journal-du-regard-mai-2021

    https://youtu.be/YtQymCV53xk

    Chaque mois, un film regroupant l’ensemble des images prises au fil des jours, le mois précédent, et le texte qui s’écrit en creux. « Une sorte de palimpseste, dans lequel doivent transparaître les traces - ténues mais non déchiffrables - de l’écriture “préalable” ». Jorge Luis Borges, Fictions Nous ne faisons qu’apparaître dans un monde soumis comme nous au pouvoir du temps. Dans le silence qui suit la fin du signal de départ. Dans un seul et unique instant. Non pas suites sans principe de (...) #Journal / #Vidéo, #Architecture, #Art, #Écriture, Journal, #Voix, #Sons, #Paris, #Paysage, #Ville, #Journal_du_regard, #Politique, Regard, #Ciel, (...)

    #Dérive

  • Triptyque au pavot #3
    [archives - #zad #NDdL - 26 mai 2018]
    https://www.flickr.com/photos/valkphotos/51205313913

    Flickr

    ValK. a posté une photo :

    Carrefour de la Saulce, Zone a Defendre de Notre-Dame-des-Landes, le 26 mai 2018.
    .
    site de la zad : https://zad.nadir.org
    toutes les archives du suivi des opérations militaires du 6 avril au 26 mai 2018 en fin d’article ici : https://web.archive.org/web/20210408230804/https://nantes.indymedia.org/articles/41573
    .
    ¡ Notre-Dame-des-Luttes : https://vu.fr/valk_zadNDDL
    .
    ¤ autres photos : vu.fr/valkphotos
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    #archive #diellour #archives #archivo #memoire #memory #memoria #photo #documentary #photodocumentary #zad #zoneadefendre #taz #NDdL #NotreDamedesLandes #armes #grenades #dechets #tente #nettoyage #pavot #poppy #amapola #guerre #brezel #war