#auf_deutsch

  • Bert Brecht - AN DIE NACHGEBORENEN
    https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740

    1

    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

    Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn
    Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende
    Hat die furchtbare Nachricht
    Nur noch nicht empfangen.

    Was sind das für Zeiten, wo
    Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
    Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!
    Der dort ruhig über die Straße geht
    Ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde
    Die in Not sind?

    Es ist wahr: ich verdiene noch meinen Unterhalt
    Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts
    Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich satt zu essen.
    Zufällig bin ich verschont. (Wenn mein Glück aussetzt
    Bin ich verloren.)

    Man sagt mir: iß und trink du! Sei froh, daß du hast!
    Aber wie kann ich essen und trinken, wenn
    Ich es dem Hungernden entreiße, was ich esse, und
    Mein Glas Wasser einem Verdurstenden fehlt?
    Und doch esse und trinke ich.

    Ich wäre gerne auch weise
    In den alten Büchern steht, was weise ist:
    Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
    Ohne Furcht verbringen
    Auch ohne Gewalt auskommen
    Böses mit Gutem vergelten
    Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
    Gilt für weise.
    Alles das kann ich nicht:
    Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

    2

    In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung
    Als da Hunger herrschte.
    Unter die Menschen kam ich zu der Zeit des Aufruhrs
    Und ich empörte mich mit ihnen.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Mein Essen aß ich zwischen den Schlachten
    Schlafen legt ich mich unter die Mörder
    Der Liebe pflegte ich achtlos
    Und die Natur sah ich ohne Geduld.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Die Straßen führten in den Sumpf zu meiner Zeit
    Die Sprache verriet mich dem Schlächter
    Ich vermochte nur wenig. Aber die Herrschenden
    Saßen ohne mich sicherer, das hoffte ich.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    Die Kräfte waren gering. Das Ziel
    Lag in großer Ferne
    Es war deutlich sichtbar, wenn auch für mich
    Kaum zu erreichen.
    So verging meine Zeit
    Die auf Erden mir gegeben war.

    3

    Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
    In der wir untergegangen sind
    Gedenkt
    Wenn ihr von unseren Schwächen sprecht
    Auch der finsteren Zeit
    Der ihr entronnen seid.

    Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
    Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
    Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.

    Dabei wissen wir ja:
    Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
    Verzerrt die Züge.
    Auch der Zorn über das Unrecht
    Macht die Stimme heiser. Ach, wir
    Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
    Konnten selber nicht freundlich sein.

    Ihr aber, wenn es soweit sein wird
    Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
    Gedenkt unsrer
    Mit Nachsicht.

    #poésie#auf_deutsch


  • 05.01.2019: »Macrons Politik hat Klassenkampf reaktiviert« (Tageszeitung junge Welt)
    https://www.jungewelt.de/artikel/346625.kapitalismus-macrons-politik-hat-klassenkampf-reaktiviert.html

    Gespräch mit Luc Rouban. Über den Protest der »Gelbwesten« in Frankreich, neoliberale »Reformen« des Präsidenten und die Enttäuschung seiner Wähler
    Interview: Hansgeorg Hermann

    »Macron warnt die Leute, er sagt ›Ich oder das Chaos‹ und schafft sich den Gegner, den er braucht, um zu existieren«: Der französische Präsident äußert sich im Fernsehen zu den »Gelbwesten« (10. Dezember 2018)
    Luc Rouban, 60 Jahre alt, ist Direktor am Forschungszentrum für Politische Wissenschaften (­Cevipof) in Paris. Sein Büro, ein bescheidener Raum in einem alten Gemäuer an der Rue de l’Université, liegt nur einen Steinwurf von der Assemblée nationale entfernt. Dort, im französischen Parlament, nickt eine absolute Mehrheit seit 18 Monaten ab, was sich Präsident Emmanuel Macron an streng neoliberaler Wirtschafts- und Finanzpolitik ausgedacht hat. Rouban hat eine scharfe Analyse dieser Politik jüngst in dem kleinen Band »Le Paradoxe du macronisme« veröffentlicht.

    »Il Gattopardo«, der einzige Roman des Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa, beleuchtet die Zeit der italienischen Bürgerrevolution Mitte des 18. Jahrhunderts. Einer der Protagonisten der Geschichte, der junge Tancredi Falconeri, sagt im Dialog mit seinem Onkel, dem Großfürsten Don Fabrizio, den wohl wichtigsten Satz des Buches: »Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann müssen wir alles ändern.« Ist das ein Spruch, der auch die neoliberale »Reformpolitik« des französischen Präsidenten Emmanuel Macron beschreibt?

    Eine gute Frage, die keine leichte Antwort zulässt. Macrons Absichten sind zu komplex. Aber im großen und ganzen würde ich sagen: Ja, Tancredis Einschätzung beschreibt seine Politik recht gut. Macron hat sich das – vielleicht eher unbewusst – zur Direktive gemacht. Wir hatten nie eine solch geschlossene, von der Oberklasse dominierte Politik wie unter ihm. Seine Entourage ist die klassischste Elite, die sich jemals um einen Präsidenten geschart hat, ein absolut elitäres Korps. Macron und seine Leute kommen nicht nur aus dem kulturellen Establishment, sondern auch aus der institutionellen Führungsschicht. Sie entspringen der Kaderschule, der École nationale d’administration (ENA). Von den Absolventen der ENA gehen jeweils 15 eines Jahrgangs per Order in die staatliche Finanzinspektion, eine ungeheuer mächtige Institution in Frankreich, in der auch Macron gedient hat, bevor er als Bankier ins Private wechselte. Sie sind eine Elite, die nach dem Staatsdienst als Generaldirektoren in den großen Unternehmen wiederzufinden sind. Sie handeln und denken mit einer Logik, die man auch in anderen korporell organisierten Institutionen findet. Das Projekt ENA, 1945 von Charles de Gaulle gegründet, hat sich nie geändert, es beruht auf einer monarchischen Hierarchie, die in Konkurrenz zur politischen Klasse steht. Wir haben auf der einen Seite den Präsidenten …

    Eine Konzentration der politischen Macht an der Spitze?

    Eine Konzentration der Macht an der Spitze, das heißt beim Präsidenten und seinem Gefolge im Élysée-Palast und, schon deutlich geringer, bei seinem Premierminister und dessen Kabinett, und auf der anderen Seite die Vertreter der staatlichen »Haute fonction«, die hohen Funktionäre. Die im Élysée und im Hôtel Matignon (Sitz des Premiers, jW) versammelte Führungsschicht versucht unter Macron die hohen Funktionäre dem politischen Mandat zu unterwerfen. Man will – seit Margaret Thatcher und Ronald Reagan – der hohen Administration die Macht nehmen und sie privatisieren. Ein neoliberales politisches Projekt, das funktioniert hat. Allerdings mit der Konsequenz, dass das Ethos der Funktionäre, ihre Treue gegenüber Recht und Regeln des Staatswesens, nach und nach ausgeschlossen wurde. Macron ist von jungen Leuten umgeben, die aus dem privaten Sektor kommen, eine »ungesunde Kumpanei«, wie das der Präfekt von Paris neulich ziemlich deutlich genannt hat.

    Hat Macron 2016 im Wahlkampf nicht versprochen, mit der ENA-Herrlichkeit und den elitären politisch-wirtschaftlichen Bruderschaften aufzuräumen?

    Das hat er schnell wieder fallenlassen – es hat sich absolut nichts geändert. Insofern ist Ihre erste Frage, ob Tancredi Falconeris Satz auch von Macron stammen könnte, mit einem Ja zu beantworten.

    Wer ist Macron? Wir wissen, dass er als überzeugter Katholik eine von Jesuiten geleitete Privatschule besucht hat, an der seine spätere Ehefrau als Lehrerin unterrichtete – auch sie eine strenge Katholikin, die unter anderem die Abtreibung ablehnt. Wir wissen, dass er bei der Rothschild-Bank als Investmentbanker arbeitete und als Vermittler von großen Unternehmensfusionen Millionär wurde, bevor er unter dem sozialdemokratischen Präsidenten François Hollande Wirtschafts- und Industrieminister wurde. Spielt sein Katholizismus eine Rolle in der gegenwärtigen Politik?

    Ich sehe ihn nicht als Vertreter eines rechtskonservativen Katholizismus, das wäre sein gescheiterter Konkurrent François Fillon gewesen. Macron ist nicht der Typ, der in der tief katholischen Provinz seine Wähler eingesammelt hat. Er wurde von der sozialdemokratischen Linken gewählt, die von Hollande enttäuscht war. Der Parti Socialiste, kurz: PS, ist in Frankreich eher linksorientiert – was heute genau Macrons Problem ist. Diese sozialdemokratische Linke definiert sich über eine Art kulturellen Liberalismus, eine soziale Toleranz, die sich bei den rechten Katholiken nicht findet. Nein, seinen Sieg schuldet Macron den Sozialliberalen.

    Frankreichs größte Gewerkschaft, die eher christlich-sozialdemokratisch strukturierte CFDT, und ihr Generalsekretär Laurent Berger suchten ja zunächst die Nähe Macrons.

    Hier ist der Unterschied Macrons zu seinem Vorgänger Hollande. Berger und seine Leute hätten Macron eigentlich einiges durchgehen lassen – die Abschaffung der Vermögensteuer, die den Bossen zugestandene Autonomie bei Entlassungen und Einstellungsverträgen. Aber es fehlte die Belohnung für diese Toleranz gegenüber Macron. Der Präsident hat die Gewerkschaften von Verhandlungen über seine »Reformen« ausgeschlossen. Er sagt: Ich höre zu – aber ich mache anschließend, was ich will. Das war nicht nur ein heftiger Schlag gegen die andere große Gewerkschaft, die CGT unter Philippe Martinez, sondern letztlich auch gegen die CFDT und Berger, das war reiner Thatcherismus. Und zudem erneut eine Riesenenttäuschung für die sozialdemokratische Linke. Macron hat seinen Förderer Hollande und dessen sozialdemokratischen Weg verraten. Hollande dachte an eine »modernisierte Sozialdemokratie«, an »ökonomischen Realismus«, den Macron entwickeln sollte.

    Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wer eigentlich Macrons Wahlkampf finanziert hat. Er hatte keinen Parteiapparat zur Hand, keine Büros, keine Stützpunkte. Und woher kam das Geld für die teuren Wahlveranstaltungen?

    Es gibt bis heute keine belastbaren Informationen. Immerhin kam er ja von der Bank Rothschild, er hatte mittlere und kleine lokale Gründer auf seiner Seite, er kannte viele ehemalige hohe Funktionäre, die ins Private gewechselt waren, er hatte sicher ein gutes Adressbuch. Und es war eine prima Idee, die modernen elektronischen Kommunikationsmittel einzusetzen. Aber woher das Geld kam? Keine Ahnung.

    Und er hatte plötzlich Verbündete im Wahlkampf, mit denen er zu Beginn nicht unbedingt rechnen konnte.

    Sie sprechen von François Bayrou, dem Führer der französischen Liberalen, dem Mouvement Démocrate, kurz: Modem. Der hatte Macron in der Tat noch am 7. September 2016 niedergemacht. »Das wird nicht funktionieren«, sagte er im Fernsehen, »Macron ist ein Hologramm.« Wenig später waren wir in der alten Welt angekommen, die der junge Herr Kandidat eigentlich verlassen wollte: Macron und Bayrou trafen sich in einem Lokal und einigten sich. Das ist die alte Bistropolitik, bei der man sich Wahlkreise zuschustert und den einen oder anderen Ministerposten. Die traditionellen Anhänger Bayrous haben anschließend für Macron gestimmt, Bayrou selbst wurde Justizminister – Macron hat sie alle enttäuscht. Ein Rückfall in Zeiten der Dritten Republik (1870–1940, jW).

    Wer sind Macrons Wähler?

    Nicht die Jungen. Es waren in erster Linie die Älteren und Alten, die Rentner. Aber alles Leute aus den sozial höherstehenden Schichten. Oft angezogen von Macrons vermeintlich kulturellem Liberalismus – er stellt sich ja gerne als Philosoph vor, der seinem Meister Paul Ricœur zur Hand ging, als intimer Kenner der Literatur und so weiter. Es handelte sich auf jeden Fall um das in seiner Entscheidungsfindung unsicherste Wahlvolk aller Zeiten. Das hat übrigens eine der größten Untersuchungen ergeben, die je in Frankreich zum Wahlverhalten der Bevölkerung gemacht wurde. Macron ist ein Präsident aus Mangel an anderen Möglichkeiten. Wir hatten eine riesige Mehrheit von Wählern, die nicht überzeugt waren. Der Kandidat der Sozialdemokraten, Benoît Hamon, war nicht glaubwürdig und wurde vollkommen von Jean-Luc Mélenchon in den Schatten gestellt, mit dem er zudem kein Bündnis eingehen wollte, weil Mélenchon seinen Wählern eine neue, eine Sechste Republik mit reduzierter Macht des Präsidenten, versprach. Macron gab sich sehr proeuropäisch, was die Franzosen in ihrer Mehrheit sind.

    Und er erklärte, er wolle – weder rechts noch links – die alten Gräben zuschaufeln und das System ändern. Was ist davon geblieben?

    Die von ihm sofort nach dem Erfolg in Szene gesetzte Erzählung vom großen Sieg über die alte Lagermentalität ist falsch. Die Spaltung zwischen Rechten und Linken ist tiefer geworden, die Bekehrung der Franzosen zum ökonomischen Liberalismus findet nicht statt und wird nie stattfinden, weil diese Franzosen das nie wollten, Macrons »neuer Franzose des 21. Jahrhunderts« ist bisher nicht zu sehen. Macron ist ein guter Spieler mit schlechten Spielern als Gegnern. Der Parti Socialiste ist abgeschrieben, schachmatt. Ich will Ihnen eines sagen: Macron hat gezeigt, dass er kein Kandidat der Erneuerung ist, er ist in Wirklichkeit ein Populist. Sein Duktus ist absolut populistisch. Er sagt den Leuten: Ich bin gegen das System, wir sind die Träger des Neuen, die Fahnenträger sozusagen. Dieses Versprechen – »wir werden euch aus der jetzigen Situation befreien« – ist reiner Populismus. Da haben Sie Ihren Giuseppe Tomasi, das ist Lampedusa. Und er geht sogar weiter. Er warnt die Leute, er sagt »Ich oder das Chaos«, und schafft sich den Gegner, den er braucht, um zu existieren.

    Die »Gelbwesten« sind seine eigene Kreation?

    Er hat den Klassenkampf reaktiviert. Die »Gelbwesten« sind allerdings ein Gegner, den er nicht einteilen kann in links, rechts, Mitte oder sonst irgendwie, sie haben keinen Sprecher, keinen Führer. Er hat hier die direkte Konfrontation mit dem Volk, dessen Attacke sich daher umgekehrt auch nur auf ihn persönlich konzentriert.

    Macrons politische Bewegung »La République en marche«, kurz: LREM, er selbst will sie ja nicht als Partei bezeichnen, hat die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Wer sind die Abgeordneten, die ihm dort seine einsamen Entscheidungen abnicken?

    Es ist vor allem die provinzielle Bourgeoisie, die für ihn im Parlament sitzt.

    Sie haben in einem Essay die »Feminisation élitiste« beschrieben, die Macrons Mehrheit in der Nationalversammlung charakterisiere: viele weibliche Abgeordnete, mehr als die anderen Fraktionen, allerdings fast ausschließlich aus der Oberschicht.

    So ist es. Wir haben vor allem private Chefs, Leiterinnen kleiner Unternehmen in der Provinz, Rechtsanwälte, Finanzberater, alte Zentristen, die vorher noch nie ein Mandat hatten. Leute, die bei Gemeindewahlen nicht erfolgreich waren, weil sie beispielsweise im Parteiapparat des Parti Socialiste nicht weiterkamen. Die haben bei Macron Karriere gemacht. Natürlich sind die bereit, allem zuzustimmen, was aus dem Élysée kommt – es gibt für sie ja keinen Weg zurück, weil sie ihre alten Parteien, den PS, die Republikaner oder Modem, verraten haben. Sie müssen mit Macron gewinnen oder fallen. Dort verrät er seine Anhänger: Leuten, die von ihm fasziniert waren, drückt er nun seinen »vertikalen« Führungsstil auf und begründet das damit, dass er als Präsident »einen historischen Moment« inkarniere. Er weiß, dass es Nachfrage nach Autorität gibt, natürlich – da haben wir wieder den Populismus. Und er weiß ja, dass seine Wählerschaft in sich nicht stabil ist.

    Nach vier Wochen des Kampfs gegen die »Gelbwesten« verteilte Macron kleine Geschenke und kündigte eine »große nationale Debatte« an, die am Ende darüber entscheiden soll, ob es künftig das von den »Gelbwesten« verlangte Bürgerreferendum gibt. Ist das ein neuer oder ein alter Macron?

    Macron versucht, sich noch einmal neu zu erfinden und kehrt – vorläufig – zum Horizontalen zurück. Aber die große Debatte? Was soll das sein? Eine Debatte, die alles klären soll, auch die Ungerechtigkeit, die soziale Deklassierung? Macron hat sich von allen entfernt, die ihn gewählt haben, von den Rentnern beispielsweise oder auch von all jenen, die in der Provinz festsitzen und von allem abgeschnitten sind. Keine Bürgermeister, keine Post, keine Schule, kein Kaufladen, keine öffentlichen Transporte. Und die Ortsvorsteher, die es noch gibt, haben längst ihre Kompetenzen verloren. Sie haben keine Rechte, sie verfügen über keine Finanzierung, sie haben keine Strukturen zur Hand. Der Staat macht uns zum schlichten Agenten ohne Entscheidungsbefugnis, nicht erst Macron exekutiert die Strukturen, aber er hat vor, das zu vertiefen. Wir sprechen von einer, wie ich es nenne, territorialen Katastrophe. Das soll die große Debatte alles lösen? Ich habe nicht das Gefühl, dass wir am Ende dieser Debatte sehr viel schlauer sein werden.

    Die etwas kleinere Debatte mit den Gewerkschaften hat Macron ja abgelehnt. Jetzt ruft er sie zu Hilfe, weil ihm die »Gelbwesten« keinen Sprecher zur Verfügung stellen. Braucht er sie, weil sie vermitteln sollen?

    Natürlich. Leute wie Martinez, aber auch Berger, da bin ich sicher, werden jetzt gebraucht. Aber, auch das ist sicher, die werden nun ihre Forderungen stellen, und er wird sich wieder auf die etwas kleineren Geschäfte mit den Syndikaten einstellen müssen. Auf Steuerfragen, auf Gerechtigkeit, auf Dezentralisierung der Macht. Es zeigt sich, wir kommen hier wieder auf Lampedusa zurück, dass Macron nicht wirklich ein Projekt hatte. Wenn er nun entschiede, dass er die lokale Ebene stärken will, dann wäre das eine gute Antwort an die »Gelbwesten«. Auch wenn es in Zukunft ein Bürgerreferendum für die grundsätzlichen Entscheidungen in diesem Land gäbe, entkommen wir ja nicht dem repräsentativen System.

    Universitäten und Schulen klagen über eine »Reform« Macrons, mit deren Hilfe den Kindern nicht so sehr die allgemeine Bildung und das gesellschaftliche Wissen beigebracht, sondern die Ausbildung mehr und mehr den Bedürfnissen der Unternehmer angepasst werden soll. Was geht da vor?

    Bürgerliche Eliten schicken ihre Nachkommen in die besten Wirtschaftsschulen, damit sie dort auf hohe Posten im kapitalistischen Betrieb vorbereitet werden. Die Ausbildung der Kinder und Heranwachsenden ist in der Tat nicht politisch oder kulturell geprägt, sondern erfolgt mit dem Ziel, privates Management großzuziehen, eine Evolution der Strategie des Finanzkapitalismus. Sie soll erlauben, zunächst hohe Funktionäre mit garantiertem Dienstwagen zu werden, das ist Ziel der ENA-Ausbildung; die Wirtschaftsschule in London oder Paris – nach der ENA – erlaubt es den Sprösslingen, sofort an die Spitze eines Unternehmens zu kommen. Der Vorsprung der Eliten bleibt und wird immer wieder erneuert. Es geht bei der Ausbildung darum, die Instrumente des Herrschens zur Verfügung zu stellen.

    Was wird Macron am Ende seiner Amtszeit sein? Pariser Zeitungen schrieben nach dem Höhepunkt des »Gelbwesten«-Protests bereits über den »Anfang vom Ende des Mandats Macron«. Wird er der tragische Held sein in einem bürgerlichen Trauerspiel? Der Mann, der Frankreich und Europa verändern wollte, dessen Traum dasselbe Volk zerstörte, das ihn wählte?

    Macron ist insofern eine traurige Figur, als es ihm offensichtlich in der Tat schwerfällt, die soziale Frage zu begreifen. Er ist nicht der tragische Held, weil es nicht um ihn, sondern um die tägliche Tragödie der Vergessenen dieses Landes geht, um die alltägliche Dimension des Tragischen. Macron ist Kriegsherr, aber er hat keinen Militärdienst gemacht, der ihm vielleicht hätte zeigen können, was es bedeutet, im Krieg zu handeln. Macron hat keine Kinder, an deren täglichen Leben er die Folgen seiner Sozialpolitik studieren könnte – Macron hat ein riesiges Handicap. Er und wir leben in verschiedenen Welten, in Parallelwelten, die der Finanzkapitalismus geschaffen hat. Seine wichtigste Beziehung ist die zur Macht, nicht die zur Alltäglichkeit des Lebens. Wir beobachten in ihm die Andersartigkeit der wirtschaftlichen Macht, der Dirigenten. Macron ist kalt und spielt gerne den Intellektuellen. Er bringt einen verhängnisvollen Paternalismus, eine Vormundschaft, die wir nicht brauchen.

    #France #politique #lutte_des_classes #Macron #auf_deutsch



  • Filmspotting : Nachrede auf Klara Heydebreck | Deutsche Kinemathek
    https://www.deutsche-kinemathek.de/de/besuch/veranstaltungskalender/nachrede-auf-klara-heydebreck-eberhard-fechner

    A voir - avec un peu de chance le cinéma Arsenal montrera une copie 16mm de ce film documentaire remarquable et émouvant. C’est le récit d’une vie de femme à Berlin entre 1896 et 1969. Pour les non-berlinois y a la copie youtube.

    https://www.youtube.com/watch?v=-1qH6wQurSQ

    25.3.2019 19:00 - Kino Arsenal (BRD 1969, Regie: Eberhard Fechner)

    Die einstündige Produktion, gedreht auf 16mm-Material, fällt durch die üblichen Formatraster der Fernsehsender und Kinoprogramme, so dass diese Wiederaufführung eine seltene Gelegenheit der Wiederbegegnung mit diesem stilbildenden Frühwerk Eberhard Fechners bedeutet.

    Arsenal, Kino 2, Eintritt: 8 Euro

    https://de.wikipedia.org/wiki/Klara_Heydebreck

    Für einen Dokumentarfilm zum Thema Selbstmord, für den er nach eigenen Angaben kein Drehbuch geschrieben hatte, sondern sich von den Rechercheergebnissen leiten lassen wollte, besuchte Eberhard Fechner die Berliner Polizei und griff zufällig den Todesfall Klara Heydebrecks unter mehreren an diesem Tag gemeldeten heraus. Er suchte Kontakt zu ihrer Familie, den Nachbarn und ehemaligen Arbeitskollegen sowie den mit ihrem Tod befassten Dienststellen. Die Familie überließ ihm den Nachlass Klara Heydebrecks; aus diesen Dokumenten und Interviews mit den Personen, die Klara gekannt hatten, entstand der Ende 1969 erstmals ausgestrahlte Dokumentarfilm Nachrede auf Klara Heydebreck. Blick auf ein unter- und fehleingeschätztes Leben. Durch die Auswertung des Nachlasses und die Befragung des Umfelds konnten die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Frau dargestellt werden, die sich dem herrschenden Frauenbild wohl nicht anpassen wollte, in ihrem Umfeld wegen ihrer kulturellen Interessen auf Unverständnis stieß und schließlich völlig vereinsamte. Die am Anfang des Films gestellte Frage, warum Klara ihr Leben beendet hatte, musste dabei offenbleiben

    SELBSTMORD : Schikane des Teufels - DER SPIEGEL 38/1970
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906627.html

    Diesen Dokumentar-Epilog hat Fechner mit zeitgeschichtlichen Aspekten ergänzt. Aus Lohnstreifen’ Rentenbescheinigungen und Arbeitslosen-Papieren errechnete er beispielsweise die finanzielle Bilanz dieses einfachen Lebens:

    In 57 Jahren hat Klara Heydebreck 129 000 Mark verdient, 2263 Mark pro Jahr.

    Als die Feuerwehr Ihren Leichnam im Krankenhaus „abgeladen“ hatte (so eine Pflegerin), waren noch 6,49 Mark auf Ihrem Konto. Die Kripo registrierte den Vorgang Heydebreck — einen von 13 000 westdeutschen Selbstmordfällen im Jahr — unter dem Aktenzeichen AZ KapAr 483/69.

    „Einsamkeit“, so hatte Klara Heydebreck einst an ihre Schwester geschrieben, „kann sehr schön sein. Doch Mangel leiden an lebensnotwendigen Dingen ist eine Schikane des Teufels.“
    Solchen Leidenswegen ist das Fernsehen schon dann und wann nachgegangen. Fechners Reportage ist anders: Ihre Anteilnahme, Ihre Eindringlichkelt ist wahrlich eine Stunde vor dem Bildschirm wert.

    Eberhard Fechner (1926 - 1992)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_Fechner

    Fechner war ein begnadeter Interviewer. So interviewte er um 1975 die vier damals noch lebenden Mitglieder der Comedian Harmonists und um 1979–81 für seine Dokumentation Der Prozeß mehrere Zeugen und Angeklagte des Majdanek-Prozesses. Ähnlich wie Claude Lanzmann verstand er es, durch geduldiges Zuhören und Nachfragen auch sehr persönliche, kontroverse und tief verborgene Erinnerungen seiner Interviewpartner hervorzulocken. Daneben übernahm er immer wieder auch Aufgaben als Schauspieler in Fernsehfilmen.

    Site web sur Eberhard Fechner
    https://web.archive.org/web/20170920124604/http://www.eberhardfechner.de

    La collection Eberhard Fechner à l’Akademie der Künste Berlin
    https://archiv.adk.de/bigobjekt/39883

    #Allemagne #Berlin #Wedding #Grüntaler_Straße #histoire #film #femmes #suicide #auf_deutsch



  • Fritz !Box mit einem VPN-Service verbinden ? Warum das nicht geht.
    https://vpn-anbieter-vergleich-test.de/fritzbox-mit-vpn-verbinden


    L’entreprise berlinoise AVM produit des routeurs, téléphones et modules « smart home ». Elle trés présente dans les grandes surface allemandes et vend bien parce que ses appareils correspondent à la plupart des besoins des PMU. Malheureusement on est obligé de choisir un routeur d’une autre marque quand on doit réaliser des connexions avancées. L’accès aux réseaux VPN internationaux en fait partie.

    AVM unterstützt bei den Fritz!box Geräten eine “VPN Verbindung zu einem Firmennetzwerk“, was damit gemeint ist, dass sich die Fritz!box zu Hause über eine VPN-Verbindung zu einer anderen Fritz!box in einem kleinen Firmennetzwerk verbinden kann.

    Dabei wird das von der Fritz!box verwendete VPN-Protokoll “IPsec x-auth” verwendet. Praktisch gesehen nutzt dieses Protokoll aber kein professioneller VPN-Anbieter. Darum ist es auch nicht möglich die Fritz!box direkt mit einem VPN-Service zu verbinden.

    Ce site recommande les routeurs ASUS et le service VyprVPN.
    https://vpn-anbieter-vergleich-test.de/anleitung-asus-router-vpn-vyprvpn

    #internet #vpn #vie_privée #auf_deutsch


  • Eine Philosophie, der es ums Ganze geht – warum man Karl Jaspers le...
    https://diasp.eu/p/8586138

    Eine Philosophie, der es ums Ganze geht – warum man Karl Jaspers lesen ll nzz.ch 2019-02-24

    [...]

    Wer entschieden und ernsthaft wissen will, weiss umso mehr auch um die Grenzen, an denen unser Nichtwissen beginnt. Auf die erste aufmerksam gemacht wurde Jaspers durch seinen Lehrer, den Soziologen Max Weber: Wissenschaft kann zwar erkennen, was der Fall ist, aber sie wird uns nie sagen können, was wir wollen sollen. So kann keine Wissenschaft uns sagen, warum überhaupt Wissenschaft sein soll.

    Eine zweite, und wohl die entscheidendste, ist die Grenze, die ihm Kant eröffnet hat: Wissenschaft ist stets partikular und perspektivisch, sie erkennt immer nur bestimmte Gegenstände in der Welt, aber nie die Welt als ganze. Hinter jedem Horizont öffnet sich ein weiterer Horizont, so ins Unendliche. (...)


  • Unser täglich SPAM gib uns heute
    https://www.checked4you.de/computer-internet/e-mails/kamera-gehackt-beim-pornogucken-gefilmt-352088

    Allez vous faire f... J’attends toujours des messages de ce type en d’autres langues.

    Return-Path: <bfd7e70c0@domain.de>
    Delivered-To: info@domain.de
    Received: from localhost (localhost.localdomain [127.0.0.1])
    by server.domain.de (Postfix) with ESMTP id BF472416C1B7
    for <bfd7e70c0@domain.de>; Fri, 22 Feb 2019 18:54:15 +0100 (CET)
    X-Virus-Scanned: Debian amavisd-new at server.domain.de
    X-Spam-Flag: NO
    X-Spam-Score: 2.423
    X-Spam-Level:
    X-Spam-Status: No, score=2.423 tagged_above=1 required=4.5
    tests=[BAYES_00=-1.9, HELO_MISC_IP=0.25, HTML_MESSAGE=0.001,
    NO_FM_NAME_IP_HOSTN=2.5, RDNS_NONE=0.793, SPF_NEUTRAL=0.779]
    autolearn=no autolearn_force=no
    Received: from server.domain.de ([127.0.0.1])
    by localhost (server.domain.de [127.0.0.1]) (amavisd-new, port 10024)
    with ESMTP id NdeJCc-WHk7g for <bfd7e70c0@domain.de>;
    Fri, 22 Feb 2019 18:54:15 +0100 (CET)
    Received: from [51.39.246.34] (unknown [51.39.246.34])
    by server.domain.de (Postfix) with ESMTP id D26E7416C1B1
    for <bfd7e70c0@domain.de>; Fri, 22 Feb 2019 18:54:13 +0100 (CET)
    From: <bfd7e70c0@domain.de>
    To: <bfd7e70c0@domain.de>
    Date: 22 Feb 2019 22:19:10 +0200
    MIME-Version: 1.0
    Subject: Hohe Gefahr. Konto wurde angegriffen.
    Message-ID: <5C706172.7752.EB72DB@bfd7e70c0.domain.de>
    Priority: normal
    X-mailer: Pegasus Mail for Windows (4.41)
    Content-type: multipart/alternative; boundary="Alt-Boundary-44292.1277007"

    –-Alt-Boundary-44292.1277007
    Content-type: text/plain; charset="ibm852"
    Content-transfer-encoding: QUOTED-PRINTABLE
    Content-description: Mail message body

    Hallo!

    Wie Sie vielleicht bemerkt haben, habe ich Ihnen eine E-Mail von Ihrem =
    Konto aus gesendet.
    Dies bedeutet, dass ich vollen Zugriff auf Ihr Konto habe.

    Ich habe dich jetzt seit ein paar Monaten beobachtet.
    Tatsache ist, dass Sie &#252;ber eine von Ihnen besuchte Website =
    f&#252;r Erwachsene mit Malware infiziert wurden.

    Wenn Sie damit nicht vertraut sind, erkl&#228;re ich es Ihnen.
    Der Trojaner-Virus erm&#246;glicht mir den vollst&#228;ndigen Zugriff =
    und die Kontrolle &#252;ber einen Computer oder ein anderes Ger&#228;t.
    Das hei&#223;t, ich kann alles auf Ihrem Bildschirm sehen, Kamera und =
    Mikrofon einschalten, aber Sie wissen nichts davon.

    Ich habe auch Zugriff auf alle Ihre Kontakte und Ihre Korrespondenz.

    Warum hat Ihr Antivirus keine Malware entdeckt?
    Antwort: Meine Malware verwendet den Treiber.
    Ich aktualisiere alle vier Stunden die Signaturen, damit Ihr Antivirus =
    nicht verwendet wird.

    Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie du befriedigst dich... in der =
    linken H&#228;lfte des Bildschirms zufriedenstellen,=20
    und in der rechten H&#228;lfte sehen Sie das Video, das Sie angesehen =
    haben.
    Mit einem Mausklick kann ich dieses Video an alle Ihre E-Mails und =
    Kontakte in sozialen Netzwerken senden.=20
    Ich kann auch Zugriff auf alle Ihre E-Mail-Korrespondenz und Messenger, =
    die Sie verwenden, posten.

    Wenn Sie dies verhindern m&#246;chten, &#252;bertragen Sie den Betrag =
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    font-size:14pt">Hallo!<br>
    <br>
    Wie Sie vielleicht bemerkt haben, habe ich Ihnen eine E-Mail von Ihrem =
    Konto aus gesendet.<br>
    Dies bedeutet, dass ich vollen Zugriff auf Ihr Konto habe.<br>
    <br>
    Ich habe dich jetzt seit ein paar Monaten beobachtet.<br>
    Tatsache ist, dass Sie &#252;ber eine von Ihnen besuchte Website =
    f&#252;r Erwachsene mit Malware infiziert wurden.<br>
    <br>
    Wenn Sie damit nicht vertraut sind, erkl&#228;re ich es Ihnen.<br>
    Der Trojaner-Virus erm&#246;glicht mir den vollst&#228;ndigen Zugriff =
    und die Kontrolle &#252;ber einen Computer oder ein anderes =
    Ger&#228;t.<br>
    Das hei&#223;t, ich kann alles auf Ihrem Bildschirm sehen, Kamera und =
    Mikrofon einschalten, aber Sie wissen nichts davon.<br>
    <br>
    Ich habe auch Zugriff auf alle Ihre Kontakte und Ihre Korrespondenz.<br>
    <br>
    Warum hat Ihr Antivirus keine Malware entdeckt?<br>
    Antwort: Meine Malware verwendet den Treiber.<br>
    Ich aktualisiere alle vier Stunden die Signaturen, damit Ihr Antivirus =
    nicht verwendet wird.<br>
    <br>
    Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie du befriedigst dich... in der =
    linken H&#228;lfte des Bildschirms zufriedenstellen, <br>
    und in der rechten H&#228;lfte sehen Sie das Video, das Sie angesehen =
    haben.<br>
    Mit einem Mausklick kann ich dieses Video an alle Ihre E-Mails und =
    Kontakte in sozialen Netzwerken senden. <br>
    Ich kann auch Zugriff auf alle Ihre E-Mail-Korrespondenz und Messenger, =
    die Sie verwenden, posten.<br>
    <br>
    Wenn Sie dies verhindern m&#246;chten, &#252;bertragen Sie den Betrag =
    von 325&#8364; an meine Bitcoin-Adresse <br>
    (wenn Sie nicht wissen, wie Sie dies tun sollen, schreiben Sie an =
    Google: „Buy Bitcoin“).<br>
    <br>
    Meine Bitcoin-Adresse (BTC Wallet) lautet: =
    15mWFjVymAdqimVim2f1UgX6oSD4TYeGLE<br>
    <br>
    Nach Zahlungseingang l&#246;sche ich das Video und Sie werden mich nie =
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    und der Timer funktioniert, wenn Sie diesen Brief sehen.<br>
    <br>
    Eine Beschwerde irgendwo einzureichen ist nicht sinnvoll, da diese =
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    Ich mache keine Fehler.<br>
    <br>
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    Person geteilt haben, wird das Video sofort verteilt.<br>
    <br>
    Sch&#246;ne Gr&#252;&#223;e!</span></font></div>
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    </html>
    –-Alt-Boundary-44292.1277007—

    Kommentar der Verbraucherzentrale NRW :

    Kamera gehackt, beim Pornogucken gefilmt ?
    https://www.checked4you.de/computer-internet/e-mails/kamera-gehackt-beim-pornogucken-gefilmt-352088

    Der Absender behauptet, die Kamera des Smartphones oder Computers des Empfängers gehackt zu haben und so an die Aufnahmen gekommen zu sein, berichtet das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz. Beispiele dazu lest ihr in den Kommentaren unter diesem Text. Wie die Polizei Bochum mitteilt, werden ähnliche Erpresserschreiben sogar als Briefe verschickt.

    Allerdings solltet ihr nicht in Panik verfallen, wenn ihr so einen Brief oder eine E-Mail bekommt! „Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten“, teilt das LKA mit. Es ist also vermutlich schlicht Spam! Die Ermittler haben keine Hinweise darauf, dass die Computer oder Handys der Mail-Empfänger tatsächlich gehackt wurden oder dass tatsächlich solche Videos, wie vom Absender behauptet, existieren.

    #SPAM #chantage #criminalité #internet #auf_deutsch



  • Volksparteien als klassische Regierungsorgane | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Volksparteien-als-klassische-Regierungsorgane-4289120.html


    Wolfgang J. Koschnick explique comment les démocraties parlementaires sont en train d’atteindre leur date d’expiration. Dans le courant des dernières 50 années des forces puissantes ont poussé les élus à accepter une série de modifications des règles parlementaires qui les rendent presque aussi impuissants qu’après la loi allemande des pleins pouvoirs de 1933.


    Adolf Hitlers parle aux élus du Reichstag lors du vote des pleins pouvoirs le 23.3.1933

    Il s’agit d’un processus inhérent au systèmes parlementaires d’Europe. Les différences entre les pays et les parlements spécifiques n’ont que des conséquences négligeables ce qui fait qu’on doit se préparer à des changements à travers des conflits que justice et parlement ne sauront plus réglèr à l’amiable ou par des compromis. A travers le mouvement des gilets jaunes et les mesures draconiennes de la justice et des forces de police en France se dessinent les futures actions impitoyables du pouvoir en place.

    Ceci n’a rien de nouveau ou de surprenant. En temps de crise marqué par une perte de légitimité des instances politiques et des autres puissances majeures les régimes en place finissent toujours au milieux des massacres qui annoncent le triomphe d’un nouveau système. Le vingtième siècle a vu naître des états socialistes, des dictatures capitaliste généralement appellées fascistes et de nouvelles formes d’organisation démocratiques inspirés par l’expérience des luttes de classe précédentes.

    L’épuisement des ressource planétaires et le changement climatique imposeront aux acteurs un rythme dramatiquement accéléré et aggraveront tout autant l’impact des problemes et la profondeur des changement en vue.

    Würde das Parlament Beschlüsse mit der Regierungsmehrheit am Ende nicht abnicken, wäre der Zusammenbruch der Regierung die unvermeidliche Folge. Also haben die Fraktionen der Regierung sie abgenickt und nicken weiter alles ab, was man ihnen vor die Füße wirft. Das wird im Prinzip ewig so bleiben, und daran wird sich nie etwas ändern. Die Struktur der parlamentarischen Parteiendemokratie macht es unvermeidlich, dass die Parlamente in ihnen nur als Abnickvereine richtig funktionieren können. Das allmähliche Dahinschwinden der klassischen Volksparteien lässt indes darauf hoffen, dass im längeren Zeitverlauf die verkrusteten Strukturen aufbrechen.

    Tous les articles de Wolfgang J. Koschnick sur Telepolis
    https://www.heise.de/tp/autoren/Wolfgang-J-Koschnick-3457752.html

    #politique #régime_parlementaire #révolution #auf_deutsch #it_has_begun


  • La préhistoire de Rammstein - The Story of Feeling B (314 MB)


    Le film documentaire disponible pendant 24 heures.

    https://framadrop.org/r/sfl9CQtSrD#S04OqDnRXrxR6F1TWu/e4wrfkxD52BEey+aj0NY0bNQ=

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Feeling_B

    Feeling B est formé en 1983 à l’origine sous le nom de Feeling Berlin. Ils changeront de nom pour Feeling B. Le groupe se composait de Paul Landers (guitare), de « Flake » Lorenz (claviers) - à ce moment âgé de 18 et 16 ans, respectivement - et d’Aljoscha Rompe (chant). Le premier concert public du groupe est donné le 14 mai 1983 dans la ville de Teltow. Feeling B accompagnera le groupe de blues rock Freygang1

    Au début de l’été 1989, Feeling B publie son propre album intitulé Hea Hoa Hoa Hea Hea Hoa au label Amiga Records. Selon, Wolf-Dietrich Fruck, rédacteur en chef, le groupe aurait passé 24 jours et 128 heures en studio2.

    Quelque temps après, la popularité de Feeling B s’accroit énormément et, à la fin de la République démocratique allemande, devient l’un des groupes est-allemands les plus respectés et influents malgré leur statut underground. Les concerts de Feeling B étaient improvisés. Le présentateur suisse Aljoscha Rompe, vivant à Berlin-Est, fournit les chants au groupe, supportant des hymnes de punk. Son claviériste d’accompagnement et guitariste, alors universellement mentionné comme « Flake » et « Paulchen », ont depuis trouvé la gloire comme le claviériste Christian « Flake » Lorenz et le guitariste Paul H. Landers de Rammstein et Michael robert Rhein d’in extremo. Le chanteur de Rammstein, Till Lindemann, a aussi collaboré une fois avec Feeling B pour la chanson Lied Von Der Unruhevollen Jugend, dont il est crédité sur l’album Hea Hoa Hoa Hea Hea Hoa. Rammstein jouera deux fois cette chanson en direct à Saint-Pétersbourg et à Moscou en 2001, pendant la tournée de Mutter.

    Autonome und Hausbesetzer-Bewegung – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiProjekt_Autonome_und_Hausbesetzer-Bewegung

    Schönhauser Allee 5 Ostberlin, Aug. 1989, öffentlich gemacht im Dez. 1989, seit 1991 legal, anschließend entmietet und geräumt, siehe dazu auch Aljoscha_Rompe:Im Artikel im Abschnitt Die Schönhauser Allee seit der Wiedervereinigung ausführlich behandelt.

    Schönhauser Allee
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6nhauser_Allee

    Die seit 1972 fast leer stehenden Gebäude Schönhauser Allee 20/21 wurden im August 1989 stillschweigend nach und nach von Lehrlingen, jungen Arbeitern und Studenten besetzt, um den Abriss dieser Häuser zu verhindern. Öffentlich gemacht wurde diese Besetzung dann im Dezember 1989, als man vom benachbarten Polizeirevier keine größeren Konsequenzen mehr zu befürchten hatte. Bereits wenige Tage später folgten die Häuser Kastanienallee 85/86 und Schönhauser Allee 5. Im Februar besetzten junge Leute die ehemalige Likörfabrik Westphal am Kollwitzplatz und eröffneten nach einer Woche ein Café, das in der Folge zu einem der berühmtesten Treffpunkte der Alternativszene in Berlin wurde. Im März gründete sich der „Kulturbrauerei e. V.“ zwecks Einrichtung eines multikulturellen Zentrums mit Kunstwerkstätten und Räumen für Initiativen und Vereine in der ehemaligen Schultheiss-Brauerei in der Schönhauser Allee und der Knaackstraße. Aus verschiedenen Wohnhäusern wie der Schönhauser Allee Nr. 5 und Nr. 20 sendete seit 1990 bis etwa 1994 der von Aljoscha Rompe betriebene Piratensender Radio P.

    #Allemagne #Berlin #DDR #punk #révolte #auf_deutsch #ostalgie

    • C’est une époque révolue. Un des membres du groupe a racheté un immeuble sur la schwedterstrasse, au rez de chaussée un café associatif tenu par des gens de Berlin Est.
      Le café a été expulsé pour laisser la place à... Pour l’instant nous n’en savons rien, la proposition finale devant la cour a été un doublement du loyer mais toujours dans le but d’avoir un changement plus approprié à la gentrification du secteur.

    • Quand tu ne sais pas quoi faire de ton fric ... n’empêche c’était chouette cette phase de liberté provisoire entre 1987 et 1994. Depuis c’est de nouveau comme avant - moins le soutien aléatoire des camerades de l’Est ;-)


  • Arabische Clans - Berliner der besonderen Art
    https://www.sueddeutsche.de/politik/arabische-clans-kriminalitaet-berlin-ralph-ghadban-libanon-1.4216085
    C’est une critique du livre „Arabische Clans. Die unterschätzte Gefahr.“ par Ralph Ghadban

    24. Dezember 2018 - von Wolfgang Freund
    ...
    Durch Herkunft sowie universitäre Studiengänge (Beirut 1966 - 1972, West-Berlin ab 1972 mit Promotion) ist der Autor auf gehobenem Niveau mehrsprachig: arabisch, englisch, französisch, deutsch. Zweifelsfrei ein wichtiger Pluspunkt für die Auseinandersetzung mit dem von ihm gewählten Thema. Dennoch gibt es „Ausrutscher“.

    So schreibt Ghadban auch fürchterliche Sätze, die das Gruseln lehren und so nicht stimmen, wie zum Beispiel dort, wo er die Frage nach der Möglichkeit, aus dem Islam auszutreten, stellt: „... Das Verlassen des Islam ist (...) nicht mehr möglich, in allen islamischen Ländern wird es mit dem Leben bestraft.“ So knallhart ist das falsch, zutreffend allenfalls für Saudi-Arabien, Pakistan oder auch Iran.

    Anderswo in arabisch-islamischen Ländern drohen bei islambezogener Apostasie Gefängnisstrafen und/oder soziale Ächtung im Berufs- und Privatleben, ja bis hinein in die Familien. Natürlich schlimm genug für Betroffene. Doch der Henker tritt zwischen Casablanca und Islamabad bei islamischem Renegatentum nicht überall in Erscheinung, und in Afrika oder Südostasien (Indonesien) schon gar nicht.

    Man sollte deshalb sehr genau verdeutlichen, wovon bei derartigen Feststellungen die Rede ist. Der Autor macht es sich da und dort etwas leicht und pauschaliert voreilig, aus seiner spezifischen Ecke heraus.

    Denn Ghadbans Sicht ist deutsch-libanesisch eingeengt. Deutsch, weil alles seinen Ausgang nimmt in Berlin, und libanesisch, weil Autor bestimmte Libanesen offensichtlich nicht besonders mag.

    Man kann ihm das nicht einmal verdenken, hat doch Libanon das Beste wie auch das Schlimmste von dem hervorgebracht, was der arabische Orient im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte „human“ zu bieten hatte: auf der einen Seite internationale „Intelligenzen“ auf hohem Niveau, sich gleichermaßen in Geisteswissenschaften oder Literatur auf Arabisch, Französisch oder Englisch hervortuend, und dem gegenüber mafiose Clans, die ihre Netze von den arabischen Ölmonarchien über Westafrika, Lateinamerika, die USA und Kanada sowie Westeuropa (Frankreich, Großbritannien und eben auch Deutschland) unentwirrbar zu knüpfen verstanden.

    #Allemagne #Liban #criminalité #auf_deutsch


  • „Aktionsgemeinschaft der Freunde der Diktatur“ oder wie Didi 1995 die AfD vorhergesehen hat - Testspiel.de
    https://www.testspiel.de/aktionsgemeinschaft-der-freunde-der-diktatur-oder-wie-didi-1995-die-afd-vorhergesehen-hat/349042

    https://www.youtube.com/watch?v=6mZzCCibLuQ

    Fast könnte man meinen, dass Didi Hallervorden in dem Sketch “Die Innenseiten der Außenseiter” von Frank Lüdecke bereits 1995 die AfD vorhergesehen hat. Dabei zeigt er als Talkshow-Gast “Alois Moosbrecher” von der “Aktionsgemeinschaft der Freunde der Diktatur” (AfD) nur, wie es die Medien schon damals nicht geschafft haben, “demokratiefeindliche Inhalte auch als solche zu benennen und über menschenverachtende Scheiße gar nicht erst zu diskutieren”.

    Dieter Hallervorden est aujourd’hui le comique le plus populaire d’Allemagne.

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Dieter_Hallervorden
    http://www.didipage.de

    http://www.frank-luedecke.de
    https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_L%C3%BCdecke

    #satire #cabaret #auf_deutsch #politique #extrême_droite #AfD


  • Bayern : « Heimatkapitalismus » | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Bayern-Heimatkapitalismus-4242647.html


    Panzerkampfwagen V Panther, der von MAN in Nürnberg entwickelt wurde. Bild : Stahlkocher/CC BY-SA-2.0

    A propos de la transformation de la pauvre #Bavière d’après-guerre en centre de l’industrie allemande y compris d’armement.

    En bref : c’est la guerre de Corée qui est à l’origine de la montée de la bavière dont l’industrie est largement restée intacte pendant la guerre et qui constitue la partie principale de l’Allemagne occupée par les troupes des #USA . C’est ici où des anciens #espions #nazis développent les nouveaux services secretes allemands sous contrôle de spécialistes américains. L’article nous fait découvrir les origines de l’alliance transatlantique dont le soutien demeure le gage et la conditio sine qua non pour avoir accès auc cercles de pouvoir allemands. On y apprend des choses remarquables sur le système de la repartition du pouvoir politique entre le parti chrétien régional CSU et les social-démocrates SPD. Ce décryptage permet de comprendre la persistence des structures de pouvoir et quelques raisons de la décomposition des structures politiques à laquelle on assiste actuellement.

    A lire, malheureusement l’article n’est disponible qu’ #auf_deutsch

    09. Dezember 2018 - Albrecht Goeschel und Markus Steinmetz

    Wie man am eigenen Erfolg scheitert (I)

    Die Große Koalition Bayern, der Sozialpakt zwischen christlichsozialer Landperipherie einerseits und sozialdemokratischen Großstadtzentren andererseits und auch zwischen einer autoritären Dauerregierung und einer vormals liberalen Medien- und Diskurskultur in Bayern ist in der Landtagswahlnacht vom 14. Oktober 2018 mit einem lauten Knall geplatzt.

    Die Christlich-Soziale Union hat in Gestalt der Freien Wähler die Quittung dafür bekommen, dass sie spätestens mit der Edmund-Stoiber-Politik den ländlichen Raum und seine Leute abgehängt hat. Die Sozialdemokratische Partei hat in Gestalt der Grünen gerade in München nicht nur eine Quittung, sondern die Kündigung dafür bekommen, dass sie schon mit ihrer Hans-Jochen-Vogel-Politik von einer Arbeiterpartei zu einer Möchtegern-Akademikerpartei geworden ist.

    Diese Wählermilieu-Analyse konnte man in unterschiedlicher Differenzierung und Qualität in den Tagen nach der Landtagswahl in den Medien verfolgen. Eine interessantere, fundamentalere Diagnose dafür, dass und warum es mit der absoluten Parlamentsmehrheit der bisherigen Regierungspartei aus ist, hat die Süddeutsche Zeitung zwei Tage vor der Wahl unter der Überschrift „Wer san mia?“ versucht.

    Richtig verweist sie darauf, dass sich die „traditionellen Milieus“ auflösen oder wandeln. Ein Hauptfaktor dafür sei die ausgeprägte Zuwanderung nach Bayern und der diese antreibende wirtschaftliche Erfolg Bayerns. Passend zur immer penetranteren neoliberalen Redaktionslinie der Süddeutschen Zeitung bleibt aber das ungeschrieben, was der informierte und kritische Leser gerne näher erläutert gehabt hätte: Warum das Kapitalismus-Erfolgsmodell Bayern über die Jahrzehnte hinweg eine zunehmende Delegitimierung in den Wahlergebnissen erlebt hat - zuletzt angetrieben durch die peinliche Amtskruzifixshow, die Heimatvortäuschung und den künstlichen Theaterdonner in Sachen Migration der letzten Monate.

    Immerhin deutet die „SZ“ aber mit dem Finger in die richtige Richtung: „Die CSU stand jahrzehntelang für den Fortschritt des Landes ebenso wie für die Wahrung der Tradition. Jetzt könnte sie zum Opfer ihres eigenen Erfolges werden.“

    Vor einem Jahrzehnt hat Albrecht Goeschel schon einmal diese Frage gestellt: "Bayern - Ein deutsches Erfolgsmodell am Ende?"1 In seiner damaligen Analyse hat er einige weniger angenehme Antworten gegeben, die sich jetzt freilich als richtig herausgestellt haben. So ist genau die Zweiteilung Bayerns in den Exportgewinner und Wachstumsschwerpunkt München und München-Umland einerseits und den Wachstumsverlierer Bayerische Nordostzone andererseits die Voraussetzung für Prosperität nach dem klassischen kapitalistischen „Zentren-Peripherie Modell“. Diese Zweiteilung ist aber auch die Ursache für die „Revanche der Peripherie“ dieser Landtagswahl. Eine Revanche, wie sie Bayern exemplarisch für andere Territorien in Europa und darüber hinaus erlebt hat.

    Wenn aber aus dem Platzen der alten Milieukoalitionen in Bayern etwas anderes entstehen soll als eine Fortsetzung des Gehabten in neuer Kostümierung, dann muss zunächst einmal gründlich analysiert werden, was es mit dem „Erfolgsmodell Bayern“ und seinem Auslaufen eigentlich auf sich gehabt hat.
    1. Bayern: Kriegsgewinnlerökonomie

    Der in den 1960er Jahren mit vorzüglichen Realanalysen des westdeutschen Wirtschaftslebens bekannt gewordene Fachautor Kurt Pritzkoleit hat einen der wichtigsten Gründe für den kontinuierlichen Wachstums-, sprich: Mehrwert- und Profitproduktionsprozess Bayerns treffend analysiert: Bayern habe als einziges Besatzungsgebiet der Westalliierten bis auf seine pfälzische Exklave die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und die Zerschlagung des Dritten Reiches territorial unbeschädigt überstanden.2 Ergänzend stellt Werner Abelshauser in seiner exzellenten "Deutschen Wirtschaftsgeschichte"3 auch noch dar, dass Bayern das „Glück“ hatte, das Hauptgebiet der US-Besatzungszone zu sein.

    Auch dort habe der angloamerikanische Luftkriegsterror zwar Lebensräume der Zivilbevölkerung brutal zerstört, aber mitnichten das süddeutsche Industriepotenzial nennenswert dezimiert. Selbst Rüstungszentren wie Schweinfurt seien trotz massivster Luftangriffe kaum beeinträchtigt worden. Insgesamt habe die Industrie in den Westzonen bei Kriegsende über ein Anlagekapital verfügt, das um 20 Prozent höher gelegen habe als vor dem Krieg. Dieses Potenzialwachstum galt insbesondere auch für Bayern. Der „NS-Rüstungs-Keynesianismus“ (Werner Abelshauser) trieb die Umwandlung Bayerns aus einem Agrarland in ein Industrieland massiv voran.

    Dies verwundert nicht, da sich die im Vorfeld und im Verlauf des Krieges ernorm gesteigerte Herstellung beispielsweise von Panzerfahrzeugen gerade auch in bayerischen Produktionsstätten vollzog: (Kraus-Maffei, MAN, Nibelungenwerke Passau etc.).4

    Gleiches galt für den Bau von Jagd-, Bomben- und Transportflugzeugen. Hier spielten BMW, Dornier und Messerschmitt mit ihren bayerischen Betrieben eine zentrale Rolle.

    Neben der enormen Steigerung des Produktionspotenzials in Bayern selbst kam es nach dem Ende der Kriegshandlungen und im Zusammenhang der Aufteilung des Reichsgebietes in Besatzungszonen außerdem zu einem massiven Zustrom von Fluchtkapital aus den kurzzeitig angloamerikanisch besetzten Regionen Mittel- und Ostdeutschlands. Mit der Räumung dieser Gebiete durch die Westalliierten verlagerten zahlreiche Industrieunternehmen, u.a. Siemens & Halske (Gera-Erfurt), ihre Produktionsanlagen und Verwaltungen nach Bayern.

    Außer dieser Anlagekapitalflucht nach Bayern bedeuteten die bis 1950 nach Bayern strömenden etwa 1,9 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen eine enorme Steigerung des Wirtschaftspotenzials Bayerns. Auch in offiziösen Darstellungen wird hervorgehoben, dass die im Zuge von Flucht und Vertreibung zuströmende Erwerbsbevölkerung teilweise deutlich besser qualifiziert war als die schon Ansässigen.5

    Für die gerne so genannte „Bayerische Wirtschaft“, d.h. für das Industriekapital mit Standort in Bayern, ergaben sich aus diesem kriegswirtschaftlichen Zusammenfluss von zusätzlichen Arbeitskräfteressourcen und zusätzlichem Anlagenkapital besonders günstige Möglichkeiten für die Produktion von Mehrwert und Profit.

    Insgesamt hatte Bayern im Laufe des Jahres 1946 bereits wieder 50 Prozent seiner Vorkriegsproduktion erreicht. Der bayerische „Heimatkapitalismus“ wurde nicht zuletzt dadurch gefördert, dass sich in Erlangen-Nürnberg eine spezifische Variante Nationalsozialistischer Wirtschaftsphilosophie etabliert hatte: die so genannte „Marktforschungsschule“ des späteren Protagonisten der „Sozialen Marktwirtschaft“ Ludwig Erhard. Er lieferte die passende Wirtschaftsideologie für den bayerischen Heimatkapitalismus und wurde bayerischer Wirtschaftsminister in dem vom US-Besatzungsregime installierten Kabinett Wilhelm Hoegner.

    Soweit es dann um die Ausgestaltung dieser „Sozialen Marktwirtschaft“, insbesondere die entscheidende Frage der Organisationsprinzipien einer Fortsetzung des traditionellen „Sozialversicherungsstaates“ ging, war es die bayerische SPD, die sich einer modernen Gesamtversicherung in den Weg stellte - zusammen mit den Angestelltenverbänden, der Unternehmerseite, dem Mittelstand und der Bauernschaft.6

    Vorteilhaft für das Wachstum der Wirtschaft in Bayern war auch dessen nach Kriegsende immer noch großer Landwirtschaftssektor. Durch den Wegfall der Agrargebiete im vormaligen Ostteil Deutschlands, die bis dahin als Agrarlieferanten des Reiches fungiert hatten und bei der gleichzeitigen flüchtlingsbedingten starken Bevölkerungszunahme in den Westgebieten, kam es dort in den ersten Nachkriegsjahren zu einer schweren Unterernährungskrise. Diese führte in einigen Ländern zu erheblichen Verlusten an Arbeits- und damit Produktionsvolumen.7 Der starke Landwirtschaftssektor dämpfte diese Negativeffekte in Bayern.

    Zuletzt zeigte die amerikanische Militärregierung kein besonderes Interesse an der direkten Demontage von Industrie- und Infrastrukturanlagen. Die viel nachhaltigere und langfristig wirksamere umfassende Enteignung von technologischem Expertenwissen, Betriebsgeheimnissen, Patenten etc. der Industrie durch die USA schlug sich weniger in aktuellen Produktionsausfällen als in einer Schwächung der prospektiven Konkurrenzfähigkeit der Industriewirtschaft Bayerns nieder.8

    Der eigentliche Wachstumsschub setzte in Bayern ein, als das während der Kriegswirtschaft im Rheinland und Ruhrgebiet akkumulierte Industriekapital nach Anlagemöglichkeiten, Arbeitskräften und Industrieflächen im westlich-kapitalistischen Teil Deutschlands suchte. Bayern wurde, auch weil es schon während des Krieges eine Art Schonraum gegenüber dem angloamerikanischen Bombenterror war, zu einem Vorranggebiet für das Überschusskapital aus dem rheinisch-westfälischen Wirtschaftsraum.

    Die Bezeichnung Bayerns als „Luftschutzkeller des Reiches“ (Katja Klee)9 trifft präzise den militärökonomischen und milieumentalen Gehalt des bayerischen „Heimatkapitalismus“ .

    2. München: Die Bayern-Lounge

    In den für das Erfolgsmodell Bayern so entscheidenden 1950er und 1960er Jahren wurden Investitionsentscheidungen noch nicht vom Finanzmarkt vorgegeben, sondern von Unternehmern mit ihrer Hausbank erörtert und entschieden. Aus dieser Phase stammt die mit der bayerischen Landtagswahl vom Oktober 2018 wohl auch endgültig geplatzte funktionale „Große Koalition“ zwischen SPD-München und CSU-Bayern. Diese hatte ihren Wirkmächtigkeitsgipfel in den Zeiten der angeblichen „Heimlichen Hauptstadt“ München des noch nicht vereinigten Deutschland mit seinem Schröder- und Merkel-Berlin.

    Schon im Adenauer-Deutschland gehörte es in den rheinisch-westfälischen Großbürgerfamilien dazu, dem Herrn Sohn oder dem Fräulein Tochter ein paar Semester an der Universität München, der Technischen Hochschule München oder gar der Kunstakademie München zu finanzieren. Papa und Mama hatten ja auch das Ski-Landhaus in Reit i. Winkl oder in Oberstdorf etc. und das Segelboot am Tegernsee - also warum nicht ein Zweigwerk im „Investitionsparadies Bayern“?

    Die Kunst- und Kulturstadt München, ihre Lebensart und ihr Freizeitwert waren ein entscheidender so genannter „weicher Standortfaktor“ für die Prosperität der Stadt München selbst und für das Erfolgsmodell Bayern.

    Das heute in München hegemoniale, hochgradig geschichtsvergessene Milieu der „Kulturlinken“, mittlerweile die Kinder- und Enkelgeneration der antiautoritären Protestbewegung, haben auf ihrem Display nicht mehr oder niemals gehabt, dass es eben nicht Berlin oder Frankfurt am Main oder Hamburg waren, in denen dann zuerst die Werte und Spielregeln des „Wirtschaftswunder-Westdeutschland“ fundamental in Frage gestellt wurden, sondern gerade die Bayern-Lounge München. Die „Gruppe Spur“ an der Akademie der Bildenden Künste München war die Erfinderin des „Antiautoritären“.

    Fussnoten

    1 Albrecht Goeschel: Bayern - Ein „Deutsches Erfolgsmodell“ am Ende? Ausarbeitung für das Diakonische Werk Bayern. Hrsg. Studiengruppe für Sozialforschung e.V., Marquartstein, 24.4.2009

    2 Kurt Pritzkoleit: Das gebändigte Chaos, Wien, München, Basel 1963

    3 Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945, München 2004

    4 Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr, Stuttgart 1973

    5 Walter Ziegler: Flüchtlinge und Vertriebene, in historisches-lexikon-bayerns.de

    6 Hans Günther Hockerts: Sozialpolitische Entscheidungen im Nachkriegsdeutschland, Stuttgart 1980

    7 Bruno Bandulet: Beute-Land, Rottenburg 2016
    8 ebd.

    9 Stefan Grüner: Geplantes Wirtschaftswunder: Industrie- und Strukturpolitik in Bayern, München 2009

    10 Albrecht Goeschel (Hrsg.) Richtlinien und Anschläge: Materialien zur Kritik der repressiven Gesellschaft, Hanser-Verlag München 1968

    Dans la deuxième partie l’article explique davantage de détails des mécanismes du pouvoir qui on menè à l’énorme influence de la Bavière et de sa droite populiste sur la politique de l’Allemagne entière. Cerise sur la gateau on apprend comment les élites se servent de l’état pour amasser leurs fortunes sur le dos des simples gens.

    Bayern : « Arbeiter- und Bäuerinnen-Staat zu Ende » | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Bayern-Arbeiter-und-Baeuerinnen-Staat-zu-Ende-4278123.html


    BMW-Werk München, 1968. Bild : Bundesarchiv, B 145 Bild-F027644-0004 / Storz / CC-BY-SA 3.0

    18. Januar 2019 Albrecht Goeschel, Markus Steinmetz

    Bayern-Saga: Wie man am eigenen Erfolg scheitert - Teil 2

    Nach 60 Jahren gefühlter Alleinherrschaft in Bayern muss die Christlich-Soziale Union seit der Landtagswahl 2018 in einer ungewünschten Koalition regieren. Wer hat ihr das eingebrockt oder wer hatte da genug von den älteren Herren, nachdrängenden Babypräsidenten oder bebrillten Parteibuben?

    Wenn man die Wahlanalysen liest, waren es wohl vor allem die Frauen, die diesmal ihre Stimmzettel anders als noch vor vier Jahren ausgefüllt haben. 2013 haben die bayerischen Frauen mit 50 Prozent noch deutlicher als die Männer „C“ gewählt. 2017 waren es dann auf einmal nur noch 38 Prozent. Dabei ist die CSU eigentlich traditionell eine Partei der Frauen und mittlerweile vor allem der Rentnerinnen. Die älteren Frauen stellen aber auch in Bayern, dank längerer Lebenserwartung, einen größeren Bevölkerungsanteil als die Männer. Wenn sie dann der herrschenden Altpartei die Zustimmung entziehen, schlägt das ordentlich ins Wahlkontor.

    Spannend wird das ganze, wenn man sich das Profil der Bayernbevölkerung in den Jahren ansieht, in denen die CSU ihre Dauerherrschaft begründet hat: Die Fünfziger Jahre. Diese waren der Wirtschaftszyklus mit dem höchsten Wirtschaftswachstum in ganz Westdeutschland.

    Wie der Ökonomiepublizist Kurt Pritzkoleit in seinem materialreichen Werk „Das gebändigte Chaos“ schreibt, war das auch die Zeit, in der Bayern im Vergleich zu den anderen Bundesländern eine überdurchschnittlich hohe Erwerbsquote hatte. Grund dafür wiederum war die damals auch überdurchschnittlich anteilsstarke Landwirtschaft in Bayern und deren Bäuerinnen - die so genannten „Mithelfenden Familienangehörigen“. Daneben spielten auch die anteilsstärkeren typischen Frauenindustrien wie die Elektrotechnik und die Textil- und Bekleidungsherstellung eine Rolle.


    CSU-Ergebnis bei Landtagswahlen seit 1950 und die jeweiligen Spitzenkandidaten. Grafik: TP

    In diesen Fünfziger Jahren überholte aber auch die infolge der Aufrüstungs- und Kriegswirtschaft des 3. Reiches stark gewordene Investitionsgüterindustrie Bayerns deren Anteil in den anderen Bundesländern. Maschinenbau und Fahrzeugherstellung spielten eine besondere Rolle bei diesem Industrieschub in Bayern. Zwischen 1950 und 1960 entstanden in Bayern etwa 573.000 neue Arbeitsplätze in der Industrie.

    Man kann dieses Bayern der Fünfziger Jahre mit seinen hunderttausenden neuen Industriearbeitern und seinen hunderttausenden mithelfenden Bauersfrauen als den christlich-kapitalistischen Arbeiter- und Bäuerinnenstaat auf der einen Seite der Demarkationslinie, der so genannten „Zonengrenze“, unmittelbar gegenüber dem atheistisch-sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat des ehemaligen Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt etc. auf der anderen Seite dieser Grenze betrachten.
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    Unvoreingenommene Ökonomen kommen in diesem Zusammenhang zu dem Ergebnis, dass die späteren beiden deutschen Staaten in ihren ersten Jahrzehnten einen durchaus ähnlichen wohlfahrtsstaatlich-keynesianischen „Fordismus“ (Werner Abelshauser, Ulrich Busch, Rainer Land) in der Wirtschaftspolitik verfolgt haben.6 Vor diesem Hintergrund wird erst die epochale Bedeutung des Aufstiegs der Alternative für Deutschland in den mitteldeutschen Bundesländern und der Absturz der Christlich-Sozialen Union in Bayern erkennbar.

    Korea-Krieg: Militärisch-industrieller Komplex auch in Bayern

    Der renommierte Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser hat in seiner „Deutschen Wirtschaftsgeschichte seit 1945“ deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten wegen des von ihnen angeführten Vernichtungskrieges in Korea 1950 bis 1953 dringend auf die noch vom Rüstungsminister des 3. Reiches, Albert Speer, auf ein hohes Rationalisierungsniveau gebrachten Kapazitäten der (west-)deutschen Investitionsgüterindustrie angewiesen waren.

    Sie forderten von der bundesdeutschen Wirtschaftspolitik eine Abkehr von der konsumistischen Politik des „Wohlstand für alle“, gezielte Rüstungsanstrengungen und eine Wiederbewaffnung. Die Soziale Marktwirtschaft sollte „Rüstungstauglichkeit“ (Werner Abelshauser) entwickeln. In dieser ersten Hälfte der Fünfziger Jahre verortet der Historiker die Wiederauferstehung des rüstungswirtschaftlichen Korporatismus des nationalsozialistischen Staates nun in Gestalt eines auch europäischen „militärisch-industriellen Komplexes“.

    Durch die in den Jahren des Koreagemetzels begonnene Abwertung der D-Mark gegenüber dem US-Dollar konnten sich die USA günstig mit deutschen Investitionsgütern eindecken, aber ebenso konnten die deutschen Exportproduzenten fette Gewinne erwirtschaften. Dies galt auch und gerade für die Investitionsgüterbranche und die gesamte Exportbranche Bayerns.

    Dreh- und Angelpunkt des westdeutschen und vor allem bayerischen militärisch-industriellen Komplexes war der nachmalige CSU-Parteivorsitzende Franz Josef Strauß: Ab 1953 Bundesminister für besondere Aufgaben, ab 1955 Bundesminister für Atomfragen, ab 1956 bis 1962 Bundesminister für Verteidigung, war er in mehrere Mega-Rüstungsskandale des damaligen Adenauer-Deutschland verwickelt.
    CSU-Wahlerfolg: Im Kielwasser von Wiederbewaffnung und Rentenreform

    Die Indienstnahme von Teilen der westdeutschen Industrie für die Korea-Kriegs- und spätere Kalte-Kriegswirtschaft des US-Imperialismus bescherte dem Exportsektor zwar hohe Gewinne, ging aber auch zu Lasten der dortigen Beschäftigten.

    In Bayern kam es daher im August 1954 zum brutalsten Streik in Westdeutschland bislang. 100.000 der etwa 240.000 Beschäftigten der bayerischen Metallindustrie traten unter Führung der Gewerkschaft IG-Metall in einen drei Wochen dauernden Streik. Gefordert wurde eine Erhöhung des Ecklohnes von 1.44 DM um 12 Pfennige (!). Am Ende kamen 3 bis 5 Pfennige heraus. Dabei war es die damalige SPD-Regierung Bayerns, die u. a. die mit Stahlhelmen und Karabinern ausgerüstete, militärisch organisierte und geführte kasernierte „Bereitschaftspolizei“ gegen die Streikenden einsetzte.

    Etwas mehr als ein Jahr zuvor, eine Woche um den 17. Juni 1953, hatte es in der späteren Deutschen Demokratischen Republik ebenfalls einen mehrtägigen Arbeiteraufstand gegen verschlechterte Arbeitsbedingungen gegeben. Paramilitärische Volkspolizei und sowjetrussische Militärkräfte schlugen den Aufstand nieder.

    Betrachtet man die Ergebnisse der bayerischen Landtagswahlen der Fünfziger Jahre, erlebte die Christlich-Soziale Union damals einen eindrucksvollen Aufstieg. Sie steigerte ihr Wahlergebnis von 27,4 Prozent im Jahr 1950 auf 38,0 Prozent bei den Wahlen 1954 und erreichte dann bei den Landtagswahlen 1958 satte 45,6 Prozent.

    Politisch-ökonomisch bedeutete dies, dass das rüstungswirtschaftlich getriebene Wachstum Bayerns von einem Großteil der Wahlbevölkerung akzeptiert wurde, wiewohl Sozialdemokratie und Gewerkschaften gegen die westdeutsche Remilitarisierung massiv opponiert hatten.

    Es war wieder der Wirtschaftspublizist Kurt Pritzkoleit, der einen wichtigen Hinweis auf einen entscheidenden Faktor für die mit dieser Wahl begründete CSU-Hegemonie in Bayern gab: In seiner schon zitierten Bayern-Analyse betont Pritzkoleit, dass der Rentner- und Rentnerinnenanteil an der Bevölkerung in Bayern in den Fünfziger Jahren deutlich höher als in Westdeutschland insgesamt gelegen hat.

    Gerade auf diese Bevölkerungsgruppe zielte aber die Wahlstrategie des fuchsschlauen damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag des Jahres 1957: Adenauer hatte ganz offen die Rentenreform von 1956/57 mit ihrer Erhöhung und Lohnankoppelung in seinem politischen Lager als Strategie propagiert, um den Popularitätsverlust der christlichen Parteien infolge Bundeswehrgründung, Wehrpflichteinführung und NATO-Beitritt in den Jahren 1955 und 1956 zu kompensieren.


    Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß zu Besuch in der Kaserne der Heeresflugabwehrschule Rendsburg (1957). Bild: Friedrich Magnussen / Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte / CC-BY-SA 3.0

    Im Kielwasser des rentenpolitisch erreichten CDU-Wahlsieges von 1957 erreichte die CSU in den Landtagswahlen von 1958 im Rentnerland Bayern dann sogar ein Spitzenergebnis. Der in den Fünfziger Jahren führende deutsche und bayerische Rüstungspolitiker Franz-Josef Strauß wusste sehr genau, dass erfolgreiche störungsfreie Aufrüstungspolitik vor allem mit eingängiger Sozialpolitik legitimiert werden muss. Er war Mitglied im Sozialverband VdK Bayern. Dieser Verband, nach Kriegsende als Kriegsopferorganisation in den süd- und westdeutschen Bundesländern entstanden, hatte sich auch in Bayern zu einer zahlenstarken sozialpolitischen Interessenorganisation entwickelt. Seit Jahrzehnten wird in diesem Verband eine Großkoalition von CSU- und SPD-Sozialfunktionären praktiziert. Präsident des VdK Bayern war zeitweilig auch Horst Seehofer.

    Mit „Wirtschaftslenkung“ in Westdeutschland zur absoluten Mehrheit in Bayern

    Nach den langen Fünfziger Jahren stürmischen Wirtschaftswachstums, sprich: rasanter Kapitalakkumulation, kam mit der Rezession von 1966/1967 der in kapitalistischen Wirtschaftssystemen unvermeidliche Krisenabsturz, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, Betriebsschließungen etc.. Verschärft wurde diese Rezession durch die sich ausbreitende Strukturkrise im Ruhrbergbau.

    Die vor diesem Hintergrund gebildete Große Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger verließ eiligst den marktliberalen Wirtschaftskurs des gescheiterten Bundeskanzlers Ludwig Erhard und ging entschieden zu einer keynesianischen Globalsteuerung der Wirtschaft über. Das seinerzeitige „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG)“ vom 8. 6.1967 ist als Juwel keynesianischer Wirtschaftslenkung im kapitalistischen West-Deutschland noch heute in Kraft - wenn auch ohne Wirkung.

    Die beiden Leitfiguren dieser Politik, die durch massive öffentliche Investitionsprogramme Krisenbekämpfung verfolgte, waren der neue SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller und der nunmehrige CSU-Finanzminister Franz Josef Strauß. Mit seiner bundespolitischen Investitionspolitik konnte Strauß zugleich die Situation in Bayern fördern, dessen strukturschwache Gebiete durch die Rezession schwer getroffen waren. Es war allerdings weniger die 1966/1967er-Krise, die für das Wachstum in Bayern Gefahren beinhaltete. Viel größer war das Risiko, dass die Bergbaukrise im Ruhrgebiet in hohem Maße Industrieflächen und Arbeitskräfte freisetzte und damit den Standortvorteil Bayerns, verfügbare Industrieflächen und verfügbare Arbeitskräfte im ländlichen Raum, zunichte machen könnte.

    Aus heutiger Sicht frappierend, insbesondere seit dem neoliberalen Fundamentalismus der Regierung Edmund Stoiber, entschied sich die CSU-Regierung in Bayern für eine geschickte Doppelstrategie: Der sich erfolgreich als Landesvater inszenierende Ministerpräsident Alfons Goppel griff die damals in der Öffentlichkeit herrschende Planungsfreundlichkeit auf und startete in Kooperation mit der bayerischen SPD Entwicklungsplanungen für drei Problemregionen in Bayern: Bayerischer Wald, Oberpfälzer Wald und Bayerische Rhön.


    Alfons Goppel beim CSU-Parteitag 1975 in München. Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F046472-0004 / Storz / CC-BY-SA 3.0

    Durch diesen Vorstoß gelang es der Bayerischen Staatsregierung, die mit dem 1965 erlassenen Bundesraumordnungsgesetz und mit Karl Schillers „Regionalen Aktionsprogrammen“ ausgelöste Förderwelle überwiegend nach Bayern zu lenken. Sie erreichte durch ihre Planungsoffensive, dass allein 6 der insgesamt 16 bundesweit als so genannte „Zentrale Orte“ geförderten Klein- und Mittelstädte in Bayern ausgewählt wurden. Wer in diesen Jahren bayerische Kommunen in Fragen der Regionalentwicklung beraten hat, erinnert sich mühelos an die enorme legitimatorische Wirkung von positiven Förderbescheiden der Staatsregierung auf der Kommunalebene und auch an die regelrechte Mystifizierung von Hilfsgesuchen an den „Hochverehrten Herrn Bundesfinanzminister“.

    Die Bayerische Staatsregierung praktizierte die vom Bundesfinanzminister in Bonn forcierte langfristig antizyklische Strukturförderungspolitik in Westdeutschland im Gegensatz dazu im eigenen Bundesland Bayern betont prozyklisch. Sie förderte, statt zu bremsen, auch im nach der Rezession folgenden erneuten Aufschwung, um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden. Der Wirtschaftshistoriker Stefan Grüner hat diesen weitgehend unbekannten Föderal-Keynesianismus Bayerns in seiner vorzüglichen Untersuchung „Geplantes Wirtschaftswunder“ aus dem Jahre 2009 präzise nachgezeichnet.

    Der Erfolg dieser Doppelstrategie stellte sich prompt auch ein: Mit der in der Bayerischen Landtagswahl von 1970 erreichten absoluten Mehrheit der CSU wurde eine Serie von weiteren acht Landtagswahlen mit absoluten Mehrheiten der CSU gestartet. Noch 1970 wurde dann für Bayern ein „Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen“ eingerichtet. An dessen Spitze stand der vormalige CSU-Generalsekretär Max Streibl.
    Exportslalom durch Kalten Krieg und Europäische Einigung in die Welt-Währungskrise

    Bayerns Kapitalismus war auch in den 1960er Jahren vor allem Exportkapitalismus. Er schwamm im Strom der enormen Exportsteigerung West-Deutschlands, die zwischen 1950 und 1968 bei 1000 Prozent lag und vor allem vom Fahrzeugbau, vom Maschinenbau, von der Chemie etc. getragen wurde.

    Schon der EWG-Vertrag von 1957 hatte den Außenhandel mit den Nachbarn massiv gesteigert. Vor allem aber verstärkten der Berliner Mauerbau von 1961, die Kubakrise von 1962 und die Ausweitung des US-Angriffskrieges in Vietnam den Rüstungsaufwand des Konflikts der Systeme und damit die Exportposition des bayerischen Kapitalismus.

    Diese Exporttreiber bargen aber auch erhebliche Risiken: So befürchtete das bayerische Establishment, dass die europäische Agrarpolitik die klein- und mittelbetriebliche, noch immer anteilsstarke und politisch einflussreiche bayerische Agrarwirtschaft beeinträchtigten könnte. Ebenso wurde befürchtet, dass die EWG-Regionalförderung Bayerns Randlage verstärken könnte und West- und Südwestfrankreich sowie Süditalien bevorzugen würde.

    Auch hier reagierte die Bayerische Staatsregierung mit einem strategischen Schachzug: Sie konterte den verhassten EWG-Mansholtplan des Jahres 1962 mit seiner Tendenz zur Konzentration und Dezimierung der Landwirtschaftsbetriebe in Europa mit ihrem „Bayerischen Weg“. Dezentrale Industrieansiedlungen sollten dazu beitragen, dass Bauernwirtschaften unterschiedlicher Hofgrößen nicht nur als Vollerwerbs-, sondern auch als Zu- und Nebenerwerbsbetriebe geführt werden konnten. Die bayerische Landesentwicklungsplanung integrierte Agrarpolitik und Industriepolitik, um eine „soziale Erosion“ des ländlichen Raumes zu verhindern.

    Der Bau der Berliner Mauer und die Abriegelung der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik gegen die Abwanderung von tatsächlichen Fachkräften vor allem nach Bayern schwächte in den sechziger Jahren einen wesentlichen Standortvorteil Bayerns: Reserven an qualifizierten und gleichkulturellen Arbeitskräften. Später, in der Phase der Entspannungspolitik, sollte dann „der andere Teil Deutschlands“ als eine Art Niedriglohnkolonie für westdeutsche und gerade auch bayerische Unternehmen produzieren.

    Das eigentliche Risiko am Ende der 1960er Jahre waren aber die Nebenwirkungen der seit den Nachkriegsjahren anhaltenden Export-, Leistungs- und Zahlungsbilanzüberschüsse der westdeutschen Wirtschaft gegenüber den übrigen großen Volkswirtschaften Europas, insbesondere Frankreich und Großbritannien, aber auch gegenüber den Vereinigten Staaten.

    Die enormen Exportüberschüsse der westdeutschen Konzerne einerseits und die enormen Kriegskosten des amerikanischen Imperialismus führten zu einem dramatischen Kursverfall des US-Dollar und einer gewaltigen Dollarflutwelle nach Europa. Ende dieser 1960er Jahre hatte sich das Problem einer mit dem Exportboom „Importierten Inflation“ (Gerard Bökenkamp) und einer dadurch ausgelösten Preis-Lohnspirale in der deutschen und bayerischen Wirtschaftspolitik in den Vordergrund geschoben.

    Der geschickte Exportslalom der bayerischen Wirtschaftspolitik zu Gunsten ihrer Exportkonzerne hatte in die Sackgasse der dadurch mitforcierten Weltwährungskrise geführt. Gerade Exportökonomien sind aber auf ein funktionierendes Weltwährungssystem zwingend angewiesen.

    Bayern: Konzernefestung und Finanzhilfenhütte

    US-Präsident Richard Nixon hat durch die Aufhebung der Einlösbarkeit von Dollarguthaben anderer Staaten in US-Gold im Jahre 1971 das damalige Weltwährungssystem von „Bretton-Woods“ erledigt. Die US-Verschuldung im Ausland war weit über die US-Goldreserven angestiegen.

    Der angesehene Ökonom Elmar Altvater stellte in seiner 1969 erschienen Untersuchung „Die Weltwährungskrise“ fest, dass die enormen Exportüberschüsse Westdeutschlands seit den Fünfziger Jahren schon in den sechziger Jahren eine der Hauptursachen für die damaligen „fundamentalen Ungleichgewichte“ im Weltwährungssystem waren.14 Daran scheint sich bis heute nichts wesentliches geändert zu haben. Der Missbrauch und die Zersetzung des Euro-Systems durch Merkel-Schäuble sind längst offenbar und noch im vollen Gange.

    Angesichts der Weltwährungskrise der späten sechziger Jahre erhöhte sich der Druck der internationalen Handels- und Währungspartnerländer auf eine deutliche Aufwertung der DM, um den anderen Ländern bessere Handelsbilanzen und Zahlungsbilanzerleichterungen zu ermöglichen. In der damaligen Großen Koalition führte dies zu heftigen Konflikten zwischen dem vom CSU-Finanzminister Franz Josef Strauß angeführten Lager der Aufwertungsgegner und dem vom SPD-Wirtschaftsminister angeführten Lager der Aufwertungsbefürworter. Es war dann die Sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt, die eine DM-Aufwertung um 8,5 Prozent beschloss.

    Die vor allem auch bayerischen Aufwertungsgegner vertraten, politisch durch die Industriespitzen unterstützt, die Außenhandelsinteressen der westdeutschen und vor allem auch bayerischen Exportkonzerne. Sie plädierten für eine Devisenkontrolle an Stelle einer Wechselkursliberalisierung. Die Aufwertungsbefürworter, politisch durch die Gewerkschaften unterstützt, vertraten die Preisstabilitätsinteressen der Arbeitnehmer und eine quasi monetaristische Währungssystemstabilisierung durch „Floaten“ der Wechselkurse.

    In der wirtschaftspolitischen Bearbeitung der Welt-Währungskrise zeigte sich die Doppelgesichtigkeit Bayerns als verzögert industrialisiertes und kapitalisiertes Agrarland: Einerseits wurden in scharfer Ablehnung der DM-Aufwertung die unmittelbaren Profitinteressen auch der bayerischen Exportkonzerne vertreten. Die „importierte Inflation“ und Welt-Währungskrise sollten durch Devisenkontrollen, einen Ausgabenstopp des Staates und natürlich Lohnzurückhaltung der Arbeitnehmer bekämpft werden. Gleichzeitig war aber Bayern auch das Bundesland, das unbeeindruckt durch die Jahre der Welt-Währungskrise zwischen 1951 und 1974 die höchsten Regionalhilfsmittel von allen Bundesländern angefordert und Erhalten hatte. Bis in die Achtziger Jahre war Bayern zudem Empfängerland(!) Im Länderfinanzausgleich16 - eben Konzernefestung und Finanzhilfenhütte.

    Fussnoten

    1 Kahrs, Horst: Die Wahl zum 18. Bayerischen Landtag vom 14. Oktober 2018. Hrsg. R. Luxemburg-Stiftung, Berlin 15.10.2018

    2 Busch, Ulrich; Land, Rainer: Teilhabekapitalismus - Fordistische Wirtschaftsentwicklung in Deutschland 1950-2009. In: Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung (Hrsg.): Berichterstattung zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland, 2.Bericht, Wiesbaden 2012.

    3 Pritzkoleit, Kurt: Das gebändigte Chaos, Wien, München, Basel 1965

    4 Götschmann, Dirk: www.historisches-lexikon-bayerns.de. Wirtschaft nach 1945

    5 Abelshauser, Werner: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945 München 2004; Busch, Ulrich; Land, Rainer: Ostdeutschland. In: Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung (Hrsg.): A.a.O. (4) Zwischen 1950 und 1960 entstanden in Bayern etwa 573.000 neue Arbeitsplätze in der Industrie.

    6 Abelshauser, Werner: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945; München 2004; Busch, Ulrich; Land, Rainer: Ostdeutschland. In: Forschungsverbund Sozioökonomische Berichterstattung (Hrsg.): A.a.O.

    7 Hockerts, Hans Günter: Sozialpolitische Entscheidungen im Nachkriegsdeutschland, Stuttgart 1980

    8 Grüner, Stefan: Geplantes „Wirtschaftswunder“: Industrie- und Strukturpolitik in Bayern 1945 bis 1973 München 2009.
    9 Grüner, Stefan: Geplantes „Wirtschaftswunder“: Industrie- und Strukturpolitik in Bayern 1945 bis 1973 München 2009.

    10 Kroh, Ferdinand: Wendemanöver: Die geheimen Wege zur Wioedervereinigung, München 2005

    11 Bonner, Bill; Wiggin, Addison: Das Schuldenimperium, München 2006

    12 Bökenkamp, Gerard: Das Ende des Wirtschaftswunders, Stuttgart 2010

    13 Altvater, Elmar: Die Weltwährungskrise, Frankfurt 1969.
    14 Altvater, Elmar: Die Weltwährungskrise, Frankfurt 1969.
    15 Altvater, Elmar: Die Weltwährungskrise, Frankfurt 1969.

    16 Grüner, Stefan: Geplantes „Wirtschaftswunder“: Industrie- und Strukturpolitik in Bayern 1945 bis 1973 München 2009.

    #impérialisme #CIA #Allemagne #États-Unis #OTAN #économie


  • Das Dilemma einer politischen Missgeburt | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Das-Dilemma-einer-politischen-Missgeburt-4247953.html
    C’est une trilogie d’articles sur les mécanismes du déclin de la démocratie parlementaire en Allemagne. A travers ces textes on comprend pourquoi en Allemagne aussi un mouvement de gilets jaunes est probable. Voici la raison pour la fondation du mouvement « Aufstehen » par un petit groupe de militants autour de Sarah Wagenknecht. Une chose est sûre - l’absence de structures démocratiques effectives dans les parlements allemands justifie toute forme d’organisation politique alternative.

    Der unaufhaltsame Niedergang der klassischen Volksparteien - Teil 1

    In Deutschland sterben nach und nach die klassischen Volksparteien. So wie im restlichen Europa auch. Ihr nachhaltiges Siechtum hat gleichermaßen die politischen Parteien der Mitte-Links wie der Mitte-Rechts erfasst. Seit etwa den 1960er Jahren herrschten in ganz Westeuropa die Volksparteien. Schon das 21. Jahrhundert wird nicht mehr das Zeitalter der Volksparteien sein. Doch was tritt an ihre Stelle?

    Zurück bleibt auch bei den Politikern eine sprachlose Ratlosigkeit: Wie kommt man aus dem Elend wieder heraus? Am lächerlichsten führt das die zurzeit gerade zur Miniatur ihrer selbst geschrumpfte SPD vor, indem sie laut bekundet, dass sie mit unglaublich viel Spaß ihre fortgesetzte Schrumpfung begleitet

    Unter der Herrschaft einer Form der milden Funktionärsdiktatur | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Unter-der-Herrschaft-einer-Form-der-milden-Funktionaersdiktatur-4252976.html?s

    Der Niedergang der klassischen Volksparteien ist unaufhaltsam - Teil 2

    Volksparteien : Selbsttötung per Fraktionszwang | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Volksparteien-Selbsttoetung-per-Fraktionszwang-4271103.html?seite=all

    Der Niedergang der klassischen Volksparteien ist unaufhaltsam - Teil 3

    #Allemagne #politique #démocratie #auf_deutsch


  • WDR, NDR und SWR zeigen „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ - Presselounge - WDR
    https://presse.wdr.de/plounge/wdr/programm/2018/11/20181130_holocaust.html


    40 ans après sa première sur les écrans de télévision allemands la série Holocaust est de nouveau disponible. Cette série a lancé la carrière de Meryl Streep qui joue une mère de famille juive victime de la persécution nazie. La série a beaucoup contribué au débat sur la responsabilité des Allemands pour les crimes contre les Juifs.

    Dans les années 1950 et 1960 règnait le silence de la génération d’Allemands nazis, collaborateurs et témoins passifs. Ces films permirent pour la première fois au grand public allemand né après 1945 de se faire une idée des crimes antisémites commis par la génération de leurs parents et grand parents.

    Holocaust (1/4) : 1935-1940
    https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTVkZDdmODkzLWUwMzItNDBiZS1iZWY2LWRlMDE2OTFlYTU2MQ/holocaust-1-4-1935-1940

    Holocaust (2/4) : 1941 - 1942
    https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWUxM2U1ODQ0LWI1MDgtNDJiNy1hOTA5LTBjOWVmZDNjNTU5YQ/holocaust-2-4-1941-1942

    Auf Initiative des WDR Fernsehens strahlen WDR, NDR und SWR Fernsehen Anfang Januar die vierteilige US-amerikanische TV-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ aus dem Jahr 1978 nochmals aus. Die Serie von Marvin J. Chomsky erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Arztfamilie Weiss, die in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus lebt. Die Serie wurde vor 40 Jahren, im Januar 1979, auch in Deutschland gezeigt und löste intensive gesellschaftliche Debatten über die NS-Vergangenheit aus. Ergänzt wird die Ausstrahlung durch die aktuell vom WDR produzierte Dokumentation „Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam“, die die Entstehung und Wirkung der Serie nachzeichnet.
    Inga Helms-Weiss (Meryl Streep)

    WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn: „Die Serie ‚Holocaust‘ hat Fernseh- und Zeitgeschichte geschrieben. Vielen der 20 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer brannten sich damals Bilder und Wahrheiten ins Gedächtnis, die man sich bis dahin trotz allen Wissens einfach nicht vorstellen wollte oder verdrängt hatte. Sie brachte den Holocaust ins kollektive Bewusstsein der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Ich selbst habe, wie viele meiner Generation, ‚Holocaust‘ mit der ganzen Klasse als 14-Jähriger auf Videorekorder im Unterricht gesehen. Es war erschütternd, das werde ich nie vergessen. Ich finde es wichtig, diese historische Serie auch 40 Jahre nach der Erstausstrahlung wieder zu zeigen. Denn in einer Zeit, in der Antisemitismus in unserer Gesellschaft leider immer noch eine Rolle spielt, haben die Zuschauerinnen und Zuschauer somit die Möglichkeit, die Serie mit aktuellem Blick zu sehen.“

    „Holocaust“ wurde 1979 innerhalb von fünf Tagen in den zusammengeschalteten Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt. Im Anschluss an die einzelnen Folgen gab es Diskussionsrunden, in die sich die Zuschauerinnen und Zuschauer per Telefon einbringen konnten. Kritiker warfen der Serie damals vor, historisches Geschehen zu trivialisieren. Auf der anderen Seite gab es Meinungen, wonach das Gezeigte der deutschen Bevölkerung nicht zuzumuten sei. Die Erstausstrahlung von „Holocaust“ erreichte Einschaltquoten von bis zu 39 Prozent und gilt als Meilenstein sowohl der deutschen Fernseh¬geschichte als auch der Aufarbeitung der Ereignisse im Nationalsozialismus.

    In den Hauptrollen der NBC-Serie sind u.a. Fritz Weaver (Dr. Josef Weiss), Rosemary Harris (Berta Palitz-Weiss), James Woods (Karl Weiss) und – ganz am Anfang ihrer Karriere – Meryl Streep (Inga Helms-Weiss) zu sehen. „Holocaust“ wurde mit acht Emmys ausgezeichnet.

    Buch & Regie: Alice Agneskirchner
    Kamera: Ralf Ilgenfritz
    Ton: Ulla Kösterke
    Regieassistenz: Corinna Volkmann
    Viola Rusche: Montage
    Mischung: Raimund von Scheibner
    Grafik: Sebastian Martinez
    Mastering: Werner Bednarz
    Produzent: Gunter Hanfgarn

    Eine Produktion von HANFGAR & UFER in Koproduktion mit WDR / NDR / SWR

    Gefördert von Film- und Medienstiftung NRW

    Die Sendetermine im Überblick:

    WDR Fernsehen:
    7.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 1
    8.1.2019, 22.10 Uhr, „Holocaust“ – Teil 2
    14.1.2019, 22.10 Uhr, Dokumentation „Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam“, 22.55 Uhr, „Holocaust“ – Teil 3
    15.1.2019, 22.10 Uhr, „Holocaust“ – Teil 4

    NDR Fernsehen:
    7.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 1
    14.1.2019, 23.15 Uhr, „Holocaust“ – Teil 2
    16.1.2019, 23.45 Uhr, „Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam“
    21.1.2019, 23.15 Uhr, „Holocaust“ – Teil 3
    28.1.2019, 23.15 Uhr, „Holocaust“ – Teil 4

    SWR Fernsehen:
    9.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 1
    16.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 2, 23.35 Uhr, Dokumentation „Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam“
    23.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 3
    30.1.2019, 22.00 Uhr, „Holocaust“ – Teil 4

    https://en.wikipedia.org/wiki/Holocaust_(miniseries)

    #Allemagne #film #télévision #shoa #shoah #histoire #nazis #auf_deutsch


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    #auf_deutsch



  • Technofeministischer Widerstand: Aktuelle Macht- und Herrschaftsformen im Internet überwinden
    https://berlinergazette.de/technofeministischer-widerstand

    Am 10.12. präsentiert Cornelia Sollfrank den Band bei pro-qm zusammen mit Isabel de Sena und Isabell Lorey. Das Buch “Die schönen Kriegerinnen. Technofeministische Praxis im 21. Jahrhundert” ist bei transversal erschienen und kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

    https://transversal.at/media/femtec.epub
    https://transversal.at/media/femtec_CmBUyFV.pdf

    Die schönen Kriegerinnen | transversal texts
    https://transversal.at/books/die-schonen-kriegerinnen

    Cornelia Sollfrank (Hg.)
    transversal texts, August 2018
    ISBN 978-3-903046-16-0
    225 Seiten, broschiert, 15,— €

    Die schönen Kriegerinnen versammelt sieben aktuelle technofeministische Positionen aus Kunst und Aktivismus. Auf höchst unterschiedliche Weise erweitern diese die Denk- und Handlungsansätze des Cyberfeminismus der 1990er Jahre und reagieren damit auf neue Formen von Diskriminierung und Ausbeutung. Geschlechterpolitik wird unter Bezugnahme auf Technologie verhandelt, und Fragen der Technik verbinden sich mit Fragen von Ökologie und Ökonomie. Die unterschiedlichen Positionen um diesen neuen Techno-Öko-Feminismus verstehen ihre Praxis als Einladung, an ihre sozialen und ästhetischen Interventionen anzuknüpfen, dazuzukommen, weiterzumachen, nicht aufzugeben.

    Mit Beiträgen von Christina Grammatikopoulou, Isabel de Sena, Femke Snelting, Cornelia Sollfrank, Spideralex, Sophie Toupin, hvale vale, Yvonne Volkart.

    #féminisme #auf_deutsch


  • Gibt es ein portugiesisches Wunder? | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Gibt-es-ein-portugiesisches-Wunder-3988243.html

    Im Vergleich mit dem rechten Spanien zeigen sich die Erfolge der portugiesischen Linksregierung besonders deutlich

    Inzwischen spricht auch der deutsche Mainstream davon, dass sich Portugal unter der Linksregierung „vom Sorgenkind zum Paradebeispiel“ entwickelt hat. Das war lange anders, als das Land unter der neuen Regierung miesgemacht wurde, weil es sich von der Austeritätspolitik verabschiedete. Doch die portugiesische Wirtschaft verzeichnete im Jahr 2017 ein Wachstum von 2,7%, das ist das stärkste Wachstum des portugiesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahrhundert. Das hat das portugiesische Statistikamt (INE) bestätigt.

    Aufschwung mit verstecktem Sparkurs - Portugals kleines Wirtschaftswunder
    https://www.deutschlandfunk.de/aufschwung-mit-verstecktem-sparkurs-portugals-kleines.724.de.html?dr

    Das Ende der Sparpolitik als Wahlkampfthema

    Für die Publizistin Clara Ferreira Alves gibt es einen Grund, warum es den Portugiesen jetzt wieder sehr viel besser geht: Das Land, so Alves, habe sich von der harten Sparpolitik befreit.

    „Für die Probleme in den südeuropäischen Ländern hat es seit 2011 nur einen Lösungsansatz gegeben: Eine Zwangs-Spar-Politik, die gleichzeitig als Bestrafung wahrgenommen wurde. Die Sparmaßnahmen haben in Portugal – wie auch in Griechenland und anderen Staaten – die ärmste Bevölkerungsschicht hart getroffen und gebrandmarkt. Mit schweren Konsequenzen: Vor allem die ewige Rede von der Sparpolitik – erniedrigte die ganze Wirtschaft, ließ den Konsum einbrechen und machte die Völker depressiv. Und ein depressives Volk ist weder produktiv noch wettbewerbsfähig.“

    Bei den Parlamentswahlen im Oktober 2015 stützten die Sozialisten, die damalige größte Oppositionspartei, ihren Wahlkampf deshalb auf ein ganz simples Motto: Das Ende der Sparpolitik. Dennoch fehlten der konservativen Regierung nur wenige Prozentpunkte zur Wiederwahl, weil die ersten Anzeichen des Wirtschaftsaufschwungs bereits zu spüren waren. Sozialistenchef António Costa griff tief in die Trickkiste der Demokratie, um schließlich doch Premierminister zu werden: Er formte eine Minderheitsregierung, gestützt auf drei kleinere, komplett regierungs-unerfahrene Linksparteien, die gegen den EU-Stabilitätspakt waren.

    Portugal ǀ „Die Austerität ist eine große Lüge“ — der Freitag
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-austeritaet-ist-eine-grosse-luege

    der Freitag: Frau Martins, wie beurteilen Sie die Bilanz der letzten zwei Jahre?

    Catarina Martins: Wir haben den Menschen einen Teil ihrer krisenbedingt verlorenen Einkommen und Gehälter zurückgegeben, und gezeigt, dass es möglich ist, die Rechte der Menschen zu verteidigen, mehr Gerechtigkeit zu schaffen und zugleich die Wirtschaft anzukurbeln. Überall hieß es, die wirtschaftliche Situation Portugals würde ein Ende der Austerität nicht zulassen, aber das hat sich als falsch herausgestellt. Und das war ja von Anfang an die Position des Bloco de Esquerda: Die Inlandsnachfrage der Familien ist notwendig, damit die Wirtschaft sich erholen kann. Anhand der letzten Kerndaten stellen wir fest, dass genau das passiert ist.

    Was lief weniger gut?

    In vielen Bereichen ist es sehr schwierig, gegenüber der Vorgängerregierung einen echten Kurswechsel durchzusetzen. Das betrifft all jene Bereiche, in denen eine informelle große Koalition des Zentrums weiter das Sagen hat, dieselbe, die auch den Rest Europas beherrscht: eine Koalition aus Konservativen und Sozialdemokraten.

    Bloco de Esquerda – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bloco_de_Esquerda

    Der Bloco de Esquerda (BE) [’blɔku də ’(ɨ)ʃkerdɐ] Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i, (portugiesisch: Linksblock) ist ein portugiesisches Parteienbündnis in Form einer politischen Partei.

    Portugal: Mit links aus der Krise | Blätter für deutsche und internationale Politik, November 2017
    https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2017/november/portugal-mit-links-aus-der-krise

    Costa gewann also eine Atempause. Ihm wurde eine Chance zuteil, die Alexis Tsipras in Griechenland nie bekam. Dessen Syriza-Regierung hatte die Konfrontation gesucht und dafür keine Verbündeten gefunden. Am Ende wurde an ihr ein Exempel statuiert, bevor sie überhaupt zeigen konnte, ob ihr ökonomischer Ansatz Früchte getragen hätte. Den Beweis, dass eine andere Wirtschaftspolitik sehr wohl funktionieren kann, erbrachte wenig später der diplomatischere António Costa.

    Seine Regierung setzte von Beginn an darauf, die Wirtschaft durch eine steigende Binnennachfrage zu beleben. Dazu begann sie schrittweise, die Kürzungen ihrer Vorgänger zu revidieren, etwa bei Renten und Familienbeihilfen. Auch den Mindestlohn hob sie in zwei Schritten an, von 505 auf 557 Euro im Monat. Zudem wurde die Privatisierung öffentlicher Infrastruktur gestoppt. Außerdem soll der öffentliche Dienst zur 35-Stunden-Woche zurückkehren. Costa will keinen Unterbietungswettbewerb bei den Beschäftigungsbedingungen führen: „Die Idee, dass die Produktivität mit mehr Arbeitsstunden steigt, setzt einen falschen Anreiz. Stattdessen müssen wir den Wert unserer Güter und Dienstleistungen erhöhen.“[5]

    Das Ergebnis gibt ihm recht: Lag die Arbeitslosigkeit bei seinem Amtsantritt noch bei über 12 Prozent, so ist sie 2017 erstmals seit acht Jahren unter die 10-Prozent-Marke gefallen. Bis 2019 wird gar ein Rückgang auf 7 Prozent erwartet.[6] Die Wirtschaft ist um 2,5 Prozent gewachsen und damit stärker als der Eurozonendurchschnitt (1,9 Prozent). Zwar profitiert Portugal neben steigenden Exporten erheblich von einem Rekordzustrom an Touristen, die dem sicheren Reiseziel den Vorzug vor Nordafrika oder der Türkei geben. Entscheidend ist aber, dass die Regierung die Kaufkraft gestärkt und zudem den wichtigen Dienstleistungssektor entlastet hat, etwa durch einen reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hotels und Gaststätten. Das und der langsam wiederkehrende Optimismus machen das Land attraktiver – zunehmend auch für ausländische Investoren.

    Inzwischen ist der Aufschwung so stabil, dass Unternehmerverband und Regierung gemeinsam um die Rückkehr junger, gut gebildeter Emigranten werben. In den Krisenjahren hatten rund 500 000 Menschen Portugal in Richtung europäisches Ausland oder portugiesischsprachiger Länder wie Angola und Brasilien verlassen. Bis zu 100 000 sollen nun zurückgewonnen werden.[7]

    Bei alldem hat die Regierung ein weiteres Ziel erreicht: Das Haushaltsdefizit erfüllt die Vorgaben der Eurozone. Mehr noch: 2016 war die Neuverschuldung mit 2,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes die niedrigste seit 42 Jahren, und dieses Jahr soll sie gar auf 1,5 Prozent sinken. Das Land ist einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung deutlich nähergekommen und zerstreut Befürchtungen über ein zweites europäisches Kreditpaket. Die Regierung widerlegt zudem all jene Eurokritiker – auch im eigenen Land –, die eine soziale Politik innerhalb der Währungsunion für undenkbar halten.

    #Portugal #économie #gauche #politique #austérité #auf_deutsch


  • Darf ich fremde Autokennzeichen im Internet nennen? - Kanzlei Janke + Schult | Fachanwalt für Urheber- u. Medienrecht in Rostock
    https://www.medienrecht-urheberrecht.de/medienrecht/658-darf-ich-fremde-autokennzeichen-im-internet-nennen.html
    Vor der DSGVO ...

    DSGVO und Fotografie - OLG Köln hält KUG weiterhin für anwendbar
    https://www.wbs-law.de/datenschutzrecht/dsgvo-und-fotografie-was-gilt-ab-25-mai-fuer-fotografen-fotojournalisten-und
    ... nach der DSGVO ...
    Eine aufregende Geschichte.

    #photographie #droit #auf_deutsch



  • Das Karussell
    http://rainer-maria-rilke.de/080061karussel.html

    Jardin du Luxembourg

    Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
    sich eine kleine Weile der Bestand
    von bunten Pferden, alle aus dem Land,
    das lange zögert, eh es untergeht.
    Zwar manche sind an Wagen angespannt,
    doch alle haben Mut in ihren Mienen;
    ein böser roter Löwe geht mit ihnen
    und dann und wann ein weißer Elefant.

    Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
    nur dass er einen Sattel trägt und drüber
    ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

    Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
    und hält sich mit der kleinen heißen Hand
    dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

    Und dann und wann ein weißer Elefant.

    Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
    auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
    fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
    schauen sie auf, irgendwohin, herüber -

    Und dann und wann ein weißer Elefant.

    Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
    und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
    Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
    ein kleines kaum begonnenes Profil -.
    Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
    ein seliges, das blendet und verschwendet
    an dieses atemlose blinde Spiel. . .

    Rainer Maria Rilke, Juni 1906, Paris

    #poésie #auf_deutsch


  • Der Panther
    http://rainer-maria-rilke.de/080027panther.html

    Im Jardin des Plantes, Paris

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille -
    und hört im Herzen auf zu sein.

    Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

    #poésie #auf_deutsch