#auf_deutsch

  • Welt der Physik: Warum erfolgt Stromübertragung bei hohen Spannungen?
    https://www.weltderphysik.de/gebiet/technik/energie/strom/hochspannung

    Physik Libre
    https://physikbuch.schule/electrical-resistance-and-conductance.html

    11.6 Elektrischer Strom und Leitfähigkeit

    Leitungsquerschnitt berechnen - Online Rechner und Formeln - ElectronicBase
    https://electronicbase.net/de/leitungsquerschnitt-berechnen

    Elektrische Leistung – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Leistung

    Zusammenhang mit anderen Größen

    Bei Gleichstrom

    ist die tatsächliche elektrische Leistung P {\displaystyle P} P das Produkt der elektrischen Spannung U {\displaystyle U} U und der elektrischen Stromstärke I {\displaystyle I} I

    P = U ⋅ I {\displaystyle P=U\cdot I} P=U\cdot I

    Verhält sich der Verbraucher als ohmscher Widerstand R {\displaystyle R} R, lässt sich die Leistung durch Anwendung des ohmschen Gesetzes U = R ⋅ I {\displaystyle U=R\cdot I} {\displaystyle U=R\cdot I} ausdrücken durch

    P = I 2 ⋅ R bzw. P = U 2 R {\displaystyle P=I^{2}\cdot R\quad {\text{bzw.}}\quad P={\frac {U^{2}}{R}}} P=I^{2}\cdot R\quad {\text{bzw.}}\quad P={\frac {U^{2}}{R}}
    Bei Wechselstrom

    sind die Größen Spannung und Stromstärke von der Zeit t {\displaystyle t} t abhängige Größen u {\displaystyle u} u und i {\displaystyle i} i. Hier sind mehrere Leistungsbegriffe zu unterscheiden:

    Augenblickswert p {\displaystyle p} p der Leistung oder auch Momentanleistung

    p = u ⋅ i {\displaystyle p=u\cdot i} p=u\cdot i

    Wirkleistung P {\displaystyle P} P, die tatsächlich umgesetzte Energie pro Zeitspanne. Sie wird in Watt (Einheitenzeichen W) angegeben.
    Scheinleistung S {\displaystyle S} S, auch als Anschlusswert oder Anschlussleistung bezeichnet. Sie wird in Voltampere (Einheitenzeichen VA) angegeben.
    Blindleistung Q {\displaystyle Q} Q, eine im Regelfall unerwünschte und nicht nutzbare Energie pro Zeit. Sie wird in Var (Einheitenzeichen var) angegeben.

    Stromwärmegesetz – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stromw%C3%A4rmegesetz

    Das Stromwärmegesetz (auch Erstes Joulesches Gesetz nach James Prescott Joule oder Joule-Lenz-Gesetz nach Joule und Emil Lenz) besagt, dass ein elektrischer Strom in einem elektrischen Leiter die Wärmeenergie Q W {\displaystyle Q_{\mathrm {W} }} Q_{\mathrm {W} } erzeugt durch fortwährende Umformung von elektrischer Energie E e l {\displaystyle E_{\mathrm {el} }} E_{\mathrm {el} }, die dem Leiter entnommen wird

    Q W = E e l = P ⋅ t {\displaystyle Q_{\mathrm {W} }=E_{\mathrm {el} }=P\cdot t} Q_{\mathrm {W} }=E_{\mathrm {el} }=P\cdot t

    mit der elektrischen Leistung P {\displaystyle P} P und der Dauer t {\displaystyle t} t,– oder bei veränderlicher Leistung

    Q W = E e l = ∫ 0 t P d τ {\displaystyle Q_{\mathrm {W} }=E_{\mathrm {el} }=\int _{0}^{t}P\mathrm {d} \tau }

    Thermische Leistung in Physik | Schülerlexikon | Lernhelfer
    https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/thermische-leistung

    Die thermische Leistung gibt an, wie viel Wärme in jeder Sekunde von einer Wärmequelle abgegeben wird.
    Formelzeichen: P
    Einheit: ein Watt (1 W)

    Benannt ist die Einheit der Leistung nach dem schottischen Techniker JAMES WATT (1736-1819).

    #physique #enseignement #auf_deutsch

  • DER MUNDSCHUTZ vonTHOMAS GSELLA
    https://www.stern.de/kultur/humor/thomas-gsella--lustige-tier-gedichte-6690506.html

    Morgen müssen Mundschutz tragen
    Kinder, Greise, Frau und Mann.
    Wenig gibt es zu beklagen,
    Weil man viel gewinnen kann:

    Niemand muss mehr Zähne putzen,
    Denn die Zähne sieht man nicht.
    Auch der Bankraub weiß vom Nutzen
    Allgemeiner Maskenpflicht.

    In der Nacht fällt keine Spinne
    Von der Decke in den Mund.
    Und das Reden schärft die Sinne,
    Doch auch Schweigen ist gesund.

    #covid-19 #poésie #auf_deutsch

  • Ein Generalstab für den Green New Deal | Jacobin Magazin
    https://jacobin.de/artikel/generalstab-fuer-den-green-new-deal

    6.4.2020, von Jane McAlevey, Übersetzung von Linus Westheuser - Im Kampf für einen Green New Deal und gegen den Klimawandel muss die Gewerkschaftsbewegung eine zentrale Rolle spielen. Erfolgreiche Arbeitskämpfe zeigen, wie das möglich ist – in kurzer Zeit und von der Basis her organisiert.

    Die derzeitige Welle von Schülerinnen-Protesten und -Streiks verschafft der Forderung nach echter Klimagerechtigkeit willkommenen Auftrieb. Die Mainstream-Medien und sozialen Netzwerke sind voll von Bildern junger Leute wie der Schwedin Greta Thunberg, die auf die Plätze der Welt drängen, Bremser in der Politik zur Rede stellen und sich offensiv mit den Mächtigen anlegen. Schon immer brachte die Jugend zwei essenzielle Dinge in soziale Bewegungen ein: ihren klaren moralischen Kompass und eine einzigartige, aufwühlende Energie. Ihre Vision ist mutig, ihr Vorgehen kompromisslos. Doch die kohlenstoffbasierte Wirtschaft zurückzudrängen und schließlich zu beseitigen, den Planeten zu retten und zugleich eine Zukunft zu ermöglichen, die jungen Menschen die Art von Arbeit verschafft, die sie gerne machen – all das erfordert mehr Macht und eine ernsthafte Strategie.

    In den USA dreht sich die Debatte zur Klimakrise hauptsächlich um das Gesetzesvorhaben zu einem Green New Deal, das die Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Ed Markey im Februar 2019 vorlegten. Die Kommentare dazu changierten zwischen faszinierten Beschreibungen eines großen Wurfs und skeptischen bis ablehnenden Stimmen – auch vonseiten potenzieller Unterstützerinnen und Unterstützer: »Weder umsetzbar noch realistisch« lautete das Urteil des größten Gewerkschaftsverbands der USA, der AFL-CIO vergleichbar mit dem deutschen DGB. Im Hintergrund der Debatten tobte eine nicht enden wollende Serie von extremen Stürmen, wie sie die Klimaforscherinnen seit den 80er-Jahren vorhergesagt hatten. Sogenannte Bomben-Zyklone verwüsteten den Mittleren Westen, massive Regenfälle trafen Kalifornien nach einer verheerenden Waldbrandsaison und der Süden hatte mit Tornados zu kämpfen, die die Ernte zerstörten. Die mangelnde Vorbereitung auf diese Krise kostet Menschenleben.

    Angesichts dessen ist es natürlich ärgerlich, wenn die AFL-CIO sich weigert, das Ausmaß der Krise einzusehen. Doch wollen wir im Kampf für einen Green New Deal unsere ganze Kraft in die Waagschale werfen, brauchen wir mehr als mutige Visionen. Es reicht nicht aus, dass die Linke sich der Alternative zwischen Jobs und der Umwelt widersetzt. Wir müssen erst noch beweisen, dass bei unseren rhetorischen Bekenntnissen am Ende auch wirklich grüne Jobs herausspringen.

    Wenn wir gewinnen wollen, sollten wir auf Nato Green zu hören – einen Organizer der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU. Er erklärte kürzlich in einem Artikel, wie lokale Gewerkschaftssektionen Verhandlungen über Klimagerechtigkeit führen können und sollen: »Jede erfahrene Gewerkschafterin liebt es, während Vertragsverhandlungen zu mobilisieren: Die harte Deadline dieser Kämpfe, die Androhung von Streiks nach Ablauf der Friedenspflicht – all das fokussiert die Aufmerksamkeit der Leute. Die Klimaforschung hat uns eine neue Deadline gegeben, und damit eine neue Gelegenheit, zu zeigen, dass wir der Herausforderung gewachsen sind. Wir haben zwölf Jahre.«

    Green hat recht: Gewerkschafts-Organizerinnen lieben Kämpfe mit klaren Fristen. Betrachten wir also die zwölf Jahre, die der Weltklimarat IPCC in seinem letzten Report skizziert hat, als Fristende: Was ist ein glaubwürdiger Plan, bis 2030 zu gewinnen?

    Leute, die es ernst damit meinen, aus schwierigen Kämpfen siegreich hervorzugehen – und womöglich ist keiner schwieriger, als der gegen die fossile Energiewirtschaft – beginnen das Planen mit einer umfassenden Analyse der Machtstruktur sowie mit dem Aufbau eines Generalstabs. Der martialische Begriff ist bewusst gewählt, denn tatsächlich befinden wir uns in einem Krieg; einem, den bislang die Öl-Milliardäre und ihre Lobby gewinnen. Unsere Seite sollte sich an kriegerische Metaphern gewöhnen, denn die höflichen, ordnungsgemäßen Demonstrationen, mit denen wir es bisher versucht haben, haben uns der Rettung des Planeten und einer gerechten Wirtschaftsform nicht näher gebracht – auch wenn wir das nicht gerne hören. Ein Generalstab ist ein physischer Ort, an dem Leute mit der notwendigen Erfahrung und inneren Festigkeit gemeinsam brainstormen, planen und diskutieren, welche nächsten Schritte nötig sind, um zu gewinnen. Die Planung beginnt beim Zustand der Welt, wie sie jetzt ist – also bei der Herausforderung, einen völlig wüsten Haufen von Leuten und Organisationen zusammenzubringen, die nur allzu oft durch Methoden des ›Teile und Herrsche‹ gegeneinander ausgespielt werden und sich nur allzu selten auf das Gemeinsame konzentrieren, das weit über das nackte Überleben hinausgeht.

    In den USA muss sich der Klima-Generalstab zunächst damit auseinandersetzen, dass wir jetzt mit Gerichten gestraft sind, die für weitere dreißig bis vierzig Jahre gegen den Planeten und die Arbeiterinnen entscheiden werden. Wir sind uns noch gar nicht der Tragweite der Urteile bewusst, die die gestärkte rechte Mehrheit im Supreme Court in den nächsten Jahren fällen und kippen wird.

    Der Verlust des Gleichgewichts im obersten Gericht macht eine veränderte Strategie nötig. In den letzten vierzig Jahren haben Umweltorganisationen hauptsächlich auf Lobbyarbeit, punktuelle Mobilisierung und juristische Strategien gesetzt, statt sich der schwierigeren Arbeit zu widmen, eine Massenbewegung aufzubauen. Das Ergebnis ist eine grüne Bewegung, die kaum eine populäre Basis hat, leicht als elitär diffamiert werden kann und der so die nötige Macht fehlt um zu gewinnen.

    Glücklicherweise gibt es eine Strategie, die auch in Zeiten feindseliger Gerichte Erfolge vorweisen kann: Organizing. Echtes Organizing. Es mag erstmal zu langwierig wirken, für eine Auseinandersetzung, die wir in der allernächsten Zukunft für uns werden entscheiden müssen. Doch tatsächlich zeigen jüngste Erfolge, dass es möglich ist, in kürzerer als der für den Green New Deal anvisierten Zeit ernstzunehmende Macht von unten zu organisieren.

    Beispiele waren die bahnbrechenden Arbeitskämpfe von Lehrerinnen in Chicago, West Virginia und Los Angeles. In allen drei Fällen verwandelten kluge, progressive und motivierte Arbeiterinnen ihre totgesagten, kraftlosen Organisationen in wahre Gewerkschaften, die imstande waren, lange und harte Auseinandersetzungen mit starken Gegnern zu führen – und zu gewinnen.

    In West Virginia brauchte es weniger als ein Jahr, um eine republikanische, ultra-rechte und tief mit der Öl- und Kohle-Lobby verbundene Landesregierung zu bezwingen, obwohl diese über die Kontrolle in beiden legislativen Kammern verfügte. Kompromisslose und umfassende Streiks können das erreichen. Viele Lehrerinnen waren Töchter und Söhne von Minenarbeiterinnen, die sich auf die Tradition der großen Minenstreiks beriefen.

    In Chicago und Los Angeles waren die Lehrerinnen mit der anderen Machtstruktur konfrontiert, die anzugehen in Klimafragen unerlässlich ist: dem Wall Street-Flügel innerhalb der Demokratischen Partei. Es brauchte vier Jahre, um nutzlose und untätige, von oben organisierte Organisationen zu übernehmen und in produktive Basis-Organisationen zu verwandeln. Die sich organisierenden Arbeiterinnen hatten Fristen vor Augen und hielten sie ein. Generalstabsmäßige Planung und eine Rückkehr zu den Grundlagen des Organizing waren der Schlüssel.

    Machtstrukturanalysen und Planungsdiskussionen im Generalstabsformat sollen herausstellen, was nicht funktioniert (Kämpfe vor Gericht und große Demos) und was sehr wohl funktioniert (kraftvolle Streiks mit hundertprozentiger Beteiligung der Belegschaften und aktiver Unterstützung lokaler Communities). Gibt es Beispiele aus der Welt der Klimapolitik, die zeigen, wie es aussieht, erfolgreich zu sein? Ein wichtiges Beispiel ist ein jüngeres Vorhaben in New York, das 2014 seinen Anfang nahm, als eine Reihe von Gewerkschaften sich zusammensetzten, um die Klimakrise mit der gebotenen Ernsthaftigkeit anzugehen.

    Vincent Alvarez, Präsident der landesweit größten Lokalsektion der AFL-CIO in New York, erinnert sich: »Wir waren frustriert von dem Gerede und der Untätigkeit in Washington und beschlossen, vor Ort etwas auf die Beine zu stellen, um der Doppelkrise von Klima und Ungleichheit entgegenzutreten. Es ging uns darum, ein Programm zu entwickeln, das es erlauben würde, messbare Schritte in Richtung eines nachhaltigeren Klimas zu machen und zugleich die Krise der Ungleichheit anzugehen.«

    Alvarez erklärt, dass es Sinn ergibt, die 10 Prozent konflikthaften Themen (wie das Fracking oder den Pipeline-Bau) zunächst beiseite zu lassen und sich auf die 90 Prozent zu konzentrieren, in denen sich Umweltbewegte und Gewerkschafterinnen völlig einig sind: Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr, Energiewende – um nur drei zu nennen. Bevor sich Umweltaktivistinnen den ersteren 10 Prozent zuwenden – was sie früher oder später natürlich sollten – müssen sie durch konkretes Handeln bewiesen haben, dass sie dabei helfen können, in diesen drei Sektoren gute, gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze zu schaffen. Wenn es uns nicht gelingt, ›schlüsselfertige‹ Alternativen zur Arbeit im Pipelinebau aufzuzeigen, geben wir der Lobby für fossile Brennstoffe eine astreine Gelegenheit, Zwietracht zu säen.

    Lara Skinner, Leiterin des Worker Institute an der Cornell-Universität, das die New Yorker Klima-Jobinitative begleitete, berichtet, dass die Einrichtung einer rein gewerkschaftlichen Arbeitsgruppe zum Thema Klima ein zentraler Fortschritt war. Wie viele Gewerkschafterinnen, denen Klimafragen am Herzen liegen, verbrachte Skinner Jahre damit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man Öko-Aktivistinnen und Gewerkschafterinnen zusammenbringen könnte. Der Kampf gegen den Bau der Keystone XL Pipeline in den späten Obama-Jahren machte große Schlagzeilen, zerstörte aber zugleich die Ansätze von Organisierungsarbeit des behutsam wachsenden Bündnisses von Grünen und Blaumännern.

    Die Kraftstoff-Lobby stürzte sich dankbar auf die Keystone Proteste und trieb das Thema wie einen Keil zwischen Arbeiterinnen und Umweltaktivistinnen, die ihnen vermeintlich ihre Jobs wegnehmen wollten. Die Umweltschützerinnen tappten voll in die Falle, indem sie sich auf Auseinandersetzungen darüber einließen, wie viele Jobs tatsächlich abzubauen seien: nämlich weniger als von der Industrie behauptet. Doch das war überhaupt nicht der Punkt.

    Nach einer massiven Rezession, die die Ersparnisse, Rücklagen und Rentenversicherungen der Arbeiterinnenklasse gebeutelt hinterlassen, ihre Häuser entwertet den Neubau zum Erliegen gebracht hatte, waren hochwertige, gewerkschaftlich geschützte Jobs eine Seltenheit. Darüber zu diskutieren, wie viele Arbeiterinnen genau diese eben geschaffenen Jobs wieder verlieren sollten, spielte den Bossen in die Karten: Für die Aktivistinnen schienen Arbeitsplätze ein akzeptabler Kollateralschaden zu sein. Statt die Schicksale krisengeschüttelter Arbeiterinnen in Erbsenzählerei zu verwandeln, hätte die Umweltbewegung auf konkrete Infrastrukturprojekte in der Region des Pipeline-Baus verweisen und so ›schlüsselfertige‹ Arbeitsplätze als echte Alternative präsentieren sollen.

    Doch während sich hier Fenster schlossen, öffneten sich andere. Nur Monate nach dem Keystone-Zerwürfnis erreichte der schwere Hurrikan Sandy den Bundesstaat New York. Lara Skinner erinnert sich: »Sandy hat den Gewerkschaftsmitgliedern in New York bewusst gemacht, wie ernst die Lage wirklich ist. Der Sturm Irene hatte gerade zuvor erst den Norden des Staates getroffen – und wir bemerkten alle, wie planlos und unvorbereitet wir waren.« Der Sturm eröffnete die Gelegenheit für eine Wiederaufnahme der Diskussion, die von Skinner und ihrem Team nun als gewerkschaftsinterner Runder Tisch zur Klimakrise organisiert wurde.

    Umweltaktivistinnen bekennen sich zwar rhetorisch zu grünen Jobs, doch in der Praxis fehlt ihnen die Einsicht, dass sie sich aktiv für die Schaffung guter, gewerkschaftlich organisierter Arbeitsplätze einsetzen müssen, um wirksam mit Gewerkschaften zusammenarbeiten zu können. Im Zuge des Sandy-Schocks formierte sich 2014 eine Runde aus Mitgliedern der New Yorker Gewerkschaften, die die Diskussion und Selbstbildung rund um den Klimawandel zum Gegenstand hatte. Arbeitsgruppen wurden mit Mitgliedern von Gewerkschaften zentraler betroffener Sektoren besetzt: Energie, Transportwesen, Infrastruktur und Bau sowie öffentlicher Dienst. Sie luden Klimawissenschaftlerinnen zu regelmäßigen Treffen ein, um sich einen besseren Einblick zu verschaffen.

    Teil des Selbstbildungsprogramms war auch der Besuch einer New Yorker Delegation bei dänischen Gewerkschaften im Sommer 2018. Alvarez berichtet: »Es war wirklich wichtig, über die bloße Diskussion hinauszukommen, gewerkschaftlich organisierte dänische Arbeiterinnen in ihren Produktionsstätten zu treffen und aus erster Hand zu erfahren, wie sie den Übergang zur Windenergie erlebt und mitgetragen haben.«

    In nur drei Jahren produzierte die Arbeitsgruppe unter Ko-Autorschaft von Skinner einen wegweisenden Abschlussbericht: »Reversing Inequality, Combatting Climate Change: A Climate Jobs Program for New York State«. Der Bericht – umfassend, klug und getragen von allen maßgeblichen Gewerkschaften – sollte als Inspiration und Ansatzpunkt für andere Bundesstaaten wie auch für die Bundesebene dienen. Schnell gelang den Gewerkschaften auch die Umsetzung in die Praxis: In Antwort auf die machtvolle Forderung der Gewerkschaften wurde beschlossen, dass New York bis 2035 die Hälfte seines gesamten Energiebedarfs von nachhaltigen Offshore-Windprojekten beziehen werde.

    Der ausgehandelte Vertrag im Wert von 50 Milliarden Dollar enthält außerdem eine gewerkschaftliche Jobgarantie bekannt als Project Labor Agreement oder PLA. Und das ist erst der Anfang für das Bündnis von Arbeit und Ökologie. Kein anderer Bundesstaat hat ein vergleichbares Programm zur Halbierung seiner Abhängigkeit von fossilen Energien in so kurzer Zeit. Der Grund war, so Skinner, »dass die Gewerkschaften sich informiert und den riesigen Maßstab erkannt haben, in dem wir bei grünen Jobs denken müssen.« Die Pläne für diese grünen Jobs müssen von denen gemacht werden, die auch die Arbeit machen.

    Der Generalstab, den wir für den Green New Deal brauchen, muss es den New Yorker Gewerkschaften gleichtun: selbständig die Initiative ergreifen, das Thema mit größtem Ernst behandeln, sich bilden. Und Wissen und Macht dazu verwenden, einen glaubwürdigen Plan zu entwickeln, mit dem man gewinnen kann. Was sie nicht getan hatten, war herumzusitzen und sich zu beschweren oder auf die Einladung zu irgendeinem halbherzigen Policy-Dialog zu warten, bei dem alle nur aneinander vorbeireden und nichts zustande bringen, während der Gegner Keile in unsere Allianzen treibt. Der New Yorker Deal gelang, weil Gewerkschaften die Macht hatten, Subventionen (also Steuergelder) so zu kanalisieren, dass ihr Gebrauch zugleich den Ansprüchen der Klimaforschung bei der Emissionsreduktion und den Arbeits- und Lohnstandards der Gewerkschaften genügen würde, für die ihre Mitglieder zu kämpfen bereit und in der Lage sind. Beide sind unerlässlich, um die Wirtschaft in dem Tempo und in dem Ausmaß umzubauen, das der Lage angemessen ist.

    Wie bezahlen wir das ganze? Christian Parenti bemerkte neulich, dass US-Konzerne derzeit 4,8 Billionen Dollar Cash horten – ein Fünftel der 22,1 Billiarden ihres Finanzvermögens. Dieses Geld könnte genutzt werden, um eine robuste grüne Wirtschaft nach gewerkschaftlichen Standards aufzubauen; eine, die es den Arbeiterinnen der Zukunft erlaubt, ein würdevolles Lebensniveau aufrechtzuerhalten und die ein für alle Mal die Frontstellung von Jobs gegen Umwelt beendet.

    Doch um an dieses Geld heranzukommen, bedarf es echter Macht und echten Know-Hows, wie es die New Yorker Gewerkschaften und die einiger anderer Staaten haben. Um diese gewerkschaftliche Macht wiederaufzurichten, müssen Umweltaktivistinnen an der Seite der Gewerkschafterinnen kämpfen. Wirklich kämpfen vor allem, statt bloß über grüne Jobs zu reden. Das bedeutet, sich aktiv in Kämpfe um das Streikrecht einzumischen und die Arbeiterinnen mit den eigenen Ressourcen zu unterstützen.

    Diese Art von Organizing und die politische Macht, die von ihr ausgeht, wird notwendig sein, um die höhere Besteuerung von Reichen wirklich durchsetzen zu können und auf Bundesebene weg von der fossilen Energie und hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft für Mensch und Natur zu kommen. Ebenso wird es notwendig sein, die Umweltbewegung neu auszurichten, indem wir uns von der gescheiterten Strategie verabschieden, die sich nur auf Gerichtsverfahren stütze. Wir müssen uns stattdessen darauf konzentrieren, eine Massenbewegung und damit Macht aufzubauen.

    Ein ernstgemeinter Green New Deal benötigt auch den Wiederaufbau eines robusten öffentlichen Sektors. So ein öffentlicher Sektor verspricht eine Zukunft voll guter Jobs für Frauen und People of Color. Doch die Angriffe der Rechten auf die Gewerkschaften und die Reste öffentlicher Errungenschaften werden nicht aufhören. Es ist noch nicht zu spät für umweltbewegte Menschen, zu Verbündeten der Arbeiterinnen und ihrer Gewerkschaften zu werden – aber die Zeit läuft. Gute Gewerkschaften sind ideale Organisationen, um unter schwierigen Bedingungen und mit strengen Fristen zu kämpfen. Es ist Zeit für den Generalstab 2030!

    #écologie #organizing #auf_deutsch

  • Harald Lesch mit „Corona: Was weiß die Wissenschaft?“ - ZDFmediathek
    https://www.zdf.de/wissen/leschs-kosmos/corona-was-sagt-die-wissenschaft-102.html

    Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 versetzt unsere Welt in einen Ausnahmezustand. Doch woher kommt das Virus überhaupt? Was macht es im Vergleich zu den jährlichen Grippeviren so speziell? Und was erwartet uns in Zukunft?

    Beitragslänge:
    43 min
    Datum:
    24.03.2020
    Sprachoptionen:
    UT - dgs

    Verfügbarkeit:
    Video verfügbar bis 17.03.2025, in Deutschland

    Corona: Was weiß die Wissenschaft? – Leschs Kosmos
    https://www.youtube.com/watch?v=2jEJNUu73ms

    #covid-19 #auf_deutsch

  • Genitivus criminis
    https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-wir-gedenken-dem-genitiv-a-344543.html

    Vive le génétif du crime et sa lutte sans merci contre l’envahisseur de Dativland

    Verben mit Genitivobjekt

    anklagen Er war des Mordes angeklagt.
    annehmen Wir nahmen uns des Themas an.
    bedienen Darf ich mich kurz Ihres Telefons bedienen?
    bedürfen Es bedarf keines Wortes.
    bemächtigen Da bemächtigte sich der Teufel ihrer Seelen.
    beschuldigen Man beschuldigte ihn des Betrugs.
    besinnen Sie besannen sich eines Besseren.
    bezichtigen Er wurde des Meineids bezichtigt.
    enthalten Er enthielt sich jeglichen Kommentars.
    entledigen Rasch entledigte sie sich ihrer Kleider.
    erbarmen Herr, erbarme dich unser!
    erfreuen Sie erfreut sich bester Gesundheit.
    erinnern Ich erinnere mich dessen noch sehr genau.
    freuen Er freut sich seines Lebens.
    gedenken Der Opfer wurde gedacht.
    harren Gespannt harren wir der Fortsetzung.
    rühmen Man rühmte ihn seiner Taten.
    schämen Ich schäme mich dessen.
    überführen Der Angeklagte wurde der Lüge überführt.
    verdächtigen Man verdächtigte sie der Spionage.
    vergewissern Im Spiegel vergewisserte er sich seiner selbst.
    versichern Sie versicherten sich ihrer gegenseitigen Zuneigung.
    zeihen Man zieh ihn des Verrats.

    #auf_deutsch #grammaire

  • Janusz Korczak Wie man ein Kind lieben soll
    http://www.ciando.com/img/books/extract/3647711497_lp.pdf


    Ce livre est l’oeuvre la plus connue du pédagogue révolutionnaire Janusz Korczak. Janusz Korczak a consacré sa vie à l’amélioration du sort des nombreux orphelins pauvres juifs dans la Pologne dans la première moitié du vingtième siècle. Tout le monde le connaît parce qu’il a choisi de plutôt mourir avec eux dans les chambres à gaz que d’abandonner ses enfants. Pourtant son héritageest plus que symbolique. Ses livres ont toujours leur place dans la bibliothèque de chacune et chacun qui s’engage pour une éducation libre.

    Die Tetralogie – Das Kind in der Familie, Das Internat, Sommerkolonien und Das Waisenhaus – befasst sich wegweisend mit der kindheitstheoretischen Frage, wie man in der Familie und in pädagogischen Institu­ tionen dem Allgemeinen des Kindes als Mensch und dem Besonderen des Kin- des als Kind gerecht werden kann. Dieses Buch bahnte den Weg für die daran anschließenden kindheitstheoretischen und pädagogischen Arbeiten Korczaks. Doch der Titel der Übersetzung von 1967 führt etwas in die Irre: Wie man ein Kind lieben soll suggeriert, dass Korczak eine Art Rezept oder Regieanweisung erarbeitet und seinen Leserinnen und Lesern eine pädagogische Wahrheit vorgelegt haben könnte. Dabei sind sein gesamtes Nachdenken und Schreiben über Kinder, sein Beobachten und Messen von Kindern sowie seine Gespräche und Aktivitäten mit Kindern von der Haltung des schöpferischen Nichtwissens geprägt (Kirchner/ Andresen/Schierbaum 2018). Korczak blieb skeptisch gegenüber Vorschriften und versuchte sich selbst für konkrete Situationen offenzuhalten. Bereits auf der ers- ten Seite des Buches findet sich die Haltung des produktiven Zweifelns: »Ich ahne viele Fragen, die auf eine Antwort warten, Zweifel, die eine Erklärung suchen. Und ich antworte: Ich weiß nicht.«

    #pédagogie #éducation #auf_deutsch #Pologne #Auschwitz

  • Linkspartei: Digitaler oder alter Kapitalismus? (neues-deutschland.de)
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1129799.linkspartei-digitaler-oder-alter-kapitalismus.html

    08.12.2019 von Peter Nowak - Konferenz der Linkspartei stellte Fragen nach den eigenen Ansprüchen im digitalen Zeitalter

    Vor knapp 10 Jahren gab es noch zwei gegensätzliche Szenarien für die digitale Gesellschaft. Manche Linke sahen einen Freifahrtschein in den Kommunismus, eher Konservative darüber klagten, dass ganze Branchen wie die Musikindustrie durch das Internet ruiniert würden. Nichts davon ist eingetreten, konstatierte Sabine Nuss. Sie beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich mit dem digitalen Kapitalismus und gehört zu den Herausgeber*innen des Sammelbandes »Marx und die Roboter«. Am Samstag moderierte sie den Abschluss der von der Linkspartei organisierten Digitalkonferenz mit dem programmatischen Titel »(K)eine automatische Revolution«. Für Sabine Nuss sind die Klammern überflüssig. Es habe sich in den letzten Jahren an vielen Punkten gezeigt, dass die Digitalisierung den Kapitalismus stärkt.

    Über die Frage nach linken Gegenkräften tauschten sich die Teilnehmer*innen am Samstag in zahlreichen Workshops aus. Eingeladen waren Gewerkschaft*innen, Wissenschaftler*innen, Softwareentwickler*innen und Politiker*innen der LINKEN. Die Bandbreite der Debatte wurde schon in den Workshops deutlich. Ihre Themen: »Welchen Sozialstaat brauchen wir für den sozialen Wandel?«. »Leben, lernen und arbeiten in digitalen Dörfern«. Oder »Digitalisierung im Gesundheits- und Pflegesystem und in der Bildung«.

    Mit allgemeinen gesellschaftlichen Fragen beschäftigte sich der Workshop »Die Demokratie- und Eigentumsfrage stellen«. Mehrere Teilnehmer*innen betonten, dass eine Demokratisierung der Internetkonzerne nicht mit ihrer Verstaatlichung gleichzusetzen ist. Es könne nicht darum gehen, staatlichen Behörden mehr Daten zukommen zu lassen.

    Weitgehend Konsens bestand darin, dass das Internet Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur sein soll - wie Wohnungsbau, Bildung oder Gesundheit. Der Vorsitzende der LINKEN Bernd Riexinger wies auf den Widerspruch hin, dass das Internet viele Güter kostenlos zur Verfügung stellt, dass aber durch das kapitalistische Profitinteresse Barrieren eingebaut werden, die genau das verhindern sollen. Riexinger sieht gute Chancen für seine Partei, mit diesen Widersprüchen zu arbeiten.

    Das war auch zentrales Thema der Abschlussrunde, die sich mit »digitalen Klassenkämpfen« beschäftigte. Die Journalistin Nina Scholz lehnte den Begriff genauso ab wie auch den Terminus »digitaler Kapitalismus«. Es sei vielmehr der alte Kapitalismus, der schon immer auf Ausbeutung und Arbeitskampf beruhe, betonte Scholz. Sie kritisierte, dass auch die Linkspartei einen feuilletonistischen Katastrophendiskurs bediene und bei der Digitalisierung wie das Kaninchen auf die Schlange starre. Nicht die Gig-Ökonomie, sondern die Gig-Ökonomisierung der Arbeitsverhältnisse sei gewachsen.

    Die tatsächlichen Klassenkämpfe seien viel weiter, moniert Scholz die nach ihrer Ansicht zahmen Lösungen der LINKEN. »Warum wird von einem digitalen New Deal und nicht von der Verstaatlichung von Airbnb gesprochen, fragte Scholz mit Verweis auf ein von den LINKE-Politikerinnen Katja Kipping, Anke Domscheit-Berg und Katalin Gennburg vorgelegtes Positionspapier «Digitale Demokratie statt Herrschaft der Monopole». Als Beispiel führte Scholz aktuelle Kämpfe von Google-Beschäftigten in verschiedenen Ländern an.

    In den Workshops erinnerte ein Teilnehmer an die Konferenz «Bytes und Bäume», auf der im letzten Jahr die Frage gestellt wurde, welchen Beitrag die Tech-Industrie im Nachhaltigkeits- und Klimadiskurs leisten könne. Dort hätten Mitglieder der LINKEN kaum eine Rolle gespielt. Bernd Riexinger sieht aber gerade eine zentrale Aufgabe der LINKEN dahin, die Kämpfe der Klimabewegung mit den Interessen der Beschäftigten zu verbinden. In der Tarifrunde 2020 für die Beschäftigten des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sah er eine gute Chance, Gewerkschaften und Klimaaktivist*innen zusammenzubringen. Schließlich gehe es beiden um die Stärkung des ÖPNV. Das Beispiel gab den Einwänden von Nina Scholz Recht. Hier handelt sich um Klassenkämpfe im Kapitalismus ganz ohne das Adjektiv digital.

    #Allemagne #gauche #numérisation #lutte_des_classes #auf_deutsch

  • Am grünen Strand der Spree (Deutschland 1960) Teil 1 und 2
    https://www.youtube.com/watch?v=G5mG8SdFJN4


    Une découverte intéressante : La première partie de cette série télévisée de 1960 contient une longue séquence sur les massacres des Einsatzgruppen . L’existence de ce film contredit le mythe de l’introduction du sujet et de la première confrontation du grand public allemand avec le sujet de l’#holocauste en 1979 à travers la série étatsunienne portant le même nom .

    La deuxième partie montre l’occupation de la #Norvège et traite le sujet de la résistance des officiers allemands.

    0:00:00 Teil 1 und 1:36:40 Teil 2 : Laufzeit : 277 Minuten

    Am grünen Strand der Spree (Deutschland 1960) Teil 3 bis 5
    https://www.youtube.com/watch?v=hPSxEu3zduE

    Teile 3 bis 5: 0:00:00 Teil 3: „Preußisches Märchen“ 1:36:54 Teil 4: „Bastien und Bastienne 1953“ 3:26:10 Teil 5: „Capriccio Italien“ Teile 3, 4 und 5: Laufzeit: 417 Minuten

    #Allemagne #histoire #nazis #guerre #Pologne #Lettonie #Pologne #résistance #auf_deutsch

  • Xpenology - How to Install Synology DSM on your Custom Built NAS - NAS Compares
    https://nascompares.com/2018/09/27/xpenology-how-to-install-synology-dsm-on-your-custom-built-nas

    The appeal of building your own Network attached storage device (NAS) rather than buy a pre-built unit from a top-tier brand like Synology can be very tempting. The hardware using in the majority of Synology NAS devices is pretty low when compared to PC’s and with pre-built NAS devices often having pricetags noticeably higher than those of buying a CPU, Motherboard, Memory, PSU and case individually – the appeal to build your own NAS is very high indeed. The big selling factor of Synology NAS is their software – DiskStation Manager (DSM) and it’s many applications, versatility and user-friendly build interface (as well as a big pile of free mobile applications). Synology do not let users buy their software separately from their hardware and this means that users have to make a choice between saving money on the NAS hardware or spending more on a Synology and getting the software. However what if there was another way? A way to install the Synology DSM software on your custom built PC? Thanks to Xpenology, this is now possible.

    Synology Open Source Project - Browse /Synology NAS GPL Source at SourceForge.net
    https://sourceforge.net/projects/dsgpl/files/Synology%20NAS%20GPL%20Source

    The open source projects that ship with Synology NAS.
    Brought to you by: synology

    8 Best Free and Open source NAS or SAN software (2019) | H2S Media
    https://www.how2shout.com/tools/best-free-open-source-nas-software.html

    listed according to their popularity.

    FreeNAS
    NAS4Free / XigmaNAS
    OpenMediaVault (OMV)
    Openfiler
    Rockstor
    Nexenta Community Edition
    Amahi
    CryptoNAS

    #sécurité #NAS #données

    • J’adore Synology et sa suite de logiciels. Ca fonctionne vraiment bien sur la durée.
      Mais je fais la tête à chaque fois que je vais voir comment les données sont configurées sur le disque, où tous les répertoires et fichiers sont en « 777 », c’est à dire ouverts à tous pour toutes les opérations.
      Aussi, pour mes NAS personnels, c’est Debian. Et c’est tout. Même pas un FreeNAS ou ce genre de distribution, plus standard que Synology, mais toujours moins qu’une Debian nue. Certes, j’ai la chance d’être capable d’administrer les différents services à la main, directement dans les fichiers de configuration.

    • Synology s’adresse d’abord à chaque utilisateur qui veut juste organiser ses données dans des répertoires. Dans le domaine pro ils ont mis sur pierd quelques exemples de « best practice » et sont en train de travailler sur l’intégration de leurs boîtes avec le monde de la bureautique microsoft, mais c’est loin d’être parfait.

      J’ai vu une présentation sympatique où les admins d’une oeuvre charitable ont expliqué comment ils géraient les données dans une centaine de jardins’d’enfants à partir d’une boîte Synology centrale qui contrôle un NAS dans chaque local. C’est un truc à mi-chemin entre MS et Linux qui promet aux vendeurs de monter leur propre créneau de consulting dans des domaines qui n’ont pas encore été monopolisés par Microsoft /SAP / Oracle etc. et où on n’a ni le savoir faire ni les moyens financiers d’un centre de calcul universitaire.

      Où ils sont très fort aussi c’est dans le monde de la vidéo-surveillance où leurs boîtes remplacent les cassettes vidéo pour sauvegarder les données. C’est un marché en plein croissance dans le monde entier et il y a énormément de pognon à gagner. wtf

    • Voici un produit intéressant de Western Digital

      My Cloud Expert Series EX2 Ultra
      https://shop.westerndigital.com/de-de/products/network-attached-storage/wd-my-cloud-expert-series-ex2-ultra#WDBVBZ0080JCH-EESN


      385,00 € 8TB de disque dur inclus

      Mit extrem zuverlässigen WD Red NAS-Festplatten
      My Cloud EX2 Ultra ist mit WD Red-Festplatten vorkonfiguriert, die speziell für NAS-Systeme hergestellt werden, um bei Dauerbetrieb eine optimale Performance zu bieten. Die My Cloud EX2 Ultra auch als Leergehäuse verfügbar, das für kundenspezifische Anforderungen mit spezialisierten Festplatten bestückt werden kann.

      retour d’expérience (#auf_deutsch)

      WD My Cloud EX2 Ultra 8 TB (I) - DaybyDay ISSN 1860-2967
      http://www.daybyday.press/article6860.html

      Jetzt machen wir einen alternativen Verrsuch auf der Basis eines Angebotes, die

      Wichtig vorab: nach dem erstmaligen Aufsuchen der WD-Seite wird die Entscheidung, dass nur die sogenannten erforderlichen Cookies eingespielt werde dürfen, akzeptiert, gesichert und repliziert.

      Das ist wichtig, da die gesamte Dokumentation zur Einrichtung der My Cloud Expert Series EX2 Ultra - Produkt# WDBVBZ0080JCH-EESN - nur noch im Netz zu finden ist.

  • Naziwitze / Sprüche
    https://www.schwarzer-humor.com/naziwitze.php

    Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Nazi ist es andersrum.

    Warum haben Nazis immer Sägespäne unter den Fingernägeln?
    Weil sie sich so oft am Kopf kratzen!

    Was ist der Unterschied zwischen Adolf Hitler und der Sonne?
    Die Sonne geht im Osten auf, Hitler ging im Osten unter.

    SS-kaliert langsam mit den Naziwitzen, es war ja mal lustig, so langsam Reichsadler!
    Wieso können wir die Vergangenheit nicht Hitler uns lassen?

    Ich meine, um Himmlers Willen, Wehrmacht denn immer noch Witze darüber?!

    Ironie ist, wenn ein Nazi in einer Rechtskurve stirbt, weil er zu viel Gas gegeben hat.

    Was ist Glück?
    Wenn im Herbst in Deutschland das Gras nicht auch noch braun wird.

    Was ist der Unterschied zwischen einem Nazi und einem Tumor?
    Tumore können gutartig sein.

    Was sind Nazis in Säure?
    Gelöste Probleme!

    Was sind Nazis in einer Ecke?
    Ein rechter Winkel!

    Wieso haben Neo-Nazis eine Glatze?
    Weil sie Angst haben, dass ihnen mehr Haar links als rechts wachsen könnte.

    Was sind Faschos auf dem Bahnhofsklo?
    Artgerechte Haltung.

    Warum haben Neo-Nazis mit Glatzen immer einen offenen Hosenstall?
    Damit sie sich mal auch durch die Haare fassen können.

    #nazis #humour #auf_deutsch

  • NachDenkSeiten – Die kritische Website > Flaschenposten – Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno
    https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=53939

    Faschismus und Kapitalismus

    Zu den Leidenserfahrungen Adornos gehört das, wovon in jenem nun erschienenen Bändchen „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ die Rede ist. Die hier verschriftlichte Rede aus dem Jahr 1967 kreist um die Erkenntnis, dass der damals aktuelle Rechtsradikalismus nicht so sehr das Produkt von fortexistierenden alten faschistischen Kadern war, sondern sich in erster Linie dem Umstand verdankte, dass die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Faschismus fortbestanden. Er greift eine These aus einem anderen Vortrag auf, den er unter dem Titel Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit 1959 gehalten hatte. Dort sagte er: „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.“ In Wien präzisierte er, was er damit meinte. Er dachte an die nach wie vor herrschende Konzentrationstendenz des Kapitals. Diese bedeute die Möglichkeit der permanenten Deklassierung von Schichten, die ihrem subjektiven Klassenbewusstsein nach durchaus bürgerlich waren, die ihre Privilegien, ihren sozialen Status festhalten möchten. Diese verschieben die Schuld an ihrer potentiellen Deklassierung nicht etwa auf die gesellschaftlich-ökonomische Apparatur, die das bewirkt, sondern auf Ersatzobjekte, die man ihnen zurechtrückt. Damals wie heute lautet der Kurzschluss: „Die Fremden nehmen uns Deutschen die Arbeitsplätze fort.” Eindringlich beschwört Adorno das mit der Konzentrationstendenz verbundene „Gespenst der technologischen Arbeitslosigkeit“. Das, was man Digitalisierung nennt, wird mit einem gigantischen „Arbeiterlegen“ (Helmut Reinicke) einhergehen. Roboter und Algorithmen werden Millionen von Menschen die Arbeit rauben und sie anfällig machen für rechtsradikale Propaganda und Pseudoerklärungen. Die Angst, aus der Welt herauszufallen, befällt laut Adorno auch jene, die noch Arbeit haben. Auch diejenigen, die noch im Produktionsprozess drinstehen, fühlen sich bereits potentiell überflüssig, empfinden sich als zukünftige Arbeitslose. Wie sollen Menschen ihr Selbstwertgefühl aufrechterhalten, wenn sie ihre Arbeit eingebüßt haben, aus der sie es bisher bezogen?

    Adorno lieferte noch ein weiteres Argument: Das Erstarken des Rechtsradikalismus sei auch Ausdruck dessen, dass sich die Demokratie dem gesellschaftlich-ökonomischen Inhalt nach bis heute nirgends wirklich und ganz konkretisiert hat, sondern formal geblieben ist. „Und die faschistischen Bewegungen könnte man in diesem Sinn als die Wundmale, als die Narben einer Demokratie bezeichnen, die ihrem eigenen Begriff eben doch bis heute noch nicht voll gerecht wird.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. Letztlich geht es um das spannungsvolle und widersprüchliche Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie. Dieser droht jene aufzuzehren und bei Bedarf im Namen des Profits zu opfern. Vollendete und gelebte Demokratie würde eine Überwindung des Kapitalismus voraussetzen.

    Hatte Max Horkheimer am Vorabend des Zweiten Weltkrieges den Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus auf die drastische und einprägsame Formulierung gebracht: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“, drückte sich Adorno nun sehr viel vorsichtiger aus. Um diese Zurückhaltung verstehen zu können, muss man sich zum einen die Situation im amerikanischen Exil vor Augen halten, wo der Horkheimer-Kreis ständig unter argwöhnischer Beobachtung der Behörden stand, und zum anderen das geistige Klima vergegenwärtigen, in dem die nach Deutschland zurückgekehrte Kritische Theorie existieren musste. Beides lehrte Adorno die Überlebenstechnik der sprachlichen Camouflage. Der Adorno-Schüler Alfred Schmidt charakterisiert die Atmosphäre wie folgt: Marx war in Westdeutschland weitgehend tabuisiert und durfte nur hinter vorgehaltener Hand genannt werden. „Das war ein merkwürdiges Klima, das führte so weit, dass Plessner an Adorno eine witzige Karte aus Trier schickte: ‚Beste Grüße aus der Geburtsstadt Hegels.‘ Das heißt, man hat sich hinter einem gewissen Hegelianismus verschanzt, meinte aber in Wahrheit etwas anderes; die Zeitläufte waren dem aber derart ungünstig, dass sich diese äsopische Sprache eben empfahl. Das geistige Klima jener Zeit war angesichts des massiven Drucks von außen derart vergiftet, dass jeder, der Marx auch nur positiv erwähnte, riskieren musste, als Stalinist abgetan zu werden. Daher wohl die äußerste Zurückhaltung, die sich die Vertreter der Kritischen Theorie in dieser Frage auferlegten.“

    #philosophie #Adorno #fascisme #auf_deutsch

  • Actuellement la première place sur la liste des ouvrage pratiques les plus vendus en Allemagne est occupée par un discours de Theodor W. Adorno le 6 avril 1967

    Adorno : Aspekte des neuen Rechtsradikalismus (1:12:08) : Internet Archive
    https://archive.org/details/AdornoAspekteDesNeuenRechtsradikalismus11208

    Sur youtube la censure automatique nous protège des idées critiques du philosophe.

    Adorno : Aspekte des neuen Rechtsradikalismus - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=ECQOctFuw50

    Dieses Video ist aufgrund einer Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung durch Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur nicht mehr verfügbar.

    Adorno für Eilige | FIPU
    https://forschungsgruppefipu.wordpress.com/2019/08/13/adorno-fuer-eilige

    Bernhard Weidinger
    Der Suhrkamp-Verlag hat jüngst einen bislang nur auf Tonträger vorgelegenen Adorno-Vortrag aus 1967 veröffentlicht. Er enthält wenig, das Adorno nicht anderswo schon gesagt oder geschrieben hätte. Zitabel ist er trotzdem.

    Sie kennen das: Sie sitzen an der Proseminararbeit aus Politikwissenschaft, dem kulturkritischen Essay für die Wochenendbeilage oder dem längst überfälligen Eintrag für ihren antifaschistischen Blog, oder befinden sich auf einer Studierendenparty in einem angeregten Gespräch über die triste Lage der Welt. Plötzlich dämmert Ihnen siedendheiß, dass sie schon seit 3000 Zeichen oder 15 Minuten kein Adorno-Zitat mehr gedroppt haben – und die drei oder vier, die Sie kennen, erscheinen Ihnen so ausgelutscht, dass sie nur mehr Augenrollen zu ernten geeignet sind anstelle des eigentlich angestrebten, anerkennenden Kopfnickens.

    Hier schafft der Suhrkamp-Verlag nun Abhilfe: „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ lautet der Titel der von Adorno 1967 im Neuen Institutsgebäude in Wien (also jenem Ort, an dem manche von Ihnen Ihre Proseminararbeiten einzureichen pflegen) abgestatteten Wortspende. Es handelt sich dabei gleichzeitig um einen Vorabdruck aus einem im Herbst erscheinenden Sammelband von Adorno-Vorträgen. Das Bändchen hat gleich mehrere Vorteile: es ist angesichts seines dünnen Umfangs in Windeseile gelesen, für Adorno-Verhältnisse – dem gesprochenen Wort sei Dank – locker-flockig formuliert und bietet vom Großmeister der Kritischen Theorie anderswo schon entwickelte Gedanken in teils neuer (im Sinne von: so noch nicht gelesener) Formulierung. Der perfekte Fundus also, um mit wenig Aufwand das Arsenal an Adornismen aufzufrischen. Für jene, die selbst diesen Aufwand scheuen, ist die nachfolgende, sanft kommentierte Auswahl gedacht, bei welcher besonderer Wert auf hohe Alltagstauglichkeit gelegt wurde.

    Wenn Sie in einer Buzzword-Bingo-Session gefangen sind und jemand „Digitalisierung“ sagt (was fraglos passieren wird), so replizieren Sie:

    „Die Technologie mag neu sein, der Prozess samt seiner gesellschaftlichen und sozialpsychologischen Implikationen ist es nicht. Hat doch Adorno schon 1967 ‚das Gespenst der technologischen Arbeitslosigkeit‘ benannt, das damals bereits unter dem Schlagwort der ‚Automatisierung‘ umging. Die Konsequenz ist diesselbe, nämlich dass ‚die Menschen, die im Produktionsprozeß drinstehen, sich bereits als potentiell überflüssig […], sich als potentielle Arbeitslose eigentlich fühlen.‘” (Adorno 2019, S. 11f.; kursive Textstellen unter einfachen Anführungszeichen markieren Zitate aus Adornos Vortrag)

    _Wenn jemand Unverständnis darüber äußert, dass ausgerechnet in einer globalisierten Welt und der fortgeschrittenen europäischen Integration der Nationalismus wieder seine hässliche Fratze reckt – das sei doch paradox! , so reagieren sie souverän:

    „Tatsächlich hat ‚der neue Nationalismus oder Rechtsradikalismus […] angesichts der Gruppierung der Welt heute […] etwas Fiktives. Es glaubt eigentlich niemand mehr so ganz daran. Die einzelne Nation ist in ihrer Bewegungsfreiheit […] außerordentlich beschränkt.‘ Die nationalistische Reaktion muss nicht wunder nehmen, ist es doch ’sehr oft so, daß Überzeugungen und Ideologien gerade dann, wenn sie eigentlich durch die objektive Situation nicht mehr recht substantiell sind, ihr Dämonisches, ihr wahrhaft Zerstörerisches annehmen.‘ (S. 13) ‚Ähnliches dürfte es mit dem, wenn ich es so nennen darf, „pathischen“ Nationalismus heute auch auf sich haben.‘ (S. 14)

    Wenn Ihnen jemand einreden will, Rechtsextremismus sei eben eine „pathologische Normalität“ liberaler Demokratien und vielmehr Beleg für deren Funktionieren als für das Gegenteil, so kontern Sie ebenso respektvoll wie treffsicher:

    „Der empirische Gehalt Ihrer Aussage ist zu bejahen – doch gleichzeitig, bei aller Wertschätzung, steckt doch ‚darin so ein gewisses quietistisch bürgerlich Tröstendes, wenn man sich das so vorsagt.‘ Ja, das von Ihnen benannte Phänomen existiert allenthalben – ‚aber doch nur als Ausdruck dessen, daß dem Inhalt nach, dem gesellschaftlich-ökonomischen Inhalt nach, die Demokratie eben bis heute nirgends wirklich und ganz sich konkretisiert hat, sondern formal geblieben ist. Und die faschistischen Bewegungen konnte man in diesem Sinn als die Wundmale, als die Narben einer Demokratie bezeichnen, die ihrem eigenen Begriff eben doch bis heute noch nicht voll gerecht wird.‘” (S. 17f.)

    Wenn eine Erörterung des Katastrophischen als Merkmal rechter bis rechtsextremer Diskurse sich bereits erschöpft zu haben scheint, sind Sie noch lange nicht fertig:

    „Dass Rechte ständig den Untergang von allem beschwören, das wahr, gut und schön ist, und sich gleichzeitig als jene inszenieren, die allein im Stande wären, eben diese Entwicklung aufzuhalten, ist trivial. Der entscheidende Punkt ist doch, dass sie ‚in gewisser Weise die Katastrophe wollen, daß sie von Weltuntergangsphantasien sich nähren‘. (S. 19f.) Psychoanalytisch gesprochen, appellieren sie ‚an den unbewußten Wunsch nach Unheil, nach Katastrophe‘. Und weil ich den Widerspruch schon aus Ihren, von Ressentiment gegen die Psychoanalyse triefenden Augen ablesen kann: ja, dieser Wunsch hat, neben der psychologischen Komponente, auch eine ‚objektive Basis‘. Denn ‚[w]er nichts vor sich sieht und wer die Veränderung der gesellschaftlichen Basis nicht will, […] der will aus seiner eigenen sozialen Situation heraus den Untergang, nur eben dann nicht den Untergang der eigenen Gruppe, sondern wenn möglich den Untergang des Ganzen.‘” (S. 20)

    Wenn jemand wieder einmal mit der „Erkenntnis“ langweilt, dass man eines der FPÖ schon lassen müsse: in ihrer Nutzung der neuen sozialen Medien sei sie allen anderen weit voraus, bringen Sie mit nachfolgendem Zitat etwas gesellschaftstheoretischen Tiefgang in die Runde:

    „Tatsächlich beruht der Erfolg der Freiheitlichen nicht zuletzt auf einer ‚außerordentliche[n] Perfektion der Mittel, nämlich in erster Linie der propagandistischen Mittel in einem weitesten Sinn‘ – freilich ‚kombiniert mit Blindheit, ja Abstrusität der Zwecke, die dabei verfolgt werden.‘ Und ebenjene Gleichzeitigkeit atmet letztlich den Geist der ‚zivilisatorischen Gesamttendenz, die ja überhaupt auf eine solche Perfektion der Techniken und Mittel hinausläuft, während der gesamtgesellschaftliche Zweck dabei eigentlich unter den Tisch fällt.‘” (S. 23)

    Wenn Ihnen jemand eine Petition zuleitet, die gegen den rassistischen Normalzustand und seine ExekutorInnen in Regierungsverantwortung mehr „Menschlichkeit“ in Stellung bringen will (oder Sie auf den Donnerstagsdemos gegen Schwarz-Blau III ab Jänner 2020 entsprechender Schilder ansichtig werden), geben Sie mit Adorno die Spielverderberin:

    „‘Man soll nicht in erster Linie mit ethischen Appellen, mit Appellen an die Humanität operieren, denn das Wort ‚Humanität‘ selber und alles, was damit zusammenhängt, bringt ja die Menschen, um die es sich handelt, zum Weißglühen, wirkt wie Angst und Schwäche, etwa ähnlich so, wie in bestimmten Vorgängen, die mir bekannt sind, die Erwähnung von Auschwitz zu Rufen wie ‚Hoch Auschwitz‘ geführt hat und die bloße Erwähnung jüdischer Namen bereits zum Gelächter.‘” (S. 27f.)

    Dazu eine kleine Fußnote: Adorno spielt hier auf Ereignisse an, die sich wenige Jahre zuvor in Wien zugetragen hatten. Der Mann, der durch die Erwähnung jüdischer Namen in seinen Vorlesungen verlässlich Gelächter geerntet hatte, war Taras Borodajkewycz (Hochschule für Welthandel, heutige WU). „Hoch Auschwitz“ war eine Parole der Alt- und Neonazis gewesen, die sich den antifaschistischen Demonstrationen gegen Borodajkewycz entgegenstellten.

    Wenn Sie nach Ihrer Intervention über die Sinnlosigkeit von Humanitätsappellen vor die Frage gestellt werden, wie denn sonst der Herausforderung von rechts zu begegnen sei, können Sie es hiermit versuchen:

    „‘[D]as einzige, was mir nun wirklich etwas zu versprechen scheint, ist, daß man die potentiellen Anhänger des Rechtsradikalismus warnt vor dessen eigenen Konsequenzen, daß man ihnen klar macht eben, daß diese Politik auch seine eigenen Anhänger unweigerlich ins Unheil führt und daß dieses Unheil von vornherein mitgedacht worden ist […]. Also man muß, wenn man gegen diese Dinge im Ernst angehen will, auf die drastischen Interessen derer verweisen, an die sich die Propaganda wendet.‘” (S. 28)

    Selbst, wenn Ihr Gegenüber sich dadurch nicht überzeugen lässt und empirische Belege für die Sinnhaftigkeit der von Ihnen ins Spiel gebrachten Strategie fordert, sind Sie vorbereitet (wobei es sich empfiehlt, die Entstehungszeit ihrer empirischen Referenz zu verschweigen):

    „Es hat sich in den Studien zur autoritären Persönlichkeit gezeigt, ‚daß auch die vorurteilsvollen Persönlichkeiten, die also durchaus autoritär, repressiv, politisch und ökonomisch reaktionär gewesen sind, an der Stelle, wo es sich um ihre eigenen durchsichtigen, für sie selbst durchsichtigen Interessen gehandelt hat, ganz anderes reagieren‘ und ‚sich relativ rational verhalten.‘” (S. 52)

    Wenn Sie Ihrer Abscheu gegen Gabalier Ausdruck verleihen und Ihr Gegenüber entgegenhält, dass man diesem Trachtenzombie doch bitte nicht soviel Aufmerksamkeit widmen sollte – es gäbe ja nun wirklich politisch relevantere Teilphänomene des allgemeinen Rechtsrucks –, entgegnen Sie, dass

    „‚auch unter dem Gesichtspunkt der Politik die Symptome der Kulturreaktion und der angedrehten Provinzialisierung mit besonderer Wachsamkeit beobachtet werden müssen, weil das, einfach weil die außenpolitische Bewegungsfreiheit diesen Bewegungen abgeht, der Bereich ist, in dem sie am meisten sich austoben können und sicherlich versuchen und noch mehr versuchen werden, sich auszutoben.‘” (S. 30)

    Wenn jemand „Silberstein!“ sagt / Wenn Sie eine beliebige Presseaussendung oder Wortmeldung aus dem Kreis der Neuen Volkspartei vor sich haben, versetzen Sie wissend:

    „‚[N]och das Tabu über der Erwähnung der Juden wird zu einem Mittel der antisemitischen Agitation, nämlich so mit diesem Augenzwinkernden: ‚Wir dürfen ja nichts darüber sagen, aber wir verstehen uns unter uns. Wir alle wissen, was wir meinen.‘ Und die bloße Erwähnung etwa eines jüdischen Namens genügt dieser Technik der Anspielung bereits, um bestimmte Effekte hervorzurufen.‘” (S. 35)

    Wenn Ihnen jemand weismachen will, dass die von rechtsaußen ständig erhobene Forderung nach „mehr (direkter) Demokratie“ wohl doch Zeugnis davon ablege, dass diese Gruppierungen ihre Frontstellung gegen die Demokratie aufgegeben hätten, erinnern Sie daran, dass

    „‘diese Ideologie durch die Gesetzgebung an ihrer vollen Äußerung verhindert [ist]. […] [D]er Zwang zur Anpassung an demokratische Spielregeln bedeutet auch eine gewisse Änderung in den Verhaltensweisen, und insofern liegt darin doch auch ein Moment […] der Gebrochenheit, die diese Bewegungen im Stadium ihres Revenanttums nun einmal haben. Das offen Antidemokratische fällt weg. Im Gegenteil: Man beruft sich immer auf die wahre Demokratie und schilt die anderen antidemokratisch.‘” (S. 37)

    Wenn Ihnen jemand einen Kommentar zu Ibiza abringen will, obwohl dazu doch nun wirklich schon alles gesagt ist (und zwar von jedem), ziehen Sie sich mit Adorno in Tweetlänge aus der Affäre:

    „Am Ende des Tages haben Strache und Gudenus eindrucksvoll das wenig (mir aber durchaus) bekannte Diktum von Adorno über den Rechtsextremismus bestätigt: ‚ich halte das Ideologische gegenüber dem politischen Willen dranzukommen wirklich für ganz sekundär‘.” (S. 37)

    Wenn Sie beim Zeitungsstudium im Café das aberhundertste Erklärstück über die vermeintlich so „neuen“ Rechten lesen, seufzen Sie gequält, nehmen einen Schluck aus der Espressotasse und murmeln, für den Nachbar*innentisch gerade noch hörbar:

    „‘Es ist erstaunlich, wenn man die Dokumente liest, wie wenig zu dem alten Repertoire an Neuem hinzugekommen ist, wie sekundär und aufgewärmt es ist.‘” (S. 37)

    – Womit Sie sowohl die Geisteswelt von „Identitären“ & Co., als auch das Gros der journalistischen Erzeugnisse über ebenjene treffend charakterisiert hätten.

    Wenn Ihnen jemand erklärt, Herbert Kickl sei zwar politisch unverträglich, aber sein polit-kommunikatorisches Genie müsse man wohl neidlos anerkennen, werfen Sie relativierend ein, dass es sich bei dem Repertoire des vermeintlich Genius doch

    „‘um eine relativ kleine Zahl immer wiederkehrender standardisierter und vollkommen vergegenständlichter Tricks handelt, die ganz arm und dünn sind, die aber auf der anderen Seite gerade durch ihre permanente Wiederholung ihrerseits einen gewissen propagandistischen Wert für diese Bewegungen gewinnen.‘” (S. 43f.)

    Wenn man daraufhin von Ihnen wissen will, wie diesen Tricks denn zu begegnen sei, haben Sie dank Onkel Teddy auch darauf eine Antwort parat:

    „Man sollte sie ‚dingfest machen, ihnen sehr drastische Namen geben, sie genau beschreiben, ihre Implikationen beschreiben und gewissermaßen versuchen, dadurch die Massen gegen diese Tricks zu impfen, denn schließlich will niemand ein Dummer sein, oder, wie man in Wien sagt, niemand will die ‚Wurzen‘ sein. Und daß das Ganze auf eine gigantische psychologische Wurztechnik, auf einen gigantischen psychologischen Nepp herausläuft, das ist wohl durchaus zu zeigen.‘” (S. 54)

    Wenn Ihnen jemand einbläuen will, dass die Linke viel zu lange einen Bogen um die Themen Islam, Einwanderung und Integration gemacht habe und den Erfolgslauf der Rechten nie eindämmen werde können, solange sie sich den Sorgen und Ängsten der Autochthonen über die entstehenden Parallelgesellschaften nicht offensiv zuwende, erinnern Sie daran, dass

    „‘dieser ganze Komplex der autoritätsgebundenen Persönlichkeit und der rechtsradikalen Ideologie in Wirklichkeit seine Substanz gar nicht an den designierten Feinden hat, gar nicht an denen hat, gegen die man dabei tobt, sondern daß es sich dabei um projektive Momente handelt, also daß die eigentlichen Subjekte einer Studie, die, die man zu begreifen und zu verändern hätte, die Rechtsradikalen sind und nicht die, gegen die sie ihren Haß mobilisiert haben.‘” (S. 52f.)

    Wenn jemand – vermutlich derselbe Mensch wie eben – fordert, die Linke müsse selbst populistischer werden, mit denselben Mechanismen operieren wie das politische Gegenüber, eröffnen sie gönnerhaft:

    „Fürwahr, man muss dem Rechtsextremismus, ‚abgesehen vom politischen Kampf mit rein politischen Mitteln, in seiner eigensten Domäne‘ – jener der Propaganda nämlich – ’sich stellen. Aber nun nicht Lüge gegen Lüge setzen, nicht versuchen, genauso schlau zu sein wie er, sondern nun wirklich mit einer durchschlagenden Kraft der Vernunft, mit der wirklich unideologischen Wahrheit dem entgegenarbeiten.’” (S. 54f.)

    Wenn Ihnen schlussendlich jemand mitteilt – und wenn Sie die vorliegende Handreichung fleißig zum Einsatz bringen, ist das nur eine Frage der Zeit –, Sie mögen bitte nicht ständig so obergescheit daherreden und überdies nicht alle zwei Sätze Adorno zitieren, haben Sie hiermit einen garantierten Winner (der zwar das Gegenüber nicht befrieden, aber doch zumindest eine Weile zähneknirschend schweigen lassen wird):

    „Wie Adorno schon wusste: ‚vor allem solange man nicht offen antisemitisch sein kann und solange man auch nicht die Juden umbringen kann, weil das ja bereits geschehen ist, sind besonders verhaßt die Intellektuellen‘.” (S. 32)

    Da Sie vermutlich auch dem einen oder der anderen Bewegungslinken über den Weg laufen werden, an denen Adorno-Referenzen grundsätzlich abprallen, da dieser doch – anders als Marcuse! – von seinem akademischen Elfenbeinturm aus soziale Bewegungen mit seinen kritischen Einwürfen gelähmt und ihnen eingeredet habe, es lasse sich ohnehin nichts machen, seien Ihnen abschließend noch die folgenden Worte an die Hand gegeben, die Adorno ganz am Schluss seines Wiener Vortrags sprach:

    Die Frage, wie es mit dem Rechtsextremismus wohl weitergehe, sei ‚falsch, denn sie ist viel zu kontemplativ. In dieser Art des Denkens, die solche Dinge von vornherein ansieht wie Naturkatastrophen, über die man Voraussagen macht wie über Wirbelwinde oder über Wetterkatastrophen, da steckt bereits eine Art von Resignation drin, durch die man sich selbst als politisches Subjekt eigentlich ausschaltet, es steckt darin ein schlecht zuschauerhaftes Verhältnis zur Wirklichkeit. Wie diese Dinge weitergehen und die Verantwortung dafür, wie sie weitergehen, das ist in letzter Instanz an uns.‘ (S. 55)

    #extrême_droite #philosophie #auf_deutsch #Adorno

  • Der letzte Schliff : individuelles Helmdesign
    https://www.motorradreisefuehrer.de/helme-lackieren-oder-folieren.html

    Comment créer son casque moto individuel en respectant les règles de sécurité. Les parties juridiques et pratiques de l’article décrivent la situation en Allemagne Les question technologiques sont valables partout.

    Die Helmfarbe dem Gespann anzupassen, wäre eine willkommene Möglichkeit der Individualisierung. Doch die Möglichkeiten für moderne Helme scheinen begrenzt. Wir haben uns einmal umgehört.

    Früher hat man seinen GFK- oder Fieberglashelm einfach lackiert. Dabei ging man nur ein geringes Risiko ein, etwas falsch zu machen. Mit der Fortschreibung der Helmnormen, anderen Helmwerkstoffen und anderen Verarbeitungstechniken hat sich die Lage etwas geändert.

    Schaut man sich die ausufernden Regale des Zubehörhandels an, wird man Helmfarben oder Helmsprays vermissen. Warum auch, denn viele Hersteller bieten ihren Kopfschmuck in mehr als 20 Farben oder Dekoren an.

    Nach Rücksprache mit TÜV, Lackierern und Helmherstellern scheint das sachgerechte Lackieren eine Angelegenheit für den Fachmann geworden zu sein.

    Die meisten spezialisierten Lackierer und Airbrusher beschränken sich auf das Umgestalten von nicht straßenzugelassenen Helmen. Lackiert werden meist Spezialhelme aus dem Rennsport. Andere Lackierer fangen erst an, wenn der Kunde die Genehmigung vom Hersteller eingeholt hat oder jedwedes Risiko selbst übernimmt.

    Vom Spezialisten Dirk Sperber (x-pace.de) ist zu erfahren, das in der Motorradhelm-Fertigung das Design (Stockgraphics) nur aufgeklebt, wird. Erst danach werden die meisten Helme überlackiert. Das ist ein wirkungsvolles und günstiges Verfahren, das Eingriffe in die Helmschale weitestgehend vermeidet. Bei den lackierfähigen Helmen im Kart- und Autorennsport spricht Dirk Sperber von einem „lackierfähigen Schmelzüberzug“, einer vom Hersteller aufgetragenen Schicht, die das Lackieren erlaubt und durch die die sicherheitsrelevante Helmschale vom Lack erst gar nicht erreicht wird. Im Autorennsport kommen meist Arai Helme zum Einsatz, die zwar feuerfest, aber meist ohne Straßenzulassung sind. Die Kosten für so eine Lackierung kann zwischen 800-2000 € liegen.

    Shoei Deutschland (Oliver Wieden) empfiehlt das Lackieren unbedingt einem erfahrenen Helm-Lackierer zu überlassen. „Diese werden sicherstellen, dass weder Visierdichtung noch Styroporkern oder andere Plastikanbauteile mit Sprühdämpfen in Kontakt geraten.“ Shoei empfiehlt Lacke auf Acrylbasis, bieten jedoch selbst keine an.

    Empfehlungen Shoei: http://www.ms-graffix.de oder www.jmd.de“

    Von Jens Munser (JMD.de) bekommen wir die Auskunft, dass das Lackieren von Serien-Motorradhelmen meist am Zerlegen des Helmes scheitert. Ohne Zerstörungen sei das im Detail gar nicht möglich, weil immer mehr Bauteile angeschweißt oder dauerhaft verklebt sind. Einfaches Abkleben oder überlackieren führt zu unbefriedigenden Ergebnissen. Problematisch ist es auch, eine Rohhelmschale von einem Hersteller zu bekommen. JMD hat exklusiv mit Schuberth begrenzte Möglichkeiten Rohschalen zu beziehen, kann aber nicht alle Kundenanfragen bedienen. Polycarbonat Helme werden fast nur noch im Rollerbedarf angeboten und gelten in der Regel als nicht lackierfähig. Am gefürchtetsten waren früher, so Jens Munser, die sogenannte ‚Weichmacher­wanderung‘. Dabei wanderte der Weichmacher aus der Helmschale in den Lack mit dem Effekt, dass die Helmschale spröde und der Lack weich wurde.

    Bei den heute üblichen Helmschalen aus einem Faserverbund liegt Farbe auf Farbe was beim nachträglichen Lackieren ungefährlicher ist. Airbrush gibt es nach Auffassung von JMD kaum noch, Foliieren von kleineren Helmflächen (Logos) ist eine günstigere Alternative. Lackierungen bei JMD kosten schnell man um die 1000 €.

    Das Hauptgeschäft vieler Helmlackierer sind also meist Helmgestaltungen von nicht straßenzugelassenen Helmen aus dem Auto- und Kart-Rennsport. Hier ist Brandschutz vorgeschrieben, der aus einer Feuerschutzgrundierung besteht, die sich bei Wärme aufbläht und den (brennbaren) Lack abzuwerfen.

    Die TÜV Frage:

    Bei unserer Anfrage beim TÜV Nord (Bernd Stürmer) wird uns grundsätzlich vom Helme lackieren abgeraten. Dabei geht es dem TÜV um Sicherheitsbedenken, die die Lösungsmittel der Farbe und den Härter des (meist) GFK Kunststoffes angehen. Auch an der Fortschreibung der Helm-Normung von der ehemaligen DIN Norm 4848 zur ECE-R 22 ist zu sehen, das sich eine Menge getan hat. Die ECE-R 22 hat mittlerweile einen Umfang von 110 Seiten und versieht auch kleinste Bauteile und Komponenten wir Visiere oder Lacke mit einer Bauartgenehmigungsnummer, die Bestandteil der Zulassung ist. Das mag ein Grund sein, warum bei den gängigen Motorradzubehörhandel keine Helmfarben mehr angeboten werden bzw. niemand eine Haftung für veränderte Helme übernehmen möchte: Das Thema ist einfach zu kompliziert und unüberschaubar geworden.
    Als einzige Ausnahme nennt Bernd Stürmer hochwertige Helme aus Kohlefaser, die risikofreier lackiert werden könnten.

    Herr Martin Kläne-Menke vom TÜV Nord bringt es auf einen anderen Punkt:

    „Nachträgliche Veränderungen an Helmen sind nicht unser ‚Beritt‘, da dieses nicht in der StVZO, sondern in §21a StVO geregelt ist. In der StVO gibt es nicht sowas wie eine Bauartgenehmigung mit automatischem Erlöschen der Genehmigung.

    Die StVO fordert nur einen ‚geeigneten‘ Helm. Geeignet ist ein Helm u. A., wenn er der ECE-R 22 entspricht. Die ECE hat aber nur Vorschriften für die Produktion, nicht für nachträgliche Änderungen. Inwieweit ein veränderter Helm noch ‚geeignet‘ ist, müssen dann die Verkehrsüberwacher bzw. Gerichte entscheiden.“ Er fügt hinzu, dass jeder verantwortungsbewusste Motorradfahrer entsprechend handeln sollte. Denn eine Versprödung des Kunststoffes kann auch eintreten, wenn dieser mit Lack oder im Lack enthaltene Lösungsmittel oder Haftvermittler reagiert. Auch hier wäre die Folge, dass der Helm seine volle Schutzwirkung nicht mehr erreicht. Sofern der Helmhersteller die Lackierung nicht ausdrücklich freigegeben hat, so Kläne-Menke, ist daher von nachträglichen Lackierungen aus Sicherheitsgründen dringend abzuraten.

    Schuberth: Thomas Schulz | Head of Product Management Motorrad
    Motorradhelme komplett zu lackieren ist heute kostengünstig kaum zu machen. Ganz schwierig wäre dies bei Kunststoffhelmen (die bei Schuberth nicht angeboten werden). Zum Lackieren unserer Motorradhelme aus Glasfasermatrix verwenden wir lösungsmittelfreie, wasserlösliche Lacke. Auch an diesen Helmen befinden sich Kunststoff-Anbauteile (Kopfebelüftungshaube, Sonnenschirm), die Lackierern Probleme bereiten würden. An der Stelle, wo ein Helm zum flächendeckend lackieren komplett zerlegt werden müsste, winken wir aus Sicherheitsgründen ab: Sicherheitsrelevante Teile des Innenlebens sollen aus verständlichen Gründen nur im Werk demontiert werden. Dass einige Anbauteile auch verschweißt sind, können wir bestätigen, das Bauartgenehmigungsnummern auch den Helmlack betreffen hingegen nicht.
    Genaugenommen müsste man großflächige (Fremd-)Lackierungen wieder einem Test (mit Zerstörung) unterziehen. Auch Roh-Helmschalen von Schuberth zu beziehen ist theoretisch möglich, wäre aber preislich für den Normalanwender nicht mehr attraktiv, weil dies bei uns im Werk mit viel Aufwand verbunden ist. Die Preise wären ähnlich denen bei uns in Handarbeit hergestellten Autorennsport-Helmen. Letztlich können wir für unsere Glasfasermatrix-Helme nur kleine Veränderungen empfehlen, bei denen die bestehende Helmlackierung maximal leicht angeschliffen wird und ein versierter Airbrusher beispielsweise ein Logo aufträgt. Die Helmprüfkompetenz liegt in Deutschland ausschließlich beim TÜV Rheinland.

    Auch von der Louis Kundenberatung für Helme haben wir ein Statement bekommen. Dort empfiehlt man Aufkleber oder Sticker zur Individualisierung. Wer großflächigere Veränderungen haben möchte, dem rät man im Allgemeinen zum Kauf eines Carbon- oder Fieberglashelmes. Alles Weitere ist dann der Freiheit der Kunden und deren Internetrecherche überlassen. Besonders häufig werden individuelle Lackierungen jedoch nicht nachgefragt.

    Die Frankfurter Firma Helmade.com hat sich auf Helmdesigns für Straße und Rennsport spezialisiert. Hier liefert der Lackierbetrieb auch gleich den Helm von namenhaften Herstellern mit dazu. Es gibt jeweils ein Jet- und ein Integralhelm-Modell (Arai, Bell Bullitt), die Endpreise liegen zwischen 8 und 900 € bei Integralhelmen und bei 400 € bei Jethelmen samt Lackierung. Nach eigener Auskunft werden nur Helme lackiert, bei denen der Hersteller dieses auch erlaubt. Der Roller- bzw. Jethelm nennt sich helmade ONE, besteht aus ABS Kunststoff und schlägt lediglich mit 129 € zu Buche. Die Helme können in einer 3D online-Animation nach vorgefertigten und Individuellen Designs gestaltet werden. Anschließend wird der Helm lackiert und zugesendet. Es besteht aber auch die Option den eigenen Helm einzuschicken. Zur Prüfung der Lackierfähigheit sind genaue Produktbezeichnung sowie Detailfotos notwendig. Grundsätzlich können hochwertigere Helme problemloser lackiert werden, sagt uns Firmeneigner Christian Möhring.
    Die Alternative: Folieren

    Bei iRace Design (Darmstadt) werden Helme auch ganz oder teilweise foliert. Es handelt sich dabei um eine spezielle Folie oder genauer ein Laminat, das in einem Stück oder mehrteilig aufgetragen wird. Dabei werden Sollbruchstellen eines Helmes ausgespart. Die Folie ist theoretisch überlackierbar, darauf wird aber meist verzichtet. Der Auftrag ist für die technischen Eigenschaften des Helmes ungefährlich, deswegen können auch Polykarbonat-Helme foliert werden. Das Design dient dann auch als Schutzüberzug und kann einfach erneuert werden. Bei iRace Design werden auch 3D Lasercuts oder Reto-Aufkleber hergestellt. Bereits designte Helme können auch verändert werden, so lange man der Haptik von überlackierten Aufklebern folgt, sieht das auch ganz gut aus, sagt uns Firmenleiter Alex Brinkmann. Die Kosten halten sich im Rahmen: Für den Helmversand werden nur 6 € berechnet, einfache Designs (Streifen) gibt es schon ab 70 €, nach oben hin zahlt man je nach Aufwand ca. 200 bis 500 €. Der Aufwand besteht zu einem großen Teil in der Entwicklung eines druckfähigen Designs. Bringt der Kunde das mit, landet man eher am unteren Ende der Preisskala.

    Welche Helme können lackiert werden?

    Vom Lackieren alter Helme aus Polycarbonat sollte man tatsächlich absehen. Auch andere Helmen, die im thermo-injected Verfahren ohne Gewebeeinlage hergestellt werden (z. B. ABS und Lexan), werden als ‚nicht lackierbar‘ ausgewiesen. Helme mit Fasereinlagen (Fieberglas, Carbon oder Kevlar) gelten in der Regel als lackierfähig.

    Zusammenfassend betrachtet ist das Helme Lackieren möglich, ohne dass Hersteller oder TÜV explizit ihren Segen dafür geben (müssen). Es gibt aber eine Menge Sicherheitsrelevantes zu beachten, so das Lackieren schnell eine Angelegenheit für den Fachmann wird. Unabhängig davon könnte es in einem Schadensfall Rechtsstreitigkeiten über Gewährleistungs- und Versicherungsfragen geben, einfach deswegen, weil der Helm nachträglich verändert wurde.

    #auf_deutsch #moto #sécurité #technologie #design #culture

  • Fehlfarben - Ein Jahr (Es geht voran)
    https://www.youtube.com/watch?v=4JztCkQ4ubQ

    Fehlfarben - Ein Jahr (Es geht voran) - Rockpalast Fehlfarben ist eine deutschsprachige Rockband aus Düsseldorf und Wuppertal, die 1979 in Düsseldorf gegründet wurde. Gründungsmitglieder waren Peter Hein (ehemals Mittagspause), Thomas Schwebel (ehemals Mittagspause, S.Y.P.H.), Michael Kemner (ehemals Y.O.U., DAF, später Mau Mau, 20 Colours), Frank Fenstermacher (später Der Plan), Uwe Bauer (ehemals Materialschlacht) und Markus Oehlen (ehemals Mittagspause).

    #musique #NDW #new_wave #auf_deutsch #Rockpalast

  • Die „Identitäre Bewegung“ habe sich vom Bild des Rechtsextremisten ...
    https://diasp.eu/p/9348985

    Die „Identitäre Bewegung“ habe sich vom Bild des Rechtsextremisten mit Glatze und Springerstiefeln verabschiedet, erklärt Experte Andreas Speit im Interview. Sie verfolge aber weiter eine „Blut- und Boden“-Ideologie. Interview zu „Identitären“: „Blut-und-Boden-Ideologie modern verpackt“