• Wie Rio de Janeiro Uber austrickste
    https://www.spiegel.de/ausland/brasilien-arbeitsbedingungen-wie-die-stadt-rio-de-janeiro-uber-austrickste-a

    22.03.2022 aus Rio de Janeiro berichtet Nicola Abé - Weltweit verdrängt der Fahrtenvermittler Uber mit Billigangeboten und prekären Arbeitsbedingungen Taxis aus den Städten. Rio de Janeiro wehrte sich – mit Erfolg. Als Nächstes dran: Essenslieferdienste.

    Rubens da Silva liebt seinen Job. Seit 17 Jahren fährt der Mann mit den freundlichen Augen Taxi in Rio de Janeiro. Er mag den Kontakt mit den Kunden, die vielen Touristen. »Jeden Tag passiert etwas Neues, erzählt jemand eine interessante Geschichte«, sagt er. Der Job sei das Beste, was einem wie ihm passieren könne. »Ich war vier Jahre in der Schule. Taxi fahren auch Ingenieure oder Doktoren.«

    Da Silva, 44, arbeitet oft an sechs Tagen in der Woche, im Schnitt zwölf Stunden am Tag. Früher verdiente der Vater von zwei Kindern dabei recht gut, rund 7000 Real (1250 Euro) pro Monat. Doch dann drängte 2014 Uber auf den Markt und begann, »die Kunden zu klauen«. Da Silva ging mit seinen Kollegen demonstrieren. »Ich war mindestens bei zehn Protesten«, erzählt er. Dabei hätten sie auch für die Rechte der Uber-Fahrer mitgekämpft. »Die Leute fahren mit Flipflops. Von Uber kann man nicht leben.«

    Taxifahrer Rubens da Silva in Rio de Janeiro: Als Uber auf den Markt kam, verlor er viele Kunden Taxifahrer Rubens da Silva in Rio de Janeiro: Als Uber auf den Markt kam, verlor er viele Kunden

    Doch der App-basierte Fahrtenvermittler Uber lockte mit Billigangeboten und eroberte das Geschäft. Die Einkommen der Taxifahrer sanken – ein Problem, mit dem viele Städte zu kämpfen haben, seitdem das US-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in San Francisco sich weltweit ausbreitete.

    In vielen Ländern kam es zu Protesten von Taxifahrern. In einigen Städten weltweit wurde Uber verboten, doch der brasilianische Oberste Gerichtshof entschied sich 2019 dagegen. Die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro beschloss daraufhin, das Unternehmen mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Es machte dem Fahrtenvermittler mit einer ebenso simplen wie kreativen Idee Konkurrenz: der Entwicklung einer eigenen, öffentlich-rechtlichen Taxi-App, finanziert von der Stadt.

    »Als Uber auf den Markt kam, dachten wir, Taxis würden schlicht verschwinden«, sagt Pedro Paulo Carvalho Teixeira, Ökonom und Minister für Finanzen und Planung in der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro, »inzwischen ist unsere eigene App so erfolgreich, dass wir eine echte Alternative sind.«

    Die Idee kam bereits 2015 auf, kurz nachdem Uber auf den Markt gedrängt war. Zwei Jahre später wurde die App fertiggestellt, entwickelt von dem Technikunternehmen IplanRio, das der Stadt gehört. »Inzwischen sind 70 Prozent der Taxifahrer bei uns angemeldet«, sagt Carvalho Teixeira. Eine Werbekampagne sei nicht nötig gewesen, die App habe sich einfach so verbreitet. Bereits sechs Städte in Brasilien hätten sie übernommen, darunter Niteroi, Nilópolis und Maceió. Rund 65 weitere seien interessiert; man arbeite an Verträgen.

    Die Nutzung der städtischen Rio-Taxi-App ist für die Fahrer gratis. Laut Stadtverwaltung verdient ein Taxifahrer damit rund 85 bis 100 Prozent mehr als ein Uber-Fahrer. Viele der insgesamt eine Million Uber-Fahrer in Brasilien arbeiten an sieben Tagen in der Woche, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Früher mussten sie fixe 25 Prozent des Fahrpreises an den App-Betreiber abgeben, seit 2018 sei die Abgabe »variabel«, wie das Unternehmen mitteilt.

    Das bedeutet allerdings auch, dass die Rio-App ein Zuschussgeschäft ist – die Entwicklung kostete die Stadt 8,3 Millionen Real. Und monatlich muss Rio de Janeiro eine Million Real bezahlen, um den Service aufrechtzuerhalten.

    Perdo Paulo Carvalho Teixeira, Minister für Finanzen und Planung in der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro, will die Fehler des Marktes mit eigenen Apps korrigieren Perdo Paulo Carvalho Teixeira, Minister für Finanzen und Planung in der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro, will die Fehler des Marktes mit eigenen Apps korrigieren

    »Diese Sache ist uns so wichtig, dass wir diesen Preis bezahlen«, sagt Carvalho Teixeira, der der Sozialdemokratischen Partei angehört, »wir haben zwar keine direkten Einkünfte durch die App, wohl aber indirekte.« So würde etwas für den sozialen Frieden getan. Die als selbstständig gemeldeten Taxifahrer bezahlten außerdem Steuern in Rio de Janeiro. Das Vermittlungsunternehmen Uber indes bezahlt im Schwerpunkt dort, wo es angesiedelt ist – nämlich im Steuerparadies Osasco im Bundesstaat São Paulo.

    »Das ist problematisch, weil Uber unsere städtische Infrastruktur nutzt, Umweltkosten verursacht – und gleichzeitig wenig zum Gemeinwesen beiträgt«, sagt Carvalho Teixeira. Im März 2021 führte Rio de Janeiro eine kleinere Abgabe für die Straßennutzung durch Taxi- und Uber-Fahrer ein. »Nur dadurch haben wir herausgefunden, dass fast 90.000 Uber-Fahrer in unserer Stadt aktiv sind, ansonsten haben wir kaum Kontrolle.« Das Unternehmen halte sich bedeckt, Zahlen und Daten würden kaum herausgegeben. Die Steuer wurde inzwischen vor Gericht wieder gekippt.

    Um mit Uber mithalten zu können, hat das stadteigene Technikunternehmen IplanRio ein smartes System entwickelt: So gibt die Rio-Taxi-App einen festen Basispreis für die Strecken vor. Gleichzeitig haben die Fahrer aber die Möglichkeit, Rabatte von bis zu 40 Prozent auf den Fahrpreis anzubieten, was die Taxifahrten für die Kunden attraktiver macht. Da Uber seine Preise an der aktuellen Nachfrage ausrichtet, kann es mitunter sogar vorkommen, dass Taxis günstiger sind, etwa an Neujahr.

    Der Marktanteil der Taxifahrer am Geschäft mit Fahrten in Rio de Janeiro liegt laut Stadtverwaltung heute immerhin wieder bei 30 bis 40 Prozent, Tendenz steigend. Für den Taxifahrer Rubens da Silva jedenfalls hat sich der Download der Taxi-App ausgezahlt, er akquiriert so einen Teil seiner Kunden. Zwar verdiene er nicht mehr ganz so viel wie früher, aber immerhin mehr als zwei Drittel, davon könne er leben.

    »Uns geht es darum, gegenzusteuern und gewisse Fehlentwicklungen des Marktes auszugleichen«, sagt Carvalho Teixeira. Er hat noch viel vor: Als Nächstes plant er, das Problem mit den Essens-Lieferdiensten angehen. Rund 100.000 Menschen, die meisten von ihnen Männer aus der Favela, arbeiten allein in Rio de Janeiro als Kurierfahrer, während der Pandemie stieg ihre Zahl stark an.

    Die Kurierfahrer müssen einen hohen Anteil ihrer Einnahmen an die Betreiber der Apps namens »ifood« oder »Rappi« abgeben, die Arbeitsbedingungen sind ausbeuterisch, der Verdienst gering: »Sie schuften 12 bis 14 Stunden täglich; es ist ein zehrender, schlecht bezahlter Job.«

    Das städtische Technikunternehmen IplanRio arbeitet daher derzeit mit Hochdruck an der nächsten App: einem stadteigenen Vermittler von Essenslieferungen. Die App soll bald auf den Markt kommen, gratis genutzt werden können und das Leben der Auslieferer verbessern. Sie soll »valeu« heißen, so etwas wie: »Danke, cool.«

    #Brasilien #Rio_de_Janeiro #Taxi #Uber #Auftragsvermittlung

  • Satellitennavigation: Große Störungen von GPS im Ostseeraum
    https://www.golem.de/news/satellitennavigation-grosse-stoerungen-von-gps-im-ostseeraum-2203-163765.html

    Was tut ein #Taxifahrer ohne solide #Ortskenntnisse bei Ausfall des #GPS ? Zunächst erhält er keine Aufträge über das GPS- und Internet-basierte Vermittlungssystem. Sodann wird er seine Kunden nicht zu ihrem Fahrtziel befördern können, zumindest nicht auf dem vorgeschriebenen kürzesten Weg. Dieser Artikel beschreibt, dass das US-Navigationssystem sehr andällig gen Funkstörungen ist.

    10.3.2022 von Werner Pluta - Wer stört die Satellitennavigation? Die finnische Behörde für Verkehr und Kommunikation Traficom hat mitgeteilt, dass das Signal des US-Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS) in Teilen Finnlands gestört sei. Auch andere Teile des Ostseeraums seien betroffen. Flüge hätten deshalb gestrichen werden müssen.

    Piloten mehrerer Fluggesellschaften hätten Störungen im Osten des Landes bis nach Jyväskylä im Landesinnern gemeldet, berichtet Traficom. Es sei daraufhin eine Notice to Airmen veröffentlicht worden, die darauf aufmerksam mache.

    Das Phänomen trat aber nicht nur in Ostfinnland auf. „Unsere Piloten haben in den letzten Tagen GPS-Störungen in der Nähe des Kaliningrader Gebiets festgestellt“, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft Finnair der britischen Nachrichtenagentur Reuters.
    Das GPS-Signal war bis Polen gestört

    Der Twitter-Nutzer John Wiseman hat eine Animation gepostet, die zeigt, dass das Satellitennavigationssystem von Lettland über Litauen bis nach Polen gestört war. Die GPS-Störungen im Ostseeraum seien die stärksten auf dem Planeten gewesen, schrieb Wiseman.

    „Das Fliegen ist nach wie vor sicher. Die Fluggesellschaften haben Verfahren, die sie anwenden, wenn das GPS-Signal ausfällt“, sagte Traficom-Chef ari Pontinen. „Die Flugzeuge können andere Systeme nutzen, um sicher zu navigieren und zu landen. Die Flugsicherung unterstützt die Piloten mit Hilfe anderer Landesysteme.“

    Die litauische Fluggesellschaft Transaviabaltika hat jedoch mehrere Flüge nach Savonlinna gestrichen, weil eine Landung ohne GPS-Signal ihrer Ansicht nach nicht möglich war. Eine Fluggesellschaft müsse selbst entscheiden, ob sie in einem Gebiet operiere, in dem das GPS-Signal gestört sei, teilte Traficom mit.
    Niinisto traf sich mit Biden

    Die GPS-Störungen begannen laut Traficom am vergangenen Wochenende. Zu dem Zeitpunkt war der finnische Präsident Sauli Niinisto zum Staatsbesuch in den USA. Er sprach mit US-Präsident Joe Biden über die Beziehungen Finnlands zum westlichen Verteidigungsbündnis Nato.

    Es ist unklar, ob die Ausfälle, die laut Traficom andauern, durch einen Sonnensturm ausgelöst oder absichtlich herbeigeführt werden und mit dem Krieg zusammenhängen, den Russland gegen die Ukraine führt. Eine Anfrage von Reuters dazu ließ die russische Regierung unbeantwortet. Das finnische Außenministerium untersucht laut der Nachrichtenagentur die Angelegenheit.

    Ein Schwachstelle von GPS ist die geringe Signalstärke. Experten warnen seit Jahren, dass das Satellitennavigationssystemen auch mit günstigen Störsendern leicht getäuscht werden könne.

    #Technik #Ortskunde #Auftragsvermittlung

  • Taxigewerbe in Berlin – Rufsäulen – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Taxigewerbe_in_Berlin

    Das war einmal. Seit Übernahme des Rufsäulenbetriebs durch Taxi Berlin wird abgewickelt. Die Rufnummern gehen 2022 im monopolistischen Vermmittlungssystem auf, und Rufsäulenaufträge werden wie an eine Flotte an ihre Abonneten vermittelt.

    Die WBT betreibt die 145 Berliner Taxi-Rufsäulen. Jede Rufsäule hat eine eigene Telefonnummer. Wählt man die Nummer der nächstgelegenen Rufsäule, kann man den dort eventuell wartenden Fahrer zu sich bestellen. Im Jahr 2006 schrieb die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin einen Antrag, da die WBT Gebühren verlange, „ohne [in] nachvollziehbarer Weise abzurechnen“. Die Zahl und Bedeutung der Rufsäulen hat durch die Verbreitung von Handys und der automatischen Vermittlung abgenommen.

    #Berlin #Taxi #Auftragsvermittlung #Rufsäule

  • Uber streicht Support für Apple Watch
    https://www.heise.de/news/Uber-streicht-Support-fuer-Apple-Watch-6323331.html

    11.1.2022 von Leo Becker - Der Fahrdienstleister Uber hat seine Apple-Watch-App offensichtlich eingestellt: Man unterstütze die Apple Watch nicht länger, heißt es jetzt beim Öffnen der watchOS-App, Funktionen sind nicht mehr verfügbar. Nutzer sollen für Fahrtbuchung zur Smartphone-App wechseln, heißt es in dem Hinweis – man entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten. Eine offizielle Bestätigung für das Aus der Apple-Watch-App liegt noch nicht vor, auch eine Begründung für das angekündigte Support-Ende fehlt.

    Ubers Watch-App weiter verfügbar

    Mit einem Hinweis in der Watch-App stellt Uber den Support ein.

    Im App Store wird die App bislang weiterhin für die Smartwatch zum Download bereitgestellt, auch in Support-Dokumenten ist die Funktionalität unverändert zu finden.

    Entsprechend bleibt vorerst offen, ob eine neue, überarbeitete App für watchOS geplant ist oder die Plattform in Zukunft nicht mehr unterstützt werden soll. Vom Google-Konkurrenten Wear OS hat sich Uber schon vor längerem zurückgezogen.

    Bei der Einführung der Apple Watch präsentierten Apple-Manager die Uber-App noch als großes Aushängeschild für die Möglichkeiten der neuen Gerätekategorie. Trotz App Store und enger iPhone-Anbindung konnte sich die Apple Watch bislang allerdings nicht als lebhafte neue allgemeine App-Plattform etablieren, nur in bestimmten Kategorien wie etwa Fitness, Health, Outdoor und Musik gibt es aber ein größeres Angebot.

    Andere große App-Anbieter, die anfangs noch auf den Zug aufsprangen, stellten ihre meist sehr limitierten und oft wenig nützlichen Watch-Apps schon in den vergangenen Jahren ein. Vereinzelt wurden Watch-Apps allerdings auch ganz neu aufgelegt, nachdem Apple die Funktionalität der ursprünglich massiv begrenzten Programme schrittweise erweitert hat – so kehrte etwa Google Maps auf die Apple Watch zurück. Inzwischen können auch alleinstehende Apple-Watch-Apps angeboten werden, die auch ohne Begleit-iPhone direkt mit Web-Diensten kommunizieren können. Ganz ohne iPhone lässt sich die Smartwatch aber weiterhin nicht in Betrieb nehmen.

    #Uber #Apple #Plattform #Auftragsvermittlung

  • Tod der Rufsäule !
    https://www.funk-taxi-berlin.de/rufsaeulen

    Noch weiß es keiner außer den Besitzern von Rufsäumenschlüsseln, denn genauso wie vor einem Jahr in aller Stille die Berliner Taxivermittlung über Sprechfunk zu Grabe getragen wurde, so heimlich still und leise werden um den Jahreswechwel 2021/2022 die Berliner Taxirufsäulen beerdigt.

    Tod der Rufsäule ! hallt der Schlachtruf der Digitalisierer, die einfach bessere Margen, höheren Profit wollen und sich nicht mehr mit echten Kosten für reale Hardware abgeben wollen. SIe kommen sich vor wie revolutionäre Industrialisierer, und huldigen der kreativen Zerstörung, der disruptiven Kreativität. Dabei sind sie nur gierige Profiteure und Ausbeuter auf beiden Seiten des Atlantiks, in Fernost und im nahen Westen. Menschen, auch Kunden, spielen in ihrer Welt keine Rolle.

    Bereits abgeschaltet sind heute die Säulen Linden/Schwatllo bzw. Lichtefelde Süd, Siemens, Pablo-Neruda, Weddingplatz, Jakob-Kaiser, Wundt/Neue, und „Mexico“. Taxi-Berlin weiß nicht einmal mehr, daß sich Platz und Halte mit K schreiben. Alle anderen Säulen werden ebenfalls bald virtualiseirt und über die Vermittlungs-App abgebildet.

    Was ist mit unseren Kundinnen und Kunden?

    Wenn ich meine Lieblingshalte anrufe, kann ich nicht mehr mit dem Taxifahrer quatschen, sondern muss mit einem Gesprächspartner vorlieb nehmen, der noch nie in seinem Leben hinter dem Steuer eines Berliner Taxis gesessen hat. Wenn es ganz schlimm kommt, reißt der bei einem Callcenter in Istanbul die Schichten runter. Wieso ich noch mit dem Taxi fahren soll? Keine Ahnung, erschließt sich mir nicht mehr. Ohne Säule kann ich gleich den Kinders sagen, sie sollen mir einen Uber rufen.

    Schritt für Schritt graben die größten Taxi-Lobbyisten „dem Gewerbe“ das Wasser ab. Keine Oŕtskenntnis, kein Lieblingskutscher, keine Rufsäule, kein Gespräch, kein Inhalt. Das wars dann für dieses Jahr. Mal sehen, ob wir im Neuen die Auferstehung des Taxi von den Toten erleben.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    mit dem Zusammenschluss von Taxi Berlin und der WBT haben wir die Rufsäulenvermittlung übernommen. Auch in Zeiten der APP-Vermittlung wird dieses System von Fahrgästen und Fahrern genutzt.

    Nachdem wir nun selbst Erfahrungen mit dem bestehenden Rufsäulensystem sammeln konnten, mussten wir feststellen, dass viele anrufende Fahrgäste nicht bedient werden können. Sei es, weil gerade niemand mit einem Rufsäulenschlüssel vor Ort ist, spezielle Fahrwünsche des Kunden nicht bedient werden können oder die Rufsäulentechnik plötzlich nicht mitspielt bzw. die Rufsäule defekt ist.

    Wir wollen erreichen, dass jeder Fahrgast uns jederzeit telefonisch erreichen kann, der mit dem Berliner Taxigewerbe fahren möchte. Unser Ziel ist, dass jedem Kunden auf jeden Fall ein Taxi vermittelt wird, ohne lange Wartezeiten.

    Wir sollten und wir dürfen es uns nicht mehr leisten, dass auch nur eine einzige Taxitour dadurch verloren geht oder dass wir nicht erreicht werden können. Wir werden daher die Rufsäulen modernisieren und in die bestehende digitale Vermittlung integrieren.

    Was bedeutet das für Vertragspartner des Rufsäulensystems?
    Damit auch die Kollegen, welche bisher ausschließlich den
    Säulenschlüssel nutzen, weiterhin zum gewohnten Tarif von den
    Aufträgen profitieren können, wurde extra eine eigene Taxigruppe „Rufsäule“ eingerichtet.

    Diese digitale Flotte ersetzt den Rufsäulenschlüssel. Der Kunde wird bei seinem Anruf direkt in die Zentrale geleitet. Von dort aus wird der Auftrag dann an die entsprechenden Rufsäulenteilnehmer vermittelt.
    Findet sich hier kein Rufsäulen-Kollege, werden diese Aufträge allen Taxen im Vermittlungssystem angeboten. Der Kunde bekommt so sein bestelltes Taxi, auch wenn gerade kein Rufsäulenteilnehmer verfügbar ist.

    Ein Rufsäulenschlüssel wird letztendlich nicht mehr nötig sein.
    Der Auftrag wird über die kostenlose Fahrerapp vermittelt.
    Für die Kollegen, die bisher an der Rufsäulenvermittlung teilgenommen haben und schon Funkteilnehmer sind, wird sich bei der Auftragsvermittlung nichts ändern. Sie werden lediglich eine neue Flotte mit dem Kürzel „RFS“ bemerken.

    Die Kollegen, die bisher ausschließlich einen Rufsäulenschlüssel
    nutzen, benötigen ein Android Smartphone und die Fahrerapp. Diesen Kollegen ermöglichen wir weiterhin, ausschließlich Rufsäulenaufträge zu fahren. Es muss keine zusätzliche Flotte gebucht werden. Für die technische Ausrüstung und Umstellung kontaktieren Sie bitte die Fahrer- und Unternehmerbetreuung unter der Mailadresse:
    fub@taxi-berlin.de <mailto:fub@taxi-berlin.de>.

    Die Rufsäulen werden nicht alle zeitgleich abgestellt werden. Die
    Umstellung wird schrittweise erfolgen. In der Übergangsphase wird also auch noch der Säulenschlüssel benötigt.

    Folgende Rufsäulen werden zum nächstmöglichen Zeitpunkt bereits in die digitale Vermittlung übernommen werden. Aus diversen Gründen ist hier bereits jetzt keine normale Rufsäulenvermittlung mehr vorgesehen:

    Lichterfelde Lindenstraße
    Siemensdamm
    Mexicoplatz
    Pablo-Neruda-Str.
    Weddingplatz
    Jakob-Kaiser-Platz
    Wundtstraße / Neue Kantstr.

    Über den aktuellen Entwicklungsstand informieren wir in unserem Unternehmerforum www.taxi-berlin.de/news

    Wir freuen uns, nun auch auf dem Gebiet der Rufsäulen eine
    zuverlässigere Vermittlung von Taxiaufträgen ermöglichen zu können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Hermann Waldner

    und das Team von Taxi Berlin

    Die folgenden Links haben nun auch ausgedient.

    ...

    Diese Taxi-Rufsäule in Friedrichsfelde ist in Gefangenschaft – B.Z. Berlin
    https://www.bz-berlin.de/berlin/lichtenberg/diese-taxi-rufsaeule-in-friedrichsfelde-ist-in-gefangenschaft

    19.10.2018 - falsch gebaut, Wartung nicht möglich

    #Berlin #Taxi #Vermittlung #Auftragsvermittlung #Rufsäule #Digitalisierung #Virtualisierung

  • Neue BVG-App: „Jelbi“ soll Berlinern den Abschied vom Auto erleichtern - Berlin - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/neue-bvg-app-jelbi-soll-berlinern-den-abschied-vom-auto-erleichtern/24006936.html

    Ein neuer Ansatz zur Vernetzung der Verkehrsmittel üerschreitet die Grenzen des ÖPNV. Zu fragen ist, ob das zu Lasten der vorhandenen Angebote des ÖPNV geht, Umsätze und Nutzungen zu nicht-öffentlichen Verkerhsformen get, oder ob der ÖPNV weiterentwickelt und regulierte, also demokratisch konrollierte Strukturen für alle ausgebaut werden.

    „Wer in Berlin lebt, braucht kein eigenes Auto“, darin sind sich die Beteiligten einig. Enthalten sein sind Fahrräder und Autos diverser Anbieter, Taxen von „Taxi Berlin“, natürlich die BVG und die S-Bahn. Es fehlen - noch - die Carsharing-Firmen der Autokonzerne wie Car2Go (Mercedes) und Drive Now (BMW). „Alle sind eingeladen“, sagte BVG-Vorstand Henrik Haenecke: „Jeder kann Teil des Bündnisses werden.“

    Die beiden großen Carsharing-Firmen hätten "individuelle Gründe, wieso sie nicht dabei sind, sagte Haenecke. Jelbi werde allerdings so viel Dynamik entwickeln, dass sich auch diese Firmen noch melden werden, sagte Haenecke. Integriert ist dagegen der neue Rufbus der BVG „Berlkönig“

    Der erste „Hub“ (Abkürzung für Hauptumschlagsbasis, der Begriff stammt aus der Logistikbranche) entsteht derzeit am U-Bahnhof Prinzenstraße auf einem Grundstück der Gewobag. Nach Angaben von Gewobag-Chefin Snezana Michaelis werden dort E-Roller, Fahrräder und sechs Carsharing-Autos Platz finden. Weitere Hubs sind am U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz (also nahe Flughafen Tegel) und am Straßenbahnknoten Landsberger Allee / Petersburger Straße geplant. Die BVG vergleicht die Hubs mit einem Marktplatz, dort soll es auch Toiletten, WLAN und auch Paketboxen geben.

    Auf der Vermittlungsebene ist nichts Gutes zu erwarten, denn die BVG betreibt das App- und Infrastrukturprojekt nicht selber sondern geht des Weg das Outsourcing.

    Partnerschaft mit Unternehmen aus Vilnius
    Eine solche App gibt es bereits seit September 2017 in der litauischen Hauptstadt Vilnius - und genau dieses System von der in Vilnius ansässigen Firma Trafi soll auch in Berlin eingesetzt werden.

    Nach Angaben von Trafi ist Berlin die erste Metropole in Europa, die ein solches System anbietet. In Vilnius profitiert auch die Stadt von der Trafi-App, weil die Daten für die Verkehrsplanung eingesetzt werden können. Dort haben 100.000 der 500.000 Einwohner die App installiert.

    Die Haltung, die hier vermittelt wird, unterwirft die Entwicklung des ÖPNV privatwirtschaftlicher Logik. Daten werden in erster Linie zur „Optimierung“ eingesetzt, die Stärkung öffentlicher Angebote kommt nicht zur Sprache. Damit bleiben voraussichtlich die Bedürfnisse all der Berlinerlinnen und Berliner unberücksichtigt, die keine „App“ verwenden möchten oder über keine Kreditkarte verfügen, die bei „Mobilitätsangeboten“ außerhab des ÖPNV so gut wie immer zwingend erforderlich ist.

    #Berlin #ÖPNV #Verkehr #Taxi #BVG #Auftragsvermittlung