• Selbstverwaltung: Schnelltests aus der Kooperative (nd aktuell)
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1150854.selbstverwaltung-schnelltests-aus-der-kooperative.html

    16.04.2021, Von Jürgen Vogt - Vor fünf Jahren ging Roux-Ocefa pleite. Doch das war nicht das Ende von Argentiniens bedeutendstem Pharmaunternehmen. Heute betreiben es über 100 Beschäftigte in Selbstverwaltung.

    Ruhe statt Großstadthektik herrscht in der Straße Piedra Buena im Südwesten von Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires. Nur wenige Autos sind unterwegs, an der Bushaltestelle stehen vier, fünf Wartende. Vor dem Gebäude des ehemaligen Pharmaunternehmens Roux-Ocefa wird der Gehweg gefegt. Im Architekturstil des vergangenen Jahrhunderts zieht sich dessen Außenfassade die Straße entlang. Gegenüber glänzt der Neubau des Ministeriums für soziale Entwicklung aus Glas und Stahl. An der Straßenecke beginnt eine der vielen Armensiedlungen der Stadt.

    Edith Pereyra wartet am Werkstor. 2018 hatten 50 Beschäftigte das Unternehmen in Eigenregie übernommen. Edith Pereyra gehörte dazu. Seither ist sie die Leiterin der Produktion. Seit Mai 1983 arbeitet sie bereits bei Roux-Ocefa. Angefangen hatte sie als Fabrikarbeiterin. »Für mich war das damals eine Riesensache, angestellt zu werden bei einem Unternehmen mit solch einem Prestige, wie es Roux-Ocefa hatte«, sagt sie. Nicht im Traum hatte die heute 56-Jährige damals daran gedacht, dass sie einmal die Produktionsleiterin sein würde, in einer Kooperative und in derselben Firma. »Allerdings, der Betrieb war immer mein zweites Zuhause«, sagt sie.

    Die Ruhe von draußen setzt sich drinnen fort. Die Fußwege sind lang, das Gelände weitläufig, die Gebäude hoch. In der Umkleide liegen die Schutzanzüge bereit. Der Raum ist eng. Vorsichtig, nicht mit dem Ellenbogen gegen die Wand stoßen. Klein ist auch das angrenzende Labor. Leise summt dort die Klimaanlage. »Temperatur und Luftfeuchte müssen immer gleich sein«, sagt Pereyra. An einer quadratischen Maschine werkelt sie mit einem Plastikstäbchen. »Sieht aus wie ein Schwangerschaftstest«, lacht sie. Es ist ein Schnelltest für Antikörper bei einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. Drei Tage dauert der Fertigungsprozess, bis der kleine Stab fertig und in der Verpackung eingeschweißt ist.

    Das Werk in der Straße Piedra Buena ist eines von zwei Standorten. Der andere ist fünf Kilometer entfernt in der Straße Medina. 1935 hatte Julián Augusto Roux die Serumfabrik Roux-Ocefa gegründet. 1912 war der in Paris geborene Roux nach Buenos Aires gekommen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Fabrik zum bedeutendsten Pharmaunternehmen Argentiniens. Auf den beiden fußballplatzgroßen Werksgeländen waren zeitweise bis zu 500 Menschen beschäftigt. Über 100 Medikamente oder medizinische Vorprodukte wurden hier hergestellt, auch für den Export. 1975 starb der Gründer. Die Firma blieb im Familienbesitz.

    Plötzlich kam kein Lohn mehr

    Vor dem Werk in der Straße Medina wartet Bruno Di Mauro. Die Außenfassade ähnelt der des Werkszwillings in der Straße Piedra Buena. Verschlungen ist der Weg zum kleinen Büro des Vorsitzenden der Cooperativa de Trabajo Farmacoop. »An diesem Standort sind die Verwaltung und die Qualitätskontrolle«, sagt Di Mauro auf den Weg nach oben, vorbei an vielen leer stehenden Räumen. »Hier sind wir maximal zehn Beschäftigte. In Piedra Buena ist die Produktion und die Logistik, dort arbeiten mehr.«

    Als Laborassistent hatte er bei Roux-Ocefa angefangen. Heute ist der 30-Jährige der Vorsitzende der Arbeitskooperative Farmacoop. »Die Alten erzählen, dass alles vor etwa zehn Jahren begann: weniger Produktion, schlechte Wartung, keine Ersatzteile, alles wurde nur noch notdürftig repariert«, sagt er. Dann blieben Ende 2015 die Löhne aus und das Unternehmen häufte Schulden an. Ein Jahr später konnte es die Verbindlichkeiten von rund 50 Millionen Dollar nicht mehr bedienen und meldete Konkurs an, schildert Di Mauro den Abstieg des Traditionsunternehmens.

    »Ja, auf einmal kam der Lohn nur noch in Raten oder gar nicht«, bestätigt Edith Pereyra. »Zusatzleistungen wie Weihnachtsgeld wurden ganz gestrichen, Beschäftigte ohne Abfindungen entlassen.« Die Arbeitenden widersetzten sich und schlugen die Gründung einer Genossenschaft vor. Doch die Gewerkschaftsvertretung präsentierte einen Investor, der den Betrieb übernehmen sollte. Als sich schließlich alle Beschäftigten auf der Straße vor den Werkstoren wiederfanden, spaltete sich die Belegschaft. Der größere Teil wollte mit einem neuen Investor weitermachen, den die Gewerkschaft vorgeschlagen hatte. Doch statt zu investieren, wurde mit dem Leerräumen der Fabrik begonnen.

    »Zu fünft hatten wir hier unten vor dem Werkstor in einem Zelt angefangen Wache zu halten«, erzählt Bruno Di Mauro. Mal waren es 20, mal 30 Kolleg*innen. Zwei Jahre verharrten sie in wechselnden Schichten im Zelt auf dem Gehweg vor dem Tor, um »aufzupassen, dass sie nicht die Maschinen wegschleppen«. Unterstützung erfuhren sie von den Nachbarn im Stadtviertel. Die Gewerkschaft wandte sich komplett ab. Um finanziell mehr schlecht als recht durchzuhalten, wurden Solidaritätsfestivals organisiert. Schließlich gründeten sie eine Kooperative und nahmen das juristische Tauziehen auf, um wieder ins Werk zu kommen.

    »Für mich war der rechtliche Teil das Schwierigste«, erinnert sich Edith Pereyra an die Zeit im Zelt. »Für einfache Arbeitende öffnen sich die Türen bei Justitia nicht von alleine.« Ende 2019 erhielten sie vom Konkursrichter die Erlaubnis, das Werk wieder betreten zu dürfen. Der Richter folgte dem 2011 reformierten Konkursgesetz, wonach Kooperativen als Fortführung eines Unternehmens Vorrang vor dessen Auflösung haben. »Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, als wir das erste Mal wieder das Werksgelände betraten.« Vieles war zerstört: eingerissene Wände, Löcher in den Fußböden und Decken, Maschinen fehlten. Doch statt zu resignieren, begannen sie, den ganzen Schutt wegzuräumen.

    »Das Schwierigste war, Pharmazeuten und Chemiker davon zu überzeugen, in einem wiedererlangten Betrieb zu arbeiten«, benennt Di Mauro das für ihn größte Hindernis. »Um als Pharmaunternehmen zugelassen zu sein, brauchten wir staatlich anerkannte Fachkräfte.« Ende April 2020 erhielten sie die vorläufige Genehmigung für die Nutzung beider Werke. »Als hätte jemand reinen Sauerstoff in unseren Kampf gepumpt, es war Freude pur«, sagt Di Mauro. Endlich konnten sie die bei der Arzneimittelbehörde anhängigen Genehmigungsverfahren abschließen.

    100 Euro pro Monat

    Eigentümerin der beiden Standorte ist die Kooperative nicht, aber ihr gehören die Nutzungsrechte für das Firmengelände mit allem, was darauf steht. Und sie besitzt die Markenrechte und Produkte der ehemaligen Roux-Ocefa. Angefangen wurde mit 50 Mitgliedern, heute gehören der Kooperative etwas mehr als 100 Mitglieder an. Das Gesetz verlangt die Wahl eines Vorsitzenden, eines Sekretärs und eines Schatzmeisters. »Dem Gesetz ist damit Genüge getan, die Entscheidungen treffen wir auf den Mitgliederversammlungen«, sagt Pereyra.

    Alle erhalten den gleichen Lohn. Der ist das Gegenteil von üppig, umgerechnet knapp 100 Euro im Monat. Dazu kommen monatlich 100 Euro Soziallohn, der vom Ministerium für soziale Entwicklung zugezahlt und den Kooperativen gewährt wird. Wie sie damit über die Runde kommt? Pereyra hebt und senkt die Schultern. »Was ist die Alternative?«, fragt sie.

    Argentinien steckt in der Dauerkrise. Sozialversicherte Arbeitsplätze sind ein rares Gut, und die Pandemie hat alles nur noch verschlimmert. Um satte zehn Prozent ist die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr eingebrochen. Stattdessen wuchs die Informalität, stieg die Inflationsrate und breitete sich die Armut weiter aus. Ende Dezember lebten 42 Prozent der rund 45 Millionen Argentinier*innen unterhalb der Armutsgrenze, gab die Statistikbehörde vor wenigen Tagen bekannt. Als Teil einer Kooperative um den Erhalt des Arbeitsplatzes zu kämpfen, ist in einem Land mit einem fragilen sozialen Netz eine vernünftige Alternative.

    Nächster Schritt: Arzneimittel

    Nadia Álvarez ist bereits beim Aufräumen. Die 22-Jährige ist für das Abfüllen von Handgel mit Alkohol zuständig. Für heute ist das Produktionssoll erfüllt. Álvarez ist seit einem Jahr bei der Kooperative, ihre Mutter war Gründungsmitglied. Das in Argentinien viel verwendete Desinfektionsmittel und die Schnelltests sind gegenwärtig die wichtigsten Standbeine des Betriebs. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach dem Gel kräftig gestiegen, und bei Farmacoop konnten sie sofort in die Produktion und Vermarktung einsteigen.

    Für die Kooperative ist die Pandemie dennoch eine zweischneidige Sache. »Wir hatten alles fertig. Dann kam das Virus, alles wurde gestoppt und liegt seither auf Eis«, sagt Di Mauro. Das Ziel bleibt die Herstellung von Medikamenten. Zwei Projekte sind weit fortgeschritten: die Wiederaufnahme der Produktion der in Argentinien legendären Handcreme Auqualane sowie des Nasensprays Nasilon. »Labore und Fertigungsanlagen sind komplett eingerichtet«, bestätigt Produktionsleiterin Edith Pereyra. »Was jetzt noch fehlt, sind die Zulassungsbescheinigungen der Arzneimittelbehörde. Dann sind wir weltweit das erste wiedererlangte Pharmaunternehmen, das Arzneimittel herstellt.«

    #travail #Argentine #sydicalisme #autogestion #médicaments #vaccin

  • Salaire unique ou « salaire au besoin » : une coopérative boulangère repense la notion de rémunération - Basta !
    https://www.bastamag.net/salaire-au-besoin-egalite-salariale-alternative-cooperative-Scop-boulanger

    Une boulangerie en coopérative a imaginé une façon inédite de concevoir sa grille salariale, en expérimentant le « salaire au besoin » Après six mois de fonctionnement, les salariés livrent un premier bilan contrasté, étonnant et riche d’enseignements.

    Que doit rémunérer le salaire ? La stricte part de l’effort productif ? Ou bien doit-il intégrer les conditions sociales d’existence du travailleur ? C’est à ces questions, pour le moins fondamentales, auxquelles des boulangers grenoblois se sont frottés. Ils ont eux-mêmes tenté une expérimentation inédite : le « salaire au besoin ».

    Jusqu’alors, la boulangerie Le Pain des Cairns – une coopérative ouvrière – fonctionnait sur un principe simple : le salaire unique. Tous les salariés y travaillent à la fois comme boulanger et comme vendeur, chacun étant appelé à effectuer les mêmes tâches – en proportions égales, autant que possible – assurant ici le service au comptoir, là différentes missions administratives, quand les mains ne sont évidemment pas occupées à préparer le levain ou à surveiller la cuisson. Chacun des boulangers coopérateurs touchait donc le même salaire, 1600 euros net, auquel s’ajoutent diverses primes au cours de l’année.

    #boulangerie #coopérative #SCOP #autogestion #revenu #salaire

    • À sa façon, la coopérative boulangère rejoue les grands débats sur la valeur du travail, mais se refuse à les trancher. « Dès lors qu’on essayait de « factualiser » tout ça dans une grille, ça bloquait. C’était trop contradictoire avec notre approche des choses » abonde Myriam, 32 ans. C’est ainsi que surgit l’idée de renverser la perspective, en dissociant les tâches accomplies de la rémunération obtenue. Autrement dit, décorréler le salaire du travail, en ne se focalisant plus sur la production et l’activité exercée, mais plutôt sur les besoins revendiqués du salarié. Le nom en découle naturellement – le « salaire au besoin » – sans qu’il ne soit inspiré d’aucune théorie ou expérience particulière. Le collectif établit pour cela son propre mode d’emploi et ses propres règles, le temps d’une expérimentation fixée à six mois à partir d’octobre 2020.

    • Si le principe du salaire unique apparaît bel et bien séduisant pour ce qu’il incarne comme valeur d’égalité, le vécu commun de cette boulangerie raconte aussi qu’il ne permet pas certaines solidarités – en l’occurrence, à l’égard de l’âge et d’une situation familiale, mais il pourrait en être de même vis-à-vis de problématiques de santé ou de handicap. Alors, salaire unique versus salaire au besoin, et si la « vérité » était entre les deux ?

      Il y a une autre question qui n’est pas abordée : et si ce n’était PAS à l’activité précise de la personne qui a ces besoins de le prendre en charge ?

      En effet, là illes font des expérimentations légitimes, car la société générale dans laquelle illes vivent ne prend pas en charge, ou mal, ces besoins. Du coup illes se rabattent sur l’entreprise où illes travaillent pour cela. C’est légitime sur le cours terme, car c’est uniquement sur ça qu’illes ont la main !

      Mais… c’est le principe de la sécu à la base : ça ne devrait surtout pas être propre à telle entreprise, mais mutualisé (et donc lissé) sur beaucoup plus de monde. Pas forcément un pays entier d’ailleurs, on peut très bien imaginer des expériences de sécu à échelle communale, régionale…

      À partir du moment où ces besoins courants et qui peuvent toucher tout le monde (enfants, maladie, chômage, etc), sont pris en charge « par la communauté » plus généralement (pays ou région ou commune, ce sont des choix très différents mais en tout cas : pas dans chaque entreprise !), et bien à l’intérieur même de telle entreprise (ou service public), le salaire peut bien rester au salaire égal.

  • Contre le Covid, la démocratie et l’autogestion - Mon blog sur l’écologie politique
    http://blog.ecologie-politique.eu/post/Contre-le-Covid-la-democratie

    Si cette rencontre de travail avait réuni des promoteurs du laisser-faire et chacun·e sa gueule, des libertarien·nes ou des fascistes, j’aurais compris. Mais des écolos, vraiment ? Alors qu’à l’origine les seul·es qui prenaient au sérieux les questions de santé, c’était nous ?

    Aujourd’hui je lis des absurdités dans la presse écologiste, y compris sous la plume de personnes dont j’apprécie d’habitude les écrits.

    […]

    (Prochain billet : faut-il vraiment se laver les mains après avoir fait caca ou est-ce un complot de l’industrie des produits nettoyants ?)

    […]

    Aujourd’hui à Singapour, un pays qui l’a fait, les gens portent le masque et la vie a repris normalement. Les restaurants et les théâtres sont ouverts, l’économie n’a pas trop souffert. Mais devinez qui là-bas ne porte pas le masque au boulot et serre les paluches pour dire bonjour ? Les Français expatriés qui profitent du contexte zéro Covid créé par les efforts des autres. Bravo encore, merci la France pour ton cadeau au monde.

    #écolo #covid #santé #gestes_barrières #prévention #autogestion #information

  • Une Mine autogérée à Saint-Étienne... en 1891 ! - Le Numéro Zéro
    https://lenumerozero.info/Une-Mine-autogeree-a-Saint-Etienne-en-1891

    Inaugurée en 1891, la Mine aux mineurs de Monthieu dura jusqu’en 1908. Elle ne fut pourtant ni la mine autogérée qui dura le plus longtemps en France, ni même la seule Mine aux mineurs dans le bassin minier de la Loire, qui en compta deux autres à Rive-de-Gier dans les mêmes années.
    Elle eut une vie agitée, secouée par de nombreux procès, et même une grève ! Et pourtant elle réussit à faire vivre, pendant plus de dix ans, entre 70 et 100 mineurs, là où la compagnie précédente avait échoué, et cela alors qu’elle manquait de capitaux. Son histoire mouvementée et contrastée prouve bien que, selon un proverbe célèbre, « l’autogestion, c’est pas de la tarte ! ». Mais, justement, ses difficultés et ses contradictions constituent une expérience précieuse, utile à toutes celles et tous ceux qui veulent construire l’autogestion ou, de manière plus limitée, qui souhaitent plus de démocratie dans les entreprises. Aujourd’hui encore, cette expérience peut être utile, comme elle le fut à la fin du XIXe siècle.

    #autogestion #usine #mine

  • Marseille : le monde d’Après est en marche
    https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Marseille-le-monde-d-apres-est-en-marche

    D’une lutte d’opposition, l’Après M est passé à une lutte de création. De ce lieu réapproprié, solide, concret, il s’agit de fédérer toutes les initiatives sociales possibles : luttes de femmes, éducation des enfants, réinsertion des personnes qui sortent de prison, développement de l’emploi et partage – par les statuts de la SCIC – de la propriété de cet outil. Kamel, Fathi, Sylvain, toutes et tous les autres, ont donné un sens à cette plateforme  : l’Après M c’est l’Association de préfiguration par un resto économique et social. Préfiguration, mais de quoi  ? Du monde où nous gérons nous-mêmes ressources, vie sociale, notre production et notre consommation.

    Et l’autogestion ne s’envisage pas au risque de n’importe quelle compromission. Les tentatives de corruption (par le siège de McDo) ici, on connaît, tout comme on repère les tentatives de récupération associatives, politiques, municipales.

    « On ne veut plus d’avant-garde », affirme Fatih président de la SCIC. « Les décisions sont prises par les gens, et il n’y a ni sachants, ni non-sachants. » On parle d’« autogestion spontanée » pour signifier qu’il n’est pas besoin de passer du temps à théoriser. Dans un contexte d’urgences et de charge de travail, on observe une lucidité extraordinaire, une maturité née de la convergence d’années de luttes et d’une culture de «  l’entraide  ». Kamel insiste sur ce terme qu’il préfère encore à « solidarité » : « Nos choix au quotidien, notre organisation ne se font pas sur la base de sentiments. Ils se font sur la base de la raison. Tout est réfléchi malgré, et à travers la souffrance et la stigmatisation. »

    #autogestion #anticapitalisme #solidarité #organisation #luttes #marseille

  • La nouvelle anormalité

    Miquel Amorós

    https://lavoiedujaguar.net/La-nouvelle-anormalite

    La catastrophe n’est pas seulement la promesse du malheur annoncé par la civilisation industrielle ; elle est déjà notre présent immédiat, ce que confirme l’alarmisme des experts devant la possibilité annoncée aux quatre vents d’un effondrement du système de santé. En décrétant la fin du premier confinement, les gouvernants ont essayé d’éviter l’aggravation de la crise économique. Cependant, l’urgente nécessité qu’il y avait à sortir l’économie d’une forme de restriction peu propice à la consommation a conduit au contraire : les résurgences du virus n’ont pas tardé à venir, ou du moins c’est ce que disent les statistiques des études scientifiques officialisées. Comme le laissent malgré tout entrevoir les médias de désinformation, la gestion de la pandémie a été humainement désastreuse. Pour qu’il en soit autrement il eût fallu sortir de la logique et du formatage technocratiques et s’intéresser plus aux individus qu’à leur fonction consumériste : une société de consommation ne peut se développer avec une économie semi-paralysée, elle doit donc impérativement s’occuper de ses consommateurs. Leur degré de disponibilité pour le travail et la dépense, c’est-à-dire ce que sous le capitalisme l’on appelle la santé, doit être satisfaisant. Plus clairement, faute de faire, visiblement, un pas en avant supplémentaire dans le renforcement du contrôle social, les dirigeants ont choisi le pas de côté : ils ont décrété un nouvel état d’alerte, conservant ainsi les dispositions coercitives antérieures, afin de pouvoir relancer les activités économiques tout en les encadrant de restrictions inutiles sur ce qui serait « non essentiel », de couvre-feux et de confinements à la carte. (...)

    #catastrophe #pandémie #gouvernement #économie #gestion #capitalisme #État #technoscience #Raoul_Vaneigem #désobéissance_civile #autodéfense #autogestion #colère #antiproductivisme #communes

  • A #Gap, l’ambition d’un lieu de vie autogéré avec des migrants

    Après l’expulsion de la maison #Cezanne en 2018, puis du #Cesai en aout dernier, le lieu « 3Chez_Roger » est ouvert à la fin de l’été. Ici à Gap, à quelques dizaines de kilomètres de Briançon et de la frontière italienne, on est sur la route de l’exil, une des dernières étapes avant Marseille ou Paris. Et pourtant ils sont quelques uns, venant principalement d’Afrique de l’Ouest, à s’arrêter ici dans la préfecture des Hautes Alpes.

    https://radioparleur.net/2020/12/14/chez-roger-gap-route-exil-migrants-solidarite
    #auto-gestion #autogestion #asile #migrations #réfugiés #solidarité #Hautes-Alpes #frontière_sud-alpine #France #Alpes #hébergement #logement

    ping @isskein @karine4

  • Invitation à venir découvrir le Quartier libre des Lentillères

    https://lavoiedujaguar.net/Invitation-a-venir-decouvrir-le-Quartier-libre-des-Lentilleres

    En traversant ce deuxième confinement, on pressent qu’il va falloir apprendre à « vivre avec » la pandémie mondiale encore un peu plus longtemps. Depuis quelque temps, on avait compris aussi qu’il allait falloir « faire avec » la crise écologique. Plutôt que d’attendre gentiment le prochain état d’urgence, ce qu’on essaye de construire, ici, au Quartier libre des Lentillères, c’est une manière possible de continuer à vivre malgré ces crises. En imaginant et en créant un monde qui nous fasse envie, tissé de rapports non marchands, empreint de solidarité et de sens des communs, connecté à l’environnement dans lequel on se trouve, organisé en autogestion.

    D’une petite lutte très localisée contre un projet de bétonisation comme il en existe tant, s’est construit durant dix ans, sans préméditation, en tâtonnant, en bidouillant, un quartier riche de la diversité de ses activités (de maraîchage en autoconstruction, de petits jardins en fêtes de quartier), riche aussi des personnes qui le traversent, le font vivre, y jardinent et y habitent. Et riche en imaginaires possibles. Ensemble on se réinvente sans cesse collectivement.

    Forcément, ces derniers mois, on est comme tout le monde : on est ébranlé·e·s par la crise sanitaire qui agite notre planète. Dans ces moments de doutes, pouvoir échanger des avis, exprimer nos peurs, discuter de nos limites, débattre pour, au final, tenter de se mettre d’accord collectivement sur les mesures que l’on met en place pour prendre soin de nos santés et continuer à créer du commun, ça nous semble d’autant plus cohérent. (...)

    #Dijon #invitation #autogestion #maraîchage #commun #apprentissage

  • Face au Covid, l’efficacité des réseaux autogérés de soignants, plus réactifs que le gouvernement - Basta !
    https://www.bastamag.net/Medecine-de-ville-deuxieme-vague-generalistes-infirmieres-liberales-pharma

    Pour organiser ces tournées spéciales d’infirmières et de médecins généralistes, ces soignants se sont appuyés sur leur communauté professionnelle territoriale de santé (CPTS). Expérimentées sur le terrain depuis une quinzaine d’années, et formalisées par la loi du 26 janvier 2016 de modernisation de notre système de santé, les CPTS réunissent des médecins, infirmières, sages-femmes, kinésiologues ou podologues qui décident de se regrouper pour partager leur savoirs et mutualiser leurs moyens. Il en existe plusieurs centaines en France, certaines très actives, d’autres moins.
    Je lis, j’aime, je vous soutiens

    Leurs objectifs : faciliter l’accès aux soins et mieux organiser la prévention. « Pour nous, la santé ne se réduit pas à la prise en charge par les médecins, explique Sophie Dubois, pharmacienne, et directrice de la CPTS du 13ème arrondissement de Paris. Nous travaillons donc avec le secteur médico-social. » Pendant le confinement, tous les soirs, un médecin et un infirmier étaient présents pour faire le tour des Ehpad, assurer une présence médicale et intervenir au niveau des soins palliatifs. « On a aussi organisé des tournées sur le centre d’hébergement d’urgence qui abrite des personnes sans domicile, cite Sophie Dubois. Un médecin et une médiatrice en santé [chargée d’accompagner des personnes qui sont confrontés à des obstacles dans l’accès aux soins] y faisaient une vacation une fois par semaine, des infirmiers trois fois par semaine. »

    Une auto-organisation très efficace

    « Être en hyper local, au sein d’un territoire que l’on connaît, c’est vraiment garant d’efficacité, insiste Sophie Dubois. Cela nous a été tellement utile pour trouver du matériel, et notamment des équipements de protection, qui manquaient partout. » Habituée à travailler avec la mairie, la CPTS du 13ème arrondissement a récupéré les kits d’hygiène des cantines, inutiles puisque les écoles étaient fermées. « Nous avons aussi pu nous servir des kits prévus pour les élections et qui n’avaient pas été utilisés. 5000 masques FFP2 ont par ailleurs été récupérés à la Bibliothèque nationale de France [située dans le même arrondissement]. Enfin, des toiles ont été achetées chez un fournisseur agricole et confiées à des couturières du quartier pour fabriquer des sur-blouses. » Avoir ce matériel a permis de protéger les soignants, et de garder des lieux de soins ouverts.

    La réactivité des communautés autogérées de soignants a permis d’offrir une continuité de soins à des patients qui auraient, sans cela, été laissés de côté

    De nombreux centres Covid ont été créés partout en France, souvent en collaboration avec les collectivités locales. Partout l’auto-organisation s’est révélée efficace. « Le terrain a été plus rapide que les institutions », résume Claire Beltramo. « Le fait de nous connaître nous a rendus très réactifs, ajoute Sophie Dubois. Nous sommes habitués à tenir compte les uns des autres. Il y a eu beaucoup de solidarité. » Dans de nombreux endroits, l’accueil des patients a été géré bénévolement par des kinés, sages-femmes ou podologues – autant de soignants souvent impliqués dans des CPTS mais dont l’activité était très réduite, voire nulle, en raison de la crise. Cette réactivité a permis d’offrir une continuité de soins à des patients qui auraient, sans cela, été laissés de côté.

    Pour la CPTS du 20ème de Paris, ce travail invisible est « un scandale que l’on peut chiffrer à plusieurs dizaines de milliers d’euros ». Dans leur analyse de cette première vague, les soignants « de ville » insistent sur le fait qu’ils ne pourront pas s’engager à une telle hauteur pour la deuxième vague qui a débuté en octobre. D’autant que certains d’entre eux ont payé un lourd tribut lors du premier pic de contamination : 20 % des médecins et 40 % des infirmières sont tombés malades dès les premières semaines.

    Pour cette deuxième vague de l’épidémie de Covid, les pratiques restent encore trop « hospitalo-centrées » et la parole des médecins généralistes largement ignorée

    « Globalement les soignants "de ville" ne sont pas totalement tenus à l’écart comme lors de la première vague où le discours était d’appeler le Samu en cas de symptômes », note Sophie Bauer, vice-présidente de la fédération des CTPS. Mais les pratiques restent trop « hospitalo-centrées » dit-on parmi les soignants. La parole des médecins généralistes est toujours largement ignorée, alors qu’ils ont tiré la sonnette d’alarme dès la fin du mois d’août sur l’aggravation de la situation. « Les ARS étaient entièrement concentrées sur le dépistage, on ne pouvait parler de rien d’autre, déplore Claire Beltramo. On aurait pu réfléchir ensemble à l’organisation des sorties d’hôpital, qui ne vont pas tarder à arriver. On l’a fait de notre côté, bien sûr. Mais on aurait aimé le faire en lien avec les institutions. On a quand même fait nos preuves, pendant la première vague. »

    #Santé_publique #Médecine_ville #Auto-organisation #Autogestion #Communs

  • [NB] CAJAC (Cerdon Acoustique JAzz Club) / AAA (autonomie, anationalisme, athéisme)
    http://nicolas.bruche.free.fr/record/rochy/index.html

    Album sorti le samedi 4 juillet 2020.
    Le premier d’une longue série d’albums instrumentaux. Le CAJAC (Cerdon Acoustique JAzz Club) revendique ses idéaux par une musique instrumentale faite de notes noires et de partitions jaunes cuivrées. Cet album est acoustique, écrit à la main et joué à l’aide d’instruments à vent et de percussions. « On ne crée pas de l’art beau, on met en œuvre un mode de vie. »
    Crédits
    Blandine Puéchavy : flûte traversière, soubassophone, saxophone alto, saxophone ténor, dessin, visuel
    Nicolas Bruche : trompette, bugle, trombone à pistons, guitare basse, guitare, clavier, mixage
    πR Freyermuth : vibraphone, saxophone baryton, batterie, percussions

    http://nicolas.bruche.free.fr/record/rochy/cajac_aaa.ogg

    #jazz, #musique, #libre, #anarchisme, #autogestion
    ping @severo

  • Notre futur est inscrit dans notre liberté

    Dans sa préface écrite deux mois avant la pandémie, « Trois pas de plus dans l’agonie », Gilbert Dalgalian aborde entre autres, la destruction de l’environnement et du climat, l’impasse du capitalisme, la perte de la démocratie, la démission citoyenne et la délégation de pouvoirs, « Les phénomènes de violence eux-mêmes sont souvent en proportion de la perte de démocratie », les mobilisations à travers le monde, les inégalités, « un joli mot pour dire la misère des uns et l’exubérante accumulation par quelques autres », l’impossibilité d’une auto-abolition des privilèges par les privilégiés eux-mêmes, « Il y aura des heurts, des résistances, des aveuglements, des sabotages et des répressions. La violence est le fruit du système », les capacités – dont les capacités d’auto-intoxication – des humains, « C’est avec les mêmes neurones que se construisent les savoirs et les inepties, la science et la superstition, le vrai et le faux »…

    Note sur : Gilbert Dalgalian : L’autogestion : un impératif pour la démocratie

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2020/10/22/notre-futur-est-inscrit-dans-notre-liberte

    #autogestion #politique #alternative

  • Belgrade-Paris : expériences de #gauche
    https://laviedesidees.fr/Belgrade-Paris-experiences-de-gauche.html

    À propos de : Frank Georgi, L’Autogestion en chantier. Les gauches françaises et le « modèle yougoslave » (1948-1981), Nancy, L’Arbre bleu.. Introduit en Yougoslavie en 1949, le principe de l’autogestion dans les entreprises a fasciné de larges pans de la gauche française jusqu’à la fin des années 1970. Cet enthousiasme, nourri par des échanges et des voyages, n’a pas résisté à l’étatisme et au centralisme français.

    #Histoire #autogestion
    https://laviedesidees.fr/IMG/docx/20200924_georgiautogestion.docx
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20200924_georgiautogestion.pdf

  • Livre L’internationale des Républiques d’enfants (1939-1955) de Samuel Bouisson, Mathias Gardet, Martine Ruchat, paru chez anamosa


    https://repenf.hypotheses.org

    Cet ouvrage est le résultat d’une découverte faite au détour de nos recherches respectives dans le domaine de l’enfance dite irrégulière : la mise en place pendant la Seconde Guerre mondiale de communautés pédagogiques exceptionnelles créées pour accueillir de façon temporaire des enfants orphelins ou se retrouvant du fait du conflit brutalement séparés et pour un temps indéterminé de leurs parents et donc sans foyer. Certaines d’entre-elles se baptisent du drôle d’épithète de « Républiques d’enfants ». Elles sont en effet administrées en partie par les enfants, sous la forme d’un selfgovernment, avec l’élection de jeunes maires, de gouvernements (conseils fédéraux, conseils municipaux, syndicats…), parfois aussi la mise en place d’une police, d’un tribunal, d’une banque, d’une monnaie intérieure, d’un système de coopératives avec magasin vendant la production locale, la fabrication et l’impression d’un journal.

    Le phénomène des républiques et autres communautés d’enfants, dans l’après-guerre, prend d’autant plus d’ampleur qu’elles finissent par faire réseau. Dans les dix années suivant la guerre, sont ainsi recensées plus d’une centaine d’initiatives de ce type dans toute l’Europe. Du 5 au 10 juillet 1948, l’Unesco convoque l’ensemble des directeurs de communautés d’enfants à une conférence internationale au village Pestalozzi de Trogen en Suisse. 14 directeurs et directrices de villages d’enfants, 11 experts et douze observateurs, originaires de douze pays différents répondent à l’appel. Le 10 juillet, en clôture, une Fédération internationale des communautés d’enfants (FICE) est fondée, censée promouvoir et réaliser cette idée, en assurant notamment les contacts internationaux entre éducateurs ainsi qu’entre les enfants.

    [...]

    #république_d'enfants #village_d'enfants #autogestion #enfants

  • Cravirola - Jérémie Lefranc / Une expérimentation politique alliant vie et travail / Jérémie Lefranc - Éditions du commun
    https://www.editionsducommun.org/collections/all/products/cravirola-jeremie-lefranc

    La coopérative Cravirola a marqué toutes les personnes qui l’ont côtoyée et plus largement les milieux militants du début des années 2000. Ses membres se sont posé comme enjeu politique de vivre et travailler autrement et ont choisi comme moyen la coopérative, la paysannerie et la ruralité. Jérémie Lefranc nous livre ici son expérience au sein de cette communauté de vie et de travail. Nous suivons sur dix années la vie quotidienne d’un collectif, rythmée par les activités, les chantiers, les relations en interne comme au voisinage en passant par les questions financières et les choix stratégiques. L’auteur nous embarque dans un récit ancré dans une réalité qui nous est tout autant familière que singulière.

    Ayant été en contact avec ce collectif plusieurs années de suite avec toujours autant de bonheur que de questions, je relaie. Témoignage précieux d’une expérience non moins précieuse.

    #collectif #autogestion #scop #coopérative #travail #communs #commune

  • Crip-Camp : un documentaire qui donne les clés de l’émancipation
    https://beaview.fr/actualites/crip-camp-documentaire-qui-donne-cles-emancipation

    https://youtu.be/OFS8SpwioZ4

    En rappelant l’histoire des luttes menées par les personnes handicapées pour leurs droits aux Etats-Unis, ce film est reçu en France comme un outil de prise de conscience et de mobilisation. La non-mixité, mais aussi le sentiment d’appartenir à un groupe, ou encore le contexte des années 70, ont permis à ces revendications d’émerger.

    pas vu mais très envie de voir.

    via @elisarojasm sur cui.

  • François Partant, Retour à l’autonomie ?, 1982
    https://sniadecki.wordpress.com/2020/06/06/partant-autonomie

    Ya à peu près rien de François Partant sur Seenthis, ça va pas ça…

    On s’accorde généralement à penser que la terre peut nourrir la totalité de la population mondiale, mais que la progression exponentielle de cette dernière, qui augmentera encore pendant une trentaine d’années, doit être rapidement stoppée (son alimentation n’étant pas seule en cause). La faim et la malnutrition pourraient donc être éliminées si les productions agricoles étaient orientées dans ce but. Quant à l’autorégulation des naissances, sans doute serait-elle également possible, si chaque société était consciente des limites dans lesquelles elle peut se reproduire, limites que fixe le milieu dans lequel elle vit, qui n’est pas extensible et doit pouvoir se reconstituer. C’est donc le rapport de l’homme à la terre, à son milieu physique qui est aujourd’hui malsain. Malsain, il l’est en effet, à deux niveaux liés : au plan mondial et, dans la plupart des pays, au plan local.

    #François_Partant #autonomie #démocratie #autogestion #économie

  • Désobéissance, à cause de toi, je vais survivre - Paris-luttes.info
    https://paris-luttes.info/desobeissance-a-cause-de-toi-je-13770

    J’ai le coronavirus parce que, bien qu’il semble que la maladie n’ait pas encore pénétré mon corps, les gens que j’aime l’ont ; parce que le coronavirus traverse des villes que j’ai traversées ces dernières semaines ; parce que le coronavirus a changé – en un claquement de doigts, comme un miracle, une catastrophe, une tragédie désespérée - absolument tout. Où que l’on aille, où que l’on soit il est déjà là, et rien ne peut être pensé ou fait aujourd’hui sans le coronavirus entre les deux. Il semble que non seulement j’ai le coronavirus, mais nous l’avons tou.te.s ; toutes les institutions, tous les pays, tous les quartiers et toutes les activités.

    [...]

    Notre seule vraie alternative est de repenser l’infection.

    Cultivez la contagion, exposez-vous à la contagion et désobéissez pour survivre.

    Ce n’est pas un acte suicidaire, mais un acte de bon sens, de sens commun.

    Et peut-être dans ce sens commun se trouve la signification la plus puissante que nous pouvons développer.

    Que se passe-t-il si nous décidons de préparer nos corps à la contagion ?

    Que se passe-t-il si nous supposons que nous serons tou.te.s infecté.e.s et si nous partons de cette certitude en affrontant nos peurs ?

    Que se passe-t-il si, face à la réponse absurde, autoritaire et idiote de l’État au coronavirus, nous formulions l’autogestion sociale de la maladie, de la faiblesse, de la douleur, de la pensée et de l’espoir ?

    Que se passe-t-il si on se moque des fermetures de frontières ?

    Que se passe-t-il si on s’organise collectivement ?

    #covid #coronavirus #désobéissance #autogestion

  • Bernard Friot : “Nous avons des intellectuels de gauche qui se pensent anticapitalistes, qui le sont au sens de leur militance, mais qui écrivent le récit dont la bourgeoisie a besoin“ Première partie - FRUSTRATION

    Partie 1
    https://www.frustrationmagazine.fr/nous-avons-des-intellectuels-de-gauche-qui-se-pensent-anticapita

    Partie 2
    https://www.frustrationmagazine.fr/si-la-bourgeoisie-est-la-classe-dirigeante-cest-parce-quelle-dir

    On a tous quelque chose en nous de communiste. Et même que ce quelque chose réside dans des institutions que nous connaissons très bien, dont la plupart du temps nous nous félicitons de leur existence. Lesquelles ? Le statut de la fonction publique et le régime général de la sécurité sociale, bien sûr ! C’est ce que nous explique de manière évidente non sans une certaine pugnacité l’économiste et sociologue du travail Bernard Friot, que nous avons rencontré. En plein mouvement social historique contre la réforme des retraites et de débats parlementaires cette semaine, il nous semblait plus que nécessaire de dialoguer avec lui, qu’il nous insuffle ce “Désir de communisme” face au “rouleau compresseur du capitalisme néolibéral”, concrétisé dans son dernier livre co-écrit avec Judith Bernard. L’occasion de se demander pourquoi la question du travail, si centrale pourtant, est si peu ou mal abordée à gauche et même au sein de la gauche dite “radicale”, comment retrouver un second souffle de mobilisation face à la régression des retraites, et qu’est-ce qu’apporte le mouvement des Gilets jaunes au combat social ?

    #Bernard_Friot #interview #travail #capitalisme #communisme #retraite #sécurité_sociale #salaire #qualification_personnelle #auto-organisation #autogestion

  • Chronique de ma cité...
    https://collectiflieuxcommuns.fr/?867-chronique-de-ma-cite

    Ce texte fait partie de la brochure n°25 « La fin de l’immigration » Réalités troublantes et mensonges déconcertants Elle est en vente pour 3 € dans nos librairies. Les achats permettent notre auto-financement et constitue un soutien aux librairies indépendantes (vous pouvez également nous aider à la diffusion). Elle sera bientôt intégralement téléchargeable dans la rubrique brochures Sommaire : Introduction — bientôt disponible... Les réfugiés de l’intérieur (Entretien) Chronique de ma cité (Nouvelle) (...) #Anonymes

    / #Sociologie, #Article, #Autogestion, #Banlieue, #Décence_commune, #Immigration, Précarité

    #Précarité

  • Peuples du monde, encore un effort !

    Raoul Vaneigem

    https://lavoiedujaguar.net/Peuples-du-monde-encore-un-effort

    Le monde change de base

    Le choc du coronavirus n’a fait qu’exécuter le jugement que prononçait contre elle-même une économie totalitaire fondée sur l’exploitation de l’homme et de la nature.

    Le vieux monde défaille et s’effondre. Le nouveau, consterné par l’amoncellement des ruines, n’ose les déblayer ; plus apeuré que résolu, il peine à retrouver l’audace de l’enfant qui apprend à marcher. Comme si avoir longtemps crié au désastre laissait le peuple sans voix.

    Pourtant, celles et ceux qui ont échappé aux mortels tentacules de la marchandise sont debout parmi les décombres. Ils s’éveillent à la réalité d’une existence qui ne sera plus la même. Ils désirent s’affranchir du cauchemar que leur a asséné la dénaturation de la terre et de ses habitants.

    N’est-ce pas la preuve que la vie est indestructible ? N’est-ce pas sur cette évidence que se brisent dans le même ressac les mensonges d’en haut et les dénonciations d’en bas ? (...)

    #effondrement #lutte #vivant #poésie #nature #oppression #peuple #monde #justice #cultures #militarisation #corps #tyrannie #servitude #inhumanité #désastre #autogestion #richesse #volonté

  • Au lieu de sauver le #Capitalisme, il est urgent d’inventer une autre économie
    https://www.bastamag.net/crise-economique-capitalisme-chomage-PIB-Banques-centrales

    Pour répondre à la vaste crise économique qui s’annonce suite à la pandémie, les gouvernements vont injecter de l’argent, beaucoup d’argent. Mais faut-il vraiment porter secours à l’économie capitaliste, interroge Benoît Borrits, animateur de l’association #Autogestion. Non, répond-il, il faut une économie démocratique, où les travailleurs ont du pouvoir. Tribune. La crise sanitaire a imposé le confinement de la population qui induit une chute spectaculaire de la production. Les États multiplient les mesures (...) #Débattre

    / #Travailler_autrement, #Répartition_des_richesses, #Transformer_le_travail, Autogestion, #Ma_vie_au_travail, (...)

  • Unité et différences dans les insurrections de France et du Chili

    Raoul Vaneigem

    https://lavoiedujaguar.net/Unite-et-differences-dans-les-insurrections-de-France-et-du-Chili

    Lettre de Raoul Vaneigem aux insurgées et aux insurgés du Chili, pour faire suite à une demande de précision sur la notion de « bien public » (31 janvier 2020), suivie de « Réponse et nouvelles du Chili ».

    La France a occupé et continue d’occuper dans l’imaginaire des révolutions une place particulière. Elle est le pays où pour la première fois dans l’histoire une révolution a brisé l’immobilisme et l’obscurantisme qu’imposait la prépondérance d’une économie essentiellement fondée sur l’agriculture. Sa victoire n’a pas signifié le triomphe de la liberté, elle a seulement marqué la victoire d’une économie de libre-échange qui, très vite, a étouffé les aspirations à une vraie liberté.

    La vraie liberté, c’est la liberté vécue. Les philosophes des Lumières en avaient pris conscience. Les Diderot, d’Holbach, Rousseau, Voltaire en avaient gravé l’évidence dans la mémoire universelle, et avant eux les principaux penseurs de la Renaissance, Montaigne, La Boétie, Rabelais, Castellion (à qui l’on doit le propos « Tuer un homme, ce n’est pas défendre une doctrine, c’est tuer un homme »).

    Bien que présente dans nombre de pays d’Europe, la lutte pour la liberté revêt en France une singulière acuité. Dès les XIe et XIIe siècles les insurrections communalistes se multiplient et s’intensifient. Elles ont pour but de libérer les villes de l’autorité tyrannique de la classe aristocratique, dont les revenus viennent principalement des paysans, des serfs qui travaillent leurs terres. (...)

    #Vaneigem #insurrections #unité #différences #bien_public #France #Chili #Gilets_jaunes #communalisme #révolution #Mai68 #émancipation #totalitarisme #Résistance #acquis #autogestion #radicalité #liberté

  • « Avec les #magasins_participatifs, changeons de système, pas de climat !« 
    conférence qui a eu lieu le 02.09.2019 à Genève

    Intervenant·e ; Benoît Molineaux et Reto Cadosch, #La_Fève. Johann Zoller, #le_Nid. Annie Benjamin, #Le_Bocal_Local. Organisation : La Fève- #SPP [#Super_marché_participatif_paysan].
    http://libradio.org/?p=6939
    Pour écouter la conférence :
    http://libradio.org/wp-content/uploads/2019/09/Alt_C6_Feve_Master-1.mp3

    #audio #podcast #conférence #supermarché #courses #Genève #Suisse