• Konkurrenz für Airbus und Boeing: Chinas C919 absolviert ersten internationalen Linienflug
    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/konkurrenz-fur-airbus-und-boeing-chinas-c919-absolviert-ersten-internat

    12.8.2026 -Der in China entwickelte Passagierjet C919 hat erstmals einen internationalen Linienflug absolviert. Eine Maschine der Fluggesellschaft Air China flog am Mittwoch von Peking in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Auf der Strecke ist täglich ein Hin- und Rückflug geplant.

    Seit Mai 2023 wird die C919 im regulären Passagierverkehr eingesetzt. Bisher flog sie vor allem innerhalb Chinas sowie zwischen dem chinesischen Festland und Hongkong. Die Mongolei-Verbindung ist nun die erste reguläre Strecke in ein anderes Land.

    Nach Angaben des Herstellers Comac kam die C919 bislang auf 57 Strecken zu 25 Städten zum Einsatz und beförderte mehr als 7,5 Millionen Passagiere. Betreiber sind Air China, China Eastern und China Southern.

    Langfristige Konkurrenz für Airbus und Boeing

    12.08.2026, Mongolei, Ulan Bator: Besatzungsmitglieder von Air China posieren am neuen Flughafen von Ulan Bator in der Mongolei für Gruppenfotos. Chinas selbst entwickeltes Großraum-Passagierflugzeug vom Typ C919 landete am Mittwochnachmittag auf dem neuen Flughafen von Ulan Bator in der Mongolei, nachdem es vom Beijing Capital International Airport gestartet war. Foto: Bolortsetseg/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
    Besatzungsmitglieder von Air China posieren für Gruppenfotos. Chinas selbst entwickeltes Großraum-Passagierflugzeug vom Typ C919 landete am Mittwochnachmittag auf dem neuen Flughafen von Ulan Bator in der Mongolei, nachdem es vom Beijing Capital International Airport gestartet war.

    © dpa/Bolortsetseg

    Der staatliche Hersteller Comac will mit der C919 langfristig Airbus und Boeing Konkurrenz machen. Der Passagierjet ist etwa so groß wie der Airbus A320 und die Boeing 737. China zählt zu den wichtigsten Luftfahrtmärkten der Welt und ist daher auch für die beiden westlichen Hersteller von großer Bedeutung.

    Bisher ist Comac vor allem in China aktiv. Das Unternehmen will seine Flugzeuge aber auch in anderen Ländern verkaufen. Bislang ist die C919 weder von den europäischen noch von den amerikanischen Luftfahrtbehörden zugelassen. Das erschwert den Verkauf in vielen Ländern. (dpa)

    #Chine #aviation

  • LKA : Drohne auf Leipziger Flughafen verfügte über „Sprengvorrichtung“
    https://www.berliner-zeitung.de/article/flughafen-leipzig-halle-drohne-gesperrt-10264096

    Les impacts de la guerre en Ukraine approchent. Tentative d’attentat contre l’aeroport de Leipzig, plaque tournante de lu ravitaillement ukrainien. Est-ce un évémement false flag mis en scène par de provocateurs ? La droite sécuritaire en profite déjà.

    5.8.2026 von Eva Maria Braungart, Ines Mallek-Klein - Erst eine Drohne, dann ein unbekannter Gegenstand auf einer Landebahn, die für Fracht- und Militärtransporte genutzt wird. Das ist über die Vorfälle am Flughafen bekant.

    Die in der Nacht zu Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle gesichtete Drohne verfügte über eine „Sprengvorrichtung“. Das hat das Landeskriminalamt Sachsen am Mittwoch mitgeteilt. Das Fluggerät sei nach dem Fund mit einem Sprengstoffroboter untersucht worden, der Zünder sei entfernt worden.

    Wegen einer gesichteten Drohne und eines verdächtigen Gegenstands war der Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch zeitweise gesperrt. Der Flugverkehr wurde für rund zwei Stunden komplett eingestellt, eine Passagiermaschine und mehrere Frachtflieger mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Zudem kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Frachtflugzeug und einem weiteren unbekannten Flugobjekt. Das teilte die sächsische Landespolizei mit.
    Flughafen wird von Nato und Bundeswehr genutzt

    Der Flughafen Leipzig/Halle ist kein offizieller Militärflugplatz der Bundeswehr oder ausländischer Streitkräfte. Allerdings wird er seit Jahrzehnten von der Bundeswehr und der Nato für den Transport von Material und Großgerät genutzt. Das Programm Strategic Airlift International Solution (SALIS) spielt dafür eine zentrale Rolle. Es regelt die Bereitstellung von strategischen Lufttransportkapazitäten mit Antonov-124-Transportflugzeugen. Konkret geht es um die Verlegung von Militärgroßgerät und auch Truppentransporte innerhalb von 72 Stunden in alle Teile der Welt.

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    Antonov-Transportflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle. An dem Airport wird auch Ausrüstung für die ukrainische Armee verladen. In der Nähe eines solchen Flugzeugs wurde eine Drohne gesichtet. © AFP

    Die eigens dafür gegründete Antonov Logistics SALIS GmbH koordiniert die Bereitschaftsflugzeuge. Maschinen stehen in gestaffelten Abrufzeiten bereit. Ein Markt mit offensichtlichem Wachstumspotenzial. Seit diesem Jahr baut Antonov seine Präsenz am Standort weiter aus. Im Nordbereich des Flughafens entsteht ein neuer, dauerhafter Wartungshangar, der 2027 in Betrieb gehen soll.

    Die Logistikflüge erfolgen über die Startbahn 2. Genau hier stand am Dienstagabend auch jene Maschine der Antonov Logistics SALIS GmbH, in deren Nähe zunächst die Drohne und später auch der unbekannte Gegenstand entdeckt wurden. Was sie geladen hatte? Dazu gibt es keine Auskunft. Dafür den Hinweis, dass der Flugbetrieb am Drehkreuz Leipzig Halle seit den Morgenstunden für zivile Maschinen wieder planmäßig laufe.

    Betroffen waren in der Nacht vor allem Reisende aus Palma de Mallorca und der große DHL-Frachtstandort am Airport. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt. Die Startbahn Süd ist weiter gesperrt, heißt es vonseiten der Polizei. Das habe aber keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb, da dort heute ohnehin Wartungsarbeiten geplant gewesen seien, so eine Flughafensprecherin.

    Wie es in der Nacht zum Polizeieinsatz kam

    Auslöser war zunächst die Sichtung einer Drohne. Daraufhin wurde der Flugbetrieb gestoppt. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben am Dienstagabend gegen 23.40 Uhr. Zunächst sei ein unbekanntes Objekt gesichtet worden, anschließend habe man im Bereich der südlichen Start- und Landebahn einen Gegenstand gefunden.

    Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt stieß zudem mit einem Frachtflugzeug zusammen, nachdem dieses aufgrund der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete. Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden.

    Landes- und Bundespolizei rückten mit einem größeren Aufgebot an. Im Einsatz war auch ein Sprengstoffroboter, um den unbekannten Gegenstand zu untersuchen.

    Das Landeskriminalamt Sachsen richtete am Mittwoch ein Hinweistelefon sowie ein Hinweisportal ein. Zeugen, die sich im Zeitraum ab Dienstagnachmittag bis Mittwochmorgen im Bereich des Flughafens Leipzig/Halle befanden und Hinweise zu Personen, Fahrzeugen sowie zu Fahrzeugbewegungen machen können, werden gebeten, dies zu tun. Auch Hinweise aus den sozialen Medien oder dem Internet sind von Bedeutung.

    Passagierflug und Frachtmaschinen umgeleitet

    Die Sperrung traf sowohl Urlauber als auch die Logistikbranche. Eine verspätete Passagiermaschine der Fluggesellschaft Marabu aus Palma de Mallorca konnte nicht wie geplant landen.

    Die Maschine wurde nach Nürnberg umgeleitet und erreichte Leipzig erst später in der Nacht. Das geht aus Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 hervor.

    Auch der Frachtverkehr am DHL-Hub war betroffen. Ab etwa Mitternacht kam es dort zu erheblichen Behinderungen, geplante Abflüge verzögerten sich bis in die Morgenstunden.

    Der Logistikkonzern DHL bestätigte lediglich einen „Vorfall“ im Umfeld des Flughafens, der von den Behörden untersucht werde. Zu Auswirkungen oder möglichen Mehrkosten durch die Umleitungen wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

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    Polizei und Feuerwehr im Einsatz auf dem Rollfeld. © AFP

    Nach rund zwei Stunden konnte der Flughafen den Betrieb schrittweise wieder aufnehmen. Um 1.55 Uhr wurde der Flugverkehr wieder freigegeben. Seitdem lief der gesamte Verkehr über die Nordpiste des Flughafens. Die Südpiste blieb zunächst gesperrt, weil dort nach Spuren gesucht wurde.

    Flughafen Leipzig/Halle ist wichtiges Drehkreuz

    Der Frachtverkehr, sowohl zivil als auch zunehmend militärisch, hat eine große Bedeutung am Flughafen Leipzig. Er ruft immer wieder Bürgerinitiativen und Anwohner auf den Plan, die den Fluglärm nachts beklagen. Wie groß der Anteil der Militärtransporte ist, die über den Flughafen Leipzig/Halle abgewickelt werden, ist nicht einfach zu ermitteln.

    Die Fluglärmkommission Sachsen registrierte für 2024 insgesamt 545 Flüge der Antonov-Maschinen. In 405 Fällen handelte es sich dabei um eine militärische Nutzung im Rahmen des Charterverkehrs. Also Maschinen, die im Auftrag der Nato, der Bundeswehr oder anderer Bündnispartner geflogen sind.

    Was genau die Maschine transportieren und ob dabei auch Rüstungsexporte eine Rolle spielen, wollten einige Bundestagsabgeordnete und die Fraktion Die Linke im Oktober vorigen Jahres wissen. Sie stellten eine kleine Anfrage an die Bundesregierung, die aber mit Verweis auf die schutzwürdigen Interessen von Partnernationen Deutschlands sowie deren Sicherheitsarchitektur unbeantwortet blieb.

    #Ukraine #Allemagne #guerre #Leipzig #aviation

  • „Brutalo-Lobbying“ gegen Berlin und Emirates : Warum der Flughafen BER im Abseits bleiben soll
    https://www.berliner-zeitung.de/article/emirates-lufthansa-kampf-um-flughafen-ber-berlin-10100098

    La compétition capitaliste sous le fédéralisme entre les villes et régions se révèle catastrophique pour la capitale allemande. Sous la pression de Francfort et Munich on n’a jamais autorisé un aeroport internatiomal à Berlin et impose ainsi un frein brutal ai développement économique de la ville.

    L’article décrit le contexte historique du problème.

    20.6.2026 von Peter Neumann - Die Hauptstadt braucht bessere Verbindungen. Doch Experten beklagen Protektionismus und Foulspiel. Oder überschätzt sich Berlin? Neues zu einer deutschen Misere.

    Holzgetäfelte Wände, flauschiger Bodenbelag. Zur Stärkung wurden Sandwiches vorbereitet. Das Lindenzimmer im Hotel Adlon könnte sich auch in einem britischen Herrenhaus befinden. Auf jeden Fall ist es der perfekte Ort für das Gespräch mit Sir Timothy Charles Clark, Knight Commander of the Order of the British Empire. Oder, in der aktuellen Kurzform: mit Tim Clark, Präsident der Fluggesellschaft Emirates.

    Er wolle nicht damit prahlen, dass die Airline die Krise im Nahen Osten gut übersteht, erklärt Clark vor Journalisten. Es nerve ihn auch nicht, dass sich Emirates seit Jahrzehnten erfolglos bemüht, in Deutschland stärker Fuß zu fassen, schlägt er den Bogen zu Berlin. Aber dann verlässt der Besucher die Komfortzone der höflichen Untertreibungen.

    Tim Clark, dessen Frühstücksteller mit der gefalteten Serviette die ganze Zeit leer bleibt, wird plötzlich eine Nuance lauter. „Wir werden nach Berlin kommen“, sagt er. „Wir sind entschlossen. Und wir werden es schaffen.“ Denn diesmal spüre er Unterstützung: „Die Bundesregierung sucht nach einem Weg, wie es gelingen könnte.“
    Oberster Berlin-Werber: „Es geht uns nicht gut“

    Plötzlich wirkt der 76-Jährige nicht mehr wie jemand aus der Upper Class, der sich ausgerechnet nach Berlin verirrt hat, um mit gewählten Worten für gediegene Lebensart zu werben. Sondern wie ein Mann, der vor dem Ruhestand unbedingt ein Ziel erreichen will. Wie ein Kämpfer.

    Vielleicht werden Luftfahrthistoriker in einigen Jahren vermerken, dass Tim Clarks Auftritt im Adlon im Ringen um mehr Langstrecken nach Berlin zu den Schlüsselszenen gehörte. Vielleicht werden sie schreiben, dass an jenem 9. Juni 2026 hinter den Kulissen bereits etwas in Bewegung geraten war. Für bessere Verbindungen nach Berlin.

    Möglicherweise wird es aber auch heißen: Es klappte wieder nicht. Wieder bekam Berlin, die nach Normalität und etwas Glamour dürstende Stadt, die Emirates-Route nach Dubai nicht. Dann wird man erneut fragen: Hat sich das Großmaul unter den Hauptstädten in seiner Hybris wieder einmal überschätzt? Kann Berlin, die ewige Sackgasse des Luftverkehrs, überhaupt jemals auf bessere Verbindungen hoffen?

    „Es geht uns nicht gut“, sagt Burkhard Kieker. Als Geschäftsführer der landeseigenen Visit Berlin ist der Mann, der in seiner Freizeit in der Uckermark Rinder züchtet, seit 2009 Chef-Vermarkter der Tourismus-Metropole Berlin. Kieker, der aus dem Oberbergischen Kreis stammt, ist ein überzeugender Berlin-Werber, der die ganze Welt bereist hat.

    „Es geht uns nicht gut. Manchmal wirkt Berlin wie ein Segelschiff in der Flaute.“ Das bedeute nicht, dass Berlin keine attraktive Destination sei, betont er. Was das anbelangt, spiele die Stadt unverändert international ganz vorn mit. Doch aus Berlin könnte mehr werden. Kieker, der Ende Juni in den Ruhestand geht, möchte kurz vor dem Wechsel mit seiner Expertise die Dinge noch einmal auf den Punkt bringen. Wie Tim Clark.

    Wenn Emirates Berlin ansteuern dürfte, „würde das in Zeiten der Stagnation einen wirtschaftlichen Impuls setzen“, sagt der Visit-Berlin-Chef am Telefon. Ihm geht es nicht nur um die Airline aus Dubai: „Berlin ist die Hauptstadt der größten Wirtschaftsmacht Europas und hat rund 3,7 Millionen Einwohner. Doch keine andere Metropole ist so schlecht mit Langstrecken-Flugverbindungen ausgestattet wie wir.“

    Langstrecke nach Berlin: Früher gab es mehr Routen

    Kieker ist anzumerken, dass sein Jetlag noch nicht ganz verschwunden ist. In der Nacht zuvor ist der Lufthansa-Kunde von Montréal nach Deutschland geflogen. Natürlich nicht direkt nach Berlin, sondern erst nach Frankfurt am Main. Dort hieß es: umsteigen. Also: lange warten.

    Tag für Tag geht es tausenden Berlin-Passagieren wie ihm. Auch sie müssen unterwegs ausharren, in Frankfurt am Main, München, Paris, London Heathrow oder anderswo. Gähnend, müde, zerschlagen im Transitbereich. Da tröstet auch der x-te Besuch im Sock Shop nicht.

    Sicher: Hainan Airlines verbindet die Region seit Jahren mit Peking, Qatar Airways mit dem Drehkreuz Doha in Katar. Ebenfalls nonstop fliegen United und Delta nach New York, Air Transat nach Toronto und von Juli an auch Air Canada nach Montréal. Im Herbst kommen wieder zusätzliche Direktverbindungen auf die Arabische Halbinsel hinzu: mit Eurowings, Condor und Flynas nach Dubai, Abu Dhabi sowie Jeddah.

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    Vom Flughafen Berlin-Tegel konnte man nach Chicago, Los Angeles, Miami, Bangkok sowie zu anderen Zielen auf anderen Kontinenten fliegen. Im Herbst 2020 wurde TXL geschlossen. © dpa

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Berlin schon mal bessere Verbindungen in die Welt hatte. 1964 sorgte der Erstflug der Pan Am von Tegel nach New York für Aufsehen. Von Schönefeld ging es mit der Interflug und anderen Airlines unter anderem nach Asien und Afrika. Hanoi, Bagdad, Beirut, Kairo, Algier oder Bamako waren einige Ziele.

    Thomas Kärger war Flugkapitän bei einer Airline, die Berlin im Namen trug. „Air Berlin hatte 2017 einen gut funktionierenden Hub in Tegel mit zahlreichen Langstrecken und über 22 Zubringerdestinationen“, ruft er in Erinnerung. Dann stellte die Gesellschaft den Betrieb ein.

    Chicago, Los Angeles, San Francisco, Miami, Fort Myers: Mit diesen Nonstop-Zielen bereicherte Air Berlin einst den Flugplan. Auch andere engagierten sich. Mit American Airlines konnte man nach Chicago, später nach Philadelphia reisen. Miat steuerte Ulanbataar in der Mongolei an. Scoot flog nach Bangkok, Norse nach Fort Lauderdale, Los Angeles und New York. Nur ein paar Beispiele von vielen. Aus. Vorbei.

    Dabei gäbe es genug Nachfrage, manche Routen wiederzubeleben und andere neu einzurichten. „Die Zahlen der Flughafengesellschaft FBB zeigen deutlich: In Berlin besteht ein hohes Nachfragepotenzial nach Nonstop-Langstreckenverbindungen, insbesondere nach Asien und Nordamerika“, erklärt der SPD-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg. Er hat mit Fraktionskollegen die Senatsverkehrsverwaltung befragt.

    Neue Zahlen: So groß wäre das Potenzial für mehr Flüge

    Die Antwort ist aufschlussreich. Danach sei schon unter den jetzigen Bedingungen die Zahl der Langstreckenreisenden von und nach Berlin beachtlich, sagt Schlüsselburg. Ermittelt wurde, wie viele Berlin-Fluggäste auf Interkontinentalstrecken 2025 unterwegs umgestiegen sind – in den meisten Fällen, weil es keine durchgehenden Flüge gibt.

    So zählte die Flughafengesellschaft, die Berlin, Brandenburg und dem Bund gehört, zwischen dem BER und Bangkok 64.182 Reisende. Auf dem zweiten Platz: New York JFK mit 42.670 Umsteigern von und nach Berlin. São Paulo folgt mit 32.519, Los Angeles mit 31.638 und Hanoi mit 30.897 Passagieren. Singapur, San Francisco, Chicago, Washington, Delhi, Tokio, Seoul und Phuket belegen die weiteren Plätze.

    Auf mehreren Routen sei der Umsteigeverkehr bereits jetzt so stark, dass sich auch durchgehende Flüge lohnen würden, analysiert Schlüsselburg. Nach Bangkok täglich, nach São Paulo, Hanoi, Singapur mehr als dreimal pro Woche, nach Hongkong und Delhi zweimal wöchentlich. „Die Zahl der Fluggäste wäre noch größer, wenn man nach Berlin nicht mehr umsteigen müsste“, sagt der SPD-Politiker.

    Es gehe nicht nur um Zahlen, auch um Schicksale. Aus Gesprächen weiß Schlüsselburg, wie Berlins langjährige Boombranche, der Tourismus, leidet. Schon vor dem Krieg im Nahen Osten war es nicht leicht, Messe- und Kongressgäste von anderen Kontinenten nach Berlin zu locken. „Aber jetzt ist es noch schwieriger geworden, weil Umwege Flugreisen verlängert haben.“ Hotels müssen bereits Arbeitsplätze streichen.

    Wurden 2019 in Tegel und Schönefeld noch insgesamt 35,6 Millionen Fluggäste abgefertigt, so waren es im vergangenen Jahr am BER nur noch 26 Millionen. Berlin gehört zu den wenigen Luftverkehrsstandorten in Europa, die das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht haben. Zwar wächst die Zahl der Passagiere wieder, aber noch langsamer als im deutschen Durchschnitt.

    Der Europa-Verkehr konnte Lücken zum Teil schließen, sagt Burkhard Kieker. Zuletzt trumpfte Eurowings mit neuen Angeboten auf. Doch Ryanair streicht immer mehr Flüge: „Wenn sich auch noch die Low-Cost-Carrier von Berlin abwenden, haben wir ein Problem.“ Thomas Kärger: „Der Flughafen tröstet sich mit drittklassigen Destinationen wie Cluj oder Timişoara. Er mutiert zum Drehkreuz für den Ostblock.“

    Drehkreuz Sperenberg: Wann Berlin eine Chance verpasste

    Sackgasse Berlin. Wie ist es zu dieser weltweit wohl einzigartigen Misere gekommen? Da ist zum einen die Geschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Berlin ins Abseits. In Tempelhof und Tegel dominierten subventionierte Flüge in die Bundesrepublik. In Schönefeld, Flughafen der Hauptstadt der DDR, wurden zwar mehr internationale Verbindungen angeboten, aber nur wenige von West-Airlines.

    Als 1989 die DDR ihre Grenze öffnete, verdeckte die aufwallende Euphorie eine Zeit lang, wie ungewöhnlich die Situation in Berlin war. Doch bald wurde klar, wie schwer es der zusammenwachsende Luftfahrtstandort haben würde, zu bestehen und zu wachsen.

    „Bei der deutschen Wiedervereinigung gab es bereits Frankfurt am Main als das große Drehkreuz für Passagiere und Fracht sowie das Zentrum des Flugbetriebs der Lufthansa. Kurz darauf wurde der neue Münchner Flughafen eröffnet, der vom Start weg der zweitgrößte deutsche Airport war“, erklärt der Experte Heinrich Großbongardt.

    Er ist davon überzeugt, dass es Anfang der 1990er-Jahre ein Zeitfenster für Berlin gab, das dritte deutsche Drehkreuz zu werden. Der damalige Lufthansa-Chef Heinz Ruhnau, der Aufsichtsratsvorsitzender der Berlin Brandenburg Flughafen Holding wurde, habe einen Flughafen-Neubau in Sperenberg südlich von Berlin favorisiert. Dort wäre rund um die Uhr Flugbetrieb möglich gewesen. Der neue Airport hätte mit seiner einzigartigen Lage „erstklassige Entwicklungschancen“ gehabt, sagt er.

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    Hessen, Bayern, Lufthansa: Das Kartell gegen Berlin

    Doch Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann und Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (beide CDU) hätten Heinz Ruhnau damals zurückgepfiffen, berichtet Heinrich Großbongardt. Schönefeld wurde zum BER ausgebaut und bekam ein Nachtflugverbot.

    „Die Entscheidung gegen Sperenberg war aus meiner Sicht ein großer Fehler“, sagt der Experte. „Als sich Lufthansa Mitte der 1990er-Jahre für München als zweites Drehkreuz entschied, war der BER wegen der absehbaren Nachteile nicht im Rennen.“

    Den zweiten Grund für die Misere könnte man als strukturell bezeichnen. Was Kultur, Politik und Diplomatie anbelangt, mag Berlin einer der großen Player sein, sagt Großbongardt. „Aber es ist kein Finanz- und Wirtschaftszentrum von internationalem Rang.“

    In den Ohren vieler Berliner sind das harte Worte. Doch die Zahlen sind leider so. „Das Lokalaufkommen an Geschäftsreisenden ist mit Abstand geringer als in Frankfurt und München. Im Vergleich zu anderen Hauptstädten sowieso“, erklärt Großbongardt. „Auch im Segment der Privatreisenden ist Berlin schwächer positioniert. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Einzugsgebiet des BER ist bestenfalls durchschnittlich. Wer mehr verdient, fliegt häufiger und weiter.“

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    Fluggesellschaften, die mit niedrigen Tarifen werben, beherrschen am Flughafen BER in Schönefeld das Bild. Allerdings hat Ryanair weitere Angebotskürzungen angekündigt. © Jörg Carstensen/dpa

    Sicher, Hainan Airlines oder Qatar Airways sind mit ihren Berlin-Strecken zufrieden. Air Canada setzt ab Mitte Juli zwischen dem BER und Montréal den Airbus A321 XLR mit 182 Sitzplätzen ein. Mit kleinen Flugzeugen, dann aber direkt fliegen: Wäre das ein Zukunftsmodell?

    Womit der dritte Fragenkomplex erreicht wäre: Ließen sich nicht auch weitere Routen mit solchen Maschinen wirtschaftlich betreiben? Warum halten sich Airlines zurück? Welche Rolle spielen andere deutsche Flughäfen, die Lufthansa und die Star Alliance?

    Ein Experte spricht von „Brutalo-Lobbying“. Hessen und Bayern agieren gegen Berlin, weil sie ihre großen Flughäfen schützen wollen. Die Lufthansa stelle sich als Statthalter nationaler Interessen dar, obwohl sie ein börsennotiertes Unternehmen sei. Innerhalb der Star Alliance werde darauf geachtet, dass sich in Berlin keine Airline gegen die Lufthansa engagiert. Obwohl der Kranich selbst auf seinen verbliebenen zwei Berlin-Routen den Flugplan weiter ausdünnt.

    Der Luftfahrtexperte Andreas Spaeth kommt zu einem klaren Urteil. Die Hauptursache für das bisherige Scheitern von Emirates, weitere Startrechte in Deutschland zu bekommen, sei „Protektionismus, den übergreifend alle Bundesregierungen seit Jahrzehnten zugunsten der Lufthansa betreiben. Obwohl Lufthansa keine Staatsairline mehr ist, verhalten sich die Verkehrsminister bis heute so, als sei der Wettbewerbsschutz der Lufthansa ihre wichtigste Maxime“, sagt er.

    Streit um den Flughafen BER: Was die Lufthansa sagt

    Dabei könne er nicht erkennen, warum sich die Wettbewerbssituation signifikant zu Ungunsten der Lufthansa verschieben würde, wenn Emirates auch Berlin und Stuttgart ansteuern dürfte, gibt Spaeth zu bedenken. Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker sagt es so: „Der Markt ist groß genug.“ Er rät den Skeptikern, sich zu entspannen. Dass Berlin bessere Verbindungen erhält, liege jedenfalls im deutschen Interesse.

    Klar, dass Lufthansa das anders sieht. „Deutschland zählt zu den liberalsten Luftverkehrsmärkten weltweit. Alle 150 Airlines, die Deutschland anfliegen, können ihre Zielorte frei wählen“, sagt eine Sprecherin. Wenn Emirates Berlin so wichtig sei, könne die Airline einfach ein anderes Ziel streichen. Dass das Luftverkehrsabkommen die Zahl der Destinationen in Deutschland auf vier begrenzt, habe Gründe.

    „Emirates und andere Wettbewerber aus der Golfregion operieren unter deutlich günstigeren Rahmenbedingungen, die den Wettbewerb verzerren“, so die Lufthansa. Es gebe ein „erhebliches Gefälle“ bei Arbeits- und Sozialstandards, Klimaschutzauflagen und Verbraucherrechten. Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine habe Emirates die Verbindungen nach Russland ausgebaut. Dagegen müssen andere Airlines das Land umfliegen, etwa auf dem Weg nach Asien.

    Fragenkomplex Nummer vier: Hat Berlin nicht auch einen Anteil an der Misere? Ja, sagt ein Beobachter. „Die Gebühren müssen sinken, Fliegen am BER muss günstiger werden. Ich bin davon überzeugt, dass ein entschuldeter, teilprivatisierter Flughafen anders agieren würde.“ Leider habe er den Eindruck, dass Berlin „um das Problem herumtanzt. Es tanzt, ringt die Hände – aber unternimmt kaum etwas.“

    Aber selbst dann: Käme Berlin so wirklich aus der Sackgasse? „Das Engagement von Emirates, seit so vielen Jahren so intensiv um diese eine Strecke zum BER zu buhlen, grenzt auch ans Irrationale“, schätzt der Luftfahrtexperte Andreas Spaeth ein. „Denn für Emirates hat der BER wahrlich keine zentrale Bedeutung, wird aber trotzdem zur Prestigefrage hochstilisiert.“

    Hauptstadt Berlin blamiert sich: Was ist nur mit den Toiletten am Flughafen BER los?
    Hauptstadt Berlin blamiert sich: Was ist nur mit den Toiletten am Flughafen BER los?
    Bessere Verbindungen nach Berlin: Das sind die Chancen

    Ob es Emirates jemals schaffen wird? Dazu möchte kein Gesprächspartner eine Vorhersage abgeben. Doch zu hören ist, dass hinter den Kulissen mehr gesprochen wird als früher. Im Bundeskanzleramt habe die Airline aus Dubai etwas aufgeschlossenere Gesprächspartner gefunden. Dem Vernehmen nach laufen diplomatische Drähte heiß. So wird von einem Schreiben der Vereinigten Arabischen Emirate an die Bundesregierung berichtet.

    Heinrich Großbongardt erwartet trotzdem keine Verbesserung. Der neue Warschauer Flughafen wird dem BER Passagiere abwerben, sagt er. Nach Asien und Afrika seien Doha in Katar und Istanbul neben Frankfurt und München längst als Drehkreuze etabliert. „Jetzt kommt noch Dubai hinzu. Emirates trägt also selbst dazu bei, dass sich das Potenzial für Langstreckenflüge in diese Regionen weiter verringert.“

    „Es geht nicht nur um uns, es geht auch um Berlin“, sagt Tim Clark im Lindenzimmer des Hotels Adlon. „Berlin würde enorm von besseren Verbindungen profitieren.“ Nach anderthalb Stunden machen sich die Journalisten endlich an die Sandwiches. Das Wichtigste ist gesagt.

    #Berlin #aviation #transport #économie

  • Kérosène en Europe : la situation se détériore rapidement

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12518460

    https://www.fpop.media/kerosene-en-europe-la-situation-se-deteriore-rapidement

    Le secteur aérien européen sous tension cet été. Bruxelles, l’IATA, l’EASA et les aéroports alertent sur des difficultés d’approvisionnement en kérosène liées à la crise au Moyen-Orient. Mais les gouvernement se veulent rassurants : il n’y a aucun risque de pénurie générale... « pour le moment. »

    Georges Renard-Kuzmanovic - 2026-06-06

    La situation du carburant d’aviation en Europe se détériore rapidement.

    L’Espagne, la France, l’Italie et d’autres ont averti les opérateurs d’aviation privée que le carburant d’aviation pourrait être indisponible cet été… quel que soit le prix, même très très haut. Or, les prix sont déjà très élevés et, déjà, les prix des billets augmentent et des vols sont annulés sur certaines destinations ou réduits en nombre.
    Le prix du kérosène avait plus que doublé en un mois au plus fort de la crise, avant un reflux partiel ensuite observé par EUROCONTROL début mai.

    Si la situation reste bloquée dans le Golfe entre Iran et les Etats-Unis/Israël, alors 30 à 50 % des vols pourraient à terme faire face à des perturbations ou des annulations.

    Si la position du Corps des Gardiens de la révolution islamique sur l’uranium hautement enrichi reste inchangée, si le détroit d’Ormuz reste bloqué, alors les pénuries dans la zone euro pourraient devenir critiques dans deux mois.

    Après presque 100 jours de ponctions sur les stocks, des approvisionnements réduits, les réservent tendent dangereusement vers des niveaux inférieurs aux seuils critiques.

    Ce qui se profile sous nos yeux, c’est l’effondrement d’une illusion entretenue depuis des décennies : celle d’une économie qui pourrait s’affranchir du réel. L’économie n’est pas d’abord une affaire de prix, de monnaie ou de marchés financiers. Elle est d’abord une affaire de tonnes, de barils, de mégawatts, de navires, d’usines et de chaînes logistiques. Lorsque ces flux physiques sont menacés, aucune gymnastique financière ne peut compenser leur absence. Les volumes reprennent alors leur souveraineté sur les prix. C’est exactement l’analyse que nous développons sur Fréquence Populaire depuis le début de la guerre contre l’Iran : le monde redécouvre que la richesse repose d’abord sur des réalités matérielles et énergétiques, et non sur des abstractions comptables, c’est la « physicalité » de l’économie. A la fin, ce sont toujours les volumes qui commandent aux prix, jamais l’inverse.

    Voir à cet égard ces deux articles fondamentaux de Jacques Sapir : « Guerre du Golfe, réduction de la production de pétrole et de gaz et conséquences mondiales à court et moyen termes » et « France : la crise est confirmée ».

    Le carburant d’aviation est devenu le premier point de fragilité pour le transport aérien européen. Pourtant, la Commission européenne se voulant rassurante a indiqué, fin avril puis en mai, qu’aucune pénurie n’était constatée dans l’Union, tout en… reconnaissant que des difficultés d’approvisionnement pouvaient survenir rapidement, avec le kérosène comme « principale source de préoccupation ». En lisant entre les lignes on comprend que malgré la langue de bois l’inquiétude était déjà là.

    L’IATA (Association du transport aérien international) a, de son côté, estimé dès le 17 avril que des annulations pouvaient apparaître en Europe à partir de la fin mai faute de carburant. Le signal était clair : le risque n’était déjà plus théorique, même si la rupture généralisée des stocks n’est pas actée. Dès le 14 avril on pouvait lire dans La Tribune : « Des vols annulés cet été ? Bruxelles met en garde contre un choc sur le kérosène ».

    EUROCONTROL de son côté souligne que le réseau aérien européen subit les conséquences du conflit engagé le 28 février dernier, avec, entre autres, une chute brutale des vols entre l’Europe et le Moyen-Orient et une désorganisation durable du trafic.

    L’AESA (Agence de l’Union européenne pour la sécurité aérienne) a publié le 8 mai un bulletin d’information sur l’usage sûr du Jet A en Europe, en demandant aux compagnies, aéroports et sociétés d’assistance de revoir leurs procédures face aux différences de carburants disponibles. ACI Europe a averti qu’en l’absence de rétablissement stable du passage par Ormuz, un risque de pénurie généralisée pouvait apparaître sur le réseau aéroportuaire européen.

    Les messages officiels et gouvernementaux restent prudents, très certainement pour ne pas provoquer une panique qui aggraverait encore la situation, mais dont la conséquence est l’impréparation au choc si aucune solution politique négocié n’est trouvée dans le Golfe. Or, ce qui se dessine c’est un enlisement. Les négociations entre Américains et Iraniens sont à peine engagées et encore pas en direct, de plus Israël paralyse dès que possible toute possibilité d’avancée.

    L’Union européenne avance comme un somnambule, comme à son accoutumée. Ce vendredi 5 juin, l’UE… ne constate aucune pénurie de kérosène malgré l’envolée des prix, selon le commissaire européen aux Transports (rapporté par REUTERS) et malgré le choc énergétique provoqué par la guerre contre l’Iran.

    En France, les autorités disent suivre de près les stocks dans les dépôts aéroportuaires et en amont. Le gouvernement a assuré qu’il n’y aurait pas d’interruption d’approvisionnement cet été, ce qui semble contredit par les rapports venant des pays du Golfe, mais aussi de banques et institutions financières comme GoldmanSachs ou de JP Morgan, tandis que la profession évoque l’ouverture de sources alternatives et l’autorisation d’utiliser aussi du Jet A américain.

    La crise actuelle s’ajoute à une autre contrainte, plus structurelle : le déficit européen de carburant d’aviation. L’IATA relevait déjà en 2025 l’élargissement de ce déficit et les défis qu’il pose à la sécurité d’approvisionnement des compagnies. En parallèle, l’Union européenne impose l’incorporation progressive de carburants d’aviation durables au titre de ReFuelEU Aviation. La décarbonation est nécessaire, mais elle ne remplace ni des stocks, ni des raffineries, ni une stratégie de souveraineté énergétique. Ce choix traduit une contradiction désormais visible, à savoir que l’Europe demande au secteur aérien de se transformer tout en restant exposée aux goulets d’étranglement du commerce mondial pour le carburant fossile dont il dépend encore massivement. On pourrait assimiler cela à de la schizophrénie.

    À quelques semaines des grands départs, le tableau est inquiétant. Il n’y a pas, au 6 juin 2026, de constat officiel de pénurie généralisée de kérosène à venir dans l’Union européenne. Il y a en revanche une chaîne logistique fragilisée, des prix volatils, des stocks épuisés, des autorités de régulation inquiètes et mobilisées, et des compagnies qui se préparent à arbitrer leurs programmes de vols. Pour les États européens, la leçon est plus large que de trouver les moyens de passer l’été 2026 et cette leçon est amère : sans maîtrise des approvisionnements, sans capacités industrielles suffisantes et sans planification publique, la circulation la plus mondialisée dépend de décisions prises ailleurs et les peuples européens subiront la facture et un décrochage sévère.

  • Crash du Rio-Paris en 2009 : Airbus et Air France condamnés en appel pour homicides involontaires – Libération
    https://www.liberation.fr/economie/transports/crash-du-rio-paris-en-2009-airbus-et-air-france-condamnes-en-appel-pour-h

    Les deux sociétés, qui avaient été relaxées en première instance, ont été reconnues coupables d’homicides involontaires et ont écopé de la sanction maximale prévue par le code pénal pour ce délit, ce jeudi 21 mai. Elles annoncent se pourvoir en cassation.

    « Dans cette pochette se trouve l’arrêt de la cour. » A 13 h 30 précises, la présidente de la chambre correctionnelle de la cour d’appel de Paris désigne un épais document de 532 pages glissé dans une enveloppe en kraft posée devant elle. Quelques minutes plus tard, devant une salle d’audience comble, la décision tombe. Dans l’affaire du crash du vol Rio-Paris en 2009, Airbus et Air France sont reconnus coupables d’homicides involontaires. « En s’abstenant de mettre en œuvre les procédures adaptées en cas de givrage des sondes Pitot et ainsi par maladresse, inattention, négligence et manquement à une obligation de prudence », les deux sociétés ont « involontairement causé la mort des passagers de l’appareil », détaille la magistrate.

    La cour d’appel a donc suivi totalement les réquisitions du parquet qui avait demandé les sanctions maximales prévues pour un homicide volontaire : 225 000 euros d’amende. Airbus et Air France sont en outre condamnés au paiement des frais de justice engagés par l’Etat et considérés comme solidairement et intégralement responsables de l’accident. L’indemnisation de la plupart des familles de victimes a été gérée séparément, le plus souvent sous forme d’accord transactionnel avec les assureurs des deux entreprises.

    Trois ans plus tôt, en première instance, le tribunal correctionnel de Paris avait relaxé l’avionneur et la compagnie aérienne. La notion de lien de causalité entre les différents dysfonctionnements observés avant la catastrophe et l’accident lui-même est donc désormais établie. Elle pourrait donc faire jurisprudence, aussi bien pour les accidents de transports qu’en matière de santé.

    « Rien ne peut être reproché » aux pilotes

    Le 1er juin 2009 dans la nuit, un A330 de la compagnie Air France qui effectuait la liaison Rio-Paris s’était abîmé dans l’océan, après la perte de contrôle de l’appareil par les pilotes. Aucun des 216 passagers ou des 12 membres d’équipage n’a survécu et il a fallu près de deux ans de recherches pour retrouver les boîtes noires et une partie de l’épave. La cause identifiée de l’accident est le gel d’une sonde dite Pitot qui indique la vitesse de l’appareil. Une série d’alarmes s’était alors déclenchée avant que l’avion ne perde rapidement de l’altitude. L’équipage étant ensuite dans l’incapacité de récupérer le contrôle de l’avion, après ce décrochage.

    Après l’énoncé du jugement, la présidente de la chambre de la cour d’appel a tenu à en expliciter les motivations, qui mettent totalement en cause le constructeur aéronautique comme la compagnie aérienne et exonère de toutes responsabilités les pilotes. Concernant Airbus, les magistrats relèvent dans leur décision que « le mode d’affichage des messages » sur le tableau de bord « n’a pas permis aux pilotes de réagir comme il fallait ». Une carence considérée comme « une négligence qui a contribué à la réalisation du dommage ». La cour note également qu’Airbus, qui avait connaissance de ces incidents de givrage des sondes Pitot, « avait le recul nécessaire » pour prendre des mesures adaptées. Enfin, les magistrats indiquent « la faute d’Airbus » pour qui la situation de décrochage (perte brutale d’altitude) était une situation « connue ».

    A propos d’Air France, les magistrats reviennent sur les formations dispensées aux pilotes dans les situations d’urgence. A la date de l’accident, étaient-elles pertinentes ? « Non » répond la cour qui relève que « les pilotes ont tout testé pour sortir de cette situation épouvantable et que rien ne peut leur être reproché ». Une exonération on ne peut plus claire de toute responsabilité, alors que l’un des axes de défense d’Airbus était justement de remettre en cause l’attitude de l’équipage quand les alarmes se sont déclenchées. Air France se voit ainsi reprocher de ne pas avoir mis en place « de modules de formation spécifique » dans ce type de situation et notamment « un entraînement au pilotage de haute altitude ». Dans cette phase de vol, l’appareil est le plus souvent en mode automatique. La navigation est alors prise en charge par l’ordinateur de bord. Cette décision de justice pointe donc clairement les carences d’Airbus dans la prise en compte du retour d’expérience à partir de toute une série d’incidents similaires et antérieurs à ceux qui se sont produits sur le vol Rio-Paris. Air France voit clairement mise en cause sa non-réactivité dans la formation des pilotes sur des situations potentielles de danger, en vol, alors que ces risques étaient connus.

    Pourvoi en cassation
    A l’annonce du jugement, Danielle Lamy, présidente de l’association solidarité AF 447 qui regroupe les familles de victimes, a pris la parole avec une forte dose d’émotion : « La raison du plus fort ne fut pas la meilleure. Après dix-sept ans de procédure, […] la justice prend enfin en en compte la douleur des familles […] Ces prestigieuses sociétés ne peuvent plus se dérober derrière leur suffisance et leur supériorité technologique. » La représentante des victimes a également demandé solennellement à Airbus et à Air France de ne pas poursuivre le combat judiciaire. En vain les deux entreprises ont annoncé leur intention de se pourvoir en cassation.

    L’avocat d’Airbus a critiqué un jugement répondant « à des considérations qui n’ont rien à voir avec le droit ou la justice » avant d’estimer qu’« aucun élément ne permet de retenir une faute d’Airbus ». A contre-courant des déclarations de la présidente de la chambre correctionnelle de la cour d’appel pour qui l’accident du vol Air France 447 constitue une « catastrophe annoncée qui aurait pu être évitée ».

    #boing ! #aviation

    • eu.eot.su - 2026-05-09

      #Trump and Meloni ’s quarrel could become the beginning of a revision of #security guarantees in #Europe.

      The geopolitical landscape of Europe is on the verge of major changes. The era of unconditional American security guarantees, which the Old World has grown accustomed to over the decades following the end of the Cold War, may come to an end. #Washington ’s harsh “America first” rhetoric is threatening the established architecture of #NATO. According to the Italian news agency ANSA, following the high-profile decision to withdraw thousands of American troops from Germany, Italy and Spain have also come under the close scrutiny of US President Donald Trump.

      For Rome, the implementation of such a scenario means not just a technical redeployment of allied troops, but a major challenge to national security and a deep crisis in relations with its main overseas partner. And while previously the main US complaints were about financial issues, today the catalyst for a possible rupture has become an open conflict between Trump and Italian Prime Minister Giorgia Meloni over the war in the #Middle_East.

      To fully assess the scale of the possible consequences, it is necessary to evaluate how deeply US military presence is integrated into Italy’s defense structure. Today, between 12,000 and 13,000 American soldiers, officers, and technical personnel are permanently stationed on the Apennine Peninsula and Sicily. In terms of the size of the American contingent, Italy is one of the key strongholds of the #Pentagon in Europe, second only to Germany. The American presence strengthens the overall air and missile defense system of NATO on the southern flank. Independently replacing this entire complex of capabilities would require Rome and its European allies many years and large investments.

      The United States operates a number of critically important facilities here. First, there is #Aviano Air Base in the north of the country, which hosts F-16 fighter jets and, according to military experts, stores tactical nuclear weapons. Second, there is #Vicenza Base (Caserma Ederle), serving as the headquarters of the US Army garrison in Southern Europe. The strategic hub of Camp Darby near Livorno is one of the largest logistics centers and weapons depots of the US Army abroad. Finally, the naval air station at Sigonella in Sicily is de facto the “eyes and ears” of NATO in the #Mediterranean, playing a vital role in operations in the Middle East and North Africa. The command of the US Sixth Fleet is also based in Naples. The withdrawal or even partial reduction of these forces would create a gaping hole in the southern flank of the North Atlantic Alliance.

      Until the spring of 2026, Giorgia Meloni was considered one of the main allies of American conservatives in Europe. However, in April, relations sharply deteriorated. The trigger was the US-Israeli military campaign against Iran, which Italy categorically refused to support.

      The crisis unfolded on several fronts at once and was accompanied by unprecedentedly harsh rhetoric, which is completely unacceptable to Trump with his ego:

      – Italy’s denial of access to bases. According to Corriere della Sera, Rome refused American bombers permission to transit through the Sigonella base before their deployment to the Middle East. The Italian side argued that landing aircraft carrying weapons required parliamentary approval, for which the US left no time.

      - Defense of the Vatican. Trump publicly attacked Pope Leo XIV, calling him “weak” for his calls for a peaceful resolution of the Middle East conflict. In response, Meloni harshly condemned the US president’s words, calling them unacceptable and expressing full solidarity with the pontiff.

      – Suspension of pacts with #Israel. Rome froze the defense agreement with Israel, demonstratively distancing itself from military escalation.

      – Washington’s response was not long in coming. In an interview with the Italian press, Trump became personal, insulting Meloni: “I’m shocked by her. I thought she had courage, but I was wrong. Iran would blow up Italy in two minutes if it had the chance.“

      Later, on his Truth Social network, Donald Trump delivered a final verdict on allied commitments: “Italy did not come to our aid, and we will not come to its aid.“

      Rome’s Middle Eastern démarche fell on the fertile ground of Trump’s long-standing dissatisfaction with fiscal discipline in NATO. Washington’s basic requirement — to spend at least 2% of GDP on defense — was chronically unmet by Italy, which hovered around 1.4–1.5%. Only recently, largely by revising accounting methods, did Rome reach the threshold of 2%, remaining among the allies that barely meet the former NATO minimum.

      In the transactional logic of the White House, the picture is clear: Italy not only tries to save on its own security at the expense of American taxpayers, but also, at a critical moment, refuses to show loyalty by blocking the use of bases. For the Trump administration, this is sufficient political reason to threaten to reduce the contingent, punishing a recalcitrant ally.

      For the Italian prime minister, the situation has turned into a diplomatic trap. On the one hand, a rupture with the US threatens the country’s basic security. On the other hand, Meloni is constrained by strict domestic political limits.

      In Italy, anti-war sentiment has traditionally been strong. Directly dragging the country into a war with Iran would be political suicide for the government against the backdrop of an already difficult economic situation. Furthermore, Italian industry is critically dependent on energy supplies from the Middle East region. As Trump bluntly stated, Rome does not want to risk oil, believing the US will do all the work on its own. Defending the Pope was also the only correct move for Meloni in a Catholic country where the pontiff’s authority carries enormous weight.

      If Donald Trump’s threats move into the practical realm, the consequences will extend far beyond the Apennines. The current situation shows how much the European security model depends on the political will of Washington. For Rome, the US bases were part of a system of logistics, intelligence, air support, and allied planning that cannot be quickly replaced by its own forces.

      Therefore, a possible withdrawal of American troops could be a signal to the entire European Union: the former automaticity of American guarantees no longer works unconditionally. European countries will have to accelerate the creation of their own defense infrastructure, expand military budgets, and take on those functions that the US provided for decades. Whether a decision to withdraw troops will be reached will be shown in the coming weeks.

      #OTAN #États-Unis #Italie #sécurité

  • On a besoin de testeurs pour préparer le déménagement de #Seenthis sur une nouvelle machine.

    https://seenthis2.zoo-logique.org est à disposition pour permettre à tout un chacun d’effectuer des vérifications que tout fonctionne. Cette phase devrait aussi nous permettre de vérifier la montée en charge du nouvel environnement système et logiciel. Le nouvel environnement sera réinitialisé lors de la mise en production. Ce jour-là, l’ancienne instance sera rendue inaccessible, synchronisée puis éteinte et la nouvelle instance sera accessible dans l’heure qui suivra.

    Évidemment, tout ce que vous posterez sur cette machine de test sera effacé au moment du déménagement définitif, puisqu’on réinstallera sur la nouvelle machine l’état du Seenthis actuel.

  • Datacenter, il lato sommerso dell’AI-ceberg. Tecnica, guerra, sacralità.

    “Torino, l’Ai cerca spazio in città: in arrivo altri 5 data center. Appena inaugurato quello di #Rai_way in via Verdi, la Cittadella dell’Aerospazio di corso Marche ipotizza un grande server in tandem con #Leonardo. Ma altri sono in (probabile) arrivo targati #Avio, #Bbbell, #Enel e, soprattutto, #Hines, che prepara un maxi progetto con la costruzione di sei edifici alti 30 metri a due passi dall’aeroporto di Caselle“.

    Dalla rassegna stampa delle ultime settimane lo spunto per provare ad interrogare un’industria, in larga parte urbana, centrale per alimentare il mondo-guerra e quanto mai “nebulosa”. Non soltanto in quanto sostrato materiale della “nuvola” (il cloud), ma piuttosto perchè le infrastrutture raggruppate sotto il termine di “Datacenter” sono estremamente varie e i luoghi in cui sorgono securizzati e poco inclini alla visibilità. Spazio fisico di archiviazione e di analisi in tempo reale di dati – la cantina di Internet e dell’AI – e al contempo tecnologia della memoria funzionale alla governamentalità algoritmica, il Datacenter è un apparato centrale del tecno-capitalismo e delle sue guerre.

    https://radioblackout.org/podcast/datacenter-il-lato-sommerso-dellai-ceberg-tecnica-guerra-sacralita

    et la carte des datacenters de Turin:


    https://www.datacentermap.com/italy/torino

    #Turin #Italie #liste #cartographie #visualisation
    #AI #IA #data_centers #centres_de_données #infrastructure

  • Olimpiadi Milano-Cortina, neve (artificiale) a tutti i costi. Ma c’è il rischio che non sia abbastanza

    Per innevare artificialmente le piste sono state approvate nuove opere sui fiumi, spesso senza valutazioni ambientali e senza pubblicare i piani di risparmio promessi. Alcune però non saranno pronte per l’inizio dei Giochi.

    Tra il dire e il fare c’è di mezzo il mare, si dice. Quella che separa le promesse degli organizzatori delle Olimpiadi di Milano-Cortina e la realtà che si presenta a poco più di un mese dall’inizio dei Giochi, però, è acqua dolce: quella dei fiumi e dei torrenti delle Alpi lombarde, venete e trentine, già sotto stress per effetto del cambiamento climatico, che verrà prelevata al ritmo di centinaia di litri al secondo per innevare artificialmente le piste. Secondo gli organizzatori ne serviranno 836mila metri cubi: rapportato ai 27 giorni di durata dei Giochi olimpici e paralimpici, significa svuotare 12 piscine olimpioniche ogni giorno.

    #Livigno, corsa contro il tempo

    Per soddisfare questo fabbisogno, di molto superiore a quello delle stagioni sciistiche «normali», il dossier di candidatura prevedeva nuove opere di presa e accumulo dell’acqua. A oggi, però, solo due dei quattro bacini previsti sono stati ultimati. Prima di Natale, il presidente della Federazione internazionale di sci Johan Eliasch ha lamentato «ritardi inspiegabili», parlando di una «situazione in cui non avremmo mai dovuto trovarci». Gli occhi sono puntati in particolare su Livigno (Sondrio), comune di meno di 7mila abitanti a un passo dalla Svizzera, che per ospitare le gare di sci acrobatico e snowboard avrà bisogno di circa mezzo milione di metri cubi d’acqua.

    Qui, il dossier di candidatura prevedeva la costruzione di due nuovi bacini di accumulo, uno da 200mila metri cubi nell’area di Mottolino e uno da 120mila in zona Carosello. Il primo, costato quasi 22 milioni di euro, è stato inaugurato solo a inizio dicembre, mentre il secondo sarà pronto per le Olimpiadi, ma quelle giovanili del 2028. Parlando con lavialibera la scorsa estate, il sindaco di Livigno Remo Galli li aveva definiti interventi vantaggiosi, che permetteranno di «gestire le risorse idriche in maniera più attenta all’ambiente» anche dopo le Olimpiadi: «Potremo raccogliere l’acqua nei periodi in cui ce n’è di più, cioè da maggio a luglio, invece che prelevarla in inverno quando ce n’è molta di meno». A causa dei ritardi, però, l’unico bacino realizzato è stato riempito solo nelle scorse settimane.

    L’acqua arriva dal torrente Spöl, conosciuto anche come Aqua Granda, al centro di una controversia decennale: la società A2A, che tra l’altro figura tra i partner dei Giochi, preleva a monte 90 milioni di metri cubi all’anno per produrre energia idroelettrica, acqua che poi viene deviata nell’Adda, tributario del Po. Risultato: «Da vent’anni a questa parte lo Spöl è prosciugato», dice a lavialibera Nicola Faifer, fondatore del comitato L’acqua è tua, che da tempo lotta perché l’azienda rilasci il deflusso ecologico, cioè la quantità d’acqua minima per garantire la salute dell’ecosistema fluviale. «Abbiamo presentato un esposto alla Commissione europea che ci ha dato ragione e presentato una denuncia per disastro ambientale, ma nulla è cambiato». Oltre ai bacini, per i Giochi sono state presentate due domande di attingimento eccezionale da 40 litri al secondo ciascuna, valide per il solo periodo olimpico.

    Anterselva, il nuovo bacino tra ritardi e impatto ambientale

    Gli altri due bacini per l’innevamento artificiale erano previsti a Bormio, in Valtellina, dove si svolgeranno le gare di sci alpino maschile, e ad Anterselva, in Alto Adige, dove gareggeranno gli atleti di biathlon. Il primo, da 88mila metri cubi, è entrato in funzione poco prima di Natale. Per il secondo, invece, dal volume previsto di 31mila metri cubi, il portale della Società infrastrutture Milano-Cortina (Simico) fissa la data di fine lavori al 10 maggio 2026, due mesi dopo la fine dell’evento olimpico. L’iter è stato rallentato dal ricorso di cinque associazioni, respinto dal Tar di Bolzano lo scorso agosto. "Contestiamo i danni all’ambiente e la totale assenza di trasparenza e partecipazione nel processo decisionale», dice a lavialiberaLuigi Casanova, presidente di Mountain Wilderness Italia, tra le realtà dietro l’iniziativa. Il progetto del bacino non è stato sottoposto a una valutazione di impatto ambientale, che è stata ritenuta non necessaria come per il 60 per cento delle opere olimpiche, stando all’ultimo report di Open Olympics. «Riteniamo che l’evento olimpico abbia fallito tanto sul profilo ambientale quanto su quello della trasparenza e della democrazia – continua Casanova –. Tutte le opere sono state imposte, e di tempo per organizzare un confronto con le comunità interessate ce n’è stato».

    A gennaio 2025, su richiesta della Fondazione Milano-Cortina, Simico ha avviato l’iter per la costruzione di un ulteriore invaso, non previsto inizialmente, vicino a quello già esistente in località Po’ Drusciè a Cortina, inserendolo all’interno di un intervento di «aggiornamento degli impianti di alimentazione elettrica e attrezzature». L’opera è stata però bloccata dal parere negativo della Soprintendenza del Veneto, che l’ha giudicata «incompatibile con i valori paesaggistici che qualificano il contesto di riferimento»: si procederà quindi con il «potenziamento dell’approvvigionamento del bacino esistente», aumentando quindi la pressione sulla falda da cui i pozzi attingono per il riempimento.

    Nuovi prelievi in Val di Fiemme

    Servirà acqua, e in abbondanza, anche per innevare artificialmente gli impianti di Tesero e Predazzo, località della Val di Fiemme, in Trentino, che ospiteranno rispettivamente le gare di fondo e salto con gli sci. Qui, il fabbisogno idrico stimato dagli organizzatori è di 72mila metri cubi, più del doppio del consumo medio registrato negli ultimi anni per il mantenimento degli impianti. L’acqua verrà prelevata dal torrente Avisio, come già avviene durante la stagione sciistica, ma in volumi molto maggiori in virtù di una nuova concessione della portata massima di 100 litri al secondo e grazie a un’opera di presa aggiuntiva a Tesero. «Aumentare i prelievi da corsi d’acqua già ampiamente sfruttati significa causare ulteriori squilibri all’ecosistema», dice a lavialibera Tommaso Bonazza, portavoce del comitato Acque trentine, che ha presentato una serie di osservazioni critiche nei confronti del progetto, rimaste inascoltate. Non solo: l’opera ricade parzialmente in un’area protetta dove vige il divieto di costruzione, ma è stata comunque ritenuta «compatibile».

    Nella relazione ambientale della Fondazione Milano Cortina si parla anche dell’utilizzo, per l’innevamento artificiale a Tesero, di «acqua potabile di 54 pozzi». «Non è raro che succeda – prosegue Bonazza –. In passato, alcuni sindaci si sono quasi trovati a scegliere se dare l’acqua ai cittadini o alle piste. Prima che si arrivi allo scontro sociale, che è inevitabile man mano che la coperta si fa più corta, bisognerebbe ripensare questo modello di sfruttamento intensivo dei nostri territori».
    Consumi idrici, trasparenza a secco

    Sulla carta, il tema è al centro dell’attenzione degli organizzatori: già il dossier di candidatura del 2019 prevedeva il calcolo della water footprint (impronta idrica) dei giochi secondo gli standard internazionali, impegno ribadito nel 2024 nel rapporto ambientale insieme alla promessa di sviluppare un «piano di riduzione dei consumi idrici». Di nessuno dei due strumenti, però, si trova traccia. Contattata da lavialibera la scorsa estate, Fondazione Milano Cortina ha assicurato che entrambi «sono oggetto di confronto con il Comitato olimpico internazionale», ma non è detto che vengano resi pubblici perché «sicuramente verrebbero strumentalizzati». Si ipotizza anche che possano essere diffusi dopo la fine dei Giochi in forma consuntiva, il che impedirebbe – come già sta accadendo – qualsiasi forma di collaborazione e monitoraggio da parte delle comunità interessate. «I dati dettagliati su volumi idrici, fonti di approvvigionamento e strategie di gestione non sono stati resi pubblici in modo organico – dice a lavialiberaFabio Tullio, presidente di Legambiente Treviso –. Queste mancanze impediscono una valutazione indipendente e un dibattito pubblico informato sull’effettiva sostenibilità idrica dei Giochi».

    Rischio reflui

    A preoccupare chi abita lungo i torrenti delle valli che ospiteranno i Giochi non è solo quanta acqua ne uscirà, ma anche cosa potrebbe entrare. «C’è un rischio enorme legato alla gestione dei reflui – dice Bonazza –. Già adesso, nelle località maggiormente interessate dal turismo di massa invernale, i depuratori non riescono a far fronte ai picchi di affluenza e spesso permettono alle acque sporche di finire nei fiumi. Immaginiamo cosa potrebbe succedere durante le Olimpiadi». Nella relazione di sintesi di dicembre 2024, gli organizzatori hanno dichiarato che gli scarichi liquidi verranno gestiti attraverso serbatoi, escludendo quindi immissioni nella rete fognaria e nei torrenti, ma «non è ad oggi disponibile il progetto del sistema di gestione (modalità e frequenza di raccolta, siti di destinazione, modalità di smaltimento e di trasporto)». Nello stesso documento, e in apparente contraddizione, si evoca l’eventualità di «scarichi di reflui nei corpi idrici superficiali», che verrà gestita con l’implementazione di un «piano di monitoraggio». Anche di questo, però, non si trova traccia pubblica.

    https://lavialibera.it/it-schede-2353-olimpiadi_milano_cortina_neve_artificiale_impatto_idrico_

    #JO2026 #jeux_olympiques #Alpes #neige #neige_artificielle #eau #Mottolino #Carosello #coût #prix #Spöl #Aqua_Granda #A2A #Anterselva #Bormio #environnement #Po_Drusciè #paysage #Tesero #Predazzo #Val_di_Fiemme #Avisio #eau_potable #water_footprint #Milano-Cortina

  • L’#avion moins cher que le #train : une #aberration française

    Le #système_fiscal encourage fortement les airs au détriment du #rail. Un #non-sens écologique, mais aussi social.

    Pour voyager en Europe, l’avion reste souvent plus compétitif que le train, malgré son impact dévastateur sur l’environnement. Une nouvelle étude de Greenpeace révèle que sur plus de la moitié des trajets transfrontaliers européens, l’avion est moins cher que le train. Pire, sur 95 % des liaisons transfrontalières françaises, le rail coûte plus cher que les airs. Entre Paris et Barcelone, le billet d’avion tombe à 15 euros, quand le train frôle les 390. Vingt-six fois plus cher pour un mode de transport pourtant quatre-vingts fois moins polluant.

    Un système fiscal taillé sur mesure pour l’aérien

    Ce #déséquilibre ne doit rien au hasard : il résulte de #choix politiques répétés. L’aérien profite d’avantages fiscaux massifs : pas de #taxe sur le #kérosène, pas de #TVA sur les vols internationaux et des #redevances_aéroportuaires allégées pour les #compagnies_low-cost. À l’inverse, le rail assume une lourde charge. Les #péages_ferroviaires représentent jusqu’à 40 % du prix d’un billet #TGV, les billets supportent la TVA et la #SNCF finance seule l’entretien des #infrastructures.

    Des milliards pour voler, des miettes pour rouler

    La crise sanitaire a aggravé encore le déséquilibre : en 2020, l’État a versé 7 milliards d’euros à Air France-KLM, suivis de 4 milliards en 2021, sans exiger de contreparties écologiques. Dans le même temps, l’offre ferroviaire s’est réduite. Les #trains_de_nuit, plus de 300 dans les années 1980, ne sont plus que 6 en 2025. Les lignes régionales dépendent des financements des collectivités, accentuant les #inégalités_territoriales.

    L’injustice écologique et sociale

    Selon l’Agence européenne pour l’environnement, un trajet en avion émet jusqu’à 80 fois plus de #gaz_à_effet_de_serre qu’un trajet équivalent en train. Pourtant, les prix incitent massivement à prendre l’avion. Pour les familles modestes, le rail reste hors de portée. Résultat : les catégories populaires paient doublement la note, exclues du train et exposées aux impacts climatiques. Ceux qui choisissent le rail le font au prix de sacrifices individuels, alors que c’est le système qui devrait garantir une #mobilité équitable et durable.

    Changer de cap

    Greenpeace propose plusieurs leviers : mettre fin aux #exonérations_fiscales injustes, instaurer une taxe « grands voyageurs », interdire les vols courts lorsqu’une alternative ferroviaire existe, et relancer le train de nuit. En France, la baisse des péages ferroviaires, une TVA allégée et des investissements massifs dans les lignes interurbaines figurent parmi les mesures urgentes.

    Ce déséquilibre n’est pas une fatalité. Il est le fruit de décisions politiques que l’on peut inverser. Reste une question essentielle : veut-on continuer à subventionner la #pollution ou donner enfin aux citoyens les moyens de voyager plus proprement à des prix raisonnables ?

    Les mesures européennes pour rééquilibrer avion et train

    En Autriche, le « #Klimaticket », permet de circuler sur tous les réseaux ferroviaires, bus et tram pour un peu plus de 80 euros par mois.

    Face à l’urgence climatique et à la #concurrence inégale entre l’avion et le train, plusieurs pays européens expérimentent ou déploient des mesures pour favoriser le rail :

    France : Depuis 2023, la France est devenue le premier pays au monde à interdire certains vols courts intérieurs lorsqu’une alternative ferroviaire directe de moins de 2h30 existe. Cette mesure, inscrite dans la# loi_Climat_et_Résilience, visait à favoriser le #report_modal vers le train pour des raisons écologiques, une proposition initiale de la Convention citoyenne pour le climat. Mais dans sa forme finale, la portée de cette mesure est limitée : seules trois liaisons sont effectivement concernées — Paris-Orly/Bordeaux, Paris-Orly/Lyon et Paris-Orly/Nantes. Ces trois liaisons ne représentaient qu’environ 2,5% du trafic total des vols intérieurs en France, soit environ 500 000 passagers sur 16 millions par an, pour seulement 0,01% des émissions nationales de CO₂. L’impact est donc plus symbolique que structurel, d’autant que ces lignes avaient déjà été supprimées par Air France dès 2020 en échange des aides d’État.

    #Allemagne : Adoption du « #Deutschlandticket », un abonnement national à 49 € par mois valable sur tous les trains régionaux et locaux, boostant la fréquentation et l’accessibilité du train. Des investissements massifs visent également à moderniser le réseau.

    #Autriche : Mise en place du « Klimaticket », un abonnement annuel permettant de circuler sur tous les réseaux ferroviaires, bus et tram pour environ 1 000 € par an, avec un fort succès populaire.

    #Espagne : #Gratuité temporaire sur de nombreuses #lignes_régionales et de #banlieue pour encourager les alternatives décarbonées dans un contexte d’inflation.

    Tendances européennes : Suppression progressive de certains avantages fiscaux pour l’aérien ; débats sur la création d’un « #ticket_climat_européen » pour faciliter les voyages transfrontaliers en train ; efforts en cours pour améliorer la #connectivité_ferroviaire entre pays et simplifier les systèmes de #réservation.

    https://lenouveauparadigme.fr/lavion-moins-cher-que-le-train-une-aberration-francaise
    #France #prix #transport_ferroviaire #transport_aérien #comparaison #fisc #fiscalité

  • Über Freiheit
    https://archive.org/details/uberfreiheit00mill/mode/2up


    John Stuart Mill (1806-1873); übersetzt von David Haek (1854- ), : Philipp Reclam jun.,, Leipzig, 1896

    John Stuart Mill
    https://de.wikipedia.org/wiki/John_Stuart_Mill

    John Stuart Mill (* 20. Mai 1806 in Pentonville, Vereinigtes Königreich; † 8. Mai 1873 in Avignon, Frankreich) war ein britischer Philosoph, Politiker und Ökonom, einer der einflussreichsten liberalen Denker des 19. Jahrhunderts sowie ein früher Unterstützer malthusianischer Konzeption und in diesem Zusammenhang auch der Frauenemanzipation.[1] Mill wird in der Sekundärliteratur teilweise auch als früher Feminist[2][3][4][5][6] bezeichnet. Mill war Anhänger des Utilitarismus, der von Jeremy Bentham, dem Lehrer und Freund seines Vaters James Mill, als Nutz-Ethik entwickelt wurde. Seine wirtschaftlichen Werke zählen zu den Grundlagen der klassischen Nationalökonomie, und Mill selbst gilt als Vollender des klassischen Systems und zugleich als sozialer Reformer.

    Der von ihm als Gegenentwurf zu Thomas Morus’ Utopia geprägte Begriff Dystopia bezeichnet einen pessimistischen Zukunftsentwurf in Philosophie und Literatur.

    #économie #philosophie #libéralisme #histoire #Avignon

  • Israele costruisce un muro di cemento lungo la Linea Blu: cresce la tensione al confine con il Libano

    Israele ha avviato la costruzione di un muro di cemento lungo la Linea Blu, il confine de facto stabilito dalle Nazioni Unite tra Israele e Libano dopo il ritiro israeliano del 2000. L’opera, che si estende tra il villaggio israeliano di #Avivim e l’area di #Jal_el_Deir – territorio libanese occupato – si colloca di fronte alle città di #Maroun_el_Ras e #Aitaroun, due località già colpite negli anni passati dagli scontri tra #Hezbollah e l’esercito israeliano.

    Secondo diverse fonti libanesi e arabe, le Forze di difesa israeliane (#Idf) stanno installando il muro su una porzione di territorio conteso, nei pressi di #Jabal_el_Bat, a circa un chilometro all’interno del suolo libanese. La struttura, composta da blocchi di cemento armato e dotata di telecamere e sensori di sorveglianza, si aggiunge alle barriere già costruite da Israele negli ultimi mesi lungo i segmenti più instabili della Linea Blu.

    Le autorità libanesi denunciano che il nuovo muro rappresenta una violazione della sovranità nazionale e degli accordi di cessate il fuoco mediati dalle Nazioni Unite. Secondo Beirut, Israele starebbe progressivamente modificando la geografia del confine, spostando di fatto la linea di demarcazione e consolidando posizioni militari in aree considerate parte del territorio libanese.

    Sul terreno la tensione resta alta. Nelle ultime settimane si sono moltiplicati gli scambi di colpi tra Hezbollah e l’esercito israeliano, mentre i caschi blu dell’UNIFIL cercano di contenere l’escalation. Diverse fonti mediorientali sottolineano che la costruzione del muro, in questo contesto, rischia di essere interpretata come una provocazione, soprattutto dopo che Tel Aviv ha dichiarato di voler “mettere in sicurezza” i confini settentrionali contro le infiltrazioni armate.

    Dal canto suo, Hezbollah ha avvertito che “qualsiasi modifica unilaterale dei confini sarà considerata un atto ostile”. Anche fonti diplomatiche regionali temono che l’iniziativa israeliana possa compromettere gli sforzi in corso per evitare un allargamento del conflitto, già esteso dalla Striscia di Gaza fino ai confini libanesi e siriani.

    Mentre il muro cresce, cresce anche la distanza politica: il Libano parla di “occupazione strisciante”, Israele di “misure difensive”. Ma la linea di cemento che ora separa i due Paesi sembra sempre più il simbolo di una frattura che nessuna tregua, per ora, riesce a colmare.Israele costruisce un muro di cemento lungo la Linea Blu: cresce la tensione al confine con il Libano

    https://www.globalist.it/world/2025/11/10/israele-costruisce-un-muro-di-cemento-lungo-la-linea-blu-cresce-la-tension
    #mur #murs #ligne_bleue #Israël #Liban #barrière_frontalière

  • Lo storico israeliano #Avi_Shlaim ha abbandonato il sionismo molto tempo fa. Ora è dalla parte di Hamas
    https://www.assopacepalestina.org/2025/09/29/lo-storico-israeliano-avi-shlaim-ha-abbandonato-il-sionismo-molto

    di Ofer Aderet, Haaretz, 25 settembre 2025. Da Oxford, Shlaim sostiene che Hamas incarni la resistenza palestinese e si ritrova ad allontanarsi anche dai suoi colleghi più radicali. Sei mesi dopo l’attacco del 7 ottobre, è apparso online un video che ha fatto arrabbiare molti spettatori. L’uomo che vi appariva era lo storico ebreo-israeliano Prof. ... Leggi tutto

    #Notizie

  • Klimabilanz der Luftfahrt : Die Streifen müssen weg
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1193784.flugverkehr-klimabilanz-der-luftfahrt-die-streifen-muessen-weg.ht

    Bei Kälte und hoher Luftfeuchtigkeit entstehen besonders häufig Kondensstreifen. Foto : IMAGO/ActionPictures

    Les trainées de condensation contribuent à l’effet climatique de l’aviation. De nouvelles études scientifiques proposent des procédés pour réduire leur apparition.

    4.9.2025 vin Frank Littek - Durch veränderte Flugrouten und neue Kraftstoffe ließe sich die Klimabilanz der Luftfahrt verbessern

    Fliegen Verkehrsflugzeuge bei strahlend blauem Himmel in großer Höhe, bilden sich hinter den Maschinen häufig weiße Streifen, die noch lange zu sehen sind. Die so entstandenen Kondensstreifen können in Höhen von acht bis zwölf Kilometern mehrere Stunden bestehen. Mit der Zeit bilden sie hohe Wolken, die als Kondensstreifen-Zirren bezeichnet werden. Diese setzen sich aus winzigen Eiskristallen zusammen und sind besonders klimawirksam.

    CO2 gilt nach landläufiger Ansicht auch im Luftverkehr als Hauptfaktor für den Anteil des Menschen am Klimawandel. Aber das ist gar nicht so – wie schon 2020 eine umfangreiche internationale Studie der Manchester Metropolitan University unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergeben hat. Grundsätzlich hat demnach die globale Luftfahrt einen Anteil von 3,5 Prozent an der menschengemachten Klimaerwärmung. Aber nur ein Drittel der Klimawirkung des Luftverkehrs beruht auf CO2-Emissionen. Zwei Drittel entfallen auf sogenannte Nicht-CO2-Effekte. Dazu gehören unter anderem Ozon, Aerosole, Stickoxide und Kondensstreifen. Diese – und die sich daraus entwickelnden Kondensstreifen-Zirren haben dabei den größten Anteil. Daraus folgt: Wer die klimaschädliche Wirkung des Luftverkehrs reduzieren will, hat bei Kondensstreifen dazu den größten Hebel.
    Kälte plus Luftfeuchtigkeit

    Wie entstehen Kondensstreifen? Dazu ist eine Kombination von tiefen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit nötig, das sogenannte Schmidt-Appleman-Kriterium. Die Temperatur muss zwischen Minus 35 und 55 Grad Celsius liegen. Gleichzeitig darf die Luft nicht zu trocken sein, weil sich die Kondensstreifen sonst schnell wieder auflösen. Verbrennt Kerosin in Düsentriebwerken, entstehen pro Kilogramm Treibstoff 1,23 Kilogramm Wasserdampf, 3,15 Kilogramm CO2 – und Myriaden winziger Rußpartikel. Verlassen diese das Triebwerk, verklumpen sie schnell und bilden Kondensationskeime für kleine, unterkühlte Wassertropfen. Diese gefrieren zu Eiskristallen. Hinter dem Flugzeug bilden sich Kondensstreifen und werden von den dort vorhandenen Wirbeln in die Breite gezogen.

    Das DLR forscht seit Jahren international federführend an möglichen Lösungen. Grundsätzlich lassen sich Kondensstreifen und damit ihre klimaschädliche Wirkung auf zwei Wegen deutlich reduzieren.

    Sustainable Aviation Fuel

    Fachleute unterteilen grob drei Generationen nachhaltigen Kerosins. Zur ersten gehören Kraftstoffe, die aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen erzeugt wurden. Die zweite beinhaltet Kerosin, dessen Ausgangsstoff sowohl pflanzliche als auch tierische Altöle und -fette sind. Dazu gehört gebrauchtes Fett aus Fritteusen. Zur dritten Generation gehört E-Fuel. Es wird synthetisch produziert und den sogenannten Power-to-Liquid-Kraftstoffen zugerechnet, die aus Wasser, Ökostrom und CO2 hergestellt werden.

    Ein Lösungsansatz liegt in der Optimierung der Flugrouten, sodass die Maschinen möglichst viel unter Umgebungsbedingungen fliegen, die die Entstehung von Kondensstreifen gar nicht erst möglich machen. Das ist nicht nur Theorie, sondern funktioniert auch in der Praxis. DLR und das Maastricht Upper Area Control Centre (MUAC) haben gemeinsam nachgewiesen, dass sich langlebige Kondensstreifen durch vergleichsweise kleine Veränderungen der Flughöhe vermeiden lassen. Entsprechende Testflüge fanden während der Corona-Pandemie statt, in der der Luftverkehr weltweit drastisch eingeschränkt war. Das bot ideale Bedingungen für Analysen im oberen Luftraum über den Benelux-Staaten und Nordwestdeutschland.

    Sagten die Wetterberichte langlebige Kondensstreifen voraus, wurden die Maschinen bei den Testflügen um rund 600 Meter nach oben oder unten umgeleitet. An anderen Tagen mit diesen Bedingungen flogen die Flugzeuge ohne Eingriff in die Flughöhe. Per Satellit wurden die Ergebnisse aus großer Höhe überwacht, vergleichbar gemacht und dokumentiert. Und tatsächlich ergaben die Versuche eine deutliche Verringerung der Kondensstreifen-Bildung durch die Flughöhenanpassung.
    Änderung der Flughöhe lohnt sich

    Noch sind Fragen offen: So sind zur Veränderung der Flughöhe oft Steigflüge nötig. Dadurch verbraucht das Flugzeug etwas mehr Kerosin und erzeugt mehr CO2. Der Nachteil dadurch sollte geringer sein als der Vorteil durch die verminderte Kondensstreifenbildung. Weiter muss sicher sein, dass die Veränderung von Flughöhen und -routen weder die Sicherheit noch die Kapazität des Luftraums beschränkt. Geklärt werden diese Fragen unter anderem im Forschungsprojekt D-Kult. Die Abkürzung steht für Demonstrator Klima- und Umweltfreundlicher Lufttransport. Daran arbeiten unter anderem das DLR, der Deutsche Wetterdienst, die Deutsche Flugsicherung, Fluggesellschaften und IT-Dienstleister.

    Kondensstreifen-Zirren setzen sich aus winzigen Eiskristallen zusammen und sind besonders klimawirksam.

    Die Fluggesellschaft Etihad hat bereits am 23. Oktober 2023 gezeigt, dass sich auch im Alltagsbetrieb Flüge durchführen lassen, bei denen Flughöhe und -route hinsichtlich Kondensstreifenbildung optimiert sind. An diesem Tag führte Flug EY20 der Airline von London nach Abu Dhabi. Airline-Mitarbeiter hatten in Zusammenarbeit mit dem britischen Unternehmen SATAVIA Regionen in der Atmosphäre identifiziert, in denen die Bildung von Kondensstreifen zu erwarten war und die Flugroute entsprechend angepasst. Ergebnis des Fluges: Aufgrund der leicht veränderten Route entstand ein Mehrverbrauch von 100 Kilogramm Kerosin. Das entspricht nach Angaben der Airline 0,48 Tonnen CO2. Rechnerisch wurden so bei diesem Flug 64 Tonnen CO2 eingespart.

    Der andere Ansatz zur Reduzierung der Kondensstreifen besteht in der Verminderung der Rußpartikel im Kerosin. Je weniger Ruß vorhanden ist, umso weniger Eis bildet sich im Abgasstrahl und umso kleiner sind die Kondensstreifen. Kerosin wird aus Rohöl hergestellt. Neben verschiedenen Kohlenwasserstoffen wie Paraffinen oder Cycloparaffinen enthält Kerosin ringförmige Kohlenwasserstoffe. Fachleute sprechen auch von Aromaten. Diese »verursachen bei ihrer Verbrennung mehr Rußpartikel als kurzkettige Kohlenwasserstoffe«, wie Patrick Le Clercq vom DLR-Institut für Verbrennungstechnik in Stuttgart erklärt. Wäre es möglich, Kerosin ohne ringförmige Kohlenwasserstoffe herzustellen, ließe sich die Bildung von Rußpartikeln im Abgas von Flugzeugen deutlich reduzieren.

    Genau das ist machbar. Und es funktioniert nicht nur in der Theorie. Solches Kerosin gibt es bereits. Es wird als Sustainable Aviation Fuel (SAF) bezeichnet und aus regenerativen Quellen hergestellt. Dazu bedarf es keines Erdöls. SAF hat einen geringeren CO2-Fußabdruck als das herkömmlich erzeugte Kerosin.
    Weniger Ruß durch Treibstoffwechsel

    SAF lässt sich auf unterschiedliche Arten herstellen. In vielen Fällen wird es aus Abfällen produziert, in anderen aus Pflanzen. Bei aktuellsten Verfahren wird SAF aus regenerativen Energien zum Beispiel mithilfe von Windstrom gewonnenem »grünem« Wasserstoff hergestellt – und als E-Fuel bezeichnet. »Alle diese nachhaltigen Kraftstoffe haben gemeinsam, dass sie ohne zyklische Kohlenwasserstoffe, sogenannte Aromate, produziert werden können«, erläutert Patrick Le Clercq. »Weniger Aromate im Kraftstoff bedeutet weniger Ruß in den Emissionen und damit weniger Eiskristalle in den Kondensstreifen. Damit verringern nachhaltige Kraftstoffe die beiden größten klimaerwärmenden Effekte der Luftfahrt, Kondensstreifen und den CO2-Fußabdruck.«

    Wachstum frisst Effizienzgewinne

    Der Passagierflugverkehr ist nach Angaben der International Air Transport Association IATA im Jahr 2024 erstmals auf ein größeres Volumen als im letzten Jahr vor der Corona-Pandemie gewachsen. Gemessen in Fluggastkilometern waren dies 3,8 Prozent mehr als 2019. Für 2025 wird ein weiteres Wachstum erwartet. Laut einer Auswertung des Unternehmens atmosfair von 2024 reichen bisherige Effizienzverbesserungen nicht aus, um das Wachstum des Flugverkehrs zu kompensieren. Dafür wäre eine ...

    Bereits 2018 hat das DLR zusammen mit der US-Weltraumbehörde Nasa Flugversuche zu diesem Thema durchgeführt. Dabei wurde ein Airbus zum einen mit herkömmlichem Kerosin betankt, zum anderen mit einer 50-50-Mischung von Kerosin und SAF. Die Versuche wurden vom DLR fortgeführt und schließlich ein Testflugzeug mit 100 Prozent SAF betankt. Als Referenz diente die Betankung mit 100 Prozent herkömmlichem Kerosin. Wie schon bei den Versuchen zuvor, folgte ein Messflugzeug. Die Ergebnisse dieser Flüge wurden kürzlich veröffentlicht. Sie zeigen einen kleineren Ausstoß von Rußpartikeln und eine um 56 Prozent geringere Anzahl an Eiskristallen in Kondensstreifen. Das führte zu einer Reduzierung der Klimawirkung von Kondensstreifen um 26 Prozent, wie das DLR in globalen Klimamodell-Simulationen errechnet hat.
    Beimischungspflicht ab 2030

    Der nächste Schritt wäre es jetzt, SAF in großem Maßstab im kommerziellen Luftverkehr einzusetzen. Bisher dürfen die neuen Kraftstoffe nur gemischt mit Kerosin zum Einsatz kommen. Bis zu 50 Prozent dürfen es sein. Solche Mengen sind aber aktuell noch nicht am Markt verfügbar. Das soll sich in Zukunft ändern und der SAF-Anteil bei Flügen in Europa schrittweise steigen. Ab 2030 ist eine Beimischung von fünf Prozent SAF gesetzlich vorgeschrieben. 2050 sollen es 63 Prozent sein.

    Durch SAF lassen sich Kondensstreifen stark vermindern. Wenn dann noch die Flugrouten optimiert werden, dazu noch der ohnehin geringere CO2-Fußabdruck des SAF kommt und der geringere CO2-Ausstoß durch den technischen Fortschritt in Form zum Beispiel der Einführung moderner Triebwerke, ist der klimaerwärmende Effekt der Luftfahrt schon deutlich reduziert. Das soll eine Brücke schaffen, bis Elektroantriebe auf extremen Kurzstrecken und grüner Wasserstoff oder E-Fuel für den Antrieb auch auf längeren Strecken in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

    #climat #aviation #science

  • #Aviator is a Fast, User-Friendly App for #AV1 Video Encoding on Linux
    https://www.omgubuntu.co.uk/2025/08/aviator-svt-av1-video-encoder-app-for-linux

    Heard of the AV1 (AOMedia Video 1) codec? Chances are you have, as this open source, royalty-free video compression standard is championed by the likes of Google, Netflix, Amazon, and even Apple. All for a very good reason (beyond the anyone-is-free-to-use-it-no-catches aspect). AV1 produces fantastic quality video at often significantly. smaller file sizes. For major video streaming services you can see the appeal: bandwidth means money, and a video codec that delivers decent quality but is data efficient is a no-brainer, costs-wise. But you might be interested in using it too. If you upload content to video sharing sites, AV1 […] You’re reading Aviator is a Fast, User-Friendly App for AV1 Video Encoding on Linux, a blog post from OMG! Ubuntu. Do not reproduce elsewhere without (...)

    #News #ffmpeg #Video_Converter

  • L’avion est jusqu’à 26 fois moins cher que le train en Europe
    https://reporterre.net/L-avion-est-jusqu-a-26-fois-moins-cher-que-le-train-en-Europe

    Le marché européen continue de promouvoir un moyen de transport aussi climaticide que l’avion, au détriment du train. C’est le constat accablant d’un rapport publié par Greenpeace le 21 août.

    L’ONG a analysé un ensemble de 142 trajets majeurs en Europe, dont 33 au sein d’un même pays et 109 transfrontaliers. Tous les trajets faisant moins de 1 500 km et comportant tous des options pour voyager par le rail et par les airs.

    Résultats : pour 54 % des trajets transfrontaliers, l’avion est le plus souvent moins cher que le train. Certains vols low cost, comme des Barcelone-Londres à 15 euros, sont jusqu’à 26 fois moins chers que le même trajet en train. Le pire pays en la matière étant... la France, où 95 % des voyages transfrontaliers sont moins chers en avion, en moyenne au moins 6 jours sur 9.

    Cet état de fait est encouragé par les politiques européennes, dénonce Greenpeace, les vols internationaux étant exemptés de taxes sur le kérosène et de TVA (taxe sur la valeur ajoutée), contrairement au train, en plus de bénéficier de subventions publiques.

    Seuls points positifs : depuis 2023, l’ONG note que les trajets sur lesquels les trains sont majoritairement moins chers ont augmenté de 14 %. La dynamique est aussi encourageante sur les trajets domestiques, avec 70 % des trajets pour lesquels le train est moins cher.

    Greenpeace appelle à en finir avec cette régulation injuste et ce « système truqué » en augmentant les taxes sur les billets d’avion, en commençant par les billets business et première classe, à supprimer les exemptions de taxes et subventions pour les aéroports et compagnies aériennes. Et à soutenir, à l’inverse, le train, notamment par la réduction des taxes, l’instauration d’un système de billets abordables et uniformisés en Europe, le développement d’une meilleure interconnexion entre les lignes ou la création d’un « billet climatique », un forfait favorisant l’usage des transports en commun entre et dans chaque pays européen.

  • Grève massive chez Air Canada, toute la presse en parle... Enfin elle parle des vols annulés, des négociations qui ne donnent rien mais sur les raisons de la grève et pourquoi elle est massivement suivie, pas grand chose, juste 3 phrases dans les articles les plus détaillés...

    Grève du PNC d’Air Canada : tous les vols annulés, le gouvernement canadien impose un arbitrage exécutoire | Air Journal
    https://www.air-journal.fr/2025-08-17-greve-du-pnc-dair-canada-tous-les-vols-annules-le-gouvernemen

    Hôtesses et stewards ont cessé le travail pour réclamer de meilleures conditions salariales et une révision de leurs horaires, jugés « intenses et épuisants ». En outre, ils réclament d’être rémunérés pour les heures de travail au sol, y compris lors des préparatifs avant l’embarquement. A ce jours, ils ne sont payés que pendant les heures en vol.

  • Migration : la #France accepte un accord de retour avec le #Royaume-Uni

    Paris s’est engagé à reprendre les personnes ayant réussi à traverser la Manche mais n’étant pas éligibles au droit d’asile au Royaume-Uni. En échange, Londres accueillera celles qui peuvent y prétendre, par le biais d’une procédure légale. Environ 21 000 personnes ont rejoint l’Angleterre en « small boats » depuis le début de l’année.

    A l’issue des deux jours de la visite d’État du président français, Emmanuel Macron, à Londres, suivis d’un sommet France-Royaume-Uni, jeudi 10 juillet, le premier ministre britannique, Keir Starmer, a confirmé la conclusion d’un accord sur la migration transManche actant pour la première fois le principe d’un retour vers l’Hexagone de personnes refoulées du Royaume-Uni après avoir traversé la #Manche en #small_boats (« petites embarcations »).

    Le nombre de personnes concernées devrait s’établir autour de cinquante par semaine. Un minimum selon Londres, qui s’engage symétriquement à accueillir, dans l’autre sens, des personnes dont la nationalité garantirait presque automatiquement l’asile au Royaume-Uni ou dans le cadre de regroupements familiaux.

    Les cohortes envisagées restent très modestes, rapportées aux 21 000 personnes qui ont traversé le détroit du Pas-de-Calais depuis le début de l’année (50 % de plus que par rapport à la même période de 2024). Pour autant, le dirigeant travailliste a qualifié l’accord de « révolutionnaire ». « Beaucoup de gouvernements ont tenté de le mettre en œuvre en vain », a affirmé Keir Starmer lors d’une conférence de presse commune avec Emmanuel Macron, jeudi, depuis Northwood, une base militaire du nord-ouest de Londres.

    Il est vrai que, depuis 2018, quand le phénomène des small boats est apparu – après le renforcement de la sécurité autour du port de Calais (Pas-de-Calais) et du tunnel sous la Manche –, la droite britannique réclamait que Paris accepte le principe de retours des migrants sur son sol. En parallèle, les Français déploraient qu’il n’existe plus de voie légale pour demander l’asile au Royaume-Uni. Depuis le Brexit, en 2021, Londres n’applique plus le #règlement_Dublin, qui permettait à quelques centaines de personnes présentes en Europe de faire valoir des attaches familiales outre-Manche pour y trouver refuge.

    Pour cet accord « one in, one out » (« une entrée, une sortie »), comme l’ont baptisé les médias britanniques, Paris et Londres se sont inspirés de la déclaration entre l’Union européenne (UE) et la Turquie de 2016, au plus fort de la crise des migrants. Il prévoyait de verser 6 milliards d’euros à Ankara, en échange de quoi la Turquie devait tenir sa frontière et reprendre tous les migrants ayant traversé la mer Egée et ayant été déboutés de leur demande d’asile en Grèce. Pour chaque Syrien renvoyé en Turquie, un autre Syrien devait être réinstallé depuis la Turquie dans l’UE. Très controversé, cet accord a permis, temporairement, de freiner les arrivées. Mais Ankara ne reprend plus aucun migrant depuis 2020 et les réinstallations de Syriens n’ont jamais atteint les objectifs de départ.

    Dans un cadre européen

    Le ministère de l’intérieur britannique (Home Office) espère que le plan franco-britannique sera mis en place dans les semaines qui viennent. Emmanuel Macron a précisé qu’il doit encore être soumis à vérification juridique, y compris de la Commission européenne. Signe que Paris veut replacer ces négociations dans un cadre européen (à défaut d’avoir obtenu un accord UE-Royaume-Uni), le ministère de l’intérieur a annoncé par ailleurs que 26 gardes-côtes de l’agence européenne Frontex seront déployés dès juillet sur le littoral.

    Pour les retours vers la France, ne seront concernés que les adultes arrivés en small boats ; ils seront placés dans des centres de rétention et informés qu’ils ne sont pas admissibles au Royaume-Uni au motif qu’ils viennent d’un pays dit « sûr » et qu’ils sont arrivés de manière illégale. Une fois renvoyées dans l’Hexagone, ces personnes seront à nouveau refoulées si elles tentent encore la traversée.

    Symétriquement, des personnes présentes en France de nationalités obtenant presque automatiquement l’asile au Royaume-Uni (Afghanistan, Syrie, etc.) devraient pouvoir formuler une demande en ligne, par le biais d’un système développé par le Home Office. Seront aussi considérés des cas de regroupements familiaux. Les autorités britanniques espèrent que le mécanisme ne sera pas paralysé par les recours contentieux. Elles comptent augmenter leurs capacités de détention (actuellement d’environ 2 500 places).

    Paris a longtemps reproché à Londres de ne pas lutter suffisamment contre le travail illégal et de refuser d’imposer une carte d’identité à tous ses citoyens, un moyen d’identifier plus rapidement les personnes sans droit au séjour. Si la France n’a obtenu aucune garantie en ce sens, le gouvernement Starmer a néanmoins rappelé que, depuis son entrée en fonction il y a un an, les opérations de vérifications contre le travail illégal ont augmenté de 50 %.

    « Les mensonges du Brexit »

    Le président Macron a dénoncé les « mensonges » du Brexit qui, au lieu de limiter la migration vers le Royaume-Uni, aurait agi comme « un facteur attractif » – le règlement de Dublin ne s’appliquant plus dans le pays, les demandeurs d’asile enregistrés dans un pays de l’UE ne risquaient pas d’y être renvoyés. Il a cependant admis que Français et Britanniques n’ont « pas d’autre choix que de travailler ensemble ». Et qualifié le schéma d’échange de « pragmatique ».

    Sans qu’aucun montant ne soit dévoilé, le Royaume-Uni s’est par ailleurs engagé à finaliser « le plus rapidement possible » un nouveau cycle de #financement de trois ans (2026-2029) en vertu du #traité_de_Sandhurst de 2018, selon lequel Londres a déjà versé 760 millions d’euros à la France pour sécuriser sa frontière. Une nouvelle doctrine d’intervention des forces de l’ordre en mer pour empêcher les traversées doit par ailleurs être déployée prochainement.

    Alors que le Haut-Commissariat des nations unies pour les réfugiés (HCR) saluait, jeudi, le projet pilote, les associations qui viennent en aide aux migrants à la frontière franco-britannique étaient peu enthousiastes. « C’est absurde et profondément dangereux, considère Michael Neuman, de Médecins sans frontières. Ce protocole d’échange réplique ce qu’on a connu avec l’accord UE-Turquie et ses résultats peu convaincants. Il s’inscrit dans une logique de fermeture des frontières qui crée les conditions de l’inflation des trafics. »

    « C’est une monétisation des personnes entre deux pays et ça n’empêchera pas ceux qui sont déboutés de leur demande d’asile en Europe d’essayer de traverser, estime Charlotte Kwantes, porte-parole d’Utopia 56. Et comment la France gérera-t-elle les personnes renvoyées ? On va les mettre par paquets dans des centres de rétention ? » Une enquête du HCR, réalisée à Calais et publiée en janvier, montrait qu’environ un quart des personnes présentes sur les campements a déjà demandé l’asile en Europe, en Allemagne notamment.

    Les traversées de la Manche empoisonnent la relation franco-britannique, et l’accord annoncé jeudi est difficile pour Paris comme pour Londres : la droite et l’extrême droite britanniques se sont empressées, jeudi, de le condamner. Mais les deux dirigeants sont résolus à tirer un trait sur les tensions nées du Brexit. C’était tout l’objet de cette visite d’Etat : mettre en scène une réconciliation.

    https://www.lemonde.fr/international/article/2025/07/11/migration-la-france-accepte-un-accord-de-retour-avec-le-royaume-uni_6620583_
    #UK #Angleterre #accord #migrations #réfugiés #one_in_one_out #une_entrée_une_sortie

    Un accord qui ressemble à l’#accord_ue-turquie :
    https://seenthis.net/tag/accord_ue-turquie

    • UK to start small boats returns to France ‘within days’ after EU gives green light

      Some asylum seekers will be sent back across Channel for first time under treaty agreed with French president

      The UK will begin detaining people who arrive on small boats and returning some to France “within days” after the EU gave the green light to a deal agreed with the French president, Emmanuel Macron.

      The treaty between France and the UK will allow the Home Office to return some asylum seekers back across the Channel for the first time in exchange for accepting others directly from France via a safe route.

      Those who have crossed the Channel to the UK using small boats will become inadmissible for safe routes, according to the terms of the treaty. About 50 people a week are expected to be returned during the pilot of the so-called “one in, one out” scheme.

      The Home Office said the pilot was “operationally ready” and that detentions could start within days. The summer months, when the weather tends to be better, are usually the high point for crossings, with 898 arrivals on 30 July alone.

      Since the start of the year, about 25,000 people have sought asylum by arriving on small boats across the Channel. The Conservatives have panned the scheme, saying the numbers arriving would mean it was the equivalent of “17 in, one out”.

      Nationalities at the greatest risk will be prioritised on the newly opened safe route and will be subject to full documentation and security and eligibility checks.

      The pilot scheme runs until June 2026, after which both the UK and France have said they will assess its future.

      The final text of the deal was signed by the home secretary, Yvette Cooper, and her French counterpart, Bruno Retailleau, last week, and approved by the European Commission, which was thought to be a potential obstacle.

      The UK prime minister, Keir Starmer, said the agreement was “the product of months of grownup diplomacy delivering real results for British people as we broker deals no government has been able to achieve and strike at the heart of these vile gangs’ business model.

      “The days of gimmicks and broken promises are over – we will restore order to our borders with the seriousness and competence the British people deserve.”

      Cooper said the government would robustly defend any legal challenge, saying it had learned from the failed Rwanda deportation scheme under the Conservatives.

      “This is an important step towards undermining the business model of the organised crime gangs that are behind these crossings – undermining their claims that those who travel to the UK illegally can’t be returned to France,” she said.

      “It is also right to make clear that – while the UK will always be ready to play its part alongside other countries in helping those fleeing persecution and conflict – this must be done in a controlled and managed legal way, not through dangerous, illegal and uncontrolled routes.”

      The Home Office said preparations for the scheme had begun, including clearing space in immigration removal centres, and a new operational strategy for Border Force officials to allow them to identify which potential asylum seekers would make their claims inadmissible by travelling via small boat.

      Anyone who arrives by small boat and is returned to France will not be eligible for the legal route to the UK, while anyone who tries to re-enter the UK having already been returned to France once will be returned again “as a matter of priority”.

      The shadow home secretary, Chris Philp, said the scheme would have “no difference whatsoever” and blamed the rise in Channel crossings on Labour’s cancellation of the Rwanda scheme.

      https://www.theguardian.com/uk-news/2025/aug/04/uk-to-start-small-boats-returns-france-within-days-after-eu-gives-green

    • Royaume-Uni : le gouvernement annonce des mesures après de nouvelles manifestations anti-migrants

      Le gouvernement britannique a annoncé dimanche de nouvelles mesures pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats ». Cette déclaration est une réponse aux nombreuses manifestations qui ont régulièrement lieu devant des hôtels accueillant des demandeurs d’asile depuis plusieurs semaines.

      Au total, 100 millions de livres sterling supplémentaires vont être dépensés pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats », a annoncé le gouvernement britannique dimanche 3 août.

      Cette somme servira à financer des mesures telles que l’accord de retour « un pour un » prévu avec la France, l’embauche de 300 agents supplémentaires de l’agence nationale de lutte contre la criminalité (NCA), ainsi que de nouvelles technologies et de nouveaux équipements pour intensifier la collecte de renseignements sur les gangs de passeurs, notamment assistés par l’intelligence artificielle.

      Le gouvernement avait déjà indiqué la semaine dernière la prochaine utilisation de l’IA pour évaluer l’âge d’une personne en fonction des traits de son visage. Cette mesure, mise en place en 2026, visera notamment les exilés se déclarant mineurs à leur arrivée au Royaume-Uni.

      « Ce financement supplémentaire renforcera tous les aspects de notre plan et renforcera la capacité de nos forces de l’ordre à traquer et à démanteler les gangs, en collaboration avec nos partenaires étrangers et grâce à des technologies et des équipements de pointe. Parallèlement à nos nouveaux accords avec la France, cela nous aidera à concrétiser nos engagements du Plan pour le changement visant à protéger la sécurité des frontières du Royaume-Uni et à rétablir l’ordre dans notre système d’immigration », a déclaré la ministre de l’Intérieur, Yvette Cooper.
      Manifestations xénophobes

      Cette annonce intervient au lendemain de nouvelles manifestations anti-immigration devant des hôtels accueillant des demandeurs d’asile. De nouveaux heurts ont éclaté samedi lors de ces rassemblements et la police a procédé à des arrestations.

      Des manifestants, mais aussi des groupes de militants antiracistes, ont afflué dans le centre de Manchester, dans le nord-ouest de l’Angleterre, lors d’une marche organisée par la formation d’extrême droite « Britain First » (La Grande-Bretagne d’abord).

      À Londres, manifestants et contre-manifestants ont convergé vers un hôtel hébergeant des demandeurs d’asile en centre-ville, comme lors de manifestations précédentes qui avaient parfois donné lieu à des violences. La police de Londres a écrit sur X que ses agents avaient dégagé un carrefour où les contre-manifestants s’étaient groupés. « Il y a eu neuf interpellations pour l’instant, dont sept pour atteinte à l’ordre public », a ajouté la police.

      Dimanche, ce sont plus de 100 personnes, dont de nombreuses femmes portant des t-shirts roses, qui se sont rassemblées devant l’hôtel Britannia International de Canary Wharf à Londres. Un groupe d’hommes masqués a également été aperçu devant l’hôtel ce jour. Les membres du cortège criaient « Renvoyez-les chez eux » et ont hué les personnes entrant et sortant de l’hôtel. Un groupe de personnes « harcelait les occupants et le personnel » et tentait d’empêcher les livraisons, a ajouté la police. Ils tentaient aussi de « franchir la clôture et d’accéder à l’hôtel ».

      D’autres mobilisations ont eu lieu ces dernières semaines, pour la plupart dans le quartier londonien d’Epping. Dans les villes de Bowthorpe, près de Norwich, ou Diss, dans l’est de l’Angleterre, des rassemblements pour réclamer la fermeture d’hôtels hébergeant des demandeurs d’asile ont aussi été organisés.
      2025, une année record ?

      Lors de ces rassemblements, les participants appellent à une « remigration » massive et réclament un accroissement de la lutte contre l’immigration illégale. Sur ce point, la NCA a indiqué qu’au cours de l’exercice 2024-2025, elle a démantelé 351 réseaux et activités de criminalité organisée en matière d’immigration. Il s’agit du niveau le plus élevé jamais enregistré et d’une augmentation de 40 % par rapport à l’exercice précédent.

      Mais malgré les efforts consentis par le gouvernement britannique, les traversées de la Manche n’ont jamais été aussi nombreuses. Au moins 25 000 migrants ont traversé la Manche dans de petites embarcations depuis le début de l’année. C’est bien plus que lors des deux dernières années sur la même période. Même le précédent record de 45 000 traversées enregistré en 2022 pourrait être battu. Selon le journal britannique The Guardian, le nombre de passages a augmenté de 51 % par rapport à l’année dernière et de 73 % par rapport à 2023.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/66169/royaumeuni--le-gouvernement-annonce-des-mesures-apres-de-nouvelles-man

    • Traversées de la Manche : l’accord franco-britannique sur l’échange de migrants entre en vigueur

      L’accord franco-britannique « un pour un » a été ratifié, ont annoncé les ministères britannique et français de l’Intérieur. Cet accord prévoit le renvoi en France d’un migrant arrivant au Royaume-Uni par « small boat », en échange de quoi Londres s’engage à accepter un migrant se trouvant en France et exprimant sa volonté de demander l’asile.

      L’accord conclu entre la France et l’Angleterre prévoyant le retour en France de migrants arrivés par petit bateau au Royaume-Uni en échange de l’envoi outre-Manche de migrants se trouvant en France, entre en vigueur mardi 5 août, a annoncé lundi le ministère britannique de l’Intérieur. Le ministère de l’Intérieur français évoque, lui, un dispositif qui débute ce mercredi.

      Cet accord vise à dissuader les traversées de la Manche sur des embarcations précaires organisées par des réseaux de passeurs. Pour cela, l’accord prévoit que toute personne entrant au Royaume-Uni via une traversée de la Manche en « small boat » pourra être immédiatement arrêtée à son arrivée et renvoyée en France par le gouvernement britannique. En échange, Londres s’engage à accepter un migrant se trouvant en France, justifiant de liens avec ce pays, et exprimant sa volonté de s’installer au Royaume-Uni.

      Les deux gouvernements ont signé le « texte final la semaine dernière » et la Commission européenne a « donné son feu vert à cette approche innovante pour décourager l’immigration illégale », a indiqué le Home Office dans un communiqué. Le ministère britannique de l’Intérieur ajoute être prêt à placer en détention « dans les prochains jours » de premiers migrants susceptibles d’être envoyés en France. Et une fois dans l’Hexagone, les migrants « relèveront du droit commun », précise le ministère de l’Intérieur français à InfoMigrants.

      Modalités

      Selon le texte consulté par InfoMigrants, les ressortissants étrangers en France pourront déposer une demande pour le Royaume-Uni à condition d’être originaire d’un pays étranger à l’espace économique européen, être âgé de plus de 18 ans et avoir des documents d’identité récents. Les demandeurs ne doivent pas non plus avoir obtenu la protection internationale auprès d’un autre pays ou une autorisation de séjour en France.

      Si le dossier est accepté, le candidat se verra accorder une autorisation d’entrée au Royaume-Uni « pour une période pouvant aller jusqu’à trois mois », peut-on lire dans le document.

      Le traité précise également que le retour des migrants en France se fera dans un délai de 14 jours après leur arrivée au Royaume-Uni en « small-boats ». Une demande formelle devra être envoyée aux autorités françaises pour chaque transfert. L’ensemble du processus pourrait prendre trois mois et le Royaume-Uni en assumera tous les coûts.

      Les mineurs non accompagnés ne seront pas concernés par le dispositif.
      « L’objectif est clair : casser les filières »

      Des rapports évoqués par la presse britannique avancent le chiffre de 50 migrants par semaine mais aucun des deux pays n’a confirmé combien de personnes seront ainsi échangées via cet accord. « Bien sûr, il commencera avec un nombre réduit (de migrants, ndlr) et augmentera ensuite, mais nous voulons pouvoir l’étendre », a déclaré mardi la ministre britannique de l’Intérieur Yvette Cooper sur la radio de la BBC.

      « Il s’agit d’une étape importante pour démanteler le modèle économique des gangs criminels organisés à l’origine de ces traversées », s’est félicitée la ministre de l’Intérieur britannique, Yvette Cooper. Son homologue français, Bruno Retailleau, a salué « un dispositif expérimental dont l’objectif est clair : casser les filières ».

      Le dispositif sera limité dans le temps, jusqu’en juin 2026, soit la date à laquelle doit entrer en vigueur le pacte asile et immigration. « L’idée de ce projet, c’est de faire passer un message aux passeurs, leur dire que maintenant, ça ne passe plus », indique la place Beauvau à Infomigrants, estimant que la situation à la frontière franco-britannique est « un sujet européen ».

      « L’augmentation du nombre de migrants clandestinement introduits par la Manche est inquiétante. Il faut mettre fin au modèle économique sans scrupules des passeurs », a déclaré mardi Magnus Brunner, le commissaire européen aux Affaires intérieures et à la Migration.

      De son côté, le Premier ministre Keir Starmer s’est félicité de cet accord. « C’est le résultat de mois de diplomatie adulte qui a produit de vrais résultats pour le peuple britannique, en négociant des accords qu’aucun gouvernement n’a été en mesure de conclure et en frappant au cœur du modèle économique de ces gangs ignobles », a-t-il déclaré, affirmant que « l’époque des gadgets et des promesses non tenues » était « révolue ». « Nous rétablirons l’ordre à nos frontières avec le sérieux et la compétence que le peuple britannique mérite », a-t-il conclu.

      Projet critiqué

      Cet accord est loin de faire l’unanimité. « Nous nous sentons méprisés et pas écoutés. On ne connaît pas les conditions de mises en application. Je ne vois pas comment cet accord peut être dissuasif », a réagi la maire de Calais Natacha Bouchart (Les Républicains) sur Cnews.

      « Une fois de plus, les réfugiés sont traités comme des colis, et non comme des personnes, tandis que le public doit payer le prix d’un autre échec cruel et coûteux déguisé en politique », a tancé de son côté l’ONG Amnesty International ce mardi.

      Dès l’annonce de l’accord, plusieurs ONG opérant sur le littoral français avaient, elles aussi, dénoncé un accord « absurde » et même « dangereux ».
      Lutte contre l’immigration renforcée

      Sous pression à cause des arrivées par la Manche qui atteignent des records, le gouvernement britannique multiplie les durcissements de sa politique migratoire. Et cet accord en est la dernière étape en date.

      Ces derniers mois, il « a renforcé les mesures de répression contre l’immigration illégale, avec une augmentation de 50 % des arrestations de personnes prises en flagrant délit de travail illégal, le renvoi de 35 000 personnes sans droit de séjour au Royaume-Uni et l’imposition de sanctions plus sévères contre les chefs de gangs », selon le Home office.

      Le ministère britannique de l’Intérieur a également annoncé qu’il comptait tester un système d’intelligence artificielle capable d’estimer l’âge des demandeurs d’asile à partir de leur visage, avec l’objectif de l’utiliser en 2026.

      Il a aussi annoncé une rallonge de 100 millions de livres sterling supplémentaires pour lutter contre les traversées de la Manche en « small boats ». Cette somme servira à financer des mesures telles que l’accord avec la France, l’embauche de 300 agents supplémentaires de l’agence nationale de lutte contre la criminalité (NCA), ainsi que de nouvelles technologies et de nouveaux équipements pour intensifier la collecte de renseignements sur les gangs de passeurs.

      Le Premier ministre britannique Keir Starmer a aussi dévoilé en mai dernier de nouvelles mesures pour réduire l’immigration légale. « Tous les domaines du système d’immigration, y compris (les visas) de travail, de regroupement familial, d’étude, seront renforcés », a-t-il dit.

      Malgré cela, les traversées de la Manche n’ont jamais été aussi nombreuses. Au moins 25 000 migrants ont traversé la Manche dans de petites embarcations depuis le début de l’année. C’est bien plus que lors des deux dernières années sur la même période. Même le précédent record de 45 000 traversées enregistré en 2022 pourrait être battu.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/66195/traversees-de-la-manche--laccord-francobritannique-sur-lechange-de-mig

    • Accord franco-britannique « #un_pour_un » : que se passe-t-il pour les migrants renvoyés en France ?

      Dans le cadre de l’accord « un pour un » signé cet été entre la France et le Royaume-Uni, Londres est autorisé à renvoyer vers Paris des migrants arrivés illégalement sur son sol par « #small_boats ». Déjà quatre personnes ont été expulsées outre-Manche vers la France. Que se passe-t-il concrètement pour elles ? InfoMigrants fait le point.

      C’est un accord signé pour enrayer les traversées illégales de la Manche. Entré en vigueur le 6 août 2025, le projet pilote franco-britannique « un pour un » prévoit un système d’#échange_de_migrants. Pour un migrant arrivé irrégulièrement par bateau au Royaume-Uni et renvoyé vers la France, Londres s’engage à accueillir légalement des personnes étrangères qui se trouvent en France. Une expulsion, une entrée, en somme.

      Depuis la signature de l’accord, quatre personnes ont été réadmises sur le sol français. Le premier, un Indien, a été renvoyé jeudi 18 septembre, les deux suivants, un Érythréen et un Iranien, vendredi 19 septembre. Et une quatrième personne, un Afghan, a également été expulsée mardi 23 septembre, selon l’Ofii (Office français de l’immigration et de l’intégration).

      Selon les règles du « un pour un », Londres a accueilli une famille de trois personnes - dont la nationalité n’a pas été précisée.

      Que se passe-t-il pour les personnes renvoyées vers la France ?

      – Une « aide humanitaire de trois jours »

      Premièrement, les expulsions se font par #avion. Après avoir atterri à l’aéroport de Roissy Charles de Gaulle, les migrants sont pris en charge par l’association #SOS_Solidarité. Mandatée par l’État - plus précisément par la préfecture d’Ile de France - elle leur offre une « #aide_humanitaire_d’urgence » de trois jours, précise leur service communication à InfoMigrants.

      « Nous leur fournissons un logement [dont le lieu est tenu confidentiel], un suivi sanitaire - médicale et psychologique - nous pouvons fournir des vêtements, un accès à internet, une carte SIM s’ils veulent joindre leur famille », précise l’association. Un temps de répit en somme.

      – Un envoi dans des #centres_d'accueil type #CAES

      Au terme de ces trois jours, les expulsés sont envoyés dans des centres d’accueil déjà existants, des CAES (centre d’accueil et d’examen des situations) par lesquels transitent de nombreux migrants arrivant en France. Depuis les CAES, les exilés s’informent sur leurs droits et lancent leurs démarches administratives pour tenter de se faire régulariser.

      Didier Leschi, le directeur général de l’Ofii, précise ce que l’État attend de migrants renvoyés par Londres : « Ils seront en premier lieu incités à accepter l’#aide_au_retour volontaire ».

      Cette aide vise à encourager les migrants en situation irrégulière à rentrer dans leur pays d’origine. Elle est composée d’un billet d’avion et d’une aide pécuniaire dédiée à la #réinsertion.

      – Le #retour_volontaire, l’#asile ou l’#OQTF

      « Déposer une demande d’asile sera possible, encore faut-il pouvoir y prétendre », continue Didier Leschi. En effet, selon la règle européenne de Dublin, les demandeurs d’asile ne peuvent pas demander une protection dans le pays de leur choix, mais seulement dans le pays par lequel ils sont entrés dans l’Union européenne (UE). Parmi les migrants renvoyés vers la France se trouvent donc potentiellement des « #dublinés » qui ne peuvent pas demander l’asile sur le sol français.

      Ceux qui refusent l’aide au retour volontaire et ne relèvent pas de l’asile pourront faire l’objet d’une OQTF (obligation de quitter le territoire français). Ils auront alors 30 jours pour quitter par eux-mêmes le sol français avant de s’exposer à un placement en centre de rétention en vue d’un retour forcé.

      Mais que faire des personnes non-expulsables, comme les Afghans ? Pour l’heure, « la France n’expulse pas mais met en œuvre des retours volontaires vers Kaboul et la situation va peut-être évoluer », précise Didier Leschi. « L’Allemagne autorise, elle, les expulsions vers ce pays et la Commission européenne réfléchit à faire évoluer la ’directive retour’ », continue de directeur de l’Ofii.

      L’Union européenne souhaite en effet muscler sa politique migratoire et réviser la « #directive_retour » afin d’accélérer et accroître les #expulsions_forcées. Plusieurs États européens - comme l’Allemagne, mais aussi l’Autriche, l’Italie - veulent permettre le renvoi de déboutés du droit d’asile afghans et syriens dans leur pays d’origine, malgré le retour des Taliban dans le premier et la fragilité de la situation politique dans le second.

      Comment sont choisis les migrants renvoyés vers la France ?

      Les critères de sélection sont encore flous, pour l’heure. Le Home Office indique que pourra être renvoyée vers la France toute personne qui a traversé la Manche et n’a pas demandé l’asile, ou dont la demande d’asile est jugée « irrecevable ».

      Interrogé par InfoMigrants sur ce que signifie le terme « irrecevable », le Home Office indique qu’il s’agit de toute personne qui a « traversé un pays sûr pour se rendre au Royaume-Uni ou qui a un lien avec un pays sûr, notamment en y ayant déjà demandé l’asile ou en pouvant raisonnablement s’attendre à le faire. » Autrement dit : toutes les personnes parties du littoral français sont potentiellement expulsables vers la France, qui est un #pays_sûr.

      La #sélection des migrants est aussi ralentie par la justice britannique. Il y a des étrangers dont les renvois ont été bloqués par des juges.

      D’autres dossiers peuvent aussi être bloqués par la France. Concrètement, Londres envoie des propositions de « candidats » aux autorités françaises, dans l’espoir qu’elles les valident, a indiqué une source à Mediapart. Toujours selon cette source, « environ cinquante dossiers sont envoyés par semaine aux autorités françaises, qui regardent si, en fonction de certains critères, les personnes peuvent entrer dans le cadre d’une #réadmission ».

      Le critère principal, confirme Didier Leschi, c’est l’aspect sécuritaire. Les autorités françaises vérifient que la personne qui va revenir sur le sol français ne représente pas une menace pour la population.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/67174/accord-francobritannique-un-pour-un--que-se-passetil-pour-les-migrants

    • Migrations : des associations contestent l’accord franco-britannique devant le Conseil d’État

      Seize associations d’aide aux étrangers et de défense des droits humains se tournent vers la plus haute juridiction administrative de France pour demander l’annulation, sinon la suspension, du décret d’application de l’accord passé entre la France et le Royaume-Uni.

      Un « #marchandage migratoire » et un « accord de la honte », dont le décret d’application, en France, est « entaché d’illégalité », estiment seize associations d’aide aux étrangers et étrangères et de défense des droits humains, dont la Ligue des droits de l’homme, l’Anafé, le Syndicat des avocats de France (Saf), le Groupe d’information et de soutien des immigré·es (Gisti) ou Utopia 56. Elles ont déposé, le 10 octobre, une requête auprès du Conseil d’État pour contester l’accord « un pour un », signé entre la France et le Royaume-Uni pour combattre l’immigration. « Les traversées de la Manche non autorisées et dangereuses n’ont pas diminué », commentent-elles dans un communiqué publié mardi 14 octobre.

      Au cours des dernières semaines, plusieurs milliers de personnes ont tenté la traversée malgré l’existence de cet accord, et malgré les panneaux publicitaires placés par les autorités françaises et britanniques dans les gares du Calaisis et du Dunkerquois, qui préviennent : « ATTENTION ! Il existe un nouveau traité entre le Royaume-Uni et la France. Si vous arrivez illégalement au Royaume-Uni à bord d’un bateau, vous risquez désormais d’être expulsé et vous ne pourrez plus revenir au Royaume-Uni, ni rester en France en situation irrégulière. »

      Dans leur requête, que Mediapart a pu consulter, les associations soulignent que l’objet de l’accord n’est autre que le transfert des étrangers du Royaume-Uni vers la France, « de manière forcée », « ce qui affecte, de toute évidence, leur liberté personnelle ». Il entraîne par ailleurs une privation de liberté, « d’une part au Royaume-Uni le temps de l’examen de la demande de réadmission par la France – lequel peut atteindre vingt-huit jours – et d’autre part le temps du trajet de ce pays à la France ».

      Selon nos informations, vingt-six personnes ont été renvoyées depuis le Royaume-Uni vers la France dans le cadre de cet accord à ce jour – sur 245 demandes de réadmission émanant des autorités britanniques. Les principales nationalités concernées sont l’Afghanistan, l’Érythrée, l’Iran et le Soudan. En retour, le Royaume-Uni est censé accepter les demandeurs et demandeuses d’asile basé·es dans le nord de la France et candidat·es au départ, lorsque ces derniers et dernières remplissent un formulaire et répondent à certains critères.

      Comme l’avait constaté Mediapart auprès de personnes exilées à Calais, beaucoup étaient restées sans réponse à la suite de leur demande ou avaient essuyé un refus. Selon une source gouvernementale britannique citée par l’AFP, le Royaume-Uni n’aurait pour l’heure accepté qu’une famille de trois personnes, dont un enfant en bas âge.
      Le Parlement n’a pas été consulté

      « Il y a des critiques de fond et de procédure », explique Me Lionel Crusoé, avocat au barreau de Paris, au nom des seize organisations à l’origine du recours. Sur le plan philosophique, déroule-t-il, cet accord « choque » par son principe, notamment avec cette modalité « un pour un ». « Ces personnes, qui ont un projet de migration selon leur lien ou leurs attaches avec le Royaume-Uni, ont le droit à une certaine dignité. Ce plan, qui s’apparente à du troc, relève d’un plan inadapté lorsque l’on parle d’êtres humains. »

      Sur le plan procédural, l’avocat met en avant la Constitution, dont l’article 53 « prévoit, en cas d’accord international négocié par un gouvernement français et un gouvernement étranger, lorsque celui-ci porte sur un certain nombre de matières dont celles qui relèvent de la compétence du législateur », qu’il ne peut pas « entrer en vigueur tant que le Parlement n’a pas discuté de sa ratification ».

      « Une dizaine de décisions du Conseil d’État ont été prises par le passé pour rappeler de manière assez ferme qu’un décret d’application, pour un accord n’ayant pas fait l’objet d’un débat au Parlement, est illégal. On a un cadre jurisprudentiel bien balisé. »

      « Les organisations soussignées dénoncent le procédé par lequel le gouvernement, au détour d’un simple décret, a rendu cet accord de la honte applicable, au détriment des droits fondamentaux des personnes concernées », peut-on lire dans le communiqué des associations publié mardi. Celles-ci dénoncent la « logique répressive » ayant présidé à la conclusion de ce deal à l’occasion d’une visite d’Emmanuel Macron à Londres en juillet, et les « lourdes conséquences » qui en découlent. Le Conseil d’État décidera d’abord d’un éventuel caractère d’urgence (pour le référé-suspension) et se prononcera « au fond » dans les prochains mois.

      Au Gisti, Patrick Henriot pointe un accord au contenu « totalement déshumanisé », adopté dans des conditions « contraires aux principes de droit qui s’appliquent » sur les accords internationaux. « Le fait que des escortes britanniques accompagnent les personnes renvoyées jusqu’au territoire français devrait être validé par le Parlement français. Ce fut le cas pour l’accord de Chambéry pour le traitement des réadmissions entre l’Italie et la France. » Qu’il s’agisse du contenu ou des modalités de sa ratification, l’accord « ne devrait pas passer la rampe d’un contrôle du Conseil d’État ».

      Pour Amélie, chargée de communication à Utopia 56, si les autorités françaises et britanniques ont déjà signé des accords sur les questions migratoires par le passé, elles ont cette fois « franchi un cap ». « Cet accord conduit à enfermer des personnes et à limiter leur liberté. C’est une attaque aux droits fondamentaux des exilé·es bloqué·es à cette frontière, et c’est ce qui explique cette mobilisation d’ampleur et la diversité des associations à l’origine du recours », justifie-t-elle, précisant que les associations françaises et britanniques travaillent aussi main dans la main pour tenter de le « contrer ».

      https://www.mediapart.fr/journal/international/141025/migrations-des-associations-contestent-l-accord-franco-britannique-devant-
      #résistance

    • Accord franco-britannique : un migrant déjà expulsé vers la France est revenu en « small boat » au Royaume-Uni

      Expulsé vers la France en vertu de l’accord franco-britannique suite à sa traversée illégale vers le Royaume-Uni à la mi-septembre, un ressortissant iranien est de nouveau menacé d’expulsion après être revenu dans le pays à bord d’une petite embarcation, un mois après sa première tentative.

      Un ressortissant iranien, précédemment expulsé vers la France pour avoir rejoint illégalement le Royaume-Uni, est de nouveau retourné en Angleterre en traversant la Manche à bord d’un « small boat », une petite embarcation de fortune, a renseigné mercredi une source gouvernementale.

      Expulsé le 19 septembre vers la France en vertu de l’accord franco-britannique « un pour un » conclu durant l’été pour lutter contre les traversées clandestines, il est la troisième personne a avoir été renvoyée dans ce cadre, précise la BBC. Avant qu’il ne revienne au Royaume-Uni, toujours par « small boat », presque un mois plus tard, le 18 octobre.

      « Si j’avais senti que la France était un pays sûr pour moi, je ne serais jamais retourné au Royaume-Uni », a déclaré l’homme au journal britannique The Guardian. Se disant victime d’un réseau de traite d’êtres humains géré par des passeurs dans le nord de la France, il souhaite demander l’asile au Royaume-Uni. « Terrifié et stressé », il a confié vivre « dans la peur et l’angoisse, chaque bruit fort, chaque ombre, chaque visage inconnu m’effraie ». Des témoignages similaires de la part de demandeurs d’asile actuellement au Royaume-Uni dénonçant ces exploitations sont fréquemment recensés par les organisations.

      De son côté, le ministère de l’Intérieur britannique entend de nouveau l’expulser du pays, indique la même source gouvernementale. En attendant, il a été placé en détention.

      Un accord avec des failles

      Le projet pilote franco-britannique prévoit un système d’"échange de migrants" : il permet la détention et le renvoi rapide des personnes entrées illégalement, par petit bateau, au Royaume-Uni en échange de l’accueil outre-Manche de migrants se trouvant en France.

      Depuis son entrée en application le 6 août et les premières expulsions survenues en septembre, 42 personnes ont été expulsées vers la France, parmi lesquelles 16 personnes, renvoyées à bord du plus grand vol collectif dans la semaine du 19 octobre. En parallèle, 23 demandeurs d’asile ont été accueillis au Royaume-Uni, a indiqué mercredi le Home Office.

      Ces migrants expulsés sont principalement originaires d’Afghanistan, de Somalie, d’Érythrée, d’Iran, de Syrie ou encore de Libye.

      À leur arrivée en France, les migrants sont pris en charge par l’association SOS Solidarité qui leur offre une « aide humanitaire d’urgence » pour trois jours, indiquait le service communication de l’association à InfoMigrants. Ils sont ensuite envoyés dans des centres d’accueil et d’examen des situations (CAES) par lesquels transitent de nombreux migrants arrivant en France. Ils pourront alors déposer une demande d’asile (à condition de remplir les critères), accepter une aide au « retour volontaire » dans leur pays d’origine ou se voir notifier une obligation de quitter le territoire français sous 30 jours (OQTF).

      Mais que faire des ressortissants dont les pays sont en guerre ou dans une situation instable tels que l’Afghanistan ou l’Erythrée par exemple ? Si jusqu’à présent, la France n’expulsait pas vers Kaboul, la situation pourrait cependant venir à évoluer à l’échelle européenne.

      « Dans les faits, l’accord ne peut pas fonctionner car les personnes vont continuer à traverser, peu importe les risques d’enfermement à l’arrivée. Et les migrants expulsés vers la France, après quelques jours passés dans un centre d’hébergement d’urgence, vont vouloir retenter la traversée. C’est un cercle infernal », déplorait le 9 octobre auprès d’InfoMigrants Stella Bosc, responsable communication et plaidoyer de l’Auberge des migrants, une association intervenant dans le nord de la France auprès des personnes exilées bloquées à la frontière franco-britannique.

      Dès le départ, plusieurs ONG se sont montrées très critiques et dénoncent « un marchandage cynique de vies humaines ». Le 14 octobre, une quinzaine d’organisations a ainsi demandé à la justice française de suspendre et d’annuler l’application de cet accord migratoire qu’elles appellent « accord de la honte ».
      Plus de 36 000 migrants arrivés en bateau en 2025

      Malgré les mesures répressives et les restrictions au droit d’asile adoptées récemment par le gouvernement travailliste de Keir Starmer, le nombre d’arrivées de migrants traversant clandestinement la Manche reste élevé. Et continue même d’augmenter.

      Depuis le début de l’année, 36 954 exilés sont arrivés en bateau au Royaume-Uni selon les données du Home Office. Un chiffre qui dépasse désormais celui enregistré en 2024 qui s’élevait à 36 816 arrivées.

      Face à la situation et sous pression, la ministre de l’Intérieur britannique, Shabana Mahmood, s’est engagé à intensifier les expulsions vers la France. « Il est clair que nous devons aller plus loin et plus vite, en expulsant davantage de personnes présentes illégalement et en empêchant les migrants de traverser sur de petits bateaux », a-t-elle indiqué dans un communiqué.

      Alors que se tient à Londres un sommet avec plusieurs dirigeants des Balkans, le gouvernement britannique a annoncé mercredi la mise en place de sanctions contre les réseaux dans cette région qui aideraient les candidats à l’immigration clandestine à rejoindre le Royaume-Uni.

      https://www.infomigrants.net/fr/post/67687/accord-francobritannique--un-migrant-deja-expulse-vers-la-france-est-r

    • Migrants : l’accord « one in, one out » est aussi indécent qu’inefficace

      Un accord de réadmission des migrants sur le principe du « #un_pour_un » (« one in, one out » en anglais) a été conclu au début du mois d’août entre la France et le Royaume-Uni. Mais dès le 19 septembre 2025, soit deux jours après le premier renvoi en France d’un ressortissant indien par les autorités britanniques, une soixantaine de personnes ont pris la mer, à partir de Gravelines (Nord), pour tenter de rejoindre les côtes anglaises.

      En signant l’accord « un pour un », les deux parties avaient pourtant pour objectif de « dissuader les traversées périlleuses de la Manche sur des embarcations précaires ». « L’idée de ce projet, c’est de faire passer un message aux passeurs, leur dire que maintenant, ça ne passe plus », expliquait-on alors au ministère français de l’Intérieur tandis que le Premier Ministre britannique Keir Starmer promettait de rétablir l’ordre aux frontières du pays « avec le sérieux et la compétence que le peuple britannique mérite ».

      En quoi consiste précisément cet accord ? Le Royaume-Uni s’engage à admettre légalement sur son territoire certains migrants qui se trouvent en France. Et en échange, la France accepte de reprendre des migrants qui sont arrivés au Royaume-Uni en empruntant un small boat (petit bateau) pour traverser la Manche, et qui n’y remplissent pas les conditions d’entrée. Le tout sur une base de réciprocité régulièrement rappelée dans l’accord, qui insiste sur le respect de l’équilibre entre le nombre de personnes réadmises dans un sens et dans l’autre.

      Qualifié de « révolutionnaire » par Keir Starmer, le dispositif est censé contribuer à tarir les flux de migrants qui se rendent au Royaume-Uni par bateau. Jusqu’ici, et notamment depuis le Brexit, aucun mécanisme de réadmission ne permettait de renvoyer les personnes arrivées irrégulièrement en Angleterre vers le pays de provenance. Les autorités britanniques pensent que la perspective d’être immédiatement détenu à l’arrivée et de faire l’objet d’une procédure d’expulsion est propre à décourager les personnes qui envisagent d’entreprendre la traversée par small boat. Quant aux Français, ils font le pari que les possibilités, ouvertes par l’accord, d’obtenir l’autorisation d’entrer légalement au Royaume-Uni feront baisser le nombre de candidats au départ par bateau depuis les côtes de la Manche.
      Un accord aux contours flous

      Or, l’affaire a mal commencé. Alors que les expulsions depuis le Royaume-Uni devaient débuter le 12 septembre, les premiers transferts programmés ont été annulés, du fait des recours formés devant les tribunaux par les intéressés. Si l’expulsion de deux personnes a finalement eu lieu une semaine plus tard, et si Londres annonce une « intensification » du processus, on peut s’interroger sur les modalités concrètes de l’accord.

      Les critères britanniques d’éligibilité à l’admission sont très vagues. Certes, la référence aux personnes « ayant des liens » avec ce pays comme base de sélection des candidats à l’émigration (qui doivent être volontaires, se trouver sur le territoire français et ne pas avoir tenté d’entrer illégalement au Royaume-Uni) revient régulièrement dans la communication publique des autorités britanniques. Mais elle ne figure nullement dans l’accord, d’où il ressort au contraire que ces dernières ont toute latitude pour accepter ou refuser de délivrer un visa et que Londres peut même « ouvrir ou fermer [le] canal [d’admission] lorsqu’il l’estime nécessaire ».

      De l’autre côté, la France semble, aux termes de l’accord, disposer d’une moindre marge de manœuvre pour refuser de reprendre les expulsés que le Royaume-Uni lui destine, ce qui inquiète les élus du littoral nord. Dans un courrier au ministre de l’Intérieur, Xavier Bertrand, président du conseil régional des Hauts-de-France, et Natacha Bouchart, maire de Calais, dénoncent « un accord bénéfique pour les Britanniques mais très néfaste pour notre pays ».

      Mais, en pratique, le ministère de l’Intérieur, qui aurait déjà reçu du Home Office britannique plusieurs centaines de dossiers de potentiels expulsables, a pourtant fait savoir, rapporte Mediapart, que les transferts ne concerneraient dans un premier temps « que quelques individus », ajoutant : « On pourra interrompre l’accord si on ne s’y retrouve pas. »

      A ce jour, rien n’est dit, d’ailleurs, du sort qui attend les expulsés une fois arrivés en France : pourront-ils y rester ? Dans quelles conditions ? Seront-ils renvoyés ailleurs ? Dès le mois de juin, cinq pays méditerranéens de l’Union européenne (Espagne, Grèce, Italie, Malte et Chypre) ont exprimé auprès de la Commission européenne leur crainte que la France ne renvoie les migrants refoulés vers le premier pays européen dans lequel ils sont arrivés.
      Effet d’annonce

      L’ensemble donne l’impression qu’au-delà de l’effet d’annonce, sans doute destiné à satisfaire les forces politiques hostiles aux étrangers, aucune des deux parties ne se sent véritablement liée par l’accord « un pour un », qui ne fixe en outre aucun objectif chiffré. Le nombre de 50 transferts par semaine a été évoqué par la presse britannique, mais il n’a pas été confirmé officiellement. Rapporté au volume des traversées de la Manche en small boats au cours des dernières années, ce quota serait dérisoire au regard des ambitions affichées par les négociateurs de l’accord.

      Près de 20 000 exilés ont franchi la Manche sur des embarcations précaires au cours des six premiers mois de l’année 2025, ce qui constitue une hausse de 48 % par rapport à la même période en 2024. On estime leur nombre à 172 000 depuis 2018, date à laquelle ces dangereuses traversées, parfois mortelles, se sont multipliées du fait de la fermeture des autres voies d’accès au Royaume-Uni. Qui peut croire que l’expulsion de quelques centaines de personnes serait en mesure « d’exercer un effet très dissuasif sur le modèle des passeurs et sur les traversées », comme l’affirmait Emmanuel Macron au mois de juillet ?

      S’il fallait démontrer que les migrations sont un phénomène structurel inéluctable sur lequel les lois, les discours, les barbelés et les murs n’ont que peu de prise, la Manche serait un parfait laboratoire. Voilà trente-cinq ans que cette frontière maritime entre la France et les côtes britanniques est franchie irrégulièrement par des personnes de diverses nationalités, aux motivations variées, qui ont pour point commun de n’avoir pas obtenu l’autorisation d’entrer légalement au Royaume-Uni.

      Voilà trente-cinq ans que les autorités des deux pays tentent par tous les moyens d’empêcher ces passages, en accumulant les traités et les accords, en dépensant des millions d’euros, en mobilisant des centaines de fonctionnaires, en maltraitant les exilés, en transformant la ville de Calais en bunker, sans autre résultat que d’engendrer toujours plus de souffrances chez des exilés que rien n’arrêtera dans leur quête d’une vie meilleure.

      Loin de tirer les leçons du coût humain de cette inefficace politique de dissuasion, l’indécent accord « un pour un » traite les personnes comme des paquets que l’on s’échange, et ajoute encore au déni dans lequel s’aveuglent des dirigeants de plus en plus éloignés de la réalité.

      https://www.alternatives-economiques.fr/claire-rodier/migrants-laccord-one-in-one-out-indecent-quinefficace/00116302
      #efficacité #inefficacité

  • La découverte d’un caoutchouc inusable ou presque
    https://www.lemonde.fr/sciences/article/2025/06/13/la-decouverte-d-un-caoutchouc-inusable-ou-presque_6612726_1650684.html

    Les pneus automobiles, dont l’usure rejette chaque année 6 millions de tonnes de particules dans l’environnement, font de cet objet du quotidien la deuxième source mondiale de #microplastiques primaires après les fibres textiles issues de la pétrochimie. Une équipe de l’université John Paulson School of Engineering and Applied Sciences de Harvard (Cambridge, Massachusetts) s’est attaquée à ce fléau en concevant une nouvelle matière, appelée « tanglemer », dix fois plus résistante aux fissures qu’un caoutchouc naturel classique.

    Pour transformer le latex visqueux en un matériau solide, ces chercheurs ont imaginé une méthode douce, sans soufre ni chaleur intense, contrairement au procédé de vulcanisation inventé au XIXe siècle par l’Américain Charles Goodyear. Cette nouvelle approche préserve les longues chaînes polymères de la sève d’hévéa au lieu de les fragmenter et les fragiliser.

    https://archive.ph/xySWf

    • Mais il y a bien longtemps que les pneus ne sont plus fabriqués avec du latex naturel.
      Du coup ça permettrait de revenir à l’hévéa à la place du pétrole ? Si oui alors les forets primaires n’en ont plus pour longtemps.
      Ce qui est décrit là c’est la résistance à la déchirure (crevaison) , mais l’usure par frottement (sur les gravillons de l’asphalte) c’est autre chose non ?
      C’est surement une découverte intéressante mais l’exemple du pneu choisi par Le Monde n’est sans doute pas le plus pertinent pour en illustrer l’intéret.

    • en effet, des pneus bio, y en a pas pour tout le monde, sinon, les camions ne rouleraient plus. le tanglemer est supposé être plus résistant que le caoutchouc, les micro plastiques, c’est au moins pour partie des micro cassures

      A Paris, le chercheur François Lequeux, Grand Prix Michelin de l’Académie des sciences [wtf] et ancien directeur scientifique de l’Ecole supérieure de physique et de chimie industrielles de la Ville de Paris (ESPCI), estime ce travail très intéressant. « Lorsqu’une fracture se propage dans un caoutchouc, les chaînes polymériques sont étirées et peuvent cristalliser, ce qui rend le matériau très robuste. Ce mécanisme magique [...] de la nature, spécifique aux caoutchoucs naturels et presque autoréparant, explique pourquoi ce sont encore des #pneus en caoutchouc naturel qui équipent les gros #camions ou les #avions », précise ce spécialiste de la matière molle.

      en revanche, je les voit pas vendre des pneus qui s’usent moins, sinon, les bagneules rouleraient 800 000 bornes

      #caoutchouc #polymères #tanglemer

  • Le Dornier Do X

    dévoilé en 1929, était une réalisation imposante dans l’aviation précoce - un bateau volant d’une taille et d’une ambition extraordinaires. Conçu par Dornier Flugzeugwerke en Allemagne, il était destiné à redéfinir les voyages longue distance de luxe à une époque où traverser les océans par avion était encore une nouvelle idée. Avec une envergure de 157 pieds et un fuselage de 130 pieds, le Do X était le plus grand avion de son genre, doté d’une conception distinctive à voilure haute et d’une coque spécialement conçue pour des décollages et des atterrissages en douceur sur l’eau - essentiel pour les routes internationales dépourvues de longues pistes.

    Ce qui a vraiment distingué le Do X, c’était sa puissance et son opulence. Il s’était de douze moteurs - six montés en tandem sur chaque aile - et pouvait accueillir jusqu’à 169 passagers. À l’intérieur, l’avion était équipé d’équipements somptueux : cabines de couchage, salons élégants et salles à manger complètes, ce qui le rend plus semblable à un bateau de croisière de luxe qu’à un avion. C’était la quintessence de la sophistication des années 1920 dans le ciel, conçue pour les voyageurs riches à la recherche d’aventure sans sacrifier le confort.

    Cependant, la grandeur du Do X est venue avec des défis. Sa taille et sa complexité l’ont rendu coûteux à exploiter, et la tension économique de la Grande Dépression a entravé ses perspectives commerciales. Bien qu’il ait effectué plusieurs vols célèbres et établi des records pour les charges de passagers et l’autonomie, il n’est jamais entré dans un service généralisé. Pourtant, le Dornier Do X reste un symbole durable de la vision audacieuse du début de l’aviation - une époque où les ingénieurs osaient rêver grand et où le ciel promettait un avenir glamour

    #transport
    #aviation
    #hydravion