• Der Fall Bruno Gerth: Berliner Polizist mit Potenzproblem wird zum Mörder
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    10.9.2022 von Bettina Müller - Vor 125 Jahren wurde Bruno Gerth geboren. In der Weimarer Zeit sorgte er in Berlin für einen „Sensationsprozess“. Warum brachte der Fall die Stadt so auf?

    Berlin, Landgericht II in der Turmstraße-Fast kommt es vor dem Eingang zu einer Prügelei. Es ist der Morgen des 16. Dezember 1924 und der wütende Mob, der Einlass begehrt, schafft es tatsächlich, dass die entnervte Polizei den Gerichtssaal abriegelt. Der Grund für den Hass heißt Bruno Gerth, ein schmächtiger Mann, der für den Tod zweier Frauen verantwortlich ist. Und das als Berliner Wachtmeister, da ist die Wut der Menschen mehr als verständlich. Schlechte Zeiten erfordern auch Konstanten im Leben, fällt nun so ein Halt in Form eines Sicherheitsbeamten weg, sind Konfusion und Wut schon mal unermesslich.

    Zwei Frauen hat der mörderische Polizist Bruno Gerth in der Nacht vom 24. zum 25. Februar 1924 getötet: die 40-jährige Else Hoffmann geb. Hämmerle und ihre 63-jährige Mutter Emma Trautmann geb. Nacke, beide Witwen, die in der Schleiermachterstraße 15 leben. Dass sie ihren Lebensunterhalt hauptsächlich mit Prostitution verdienen, wussten dort alle.

    An dem Abend, der ihr letzter in diesem Leben sein sollte, sind sie, wie so oft, in die Destille § 11 eingekehrt. Ein Tusch, Musike, Schwoof und Alkohol, es geht wie immer hoch her. Auch Mutter und Tochter sorgen für Stimmung, sprechen Männer an, fordern sie zum Tanz auf, um sie möglichst bald abzuschleppen. Doch an Bruno Gerth beißen sie sich erst einmal die Zähne aus. Der Mann hat sich gerade mit seiner Freundin gestritten und hat daher schlechte Laune. Und eigentlich will er auch nur kurz ein Bier trinken und dann in seine Kaserne in der Friesenstraße zurückkehren. Dort muss er wohnen, weil er noch unverheiratet ist. Als er die lautstarke Aufforderung zum Tanz ablehnt – weil er die beiden „Damen“ nicht wirklich sympathisch findet –, ruft eine der beiden sofort aus: „Darauf müssen wir wenigstens eins trinken!“

    Das ist ihr Todesurteil. Gerth gibt entnervt nach, der Abend nimmt seinen Lauf und irgendwann herrscht ein fulminanter Geräuschpegel in der Kneipe. Überall wiegen sich Paare im Tanz, an den Tischen werden massenweise Bierkrüge gestemmt, in vielen Ecken wird geknutscht. Und so verliert sich auch Bruno Gerth in diesem Hexenkessel. Berliner Amüsemang. Bei den meisten dann nur vage Erinnerungen am nächsten Tag, der Alkohol hat ganze Arbeit geleistet. Doch bei einigen wenigen Menschen, die psychisch stark vorbelastet sind, kann so ein Zechgelage fatale Folgen haben.

    So wie bei Bruno Gerth, der irgendwann mit den beiden Frauen mitgegangen ist, hinaus in die dunkle Nacht. Der ihnen erst noch in eine andere Destille, dann in ihre Wohnung folgte. Wo dann eine der beiden zudringlich wurde und Bruno Gerth rotsah, die jüngere der beiden erwürgte und dann noch mit dem Beil zuschlug. Der dann auch noch ihre Mutter, die schon ihren Rausch ausschlief, mit dem Beil tötete. Der dann auch noch versuchte, die Leichen zu schänden, was ihm jedoch durch seine Impotenz nicht gelang. Der irgendwann erschöpft neben einer der Leichen einschlief.

    Eine goldene Uhr führt zum „Sensationsprozess“

    Der nächste Morgen bricht an. In der Küche und im Schlafzimmer, überall klebt das Blut. Der Mörder nimmt einer Toten die goldene Armbanduhr ab, die für ihn wohl so eine Art Trophäe ist, ein Sieg über das weibliche Geschlecht, das ihn so oft verlacht hat. Er habe doch keinen Grund gehabt zu töten, wird er später vor Gericht immer und immer wieder beteuern. Und die Erinnerung an jenen fatalen Abend sei für ihn sehr schemenhaft gewesen, fast surreal. Für die Kriminalpolizei ist die Suche nach dem Tatverdächtigen nicht sehr schwer, zu viele Augenzeugen haben das Trio gesehen, und ein Mann in Schutzpolizeiuniform in einer Kneipe, der fällt auf.

    Doch Gerth ist es tatsächlich äußerst peinlich, das Verhör in seiner Uniform über sich ergehen lassen zu müssen, zu sehr liebt er seinen Beruf. Er schämt sich zutiefst für seine unfassbar brutale Tat und legt daher die Uniform ab. Und da fällt auch schon die goldene Uhr aus der Tasche heraus und der dringend Tatverdächtige ist somit zweifelsfrei identifiziert. Gerth bricht zusammen und fährt erst einmal in die Zelle des Untersuchungsgefängnisses ein, und das bis zum Tag des „Sensationsprozesses“, wo auch sein Lebenslauf ausführlich zur Sprache kommt.

    Vor 125 Jahren wurde er geboren, am 18. August 1897, der Mann, der einmal die Berliner Bevölkerung vor Straftaten schützen sollte und dann selber Hand anlegte. Bromberg in Westpreußen war sein Geburtsort, seine Kindheit nicht sehr behütet. Der Vater ein jähzorniger Trinker, es gab mehrere Selbstmorde in der Familie, so auch ein Onkel, der sich nach einem epileptischen Anfall das Leben nahm. Und dann lehnte der Vater auch noch Bruno Gerths sehnlichsten Wunsch, nämlich, Drogist zu werden, ab.

    Und zu allem Überfluss kam dann noch seine Impotenz hinzu, die ihn laut eigener Aussage vor Gericht zu dem „unglücklichsten Menschen der Welt“ gemacht hatte. Nach Ende des Ersten Weltkriegs, bei dem er als Soldat mit unvorstellbarem Grauen konfrontiert wurde, bewarb sich Gerth bei der Berliner Schutzpolizei, suchte durch die hohen beruflichen Anforderungen Zerstreuung und Ablenkung von seinen Problemen. Schon bald erhielt er eine Festanstellung, war beliebt bei seinen Kollegen, die ihn als ruhigen und zuverlässigen Menschen schätzten.

    Vor den Richtern wird Gerths Zurechnungsfähigkeit die alles entscheidende Frage. Aber die Ärzte sind sich uneinig darüber, ob der § 51 Reichsstrafgesetzbuch, der damals darüber entschied, zur Anwendung kommen kann. Die Verhandlung wird daher bereits nach der Beweisaufnahme vertagt, und Gerth muss wieder zurück in seine Zelle des Untersuchungsgefängnisses. Um die Frage endgültig zu klären, wird Gerth in der Dalldorfer „Irrenanstalt“ ausgiebig untersucht, wo ein Gutachten des Medizinalkollegiums das Problem ein für alle Mal lösen soll.

    In diesen sechs Wochen werden Versuche mit Gerth angestellt, dem Mörder Trinkproben verabreicht, um zu sehen, wie seine Psyche darauf reagiert. Und tatsächlich greift Gerth nach diesen Tests Mitpatienten an, und so kommen die Ärzte schließlich zu dem Ergebnis, dass Gerth „erblich schwer belasteter Psychopath mit Impotenz und sexuellem Reizhunger“ sei und die Taten tatsächlich in einer Art Alkoholdämmerzustand begangen habe.

    So steht es in der sehr umfangreichen Akte Gerth, die im Landesarchiv Berlin aufbewahrt wird. Tatsächlich sah der § 51 des Reichsstrafgesetzbuches Straffreiheit vor, wenn der Täter eben nicht Herr seiner Sinne gewesen war: „Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn der Thäter zur Zeit der Begehung der Handlung sich in einem Zustande von Bewusstlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistesthätigkeit befand, durch welchen seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war.“

    In vielen Fällen bedeutete der Paragraf aber auch, dass der Täter zunächst der „Irrenanstalt“ übergeben wurde, um die Bevölkerung vor ihm zu schützen oder eben auch, um endgültige Klarheit über seinen Zustand zu erhalten. Doch dort drohte in der Regel aber auch eine dramatische Verschlechterung des Zustands des psychisch kranken Menschen. Und die Anstalt, die ist auch Gerths ganz persönlicher Albtraum. Seine Aussage „Nur das nicht, lieber köppen“ ist mehr als eindeutig.

    Wahnvorstellungen in der Anstalt: „Keine Aussicht auf Wiederherstellung“

    Herzberge wird erst einmal gezwungenermaßen Gerths neuer Aufenthaltsort, mittlerweile hat sich sein Zustand tatsächlich sehr verschlechtert. „Psychisch völlig heruntergekommen“ sei er, bestätigen Augenzeugen, darunter ein früherer Arbeitskollege von der Polizei, der ihn besucht. Durch das ganze langwierige Gerichtsverfahren und die Ungewissheit über sein Schicksal, verbunden mit der Gewissheit, wohl nie mehr ein normales Leben führen zu können, manifestiert sich seine Krankheit schließlich unwiderruflich, sodass 1927 auch Wahnvorstellungen zu seinem Alltag gehören. Und auch seine Ehefrau, die er noch mit einer Sondergenehmigung in der Zelle des Untersuchungsgefängnisses geheiratet hat, die ihm als Einzige, so seine Aussage, Verständnis entgegengebracht hat, gibt ihn auf und reicht 1929 die Scheidung ein.

    Ein Jahr später fällt das eigentliche Todesurteil: „Keine Aussicht auf Wiederherstellung“. Die nächsten Jahre sind dann eine Abfolge von lichten und wirren Momenten, ein Vor-sich-Hinvegetieren, ein Leben im Wahnsinn, im Labyrinth der eigenen seltsam fremden Gedanken. Die Hülle eines Menschen, voller Reue, aber mit keinerlei Chance, dies zu beweisen, um vielleicht doch wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden. Nur die Beschäftigungstherapie, das einzige Mittel der Wahl in dieser Zeit, bewahrt ihn vor dem frühen Tod. Man setzt ihn zum Beispiel in einer Malerkolonne ein. „Recht brauchbar“ sei er dabei, und das wird ihn vor dem Tod in einer „Tötungsanstalt“ bewahrt haben.

    1939 wird Bruno Gerth aufgrund des nationalsozialistischen Gesetzes „zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert. Elf weitere Jahre folgen, in der Dunkelheit der Abgründe der eigenen Seele. Mit der großen Schuld und ohne Hoffnung. Ein schwer kranker Mann, dessen Diagnosen im Gutachten der Patientenakte mehrere Zeilen umfassen, ist das Resultat. Am 7. November 1950 stirbt Bruno Gerth im Gefängniskrankenhaus von Alt-Moabit um 21.10 Uhr an chronischer Mittelohrvereiterung, Meningitis und einer akuten Herz-Kreislauf-Schwäche. Nach jenem fatalen Abend hat er jedoch noch 26 Jahre leben dürfen. Seine beiden Opfer hatten die Chance nicht.

    Von der Autorin erscheint am 29. September 2022 im Elsengold-Verlag das Buch „Dandys, Diebe, Delinquenten. Verbrecher in Berlin“.

    #Berlin #Geschichte #Kriminalität #Kreuzberg #Schleiermacherstraße #Moabit #Polizei #Mord #Femizid

  • Steglitz-Zehlendorf: Reise ins Mittelalter, bestes Essen und Spionagetunnel
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    2.10.2022 von Nicole Schulze - Authentische Thai-Gerichte, schönste Villenviertel und beeindruckende Zeitreisen: Unsere Wochenend-Serie entführt Sie in den Berliner Südwesten.

    Berlin ist ein Dorf. Sagt man so, und das stimmt auch, wenn man genauer hinguckt. Aber wer tut das schon? Wer fährt einfach mal in einen anderen Kiez, um zu gucken, was da so los ist? Das wollen wir ändern. In der Bezirke-Serie stellen wir alle 12 Berliner Bezirke vor, lassen Einheimische zu Wort kommen, verraten Geheimtipps, tauchen ein in die Vielfalt der Möglichkeiten. Heute: #Steglitz-Zehlendorf.

    Der Berliner Südwesten galt schon immer als schicker und teurer als andere Kieze Berlins. Dabei ist es längst nicht überall „posh“ und etepetete, siehe Thermometersiedlung in Lichterfelde.

    Rund um die #Fahrenheitstraße stehen um die 60 Plattenbauten und Hochhäuser, die Tausenden von Steglitzern ein Zuhause sind. Das Zusammenleben war und ist nicht immer einfach, der Kiez wurde 2017 als ‚Gebiet mit besonderem Aufmerksamkeitsbedarf‘ eingestuft. Der Rapper Fler ist hier groß geworden.

    Aber natürlich haben wir alle die sprachlos machenden Villen vor Augen, wenn wir an die Architektur von Steglitz und Zehlendorf denken. Falls Sie nicht wissen, was gemeint ist: Fahren Sie zum Bahnhof Lichterfelde-West und machen dann einen Spaziergang. Zuerst entlang der #Curtiusstraße, wo Sie an der Villa Holzhüter vorbeikommen, benannt nach ihrem Bauherrn. Besichtigen kann man das südländisch wirkende Gebäude zwar nicht, aber von außen bestaunen. Immerhin.

    Weiter geht’s über den #Kadettenweg zur #Kommandantenstraße, wo sich ein Prachtbau an den nächsten reiht. In Höhe der #Friedrichstraße sollten Sie einmal kurz innehalten und das Rother-Stift näher betrachten, ein Backsteinbau vom Ende des 19. Jahrhunderts. „Im Jahr 1840 wurde von dem preußischen Minister Christian Rother die Rother-Stiftung gegründet. Diese Stiftung sollte unverheirateten Töchtern von Offizieren und Beamten im Alter Unterkunft bieten“, weiß Wikipedia zu berichten. Heute sind dort Wohnungen. Eine traumhafte Vorstellung, nicht wahr?

    Wenn Sie die Kommandantenstraße weiter entlanglaufen und die #Ringstraße überquert haben, kommen Sie zur Kreuzung #Weddingenweg. Biegen Sie nach links ab und laufen bis zur #Paulinenstraße – staunen Sie über Villen, die wie kleine Burgen aussehen, mit Türmchen und Zinnen, mit (nicht echten) Zugbrücken und so vielen Details, dass man am liebsten sofort Umzugspläne schmieden möchte.

    Was macht Steglitz-Zehlendorf so besonders?

    Michael Pawlik, Leiter der Wirtschaftsförderung des Bezirkes: „Das Besondere an Steglitz-Zehlendorf ist aus meiner Sicht die besondere Lage innerhalb Berlins. Im Norden des Bezirks tummelt sich eine mobile Urbanität rund um die Steglitzer #Schloßstraße mit ihrem bekannten ‚Bierpinsel‘, auf der ein riesiges Shopping-Angebot präsentiert wird, und gleichzeitig locken im Umfeld dieser großen Einkaufsstraße kulturelle Angebote wie der #Titania-Palast, die #Schwartzsche_Villa oder das #Schloßparktheater unter der Intendanz von Dieter Hallervorden.“

    Mittendrin befänden sich grüne Oasen wie der #Stadtpark_Steglitz oder der #Bäkepark in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes Schlosspark Lichterfelde sowie „die größte Oase: der Botanische Garten“, so Michael Pawlik, der im dortigen Mittelmeerhaus vor zehn Jahren seine Frau geheiratet hat.

    „Man spürt deutlich, dass auch immer mehr junge Familien in den Bezirk ziehen, da die Lehreinrichtungen wie Kitas, Schulen und die ansässige #Freie_Universität Berlin mit zahlreichen Forschungsinstituten sich berlinweit auf dem höchsten Niveau befinden“, so der Wirtschaftsförderungs-Chef. „Hinzu kommen Sport- und Freizeitangebote an der Havel und am Wannsee für Wasserbegeisterte. Unzählige Radwege durch Wald- und Grünanlagen, auf denen die Natur zu erleben ist und versteckte Plätze wie das #Kleist-Grab zu finden sind.“

    Damit nicht genug: „Kulturelle Angebote mit Alleinstellungsmerkmal wie beispielsweise das Alliiertenmuseum, das #Museumsdorf_Düppel, das #Brücke-Museum oder die #Domäne_Dahlem runden die vielfältigen Angebote des Bezirkes ab“, so Michael Pawlik.

    Für Architekturfans wartet Steglitz-Zehlendorf gleich mit mehreren Highlights auf, wie der Fachmann berichtet: „Die besondere Architektur der Villenkolonie Lichterfelde, für die es einen empfehlenswerten Audio-Walk gibt, ist sehenswert, ebenso die der Wald-Siedlung Zehlendorf, bekannt als #Bruno-Taut-Siedlung. Diese wurde als siebte ‚Siedlung der Berliner Moderne‘ für die Unesco-Welterbeliste vorgeschlagen.“

    Die Tipps des Locals: Das muss man gesehen haben

    Eigentlich stolpert man von einem Highlight zum nächsten, wenn man nach Steglitz-Zehlendorf fährt. Ein vielleicht nicht alltägliches, aber doch beliebtes Ausflugsziel ist der mit altem Baumbestand gesäumte #Waldfriedhof_Zehlendorf (Potsdamer Chaussee 75), wo unter anderem Willy Brandt, Günter Pfitzmann und Ernst Reuter begraben liegen.

    Noch schöner ist der #Waldfriedhof_Dahlem (Hüttenweg 47) mit seinen vielen Grüften, Engelsstatuen und einer ebenso hohen Promidichte. Hier ruhen Harald Juhnke, Horst Buchholz, Udo Walz, Heinz Berggruen und Richard von Weizsäcker.

    Das Grab des Literaten #Heinrich_von_Kleist hingegen finden Sie auf keinem Friedhof, sondern zwischen der Bismarckstraße und dem Kleinen Wannsee. Eingezäunt und unter hohen Bäumen steht hier sein Grabmal. Zusammen mit seiner schwer kranken Freundin Henriette Vogel beging von Kleist im November 1811 Suizid – und damals wurden „Selbstmörder“ nicht auf Friedhöfen, sondern außerhalb der Friedhofsmauern bestattet. Nicht ganz klar ist, ob der Freitod tatsächlich an dieser Stelle stattfand.

    Szenenwechsel. Nach dem Krieg gehörte Steglitz-Zehlendorf zum amerikanischen Sektor, ebenso wie Kreuzberg, Tempelhof, Schöneberg und Neukölln. Heute erinnert das #Alliiertenmuseum (Clayallee 135) an jene Zeit. Anschaulich wird hier die Geschichte der Westmächte in Berlin dargestellt.

    Zu sehen gibt es beispielsweise einen US-Jeep aus den Nachkriegsjahren, Carepakete mit originalem Inhalt, das Rias-Leuchtschild, ein Stück der #Berliner_Mauer (bemalt von Thierry Noir!), ein Kontrollhäuschen vom Checkpoint Charlie, ein Luftbrücken-Flugzeug ebenso wie die Taschentuch-Fallschirmchen oder auch einen Spionagetunnel. Alles ist im Original vor Ort. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.

    Ebenso kostenfrei kommen Sie in die #Schwartzsche_Villa (Grunewaldstraße 55), eine kommunale Galerie. Gegenwartskunst, Regionalgeschichte, Zimmertheater, Konzerte, Lesungen, Performances – hier ist für alles Platz. Der Bankier Carl Schwartz ließ das herrschaftliche Gebäude zwischen 1895 und 1898 errichten, es war sein Sommersitz. Nach dem Krieg war hier ein Waisenhaus untergebracht, aber es stand auch viele Jahre leer. Seit 1983 steht es unter Denkmalschutz und wurde 1995 als Kulturhaus eröffnet.

    Es werden Kunstkurse für Kinder angeboten, ebenso wie kolonialhistorische Stadtspaziergänge durch Lichterfelde, aber man kann auch Räume mieten. Im Erdgeschoss gibt es ein kleines, feines Café, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Es sitzt sich hier nett. Und: Hier haben einige Menschen mit Behinderungen einen Job gefunden. Die Schwartzsche Villa bietet nicht nur für alles Dingliche Platz, sondern auch für jeden von uns, egal, wie und wer wir sind. Schön.

    Etwas rustikaler geht’s im #Museumsdorf_Düppel (#Clauertstraße 11) in Nikolassee zu. Hier dreht sich alles ums Leben im Mittelalter, inklusive der damaligen Tierhaltung (Schafe, Ochsen, Schweine, Ziegen). Im Freilichtmuseum stehen zudem originalgetreue Häuser aus der Zeit um 1200, auch altes Handwerk wird gezeigt, das Schmieden und das Bronzegießen. Selbstverständlich werden auch mittelalterliche Pflanzen angebaut und erklärt.

    Aber Achtung: Das Museumsdorf Düppel hat nur bis zum 6. November geöffnet. Dann ist es bis zum Frühling geschlossen. Ganzjährig geöffnet ist hingegen die #Domäne_Dahlem (#Königin-Luise-Straße 49), wo Sie auch hiesige Tierarten sowie echte in Handarbeit auf dem Feld beobachten können. Die hier angebauten und geernteten Lebensmittel können Sie unter anderem im Hofladen kaufen.

    Wo kann man in Steglitz-Zehlendorf gut essen?

    4,7 von 5 möglichen Sternen bei 460 Google-Rezensionen, 4,5 von 5 bei Tripadvisor. Und der kritische Guide Michelin schreibt: „Sympathisch-leger und ungezwungen ist hier die Atmosphäre, schmackhaft und frisch die Küche, die sich bei der Produktwahl an der Saison orientiert. Tipp: Lassen Sie sich mit einem 3-Gänge-Menü überraschen. Dazu wird man freundlich umsorgt.“ Offenkundig ist das Restaurant Jungbluth (#Lepsiusstraße 63) eines der besten Restaurants der Stadt.

    Die Steglitzer interpretieren die deutsche Küche neu, legen Wert auf viel Gemüse. Untergebracht ist das stilvolle, stuckverzierte Restaurant in einem ehemaligen Wein-Ecklokal, von dem der alte Bartresen erhalten geblieben ist.

    Das Jungbluth liegt vis-à-vis der thailändischen Botschaft, von deren Botschafter man sich erzählt, dass er gern mal ums Eck in ein kleines Restaurant essen geht: Das Dokmai Thai ist nur wenige Schritte entfernt (#Muthesiusstraße 38) und bietet authentische thailändische Küche – keine Tourikost, wie wir es vielfach serviert bekommen. Eigentlich ist das Dokmai Thai mit seiner Handvoll Tischen eher ein Imbiss, aber das tut dem kulinarischen Genuss keinen Abbruch. Absoluter Geheimtipp!

    Ein Potpourri für alle Sinne finden Sie bei Mutter Fourage in Wannsee (#Chausseestraße 1 a), wo es nicht nur eine Galerie samt Kunsthandel sowie eine Gärtnerei gibt, sondern auch allerhand Leckereien. Egal, ob Sie zum Frühstück hierherkommen, mittagessen wollen oder bei Kaffee und Kuchen die ruhige Abgeschiedenheit eines kleinen alten Hinterhofes genießen möchten.

    Früher wurde hier Viehfutter gehandelt, und optisch erzählt noch einiges von den vergangenen Zeiten. Lassen Sie sich entführen und verführen – Auge und Gaumen kommen hier voll auf ihre Kosten. Es gibt vieles auch zum Mitnehmen, sogar liebevoll arrangierte Präsentkörbe.

    Und wo wir gerade bei Kaffee und schönen Blumen sind: Das Café der Königlichen Gartenakademie ist ein Muss für Pflanzenfans und Freunde des gepflegten Schlemmens. Die Gerichte sind auf den Punkt, die Bedienung ausgesprochen freundlich – und das Ambiente in der Tat eine grüne Oase. Die Außenterrasse schließt saisonbedingt im Laufe des Oktobers, aber auch drinnen in dem Glashaus lässt es sich ganz formidabel sitzen, schlemmen und gucken.

    Last, but not least: Das Lutter & Wegner im Schloss Glienicke (#Königstraße 36) ist nicht nur, aber auch wegen seiner unvergleichlichen Lage einen Besuch wert. Das nach antikem Vorbild erbaute Schloss liegt unweit der Glienicker Brücke und war einstmals die Sommerresidenz des Prinzen Carl von Preußen.

    Man kann das Schloss besichtigen: „In das Schloss gelangt der Besucher über einen mit Passionsblumen und Pfeifenwinde berankten Laubengang, dessen Wände zahlreiche Marmorfragmente von antiken Skulpturen und Sarkophagen schmücken“, schreibt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg.

    Auch drinnen wird nicht gegeizt: „Das Zentrum bildet der Rote Saal, an den sich der grüne Salon, das türkise Schlafzimmer, das Marmorzimmer und die tiefblaue Bibliothek anschließen. Vor den kräftigen Farben der Wände leuchten die Goldrahmen der Gemälde, funkeln die Kronleuchter, setzen Marmorkamin und das edle Mobiliar reizvolle Akzente“, heißt es weiter.

    Falls Sie nach dem Besichtigen oder vor dem Spaziergang durch den wunderschönen Park eine Pause brauchen, ist das Lutter & Wegner in der Remise genau richtig. Ausgewählte Gerichte, nicht abgehoben, sondern eher gutbürgerlich-delikat, dazu natürlich herrlichste Weine inmitten einer royalen Location. So lässt sich’s leben!

    #Berlin #Setglitz #Zehlendorf #Wannsee #Lichterfelde #Lichterfelde-Süd #Lichterfelde-West #Tourismus #Gaststätte #Botanischer_Garten #Glienicke

  • Lights out for the Kurfürstenstraße sex strip?
    https://www.exberliner.com/berlin/lights-out-for-kurfurstenstrase-sex-strip

    21.1.2022 by Graham Anderson - Is Kurfürstenstraße about to lose its infamous reputation?

    It’s just after 4 pm, and the bleak November night as darkness falls. Here on a corner of Kurfürstenstraße, two worlds are about to collide. Pupils from the French primary school Voltaire, vagrants and mosque-goers, white collar workers on their Feierabend mingle on the bustling street …But then as night closes in, groups of girls appear seemingly out of nowhere in front of the notorious Love-Sex-Dreams sex shop, and Kurfürstenstraße becomes the sex strip it’s famed for.

    Local authorities lifted Kurfürstenstraße’s Corona curfew on Berlin’s century-old red-light hotspot last August. Since then, Eastern European sex workers, underworld pimps, druggies, pickpockets and deranged freaks have returned to find their old haunts gentrified. Previously bombed-out, vacant blocks now boast six-storey, luxury apartments.

    Meanwhile construction sites and security fences have closed off formerly condemned buildings and restricted access to much of the strip. Despite the change of scenery, they’re all back: women prowling the streets, pimps loitering in the doorways, potential customers nervously casting their eye over their options.

    The locals

    Kurfürstenstraße’s old hands and Multikulti shop owners shrug their shoulders at the street’s overnight renaissance. However this isn’t the case for the upmarket newcomers. Many moved in completely oblivious to its colourful reputation, and they’re outraged at the prostitutes and pimps invading their expensive idyll. They’re pinning their hopes on local women’s rights non-profit Terre Des Femmes and its fight to introduce Swedish-style prostitution laws in Germany.

    Under this model, punters face stiff fines and a criminal record for paying for sexual services, while sex workers are retrained for “normal” jobs. Pimps’ incomes from female sexploitation dry up overnight, as do the human traffickers’ multimillion-euro businesses. If the law was to be introduced in Germany, it would mean curtains for Kurfürstenstraße’s hedonistic heyday.
    Image for Lights out for the Kurfürstenstraße sex strip?

    Love-Sex-Dreams. Image: Christine Kunert

    However not all the cashed-up newcomers are turned off by the street’s kinky charms. “It’s not so much the sex strip that concerns me but the crime that comes with it,” says a middle-aged female resident of the plush Voltaire Apartments. “The rents are sky-high. Fortunately, we haven’t had any rough sleepers ringing bells and camping in the foyers yet. Nor have the doorways been used as public toilets like elsewhere in the street,” she adds. A two-metre tall German giant clambers into his Mercedes. “I don’t care about what goes on in the street. It all happens at night anyway,” he laughs. Indifference rules here on Kurfürstenstraße.

    The sex workers

    Hungarian sex worker Katalin has been hooking Kurfürstenstraße’s car and footpath punters for three years. “The Arabs and Afghanis are the real problem. They ask over and over again for the prices. They get aggressive when I don’t reply,” says the twenty-something. “A blowjob costs €30, sex with a condom €40, and sex and a blowjob €50. Love-Sex-Dreams sex shop charges €5 for a cabin, which are about one metre by one metre. Everyone just uses them for sex.”

    Katalin usually whisks car-bound punters off for a quickie in the car park opposite Hübner’s furniture store, about 150 metres away in Genthiner Straße. Sometimes she’ll even take them inside a suspiciously parked bus. A 1950s design, the big green vehicle with no windows is occasionally found in the corner of the car-park, and made available for the ladies. Indeed, churchgoers outside Kurfürstenstraße’s Twelve Apostles Lutheran Church pretend not to notice. Katalin charges punters an extra €20 for sex in nearby Bülowstraße’s hourly hotel.

    Although the scene really comes alive after dark, Kurfürstenstraße’s sex strip runs non-stop, with ladies loitering around Love-Sex-Dream’s heated foyer 24/7. Whether it’s a stress-relieving quicky at 5am on the way to work, or a blow-job during lunch break, there are always options available.

    Despite it all, optimism thrives on Kurfürstenstraße. Two older, plumper, far-gone beauties from Romania follow a pedestrian. “Hast du Lust? Hast du Lust? Ein Dreier mit uns?” (Do you feel like it? Do you feel like it? A three- some with us?)

    A turf war breaks out on the corner of Kurfürstenstraße and Frobenstraße after a hefty Hungarian lady stakes her claim on a young German redhead’s corner patch. Tempers flare. The redhead kicks her rival’s legs out from underneath her; the Hungarian thuds onto the footpath, winded. The slim redhead’s an experienced street-fighter. Onlookers moan at the quick end to the brawl between boardwalk brides. “I had to put her out of action,” says the redhead.

    Religious intervention

    It isn’t only the sex workers and residents who are drawn into street’s sex scene. Kurfürstenstraße’s Twelve Apostles Church takes centre stage in Berlin’s red-light roadshow, particularly following Tempelhof-Schöneberg Council’s decision to build a slap-up wooden toilet in front of the church. Here, ladies and punters file in and out of their altar for round-the-clock rituals of quickies, shooting up and calls of nature.
    Image for Lights out for the Kurfürstenstraße sex strip?

    Twelve Apostles Church. Image: Christine Kunert

    Pastor Burkhard Bornemann strolls through his red-light flock every day tending to Kurfürstenstraße’s fallen angels. For many, faith in God and drugs gets them through their nocturnal sexcapades. Bornemann’s “Wednesday Initiative” hands out food parcels and spiritual guidance – key forms of sustenance, no doubt – but he argues that more needs to be done to address the problems he sees on the street.

    “Politicians on both sides of the fence dodge the issue of banning Kurfürstenstraße’s sex strip. It’s too hot for them. A ban would certainly allow us to get back to tending tourists’ and parishioners’ spiritual needs,” says the 57-year-old, Berlin-born preacher. He’s right. Tempelhof Schöneberg’s recently appointed mayor Jörn Oltmann (the Greens) has long resisted banning Kurfürstenstraße’s sex trade.

    Perhaps unsurprisingly, Bornemann isn’t the only local religious figure calling for action. About 150 metres up the road and on the other side of the street, 400 Muslim faithful stream out of Semerkand Mosque after Friday prayers – where they are welcomed by Kurfürstenstraße’s streams of sex workers. “It’s a very unpleasant situation for us,” says mosque spokesman Ömer Burak, 24. “We have children and teenagers coming here. They’re exposed to the streetwalkers. It’s even more unpleasant when we have high-ranking visitors. The mosque would definitely support a ban on street prostitution in Kurfürstenstraße.”

    Inspector Wolff’s approach

    A first-hand witness to some of the problems associated with the strip is chief inspector Ingo Wolff, who fronts the Berlin Police’s Crime Prevention Squad in the area. “Kurfürstenstraße is a microcosm of Berlin’s crime scene. Prostitution, human trafficking, drugs, violence, theft – the street has everything,” he says.

    Highlighting the darker side of the sex trade, in 2018 Berlin Police investigated 156 cases of human trafficking, most of them within the city’s thriving sex industry. But that’s just the tip of the iceberg, according to Wolff. “Tracing pimps’ incomes and securing a conviction verges on a Mission Impossible. We have to prove that over 50 percent of their income comes from prostitution,” he says.

    To help protect sex workers from some of the dangers of the industry, Wolff and his crew take a cooperative approach. “We work with the girls, not against them. We’re their friends,” says the mild-mannered 50-year-old. Indeed, young, happy-looking Romanian streetwalkers frolic in front of the Twelve Apostles Church, paying scant attention to and completely unperturbed by Wolff’s weekly Friday info stand, which sits just in front of the huge, brown Backstein building.

    “It’s legal for them to work in front of the church. But a quickie in public is definitely out. They can use the portable toilet in front of the church for that,” Wolff says. “The Voltaire primary school calls us when the girls stray up to the children’s playground. We then call the social workers from Frauentreff Olga to haul them back and tell them it’s not on.” Softly, softly. In words and action.

    And despite being on the frontline of the fight against sex industry-related criminality, Wolff gives the thumbs down to Sweden-style prostitution laws. “Kurfürstenstraße’s sex strip is a Berlin institution. It’s been here for over a hundred years. I can’t see it being banned. A ban would make the situation worse because we would lose contact with the girls and pimps. Criminalising punters and retraining streetwalkers has a bad taste for us, especially with Germany’s dark past from 1933-1945,” says Wolff.

    Olga’s safe house

    The police aren’t the only ones looking after the Kurfürstenstraße girls, though. Just a few doors up from the mosque, streetwalkers mill around the front of Frauentreff Olga, a support centre for sex workers. Olga’s social workers provide counselling, hygiene articles, meals, condoms, needles and a safe place to sleep for those working the street.
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    Frauentreff Olga is a support centre for sex workers. Image: Christine Kunert

    “Few women ever get out of the scene. They hardly ever rat on their pimps – out of fear,” says Olga social worker Lonneke Schmidt-Bink, 47. “Unfortunately, plans to get the girls off the street by converting the Love-Sex-Dreams sex complex into a four-storey, walk-through love house fell through when the owner sold the building. He was all for it, but the new owner plans to flatten the building.”

    Echoing Wolff’s sentiment, Schmidt-Bink believes that prohibiting sex work would do more harm than good. “Banning Kurfürstenstraße’s sex strip would simply move it to freeway entrances. Or force it underground. That means we wouldn’t be able to reach the sex workers in need of help.”

    Schmidt-Bink does however foresee Kurfürstenstraße’s demise on the horizon. “When the construction work is finished and the security fences narrowing the street are removed, the cars and sex workers will be back in force. That’s when the pressure to ban the sex strip will peak,” she says.

    Despite the increased calls to rid the stretch of its most famous attractions, those in the middle of it remain defiant. “The strip’s not going anywhere. We’re here to stay,” says Julischka, a Hungarian sex worker who has clocked up six years patrolling the pavement opposite the LSD sex shop. “There aren’t any problems. Everyone gets on fine. From the Muslims leaving the mosque to the pedestrians, they never say a thing. No insults, nothing.” But then the 30-year-old in skin-tight leggings glances over her shoulder and suddenly falls silent. Ten metres away a beefy man stamps his authority on Julischka’s problem-free zone.

    #Berlin #Tiergarten #Kurfürstenstraße #Prostitution #Collège_Voltaire #Tourismus

  • La musique comme arme de propagande dans la Guinée de Sékou Touré
    https://lhistgeobox.blogspot.com/2022/09/la-musique-comme-arme-de-propagande.html

    Pour contrer l’influence culturelle de l’ancienne métropole, Touré met en place une politique inédite sur le thème de l’authenticité. Selon lui, « la culture est une arme de domination plus efficace que le fusil ». Dans un pays, où l’analphabétisme reste très répandu, la musique est un vecteur de propagande et d’affirmation nationale efficace. L’objectif est de faire naître une musique populaire guinéenne, à la croisée de la tradition et de la modernité.

    Le mécénat d’État conduit à la création d’orchestres dans les différentes régions du pays. Ces formations s’affrontent lors de compétitions et les meilleures d’entre elles sont même « nationalisées ». Les musiciens jouissent du statut de fonctionnaire. Leurs instruments et voyages de promotion dans le bloc de l’est sont pris en charge par l’État. Parmi les plus célèbres orchestres, citons Keletigui et ses Tambourinis, Balla et ses Baladins, le Horoya Band, les Amazones de Guinée ou encore le Bembeya Jazz national. Les créations musicales de ces formations sont enregistrées au studio de la Révolution, financé par des fonds est-allemands, publiées par le label d’Etat Silyphone que symbolise un éléphant (silly en langue soussou), l’emblème du parti du président. Les morceaux sont ensuite diffusés sur les ondes de la radio nationale dont est bientôt bannie toute musique occidentale. De la sorte, la musique mandingue rénovée devient une influence majeure pour l’Afrique occidentale, au même titre que le highlife ghanéen ou l’afro-beat nigérian.

  • Riesen-Panne bei BVG: 29-Euro-Ticket für Oktober bis Freitag gratis verfügbar
    https://prod.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/riesen-ueberraschung-bei-bvg-29-euro-ticket-fuer-oktober-umson

    29.09.2022 | aktualisiert am 30.09.2022 - 08:10 Uhr - Die BVG hat einen Link zum neuen 29-Euro-Ticket auf ihrer Website veröffentlicht. Dort kann es jeder kostenlos herunterladen – das soll sich jetzt ändern.

    Am Mittwochabend wurde bekannt, dass es bei der BVG im Rahmen der Einführung des neuen 29-Euro-Tickets zu einem gravierenden Fehler gekommen ist.

    Da die Chipkarte für den Fahrschein erst im November verfügbar ist, sind Tickets für den Oktober über einen Link auf der BVG-Website frei abrufbar. Aus dem 29-Euro-Ticket wurde damit ein 0-Euro-Ticket.

    Zuerst war das Schlupfloch dem Journalisten Sebastian Pertsch aufgefallen. Er erkannte, dass man als Käufer des Tickets für den kurz bevorstehenden Oktober noch keine haptische Chipkarte erhält – sondern lediglich einen ausgedruckten Zettelbeleg, auf dem man seinen Namen selbst eintragen muss.

    Die FAX-Abteilung der #BVG am Digitalisierungslimit in Kooperation mit dem #BerlinerSenat: Wer ein Abo wegen des #29EuroTicket​s bestellt, bekommt die Chipkarte erst zum November. Das Oktober-Ticket ist frei abrufbar. Ja, genau. Für alle. Ungeschützt → https://t.co/bBKCr6V3E9 pic.twitter.com/MivW8hx6kV
    — Sebastian Pertsch (@Pertsch) September 28, 2022

    Den Zettel konnte man so oft ausdrucken, wie man wollte. Pertsch weist jedoch darauf hin, dass Personen, die sich den Zettel ausdrucken und damit BVG fahren, wohl eine Straftat begehen, dass sie sich Leistungen erschleichen – auch wenn Kontrolleure das nicht überprüfen können. Mittlerweile hat die BVG auf das Schlupfloch reagiert. Sie begründete die Lücke mit der kurzen Vorlaufzeit, die es bei der Einführung gegeben hatte.

    1/6 Das Verfahren mit einer Interims-Fahrberechtigung ist der kurzen Vorlaufzeit geschuldet. Nur so ist es möglich, dass alle schon zum 1. Oktober mit dem neuen 29-Euro-Abo unterwegs sein können.
    — Weil wir dich lieben (@BVG_Kampagne) September 29, 2022

    Bestellbestätigung muss künftig mit Ticket vorgezeigt werden

    Die BVG teilte gegenüber T-Online mit, dass sie gegen das Erschleichen von Leistungen mit dem Gratis-Ticket vorgehen wolle. So solle es zukünftig erforderlich sein, eine Bestellbestätigung neben dem Lichtbildausweis zum Ticket vorzuweisen. Auf diesem Weg will der Verkehrsbetrieb sicherstellen, dass niemand mit einem 0-Euro-Ticket unterwegs ist, das er über einen Twitter-Link erhalten hat. Darauf wolle die BVG künftig auch in ihren FAQ hinweisen.

    Eine weitere Änderung soll es am Freitag geben: Im Bestellvorgang für das Ticket soll von nun an automatisch der Name des Ticketkäufers auf den Fahrschein gedruckt werden. So kann es nur der echte Käufer nutzen.

    Außerdem entschuldigte die BVG sich bei ihren ehrlichen Kunden. Diese sollten schon bald über die Änderungen informiert werden. Das Papierticket sei notwendig gewesen, um den kurzfristigen Start des 29-Euro-Tickets im Oktober überhaupt möglich zu machen. Man habe es gemeinsam mit dem Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) entwickelt.

    #Berlin #Verkehr #ÖPNV

  • Ranghoher Beamter des Zolls: „Berlin ist das Eldorado der Schwarzarbeit“
    https://prod.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/arbeitsmarkt-inflation-ein-ranghoher-beamter-des-zoll-berlin-i

    30.9.2022 von Jochen Knoblach - Bevor wir den Mann treffen konnten, der hier Adam Sikora genannt wird, mussten wir ihm Anonymität zusichern. Sein Name sollte geändert werden, Fotos von ihm oder seinem Auto durften nirgendwo erscheinen. Auch das Kennzeichen war tabu. Nun sitzen wir neben ihm in seinem Wagen mitten in Berlin, während er aus der Distanz das Geschehen vor einem komplett eingerüsteten Wohnhaus schräg gegenüber beobachtet.

    Sikora trägt Jeans und eine dunkle Outdoor-Jacke. In der rechten Hand hält er eine Lumix-Kamera mit Zoom-Objektiv. „60-fache Vergrößerung“, sagt er. Im Radio läuft leise der Berliner Rundfunk, der Motor von Sikoras Auto läuft auch. „Wenn die mich entdecken“, sagt er und nickt dabei mit dem Kopf in Richtung Baustelle, „dann sind Probleme mit dem Starter das Letzte, was ich brauche.“

    Der Mann weiß, dass er selten willkommen ist. Immerhin können Leute seinetwegen ihren Job verlieren, müssen bis zu sechsstellige Strafen zahlen oder vielleicht sogar in den Knast. „Für die bin ich der Feind“, sagt Sikora. Bislang sei es aber immer gut ausgegangen. Auch bei einer Verfolgungsjagd, die er sich mit aufgebrachten Bauarbeitern lieferte, sei er davongekommen. Abgehängt habe er sie, erzählt er. Detektiv-Alltag.

    Wenngleich Adam Sikora tatsächlich nicht viel läuft, sondern meist im Auto sitzt, bezeichnet er sich selbst als Baustellen-Läufer. Und so wird seine Tätigkeit auch beim Regionalverband der Fachgemeinschaft Bau benannt, bei der er angestellt ist. Sikora ist deutschlandweit der Einzige seiner Art. Er soll Schwarzarbeit auf Berliner Baustellen aufdecken, auf denen nach Angaben seines Arbeitgebers jeder zweite Euro schwarz erwirtschaftet wird. Ein Milliardenbetrag, für den weder Lohnsteuern noch Sozialabgaben gezahlt werden. Teilweise, so heißt es bei der FG Bau, existierten mafiöse Strukturen.

    Sikora hat selbst die Hälfte seines Arbeitslebens auf Baustellen verbracht. Er ist gelernter Bautechniker, kam mit Mitte zwanzig als Monteur aus Polen in die DDR und blieb. Meist arbeitete er als Polier auf den Baustellen, war also der Meister vor Ort. „Ich kenne alle Tricks des Geschäfts, auch die ganz miesen“, sagt er. In den Neunzigern wurde er als kleiner Subunternehmer von einem Auftraggeber um 25.000 Mark betrogen. „Der ist einfach davongekommen, und ich habe das Geld nie bekommen“, sagt Sikora.

    Während wir mit ihm durch die Straßen Schönebergs fahren, in denen etliche Häuser saniert werden, sagt Sikora immer wieder, dass er auch diese Baustelle schon gemeldet hätte. Um Hinweise auf Schwarzarbeit zu finden, genügt für ihn oft ein kurzer Blick. Es sind fehlende Bauschilder, Transporter ohne Firmennamen oder Bauleute in Turnschuhen, die ihn aufmerksam werden lassen. Aber auch Arbeiter mit ladenneuen Helmen und Jacken können für ihn verdächtig sein. Er sagt, dass er Schwarzarbeiter am Verhalten erkennen kann. „Ich sehe ihnen das schlechte Gewissen an.“

    Ein Zehntel des BIP entsteht vorbei an Steuern und Sozialabgaben

    Und selbst hinter korrekten Bauschildern entdeckt Sikora mitunter noch die Schatten. Einmal hatte er den Namen einer Firma auf den Schildern von drei Wohnungsbaustellen als ausführendes Bauunternehmen entdeckt und bei der Abfrage erfahren, dass die Firma insgesamt nur fünf Mitarbeiter gemeldet hatte. Dann steigt er tiefer ein. Er beobachtet, macht Fotos, dokumentiert und meldet verdächtige Baustellen an den Zoll, der diese dann nach Prüfung und Kapazität kontrolliert. In vielen Fällen werde der Zoll nach den Hinweisen des Bauprofis fündig, heißt es bei der FG Bau.

    Dass sich Schwarzarbeit in diesem Land überhaupt so gut verstecken kann, ist allerdings durchaus erstaunlich. Denn sie ist alles andere als selten. Experten taxieren ihr Volumen in Deutschland auf jährlich etwa 340 Milliarden Euro. Damit wird etwa ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der größten Volkswirtschaft Europas vorbei an Steuern und Sozialabgaben generiert. Für das vergangene Jahr bezifferte der Zoll den bundesweiten Schaden durch Schwarzarbeit auf 790 Millionen Euro. Doch damit werden nur die aufgedeckten Fälle beziffert. Ein Bruchteil, dem eine sehr hohe Dunkelziffer gegenübersteht. Und die Schwarzarbeit nimmt zu.
    Schattenwirtschaft wächst doppelt so schnell wie die Realwirtschaft

    Arbeitsmarktforscher der Universität Tübingen rechnen fest damit, dass die hohen Teuerungsraten bei gleichzeitig schwacher Konjunktur die Schwarzarbeit in Deutschland anheizen werden. Firmen werden versuchen, sich durch kriminell gedrückte Personalkosten Vorteile im verzerrten Wettbewerb zu verschaffen. Darüber hinaus befeuert der Fachkräftemangel die illegale Arbeit, weil halbwegs attraktive Löhne nur schwarz gezahlt werden können, wenn das Geschäftsmodell der Firmen ohnehin nur durch kriminelle Energie Tragfähigkeit erlangt.

    Allein für dieses Jahr erwarten die Tübinger Arbeitsmarktforscher einen Anstieg der Schattenwirtschaft um einen zweistelligen Milliardenbetrag. Das wäre eine Zunahme um mindestens drei Prozent, während für die Realwirtschaft ein Wachstum um höchstens 1,8 Prozent erwartet wird. Die deutsche Schattenwirtschaft wird also doppelt so schnell wachsen.

    In Berlin wird der Kampf gegen Schwarzarbeit in einem alten Tempelhofer Fabrikgebäude zwischen Ullsteinstraße und Teltowkanal koordiniert. Dort hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, kurz FKS, ihren Sitz. Eine Division des Zolls mit 300 Mitarbeitern, die in dieser Stadt Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Verstöße gegen Mindestlohnzahlung aufdecken und beweisen sollen. 300 Kontrolleure für eine Stadt mit nahezu 200.000 Unternehmen und gut zwei Millionen Erwerbstätigen. Sogar die BVG kontrolliert ihre Busse und Bahnen besser, hat 170 Kontrolleure für 3200 Fahrzeuge im Einsatz.

    In einem Konferenzraum im Erdgeschoss des Hauses sitzen wir Axel Oswenda gegenüber. Als FKS-Sachgebietsleiter ist er Berlins zweithöchster Jäger der Schwarzarbeit. Als wir ihn fragen, was er von der vorausgesagten Zunahme der Schwarzarbeit hält, bleibt Oswenda einsilbig. „Kann sein“, sagt er und lässt deutlich erkennen, dass er nicht allzu viel hält von Prognosen, die in Instituten von Universitäten aufgestellt werden. Er weiß, was hier los ist. Was soll hier noch zunehmen? „Berlin ist das Eldorado der Schwarzarbeit.“

    Oswenda, 55 Jahre alt, kennt die Stadt und ihre Schattenwelt besser als die meisten Berliner. Der gebürtige Neuköllner arbeitet seit fast zwei Jahrzehnten bei der FKS und hat selbst schon etliche Kneipen, Hotels, Baustellen und Kurierdienste kontrolliert. Einige Restaurants, so erzählt er, habe er privat nie wieder besucht, weil er dort bei Razzien in die Küche schauen konnte. Verdächtig sei jede Branche, in der keine besondere Qualifikation erforderlich ist, sagt der FSK-Mann. Berlin, die Stadt der Anonymität und tausend Möglichkeiten.

    Dort versteckt sie sich und kann oft nur durch einen Tipp entdeckt werden. „Die beste Quelle ist immer noch die verlassene Ehefrau“, sagt Oswenda. Tatsächlich gehen bei der Berliner Zoll-Behörde jährlich mehr als 10.000 anonyme Hinweise auf Schwarzarbeit ein. Meist sind es Konkurrenzunternehmen, die sich gegen den unlauteren Wettbewerber wehren wollen, ehemalige Mitarbeiter oder Ex-Partner. „Rache ist ein starkes Motiv.“

    Ansonsten beginnt die Ermittlungsarbeit am Schreibtisch. Beispielsweise wird geprüft, ob die Zahl der für ein Lokal gemeldeten Angestellten zu den Öffnungszeiten passt. Wenn nicht, schaut sich ein Beamter das Lokal zunächst allein an. Gegebenenfalls rückt ein FKS-Kommando zu einer Razzia an. 2020 wurden in der Stadt rund 1800 Firmen überprüft, wobei der Schwerpunkt auf der Bekämpfung organisierter Formen der Schwarzarbeit liege. Im Ergebnis wurden knapp 5000 Ermittlungsverfahren wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit eingeleitet und am Ende Bußgelder über insgesamt 1,2 Millionen Euro verhängt, während eine Schadenssumme von 63 Millionen Euro ermittelt wurde.

    Dabei läuft das Geschäft immer gleich. Wer schwarz arbeitet, ist entweder per Vertrag für wenige Stunden angestellt oder in keiner Personalkartei gelistet. Bezahlt wird in jedem Fall cash. In der Gastronomie kommt das Geld dafür mit jeder Rechnung in die Kasse, die auf dem „Brauerei-Block“ präsentiert wird, wie Oswenda es nennt. So werden Umsätze generiert, die nicht durch die Bücher laufen.

    Hartz IV kassieren und für cash arbeiten: Komplizenhafte Abhängigkeit

    Basiert das Schwarzarbeitsverhältnis zudem auf komplizenhafter Abhängigkeit, kann das Geld nahezu spurlos seinen Lauf nehmen. Etwa dann, wenn die Beschäftigten eigentlich Hartz IV beziehen. Eine „unheilige Symbiose“, sagt Oswenda, da in dieser Konstellation Arbeitnehmer wie Arbeitgeber eine Straftat begehen. Die Folge sei eine Allianz des Schweigens. „Eine recht sichere Sache“, sagt Oswenda, der täglich erfährt, dass Schwarzarbeit nach wie vor, wenn nicht zunehmend, als Kavaliersdelikt verstanden wird. „Am Ende wundern sie sich, dass sie nach 40 Jahren Arbeit nur ein paar Hundert Euro Rente bekommen.“

    Auf dem Bau in Berlin ist alles noch etwas größer. Natürlich gibt es noch immer den Bauarbeiterstrich in Moabit, wo die Tagelöhner vor einem Bäcker auf Auftraggeber warten. Und es gibt die Handwerker, die morgens in Baumärkten einkaufen, um ohne Rechnung Bäder zu fliesen oder Fassaden auszubessern. Aber sie sind gewissermaßen nur die Ladendiebe unter den Schwarzarbeitern. Die Zeiten, in denen Leute von der Baustelle rannten, wenn Zollbeamte zu einer Razzia vorfuhren, seien längst vorbei, sagt Christoph Bock, Referatsleiter Hochbau bei der Fachgemeinschaft Bau in Berlin. Tatsächlich sei auf den Baustellen kaum einer ohne gültigen Arbeitsvertrag, sondern regulär angestellt.

    Was sich hinter den Verträgen verbirgt, ist bei der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes zu erfahren. Denn dort melden die Unternehmen ihre Beschäftigten. Demnach arbeitet auf den Tausenden Baustellen dieser Stadt etwa jeder Dritte in Teilzeit. Außerdem sind fast drei Viertel der Beschäftigten für Helfertätigkeiten angestellt. „Das ist lächerlich“, sagt Bock. Teilzeit gebe es auf dem Bau so gut wie gar nicht und Helfertätigkeiten machten allerhöchstens 20 Prozent aus.

    Der Trick dahinter: Die Leute sind in der Regel mit einem ordentlichen Vertrag als Hilfsarbeiter für ein paar Stunden angestellt. Tatsächlich arbeiten sie täglich acht bis zehn Stunden und bekommen den Lohn dafür bar ausgezahlt – an der Steuer und an Sozialabgaben vorbei. Bock nennt das, was auf den Baustellen in der Republik läuft, die organisierte Form der Schwarzarbeit. Und die reicht bis hinein in die Bargeldbeschaffung.

    Tatsächlich haben dafür Bauunternehmen und sogenannte Scheinrechnungsfirmen ein engmaschiges Netzwerk geknüpft. Um an Bargeld zu gelangen, vergibt ein Unternehmen einen Auftrag an eine Firma, die dafür eine Rechnung stellt. Diese wird dann von dem Bauunternehmer per Überweisung bezahlt. So weit, so legal. Doch Auftrag und Rechnung gibt es nur zum Schein und so zahlt die Scheinrechnungsfirma den überwiesenen Betrag abzüglich einer Provision von vielleicht zehn Prozent in bar an den Bauunternehmer zurück. Mit dieser gefälschten Rechnung kann dieser bei Kontrollen behaupten, die Arbeit hätten nicht seine Angestellten gemacht, sondern ein Subunternehmer. Mit dem Bargeld bezahlt er seine Arbeiter.

    Über die Wirkprinzipien wird erstaunlich offen gesprochen. Es sei „kein Geheimnis“, dass das so funktioniere. Aber gibt es nicht auch hier anonyme Anzeigen von ehrlichen Firmen, die im Preiskampf um Aufträge nicht mithalten können, wenn die Personalkosten etwa die Hälfte der Kosten ausmachen? „Wenig“, sagt Bock und erklärt es damit, dass niemand einen anderen anschwärzen wolle.

    Der Baustellen-Läufer Adam Sikora sieht noch einen anderen Grund. „Man kennt sich und man braucht sich“, sagt er. Und glaubt auch nicht, dass nur auf etwa jeder zweiten Berliner Baustelle schwarz gearbeitet wird. „Das sind locker 80 Prozent.“

    #Berlin #Schwarzarbeit

  • Le côté sombre de la frite

    Chaque année, la #Belgique exporte trois millions de tonnes de frites surgelées, selon la RTBF. Derrière ces chiffres énormes, il y a Aïcha, grièvement brûlée à l’huile de friteuse, Betty, agricultrice endettée face aux industriels patatiers, ou Philippe, riverain d’une usine de frites en souffrance.

    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/les-pieds-sur-terre/le-cote-sombre-de-la-frite-4870850
    #patates #pommes_de_terre #frites #agriculture #industrie_agro-alimentaire #endettement #travail #conditions_de_travail

    –-

    sur les patates et les frites, voir aussi cet article paru dans La Revue Dessinée :
    https://seenthis.net/messages/972766

  • Les 4 designers de « Hall Haus » chez le mythique Tati de Barbès.
    http://www.argotheme.com/organecyberpresse/spip.php?article4369

    C’est en usant de techniques quêtant le raffinement que le design table sur l’innovation. Il est donc voué à répondre aux besoins humains qui se renouvellent par-dessus les manifestations des soifs de conquêtes qui commencent indéterminées puis deviennent obligatoires. Cette discipline, où se chevauchent l’art et l’industrie, est de nos jours une géniale maîtresse pour progresser plus judicieusement, voire proprement pour défier les problèmes qui se dressent pour disputer nos évolutions. Arts / Culture

    / #Ecologie,_environnement,_nature,_animaux, #beurs,_discrimination,_racisme,_intégration, #arts,_culture,_littérature,_cinéma,_critique,_performances,_styles, Immigration - émigrants - réfugiés - (...)

    #Arts_/_Culture #Immigration_-_émigrants_-_réfugiés_-_déplacés

  • Daniel Halmer: Der Robin Hood der Berliner Mieter hat „viele Feinde“
    https://prod.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/daniel-halmer-der-robin-hood-der-berliner-mieter-hat-viele-fei

    25.9.2022 von Anja Reich - Ein Berliner Start-up erkämpft Mietsenkungen, vor allem für Mieter im Osten der Stadt. Wegen 25 Euro ging man bis zum Bundesgerichtshof.

    Ein Großraumbüro am Paul-Lincke-Ufer, dritter Hinterhof. Daniel Halmer bietet Kaffee und Wasser an. Er ist der Chef von „Conny“, einer Legal-Tech-Firma, die seit 2016 für ihre Kunden Mietsenkungen erkämpft, wenn sich deren Vermieter nicht an die Mietpreisbremse halten – im Notfall auch vor Gericht.

    Halmer, 46, Wirtschaftsanwalt aus Bayern, hat an der Harvard-Law-School geforscht und bei großen Kanzleien in München, Düsseldorf und New York gearbeitet. Er ist sowas wie der Robin Hood von Berlin-Kreuzberg, jemand, der sogar wegen 25 Euro Mietsenkung vor den Bundesgerichtshof gezogen ist – und gewonnen hat. Mieter lieben ihn, Vermieter fürchten ihn, Anwälte sehen ihn als Konkurrenz. Sein erstes Büro war in seinem Wohnzimmer, sein zweites ein Tisch in einem italienischen Restaurant. Seit 2017 ist er hier in Kreuzberg, 50 Mitarbeiter und 14 externe Rechtsanwälte arbeiten für ihn. Sie sind auch heute wieder in der ganzen Stadt unterwegs. Halmer guckt auf sein Handy und liest vor: Amtsgericht Mitte zwei Verhandlungen, Schöneberg auch zwei, Kreuzberg vier, außerdem Neukölln, Mitte, Köpenick.

    Wieviele Berliner, die sich an Sie wenden, zahlen zu hohe Miete, Herr Halmer?

    Drei von vier. Das ist unsere Erfahrung der letzten sechs Jahre: Bei drei von vier Anfragen kommt, wenn wir die Mietangaben durch den Rechner geben, eine zu hohe Miete heraus.

    Und wieviel Miete bezahlen sie zu viel?

    Wir konnten im Schnitt pro Kunde 304 Euro Mietsenkung pro Monat durchsetzen. Mehr als 3500 Euro jährlich! Diese Größenordnung muss man sich mal klarmachen. Aus dem Nettogehalt bezahlt.

    Sie haben daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, erkämpfen für fremde Menschen Mietpreissenkungen. Wie kamen Sie darauf?

    Alles fing mit einer SMS an, an einen Freund, im Jahr 2016. Die Mietpreisbremse jährte sich das erste Mal. Die Presse war voller Häme. Mietpreisbremse ist eine Totgeburt, hieß es überall. Ich holte Freunde vom Flughafen ab und las in der Zeitung, dass der erste Fall vor Gericht gewonnen worden war. Ich dachte, es scheint doch zu funktionieren, das Gesetz, es ist gar keine Totgeburt.

    Und was stand in der SMS?

    Der Link zu dem Artikel. Und die Frage, ob man die Mietpreisbremse dann nicht auch gegen große Immobilienfirmen einsetzen könnte. Ich dachte, es kann ja wohl nicht wahr sein, dass in der Bundesrepublik Deutschland, einem der besten Rechtsstaaten der Welt, so eine riesige Kluft zwischen Recht haben und Recht bekommen besteht. Und ich fragte mich: Was sind die Gründe, warum das Gesetz so schwer umzusetzen ist?

    Was sind die Gründe?

    Das Gesetz an sich ist ein scharfes Schwert. Wenn die Miete über das zulässige Maß hinausgeht, können Mieter eigentlich sofort die Miete senken, ohne Zustimmung des Vermieters, müssten auch gar nicht klagen. Aber in den juristischen Details und den praktischen Auswirkungen klappt es einfach nicht. Das scharfe Schwert kommt in der Realität nicht an.

    Warum nicht?

    Es ist zu kompliziert. Die Leute wissen nicht, wie es genau geht, die Mietspiegel sind total unterschiedlich, in jeder Stadt sieht es anders aus. Vor allem aber wissen die Vermieter, dass sie kein Risiko eingehen, wenn sie das Gesetz verletzen und zu hohe Miete verlangen. Ihnen passiert nichts. Es gibt keine Sanktionsandrohung. Wenn sie erwischt werden, müssen sie das Geld, das sie in der Vergangenheit illegal behalten haben, nur zurückzahlen. Aber auch das ist erst so, seit ich den Rechtsausschuss des Bundestages auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht habe. Und die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, liegt unter fünf Prozent.

    Die Mietpreisbremse

    gilt für alle ab 1. Juni 2015 abgeschlossenen Mietverträge. Danach darf die Miete zu Beginn des Mietverhältnisses die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um 10 Prozent übersteigen.
    Die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete kann mit Hilfe des Berliner Mietspiegels ermittelt werden. Die mögliche Mietersparnis über Connys Rechner.

    Und woran liegt das?

    Die Leute gehen lieber auf die Straße und protestieren für niedrigere Mieten, als sich gegen den Vermieter zur Wehr zu setzen.

    Weil sie froh sind, überhaupt eine Wohnung zu haben?

    Es ist einfach, auf die Straße zu gehen und Dampf abzulassen. Effektiver aber ist es, gegen den eigenen Vermieter vorzugehen, zu sagen: Rüge, Klage, ich lass mir das nicht mehr gefallen. Aber es ist eben auch psychologisch kompliziert. Der Mieter hat vielleicht sechs Monate nach einer Wohnung gesucht, ist froh, eine gefunden zu haben, und kaum hat er den Mietvertrag unterschrieben, sagt er: Sorry, ich will aber eine Mietsenkung. Das fühlt sich unmoralisch an.

    Zumal, wenn es ein paar hundert Bewerber für die Wohnung gab und der Vermieter dem Mieter vertraut hat.

    Ja, aber der Mieter hat ja auch dem Vermieter vertraut, dass er sich ans Gesetz hält. Das ist die erste Bürgerpflicht, sich ans Gesetz zu halten. Wir sagen unseren Kunden: Der Vermieter hat die Marktlage ausgenutzt, und du, lieber Mieter, wehrst dich dagegen. Es gibt trotzdem einen Webfehler im Gesetz, wenn man Menschen zu einem gefühlt unmoralischen Verhalten motivieren muss.

    Verzichten Mieter deswegen auf ihre Forderungen?

    Wir stellen fest: Expats sind viel mutiger. Bei deutschen Mietern hat sich über Jahrzehnte so eine Art Untertanenkomplex herausgebildet.

    Woher kommt der?

    Die Mietpreise sind einfach schon so lange im Steigen. Man hat sich daran gewöhnt. Vielleicht spielt auch ein Statusdenken eine Rolle, der Eigentümer hat Eigentum, ich bin nur Mieter. Ich sehe es andersherum. Der Vermieter ist der Dienstleister. Der muss springen, wenn der Wasserhahn tropft. Ich bin selbst Vermieter, und meine Mieter sind sich ihrer Rechte bewusst.
    Expats werden besonders oft betrogen

    Aber sind Expats aus New York, London, Tel Aviv nicht noch höhere Mieten gewöhnt?

    Ja, aber sie sind oft jung und mutig und bereit, sich zu wehren. Und sie werden besonders oft betrogen. Weil sie nur drei Jahre bleiben, weil der Vermieter danach den nächsten Mietaufschlag vornehmen kann. Kurzfristmiete ist ihm viel lieber, als wenn ein Mieter 20 Jahre in derselben Wohnung bleibt und er nur alle drei Jahre die Miete um 15 Prozent erhöhen kann. Auch die Kaution wird gerne einbehalten. Es geht fast nie glimpflich aus mit der Kautionsrückerstattung.

    Was sind das für Leute, die Sie verklagen?

    Vom Privatvermieter über Wohnungsbaugesellschaften bis hin zu ausländischen Konzernen. Die meisten Privatvermieter sind rechtliche Laien, die haben gehört, die Berliner Mieten sind hoch, und wissen nicht, dass man nach dem Mietpreisspiegel nicht 15 Euro pro Quadratmeter, sondern nur zehn Euro nehmen darf. Die großen Vermieter wissen es natürlich, die sind mit Sicherheit bösgläubig. Zum Teil haben sie ihr Mietpreismodell um die Mietpreisbremse herumgestrickt, modernisieren die Wohnung nur ein bisschen und behaupten, sie hätten umfassend modernisiert. Wohnungen, die umfassend modernisiert sind, fallen aus der Mietpreisbremse heraus.

    In welchen Bezirken haben Sie die meisten Kunden?

    In den Ostbezirken: Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain, weil es da einfach die meisten Preissteigerungen gab, aber auch Kreuzberg und Neukölln.

    Gehen Sie selbst zu den Gerichtsterminen?

    Nee. Ich habe es zum Anfang gemacht und mich zu sehr aufgeregt.

    Ich dachte, wir rennen offene Türen ein und die Richter sagen: Endlich macht mal einer was. Das Gegenteil war der Fall.

    Conny-Chef Halmer

    Was hat Sie aufgeregt?

    Die Fälle werden ja vor dem Amtsgericht verhandelt, und das ist häufig mehr Amt als Gericht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Als Wirtschaftsanwalt war ich vorher noch nie vor Gericht und dachte, da sind Richter, die schauen ins Gesetz, gucken sich den Sachverhalt an und kommen dann zum Ergebnis. Ich war naiv. Ich dachte: Wir stellen uns auf die Seite der Schwachen, der Mieter, wir rennen offene Türen ein. Die Richter sagen: Endlich macht mal einer was. Das Gegenteil war der Fall. Und das hat uns wahnsinnig viel Ärger gemacht.

    Das heißt, ihre Klagen wurden abgewiesen zum Anfang?

    Ja. Und wir haben jeden Monat ein paar hundert bis tausend Klagen eingereicht.

    Was war der Grund für die Abweisungen?

    Es ist immer einfacher, eine Klage abzuweisen. Ein Grund reicht, eine halbe Seite Begründung. Gebe ich einer Klage recht, füllt das mindestens fünf Seiten. Aufgeregt habe ich mich vor allem, weil viele Gerichte auf das Argument aufgesprungen sind, das, was wir als Legal Tech machen, sei ein Verstoß gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz. Dabei wurde vom Bundesverfassungsgericht schon einmal ein sehr vergleichbares Geschäftsmodell beurteilt. Und was das Bundesverfassungsgericht sagt, hat Gesetzeskraft. Das gilt. Ich hatte immer die Urteile in meinem Rucksack, und wenn wieder eine Klage abgewiesen werden sollte, bin ich nach vorne zum Richter gegangen und habe gesagt: Schauen Sie hier! Warum halten Sie diese Passage für nicht einschlägig? Warum sehen Sie das anders?

    Und die Antwort?

    Herr Halmer, wir sind hier nicht im juristischen Examinatorium! Abgewiesen! So war das. Es hat mein Vertrauen, vor allem ins Amtsgericht, anfangs erheblich erschüttert. Umgekehrt war ich mir sicher, juristisch Recht zu haben. Und da bin ich mir sonst fast nie sicher. Wir sind dann vor den BGH gegangen, mit einem ganz normalen Mietbremse-Fall, wir wollten 25 Euro zurück für einen Monat. Vorher habe ich zu meinem Team gesagt: Wenn wir vor dem BGH verlieren, gebe ich meine Anwaltszulassung zurück.

    Mussten Sie aber nicht.

    Gott sei Dank nicht. Die Vorsitzende Richterin vom 8. Zivilsenat hat gleich zum Anfang gesagt: Das Geschäftsmodell von Conny ist überraschend, aber Verwunderung ersetzt noch keine Subsumtion. Ein paar Monate später haben sie dann auf hundert Seiten begründet, warum es rechtlich geht.

    Und seitdem gewinnen Sie Ihre Fälle?

    Wir haben eine außergerichtliche Einigungsquote von etwas über 50 Prozent. Und die Rate steigt. Es gibt aber auch immer noch harte Knochen, die sich verklagen lassen.

    Wieviele gewinnen Sie davon?

    Fast alle. Wir haben eine hohe Erfolgsquote, höher als die von Anwälten oder dem Mieterverein, weil die Vermieterseite, die uns ja mittlerweile kennt, weiß: Wir verdienen nur Geld, wenn wir erfolgreich sind. Es ist in unserer DNA, die Fälle zum Erfolg zu bringen und Fälle, die nicht aussichtsreich sind, nicht voranzutreiben.

    Lohnt sich Ihr Geschäftsmodell?

    So langsam kommen wir auf eine schwarze Null, nachdem wir viele Jahre Miese gemacht haben. Die Mitarbeiter, die Anwälte – das ist teuer. Und am Anfang mussten wir ja erstmal drei Jahre warten, bis das Geschäftsmodell überhaupt geklärt war. Auch die Prozesskosten müssen wir vorschießen. Wenn ich heute einen Fall zur Mietpreisbremse habe, der sich außergerichtlich klären lässt, haben wir das Geld in drei, vier Monaten auf dem Konto. Und der Mieter auch. Wenn wir vor Gericht gehen, dauert es zusätzlich mindestens zwölf Monate, weil die Gerichte überlastet sind. Wenn wir in die zweite Instanz, zum Landgericht, müssen, 24 Monate. So lange verdienen wir keinen Euro und müssen alle Kosten tragen.

    Was ist Conny?

    Conny wurde 2016 als Legal Tech gegründet. Das bedeutet, dass juristische Forderungen vor allem durch digitalisierte Verfahren durchgesetzt werden.
    Über einen Rechner wird kostenlos ermittelt, ob eine Forderung nach Mietpreissenkung Aussicht auf Erfolg hat und wie hoch der Anspruch ist.
    Außergerichtliche Einigungen werden angestrebt. Wenn die Gegenseite diese verweigert, wird mit Einverständnis des Kunden Klage erhoben.
    Conny übernimmt alle Kosten. Im Erfolgsfall werden sechs Monate Mietersparnis als Provision berechnet.
    Die Kreuzberger Firma hat ihr Geschäftsmodell inzwischen auf Finanz- und Arbeitsrecht erweitert.

    Was, wenn Mieter versuchen, allein vor Gericht zu ziehen?

    Dann scheitern sie meistens. Einige versuchen es, weil sie sich hundertprozentig sicher sind, dass sie zu viel bezahlen. Das Problem ist nur, keiner kann sich hundertprozentig sicher sein. Denn es gibt Ausnahmen, die nur der Vermieter kennt: Neubau, Modernisierung, die Höhe der Vormiete. Juristisch ist die Mietpreisbremse im Detail leider viel komplizierter, als man es auf den ersten Blick sieht. Ein Mieter geht also, wenn er die Miete eigenhändig kürzt, immer das Risiko ein, dass der Vermieter ihm sagt, du bist jetzt im Zahlungsverzug. Fristlose Kündigung!

    Wenn jetzt jeder in Berlin, der zu viel Miete bezahlt, zu Ihnen kommt, würde dann ihre Firma zusammenbrechen?

    Im Gegenteil: Wir würden weiter wachsen und könnten noch mehr Mietern helfen. Vieles, was wir machen, ist ja automatisiert. Also Schreiben und Entgegnungen an den Vermieter verschicken oder Klagen einreichen. Maschine und Mensch arbeiten Hand in Hand. Weil es sich oft um kleine Mietsenkungen handelt, lohnt sich unser Unternehmen nur durch unsere Technologie, nur durch Legal Tech, automatisierte Rechtsdurchsetzung, finanziert von Risikokapitalgebern. Sobald sich ein Mensch mit Mindestlohn hinsetzt und das durchrechnet, schon nicht mehr. In anderen Ländern sind Legal Techs gang und gäbe, in Deutschland noch nicht.
    „Wir haben viele Feinde.“

    Warum nicht?

    Weil im Bundestag viele in die Jahre gekommene Anwälte sitzen, die uns als Bedrohung empfinden. Und nicht nur sie. Wir haben viele Feinde. Rechtsanwaltskammern fürchten, wir nehmen ihren Mitgliedern ihr Geschäft weg, weil wir Legal Tech machen. Das stimmt natürlich nicht. Ein Rechtsanwalt, der nach RVG – der Gebührentabelle für Rechtsanwälte – arbeitet, verdient bei Streitwerten von wenigen 100 Euro einfach nicht genug, als dass sich seine Tätigkeit lohnen würde. Dann gibt es noch ganze Chat-Gruppen gegen Conny, Anwälte, die sich auf Abwehrstrategien gegen uns spezialisiert haben. Ein Vorsitzender Richter vom Landgericht Berlin lehnt nahezu alle unsere Klagen ab.

    Wie kann das sein?

    Das fragen wir uns auch. Er findet seit fünf Jahren immer wieder Gründe, unsere Klagen abzuweisen. Wir haben schon Verfassungsbeschwerden gegen ihn gewonnen. Das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof finden deutlichste Worte. Die Urteile seien „willkürlich“, also an der Grenze zur Rechtsbeugung. Es gab Zeitungsberichte über ihn und seine Praktiken. Aber es ist wie bei vielen Ungerechtigkeiten kein Skandal, der es auf die Titelseite der Bild-Zeitung schafft, macht aber die Leute fertig und krank, zermürbt sie. Jede zehn Euro, die man zu viel bezahlt, sind letztlich eine Bedrohung für die Demokratie. Ich glaube nicht, dass es damit zu tun hat, wie sich unsere Gesellschaft gerade polarisiert, gut ist es trotzdem nicht. Dabei könnte der Gesetzgeber das Gesetz über die Mietpreisbindung durch einen Federstrich vereinfachen.

    Wie das?

    Ganz einfach, das habe ich auch im Rechtsausschuss gesagt: Wenn ein Mieter aufgrund der Mietpreisbremse seine Miete kürzt und sich später herausstellt, er hat zu viel gekürzt, kann er deswegen nicht gekündigt werden. Wenn es so im Gesetz stünde, dann könnten wir unseren Mietern sagen, kürzen Sie die Miete und wir sehen, was passiert.

    Warum wird der Satz nicht reingeschrieben?

    Das kann ich nicht sagen. Es gibt Lobbyinteressen und die Immobilienindustrie ist sehr mächtig.

    Sie setzen sich für das Recht ein, brauchen aber den Rechtsbruch für den Erfolg Ihres Unternehmens. Ist das nicht ein Widerspruch?

    Die Frage kommt häufig von Investoren: Wenn ihr einen Marktanteil von hundert Prozent habt, wird doch die Gegenseite nicht mehr freiwillig das Gesetz verletzen. Overcompliance sozusagen. Das ist aber nicht so, solange es keine Sanktionen gegen Vermieter gibt.
    Als Nächstes sind die Banken dran

    Und wenn es doch einmal Sanktionen geben sollte, was machen Sie dann?

    Ach, der Verbraucher wird so oft betrogen. In der Summe kann man sagen, dass 99,9 Prozent der Verbraucherrechte nicht durchgesetzt werden. Recht haben und Recht bekommen – wie bei der Mietpreisbremse – sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Unser Betätigungsfeld ist weit, die Liste von Themen riesig. Nehmen Sie die Bankgebühren. Der BGH hat letztes Jahr entschieden, dass die einseitige Gebührenerhöhung unwirksam ist. Nach unserer Schätzung liegen drei Milliarden Euro bei den Banken, die eigentlich den Kunden gehören. Die holen wir jetzt zurück.

    Sie gehen gegen Vermieter und Banken vor. Wie politisch sind Sie?

    Wir sind als Firma nicht politisch. Und wir haben unser Unternehmen bewusst nicht als Nonprofit gegründet. Man braucht den Druck des Markts, muss erfolgreich sein, um sich gegen Großkonzerne durchzusetzen und Investoren zu bekommen.

    Haben Sie schon mal überlegt, in die Politik zu gehen?

    Das könnte ich nicht, noch nicht, weil ich viel zu ungeduldig und zu polarisierend bin. Ich rege mich ständig auf. Ein Beispiel: Der Staat zahlt Hartz-IV-Empfängern die Wohnung. Und dreiviertel dieser Wohnungen sind vermutlich zu teuer. Der Staat sollte bitte sein eigenes Gesetz anwenden, um die Kosten zu reduzieren! Wir haben der Arbeitsagentur sogar unseren Mietspiegelrechner angeboten, haben gesagt, wir schicken dem Vermieter die Schreiben, kostenlos.

    Und?

    Keine Reaktion. Auch mit dem Mieterverein würden wir zusammenarbeiten, der ja ebenfalls staatlich finanziert wird. Erst neulich haben wir wieder gefragt und vorgeschlagen: Wir empfehlen jedem Kunden den Berliner Mieterverein und im Gegenzug bietet ihr euren 160.000 Mitgliedern unseren Service an. Wir kommen uns dabei überhaupt nicht in die Quere. Wir sind ein Legal-Tech-Unternehmen und ihr macht Beratung. Wir wollen auch keine Mitgliedsbeiträge kassieren. Abgelehnt. Zum fünften Mal.

    Haben Sie mal mit dem Senat geredet?

    Dem grünen Justizsenator der letzten Koalition haben wir den Vorschlag gemacht, dass der Staat Werbung für die Mietpreisbremse macht, weil sie viel zu komplex ist. Wir haben gesagt: Warum händigt ihr nicht jedem, der sich amtlich ummeldet, einen Flyer zur Mietpreisbremse aus, wie in der Corona-Krise zur Maskenpflicht? Auch dazu keine Reaktion. Aber wir geben nicht auf.

    Sie geben nie auf, oder?

    Wir sind Rechtspositivisten, wir sind für die Demokratie. Und Gesetze der Demokratie sollten angewandt werden.

    #Berlin #Wohnen #Recht

  • #foutage_de_geule Le baril sous les 80 dollars à New York pour la première fois depuis janvier (Le baril était à 100 dollars il y a un mois)

    Les cours du pétrole brut dévissaient vendredi, le WTI coté à New York plongeant sous 80 dollars le baril pour la première fois depuis janvier.
    . . . . . .
    https://www.lessentiel.lu/fr/story/le-baril-sous-les-80-dollars-a-new-york-pour-la-premiere-fois-depuis-janv

    Le diesel en forte hausse, le sans plomb 95 augmente aussi
    LUXEMBOURG – Les prix du sans plomb 95 et du diesel augmentent à partir de ce samedi.
    . . . . . . .
    https://www.lessentiel.lu/fr/story/diesel-forte-hausse-95-augmente-546755991442

    #pétrole #énergie #marge #bénéfices #marchés #inflation

  • The Seeds of Ignorance — Consequences of a Booming Betel-Nut Economy | NEJM
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp2203571

    #Betel nut’s increasing availability in Asian markets throughout Europe and the Americas1 may ultimately make regulation politically feasible. Such products are always cheap, are fairly easy to find in urban areas, and generally don’t come with a warning label. Once higher-income people are at risk for the harms associated with betel-nut use, it should become easier to foster meaningful awareness of the substance and its adverse effects. For the time being, however, the medical community is stuck on the outside looking in as a largely unregulated industry fuels a global health disaster — a painful reminder of how little progress has been made toward addressing egregious health disparities between privileged and marginalized populations. Perhaps the famed neuroscientist Santiago Ramón y Cajal said it best back in 1899: “Every disease has two causes. The first is pathophysiological; the second, political.”

    « #économie » “#politique#poison #cancer #noix_d’arec

  • #Bruxelles : Le député écolo(groen) se blesse en vélo sur les blocs de béton qu’il a fait installer
    https://bx1.be/categories/news/cureghem-un-depute-bruxellois-blesse-apres-avoir-heurte-un-bloc-de-beton-deplace/?theme=classic

    Juan Benjumea-Moreno, député bruxellois (Groen) circulait à vélo à Cureghem, lorsqu’en prenant un virage Rue Georges Moreau, il a percuté un bloc de béton, rapporte Bruzz. Le cycliste a été catapulté à travers la piste cyclable. Résultat : des blessures aux jambes et aux épaules, et une dent cassée.

    Cela fait plusieurs jours que la colère gronde à Cureghem, où le plan Good Move déplaît particulièrement. Pour exprimer leur mécontentement, certains riverains n’ont pas hésité à déplacer les blocs de béton qui les empêchent de passer en voiture. “Un habitant du quartier avait filmé plus tôt dans la journée comment des personnes avec une camionnette et des cordes avaient déplacé le filtre de circulation vers la bande cyclable“ , a expliqué Benjumea-Moreno à nos confrères.

    Le député a raconté sa mésaventure sur Twitter, en déplorant le vandalisme dans la commune qu’il juge “hyper-dangereux“. “J’étais encore ‘chanceux’ de faire du vélo. Si vous conduisez une moto à pleine vitesse contre un tel bloc de béton, vous n’auriez pas pu survivre“ , reproche-t-il.

    #good_move #vandalisme_vert #urbanisme #ségrégation_sociale Le #béton , c’est chez les pauvres. #discrimination #cyclistes #vélo

  • Mit dem Ridepooling-Service „Muva“ will die BVG Barrierefreiheit und Komfort bieten – aber nicht die Fehler des „BerlKönigs“ machen.
    https://taz.de/Neue-Rufbusse-in-Berlin/!5881817

    15. 9. 2022, von Claudius Prößer - Ist der Fahrstuhl zur U-Bahn mal wieder kaputt, und Sie sind auf ihn angewiesen? Kein Problem: Spätestens in 10 Minuten kommt ein kleiner schwarzer Minibus angerollt, der Sie zum nächsten Bahnhof bringt, wo der Lift funktioniert. Das zumindest ist das Versprechen des neuen Ridepooling-Angebots der BVG, das am heutigen Donnerstag unter dem Namen „Muva“ den Betrieb aufnimmt.

    „Muva“ klingt wie die berlinische Version von „Mover“ (schließlich werden hier Menschen bewegt) und kommt wohl aus derselben Wortschmiede wie die App „Jelbi“, die auf die Markenfarbe der BVG anspielt. Wie auch immer, das Versprechen, das die BVG mit dem neuen Service macht, ist alles andere als trivial: Es geht um einen enormen Schritt in Richtung Barrierefreiheit, aber auch Komfort, zwei Grundbedingungen, damit die Verkehrswende funktionieren kann. „Mobilität für alle, jederzeit und überall in Berlin“, wie es BVG-Chefin Eva Kreienkamp bei der Vorstellung des Dienstes ausdrückte.

    Das Angebot ist ein doppeltes: Als „Aufzugersatz“ werden die kleinen Rufbusse U- und S-Bahn-Stationen bedienen, bei denen der Aufzug klemmt – oder die noch immer keinen haben. Unter dem Motto „Flexible Fahrt“ kommen sie dagegen im Osten der Stadt zum Einsatz, wo immer noch große Lücken zwischen den Bahnhöfen und Haltestellen klaffen: Das Gebiet, das bedient wird, reicht von Rummelsburg bis zur Stadtgrenze bei Hoppegarten, und von Biesdorf bis kurz vor Köpenick.

    Die „Muvas“ werden für die BVG vom Dienstleister Via betrieben. Wie beim früheren Ridepooling-Angebot „Berlkönig“ errechnet ein Algorithmus bei entsprechend hoher Nachfrage kombinierte Fahrten für mehrere Fahrgäste. Gerufen werden die Kleinbusse per App oder Telefon. In jedem Fall soll es möglich sein, ein Fahrzeug zu buchen, das auch einen größeren Rollstuhl aufnehmen kann. „Beim Fahrtanlass ‚Flexible Fahrt‘ wird sichergestellt, dass eine Person mit Mobilitätseinschränkung vergleichbare Beförderungsmöglichkeiten wie ein*e Fuß- gänger*in“ hat, so lautet der Anspruch, den die BVG an sich selbst formuliert.

    Der Aufzugersatz-Service beschränkt sich bis Ende 2023 auf die U8, einen kleinen Teil der U5 – zwischen Frankfurter Allee und Tierpark – und die beiden S-Bahnhöfe Attilastraße und Marienfelde. Letzerer ist einer der wenigen verbliebenen Berliner S-Bahn-Halte ohne Fahrstuhl. Auf der U8 gibt es insgesamt noch sieben Bahnhöfe ohne Aufzug, unter anderem Schönleinstraße, Moritzplatz und Heinrich-Heine-Straße. Ab 2024 soll dann das komplette Stadtgebiet bedient werden, bis dahin wolle man aus dem Nutzungsverhalten lernen, heißt es aus der BVG.
    Immer noch nicht barrierefrei

    Eigentlich müsste der Berliner Nahverkehr gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention seit diesem Jahr komplett barrierefrei sein – tatsächlich sind aber allein bei der U-Bahn erst rund 80 Prozent der Bahnhöfe per Aufzug oder Rampe erreichbar. Die BVG verweist auf lange Genehmigungsverfahren und teils beachtliche bauliche Herausforderungen. Aktuell zielt die Planung auf Ende 2024. Zuletzt ging ein Lift im Bahnhof Birkenstraße (U9) in Betrieb, an zehn weiteren Stationen ist ein solcher im Bau – darunter die Bahnhöfe Schlesisches Tor, Rathaus Schöneberg, Seestraße und Platz der Luftbrücke.

    Laut BVG-Sprecher Jannes Schwentu liegt die Verfügbarkeit der Aufzüge des Unternehmens „sehr konstant zwischen 98 und 99 Prozent, der Großteil der Störungen ist also binnen kurzer Zeit behoben“. Gemeint seien damit „wenige Stunden“, so Schwentu. Freilich nutzt auch das einem Fahrgast nichts, der unerwartet vor verschlossenen Türen steht.

    Das Rufbus-Projekt „BerlKönig“, das 2018 gestartet war und die östliche Innenstadt bediente, endete im vergangenen Juli. Die Kritik an dem ebenfalls von Via betriebenen Dienst zielte vor allem darauf ab, dass er ein weiteres Zusatzangebot für die schon gut versorgte Innenstadt darstellte, während die Mobilität vor allem in den Außenbereichen verbesserungswürdig sei. Der Senat war dann auch nicht gewillt, den BerlKönig länger am Leben zu erhalten, zumal das – angeblich – bei einer Ausweitung auf die gesamte Stadt über 40 Millionen Euro im Jahr gekostet hätte.

    Was die Kosten für „Muva“ betrifft, hält sich die BVG bedeckt. Man verweist darauf, dass der Service im Rahmen des mit dem Land abgeschlossenen und ausfinanzierten Verkehrsvertrags angeboten werde. Im Fall der „Flexiblen Fahrt“ müssen die KundInnen auch selbst etwas zu ihrem gültigen VBB-Ticket dazuzahlen: 1,50 Euro (bzw. 0,50 Euro für Mitfahrende), wenn es nur zum nächstgelegenen Bahnhof geht, oder aber 1,50 Euro pro Kilometer, wenn man sich direkt zu einer Wunschadresse innerhalb des Servicegebiets fahren lässt. Dabei halten die Busse nicht unbedingt vor der Haustür, sondern an insgesamt 4.000 definierten „Haltepunkten“.

    Jens Wieseke, Sprecher des Fahrgastverbands IGEB, kann über das Angebot „nicht so viel Negatives sagen“, skeptisch bleibt er trotzdem: Er vermisse „ein stabiles 10-Minuten-Angebot für alle Berliner Ortsteile zu normaler Uhrzeit“. Wieseke findet auch, dass die BVG sich erst einmal „ums Kerngeschäft kümmern“ sollte. „Bevor Mittel für ein Nice-to-Have ausgegeben werden, muss der Normalbetrieb wiederhergestellt sein.“ Die U-Bahn etwa fahre seit Jahren nach einem abgespeckten Notfahrplan, weil FahrerInnen fehlten. „Dann müssen eben Stellen ausgeschrieben werden“, fordert der IGEB-Sprecher.

    #Berlin #Verkehr #BVG #Sammeltaxi

  • Kylian Mbappé refuse de participer à une séance photo et relance son bras de fer avec Noël Le Graët
    https://www.lemonde.fr/sport/article/2022/09/19/kylian-mbappe-refuse-de-participer-a-une-seance-photo-et-relance-son-bras-de

    Depuis, le prodige de Bondy a pris une autre dimension et revendique le droit de refuser de voir son image associée à certains partenaires officiels.

    Par contre ricaner sur les avions, ça, c’est permis.
    #beauté_du_sport

  • À Lille, des projets contre nature, Saint-Sauveur et Bois-Blancs Angle d’ATTAC !
    C’était ce 17 septembre sur Radio Campus Lille. 



    Avec leur asso PARC Saint Sauveur et Deûl’air, elles ne vont pas laisser faire la MEL et la mairie.

    La parole était à Bénédicte Vidaillet, Yolande Winders 


    Le lien afin d’écouter, de télécharger l’émission => https://www-radio-campus.univ-lille1.fr/ArchivesN/LibrePensee/attac220917.mp3



    PARC (Protection aménagement réappropriation collective de Saint-Sauveur), et ASPI (Association pour la Suppression des Pollutions Industrielles) https://www.helloasso.com/associations/parc-saint-sauveur

    Et aussi Pas d’aqua-poney à Moulins => https://labrique.net/index.php/thematiques/droit-a-la-ville/1027-pas-d-aqua-poney-a-moulins


    
Angle d’ATTAC tous les 3ème samedi du mois, à midi sur Radio Campus Lille.
    Christian Ladesou  : 06 68 90 61 33, lille@attac.org


    #Lille #martine_aubry #Bénédicte_Vidaillet #Attac #Saint_Sauveur #balado_diffusion #Podcast #Nord

    • Expo "Villes vivantes" : maquette de rêve pour cauchemar en béton
      https://chez.renart.info/?Expo-Villes-vivantes-maquette-de-reve-pour-cauchemar-en-beton

      Les opposants au projet Saint-Sauveur nous font le compte-rendu de leur passage au vernissage de l’expo "Villes vivantes"

      https://elnorpadcado.org/Les-Villes-vivantes-des-betonneurs-au-Bazaar-Saint-So
      , au Bazaar Saint So. Ils laissèrent une grue-cagette en cadeau aux organisateurs. Et nous offrent de profondes réflexions de San Antonio sur ce qu’il faut penser des "réceptions". Quelle générosité.

      Nous voici donc une dizaine, portant notre grue en cagette vers le vernissage-cocktail de « #Villes_vivantes », au Bazaar Saint-So, juste derrière notre friche. A côté des archis, des urbas et des promoteurs qui comptent à Lille, les gueux sont vite repérés. Et d’abord par le directeur du Bazaar, Benoît Garet, qui nous attendait un peu énervé.


      « Regardez d’abord l’expo avant de critiquer.

      


      On s’en fout de l’expo, ce qui nous intéresse c’est le contexte. Et pis t’as vu tes finançeurs ? C’est les mêmes qui détruisent le vivant juste à côté. »
#Bouygues, #Vinci, #Eiffage, #Ramery, #Vilogia, #Nacarat, réunis pour célébrer la « réconciliation entre #ville et #nature ». La situation ne manque pas de sel.

      On sent comme une nervosité au moment d’introduire notre grue dans l’expo. Restons calme. De toute façon elle ne passe pas la porte. Un débat de 45 minutes s’engage alors avec Benoît dont on vous épargne les finasseries. Nous on pense que son expo est typique du greenwashing de Lille3000, lui insiste que l’expo va dans notre sens.

      D’ailleurs, c’est drôle, mais ce soir tout le monde trouve que « c’est très important ce que vous faites ». Même les représentants du cabinet #Béal-Blanckaert, les urbanistes associés pour la ZAC #Saint-Sauveur, à qui on distribue notre tract https://parcsaintsauveur.wordpress.com/2022/08/19/piscine-de-saint-sauveur , trouvent que notre rôle est « important pour la démocratie ». C’est trop d’honneurs.

      Ah, voilà #Xavier_Galand, le directeur de la Maison régionale de l’environnement et des solidarités, contributeur de l’expo. Il arrive souriant et vague à son aise entre les promoteurs, stylés en assureurs de province, costard et « cheveux de riche », et les « créatifs », archis tendance jean-baskets-tatouages. Parmi eux, le délégué à Saint-Sauveur pour la SPL #Euralille, David Wauthy, qui nous avait suggéré le suicide collectif il y a quelques années, est un peu sur la retenue quand on lui tend notre tract. La soirée est exquise, elle le restera.

      Il n’y a guère qu’Antoine Béal, l’urbaniste associé de Saint-Sauveur, à qui est cédé le micro pour mignoter les « partenaires », qui râle un peu. C’est qu’on ne l’entend pas jacter, tellement résonne l’environnement brutaliste verre et béton du Bazaar, dans la cacophonie de l’auditoire qui s’en fout – de ce qu’il raconte, comme de l’expo. Erreur classique de protocole : le bar est ouvert pendant les discours, et le Dj s’impatiente derrière ses platines. Alors chacun déroule ses vacances, devise sur les projets en cours, entre bétonneurs de la « ville morte ». L’important c’est d’être là, de voir et d’être vu, pourquoi pas au dessus des briques en terre-paille exposées comme preuves du renouvellement écologique de la corporation. Ça n’engage à rien. Va construire une fosse de plongée en terre-paille, toi ! Ou une cité administrative !

      Au bout d’un temps, tout le monde a eu notre tract, et l’ambiance nous pèse un peu. Alors on va y aller. Mais avant de partir, on laisse notre grue à l’entrée. C’est cadeau. Un souvenir de la vie vivante qu’on trouve sur la friche. Dessus il est inscrit : « Vends maquette de rêve pour #cauchemar en #béton. » C’est simple et ça résume. Et puis les conclusions de Frédéric Dard, alias San Antonio, sur les « gnagnateries d’usage » dans ce genre de #vernissage, c’était trop long. Mais comme on est généreux, on vous les livre quand même. C’est comme la grue, c’est cadeau :

      « Rien de plus con qu’une réception, si ce n’est une autre réception plus importante. T’as une douzaine de mots à dispose qu’il faut absolument placer dans le laps de temps qui t’est imparti. Le premier d’entre eux est « merveilleux » : soirée merveilleuse, toilette merveilleuse, ambiance merveilleuse, buffet merveilleux ; et comme quoi c’est merveilleux l’à quel point tout est merveilleusement merveilleux ! Bande de cons ! Écrémés du bulbe ! Fornicateurs de trous d’évier ! Mais tu sais qu’il faudrait me haïr tout ça, mon pote ? Me l’empiler dans des fosses d’aisance en laissant une couche de merde au-dessus, pas qu’ils prennent l’air ! Ils sont dépravants, ces faisandés. Ils puent la venaison attardée ! Le chrysanthème flétri, le slip trop longtemps porté ! Heureusement que le temps les tue ! Mais ils repoussent ! C’est ça, l’horreur : ils repoussent, y compris du goulot ! »

  • Village’s Tribute Reignites a Debate About Italy’s Fascist Past

    This village in the rolling hills east of Rome is known for its fresh air, olive oil and wine — and its residual appreciation of Benito Mussolini, whose image adorns some wine bottles on prominent display in local bars.

    This month, the town’s fascist sympathies became the subject of intense debate when its mayor unveiled a publicly financed memorial to one of its most controversial former citizens: Rodolfo Graziani, a general under Mussolini who was accused of war crimes at the end of World War II and earned the title of “the Butcher” in two campaigns during Italy’s colonization of North Africa in the 1920s and ’30s.

    The monument, in a style reminiscent of fascist architecture, sits on the town’s highest hill, with the Italian flag flying from the top and inscriptions reading “Honor” and “Homeland.” Inside sits an austere marble bust of General Graziani, surrounded by original copies of the front pages of the newspapers from the day of his death in 1955, a plaque from a street once dedicated to him here and a list of his deeds and honors.

    The dedication elicited harsh criticism from left-wing politicians and commentators in the pages of some Italian newspapers, and has raised deeper questions about whether Italy, which began the war on the side of the Axis powers and ended it with the Allies, has ever fully come to terms with its wartime past.

    In an interview, Ettore Viri, the mayor of Affile, brushed off the criticism. “The head is a donation of a citizen,” he said, glancing proudly at the bust, before quickly acknowledging that he was the citizen. “Actually, I had it in my living room,” he said, adding that he had given large donations of his own money to maintain Mussolini’s grave in northern Italy.

    Yet the mayor’s political opponents are aghast at the town’s honoring General Graziani — and using $160,000 in public money to do so. In a statement released the day before the dedication ceremony, Esterino Montino, a regional leader of the Democratic Party, said, referring to the Nazi leader Hermann Goering: “It’s as if some little village in some German province built a monument to Goering. The fact that such a scandal is planned in a small village outside of Rome does not downgrade the episode to provincial folklore.”

    By and large, however, the memorial appears to have won acceptance in this mostly conservative town of 1,600. More than 100 people attended the dedication, some of them holding flags of far-right extremist groups and wearing black shirts in a nod to Mussolini’s Blackshirt squads, according to several people who attended.

    For some, General Graziani’s crimes from World War II pale in comparison to what he did in Africa earlier, killing hundreds of thousands of people — sometimes with chemical weapons — and wiping out entire communities, especially in Eritrea.

    In the 1930s, General Graziani commanded some of the Italian troops who invaded Ethiopia under the reported slogan “ ‘Il Duce’ will have Ethiopia, with or without the Ethiopians.” He later became the viceroy of Ethiopia, where he earned his second title as butcher — the first came in Libya — for a particularly brutal campaign in reprisal for an attempt on his life.

    After the fall of Mussolini’s government in 1943, General Graziani remained loyal to him and became the minister of war of the Italian Social Republic, a rump government led by Mussolini in the parts of Italy not controlled by the Allies. General Graziani was never prosecuted for any war crimes in Africa, but in 1948 the United Nations War Crimes Commission said there were plausible charges against him and other Italians.

    In 1948, an Italian court in Rome sentenced General Graziani to 19 years in prison for collaborating with the Nazis, but he received a suspended sentence that was later commuted.

    But it was the African campaigns, which went entirely unpunished, that critics say are the greatest stain on his record, and the strongest argument against a memorial. “A monument to somebody who committed crimes against humanity in his fierce repression using gas against young Ethiopians is serious and unacceptable, regardless of where it happens,” Mr. Montino, the left-wing lawmaker, wrote.

    Here in Affile, many regard General Graziani more as a local boy who made good than the perpetrator of some of the most heinous massacres in Mussolini’s bloody colonization campaigns.

    “To me it’s a recognition of our fellow citizen who was the youngest colonel of the Italian Army,” said Alberto Viri, a 65-year-old retiree who lives in Milan but was vacationing on a recent afternoon in his native Affile. “He defended the homeland until the end, as he was loyal to our first allies, the Germans, even after Sept. 8,” Mr. Viri added, referring to the armistice when Italy shifted from the Axis to the Allies.

    Some are more upset by the financing than by the monument itself. “I am not a fascist,” said Aldo Graziani, 72, a retiree (no relation) who joined in the conversation in a local bar. “I am not bothered by the monument to Graziani, per se. I am rather bothered by the fact that they should have built it with their own money, not with public money.”

    Mr. Viri, the retiree, has childhood memories of General Graziani riding around the village on his white horse with a white dog to get the paper at the Viri family’s news kiosk. He remembers how soldiers attending the general’s funeral in 1955 distributed food to hungry local children.

    Some scholars say that Italy’s failure to bring fascist officials to justice has caused a “selective memory” of the fascist era, where visions of the past fall along contemporary political lines.

    “Antifascist culture has remained the privilege of the left, some liberals and Christian Democrats,” said Luca Alessandrini, the director of the Parri Institute in Bologna, referring to the centrist Catholic party that dominated in the postwar era. “The big weakness of Italian history is that these forces have failed to produce an historical judgment on fascism,” he added.

    Much the same is true of the colonial era. Compared with Britain and France, Italy developed colonial aspirations rather late in the game, invading Libya in 1911 and Ethiopia, for the second time, in 1935. (The first Ethiopian invasion, in 1895, failed.) Even today, few Italians are particularly aware of the colonial episodes, which have not been central to national debate.

    “Italy was so poor and destroyed after World War II that nobody really worried about the colonies, and the loss thereof, let alone people’s education on this,” said the historian Giorgio Rochat.

    In Affile, many deny that General Graziani was a fascist tyrant, arguing that he just obeyed his superiors’ orders. But some are outraged by the monument.

    “This has always been a center-right village,” said Donatella Meschini, 52, a teacher who served on the City Council from 2003 to 2008 under the only center-left mayor in Affile in 50 years. “But after this memorial, what can we expect? That they call us up on Saturday to do gymnastics in the main square like the fascist youth used to do?”

    “April 25 has just never arrived here,” Ms. Meschini added, referring to the day of the Allied liberation of Italy in 1945.

    https://www.nytimes.com/2012/08/29/world/europe/village-reignites-debate-over-italys-fascist-past.html

    #Affile #mémoire #fascisme #histoire #Italie #Mussolini #Benito_Mussolini #Rodolfo_Graziani #Graziani #mémorial #colonisation #passé_colonial #Italie_coloniale #colonisation #monument #patria #onore #Ettore_Viri

    –—

    ajouté à la métaliste sur la #colonialisme_italien :
    https://seenthis.net/messages/871953

    ping @cede @olivier_aubert

    • Flash mob dell’ANPI ad Affile, Pagliarulo: «Il monumento al boia Rodolfo Graziani è un’ ignominia!»

      In occasione dell’84esimo anniversario della strage di Debra Libanos (Etiopia) ordita dal criminale di guerra Rodolfo Graziani. L’intervento del Presidente nazionale ANPI Gianfranco Pagliarulo

      Oggi 28 maggio alle 18 si è svolto ad Affile (Roma) un flash mob promosso dall’ANPI - con la presenza del Presidente nazionale Gianfranco Pagliarulo e del Presidente dell’ANPI provinciale di Roma Fabrizio De Sanctis - in occasione dell’84esimo anniversario della strage di Debra Libanos (Etiopia).

      Dal 21 al 29 maggio 1937 nel monastero di Debra Libanos furono trucidati monaci, diaconi, pellegrini ortodossi, più di 2.000, per opera degli uomini del generale Pietro Maletti, dietro ordine di Rodolfo Graziani, viceré d’Etiopia. Ad Affile è situato un monumento dedicato proprio a Graziani.

      In un passaggio del suo intervento così si è espresso Pagliarulo: «Siamo qui per denunciare una grande ignominia: un monumento intitolato non al soldato affilano più rappresentativo, come incautamente affermato, ma all’uomo delle carneficine, delle impiccagioni, dei gas letali. Perché questo fu Rodolfo Graziani. E le due parole sulla pietra del monumento, Patria e Onore, suonano come il più grande oltraggio alla Patria e all’Onore. Onore è parola che significa dignità morale e sociale. Quale onore in un uomo che sottomette un altro popolo in un’orgia di sangue? Patria. La nostra patria è l’Italia. La parola Italia è nominata nella Costituzione due sole volte: L’Italia è una repubblica fondata sul lavoro, L’Italia ripudia la guerra. Tutto il contrario di un Paese fondato sul razzismo imperiale. Perché, vedete, le stragi di Graziani furono certo l’operato di un criminale di guerra, e non fu certo l’unico. Ma furono anche stragi dello Stato fascista, di una macchina di violenza e di costrizione verso l’altro».

      Era presenta anche una delegazione dell’Associazione della Comunità etiopica di Roma.

      https://www.anpi.it/articoli/2504/flash-mob-dellanpi-ad-affile-pagliarulo-il-monumento-al-boia-rodolfo-graziani-e
      #résistance #flash_mob

    • Nicola Zingaretti: no al monumento per ricordare un criminale di guerra fascista, stragista del colonialismo. #25aprile

      Caro Presidente Nicola Zingaretti,

      mi chiamo Igiaba Scego, sono una scrittrice, figlia di somali e nata in Italia. Sono una della cosiddetta seconda generazione. Una donna che si sente orgogliosamente somala, italiana, romana e mogadisciana.

      Le scrivo perchè l’11 Agosto 2012 ad Affile, un piccolo comune in provincia di Roma, è stato inaugurato un “sacrario” militare al gerarca fascista Rodolfo Graziani. Il monumento è stato costruito con un finanziamento di 130mila euro erogati della Regione Lazio ed originariamente diretti ad un fondo per il completamento del parco di Radimonte.

      Rodolfo Graziani, come sa, fu tra i più feroci gerarchi che il fascismo abbia mai avuto. Si macchiò di crimini di guerra inenarrabili in Cirenaica ed Etiopia; basta ricordare la strage di diaconi di Debra Libanos e l’uso indiscriminato durante la guerra coloniale del ’36 di gas proibiti dalle convenzioni internazionali.

      Dopo la fine del secondo conflitto mondiale, l’imperatore d’Etiopia Hailè Selassié, chiese a gran voce che Rodolfo Graziani fosse inserito nella lista dei criminali di guerra. La Commissione delle Nazioni Unite per i crimini di guerra lo collocò naturalmente al primo posto.

      Il monumento a Rodolfo Graziani è quindi un paradosso tragico, una macchia per la nostra democrazia, un’offesa per la nostra Costituzione nata dalla lotta antifascista.

      In questi ultimi giorni, i neoparlamentari Kyenge, Ghizzoni e Beni hanno depositato un’interpellanza affinché il Governo si pronunci sulla questione di Affile.

      Io in qualche modo legandomi alla loro iniziativa chiedo a lei, Presidente Zingaretti un impegno concreto contro questo monumento della vergogna. Non solo parole, ma fatti (demolizione e/o riconversione del monumento) che possano far risplendere un sole di democrazia in questa Italia che si sta avviando a celebrare il 68° anniversario del 25 Aprile.

      Mio nonno è stato interprete di Rodolfo Graziani negli anni ’30. Ha dovuto tradurre quei crimini e io da nipote non ho mai vissuto bene questa eredità. Mio nonno era suddito coloniale, subalterno, costretto a tradurre, suo malgrado, l’orrore. Oggi nel 2013 io, sua nipote, ho un altro destino per fortuna. Per me e per tutt* le chiedo un impegno serio su questa questione cruciale di democrazia.

      _____________________________________________________________

      Dear President Nicola Zingaretti,

      My name is Igiaba Scego, I am a writer, born in Italy, daughter of Somali people.

      I am one of the so-called «second generation». A woman who proudly feel herself both Somali, Italian, Roman.

      I am writing to you because on the 11th of August 2012, in Affile, a small town in the province of Rome, it was inaugurated a monument in honour of the fascist Rodolfo Graziani. The monument was built with a loan of 130 thousand euro from the Lazio region, a fund originally intended to finance the Radimonte park.

      Rodolfo Graziani, as you know, was one of the most ferocious commander that fascism has ever had. He was found guilty of war crimes in Cyrenaica and Ethiopia; the massacre of deacons in Debra Libanos and the use of prohibited gas during the colonial war of ’36 are just two of those massacres that can be mentioned.

      After the end of World War II, the emperor of Ethiopia, Haile Selassie, firmly asked for Rodolfo Graziani to be included in the list of war criminals. The Commission of the United Nations War Crimes placed him at the first place in that list.

      The monument to Rodolfo Graziani is therefore a tragic paradox, a stain on our democracy, an insult to our constitution born from the struggle against fascism.

      In the recent days, the neoparlamentari Kyenge, Ghizzoni and Beni filed an interpellation to address this problem to the Government.

      I am somehow trying to be with them, by asking to you, Mr President Zingaretti, a real commitment against this monument of shame. I am not only asking for words but for a real commitment (demolition and / or conversion of the monument) that can let the sun of democracy to shine again in Italy, approaching the 68th anniversary of the April 25.

      My grandfather had to translate Graziani’s crimes, he was a colonial victim, and had to translate the horror, against his will. Today in 2013, his niece, has another destiny. For me and for all I am asking to you a serious commitment on this crucial issue of democracy.

      https://www.change.org/p/nicola-zingaretti-no-al-monumento-per-ricordare-un-criminale-di-guerra-fasci

      #pétition

  • Podcast : Manifiesta 2022 !

    Ce Mercredi 7 Septembre 2022, c’était L’Heure de l’mettre, sur Radio Campus Lille, 106,6 Mhz, https://www.campuslille.com

    C’était aussi la Saint Conseil National de la Refondation.
 
Comme toujours, à pareille époque, nous recevions des camarades du Parti du Travail de Belgique, le PTB.

    Il était question de l’édition 2022 de Manifiesta, la Fête de la Solidarité ces 17 et 18 Septembre à l’hippodrome d’Ostende. https://www.manifiesta.be/fr

    Le lien afin d’écouter, de télécharger l’émission => https://www-radio-campus.univ-lille1.fr/ArchivesN/LibrePensee/Chdm220907.mp3

    INVITES :
    Ahed Tamimi
    
Jeremy Corbyn

    Elke Kahr
    
Adeline Dieudonné
    
tom lanoye
    
Jim Irvin
ana kolotova
    
Mariam Dhawale

    Raoul Hedebouw

    Laurent Brun
    
Chris Mitchell
    
Els Torreele 
Mitzi
    Tan
Peter Mertens

    MUSIQUE :

    Magic System

    Stikstof
    
HK
    
L’or du commun
    
Postmen
    
Eme Alfonso

    Ana Tijoux
    
Belgian asociality
    
Supafly collective
    
bobalicious
    
Bizkit Park
    
Shoreline collective
    
mystère
the 925

    #Belgique #Nord #Pas_de_Calais #Pays_Bas #PTB #Fête #Solidarité #Travail #Politique #Ostende #balado_diffusion #Podcast #Musique #Concerts

  • L’envoi de migrants, nouvelle arme politique de ténors de la droite américaine Léa Dauple - Agence France-Presse à Washington
    https://www.ledevoir.com/monde/etats-unis/756010/l-envoi-de-migrants-nouvelle-arme-politique-de-tenors-de-la-droite-america

    L’envoi par des gouverneurs républicains de bus et d’avions de migrants vers une île huppée du nord-est du pays, ainsi qu’à Washington, a tourné jeudi à la bataille politique aux États-Unis, à quelques semaines d’élections législatives aux lourds enjeux.

    Depuis des mois, des responsables locaux républicains, au premier rang desquels le puissant gouverneur du Texas Greg Abbott, font transporter des migrants par autocar vers les bastions démocrates du pays.


    Kevin Dietsch Getty Images via Agence France-Presse Une bénévole discute avec des migrants envoyés près de la résidence de la vice-présidente Kamala Harris par le gouverneur du Texas, Greg Abbott.

    Une façon de dénoncer la politique du président Joe Biden, qu’ils accusent d’avoir transformé la frontière avec le Mexique en passoire, et de tenter de placer l’immigration au centre de la campagne des élections de mi-mandat, en novembre.

    Jeudi matin, deux bus transportant des migrants sont arrivés près de la résidence de la vice-présidente Kamala Harris, à Washington. Un lieu évidemment choisi à dessein, la responsable démocrate étant chargée du dossier explosif de l’immigration à la Maison-Blanche.

    Ils avaient été envoyés par le très conservateur Greg Abbott, en campagne pour sa réélection dans cet État en première ligne de la vague d’immigration illégale originaire des pays d’Amérique centrale.

    « La vice-présidente Harris clame que notre frontière est “sûre” et nie l’existence d’une crise. Nous envoyons des migrants jusque dans son jardin pour exhorter l’administration Biden à faire son travail et sécuriser la frontière », a tweeté le gouverneur du Texas.

    Il assure avoir déjà fait envoyer 10 000 migrants depuis avril à Washington, New York et plus récemment Chicago.

    Rival de Trump
    Mercredi, l’influent gouverneur républicain de Floride Ron DeSantis a rejoint ce mouvement, en revendiquant l’envoi de deux avions de migrants vers l’île de Martha’s Vineyard, mythique lieu de villégiature pour les plus fortunés ayant accueilli les Kennedy, les Clinton ou les Obama.

    Un groupe d’une cinquantaine de migrants vénézuéliens, dont des enfants, est arrivé mercredi sur cette île de la côte atlantique de la Nouvelle-Angleterre, une région riche en élites souvent la cible des conservateurs.

    Bien que le gouverneur de Floride ait organisé ce transport, les avions arrivaient du Texas et non de son État, selon le journal local MV Times et un homme politique local.
     
    « Des migrants sont en train d’être débarqués à Martha’s Vineyard par des vols affrétés depuis le Texas. Beaucoup ne savent pas où ils sont. Ils disent qu’on leur a dit qu’ils recevraient un logement et un emploi », a tweeté mercredi soir un élu démocrate local, Dylan Fernandes.

    Ron DeSantis, lui aussi candidat à sa réélection, est vu comme un potentiel rival pour l’ancien président Donald Trump dans la course à la Maison-Blanche en 2024.

    « Les résidents de Martha’s Vineyard devraient être ravis », a ironisé mercredi sur Twitter Christina Pushaw, de l’équipe de communication du gouverneur de Floride. « Les migrants illégaux rendront la ville plus diversifiée, ce qui est une force. Non ? »

    « Cruel »
    La politique d’immigration, sujet explosif aux États-Unis, l’est encore davantage à quelques semaines d’élections de mi-mandat aux lourds enjeux.

    L’immigration est un thème de prédilection des républicains, et déplacer des migrants lors d’opérations spectaculaires leur offre une possibilité de replacer le débat au centre de l’actualité.

    Transporter ces migrants à Martha’s Vineyard et à Washington « était une nécessité », a commenté Andy Biggs, représentant républicain d’Arizona, État dont le gouverneur envoie également des bus de migrants.

    « Les leaders démocrates doivent descendre de leur tour d’ivoire et affronter la réalité. »

    À l’inverse, le maire démocrate de New York Eric Adams a promis jeudi de se concentrer sur l’accueil et non le rejet des migrants.

    « Exploiter des personnes vulnérables dans le cadre d’un coup politique est révoltant et cruel », s’est de son côté indignée Elizabeth Warren, sénatrice du Massachusetts, où est située l’île de Martha’s Vineyard.

    Charlie Crist, opposant démocrate à Ron DeSantis dans la course pour le siège de gouverneur en Floride, a dénoncé un « calcul politique » visant à « servir de la chair fraîche à sa base électorale ».

    Le candidat a dénoncé le prix de cette opération, affirmant que la Floride dépensait « 12 millions de dollars pour envoyer des enfants immigrés innocents loin de notre État ».

    #USA #migrants #immigration #diversité #partage #politique #démocrates #républicains #Martha’s_Vineyard #élizabeth_warren #Téxas #Arizona #Massachusetts #frontières #beaux_quartiers #NAP (Neuilly Passy Auteuil)

  • Roblox game Adopt Me ends Netherlands service due to loot boxes
    https://www.gamedeveloper.com/pc/-i-roblox-i-game-i-adopt-me-i-ends-netherlands-service-due-to-loot-bo

    Adopt Me, a game made on the platform Roblox, had its service in the Netherlands and Belgium ended earlier in the week. Developer Dreamcraft announced the shut down was part of a wider effort on Roblox Corporation’s end to comply with the country’s efforts to curb loot boxes.

    Adopt Me Restrictions For Players in The Netherlands and Belgium – Adopt Me Support
    https://help.playadopt.me/hc/en-us/articles/8805290891287-Adopt-Me-Restrictions-For-Players-in-The-Netherlands-an

    As part of a Roblox-led program to comply with laws in The Netherlands and Belgium, access to Adopt Me from those countries has been disabled as of September 13th 2022.

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