• Kriegserklärung an arbeitende Klasse
    https://www.unsere-zeit.de/kriegserklaerung-an-arbeitende-klasse-4816323

    C’est fait, le 10 juillet pendant sa dernière séance avant la pause d’été les élus SPD/CDU du Bundestag ont voté les pires mesures antisociales depuis l’agenda 2010 du gouvernement SPD/Verts qui a remplacé l’aide sociale et les allocations chômage par le système Hartz IV.

    Là c’est pire. On ne vous le dit pas dans les médias aux mains de la politique et des riches, mais on vient de sacrifier la garantie pourtant déjà peu fiable d’une survie dans des condition dignes pour les plus pauvres afin de remplir les poches des actionnaires des usines d’armement.

    Pour les employés aussi plusieurs modifications ont été introduites qui vous rendent la vie plus dure, mais le plus grave sont les mesures antisociales qui feront des morts.

    Le changement est tel qu’il faut le qualifier de nouveau paradigme. L’état de providence ou social allemand gravement endommagé par l’agenda 2010 fait désormais partie des configurations historiques de l’Allemagne.

    On découvrira au fur et à mesure la brutalité du nouveau régime berlinois.

    20.7.2026 von Ulf Immelt - Koalition will weitere Belastungen und „Flexibilisierung“ des Arbeitsmarktes. DGB sieht „richtige Signale“

    „Die Koalition hat den Arbeitgebern eine unsoziale Wunschliste erfüllt.“ So kommentierte Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, in einer ersten Stellungnahme ebenso zutreffend wie prägnant das in der vergangenen Woche vom Koalitionsausschuss beschlossene „Reformpaket“. So heißt es etwa in dem Papier mit dem vielsagenden Titel „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ zur Rente: Der Bericht der Alterssicherungskommission sei „wegweisend für unseren Sozialstaat, für den Wirtschaftsstandort Deutschland, aber vor allem für die Gesellschaft insgesamt“. Die Koalition werde „die darin enthaltenen Empfehlungen in einem Gesetzespaket umsetzen. Dieses wird bis Ende 2026 im Deutschen Bundestag verabschiedet.“

    Was nach der Umsetzung des Rentenkürzungsprogramms und den ebenfalls schon angekündigten Einsparungen bei Gesundheit und Pflege unter dem Strich von den von Lars Klingbeil großspurig angekündigten „Entlastungen für Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen“ übrigbleibt, wird wohl das Geheimnis des Finanzministers und Vizekanzlers bleiben. Selbst Friedrich Merz musste bei der Vorstellung des Reformpapiers kleinlaut zugeben: „Wir wissen natürlich, dass die Belastungen an anderer Stelle nach wie vor hoch sind.“

    Geht es nach Union und SPD, soll auch der Arbeitsmarkt nach dem Vorbild der Hartz-Reformen weiter flexibilisiert werden. „Wir beginnen die Fesseln zu lösen, die unser System auch den Unternehmen auflegt“, lautet die frohe Botschaft des Kanzlers an die Entscheider in den Vorstandsetagen. Konkret sollen zukünftig sachgrundlose Befristungen bis zu 48 Monaten möglich werden und bis zu sechs Mal verlängert werden dürfen. Aktuell sieht das Teilzeit- und Befristungsgesetz vor, Arbeitsstellen maximal zwei Jahre lang zu befristen und die Befristung bis zu drei Mal zu verlängern. Besonders für junge und expandierende Unternehmen sei diese Änderung „eine wichtige Möglichkeit“, begründete Merz die Deregulierung. Tatsächlich wird durch die Ausweitung des Zeitraums für sachgrundlose Befristungen das unternehmerische Risiko auf die Beschäftigten verlagert. Ganz nebenbei soll auch der Kündigungsschutz in einem ersten Schritt gelockert werden: Für Abfindungen sollen die Steuern gesenkt werden, wenn zeitnah eine neue Stelle angetreten wird.

    Darüber hinaus sehen die insgesamt 34 Beschlüsse des Koalitionsausschusses vor, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und Strafen für das unrichtige Ausstellen einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhöhen. Außerdem muss eine entsprechende Bescheinigung zukünftig bereits ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden. In der Folge ließ ein gut gelaunter Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), verlauten, mit der geplanten Ausweitung der sachgrundlosen Befristung komme es „erstmals seit Jahrzehnten“ zu einer Flexibilisierung im Arbeitsrecht. Und mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der verpflichtenden Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag reagiere die Koalition „zu Recht auf den im internationalen Vergleich hohen Krankenstand“.

    Auch der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bezeichnete die vorgeschlagenen einschneidenden Veränderungen bei Krankschreibungen und Befristungen für alle Arbeitgeber als ein wichtiges Signal. Deren Präsident Dirk Jandura mahnte mit Blick auf die von Schwarz-„Rot“ angekündigte Abschaffung des Achtstundentages an, nun müsse sich die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Regelungen zur Arbeitszeit „zeitnah anschließen“. Dies soll laut Merz „im Laufe des Sommers“ besprochen werden. Beim Thema Arbeitszeitrecht hätten die Koalitionäre, so der Kanzler jedoch schon jetzt, mit der Ausweitung der Öffnungszeiten für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken an Sonntagen erste Entscheidungen getroffen.

    Tiefes Misstrauen hegt man in Regierungskreisen anscheinend nicht nur gegenüber Beschäftigten und deren Arbeitsmoral, sondern in noch größerem Maße gegenüber Leistungsempfängern. Daher planen das Bundesarbeits- und das Bundesinnenministerium noch im Juli einen „Aktionsplan zur Bekämpfung des Missbrauchs von Sozialleistungen“ vorzulegen. Dazu soll ein möglichst umfassender Datenaustausch zwischen allen zuständigen Behörden gehören.

    Bei Unternehmen setzt man hingegen auf „Entbürokratisierung“. So will die Regierung in der EU darauf hinwirken, dass kleine und mittelständische Unternehmen sowie „risikoarme Bereiche“ von Datenverarbeitung von der Anwendung der Datenschutzgrundverordnung ausgenommen werden. Darüber hinaus ist geplant, gesetzliche Berichtspflichten gegenüber staatlichen Stellen aufzuheben und alle Dokumentationspflichten mit dem Ziel zu überprüften, innerhalb eines Jahres jede vierte abzuschaffen.

    Zusammengefasst: Das sogenannte Reformpaket ist eine offene Kriegserklärung an die arbeitende Klasse. Vom DGB-Bundesvorstand und seiner Vorsitzenden Yasmin Fahimi kommt dagegen nur punktuell Kritik an einzelnen Maßnahmen. Ansonsten sind es bisher vergleichsweise moderate, ja fast versöhnliche Töne, die aus der Spitze des Gewerkschaftsbunds zu vernehmen sind: „Viele der Ergebnisse des gestrigen Koalitionsausschusses sind richtige Signale für Beschäftigung, Wachstum und Entlastung. Ich erkenne darin den ernsthaften Willen der Bundesregierung, die großen Herausforderungen wirklich anzupacken. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich der konstruktive Dialog mit den Sozialpartnern lohnt. Der DGB wird diesen Weg auch weiterhin engagiert und lösungsorientiert begleiten.“

    #Allemagne #bellicisme #austérité #pauvreté

  • Die Grünen wollen Taurus „endlich unverzüglich“ an die Ukraine liefern: Sie sind die deutschen Kriegstreiber Nummer eins
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=153561 _

    L’ancien parti pacifiste „Die Grünen“ confirme sa position de belliciste le plus radical parmi les partis politiques allemands.

    10.7.2026 von: Tobias Riegel - Mit einem aktuellen Antrag im Bundestag, der Ukraine „endlich unverzüglich“ deutsche Taurus-Raketen zu liefern, zementieren die Grünen einmal mehr ihren Status als die skrupellosesten Militaristen im Parlament. Die Forderung der Grünen nach „Zerstörung von Abschussrampen, Munitionsdepots und Produktionsstätten“ auf russischem Gebiet mit deutschen Raketen ist so verantwortungslos, dass einem die Worte fehlen. Ein Kommentar von Tobias Riegel.

    Die Grünen haben am Mittwoch im Bundestag die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern und weitere Maßnahmen für eine noch stärkere Unterstützung der Ukraine beantragt, wie Medien berichten.

    https://dserver.bundestag.de/btd/21/069/2106912.pdf
    Der grüne Antrag findet sich unter diesem Link, darin heißt es etwa:

    „Darüber hinaus ist es notwendig, die Ukraine in die Lage zu versetzen, militärische Ziele hinter der Front präzise anzugreifen, um die Angriffsfähigkeit Russlands nachhaltig zu reduzieren. Die Zerstörung von Abschussrampen, Munitionsdepots und Produktionsstätten kann dazu beitragen, die Intensität der Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu verringern. Solche Maßnahmen stehen im Einklang mit dem Völkerrecht und dienen unmittelbar dem Schutz der Bevölkerung. Die Bundesregierung sollte daher die deutsche Blockadehaltung zur Lieferung von Marschflugkörpern aufgeben und der Ukraine unverzüglich auch den Taurus zur Verfügung stellen.“

    Das Abstimmungsergebnis illustriert die radikale Rolle, die die Grünen selbst unter den zahlreichen anderen im Bundestag vertretenen Kriegstreibern einnehmen: Der Antrag der Grünen wurde laut Abgeordnetenwatch mit 510 Nein-Stimmen zu 79 Ja-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt.

    „Die gefährlichste Partei im Bundestag“

    Diese Ablehnung ist zwar gut, bedeutet aber mitnichten, dass nun im Bundestag jenseits der Grünen der Pazifismus ausgebrochen wäre. Natürlich hat das Abstimmungsverhalten auch mit Fraktionsdisziplin zu tun. Außerdem ist die Ukrainepolitik der Bundesregierung ja ihrerseits bereits als radikal, destruktiv und gefährlich zu bezeichnen. Teile der CDU befürworten schon länger die Lieferung von Taurus.

    Aber es geht eben immer noch destruktiver und die Grünen übernehmen hier – ähnlich wie etwa Roderich Kiesewetter – wohl auch die Funktion, durch ihre besondere Radikalität in der Kriegsfrage den bereits radikalen Charakter der Ukrainepolitik der Bundesregierung im Vergleich etwas zu verniedlichen. Schwarz-Rot kann dann behaupten: Seht her, es gibt Kräfte im Parlament, die sind sogar noch verantwortungsloser als wir.

    Und die Forderung, dass deutsche Raketen 85 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wieder Ziele in Russland zerstören sollen, ist so verantwortungslos, dass einem die Worte fehlen. Der älteren Aussage Sahra Wagenknechts, dass die Grünen die gefährlichste Partei im Bundestag seien, haben die Grünen nun einmal mehr neues Fundament gegeben.

    #Allemagne #politique #bellicisme

  • Der Westen in Afghanistan : Eine Chronik des Scheiterns
    https://krautreporter.de/nachrichten-erklart/4052-der-westen-in-afghanistan-eine-chronik-des-scheiterns

    « Manöverkitik » - on dénonce l’hypocrisie du quartier général, on décrit « le coût humain » des erreurs de dirigeant et on vise à côté de l’essentiel parce que la critique ouverte et précise met en danger ta promotion au rang supérieur. Cet article est un exemple pour une critique de la guerre impérialiste et coloniale à l’opposé de Fanon et Pontecorvo.

    Exercice dans le genre réussi on s’en inspirera pour en démasquer d’autres.

    17.8.2026 von Stephan Anpalagan - Die Nato-Mächte tun so, als hätten sie die Machtergreifung der Taliban und das verheerende Chaos in Afghanistan nicht kommen sehen. Dabei hat sich beides lange angekündigt. In diesem Artikel erkläre ich die Hintergründe, die dir helfen, dieses Scheitern zu verstehen.

    Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Woche, die überflutet wurde mit grauenhaften und schrecklichen Nachrichten. Einer Woche, in der sich die Ereignisse überschlugen und die innen- und außenpolitischen Entwicklungen kaum mehr nachzuvollziehen sind. Inmitten all der Nachrichten und Bilder, der Empörung und Verzweiflung bahnt sich ein verwackeltes Handyvideo seinen Weg in die Social-Media-Timelines. Das Video ist nur wenige Sekunden lang. Man sieht ein Flugzeug aufsteigen. Mehrere Hundert Meter über dem Boden fallen zwei kleine Punkte herab. Abgeworfen wie Ballast. Man braucht einige Augenblicke, um zu realisieren, dass diese Punkte Menschen sind. Menschen, die sich während des Abflugs außen am Flugzeug festgekrallt hatten, hoch oben in der Luft aber ihren Halt verlieren. Und wenige Sekunden später ihr Leben.

    Selbst hartgesottene Kriegsberichterstatter:innen und gestandene Journalist:innen scheinen angesichts der aktuellen Nachrichtenlage mit ihrer Fassung zu ringen. In weiten Teilen dieses Landes herrscht vollkommene Ratlosigkeit, überdeckt von Scham darüber, wie Deutschland, Europa, ja der gesamte Westen derart versagen konnte. Politisch, militärisch, moralisch.

    Es fällt schwer zu begreifen, dass diese Mission gescheitert sein soll. 53 Staaten sollten, ausgerüstet mit einem starken Mandat des UN-Sicherheitsrates, die Taliban bekämpfen, die afghanischen Streitkräfte und Sicherheitsbehörden ausbilden und eine stabile Regierung samt demokratischer Institutionen etablieren. All dies ist gescheitert. Alle Fortschritte der vergangenen 20 Jahre wurden innerhalb weniger Wochen zunichte gemacht. Die Taliban sind zurück, von den afghanischen Streitkräften ist keine Spur zu sehen, die afghanischen Frauen, Männer und Kinder bangen nun um ihr Leben.
    Ein Soldat steht mit Helm auf dem Kopf und Gewehr über der Schulter vor dem Hindukusch.

    Ein sowjetischer Soldat bewacht eine afghanischen Straße, 1988. | © Wikipedia / CC-BY-SA 3.0/ RIA Novosti/A. Solomonov
    Die meiste Zeit seiner Geschichte befindet sich Afghanistan im Krieg⬆ nach oben

    Es scheint unbegreiflich. Wie kann es sein, dass die USA, die mächtigste Militärnation der Erde als Anführerin der mächtigsten Militärallianz in der Geschichte der Menschheit mit einem Einsatz von 2,2 Billionen US-Dollar es nicht schafft, in einem Zeitraum von 20 Jahren Sicherheit, Freiheit und Demokratie zu etablieren? Und wie konnte es zu einem derart unwürdigen und menschenverachtenden Ende kommen?

    Um sich einer Antwort auf diese Frage zu nähern, lohnt sich ein Blick in die wechselhafte Geschichte Afghanistans.

    Afghanistan befand sich die meiste Zeit seiner jüngeren Geschichte im Krieg. Seit der Gründung im Jahr 1747 war das Land Schauplatz weltpolitischer und regionalpolitischer Auseinandersetzungen. Es grenzt direkt an die ehemalige Sowjetunion (heute Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan), das ehemalige Indien (heute Pakistan), an China und Iran. Nach der Besetzung 1839 durch die damalige Kolonialmacht Großbritannien, die ihren Einfluss über Indien hinweg vergrößern wollte, besiegte Afghanistan in einem mehrere Jahrzehnte währenden Konflikt seine Besatzer:innen und wurde 1919 zu einem souveränen und unabhängigen Staat.

    Im Anschluss etablierte sich eine konstitutionelle Monarchie, die Afghanistan in die internationale Staatengemeinschaft einführte und eine Entwicklung nach dem Vorbild westlicher Gesellschaften vorantrieb. Durch die Einflussnahme der Sowjetunion wurde erst der König gestürzt und dann durch den Einmarsch sowjetischer Truppen 1979 das gesamte Land in einen blutigen Bürgerkrieg gestürzt, in dessen Verlauf acht Millionen Afghan:innen nach Pakistan und Iran vertrieben wurden.
    Ehemalige Freiheitskämpfer wurden zu Fundamentalisten⬆ nach oben

    Die USA, die all dies mit großer Sorge betrachteten und ein Ausbreiten des Kommunismus mit allen Mitteln verhindern wollten, griffen noch im selben Jahr direkt und indirekt in den Konflikt ein: Gemeinsam mit Saudi-Arabien und Pakistan statteten sie die afghanische Widerstandsbewegung der Mudschahedin mit Geld und modernsten Waffen aus. Als öffentliches Zeichen für die Dringlichkeit der Mission lud der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan die Mudschahedin gar ins Weiße Haus ein und lobte sie dort als Freiheitskämpfer.

    Währenddessen etablierte sich in Afghanistan ein junger Mann aus Saudi-Arabien als Ankerpunkt dieser Freiheitskämpfer, der Jahrzehnte später weltweite Berühmtheit erlangen sollte. Sein Name: Osama bin Laden.

    Mithilfe der CIA, die Kriegsgerät und Flugabwehrraketen nach Afghanistan schmuggelte, gelang den Mudschahedin schlussendlich der Sieg über die Sowjetunion – und Afghanistan wurde 1989 wieder frei von jeglicher Besatzung. Als die Mudschahedin sich über die anschließende Teilung der Macht jedoch uneins wurden, geriet Afghanistan erneut in einen vierjährigen blutigen Konflikt, an dessen Ende ein Großteil der Hauptstadt Kabul zerstört und 50.000 Menschen getötet wurden.
    Ein Vorbetter steht vor einer Reihe Männer, alle unterschiedlichen Alters, die Köpfe zum und im Gebet geneigt.

    Taliban beim Nachmittagsgebet in der Nähe von Chokar Karez, Afghanistan, etwa 80 km nördlich von Kandahar, am 1. November 2001. | © Getty Images / Robert Nickelsberg

    In den zahlreichen Koranschulen an der Grenze zu Pakistan gründeten sich in dieser Zeit die Taliban, die anfangs ohne politische Absichten ihre eigene fundamentalistische Lehre des Islam verbreiteten. Sie rekrutierten sich nicht nur, aber auch, aus ehemaligen Kämpfern der Mudschahedin. Auch sie griffen zu Waffen, eroberten zuerst Kandahar, dann den gesamten südlichen Teil Afghanistans und schlussendlich alle Provinzen inklusive Kabul. Die Menschen, die in ihrem Wunsch nach Ruhe und Frieden die Taliban zuerst begrüßten und unterstützten, sahen sich plötzlich Fundamentalisten ausgesetzt, die einen islamischen Gottesstaat errichteten und jede Form von Freiheit niederschlugen.
    Der Einmarsch der USA ist der Startpunkt der jetzigen Krise⬆ nach oben

    Parallel dazu ließ sich Osama bin Laden ab 1996 dauerhaft in Afghanistan nieder und baute sein eigenes islamistisches Netzwerk Al-Kaida weiter aus. Er arbeitete fortan mit den Taliban und seinen ehemaligen Mitstreitern bei den Mudschahedin zusammen. Seine Vorstellungen zur Unterwerfung der Welt und sein Hass auf die USA gingen aber bedeutend weiter als die Ambitionen der Taliban: Während die Taliban die vollständige soziale und religiöse Kontrolle in Afghanistan anstrebten, sah sich Bin Laden als Zerstörer der westlichen Welt. Er gilt als verantwortlich für mehrere Terroranschläge – unter anderem auf das World Trade Center 1993, die US-Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania) sowie auf das World Trade Center und das Pentagon 2001. Spätestens seit der Jahrtausendwende ist Osama bin Laden der meistgesuchte Terrorist der Welt.

    US-Präsident Bill Clinton versuchte bereits auf diplomatischem Weg im Jahr 1999, die Auslieferung Bin Ladens zu erreichen, worauf die Taliban nicht eingingen. Als nach den Anschlägen am 11. September 2001 eine weitere Auslieferung scheiterte, stellten die USA ein Ultimatum an die Taliban und marschierten nach dessen Ablauf in Afghanistan ein. Damit begann der bis heute andauernde Afghanistan-Krieg.

    Nach den Anschlägen vom 11. September wurde aus innen-, aber auch aus sicherheitspolitischer Perspektive eine militärische Reaktion unumgänglich. Zu groß war die Sorge davor, dass der islamistische Terror weitere Ziele in den USA und in Europa ins Visier nehmen könnte. Das Ziel ist daher eindeutig: die vollständige Zerstörung der Terrororganisation Al Kaida, die Vertreibung der Taliban und die Befreiung der afghanischen Bevölkerung.
    Ein erschöpfter Mann sitzt beinhae herabfallend auf einem Pferd in einer Gebirgslandschaft, im Hintergrund is eine Festung zusehen.

    William Brydon, einer der einzigen Überlebenden der die Evakuierung aus Kabul und der britisch-indischen “Army of the Indus”, kommt im Januar 1842 vor den Toren von Jalalabad an. | © Wikipedia / Public Domain/ Elizabeth Butler
    Alle Militärmissionen sind gescheitert⬆ nach oben

    Im Rahmen einer Resolution des UN-Sicherheitsrates hat sich eine Allianz unter Leitung der USA mit der Mission „Operation Enduring Freedom“ in den „Kampf gegen den Terrorismus“ begeben. Später stattete der UN-Sicherheitsrat die „International Security Assistance Force“ unter Leitung der NATO mit einem Mandat zur „Erzwingung des Friedens“ aus. Dieses Mandat erstreckte sich von 2001 bis zum Jahr 2014. Im Jahr 2015 ist es von der NATO-Mission „Resolute Support Mission“ abgelöst worden.

    Die Ziele der jeweiligen Missionen sind immer gleich, nur die Schwerpunkte verändern sich. Der Terrorismus soll zerschlagen, die Taliban vertrieben und die afghanischen Sicherheitskräfte ausgebildet werden, um perspektivisch die Freiheit der Bevölkerung zu sichern. Zudem sollen demokratische Institutionen etabliert und regelmäßige Wahlen gesichert werden.

    Nichts von alledem ist gelungen. Alle Missionen sind gescheitert.

    Die US-Regierung hat früh damit begonnen, die Fehler in diesem Einsatz zu analysieren und Lehren aus ihnen zu ziehen. Die Washington Post hat über mehrere Jahre hinweg diese Informationen gesammelt und konsolidiert. Das Buch „The Afghanistan Papers: A Secret History of the War“ ist erschreckend in seiner Schonungslosigkeit.

    Bereits im Jahr 2003 stellte der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld fest, dass er „keine Ahnung hat, wer eigentlich die Bösewichte in Afghanistan und Irak“ sind. Er lese zwar regelmäßig die Geheimdienst-Briefings, aber bei genauerem Hinsehen fiele auf, dass niemand wirklich Ahnung von dem Konflikt habe. An anderer Stelle müssen Diplomaten eingestehen, dass sie selbst nach Jahren des Konflikts noch immer nicht wissen, wer der Feind ist, wer innerhalb Afghanistans zu den Alliierten zählt und woran man eigentlich bemessen soll, dass man diesen Krieg gewonnen habe.

    Während die US-Präsidenten George Bush und Barack Obama die substanzielle Schwächung Al Kaidas herbeiführen konnten, ist es den Taliban ab 2003 gelungen, in Pakistan neu zusammenzufinden und durch gezielte Attentate und Terroranschläge den Frieden und die Stabilität in Afghanistan fundamental zu erschüttern.
    Schuld an dem Desaster haben nicht nur die USA – sondern auch Deutschland⬆ nach oben

    An anderer Stelle offenbaren sich Abgründe über die afghanischen Polizeieinheiten. Sie gehörten zu den „meistgehassten Institutionen in Afghanistan“, heißt es von Thomas Johnson, einem Angehörigen der US-Navy. Ein norwegischer NATO-Angehöriger erzählt, dass davon auszugehen sei, dass jede:r dritte afghanische Polizist:in nach seiner Ausbildung mitsamt seinen Waffen verschwinden würde, um auf eigene Rechnung Checkpoints zu eröffnen und Schutzgeld zu erpressen.

    Doch nicht nur die afghanische Polizei, auch das afghanische Militär sei vollkommen unnütz, da es weder willens noch in der Lage sei, seinen Bereich zu verteidigen. Vielmehr sei das Verschwinden von Militär-Equipment, das vom Pentagon zur Verfügung gestellt werde, an der Tagesordnung. In einem Bericht heißt es, dass man selbst über die Anzahl der Soldaten nicht genau Bescheid wisse. Von den gemeldeten 352.000 Soldaten seien nur 254.000 real nachvollziehbar. Der Sold für die fiktiven 100.000 Militärangehörigen würde in die Taschen der Kommandeure wandern. Mittlerweile muss jeder afghanische Soldat über Fingerabdruck oder einen Gesichtsscan validiert werden.

    Schuld an dem Desaster haben viele, nicht nur die USA allein. Sondern zum Beispiel auch Deutschland. Denn die Ausbildung der afghanischen Polizei lag schwerpunktmäßig in der Verantwortung der Deutschen. Über die schrieb Donald Rumsfeld im Jahr 2003, sie müssten einen besseren, schnelleren Job machen. Man sei erheblich unzufrieden mit ihrem Ergebnis.

    Im Jahr 2006, fünf Jahre nach dem Beginn der Militärintervention, fand ein US-Diplomat nach eigenen Aussagen, „so gut wie keinen einzigen ausgebildeten afghanischen Polizisten vor.“ Die deutschen Bemühungen seien „krass unterdimensioniert“, „sieben von zehn afghanischen Polizisten waren Analphabeten“, der Bedarf sei „nahezu unbegrenzt“. Überhaupt seien von den benötigten 10.000 Personen nur einige Hundert überhaupt ausgebildet worden.

    Nicht nur die fehlende Strategie und die unzuverlässigen Sicherheitskräfte gefährdeten den Erfolg der Afghanistan-Mission. Ein wesentliches Problem ist laut den Unterlagen der USA auch der Opium-Handel, mit dem die Taliban einen Teil ihrer Einnahmen generieren. Im Laufe ihrer Mission haben die USA mehr als neun Milliarden US-Dollar allein im Kampf gegen die Heroin-Produktion investiert. In aller Offenheit geben die Verantwortlichen zu, dass keine einzige Maßnahme gefruchtet habe. Dass sie mit ihrem Handeln Einiges sogar verschlimmert hätten. Im Jahr 2018 – 17 Jahre nach dem Einmarsch der westlichen Staatengemeinschaft in Afghanistan – produzierten afghanische Drogenhändler:innen 82 Prozent des Opiums im weltweiten Opiummarkt.
    Ein blauer Teppich mit unterschiedlichen unbemannten Drohnen, eine Zentral in rot

    Afghanischer Kriegsteppich, der amerikanische Reapar Drohnen darstellt. Teppiche dieser Arten werden seit dem Einmarsch der UdSSR geknüpft. | © Warrug.com
    Auch 20 Jahre später fehlt es an Wissen, Strategie, Verständnis⬆ nach oben

    Überhaupt scheinen die westlichen Militärs nicht nur ihre eigene Militärstrategie nicht verstanden zu haben, auch ein grundlegendes Verständnis des Landes, in dem sie sich aufhielten, scheint flächendeckend zu fehlen, bis heute. Schon 2015 sagte ein hochrangiger US-Militär, dass ihnen ein „fundamentales Wissen des Landes“ fehle und „dass sie auch nicht so genau wüssten, was sie da tun.“ (Ja, das sagt er wirklich. Im englischen Original steht dort: „We were devoid of a fundamental understanding of Afghanistan – we didn’t know what we were doing.“)

    Dieses fehlende Wissen, das fehlende Verständnis, die fehlende Strategie, all das hat sich auch 20 Jahre nach dem ursprünglichen Beginn der Mission nicht verändert. Noch immer fehlen grundlegende Erkenntnisse über die Verhältnisse in Afghanistan und den angrenzenden Regionen, noch immer finden vorhandene Informationen ihren Weg nicht zu den Entscheidungsträger:innen.

    Das alles blieb der Öffentlichkeit lange verborgen. Die Lage in Afghanistan blieb unklar. Unter anderem, weil die Öffentlichkeit getäuscht wurde.

    Im Jahr 2016 berichtete ein US-Militärangehöriger, dass die wesentlichen Erzählungen über Afghanistan aus folgenden Informationen bestünden: „Afghanistan steht über Nacht bereit für demokratische Prozesse“, „die Bevölkerung wird die Regierung in kürzester Zeit unterstützen“ und „mehr von allem ist besser.“ Um diese Erzählungen zu stützen, wurde jeder vorhandene Datenpunkt verändert, um das bestmögliche Bild vom Einsatz zu zeichnen.

    Die NATO hatte auch jenseits ihrer Überforderung und Unwissenheit gute Gründe dafür, Teile des Afghanistan-Einsatzes geheim zu halten. Die Errichtung des Foltergefängnisses Guantanamo, in dem selbst Kinder und Jugendliche über Jahre und Jahrzehnte unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne ein rechtsstaatliches Verfahren festgehalten wurden, ist auch ein Produkt dieser Afghanistan-Mission. Zudem waren die USA bis zuletzt sehr restriktiv mit ihren Informationen über die zahlreichen Zivilist:innen, die durch unbemannte Drohneneinsätze getötet wurden. Unter US-Präsident Donald Trump wurden die ohnehin wenig aussagekräftigen Zahlen weiter eingeschränkt und fortan vollständig geheim gehalten.

    Ein weiteres wenig beachtetes Thema sind die offenen Kriegsverbrechen, die durch NATO-Partner verübt wurden. Mindestens 39 Zivilist:innen wurden von 13 australischen Soldaten „unrechtmäßig getötet“. Experten gehen davon aus, dass dies nur die Spitze eines Eisberges ist, den internationale Streitkräfte geschaffen haben. Zeitweise wurden Mitglieder des Internationalen Strafgerichtshofes, die zu den Kriegsverbrechen der USA in Afghanistan ermittelten, mit persönlichen Sanktionen und Einreiseverboten belegt.
    Warum wurden die Warnungen ignoriert?⬆ nach oben

    Vor all diesen Hintergründen lässt sich kaum erahnen, welche Informationen über Afghanistan – auch von Seiten der Bundesregierung – nun glaubhaft sind und welche nicht.

    Eine der zynischsten Vermutungen ist die, dass es der deutschen Bundesregierung kurz vor der Bundestagswahl nicht recht gewesen wäre, wenn die Situation in Afghanistan eskaliert und sie eine neue Debatte über die Kosten des Militäreinsatzes und afghanische Kriegsflüchtlinge hätte führen müssen. So warnt das Personal in der Deutschen Botschaft in Kabul das Auswärtige Amt seit Wochen vor einer Gefährdung durch die Taliban, ein Diplomat sagte gar: „Wenn das an irgendeiner Stelle diesmal schiefgehen sollte, so wäre dies vermeidbar gewesen.“ Die Frage, warum diese Warnungen ungehört verhallten, bleibt.

    Nun ist der Einsatz vorbei. Die USA, das Vereinigte Königreich, Deutschland, überhaupt alle ziehen sich nun aus Afghanistan zurück. Bei den vielen gebrochenen Versprechen ist das vielleicht bitterste jenes, dass alle Menschen, die für die NATO, die Bundeswehr oder für deutsche Institutionen tätig waren, und die nun den Tod durch die Taliban befürchten müssen, gerettet werden würden.

    Das stimmt nicht. Es stimmt einfach nicht.

    Noch im Juni dieses Jahres stimmte die Bundesregierung geschlossen gegen einen Antrag der Grünen zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte. Stattdessen heißt es von CDU- und CSU-Politiker:innen ernsthaft, dass die Aufnahme dieser besonders Schutzbedürftigen noch mehr Menschen zu einer Flucht motivieren würde. Wie in einer besonders schrägen Choreografie wiederholen zudem Armin Laschet, Paul Ziemiak und Julia Klöckner mantraartig, dass sich „2015 nicht wiederholen“ dürfe. Das Verteidigungsministerium versteigt sich gar zu dem Satz: „Ist ja nicht so, dass wir sie gezwungen haben, mit uns zusammenzuarbeiten“ – und lässt die Bundeswehr allen Ernstes lieber das restliche Bier aus Afghanistan ausfliegen, als ihre gefährdeten Ortskräfte in den Flieger zu setzen. Selten hat das Wort Menschenverachtung besser in eine politische Position gepasst als in diese.
    Ein Taliban steht auf der Motorhaube eines Humvees

    Die Taliban haben während ihres Sturms auf Kabul modernes, westliches Kriegsgerät erbeutet: Minen-geschütze Fahrzeuge wie in diesem Foto, aber etwa auch biometrische Scanner. | © Getty Images / NurPhoto/Stringer
    Die Taliban gehören nun zu den bestausgerüsteten Terrororganisation der Welt⬆ nach oben

    In einem sehenswerten Interview berichtet Marcus Grotian, ehemaliger Bundeswehrsoldat und Sprecher des „Patenschaftsnetzwerks Afghanische Ortskräfte“ von seinen Bekannten in Afghanistan, die nun in Kabul festsitzen. Der deutsche Staat hat ihnen zwar versprochen, dass ihre Visaanträge bearbeitet werden würden und sie anschließend nach Deutschland kommen könnten, aber nach seinen Kenntnissen wurde noch kein einziger Antrag bearbeitet. Durch die Aussage, der Antrag könne nur in Kabul und nicht im sicheren Ausland gestellt werden, sitzen die Menschen nun in einer Falle. Die Safehouses, in denen sie sich versteckt haben, sind, nachdem sie sie aus Sicherheitsgründen verlassen haben, direkt anschließend von den Taliban aufgesucht worden. Laut Augenzeugenberichten bewahrheitet sich die Befürchtung, dass die Taliban nun von Tür zu Tür gehen, um die „Verräter“ zu exekutieren.

    Diese Menschen in Afghanistan schweben in Lebensgefahr. Ihre Situation hat sich, das muss man leider in dieser Form feststellen, nach 20 Jahren deutlich verschlechtert. Die Taliban gehören nun, wo ihnen das Militär-Equipment der NATO in die Hände gefallen ist, zu den bestausgerüsteten Terrororganisationen der Welt. Mit ihrem Geld, den Bodenschätzen und dem Drogenhandel haben sie genügend Druckmittel, um auf militärischem und diplomatischem Weg ihre Interessen auszuspielen.

    Der Einsatz der gesamten westlichen Welt in Afghanistan ist gescheitert.

    Die Ratlosigkeit, die Fassungslosigkeit und die Scham in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung sind berechtigt. Deutschland, Europa und der gesamte Westen haben versagt.

    Politisch, militärisch, moralisch.

    Redaktion: Esther Göbel; Schlussredaktion: Tarek Barkouni, Susan Mücke; Bildredaktion: Till Rimmele, Audioversion: Christian Melchert

    #guerre #propagande #Afghanistan #Allemagne #bellicisme #impérialisme #occupation_militaire #résistamce

  • Die Bundeswehr wird zur Massenarmee – mit allen Konsequenzen
    https://www.telepolis.de/article/Die-Bundeswehr-wird-zur-Massenarmee-mit-allen-Konsequenzen-11271196.html

    Le gouvernement allemand vient révéler une partie supplémentaire de ses projets militaires. L’information confirme les intentions du pouvoir : ils veulent la guerre.

    24.4.2026 von Luca Schäfer - Pistorius macht Ernst: Deutschland soll das stärkste Militär Europas bekommen. Die Bundeswehr wird zur Massenarmee. Was das für die Zivilgesellschaft bedeutet.

    Paukenschlag in Berlin: Als Verteidigungsminister Boris Pistorius am Dienstag gemeinsam mit Generalinspekteur Carsten Breuer vor die Presse trat, verkündete er die erste Militärstrategie der Bundeswehr überhaupt – und ließ die bisher groben Skizzen der Zeitenwende konkret werden.

    Seine Kernaussage ist eine Kampfansage: Die Bundeswehr soll zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ ausgebaut werden. Neben einem Grundsatzdokument wurde auch ein Fähigkeitsprofil vorgestellt, das erstmalig militärische Ziele bis ins Jahr 2039 definiert.

    Pistorius, laut Umfragen seit Monaten beliebtester Politiker Deutschlands, genießt auch international hohes Ansehen: Die französische Le Monde porträtiert den Niedersachsen als den Mann, der „Deutschland für den Krieg bereit macht“ und als Freund der Rüstungskonzerne. Doch sind seine Pläne wirklich neu, innovativ und rein defensiv?
    Alt-bekannt Unbekannt

    Pistorius’ zentrale Parole ist tradiert: Bereits im Mai 2025 gab Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner allerersten Regierungserklärung den Ton vor – die Bundeswehr solle zur „konventionell stärksten Armee Europas“ ausgebaut werden.

    Die politische Debatte stand zu diesem Zeitpunkt bereits drei Jahre unter der Knute der Zeitenwende-Rhetorik, Multi-Milliarden-Militärkredite waren noch von der Ampel-Koalition durch den Bundestag gestimmt und militärische Belange später von der Schuldenbremse ausgenommen worden. Insofern konkretisiert Pistorius lediglich einen bekannten Pfad.

    Weite Teile bleiben zwar gesperrt, denn „potenzielle Gegner sollen natürlich nicht vorher wissen, wie die Bundeswehr auf konkrete Bedrohungssituationen reagiert“, so das Verteidigungsministerium. Pistorius selbst nannte süffisant einen weiteren Grund: Würde man die Dokumente vollständig veröffentlichen, könne man „Wladimir Putin auch in unseren E-Mail-Verteiler aufnehmen“.

    Die auf der Seite des Bundesministeriums der Verteidigung einsehbaren Grundsatzdokumente umfassen daher primär Auszüge der Militärstrategie, das Fähigkeitsprofil, die Reservestrategie sowie den Personalaufwuchsplan.
    Russland im Visier

    Ausgehend vom Ziel der stärksten konventionellen Armee Europas wird Russland klar als Hauptbedrohung definiert. Den Dokumenten liegt die Annahme zugrunde, dass Moskau einen großangelegten Offensivstoß Richtung EU-Europa vorsehe.

    Russland, so die zentrale Hypothese, bereite sich – vermittelt durch den Ukraine-Krieg – auf eine militärische Konfrontation mit den Nato-Staaten vor. Vorerst läge der russische Fokus noch auf gezielter Sabotage, Desinformationskampagnen und Cyberkrieg.

    Die deutsche Gegenmacht soll in einem Drei-Phasen-Modell erreicht werden: bis 2029 schnelle Einsatzfähigkeit, bis 2035 strukturierter Personalaufwuchs, bis 2039 technologische Dominanz.

    Der Übergang von einer auf Friedensmissionen und Krisenmanagement ausgerichteten Doktrin hin zu einer Strategie, die Krieg als realistische Option darstellt, ist damit vollzogen. Die Ziele lassen nur einen Schluss zu: Die deutsche Armee soll in großen Gefechten langfristig bestehen können, sie wird eine konventionelle Massenarmee.
    Kriegsvorbereitungen

    Die Dokumente belegen, wovor Friedenskräfte seit Jahren warnen: Deutschland geht von einer vermeintlichen Spezialarmee auf eine kriegsfähige Großmachtarmee über. Unter dem Paradigma einer angeblichen „Gesamtverteidigung“ verschwimmen die Grenzen zwischen Zivilem und Militärischem zusehends.

    Was aus dem Grünbuch ZMZ 4.0 zur zivil-militärischen Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheit exemplarisch bekannt ist, wird nun auf alle gesellschaftlichen Bereiche übertragen: Resilienz, Industrieumbau, Infrastruktursicherheit und gesellschaftliche Einschränkungen als logische Konsequenz eines Staates im Kriegsmodus. Die Wirtschaft wie das Zivile werden Teil eines überdehnten Sicherheitsbegriffs.

    Unter der Annahme eines zunehmend „entgrenzten Krieges“ sollen Automatisierung, KI und Bürokratieabbau für den notwendigen technologischen Fortschrittsschub sorgen – dies sei eine zentrale Lehre aus dem Ukraine-Krieg. Im finanziellen Gießenkann-Prinzip und dem grassierenden Nepotismus bleibt der Erfolg fraglich.

    Ansprüche und Widersprüche

    Denn auch eine übergroße Mehrheit der Jugend sieht ihre Zukunft in keiner Kaserne – sie lehnt die Wehrpflicht ab. Ein kleinerer Teil organisiert sich bereits gegen die Wehrpflicht-Pläne.

    Auf Basis der aktuellen Aufwuchszahlen kann das freiwillige Modell kaum die Größenordnungen erbringen – Zwangsdienste drohen. Auch in der breiten Bevölkerung lehnen die Deutschen eine militärische Führungsrolle in Europa ab – mit großen geografischen Unterschieden: 75 Prozent der Ostdeutschen, jedoch nur 58 Prozent im Westen sagen Nein.

    Im Parlament zeigen sich die Linke sowie Teile einer wiedererwachten sozialdemokratischen Tendenz innerhalb der SPD mit ernsten Gewissensbissen. Die CDU kritisiert Pistorius als „Minister der Ankündigungen“, dem messbare Ziele fehlen. Die AfD, mit überproportionalem Soldatenanteil und tief verwurzeltem Militarismus, dürfte hingegen umschwenken. Das BSW könnte lokal-föderal Widerstand organisieren.
    Außenpolitische Sprengkraft

    Besorgniserregender noch als der Binnenwiderstand könnte die außenpolitische Sogwirkung sein: Das Sicherheitsdilemma einer allseitigen Aufrüstung – Moskau wird auf die Pläne reagieren – könnte einem Himmelfahrtskommando gleichen.

    Abschreckung als Lösung global-ordnungspolitischer Probleme ist eine gefährliche Chimäre. Streitbar ist, ob das vom Bmvg gezeichnete Bild einer Nato- oder EU-Einheit haltbar ist: Polen, das seinerseits bemüht ist, Berlin militärstrategisch den Rang abzulaufen, verspürt zwar Angst vor Russland, dürfte aber wenig Interesse an einer Unterordnung unter Berlin haben. Hier könnte Konflikt statt Kooperation – insbesondere durch die engen polnischen Beziehungen gen Washington im Vordergrund stehen.

    Im Élysée-Palast läuten Daueralarme: Die Force de frappe gilt als letztes Unterpfand gegenüber einem ökonomisch übermächtigen Berlin. Einzig die Selenskyj-Administration jubelt. Zünglein an der Waage könnte Washington sein: bislang bestand die Trump-Administration zwar auf Eigen-Verantwortungsübernahme, schob jedoch einem eskalativen Krieg mit Moskau einen Riegel vor.

    Das US-Kalkül ist simpel: Kosten nein, freie Bahn gen Peking ja – doch dazu braucht es im besten Falle ein Auskommen mit Moskau und eine Lockerung des sino-russischen Bündnisses.

    Ostland-Ritt 3.0?

    Die Militärstrategie fußt – indirekt – auf einer langen Liste deutsch-militaristischer Planungen: ob Schlieffen-Plan oder Unternehmen Barbarossa, auch im Kalten Krieg stand der Feind östlich. Heute wird Russland erneut als Hauptgegner adressiert. Die Strategie-Struktur lässt nur einen Schluss zu: Vorbereitung auf einen großen konventionellen Massenkrieg gen Osten.

    Die Dringlichkeit der Warnungen vor einem schon 2029 bevorstehenden russischen Angriff auf Europa erscheint begrenzt faktenbasiert. Pistorius und Breuer legten keinerlei Belege vor, verschwiegen bewusst, dass Russland den Nato-Staaten militärisch um ein Vielfaches unterlegen ist und sich seit Jahren im Stellungskrieg um die Ukraine festbeißt.

    Selbst innerrussische Stimmen warnen vor einem suizidalen Krieg mit Kern-Europa, auch ohne die USA wäre der EU-Nato-Rumpf-Staatenblock Moskau um ein Vielfaches überlegen – eine Ausdehnung des Krieges würde Putin politisch schwerlich überstehen können.

    Was, wenn wir gerade deutschen Angriffsplanungen gehüllt ins defensive Gewand beiwohnen? Aus Prävention kann in geopolitisch aufgeladenen Zeiten schnell Aggression werden, sobald die operativen Möglichkeiten dafür vorhanden sind.

    #Allemagne #bellicisme

  • Warum denken Sie das ? : « Ich glaube nicht, dass mehr Waffen Frieden schaffen »
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-04/aufruestung-militaer-debatte-warum-denken-sie-das-podcast


    Lors ce qu’on parle de la guerre et de la paix en Allemagne on oublie souvent qu’avant la catastrophe de la deuxième guerre mondiale et la shoa le pays a été construit autour de son armée qui a mené des guerres avec succès depuis la guerre de Succession d’Espagne (1701 - 1714) ce qui a donné la fondation de l’état allemand en 1871 à Versailles. La défaite de 1918 et la tentative de redressement par les nazis ne sont plus ressenties comme défaites du militarisme prusse précédent un meilleur avenir. On retourne volontairement « aux sources » et défend l’idéologie réactionnaire prusse qui se réfère au belliqueux empire romain.

    Si vis pacem, para bellum

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Si_vis_pacem,_para_bellum

    Les érudits du dix neuvième siècle nous ont légués de belles idées antiques comme la suivante.

    https://fr.wikipedia.org/wiki/H%C3%A9raclite#Doctrine_g%C3%A9n%C3%A9rale

    « La guerre est le père de toutes choses , de tous les rois ; et les uns, elle les porte à la lumière comme dieux, les autres comme hommes ; les uns, elle les fait esclaves, les autres, libres. »

    -- Fragment 129 traduction Conche (cf. D.K. B53), in Hippolyte de Rome, Réfutation de toutes les hérésies, IX, 9, 4.

    Voilà une discussion allemande à l’aube du quatrième Reich (#ROFL) .

    https://zeitonline.simplecastaudio.com/8ca65ff1-b7fa-41c1-acf3-95bec6f2cfb6/episodes/e8eb7916-29f5-4c47-9ed8-85ba2a5e34d4/audio/128/default.mp3

    28.3.2026 von Jana Simon, Thilo Adam - Patrick Sensburg, Oberst der Reserve, findet Aufrüstung dringend nötig. Die Publizistin Bascha Mika fürchtet die Militarisierung. Können sie einander verstehen?

    Die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben ist ausgesetzt. Union und SPD schließen die Wiedereinführung eines Pflichtwehrdienstes nicht aus. Und führende Militärs diskutieren öffentlich, wann Russland in der Lage sein könnte, Nato-Gebiet anzugreifen.

    In der 21. Folge von Warum denken Sie das? diskutieren die Gäste deshalb über Aufrüstung und die Militarisierung der Gesellschaft: Wie soll sich Europa verteidigen, wenn Donald Trump den Nato-Schutz durch die USA infrage stellt? Können Waffen wirklich Frieden schaffen? Oder vernachlässigt die deutsche Politik gerade diplomatische Wege, um Kriege zu beenden und zu verhindern?

    Im Studio sitzen sich zwei Menschen gegenüber, die in dieser Frage sehr unterschiedlich denken. Patrick Sensburg, 53 Jahre alt, ist Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr. Außerdem saß er für die CDU im Bundestag. Sensburg stimmte schon 2011 als einziger seiner Fraktion gegen die Aussetzung der Wehrpflicht und hält die aktuellen Aufrüstungspläne für richtig.

    Bascha Mika, 71 Jahre alt, war lange Chefredakteurin der Taz und der Frankfurter Rundschau. Sie ist neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Polen geboren und war später, geprägt von den traumatischen Kriegserlebnissen ihres Vaters, in der Friedensbewegung aktiv. Sie beklagt Angstmacherei und dass selbst Friedensforscher heutzutage zu viel über Militärstrategien nachdächten, statt über waffenlose Wege zu einer Welt ohne Krieg.

    #Allemagne #pacifisme #bellicisme #armement

  • Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit – Sonderausgabe zum Jahreswechsel : Der Blockbuster „NATO from Foresight to Warfight“ oder „Tomorrow starts today !“

    Voilà pourquoi je déteste la publicité et la propagande depuis que j’ai appris à lire et à écrire. L’absence totale de réflection humaniste et d’empathie chez les publicitaires et leur cynisme fondamental me les font considérer comme du "low life". Ils font partie de cette partie la plus basse de l’humanité avec les militaires, les médecins maîtres de la sélection à Auschwitz et les industriels profiteurs de la guerre

    10.1.2026 von Leo Ensel
    ...
    … und hier auf Deutsch:

    „Wir haben eine ziemlich gute Vorstellung davon [Blick aus einem fiktiven Raumschiff auf den afrikanischen und europäischen Kontinent], wie die Zukunft des Krieges aussehen wird. Der Klimawandel [wir sehen Hochhäuser in einer Wüste] wird nicht nur Handelswege, Nahrungsmittelversorgung [verdorrte Maisfelder] und Infrastruktur beeinflussen, sondern auch unsere militärische Ausrüstung [ein aus dem Wasser aufgetauchtes U-Boot]. Mehr noch als in der Vergangenheit [gestartete Rakete] wird Technologie entscheidende Vorteile bieten: von KI [endloser Raum mit Superrechnern] bis zu Überwachungssystemen [Kommandozentrale mit zahllosen Bildschirmen], von Drohnen [Drohnen-Heuschreckenschwärme] bis zu Hyperschallraketen [Rakete im Weltraum]. Und doch wird Krieg [gesprochen: „waaar“] im Wesentlichen eine menschliche Angelegenheit [menschliches Auge in Nahaufnahme] bleiben, wobei die Manipulation der Emotionen und des Verständnisses des Gegners genauso wichtig sein wird wie die Verweigerung des Zugangs [blaue, quallenartige Blasen in undefiniertem Raum] zu unseren Räumen. Der menschliche Geist wird selbst zum Schlachtfeld [die Blasen haben sich in ein riesiges durchsichtiges Gehirn irgendwo zwischen Meeresoberfläche und Weltraum verwandelt] werden. Wir müssen bereit sein, in Städten [bis an die Zähne bewaffnete Krieger durchkämmen ein an Paris erinnerndes Stadtviertel], im Weltraum [Raumstationen im All], im Cyberspace [sich überlagernde Blitze], in der Arktis [Militärfahrzeuge im Eis] und auf hoher See [Marineeinheiten unter einem tiefen, hell erleuchteten Wolkenhimmel] zu kämpfen. Wir müssen die Sprache der Abschreckung [ein mächtiger, von einem Wolfsrudel umkreister Bär] neu lernen. Wir gehen davon aus, dass sich die Umrisse dieser Zukunft ab 2030 abzeichnen werden, wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit [Bär und Wölfe umkreisen sich immer noch bedrohlich]. Es gibt nur ein Problem: Die Vorhersage der Zukunft des Krieges [ein mittelalterliches mathematisches Buch, sich in ein Hightech-Experimentallabor verwandelnd] ist per Definition ein fehlerhaftes Unterfangen. Wir neigen dazu, die Technologie zu überschätzen [eine mobile auf einem Militärfahrzeug plazierte Abschussrampe] und die Fähigkeit unseres Gegners, sich daran anzupassen, zu unterschätzen [ein Adler mit weiten Schwingen, hinter ihm eine Drohne]. Wir neigen dazu zu vergessen, dass nicht alles am Krieg neu sein wird [ein mit Gewehr, später mit Panzerfaust bewaffneter Beduine – islamischer Krieger? – auf einem galoppierenden Schimmel]. Vieles wird in Wirklichkeit alt sein [der Beduine auf dem Schimmel hat sich in einen Hightech-Krieger verwandelt, im Hintergrund eine Drohne]. Wir verstehen die Trends [sich überschlagene Meereswogen], aber nicht den Zeitplan. Und auch unsere Gegner haben eine Vision von der Zukunft des Krieges [futuristische Städte-Fata-Morgana], die auf gefährliche Lücken auf unserer Seite hindeutet [artifizielle Puzzlestücke, durch einen undefinierbaren space hindurch wird die sterngekrönte Spitze eines Kremlturms erkennbar]. Für einige sind Kriege in der Anthroposphäre [ein aus Nervenspinnennetzen konstruierter artifizieller Menschenschädel] kein Tabu, einschließlich Psychopharmaka [eine das Nervenuniversum durchkreuzende Medikamenten-Missile], Angriffe auf das Ökosystem und als Waffen eingesetzte Bakterien [undefinierbare riesige Mikroorganismen, einen abgebrannten Wald durchkreuzend]. Für andere Gegner [die blutrote Skyline einer Metropole unter dem Himmel der chinesischen Flagge] müssen Menschen möglicherweise nicht in den Kreislauf tödlicher Entscheidungen durch KI einbezogen werden [riesige, von Monitoren bewohnte Kommandozentrale]. Von Robotermutterschiffen koordinierte Drohnenschwärme [exakt das sehen wir AI-generiert] mögen wie Science-Fiction klingen, aber das tun alle guten technologischen Vorhersagen. Und während alle Beteiligten [menschenleere Kommandozentrale, zahllose Ledersessel um einen exorbitanten runden Tisch] – die NATO und ihre Gegner – kurze Kriege anstreben, hat die Realität oft das letzte Wort [an Raketen erinnernde Kugelschreiber]. Für die NATO bedeutet dies, dass wir keine Zeit zu verlieren haben [riesige, rot erleuchtete digitale Zahlenziffern]. Morgen beginnt heute [schemenhafte Krieger, einen hell erleuchteten Bogen Richtung Licht durchquerend]. Ihre Herausforderung, sollten Sie sie annehmen [ein riesiges Fernglas in aufdringlicher, fast pornohafter Nahaufnahme vor zwei Menschenaugen], besteht darin, diese Weitsicht in den Krieg – ‚foresight to warfight‘ – zu tragen [undefinierbare Linien in einem undefinierbaren Raum].“

    Endlich der klassische Kalauer, auf den fast vier Minuten lang abgezielt wurde!

    https://www.youtube.com/watch?v=gUeOJ5pMHiQ

    PS:
    Script and Creative Oversight stammen übrigens – hoch die Emanzipation! – von einer gewissen Florence („Russen sind keine Europäer“) Gaub. Picture, Motion & Sound von – Veganer bitte in Deckung gehen! – Ponywurst Productions: ponywurst.com. („Mit umfangreicher Beratungserfahrung in deutschen Unternehmen und als Gründer erfolgreicher Firmen bieten wir nicht nur kreative Schönheit, sondern auch einen vernünftigen Ansatz. Seit 2018 als Podcast-Produzent gestartet, stehen wir heute für kreative Konzeption, Produktion und Formatentwicklung, basierend aus der Symbiose aus erstklassigem Storytelling und modernster Technologie auf Basis von KI.“)

    Ponywurst
    https://ponywurst.com

    PONYWURST vereint kreative Köpfe, Storytelling-Experten und innovative Technologie wie generative künstliche Intelligenz und Video-Expertise. Mit umfangreicher Beratungserfahrung in deutschen Unternehmen und als Gründer erfolgreicher Firmen bieten wir nicht nur kreative Schönheit, sondern auch einen vernünftigen Ansatz. Seit 2018 als Podcast-Produzent gestartet, stehen wir heute für kreative Konzeption, Produktion und Formatentwicklung, basierend aus der Symbiose aus erstklassigem Storytelling und modernster Technologie auf Basis von KI.

    Aktuelle Projekte:

    März 2025, Musik-Video MEESE x HELL „Gesamtklärwerk Deutschland“ für DJ Hell & Jonatahn Meese, Regie, Video, Konzept Andreas O. Loff mit der Hilfe verschiedener KI-Tools
    ...

    #publicité #propagande #bellicisme #OTAN #wtf

  • Neben Russland werden auch die USA zum Feindbild : Deutschlands gefährlicher Sonderweg
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/nach-russland-werden-die-usa-zum-feindbild-deutschlands-gefaehrlich

    Depuis quelques années la politique européenne est marquée par des illusions réactionnaires. Les citoyens du Royaume Uni ont voté pour le brexit comme pour rétablir leur place dans l’empire perdu et les politiciens des partis bourgeous allemands agissent comme en 1900 . Face au bouleversement des conditions économiques et politiques mondiales tout le monde se rappelle de ce qu’on a appris au lycée et plus tard dans les seminaires pour les jeunes leaders où les vieux transmettent leurs convictions fondamentales aux générations suivantes.

    Il faudra opposer aux golems du capital l’essence des idées solidaires et humaines qui ont motivé depuis les années 1830 les classes populaires dans leur lutte pour l’émancipation de la domination par les capitalistes belliqueux : l’amitié entre les peuples, la solidarité entre les exploités et le refus de mourir pour les intérêts des puissants nantis.

    Dans un premier temps il faut alors dévoiler la folie meurtrière dans laquelle on voudrait nous embarquer et faire connaître nos idées d’une société libérée des forces déstructives au pouvoir.

    15.12.2025 von Boban Dukic - Bei Caren Miosga wird das Ende der transatlantischen Ära beschworen, getragen von moralischer Überheblichkeit und der fatalen Bereitschaft, sich neben Russland nun auch mit den USA anzulegen. Ein Kommentar.

    Manchmal verdichtet sich ein Paradigmenwechsel in einer einzigen Fernsehstunde. Die Debatte bei Caren Miosga am vergangenen Sonntag war ein solcher Moment. Unter dem Deckmantel einer Diskussion über die neue Sicherheitsstrategie der USA entfaltete sich ein fundamentaler Wandel im deutschen Denken. Mit Gästen wie dem CDU-Politiker Norbert Röttgen, dem Sicherheitsexperten Nico Lange und der Journalistin Anett Meiritz wurde nicht nur über Amerika geredet – es wurde mit Amerika gebrochen.

    Die Sendung lief unter dem Titel „Trumps neue Sicherheitsstrategie – die nächste Zeitenwende für Europa?“, und eigentlich war schon beim Betrachten der Gästeliste klar, wohin die Reise gehen würde. Allerdings konnte es dann doch überraschen, dass sich ein jahrelang treuer Transatlantiker wie Norbert Röttgen zu verbalen Maßregelungen gegenüber den amerikanischen Verbündeten hinreißen ließ.
    Neues Feindbild USA

    Denn zwischen den Zeilen, in den scharfen Tönen und der kaum verhohlenen neuen Verachtung für Washington, offenbarte sich der Kern einer sich abzeichnenden deutschen Doktrin: die Eröffnung eines verbalen Zwei-Fronten-Krieges. Während man nach Osten den militärischen Sieg über Russland herbeiredet, erklärt man nach Westen den langjährigen Bündnispartner USA zum unliebsamen Rivalen, dessen Einmischung man sich verbittet. Es ist eine Rhetorik der Selbstüberschätzung, die Deutschlands Interessen fundamental schadet.

    Bei der Diskussion über die inhaltlichen Punkte des Strategiepapiers hieß es, ein zentrales Interesse der USA sei die Wiederherstellung „strategischer Stabilität mit Russland“. In der Berliner Blase löst eine solche Aussage blankes Entsetzen aus. Dass ein stabiles Verhältnis zwischen den beiden größten Atommächten auch im ureigenen europäischen Interesse liegen könnte, scheint hier niemandem mehr in den Sinn zu kommen. Stattdessen erklärte Röttgen mit Grabesstimme das „Ende einer Ära“. Die 80 Jahre währende Epoche, in der die USA die Sicherheit Europas als eigenes Interesse definierten, sei beendet.

    Diese Feststellung dient jedoch nicht der nüchternen Analyse, sondern als Rechtfertigung für die eigene verbale Eskalation. Wenn Donald Trump als Vermittler im Krieg auftreten will, wird ihm unterstellt, er stünde „auf der Seite Russlands“. Semantische Spitzfindigkeiten, ob es ein Krieg „gegen“ oder „in“ der Ukraine sei, werden zu Beweisen für einen angeblichen Schulterschluss der USA mit Russland hochstilisiert.

    Die Prämisse, dass eine Verhandlungslösung, die eine Belohnung von Krieg vorsieht, nur Putins Appetit anregen würde, bleibt dabei das unhinterfragte Mantra. Es ist eine bekannte Argumentation, die außer der militärischen Unterwerfung Russlands keine Exit-Optionen kennt: ein Wunschtraum, der an der Realität an der Front seit Jahren zerschellt.
    Souveränität als Konfrontationskurs

    Neben der neuen Sicherheitsstrategie stand der Streit um die eingefrorenen russischen Vermögenswerte im Zentrum. Der Vorschlag der USA, diese Gelder in amerikanische Investmentfonds zu überführen und sich dabei eine hohe Rendite zu sichern, wurde von Röttgen als Affront gegen die „europäische Souveränität“ gegeißelt. Die europäische Antwort, die nun auf dem EU-Gipfel am Donnerstag beschlossen werden soll, ist jedoch nicht weniger riskant.

    Die Vermögen sollen als Sicherheit für einen gigantischen Kredit dienen, der die Ukraine über Jahre finanzieren soll. Deutschland allein soll Garantien in Höhe von rund 40 Milliarden Euro bereitstellen. Als Röttgen nach bohrender Nachfrage zugeben musste, dass im schlimmsten Fall der deutsche Steuerzahler für diese Summe haften würde, eilte Nico Lange mit der rhetorischen Allzweckwaffe zu Hilfe: „Was ist die Alternative?“

    Diese Frage dient inzwischen als Totschlagargument für jede Maßnahme, deren Kosten und Konsequenzen nicht mehr rational zu rechtfertigen sind. Es geht hier längst nicht mehr nur um die Ukraine. Die Entscheidung über die russischen Gelder wird zum Machtkampf mit Washington stilisiert, bei dem Europa seine angebliche Stärke demonstrieren will. Dass ausgerechnet der Vizevorsitzende der Atlantik-Brücke, Norbert Röttgen, diesen Konfrontationskurs anführt, ist an Ironie kaum zu überbieten.

    Die Kampfansage aus Berlin

    Die intellektuelle Kriegserklärung an Washington erfolgte, als die Debatte auf die amerikanische Kritik an Europa kam. Den Anfang machte Nico Lange, der sich den „herablassenden Tonfall“ verbittet, mit dem die USA Europa als „arm“ und „technologisch rückständig“ darstellten. Norbert Röttgen legte nach und erklärte die amerikanische Kritik rundweg für „absolut inakzeptabel“. Jede kritische Analyse aus Washington wird hier zur illegitimen „Einmischung“ umgedeutet.

    Zur Meinungsfreiheit erklärte Lange, es habe „schon immer unterschiedliche Auffassungen“ zwischen Europa und Amerika gegeben. In Amerika seien im Internet Dinge möglich, die in Europa nicht gingen. Schließlich operiere man hier im Rahmen der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Die unausgesprochene Unterstellung ist brisant: Der älteste Verbündete wird nicht nur als Rivale, sondern als ein System außerhalb des eigenen Wertekanons dargestellt. Gilt in den USA also keine freiheitlich-demokratische Grundordnung?
    BND soll vor USA warnen

    Der Gipfel der Entfremdung war die Aussage von Anett Meiritz, als sie darauf angesprochen wurde, ob russische Desinformationskampagnen mit amerikanischen vergleichbar seien. Man wundere sich, warum der Bundesnachrichtendienst nicht längst vor amerikanischer Einmischung warne. Diese sei, anders als die russische, keine abstrakte Bot-Aktivität, sondern reale Einmischung, sagte Meiritz in einem fast schon beiläufigen Statement kurz vor Schluss.

    Der einstige Schutzpatron wird zum Saboteur der eigenen Demokratie umgedeutet, und die Botschaft des Abends war unmissverständlich: Die massive Aufrüstung Deutschlands dient nicht nur der Abschreckung Russlands, sondern ist auch das Fundament einer neuen Eigenständigkeit, die sich gegen den Einfluss der USA richtet.

    80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Deutschland durch die USA Befreiung und Demokratie brachte, erklären Teile der politischen Elite in Berlin nun ihre Unabhängigkeit von Ratschlägen aus Washington. Es ist der direkte Weg in die selbst gewählte Isolation. Ein Land, das glaubt, einen Zwei-Fronten-Konflikt mit Russland und den USA bestehen zu können, hat die Lektionen seiner Geschichte nicht gelernt.

    #Allemagne #idéologie #propagande #bellicisme

  • “Man konnte noch weiterleben”
    https://overton-magazin.de/top-story/man-konnte-noch-weiterleben

    _Hitlerjugend bei Altmetallsammlung 1933. BIld : Bundesarchiv, Bild 133-065 / CC-BY-SA 3.0,

    À propos de l’ascension du fascisme et pourquoi la majorité des juifs allemands n’a émigré qu’une fois les chambres à gaz en construction.

    Avec le bellicisme noir/vert/rouge et l’acceptation des revendications de l’extrême droite par les chrétiens-démocrates nous sommes en train de vivre une histoire analogue

    Je pense que le bellicisme actuel portera ses fruits dont la mort sur le front d’une génération de jeunes hommeso. Si on a aujourd’hui entre 18 et 30 ans il est temps de quitter l’Allemagne et de se rendre dans des contrées plus paisibles comme par exemple la Chine.

    29.11.2025 von Moshe Zuckermann - Der Faschismus bildet sich stets nur allmählich heran. Und dann ist er “plötzlich” da.

    Bei Hitlers Machtübernahme am 30. Januar 1933 lebten in Deutschland etwa 522.000 Juden. Wie konnte es passieren, dass rund 160.000 von ihnen bis 1945 von den Nazis ermordet wurden. Zwar emigrierten zwischen 1933-1941 mehr als die Hälfte der Juden aus Deutschland, warum aber emigrierten nicht alle rechtzeitig?

    Im Gegensatz zu den in Osteuropa lebenden Juden, konnte doch den deutschen Juden nicht entgehen, was die Nazis mit ihnen vorhatten. Gewiss, niemand hat im Jahr 1933 wissen können, dass es auf Auschwitz zugeht (auch die Nazis selbst nicht), aber von der Machtübernahme 1933 bis zum “Reichskristallnacht”-Pogrom im November 1938 verschlimmerte sich die Lage der Juden im Nazideutschland in eklatanter Weise. Schon die Nürnberger Gesetze von 1935, die die rassenideologische Legitimationsgrundlage für die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Nazismus bildeten und sich auch bald genug lebensweltlich auswirken sollten, hätten klarmachen können, dass es höchste Zeit wird, Deutschland zu verlassen. Viele verstanden das auch, wie gesagt, aber allzu viele eben auch nicht. Wie konnte das sein?

    Eine in Israel lebende, in Berlin geborene ältere Dame, deren Familie erst 1939 ausgewandert war, fragte ich einmal nach dem Grund für die so späte Entscheidung ihrer Eltern. Sie antwortete mir mit entwaffnender Schlichtheit: “Mit Hitlers Machtergreifung war meine Kindheit beendet, und eine graue Wolke hing über meine gesamte Jugendzeit. Aber man konnte noch weiterleben.” Bekannt sind die historischen Erklärungen, die die Schwierigkeit deutscher Juden, sich von der geliebten Heimat (mithin von der deutschen Kultur) zu lösen, zum Inhalt haben. Auch die Weigerung zu glauben, dass es wirklich zum Schlimmsten kommen könnte, spielte bei vielen eine gewichtige Rolle. Das Entwaffnende an der Antwort der alten Berlinerin lag in der sachlich-lakonischen Feststellung, dass es zwar nicht mehr angenehm war, als Jude in Nazideutschland zu leben, aber ein Weiterleben (bis zum Ausbruch des Kriegs) doch noch möglich war. Und das sei zunächst (über alle romantisch-kulturellen Begründungen hinaus) der Grund für das Bleiben gewesen.

    Man neigt dazu, historische Momente der Gefahr und Bedrohung finalistisch wahrzunehmen, d.h., ex post facto zu beurteilen. Das ist insofern verständlich, als man den Ausgang dessen, was die Bedrohung zeitigte, zu kennen vermeint; man ist gleichsam im Besitz des empirischen Kriteriums für die “volle” Einordnung des historisch Gewesenen. Was dabei jedoch übersehen wird, ist die Wahrnehmung der Realität durch die Menschen in der historischen Jetztzeit – sie können schlechterdings keine Gewissheit über den Ausgang der Dinge haben, aber sie sind es, die die die historische Zeit durchlebt haben, also die eigentlichen Protagonisten der Geschichte ausmachen, mithin als solche verstanden werden müssen. Es liegt im Wesen historischer Kontingenz, dass man sowohl pessimistische als auch optimistische Konsequenzen aus dem noch Unbestimmten, in der Zukunft Liegenden, ziehen kann; “Hellsichtigkeit” ist dabei eine Frage der Einstellung, zuweilen freilich auch der Verblendung. Das berühmte Zeichen an der Wand ist ein solches erst im Nachhinein. Es ist nie ganz evident, wann der richtige Zeitpunkt ist, die praktische Schlussfolgerung aus dem Moment drohender Gefahr zu ziehen.

    Das liegt zum einen daran, dass der Vollzug besagter Schlussfolgerung für gewöhnlich mit Beschwernissen und gewichtigen Umstellungen einhergeht, was sich auch in der Aussage der alten Berlinerin kodiert findet: Man zögerte, sich den Problemen der Auswanderung auszusetzen, solange es sich in den alten Verhältnissen (die freilich keine mehr waren) noch “weiterleben” ließ. Es ist nie leicht zu emigrieren (wenn man dazu nicht ideologisch vorgeprägt ist), und zwar weder psychisch noch materiell. Zum anderen ist aber auch die Verzögerung der sich (in der nachmaligen Perspektive) notwendig aufdrängenden Tathandlung darin begründet, dass die Notwendigkeit auch dann nicht evident ist, wenn die Not sich nach und nach institutionalisiert hat; die alte Berlinerin wusste ja bereits in den 1930er Jahren um die “graue Wolke”, die über ihre Jugendzeit hing.
    Der Faschismus schleicht sich allmählich in die bestehende sozial-politische Ordnung ein

    Das trifft auch auf den Faschismus zu, vor dem es damals zu flüchten galt. Denn der Faschismus erscheint nie auf einen Schlag, von einem Tag auf den anderen, sondern schleicht sich allmählich in die bestehende sozial-politische Ordnung ein. Man merkt zunächst gar nicht, dass er seine Fänge ausstreckt; denn seine Parolen liegen noch nicht im Konsens, werden mithin abgewunken bzw. “nachsichtig” belächelt. Seine Wortführer müssen sich erst profiliert haben, bevor sie in die Ideologie des national Zulässigen Eingang finden. Rassistische Reden und populistische Slogans werden vorerst mit Abscheu registriert, bis man “plötzlich” merkt, dass sie viele, bislang noch nicht wahrgenommene Anhänger in der Bevölkerung haben, die sich nach und nach zur Masse bilden. Es stellt sich dann heraus, dass die in den Anfangsphasen außerparlamentarisch agierende Bewegung sich nicht nur einen merklichen Halt in der Bevölkerung etabliert hat, sondern dass diese Tatsache auch im Parlament registriert wird, was sich für gewisse Herrschaftsparteien durch Koalitionsabkommen und anderen Verbandelungen als willkommener Machzuwachs darstellt.

    Es ist die herrschende politische Klasse, die dann dem Faschismus den offiziellen Eingang ins Parlament verschafft. Man hütet sich davor, das, womit man sich verbrüdert hat, Faschismus zu nennen, übernimmt aber realpolitisch die Ideologeme des Faschismus, ein Umstand, der sich erst allmählich herausstellt und vor allem mit faschistischen Prädispositionen der Regierenden korrespondiert, die ihrerseits bei ihrem Wahlvolk (der base) chauvinistisch genährte faschistische Neigungen längst schon ausgemacht haben.

    Sobald sich der Faschismus im Parlament etabliert hat, setzt er alles daran, sein neues “Zuhause” zu faschisieren, was sich vor allem in der Institutionalisierung der gesetzmäßigen Zerstörung der formalen Demokratie manifestiert, allem voran in der Auflösung der Gewaltenteilung. Der erste dominante Angriff gilt dabei der Judikative und jenen Justizinstanzen des Staates, die dem Ansinnen der Faschisten, jegliche Form der Kritik an der Herrschaft und ihren Führern “legalen” Einhalt gebieten sollen.

    Die machtgefräßige Kolonisierung der parlamentarischen Sphäre bedarf selbstverständlich einer markanten Führungsgestalt, die sich bei der faschistischen Expansion von Anbeginn durch eine diktatorisch-charismatische, ein Machtmonopol beanspruchende Grundeinstellung kennzeichnet. Die Anhängerschaft des Führers erweist ihm eine sich zum autoritären Personenkult steigernde Loyalität, die keine Grenzen kennt und entsprechend jeden Abtrünnigen rabiat niedermacht. So entstehen pauschal konturierte Feindbilder und zugleich eine propagandistische Giftmaschine, die sich in der rabiaten Verfolgung, perfiden Beschmutzung und Neutralisierung bzw. Ausschaltung der Feinde spezialisiert. Feinde sind dabei sowohl ausländische Mächte, die sich dem Faschismus gesinnungsmäßig widersetzen; Feinde sind zudem Gruppen und Kollektive, mit denen man sich offiziell im (kriegerischen) Konflikt befindet; Feinde können aber auch sämtliche oppositionellen Kräfte und Personen in der inneren Gesellschaft und Politik sein. Alles, was die Raison d’être des Faschismus zu unterwandern scheint, an der Autorität des Führers und seinem Machtanspruch rüttelt, die antidemokratischen Ideologeme des Faschismus demokratisch zu delegitimieren trachtet, wird zum Feind erklärt und durch Schikane, Diskriminierung und ständiger Verleumdung bekämpft.

    Ab einem bestimmten Zeitpunkt, an dem sich der Faschismus seiner Macht und Herrschaft gewiss genug ist, setzt auch der Terror ein, mithin die illegale Ausübung der Gewalt durch die “legalen” Apparate, die sich der Faschismus errichtet hat. Begleitet wird dies von einer systematischen Entmachtung der feindlichen Medien, die entweder direkt angegangen oder durch Usurpation auf Linie gebracht werden – Selbstzensur ist an der Tagesordnung, die unübersehbare Vernashornung kritischer Protagonisten verbreitet sich, und zwar in der gesamten Medien- und Kultursphäre.

    Der antifaschistische Bürger stellt mit Bestürzung fest, dass das Unglaubliche passiert ist. Seine Gesinnung hat ihn stets wachsam gehalten, er hat die Entwicklungen verfolgt, sah die Zeichen an der Wand, hat protestiert, demonstriert, weigerte sich aber dennoch, daran zu glauben, dass es zum Schlimmsten kommen könnte, dass der Faschismus sich etablieren, zur normierten Realität seines Daseins gerinnen würde. Das Unfassbare hat sich nun verwirklicht – er lebt schon längst im Faschismus; das kollektive Umfeld ist nunmehr faschistisch durchseucht. Er kann nichts mehr an der ihn einfassenden Realität bewirken, schon gar nicht, sie wesentlich verändern. Emigration stand trotz aller Anzeichen einer herannahenden Finsternis nicht wirklich zur Debatte. Er kann im unfassbar Bestehenden nur “weiterleben”. Die alte Berlinerin ist schon vor vielen Jahren in Israel gestorben. Was würde sie heuten über das Land sagen, in das ihre Familie 1939 emigrierte, um dem nazistischen Deutschland zu entkommen?

    Moshe Zuckermann

    Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.

    #Allemagne #fascisme #holocauste #bellicisme

  • Qu’est-ce qu’ils nous préparemt encore, les compères ?

    Photo : Christian Mang

    Source : Europe’s Leaders Have No Strategy for Peace, by Almut Rochowanski, 27.11.2025
    https://jacobin.com/2025/11/europe-war-ukraine-strategy-peace

    Ils veulent la guerre, c’est sûr.

    The loudening drums of war drown out rational debate. In conditions of pervasive militarism, the natural law of politics is suspended, and whoever points out obvious absurdities gets punished.

    For example, the notion that we can arbitrarily pick a share of GDP — for years it was 2 percent; yesterday it was still 3.5 percent; and now it’s already 5 percent — to spend on vaguely defined defense needs, so that we. . . well, what exactly? So that we will live in peace and security? Or maybe to ram through that new grand strategy of hegemony in Eurasia after all?

    In no other area of democratic governance and politics, in no other department, can a minister pull a number out of thin air and with it decree the beginning and the end of the debate.

    La classe dirigeant l’Europe est dans un délire de persécution. Elle constitue une menace dont les risques dépassent largement l’ampleur du mal.qu’elle cause d’habitude avec ses lois favovrisant l’’exploitation améliorée. Il ont prévu d’attaquer la Russie aussitôt que possible avec les années 2029/2030 comme milestone du projet de déstruction de la Communauté des États indépendants et de l’humiliation militaire et économique de la Russie.

    Jeet Heer @HeerJeet on X
    https://x.com/HeerJeet/status/1977040651650015542

    European elites really have decided to double down and tie their fate to an imploding empire. Very interesting gambit, let’s see how it plays out.
    5:56 PM · Oct 11, 2025

    Nous sommes gouvernés par une bande de cirminels détraqués qui ressemble au couple Seth (George Clooney) et Richard Gecko (Quentin Tarantino), dans From Dusk till Dawn . Nous en connaisson la fin. Pire, leurs projets et fonctionnements sont plus proches de la folie du Docteur Mabuse que de du parfait chaos dans le nouveau monde des frères Gecko .
    Not happy comme dirait l’autre #POTUS deglingué .


    Photo : Dr. Mabuse donne des ordres à ses hommes et femmes de main. Parmi eux les ainées de Kaja et d’Ursula

    Jeffrey Epstein Was a Warlord. We Have to Talk About It.
    https://www.thenation.com/article/society/jeffrey-epstein-israel-foreign-policy-elite/#

    Demonstrators hold protest signs during a march from the Atlanta Civic Center to the Georgia State Capitol on October 18, 2025, in Atlanta, Georgia. (Julia Beverly / Getty Images)

    14.11.2025 by Jeet Heer - Mainstream media is ignoring the fact that the late sex trafficker was a power broker who shaped global policy.

    The prospect of chaos and war excited Jeffrey Epstein. The late New York financier and child abuser kept a keen eye on news about foreign conflicts that could be exploited for commercial gain. On February 21, 2014, Epstein sent an e-mail to Ehud Barak, the former Israeli prime minister, with whom he would partner the following year as investors in a security tech firm Reporty Homeland Security (later renamed Carbyne). Epstein wrote, “with civil unrest exploding in ukraine syria, somolia [sic], libya, and the desperation of those in power, isn’t this perfect for you.” Barak tried to tamp down his friend’s enthusiasm, noting, “You’re right [in] a way. But not simple to transform it into a cash flow.”

    This exchange, which was reported by Drop Site News, gets at the heart of one of the more hidden aspects of the Epstein scandal. Epstein’s name is inextricably linked with sexual predation, as it should be. But it should just as readily be linked to global militarism and authoritarianism. Epstein trafficked not just in the bodies of the children he abused but also in social connections that could bring elites together. He well understood that the “desperation of those in power” could make them eager to buy what he was selling: connections with other powerful figures and security systems to clamp down on dissent.

    The Epstein scandal has once again exploded thanks to the release this week by House Democrats of an immense cache of e-mails between Epstein and many of his famous associates. As my Nation colleagues Chris Lehmann and Joan Walsh have written, these e-mails are politically damaging to Donald Trump, adding yet more evidence that the president was close friends with Epstein for many years, aware of Epstein’s predations, and possibly a participant in some of Epstein’s crimes.

    Trump richly deserves whatever reputational harm and possible legal retribution may come to him as a result of his ties to Epstein. But, at its heart, this has always been a scandal about the ruling class as a whole, not one individual or political party.

    The Epstein e-mails document his ties to a wide swath of the US and global elite in ways that transcend partisan lines. Among those Epstein was on easy terms with were former treasury secretary Larry Summers (who held high office under both Bill Clinton and Barack Obama) as well as Trump adviser Steve Bannon and right-wing billionaire Peter Thiel. Even Noam Chomsky wrote glowingly of his “highly valued friend.”

    The open question about Epstein was why he was allowed to flourish for so long when his crimes were for all intents and purposes an open secret for decades. For instance, why did he receive a sweetheart deal in 2008 that amounted to a slap on the wrist for sex crimes with underage girls? The man who negotiated that deal, former US prosecutor Alex Acosta, had previously been quoted as privately telling Steve Bannon that Epstein “belonged to intelligence.” But in congressional testimony released last month by the House Oversight Committee, Acosta said he had “no knowledge as to whether [Epstein] was or was not a member of the intelligence community.”

    The ambiguity of the reporting around Acosta’s comments, coupled with the many mysteries surrounding Epstein’s wealth and social connections, has long fueled speculation that he had been an asset of the CIA or Mossad.

    Thanks to diligent reporting from two independent outlets, Drop Site and Reason, we now have a much better sense of Epstein’s relationship with the foreign policy elite of the US and Israel. It seems that Epstein was not a CIA or Mossad asset—not because he didn’t have it in him, but because that was too lowly a role. Rather, he was a power broker, an American oligarch, who played a major role in shaping Western policy, which brought him in contact with spy agencies and diplomats.

    Writing in the libertarian magazine Reason in August, Matthew Petti documented the nature of Epstein’s ties with Ehud Barak:

    After his first arrest for sex crimes, Jeffrey Epstein tried to get into a new line of work: surveillance. In 2015, he partnered with former Israeli Prime Minister Ehud Barak to invest in a security tech startup called Reporty Homeland Security, now known as Carbyne. Leaked emails show that Epstein was using Barak to seek out opportunities in the surveillance industry and build connections with powerful figures around the globe, including American businessman Peter Thiel, the former director of Israeli signals intelligence, and two people in Russian President Vladimir Putin’s circle.

    After Epstein was arrested for a second time in 2019, Barak cut ties with his business partner. Speaking to Haaretz, Barak explained that Epstein was “a terrible version of Dr. Jekyll and Mr. Hyde” (strangely implying there is a happy, upbeat version of Robert Louis Stevenson’s horror story). Barak added that Epstein “at the time seemed to be an intelligent person, socially well connected and of wide areas of interest, from science to geopolitics.”

    Petti’s research was based on a source that has largely been neglected by the mainstream media: a cache of hacked Barak e-mails found on the Distributed Denials of Secrets website (which functions as a clearing house for leaks in the manner of Wikileaks).

    Murtaza Hussain and Ryan Grim of Drop Site have recently used the same site for a series of blockbuster reports that deepened the story of Epstein’s ties to Barak, and the foreign policy elite of the USA and Israel. One story reported that

    Jeffrey Epstein facilitated efforts to open a backchannel between Israel and the Kremlin during the Syrian civil war.… The trove of emails, exchanged at the height of the Syrian civil war between 2013 and 2016, reveal Epstein’s successful efforts to secure a private meeting between Barak and Russian President Vladimir Putin to discuss a Russian-brokered end to the conflict, including winning Russian support for a negotiated removal of Syrian President Bashar al-Assad.

    Other stories documented Epstein’s role in deepening ties between Israel and Mongolia and Cote d’Ivoire (in both cases, facilitating the sale of Israeli surveillance technology). The Drop Site team has also reported that an Israeli intelligence officer (the late Yoni Koren, a long-time associate of Barak) was a frequent guest at Epstein’s Manhattan residence.

    Epstein’s ties to American intelligence remain murky, but it strains credulity that an American citizen could be engaged in such high-level diplomatic work (involving contact with foreign powers) without the awareness and tacit support of the US national security state.

    Epstein’s outsize role in foreign policy makes clear he wasn’t a servant of empire but one of those who shape it. An astute analysis of Epstein’s unique position was provided by international relations scholar Van Jackson, who teaches at Victoria University of Wellington. Writing on his Un-Diplomatic Substack, Jackson noted that Epstein was

    one of the world’s preeminent geopoliticians, which is why he entangled so many powerful people in his misdeeds. The human-trafficking sexcapades were not the main thing bringing him together with his pedo friends. It was money and power politics, forming a vital artery of US global hegemony.

    Epstein—as a broker between Israeli intelligence and foreign oligarchs and kleptocrats—was also a creature whose existence owed to the structure of American hegemony, aka the neoliberal economic order, aka the era of neoliberal globalization.

    The Jeffrey Epstein story makes no sense unless you realize that he was deeply entrenched in the foreign policy elite, a fact that gave him much of the impunity he enjoyed for most of his life. Powerful people felt comfortable around Epstein because he was one of them. He had the same neoliberal worldview that has dominated the US elite since the end of the Cold War. He was a believer in the Washington Consensus, US military hegemony bolstered in the Middle East by the alliance with Israel, globalization, the privatization of government functions, STEM-dominated education, and male-centered sexual hedonism—an ethos he took to sickening extremes.

    In a 2015 e-mail to Barak, Epstein reflected that “many corporations are looking for a new military like perspective on mgmt.” This fusion of the corporate culture with militarism is one of the hallmarks of the neoliberal era. Epstein was at the forefront of this development.

    In trying to make sense of Epstein’s career, it’s hard not to be reminded of one of the greatest of American novels, Thomas Pynchon’s Gravity’s Rainbow (1973). Pynchon was obsessed with the covert system formed in wartime that merged deceptive public goals with private ambitions and corporate agendas. At one point, the narrator of Gravity’s Rainbow reflects on how war allows traffickers of all sorts—in luxury goods, in sex work, in refugees—to thrive: “Don’t forget the real business of the War is buying and selling. The murdering and the violence are self-policing, and can be entrusted to non-professionals…. The true war is a celebration of markets. Organic markets, carefully styled ‘black’ by the professionals, spring up everywhere.” Epstein flourished in the shadows of those organic markets.

    The mainstream media has been strikingly incurious about the nature of Epstein’s geopolitical activity. The blockbuster reporting in Reason and Drop Site has not been matched by any comparable investigations in The New York Times or The Washington Post, on CNN or the major networks. The mainstream media has in fact long participated in covering up the full scale of the Epstein story. The original cover-up was ignoring his sexual crimes. Those are now better reported. But by ignoring how integrated Epstein was with the American empire, these outlets are conducting another cover-up.

    Jeet Heer

    Jeet Heer is a national affairs correspondent for The Nation and host of the weekly Nation podcast, The Time of Monsters. He also pens the monthly column “Morbid Symptoms.” The author of In Love with Art: Francoise Mouly’s Adventures in Comics with Art Spiegelman (2013) and Sweet Lechery: Reviews, Essays and Profiles (2014), Heer has written for numerous publications, including The New Yorker, The Paris Review, Virginia Quarterly Review, The American Prospect, The Guardian, The New Republic, and The Boston Globe.

    Docteur Mabuse
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Docteur_Mabuse

    Le docteur Mabuse est un personnage littéraire créé par l’écrivain luxembourgeois d’expression allemande Norbert Jacques (1880-1954).

    Docteur Mabuse le joueur
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Docteur_Mabuse_le_joueur

    Docteur Mabuse le joueur (Doktor Mabuse, der Spieler) est un film allemand muet en noir et blanc, en deux parties de Fritz Lang sorti en 1922.

    Première partie : Le Joueur, une image de notre temps (155 minutes)
    Deuxième partie : Inferno, une pièce sur les hommes de ce temps (115 minutes)

    Distribution

    Rudolf Klein-Rogge : le docteur Mabuse
    Aud Egede Nissen : Cara Carozza, la danseuse
    Gertrude Welcker : la comtesse Told
    Alfred Abel : le comte Told
    Bernhard Goetzke : le procureur von Wenk
    Paul Richter : Edgar Hull, le millionnaire
    Robert Forster-Larrinaga : Spoerri
    Grete Berger : Fine, une servante
    Erich Walter (non crédité)
    Anita Berber (non créditée)
    Erner Huebsch (non crédité)
    Olaf Storm (non crédité)

    #Merz #Macron #Europe #bellicisme #guerre #impérialisme

  • « Il faut accepter de perdre nos enfants » : le chef d’état-major prévient les maires, il faut se préparer à une guerre « dans trois ou quatre ans » - midilibre.fr
    https://www.midilibre.fr/2025/11/19/il-faut-accepter-de-perdre-nos-enfants-le-chef-detat-major-previent-les-ma

    Le congrès des maires de France a pris une tournure inhabituelle mercredi 19 novembre 2025, puisque le général Fabien Mandon, chef d’état-major des armées, était de la partie. Ce dernier a appelé les élus locaux à préparer leurs populations, notamment en développant une « force d’âme », alors que pourrait se profiler une guerre avec la Chine ou la Russie dans les prochaines années.

    (Ça se précise)
    #leurs_guerres_nos_morts #bellicisme #guerres_impérialistes

    • https://www.leparisien.fr/politique/accepter-de-perdre-nos-enfants-jean-luc-melenchon-en-desaccord-total-avec

      Des déclarations qui ne sont pas passées inaperçues. « Je veux exprimer un désaccord total avec le discours du chef d’État-major des armées. Ce n’est pas à lui d’aller inviter les maires ni qui que ce soit à des préparations guerrières décidées par personne », a réagi sur X Jean-Luc Mélenchon.

      Le leader de La France insoumise (LFI) a également reproché au chef d’État-major des armées français de « prévoir des sacrifices qui seraient la conséquence de nos échecs diplomatiques sur lesquels son avis public n’a pas été demandé ».

      « Un chef d’État-major des armées ne devrait pas dire ça », a réagi le groupe parlementaire de LFI dans un communiqué.

      « Ces déclarations interviennent après d’autres prises de position expliquant que la France devait se tenir prête à un possible affrontement avec la Russie d’ici quatre ou cinq ans. En répétant publiquement ces scénarios de guerre et en les dramatisant jusqu’à évoquer la perte d’enfants, le CEMA (chef d’État-major des armées) outrepasse son rôle. De tels propos ne relèvent en aucun cas de sa fonction », ajoutent les députés de gauche radicale.

      « L’opinion » se laissera-t-elle infléchir par la position de la « gauche radicale » ?

    • « Accepter de perdre nos enfants » : les propos tenus par le chef d’état major des Armées font réagir LFI et le RN
      https://www.franceinfo.fr/politique/la-france-insoumise/accepter-de-perdre-nos-enfants-les-propos-tenus-par-le-chef-d-etat-major-

      Le général Fabien Mandon a fait cette déclaration mardi lors d’un discours devant les maires.

      Alors, tu vois, ça fait réagir lézèxtrêms. Donc, tu comprends que ce que dit le chef, c’est le bon sens.

    • Autre question essentielle àmha : les « maires de France » devront-ils « agir en fonctionnaire » ou resteront-iels des élu·es mandaté·es par le suffrage universel pour servir les intérêts de leurs administré·es ?
      (Je connais la réponse).

    • Tkt, si les maires sont pas au garde à vous, les préfets les y mettront :-)

      Sinon, rassure moi, c’est juste le sketch habituel de la comm’ anxiogène de la macronie, ce truc ? Y a pas de vraie volonté de faire une guerre avec/contre la Russie ou la Chine, ni d’un côté, ni de l’autre, si ?

    • @olaf
      Le problème est que cette petite musique omniprésente depuis 2022 commence à préparer l’opinion européenne à l’inéluctabilité d’un conflit majeur avec la Russie de Poutine. Pendant ce temps, les États-Unis auront tout le loisir de s’occuper de Xi Jing Ping.
      @monolecte
      Le conflit à venir a pour but de s’accaparer le maximum de ressources et bien sûr une des conséquences sera des pertes humaines considérables. Ce n’est pas le but premier mais juste une opportunité : les parts du gâteau à partager seront plus grosses.

    • Si on en croit ce compte-rendu de l’association des maires de France (AMF), certain·es, malgré une certaine circonspection, sont prêt·es à collaborer. Il leur reste juste à réfléchir pour trouver les « bons vecteurs de communication ».

      https://mairesdefrance.com/congresdesmaires-chef-etat-major-armees-demande-preparer-population-

      A la sortie, plusieurs maires interrogés par Maires de France ont trouvé ce discours « saisissant », « inquiétant », voire « anxiogène ». Pour Joseph Segura, maire de Saint-Laurent-du-Var (06), il est « bien de sensibiliser. Mais comment en parler à la population ? Quelle légitimité avons-nous pour le faire ? ». « Dans le fond il a raison mais c’était effectivement difficile à entendre. Je n’ai pas retenu comment on pouvait aider. Trouver des emplois pour les conjoints [des militaires], des places en crèche, dans les écoles, etc. Mais en fait, c’est la problématique de tout le monde : de nos policiers, de nos gendarmes, de nos pompiers. Nous faisons face à des réalités qui sont complexes. Je ne sais pas quelles solutions on peut trouver pour apporter notre pierre à l’édifice », s’interroge Isabelle Gautelier, adjointe au maire de Grigny (69). Le maire d’Évron (53), Joël Balandraud, vice-président de l’AMF, souhaitait jumeler sa ville avec un régiment. Le discours du chef d’État-major l’a conforté dans cette démarche. En revanche, « se préparer à perdre des enfants ? Non, je ne suis pas prêt à le dire comme ça à la population ».

      Les maires des Vosges, terre meurtrie par les guerres mondiales, ont trouvé le discours « courageux », « pas évident ». « Qu’on vienne nous demander un coup de main ici au Congrès des maires, c’est une nouveauté !, constate Dominique Peduzzi, maire de Fresse-sur-Moselle, membre du bureau de l’AMF. La seconde chose, c’est la puissance qu’une Nation doit avoir à travers son moral et le moral de la population. Là, nous avons été interpelés dans notre rôle de maire pour contribuer à ce que la population en prenne conscience. La tâche est immense ! Il va falloir avoir une vraie réflexion au sein des communes, de l’AMF pour trouver les bons vecteurs de communication ».

      Au vu de cette prose on peut conclure qu’une grande majorité des « maires de France » est de droite, voire plus. Celles ou ceux qui n’en sont pas doivent péter de trouille.
      Rappel : le PS est un parti de droite.

    • Qui sera l’ennemi, comment faut-il le déshumaniser ? ben toi même patate, ton gosse est une merde, mets toi ça dans la tête, tu pleureras moins.

      les guerres sont des infanticides

  • ‪Mauvaise Graine
    https://bsky.app/profile/mauvaisegraine.bsky.social/post/3m5h6v4ljrs2x

    Silence, les pacifistes !
    A Reims, lors de la cérémonie du 11 novembre, Anthony Smith, député européen, inspecteur du travail, syndicaliste, dépose une gerbe avec le ruban « maudite soit la guerre ».
    Le maire fait arracher le ruban par le service du protocole.
    Maudite soit la guerre !

    #démocratie_française

  • „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard Mey: SWR nominiert Lied nicht mehr für Hitparade
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/nein-meine-soehne-geb-ich-nicht-von-reinhard-mey-swr-nominiert-lied

    „Le déserteur“ allemand rayé de la liste des chansons candidates au palmarès de la radio publique SWR

    23.10.2025 - Das Anti-Kriegs-Lied von Reinhard Mey wurde nicht mehr für die SWR-1- Hitparade nominiert. In den sozialen Medien ist der Aufschrei groß. Was hat es damit auf sich?

    Der SWR hat den Titel „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ von Reinhard Mey in diesem Jahr nicht in die Vorschlagsliste seiner beliebten SWR-1-Hitparade aufgenommen. Das berichtete die Stuttgarter Zeitung. Der Song, der in den vergangenen Jahren regelmäßig auf vorderen Plätzen landete – zuletzt auf Rang 13 –, musste diesmal von den Hörern selbst per Hand nachgetragen werden, wurde also nicht mehr in die Liste der Nominierten aufgenommen.

    Auf der Plattform X echauffieren sich viele Nutzer über die Entscheidung des SWR. „Wo sind wir gelandet?“, fragt der BSW-Europaabgeordnete Fabio De Masi. Andrej Hunko, ebenfalls BSW, bezeichnet die Entscheidung sogar als „Vorbote der Zensur von Anti-Kriegs-Liedern“. Der 1986 erschienene Song, in dem Mey als Vater erklärt, seine Söhne nicht „in Reih’ und Glied marschieren“ lassen zu wollen, gilt vielen derzeit als Kommentar zur wiederauflebenden Debatte um die Wehrpflicht.

    Besonders aufgrund des aktuellen Vorhabens der Bundesregierung, den Wehrdienst zu modernisieren, bekommt das Lied eine besondere Brisanz. War die Entscheidung des SWR eine politische? Gegenüber der Stuttgarter Zeitung begründet eine SWR-Sprecherin die Entscheidung des Senders. Man nehme Titel aus der Liste der Nominierten, wenn man Manipulationsversuche feststelle - etwa durch Fanclubs oder „geballte Abstimmungen“. Das sei auch bei anderen Liedern der Fall gewesen, so die SWR-Sprecherin in der Stuttgarter Zeitung, und ebenfalls bei dem Anti-Kriegs-Lied von Reinhard Mey. Das Lied könne aber immer noch händisch eingegeben werden und „mit absoluter Sicherheit“ platziert werden. Bis Samstag läuft die Abstimmung. Dann stellt sich heraus, auf welchem Platz „Nein, meine Söhne geb’ ich nicht“ dieses Jahr gelandet ist.

    #Allemagne #guerre #pacifisme #musique #radio #censure #bellicisme

  • Der Geist des Krieges
    https://www.jungewelt.de/artikel/509544.der-geist-des-krieges.html

    REUTERS/Kevin Lamarque

    cf. https://seenthis.net/messages/1138165

    La réuniom des généraux n’a pas seulement été l’occasion pour le président Trump d’exposer sa folie démente mais le moment de la déclaration de nouveaux parafigmes per le ministre de guerre Pete Hegseth.

    L’auteur du Junge Welt nous rappelle le discours de l’empereur Guillaume II. du 27 juin 1900 ( Hunnenrede ).
    Vu le degré d’agressivité et de folie meurtrière des discours les mots des deux compères me font plutôt perser aux discours de Himmler à Poznań, même quand on considère la qualité froide et raisonnée du projet exterminateur de Himmler.

    2.10.2025 von Jörg Kronauer - USA: Hegseth ­nordet Generäle ein

    Wenn’s nur die dreiste Unverschämtheit gewesen wäre, mit der Pete Hegseth am Dienstag die rund 800 ranghöchsten Militärs seines Landes anrotzte, die er kurzfristig aus aller Welt herbeikommandiert hatte, ohne ihnen auch nur den Grund dafür zu nennen. Wollten die USA künftige Kriege gewinnen, dann müsse Schluss sein mit ungepflegtem Aussehen, mit »langen Haaren« und mit »fetten Generälen«, die nicht mehr so viel Liegestütze und Klimmzüge hinbekämen wie er, zeterte der US-Kriegsminister und ätzte, wer sich dem nicht füge, müsse gehen. Frauen würden lediglich toleriert, wenn sie physisch genauso leistungsfähig seien wie Männer, sonst halt nicht. Die verlotterte Streitmacht benötige endlich wieder Disziplin.

    Die blanke Wut, die sich im Verlauf von Hegseths Tirade bei einem Teil der US-Generäle angestaut haben muss, könnte einem völlig egal sein. Nur hat der spätpubertierende Minister mit seinen Kreuzrittertattoos auch politische Vorgaben gemacht, die man sich merken muss. Nummer eins: Die US-Streitkräfte »verteidigen« nicht, sie »führen Krieg«; das ist, darauf legte Hegseth Wert, ein wichtiger Unterschied. Nummer zwei: Soldaten »töten und zerstören«, sie sind »nicht politisch korrekt«, und sie gehören schon gar nicht »zur feinen Gesellschaft«. Nummer drei: Einsatzregeln? Weg damit. Hegseth lehnt sie ebenso ab wie einst in der Hunnenrede Wilhelm II.: »Wir entfesseln unsere Krieger, um unsere Feinde einzuschüchtern, zu demoralisieren, zu jagen und zu töten.«

    Wozu das Ganze? Präsident Donald Trump, der sich ebenfalls an die versammelten Offiziere wandte, kündigte an, er werde das Militär zunächst gegen »den inneren Feind« einsetzen – in US-Großstädten, die die Truppen »als Übungsgelände« nutzen sollten; das sei »der innere Krieg«. Aber wofür die Übung? Hegseths Auftritt vor einer riesigen US-Fahne erinnerte US-Beobachter an eine Spielfilmszene, in der General George Patton vor identischer Kulisse die Soldaten auf den D-Day einstimmt. Man weiß: Die USA rüsten gezielt gegen China. Man muss also nicht rätseln, wo für Hegseth die nächste Invasion bevorsteht.

    Hunnenrede
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hunnenrede

    Posener Reden
    https://de.wikipedia.org/wiki/Posener_Reden

    #USA #bellicisme

  • Presse und Erster Weltkrieg: Journaille in Aktion
    https://www.jungewelt.de/artikel/508858.presse-und-erster-weltkrieg-journaille-in-aktion.html

    Stets gegen die Arbeiterbewegung gerichtet und für Kolonien und Aufrüstung trommelnd: Die Leipziger Neuesten Nachrichten (Ausgabe vom 1. August 1914) Stadtarchiv Leipzig

    Comment la presse allemande a préparé la première guerre mondiale.

    26.9.2025 von Andreas Müller - Wie dramatische Veränderungen in der Presselandschaft den Kriegstreibern vor 1914 in die Hände spielten. Das Beispiel der Leipziger Neuesten Nachrichten

    Hätte vor einhundert Jahren der Erste Weltkrieg ohne mediale Unterstützung stattfinden können? Den Kriegstreibern, Flottenrüstungsgenerälen und Kolonialpolitikern spielte es im Ringen um die sogenannte Neuaufteilung der Welt und die Durchsetzung nationaler Interessen prächtig in die Hände, dass sich just in der Phase vor 1914 die Zeitungspresse als wirtschaftliches und politisches Schwergewicht etablierte und damit eine völlig neue Kraft im »Kampf um die Köpfe« auf den Plan trat. Technische Fortschritte, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen schufen ein Voraussetzungsgefüge, das es für die Medien bis dato nicht gab. Moderne Druckmaschinen ermöglichten hohe Auflagen, boomende Städte sorgten für reichlich Publikum, Informationen ließen sich schneller und besser übermitteln und Zeitungen besser von A nach B transportieren. Zunehmende Konkurrenz im Wirtschaftsleben führte zum Siegeszug von Reklame und Inseraten, was wiederum die Produktion der Zeitungen verbilligte, Einfluss auf ihren Preis hatte und der Verbreitung bei neuen Leserschichten half.

    Aufgrund des Zusammenspiels all dieser Komponenten schoss insbesondere in der Reichshauptstadt Berlin, deren Einwohnerzahl sich von gut 800.000 im Jahre 1871 auf etwa zwei Millionen nach der Jahrhundertwende mehr als verdoppelte, die sogenannte Massenpresse kometenhaft empor und führte zur Herausbildung gleich mehrerer Großverlage. Der Berliner Lokal-Anzeiger aus dem Hause August Scherl brachte es in den 1890er Jahren auf fast 170.000 verkaufte Exemplare täglich und war zu diesem Zeitpunkt das auflagenstärkste deutsche Blatt. Verleger Rudolf Mosse führte sein Berliner Tageblatt bis unmittelbar vor Kriegsausbruch zu einer Auflage von sogar fast einer Viertelmillion Exemplaren. Zehn Jahre vorher war Verleger Leopold Ullstein mit seiner B. Z. am Mittag auf den Gedanken gekommen, seine »schnellste Zeitung der Welt« nicht mehr im Abonnement zu vertreiben, sondern durch ein Heer von fliegenden Händlern. In Ullsteins Händen lag ebenfalls die Berliner Illustrirte, mit fast einer Million Exemplaren vor dem Ersten Weltkrieg die auflagenstärkste Zeitschrift in Deutschland.
    Erfolgreich und gefährlich

    Mit ihren oft seichten Inhalten, wegen regelrechter Reklameschlachten zwischen den konkurrierenden Blättern und neuartiger Vertriebssysteme dürfen die Blätter aus den drei Berliner Großverlagen getrost als Vorläufer des Boulevardjournalismus aktueller Prägung gelten. Mit Klatsch und Tratsch und möglichst großen Schlagzeilen ging es zunächst vor allem um wirtschaftlichen Erfolg und darum, neue Leserschichten zu erschließen. Die gemeinhin unter der Gattung »Generalanzeiger-Presse« subsumierten Blätter hatten sicherlich keine eindeutige politische Zielrichtung oder gar eine Strategie, ihr Publikum für kriegerische Auseinandersetzungen mit den europäischen Nachbarn freundlich zu stimmen. Diese Gattung gab sich vielmehr unpolitisch, lenkte mit der Jagd auf ständig neue Schlagzeilen und Sensationen vom großen Weltgeschehen und seinen Zusammenhängen eher ab – und nahm auf diese Weise tagtäglich zumindest indirekt beträchtlichen politischen Einfluss auf ihre Kundschaft. Aufgrund ihrer Geschäftstüchtigkeit spielten die »unabhängigen« »überparteilichen« Blätter in der seinerzeit völlig veränderten Presselandschaft zwangsläufig den Part des medialen Verführers, der sein Publikum zwar nicht aktiv in die Katastrophe führt, aber auch nichts unternimmt, um vor der drohenden Gefahr zu warnen und ihr zu begegnen. Im Unterschied zu jenen Blättern, die ihre Leserschaft eher passiv beeinflusste, geben die Leipziger Neuesten Nachrichten das Paradebeispiel einer Zeitung, die aktiv und gezielt und äußerst einflussreich zündelte – mit verheerenden Konsequenzen.

    Eine gigantische Werbekampagne überschwemmte im Herbst 1892 Leipzig. Rund 30.000 Haushalte erhielten wochenlang gratis die Leipziger Neuesten Nachrichten (LNN). Im Jahre 1860 als Leipziger Nachrichten begründet, hatten die Brüder Edgar und Paul Herfurth dem Buchdrucker Guido Reusche sein eher unbedeutendes Blatt für 80.000 Mark abgekauft. Unter dem Dach des eigens dafür gegründeten Verlags Edgar Herfurth & Co. wurden die Leipziger Nachrichten im Titel zeitgemäß um das Wörtchen Neueste erweitert und unverzüglich auf ein bis dato unbekanntes Niveau gehoben.

    Der Erfolg des Werbewirbels ließ nicht lange auf sich warten. 15.000 Abonnements, etwa das Dreifache des Vorgängerblatts, konnten auf diese Weise bis Ende des Jahres an den Mann gebracht werden. Und es wurden immer mehr Leser, denen der Neuling auf dem Zeitungsmarkt sympathisch erschien. So viele, dass der beunruhigte Parteivorstand der Sozialdemokraten im Jahre 1894 seine fähigsten Köpfe an die Ufer der Pleiße schickte, um die Leipziger Volkszeitung zu gründen und ein Gegengewicht zu schaffen. Rosa Luxemburg und Franz Mehring gaben dem Parteiblatt zwar viel Format und kämpften energisch gegen Militarisierung, Aufrüstung und Kriegsgefahr – den Aufstieg der LNN zur größten deutschen Tageszeitung außerhalb von Berlin vor dem Ersten Weltkrieg aber konnte auch die prominente LVZ-Redaktion nicht verhindern.

    Nach fünf Jahren war die tägliche Auflage der LNN schon bei über 35.000 Exemplaren angelangt, 1908 wurde die Marke von 100.000 Exemplaren überwunden. Wirtschaftlich und verlegerisch erfolgreich, entwickelte sich die LNN inhaltlich zu einem der bedeutendsten Sprachrohre, die täglich auf die Kriegskatastrophe hinschrieben. Gemessen an ihrer inhaltlichen Ausrichtung darf diese Zeitung durchaus als journalistische Speerspitze auf dem Weg zum Ersten Weltkrieg gelten, in den Deutschland offiziell am 1. August 1914 eintrat.

    National oder antinational

    Die Methode der Gratisverteilung war so neu wie später die Idee, altes Zeitungspapier wiederzuverwerten und damit 50.000 Festmeter Holz pro Jahr zu sparen. Das half nicht nur Kosten zu senken, sondern erhöhte zugleich das Ansehen des Leipziger Blattes bei der Leserschaft. Investiert wurde klug und geschickt. So setzte Edgar Herfurth 1898 als erster deutscher Verleger die Linotype-Setzmaschine ein. Elf Jahre später nahm er in Europa die erste 64seitige Zwillingsrotationsmaschine in Betrieb. Pfiffig wurde ebenfalls Personalpolitik betrieben. Man lotste Richard Bühle, bis dato Chefredakteur des Generalanzeigers für Leipzig und Umgebung, und einige weitere Mitarbeiter zum Herfurthschen Unternehmen und schwächte damit nebenbei die Konkurrenz.

    Alle Bestrebungen kulminierten in einem kompakten Konzept der Leipziger Neuesten Nachrichten. Aus dem gerade aufkommenden politischen Zeitgeist destilliert, wurde ein Grundmotto in den täglichen Leitartikeln pausenlos und nur leicht variiert immer wieder aufgegriffen und der Leserschaft sowie den Regierenden in Berlin unentwegt eingetrichtert: »Der Gegensatz der Zukunft lautet einzig und allein – national und antinational!« Mit dem Hinweis auf die »nationale Aufgabe« redete die Zeitung der rücksichtslosen Kolonialpolitik ebenso das Wort wie der aggressiven Außenpolitik und dem Ringen um die »Neuaufteilung der Welt«. Ein wichtiges Anliegen sah das Blatt zugleich darin, für eine neue und bessere deutsche Kriegsflotte zu kämpfen.

    Auch innenpolitisch trat der Kurs offen zutage: Der beständige Ruf, »Front zu machen gegen die Mächte des Umsturzes«, also gegen die Sozialdemokraten, komplettierte die wesentlichen inhaltlichen Säulen der LNN-Konzeption. Die »Roten«, wurden offen und massiv und bei jeder Gelegenheit angegriffen. Die Sozialdemokraten, so die ständig wiederholte Botschaft, seien mit den »nationalen Interessen« unmöglich auszusöhnen. »Wolf und Lamm dürften vergnüglich Hochzeit feiern, ehe aus der Umsturzpartei eine Reformpartei geworden ist«, hieß es 1905 vielsagend.

    Raffiniert und subtil wurde überdies die Botschaft verbreitet, dass die Forderungen und Zielstellungen des Blattes, »national« und »deutsch« verbrämt, den ureigensten persönlichen Interessen eines jeden Lesers und der gesamten Bevölkerung entsprächen – nach außen wie im Inneren. Selbst der Arbeiterschaft versuchte man einzureden, dass »ihre Interessen im Wesen sich nicht von denen ihrer Arbeitgeber unterscheiden«.

    Die Leipziger Neuesten Nachrichten hatten in der Ära vor 1914 den Völkerhass wohl so sehr wie kein anderes deutsches Blatt geschürt. In welchem Maße die Zeitung ihr nationalistisches Konzept strapazierte, verrät ein Schreiben von Ernst Hasse, kurzzeitig Chef des keineswegs zimperlichen Alldeutschen Verbandes: »Als in diesen Tagen ein in Österreich lebender hochangesehener Norddeutscher sich an mich mit der Anregung wandte, auch in Deutschland ein radikalstes Blatt zu begründen«, so Hasse im Jahre 1904, »da habe ich ihm geraten, doch erst einmal einige Zeit die Leitartikel der Leipziger Neuesten Nachrichten zu lesen. Er werde finden, dass für einen im deutschen Reiche überhaupt möglichen Radikalismus der Bedarf gedeckt sei.«
    Hetzerische Leitartikel

    Besonders in den täglichen Leitartikeln auf Seite eins wurde das verlegerische Credo gepflegt: Energisch, kompromisslos und wirkungsvoll. Mit Paul Liman hatte man für diesen wichtigsten Part einen der besten Leitartikler seiner Zeit engagiert. Von 1893 bis zu seinem Tode 1916 schrieb der »Redakteur mit Ministereinkommen« seine in der Form glänzenden, in der Aussage um so gefährlicheren Kommentare und Texte.

    Ladengeschäft der Leipziger Neuesten Nachrichten im Peterssteinweg 19-21 (Aufnahme nach 1910)

    Paul Liman, Jahrgang 1860, besuchte das Gymnasium in Cottbus und anschließend die Universitäten in Halle, Berlin, Greifswald und Kiel, wo er Geschichte und Philosophie studierte. Nach einigen Jahren als Rektor einer Privatschule in Meran in Südtirol kehrte er nach Deutschland zurück und wechselte 1890 in den Journalismus. Zunächst heuerte er als politischer Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten an, doch in der Ära des deutschen Kanzlers Leo von Caprivi, der von 1890 bis 1894 regierte, kam es zu schweren Differenzen über den redaktionellen Kurs. Liman, ein glühender Bismarck-Verehrer, weigerte sich, Bismarcks Nachfolger im Amt des Reichskanzlers publizistisch zu unterstützen, so dass der DNN-Verleger seinen Mitarbeiter gewissermaßen wegen Arbeitsverweigerung auf 60.000 Mark verklagte. Angesichts dieser Umstände ist es erstaunlich, dass der prominente »Claqueur Bismarcks« erst 1893 von der Elbe zur Pleiße und zu den Leipziger Neuesten Nachrichten wechselte. Paul Liman verfasste hier neben seinen täglichen Leitartikeln zahlreiche Bücher, in denen er vornehmlich Bismarck sowie die Hohenzollern-Könige verherrlichte: »Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote«, »Fürst Bismarck nach seiner Entlassung«, »Bismarcks Denkwürdigkeiten aus seinen Briefen, Reden und letzten Kundgebungen«.

    Bei seinem neuen Arbeitgeber kam Liman nie in die Verlegenheit wie vordem als journalistischer Einsteiger in Dresden, Caprivi-freundliche Leitartikel verfassen zu sollen. Ganz im Gegenteil ließ man ihm in Leipzig freie Hand, den ersten Reichskanzler in der Nach-Bismarck-Ära zu attackieren und zu kritisieren. Gern auch mal frontal, wie in der Ausgabe vom 7. März 1893:

    »Hat doch bisher das Regiment des Grafen Caprivi für unser Kolonialwesen nur Misserfolg auf Misserfolg gebracht. Sein System war das der halben Maßregeln. Schon als Chef der Admiralität hat Herr von Caprivi den Kolonien gegenüber sich so zurückhaltend wie möglich gezeigt. Als er Reichskanzler wurde, da stellte er sich von Neuem dieser Frage kühl bis ans Herz hinan gegenüber (…) Kein großer Gedanke, keine stetige Entwicklung nach einem festen, mit weiter Perspektive angelegten Plan, sondern nur das ›Fortwursteln‹ (…) In dieser persönlichen Stellungnahme des Kanzlers liegt der tiefste Grund aller unserer Kalamitäten im fernen Afrika. Mittel sind vorhanden, Neigung im Volk und in seinen patriotischen Kreisen, kaufmännische Unternehmungslust. Alles ist seit Jahren da, nur Graf Caprivi ist, wie er sagte kein ›Kolonialschwärmer‹. Wenn er einst Sansibar ohne Not aufgab, wie soll da deutsches Kapital sich in Afrika engagieren? Wenn er es duldet, dass in einer Reihe von Schlappen der deutsche Name der Missachtung der Eingeborenen preisgegeben wurde, so kann das für den Fortgang unserer Unternehmungen kaum einen Nutzen bedeuten.«

    Peterssches Hartholz

    Ein besonders Anliegen sahen die LNN und ihr Verleger Edgar Herfurth darin, für eine neue und bessere deutsche Kriegsflotte zu kämpfen. Nicht zuletzt dank der regen Feder ihres Leitartiklers kann diese einflussreiche Tageszeitung nachgerade als journalistischer Taufpate einer gewaltigen Flottenkampagne gelten, die der Alldeutsche Verband im Jahr 1896 – bezeichnenderweise und ganz sicher nicht zufällig – justament in Leipzig lostrat. »Bei dem steten Wachstum des deutschen Welthandels und der deutschen Handelsflotte braucht unsere überseeische Politik auch in Friedenszeiten einzelne Kriegsschiffe und ganze Geschwader in allen Teilen der Erde zur Wahrung des Ansehens und zum Schutze unserer Rechte«, hatte man sich in den LNN schon vorher eingestimmt. »Der mächtige deutsche Handel, der zweitgrößte der Welt, ist es, der gebieterisch einen kräftigeren Schutz zur See verlangt, damit er unserer Industrie neue Arbeitsfelder erschließen, unserem Vaterland neuen Wohlstand zuführen kann.«

    Neue Arbeitsfelder, das hieß in erster Linie: neue Kolonien. »Auch das ist Friedenspolitik«, suggerierten die LNN ihren Lesern, »wenn Deutschland sich endlich anschickt, an der großen Arbeit der expansiven Zivilisation seinen Anteil zu nehmen.« Die richtigen Leute für diese Aufgabe sah die Zeitung in Männern wie Carl Peters, der bei seinen Eroberungsfeldzügen in Afrika vor Morden an Wehrlosen nicht zurückschreckte. Als sein Vorgehen im Reichstag von einem Abgeordneten der Zentrums-Partei scharf attackiert wurde, hoben die LNN zu Peters Verteidigung an. Einem Engländer oder Franzosen wäre niemals eingefallen, »schon den einen Mörder zu nennen, der (…) sich gezwungen sieht, das Leben einiger Schwarzer dranzugeben«. Nur Rücksichtslosigkeit verspreche eine erfolgreiche Mission. »Aus Weichholz ist keiner jener Männer geschnitzt gewesen, die in Wahrheit die Vorkämpfer, die Ausbreiter der Zivilisation waren. Dazu ist Peterssches Hartholz nötig.«

    Nur folgerichtig, dass die LNN angesichts solcher Töne von der Ortsgruppe der Deutschen Kolonialgesellschaft quasi als ihr Vereinsorgan anerkannt und benutzt wurden. Diese Nähe störte Edgar Herfurth ebenso wenig wie die zum Alldeutschen Verband, obwohl der Verleger ansonsten auf strikte Unabhängigkeit von Parteien achtete. Ein führender Vertreter der Zeitung saß sogar im geschäftsführenden Ausschuss des Alldeutschen Verbandes, regelmäßig wurden Berichte über dessen nichtöffentliche Sitzungen abgedruckt. Bei alldem war es bestens kalkuliert und feste Absicht, dass die LNN nur anderthalb Jahre nach der Gründung des Alldeutschen Verbandes im April 1891 ins mediale Rennen gingen.

    Mit ihrer nationalistischen Ausrichtung sprach die Zeitung ein ganz unterschiedliches Publikum an: Industrielle und Gutsbesitzer, Akademiker, den Mittelstand und selbst Arbeiter. Um so mehr als der »politische Teil« von weit gefächerten anderen Themenangeboten flankiert wurde. Da gab es die Seiten für »Lokales« und »Sächsisches«, für Kultur, Sport und Rätsel, den »Gerichtssaal« oder Rubriken für das Vereinsleben sowie ein verwirrendes Netz an Rabattsätzen für Anzeigenkunden und zahlreiche nützliche, beliebte Serviceleistungen. Die Leser konnten zum Beispiel werktags gegen Vorlage der Abonnementsquittung in die Redaktion kommen und juristische Auskünfte einholen.

    »Kriegsgewinnler« und Pionier

    Die Verleger Edgar und Paul Herfurth waren Sprösslinge einer begüterten Tuchmacherfamilie. Ihre Schwester Alice heiratete 1876 in die Leipziger Bankiersdynastie Frege ein. Eine Verbindung, die sich in zahlreichen Privatkrediten niederschlug, die dem Projekt LNN vom Start weg zu einer soliden wirtschaftlichen Basis verhalf. Etwa 320 verlagseigene Austräger sorgten 1911 dafür, dass die Zeitung jeden Tag pünktlich zugestellt wurde. Im selben Jahr arbeiteten in der Hauptgeschäftsstelle und den acht Filialen 71 Beschäftigte, im Maschinensaal 23, in der Handsetzerei 106 und im Korrekturraum 15. Insgesamt wirkten in der Spitze an die 1.500 Personen an dem für damalige Verhältnisse gigantischen Apparat der Leipziger Neuesten Nachrichten mit. Allein 800 vornehmlich freie redaktionelle Mitarbeiter trugen unermüdlich Informationen und Texte aus dem In- und Ausland für die Zeitung herbei.

    Dieses für die damalige Zeit gewaltige Gerüst wollte finanziert sein – und machte sich bezahlt. Die Auflage war bis zur Jahrhundertwende auf 60.000 Exemplare emporgeschnellt. In einem Inserat bezeichneten sich die LNN 1914 als die »weitaus verbreitetste Zeitung Sachsens und ganz Mitteldeutschlands« und verwies auf »zirka 145.000 Abonnenten in den wohlhabenden und kaufkräftigsten Kreisen«. In den ersten Jahren des Weltkriegs avancierten das Blatt und seine Besitzer mit täglich bis zu 259.000 verkauften Exemplaren zu echten »Kriegsgewinnlern«. Wobei ein Viertel der Auflage in Gebiete außerhalb von Sachsen verschickt wurde und die Zeitung ihre überregionale Bedeutung ausbaute.

    Der wirtschaftliche Aufstieg spiegelte sich auch in den Unternehmungen außerhalb des Pressebetriebes. Verleger Edgar Herfurth, mitunter gern als »deutscher Pulitzer« tituliert, erwarb neben anderen Liegenschaften unter anderem Anteile am Hotel »Continental« in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs. Auf seine Anregung hin und mit finanziellen Zuwendungen der Herfurths gründete Karl Bücher 1916 an der Leipziger Universität das erste zeitungswissenschaftliche Institut in Deutschland. Ebenso gingen die 1929 an der Leipziger Handelshochschule eingerichteten Fächer für Wirtschaftsjournalismus und Zeitungsbetriebslehre auf Anregungen von Edgar Herfurth zurück. Sein verlegerischer Erfolg und seine Verdienste um den journalistischen Nachwuchs werden jedoch schwer überschattet von der politischen Ausrichtung seiner Zeitung als Stimme der Kriegstreiber und besonders lautem Sprachrohr deutschen Expansionsstrebens.
    Verboten und enteignet

    Am 18. April 1945 erschien die letzte Ausgabe der LNN. Es handelte es sich nur mehr um ein einziges Blatt, nachdem Druck- und Verlagsgebäude im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört worden waren. An jenem Tag im April waren US-Truppen in die Stadt Leipzig eingerückt und verhängten sofort ein Erscheinungsverbot für das Blatt. Kurz darauf, Anfang Juli, änderten sich die Verhältnisse abermals gravierend. Die alte Messestadt wurde Teil der sowjetischen Besatzungszone, die LNN-Eigentümer im Jahr darauf enteignet. Zu diesem Zeitpunkt war Edgar Herfurth längst ins oberfränkische Marktredwitz übergesiedelt, wo er 1950 verstarb. Sein Bruder Paul war bereits 1937 in Markkleeberg im Leipziger Süden verstorben.

    Noch bis in unsere Tage hatten die Erben der Herfurths versucht, Ansprüche auf Entschädigung geltend zu machen. Sie prozessierten jahrelang, unterlagen vorm Verwaltungsgericht Dresden und zogen vors Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das ihre Klage 2015 endgültig zurückwies. Die Richter beriefen sich bei ihrer Entscheidung insbesondere auf Vorgänge in der Zeit der Naziherrschaft. Denn die Zeitung durfte in Nazideutschland weiter erscheinen, nachdem ihre Eigentümer 1936 einem NSDAP-Verlag 51 Prozent ihrer Geschäftsanteile überschrieben hatten – und demzufolge 49 Prozent behielten. Ein »Pakt mit dem Teufel«, zu dem ebenfalls gehörte, fortan das Naziregime redaktionell zu unterstützen. Aggressiv-nationalistisch zu trommeln und journalistisch zum Krieg zu rüsten, darin hatte man ja bereits reichlich Übung – seit 1892.

    #Allemagne #presse #journalisme #histoire #bellicisme #impérialisme #natiomalisme

  • Où a disparu le mouvement pacifiste ?
    https://italienpcf.blogspot.com/2024/08/ou-disparu-le-mouvement-pacifiste.html?m=1

    par Heribert Prantl

    Quarante ans plus tard. Il y a un silence, un grave silence. Des missiles de croisière Tomahawk, des missiles SM-6 et des missiles hypersoniques sont déployés en Allemagne, le pays reste silencieux, l’Europe est silencieuse. Pas de protestations, pas de manifestations

    Il Manifesto 21 août 2024

    Il y a un silence, un silence de pierre. Des missiles de croisière Tomahawk, des missiles SM-6 et des missiles hypersoniques sont déployés en Allemagne, le pays reste silencieux, l’Europe est silencieuse. Pas de protestations, pas de manifestations.

    L’Allemagne est le seul pays d’Europe auquel ces systèmes d’armes américains sont destinés. Ils sont dirigés contre la Russie.

    Pourquoi est-ce si calme ? Est-ce l’été, est-ce les vacances ? Pourquoi la déclaration américano-allemande sur le déploiement est-elle si incroyablement concise et sèche ? Elle ne fait que neuf lignes. Le silence a-t-il quelque chose à voir avec le fait qu’il semble y avoir encore du temps ? Après tout, le déploiement ne commencera pas avant 2026. Ou est-ce parce que l’on est convaincu que ces missiles « n’apporteront que la paix » ?

    À l’avenir, seule la paix sortira du sol allemand" : telle est la promesse faite par les deux États allemands en 1990 avec le traité « Deux plus quatre ». La RDA et la République fédérale étaient les deux ; les quatre étaient la France, l’Union soviétique, la Grande-Bretagne et les États-Unis. Ce traité a ouvert la voie à la réunification de l’Allemagne. La paix viendra-t-elle donc de ces nouveaux missiles, qui pourraient être équipés d’armes nucléaires ? Ou bien cette promesse a-t-elle pris un autre sens après la guerre en Ukraine, parce que la dissuasion est désormais plus importante que le désarmement ? Les temps sont-ils devenus tellement guerriers que parler de désarmement n’a plus de sens ? Le mot « paix » a-t-il perdu de son attrait ? Derrière ces points d’interrogation se cache le silence.

    Le président russe Vladimir Poutine a annoncé qu’il réagirait en miroir. Lorsque l’on répond à une action menaçante par une menace encore plus grande et que les adversaires ont des contre-réactions qui se nourrissent les unes des autres, on parle d’escalade. L’escalade signifie que les missiles à longue portée, qui peuvent être dotés de l’arme nucléaire en théorie, le seront également en pratique. Bertold Brecht a mis en garde contre cette course au réarmement il y a plusieurs décennies. La grande Carthage, écrivait-il en 1951, a mené trois guerres. Après la première, elle était encore puissante, après la deuxième, elle était encore habitable. Après la troisième, elle était introuvable". Dans une troisième guerre mondiale, l’Europe serait comme Carthage, ou pire. Les cavaliers de l’apocalypse sont désormais dotés d’armes nucléaires.

    Le chancelier allemand Olaf Scholz a qualifié la décision d’installer les nouveaux missiles américains en Allemagne de « très bonne décision ». Doit-il dire cela parce que, dans son serment, il a promis d’éviter de nuire au peuple allemand ? Quelle est l’ampleur du risque de voir l’Allemagne devenir un champ de bataille ? C’est la crainte qui a marqué les manifestations contre le réarmement dans les années 1980, lorsque les missiles Pershing II ont été installés en République fédérale.

    La guerre nucléaire, disait-on à l’époque, devenait « plus précise et plus contrôlable » avec les missiles Pershing ; le seuil d’inhibition à leur utilisation serait alors abaissé. Les Tomahawk actuellement déployés méritent vraiment le qualificatif de « précis ». Et, contrairement aux Pershing, ils peuvent atteindre Moscou. Cela augmente-t-il ou diminue-t-il le risque que Moscou tente d’éliminer ces missiles de manière préventive ?

    Le silence est tel en Allemagne que l’on peut encore entendre les échos des anciennes manifestations, celles de l’époque, lorsqu’il y avait un mouvement pacifiste dans toute l’Europe. C’était il y a quarante ou quarante-cinq ans. À l’époque, des millions de personnes sont descendues dans la rue avec le slogan « Non à la mort nucléaire » et ont protesté contre la « double décision » de l’OTAN d’installer des missiles et d’entamer des négociations avec Moscou. En Allemagne, ce fut le thème central des protestations, avec la manifestation pacifiste au Hofgarten de Bonn en octobre 1981, suivie des nombreux blocages contre les transports de missiles à Mutlangen. Parmi ceux qui ont barré la route aux missiles, on trouve des écrivains comme Günther Grass et Heinrich Böll, des hommes et des femmes d’église, des artistes et des universitaires, puis de grandes masses de personnes anonymes.

    À cette époque, à l’heure des mouvements pacifistes, le désarmement atteint également le système judiciaire allemand : en 1995, la Cour constitutionnelle fédérale juge que les blocages effectués par les sit-in ne constituent pas des actes de violence. Les jugements prononcés à l’encontre de ceux qui avaient bloqué les missiles ont donc dû être annulés. C’était il y a longtemps. Mais en 2010, le Bundestag a décidé à une large majorité que le gouvernement Merkel devait faire campagne « vigoureusement » pour le retrait de toutes les armes nucléaires américaines d’Allemagne. C’était également il y a longtemps. Les missiles Tomahawk d’aujourd’hui sont-ils moins dangereux parce qu’ils sont plus précis et plus rapides que les missiles Pershing d’autrefois ? Ou bien la situation mondiale est-elle si dangereuse que nous devons accepter de vivre avec la crainte que, si le pire devait arriver, il ne resterait pas une seule pierre debout en Allemagne ?

    Aujourd’hui, la peur paralyse. À l’époque, elle alimentait les protestations, mais aujourd’hui, elle absorbe leur énergie. Beaucoup de gens s’éteignent complètement lorsqu’il s’agit de guerre, d’armement et d’armes, parce qu’ils ont l’impression d’être face à une montagne qu’ils ne peuvent pas voir parce qu’elle est de plus en plus haute. C’est ce qu’on appelle le désespoir. Et certains évitent de lutter pour le désarmement parce qu’ils ne veulent pas être considérés comme des amis de Poutine.

    Le ministre de la défense, Boris Pistorius, affirme qu’il existe un « déficit de capacités » pour justifier le renforcement des forces armées. Mais le mouvement pacifiste souffre également d’un « déficit de capacité ». Il a perdu la capacité de protester au nom de l’espoir.

    En Europe, nous devons réapprendre ce qu’est la paix. Il n’y a pas de sécurité avec encore plus de dépenses militaires, encore plus de chars ou encore plus d’ogives nucléaires. La sécurité ne double pas si l’on double les dépenses militaires et les armes. Elle ne sera pas réduite de moitié si les dépenses et les armes sont réduites de moitié. Elle augmentera si les deux adversaires apprennent à se regarder l’un l’autre. C’est ainsi que nous pourrons réapprendre à faire la paix.

    –-

    Heribert Prantl est chroniqueur au journal allemand Süddeutsche Zeitung.

    #Allemagne #histoire #pacifisme

    • La Russie de Poutine a envahi plusieurs pays, a rasé la Tchetchenie.
      Poutine doit être dissuadé de nuire par des armes de dissuasion.

      Il n’y a aucun parallèle à faire avec les Palestiniens qui subissent une occupation de plus de 70 ans et qui actuellement, subissent un génocide.

    • La dissuasion fonctionne bien et depuis longtemps.

      Maintenant ce sont les populations des états non nucléarisés qui se font massacrer par les états nucléarisés.

      L’Ukraine a eu le grand tort de rendre ses armes nucléaires ...

    • La dissuasion unilatérale, à la façon dont les occidentaux l’envisagent nous mène à une nouvelle course aux armements. Les occidentaux ont sapé tous les outils de déconflictuation mis en place au cours de la guerre froide pour éviter un holocauste nucléaire impromptu.

      Annoner « poutine, poutine, poutine » n’y changera pas grand chose ; à une autre époque, c’était « sadam sadam sadam », ou « kadafikadafikadafi ». Faire comme si la désintégration des outils internationaux de déconflictuation (ONU, Convention de Genève...), du fait en premier lieu des occidentaux eux mêmes, telle qu’elle a lieu en Israël, d’une façon si éloquente et odieuse, ou telle qu’elle a lieu en Arménie, ou telle qu’elle a eu lieu en Syrie ou telle qu’elle a eu lieu en Irak, faire comme si ces actes de tyrannie et d’ultra-violence étaient tous séparés les uns des autres, et tous imputables à quelques diables de circonstance, quand la source est unique et aveuglante (les occidentaux/le capitalisme), ce n’est pas à proprement parler une façon de faire avancer les choses.

      Les pacifistes sont aujourd’hui criminalisés dans nos contrées des « Lumières ». Tout est lié.

    • C’est cela : les pacifistes sont en prison et les missiles sont partout. Les instances de domination de l’occident global ont appris à se « bunkeriser » et des conflits à dominante nucléaire les impacteront très peu. Cela sera aussi, selon leur vision, une opportunité pour éliminer quelques milliards de surnuméraires, les fameux « animaux humains ».

    • Pour nous faire une idée de la question si une comparaison entre l’Ukraine et Gaza est possible, et si on doit y livrer des armes, rappellons nous de ce qu’est l’Ukraine.

      Voilà onze points qu’on peut considérer comme confirmés malgré le brouillard de guerre .

      1. Dans le courant de la dissolution de l’URSS les oligarques régionaux s’emparent de la Crimée et des riches terres qui ont plus ou moins constitué l’Ukraine historique. Ces exploiteurs dominent le peuple dit ukrainien dépourvu de pouvoir réel.

      2. Ces gens puissants s’arrangent pour s’enrichir sur le dos du peuple déshérité et transforment l’état d’Ukraine en celui avec la population la plus pauvre d’Europe.

      3. Un jour les habitants de la Crimée en ont ras le bol et optent pour le retour à la Russie plus prospère et culturellement plus proche. Manque de bol, ce n’est pas prévu dans la loi internationale, mais c’est possible quand même à cause de la convergence d’intérêts avec le pouvoir russe dit « Poutine ».

      4. Une alliance plus ou moins ouverte entre une fraction des oligarques d’Ukraine et leurs confrères aux États Unis (la bande à Biden ;-) destitue le président du pays par un coup d’état et fait élire un candidat plus incliné à la cause « occidentale ».

      5. Commence une guerre des nationalistes ukrainiens contre la population du Donbas envieuse des habitants de la Crimée désormais rattachée à la Russie prospère.

      6. Les ukrainiens portent au pouvoir un comédien qui promet de régler leurs problèmes. Pourtant la pauvreté et le régne des oligarques persistent, et le nouveau président sous influence « occidentale » fait tout pour saboter le processus de paix connu sous le nom protocole et accord de Minsk.

      7. Suite au refus de l’Ouest de retirer ses missiles et d’en finir avec l’expansion de l’OTAN vers l’Est la Russie invahit l’Ukraine.

      8. La majorité des Ukraniens ne comprend pas qu’ils ne sont depuis la dissolution de l’URSS que des pions sur le grand échequier de Zbigniew Brzeziński et ses apprentis sorciers. Aveuglé par les discours nationalistes ils se lancent dans une guerre perdue d’avance qui sert d’abord à l’impérialisme états-unien. Ces impérialistes occidentaux gèrent la stratǵie et la tactique ukrainienne, alimentent ses amées et en ce faisant profitent du sang versé. Les oligarques d’outre-mer et d’Ukraine continuent à se remplir les poches.
      J’observe tous les jours à Berlin les grosses bagnoles de luxe des sbires d’oligarques ukrainiens qui y complètent leurs fins de mois avec le « Bürgergeld » , qui est une sorte d’argent de poche de +/- €1000 mensuels que l’Allemagne leur paye sans condition. Tout le monde sait qu’il n’y a pas de petit bénéfice .

      9. Le peuple d’Ukraine meurt s’il n’a pas réussi de fuir les combats. Les rescapés d’Ukraine construiront leur avenir en Allemagne ou en France où le patronat leur a souhaité la bienvenue comme « immigration de qualité ». Je suis d’accord avec ce point du vue car il faudra bien quelqu’un qui paie ma retraite qui ne sera assurée ni par les allemands autochtones ni par les réfugiés peu qualifiés d’Afrique.

      10. Une fois la guerre terminée l’Ukraine appartiendra ou à la Russie (d’une manière ou d’une autre) ou aux États Unis qui s’empareront des terres fertiles du pays pour se faire rembourser les frais de la guerre provoquée par eux mêmes.

      11. Cette guerre a déjà détruit l’Ukraine à un point où une reconstruction suivant l’exemple allemand ( Wirtschaftswunder ) est exclue. Les peuples d’Ukraine ont tout perdu et les habitants du pays ne récupèreront quoi que ce soit uniquement s’ils font déjà maintenant partie des profiteurs de cette guerre absurde.

      Conclusion : On ne peut pas comparer la guerre contre Gaza et la guerre en Ukraine car les palestiniens n’ont pas d’Allemagne pour les acceuillir. Du point de vue d’Israel il faut donc ĺes éliminer pour se débarasser de la menace arabe.

      Dans l’absolu la guerre en Ukraine est plus déstructive et meurtrière que celle contre l’état palestinien in statu nascendi mais la brutalité de la politique et des forces armées juives dépasse de loin celle de la campagne militaire russe.

      Alors l’unique point commun des conflits est le fait qu’on assassine des êtres humains pour s’emparere de la terre qui devrait leur appartenir.

      Alors est-ce qu’on doit soutenir un des partis belligerants en Ukraine par des livraisons d’armes ? Je pense que ce n’est pas justifiable quand on se place du côté des populations souffrantes. Les livraisons d’armes ne sont justifiées que du point de vue de celui qui par espoir de gains matériels se rallie aux instigateurs des conflits.

      C’est ce que fait le gouvernement bourgeois allemand. Ses membres misent sur le succès de son partenaire d’outre-mer et essaient d’ecarter toute voix dissédente. Je considère donc les membres de ce gouvernement comme des criminels responsables pour l’hécatombe en Ukraine.

      Le temps est loin quand les représentants du camp bourgeois modéré comme Heribert Prantl pouvaient se rallier à la cause pacifiste. Aujourd’hui il n’y a plus que le peuple même pour se montrer solidaire avec les victimes des guerres des riches. Voilà l’explication pour la disparition du mouvement pacifiste reconnu.

      A vous de choisir votre camp.

      #Ukraine #Gaza #Russie #Israel #guerre #pacifisme

    • Oh, apparemment je me suis mal exprimé. Malheureusement le sujet de la guerre interdit chaque forme d’ironie alors qu’il est insupportable sans y ajouter une prise d’humour. Alors continuons sur un ton sachlich .

      D’abord je m’attendais un peu au reproche malhonnête de poutinisme vu qu’actuellement chaque voix susceptible de pacifisme se fait traiter ainsi.

      Pour le dire clairement - on ne peut que diffcilement nier le fait que l’Ukraine et ses population soient un pion sur l’échequier états-unien. Ceci est vrai aussi pour l’Allemagne et d’autres pays même si les pions se montrent parfois réticents aux ordres du joueur d’outre mer.

      Argument

      Au moment de l’invasion russe le gouvernement d’Ukraine avait le choix entre la guerre totale et la solution gaulliste. Au lieu de s’exiler à Londre il a opté pour le sacrifice de son peuple, qui l’a naturellement suivi .

      Je comprend les simples gens qui pensent défendre leur pays alors qu’ils ne défendent que les intérêts de leurs exploiteurs. Les gouvernements et les intellectuels de tous les pays belligérants par contre devraient le savoir, et à mon avis ils le savent pertinemment. C’est une tromperie qu’on pratique partout pour entraîner les peuples dans les guerres, en Ukraine, en Russie, aux États Unis et ailleurs.

      Opinion

      Vivement qu’on nous épargne la mobilisation générale en Europe de l’Ouest.

      Argument

      Je sais aussi qu’il y un courant idéologique qui prend le gouvernment de Russie pour une bande d’impérialistes qui ont déclenché la guerre afin de faire avancer leur projet de rétablissement d’une grande russie, un peu comme le gouvernement turc sous Erdogan qui aimerait rétablir l’Empire ottoman.Si on part de cette position chaque voix qui n’est pas pour la guerre contre la Russie se ressent comme une voix de traitre. Mais ceci n’a pas d’importance pour mon argument.

      Opinion (du point de vue de classe prolétaire)

      Dans une guerre entre pays capitalistes on ne peut que s’opposer aux meurtres et se prononcer pour la fin immédiate des hostilités, le cas échánt pour la désertion ou la révolte contre le gouvernement de son propre pays.

      Opinion (du point de vue humain)

      Il est déjà inacceptable que les puissants d’un pays gâchent sa richesse pour la production d’armes. Soutenir leur export équivaut à la participation aux boucheries.

      J’espère avoir éclairci mon point de vue.

      #propagande_de_guerre

    • Oui c’est plus clair....

      Au moment de l’invasion russe le gouvernement d’Ukraine avait le choix entre la guerre totale et la solution gaulliste. Au lieu de s’exiler à Londre il a opté pour le sacrifice de son peuple, qui l’a naturellement suivi .

      C’est vrai que laisser son peuple se faire envahir par la Russie de Poutine c’est pas du tout un sacrifice. Faut demander aux biélorusses ce qu’ils en pensent tiens...

    • Opinion (du point de vue de classe prolétaire)

      Anatole France (qui avait réussi à s’extirper de sa condition de prolétaire en devenant un « intellectuel engagé » pour son époque) avait déjà compris bien des choses :
      https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k4004637/f1.item.texteImage.

      En fait, on en revient toujours au même : si tu ne prends pas fait et cause pour un camp, tu deviens automatiquement un « traître ».

      #campisme #bellicisme

    • Les accords de Minsk I et II n’ont pas été appliqués par la partie Ukrainienne. C’est un fait, pas un complot ni une vue de l’esprit.

      L’armée Ukrainienne préparait la reprise en main du Donbass fin 2021, sous la supervision des occidentaux et de l’Otan, c’est un fait, confirmé par deux signataires des accords de Minsk I et II, Merkel et Hollande. Ces deux là ont confirmé qu’ils ont signé ces accords pour gagner du temps et qu’il n’était pas question de faire le moindre compromis avec les habitants du Donbass.

      Ces compromis, l’application des accords de Minsk, qui consistaient en une fédéralisation de l’Ukraine, auraient permis d’éviter la guerre que l’on a aujourd’hui.

      Mais on continue de faire comme si cette guerre n’avait qu’un seul fautif.

    • Les accords de Minsk I et II n’ont pas été appliqués par la partie Ukrainienne. C’est un fait, pas un complot ni une vue de l’esprit.

      Oui et le Hamas a attaqué Israël le 7 octobre donc Israël a bien le droit de mener la guerre qui est menée (puisque apparemment on peut faire ce genre de parallèles, pourquoi se priver).

      Mais sinon les Russes ont vachement bien respecté le truc aussi ? Et attendez, ça venait d’où déjà ce besoin d’avoir des accords de Minsk ? Ce serait pas la Russie qui aurait financé des barbouzes (et non « les habitants du Donbass ») pour conquérir des territoires ukrainiens (et même envoyé ses propres militaires, ce qu’elle a reconnu ultérieurement) ?

      Petit conseil : arrêtez de lire le diplo sur le sujet car ils sont ridicules.

      Les dirigeant ukrainiens sont probablement critiquables, à peu près autant que les notre. Les dirigeants Russes actuels sont un peu un cran au dessus, entre les camps d’internement et les assassinats politiques mon choix est vite fait de préférer un Zelensky à Poutine. L’armée Russe enlève des enfants ukrainiens pour les emmener en Russie, pour les « rééduquer », rien que ce fait doit glacer le sang et amener à réagir.

      Le pacifisme, ça a du sens quand 2 pays (enfin surtout leurs bourgeoisies) à peu près égaux veulent se mettre sur la gueule en utilisant les prolos comme chair à canon. Quand il y a un agresseur à l’idéologie mortifère qui veut conquérir ses voisins, je pense que ça mérite d’y réfléchir à 2 fois avant de demander la paix, et on a quand même quelques exemples dans l’histoire (et encore actuellement).

    • Sur mes réseaux Mastodon, j’ai pleins de gens toute la journée, qui publient les éléments de langage pour voter pour Harris. Et toute la journée, tu constates que le parti Démocrate continue de soutenir le génocide de Gaza. Mais si tu es un bon petit occidental qui sait que Poutine est méchant, alors, tu sais que Trump est méchant, et qu’il faut lui préférer Harris. Ou Biden. Ou un autre. Peu importe. Il est démocrate et pro-occidental. Donc il est gentil. Et comme tu le dis « ça doit glacer le sang et amener à réagir ». En votant et se mobilisant pour Harris. Du camp des génocidaires. Avec des boussoles de ce genre, forcément, on finit tous dans les poubelles de l’Histoire sans crier gare.

    • L’inventaire des horreurs des uns et des autres ne suffit pas à expliquer comment on en est arrivé à une situation

      Oui c’est vrai parce que, comme cela a été dit, expliquer c’est excuser hein.

      Mais sinon je trouve ça assez cocasse de venir pleurnicher des accusations de traîtrise après avoir dit que les ukrainiens auraient soit disant mieux fait de se laisser envahir et en même temps de sous-entendre que les discours anti-poutine viendraient plus ou moins de gens qui sont pro-génocide israélien (pourtant Poutine est un bon pote de Netanyahou, c’est à n’y rien comprendre).

    • Poutine, bon pote de Netanyahou ? Arrête ton délire @alexcorp ...
      De toute façon, ton analyse est biaisée depuis le départ avec ton soutien indéfectible de l’Ukraine corrompue contre la Russie autocratique et autoritaire (oui, la Russie est un état dirigée par un autocrate mafieux mais Zelensky qui ne passe pas encore pour un autocrate est lui aussi passé maître en matière de corruption).

      Pour rappel, le pacifisme n’est pas se coucher devant un adversaire belliqueux (être « munichois ») mais surtout permettre aux parties belligérantes de se rencontrer pour négocier un arrêt des hostilités. D’aucuns nomment cela « diplomatie ». Cette notion est cruellement absente des confrontations de ce premier quart du 21e siècle, chacun préférant montrer ses muscles et pousser du menton virilement en prouvant aux médias qu’il aboie le plus fort. Fin de la blague.

    • Ah si, un dernier truc : qui était derrière la « révolution orange » et le mouvement Maïdan en 2013-2014 ?
      Du coup, Poutine a entrepris la « dénazification » de la Crimée et a encouragé la sédition dans le Donbass. C’est con, hein ?

    • @sombre https://www.lopinion.fr/international/le-lien-personnel-entre-poutine-et-netanyahu-permet-de-sauver-la-relation-r

      Les Israéliens n’appliquent pas, pour l’instant, de sanctions à l’égard de la Russie et ne fournissent pas l’Ukraine en armes. Les relations économiques restent modestes, mais ont progressé pour atteindre 2,7 milliards de dollars en 2023. Le lien personnel entre Vladimir Poutine et Benjamin Netanyahu, bien qu’ils aient réduit leurs échanges, permet de sauver la relation russo-israélienne et d’éviter les dérapages.

      Poutine et Netanyahu sont du même moule et s’entendent fort bien.

      D’aucuns nomment cela « diplomatie ». Cette notion est cruellement absente des confrontations de ce premier quart du 21e siècle, chacun préférant montrer ses muscles et pousser du menton virilement en prouvant aux médias qu’il aboie le plus fort. Fin de la blague.

      Ah mais je suis tout à fait d’accord, le problème c’est quand l’autre en face ne veut pas négocier, tu fais comment ? Et ça vaut pour Poutine et Netanyahu (là y avait 200 000 personnes dans les rues d’Israël lui demandant de négocier, il s’en fout complètement).

      Ah si, un dernier truc : qui était derrière la « révolution orange » et le mouvement Maïdan en 2013-2014 ?

      Faut pas faire du suspens comme ça, tu peux donner ta version des faits.

    • @sombre je l’avais lu à l’époque, je signale quand même que Berruyer est connu pour relayer le narratif russe (en point d’orgue, il avait été invité par Lavrov en 2019 à l’ambassade de Russie) et ce qui est clairement absent de son analyse c’est justement toutes les manipulations russes en arrière plan (et au passage, ça parle beaucoup de l’extrême droite ukrainienne, à raison hein, mais quid de l’extrême droite russe ? (qui, rappelons le, est en grande partie au pouvoir ou dans des forces paramilitaires type Wagner)).

      Bref, Maïdan est parti du fait que les russes ont mis la pression sur l’Ukraine pour qu’elle ne se rapproche pas de l’UE. En gros ça faisait 5 ans que l’Ukraine négociait un accord, les états membres de l’UE se mettant enfin d’accord (on peut être pour ou contre c’est pas la question, et les points soulevés par Berruyer sont pas déconnants), tout d’un coup t’as le président ukrainien qui dit « euh non en fait je veux plus, on va bosser avec les russes » (tiens donc...). Cela a abouti au renversement d’un président vu comme une marionnette des russes et les ukrainiens ont commencé à flipper de se retrouver dans un truc à la biélorusse (le mouvement est massif, c’est pas juste des fachos qui s’excitent). Suite à cela le président suivant (Porochenko) a signé l’accord avec l’UE. Ensuite la Russie a financé des barbouzes dans l’est de l’Ukraine et envahi la Crimée (je suppose bêtement que ça devait être la menace qui avait fait reculer le président renversé). Maintenant, évidemment que tout un tas de capitalistes trouvent un intérêt à cette guerre, en premier lieu l’industrie d’armement des Etats-Unis (mais ça n’a échappé à personne que depuis très longtemps les Etats-Unis aiment fourrer leur nez dans les affaires des autres, surtout si ça emmerde un de leurs ennemis).

    • Les pressions américaines sur Nord Stream 1 et 2 datent de bien avant 2014. Mais tout est bien qui finit bien, les américains vendent enfin leur gaz de schiste sous forme de GNL à l’Europe.

      Les magouilles entre capitalistes russes et américains pour prendre pied en Ukraine datent de bien avant 2014, d’où les instabilités de pouvoir dans ce pays, et les manœuvres choquantes, de part et d’autres.

      Tu as un article cette semaine qui évoque le fait que les affrontements entre capitalistes sont à l’origine des instabilités du monde. Et d’ailleurs, tu pourras constater que dès que Milei est arrivé au pouvoir, il s’est empressé de faire revenir le FMI et tous les fonds vautours, qui œuvraient depuis 20 ans pour un retour aux affaires, depuis qu’ils avaient été mis à la porte par quelques gauchistes, dont les gens bien centristes comme il faut savent t’expliquer comment et pourquoi ces gauchistes n’ont pas su se montrer suffisamment doués pour garder le pouvoir (on a les mêmes partout, ils parviennent systématiquement à t’expliquer que les gauchistes sont des nuls, et que les gens de droite sont méchants, ok, mais bon, y-a pas le choix ; sérieux les centristes, vous fatiguez).

    • @klaus : même si @alexcorp est prompt à dégainer un argumentaire « ad poutinum », je me réserve le droit de continuer à « ferrailler » avec lui parce qu’il en va de l’intelligence collective où « intelligence » signifie traitement pertinent de l’information dans ce cas précis. Bon mais là maintenant, j’ai pas trop le temps ...

    • @sombre après 30+ ans d’internet je ne vois plus beaucoup d’intelligence collective (Wisdom of Crowds cf. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Wisdom_of_Crowds) sauf pour les spider #AI qui collectent la connerie des foules afin de nous construire les nouveaux mondes à la con.

      J’aime les échanges ouverts avec des gens qui ne sont pas forcément d’accord avec moi surtout quand elles /ils me font découvrir des choses. La découverte de parti pris et d’arguments ad hominem n’en font pas partie. Pourtant je ne m’en fache pas. Lors ce que tu te prononces sur la toile, tu sais ce que tu fais ;-)

    • Il y a parfois un certain relativisme vis à vis du régime russe (ou au moins une minimisation du problème) qu’on ne retrouve pas quand il s’agit de parler des américains ou des israéliens (le meilleur exemple mainstream sur le sujet étant Mélenchon et sa clique, ce premier ayant par exemple dit que la Russie faisait du « bon boulot » en Syrie). Bon, j’aurais quand même lu ici que les Ukrainiens auraient mieux fait de se laisser envahir... (et c’est moi le troll...)

      Heureusement le NPA ou UCL ont des positions un peu plus réfléchies (cf par exemple ce communiqué au moment de l’invasion russe : https://www.unioncommunistelibertaire.org/?Ukraine-Retrait-immediat-des-troupes-d-occupation )

    • Oh ben tiens ! Je me permets une petite digression qui n’en est pas vraiment une en l’occurrence :

      La disputatio est une méthode ancienne qui présente de nombreux avantages. Parmi les missions de l’Institut Ethique et Politique, il en est une qui est de cultiver le doute face aux certitudes et de valoriser la liberté de chacun à penser différemment, sans qu’aucun point de vue ne soit présenté comme définitif. Il est vrai que grande est la tentation de rechercher le consensus par le ralliement à une position majoritaire pour mettre un terme à la discorde. De premier abord, cela nous semble le prix à payer pour garantir l’unité. Pourtant il serait dommage de faire taire ou d’étouffer l’expression d’opinions peut-être plus réconciliables qu’il n’y parait..

      https://www.ethique-politique.fr/disputatio-debat-contradictoire

      Maintenant concernant l’interprétation d’@alexcorp sur un soit-disant assentiment à l’invasion russe de l’Ukraine dans cette discussion :

      Bon, j’aurais quand même lu ici que les Ukrainiens auraient mieux fait de se laisser envahir...

      je répondrai en premier lieu par cette sorte d’oracle :
      « Ce n’est pas quand quand on a chié dans les draps qu’il faut commencer à serrer les fesses ».

    • @sombre
      C’est par rapport à cette phrase que je disais ça, je ne trouve pas que mon interprétation est si dingue :

      Au moment de l’invasion russe le gouvernement d’Ukraine avait le choix entre la guerre totale et la solution gaulliste. Au lieu de s’exiler à Londre il a opté pour le sacrifice de son peuple, qui l’a naturellement suivi .

  • Stern 14-2023 - Deutschland der peinliche Partner
    https://www.stern.de
    Lire ma traduction de l’éditorial plus bas -> (clic)


    La question n’est plus si tu es pour ou contre la participation de l’Allemagne à la #guerre en #Ukraine. Il faut que tu sois un participant fiable sinon l’embarras te tuera. C’est bien, on trouve toujours un prétexte pour se marrer.

    Les représentants du système capitaliste démocratique en place arrivent forcément à une conclusion plus grave qui risque de nous entrainer dans une guerre à option nucléaire, qu’on le veuille ou non. Voici ce que pense sincèrement le rédacteur en chef de la revue Stern .

    Liebe Leserin, lieber Leser!

    Quand j’étais jeune et naïf, et patati et patata ...

    Wozu Kriege da sind, habe ich bis heute nicht verstanden. Diese Frage hat mich viele Jahre be­ schäftigt, etwa als ich als Schüler gegen den ers­ ten Irakkrieg auf die Straße ging und wütend „Kein Blut für Öl“ rief, oder als ich später den Wehrdienst verweigert habe.

    Là les événements m’ont obligé à adopter une position d’adulte : L’homme est un loup pour l’homme, c’est Hobbes qui vous le dit et c’est un penseur plus important que moi donc plus grand que vous qui n’êtes même pas rédacteur en chef, alors comportez-vous comme des grandes personnes et acceptez les idées du grand homme qui constituent la base de notre systéme libéral. Depuis le XVIIe siècle et grâce à Hobbes on sait pourquoi il y des guerres. Et toc.

    Warum Kriege da sind, habe ich allerdings mitt­lerweile verstanden, zumindest glaube ich das. Sie brechen aus, weil der Mensch dem Menschen ein Wolf sein kann. Es gibt das Böse auf der Erde, und es gibt Menschen, die vor Krieg nicht zurückschre­ cken.

    Alors il faut montrer au grand méchant loup (Poutine) que nous n’acceptons pas qu’il emploie le moyen de la guerre parce qu’il en a envie.

    Dann kann es zu einer Situation kommen, in der Nichtstun und falsch verstandener Pazifis­ mus die wahren Sünden sind. Das gilt auch für die Ukraine. Denn dort tobt ein Krieg, weil ein Mann, Wladimir Putin, vor dem Krieg als politisches Mit­tel nicht zurückschreckte. Wir müssen ihm zei­gen, dass wir dieses Mittel nicht akzeptieren.

    Soyons raisonnables et donnons tort au ministre des affaires étrangères ukrainien qui dit que nous ne croyons pas vraiment en nos principes paisibles, donnons lui immédiatement ce qu’il désire, comme ça il ne nous mettra plus dans l’embarras.

    Der ukrainische Außen­ minister Dmytro Kuleba beschrieb gerade die deutschen Debatten um Waffenlieferungen an sein Land so: „Es ist immer ein ähnliches Muster. Erst sagen sie Nein, dann verteidigen sie ihre Entscheidung heftig– nur um am Ende doch Ja zu sagen.“

    Voyez, nous sommes de vrais démocrates pluralistes parce que nous permettons même à un chanteur et producteur un peu bête de s’exprimer sur la question alors qu’il n’est vraiment pas spécialiste en la matière.

    Nous sommes trop bons, n’est-ce pas ?

    Wir haben dieses Gespräch mit Bohlen (um das sich übrigens etliche andere Zeitungen und Magazi­ne bemüht hatten) nicht so prominent gedruckt, weil RTL dies wollte. Wir haben es gedruckt, weil es ein außergewöhnliches Gespräch war, mit einem sehr bekannten Deutschen, der trotz seiner großen Klappe durchaus manchmal leise Angst zu haben scheint, aus der Zeit gefallen zu sein. Und der in einigen Passagen schlicht beweist, dass viele Millionen verkaufter Platten jemanden nicht zum Experten auf allen Gebieten machen.

    Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur

    Je ne peux m’empêcher d’avoir l’impression que Grego Peter Schmitz est le grand méchant loup qui a avalé de la farine pour adoucir sa voix afin de nous faire croire qu’il est des nôtres. Ne tombons pas dans le piège qu’il nous tend. Restons vigilants.

    Let’s Show Them - Office for Emergency Management. War Production Board. (01/1942 - 11/03/1945)

    #Allemagne #bellicisme #presse

  • Le réseau terroriste allemand Reichsbürger et la lutte contre le #fascisme - World Socialist Web Site
    https://www.wsws.org/fr/articles/2022/12/20/pers-d20.html

    […] plus l’opposition sociale d’en bas est importante, plus les partis procapitalistes se déplacent ouvertement vers la droite et s’appuient sur la violence d’État et la terreur d’extrême droite pour la réprimer.

    Le fait qu’ils soient de temps en temps obligés d’arrêter des fascistes trop zélés n’y change rien. Personne ne devrait céder à l’illusion que le système judiciaire allemand, qui, à partir de 1933, était pratiquement uni au service des nazis, arrêtera la conspiration de droite. Au contraire, les mesures et les lois qu’elle adopte au nom de freiner l’extrême droite sont inévitablement dirigées contre les opposants au capitalisme et à la guerre.

  • https://blogs.mediapart.fr/b-girard/blog/260918/les-enfants-pour-la-paix-une-operation-commerciale-la-gloire-de-la-g

    Pour allécher le client, l’éditeur pose la question : « pourquoi est-ce important de se rappeler ce qu’il s’est passé pendant la guerre ? » - et apporte la réponse, sa réponse : « Se souvenir de cette guerre, c’est se rappeler toutes les personnes qui ont souffert, qui sont mortes, mais aussi qui se sont battues pour garantir, aujourd’hui, notre liberté. » Autrement dit, si la guerre fait des morts, c’est toujours pour la bonne cause. C’est d’ailleurs la leçon que l’on fait réciter à des enfants d’une école parisienne qui expliquent que, certes, s’il y eut des morts (uniquement français, comme il apparaît), la guerre est aussi à l’origine de nombreuses inventions, a permis l’émancipation des femmes et même – le croirait-on ? – la création de l’Union européenne… Se souvenir de la guerre, « c’est se rappeler les gens qui ont souffert et sont morts pour nous ». Pour ces écoliers de CM2, la guerre serait presque un bienfait pour l’humanité.

    #guerre (et pet) #bellicisme