• Eröffnung des Humboldt Forums: „Was für ein Monster“ - taz.de
    https://taz.de/Eroeffnung-des-Humboldt-Forums/!5781744

    C’est tellement sympa quand les voisins organisent une manifestation anticolonialiste aussi petite soit-elle.

    Eine Minute nach zwölf Uhr, die Glocken des Berliner Doms sind noch nicht ganz verhallt, ist sie plötzlich da. Wo sich eben noch Touristen vor der Brüstung der Rathausbrücke in Stellung brachten, um die der Spree zugewandte moderne Fassade des Humboldt Forums gut ins Handybild zu bekommen, steht nun eine junge Schwarze Frau, den Blick starr in die Ferne gerichtet. Wie ein lebendes Denkmal posiert sie auf dem Brückenkopf, das schwarze Kleid flattert um den schlanken Körper, in der linken Hand trägt sie einen Speer mit schwarzer Fahne. Ein paar Touristen nehmen sie gleich mit ins Bild.

    Auf der Steinbank vor der Brüstung zu Füßen der Frau sitzt Mnyaka Sururu Mboro. Der tansanische Aktivist ist der Vater der Aktivistin, ein alter Kämpfer gegen das Humboldt Forum und für mehr dekoloniale Erinnerung in der Stadt. Schon vor mehr als 15 Jahren, 2005, erzählt er, hätten sie in schwarzer Kleidung und mit schwarzen Fahnen an diesem Platz gestanden – beziehungsweise auf der anderen Seite des Gebäudes, das damals noch der Palast der Republik war.

    Mit dem Trauermarsch, so Mboro, „haben wir an den Maji-Maji-Krieg vor 100 Jahren erinnert, eine richtige Inszenierung war das mit Schlacht und Feuer“. Die schwarzen Fahnen seien das Zeichen der Maji-Maji-Krieger gewesen, die gegen die deutschen Kolonialherren kämpften. Der Krieg gegen die Aufständischen hat nach Historiker-Schätzungen bis zu 500.000 Menschen das Leben gekostet. „Was ganz interessant ist“, meint Mboro: Die Überlebenden, die nach einer „Politik der verbrannten Erde“ hungrig und obdachlos umhergeirrt seien, hätten damals ein riesiges Dinosaurier-Skelett gefunden. „Auch das haben sich die Deutschen geholt, die Überlebenden mussten die Knochen-Pakete zum Hafen tragen“, erzählt er kopfschüttelnd. Der Brachiosaurus brancai ist heute die Attraktion im Naturkundemuseum.

    So bringt die Denkmal-Aktion gleich ein paar Argumente der Gegner des Humboldt Forums auf den Punkt. Nicht nur würden mit dem rekonstruierten Schloss, in dem der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. wohnte, „die deutschen Kolonialherren gewürdigt“, wie Mboro eine Stunde später bei der Demo vor dem Lustgarten sagen wird. Auch der Inhalt des Schlosses, die ethnologischen Ausstellungen vor allen, die zwar nicht an diesem Dienstag, aber doch in zwei Monaten eröffnet werden, sind für ihn Anlass, von diesem Tag als einem „Trauertag“ zu reden.
    Wessen Stadt ist das?

    Gegen halb eins steigt Amina Koß vom Sockel und macht sich mit ihrem Vater und weiteren Ak­ti­vis­t*in­nen von Berlin Postkolonial auf den Weg zum Protest am Lustgarten. Sie sei in Berlin geboren und aufgewachsen, erzählt sie. „Aber wenn ich sehe, dass Hunderte Millionen Euro für Prunk und Pracht des Kolonialismus ausgegeben werden, frage ich mich, ob das noch meine Stadt ist.“ Wofür man diesen Wiederaufbau brauche, fragt sie rhetorisch. „Es ist Teil von Berlin, das viele Gebäude nicht mehr stehen, die Lücken haben einen Grund, den wir nicht vergessen sollten!“

    Ein älterer Herr spricht Koß auf ihre Darstellung und die schwarze Fahne an. Sie erklärt den Hintergrund, auch dass bis heute Tausende Schädel von geköpften Aufständischen in den Depots hiesiger Museen lagern und früher teils für „rassistische Forschungen“ herhalten mussten. „Bis heute warten die Menschen in Tansania darauf, dass sie zurückgebracht und beerdigt werden können“, sagt Koß. Der Mann hört gebannt zu, dann bedankt er sich. „Ich höre das zum ersten Mal, ich bin schwer erschüttert“, sagt er.

    Auf der Nordseite des Humboldt Forums laufen die letzten Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung mit Poli­ti­ke­r*in­nen-­Reden und Sektempfang. Die Schloss-Kritiker haben sich bereits gegenüber vor der malerischen Kulisse des Lustgartens positioniert und halten ihre Transparente und Plakate für die zahlreichen Fotografen in die Höhe. Rund 100 Ak­ti­vis­t*in­nen mögen es sein, und als Tahir Della von der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland um 13 Uhr die Veranstaltung für eröffnet erklärt, stimmen sie fröhlich in den zuvor eingeübten Schlachtruf ein: „Tear it down – and turn it upside down.“
    Was feiert ihr da?

    Der Spruch zielt auf die jüngste Forderung der Protestbewegung, formuliert von der relativ neuen Coalition of Cultural Workers against the Humboldt Forum (CCWAH): das Humboldt Forum zu definanzieren. Das Haus sei „das revisionistischste Gebäude der Stadt“ erklärt eine Rednerin der CCWAH: Die Gelder, die dafür nun fließen sollen (wohl rund 60 Millionen jährlich), „müssen umgeleitet werden für die Dekolonialisierung der Stadt“.

    Anschließend bringt Mboro mit einer emotionalen Rede die Gefühle wohl vieler Anwesender auf den Punkt, zumindest folgt seinen Worten vielfaches Kopfnicken und Topfklopfen. „Was für ein Monster!“, nennt er der das Schloss. Und fragt in Richtung der noch leeren Bühne gegenüber, wo gleich die Po­li­ti­ke­r*in­nen und Staatsgäste Platz nehmen werden. „Was feiert ihr da?“ Die geraubten Inhalte, die koloniale Hülle, die Gebeine in den Depots, Mboro meint: „Sie sollten sich schämen, was Sie da veranstalten!“

    lebendes Antikolonialdenkmal, Performance von Amina Koß, 20.7.2021, 12.00, Rathausbrücke Berlin - YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=e4W6ZSbi5sI

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Warum das Humboldt-Forum ein steingewordener Schlussstrich ist
    https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/warum-das-humboldt-forum-ein-steingewordener-schlussstrich-ist-li.1

    Das neu eröffnete Humboldt-Forum, so unser Autor, bedeutet das Ende deutscher Demut: In ihm spiegeln sich die erinnerungspolitischen Debatten unserer Zeit.

    Jürgen Zimmerer, 24.7.2021 - Das Humboldt-Forum im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss ist eröffnet: mit prächtiger Barockfassade und Kuppel nebst Kuppelkreuz. Viel war in den letzten Monaten zu lesen über ein angebliches Museum neuen Typs. Doch bereits jetzt hat dieses preußische Disneyland erinnerungspolitische Konsequenzen: Es ist in sich ein riesiges Werbebanner für die Berliner Republik. Eine Reklametafel für ein neues altes Deutschland, die zeigt, dass sich der historische Identitätskern verschiebt, von der Bonner hin zur Berliner Republik.

    Die Schlossattrappe steht symbolisch für eine neue Meistererzählung, die eigentlich eine rückwärtsgewandte und alte ist: Deutschland als Volk der Dichter und Denker, mit Berlin als borussisch-deutscher Kultur- und Wissenschaftsmetropole von Weltgeltung. Es ist die Umkehrung der hart erkämpften Perspektive, die deutsche(n) Nachkriegsidentität(en) von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts aus zu betrachten. Radikaler könnte der erinnerungspolitische Schnitt kaum sein.

    Seinen ursprünglichen Zweck hat das Humboldt-Forum damit bereits erfüllt: Der Ost-Berliner Palast der Republik ist verschwunden, die Brache in der Mitte der Stadt, die auch ein Mahnmal für die deutsche Teilung und den sie verursachenden Weltkrieg war, ist gefüllt. Die Fassade glänzt – ganz so, als hätte es Weltkrieg, Holocaust und Teilung nie gegeben.
    Die irrlichternde Megalomanie des Humboldt-Forums

    Wo man in Bonn dezidiert auf Demutsarchitektur setzte, die jeden Anklang an die megalomanischen Züge des Zweiten und Dritten Reiches bewusst verneinte, so ist in der Berliner Republik jener Prunk nun zurück. Es ist eine bleibende Hypothek, dass man für den realen Machtzuwachs Deutschlands innerhalb Europas und darüber hinaus keinen anderen Ausdruck fand als ein rekonstruiertes Symbol der Ungleichheit und des Antidemokratischen – ja, auch der irrlichternden Megalomanie: Man denke nur an den letzten dort residierenden deutschen Kaiser, Wilhelm II.

    Hat die deutsche Demokratie, mittlerweile bekanntlich eine Erfolgsgeschichte, wirklich keine andere Erzählung zu bieten? Muss man sich etwa nicht mehr in Demut üben, nur weil man sich selbst Läuterung attestierte, sich vom Virus der Großmannssucht und Weltpolitik geheilt erklärte – oder zumindest nicht mehr so von ihm befallen scheint wie die Altvorderen mit Pickelhaube? Deutschland ist eine Führungsmacht in Europa, das wissen alle Nachbarn. Dies auch demonstrativ herauszustellen, war schon in der Vergangenheit nicht klug und ist es auch heute nicht.

    Die deutsche Geschichte ist komplex und widersprüchlich. Wie kann man ins Zentrum seiner unverdient wiedergewonnenen staatlichen Einheit ein Monument der herrenmenschlichen Eindeutigkeit setzen – des personifizierten Machtanspruchs im Inneren wie Äußeren, nur Gott verantwortlich, nicht aber den Menschen, weder in Deutschland noch anderswo? Es sei denn, gerade dies ist die intendierte Botschaft: Deutschland ist wieder wer, die selbst auferlegte Zurückhaltung ist vorbei. Damit wäre das Stadtschloss ein Stein gewordener Schlussstrich.

    Selbst der borussischen Pressure Group für das Stadtschloss war klar, dass ein ungetarntes Zurück zur preußischen Monarchie auch im wiedervereinigungstrunkenen Deutschland nicht zu vermitteln wäre. Kultur sollte die kalte Umschreibung der Geschichte abfedern und verdecken. Ein Humboldt-Forum als Welt-Agora sollte die hässliche Fassade von innen stützen. Und zugleich sie um die Meistererzählung erweitern, der Berliner Republik ein neues Identifikationsangebot machen: Nicht Pickelhauben wollte man als Assoziationen, sondern Sammlungen, Kompendien, Weltabhandlungen. Das Image vom Land der Richter und Henker sollte zu dem der Dichter und Denker umgedeutet werden: Nationen-Marketing vom Feinsten!
    Das Ausblenden des kolonialen Erbes hat Folgen

    An diesem Punkt geriet die Debatte über Deutschlands koloniales Erbe in Konflikt mit dem neuen Narrativ, der über die Frage des Umgangs mit kolonialen Sammlungsgütern weit hinausgeht. Es ist bezeichnend, dass keiner der Verantwortlichen an das koloniale Erbe auch nur ansatzweise gedacht hat, als beschlossen wurde, das rekonstruierte Stadtschloss mit den Objekten des ehemaligen Ethnologischen Museums zu füllen. Nach all der Mühe, ein weltoffenes Berlin und Deutschland zu zeichnen – ein Zentrum der Wissenschaft und der Weltaneignung –, schuf man in Berlin ein Denkmal der Engstirnigkeit.

    Deutschland sah plötzlich gar nicht mehr modern aus, sondern ziemlich altbacken, wenn nicht gar reaktionär. Während überall über den Abbau und die Umwidmung kolonialer Denkmäler diskutiert wird, errang Deutschland den zweifelhaften Ruhm, ein gigantisches Kolonialdenkmal in die Mitte seiner neuen alten Hauptstadt zu setzen. Anders kann man den Ort der Raubgut-Sammlungen des ehemaligen ethnologischen Museums nicht nennen. Er ist immerhin zugleich die rekonstruierte Residenz des letzten deutschen Kaisers, in dessen Namen der erste Völkermord der deutschen Geschichte verübt wurde: gegen die Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika.

    Auch das vor wenigen Wochen mit großen Aplomb angekündigte Versöhnungsabkommen mit Namibia verblasst, wenn man bedenkt, dass die angekündigten Aufbauhilfen für Herero und Nama, aufs Jahr gerechnet, nur etwas mehr als die Hälfte der jährlichen Betriebskosten des Preußenschlosses ausmachen. Es sind nicht nur Nachkommen der Überlebenden des ersten Völkermords des 20. Jahrhunderts, die sich wundern, warum für den Wiederaufbau von Preußens Glorie Unsummen an Geld vorhanden sind, das an anderer Stelle für die Wiedergutmachung von Deutschlands Schande fehlt.
    Das Humboldt-Forum wird die Last seiner Fassade nicht los

    In der Diskussion um das Humboldt-Forum gipfelte eine seit Jahren in unterschiedlichen Kontexten geführte Debatte über das koloniale Erbe. Es mag dabei auch dem Zufall der verschobenen Eröffnung geschuldet sein, dass nun innerhalb weniger Wochen verschiedene Debatten wie die um den Genozid an den Herero und Nama, um die Benin Bronzen, das Luf-Boot und ganz generell auch die Bedeutung des Kolonialismus für die deutsche Geschichte in einem erinnerungspolitischen Kulminationspunkt zusammenlaufen. Aber zu keiner dieser Debatten hat das Humboldt-Forum überzeugende Antworten. Wie auch? Die Last der Fassade wird es nicht los. Die bedingungslose Aufarbeitung ist innerhalb des neuen Nationalnarrativs schlicht nicht möglich.

    Die Politik, kalt erwischt von der Debatte um Deutschlands koloniales Erbe, reklamiert diesen intensivierten Diskurs mittlerweile für sich. Wenn man jedoch, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Eröffnung sagte, in Anspruch nimmt, das Humboldt-Forum habe „schon vor seiner Eröffnung ganz wichtige Debatten über den Umgang zum Beispiel mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten angestoßen“, dann ist das ungefähr so, wie wenn man darauf hinwiese, Tschernobyl hätte die Debatte um Reaktorsicherheit vorangebracht. Es stimmt, war aber keineswegs beabsichtigt. Die Opfer und Kollateralschäden waren in beiden Fällen enorm.

    Wie viel hätte man erreichen können, hätte man das tatsächlich von Anfang an gewollt! In Wahrheit waren es Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die über Jahre nicht lockergelassen und auf den kolonialen Kern des Humboldt-Forums hingewiesen haben. Die die Politik zum Jagen tragen mussten und als Dank bei der Eröffnung vor der Tür blieben, wo sie ihren Protest fortsetzten. So gesehen ist die Geschichte des Humboldt-Forums auch eine Geschichte der kolonialen Amnesie und Arroganz sowie eines Diskurses eurozentrischer Beharrung angesichts der Kritik von außen, von unten und insbesondere auch von Menschen, die nicht weiß, mittelalt und männlich sind.
    Die koloniale Amnesie wird an allen Stellen deutlich

    Es passt zu dieser Amnesie, dass die Eröffnung des Forums ausgerechnet auf den 20. Juli gelegt wurde, jenen Tag, an dem 116 Jahre vorher im ebenfalls deutsch beherrschten Ostafrika, dem heutigen Tansania (und Ruanda und Burundi), der Maji-Maji-Krieg begann – der wohl opferreichste Kolonialkrieg des deutschen Reiches. Im Umfeld der Eröffnung wurde von den Verantwortlichen in Politik und Museen immer wieder betont, wie sehr das Humboldt-Forum die koloniale Aufarbeitung voranbringen würde. Erstaunlich, dass der Kriegsausbruch vor 116 Jahren mit keiner einzigen Silbe Erwähnung fand.

    Sicher, die Politik hat auf den letzten Metern der Legislaturperiode die Rückgabe eines „substantiellen Teils“ der Benin Bronzen angekündigt und nun den Entwurf eines Abkommens mit Namibia über eine Anerkennung und eine Entschuldigung für den ersten Völkermord der deutschen Geschichte vorgelegt. Ist kleinlich, wer darauf hinweist, dass es keinen exakten und verbindlichen Zeitplan für die Rückgaben nach Nigeria gibt? Und übrigens auch keine Klarheit darüber, was ein „substantieller Teil“ ist oder wer ihn definiert. Ist missgünstig und undankbar, wer darauf verweist, dass Herero und Nama das Abkommen mehrheitlich zurückweisen, weil sie sich in dessen Zustandekommen nicht angemessen beteiligt fühlen?

    All dies ist aus der Not geboren, durch öffentlichen, auch internationalen Druck erzwungen. Denn eigentlich steht die koloniale Debatte der großen Botschaft des Humboldt-Forums ja entgegen: einer positiven Besinnung auf die nicht kontaminierten Seiten deutscher Geschichte. Das koloniale Erbe führt sehr deutlich vor Augen, dass deutsche Verbrechen wie Genozid und Rassenstaat nicht auf den Zeitraum 1933–1945 beschränkt waren, sondern weit in die deutsche Geschichte zurückreichen. Es zeigt, dass Wissenschaft, Kunst und Kultur eben nicht Gegenpole jener Gewaltgeschichte waren, sondern oftmals von ihr profitierten, sie zum Teil sogar ermöglichten. Eine unkritisch positive deutsche Geschichte gibt es nicht. Es kann sie auch gar nicht geben.

    Das bedroht natürlich die Botschaft der geschichtspolitischen Wende, die durch das Humboldt Forum, aber auch durch die Sanierung der gesamten Museumsinsel forciert wurde. Die Reaktion der Verfechter war entsprechend: Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen, die für einen dekolonialen Zugang eintraten, wurden und werden pauschal diskreditiert. Es geht eben um viel mehr als um Objekte.
    Auch der „Zweite Historikerstreit“ spiegelt sich im Humboldt-Forum

    Aus dieser Perspektive erscheint auch das, was gerade als „Zweiter Historikerstreit“ diskutiert wird, in neuem Licht. Im ersten verteidigten linksliberale Historiker und Denker die Bundesrepublik gegen eine konservative geschichtspolitische Wende mit einer deutlichen Relativierung des Holocaust im Dienst einer neo-nationalen Erzählung. Nun aber werden diejenigen diffamiert, die die deutsche Verantwortung auf koloniale Verbrechen ausweiten wollen.

    Es gibt einem zu denken: Je mehr das nationale Geschichtsnarrativ weg von den Verbrechen des 20. Jahrhunderts auf eine vermeintliche Normalgeschichte davor gelenkt wird, desto stärker wird das Jahrhundertverbrechen des Holocaust herausgestellt. Dazu wird eine Singularität beschworen, die das Menschheitsverbrechen Holocaust de facto aus der deutschen Geschichte herausnimmt. Es ist die Vereinnahmung des Holocaust in nationaler Absicht, die sprachlos macht – der Missbrauch der unbestreitbaren Singularität, um die Verbindungen des Holocaust in die deutsche Geschichte zu kappen. Was jedem Vergleich entzogen ist, wird enthistorisiert. So wird zugleich die deutsche Schuld und eine positivere Nationalgeschichte beschworen. Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes würde das Gegenteil dessen bedeuten: Sie würde aufzeigen, wie tief verwurzelt in der deutschen Geschichte der Rassenstaat und das genozidale Denken waren.

    Diese Geschichtskämpfe zeigen sich auch im neuen Streit um das Kaiserreich, das moderner war, so heißt es, als das Zerrbild von Pickelhaube und Untertanentum vermuten lasse. Allerdings bedeutet „modern“ noch nicht gleich „positiv“. Was nicht vergessen werden darf: Es waren moderne Elemente, die Deutschland auf den Weg nach Auschwitz führten. Auch der Rassenstaat und Genozid in Deutsch-Südwestafrika waren in diesem Sinn modern.

    Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit treten in der deutschen Gesellschaft heute (wieder) offen zutage. Aufklärung über die Geschichte und Kritik wohlfeiler Narrative ist das Gebot der Stunde. Es gilt, die Vergangenheitspolitik und ihre Errungenschaften, die von der Nachkriegsgeneration gegen große Widerstände erkämpft werden mussten, zu verteidigen. Gerade das Humboldt-Forum sollte dazu mahnen.

    #Berlin #histoire #architecture #colonialisme

  • Silwan: A silent war for Jerusalem’s soul
    By Latifeh Abdellatif , Huthifa Fayyad for Middle East Eye
    – – IMEMC News
    https://imemc.org/article/silwan-a-silent-war-for-jerusalems-soul

    Since the Israeli occupation of East Jerusalem in 1967, Silwan has been the target of ongoing illegal Israeli settlement activity. Qutaiba Odeh is one of thousands of Palestinians in the ancient town fighting home demolitions and evictions to remain in their homes.

    https://www.youtube.com/watch?v=220SdttKYnY&t=56s


    Transcribed by IMEMC

    Qutaiba Odeh: “We live in a silent war. It’s a war you don’t hear or see, but as Palestinians in Jerusalem, we live it around the clock. There is not a house in Silwan today that does not have a story or a hardship. Either they have someone in prison, someone wounded or martyred, a child or a young man detained, a house threatened with demolition by the [Israeli] municipality or facing eviction by [Israeli] settlers.

    My name is Qutaiba Odeh, a resident of Silwan town. My dream is that our generation does not live the same Nakba our forefathers lived. I am a from a Palestinian family in Jerusalem living in Silwan. We are a family of 21 members living in three neighborhoods. In Silwan, we have three houses, two of them threatened with demolition and the other one threatened with eviction.

    If we speak about Jerusalem, we speak about Silwan. Yabous (Jebusites), the first Canaanite tribe, started in Silwan. The origin of human settlement in Jerusalem started in Silwan. Silwan is the southern safeguard of the Old City and al-Aqsa Mosque. Palestinians here live in approximately 12 neighborhoods, 6 of these neighborhoods are threatened with forced displacement and ethnic cleansing. We are here today in al-Bustan neighborhood. The [Israeli] occupation municipality decided in 2004 to demolish this neighborhood and turn it into a biblical park.

    They want to settle in Arab towns and neighborhoods in Jerusalem among the Palestinian population in East Jerusalem. they want to abolish the idea of Jerusalem being the capital of Palestine through these settlement projects here and there, so that in the future they’ll be the majority and we the minority. Settler organizations like Ateret Cohanim, Elad and the Jewish National Fund are very active here and have a lot of influence. They are the other face of the right-wing occupation government.” (...)

    #Silwan #colonialisme_de_peuplement #Jerusalem

  • Quand la science permet de penser les réparations coloniales

    La base de données du projet de recherche « Repairs » sur les réparations, compensations et indemnités au titre de l’esclavage (Europe-Amériques-Afrique) entre le XIXe et le XXIe siècle vient d’être rendue publique. Sa coordinatrice, Myriam Cottias explique la nécessité de penser la question des réparations liées à l’esclavage et à la période coloniale à travers une démarche scientifique. Quand la recherche sur le passé sert à définir la société d’aujourd’hui.

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2021/07/22/quand-la-science-permet-de-penser-les-reparations-colon

    #colonialisme

  • Sur scène à Avignon, riz, banane et chocolat racontent le colonialisme
    https://www.francesoir.fr/actualites-france/sur-scene-avignon-riz-banane-et-chocolat-racontent-le-colonialisme

    Dans les années 80, « mon père immigré a ouvert sans doute l’un des premiers restaurants africains (au Havre, Normandie) avec un associé tunisien qui faisait du couscous. Lui préparait le mafé et j’ai longtemps pensé que ce plat était traditionnel. Or c’est récent et lié au colonialisme : le riz ne poussait pas en Afrique, la pâte arachide a été importée par le colon des Etats-Unis », explique-t-elle à l’AFP.

    « Cette nourriture s’est imposée sur le continent, notamment en Afrique de l’Est, et les habitudes alimentaires ont été modifiées », ajoute-t-elle.

    – « Pas pour accuser » -

    « Autophagies. Histoires de bananes, riz, tomates, cacahuètes, palmiers. Et puis des fruits, du sucre et du chocolat » : voici le titre du spectacle, ou plutôt de cette « eucharistie documentaire » comme elle préfère l’appeler. « On se réunit pour se nourrir ensemble, pour se remémorer » ces histoires « d’exploitation qui continuent jusqu’à aujourd’hui », précise Eva Doumbia.

    #colonialisme #colonisation #nourriture

  • L’Empire du sucre
    https://laviedesidees.fr/L-Empire-du-sucre.html

    À propos de : James Walvin, #Histoire du sucre, histoire du monde, La Découverte. Aujourd’hui décrié pour ses effets sur la santé, le sucre est omniprésent dans notre #alimentation, mais cela n’a pas toujours été le cas. En retraçant son histoire, Walvin démontre à quel point son influence politique, économique et sociale a modelé nos sociétés modernes.

    #colonialisme #consommation
    https://laviedesidees.fr/IMG/docx/2021_sucre.docx
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20210721_sucre.pdf
    https://laviedesidees.fr/IMG/docx/20210721_sucre.docx

  • New Israeli government’s land seizure - where’s the EU ?
    By Sarit Michaeli - Jerusalem, 16. Jul,
    https://euobserver.com/opinion/152448

    (...) The EU, through the West Bank Protection Consortium, funded solar electricity systems, and mobile toilets, among other forms of assistance, to allow Humsah residents to build resilience against this hostile environment.

    European diplomats protested Israel’s conduct also vis-à-vis the Israeli ministry of foreign affairs, logging a diplomatic demarche in February 2021, which also included the ubiquitous request that Israel return any European donor-funded material that had been confiscated.

    That same month, European position was delivered to the UN Security Council, when six current and former members demanded that Israel halt its continuous demolitions of the village.

    The flurry of diplomatic activity clearly failed to impress the Israeli occupation authorities.

    Last Wednesday (7 July), soldiers and civil administration staff arrived at the community, declared the area a closed military zone and denied journalists, human rights activists and diplomats access.

    The forces dismantled and confiscated residential and agricultural structures, belonging to nine families with a total of 61 members, including 34 minors. The forces also destroyed water tanks, fencing and farming equipment.

    The residents’ belongings were loaded onto trucks that transported them to the ’Ein Shibli community, which lies west of Khirbet Humsah, on the edge of Area C, which Israel has earmarked for their permanent forcible transfer - a war crime. (...)

    #colonialisme_de_peuplement #IsraelUE

    • L’UE prête à un « nouveau départ » avec Israël mais attend des gages (Borrell)
      12 juillet 2021 Par Agence France-Presse
      https://www.mediapart.fr/journal/fil-dactualites/120721/l-ue-prete-un-nouveau-depart-avec-israel-mais-attend-des-gages-borrell

      L’UE est prête à un « nouveau départ » avec Israël, mais attend du nouveau gouvernement des gages de sa volonté de trouver une solution avec les Palestiniens, a annoncé lundi le chef de la diplomatie européenne, Josep Borrell, après une réunion avec le ministre des Affaires étrangères Yaïr Lapid.
      « Nous attendons qu’Israël offre une perspective politique pour trouver une solution avec les Palestiniens. L’UE est prête à les aider à relancer le processus de paix, mais nous savons que ce n’est pas pour demain », a déclaré Josep Borrell, au cours d’une conférence de presse, après une réunion avec les ministres des Affaires étrangères de l’UE et un déjeuner de travail avec leur homologue israélien.
      « Nous sommes prêts à reprendre les relations bilatérales, mais il existe encore de sérieuses divergences entre les membres de l’UE pour relancer le conseil d’association avec Israël qui ne s’est pas réuni depuis 2008 », a-t-il souligné.
      « Beaucoup sont pour, mais d’autres pas. Or pour relancer le conseil d’association, il faut que les 27 trouvent un consensus. Et il faut que le nouveau gouvernement israélien démontre que les choses ont changé depuis 2008, notamment sur la politique de colonisation », a-t-il précisé. « Israël doit apporter sa pierre à l’édifice », a-t-il conclu. « M. Lapid s’est prononcé publiquement pour la solution de deux Etats, mais nous attendons un engagement crédible », a-t-il expliqué.
      « La Belgique, comme l’UE, demande la fin de l’occupation et de la politique de colonisation, y compris à Jérusalem-Est », a déclaré la ministre belge des Affaires étrangères, Sophie Wilmès, dans un communiqué. « La démolition et la confiscation de propriétés dans la communauté palestinienne de Humsa - Al Bqai’a la semaine dernière sont extrêmement préoccupantes », a-t-elle souligné. (...)

  • Les enfumades du Dahra toujours présentes dans les mémoires

    Dans les annales du colonialisme, il y a cette date 18-20 juin 1845, mais il y a aussi l’avant et l’après 8 Mai 1945 où l’armée coloniale a perpétré des massacres en Algérie et ailleurs.

    Ces enfumades se sont déroulées entre le 18 et le 20 juin de l’année 1845 dont se sont rendus coupables les sinistres Cavaignac, Pélissier, Saint Arnaud et Canrobert.

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2021/07/13/les-enfumades-du-dahra-toujours-presentes-dans-les-memo

    #histoire #colonisation

  • Du vin, de la bière, un héritage colonial et un mécano fiscal

    En poussant la porte d’un caviste Nicolas, peu de clients savent qu’ils pénètrent dans une enseigne du groupe Castel, une multinationale qui s’est im- posée comme le premier négociant français de vin, troisième sur le marché international. À la tête de l’entreprise, la très discrète famille Castel compte parmi les dix premières fortunes hexagonales. Mais ce champion vinicole est aussi – et surtout – un vieil empire françafricain de la bière et des boissons gazeuses.

    Note sur : Survie : De l’Afrique aux places offshore
    L’empire Castel brasse de l’or

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2021/07/12/du-vin-de-la-biere-un-heritage-colonial-et-un-mecano-fi

    #castel #afrique

  • The draconian law used by Israel to steal Palestinian land | Israel-Palestine conflict News | Al Jazeera

    https://www.aljazeera.com/news/2021/7/8/how-israel-backs-settlers-to-confiscate-palestinian-lands

    In early May, more than 50 Jewish families packed their bags and moved to a hilltop in the West Bank in the occupied Palestinian territory.

    They quickly erected modular homes, a synagogue, a nursery, and even dug a playground to claim a piece of land they neither purchased nor inherited.

    #israël #palestine #loi_des_absent #colonisation #accaparement

  • “Green colonialism”: the background behind a Western outlook https://ideas4development.org/en/green-colonialism-western-outlook


    07 January 2021
    Visuel “Green colonialism”: the background behind a Western outlook on African nature
    A group of tourists observe a lion in a natural park in South Africa. Photo by Adrega / Pixabay

    In his book L’Invention du colonialisme vert – Pour en finir avec le mythe de l’Éden africain (“The Invention of Green Colonialism – Putting an end to the myth of the African Eden,” Flammarion, 2020), the environmental historian Guillaume Blanc analyzes the undercurrents and consequences of an idealized vision of African nature inherited from the colonial period.

    What is this “African Eden” myth invented by Westerners and linked to the notion of “green colonialism” that you talk about in your book?
    The African Eden is the myth, created in the colonial period, of a wild and virgin-nature Africa. When European settlers went to try their chance in Africa in the 1860s and 1870s, they left behind a continent whose landscapes were being radically transformed by urbanization and industrialization. In Africa, they were convinced that they had rediscovered the nature that, back home, was in the process of being lost.

    Then, from the end of the 19th century, the popular press took up this narrative and made it fashionable. These are the stories of Stanley and Livingstone, hunting expeditions by Roosevelt and Churchill, and literature such as Ernest Hemingway’s The Snows of Kilimanjaro and Karen Blixen’s Out of Africa. These cultural products describe an Africa untouched by human presence, where nature and animals rule. But this Africa doesn’t exist. It never did. Like Europe, Africa is inhabited and farmed. The concept of a virgin-nature Africa is as absurd as the one according to which the African has not fully entered into history. But this myth is so deeply ingrained in people’s minds that it persists to this day.
    From a scientific point of view, this idea of a primeval Africa of virgin nature has never existed.

    Another myth that won’t go away is that of primeval forests. At the end of the 19th century and the beginning of the 20th, botanists, especially from France, studied the forest cover of West Africa. They noted that most villages were surrounded by a forest belt and that there was savanna between the village and the forest. The “climax community” theory led them to believe that, prior to human settlement, Africa was covered with a huge, virgin and primeval tropical forest. They hypothesized that the savanna was the result of the destruction caused by the local populations. But these scientists read ecosystem history backwards! In most semi-arid environments, the presence of trees in fact came about through that of humans, thanks to gradual fertilization of the soil. Nonetheless, the myth of primeval forests is a stubborn one. Even today, belief in it sometimes prevails over fact. UN experts say, for example, that 90% of primeval forests have disappeared in Sierra Leone and Guinea, while in reality forest cover has been increasing there for two centuries.
    But weren’t ecosystems, and especially certain species, ever threatened with extinction?

    Of course, and that’s why it’s essential to carry out conservation policies. The colonial era is synonymous with particularly strong destruction of ecosystems. Colonization led to intensified hunting, especially for the ivory trade. About 65,000 elephants were killed each year in Africa at the end of the 19th century. The forest also suffered damage because of conversion to farmland. Between 1850 and 1920, 95 million hectares of forest in Africa and Asia were cleared, four times more than in the previous 150 years. But the European settlers didn’t realize that the ecological damage they were witnessing was actually their doing. They put the blame on the colonized people and decided to create hunting reserves. And the people living on those reserves were strictly controlled, if not expropriated. These same hunting reserves were converted into national parks in the 1930s.

    What is behind your assertion that Africa’s nature parks are perpetuating a tradition of “green colonialism”?

    In the 1950s, the organizations and imperial institutions promoting nature conservation changed their names. For example, at the same time as they created hunting reserves and then parks, colonial administrators and hunters founded the Office International de Documentation et de Corrélation pour la Protection de la Nature in 1928. In 1934 this organization became the International Office for the Protection of Nature (OIPN), in 1948 the International Union for the Protection of Nature, and in 1956 the International Union for Conservation of Nature—the IUCN as we know it today. In fact, many conservation institutions and NGOs were created during the colonial period.

    During its seventh General Assembly in 1960, IUCN, with support from FAO and UNESCO, launched the “African Special Project.” A conference was then held in 1961 in Arusha, Tanzania, with heads of state of around 20 newly independent countries. Its organizers explained that it was necessary to continue the work achieved in the parks, especially faced with the “Africanization of nature programs.” It was at that conference that the World Wide Fund for Nature (known in some regions as the World Wildlife Fund), or WWF, was created. This organization went on to finance the sending of Western conservation experts all over Africa. However, these experts were mostly reconverted colonial administrators who, throughout the continent, perpetuated the notion that nature had to be emptied of its inhabitants in order to be protected.

    That’s why I speak of “the invention of green colonialism.” It’s not a question of neo-colonialism, but of post-colonialism, because heads of state have found it to be to their advantage. They have been programmed to believe in the international system of heritage conservation and have utilized international standards to promote their own interests. It’s this alliance between Western experts and African leaders that is responsible for perpetuating this colonial tradition.
    What are the consequences of this “naturalization” process for the local populations in Africa?

    The process of “naturalizing” Africa’s parks involves “dehumanizing” them, often by force. Today, we no longer speak of evictions, but of “voluntary departures.” But when these population displacements take place in an authoritarian State, like Ethiopia, these departures become not voluntary but forced. International organizations are aware of this but prefer to look the other way. When people living in those parks are not evicted, they are criminalized. Millions of farmers and shepherds are fined for cultivating the land or for grazing their herds in the mountains, or they face prison sentences for poaching small game. Sometimes the local people are subject to violence by eco-guards equipped with weapons and high-tech equipment financed by international institutions or NGOs. For the past thirty years, we’ve been witnessing a militarization of parks in Africa, encouraged by the international community. Sometimes there have been tragic consequences.
    The background to the conception of nature parks in Europe is different. Why?

    The nature parks there were not created in the same way as in Africa. If local populations were quickly integrated into European parks, it’s because the nation-states there were built with the notion of heritage in which the peasantry generally played an integral part. In France, for example, the parks created in the 1960s are a means of preserving “traditional” peasant farming. This process has not always been exempt of violence: the creation of parks also helped in the forced republicanization of mountain villages. But the difference is that, in Africa, not only was park-related violence much more intense, but it has never come to an end.

    A comparison between two parks is enlightening. In 2011, UNESCO classified the Cévennes region in France as a World Heritage Site, citing the cultural landscape of agropastoralism that has existed there for 3,000 years and that shapes the landscape. In contrast, in 2016, the people living in the Simien Park in Ethiopia were evicted because UNESCO felt that agropastoralism was threatening the natural value of the land. In other words, while Europeans shape their environment, Africans are thought to degrade it…

    Interview conducted by Flora Trouilloud (ID4D Editorial Team)

    #colonialisme #colonialisme_vert #parcs_naturels #Ethiopie #IUCN #decolonising_landscape #écologie_décoloniale

  • Les clichés de la #violence coloniale
    https://laviedesidees.fr/Foliard-Combattre-punir-photographier.html

    À propos de : Daniel Foliard, Combattre, punir, photographier. Empires coloniaux, 1890-1914, La Découverte. À l’instar des mitrailleuses, les appareils Kodak permettent de célébrer la « modernité » occidentale. Mais jusqu’à quel point la #photographie montre-t-elle la violence européenne en Afrique et en Asie ?

    #Histoire #colonialisme #crime_d'Etat

  • Tropiques toxiques, le scandale

    Dans cette bande-dessinée dense et extrêmement bien documentée, l’autrice Jessica Oublié nous emmène sur les traces du chlordécone, un pesticide massivement utilisé dans la culture de la banane de 1972 à 1993, et démontre point par point en quoi cette pollution relève, aux Antilles, d’un scandale d’État. Alors que la toxicité de cette molécule était connue et documentée dès les années 1970, elle a malgré tout été épandue pendant 22 ans, entraînant une pollution des sols pour des centaines d’années et une contamination de 65% des cours d’eau.

    Note sur : Jessica Oublié, Nicola Gobbi, Kathrine Avraam, Vinciane Lebrun : Tropiques toxiques, le scandale du chlordécone

    https://entreleslignesentrelesmots.blog/2021/07/03/tropiques-toxiques-le-scandale

    #ecologie #colonisation

  • La Malédiction du #pétrole

    Le pétrole est devenu indispensable à l’économie mondiale, c’est sa plus grande richesse, mais aussi sa plus grande malédiction. Retraçant l’histoire de ce paradoxe les auteurs se penchent avec acuité sur le sujet.
    Depuis près d’un siècle et demi, l’or noir a été le moteur de la croissance et la source des plus grands malheurs. Combien de temps cet état va-t-il durer alors que même la catastrophe écologique du réchauffement climatique ne semble pas peser dans la décision de s’en passer ? Mais à quand remonte cette course à l’abîme ? C’est ce que les auteurs entreprennent de raconter.

    https://www.editions-delcourt.fr/bd/series/serie-la-malediction-du-petrole/album-malediction-du-petrole

    #BD #bande_dessinée #livre

    #Caucase #Russie #Frères_Nobel #raffinerie #Branobel #Bakou #pipeline #steam-tanker #marée_noire #Rotschild #puits_de_pétrole #mer_Noire #Batoumi #Bnito #puits_de_Bibi-Heybat #histoire #compagnie_pétrolière #Mer_Caspienne #industrie_pétrolière #Pennsylvanie #Edwin_Drake #potion_Drake #Oil_Creek #Pithole #Devil_Bill #John_Davison_Rockfeller #Rockfeller #Standard_Oil_Company #7_soeurs #John_Rockfeller #Cleveland #raffinage #Massacre_de_Cleveland #Sumatra #Staline #Koba #grèves #Royal_Dutch_Shell #industrie_automobile #OPEP #moteur_à_explosion #Jamais_contente #Henry_Ford #Ford #Ford_Motor_Company #moteur_électrique #General_Motors #Ford_T #Detroit #USA #Etats-Unis #Indonésie #colonialisme #essence #énergie #progrès #Esso #Stocony #Socal #Gulf_oil #Texaco #Anglo-persian_oil #William_Knox_d'Arey #Perse #Plaine_du_Naphte #guerre #comité_des_vaisseaux_terrestres #tank #Irak #Compagnie_française_des_pétroles (#CFP) #Total #accords_Sykes-Picot #Moyen-Orient #simple_ligne_de_sable #désert_arabique #Rub_al-khali #Standard_oil_of_California #Ras_Tanura #Harry_St_John_Bridger_Philby #Sheikh_Abdullah #Quart_vide #Kim_Philby #Philby #Arabie_Saoudite #Saoud #WWI #WWII #première_guerre_mondiale #seconde_guerre_mondiale #Canal_de_Suez #Red_Bell_Express #Pacte_de_Quincy #Algérie #Sahara_algérien #extractivisme #CIA #Saddam_Hussein #Arabian_American_oil_company (#ARAMCO) #Ghawar #combine_en_or #Venezuela #optimisation_fiscale #Iran #ENI #Libye #Italie #Pier_Paolo_Pasolini #Enrico_Mattei #guerre_du_Kippour #choc_pétrolier #Conférence_de_Bagdad (1960) #Juan_Pablo_Pérez_Alfonzo #Abdullah_al-Tariki #King_Hubbert #Trente_Glorieuses #premier_choc_pétrolier #Exxon_Mobile #BP-Amoco #pétrole_de_schiste #plateformes_offshore #groupe_Carlyle #Carlyle #schiste #fisc

  • Decolonizzare la città. Dialoghi Visuali a Padova -
    Decolonizing the city. Visual Dialogues in Padova

    Il video partecipativo, realizzato con studenti e studentesse del laboratorio Visual Research Methods (prof.ssa Annalisa Frisina) del corso LM Culture, Formazione e Società Globale, esplora l’eredità coloniale inscritta nelle vie e piazza di Padova. I sei protagonisti/e del video, artist* e attivit* afrodiscendenti, dialogano con questi luoghi, mettendo in atto contronarrazioni intime e familiari che sfidano la storia ufficiale, lasciando tracce del loro passaggio.

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    The participatory video made by the students of Visual Research Methods laboratory (prof. Annalisa Frisina), Master’s degree in Cultures, Education and Global Society, explores the colonial legacy of Padova’s roads and squares. Six afro-descendent artists and activists interact with these places, giving life to intimate counter-narratives that challenge the official history, leaving their personal traces.

    https://www.youtube.com/watch?v=B6CtMsORajE

    Quelques images tirées du film :


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    Où on apprend que les enfants « métissés » étaient appelés « #figli_di_due_bandiere » (fils de deux drapeaux)

    #villes #décolonial #décoloniser_la_ville #Italie #Padoue #Padova #héritage_colonial #colonialisme #toponymie #toponymie_politique #géographie_urbaine #historicisation #histoire #traces #mariage_mixte #Corne_de_l'Afrique #colonialisme_italien #Antenore #fascisme #histoire_coloniale #impérialisme #piazza_Antenore #citoyenneté #néo-colonialisme #pouvoir #Amba_Aradam #blessure
    #TRUST #Master_TRUST
    #film #film_documentaire

    ping @cede @karine4 @isskein

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    Ajouté à la métaliste sur le #colonialisme_italien :
    https://seenthis.net/messages/871953

  • Mathilde Cohen, blanchité alimentaire (#French_food_Whiteness)

    Une vidéo dans laquelle Mathilde Cohen, Université du Connecticut (https://www.law.uconn.edu/faculty/profiles/mathilde-cohen), explique le concept de blanchité alimentaire appliqué à la cuisine français fait polémique.
    Pour voir la vidéo (que je n’ai pas trouvé sur le site de Sciences Po - mais pas trop cherché non plus) :
    https://twitter.com/jeromegodefroy/status/1408443135643074560

    La vidéo est tirée d’un séminaire organisé à l’Université de Nanterre et dans lequel Mathilde Cohen a été invitée :

    Conseil de Laboratoire suivi d’un séminaire sur Law, Food, and Race : The Whiteness of French Food par Mathilde Cohen, professeure à l’Université du Connecticut.

    https://ctad.parisnanterre.fr/reunion-et-seminaire-du-ctad-999209.kjsp

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    L’article de Mathilde Cohen, sur le même sujet :

    The Whiteness of French Food. Law, Race, and Eating Culture in France

    Food is fundamental to French identity. So too is the denial of structural racism and racial identity. Both tenets are central to the nation’s self-definition, making them all the more important to think about together. This article purports to identify and critique a form of #French_food-Whiteness (blanchité alimentaire), that is, the use of food and eating practices to reify and reinforce Whiteness as the dominant racial identity. To do so, it develops four case studies of how law elevates a fiction of homogeneous French/White food as superior and normative at the expense of alternative ways of eating and their eaters—the law of geographical indications, school lunches, citizenship, and cultural heritage.

    https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3819684
    #identité_raciale #racisme_structurel #nationalisme #blanchité #homogénéité #mythe_de_l'homogénéité #cantines #citoyenneté #patrimoine #patrimoine_culinaire #patrimoine_culturel #AOP #IGP

    –—

    Réaction de Renaud Epstein sur twitter :

    Que CNews, Valeurs Actuelles et quelques autres déversent leur haine sur une chercheuse du CNRS sans avoir lu ses travaux, c’est assez attendu.
    Que le community manager du ministère @lesoutremer entre en connivence avec ceux qui l’attaquent, c’est assez effrayant.
    #WinterIsComing

    https://twitter.com/renaud_epstein/status/1409093048370438147

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    Tweet de Jérôme Godefroy qui se dit journaliste :
    https://twitter.com/jeromegodefroy/status/1408443135643074560

    #Mathilde_Cohen #blanchité_alimentaire #colonialisme #décolonial #alimentation #recherche #université #science #sciences_sociales #cuisine_française

    ping @karine4 @cede

    • Hyper intéressant Cristina, merci ! Il y a un parallèle aux Pays-bas où les immigrés d’Indonésie étaient controlés s’il mangeaient bien des pommes de terre et pas du riz comme signe de leur intégration.

  • #Résurgence holocénique contre plantation anthropocénique

    La « soutenabilité » est le rêve de transmettre une #terre_habitable aux générations futures, humaines et non-humaines. Cet article soutient qu’une soutenabilité digne de ce nom exige la #résurgence d’un modèle multi-espèces, en résistance aux tendances de la #colonisation_capitaliste qui transforme tout en #plantations de #monoculture. Pour affronter les défis de l’Anthropocène, nous devons faire davantage attention aux #socialités qui se trament entre les espèces, socialités dont nous dépendons tous. Aussi longtemps que nous maintenons une séparation imperméable entre nous et tout ce qui n’est pas humain, nous faisons de la soutenabilité un concept cruel relevant de l’#esprit_de_clocher. Nous perdons de vue le tramage commun qui rend possible la vie sur Terre des #humains avec les #non-humains. De toutes façons, maintenir cette #séparation ne fonctionne pas : les efforts des investisseurs pour réduire tous les autres êtres au statut d’actifs ont généré de terrifiantes écologies, que je qualifie ici de #proliférations_anthropocéniques.

    https://www.cairn.info/revue-multitudes-2018-3-page-77.htm
    #soutenabilité #anthropocène #humain #non-humain #Anna_Tsing #écologie #extinction #prédation #matsutake

  • #esclavage : La Cour suprême n’inquiètera pas Nestlé dans une affaire de travail des enfants afp/jop/vic

    La Cour suprême des Etats-Unis a mis un terme jeudi aux poursuites engagées sur le sol américain contre la filiale américaine de Nestlé, accusée de complicité de travail forcé d’enfants dans des plantations de cacao en Côte d’Ivoire. Elle ne s’estime pas compétente.
    Par cette décision, la Cour suprême a cassé la décision d’une juridiction inférieure qui avait accueilli favorablement le dépôt d’une plainte contre Nestlé et le groupe de négoce de matières premières agricoles Cargill il y a plus de quinze ans. Une Cour d’appel avait en effet jugé que les plaignants pouvaient saisir les tribunaux fédéraux parce que les entreprises avaient pris « des décisions opérationnelles importantes » aux Etats-Unis.

    « Elle s’est trompée », a décidé la Cour suprême dans cet arrêt pris à la majorité de huit de ses neuf juges. Pour elle, tous « les actes relevant de la complicité de travail forcé - mise en place des formations, achat des engrais, des outils et envoi d’argent liquide aux fermes - ont eu lieu en Côte d’Ivoire » et la justice américaine ne peut pas les juger.

    Maliens capturés dans leur enfance
    Le dossier était porté par six Maliens qui disent avoir été capturés dans leur enfance puis maintenus en esclavage dans des plantations ivoiriennes, où la filiale américaine du groupe Nestlé et le géant américain du négoce et de la transformation de matières premières agricoles Cargill achetaient du cacao.

    En 2005, ils avaient porté plainte aux Etats-Unis contre Nesté USA et Cargill, arguant que les deux entreprises savaient ce qui se passait dans ces exploitations et avaient fermé les yeux pour « maintenir un avantage compétitif ».

    Loi bridée par la Cour suprême
    Après divers rebondissements, des tribunaux fédéraux avaient validé la procédure lancée en vertu d’une loi de 1789, le « Alien Tort Statute », qui permet de saisir les tribunaux civils américains en cas de violations du droit international.

    Cette loi, initialement pensée pour lutter contre les actes de piraterie, connaît une nouvelle vie depuis une cinquantaine d’années sous l’impulsion des défenseurs des droits humains. Mais la Cour suprême a restreint à plusieurs reprises sa portée, interdisant notamment en 2018 les poursuites contre des entreprises étrangères.

    Source : https://www.rts.ch/info/regions/vaud/12285524-la-cour-supreme-ninquietera-pas-nestle-dans-une-affaire-de-travail-des-

    #nestlé #Cargill #enfants #alimentation #multinationales #agroalimentaire #nutrition #agriculture_et_alimentation #exploitation #travail #esclavage_moderne #exploitation #capitalisme #colonialisme #états-unis #violence #colonisation #agriculture #usa #etats_unis #cacao #Côte_d’Ivoire

  • Colonial Crimes: World map of justice initiatives - JusticeInfo.net
    https://www.justiceinfo.net/en/78677-colonial-crimes-world-map-justice-initiatives.html

    The colonial past is back in the spotlight in many countries, from New Zealand to France, Canada to Germany, or Sweden to the Netherlands. Official apologies, demands for reparations and restitution of cultural heritage, truth commissions: Can the arsenal of transitional justice deal with colonial crimes and their consequences in today’s world?

    #colonialisme #colonisation #reconnaissance #réparation #restitution #crime_contre_l'humanité

  • In just a month, illegal settler outpost sprouts up on Palestinian lands
    Amira Hass | Jun. 7, 2021 | 11:01 PM - Haaretz.com
    https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-in-just-a-month-illegal-settler-outpost-sprouts-up-on-palestinian-

    The aim of settlers at Evyatar, which already boasts some 40 buildings, is to prevent any contiguity between the three villages on whose lands they are currently building. Civil Administration inspectors can’t keep up with the pace of construction in the West Bank

    In the past month, in the heart of a Palestinian rural area south of Nablus in the West Bank, a new/old outpost called Evyatar is being constructed and expanded. Although only a short period of time has passed, there are already around 40 structures on the site. The massive construction is being carried out overtly, at the initiative of the Nahala settlement movement, which is providing financing and logistical assistance, and with the backing of the Samaria Regional Council. However, this past Sunday, two days after this article was first published in Hebrew, a military order was issued that is supposed to prevent entry to the site and to enable its demolition. The settlers vow to defy the order.

    After a few unsuccessful efforts, the outpost is now being built on land belonging to the villages of Beita, Qabalan and Yatma, in close proximity to their orchards and stone terraces, on a hill that was the site of an army base in the 1980s. Last month, during protests by villagers against the outpost, live fire by the Israeli army killed two young men from the village of Beita and wounded some 25 others. On Sunday the army blocked the main entrance to that village.

    The general secretary of Nahala, Daniella Weiss – whom Haaretz was referred to by the outpost settlers, as their spokeswoman – said last Thursday that the outpost covers several dozen dunams as of now, but has the potential to expand to 600 dunams (about 150 acres). As of Sunday 46 families were already living there. Weiss said another 75 are hoping to join them soon.

    Evyatar is located about 1.6 kilometers east of the Za’atara (Tapuah) Junction and according to the settlers’ Facebook page it “prevents the creation of a connection between the villages of Qabalan, Yatma and Beita” – but on the other hand, creates contiguity between the settlements of Tapuah, west of the Za’atara Junction, and Migdalim, about nine kilometers southeast of the junction.

    The Civil Administration told Haaretz that the structures in Evyatar were erected “illegally, without the necessary permits.” In other words, without a decision by that body’s Supreme Planning Council and without a proper master plan – which means that the public did not have a chance to submit its objections. The administration also said that “enforcement will be carried out at the site in accordance with authorizations and regulations, and subject to operative considerations.”

    Haaretz has learned that this kind of reply is given when military and/or political leaders intervene in order to prevent evacuation of a settlement, as evidenced by the many illegal and unauthorized agricultural outposts dotting the northern Jordan Valley: They have continued to expand in the past three or four years despite demolition orders against them.

    Daniella Weiss confirmed that demolition orders for the Evyatar outpost were indeed issued, but “not for all the structures, because every day new ones are being built.” In other words, Civil Administration inspectors can’t keep up with the pace.

    A resident of Kiryat Arba who moved to Evyatar told Haaretz last Tuesday: “The Israelites left Egypt in haste, and Evyatar was built in haste.” And in fact, the residents of Qabalan and Beita report hearing heavy machinery operating day and night.

    The Civil Administration did not reply to Haaretz’s question about the legal status of the land.

    Weiss claims that the property on which the outpost is being erected is in the process of being declared state land, within the area of jurisdiction of the Samaria Regional Council. When the military base was originally built on this site, an order was issued that green-lighted temporary seizure of the (privately owned) land for military purposes.

    Villagers recall their parents and grandparents cultivating the local fields, and explain that since the evacuation of the military base in the 1990s, they were prohibited from building there because the site is in Israeli-controlled Area C, where Palestinians are not allowed to build – even on their own private land.

    The outpost is named after Evyatar Borovsky, a resident of the settlement of Yitzhar who was murdered by a Palestinian in May 2013. Following his murder there were three attempts to build an outpost at the site – in 2013, 2016 and 2018 – but the mobile homes and other structures erected there were evacuated very quickly. This time – just hours after the shooting attack against three students of the yeshiva in the settlement of Itamar, on May 2 – settlers began to set up awnings, mobile homes and tents, all at once. After reports of the death of Yehuda Guetta, one of the students, it was decided to name the study hall after him.

    ‘No hut on a rocky hill’

    When Haaretz asked why the authorities did not immediately evacuate the structures springing up this time, Weiss said that it’s due to a combination of the settlers’ daring and a deliberate decision to operate differently.

    “If you take a risk and demonstrate daring, you increase the chances [of succeeding],” she said, adding that the Nahala movement and the settlers decided that they did not want "a hut on a rocky hill, but a mass, with concrete blocks immediately, with heavy equipment immediately – in a big way.”

    Weiss added that right after the May 2 attack, military forces were preoccupied with the search for the shooter, which is how the opportunity was created at Evyatar.

    “It’s not that someone gave us freedom of movement,” she says, “but a situation arose, and families started to arrive. And then the war [between Israel and Hamas, in the Gaza Strip] broke out.” In other words, another factor that kept the army busy.

    Weiss was not aware of the report in the daily Maariv on January 11 to the effect that Prime Minister Benjamin Netanyahu issued a directive asking that the Supreme Planning Council approve the construction of 400 additional residential units in Beit El, Evyatar, Shavei Shomron and other settlements.

    Some of the structures brought into Evyatar are mobile homes that have seen better days; other buildings have been assembled on site from prefab components (such as walls, windows, closets and so on), and there are several concrete structures as well. Last week the settlers started paving the internal streets with asphalt. Last Tuesday the parking lot was still unpaved; by Thursday it was covered with asphalt.

    Piles of plywood were lying on the ground – awaiting assembly. In addition to the study hall, and a small grocery which is supposed to become a supermarket, there is already a nursery school with a small playground and a swath of artificial grass.

    Last Tuesday many children could be seen, as well as about 10 women and some 20 to 30 young men, most of them armed with rifles or pistols, “but not all of them,” says Weiss. “If only there were more armed men.”

    There is no fence around the outpost, an approach that she says is in keeping with her decades-old philosophy, implemented in her own settlement, Kedumim – to the effect that fencing is a sign of fear and weakness. Nor were any soldiers seen at the outpost on Tuesday. Weiss says that they were in Beita. According to a post on the website Hakol Hayehudi, the “Israeli canine unit” – a private organization based in the settlement of Tapuah – sent guard dogs and their handlers to Evyatar, along with technological means of protection.

    Some 90 percent of the work going on at the outpost is being done on a voluntary basis, Weiss says; low wages are being paid to those hired to work. Nahala is responsible for bringing in the heavy machinery (shovels, a cement mixer, and so on). During the first days at the site, residents of the surrounding Palestinian villages noticed that uniformed troops were helping with the construction. Weiss says they were apparently soldiers “who saw and became enthusiastic about building the land – soldiers who are often bored and are happy when there’s action. But there’s no need, because there are loads of young people who are working here.”

    A crowdsourcing campaign directed by Zvi Sukkot, an associate of the head of the Samaria Regional Council, a member of the hard-right Otzma Yehudit party and a spokesman for the settlement of Yitzhar – has brought in donations totaling about 1,200,000 shekels (about $370,000). The settling “cell” registered for Evyatar is one of seven organized by Nahala. Weiss adds that a number of families with eight or nine children have moved to the outpost (they have been allocated concrete structures, which are larger than the mobile homes). Two of the families in the cell are from Petah Tikva and the rest from West Bank settlements.

    Many people supporting the effort at Evyatar have made pilgrimages to the site, including the rabbi of Safed Shmuel Eliyahu; Rabbi Elyakim Levanon of the Samaria Regional Council, Rabbi Shimon Rosenzweig of Tapuah; MKs Miki Zohar (Likud) and Amichai Shikli (Yamina); and members of the Bnei Akiva youth movement. Last Shabbat residents hosted hundreds of supporters.

    MK Mossi Raz (Meretz) turned to Defense Minister Benny Gantz on May 3, the day the establishment of the outpost was declared, and demanded its immediate evacuation in order to prevent an escalation of tensions. He traveled to the village of Beita “in order to ask permission from the legal landowners to go up [to the outpost] in order to see what was happening on their land, and to console them in their mourning.” Raz told Haaretz that his letter to Gantz, which warned about the crime being perpetrated by the settlers “was totally ignored and has not been answered to this day. Settlements are a war crime that must not be ignored.”

    #colonialisme_de_peuplement

  • Shrinking Palestinian Civic Space: IOF Raid and Close UHWC in al-Bireh
    Date: 09 June 2021 – Palestinian Centre for Human Rights
    https://www.pchrgaza.org/en/shrinking-palestinian-civic-space-iof-raid-and-close-uhwc-in-al-bireh

    On Wednesday, 09 June 2021, Israeli Occupation Forces (IOF) raided and ransacked the Headquarter of the of the Union of Health Work Committees (UHWC) in Sateh Marhaba neighborhood al-Bireh. They confiscated some its contents and then closed it. The Palestinian Centre for Human Rights (PCHR) strongly condemns IOF’s closure of a healthcare organization, stressing it is part of IOF’s systematic policy to polish off the Palestinian civil society and undermine its role in supporting the Palestinian resilience under the occupation.

    According to PCHR’s follow-up, at approximately 05:00, IOF backed by military vehicles moved into al-Bireh and stationed in Sateh Marhaba neighborhood. IOF raided UHWC’s headquarter (2 floors in al-Sartawi building). They removed the outside doors and raided and ransacked the headquarter. They confiscated the hard disks from the computers and removed the cupboard doors to confiscate the files. IOF then closed the main door of the UHWC’s office with metal bars and fixed an order issued by the “Israel Defense Forces Commander in Judea and Samaria” to close immediately the office for 6 months. The order also warned the employees from entering their offices otherwise they will be arrested or prosecuted for disobeying the military orders.

    Shatha ‘Odeh, UHWC’s Director, commented on the order to close the office and said, “this military order will negatively affect the organization’s work and continuity to provide healthcare services to citizens as the closure of the headquarter will hinder work in the branch offices in terms of administrative and financial matters. Moreover, the closure will restrict our relation with the donors when they know that the headquarter is closed in addition to shaking the confidence of medicine and medical devices’ suppliers in the organization.”

    Previously on 08 March 2021, IOF raided and ransacked the same headquarter in addition to confiscating the computers. At the same time, they arrested one of the organization’s employees from his house in Ramallah. At the time, PCHR condemned this incident and called upon the international community to take action in order to protect the Palestinian civil society.

    It should be noted that UHWC is a well-respected Palestinian non-governmental organization that was founded in 1985. UHWC is active in the field of health and community development in the Palestinian territory from a human rights perspective; it has branches in most Palestinian cities in the West Bank and Gaza Strip. (...)

    #Colonialisme_de_peuplement

  • Avec les propos de Jean d’Amérique, écrivain haïten, « l’aigle impériale » prend du plomb dans l’aile.

    Le rôle de Napoléon dans l’histoire de la révolution haïtienne n’est pas une mémoire oubliée en Haïti. Les gens savent le mal que l’esclavagisme rétabli en 1802 par le consulat, ce système d’exploitation capitaliste, a fait au pays et au peuple haïtien. Mais d’une certaine façon, on peut dire que les Haïtiens ont déjà résolu les questions qui agitent aujourd’hui les Français, puisqu’ils ont résisté et renversé ce système. Il n’y a pas de débat. Peut-être que l’enseignement, ou la transmission de l’histoire en général ne va pas assez en profondeur pour que chacun puisse vraiment comprendre tous les enjeux autour de ce qui s’est passé dans la colonie de Saint-Domingue où naîtra en 1804 la première république noire d’Haïti. D’ailleurs, on peut parfois avoir l’impression que les Haïtiens n’ont que ça à célébrer : la victoire contre Napoléon. Haïti reconnaît ses héros, il n’y a pas d’ambiguïté sur le personnage de Napoléon, personne ne s’interroge pour savoir si c’était « un mec bien ».

    https://aoc.media/entretien/2021/05/21/jean-damerique-en-haiti-il-ny-pas-dambiguite-sur-le-personnage-de-napoleon/?loggedin=true
    (voir en commentaire de ce post)

    #Haïti #esclavage #Premier-Empire #colonialisme #femmes_en_luttes #littérature #théâtre #oralité

    • Jean D’Amérique : « En Haïti, il n’y a pas d’ambiguïté sur le personnage de Napoléon »
      Par Raphaël Bourgois
      Journaliste

      Pour le jeune écrivain haïtien Jean D’Amérique, l’affaire est entendue et ne souffre aucune ambiguïté : le rôle de Napoléon dans l’histoire ne peut être séparé du rétablissement de l’esclavage. Si l’affaire ne souffre aucun débat en Haïti, la mémoire de la lutte pour l’indépendance et contre l’esclavage, de ses héros, reste à construire dans toute sa complexité. La littérature peut y participer, et peut-être créer les conditions d’une mémoire commune qui fait aujourd’hui défaut.

      Jean D’Amérique, jeune poète, dramaturge et romancier haïtien, est actuellement en résidence d’écriture en France, ce qui lui a permis de suivre les débats qui ont agité la commémoration du bicentenaire de la mort de Napoléon. Pour constater qu’il y a encore un long chemin à parcourir avant de réconcilier les mémoires, notamment sur la question sensible de l’esclavage, son abolition, son rétablissement, ses répercussions jusqu’à nos jours, sa réparation… Ses poèmes rassemblés dans des recueils comme Petite fleur du ghetto (Atelier Jeudi Soir, 2015) ou Nul chemin dans la peau que saignante étreinte (Cheyne, 2017) ; ses pièces de théâtre comme Cathédrale des cochons (éditions Théâtrales, 2020) ; son premier roman Soleil à coudre (Actes Sud, 2021) ; toute son œuvre est traversée par la violence et le chaos qui font le quotidien d’Haïti sans la résumer.

      Actuellement en France, en résidence d’écriture, vous avez pu suivre tous les débats qui ont entouré les commémorations du bicentenaire de la mort de Napoléon, notamment sur la question du rétablissement de l’esclavage. À ce sujet, on s’est finalement peu interrogé sur ce que les premiers intéressés en pensaient. Quelle mémoire les Haïtiens gardent-ils de Napoléon ?
      Le rôle de Napoléon dans l’histoire de la révolution haïtienne n’est pas une mémoire oubliée en Haïti. Les gens savent le mal que l’esclavagisme rétabli en 1802 par le consulat, ce système d’exploitation capitaliste, a fait au pays et au peuple haïtien. Mais d’une certaine façon, on peut dire que les Haïtiens ont déjà résolu les questions qui agitent aujourd’hui les Français, puisqu’ils ont résisté et renversé ce système. Il n’y a pas de débat. Peut-être que l’enseignement, ou la transmission de l’histoire en général ne va pas assez en profondeur pour que chacun puisse vraiment comprendre tous les enjeux autour de ce qui s’est passé dans la colonie de Saint-Domingue où naîtra en 1804 la première république noire d’Haïti. D’ailleurs, on peut parfois avoir l’impression que les Haïtiens n’ont que ça à célébrer : la victoire contre Napoléon. Haïti reconnaît ses héros, il n’y a pas d’ambiguïté sur le personnage de Napoléon, personne ne s’interroge pour savoir si c’était « un mec bien ».

      Vous évoquez l’esclavagisme comme un système capitaliste, pensez-vous que le système des plantations, défendu par Napoléon à travers la décision de rétablir l’esclavage, doit être vu comme la prémisse du capitalisme qui se développera au XIXe siècle ?
      Oui, tout à fait. C’est clairement, selon moi, ce qui s’est passé à Saint-Domingue : la mise en place par les colons d’un système capitaliste qui, pour exister, utilise tous les moyens de la répression, de la violence et du racisme. Le capitalisme et l’esclavage sont indissociables. Je dirais même que le second, tel que l’a connu Haïti, est le socle du premier ; la traite des êtres humains est l’un des plus grands produits du capitalisme. C’est l’enfance même de ce système. Les colons qui sont arrivées sur l’île n’étaient intéressés que par une seule chose : la richesse, le profit. Ils ont vu là une terre à exploiter, et trouvé en Afrique des êtres humains à kidnapper afin de nourrir leur système. Le capitalisme est à l’origine de toutes les formes de violence qui se passent et qui se sont passées à Haïti.

      Il y a un héros haïtien qui est particulièrement mis en avant, c’est Toussaint Louverture, figure de proue de la révolution. Est-ce qu’il y a là aussi selon vous un décalage entre la mémoire haïtienne et la mémoire française ?
      Toussaint Louverture a une place importante en Haïti, et en effet, comme vous le suggérez, on ne traite pas la mémoire de ce héros de la même façon qu’en France. Je prendrais pour exemple l’inauguration récente, à Paris où je me trouve actuellement, d’un jardin Toussaint Louverture. Je dois dire que j’ai beaucoup ri lorsque j’ai lu le panneau, où a été inscrit « Toussaint Louverture, général français », alors que Toussaint est une personnalité essentielle de cette période de lutte contre l’esclavage – donc contre la France ! Mais il n’est pas considéré de cette façon en France, ni d’ailleurs les autres héros de Haïti. Je voudrais dire ici que je trouve tout de même étrange qu’on n’évoque que Toussaint en France, alors que la révolution haïtienne a été portée par beaucoup d’autres personnalités. Je pense à Jean-Jacques Dessalines, cet ancien esclave, lieutenant de Toussaint Louverture, qui proclame l’indépendance d’Haïti le 1er janvier 1804. Il est certain que Dessalines portait une vision beaucoup plus radicale, qui l’a mené à conduire la révolte jusqu’à l’indépendance d’Haïti. Ce qui n’est évidemment pas un bon souvenir pour la France… Alors que Toussaint, lui, a été capturé et déporté sur le sol français, où il est mort un an avant la proclamation de l’indépendance. Aujourd’hui, on tente de réhabiliter Toussaint, mais dans une perspective française. Et c’est cela qui pose problème : l’incapacité à replacer l’Histoire à l’endroit où elle se passe vraiment.

      Comment l’expliquez-vous ?
      Les Français pensaient pouvoir négocier avec Toussaint et éventuellement lever les obstacles au rétablissement de l’esclavage. Il faut reconnaître qu’il a lui aussi joué ce jeu de la négociation, jusqu’au moment où il s’est fait capturer. Mais je pense que cette bienveillance à l’égard de Toussaint Louverture n’est pas une reconnaissance de son véritable combat et de celui des autres héros et héroïnes de la guerre d’indépendance. Je parle de Dessalines, je parle de Sanité Belair, je parle de Dutty Boukman – qui initia une révolte d’esclaves lors de la cérémonie du Bois Caïman, le 14 août 1791, acte fondateur de la révolution haïtienne – et de beaucoup d’autres. La réhabilitation de Toussaint Louverture en France n’est rien d’autre qu’une posture. Car il n’y a pas de négociation possible avec un interlocuteur qui veut absolument rétablir l’esclavage. J’entends ou je lis souvent que la France a aboli l’esclavage à Saint-Domingue. C’est complètement faux, et ce n’est pas parce qu’il existe des textes qui le proclament que c’est vrai. Haïti a longtemps combattu l’esclavage, même avant 1791, où la rébellion va prendre une telle ampleur qu’elle mènera à la révolte générale des esclaves, il a toujours existé des mouvements de résistance. Toutes les tentatives d’action de la France vis-à-vis de cette insurrection ont eu pour but de remettre en place le système colonial, jamais de l’abolir. Ce sont les esclaves qui ont aboli l’esclavage.

      Il y a une question qui agite le débat en France, c’est celle de la réparation. Puisqu’au moment de l’abolition, ce sont les propriétaires d’esclaves qui ont reçu des compensations, la question se pose aujourd’hui de la façon dont la France pourrait indemniser la société haïtienne actuelle, héritière de cette époque. Quel est votre sentiment à ce sujet ?
      C’est très important, parce que ce qui s’est passé est très grave. Je crois en effet que la première chose à faire est une réparation, pas tout à fait « symbolique », mais une réparation au niveau du discours autour de ces évènements. Jusqu’à présent, la France a du mal à reconnaître cette histoire et les responsabilités qu’elle porte, mais pour avancer il faut que les choses puissent être dites, il faut que tous les acteurs reconnaissent ce qui s’est passé. Au niveau matériel, la réparation financière est également indispensable selon une idée simple : vous m’avez volé quelque chose, il est juste que vous me la rendiez. Il n’y a pas de débat à avoir là-dessus, et ce n’est pas parce que le temps a passé que ce n’est plus important. Il ne s’agit pas du tout de répondre à un sentiment de rancune, d’une revanche, mais d’une nécessité si nous voulons nous réconcilier avec cette mémoire commune. Il faut recoudre ce qui a été totalement déchiré. La réparation de l’histoire comme la réparation matérielle des dégâts qui ont été causés sont essentielles.

      Est-ce que cette histoire nourrit votre travail d’écrivain, à la fois de poète, d’auteur de théâtre, de romancier ? Lorsque vous abordez la violence actuelle en Haïti, estimez-vous qu’elle est l’héritière directe de cette époque ?
      Haïti porte toujours les séquelles de l’esclavage, et cela ne fait aucun doute pour moi que les racines de la situation actuelle, instable et violente, plongent dans cette époque. La dette contractée par Haïti auprès de la France en 1825 pour prix de son indépendance, et pour indemniser les propriétaires d’esclaves, a été payée jusqu’à très récemment, et continue de peser puisqu’elle a participé à son appauvrissement. Cette dette coloniale a fait beaucoup de mal à un pays qui était en train de se construire, ou de se reconstruire, après avoir vécu une longue période sous le joug du système esclavagiste. C’est comme si l’esclavage continuait sous une autre forme, et aujourd’hui, dans le rapport entre Haïti et la France, le fait que l’État français n’arrive pas à reconnaître ses responsabilités dans cette histoire partagée pose beaucoup de problèmes à Haïti. Il y a une ambiguïté qui subsiste.
      Pour en venir au traitement littéraire de cette période de l’histoire, il est vrai que je travaille surtout sur des thèmes qui ont un rapport avec l’actualité ou, en tout cas, les temps actuels. Mais je me suis emparé de ce sujet d’une façon particulière : je suis en train de terminer une pièce de théâtre composée autour d’une figure héroïque de cette période, Sanité Belair, une jeune femme qui s’est engagée très tôt dans le combat anticolonialiste. Elle a vécu entre 1780 et 1802, et s’est engagée très tôt dans sa vie, en pleine effervescence des mouvements de libération. Elle a grimpé rapidement les échelons dans l’armée révolutionnaire haïtienne, d’abord sergente, elle accède au grade de lieutenante. Elle se fera capturer par les colons en octobre 1802, une période décisive qui se situe un an avant la dernière bataille qui scellera l’accès d’Haïti à l’indépendance. À l’époque, les rebelles capturés étaient exécutés selon leur genre : les hommes fusillés, et les femmes décapitées. Sanité Belair refuse le sort qui lui est destiné et elle obtient le droit d’être fusillée. C’est un acte politiquement fort. Je travaille donc autour de cette figure, et surtout de sa représentation aujourd’hui, dans l’Histoire, que ce soit en Haïti ou en France, par rapport à cette place qu’elle occupe, ou en tout cas devrait occuper.

      Quelle est cette place selon vous ?
      Elle est sous-estimée : en Haïti, on connait son nom mais pas forcément son histoire ; en fait, dans les espaces dits de mémoire de l’esclavage ou des combats anti-esclavagistes, elle est mise en retrait, voire totalement absente. Dans le musée du Panthéon national en Haïti, elle n’a pas la même place que les autres héros. Sur le Champ de Mars en Haïti, qui est la plus grande place publique de Port-au-Prince, toute une partie de l’espace public est dédiée à des héros de l’indépendance – mais elle n’y est pas, contrairement à d’autres figures qui reviennent tout le temps : Dessalines, Toussaint, Henri Christophe (militaire devenu président de la République du Nord, puis premier roi de Haïti), Alexandre Pétion (militaire devenu président de la République du Sud). Sa seule et unique présence dans l’espace public en Haïti est son portrait qui figure depuis près d’une dizaine d’années sur le billet de dix gourdes, la monnaie nationale, soit le billet avec la plus petite valeur. De plus, et ceci est assez problématique à mon sens, son portrait a remplacé celui d’une autre femme, Catherine Flon, insurgée et fille naturelle de Dessalines, qui a créé le drapeau bicolore de Haïti. En France, c’est encore pire, Sanité Belair n’est tout simplement jamais évoquée. À part très récemment par Christiane Taubira en réaction à l’absence de discours d’Emmanuel Macron à l’occasion de la Journée nationale des mémoires de la traite, de l’esclavage et de leurs abolitions ce 10 mai dernier, alors qu’il avait tenu un long discours quelques jours plus tôt aux commémorations consacrées à Napoléon. Elle a qualifié ce silence « d’édifiant », et ajouté que plutôt que Bonaparte, elle choisit et préfère les figures de Toussaint Louverture, Sanité Belair et d’autres héros anti-esclavagistes non blancs. C’est l’une des seules fois où j’ai entendu son nom en France.
      Je travaille donc autour de la sous-représentation de cette figure de la révolution. Pour rédiger l’argumentaire de ma pièce, j’ai été amené à faire des recherches, mais il n’y a aucun document consacré essentiellement à son personnage. Dans la plupart des livres qui retracent l’histoire d’Haïti, je trouvais seulement – et encore, quand elle y figurait – des textes de la taille d’un paragraphe, d’une page à la limite, et dans lesquels se trouvent toujours les mêmes informations. Par conséquent, je travaille aussi à partir de cette absence de matière. C’est évidemment tout l’inverse de Napoléon qui a fait l’objet d’innombrables volumes, de milliers et de milliers de pages. Ce déséquilibre m’amène à poser ces questions : comment fabrique-t-on les héros et héroïnes ? qui choisit-on de préserver dans l’histoire, et pourquoi ? Ce ne sont pas des choix innocents que de mettre, à un moment particulier, telle ou telle personne en avant. Si aujourd’hui ce débat, cette soi-disant polémique autour de Napoléon se produit en France, c’est parce que le traitement d’un sujet d’une telle ampleur dans l’Histoire – dans la manière de raconter l’Histoire – a forcément un impact sur la société. Notre vision des choses est construite par ce que nous lisons, par ce qu’on nous raconte, par ce qui est représenté dans l’espace public… Toutes ces représentations construisent des symboles, un imaginaire collectif. Et cette absence de conscience historique en France ne permet pas à notre génération de trouver un terrain abordable pour regarder l’avenir ensemble, parce qu’il existe ce vide dans la manière de raconter l’Histoire.

      Quel rôle peut tenir une pièce comme celle que vous êtes en train d’écrire. Il ne s’agit pas de faire un travail d’historien ?
      Pas du tout ! La pièce que je suis en train de terminer n’est même pas biographique en tant que telle : c’est une transposition de l’histoire de Sanité Belair dans notre temps. Je m’inspire du parcours de cette femme pour l’amener dans l’espace contemporain, afin qu’elle vienne elle-même nous poser la question de l’oubli en manipulant les outils à disposition aujourd’hui, le fonctionnement de notre société. Je pense que l’écriture me permet d’aller beaucoup plus loin que le travail historique en tant que tel. En effet, les informations peuvent bien exister, mais que fait-on avec cette Histoire ? La littérature permet pour moi d’ouvrir une brèche, et même de tenter de réparer ce qui est absent dans celle-ci. Grâce à la littérature et avec l’Histoire, je vais essayer de provoquer une transformation du réel, de ses éléments historiques, afin de proposer d’autres perspectives sur celui-ci. Écrire, c’est refuser ce qui existe déjà, refuser le monde tel qu’il est, tel qu’on le conçoit, tel qu’on l’envisage ; c’est créer un autre monde, exprimer un désir d’un autre monde, d’une autre manière de voir les choses. Et j’ai l’impression que la littérature me permet de faire cette opération.

      C’est une forme de résistance. Comment êtes-vous venu à l’écriture ?
      Par résistance, justement. J’ai commencé à écrire sous l’influence du rap, qui était très en vogue en Haïti à une certaine époque, disons entre 2005 et 2008. Lorsque cet âge d’or du rap haïtien a commencé, je venais de quitter la petite campagne où je suis né pour Port-au-Prince, où j’habitais dans un quartier assez précaire. Ma rencontre avec le rap, c’était un reflet de ma condition sociale et aussi une poésie brute, virulente, qui va interpeller directement le réel. Plus tard, au lycée, quelques-uns de mes professeurs de lettres ont remarqué ce que je produisais dans leurs cours, et ils m’ont dirigé vers d’autres lectures que celles qui étaient demandées à l’école. À ce moment-là, j’ai commencé à nourrir énormément ma culture littéraire. D’autre part, je présentais les textes que j’écrivais à l’époque dans des petites soirées à Port-au-Prince. C’est ainsi qu’au fur et à mesure, la passion grandit. Et cette passion est devenue un métier. Je m’inscris totalement dans le mouvement dit du spoken words, et revendique ce double héritage, à la fois de la littérature qui « vient des livres » et de la littérature qui vient du rap.

      Le lien entre les deux cela pourrait être l’oralité ?
      Oui, l’oralité et aussi l’importance pour moi de faire certaines références qui peuvent paraître décalées de la part d’un écrivain. Quelques exemples : je cite Tupac Shakur dans l’introduction de mon roman Soleil à coudre, et dans le corps de celui-ci, j’ai glissé une référence à Kendrick Lamar. J’ai aussi cité des rappeurs dans plusieurs de mes recueils de poèmes. Je veux redonner place à cette part de mon héritage qui vient du hip hop et qui est souvent « sectionné » de la chose littéraire. On attend plus d’un auteur qu’il cite Romain Gary ou Albert Camus. Mais ces deux mondes peuvent se côtoyer, et dans mon cas les deux m’ont nourri. Ce qui m’intéresse aussi lorsque j’écoute des musiciens comme Keny Arkana ou Kery James pour citer des Français, ce n’est pas seulement le contenu, mais aussi le rythme et la scansion. D’ailleurs je peux aussi écouter de la trap, un style qui ne se distingue pas par la dimension « consciente » de ses textes. Le rapport puissant avec l’oralité continue à exister chez moi. J’aime beaucoup porter mes textes sur scène et les dire à haute voix parce que cela leur donne une allure, une existence autre ; c’est aussi la possibilité de partager une énergie directe avec le public. Quand j’écris quelque chose, je me projette en train de le présenter devant un public, pour l’assumer immédiatement. J’aime bien cet instant-là où je peux dire directement les choses. Ce qui n’est pas la même chose dans un livre : l’impact peut y être, mais on ne le « voit » pas. C’est une chose difficile à articuler… Pour moi, les mots dans un livre sont différents des mots qui, à travers une voix, deviennent vivants.
      Cette oralité du rap vient aussi compléter un héritage de l’imaginaire haïtien que je porte. Tous nos jeux d’enfants étaient traversés par des chants, par des rythmes… La place de la parole reste forte, aujourd’hui encore, dans l’espace populaire en Haïti : presque toutes les activités du quotidien sont accompagnées de musique. Les marchands ambulants, en se promenant, ont chacun une musique différente qui accompagne ce qu’ils vendent, et qu’on finit par reconnaître tout de suite. C’est quelque chose qui fait partie intrinsèque de la vie haïtienne et dont je me suis beaucoup nourri.

      Vous avez publié votre premier roman Soleil à coudre cette année aux éditions Actes Sud. Pourquoi avez-vous ressenti le besoin d’aborder aussi cette forme d’écriture, et que reste-t-il de l’oralité que vous défendez ?
      Je n’ai pas l’impression que cette démarche littéraire diverge beaucoup de ce que je faisais avant, si ce n’est qu’elle me permet de déployer une histoire, des personnages sur une temporalité plus longue. Mais le poète et le dramaturge continuent à exister dans le roman. En réalité, c’est la même recherche poétique qui continue, mais elle prend d’autres chemins et d’autres enveloppes. Des éléments que j’ai explorés, qui sont présent dans certaines de mes pièces de théâtre comme Cathédrale des cochons (éditions Théâtrales, 2020), se retrouvent dans Soleil à coudre : la force de la parole, la force du verbe contre la répression et contre la violence. Tête Fêlée notamment, le personnage principal, est portée par une sorte de logorrhée intérieure, qui la fait exister quand elle la déverse, tout à coup. Elle existe parce qu’elle raconte, parce qu’elle fait entendre sa voix. Elle est déchirée par un monologue, et il faut que cela explose. J’aime bien cette façon de construire mes personnages : non par des descriptions physiques, qui sont presque inexistantes dans le texte, mais par la parole, la parole poétique. Donner à voir le corps du personnage importe peu, au final, parce que ce dernier émerge par une figure qu’on ne peut saisir que par ce qu’elle dit. Surtout, on n’écoute pas de la même façon lorsqu’on peut voir le corps qui est en train de s’exprimer. Même si un homme et une femme disent la même chose, nous ne recevrons pas leur parole de la même façon. Pour moi, c’était important de déplacer le regard et de recourir à une autre forme de représentation des personnages. J’ai effacé le corps. Et j’ai donné libre cours à la voix.

      Vos personnages principaux sont le plus souvent des femmes. Qu’est ce qui se joue pour vous dans le choix de personnages féminins ?
      C’est très important pour moi parce que je viens d’un milieu où on m’a appris beaucoup de choses dont je n’avais pas besoin, et qui ont fait beaucoup de mal à mon esprit, dans le sens où j’ai été formaté par l’école, l’église, la société. Tout mon cheminement a consisté à essayer de déconstruire ces idées, d’abord en moi, puis d’inviter les autres à une représentation différente du monde. C’est pourquoi, aussi, je ne cherche pas à en faire un sujet dans mon travail littéraire. Je n’ai pas l’habitude de croiser dans les récits ou dans les romans autant de femmes que d’hommes, mais je ne vais pas le formuler dans mon texte. Je vais essayer d’introduire l’idée sans la dire, simplement par une manière de la représenter. Je suis conscient de ma volonté de faire apparaître des personnages féminins dans mes textes, mais je n’ai pas besoin de le crier sur tous les toits parce que ce n’est pas quelque chose qui doit être exceptionnel. Lorsqu’il n’y a que des hommes dans un récit, personne ne pose la question : « pourquoi c’est un homme ? »
      Certes, c’est important d’en discuter dans la société, mais il n’y a pas qu’en fustigeant les inégalités qu’on peut les changer. Il faut aussi proposer d’autres récits, d’autres manières de voir le monde, parce que si nous sommes empreints de sexisme aujourd’hui, c’est à cause des formes de représentation qu’on nous a données et qui nous ont construites. Je suis convaincu qu’on peut transformer les choses juste en proposant une autre perspective, juste en proposant un autre monde. Nous avons toujours été nourris par un système hétéronormé, mais je peux essayer de représenter un monde où je l’ai aboli. Avec le temps, je suis persuadé que cela portera ses fruits.

      Vous croyez donc à la performativité des mots, à leur impact sur l’évolution de la vie, sur l’évolution sociale ?
      Absolument, parce que ce sont eux qui nous construisent : c’est ce qu’on lit, ce qu’on apprend, ce qu’on entend des discours qu’il y a sur le monde. Bien sûr, l’impact de la littérature en tant que telle prend du temps pour se produire. Il n’en est pas moins réel. Écrire Soleil à coudre n’a pas le même poids que descendre manifester dans la rue à Port-au-Prince, mais cet acte n’est pas moins important que l’autre, même si ses retombées mettront plus de temps à se faire ressentir. C’est avec cette conscience-là que j’écris : d’être en train de créer une nourriture pour l’esprit, et de devoir être conscient de tous les enjeux qui l’entourent, parce que c’est elle qui nous façonnera demain. Je crois à cette transformation, à long terme, par la littérature.

      Mais que peuvent-ils face à la violence qui frappe aujourd’hui Haïti ?
      En ce moment, la situation d’Haïti est chaotique, on ne peut pas le nier. Mais ce portrait de la violence et du chaos politique qui revient souvent quand on évoque mon pays ne reflète pas complètement le visage d’Haïti. La catastrophe politique, c’est l’État haïtien, pas le peuple haïtien. Le peuple haïtien a toujours vécu très loin de l’État, c’est-à-dire dans l’abandon total de ce dernier, qui n’utilise son pouvoir qu’à ses propres fins. Cet État a créé la violence d’aujourd’hui, au fur et à mesure de l’évolution de ses intérêts politiques : les personnes au pouvoir ont distribué des armes dans les quartiers populaires et ainsi soutenu la formation de gang qu’ils pensaient pouvoir garder à leur main. Mais cette stratégie s’est retournée contre eux : aujourd’hui, ils ne parviennent plus à reprendre le contrôle de ces lieux, et c’est cela qui a créé le chaos. En ce moment, une dictature se met en place dans le pays : Jovenel Moïse, le président au pouvoir, qui a vu son mandat prendre fin en février dernier, refuse de partir et d’organiser de nouvelles élections. Il a perdu tout soutien populaire, d’autant plus que les Haïtiens ne l’avaient pas vraiment élu à la base, puisqu’il faut se souvenir que le premier tour qui lui a donné la majorité absolue s’était tenu six semaines après l’ouragan Matthew en novembre 2016. Le taux de participation a été établi à 21%. La majorité de la population souhaite passer à autre chose, et en réponse ce gouvernement utilise tous les moyens de violence pour garder le pouvoir. Il faut parvenir à aller au-delà de cette image de violence pour découvrir le vrai visage de Haïti. Je l’ai traité dans mon roman, en y apportant une nuance pour permettre aux lecteurs et aux lectrices de comprendre que ce peuple vit dans une violence subie et est amené parfois à en produire. Mais elle n’a pas été créée par eux : c’est une violence héritée. J’essaie, toujours subtilement, d’amener à voir les soubassements du problème. Le pays ne se résume pas à sa sphère politique, il faut prendre en compte toute sa richesse artistique et littéraire, ces domaines qui sont en dehors du pouvoir de l’État. Le vrai visage d’Haïti est à chercher là où vit et dans ce que fait le peuple.

      _Cet entretien a été donné dans le cadre de l’exposition « Napoléon » de la Réunion des Musées Nationaux et La Villette, il fait partie du supplément « Manifesto » conçu par AOC et disponible sur le site de l’exposition.
      https://expo-napoleon.fr/manifesto/_

  • La Saison Africa2020 peut-elle mettre le discours français au diapason du XXIe siècle ? - Contemporary AndContemporary And
    https://contemporaryand.com/magazines/can-africa2020-bring-french-discourse-into-the-twenty-first-century

    En chemin vers la tour Eiffel par une journée de printemps, je suis tombé sur un mémorial de la guerre d’Algérie face à la Seine et me suis fait la réflexion suivante : wouaou, il y a du progrès. À la lecture attentive de l’inscription, il m’est toutefois apparu clairement que le mémorial était là en mémoire des vies perdues en combattant pour l’impérialisme français – et non pas des millions de vies algériennes perdues sur le sol de l’Algérie. La plaque ne faisait aucune allusion à ce que la France avait bien pu faire lors de cette guerre en Afrique, ni aux vies des Algériens massacrés 4 kilomètres plus bas, près du pont Saint-Michel, pour avoir manifesté contre cette guerre en 1961. Un massacre au grand jour au centre de Paris, largement censuré par l’État et la presse dans le pays de la liberté jusqu’en 1998. Il avait été orchestré par le même fonctionnaire qui avait collaboré avec les nazis en déportant plus de 1 600 juifs et qui, malgré cela, avait reçu la légion d’honneur de la part du président français Charles de Gaulle en 1961.

    #colonialisme