• Au #Vietnam, la scène #punk en dialogue avec les autorités communistes : #reportage
    https://lvsl.fr/au-vietnam-la-scene-punk-en-dialogue-avec-les-autorites-communistes-reportage

    Contrairement à de nombreux pays d’Asie de l’Est et du Sud-Est, le Vietnam n’a pas connu les soulèvements de la génération Z, en dépit de son système autoritaire et des inégalités persistantes. À Hanoï, capitale du pays profondément marquée par l’empreinte communiste, la jeunesse des scènes underground apparaît plus patiente et légitimiste que radicale et portée à la révolte. Reportage.

    #Culture #communisme #Scène_underground

  • L"histoire tragique de la fondatrice du parti communiste austro-allemand qui a dénoncé ses frères au comité des activités antiaméricaines
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Fischer

    Après la mort de son conjoint en exile à Cuba l’ancienne militante ultra-gauche se mue en ardente anticommuniste.Sa défection et son ancienne collaboration provisoire avec Trotzky permettent au stalinistes de dénoncer le fondateur de l’armée rouge comme traitre anticommuniste.

    Ruth Fischer ging von einer Ermordung Maslows durch den sowjetischen Geheimdienst aus und begann nun ihren Feldzug gegen die Stalinisten. Ab 1944 gab sie das Nachrichtenbulletin The Network heraus, in dem sie über stalinistische Aktivitäten verschiedener Art berichtete. 1945 erhielt sie an der Universität Cambridge einen Forschungsauftrag zur Geschichte des Kommunismus. 1948 erschien ihr Buch Stalin and German Communism. Unter dem Decknamen Alice Miller war sie eine der Schlüsselfiguren der Geheimdienstorganisation „The Pond“.

    Dem Komitee für unamerikanische Aktivitäten (HUAC), einem Ausschuss des Repräsentantenhauses, gegenüber bestätigte Ruth Fischer die Tätigkeit ihres Bruders Gerhart für KPD, Komintern und GPU und bezeichnete ihn als mitschuldig am Tode von Hugo Eberlein und Nikolai Bucharin. Ihren Bruder Hanns bezeichnete sie als „Kommunisten im philosophischen Sinn“. Bei der Verhandlung gegen Gerhart war sie Hauptzeugin der Anklage. In der Folge kam Gerhart Eisler in Haft, Hanns Eisler wurde ausgewiesen.

    Sous le nom Elfriede Gohlke elle figure sur la première liste de personnes déchues de la nationalité allemande par les nazis.

    .

    SISTER ELFRIEDE EISLER, now known as Ruth Fischer, testifies against her brother at Un-American hearings, calls him the “perfect terrorist type.” Formerly a Communist, she makes career of exposing Stalinist activities in U.S.

    The Lessons of the German Events, Pamphlet published by the Communist International in 1924

    Télécharger https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6a/The_Lessons_of_the_German_Events_%281924%29.djvu


    Stolperstein Andreasberger Straße 9, Berlin-Britz
    https://www.openstreetmap.org/node/12957128974


    en 1924

    Arkadi Maslow
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arkadi_Maslow

    #communisme #antifascisme #histoire #nazis #USA #anticommunise #Berlin #Britz #Andreasberger_Staße #parti_communiste #komintern

  • Le monde rouge
    https://laviedesidees.fr/Offenstadt-Histoire-globale-de-la-RDA

    Au-delà de la #dictature, bien réelle, la RDA n’a pas été une simple parenthèse, un accident de l’histoire. Incarné dans des discours, des organisations, des objets, des partenariats internationaux, le #communisme a été autre chose qu’un prélude au post-communisme.

    #Histoire #Allemagne #histoire_globale

  • Bini Adamczak , Gestern Morgen, , Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft
    https://kritisch-lesen.de/rezension/gestern-morgen

    Il est de plus en plus rare de trouver des camarades qui sont capables de penser le communisme indépendamment de la confusion et de l’ignorance que subit la gauche depuis bientôt trente sept ans. Bini Adamczak fait partie des gens qui ont conservé une vision claire de notre histoire révolutionnaire. C’est ce que fait comprendre Fritz Güde dans le texte sujvant. A vérifier.

    Es ist Bini Adamczak gelungen, Material, das bisher von den Antikommunisten aller Art aufgeboten wurde, um und umzudrehen, um in ihm nicht Zeugnisse des Siegs der Revolution zu erblicken, wohl aber ihrer Unbesiegbarkeit selbst in Verbrechen und Untergang.

    Neunzig Jahre Oktoberrevolution. Siebzig Jahre Moskauer Prozesse. Die These Bini Adamczaks in ihrem neuen Buch: Wir können nicht erinnernd die Oktoberrevolution 1917 aufgreifen, ohne zuvor auf ihre virtuelle Aufhebung, ja Vernichtung 1937 zu stoßen.

    Sie verrammelt zunächst alle Scheinausgänge. Es kann nicht neu angefangen werden im Rückgang auf Marx. Keinerlei Neujahrsschnee der guten Vorsätze, mit der Zusatzbemerkung: Danach hätte es nur Verfehlungen gegeben, die aber dieses Mal garantiert alle vermieden würden. Die Theorie von Marx selbst bleibt nicht unberührt von den Taten und Untaten derer, die sich auf ihn beriefen.

    Unzulässig, unzugänglich aber auch die heute beliebteste Lösung: 1917 war selbst der größte Fehler. Vergessen wir Oktober 1917 und Februar gleich mit! Es hätte mit dem Zaren so unblutig weitergehen können!

    Unzulässige Ausrede, nicht nur, weil das Zarenregime zu Recht wegen Unfähigkeit abtreten musste. Unzulässig und unmöglich, gerade weil die Opfer der Prozesse 1937 - und alle vorher und nachher - einen unabweisbaren Anspruch erheben: ihren selbst durch Qual, Sibirien, Haft und Tod nicht zum Schweigen zu bringenden Wunsch - aus den erstickten Schlünden - noch zu vernehmen. Die Erkenntnis, dass das Begehren der Erniedrigten und Getöteten erstickt wurde aus dem Innern der Bewegung selbst, der sie anhingen, darf nicht zum Vergessen, muss gerade zum Ernstnehmen führen. ”Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben” sagt Benjamin in der Wahlverwandtschaften-Arbeit. Bini Adamczak spitzt das sinngemäß weiter zu: Hoffnungslosigkeit enthält einen Appell an alle, die noch Hoffnung zu haben beanspruchen.

    Welche Zeugen ruft Admczak auf, um die schwache Stimme der Zusammengebrochenen für uns hörbar zu machen?

    – Buber-Neumann, Frau des Kommunisten Neumann, die von der Sowjetregierung in die sibirischen Lager geschickt worden war, während der Pakt-Zeit mit vielen anderen deutschen und österreichischen Kommunistinnen und Kommunisten an Deutschland ausgeliefert wurde und dort im KZ Ravensbrück bis zur Befreiung zu überleben hatte.

    – Weißberg-Cybulski, östereichischer Kämpfer im Revolteversuch 1934, einer der schärfsten Analytiker der möglichen Absichten, die das nach außen kontraproduktiv erscheinende Vernichtungswerk Stalins hätte haben können. Genauester Zeuge einer besonderen Art indirekter Folter: des Conveyer. Des stunden- und tagelangen Dauerverhörs durch wechselnde Beamte. Der längste bekannt gewordene Fall umfasst neunzig Stunden - ohne Unterbrechung für den Verhörten. Weissberg-Cybulski erlag immer neu - und leistete zur Verzweiflung der Verhörenden immer neu seinen Widerruf.

    – Herangezogen wird auch Sperbers Riesen-Roman “Wie eine Träne im Ozean”, in den zahllose echte Schicksale verarbeitet wurden.

    Ein ganz furchtbares Beispiel hat Bini Adamczak wieder ausgegraben, von Reinhard Müller herausgegeben in einem Rowohltbändchen: „Die Säuberung. Stenogramm einer geschlossenen Parteisitzung.“ Schriftsteller, die sich ins Exil gerettet hatten, zermartern sich das Hirn, was sie und andere sich an Verbrechen hätten zuschulden kommen lassen können. Wer hat in Prag wen gekannt, der sich später als Trotzkist herausstellte? Oder ging es gar nicht darum?

    Hier sogar im Selbstverhör - ohne einen drängenden Parteibeamten. Das Perfide der Verhörtechnik bestand darin - und hier wurde sie verinnerlicht -, dass dem Beschuldigten kein konkreter Tatvorwurf gemacht wurde. Er selbst hatte sich abzuquälen: Wo lag mein Verbrechen? Da vor den unerfüllbaren Forderungen der Theorie ein jeder die deutlichste Erkenntnis des Versagens hatte (hatte in Deutschland nicht die Konterrevolution in ihrer schändlichsten Form gesiegt?), fand der Bergmann des eigenen Inneren immer allzu viel Unrat. Den er dann unterwürfig präsentierte.

    Lukacs selbst beteiligt sich als externer. Er hatte das Glück, Mitglied des ungarischen Schriftstellervereins zu sein, nicht des deutschen. Auch er verfällt dem bohrenden Dreh, in einer bloßen Depression, die jeden befallen kann, die potentielle Grundlage einer “Plattform” zu erblicken, die - wenn offen deklariert - auf alle Fälle zur Feindschaft gegenüber der Partei hätte führen müssen. Das nur Empfundene, nicht einmal Gedachte, wird bei dieser Art der Gewissenserforschung mit der Notwendigkeit einer Handlung gleichgesetzt. Gerade die Entartung des bürgerlichen Rechts, Gesinnungen zu bestrafen, den Habitus zu entlarven, nicht die einzelne greifbare Tat, wird zum Normalfall dieser sozialistischen Justiz und Selbstjustiz. (Kleine Ehrenrettung für Lukacs: als die härtesten Zeiten vorbei waren, und er hatte selbst Verbannung und Haft überlebt, beschrieb er in einer Besprechung von Solschenizyns „Ein Tag aus dem Leben des Ivan Dennisowitsch“ präzise das Gesamtsystem dieser Zeit, in eine Nuss-Schale gepackt, in den einzigen Tag eines einzigen Häftlings. In diesem kleinen Werk zeigt er die eigene Fesselung vor, das Zappeln in Netz und Seil in unerbittlicher Versenkung ins Detail.)

    Wie war die Selbstunterwerfung, Selbstvernichtung gerade derjenigen möglich, die doch angetreten waren, sich keine Erniedrigung mehr gefallen zu lassen? Wie war es möglich, was damals das meiste Grauen erweckte, dass solche, die den Höllen zaristischer Knäste standgehalten hatten und nazistischer Folter, nun - wie Bucharin im Schlusswort wörtlich sagte - in die Knie gingen.

    Bini Adamczak erinnert daran, dass es im System der Dialektik keine feststehenden Wahrheiten ”von außen” mehr gibt, auf die man sich so berufen könnte wie ein fiktiver Galilei, der darauf setzen konnte, dass - Widerruf hin oder her - die Tatsachen über tausend Beobachtungen der Wissenschaftler trotz allem ans Licht dringen würden und ihn auf jeden Fall noch nach dem Tod rehablitlieren würden. An die Stelle der feststehenden Wahrheit tritt “unsere Gottheit, die Geschichte” (Ingeborg Bachmann). Die hat, wie das Wasser, keine Balken. Nichts, an das man sich klammern könnte. Der Lauf der Geschichte ist veränderlich. Und es könnte dann scheinen nach dem Satz: Die Weltgeschichte ist das Weltgericht - dass derjenige, der verloren hat, immer auch mit Recht verlor.

    Woran ermesse ich, dass ich verlor? Die Kommune 1871 wurde schließlich auch besiegt - und blieb doch Vorbild noch für Lenin 1917 im Kreml.

    Nach der Dialektik, verstanden als “Seekrankheit auf festem Land” (Kafka) habe ich als einzigen Bezugspunkt die Massen. Ihre Meinung. Und da auch die schwer zu greifen ist, die Meinung ihrer Bildnerin und Formerin: der Partei. Das Problem hatte Sartre schon in seinem Stück “Schmutzige Hände“ aufgegriffen. Und sein Hugo zerschlägt den Knoten in existenzialistischer Auflehnung. In den Gesprächen aus Sperbers Roman weist Bini Adamczak nach, dass das alles im kläglichsten Zusammensinken enden musste, wenn es vom Theater ins alltägliche Parteileben im Untergrund in Nazideutschland geriet.

    Um ein Beispiel aus neuester Zeit zu nennen, ganz ohne Terror und Zwang, in den Formen größter Höflichkeit vorgetragen. Als Bettelheim seine Zweifel und seine Kritik vortrug gegenüber den absurden Beschuldigungen, die die Konterrevolution unter Hua Kuo Feng gegen die ehemalige Frau Maos und die “Vier” erhob, antwortete ihm ein Anglo-Chinese aus dem chinesischen Staatsdienst in feinster Form: Die Beschuldigungen hätten schon deshalb Hand und Fuß, weil die Massen in China sie aufs Wort glaubten - und weil die selben Massen niemals eine Person aus den Vier so verehren würde wie Mao Tse Tung: Eine Beweisform, die genau den Inszenierungen folgt, die die Moskauer Prozessebestimmten In den ausgesuchtesten Formen wurde ein Beweisgeflecht vorgetragen, das ausschließlich aus Geständnissen aufgebaut war. Kein einziges Original-Schriftstück. Kein materielles Indiz. Keins der gestandenen Attentate, so viele geplant sein sollten, hat je geklappt. Noch außer in Gedanken stattgefunden. Trotzdem hat der Prozess gegen Radek und andere selbst einen Mann wie Feuchtwanger überzeugt. Wie viel mehr diejenigen, die rechts und links von sich in Parteiversammlungen den Urteilen applaudierten - und falls doch noch von Zweifeln befallen, sich vom Klatschen rechts und links betäuben und überzeugen ließen.

    Wie wäre aus der Gefangenschaft im Zirkel von Versuch - Erfolg - Einzelposition - Massenstimmung herauszukommen?

    Eine ewige Wahrheit außerhalb können wir nicht einfach wieder statuieren, nachdem die Dialektik die Welt einmal ins Wirbeln und Schwanken gebracht hat. (Solschneizyn weist im Archipel Gulag oft auf die Christen hin, die seit den Märtyrerprozessen im alten Rom in sämtlichen Systemen standhaft blieben, weil sie auf einen unabhängigen Richter außerhalb zurückgreifen konnten - gegenüber dem machtwoll kläglichen irdischen. Bewundersnwert, nur können wir uns Büchners “kommode Religion” nicht schnell auf Rezept verschreiben, wenn wir sie als Seelenstütze nötig hätten.)

    Die Lösung liegt vielleicht in der letzten Frage, die in den Kapiteln V und VI gestellt wird. Hätten, fragt Adamczak, nicht die Revolutionäre angesichts der zu erwartenden Gräuel der Konterrevolution, die immer mitgedacht und erwartet werden muss, hätten diese nicht einfach gleich aufgeben sollen? Wie es die Allende-Regierung 1973 nach Ansicht der Verfasserin getan hat.

    Vom Standpunkt der Leidensvermeidung stellt sich Weglosigkeit her (griechisch: Aporie). Eine Situation, in der nicht mehr richtig gehandelt werden kann. Revolution verursacht Leiden, Konterrevolution noch mehr. Dann wäre um der Leidvermeidung willen Schweigen das wichtigste. Hinunterschlucken der Empörung, Verhüllung des Widerspruchs. Nichtsprache statt Sprache. Nur: dann dürfte das Schweigegebot sich nicht auf die einzelne Sache beschränken, den aufgegebenen Aufstand. Es müsste auch darüber geschwiegen werden, warum geschwiegen wird. Und auch über das Schweigegebot selbst. Im unendlichen Rekurs. Ein allgemeines Sprachverbot würde Menschsein selber platt machen. Es ist nicht durchzuhalten.

    Dann heißt aber die Gegenantwort: Damit es einen Anhaltspunkt des Redens und Erinnerns gibt, muss gehandelt werden. Die furchtbaren Leiden, die das Buch uns vorführt, sind einzige Möglichkeit, aber auch Verpflichtung, demjenigen Wirklichkeit, Unauslöschlichkeit, Nichtzurücknehmbarkeit zuzuschreiben, was damals in den Jahren 1917 und den folgenden geschah. Die Schreie aus dem Totenhaus, die damals durch die Mauern drangen, sie sind es, die uns ein Begehren fassbar und zugänglich machen, das nie erfüllt wurde und doch in keinem Verzicht begraben werden kann.

    Es ist Bini Adamczak gelungen, Material, das bisher von den Antikommunisten aller Art aufgeboten wurde, um und um zu drehen, um in ihm nicht Zeugnisse des Siegs der Revolution zu erblicken, wohl aber ihrer Unbesiegbarkeit selbst in Verbrechen und Untergang. Wie der von Adamczak zitierte Zwi Schritkopcher zum “Schwarzbuch des Kommunismus” von Courtois seinerzeit meinte: ”Als kompakten Anfang zu einer Bestandaufnahme hätten wir Communisten die Materialsammlung und Streitschrift des Schwarzbuchs allererst zu begrüßen statt apologetisch abzuwehren” (S. 24). Was hier als Anregung in einem Satz ausgesprochen wurde, hat Bini Adamczak in ihrem Buch angewandt und ausgestaltet.

    Die Rezension erschien zuerst November 2007 auf stattweb.de (Update: kritisch-lesen.de, sfr, 3/2011)

    Mittlerweile erschien eine zweite, überarbeitete Auflage bei Edition Assemblage und Unrast.

    Bini Adamczak 2007:
    Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft.
    Unrast Verlag, Münster.
    ISBN: 978-3-89771-465-6.
    160 Seiten. 12,00 Euro.

    Zitathinweis: Fritz Güde: Gestern Morgen. Erschienen in: Zeichen des Aufstands. 4/ 2011. URL: https://kritisch-lesen.de/s/RX9uv. Abgerufen am: 25. 06. 2026 14:19.

    #histoire #révolution #communisme

  • Le capitalisme n’est pas un destin
    https://laviedesidees.fr/Lowy-Guillibert-Marx-Narodnik

    Marx reste souvent lu comme un auteur déterministe, théoricien d’un processus historique conduisant au nécessaire dépassement du capitalisme. Une partie de son œuvre tardive invite à nuancer cette lecture.

    #Philosophie #Marx

    • À la suite de sa lecture de Tchernychevski, c’est la correspondance avec Vera Zassoulitch qui permet à Marx d’achever sa mutation intellectuelle. Le comprendre exige de reprendre en détail les arguments donnés par Zassoulitch ainsi que leur reprise par Marx. Cette lettre, datée du 8 mars 1881, mais aussi ses quatre brouillons préparatoires, restés inédits jusqu’à leur publication en 1924, posent la question suivante : La #Russie est-elle obligée de passer par le stade du capitalisme afin d’atteindre le socialisme ? Ce n’est pas, selon Marx, une étape nécessaire. Le processus pour lequel il est le plus connu, à savoir l’expropriation des producteurs afin de constituer un capital, puis la prolétarisation généralisée, ne s’applique pas à la Russie. Les analyses de son ouvrage majeur valent principalement pour le modèle propre à l’Europe occidentale. Il s’agit là de l’argument central de la pensée du dernier Marx : ses analyses n’ont pas vocation à être universalisées et étendues à d’autres régions géographiques. Il existe plusieurs voies pour accéder au communisme.

      #mir #possession_communale #narodniki #Nikolaï_Tchernychevski #Véra_Zassoulitch #théorie #révolution

    • Le dernier Marx, Sous la direction de Kolja Lindner - Éditions de l’Asymétrie, Toulouse, 2019, 400 pages, 20 euros.
      https://www.monde-diplomatique.fr/2020/04/CLOUET/61641

      Découvrir le « Marx tardif », de plus en plus soucieux d’étudier les sociétés précapitalistes pour préciser ses analyses : à cette fin, les éditeurs compilent des extraits des notes prises par lui lors de ses lectures d’historiens, anthropologues, etc., précédés de solides introductions théoriques. Ils montrent comment il cultive le doute méthodologique et combat toute pensée dogmatique dans les dix dernières années de sa vie. Dans ces textes, il pense la démocratie avec les Iroquois, la famille avec les brahmanes, la question foncière avec l’Algérie et l’Inde, ou la commune rurale avec la Russie. Il développe trois idées inattendues pour le lecteur habitué à une certaine vulgate marxienne : le capitalisme n’évolue pas par stades linéaires mais connaît des temporalités irrégulières et contradictoires ; les mouvements historiques ne se diffusent pas depuis l’Europe mais naissent dans une relation combinée avec la périphérie ; des traces d’émancipation peuvent être repérées dans les procédures de décision collectives qu’ont développées de nombreuses populations sans État.

      Hadrien Clouet

      Une présentation plus substantielle, avec un extrait de Karl Marx et les iroquois
      https://editionsasymetrie.org/ouvrage/le-dernier-marx

      #anthropologie #E._P._Thompson

    • “La tâche du Manifeste communiste, c’était de proclamer la disparition inévitable et imminente de l’actuelle propriété bourgeoise. Or, en Russie, à côté d’un ordre capitaliste qui se développe avec une hâte fébrile, à côté de la propriété foncière bourgeoise seulement en train de se constituer, nous constatons que plus de la moitié du sol forme la propriété commune des paysans. Une question se pose donc : la commune paysanne russe – forme, il est vrai, très désagrégée déjà de propriété commune primitive du sol – peut-elle se transformer directement en une forme communiste supérieure de la propriété foncière ? Ou bien devra-t-elle subir préalablement le même procès de dissolution qui se manifeste dans l’évolution historique de l’Occident ? La seule réponse que l’on puisse actuellement faire à cette question est la suivante : si la révolution russe devient le signal d’une révolution ouvrière à l’Occident de façon que les deux révolutions se complètent, l’actuelle propriété commune russe peut devenir le point de départ d’une évolution communiste”

      Friedrich Engels, Karl Marx, préface à l’édition russe du Manifeste du parti communiste, 1882.

    • LE DERNIER MARX, COMMUNISME EN DEVENIR - Karl Marx, Michael Löwy, Pier Paolo Poggio, #Maximilien_Rubel, 80p., octobre 2018, ens Etérotopia
      https://www.eterotopiafrance.com/catalogue/le-dernier-marx-communisme-en-devenir

      L’ouvrage : Dans les années 1881-1882, Marx développe un intérêt particulier pour les sociétés pré-capitalistes (parmi lesquelles notamment les communautés rurales russes) ainsi que pour des pays comme l’Égypte, l’Algérie ou l’Inde, où s’engagent alors des luttes contre la domination capitaliste.

    • Marx et la commune rurale russe : cui prodest ? Il Lato Cattivo [ décembre 2014 ]

      La crise actuelle du mode production capitaliste est, bien compréhensiblement, porteuse d’un nouveau intérêt pour Marx. Dans la profusion des publications – académiques ou non – qui apparaissent un peu partout, aux USA et en Europe mais pas seulement, certains travaux d’un certain intérêt ne tardent pas à percer. Il y a par contre, comme cela advient à chaque fois qu’une étude touche à la « marxologie », le défaut de vouloir découvrir et faire découvrir le vrai Marx, contre les faux Marx d’un passé généralement associé aux méchants souvenir du « socialisme réel ». Enfants d’une téléologie qui voit dans l’histoire l’affrontement du Vrai et du Faux, des telles ambitions, bien qu’elles puissent parfois être fécondes, nous disent davantage sur les fantasmes des auteurs en question et sur leur époque que sur Marx lui-même. Chaque génération, comme l’écrivit Karel Kosík dans Dialectique du concret (Maspero, Paris, 1970), cherche et découvre dans le texte marxien ce qui est nécessaire pour exercer une prise théorique sur son présent et, par conséquent, met en relief certains aspects de Marx pour en écarter d’autres ; chaque génération, en somme, s’abreuve à la source originelle pour la traduire (la trahir) une fois de plus. Le Marx évolutionniste et progressiste de la Seconde Internationale était-il une simple falsification ? Ou était-ce plutôt la lecture plus naturelle que l’on pouvait donner de Marx, dans les conditions de la Belle Époque qui précédèrent la Première Guerre mondiale ? Engels n’écrivit-il pas que la période des bouleversements violents, au moins pour les pays capitalistes les plus développés, était terminée ?

      Avec les brouillons et la lettre de Marx à Véra Zassoulitch.

      #communisme ± #téléologie #orthodoxie #dogmatisme

    • Karl Marx et le socialisme populiste russe, Maximilien Rubel, 1947
      https://www.marxists.org/francais/rubel/works/1947/rubel_19470500.htm

      I. Histoire d’un oubli historique

      Au début des années 80 du siècle dernier, la colonie des révolutionnaires russes réfugiée à Genève accueillit dans ses rangs plusieurs nouvelles recrues qui venaient de faire leurs armes dans le premier mouvement socialiste qu’eût connu la Russie des tsars : le populisme (narodnitchestvo)[1]. (Quatre de ces nouveaux arrivants seront, quelques années plus tard, les pionniers de la social-démocratie russe d’orientation marxiste : G.-V. Plékhanov, P. Axelrod, L. Deutsch et Véra Zassoulitch[2]).

      Avant leur conversion au #Marxisme, ils avaient appartenu à une des organisations illégales du mouvement populiste qui, en 1879, après l’attentat manqué de l’instituteur A. Soloviev contre Alexandre II, s’était scindé en deux fractions : le groupe dit du Partage Noir (Tchnorny Pérédiel) et celui de la Volonté du Peuple (Narodnaïa Volia). Unanimes sur le but à atteindre – leur programme était en somme la réalisation du #socialisme_agraire rêvé par tous les idéologues populistes, de Herzen à Tchernychevski et à Lavrov – ils étaient en désaccord sur les méthodes de lutte à employer en vue de renverser le régime tsariste.

      Tandis que le premier groupe voulait rester fidèle aux traditions populistes en intensifiant la propagande dans les villages et en refusant de donner à leur marche vers le peuple une signification politique, le second proclamait la nécessité d’entrer dans la lutte directe systématiquement menée avec l’autorité, d’en hâter l’effondrement et d’atteindre ainsi un objectif politique important : la convocation d’une assemblée constituante.

    • oAnth :
      Cela montre comme quoi rien n’a changé : l’ anti #communisme n’était déjà, pendant la Guerre froide, qu’un prétexte, et aujourd’hui, nous sommes même confrontés à une guerre en Europe qui résulte de cette confrontation géopolitique, dont les racines remontent au début du XIXe siècle, à la fin des guerres napoléoniennes : À l’époque déjà, la Russie était considérée comme une proie coloniale potentielle d’un Occident insatiable, et l’Allemagne comme un partenaire de la Russie qu’il fallait, selon les Anglais, dissocier.

  • Féministes de l’Est
    https://laviedesidees.fr/Chmurski-Martinelli-Devenir-soeur

    Un recueil consacré à la pensée féministe polonaise montre la richesse du mouvement, des années 1900 au tournant queer en passant par la période socialiste. Cette #Histoire méconnue ouvre la voie à une généalogie et une comparaison des sororités européennes.

    #Pologne #Europe_de_l'Est #pouvoir #féminisme #communisme
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20260429_feministesest.pdf

  • À La Chapelle, tu feras l’impossible
    https://lundi.am/A%CC%80-La-Chapelle-tu-feras-l-impossible

    Pétards, boxe et victuailles
    Une nouvelle hétérotopie QLF

    Depuis maintenant deux ans, un spectre hante les universités d’Île-de-France : QLF. Partisans de la piraterie et de la malice, ils organisent régulièrement des hétérotopies surprises à base de nourriture gratuite, de combats de boxe semi-clandestins et de pyrotechnie. La semaine dernière, c’est le campus flambant neuf de La Chapelle qui accueille désormais 3500 étudiants exilés de Tolbiac qui a été pris pour cible. Récit et analyse.

    Paris 1 a ouvert son campus La Chapelle. 3500 étudiants sortis de Tolbiac ont été envoyé dans un nouveau site 100 % neuf 100 % Sim City. Cette architecture, réfléchie par la fac pendant 10 ans, n’a rien à envier à un aéroport ou une clinique privée, elle dégage une ambiance de Purgatoire où rien ne peut arriver…

    « Imposer une conduite quelconque à une multiplicité humaine quelconque. »

    « Rendez-nous Tolbiac » est le cri le plus diffus parmi les tags des WC de La Chapelle. Pourtant, le béton armé de Tolbiac était austère, en plus d’être vertical. Que regrette-t-on vraiment ? La brutalité de l’architecture de Tolbiac faisait depuis les années 70 une forteresse à conquérir, facilement retournable par les foules. Sous la tour, des lieux comme « la fosse » ou « l’amphi N » étaient (presque) habitables. Dans le gris de Tolbiac, les couleurs proposées par les ascenseurs étaient les repères quotidiens et la prise de guerre des étudiants bloqueurs pour attraper le petit monde universitaire pour qu’il mette les mains dans la vraie politique. Pour des générations d’étudiants, il suffisait d’être assez (peu) nombreux à être motivés pour tout faire bugger. Contester, se rencontrer, s’organiser, c’était bloquer les ascenseurs, devenus, une fois peuplés de tables et de chaises, les ronds-points étudiants d’une journée ou d’un printemps.

    « Université d’excellence de surveillance ». À La Chapelle, la forteresse est conçue pour être imprenable. Ce campus est « moderne » et « agréable » car bâti à l’aide d’un verre plus lisse et contrôlable que le béton armé. Le verre est un matériau sur lequel rien n’a prise. Rien de vivant ne peut y proliférer autrement qu’autour ou à côté. Dedans ? À condition de se conformer. Au travers ? À condition de le casser. Rien ne peut lui être souterrain, il n’a pas d’angle mort. Ils ont construit un aquarium pour étudiant, un petit laboratoire de bienséance et de discrétion. Sous ses allures d’open space, on passe dans des couloirs dépourvus de bancs, où on est assis par terre, cernés par des barreaux et bien sûr par un tas de caméras. Dans un espace dans lequel rien n’est à faire, on a juste à suivre les nudges. La Chapelle est un aquarium-supermarché. Un Campus bâti sur l’angoisse de sa propre négation.


    « Quoi de mieux qu’un lieu sans âme pour nous faire perdre la nôtre ». La Chapelle donne à voir et subir quotidiennement un lieu chewing-gum qui ressemble à un supermarché plutôt qu’à une fac.

    #université #hétérotopie #communisme

  • 5 avril 1923 naissance d"Ernest Mandel
    https://ernestmandel.org/?lang=fr

    Ernest Mandel est né en 1923 à Francfort dans une famille révolutionnaire communiste. Son père était membre du Spartakus Bund qui lutté aux côtés de Rosa Luxemburg et qui, dans les années ’30, s’est activement opposé au stalinisme et à la montée du fascisme. C’est dans cette atmosphère, alors qu’il était « Minuit dans le siècle » que le jeune Mandel a grandi. A 17 ans, ils rejoint les rangs de la Quatrième Internationale en Belgique, où sa famille s’était exilée.

    #schience #économie #marxisme #communisme

  • La Havane, abandonnée face à l’embargo le plus dur de son histoire : reportage
    https://lvsl.fr/la-havane-abandonnee-face-a-lembargo-le-plus-dur-de-son-histoire-reportage

    Avec l’assèchement des exportations pétrolières vers #Cuba, l’embargo change de nature. La pénurie d’or noir paralyse désormais les transports, déstabilise le système électrique et grève la mince production de l’île. Tandis que l’horizon de La Havane s’assombrit, les États-Unis multiplient les menaces d’intervention militaire. Ils ont déjà remporté une victoire conséquente : le monde s’aligne désormais sur leurs sanctions, dirigées contre les entreprises qui échangent avec Cuba. Il n’en a pas toujours été ainsi : plusieurs décennies en amont, durant la « période spéciale » (qui fait suite à la chute de l’Union soviétique et à l’isolement de Cuba), investisseurs et gouvernements contournaient l’embargo américain. Pour imposer son respect, les États-Unis ont eu recours à un arsenal de mesures coercitives contre leurs (...)

    #International #L'Amérique_latine_en_question #communisme #embargo #impérialisme #Parti_communiste_cubain #Sanctions_financières

  • Willi Münzenberg – der rote Medienmacher

    Foto: Münzenberg Forum, Berlin

    7.1.2021 von Marcel Bois, Uwe Sonnenberg - Verleger, Filmproduzent, Netzwerker, Kommunist: Willi Münzenberg baute in den 1920er Jahren ein linkes Medienimperium auf, das sich als gewichtiger Gegenpol zur rechten und bürgerlichen Presse etablierte und die Massen erreichte.

    Die erste Ausgabe der Arbeiter-Illustrierten Zeitung (AIZ), die am 7. November 1921 erschien, war wahrlich kein Meisterwerk. Das musste auch die spätere Chefredakteurin Lilly Becher zugeben. Was als Blatt mit »grauen, schmucklosen Seiten« und »technisch höchst mangelhaften Fotos« begann, entwickelte sich binnen weniger Jahre zu einem der bedeutsamsten Printmedien der Weimarer Republik: Spektakuläre Bilder, informative Grafiken und eine klare politische Haltung machten die AIZ zur vielgelesenen Alternative zu den Presseerzeugnissen der bürgerlichen Medienhäuser. Ende der 1920er Jahre soll die Auflagenhöhe der AIZ schon bei mehr als einer Million gelegen haben.

    Eine maßgebliche Rolle für den Aufstieg der AIZ spielte ihr Herausgeber, der Kommunist Willi Münzenberg. Die Zeitschrift, die anfangs noch den Titel Sowjet-Russland im Bild trug, war keineswegs sein einziges Projekt. In den 1920er Jahren baute er ein Geflecht aus Medienunternehmen auf, das kommunistisch ausgerichtete, aber dennoch parteipolitisch unabhängige und wirtschaftlich eigenständige Agitation und Propaganda publizierte.

    »Roter Medienzar« oder gar »roter Millionär« wird Münzenberg deshalb gelegentlich noch genannt. Den eigentlichen Charakter seines Engagements treffen diese Bezeichnungen jedoch nicht: Weder agierte der Medienmacher aus Profitstreben noch trieb ihn die Geltungssucht. Vielmehr versuchte er, einem Millionenpublikum kommunistische Ideen nahezubringen – und dafür auch breite politische Bündnisse aufzubauen. Treffender wäre es, ihn als »roten Netzwerker« zu beschreiben, was auch den Charakterisierungen durch seine Weggefährten näher kommt. Arthur Koestler oder Margarete Buber-Neumann rühmten Münzenberg etwa als genialen Organisator und charismatischen Redner, dem es mit Charme und hoher persönlicher Glaubwürdigkeit gelang, Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler für die kommunistische Bewegung zu gewinnen. Für den Historiker Mario Kessler war Münzenberg der vermutlich »brillanteste selbstständig gebildete Arbeiterintellektuelle, den der deutsche Kommunismus hervorgebracht hatte«.
    Organisator der Internationalen Arbeiterhilfe

    Geboren wurde Münzenberg am 14. August 1889 in Erfurt als Sohn eines Gastwirts. Die Mutter starb früh und seine Kindheit war von häufigen Orts- und Schulwechseln geprägt. Im Alter von 17 Jahren trat er einem sozialistischen Arbeiterbildungsverein bei. Eine Friseurlehre brach Münzenberg ab und arbeitete in einer Schuhfabrik. Die anschließende Walz führte ihn 1910 nach Zürich. Dort redigierte er ab 1912 für den Zentralvorstand der Sozialdemokratischen Jugendorganisation der Schweiz die Zeitschrift Die Freie Jugend, drei Jahre später wählte ihn das Büro der Sozialistischen Jugend-Internationale zum Sekretär. In dieser Funktion gehörte er der sogenannten Zimmerwalder Linken an, einem internationalen Zusammenschluss sozialistischer Gegnerinnen und Gegner des Ersten Weltkriegs. Hier kam er auch in Kontakt mit einem Kreis russischsprachiger Emigrantinnen und Emigranten um Lenin.

    Nach mehrfachen Inhaftierungen schob ihn die Schweiz im November 1918 nach Deutschland ab, wo gerade die Revolution begonnen hatte. Massenproteste von Arbeitenden und Soldaten hatten den Kaiser gestürzt, das Ende des Krieges eingeleitet und einer parlamentarischen Demokratie den Weg geebnet. In Stuttgart beteiligte sich Münzenberg aktiv an der Revolution, in Berlin trieb er 1919 die Gründung der Kommunistischen Jugendinternationale (KJI) voran und übernahm deren Vorsitz. Doch im Streit über das Verhältnis zu den »Mutterparteien« und um den zukünftigen Sitz des Sekretariats – Berlin oder Moskau – verließ er die KJI zwei Jahre später schon wieder.

    Nun zahlte sich die Bekanntschaft mit Lenin aus, der Münzenberg damit beauftragte, die Koordinierung der internationalen Hilfe für die von einer verheerenden Hungersnot in Russland Betroffenen zu übernehmen. Die zu diesem Zweck gegründete Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) entwickelte sich schon bald zu einem weltumspannenden Solidaritätsnetzwerk der Arbeiterbewegung, das sich als eine »Unterstützungs- und Proviantkolonne des kämpfenden Proletariats« verstand. Ab 1923/24 verlagerte es seine Aktivitäten zunehmend auf die krisengeschüttelten kapitalistischen Länder: Einen Schwerpunkt bildete Deutschland. Mit Sammelaktionen, Suppenküchen und Streikhilfen mobilisierte die IAH die Massen, schmiedete breite Bündnisse und verknüpfte lokale mit internationaler Solidarität.
    Massenmedien mit avantgardistischem Programm

    Nach Krieg und Revolution erlebte die deutsche Gesellschaft in den 1920er Jahren den Aufschwung einer konsum- und freizeitorientierten Massenkultur: Leuchtkörper und Reklamen prägten das Stadtbild der Metropolen, Sportveranstaltungen und Konzerte konnten mit Hilfe neuer Rundfunkgeräte übertragen werden, und täglich besuchten etwa 2 Millionen Menschen die Lichtspieltheater des Landes. Zeitungen mit ihren Morgen-, Mittags- oder sonstigen Sonderausgaben beschleunigten den Puls dieses neuen großstädtischen Lebens. Sie erschienen in Millionenauflagen.

    Neben die beiden großen Berliner Verlage Mosse und Ullstein trat ein schnell wachsender Konzern, an dessen Spitze Alfred Hugenberg stand. Sein Imperium umfasste Verlage, Nachrichtenagenturen und Filmgesellschaften, unter anderem auch die Ufa. Über die Pressedienste erreichte es ein Meinungsmonopol. Hugenberg war darüber hinaus Direktor der Krupp AG und Vorsitzender der politisch weit rechts stehenden Deutschnationalen Volkspartei. Wiederholt arbeitete er schon vor 1933 mit den Nationalsozialisten zusammen.

    Doch auch die linke Presse war zu dieser Zeit beeindruckend groß. So gab die Sozialdemokratie im Jahr 1929 beispielsweise mehr als 200 Zeitungen heraus. Der kommunistischen Bewegung gelang es jedoch kaum, an diesem Boom teilzuhaben. Die Abonnentenzahl der KPD-nahen Zeitungen sei »nie über die Zahl der Parteimitglieder« hinausgegangen, zog Wilhelm Pieck, Mitbegründer der KPD, 1935 ernüchtert Bilanz. Dies sei vor allem »auf die große Schwäche unserer Redaktionen« zurückzuführen, nicht »die Sprache der Massen zu sprechen«.

    In diese Lücke preschte Münzenberg: Ab 1924 begann er mit dem Aufbau eines Medienimperiums, das rund um die IAH organisiert war und das bald – bis auf das staatlich kontrollierte Radio – alle verfügbaren Medien umfasste. Mit einem politisch-kulturell avantgardistischen Programm etablierte es sich schnell als Antipode des Hugenberg-Konzerns, aber auch in Konkurrenz zu sozialdemokratischen und liberalen Medien.

    Der Journalist Harald Wessel führt die kulturelle Vielfalt der 1920er Jahre nicht zuletzt auf Münzenbergs Engagement zurück, der das »erste und bislang einzige geistig und wirtschaftlich effektive kommunistische Unternehmen in einem Land mit kapitalistischer Marktwirtschaft« aufgebaut habe. Zu diesem gehörten die Tageszeitungen Welt am Abend mit einer Auflage von bis zu 180.000 Stück und Berlin am Morgen, die eine Spitzenauflage von 100.000 Exemplaren erreichte. Teil von Münzenbergs Mediengeflecht war mit der »Universum-Bücherei für Alle« auch ein eigener Buchclub. Doch das Kernstück stellte der Neue Deutsche Verlag (NDV) dar, der nach Malik wichtigste linksintellektuelle Verlag der Weimarer Republik. Dessen Flaggschiff, die AIZ, erreichte mehrere Millionen Leserinnen und Leser. Selbst »der rechtssozialdemokratische Funktionär« kaufte das Blatt, das »zu einem der wichtigsten Instrumente der Meinungsbildung im Kampf gegen die bürgerlichen Illustrierten« wurde, erinnerte sich später Wolfgang Abendroth.

    Zu Münzenbergs Mediengeflecht – diffamierend bald ebenfalls als »Konzern« bezeichnet – gehörten auch die Theoriezeitschrift Der Rote Aufbau, das Magazin für Alle, die Satirezeitschrift Eulenspiegel sowie die Illustrierten Der Weg der Frau und Der Arbeiterfotograf. Die Gesamtzahl der Bulletins, Almanache und Periodika lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Hinzu kamen bedeutende Filmverleih- und Produktionsfirmen. Anfang der 1930er Jahre beteiligte sich Münzenberg ferner an einer Tabakfirma, die mit Zigaretten der Marken Rote Sorte und Kollektiv hohe Umsätze erzielte, indem sie den Packungen Sammelbilder von prominenten »Arbeiterführern« beilegte.
    Matineen, Revuen und Straßenumzüge

    Während die Agitprop-Konzepte der offiziellen KPD-Presse eher hölzern wirkten, schickte die IAH mit der »Kolonne Links« ein mitreißendes Wandertheater durchs Land. In einer 1924 von Erwin Piscator geleiteten Solidaritätsveranstaltung der IAH im Großen Schauspielhaus Berlin wurden zum ersten Mal »in großem Umfang die Mittel des Massenchores, der Massenszenen [...] und der revueartigen Darstellung politischer und sozialer Ereignisse« genutzt, die einen Grundstein für die Entwicklung des proletarisch-politischen Theaters in Deutschland legten, wie Münzenberg später schrieb.

    Zur Öffentlichkeitsarbeit gehörten zudem aufwändig choreographierte Kongresse, Matineen, Revuen und Straßenumzüge, oft inszeniert als Höhepunkte politischer Kampagnen, etwa im Jahr 1926 zur Unterstützung des englischen Bergarbeiterstreiks und des Volksbegehrens zur Fürstenenteignung. Auch im folgenden Jahr, beim weltweiten Protest gegen die geplante Hinrichtung der Syndikalisten Ferdinando »Nicola« Sacco und Bartolomeo Vanzetti in den USA oder bei der Gründung der Liga gegen Imperialismus und für nationale Unabhängigkeit, spielten derartige Programmpunkte eine wichtige Rolle – ebenso bei den jährlichen »Solidaritätstagen« der IAH, an denen in Berlin bis zu 100.000 Menschen teilnahmen.

    Das bürgerliche Pressemonopol konnten AIZ, Welt am Abend und Berlin am Morgen nicht zuletzt auch deshalb durchbrechen, weil talentierte Mediengestalterinnen und Journalisten mitarbeiteten, die Münzenberg unabhängig von wechselnden Parteilinien und Dogmen der Kulturpolitik an sich zu binden verstand. Ungeachtet ihrer jeweiligen Hintergründe erhielten sie große Gestaltungsspielräume sich mit ihren Mitteln einzubringen, solange gegenseitiges politisches Vertrauen vorlag. Weit über die Parteigrenzen hinweg fühlten sich davon auch zahlreiche Autorinnen und Schriftsteller angesprochen. Allein Kurt Tucholsky lieferte der AIZ zwischen 1928 und 1930 unter dem Pseudonym Theobald Tiger 38 Gedichte und einige Prosabeiträge. Beispielhaft für die Zusammenarbeit mit der künstlerischen Avantgarde sind auch John Heartfields Fotomontagen und Covergestaltungen für die AIZ und für Bücher aus dem NDV.

    Doch die AIZ beschäftigte nicht nur Prominente, sondern sie bezog auch ihre Leserinnen und Leser ein. Insgesamt waren bis zu 3.500 »Arbeiterreporter« für die AIZ tätig, die die Redaktion aufforderte, über Missstände in ihrem Arbeitsalltag zu berichten oder sie zu fotografieren. Das Blatt richtete sich also nicht nur an Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern bezog sie auch aktiv ein. Aufgrund der oftmals verschlossenen kommerziellen Vertriebswege baute die AIZ zudem ein reges Netzwerk an Zeitungskolporteuren auf, die den Verkauf der Zeitschrift bis an die Haustür gewährleisteten. Der Schriftsteller Heinrich Mann lobte, die AIZ brächte »die proletarische Welt« zur Anschauung: »Was im Leben vorgeht, wird hier mit den Augen der Arbeiter gesehen.«
    Eroberung des Films

    Darüber hinaus propagierte Münzenberg die »Eroberung des Films«, der »durch das gesehene Bild in viel stärkerer und eindringlicherer Weise auf den Zuschauer wirkt als das geschriebene Wort auf den Zeitungsleser«. Dementsprechend gehörten auch die Produktionsfirmen Meschrabpom-Film in Moskau sowie Prometheus-Film und die Weltfilm GmbH in Deutschland zu seinem »Imperium«. Münzenberg ging es vor allem um die Produktion eigener Filme und deren Verbreitung. Zu diesem Zweck legte sich die IAH sogar einen Fuhrpark mit Filmvorführwagen und Lichtbildapparaten zu.

    Von den ersten Dokumentationen zur Unterstützung der Hungerhilfe bis hin zu spektakulären Werken der neuen sowjetischen Filmkunst entstanden in der Moskauer Filmabteilung zwischen 1921 und 1936 mehr als 500 Filme. Diese reichten von knappen bildlichen Dokumentationen der Herstellung von Dampflokomotiven bis hin zu Wsewolod I. Pudowkins großem Epos Sturm über Asien (1928). Mehrere hundert Filme waren zudem im Verleih, darunter Meilensteine wie Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin, den Münzenberg 1926 gegen versuchte Eingriffe der Zensur in Berlin und damit in die westliche Welt einführte. Der russische Film hat auf diesem Wege prägenden Einfluss auf den deutschen Film der Weimarer Zeit genommen – etwa auf Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt? (1932) von Slatan Dudow (Regie) und Bertolt Brecht (Drehbuch), der großteils durch Prometheus-Film produziert wurde.
    Unantastbarer Funktionär

    Die einzelnen Medienunternehmen Münzenbergs firmierten selbständig, befanden sich teilweise in Streubesitz, agierten aber im Verbund und inmitten des transnationalen Netzwerks von Ad-hoc-Komitees und Organisationen der IAH. Zwischen ihnen gab es Kredite, Zuschüsse und Querfinanzierungen und vieles spricht dafür, dass auch regelmäßig Mittel aus dem Exekutivkomitee der Komintern, dem Politbüro der KPdSU und der KPD-Zentrale zuflossen. Diese Aktivitäten unterstützend wirkte die 1922 von Münzenberg in Berlin gegründete Aufbau, Industrie & Handels AG, die mit der Garantie- und Kreditbank für den Osten AG (einer Tochter der sowjetischen Staatsbank) im Rücken unter anderem internationale Arbeiteranleihen mit langer Laufzeit verkaufte.

    Inwiefern Münzenberg die Mittel gemäß Direktiven aus der Komintern einsetzte oder unabhängig davon agierte, ist nicht bekannt. Doch klar ist: Mit seinem direkten Draht nach Moskau und als Generalsekretär der IAH nahm er in der kommunistischen Bewegung eine Sonderstellung ein, die ihn selbst für die KPD-Führung lange Zeit unantastbar machte. Obwohl Münzenberg Abgeordneter des Reichstags (1924–33) und Mitglied des Zentralkomitees der KPD (1927–38) war, blieb er Parteiangelegenheiten oder Fraktionskämpfen weitestgehend fern. Seine Aufmerksamkeit galt vielmehr dem Aufbau parteiübergreifender Bewegungen und Bündnisse, getreu dem von Kurt Tucholsky für den NDV formulierten Motto: »Für den Arbeiter / mit dem Intellektuellen / gegen den gemeinsamen Feind.«

    Doch zur Wahrheit gehört auch, dass sich Münzenberg mit der Kritik an den Entwicklungen in der Sowjetunion unter Stalin lange Zeit zurückhielt. Das spiegelte sich auch in seinen Publikationen wider, die das Land weiterhin als »Vaterland der Werktätigen« idealisierten.
    Neuanfang und Ende im Exil

    Ende der 1920er Jahre verschlechterte sich das ohnehin schwierige Verhältnis der beiden großen deutschen Arbeiterparteien zunehmend. SPD-Mitglieder beschimpften Kommunistinnen und Kommunisten als »rot lackierte Faschisten«, während sich in der KPD die Sozialfaschismusthese durchsetzte, also die indirekte Gleichsetzung der Sozialdemokratie mit Hitlers NSDAP. Die IAH ging derweil einen anderen Weg: Sie agierte weiterhin parteiübergreifend und erlangte sogar ihre größte Reichweite, als die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise das internationale Geschehen und den Alltag bestimmte. In dieser Zeit gehörten ihr – nach einer Aufstellung Münzenbergs – weltweit 15 Millionen Einzel- und Kollektivmitglieder an. Doch die Machtübernahme Hitlers konnten auch sie nicht verhindern.

    Ende Februar 1933 entkam Münzenberg nur mit Glück einer Verhaftungswelle, die die neuen Machthaber nach dem Reichstagsbrand ausgelöst hatten. Der Völkische Beobachter hatte ihn zum »geistigen Leiter« eines angeblichen kommunistischen Aufstandsversuchs ernannt, für den der Brand des Parlamentsgebäudes vermeintlich ein Fanal hätte sein sollen. Die bekannten Einrichtungen der IAH wurden besetzt, alle Konten gesperrt. Münzenberg konnte das Land rechtzeitig verlassen.

    Die AIZ erschien nun bis 1938 im Prager Exil. Ihr Herausgeber baute derweil in Paris – nunmehr als De-facto-Leiter der Propagandaarbeit der Komintern für Westeuropa – einen neuen Apparat auf. Dessen Unternehmen, Einrichtungen und Komitees bildeten ein bedeutendes Zentrum des Antifaschismus in Europa. Münzenberg erwarb beispielsweise den Verlag Éditions du Carrefour, der im Sommer 1933 das spektakuläre Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror veröffentlichte. Er initiierte die Gründung der Deutschen Freiheitsbibliothek, des Internationalen Instituts zum Studium des Faschismus und eines Hilfskomitees für die Opfer des Faschismus.

    Münzenberg agierte zunehmend unabhängiger, seine Aktivitäten richteten sich immer weniger nach den Vorgaben der stalinisierten Komintern. Mit dem sogenannten Lutetia-Kreis legte er 1935 die zunächst vielversprechende Grundlage zur Vorbereitung einer deutschen Volksfrontbewegung und beteiligte sich an der weltweiten Mobilisierung zur Verteidigung der Spanischen Republik. Doch die auf Moskau ausgerichtete kommunistische Bewegung gab ab Mitte der 1930er Jahre ihren internationalistischen Anspruch vollkommen auf. Die Reste der IAH wurden aufgelöst und Münzenberg musste seine Pariser Unternehmen zum Jahreswechsel 1936/37 einem Emissär der Komintern übergeben. Derweil wurde in Moskau Material für einen Schauprozess gegen ihn gesammelt.

    Münzenberg gründete daraufhin im Jahr 1938 mit Arthur Koestler die Wochenzeitung Die Zukunft, an der zahlreiche prominente Exilschriftsteller mitwirkten. Hier rief er im September 1939, also kurz nach Abschluss des sogenannten Hitler-Stalin-Pakts, zu einem Zusammenschluss »aller ehrlichen antinazistischen Arbeiter« auf. Er forderte die Formierung einer »revolutionären Einheitspartei der Arbeiterklasse« und ein Bündnis mit allen »demokratischen Kräften Deutschlands«.

    Bereits ein halbes Jahr zuvor war Münzenberg, seinem Ausschluss zuvorkommend, aus der KPD ausgetreten. Nach einem zweijährigen Konflikt mit der Parteiführung habe er erkennen müssen, dass »innerhalb der heutigen Parteiorganisation [...] die Aufnahme einer Politik, die den Veränderungen seit 1933 Rechnung trägt, unmöglich ist«. Er habe geglaubt, »wenigstens eine freie und öffentliche Diskussion« in der Partei erreichen zu können, denn »mit reglementierten, kommandierten und schikanierten toten Seelen« sei »der revolutionäre Krieg nicht zu gewinnen«. Daher trenne er sich nun »von dieser Leitung und ihrem Apparat«, aber »nicht von den Hunderten, vielleicht Tausenden, die willkürlich, ohne Grund, ohne Verfahren, ohne die Möglichkeit einer Verteidigung widerrechtlich von anonymen Stellen entfernt, ›abgesägt‹, ›abgehängt‹ und ausgeschlossen wurden«.

    Am 17. Oktober 1940 wurde schließlich Münzenbergs Leichnam in Frankreich aufgefunden, eine Schnur um den Hals geschlungen. Gestorben war er wahrscheinlich schon im Juni, wobei bis heute ungeklärt blieb, ob er sich auf der Flucht vor den heranrückenden deutschen Truppen selbst das Leben nahm oder von Stalins Agenten als »Renegat« ermordet wurde. Aufklären lassen wird sich das allerdings nur dann, wenn noch neue Akten hierzu auftauchen sollten.

    Doch sind es weniger die Umstände seines Todes als vielmehr die Art und Weise wie Münzenberg als »roter Medienmacher« agierte, die ihn für spätere Generationen junger Linker interessant machte. Wie kaum ein anderer knüpfte er Netzwerke, schmiedete Bündnisse und erkannte nicht zuletzt die Möglichkeiten, die neu aufkommende Medien boten. So gelang es ihm, sozialistische und kommunistische Ansichten auf undogmatische Weise einem Massenpublikum näher zu bringen.

    Marcel Bois ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Er forscht zum Kommunismus der Zwischenkriegszeit. Seine Dissertation erschien 2014 unter dem Titel »Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik« (Klartext-Verlag).

    Uwe Sonnenberg ist Historiker bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit Veröffentlichungen zu verschiedenen Schwerpunkten aus der Geschichte der Linken im 20. Jahrhundert. Unter anderem gab er zusammen mit Bernhard H. Bayerlein und Kasper Braskén den Sammelband zum 1. Internationalen Willi-Münzenberg-Kongress heraus: »Globale Räume für radikale Solidarität«.

    #histoire #communisme #propagande

  • Die Linke: Willi Münzenberg als unbefleckter Held
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article146679868/Die-Linke-Willi-Muenzenberg-als-unbefleckter-Held.html

    21.9.2015 von Richard Herzinger - Die Linke sucht einen Ahnen, der frei von Stalins Mordapparat war. Mit Willi Münzenberg fanden sie eine der schillerndsten Persönlichkeiten des deutschen Kommunismus. Doch es lauern Fallstricke.

    In der Nähe des Berliner Ostbahnhofs lebt noch ein kräftiges Stück DDR. Geht man von dort die Straße der Pariser Kommune entlang, die auf einem Schild aus der alten Zeit angezeigt wird, passiert man das Restaurant „Volkskammer“. Geziert wird es mit dem Staatsemblem der DDR und einem großen Schild: „Meine Heimat – DDR“. Gespeist wird im Inneren unter dem Konterfei Walter Ulbrichts.

    Etwas weiter, am Franz-Mehring-Platz, liegt das voluminöse Gebäude, in dem einst das SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ residierte. Es beherbergt noch immer die Redaktion dieser Zeitung, die heute als „unabhängige sozialistische Tageszeitung“ firmiert. Untergebracht ist darin auch die der Partei Die Linke nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung. Auf den quadratischen Türgriffen am Eingang prangen die Initialen „ND“ im Originalzustand.

    So sehr die Linkspartei auch bemüht ist, sich als moderne, graswurzeldemokratische und pluralistische Neuschöpfung zu präsentieren, den Muff des untergegangenen Realsozialismus bekommt sie nicht aus den Kleidern. Und will das wohl auch gar nicht, besteht ein großer Teil ihrer Klientel doch aus alten Kameraden, die sich von der DDR innerlich nie verabschiedet haben.

    Gleichwohl suchen „Reformer“ in der Partei und ihrem Umfeld unermüdlich nach Traditionslinien und politischen Ahnen, die von totalitärer Verstrickung unbefleckt sind. Fündig geworden sind sie nun bei einer der schillerndsten Persönlichkeiten in der Geschichte des deutschen Kommunismus – dem ziemlich in Vergessenheit geratenen und in der DDR weitgehend totgeschwiegenen Willi Münzenberg.
    Der Blick über den KPD-Tellerrand war ihm wichtig

    Dem talentiertesten und innovativsten Propagandisten der KPD in der Weimarer Republik und im Exil nach 1933, der angesichts der Moskauer Schauprozesse und des Stalin-Hitler-Pakts 1939 mit der Partei brach, widmete die Rosa-Luxemburg-Stiftung in ihren Räumen einen vier Tage währenden Kongress nebst Ausstellung und kulturellem Begleitprogramm. Wie hoch das Erbe Münzenbergs in Kreisen der Linkspartei gehängt wird, zeigte sich daran, dass Thüringens linker Ministerpräsident Bodo Ramelow die Tagung mit einem Impulsvortrag eröffnete. Angekündigt war auch Gregor Gysi, der im Rahmen einer Dauerlesung im Foyer Texte Münzenbergs rezitieren sollte. Doch der scheidende Fraktionschef ließ sich kurzfristig entschuldigen. Für die Syriza in Griechenland in den Wahlkampf zu ziehen erschien ihm dann doch attraktiver.

    Ramelows Rede unter der lakonischen Überschrift: „Politischer Realismus in schwierigen Zeiten“ stand ganz im Zeichen der aktuellen Flüchtlingskrise. Die Brücke zum Wirken Münzenbergs lieferte ihm dabei das Tagungsmotto: „Globale Räume für internationale Solidarität.“ Der kommunistische Funktionär, der übrigens aus Thüringen stammte, hatte nämlich nicht nur ein regelrechtes Medienimperium im Dienste der revolutionären Arbeiterbewegung aufgebaut, sondern auch besonderes Augenmerk auf kolonial- und nationalrevolutionäre Bewegungen rund um den Globus gelegt.

    Das schlug sich in der Gründung einer Internationalen Arbeiterhilfe für Not leidende Werktätige weltweit und einer Liga gegen den Imperialismus nieder. Mit der Forderung, Flüchtlingen aus aller Welt die Tore Deutschlands und Europas zu öffnen, sieht sich Ramelow daher im Geiste Münzenbergs.

    Willi Münzenberg hatte zudem schon zur Weimarer Zeit, vor allem aber in seinem Pariser Exil, großen Wert darauf gelegt, den Kreis der Mitarbeiter an den von ihm ins Leben gerufenen Presseerzeugnissen und von ihm produzierten Filmen über den Dunstkreis der KPD hinaus zu erweitern. Dies traf vor allem für die 1938 gegründete Zeitschrift „Die Zukunft“ zu, an der nicht nur deutsche Exilschriftsteller wie Lion Feuchtwanger und Heinrich Mann beteiligt waren, sondern auch Autoren bis ins französische linkskatholische Milieu hinein. „Münzenberg war jemand, der immer wieder neue Antworten auf Probleme gesucht hat“, erklärte Ramelow, um darin seinen eigenen pragmatischen Politikansatz wiederzuerkennen.

    Das gelte umso mehr in Zeiten praktischer Bewältigung des Flüchtlingsansturms: „Ich habe zurzeit keine Zeit für Ideologien, ich muss Häuser und Wohnungen finden“, sagte er. Für eine Attacke auf das westliche Bündnis reichte es allerdings doch. Im Zuge seines Appells, „nicht die Flüchtlinge, sondern die Fluchtursachen“ zu bekämpfen, rief Ramelow aus, man müsse „Erdogan in den Arm fallen, der gerade mit Nato-Flugzeugen diejenigen bombardiert, die noch gegen den IS kämpfen“. Dass der Hauptverantwortliche für Mord und Vertreibung in Syrien das Assad-Regime ist, das seine Untaten nicht ohne das Patronat Putins begehen könnte, sagte der Ministerpräsident wohlweislich nicht.
    Mysteriöser Tod auf der Flucht

    Als Lichtgestalt einer – vermeintlich undogmatisch – nach neuen gesellschaftlichen Koalitionen im Kampf gegen den zum Erzübel erklärten Kapitalismus Ausschau haltenden Linken scheint sich Münzenberg auf den ersten Blick gut zu eignen. Das breite Spektrum von internationalen Forschern über Sozialismus- und Exilgeschichte, die sich in einem Willi-Münzenberg-Forum zusammengeschlossen haben und in Berlin ihre Erkenntnisse vorstellten, macht deutlich, wie groß die Faszinationskraft von historischen Figuren der Linken ist, die selbst in dunkelsten Zeiten geistige Unabhängigkeit und Prinzipientreue bewahrten.

    Münzenberg, der dem Parteiausschluss im Frühjahr 1939 durch seinen Austritt zuvorkam, hat seinen mutigen Zweifrontenkampf gegen Nazismus und Stalinismus freilich nicht lange überlebt. Er starb im Juni 1940 unter nicht gänzlich geklärten Umständen auf der Flucht vor den deutschen Invasionstruppen in Frankreich. Dass er von sowjetischen Agenten umgebracht wurde, bleibt indes die wahrscheinlichste Hypothese.

    Der Versuch, Münzenberg als Kronzeugen für ihre heutige Politik zu vereinnahmen, könnte der Linkspartei jedoch leicht auf die Füße fallen. Denn wie geschichtswissenschaftliche Beiträge auf dem Kongress zeigten, stößt die Forschung über das Schicksal roter Exilanten, die mit dem Stalinismus in Konflikt gerieten, zunehmend an den Kernbestand postkommunistischer Weltanschauung: dem Mythos vom konsequenten sowjetischen Antifaschismus.

    Was auch immer an Terror und Versklavung auf das Konto des „Vaterlands der Werktätigen“ unter Stalin gehen mag, so lautet der zentrale Glaubenssatz dieses Mythos: Für ihre eindeutige Anti-Nazi-Haltung schulde die Menschheit der Sowjetunion ewigen Dank.
    Die Legende um die Verweigerungshaltung der SPD

    Was der Bochumer Historiker Bernhard H. Bayerlein über seine Sichtung bisher unbekannter Dokumente zu berichten wusste, ist jedoch geeignet, dieses hehre Bild weiter zu erschüttern. Es verdichteten sich die Hinweise, so Bayerlein, dass Stalin lange vor dem beschönigend als „Nichtangriffspakt“ bezeichneten Abkommen der Sowjets mit dem Deutschen Reich im September 1939 „eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus im Auge gehabt“ habe.

    Interne sowjetische Einschätzungen zur Zeit von Hitlers Machtergreifung besagen, diese Kooperation könne Deutschlands außenpolitische Handlungsfreiheit erweitern, von der die Sowjets schon seit einiger Zeit profitierten. Angespielt wird damit wohl auf die geheime Zusammenarbeit Moskaus und Berlins beim Unterlaufen der Bestimmungen des Versailler Vertrags und den Versuch der Bolschewiki, Deutschland in eine Front gegen den „westlichen Imperialismus“ zu bringen.

    Eine Legende ist es laut Bayerlein auch, es seien die SPD-Führer gewesen, die eine Einheitsfront der Arbeiterbewegung gegen die aufkommende Hitlerdiktatur verweigert hätten. Belegt sei etwa der Besuch einer SPD-Delegation Anfang 1933 in der sowjetischen Botschaft Unter den Linden. Dabei beschworen die Sozialdemokraten ihre Gesprächspartner, Moskau möge die KPD-Führer anweisen, von ihrer „Sozialfaschismus“-Linie abzurücken, nach der nicht der Nationalsozialismus, sondern die SPD als Hauptfeind der „Arbeiterklasse“ galt.

    Der Kreml wies solche Ansinnen jedoch stets mit der Begründung zurück, es müsse jeder Anschein sowjetischer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands vermieden werden.
    Eigentlich müsste die Linke beschämt sein

    Bayerleins Darstellung rief bei einigen Zuhörern Empörung hervor, die an der offiziellen kommunistischen Propagandamär vom „defensiven Charakter“ des Hitler-Stalin-Pakts festhalten wollen. Doch können seine Hinweise im linken Milieu schwerlich als üble reaktionäre Verleumdungen abgetan werden, steht der Historiker doch selbst eher links.

    Treffender war der Einwand aus dem Publikum, ob es nicht übertrieben sei, wie Bayerlein von einem „antistalinistischen Paradigmenwechsel“ in der Anti-Hitler-Opposition unter dem Eindruck von Großem Terror und deutsch-sowjetischer Komplizenschaft zu sprechen. Der Überfall der Hitlerarmeen auf die Sowjetunion 1941 und deren „Großer Vaterländischer Krieg“ in Allianz mit den Westmächten habe das Ende der 1930er-Jahre aufgetretene Schisma doch bald wieder überdeckt.

    Ein anderer Zuhörer brachte die Grenzen einer Glorifizierung von kommunistischen Abweichlern wie Münzenberg auf den Punkt. Man dürfe nicht jene Linkssozialisten und Anarchisten vergessen, die den unterdrückerischen Charakter der bolschewistischen Diktatur schon 1920 durchschaut hatten – und dazu nicht erst den stalinistischen Massenterror und den Pakt mit Hitler abwarten mussten.

    In der Tat macht Münzenbergs mutiger Bruch mit dem Stalinismus nicht vergessen, dass er lange Zeit selbst an führender Stelle die Machenschaften des stalinistischen Apparats exekutierte. Und doch – die Klarheit, mit der Münzenberg Stalins Kungelei mit Hitler und den folgenden sowjetischen Einfall in Ostpolen als Verbrechen des „russischen Imperialismus“ verdammte, müsste die Linkspartei eigentlich beschämen. Ähnlich klare Worte wurden aus ihren Reihen dazu nie vernommen. Und als Wladimir Putin kürzlich den Hitler-Stalin-Pakt rehabilitierte, gab es von ihr keinen Protest.

    #histoire #communisme #propagande

  • Willi Münzenberg - Propaganda als Waffe
    https://www.muenzenbergforum.de/exponat/propaganda-als-waffe-2

    https://www.slideshare.net/slideshow/propaganda-als-waffe-1/55168138#2

    Münzenberg, Willi
    https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/willi-muenzenberg

    14.8.1889 - 1940

    Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:

    Am 14. August 1889 in Erfurt geboren, wuchs unter sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater, illegitimer Sohn eines Freiherrn von Sekkendorff, war Förster, betrieb später eine Dorfschenke und praktizierte harte Erziehungsmethoden. Er ließ Münzenberg nur unregelmäßig die Volksschule besuchen, doch dieser las alles, was er in die Hände bekommen konnte. Die harte Kindheit im ärmlichen Thüringen, der Wissensdurst und die Verbindung zur sozialistischen Bewegung prägten das Leben Münzenbergs, der fortan in der radikalen Arbeiterbewegung aktiv war und sich ein umfassendes Wissen selbst aneignete. Seine organisatorische Begabung und erstaunliche Menschenkenntnis brachten ihn bald in führende Positionen. Nach einer abgebrochenen Barbierlehre begann er 1904 in einer Erfurter Schuhfabrik. 1906 Kontakte zur sozialistischen Jugendbewegung, 1908 Delegierter Erfurts am Berliner Kongreß der Sozialistischen Jugend. In Erfurt wegen seiner radikalen Tätigkeit gemaßregelt, ging er auf Wanderschaft und kam im Juli 1910 in die Schweiz. Er wurde Zapfbursche in einem Berner Hotel, später Austräger einer Apotheke in Zürich. Hier schloß er sich einer sozialistischen Gruppe, dem Jungburschenverein um den radikalen Arzt Fritz Brupbacher, an und bekam Verbindung zu russischen Emigranten. Münzenberg wurde einer der Organisatoren der sozialistischen Jugend der Schweiz, 1914 leitete er als hauptamtlicher Sekretär diese Organisation. Während des Krieges Internationalist, geriet er bald unter den Einfluß Lenins, der die Fähigkeiten des jungen Münzenberg erkannte. 1916 Teilnehmer der Konferenz der Kriegsgegner in Kienthal und 1917 beim Kongreß der Sozialistischen Internationalisten in Stockholm.
    Er bekannte sich in der Schweiz offen zur bolschewistischen Oktoberrevolution, wurde Sekretär der Sozialistischen Jugendinternationale (Linke). Als Mitorganisator eines Generalstreiks in Zürich ins Zuchthaus gesperrt und sofort nach Kriegsende aus der Schweiz ausgewiesen. Übersiedlung nach Stuttgart, Mitglied der Spartakusgruppe und dann der KPD. Von Januar bis Juni 1919 auf der Festung Ulm bzw. im Gefängnis Rottenburg eingesperrt. Auf dem Gründungskongreß der KJI im November 1919 in Berlin referierte er über das Programm und trat für die Autonomie der Jugendverbände gegenüber der KPD ein. Münzenberg war bis 1921 Sekretär der KJI. Auch in der KPD aktiv, wo er z. B. auf dem II. Parteitag 1919 eine Mittelgruppe zwischen der Führung Paul Levi und den dort ausgeschlossenen Ultralinken Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim bildete. Auf dem II. Kongreß der Jugendinternationale bzw. dem III. Weltkongreß der Komintern 1920 wurde er von Sinowjew abgesetzt und schied aus der Jugendarbeit aus. Lenin hatte Münzenberg beauftragt, im Westen Hilfe gegen die große Hungersnot in Rußland zu organisieren.
    Das war der Anstoß zur Bildung der IAH, der ersten großen politischen Organisation, die Münzenberg ins Leben rief. Im Laufe der Jahre entstand diese Hilfsorganisation in allen Ländern, sie gab Zeitungen und Zeitschriften heraus, unterhielt Volksküchen und Kinderheime und unterstützte Streikende. Münzenberg verstand es geschickt, vor allem linke Intellektuelle, die keine Kommunisten waren, für Mithilfe zu gewinnen. In den folgenden Jahren konnte er nach diesen Erfahrungen den berühmten »Münzenberg-Konzern« ausbauen, ein Unternehmen mit Verlagen, Zeitschriften mit Massenauflagen (wie die berühmte AIZ, eine progressive und damals modernste Illustrierte) usw. Dadurch erlangte er auch innerhalb der KPD eine beachtliche Position, er war von Mai 1924 bis März 1933 ununterbrochen KPD-Reichstagsabgeordneter, 1924 in den ZA der KPD gewählt, auf dem XI. Parteitag 1927, dem XII. Parteitag 1929 und der »Brüsseler Konferenz« 1935 als Mitglied ins ZK berufen.
    Die Schwester seiner Lebensgefährtin Babette Gross, Margarete Buber-Neumann, schrieb über Münzenbergs Tätigkeit in jenen Jahren: »Er schien weniger ein Revolutionär als ein Manager zu sein und wenn dieser untersetzte, breitschultrige Mann die Angestellten seiner zahlreichen Büros in ständiger Bewegung durcheinanderwirbelte, bei Sitzungen alles andere als demokratisch verfuhr und aus seinen Mitarbeitern das Letzte an Arbeitskraft herausholte, dann begriff ich, warum man ihn in der Kommunistischen Partei als ?Unternehmer? bezeichnete und seinen Betrieben den Namen ?Münzenberg-Konzern? gab ... Er umgab sich in seinen Unternehmungen, den Zeitungsredaktionen der ?Welt am Abend?, ?Berlin am Morgen?, der ?Arbeiter-Illustrierten?, der Zeitschrift ?Roter Aufbau?, dem Filmunternehmen ?Meshrabpom?, dem ?Neuen Deutschen Verlag? und der ?Universum-Bibliothek? nicht nur mit den besten Köpfen der kommunistischen Intelligenz und mit KP-freundlichen Intellektuellen aller Schattierungen, er zog auch häufig Kommunisten zur Mitarbeit heran, die sich in der Partei irgendwelcher ?Abweichungen? schuldig gemacht hatten.« Münzenberg hat selbst bemerkenswerte Schriften verfaßt, z. B. »Die Dritte Front. Aufzeichnungen aus 15 Jahren proletarischer Jugendbewegung« (1930), »Solidarität. Zehn Jahre IAH« (1931) und »Propaganda als Waffe« (1937).
    Er hatte bis 1932 maßgebenden Einfluß auf die Linie der KPD, zählte allerdings 1932 zur Remmele-Neumann-Gruppe. Im März 1933 Emigration nach Paris, wo er mit großer Aktivität den propagandistischen Kampf gegen Hitler aufnahm, wiederum Verlage und Zeitungen schuf, so u. a. den berühmten Verlag Editions du Carrefour sowie das »Braunbuch über den Reichstagsbrand« und andere Anti-Hitler-Literatur publizierte. Er warb ab 1934 für die neue Linie der Komintern und war einer der Initiatoren des »Lutetia-Kreises« zur Begründung einer deutschen Volksfront. Münzenberg, der noch 1935 unter dem Namen Max am VII. Weltkongreß der Komintern und der »Brüsseler Konferenz« teilnahm, geriet zunehmend in Widerspruch zur Komintern und besonders zur Leitung der KPD unter Walter Ulbricht. Deshalb 1936 in Moskau vor die IKK geladen; er erreichte aber, daß er wieder nach Paris zurückkehren konnte und war so den Stalinschen Säuberungen entronnen. 1937 folgte er Aufforderungen, nach Moskau zu kommen, nicht mehr, da er schon 1936 in der Sowjetunion das Klima der Repressalien gespürt hatte.
    Im Oktober 1937 wurde Münzenberg aus der KPD ausgeschlossen. Seinen Einspruch gegen den Ausschluß aus dem ZK und der Partei behandelte die IKK erst am 20. Januar und 16. Februar 1939. Nachdem sein Ausschluß bestätigt worden war, erklärte Münzenberg selbst in einem »Offenen Brief« vom 10. März 1939 seinen Austritt aus der KPD. Er kämpfte weiter gegen den Faschismus, wandte sich zugleich gegen den Stalin-Hitler-Pakt. 1939 gründete er in Paris die Organisation »Freunde der Sozialistischen Einheit Deutschlands« und die von ihm geführte Zeitung »Zukunft« sammelte antistalinistische Kommunisten um sich. Bei Kriegsausbruch in Frankreich interniert. Im Januar 1940 beendete er seinen Artikel »Demokratie und Diktatur« mit dem Ausruf »Der Verräter, Stalin, bist Du!« Als die deutsche Armee auf Lyon vorrückte, floh er im Sommer mit drei anderen Deutschen aus dem Lager Chambarran bei Lyon, erst Ende Oktober 1940 wurde seine stark verweste Leiche gefunden. Münzenberg verlor im Hochsommer 1940 sein Leben, ein Selbstmord und auch ein Raubmord gelten so gut wie ausgeschlossen. Vielmehr ist die Ermordung durch Agenten Hitlers oder eher Stalins zu vermuten, Kurt Kersten kam 1957 zu dem Schluß, ein stalinistischer Fememord sei die wahrscheinlichste Erklärung.
    Diese Ansicht vertrat auch Münzenbergs Lebensgefährtin, Babette Gross (* 16. 7. 1898), die durch verschiedene Arbeiten über die Volksfront publizistisch hervortrat, in ihrem Buch: »Willi Münzenberg. Eine politische Biographie«, Stuttgart 1967. Babette Gross, geborene Thüring, war die Tochter eines Braumeisters und Schwester von Margarete Buber-Neumann. Sie absolvierte nach dem Oberlyzeum das Lehrerinnenseminar und trat 1920 in die KPD ein. Seit 1922 Mitarbeiterin der IAH, leitete sie von 1924 bis 1933 als Geschäftsführerin den Neuen Deutschen Verlag, ein Unternehmen des »Münzenberg-Konzerns«. Seit 1925 lebte und arbeitete Babette Gross mit Münzenberg zusammen, flüchtete mit ihm im März 1933 nach Paris und brach 1937 ebenfalls mit der KPD und der Komintern. 1940 zeitweise in Gurs interniert, gelang ihr über Portugal die Flucht nach Mexiko. 1947 kehrte sie nach Deutschland zurück, war 1949 Mitbegründerin und bis 1951 Mitglied der Geschäftsleitung der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Babette Gross starb am 8. Februar 1990 an einem Schlaganfall in Berlin.
    Willi Münzenberg gehörte weltweit zu den bekanntesten Kommunisten Er verkörperte einerseits als Arbeiter die typische Entwicklung in der Arbeiterbewegung: Wissensdurst und Weiterbildung; andererseits führten Organisationserfahrung und voller Einsatz der Person für die Sache zu seinem Aufstieg. Ein beachtliches Organisationstalent ließ ihn zum ersten kommunistischen »Manager« werden, der lange Zeit die Strategie des Stalinismus duldete und mitmachte. Doch als er diese Strategie durchschaute und zu den ursprünglichen Zielen der Arbeiterbewegung zurückfand, wurde Münzenberg ein Opfer des Stalinismus

    #histoire #communisme #propagande

  • « Printemps silencieux » en URSS : dans les marges de l’agriculture industrielle russe
    https://www.terrestres.org/2026/02/17/printemps-silencieux-en-urss

    Années 1980. Alors que l’agriculture soviétique s’industrialise et que les intrants chimiques inondent les champs russes, l’écrivain Ivan Filonenko dénonce un désastre écologique. Dans son livre “Qui suis-je sur Terre ?”, il chronique les alternatives au modèle productiviste tout en s’émerveillant de la beauté du vivant. En route pour les kolkhozes écolo ! L’article « Printemps silencieux » en URSS : dans les marges de l’agriculture industrielle russe est apparu en premier sur Terrestres.

    #Agriculture #Communisme #Ecologie Politique #Nature #Vivants

  • Théorie Communiste N° 28 est sur les rotatives
    https://dndf.org/theorie-communiste-n-28-est-sur-les-rotatives

    L’appréhension de la situation actuelle interroge fortement la nature et la validité de la production théorique. Une production théorique est d’autant plus rigoureuse qu’elle est ouverte, et soumise à des aléas et réfutable (ou, selon cet anglicisme, falsifiable). La théorie ne peut être une science de par l’identité entre son sujet et son objet, mais elle ne peut se contenter d’avoir pour base le subjectivisme d’un « point de vue de classe », en ce que la conscience de soi du prolétariat ne peut être immédiate, étant pour être conscience de soi, connaissance de la société par la médiation de la contradiction avec la classe antagonique. Dans la mesure où le capital subsume le rapport contradictoire et le fait sien, il n’en est pas de même pour la conscience de soi de la classe capitaliste qui demeure une conscience de soi, c’est-à-dire (sous réserves de nombreuses autres déterminations) une idéologie hégémonique définissant les termes dans lesquels sont formulées les oppositions à elle.

    #communisation #communisme #théorie

  • Manger la Hess, une poétique culinaire
    https://lundi.am/Manger-la-Hess-une-poetique-culinaire

    Comment manger en temps de crise, pour presque rien voire rien du tout ? Le poète Yoann Thommerel mène l’enquête auprès des fauché.es de Seine-Saint-Denis. Au gré des rencontres fortuites et des invitations, cela donne Manger low cost (éditions Nous) à la fois livre de recettes, manuel de survie et livre de poésie sur la Hess. « La Hess ? C’est quand chez toi y a tellement rien dans le frigo que même les prisonniers mangent mieux. Ou si tu préfères, des fois c’est tellement la Hess que t’as même pas de frigo. » On apprendra entres autres comment préparer une pizza en prison, comment cuisiner les fanes, comment rôtir un niglo (hérisson), l’art de se gaver à l’œil dans les vernissages, ou les règles d’or pour voler sans stress au Monoprix.

    La France qui a faim - Le don à l’épreuve des violences alimentaires, Bénédicte Bonzi
    https://lafrancequiafaim.fr
    https://seenthis.net/messages/1037652

    100 recettes nouvelles à base de miettes de pain, 1943

    #low_cost #livre #texte_choral #hess_5_étoiles #alimentation #argent #précarité #cuisine #manger #parler #accueil #commensalité #langage #mineurs_isolés #hospitalité_à_la_française #exil #clafoutis_aux_orties #pâtes_à_la_mie_de_pain #mollica #cueillette #vol #vol_alimentaire #freegan #ville #prison #recettes #canon_francais vs #communisme_déjà_là #aide_alimentaire #tri #restos_du_coeur #étudiants #domination #peur_de_manquer #organisation_de_la_rareté #sécurité_sociale_alimentaire

    • Mange ta peine - Recettes du prisonnier à l’isolement, MOBEN & Gaëlle HOARAU, Collection Cahiers, Postface de Jacky Durand
      https://leseditionsduboutdelaville.com/?page_id=1691

      « En prison, manger équilibré st essentiel à la santé mais surtout au moral. Ces recettes sont gourmandes et faciles à réaliser, même avec des moyens limités. Elles
      sont la poésie de mon quotidien que je veux avant tout partager avec les personnes qui vivent seules, à l’écart. J’aimerais que ce livre contribue à briser les idées reçues sur la prison et les personnes qui s’y trouvent. » Moben

      Les 77 recettes réunies dans ce livre ont été imaginées en prison, dans son coeur profond : une cellule d’isolement. Au même titre que la pratique physique du yoga ou l’entretien quotidien de ses facultés mentales, l’art de cuisiner est devenu pour Moben un moyen de survie.
      Dans ce livre, il partage trucs et astuces pour cuisiner dans des conditions extrêmes, dedans comme dehors. Ses recettes sont l’occasion d’évoquer anecdotes et analyses documentant la prison et les solidarités qui s’y nouent autour de la nourriture. Un livre de cuisine qui s’attache autant à remplir les ventres qu’à nourrir la riche pensée critique qui s’élabore derrière les murs.
      Moben a passé onze années en régime d’isolement pour tentative d’évasion. Mange ta peine est son premier livre. Il en a réalisé les illustrations.

      « Sa force, son talent, son inventivité : faire bon avec peu, faire mijoter un peu de soi parmi une communauté de destins carcéraux. » Jacky Durand, chroniqueur culinaire, reporter tout terrain et romancier.

      Moben, transféré dans un quartier de haute sécurité pour avoir écrit un livre de recettes en prison
      https://www.streetpress.com/sujet/1766057561-moben-transfere-quartier-haute-securite-ecrit-livre-cuisine-

      Ce matin d’octobre, Moben, détenu de longue peine au centre pénitentiaire de Moulins-Yzeure (03), voit débarquer une équipe de surveillants dans sa cellule. Ils fouillent. Ils ne cherchent ni téléphone ni drogue. Rien à voir avec les opérations lancées par le ministre de la Justice Gérald Darmanin quelques semaines plus tôt. Les équipes locales de sécurité pénitentiaire cherchent un livre.

      [...]

      Par mail, la direction interrégionale justifie la saisie du livre dans la cellule de Moben à son éditeur en listant plusieurs articles du code pénitentiaire, et conclut : « Ainsi, lorsqu’une personne détenue souhaite qu’un de ses écrits soit publié par une maison d’édition, il convient au préalable qu’elle obtienne l’accord du directeur interrégional territorialement compétent. » Selon un agent pénitentiaire de Moulins-Yzeure, il n’est pourtant pas rare de voir des personnes détenues écrire des livres en détention et de les voir publiés alors qu’ils sont encore incarcérés.

      Elle lui reproche également « [sa] volonté et [sa] capacité à communiquer, pendant plusieurs semaines, avec des personnes à l’extérieur en contournant les règles de contrôle de l’administration pénitentiaire »

      #DPS #balluchonnage #Condé-sur-Sarthe #QLCO #quartier_de_lutte_contre_la_criminalité_organisée

  • „Sonjas Rapport“ unzensiert
    https://www.vorwaerts.de/kultur/sonjas-rapport-unzensiert

    Urdula Kuczynski alias Ruth Werner fut l’espionne au service de l’URSS qui a trasmis les informations essentielles sur la bombe atomique de la Grande Bretgne a l’Union Soviétique. Son autobiographie raconte la vie d’ume femme indépendsnte et libre qui vivait pour ses convictions.

    26.5.2006 von Dagmar Günther - Ihr Leben ist symptomatisch für die politischen Gegensätze ihrer Zeit. Bereits 1977 veröffentlichte die aus der jüdischen Gelehrtenfamilie Kuczynski stammende Ruth Werner in der DDR unter dem Titel „Sonjas Rapport“ ihre ungewöhnliche Geschichte. Sie handelt von Spionage und Emigration, Liebe und Verrat; spielt in Deutschland, China, der Sowjetunion, Polen, der Schweiz und England. „Sonjas Rapport“ wurde in der DDR in 13 Auflagen insgesamt 500 000 Mal gedruckt. Das Buch erschien darüber hinaus in Bulgarien, Ungarn, der CSSR und der Sowjetunion Und es machte die Top-Agentin des 20. Jahrhunderts Ruth Werner schon zu einer Zeit berühmt, als kaum jemand etwas von ihrer „Übermittlerrolle“ in Sachen Atombombe wusste.

    Zwei Jahre lang hatte „Sonja“ vom Kernphysiker und Atomspion Klaus Fuchs - wie sie Emigrant und Kommunist aus Überzeugung - in England „sehr wertvolle Informationen“ zum Bau der Atombombe erhalten. Ihr Bruder Jürgen Kuczynski hatte ihr Ende 1942 diesen Kontakt vermittelt. Die Informationen leitete sie per Funk oder über ihren Verbindungsmann „Sergej“ nach Moskau weiter. So half sie, das Atombomben-Monopol der USA zu brechen.

    Dieser Teil ihres Lebens und ihre Reflexionen über Stalins Verbrechen waren nachweislich schon in der von DDR-Spionagechef Markus Wolf Ende der 60er Jahre initiierten Ursprungsfassung enthalten. Sie wurden 1977 allerdings nicht zur Veröffentlichung freigegeben - möglicherweise von DDR-Staatschef Erich Honecker und Stasi-Chef Erich Mielke, sehr wahrscheinlich jedoch von sowjetischer Seite.

    Erst 1991 konnten die brisanten Fakten in einer in London herausgegebenen englischen Version gedruckt werden. Die kürzlich zum 60. Jubiläum des zur Eulenspiegel Verlagsgruppe gehörenden Verlags Neues Leben erschienene erste komplette deutsche Auflage von „Sonjas Rapport“ folgt der englischen Fassung. Der Leser erfährt nun, welche Rolle Ruth Werner bei der Atomspionage spielte. Mehr als einmal setze sie ihr Leben aufs Spiel. Bedeutsam sind auch ihre in den Grenzen ihres Selbstverständnisses geäußerten integren Gedanken über Stalins Verbrechen, denen ihr bekannte russische und deutsche Kommunisten zum Opfer fielen. Ruth Werner betonte ausdrücklich, sie habe nicht für Stalin sondern für die Sowjetunion gearbeitet.

    Zur Sprache kommt darüber hinaus ihr eigener „bitterer Anteil“ an Opportunismus und Dogmatismus, von dem in der DDR selbst Menschen von lauterer Gesinnung nicht frei waren. Ruth Werner: „Ich bekämpfte dieMissstände, die mir bekannt waren, aber eben nur insoweit, dass ich meine Parteizugehörigkeit behalten und weiter Bücher schreiben konnte. ... Ich arbeitete innerhalb der Möglichkeiten, die mir offen standen. Heute mag das opportunistisch erscheinen, und ich muss mich fragen, wie oft ich dogmatisch war? Wie oft glaubte ich an Dinge, von denen ich heute weiß, dass sie falsch waren? Wie oft glaubte ich, dass Genossen Verräter seien, von denen sich herausstellte, dass sie Opfer unseres deutschen Stalinismus waren? Die Erinnerung daran lässt mich erröten, und das Nachdenken über 40 Jahre DDR und mein eigenes Verständnis ist noch nicht komplett...“

    Eine wundervolle Ergänzung zu Ruth Werner Autobiografie stellt das sehr offene Gespräch dar, das der Berliner Journalist Rudolf Hempel mit ihren Kindern Michael P. Hamburger, Janina Blankenfeld und Peter John Beurton über ihre Mutter, die verschiedenen Väter und ihr eigenes Leben führte. Die Antworten zeigen drei Menschen auf der Suche nach ihrer eigenen Position, die in „Sonjas“ turbulenter Kundschafter-Zeit ihren Anfang nahm und noch immer nicht zu Ende ist.

    Ruth Werner: Sonjas Rapport, Erste vollständige Ausgabe, Verlag Neues Leben, Berlin 2006, 384 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 3-355-01721-3

    Filmdetails : Sonjas Rapport (1982)
    https://www.defa-stiftung.de/filme/filme-suchen/sonjas-rapport

    Regie: Bernhard Stephan, 119 Min., Farbe/Schwarz-Weiß, Spielfilm
    Deutsche Demokratische Republik (DDR)
    DEFA-Studio für Spielfilme, 1982

    Film-/Videoformat
    35 mm
    Länge in m
    3222
    Englischer Titel
    Sonya´s Report
    Premierendatum
    26.09.1982
    Anlaufdatum
    01.10.1982
    Literarische Vorlage
    Werner, Ruth: „Sonjas Rapport“, Autobiografie

    Filmplakat zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Grafiker: Otto Kummert
    Kurzinhalt (Deutsch)

    Eine junge Frau, aus fortschrittlichem bürgerlichen Hause stammend, geht Mitte der 1930er-Jahre mit ihrem Mann Rolf nach Shanghai. Obwohl sie ein Kind hat, ist sie nicht bereit, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Sie lernt Dr. Richard Sorge kennen und beschließt, Kundschafterin zu werden. Nach einer Ausbildung in der Nähe von Moskau - sie bekommt den Tarnnamen Sonja -, wird sie mit dem Genossen Ernst in die Mandschurei zu ihrem ersten Auftrag geschickt. Sie hat ein Verhältnis mit Ernst, bekommt ein Kind von ihm. Durch einen neuen Auftrag, der sie nach Polen führt, wird sie von Ernst getrennt. Für ihre Arbeit erhält sie in Moskau den Rotbannerorden. Danach geht sie in die Schweiz, funkt Informationen über den bevorstehenden Krieg in die Sowjetunion. Sie begegnet Rolf und Ernst, die ein Auftrag in den fernen Osten führt. Sonja heiratet einen Engländer, um nicht an Deutschland ausgeliefert zu werden.

    (Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstab

    Drehbuch

    Bernhard Stephan

    Szenarium

    Manfred Freitag
    Joachim Nestler

    Darsteller

    Györgi Kinga Tarjan (Sonja)
    Olgierd Lukaszewicz (Rolf)
    Hartmut Puls (Ernst)
    Karla Runkehl (Ollo)
    Erwin Berner (Len)
    Rolf Hoppe (Von Schlewitz)
    Swetlana Schönfeld (Lisa)
    Henry Hübchen (Erwin)
    Thomas Neumann (Karl Hoffmann)
    Talgat Nigmatulin (Feng)
    Wladimir Din (Matsumoto)
    Tariel Kassumow (Andrej)
    Achim Wolff (Italienischer Schiffsoffizier)
    Ursula Christowa-Staack (geb. Staack) (Ehefrau des Nazifunktionärs)
    Paul Berndt (Nazifunktionär)
    René Schönenberger (Schweizer Polizist)
    Doris Thalmer (Ehefrau (Altes jüdisches Ehepaar))
    Willi Schwabe (Ehemann (Altes jüdisches Ehepaar))
    Tjo Den-Gu (Chinesischer Apotheker)
    Ruth Kommerell (Großmutter)
    Lars Rollberg (Micha)
    Franziska Rollberg (Nina)
    Birgit Frohriep (Gerda)
    Ralf-Günter Krolkiewicz (Fred)
    Anette Kralisch (Lisas Tochter)
    Mario Aßmann (Lisas Sohn)
    Petra Dobbertin (Erwins Frau)
    Galina Chan (Ludmilla)
    Wassili Pak (Diener / Japanischer Soldat)
    Harry Merkel (Matschke)
    Ilona Brömmer (auch: Brömmer-Weiß) (Blonde Dame)
    Wladislaw Ogai (Janpanischer Offizier)
    Juri Zoj (Japanischer Soldat)
    Alexander Chan (Chinesischer Grenzsoldat)
    Holger Eckert (Hausherr)
    Gerhard Petri (Friseur)
    Jürgen Hohmann (Artist)
    Barbara Müller (Funkerin)
    Renate Heymer (Blonde Dame)
    Marga Hofmann (Dame der Gesellschaft)
    Gabriela Stanek (Dame der Gesellschaft)
    Renate Stephan (Dame der Gesellschaft)
    Ria Fischer (Dame der Gesellschaft)
    Nil Lath (Dame der Gesellschaft)
    Christel Szcesny (Dame der Gesellschaft)
    Cosima Wujee (Dame der Gesellschaft)

    Regieassistenz

    Harald Fischer (Assistenz-Regie)

    Kameraassistenz

    Norbert Kuhröber
    Dietram Kleist

    Dramaturgie

    Anne Pfeuffer

    Ton

    Klaus Tolstorf
    Gerhard Ribbeck (Tonmischung)

    Maske

    Jürgen Holzapfel
    Christa Eifler

    Requisite

    Herbert Rother
    Klaus-Dieter Ernst

    Produktionsleitung

    Erich Albrecht

    Aufnahmeleitung

    Lutz Wittcke
    Karl-Heinz Rüsike

    DEFA-Fotograf

    Dietram Kleist

    Synchronisation (Sprecher)

    Ursula Werner (Sonja)
    Reinhard Kuhnert (Rolf)
    Zhaoming Pan (Matsumoto)
    Angel Stojanow (Andrej)
    Enbin Yang (Chinesischer Apotheker)

    Kurzinhalt (Weitere Sprachen)

    A metà degli anni ’30, una giovane donna della borghesia progressista, si trasferisce col marito Rolf a Shanghai. Nonostante abbia un figlio, non è disposta a ritirarsi a vita privata. Dopo aver conosciuto il Dr. Richard Sorge decide, così, di diventare esploratrice. Dopo una breve formazione nei pressi di Mosca, dove le assegnano il nome in codice Sonja, la donna viene mandata con il compagno Ernst in Manciuria per la sua prima missione. Dalla relazione con Ernst nasce un figlio. Per il suo lavoro Sonja viene insignita con un’onorificenza, dopodiché si trasferisce in Svizzera, dove radiotrasmette all’Unione Sovietica il pericolo dell’imminente guerra. Pur rincontrando Rolf e Ernst, sposerà un inglese, per non finire in mano ai tedeschi. (Italienisch)
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist
    Filmstill zu „Sonjas Rapport“

    (R: Bernhard Stephan, 1982) Fotograf: Dietram Kleist

    #Allemagne #Royaume_Uni #URSS #espionnage #femmes #biographie #communisme #histoire #nucléaire #bombe_atomique #guerre_froide

  • Chanter la condition ouvrière"
    https://lhistgeobox.blogspot.com/2025/11/chanter-la-condition-ouvriere.html

    « L’anarchisme, qui a rompu avec les socialistes en 1872, imprègne tout le mouvement ouvrier, et s’impose comme l’idéologie dominante au sein du syndicalisme français, au moins jusqu’en 1914. Les libertaires accordent une importance primordiale à la propagande chansonnière, car elle est accessible aux couches les plus défavorisées de la population et comme le résume élégamment Le Père peinard, elle sert »à décrasser les boyaux de la tête". Dans cette optique, la chanson a une portée didactique et propagandiste. En 1901, Charles d’Avray, dans sa composition Le Triomphe de l’Anarchie, s’appuie sur « la dénonciation des maux provoqués par le capital, le militarisme, la politique et la religion pour exhorter tous les exploités à la révolte. »

  • Marc Held, architecte exalté - #podcast
    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/serie-marc-held-architecte-exalte

    Célèbre pour son « Culbuto » dans les années 70, Marc Held est un visionnaire dont l’héritage continue d’influencer le monde du #design et de l’#architecture. Son travail et son engagement envers la communauté se traduit aujourd’hui à travers la construction de l’école de Samba Dia, au Sénégal.

    Marc Held, né en 1932, enfant juif caché en Corrèze, résistant à 11 ans, a marqué l’art du « design » dans les années 1970. Aujourd’hui encore, l’homme est un exemple d’enthousiasme communicatif et attachant, mêlé à une pudeur et une élégance intense. Si son œuvre, dès son origine, montre l’originalité et la grande liberté de l’individu, elle n’en est pas moins pensée avec une rigueur qui laisse toute la place à la puissance de son imagination, forme s’il en est, d’une poétique déterminée. C’est un humaniste. Sa vision de la société est ancrée dans des convictions tenues fermes depuis ses origines, sa jeunesse, le #communisme et la #résistance qui l’ont « formé ». Son œuvre emprunte les chemins d’une vie intensément vécue, faite de fantaisie, modernisme et tradition, le tout mis, après-guerre, au service d’une nouvelle société et pour le meilleur. L’essentiel réside sans doute, pour lui, dans un accord existentiel entre nos modes de vies, de « résider » sur terre dans un monde fragilisé par une économie ultra-libérale, ravageuse, conscient qu’il est depuis toujours de la nécessité de préserver la nature et ses espaces, ce qui le rend ultra-contemporain et toujours extrêmement moderne. Designer à la pointe de l’innovation dans les années 60/70, architecte confronté à la production industrielle dans les années 80, Marc Held est conduit à se poser la question de la perte du lien de l’espèce humaine avec la nature, jusqu’à éveiller en lui au tournant des années 90 un désir de retour à l’échelle locale et d’une approche écologique de la construction.

    (présentation assez pourrie, dans l’émission, un conteur, mille histoires)

    #audio #architecture_vernaculaire #récit_de_vie #hassan_fathy #construction #construction_terre #mobilier

  • Addio Paolo Virno
    https://ilmanifesto.it/addio-paolo-virno-militante-rivoluzionario-senza-pentimenti


    Paolo Virno diffusant le quotidien d’agitation Potere operaio. Fuori dalle linee à l’entrée de l’usine FIAT-Mirafiori en 1974 – Archives il manifesto

    Filosofo comunista e pokerista, uomo colto anti intellettuale, militante rivoluzionario senza pentimenti, Paolo Virno ha avuto il suo esodo da una vita vissuta fino all’ultimo respiro e all’ultimo malinconico sorriso.

    #Paolo_Virno

    • E ci mancheranno «le parole per dirlo». Paolo, ciao, Francesco Raparelli
      https://www.dinamopress.it/news/e-ci-mancheranno-le-parole-per-dirlo-paolo-ciao

      8 Novembre 2025

      In memoria del compagno e grande filosofo Paolo Virno, scomparso il 7 novembre, per molti di noi Maestro di pensiero e di vita. Lo ricorderemo a Esc, via dei Volsci 159, lunedì 10, alle ore 11

      Succede, nella vita, che si impara a parlare una seconda, una terza volta, e ancora. A me, così è accaduto con Paolo Virno. Paolo Virno era un filosofo, quindi un artista delle parole. Uno che afferrava cristalli di pensiero, un’idea di mondo, nelle regole grammaticali. Uno che non aveva mai perso di vista ciò che conta, ovvero che pensiero e prassi sono tutt’uno con le preposizioni: “con”, “tra”, “fra”. Si agisce e si pensa con le altre e gli altri, tra le altre e gli altri, fra una cosa e l’altra. Nel mezzo – senza principio né fine.

      Aula 6 di Lettere, Sapienza, primavera del 1998. Per ricordare l’anno 1968, presentavamo il libro di Bifo dedicato a Potere Operaio. Comparve Paolo. Il corpo, senz’altro – così alto. Ma il corpo con la parola, con una parola che sapeva farsi corpo con i gesti delle mani, con la voce e il suo volume cangiante, imprevedibile. Filosofo del linguaggio, del linguaggio di Paolo mancava qualcosa senza vedere le mani, e la braccia, con quei movimenti ampi, quasi preparassero la scena dell’enunciato. «L’inserzione del linguaggio nel mondo», avrebbe detto lui.

      Certo Paolo era stato un militante sovversivo, un «marxista non pentito», un «comunista non di sinistra». E l’aveva pagata cara, la sua militanza, negli anni della controrivoluzione e della carcerazione preventiva senza sosta. Le parole di Paolo erano parole, ma c’era dietro pure la vita di una generazione che aveva tentato la rivoluzione. «Sconfitta», diceva. Vero, ma a che prezzo? La controrivoluzione italiana, per vincere, ha dovuto imporre, manovra finanziaria dopo manovra finanziaria, il declino del Paese.
      Se oggi l’Italia è fanalino di coda in Europa per quel che riguarda i salari, se l’economia sopravvive con il terziario low cost e l’edilizia che manda gli ultrasessantenni a crepare sui ponteggi, se duemila giovani formati al mese se ne vanno, è perché c’è voluta dedizione efferata per sconfiggere la rivoluzione.

      Con Paolo inventammo, a Esc, la Libera Università Metropolitana. Con Paolo, con Toni, con Franco, con Benedetto. E tante e tanti. Il primo seminario fu subito dopo l’occupazione di via dei Reti 15, primavera del 2005. Lo spazio era ancora disagevole, usavamo una stanzetta spoglia. Discutemmo di azione innovativa, secondo Paolo. Non riguarda il genio, l’eroe, il visionario l’azione innovativa, no. Ha a che fare con quel vivente che, per vivere, deve di volta in volta mettere in forma la propria vita, creare, in cooperazione con altre e altri, le condizioni della propria esistenza. Necessaria, l’azione innovativa, ogni qual volta si tratta di applicare la regola condivisa a un caso singolo; applicandola, tutto sommato, la regola la facciamo anche di nuovo. Differenza nella ripetizione. O anche: variazione storica della natura eterna che, per Paolo, sono le nostre facoltà specie-specifiche.

      L’accademia italiana, ovvero del Paese fallito per la controrivoluzione, ha accolto Paolo tardivamente. Non poteva che andare così. Con le sue opere tradotte in tutto il mondo, la pensione lo ha raggiunto presto – troppo. Ma gli studenti lo hanno amato, in Calabria e poi a Roma Tre. Piccoli e grandi, tutti imparavano a parlare di nuovo, con lui. Ogni corso, ogni lezione, imponeva di pensare in grande, di pensare sul serio. Nonostante l’ANVUR e la VQR, o altri acronimi che hanno per obiettivo l’umiliazione della vita associata.

      Paolo era alla ricerca del sindacato rivoluzionario del lavoro precario, sottopagato, migrante. Se – folli – abbiamo fondato le Camere del Lavoro Autonomo e Precario, lo dobbiamo anche a quel documento, con diversi discusso, ma da lui scritto più di vent’anni fa («Che te lo dico a fare?»). Non ha mai smesso di essere operaista, a costo di portare il broncio alle movimentazioni recenti. Non che non riconoscesse il ruolo della finanza, l’importanza della rendita immobiliare, la guerra e le sue politiche di bilancio: cercava l’estorsione di plusvalore, Paolo, sempre. A pensarci bene, era un modo per continuare a pensare il due, il «doppio potere», la «città divisa». Filosoficamente: il possibile del reale.

      Ora, senza Paolo, vicini a Raissa, si tratterà di cercare ancora «le parole per dirlo» – proprio quelle, non altre. E sarà impervio, ma occorre provarci.

    • Faire de la philosophie avec Paolo Virno - Entretien avec Michel Valensi, 2014
      https://www.lyber-eclat.net/lyber/virno5/virno-valensi.html

      Michel Valensi : Depuis ton premier livre, Convention et matérialisme (non traduit en français) qui date de 1986, et même depuis tes premiers écrits plus politiques des années 1970, jusqu’à ce dernier livre qui paraît aujourd’hui en français sous le titre Et ainsi de suite. La régression à l’infini et comment l’interrompre, consacré à la philosophie du langage, un long chemin a été parcouru. Pourrais-tu en rappeler les étapes principales ? (Ce qui revient à raconter ta vie d’une manière ou d’une autre…).

      Paolo Virno : J’ai commencé à m’occuper de philosophie de manière systématique à la suite d’une défaite politique. Je parle de la défaite des mouvements révolutionnaires qui ont occupé la sphère publique en Occident entre la mort de John Kennedy et celle de John Lennon, donc du début des années 1960 à la fin des années 1970. Ces mouvements, qui ont, d’emblée, éprouvé une véritable aversion pour le socialisme réel tel qu’il pouvait s’incarner dans l’Union soviétique, avaient utilisé Marx en dehors et contre la tradition marxiste, en la mettant en contact direct avec les luttes en usine et la vie quotidienne des sociétés développées. Un Marx lu en même temps que Nietzsche et Heidegger, et mis à l’épreuve de Weber et de Keynes.

      #politique #philosophie

    • Quelques notes à propos du general intellect, Paolo Virno, Futur Antérieur, 1992
      http://pinguet.free.fr/virno1992.pdf

      Pour en réactiver la puissance politique, il importe de mettre en oeuvre une critique de fond du « Fragment ». Ce sera celle-ci : Marx a identifié totalement le general intellect (ou encore le savoir en tant que principale force productive) au capital fixe, négligeant ainsi le côté sous lequel le même general intellect se présente au contraire comme travail vivant. Ce qui est précisément aujourd’hui l’aspect décisif.

      La connexion entre savoir et production, en effet, ne s’épuise pas dans le système des machines, mais s’articule nécessairement à travers des sujets concrets. Aujourd’hui, il n’est pas difficile d’élargir la notion de general intellect bien au-delà de la connaissance qui se matérialise dans le capital fixe, en y incluant aussi les formes de savoir qui structurent les communications sociales et innervent l’activité du travail intellectuel de masse. Le general intellect comprend les langages artificiels, les théories de l’information et des systèmes, toute la gamme des qualifications en manière de communication, les savoirs locaux, les « jeux linguistiques » informels et même certaines préoccupations éthiques. Dans les processus de travail contemporains, il y a des constellations entières de concepts qui fonctionnent par elles-mêmes en tant que « machines » productives, sans avoir besoin ni d’un corps mécanique, ni même d’une petite âme électronique.

      Nous appelons intellectualité de masse le travail vivant en tant qu’articulation déterminante du « general intellect ». L’intellectualité de masse – en son ensemble, en tant que corps social – est dépositaire des savoirs non divisibles des sujets vivants, de leur coopération linguistique. Ces savoirs ne constituent en aucune manière un résidu, mais une réalité produite justement par l’affirmation inconditionnée du « general intellect » abstrait. C’est précisément cette affirmation inconditionnée qui implique qu’une part importante des connaissances ne peut se déposer dans les machines, mais doit se manifester dans l’interaction directe de la force de travail. On se trouve face à une expropriation radicale, qui ne peut pourtant jamais se résoudre en une séparation complète et définitive.

      #general_intellect #travail_vivant #Intellectualité_de_masse

    • Paolo Virno, la métropole et l’organisation du conflit de classe (2005, pour la IVeme Internationale ah ah ah)
      https://www.revolutionpermanente.fr/Paolo-Virno-la-metropole-et-l-organisation-du-conflit-de-classe

      Sans la mobilisation du travail précaire, je crois que la situation de la lutte de classes italienne ne bougera pas.

      Le problème fondamental, c’est les formes d’organisation de ceux qui, par définition, sont ceux qui aujourd’hui ne semblent pas pouvoir être organisés, c’est-à-dire les travailleurs précaires. Pour organiser le travail précaire, il faut mobiliser la culture, les formes de vie, les goûts esthétiques, les inclinations éthiques, c’est-à-dire le monde de la vie comme le disent certains philosophes. Voilà le pari. Le travail précaire est semblable à une dimension complexive de l’existence.

      Alors je crois que le jeune ouvrier, et la jeune ouvrière surtout, de [Fiat] Melfi, montrent par leur condition et à travers leurs formes de lutte qu’ils viennent d’expérimenter une condition plus générale, commune aux travailleurs précaires. Ils sont la pointe d’un iceberg, même s’ils disposent d’un boulot relativement stable. Je crois que cette émergence, les autoferrotranvieri, les luttes de Melfi, sont comme une prémisse ou un symptôme de la mobilisation du travail social précaire. Et j’ajoute, précaire et également intellectuel. Par intellectuel je n’entends pas les gens qui ont fréquenté l’université, j’entends aussi ceux qui réalisent les tâches les plus humbles et mobilisent les capacités cognitives et linguistiques de notre espèce. Je n’entends pas par intellectuel une sorte de spécialisation, de qualification particulière, mais une expérience de travail qui comprend toujours, d’une manière fondamentale, l’utilisation des capacités linguistiques et cognitives de notre espèce. Alors je pense l’immigré ou le jeune précaire comme intellectualité de masse, à condition d’entendre intellectualité de masse par ce que je viens de définir.

      (...) pour nous, le « general intellect », le cerveau social, c’est la coopération du travail vivant (...)

      #classe_ouvrière #multitude #communisme

    • La vie militante

      Paolo Virno : la révolution, joyeuse ambition , Andrea Colombo, il manifesto, 9/11/2025
      https://ilmanifesto.it/paolo-virno-la-rivoluzione-allegra-ambizione

      Souvenir

      Intellectuel et anti-intellectuel, il a milité dans Potere Operaio, subi une incarcération injuste, travaillé au manifesto, enseigné la philosophie. Jamais résigné à la triste mission de rendre le monde un peu plus juste : il voulait le renverser.

      Paolo Virno fut un acteur essentiel de la gauche révolutionnaire italienne, et un rédacteur inoubliable de ce journal.

      Dans la fin des années 1980, Paolo sortait à peine d’une odyssée judiciaire kafkaïenne, passée à l’histoire sous le nom de « 7 avril ». On l’avait inculpé et emprisonné sous des accusations ridicules, auxquelles même les magistrats ne croyaient pas, mais pour une raison juste, quoique inavouable : celle d’être un révolutionnaire communiste décidé à renverser l’ordre existant, convaincu que vivre, c’est marcher sur la tête des rois. Sa méfiance envers la magistrature démocratique [les juges membres ou sympathisants du Parti communiste, NdT], jamais démentie jusqu’à son dernier jour, naquit de cette expérience.

      Paolo rejoignit ensuite le manifesto, dans la section culturelle — qui comprenait alors aussi les spectacles. Mais il ne voulait pas, et nous ne voulions pas, d’une section culturelle comme les autres, fût-elle très politisée. Nous visions un « contre-journal », capable de regarder ce que l’urgence de l’actualité reléguait hors des premières pages : non les acrobaties du CAF (le triumvirat Craxi, Andreotti, Forlani), ni les gloires lointaines des guerres de libération, mais les transformations radicales des forces productives encore à l’état naissant à la fin des années 1980.

      L’émergence d’un nouveau prolétariat intellectuel et inventif, remplaçant la répétition mécanique de la chaîne par l’usage de l’esprit. Le paradoxe d’une société du salariat rendue obsolète et parasitaire par le développement des forces productives , mais dont on ne sortait qu’en en conservant les règles — parce que la survie du commandement l’exigeait.

      De cette ambition naquit le périodique Luogo comune, et une grande part du combat se jouait déjà dans les pages du manifesto. Ceux qui voudraient comprendre peuvent lire la compilation Negli anni del nostro scontento (DeriveApprodi, 2023), qui rassemble ses articles : on y découvre une capacité unique à repérer les lignes de force du nouvel ordre social, mais aussi ses failles, jusque dans les films populaires, les émotions d’une époque ou le lexique des intellectuels.

      Cette ambition révolutionnaire totale fut la marque constante de l’action politique et de la réflexion philosophique de Virno. Tous ses livres, sans exception, visent à subvertir le présent, même quand ils s’attardent sur les jeux d’esprit ou les limites du langage.

      Jamais il ne s’est contenté de « rendre le monde un peu meilleur ». Il savait que sans une vision apte à ébranler l’ordre entier, on n’obtient même pas un meilleur salaire. Il allait toujours au bout du jeu.

      Il a vécu dans la conscience d’une défaite historique, sans jamais s’y résigner. Ancien militant et dirigeant de Potere Operaio, organisation dont l’influence allait bien au-delà de ses modestes effectifs, il avait su garder l’esprit de cette époque où la révolution semblait à portée de main.

      Mais sa pensée n’était pas nostalgique : il considérait l’arsenal du passé comme un fardeau, sauf la méthode héritée de l’opéraïsme, qu’il revisita jusqu’à la rendre méconnaissable. Il traquait les nouvelles subjectivités, les formes inédites de résistance, et affirmait qu’aujourd’hui, être communiste est incompatible avec appartenir à la gauche traditionnelle, nuisible plus qu’inutile.

      Pour beaucoup, Paolo fut un maître de pensée critique, un compagnon et un ami. Pour certains, comme moi, il l’était depuis le lycée romain et Potere Operaio.

      À ceux qui ne l’ont pas connu, il laisse des textes qui seront étudiés comme des armes de la lutte de classe moderne. Mais il leur manquera ce qu’aucun texte ne peut rendre : sa générosité proverbiale, son indifférence à l’argent, sa présence solide dans l’épreuve, son ironie et sa joie. L’avoir eu pour ami fut un privilège rare.

      La passion politique

      Un éclaireur de l’exode à la visée sûre, Marco Bascetta, il manifesto, 9/11/2025
      https://ilmanifesto.it/un-apripista-dellesodo-dotato-di-ottima-mira


      Foto di Nora Parcu

      Plus les histoires sont longues et intenses, plus les expériences et les sensibilités sont entrelacées, moins on sait par où commencer.

      Pourquoi pas, alors, par une petite rubrique de la revue Luogo comune, qu’au début des années 1990 Paolo avait lancée avec un groupe de camarades et d’amis : « Citations face à l’ennemi », inspirée du cliché western — repris plus tard par Tarantino — où le tireur cite un verset biblique avant de dégainer.

      Eh bien, les articles de Paolo, ses essais courts, forment un catalogue extraordinaire de “citations face à l’ennemi” : extraites d’un vaste savoir, aiguisées par une passion politique et une précision de tir inégalées.

      Jamais son travail n’a été sans cible, même lorsqu’il distingua clairement militance politique et recherche philosophique. Non pour en nier le lien, mais pour en préserver le rigoureux équilibre. Deux tâches aussi décisives, disait-il, ne peuvent être menées à moitié.

      Beaucoup d’entre nous furent déconcertés : nous vivions justement dans cette zone grise où la pensée longue se mêle à l’urgence de l’action. Mais sa radicalité continuait d’alimenter les mouvements, et face à tout événement nouveau, nous revenions toujours à quelque éclair philosophique de Paolo.

      Ces dernières années, après avoir quitté l’enseignement, il voulait retrouver un rapport direct à la lutte politique. Nous en parlions souvent, sans trouver la voie à la hauteur de sa radicalité.

      S’il est un mot qu’il incarnait pleinement, c’est « compagno » [camarade] : amitié, affection, espérance, intelligence collective et liberté individuelle. Ce mot, sérieux et enjoué, fut celui par lequel il nous salua, Andrea Colombo et moi, jeudi matin encore.

      Car Paolo appelait son petit cercle de Luogo comune les « marxistes non de gauche » — une ironie dirigée contre les socialistes des années 1960 qui se disaient « gauche non marxiste ». Cela signifiait une critique marxiste non affadie par le compromis ni contaminée par le populisme, fidèle à la tradition matérialiste mais en attente d’un renouveau.

      Il choisit pour cela la voie exigeante de la philosophie du langage, un travail à plein temps. Et même dans ses ouvrages les plus techniques, on croise ses cibles politiques de toujours — l’État, le peuple, le salariat — et ses piquantes « citations face à l’ennemi ».

      Je ne sais pas écrire la mesure du vide qu’il laisse après 56 ans d’amitié née au lycée romain. Je me confie à une dernière citation de cinéma chère à Paolo, que nous aimions répéter :

      « Cher ami… che te lo dico a fa’ ? » (à quoi bon te le dire ?).

      La recherche philosophique

      Au-delà du capital, la partie reste ouverte, Massimo De Carolis, il manifesto, 9/11/2025
      https://ilmanifesto.it/oltre-il-capitale-la-partita-e-aperta

      Fidèle jusqu’au bout à l’idée marxienne que le déclin du capitalisme marque le commencement, et non la fin, de l’histoire humaine, Paolo Virno a su faire entrevoir la trace d’une autre histoire.

      Depuis les années 1970, il s’interrogeait : que se passe-t-il quand les conditions mêmes de la possibilité de l’histoire — langage, praxis, nature — cessent d’être un simple arrière-plan pour devenir la matière même des événements ?

      De cette question découle sa démarche : élargir les notions politiques de force de travail ou de multitude en concepts anthropologiques, et inversement, découvrir la charge politique des notions d’action innovatrice ou de faculté de langage.

      Dans Le souvenir du présent, il écrivait :

      « Le capitalisme historise la méta-histoire : il l’inclut dans le domaine prosaïque des événements, il s’en empare. »

      En transformant en marchandise non pas le travail accompli mais la force de travail comme puissance humaine générale, le capitalisme a replié l’histoire sur elle-même.

      Dès lors, ce qui enrichit le capital, ce n’est pas tant la propriété du produit que le pouvoir de décider, en amont, quelles potentialités humaines pourront se réaliser.

      Ce pouvoir est longtemps resté caché, mais il se révèle pleinement avec le postfordisme : grâce à la technologie, le travail salarié devient marginal, un « résidu misérable », et pourtant le dominion du capital s’intensifie, s’étendant à toute la vie.

      La biotechnologie se nourrit des potentialités de la nature, les plateformes exploitent nos facultés communicatives, la finance spécule même sur les crises.

      L’excès de possibilités se renverse en impuissance, menaçant de fin de l’histoire.

      Mais pour Virno, la partie reste ouverte : l’alternative existe dans les pratiques humaines ordinaires — langage, action commune, esprit, amitié — où se tisse une autre orientation de l’histoire.

      D’où son intransigeance envers une “gauche” nostalgique et inconsistante, et son attachement aux mouvements révolutionnaires des années 1970, qui avaient entrevu que l’enjeu politique n’est rien de moins que la dignité de l’humain.

      Et de cette dignité, Paolo Virno a donné la preuve vivante, dans sa militance, sa prison, sa pensée, et même dans la façon tranquille dont il a affronté la maladie. Une cohérence naturelle, signe du vrai maître.

      Creuser le langage : l’enseignement de Paolo Virno , Christian Marazzi, effimera, 9/11/2025
      https://effimera.org/scavare-il-linguaggio-linsegnamento-di-paolo-virno-di-christian-marazzi

      Nous devons creuser marxiennement le langage — mais le langage désormais intérieur aux processus productifs, le langage mis au travail après la crise du fordisme. C’est ainsi que nous parlait Paolo, définissant un programme collectif de travail au long cours pour construire les nouvelles armes de la lutte de la multitude.
      Convention et matérialisme date de 1986 ; c’est dans ce livre que, pour la première fois, il est question de l’ordinateur comme « machine linguistique », cette technologie qui a déterminé le tournant linguistique des processus de numérisation et de valorisation de l’économie, du monde, de la vie.

      Il en écrivit une partie en prison, dans la cellule où se trouvaient également Toni Negri et Luciano Ferrari Bravo. Luciano me décrivit un jour le cliquetis de la machine à écrire de Paolo lorsqu’il rédigeait ses textes : lent, avec de longues pauses entre un mot et l’autre, comme si Paolo caressait chaque lettre, comme si chaque mot était un corps en devenir. Il semblait les écouter, ces mots, descendant dans la profondeur de leur vérité, de leur corporéité.

      Parfois, il employait des mots archaïques, comme pour signifier une histoire commencée il y a longtemps : l’histoire de la lutte des classes. Pour Paolo, l’usage des mots était un entraînement à l’usage de la vie : une vie singulière, individualisée, précédée d’un je collectif, d’un social présocial, garantie de l’existence politique « des nombreux en tant que nombreux ».

      Le collectif de la multitude contre le peuple comme réduction à l’un, la fuite de la souveraineté vers une démocratie non représentative. La postface à L’individuation psychique et collective de Gilbert Simondon est magistrale : on la lit et la relit, et chaque fois on a l’impression de recommencer, de marcher avec les autres, de se libérer avec les nombreux en tant que nombreux.

      Et combien de textes Paolo a-t-il écrits pour dévoiler les pouvoirs et les limites du langage ! Du langage comme action — ce « faire des choses avec des mots » de John Austin (le titre seul suffisait, disait-il) — qui a permis d’entrer, armés, dans le temps de la linguisticité monétaire, dans l’illusion d’une fuite cryptée du centre des banques : le problème n’est pas le centre, le problème est la forme linguistique de la monnaie, sa domination sur nos vies, nos désirs, nos affects.

      Paolo fut un ami, un frère, un camarade, une personne splendide. Il nous a pris par la main avec discrétion et puissance théorique, avec élégance et passion politique.

      Paolo, nous t’avons aimé, nous t’aimerons toujours.

    • Paolo Virno : 1977, le début d’un temps nouveau

      1977 contre le présent. Le mouvement de 1977, quarante ans après
      Entretien avec Paolo Virno, Ilaria Bussoni, Roberto Ciccarelli, il manifesto, 5/4/2017
      https://ilmanifesto.it/paolo-virno-1977-lesordio-del-tempo-nuovo

      « Quarante ans plus tôt, c’est aujourd’hui. En Italie et ailleurs, a émergé une force de travail devenue ressort de la production et moteur des institutions. »
      « Les œuvres de l’amitié méritent d’être défendues : elles produisent des formes de vie et construisent des embryons d’institutions. »


      1977, Rome, université La Sapienza occupée. Photo Tano D’Amico

      Le moment 1977

      « 1977 » est une date conventionnelle : les sujets sociaux et les formes de lutte dont on se souvient ont surgi plus tôt, raconte Paolo Virno, l’un des plus importants philosophes italiens et figure centrale de la revue du mouvement Metropoli.

      « À Milan, il y avait les cercles du prolétariat juvénile, les manifestations pour les meurtres de Zibecchi et Varalli, les mobilisations contre le travail au noir. Ce ne furent pas seulement des sujets non ouvriers qui firent irruption sur la scène publique. 77 comprend aussi les dix mille nouvelles embauches de Fiat : pour la première fois, beaucoup de femmes et de jeunes diplômés. En juin 1979, ils bloquèrent Mirafiori avec la même détermination qu’en 1969 ou 1973. On vivait une accélération générale, extrême, qui traversait toute la force de travail. Cette année-là, tout éclata : une anticipation subjective, subversive, d’un nouvel ordre qui devait ensuite prendre les traits plombés de l’ordre productif du capitalisme néolibéral. »

      Une anticipation de l’avenir

      Qu’est-ce qui a anticipé le mouvement ?

      « 1977 a été un commencement. On y voit apparaître de nouvelles figures de la force de travail : fondées sur la production cognitive, la coopération linguistique, et une réorganisation du temps de travail qui avait alors une coloration subversive. Ce n’est pas la première fois qu’un mouvement annonce l’avenir : dans les années 1910, les grandes luttes des ouvriers déqualifiés aux USA avaient précédé le fordisme. Plus tôt encore, dans l’Angleterre du XVIIᵉ siècle, les vagabonds chassés des terres, non encore intégrés à la manufacture, incarnaient déjà une dangereuse potentialité sociale.

      De même, 1977 a un double visage : d’un côté, une matière première de comportements, d’affects et de désirs rebelles devenus force productive, état de choses actuel ; de l’autre, la voie sur laquelle circulent aujourd’hui pouvoir et conflit. »

      La force de travail et ses facultés

      Quelles caractéristiques de la force de travail se sont imposées alors et demeurent actuelles ?

      « 1977 a anticipé, à travers des luttes très dures, ce qui importe vraiment aujourd’hui. Marx parlait d’un intellect général qui n’est plus contenu dans le capital fixe mais dans les sujets vivants. Connaissance, affects et intelligence existent désormais comme interaction et coopération linguistique du travail vivant. Ce renversement dépasse même l’aveuglement de Marx, pour qui le temps de travail restait un résidu, tandis que la connaissance et l’intellect étaient incorporés aux machines.

      La reproduction de la vie, et les qualités productives de la force de travail, ne se développent plus seulement dans la sphère du travail. Pour produire de la plus-value, les entreprises ont besoin de personnes formées dans un milieu plus vaste que l’atelier ou le bureau — justement pour être plus productives une fois revenues à l’atelier ou au bureau. »

      Nature humaine et production sociale

      Quelles facultés humaines sont mobilisées dans ce processus ?

      « Je m’arrête sur trois éléments fondamentaux de la nature humaine :

      1. la néoténie, c’est-à-dire la persistance de traits infantiles tout au long de la vie ;

      2. l’absence d’une niche environnementale propre à l’espèce humaine, dans laquelle elle pourrait s’installer avec sécurité ;

      3. la faculté de langage, bien différente des langues particulières, plastique et indéterminée.

      1977 fut le premier mouvement mondain, néoténique et potentiel, qui fit de ces facultés une force au lieu de chercher à les contenir. Jusqu’alors, les institutions s’en défendaient ; depuis, elles les ont intégrées, en faisant des ressorts de la production sociale et du moteur des formes institutionnelles. La néoténie s’est muée en flexibilité et formation continue. L’absence de niche est devenue mobilité et polyvalence. »

      Le renversement néolibéral

      Comment la contre-révolution néolibérale a-t-elle transformé ces traits ?

      « Ces caractéristiques se sont répandues, mais avec un signe inversé. La prolifération de hiérarchies minutieuses et de barrières exprime la fin de la division du travail sous le capitalisme. Celle-ci est désormais dysfonctionnelle ; elle sert surtout à coloniser le caractère public des tensions éthiques, émotionnelles et affectives de la force de travail. Leur variabilité et leur imprévisibilité sont transformées en descriptions de poste.

      Pourtant, ces tensions font partie de la valeur d’usage de la force de travail et de son rapport au monde. Partager intellect et langage devient une condition vitale. Mais la segmentation du caractère trans-individuel du travail est aujourd’hui bien plus accentuée que ne l’exigeait jadis la division du travail. Le maximum de potentialité se renverse en impasse : un renversement disciplinaire rendu nécessaire par cette familiarité avec le potentiel, qui autrement ferait exploser l’ordre productif.

      Certaines luttes actuelles en sont le prolongement direct, un document vivant de 1977. Leur centralité dément l’idée que nous aurions alors représenté une “seconde société” des exclus : c’était au contraire la “première société”, celle qui s’inaugurait — et c’est celle que nous sommes encore aujourd’hui. »

      Le blocage du conflit général

      Pourquoi n’a-t-on pas su, depuis, construire une action sociale capable de renverser le nouvel ordre productif, affectif et politique ?

      « C’est la question décisive, posée dès les années 1990, quand on croyait “l’hiver de notre mécontentement” terminé et qu’allait commencer la phase civile, parce que rebelle, de la nouvelle réalité productive. Il n’en a rien été : Berlusconi est arrivé. Depuis 2007, la crise mondiale nous engluait, et la fermeture s’est accentuée. »

      Les conditions d’une alternative

      Que manque-t-il pour définir une alternative concrète ?

      « Le minimum syndical : le conflit sur les conditions matérielles — temps de travail, salaire, revenu. C’est le point de départ, devenu extrêmement difficile. Il est impensable aujourd’hui qu’une lutte de travailleuses de centres d’appel ne s’accompagne pas de la création d’un embryon de nouvelles institutions.

      Pour éviter un licenciement ou obtenir trente euros de plus, il faut désormais faire la Commune de Paris. Chaque pas de conflit contient déjà l’invention expérimentale d’institutions post-étatiques. »

      La crise de la représentation

      Pourquoi 1977 a-t-il rejeté les formes de représentation politique connues jusqu’alors ?

      « La crise de la représentation est irréversible. En Europe, et pas seulement, émergent des formes authentiques de fascisme : une terre de personne que peuvent occuper des pulsions opposées. 77 en fut une des manifestations, que le mouvement comprit en temps réel lorsque Lama [chef de la CGIL, le syndicat communiste, NdT]] et son service d’ordre furent chassés de La Sapienza.

      Ce processus de long terme a mis fin au monopole étatique de la décision politique. Mais croire que cette crise n’appartient qu’à un seul camp est une illusion : le populisme en est une autre expression. Il est devenu le liquide amniotique où croissent populismes et fascismes : les frères jumeaux, glaçants, des aspirations libératrices — la version monstrueuse de quelque chose qui nous appartient. »

      Désobéissance et droit de résistance

      Comment ce refus s’est-il exprimé ?

      « Par la désobéissance, notamment. Ce thème prit alors une valeur presque constitutionnelle. Il remit en cause ce que Hobbes appelait l’acceptation du commandement avant même celle des lois. Il ne peut exister de loi imposant de ne pas se rebeller.

      En 1977, la désobéissance a remis en question l’obéissance : cela précède tout dispositif législatif concret. Ce fut une année très violente, mais, une fois ôtés les fétiches de la violence construits ensuite, le mouvement affirma un droit de résistance face à la nouvelle configuration des institutions post-étatiques.

      Cette violence n’était pas opposée à celle de l’État ou de l’armée : c’était la défense de quelque chose que l’on avait déjà bâti. La photo de Paolo et Daddo prise par Tano D’Amico le 2 février le symbolise. »


      Les œuvres de l’amitié

      Qu’aviez-vous construit pour le défendre si ardemment ?

      « Le ius resistentiae défend ce qu’on a déjà créé : les œuvres de l’amitié — une amitié publique qui produit des formes de vie, faite de coopération, d’intellect général et de travail vivant.

      En 1977, l’amitié cesse d’être une catégorie secondaire : le couple ami/ennemi est renversé, et l’amitié devient coopération excédentaire, capable de construire des embryons d’institutions, des formes de vie qui méritent d’être défendues à tout prix.

      Le ius resistentiae n’est pas une violence plus modérée que celle des jeunes femmes de l’Institut Smolny, à Pétersbourg, qui marchèrent sur le palais d’Hiver. »

      Le premier pas

      Comment faire le premier pas ?

      « En cultivant son incomplétude, en la rendant réceptive et vertueuse. Il faut se tenir prêt à accueillir l’imprévu, et cela dépend de la capacité du travail précaire et intermittent à s’imposer sans ménagement.

      Face à un imprévu attendu, la philosophie politique doit s’arrêter et attendre. Pour moi, la limite — et le sommet — de la réflexion théorique équivaut, aujourd’hui, à ce qu’étaient les Industrial Workers of the World aux USA. Si je pense à quelque chose qui ressemble au post-77, et au 77 s’étant mis au travail, c’est à eux que je pense ».


      Un souvenir

      As-tu un souvenir particulier d’une journée de cette année-là ?

      « La manifestation la plus proche d’un caractère insurrectionnel fut celle de Rome, le 12 mars : un cortège sans slogans ni drapeaux, après le meurtre de Francesco Lorusso à Bologne la veille.

      Je me souviens d’un vieil homme marchant péniblement devant le ministère de la Justice, via Arenula : c’était Umberto Terracini, fondateur du PCI, antifasciste, président de l’Assemblée constituante. Au premier congrès de l’Internationale communiste, à Moscou, il avait parlé en français, et Lénine lui avait répliqué, le jugeant trop extrémiste : “Plus de souplesse, camarade Terracini.”

      Pour lui, il allait de soi de participer à cette manifestation. Ce fut un moment profondément émouvant. »

    • Il compagno, l’amico, il maestro. La vita condivisa di Paolo Virno
      https://ilmanifesto.it/il-compagno-lamico-il-maestro-la-vita-condivisa-di-paolo-virno

      ADDIO A PAOLO VIRNO L’amore per il mare di Capri e quello per la condivisione. Sempre con radicalità, ma con metodo, perché ’l’eccesso esige misura, se si vuole che sia tale’

      Paolo Virno: la rivoluzione, allegra ambizione


      Il saluto saluto a Paolo Virno ieri all’Esc atelier autogestito – Foto di Emanuele De Luca

      C’è una grande immagine degli scogli nelle acque di Capri con Paolo Virno che si tuffa. È il mare che ha amato e che, osservandolo dal finestrino mentre da Roma raggiungeva Cosenza e l’Università della Calabria, dove ha insegnato per qualche anno prima di tornare a Roma 3, rimpiangeva. «Se adesso non scendiamo da questo treno e non prendiamo un traghetto a Napoli, la giornata è persa», diceva Paolo a Marco Mazzeo, che è stato suo allievo. E che ieri, insieme a tanti e tante, ha partecipato al saluto collettivo a colui il quale è stato amico, compagno, maestro, vicino di cella, avversario a poker o sul campo da tennis del centrale di Rebibbia, che i detenuti avevano tracciato per trascorrere le ore d’aria.

      DUNQUE, IL MAESTRO. «Non c’è un centimetro di questo luogo che non sia stato pensato con Paolo» racconta Francesco Raparelli dando il benvenuto a Esc, l’atelier autogestito che fin dall’inizio ha ospitato la Liberà università metropolitana che Virno aveva concepito vent’anni fa assieme a una nuova generazione di militanti dei movimenti studenteschi e precari.

      «Per noi è stato un maestro antico – dice Francesco – Di quelli che non si limitano a insegnare concetti, ma insegnano anche a parlare, a muovere le mani, a intervenire in assemblea e ad alzare la voce quando serve». I «grandi filosofi», prosegue Francesco, «ti impongono le loro ossessioni e attraverso di esse creano attrito», tra le ossessioni di Virno c’era quella di «organizzare lo sciopero del lavoro precario: quando non lo trovava al centro delle nostre azioni, teneva il broncio ai movimenti».

      POI, L’AMICO. Paolo teorizzava l’amicizia, la considerava un modo per avvicinarsi alla propria essenza. Se l’amicizia per Aristotele è «condividere la vita», diceMassimo De Carolis, questa per lui aveva a che fare con le caratteristiche della nostra specie: «Gli esseri umani in quanto tali sono capaci di condividere la vita». Paolo, testimonia Andrea Colombo che è stato tra gli amici che lo hanno assistito fino alla fine, «era divertente persino nelle ultime giornate». E la sorella Luciana, che ricorda questo fratello che gli incuteva al tempo stesso «soggezione e tenerezza», conferma che «senza compagni e amici l’ultimo pezzo sarebbe stato difficile». Anche dedicandosi alla teoria linguistica, assicura ancora Colombo, Paolo «non ha mai scritto una riga senza pensare che andasse usata contro i padroni». Con questa capacità di condividere la vita e pensare il conflitto sempre, «restituiva valore, sostanza e spessore alla parola compagno». Per Andrea Fabozzi resta il «rimpianto» per le cose che si sarebbero potute fare.

      CON ALCUNI compagni e amici, raccontava Paolo, aveva passato «troppo tempo e poco spazio». Si riferiva alla carcerazione, prima negli speciali e poi nel braccio G8 di Rebibbia, dove si costituì l’area omogenea, ripartirono i seminari, si pensò a come uscire dalla sconfitta senza cedere alla delazione. A un certo punto qualcuno riuscì a far entrare dei barattoli di sugo alla marijuana. E quando tutto il braccio del 7 aprile mangiò la pasta col condimento speciale le risate a crepapelle si sprigionarono. In quel vortice psichedelico, Toni Negri teorizzò, tra risate dissacranti, che era ancora possibile vincere. «La sconfitta per lui era solo un episodio», riferisce il fratello Claudio. Un altro Claudio, D’Aguanno, compagno di detenzione, si esercita sul Virno uomo di sport. Da pokerista, non voleva solo partecipare: voleva vincere. E a calcio, «nel torneo di Rebibbia che chiamammo Insurrezione», accadde: «Almeno quella volta vincemmo l’insurrezione».

      C’È IL PAOLO COMPAGNO di vita e marito. «Se qualcuno mi avesse detto che io, russa, avrei sposato un comunista avrei pensato che era pazzo – dice la sua compagna Raissa Raskina – Volevo dare felicità a quest’uomo commovente nel privato. Paolo era estraneo a ogni comfort borghese, ho dovuto fare come Santippe che ricordava a Socrate che non poteva vivere in quel modo». Poi legge un messaggio ricevuto da una vicina di casa, che osservava Paolo dal terrazzo adiacente: «Per me era un maestro di vita: aveva saputo accettare gioie e dolore con semplicità di animo». Aveva, dicono in molti, un metodo anche nella radicalità. Perché, diceva, «l’eccesso esige qualche misura, se si vuole che sia tale». O invitava un compagno più giovane a «non abusare della potenza». La sua esistenza condivisa e generosa, rimanda ad un altro dei suoi consigli: «Non vivere mai al di sotto delle proprie possibilità».

      Gli articoli del manifesto di e su Paolo Virno
      https://ilmanifesto.it/collezioni/paolo-virno

      #centre_social #précaires

    • Paolo Virno (1952-2025) a enseigné la philosophie du langage à l’Université de Rome. Aux Éditions de l’éclat ont paru plusieurs de ses ouvrages depuis 1991 : Opportunisme, cynisme et peur (1991), Miracle, virtuosité et ‘déjà vu’ (1996), Le souvenir du présent (1999), Grammaire de la multitude (2002), Et ainsi de suite… La régression à l’infini et comment l’interrompre (2013), Essai sur la négation (2016) et L’usage de la vie et autres sujets d’inquiétude (2016) qui reprend un ensemble d’articles parus entre 1980 et 2016, Avoir. Sur la nature de l’animal parlant (2021), De l’impuissance. La vie à l’époque de sa paralysie frénétique (2022).

      https://www.lyber-eclat.net/auteurs/paolo-virno

      #livre #subjectivité #langage

    • LE SPECTRE D’OUSSAMA BEN LADEN ET LE POUVOIR DESTITUANT - Entretien posthume avec Paolo Virno
      https://lundi.am/LE-SPECTRE-D-OUSSAMA-BEN-LADEN

      Quand peut-on parler de biopolitique ? Quand se réalise, dans une régime historique déterminé, le neuvième livre de la Métaphysique d’Aristote, celui qui s’occupe de la différence entre puissance et acte. Le moment décisif de la biopolitique est quand il y a un régime social qui met au centre de tout son fonctionnement la dynamis, la puissance en tant que puissance séparée, disjointe de l’acte.

      La puissance humaine de penser, bouger, éprouver du plaisir, celle qui est somatique et celle qui est intellective. Cette puissance est énucléée, en tant que puissance séparée de l’acte, à un moment précis. Ceux qui font remonter la biopolitique au droit romain archaïque ou à un quelconque mythologème ressuscité pour l’occasion ne nous montrent pas comment sont réellement les choses. Cette puissance est énucléée en sa qualité de puissance, à tel point qu’elle s’achète et se vend, uniquement en présence de la figure de la force-travail. C’est une puissance qui n’a rien à voir avec sa mise en application, c’est une potentia qui peut être vendue et achetée. On achète la puissance de penser, de parler.

      Il devient alors intéressant de voir comment est constitué le bios humain, ce qu’est cette puissance de penser, ce qu’est cette puissance de parler, outre, évidemment, la puissance musculaire et motrice. C’est alors que la vie prend tout son sens, car la puissance en est, par définition, l’élément essentiel, mais elle n’existe sous aucune forme de réalité autonome. La puissance de parler n’existe pas, je ne peux pas la toucher, ni l’acheter, ni l’échanger. Elle a pour enveloppe, par contre, un corps vivant. Le corps vivant n’est pas soigné et gouverné en tant que tel, c’est pourquoi on constate un intérêt abstrait pour les maladies, les enterrements, l’enfance…

      Ce n’est qu’à partir du moment où a eu lieu la matérialisation historique de l’autonomie de cette puissance qu’on gouverne les corps, ce n’est qu’à partir de là que la vie devient non pas la vie, parce que ce qui nous intéresse, au sujet de la vie, ce n’est pas la vie elle-même, mais sa capacité à porter ce qui n’aurait pas, autrement, de configuration propre et autonome. (...)

    • Philosophie

      https://www.liberation.fr/livres/2013/09/25/livres-vient-de-paraitre_934665

      Ce qui est proprement humain, c’est d’introduire un « non » dans n’importe quelle proposition, de pouvoir penser qu’il est « possible de », et enfin d’être devant la solution d’un problème qui ouvre à un autre problème, et ainsi de suite à l’infini. Ces trois modalités sont « le socle logique de la métaphysique ». Paolo Virno n’insiste ici que sur la troisième, à savoir la régression à l’infini, mais l’envisage surtout du point de vue d’une « anthropologie matérialiste », qui en déplace le champ vers celui, par exemple, des émotions et des affects : comment, à « et ainsi de suite », peut-on opposer un « maintenant, ça suffit », notamment dans la honte, l’espoir, l’orgueil, l’ennui, la transformation de la peur en angoisse, de la satisfaction en bonheur ?
      R.M.

      https://www.lyber-eclat.net/livres/et-ainsi-de-suite

      #interrompre

    • Comme Paolo Virno l’avait prévu, lorsque nous parlons, nous travaillons. Lorsque nous écrivons, nous codons la bête (Paul B. Preciado).

      https://www.liberation.fr/idees-et-debats/opinions/refusons-de-nourrir-la-bete-chatgpt-par-paul-b-preciado-20250523_NOO7UVBA

      (plus étroitement, une pensée tout droit issue de l’expérience militante. de celle qui fait aujourd’hui choisir de se taire lors des rassemblements publics, manifestations : tout ce qui est lâché sera utilisé par une ennemi qui a généralisé pour son compte la pratique de la reprise)

    • Souvenir du présent, Jean-Baptiste MARONGIU
      https://www.liberation.fr/livres/1996/07/11/souvenir-du-presentpaolo-virno-miracle-virtuosite-et-deja-vutrois-essais-

      Histoire, philosophie et politique : trois essais pour en faire un, trois approches concentriques d’un monde déboussolé, dont l’éclatement est comme signalé par l’écart creusé entre les régimes de discours mobilisés pour le saisir. Dans son essai politique, Paolo Virno (qui a déjà publié en français Opportunisme, cynisme et peur, L’Eclat, 1991) revient, pour s’en éloigner, sur certains aspects de l’œuvre de Hannah Arendt. L’essai philosophique met en résonance la catégorie de sublime de Kant avec celle d’émerveillement de Wittgenstein pour délimiter un monde non métaphysique. Enfin, le troisième essai­ interaction entre mémoire et philosophie de l’histoire ­ sert de cadre à ces deux tentatives. Paolo Virno sollicite, entre autres, Bergson, Nietzsche, Kojève, pour mettre à l’épreuve le concept de « fin de l’histoire ». Au centre de son dispositif, Virno place le « déjà vu », ce sentiment « typique de celui qui se regarde vivre ». Le déjà vu est donc une pathologie individuelle ayant pris aujourd’hui une dimension publique. Relevant de ce syndrome, la « fin de l’histoire » est un autre aspect de cet excès de mémoire, de cette domination du « souvenir du présent » qui caractérise la situation contemporaine. Cependant, toute fin d’histoire ouvre à des histoires possibles, mais il faudra alors apprendre à maîtriser ce souvenir du présent, si on ne veut pas devenir « le spectateur de soi-même » ou collectionner « sa propre vie, au fur et à mesure qu’elle s’écoule, au lieu de la vivre véritablement ».

      Paolo Virno, Miracle, virtuosité et « déjà vu ». Trois essais sur l’idée de « monde ». Traduit de l’italien par Michel Valensi. L’Eclat

    • Comme le temps passe. On se souvient de la mort, elle n’est pas devant nous.
      https://www.liberation.fr/livres/1999/07/08/comme-le-temps-passeon-se-souvient-de-la-mort-elle-n-est-pas-devant-nous-

      En partant du phénomène du « déjà vu », des rapports de la mémoire et du temps, Paolo Virno retourne l’idée de « fin de l’Histoire ».

      Pourquoi annonce-t-on la « fin de l’Histoire », au moment où, au contraire, semblent se déployer des conditions inouïes d’existence historique de l’être humain ? Ne serait-ce plutôt une philosophie de l’Esprit qui arrive à son terme, celle même qui a prétendu achever l’histoire ? Est-il possible, sur ces décombres, de bâtir un nouveau matérialisme qui, une fois jetés aux fameuses poubelles et la dialectique et le positivisme, recherche les fondements de son historicité dans la faculté la plus propre à l’homme, la mémoire ? C’est à ces questions que Paolo Virno consacre le Souvenir du présent. Essai sur le temps historique. D’ailleurs, le philosophe italien (né à Naples en 1952, il vit à Rome) avait déjà amorcé une partie de cette réflexion dans Miracle, virtuosité et « déjà vu » (L’Eclat, 1996).

      Pathologie spécifique de la mémoire, le symptôme du « déjà vu » sert à Paolo Virno pour éclairer d’une manière inattendue et fascinante le thème philosophique ­ devenu désormais un lieu commun ­ d’un arrêt de l’histoire voire de sa fin. Bergson a attiré le premier l’attention sur ce paradoxe : on croit avoir vécu (vu, entendu, fait, etc.) quelque chose qui au contraire est en train d’arriver pour la première fois. « Le sentiment lié au « du déjà vu, écrit Virno, est typique de celui qui se regarde vivre. ( ») On devient spectateur de ses propres actions, comme si elles appartenaient désormais à une vieille copie que l’on repasserait sans cesse. Spectateur hagard, quelque fois ironique, souvent enclin au cynisme, l’individu en proie « au déjà vu est l’épigone de lui-même. » Plus généralement, vu la prédominance objective qu’a pris le virtuel dans n’importe quel type de pratique, c’est toute la situation contemporaine qui est aux prises avec un inquiétant excès de la mémoire : « Le souvenir du présent, dont la fonction particulière est de représenter le possible, se manifeste sans retenue parce que l’expérience du possible a pris une très grande importance dans l’accomplissement des tâches vitales. » Le souvenir du présent a un côté maladif, mais, en même temps, il est la condition normale de la production de la mémoire. En effet, chaque présent est à la fois perçu et mémorisé, sans quoi aucun souvenir ne serait possible et, partant, aucune saisie temporelle du monde. Pour mieux comprendre ce rapport essentiel qu’entretiennent la mémoire et le temps, Paolo Virno est amené à revisiter l’un des plus anciens couples philosophiques, celui que forment puissance et acte, et interroger, pour ce faire, Aristote, Augustin, Kant, Hegel, Heidegger. L’acte est une réalisation de la puissance, mais il ne l’épuise pas. Le discours que je suis en train de faire, le plaisir que j’éprouve, le travail que j’exécute n’entament en rien ma faculté de parler, ma disposition au plaisir, ma force de travail. La puissance est un « pas-maintenant », alors que l’acte est un présent : entre les deux agit la mémoire. C’est pour cela que la mémoire peut être dite la faculté des facultés, car je ne pourrais pas parler, jouir, travailler si je n’avais mémorisé toutes ces facultés (et si je ne les consommais en les actualisant).

      Le passé est certes envahissant, mais il est aussi la charnière du temps historique. En accordant cette primauté au passé, Virno va à l’encontre d’une grande partie de la philosophie contemporaine qui tend à placer l’historicité de l’expérience humaine sous l’égide de l’avenir. Heidegger à lui tout seul résume cette position : c’est parce que l’homme est un « être-pour-la-mort », bref mortel, que nous existons historiquement et que l’histoire tire son origine du futur en tant que terme de notre expérience. Pour Virno, les choses vont plutôt dans l’autre sens. De la mort on se souvient, elle n’est pas devant nous : « Seul celui qui mène une existence historique peut se dire de plein droit mortel. »

      En devenir, le Souvenir du présent donne la mesure de l’ambition philosophique de son auteur. On peut trouver la clé de l’entreprise au détour d’une note. En transformant la faculté individuelle de la volonté en volonté générale, Rousseau en a fait le concept fondamental de sa philosophie politique. En passant de l’intellect individuel au general intellect, Marx a voulu signifier la puissance de la coopération productive dans la société capitaliste. Avec une méthode similaire, après les couples Volonté-politique et Intellect-lien social, Paolo Virno construit celui de Mémoire-historicité, une manière d’avancer que dans l’actualité de chaque moment historique, il y a toujours du passé mais aussi quelque chose de potentiel, et qui tient ouverte l’histoire. Loin d’être finie, celle-ci ne fait que commencer".

      Paolo Virno, Le Souvenir du présent. Essai sur le temps historique. Traduit de l’italien par Michel Valensi, L’Eclat.

    • Haute multitude
      https://www.liberation.fr/livres/2002/11/21/haute-multitude_422333

      Le malaise est de mise face aux horreurs perpétrées, ailleurs, par les peuples au nom du droit de disposer d’eux-mêmes ou, ici, lorsque notre bon peuple à nous semble se déliter et manifester des opinions exécrables. Pour sauver l’idée, on s’en prend alors à ceux qui devraient l’incarner. Et si c’était plutôt le concept de peuple qu’il fallait mettre au placard ? Certes, ayant inauguré et supporté longtemps la modernité, il pourrait se prévaloir d’états de service intimidants, quoiqu’il ait pu être, un temps, secoué par la notion antagoniste de classe. Or, un philosophe italien hétérodoxe de 50 ans, Paolo Virno, pense qu’il faut passer à autre chose si l’on veut comprendre ce que promet le présent, et avance multitude, ancienne notion de la philosophie politique contre laquelle celle de peuple a été elle-même forgée. Mais sa Grammaire de la multitude n’a rien d’un exercice académique de généalogie des concepts. Bien au contraire, c’est « l’analyse des formes de vie contemporaines » qui intéresse Virno, ainsi que les nouvelles possibilités d’action politique qu’elles ouvrent. N’est-ce pas la multitude qui s’exprime dans certains mouvements no global ou altermondialistes ? En tout cas, Virno en esquisse la théorie et déploie une instrumentation conceptuelle des plus sophistiquées, où se croisent théorie politique, critique de l’économie, éthique, épistémologie et philosophie.

      #Spinoza fait de la multitude la clé de voûte des libertés civiles, définissant ainsi le Nombre ou la pluralité qui persiste en tant que telle sur la scène publique face aux tentatives de l’Etat moderne de l’homologuer, d’en faire une unité. Hobbes, lui, a horreur de la multitude et ne jure que par le peuple, dont le premier et dernier acte libre consiste pourtant à aliéner sa liberté au seul Souverain. Hobbes, assurément, a gagné contre Spinoza, et l’Etat moderne, par le biais du peuple, est devenu national. Pour Virno, cette histoire est aujourd’hui achevée : aussi entend-il donner une nouvelle possibilité à la notion vaincue de multitude, en la mettant en résonance avec la notion de force productive ­ qui a servi, à côté de celle d’Etat et de peuple, à expliquer l’autre aspect marquant de la modernité occidentale, le capitalisme. #Marx, on le sait, critique l’économie politique naissante mais il la suit quand elle fonde la production de la richesse sur le travail commandé par le capital, autant dire le salariat. Est-ce encore aujourd’hui le cas, à l’heure où la part qui revient au travail dans la production se réduit de plus en plus, sous la poussée de la technique et d’une coopération sociale démultipliée pour la communication ?

      Marx lui-même, dans les Grundrisse, ses notes restées inédites jusqu’à 1939, critiquant sa propre théorie, rappelle Virno, a la vision d’une fin du travail salarial non pas à la suite d’une révolution politique mais du développement du capitalisme lui-même. La cause et l’effet en seraient le general intellect, terme anglais qui définit l’intellectualité sociale au cœur du postfordisme actuel, dont l’activité même de la pensée est le ressort productif principal. Dans ce mouvement, le #travail est devenu une activité virtuose et les travailleurs, comme ceux qui ne travaillent pas, ont glissé hors des ornières de classe pour endosser, selon Virno, les habits de la multitude.

      Contrairement aux idées reçues sur l’individualisme contemporain, faire partie de la multitude donne toutes les chances au sujet : « C’est seulement dans le collectif, et sûrement pas dans le sujet isolé, que la perception, la langue, les forces productives peuvent se configurer comme une expérience individuée. » Le travail peut prendre les contours d’une « virtuosité servile » accompagnée souvent par une tonalité sentimentale qui oscille entre peur et opportunisme. Mais la virtuosité peut être non servile, l’opportunisme se muer en sens de l’opportunité. En cela Virno se place du côté de Benjamin quand, contre #Heidegger, il défendait le bavardage, non pas comme aliénation de l’être, mais comme curiosité diffuse et amour du partage.

      Quelle politique pour une multitude confrontée à la crise de la politique, bâtie sur la notion défaillante de peuple ? Paolo Virno est prudent : résistance civile et exode, c’est-à-dire affrontement et évitement à partir du constat que l’on est tous désormais des « sans chez soi » et que ni le peuple, ni la classe, ni le travail, ni le chômage ou le loisir ne peuvent nous contenir : « Etre étranger, c’est-à-dire ne-pas-se-sentir chez soi, et aujourd’hui la condition commune du Nombre, condition inéluctable et partagée. »

      Paolo Virno, Grammaire de la multitude. Pour une analyse des formes de vies contemporaines. Traduit de l’italien par Véronique Dassas, Editions l’éclat, 144 pp.

    • Comme les seenthissiens, Le Monde ne s’est jamais intéressé à Virno au point de consacrer une note de lecture à l’un de ses ouvrages.

      On ne trouve mention de Paolo Virno que dans la chronique d’un professeur à l’école d’affaires publiques de Sciences Po, un capital-risqueur, qui cite, 12 ans après sa parution en français, un livre de Virno pour écrire, en 2018, lors du mouvement des Gilets jaunes : « La vision hobbésienne de l’unité du peuple est de plus en plus décalée par rapport à la réalité ». (Ils n’ont pas assez peur pour s’en remettre au souverain)

      https://justpaste.it/gmrn4

      edit fulminant contre l’obscène provincialisme anti-intellectuel franchouillard, j’ai oublié le tardif article de Le Monde par le stipendié philo yaourt Roger Plot Croche qui a pour ainsi dire comblé le vide par 3 minutes de lecture en 2016, avec un capitalisme uber alles qui n’ose pas se dire
      Figures libres. Seul l’humain sait dire non
      https://www.lemonde.fr/livres/article/2016/02/25/figures-libres-seul-l-humain-sait-dire-non_4871233_3260.html

      https://justpaste.it/ghccw

      Ce connard arrive encore à écrire en 2016 "soupçonné de liens avec les Brigades rouges." au lieu de "accusé de", comme il devrait le faire puisqu’il ne rentre pas une seconde dans l’analyse de ce que fut le mouvement révolutionnaire de cette époque en Italie. Tout le monde avait des liens avec les BR ! Virno n’était simplement pas de ceux des autonomes recrutés par d’une organisation clandestiniste, lottarmatiste, qui a aspiré une vague du reflux, sous le coup d’une répression féroce, qui furent nombreux, parmi les plus jeunes.

      Essai sur la négation. ­Pour une anthropologie linguistique (Saggio sulla negazione. Per una antropologia linguistica),de Paolo Virno, traduit de l’italien par Jean-Christophe Weber, L’Eclat, «  Philosophie imaginaire  », 190 p., 25  €.

      L’Usage de la vie et autres sujets d’inquiétude, de Paolo Virno, 22 textes traduits de l’italien par Lise Belperron, Véronique Dassas, Patricia Farazzi, Judith Revel, Michel Valensi, Jean-Christophe Weber, L’Eclat, «  Poche  », 316 p., 8 €.

    • De l’impuissance - La vie à l’époque de sa paralysie frénétique
      https://www.lyber-eclat.net/livres/de-limpuissance

      Les formes de vie contemporaines sont marquées par l’impuissance, hôte importun de nos journées infinies. Que ce soit en amour ou dans la lutte contre le travail précaire, l’amitié ou la politique, une paralysie frénétique saisit l’action ou le discours quand il s’agit de faire ou de dire ce qu’il conviendrait de dire et faire. Mais, paradoxalement, cette impuissance semble due non pas à un déficit de nos compétences, mais plutôt à un excès désordonné de puissance, à l’accumulation oppressante de capacités que la société contemporaine arbore comme autant de trophées de chasse accrochés aux murs de ses antichambres. Virno poursuit ici son étude systématique du langage contemporain où s’exprime toute la complexité de notre modernité et qui témoigne de cette inversion des sens qui attribue la puissance au renoncement, ou la détermination au fait de taire ce qu’il nous faudrait dire. Livre sur le langage, De l’impuissance indique de loin les formes possibles d’un antidote, d’une voie de salut, qui nous ferait « renoncer à renoncer », et « effacer l’effacement de notre propre dignité ».

    • Philosophie
      Mort de Paolo Virno : des années de plomb au «retrait de la langue»
      https://www.liberation.fr/culture/livres/mort-de-paolo-virno-des-annees-de-plomb-au-retrait-de-la-langue-20251114_

      Michel Valensi, écrivain et éditeur, rend hommage à celui qui participa au « moment révolutionnaire » de l’Italie des années 70 avant de « se retirer dans la langue ».
      https://www.liberation.fr/resizer/v2/VEQX7GZVDZBRZCHUPW3AKWJVCI.jpg?smart=true&auth=000725f0d67cdc6d5909356d32
      Paolo Virno est né à Naples en 1952. (DR)

      L’Italie a perdu, le 7 novembre, l’un de ses philosophes les plus importants et les plus discrets. Paolo Virno, né à Naples en 1952, est mort à Rome après une courte mais coriace maladie dont il n’avait parlé à personne, ne dévoilant jamais ses cartes en bon joueur de poker qu’il était. Acteur de premier plan du « moment authentiquement révolutionnaire » de l’Italie des années 70 – proche de l’opéraïsme de Mario Tronti et membre du groupe Potere Operaio, avec Antonio Negri et bien d’autres – il sera arrêté en 1979 sous le chef d’inculpation d’« association subversive » et de « constitution de bande armée ». Il passera quatre années en prison avant d’être pleinement acquitté en 1988, à la différence de plusieurs de ses co-inculpés qui s’exilèrent en France et bénéficièrent de l’asile politique.

      Après une thèse sur Adorno, il participe à la création de la revue Metropoli qui élargit la question du politique à toutes les sphères du social et où la théorie côtoie la bande dessinée. Ses premiers articles concernent la « chose » politique sous toutes ses formes, qui vont du general intellect de Marx aux flippers des bars romains, avec une attention particulière portée à la question du langage et un sens de l’ironie dont il ne se départira jamais. Son premier livre, Convention et matérialisme, paraît en 1986 chez Theoria. A son propos Giorgio Agamben écrira : Virno « s’affirme comme l’une des voix les plus lucides et originales de la pensée italienne contemporaine ». C’est, ensuite, en traduction que paraîtront, aux éditions de l’Eclat, Opportunisme, cynisme et peur suivi des Labyrinthes de la langue (1991), le Souvenir du présent. Essai sur le temps historique (1999), ou Grammaire de la multitude (2002) qui paraît en même temps que l’édition italienne, et dont les pages Livres de Libération rendront compte. Grammaire de la multitude, qui se présente comme une « analyse des formes de vie contemporaines », est considéré désormais comme un classique de la pensée politique. L’ouvrage marque un tournant dans l’œuvre et l’écriture de Virno. S’il inscrit la question du politique au cœur du langage, il s’en éloigne toutefois dans ses analyses pour privilégier son « expression » au cœur de la langue. C’est la « langue » qui véhicule les concepts et c’est en s’attachant à la langue que l’on peut les comprendre et les utiliser dans et pour l’action. Sans renoncer à l’agir, la prise de conscience de la « défaite d’une génération de militant qui était liée à la figure ouvrière » s’accompagnant « de la poursuite opiniâtre de l’erreur partagée », conduit Virno à « se retirer dans la langue » pour définir les contours d’une « morale provisoire ».

      Une « anthropologie linguistique »

      C’est à partir de cette date (fin des années 90) que commencent à paraître ses livres plus exclusivement consacrés à une « anthropologie linguistique », proche de la philosophie analytique, dont il partage probablement les prémisses, mais pas forcément les issues. Quand le verbe se fait chair (2003, non traduit), le Mot d’esprit et l’action innovante (2005, traduction à paraître), Et ainsi de suite (2010, traduit en 2014), Essai sur la négation (2013, traduit en 2016), Avoir (2020, traduit en 2021), ou son dernier ouvrage, au titre bouleversant à la lumière de sa biographie : De l’impuissance. La vie à l’époque de sa paralysie frénétique (2021, traduit en 2022), où il défend l’idée que les formes de vie contemporaines sont marquées par une impuissance qui n’est pas « due à un déficit de nos compétences, mais plutôt à un excès désordonné de puissance, à une accumulation oppressante de capacités que la société contemporaine arbore comme autant de trophées de chasse accrochés aux murs de son antichambre ». Prenant congé de l’idée de monde avec celle d’une impuissance à force de puissances pléthoriques, l’œuvre et la vie de Paolo Virno s’achèvent brutalement, comme une phrase tronquée, une parole empêchée, lui qui, avec son léger et émouvant bégaiement, s’était arrêté longuement sur la question de l’aphasie et du langage des enfants. Il préparait un livre sur l’inquiétante étrangeté qu’il se proposait de comprendre dans les termes d’une anthropologie du langage. L’Usage de la vie et autres sujets d’inquiétude (l’Eclat, 2016) propose un parcours assez complet de son œuvre exigeante qui reste à découvrir.

      1966

      Gian Pieretti - Il vento dell’est
      https://www.youtube.com/watch?v=kmYKHEksSn0

      I Corvi «Ragazzo di Strada»
      https://www.youtube.com/watch?v=5pwMPiSX6uA

      1967

      I Nomadi - Dio è morto
      https://www.youtube.com/watch?v=yqMvHD1gNxc

      Patty Pravo «Ragazzo triste»
      https://www.youtube.com/watch?v=oEL4vvNXV-I&list=RDoEL4vvNXV-I

      1968

      Valle Giulia · Paolo Pietrangeli
      https://www.youtube.com/watch?v=AKciJETn01E

      La caccia alle streghe (La violenza)
      https://www.youtube.com/watch?v=Eyrhzwwe1pg

      1977
      GIANFRANCO MANFREDI - UN TRANQUILLO FESTIVAL POP DI PAURA
      https://www.youtube.com/watch?v=Hh_dp3O_C3g

    • Inno di Potere Operaio (1971)
      https://www.youtube.com/watch?v=QzspcU3HJow

      La classe operaia, compagni, è all’attacco,
      Stato e padroni non la possono fermare,
      niente operai curvi più a lavorare
      ma tutti uniti siamo pronti a lottare.
      No al lavoro salariato,
      unità di tutti gli operai
      Il comunismo è il nostro programma,
      con il Partito conquistiamo il potere.

      Stato e padroni, fate attenzione,
      nasce il Partito dell’insurrezione;
      Potere operaio e rivoluzione,
      bandiere rosse e comunismo sarà.

      Nessuno o tutti, o tutto o niente,
      e solo insieme che dobbiamo lottare,
      i fucili o le catene:
      questa è la scelta che ci resta da fare.
      Compagni, avanti per il Partito,
      contro lo Stato lotta armata sarà;
      con la conquista di tutto il potere
      la dittatura operaia sarà.

      Stato e padroni...

      I proletari son pronti alla lotta,
      pane e lavoro non vogliono più,
      non c’è da perdere che le catene
      e c’è un intero mondo da guadagnare.
      Via dalle linee, prendiamo il fucile,
      forza compagni, alla guerra civile!
      Agnelli, Pirelli, Restivo, Colombo,
      non più parole, ma piogge di piombo!

      Stato e padroni...

      Stato e padroni, fate attenzione
      nasce il Partito dell’insurrezione;
      viva il Partito e rivoluzione,
      bandiere rosse e comunismo sarà!

      #folklore

  • Marx écologiste : on vous explique le communisme de la décroissance
    https://frustrationmagazine.fr/saito-marx-ecologie

    Dans le contexte des grandes crises écologiques – dérèglements climatiques, effondrement de la biodiversité, scandales de pollutions à répétition… — le mot d’ordre de la « décroissance » (on revient sur le mot dans cinq minutes) connaît un regain d’intérêt ces dernières années, de l’encyclique du pape François Laudato si’ à la petite hype internet autour de […]

    #Écologie #On_a_vu,_lu,_joué

  • Das KPD-Verbot 1956 - Rosa-Luxemburg-Stiftung
    https://www.rosalux.de/publikation/id/9129/das-kpd-verbot-1956

    Le parti de gauche se veut ni anticommuniste ni communiste. Ses membres ressentent toujours le besoin d’exprimer explicitement qu’il ne défendent pas la mémoire et le caractère socialiste de l’état de la « République démocratique d’Allemagne » RDA. Bref l’idée du socialisme du parti de gauche correspond plus ou moins á celle des social-démocrates vers 1970. Sa fondation au moins a le mérite de mettre à disposition une documentation de l’interdiction du parti communiste allemand.
    https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Materialien/Materialien_60_Jahre_KPD-Verbot.pdf

    Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde am 17. August 1956 durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verboten, die Organisation formal aufgelöst, das Parteivermögen eingezogen. In allen großen westdeutschen Städten wurden Parteibüros durchsucht und anschließend geschlossen, Druckereien beschlagnahmt, Propagandamaterial in großen Mengen sichergestellt, das Parteivermögen eingezogen. Zahlreiche Funktionäre wurden verhaftet.

    Die KPD selbst hatte zum Zeitpunkt ihres Verbotes ungefähr 85.000 Mitglieder, war aber, so Georg Fülberth, «völlig isoliert». Nicht nur in Deutschland stand die kommunistische Bewegung noch unter dem Eindruck des XX. Parteitages der KPdSU, auf dem wenige Monate zuvor einige Verbrechen des Stalinismus zur Sprache gekommen waren. Durch das Verbot wurde die (nun illegale) KPD weiter geschwächt und konnte in den Jahren 1957 bis 1960 gerade noch rund 12.000 Mitglieder organisieren.

    Im politischen Klima des beginnenden Kalten Krieges hatte die Bundesregierung den Verbotsantrag bereits 1951 gestellt. Innenpolitisch herrschte in der jungen Bundesrepublik eine politische Justiz, die sich auf eine weitgehende personelle Kontinuität zur NS-Justiz stützen konnte. Repressionen gegen Linke waren weit verbreitet und wurden durch das KPD-Verbot noch verstärkt. Gegen mehrere Zehntausend Linke wurden Prozesse angestrengt und über 3.000 Personen in den folgenden Jahren verurteilt, vielfach aus heute nichtig erscheinenden Gründen. Heinrich Hannover berichtet etwa von einem parteilosen Bremer Betriebsrat, der als Gast an einem Kongress des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) in der DDR teilgenommen hatte und aufgrund dieser «Kontaktschuld» im Januar 1962 vom Landgericht Lüneburg wegen «verfassungsfeindlicher Beziehungen» und wegen Verstoßes gegen das KPD-Verbot zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt wurde. Die Strafe wurde allerdings zur Bewährung ausgesetzt, weil der Angeklagte «im Krieg seine Pflicht erfüllt hatte».

    Das Verbot hat bis heute Wirkung gezeigt: Es hat nie eine Re-Legalisierung der KPD gegeben. Stattdessen wurde eine «neue» kommunistische Partei zugelassen, die 1968 gegründete und noch heute existierende Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Ihre Gründer haben sie den alten Kadern mit dem Argument schmackhaft gemacht, dass die russischen GenossInnen immer von der Deutschen KP gesprochen und geschrieben hätten. Die in diesem Materialien-Band versammelten Beiträge resultieren aus der Forschung und Publizistik zum Linkssozialismus in der frühen Bundesrepublik und zur Geschichte der Überwachung linker und demokratischer Opposition beziehungsweise zu ihrem Widerstand dagegen. Sie ordnen das KPD-Verbot in das Zeitgeschehen ein, vertiefen verschiedene Aspekte, vertreten unterschiedliche und teilweise auch pointierte Positionen.

    Spannend sind aus heutiger Sicht weniger die juristischen Einzelheiten, sondern die politischen Folgen des Urteils. Es liegt uns heute nicht daran, die KPD zu idealisieren, was angesichts ihrer nationalistischen Rhetorik auch schwerfallen dürfte. Wir wollen erst recht keiner SED-DDR-Rechtfertigung, wie wir sie von Teilen der Linken immer noch kennen, Vorschub leisten. Es geht uns aber ausdrücklich darum, den Antikommunismus als demokratiegefährdendes, wiewohl gern benutztes und wirksames Vehikel des politischen Kampfes in der frühen Bundesrepublik deutlich zu machen und scharf zu kritisieren.

    #Allemagen #gauche #communisme