• Soziologie des Massenmordes
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    Massengrab im KZ Bergen-Belsen nach dessen Befreiung im April 1945. Bild : Imperial War Museum/public domain

    La discussion de la responsabilité individuelle et collective pour les crimes de guerre et les génocides posent le problème des structures du contexte de chaque crime. L’auteur nous propose une analyse structuraliste suivant Luhmann des institurions de l’état et de la politique mais ignore le rôle de la production/reproduction capitaliste et sa transformation de tout en.marchandise.

    Alors c’est intéressant mais il passe à côté de l’essentiel. Ce n’est pas étonnant, il est professeur à Vilinius où on n’apprécie guère la pensée matérialiste, historique et dialectique.

    21.6.2026 von Jörg Räwel - Die Organisation des Bösen – das Böse der Organisation.

    1. Das Böse hat kein Gesicht

    Es ist eine mittlerweile etablierte gesellschaftliche Erkenntnis: Nähert man sich den mutmaßlichen Adressaten des Bösen, den schlimmsten Verbrechern gegen die Menschlichkeit, so tauchen nicht etwa Teufel in Menschengestalt auf – wie man angesichts der ungeheuerlichen Gräueltaten naiverweise erwarten könnte –, sondern Personen „wie du und ich“.

    Es war die Inkongruenz der Monstrosität des Holocausts als Verbrechen der Nazis in Deutschland einerseits und die „beunruhigende Normalität“ eines unterwürfigen, bürokratisch denkenden, sich bis zuletzt lediglich als Befehlsempfänger darstellenden Adolf Eichmann in seiner Funktion als einer der Hauptorganisatoren der Deportation und Ermordung der europäischen Juden andererseits, die Hannah Arendt dazu bewog, in diesem Zusammenhang von der „Banalität des Bösen“ zu sprechen.

    Auch Hermann Göring, verantwortlich für den Aufbau der Gestapo, die Einrichtung der ersten Konzentrationslager und die Planung der sogenannten „Endlösung“, erschien als das Gegenteil von verabscheuungswürdig. Er war leutselig und volksverbunden und erschien sogar dem Gefängnispsychiater während der Nürnberger Prozesse als „charmant, überzeugend, intelligent und charismatisch“.

    Pol Pot, der Führer der Khmer Rouge, unter deren Schreckensregime von 1975 bis 1979 1,7 bis 2 Millionen Kambodschaner – ein Viertel der damaligen Bevölkerung – starben, war laut dem Journalisten Nate Thayer bei einem der wenigen Interviews mit westlichen Journalisten im Jahr 1997 „auffallend charmant, mit sanfter Stimme, sehr charismatisch und sympathisch“. Vor seiner Machtübernahme arbeitete er als Lehrer, galt als warmherzig und geistesgegenwärtig, liebte Musik und Dichtung und hatte ein „einladendes, engagiertes Lächeln“.

    Auch im Fall von Radovan Karadžić kollidiert seine vom Internationalen Strafgerichtshof festgestellte Verantwortlichkeit für den Genozid in Srebrenica mit 8.000 Toten mit seiner Persönlichkeit als Psychiater und Lyriker sowie mit Beschreibungen, die ihn als „charismatisch, mitunter clownesk, listig und spielerisch” charakterisieren.

    Offenkundig ist die Persönlichkeit bzw. der Charakter individueller Personen die falsche Adresse, um zu klären, wie es zu Verbrechen in einem Ausmaß wie dem Holocaust kommen konnte – und auch zukünftig kommen kann. Denn daraus folgt, dass es nicht ausreicht, einzelne Personen unschädlich zu machen, um derart monströse Verbrechen zu verhindern. Diese Erkenntnis ist mit dem Diktum der „Banalität des Bösen“ verbunden und verlangt, sich nicht nur mit der Schuld einzelner Personen, sondern auch mit den gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen zu befassen, die Menschheitsverbrechen ermöglichen.

    Von Naivität gegenüber dem Bösen ist dort zu sprechen, wo dieses ausschließlich individuellen Personen zugeordnet wird – als gäbe es eine direkte Entsprechung zwischen Personen und ungeheuerlichen Formen von Verbrechen wie denen der Khmer Rouge.

    Komplementär dazu ist die Naivität zu beobachten, das Gute ausschließlich an individuellen Personen festzumachen. Auch hier sind Enttäuschungen möglich, wie sich anhand der mittlerweile bestehenden Möglichkeiten zeigt, sich online über die NS-Vergangenheit eigener Familienmitglieder zu informieren. Die liebevolle Mutter oder Großmutter, der gütige Vater oder Großvater, der hilfsbereite Onkel – sie können sich als Person mit ganz anderen Facetten herausstellen. Allein die Beobachtung einer frühen und freiwilligen NSDAP-Mitgliedschaft eines Familienmitglieds erzeugt kognitive Dissonanzen.
    2. Zwischen Soziologie und Strafrecht: Eine notwendige Unterscheidung

    Wir stellen fest: Es sind nicht die einzelnen Menschen, sondern die Form der Organisation, die Verbrechen in dem Ausmaß ermöglichen, die mit Personen wie Eichmann, Göring oder Pol Pot verknüpft sind. – Und müssen sogleich angesichts des zu erwartenden Protestes innehalten: „Damit entschuldigst du ja Verbrecher wie Hitler und Göring. Es sollen nicht Personen, sondern abstrakte Organisationen schuldig sein? Du machst dich mit einem Eichmann gemein, der sich für schuldlos hielt und sich lediglich als Befehlsempfänger und Rädchen im Getriebe eines Staates sah. Wenn das richtig wäre, könnten Verbrecher wie Eichmann und Pol Pot ungestraft nach Hause gehen statt ins Gefängnis.“

    Dem ist zu entgegnen, dass es sich hier schlicht um zwei unterschiedliche Sachfragen handelt: Zum einen die – hier: massenmedial – diskutierte Frage, wie es zu Menschheitsverbrechen im Ausmaß z. B. des Holocausts kommen kann. Zum anderen die – rechtlich bzw. juristisch – zu klärende Frage nach der Schuld von Personen. Selbst einem Gericht, das sich primär mit der Schuld von Personen befasst, wird schließlich allenfalls peripher zugemutet, die gesellschaftlichen Bedingungen zu klären, die zu einem Verbrechen geführt haben. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass auch Organisationen Schuld im juristischen Sinne zugerechnet werden kann.

    Dabei kokettieren wir mit dem Verweis auf den Ort unserer Reflexion (Massenmedien) keineswegs mit der offensichtlichen eigenen Belanglosigkeit: „Glaubst du ernsthaft, dass sich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag von einer Reflexion in den Massenmedien – zumal von einem faktisch in seiner Reichweite und Bedeutung marginalen Medium wie „Overton“ – beeinflussen ließe? Hätte das Gericht Radovan Karadžić mit Verweis auf einen Artikel in „Overton“ freilassen müssen?“ Koketterie ist hier fehl am Platz: Ein unrichtiges Argument lässt allenfalls noch Raum, den Argumentierenden zu diskreditieren.

    Das Argument, dass es sich um zwei getrennt zu behandelnde Sachfragen handelt, ist sachlich gemeint und keine Koketterie. Der Einwand, ein Verweis auf die Verantwortlichkeit von Organisationen im Zusammenhang mit Menschheitsverbrechen entledige Personen ihrer Schuld, hätte nur unter totalitären Bedingungen Gültigkeit. Nur dort können massenmediale Reflexionen auf die Justiz durchschlagen. Genau diese Bedingungen sollen durch funktionale Differenzierung überwunden werden.

    Erfahrungsgemäß sind es nicht die Massenmedien, sondern die organisierte Politik, die eine durchschlagende Wirkung auf andere gesellschaftliche Sphären, wie etwa das Recht, haben kann. Politische Macht vermag in totalitärer Weise alle anderen gesellschaftlichen Sphären zu dominieren und sie „gleichzuschalten“. Unter diesen Bedingungen, wenn das Rechtssystem politischen Zielen eines Regimes untergeordnet wird, wäre es statthaft, das genannte Argument aufzugreifen: „Aber gemäß diesen – hier: politischen – ‚Argumenten‘ sprichst du ja Verbrecher wie Hitler, Göring oder Eichmann frei.“ Und genau das war unter den Bedingungen des NS-Regimes empirisch der Fall.

    In totalitären Systemen wird nicht nur die Rechtsprechung nach Maßgabe politischer Richtlinien korrumpiert (Gesinnungs- und Terrorjustiz), sondern es werden auch alle anderen für die Politik relevanten gesellschaftlichen Bereiche beeinflusst: Die Wirtschaft erscheint als Plan- bzw. Zentralverwaltungswirtschaft, Wissenschaft wird ideologisiert, etwa im Sinne einer „Deutschen Physik”, Kunst erscheint als Propagandakunst, Staatskunst oder Agitprop, Religion wird zu Patriotismus bzw. Loyalität gezwungen, Lehrpläne werden nach Maßgabe politischer Ideologien umgeschrieben, die Massenmedien werden als Propaganda nach Vorgabe eines staatlichen Informationsmonopols instrumentalisiert und Sport wird ideologisiert und für das Prestige eines Regimes genutzt.

    Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass diese Argumentation zirkulär ist – und zirkulär sein muss. Die Forderung, unterschiedliche Sachfragen gesellschaftlich getrennt zu behandeln – etwa rechtliche anders als wissenschaftliche und diese wiederum anders als politische – setzt eine bereits in ihren Funktionen differenzierte Gesellschaft voraus, in der genau dies möglich ist. Hingegen werden solche Forderungen in totalitären Gesellschaftsformen, in denen diese gerade nötig wären, charakteristischerweise – etwa durch politische Zensur der Massenmedien – effizient unterdrückt.

    Zirkuläre Argumentationen sind hier unvermeidlich, da die Instanzen, die anzusteuernde Verhältnisse einfordern, auf derselben gesellschaftlichen Ebene liegen wie die zu verändernden Verhältnisse. Es gibt keine Position außerhalb der Gesellschaft, von der aus kausale Steuerung möglich wäre. Die Steuerung der Gesellschaft beschränkt sich daher auf Selbststeuerung – mit den ihr eigenen, stets begrenzten und korrumpierbaren Möglichkeiten, Kontrolle und Erfolg abzusichern.

    Festzuhalten ist: Es ist die Form der Organisation, durch die Menschheitsverbrechen wie der Holocaust möglich werden und zu erklären sind. Dies schließt – zumindest unter den Bedingungen einer funktional differenzierten Gesellschaft, in der unterschiedliche Sachfragen unterschiedlich behandelt werden und nicht ausschließlich politischer Ideologie unterworfen sind – nicht aus, dass auch individuelle Schuld von Personen bezogen auf Menschheitsverbrechen festzustellen ist.
    3. Die operative Unabhängigkeit der Organisation von der menschlichen Psyche

    Allerdings ist der Verweis auf Organisation im allgemeinen Sinne kaum geeignet, um zu klären, warum ausgerechnet diese Gesellschaftsform Menschheitsverbrechen im genannten Ausmaß ermöglichen soll. Zu klären sind die spezifischen Bedingungen, die es Organisationen ermöglichen, als Tötungsmaschinerien zu fungieren. Denn die Form der Organisation hat erst jene Bedingungen geschaffen, die es heute 8 Milliarden Menschen ermöglichen, zu überleben.

    Die moderne Gesellschaft wäre ohne Organisation undenkbar. Moderne Landwirtschaft ist nur durch Agrarkonzerne, Genossenschaften, staatliche Regulierungsbehörden und Fließbandproduktion möglich. Massenproduktion von Gütern, Logistik und globale Lieferketten sind gleichermaßen von Organisation abhängig.

    Das gilt auch für Politik und Recht: staatliche Verwaltung in Form von Ministerien, Ämtern und Behörden, politische Parteien, Gerichte, Staatsanwaltschaften und Rechtsanwaltskanzleien sowie das Militär wären ohne Organisation undenkbar. Dasselbe gilt im Gesundheitswesen für Krankenhäuser, Krankenkassen, die Pharmaindustrie und Pflegeeinrichtungen ebenso wie, das Erziehungssystem betreffend, für Schulen, Universitäten, Verlage und Fachzeitschriften. Die Abhängigkeit von Organisation ist für die moderne Gesellschaft konstitutiv.

    Doch wie kann die Form der Organisation so pervertieren, dass sie Massenmord produziert? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst geklärt werden, was diese Gesellschaftsform spezifisch ausmacht. Anschließend ist zu untersuchen, unter welchen Bedingungen Organisationen zu Tötungsmaschinerien mutieren können.

    Kennzeichnend für Organisationen ist, dass es sich um sich kommunikativ reproduzierende Systeme handelt – genauer: um Systeme, die sich aufgrund, mittels und zum Zweck von Entscheidungen in ihrem Bestand aufrechterhalten. Entscheidungen in Organisationen sind durch vorausgegangene Entscheidungen bedingt und bedingen wiederum zukünftige Entscheidungen (vgl. Luhmann, Niklas (2000), Organisation und Entscheidung, Westdeutscher Verlag).

    Der abstrakte Bezug auf Entscheidungen als Form der Operation, mittels derer sich Organisationen reproduzieren, ist notwendig, um so disparate Organisationen wie Supermarktketten, Hedgefonds, Gefängnisse, Bauämter, Altenheime, Forschungsinstitute, Medienkonzerne, Opernhäuser, Moscheeverbände oder NGOs wie Amnesty International miteinander zu vergleichen. Das Prozessieren von Entscheidungen ist das Merkmal, das diese Organisationen bei aller Unterschiedlichkeit der sachlichen Bezüge als Organisationen auszeichnet.

    Wenn ein Krankenhaus angesichts begrenzter Kapazitäten zu entscheiden hat, welcher Patient prioritär zu operieren ist, oder eine Militärorganisation entscheidet, ob es ausreicht, Hiroshima atomar zu bombardieren, werden hier bei aller Unterschiedlichkeit des Sachbezugs Entscheidungen prozessiert, die auf bereits getroffenen Entscheidungen beruhen und weitere Entscheidungen nach sich ziehen. Gerade diese Form charakterisiert Organisationen als Organisationen.

    Daraus wird deutlich, dass Organisationen in ihrem Bestand nicht davon abhängig sind, dass „ganze Menschen“ an ihnen beteiligt sind. Vielmehr nutzen sie lediglich ein Personen zurechenbares kommunikatives Potenzial – das Potenzial, den Erwartungen gerecht zu werden, die eine Organisation mit ihren spezifischen Strukturen und Sachbezügen an Personen stellt. Ob ein Fließbandarbeiter gedanklich mit seinem Job hadert, ist für die Organisation irrelevant, solange keine Erwartungen enttäuscht werden. Erst wenn Erwartungen nicht mehr erfüllt werden, reagiert die Organisation mit einer Entscheidung – etwa mit der Entlassung des Mitarbeiters.

    Dies gilt für alle Organisationen: Eine Lehrerin mag am Rande eines Burnouts stehen oder das Notensystem für pädagogisch falsch halten, ein Soldat mag einen konkreten Auftrag für moralisch fragwürdig halten, eine Richterin mag die Anwendung eines Gesetzes für verfehlt halten, ein Arzt mag die Priorisierung profitabler Eingriffe für falsch halten und eine Mitarbeiterin eines Wahlkampfteams mag den Kandidaten für eine Fehlbesetzung halten. Solange diese Vorbehalte auf gedanklicher Ebene bleiben und keine kommunikativen Auswirkungen auf die Erwartungserfüllung haben, sind sie für die Organisation irrelevant. Organisationen sind weder von psychischer „Compliance“ (Motive, Gefühle, Überzeugungen) noch von körperlicher Anwesenheit abhängig – wie die Arbeitsweisen im Homeoffice oder bei digitalen Nomaden zeigen.

    Da Organisationen lediglich davon abhängig sind, dass ihre spezifischen Erwartungen, die von ihren Strukturen und Sachbezügen abhängen, erfüllt werden, sind sie auch nicht von einzelnen Persönlichkeiten bzw. „ganzen Menschen“ abhängig. Dadurch ist die Teilnahme von Personen in komplett unterschiedlichen Organisationen möglich. So kann eine Person ihr Geld in einem Erdölkonzern verdienen und sich gleichzeitig beim Fundraising von Greenpeace engagieren. Es ist daher nicht überraschend, dass Personen, die im NS-Regime Karriere gemacht haben, auch in andersartigen Organisationen im Nachkriegsdeutschland Karriere machen konnten.

    Da für Organisationen nicht eine spezifische (menschliche) Personalität entscheidend ist, sondern sie lediglich davon abhängig sind, dass ihre Erwartungen im Rahmen der sie konstituierenden Entscheidungen erfüllt werden, ist es durchaus realistisch, dass sich zukünftig viele Organisationen im Rahmen von Kostenoptimierungen dafür entscheiden könnten, die Erfüllung dieser Erwartungen mittels fortschrittlicher KI-Software bei limitiertem oder anders geartetem Personal („Chatbots“) zu realisieren. Hinzu kommt, dass die Erwartungen von Organisationen in hohem Maße kleinteilig fragmentiert werden können, was eine Entlastung von Verantwortlichkeit – auch in psychischer Hinsicht – ermöglicht.

    Organisationen rekrutieren somit keine „Menschen“, sondern lediglich die Erwartung, dass ihre Erwartungen erfüllt werden – gleich, ob dies durch KI-Agenten oder durch Personen geschieht, die ihre Tätigkeit innerlich ablehnend, zähneknirschend oder mit Schuldgefühlen erledigen. Solange die Erwartungen erfüllt werden, sind solche inneren Zustände irrelevant.

    Organisationen funktionieren, weil sie Menschen in ihren Gedanken nicht korrumpieren können – und nicht korrumpieren müssen. Ihre Funktionalität ist nicht von einem unmittelbaren kausalen Einfluss von Kommunikation auf das Denken von Personen abhängig. So werden monströse Konstellationen möglich, wie ein „idyllisches“ Familienleben in unmittelbarer Nachbarschaft des Konzentrationslagers Auschwitz.

    Das Potenzial, Erwartungen erfüllen zu können, ist gesellschaftlich von so zentraler Bedeutung, dass es selbst funktional (im Erziehungssystem) bzw. organisatorisch (etwa mittels Schulen, Universitäten oder Fortbildungsstätten) etabliert und erprobt wird. Das Endprodukt von Bildungsinstitutionen ist letztlich ein Ranking von Personen hinsichtlich ihres durch Tests, Klassenarbeiten, Klausuren oder Examen geprüften Potenzials, Erwartungen erfüllen zu können.
    4. Wann Organisationen zu Tötungsmaschinen werden

    Doch unter den bisher diskutierten Bedingungen ist noch immer nicht hinreichend geklärt, warum Organisationen zu Tötungsmaschinen pervertieren können. Krankenhäuser oder Sportvereine werden nicht leichtfertig zu Institutionen des Massenmords. Es gilt, weitere Bedingungen zu bestimmen, die organisierten Massenmord ermöglicht haben – etwa wie eine extremistische Hutu-Miliz in Ruanda innerhalb von 100 Tagen 800.000 Tutsi und moderate Hutu töten konnte, wie sudanesische Regierungstruppen bis zu 300.000 Menschen töten konnten oder wie es im Gazakrieg (bis zum jetzigen Zeitpunkt) zu mehr als 80.000 Toten kommen konnte.

    Charakteristisch für Organisationen ist zudem, dass sie in ihrer Eigendynamik über ein stark eingeschränktes Potenzial zur Selbstreflexion verfügen. „Eigendynamik“ meint hier, dass sie zukünftige Entscheidungen aufgrund vergangener Entscheidungen mittels gegenwärtiger Entscheidungen treffen – bei unterschiedlichem sachlichem Bezug. Unter üblichen Bedingungen ist dies kein Problem. Auf organisatorischer Ebene wird dieses strukturelle Defizit – kaum überraschend – organisatorisch gelöst, etwa durch Unternehmens- und Managementberatungen wie McKinsey oder PricewaterhouseCoopers.

    Auch auf gesellschaftlicher Ebene, also auf der Ebene von Funktionssystemen wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder Erziehung, fungieren Organisationen üblicherweise unter Bedingungen, die Reflexivität ermöglichen. In der Wirtschaft operieren Unternehmen unter Marktbedingungen: Sie sollen sich – hinsichtlich Qualität und Preisen – im Wettbewerb mit konkurrierenden Unternehmen selbst reflektieren. Versagt dieser Mechanismus, können externe Organisationen wie Kartellbehörden (etwa das Bundeskartellamt oder EU-Kommissionen) eingreifen.

    In der Politik beschränken und reflektieren sich Regierung und Opposition gegenseitig; Parteien konkurrieren um Stimmen und Mandate. Institutionell wird die Exekutive durch Parlament, Verfassungsgericht und Föderalismus eingehegt – alles organisierte Gegenspieler, die Reflexivität ermöglichen.

    Im Rechtssystem reflektieren sich Gerichte durch organisatorisch getrennte Instanzenzüge – etwa Amtsgericht, Landgericht, Oberlandesgericht und Bundesgerichtshof. Staatsanwaltschaften und Verteidiger stehen sich organisatorisch gegenüber. Anwaltskammern kontrollieren Berufszugang und Berufsethik; Ombudsleute und Verfassungsgerichte begrenzen die Justizorgane.

    Die Massenmedien kontrollieren und reflektieren sich üblicherweise durch Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Reputation, der durch eine vielfältige Medienlandschaft aus unterschiedlichen Redaktionen, Verlagen und Sendern erreicht werden soll. Hinzu kommen organisierte Kontrollinstanzen wie Presserat, Rundfunkrat oder Landesmedienanstalten und gegebenenfalls Gerichte.

    Allein die Vielzahl dieser Kontroll- und Reflexionsinstanzen verdeutlicht, dass die Form der Organisation in ihrer Eigendynamik und ihrer mangelnden Kapazität zur Selbstreflexion gesellschaftlich als prinzipiell gefährlich gilt – unabhängig vom jeweiligen sachlichen Bezug. Monopolistische Unternehmen, Sekten oder unkontrollierte Bildungsinstitutionen können in ihren jeweiligen Sphären gleichermaßen gefährlich werden. Notwendig sind daher nicht nur Reflexionsinstanzen innerhalb von Funktionssystemen, sondern auch ein kontrollierendes Verhältnis der Funktionssysteme untereinander.

    Ein unabhängiges Rechtssystem sollte politische Entscheidungen kontrollieren können. Massenmedien sollten in der Lage sein, Ungereimtheiten in allen gesellschaftlichen Sphären aufzudecken. Die Wissenschaft sollte fehlgeleitete politische Programme kritisieren können. Die Politik sollte nicht auf dysfunktionale Weise in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sein – etwa durch wirtschaftliche Zwänge wie den „Steuerwettbewerb“ zwischen Staaten – und am Allgemeinwohl orientierte Programme durchsetzen können.

    Unter diesen Voraussetzungen lässt sich nun genauer benennen, unter welchen Bedingungen Organisationen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Institutionen des Massenmords mutieren.

    Erstens handelt es sich um Organisationen, die über Macht verfügen und Entscheidungen treffen können – üblicherweise Staaten als politische Organisationen oder, unmittelbarer und weniger komplex, militärische Organisationen wie Milizen oder „reguläre“ Truppen.

    Zweitens muss es diesen Organisationen gelingen, reflektierende und kontrollierende Instanzen auf organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene auszuschalten oder deren ohnehin vorhandene Abwesenheit auszunutzen.

    Die Vorgänge der Machtergreifung der NSDAP in Deutschland sind hinlänglich bekannt. Innerhalb von 18 Monaten gelang es, nahezu alle kontrollierenden und reflektierenden Instanzen auszuschalten – alle organisatorischen und funktionalen Gegengewichte zu beseitigen und nahezu jede gesellschaftliche Sphäre – Recht, Wirtschaft, Massenmedien, Bildungssystem – in Instrumente der politischen Herrschaft zu verwandeln.
    5. Wenn ein Rechtsstaat seine Schutzwälle abbaut

    Die vorangegangenen Überlegungen sind nicht nur historisch, sondern auch aktuell von Interesse – etwa hinsichtlich der Erosion kontrollierender Instanzen wie der Massenmedien und der Justiz, wie sie in den USA zu beobachten ist, oder der Vorgänge im Krieg in Gaza. Die Bedingungen, die den Massenmord der Hamas mit etwa 1.200 Toten am 7. Oktober 2023 ermöglicht haben, sind dabei weniger erklärungsbedürftig als diejenigen, die den Massenmord an Palästinensern mit gegenwärtig mehr als 80.000 Toten – in der Mehrzahl Zivilisten – ermöglicht haben.

    Der Massenmord der Hamas am 7. Oktober 2023 lässt sich mit dem hier entwickelten Erklärungsrahmen unmittelbar fassen: Eine Miliz mit minimalen innerorganisatorischen Reflexionsinstanzen und direkter Machtverfügung erfüllt die genannten Bedingungen in ihrer einfachsten Form. Gerade weil das Erklärungsmodell hier ohne Zusatzannahmen greift, bedarf dieser Fall keiner weiteren Ausführung – nicht weil er moralisch weniger verabscheuenswert wäre, sondern weil er theoretisch bereits erklärt ist. Analytisch interessanter und daher eingehender zu untersuchen ist der Fall Israel: Ein demokratisch verfasster Rechtsstaat verfügt strukturell über eben jene Reflexions- und Kontrollinstanzen, die Massenmord verhindern sollen. Dass es gleichwohl zu einer Tötung von mehr als 80.000 Menschen – in der Mehrzahl Zivilisten – kommen konnte, verlangt nach einer differenzierteren Analyse der damit verbundenen Erosionsprozesse.

    Aus unserer Perspektive muss es Tendenzen geben, die die reflexiven Instanzen eines Rechtsstaats schwächen oder beseitigen – als Voraussetzung für einen Massenmord, den reputierliche Organisationen als Genozid klassifizieren.

    Genau diese Tendenzen sind in Israel zu beobachten. In Bezug auf die Politik gibt es strukturelle Gründe, die die Regierung mit einer großen Machtfülle ausstatten und die Opposition als Kontroll- und Reflexionsinstanz schwächen. Es gibt nur eine Kammer (die Knesset), keine föderalistische Struktur und kein Vetorecht des Präsidenten. Das Wahlrecht mit einer niedrigen Sperrklausel von 3,25 % führt zu großen, koalierenden Machtblöcken, in denen rechtsradikale und ultraorthodoxe Parteien großen Einfluss gewinnen. Gleichzeitig entsteht eine durch Zersplitterung geschwächte Opposition.

    Zudem versucht die Regierung, die Massenmedien als reflektierende Instanz zu schwächen. Die Tageszeitung Haaretz ist seit November 2024 Ziel eines koordinierten staatlichen Boykotts: Keine Regierungsstelle darf in dieser Zeitung inserieren oder mit ihr kommunizieren. Staatliche Abonnements wurden gekündigt. Das Al-Jazeera-Gesetz (April 2024) ermöglicht die Sperrung ausländischer Medien bei diffus definierter „Sicherheitsgefährdung“ – was einer Regierung, die sich in einem dauerhaften Kriegszustand wähnt, eine weitreichende Handhabe zur Medienkontrolle gibt. Die Berichterstattung zum Gazakrieg findet unter massivem Druck, Drohungen und Zensur statt.

    In Bezug auf das Rechtssystem versucht die rechts-ultraorthodoxe Koalition um Netanjahu, dieses so umzubauen, dass die Strafverfolgung von Regierungsmitgliedern – einschließlich des wegen Korruption angeklagten Premierministers – dauerhaft erschwert oder unmöglich gemacht wird. Dies soll beispielsweise durch die Abschaffung der Angemessenheitsdoktrin, die politische Kontrolle über die Ernennung von Richtern und eine De-facto-Immunisierung des Regierungschefs gegen Amtsunfähigkeitsverfahren erreicht werden.

    Das israelische Rechtssystem war in seiner Kontrollfunktion gegenüber der Politik ohnehin nie stark ausdifferenziert: Ohne Verfassung, zweite Kammer oder Föderalismus konzentriert sich die Kontrolle über Regierung und Parlament nahezu allein beim Obersten Gerichtshof. Dessen Befugnisse – Angemessenheitskontrolle, Richterwahl, Möglichkeit zur Aufhebung von Gesetzen – will die Regierung nun einschränken und untergräbt damit den einzigen wirksamen rechtsstaatlichen Kontrollmechanismus.

    Die außerparlamentarische Protestbewegung gegen die Justizreform – eine notgedrungene Form der Kontrolle des Regierungshandelns – ist im Zuge des Massenmords der Hamas vom 7. Oktober 2023 als Gegenkraft praktisch weggefallen. Darüber hinaus erschwert die Regierung durch Gesetzgebung die Arbeit regierungskritischer Organisationen wie „Breaking the Silence“ oder „B’Tselem“ oder verhindert sie.

    Das Erziehungssystem lässt kaum eine gemeinsame staatsbürgerliche Öffentlichkeit entstehen. Stattdessen werden vier autonome Parallelwelten erzeugt: Der ultraorthodoxe Sektor (24 % der Erstklässler) erhält Staatsgelder ohne Bildungsaufsicht und unterrichtet keine Kernfächer, der nationalreligiöse Sektor (17 % der Schüler) sozialisiert messianisch-nationalistisch, der arabische Sektor ist chronisch unterfinanziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass daraus eine (selbst-)kritische demokratische Öffentlichkeit entsteht, ist gering – umso mehr, als sich der Staat selbst als religiös-nationalistisch (zionistisch) verortet und ein stark religiös orientiertes Bildungssystem Reflexionsmechanismen somit eher abschwächt.

    Die Kunst als gesellschaftliche Reflexionsinstanz steht in Israel seit Jahren unter Förderentzug und Loyalitätsdruck. Bereits unter Kulturministerin Miri Regev (Likud) wurde die staatliche Förderung von Kultureinrichtungen davon abhängig gemacht, ob sie bereit waren, in Siedlungen in besetzten Gebieten aufzutreten. Das „Loyalitätsgesetz“ für Kulturförderung ist zwar nicht förmlich verabschiedet, wirkt aber faktisch bei der Mittelvergabe.

    Die israelische Wirtschaft fungierte 2023 kurzzeitig als Reflexions- und Kontrollinstanz: Kapitalflucht, eine Bonitätswarnung durch Moody’s und ein Einbruch der Start-up-Finanzierungen um fast 70 % zwangen die Regierung, die Justizreform vorübergehend auszusetzen. Diese Kontrollfunktion erwies sich jedoch als strukturell begrenzt: Der kriegsbedingte Rüstungsboom macht den Hightech-Sektor zunehmend staatsabhängig, gewerkschaftliche Gegenmacht fehlt weitgehend. Die Wirtschaft wirkt als kurzfristiger Schockmechanismus, nicht als dauerhafter Gegenspieler.

    Wenn die Politik das Recht beschneidet, Medien zensiert, die Zivilgesellschaft durch das Bildungswesen fragmentiert und Kunst auf Loyalität verpflichtet, entdifferenziert sich die Gesellschaft. Der Staat wird zu einer Organisation, die ihre Entscheidungen – den Einsatz massiver militärischer Gewalt eingeschlossen – durch keine unabhängigen gesellschaftlichen Sphären mehr reflektieren lassen muss. Israel liefert das gegenwärtig deutlichste Beispiel dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für organisierten Massenmord in dem Maß steigt, in dem ein Gemeinwesen seine funktionalen Kontrollinstanzen beseitigt.
    6. Vom Sachprimat zum Personprimat: Eine gefährliche Transformation

    In besorgniserregender Weise ist aktuell zu beobachten, dass die zunehmend dominante Form digitaler Kommunikation zu einem Wandel der primären Gesellschaftsform führt. Die Form der Organisation wird auf Kosten funktionaler Differenzierung privilegiert. Das bislang gültige Primat sachlich unterschiedlich zu behandelnder funktionaler Sphären – Politik, Wirtschaft, Erziehung, Recht, Kunst, Religion – wird zugunsten personeller Belange zurückgedrängt. Identitätspolitische moralisch ausgerichtete Strömungen – „woke“ wie „anti-woke“ – sind der gegenwärtig sichtbarste Ausdruck dieser Entwicklung.

    Dabei wird nicht behauptet, dass diese Strömungen inhaltlich gleichwertig wären oder dieselben politischen Ziele verfolgten. Die hier relevante Frage ist ausschließlich eine strukturelle: Beide privilegieren – bei aller inhaltlichen Verschiedenheit – Personmerkmale und moralische Zuschreibungen gegenüber den sachlich-funktionalen Kriterien der Funktionssysteme. Gegenstand der Analyse ist diese strukturelle Gemeinsamkeit, keine moralische Gleichsetzung.

    Eine detailliertere Erläuterung dieser Entwicklungen würde an dieser Stelle zu weit führen (vgl. ausführlicher Räwel (2022) und Räwel (2025)). Es lässt sich dieses Geschehen jedoch anhand markanter gesellschaftlicher Veränderungen veranschaulichen:

    Noch 1983 waren Boykottaufrufe in Deutschland gegen eine geplante Volkszählung, die die Anonymität von Personen bedrohte, nicht nur als Protestbewegung erfolgreich, sondern auch institutionell: Aufgrund rechtlicher Bedenken musste der Zensus auf das Jahr 1987 verschoben werden.

    Dieses Geschehen lässt sich als Ausdruck der gesellschaftlichen Etablierung funktionaler Differenzierung interpretieren: das Primat sachlicher vor persönlichen Belangen. Anonymität ist dabei als gesellschaftliche Struktur zu verstehen, die den Zugang zu Funktionssystemen und ihren Organisationen – anders als in feudalen Gesellschaftsformen – von sachlichen Erwartungen (Leistung) abhängig macht, nicht von persönlichen Merkmalen wie Herkunft, Rang, Geschlecht, Alter oder Hautfarbe.

    Der Zugang zu gesellschaftlichen Sphären soll im Prinzip universell offenstehen – nicht qua Stand oder Herkunft, sondern qua Leistung, orientiert an den Leitunterscheidungen der Funktionssysteme. Wer zahlen kann, nimmt am Wirtschaftssystem teil; wer eine rechtlich relevante Klage hat, erhält Zugang zum Rechtssystem. In der Wissenschaft ist nicht die Person entscheidend, sondern ob ihre Aussagen methodisch begründet, überprüfbar und mit dem Forschungsstand vereinbar sind. Der Zugang zu politischen Ämtern und Organisationen sollte über Wahlen, Mandate und demokratische Verfahren geregelt sein, nicht über Protektion oder Herkunft.

    Anonymisierung und formale Verfahren sind das strukturelle Mittel, um diese Logik gegen die Eigendynamik persönlicher Bindungen, sozialer Vorurteile und stratifikatorischer Rangordnungen abzusichern – das Individuum tritt dem System als Rollenträger, nicht als ganze Person gegenüber. Diese angestrebten Verhältnisse sind natürlich nie vollständig realisiert. Abweichungen von ihnen können aber als Korruption beobachtet werden.

    Digitale, an Nutzerprofilen orientierte Kommunikation kann dazu führen, dass persönliche Belange Vorrang vor funktionssystemspezifischen Erwartungen erhalten. Stabile Nutzerprofile – nicht zuletzt durch soziale Medien – ermöglichen eine funktionssystemübergreifende Identifizierbarkeit von Personen. Dadurch wird es grundsätzlich möglich, den Zugang zu gesellschaftlichen Sphären erneut von persönlichen Charakteristika abhängig zu machen – wie in stratifizierten oder organisierten gesellschaftlichen Formen.

    Damit kann (technisch) die Form der Organisation – mit identifizierbaren „Mitgliedern“ – gegenüber der funktional differenzierten Gesellschaft, die strukturell auf Anonymität angewiesen ist, Vorrang gewinnen.

    Veranschaulichen lässt sich dies an der Art, wie die Gesellschaft mithilfe digitaler Kommunikation der Corona-Pandemie begegnet ist. Mit den 2G- und 3G-Regeln wurde ein einziger, funktionssystemübergreifender Zugangscode eingeführt: der persönliche medizinische Körperstatus, dokumentiert per digitalem Zertifikat. Dieser entschied über die Teilnahme an nahezu allen gesellschaftlichen Sphären – Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, Kultur, Gastronomie, öffentlicher Verkehr. Das Prinzip, nach dem jeder Bereich seinen Zugang nach eigenen sachlichen Regeln organisiert und persönliche Merkmale keine Rolle spielen, konnte so vorübergehend außer Kraft gesetzt werden.

    Dass diese Maßnahme zeitlich begrenzt blieb und durch Gerichte, parlamentarische Debatten und öffentlichen Widerstand zurückgedrängt wurde, belegt nicht deren Harmlosigkeit. Es waren noch funktionierende Reflexionsinstanzen, die das Potenzial dieser Möglichkeit eingehegt haben. Die technische Infrastruktur für systemübergreifende personenbezogene Klassifikationen bleibt jedoch bestehen – und mit ihr die Möglichkeit, Kontroll- und Reflexionsinstanzen durch Ausnutzung dieses Potenzials zu schwächen oder außer Kraft zu setzen.

    Die Erosion gesellschaftlicher Kontroll- und Reflexionsmechanismen, wie sie aktuell in den USA zu beobachten ist, könnte darauf hindeuten, dass die zunehmend digitale Reproduktion der modernen Gesellschaft die Form der Organisation auf gesellschaftlicher Ebene vorantreibt. Damit evolviert möglicherweise eine Gesellschaftsform, die – wie gezeigt – extrem gefährlich und potenziell selbstzerstörerisch ist. Nicht zuletzt deshalb, weil es jenseits der Gesellschaft keine Kontroll- und Steuerungsmittel gibt, die solchen Entwicklungen Einhalt gebieten könnten. Ein Primat weltgesellschaftlicher Organisation vermag kaum eine außer Kontrolle geratene, Weltherrschaft anstrebende Organisation einzuhegen – wie es einem alliierten Staatenverbund zur Zeit des Zweiten Weltkriegs noch möglich war.

    Jörg Räwel

    Jörg Räwel ist Soziologe. Sein aktuelles Forschungsinteresse umfasst die Anwendung von Evolutionstheorien in den Sozialwissenschaften, die Entwicklung von Kommunikationstheorien der sozialen Medien und die Untersuchung des sozialen Wandels durch die »Digitalisierung« der Gesellschaft. Er ist Research Fellow am Next Society Institute an der Kazimieras-Simonavičius-Universität in Vilnius. Letzte Monographie: »Die nächste Gesellschaft. Soziale Evolution durch Digitalisierung, Velbrück Wissenschaft 2022«.

    Next Society
    https://nextsocieties.org/next-society-limited

    Next Society Limited (in foundation) serves as the steward of the Next Society ecosystem. Its role is not to conduct research or economic activity directly, but to maintain shared standards, safeguard conceptual coherence, and coordinate the responsible use of the Next Society identity and intellectual frameworks across geographically and functionally diverse initiatives.

    By acting as a non-profit network organisation, Next Society Limited ensures that theory development, theory transfer, and practical experimentation remain aligned without being centralised.

    Next Society Institute
    https://next.ksu.lt

    The social theory startup

    The Next Society Institute is an affiliated university institute and research start-up devoted to social systems theory development and transfer.

    Stiftung Nächste Gesellschaft
    https://next-society.de

    Wer die Lösung hat,
    hat ein Problem.

    Der Rückzug in die Überschaubarkeit geistiger und fachlicher Schrebergärten ist nicht nur anstrengend, er kostet uns über weite Strecken auch das, was die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ausmacht. In einer digital vernetzten Welt verflüchtigt sich die Sehnsucht nach einfachen Lösungen und eindeutigen Antworten zu einem Sirenengesang falscher Hoffnungen. Mehr denn je sind wir alle aufeinander angewiesen – trotz aller Unterschiede, die uns trennen.
    Vielfalt statt Einfalt.

    Das ist keine Sozialromantik. Das Selbstgespräch, das wir uns durch den Rückzug in Filterblasen, Fangemeinschaften und Fachgremien einhandeln, beruhigt zwar unser Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und Zugehörigkeit. Aber es hilft uns nicht weiter, wenn es um die Arbeit an den großen Herausforderungen unserer Zeit geht. Klimawandel, Migration, der radikale Umbau unserer Arbeitswelt, die klaffende Schere zwischen Arm und Reich – all diese „wicked problems“ entziehen sich einfachen Lösungen und sind im Alleingang nicht lösbar. Für niemanden.
    Komplexität ist die Lösung.

    Nicht das Problem.

    Was wir dazu brauchen, ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven. Dazu gehört die Offenheit, verschiedene Ansichten als gleich-wertig nebeneinander stehen zu lassen. Widersprüche nicht als Bedrohung, sondern Bereicherung zu empfinden. In der Lage zu sein, die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und Verbindungen herzustellen.

    Ohne Neugier und Lust an einer disziplin-übergreifenden Auseinandersetzung werden wir nicht weit kommen. Unsere Welt ist zu klein geworden, um sich einfach aus dem Weg zu gehen.
    Überraschende Nachbarschaften.

    Seit mehr als 10 Jahren arbeitet die Stiftung Nächste Gesellschaft daran, Menschen und Organisationen aus unterschiedlichsten Kontexten miteinander ins Gespräch zu bringen. In dieser Zeit hat sie eine Vielzahl von Projekten initiiert, die allesamt das Ziel verfolgen, die Welt in ihrer Vielfalt erlebbar zu machen und dabei das Fremde nicht als Angstgegner, sondern Quelle von Inspiration und Irritation zu begreifen.

    Ihrer Arbeit gründet in der Einsicht, dass es neuer Kulturtechniken bedarf, damit eine „Nächste Gesellschaft“ (Peter Drucker) nicht nur für einige wenige, sondern auch für den Rest von uns attraktiv und lebenswert ist.

    Connect.
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    In regelmäßigen Abständen lanciert die Stiftung Arbeitsprojekte, die sich mit zentralen Aspekten einer „Nächsten Gesellschaft“ auseinandersetzen.

    Aktueller Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit Daten & Algorithmen – einem Wesensmerkmal unserer Zukunft, die anders als digital kaum mehr denkbar ist.

    About - Next Society Institute
    https://next.ksu.lt

    Founded in 2020, the Next Society Institute is an independent theory start-up and research institute affiliated with

    Kazimieras Simonavičius University
    Dariaus ir Girėno g. 21
    Vilnius 02189, Lithuania

    teeoree@icloud.com

    Next Society Institute
    https://nextsocieties.org/next-society-institute-limited

    The Next Society Institute Limited (in foundation) conducts and supports research on the structures and semantics of modern societies, with a particular focus on social systems theory and its contemporary extensions.
    The Institute provides a platform for theoretical innovation, interdisciplinary exchange, and advanced research training, while also contributing to the public understanding of social theory. Its formal establishment was marked by an inaugural meeting held at Clare College, University of Cambridge, reflecting the Institute’s roots in international academic exchange and its orientation toward research conducted in the public interest and with a view toward charitable status.

    Directors

    Dr Vincent Lien, Clare College, Trinity Lane, Cambridge, United Kingdom, CB2 1TL
    Professor Steffen Roth, Wolfson College, Barton Road, Cambridge, United Kingdom, CB3 9BB

    Guarantors

    Professor Michal Kaczmarczyk, Uniwersytet Gdański, Gdansk, Poland
    Professor Franz Kasper Krönig, Technische Hochschule Köln, Cologne, Germany
    Professor Augusto Sales, Escola Brasileira de Administração Pública e de Empresas, Rio de Janeiro, Brazil, and Yale University, United States of America
    Professor Tilia Stingl de Vasconcelos Guedes, Fachhochschule der Wirtschaftskammer Wien, Vienna, Austria

    #sociologie #génocide #crime_de_guerre #iatrocratie

  • La journaliste libanaise Amal Khalil tuée dans une frappe israélienne dans le sud du Liban
    Publié le : 22/04/2026 - 23:47 - RFI
    https://www.rfi.fr/fr/moyen-orient/20260422-la-journaliste-libanaise-amal-khalil-tu%C3%A9e-dans-une-frappe-isra%C3%

    Amal Khalil, journaliste libanaise du quotidien Al-Akhbar, lors d’un reportage près d’un pont détruit à Qasmiyeh, au Liban, le dimanche 22 mars 2026. Amal Khalil a été tuée dans une frappe israélienne dans le sud du Liban le 22 avril 2026. AP - Mohammed Zaatari

    Le ministère libanais de la Santé a déclaré que deux frappes israéliennes sur le village de Tiri avaient tué trois personnes, dont la journaliste Amal Khalil, et blessé sa consoeur Zeinab Faraj.

    Les autorités ont annoncé que le corps de la journaliste libanaise Amal Khalil, qui travaillait pour le quotidien pro-Hezbollah Al-Akhbar, a été extrait des décombres plusieurs heures plus tard. Les équipes qui menaient des recherches avec l’armée libanaise et la Croix-Rouge « ont réussi à récupérer le corps de la journaliste martyre Amal Khalil », a annoncé le bureau de presse de la Défense civile.
    (...)
    Une correspondante expérimentée qui couvrait les affrontements entre Israël et le Hezbollah depuis 2023

    Le journal qui l’employait a réagi après la mort de la journaliste. « Notre collègue, Amal Khalil, correspondante de presse dans le sud du Liban, a été tuée après avoir été poursuivie par des avions ennemis qui l’ont prise pour cible lors de plusieurs raids, touchant d’abord sa voiture, puis la maison où elle s’était réfugiée », a écrit son journal sur X.
    Correspondante expérimentée, Amal Khalil a couvert le sud du Liban au cours du conflit actuel entre le Hezbollah pro-iranien et Israël, comme lors de la précédente guerre de 2023 et 2024. Elle travaille souvent avec la photographe indépendante Zeinab Faraj.(...)

    #crime_de_guerre

    • Les journalistes dans les pays d’Amérique du Sud n’ont jamais fait l’objet d’une quelconque attention de nos autorités ; j’ai suivi leur sort à une époque, mais c’est finalement la même chose partout ailleurs. C’est de la chair à canon. De l’humain qui se doit d’obéir au plus fort, surtout s’il est du côté des forces économiques transnationales.

    • https://unrollnow.com/status/2047256731957313652

      Ce mercredi 22, elle se trouvait pour son journal (al-Akhbar) sur la route d’Al Tiri, dans le sud du pays, en reportage avec sa consœur Zeinab Faraj. Depuis l’entrée en vigueur du cessez-le-feu dans la nuit du 17 avril, les journalistes reviennent peu à peu vers ces villages

      Sur la route, mardi vers 14 h 45, une frappe de l’armée israélienne vise une voiture qui roule devant elles. Au moins deux passagers sont tués. Amal et Zeinab freinent, abandonnent leur véhicule, et trouvent aussitôt refuge dans une maison voisine pour alerter leurs rédactions.

      A 16 h 27, le contact avec Amal se rompt, raconte la direction du journal : l’aviation israélienne vient de bombarder directement la maison où elles s’étaient abritées. Dépêchée sur place, la Croix-Rouge libanaise parvient à extraire Zeinab des décombres.

      Mais pour Amal, les secours sont stoppés net. Les équipes de la défense civile signalent « une grenade assourdissante lancée contre le véhicule et des coups de feu clairement audibles », selon un témoin. Les ambulances doivent rebrousser chemin.

      Les secouristes racontent avoir négocié un passage pendant plusieurs heures, tentant d’obtenir de l’armée israélienne l’autorisation d’intervenir sans être pris pour cible, alors même qu’ils opèrent sur le territoire libanais.

      Le village d’Al Tiri a été unilatéralement placé au-delà de la « ligne jaune » tracée par Tel-Aviv, une frontière derrière laquelle l’armée israélienne dynamite des villages depuis le cessez-le-feu, imposant une zone décivilisée, de fait soustraite au droit.

      Ce n’est qu’à la nuit que les secours obtiennent l’autorisation de fouiller les ruines ; et sous les gravats, finissent par retrouver le corps d’Amal Khalil.

      Amal Khalil sera enterrée jeudi après-midi là où elle a grandi, près de Baysariyyeh, un village du Sud-Liban, aux portes de la « zone rouge » établie depuis mars par Tel-Aviv pour contraindre les civils à quitter la région de force.

      Après avoir étudié la littérature arabe à Saïda, elle s’engage à Beyrouth auprès de collectifs proches du Parti communiste libanais et participe à ses premières manifestations dans le sillage des causes de la gauche libanaise.

      Elle fera très vite ses débuts au magazine al-Hasna’, publication dite « féminine », mais traversée d’ambitions intellectuelles et réformistes, figurant parmi les premières plumes à aborder la question de l’amour queer en dépit des regards conservateurs de la société.

      En 2006, elle rejoint al-Akhbar dès sa fondation, à une époque où le journal revendique une ligne de gauche, volontiers progressiste. C’est là qu’elle couvre sa première guerre, chez elle, dans le sud du Liban, avant d’y devenir correspondante.

      Elle s’y impose peu à peu en enquêtant sur les mécanismes de corruption et sans manquer d’égratigner au passage quelques politiciens locaux.

      Amal Khalil est restée à al-Akhbar, et ce malgré les vagues de départ qui traversent la rédaction, notamment au début de la révolution syrienne lorsqu’une partie de cette gauche libanaise est accusée de soutenir Assad, et que la ligne du journal se rapproche du Hezbollah.

      De cette génération façonnée par les années d’occupation du Sud, Amal Khalil n’a jamais dissimulé sa sympathie pour « la résistance ». Dans un entretien accordé en 2026 au média Public Work, elle tient toutefois à se démarquer des médias officiels du Hezbollah, qui, selon elle (…)

      (…) « adoptent souvent un style incendiaire lorsqu’ils couvrent les événements dans le Sud, se concentrant principalement sur la production d’une contre-propagande qui est, dans de nombreux cas, superficielle et triviale ».

      Elle, dit-elle, « assume sa cause », mais lui préfère l’enquête, les récits humains, et « la poésie qui m’a adoucie ; a affiné mon sens du monde et la façon dont j’écris ».

    • Ceux qui suivent les informations libanaises auront reconnu mossad TV (MTV) et al jadeed (NTV), notamment pour cette dernière la répugnante Joséphine Deeb, mais pas que.

      courtneybonneauimages sur X :
      https://x.com/cbonneauimages/status/2047330132839604552

      It was wild for me today to be at the funeral of Amal and see journalists there who are mouthpieces for the very media outlets who are complicit in our murders.

      They’re a fucking disgrace to the profession and to see them stand next to her coffin and cry, as if they haven’t been whitewashing Israeli war crimes for years, was mind-boggling. The audacity. The hubris.

      May all Israeli propagandists and their mouthpieces on the ground one day be put on trial for their crimes.

    • franceinfo
      @franceinfo. 7:06 PM · 23 avr. 2026
      https://x.com/franceinfo/status/2047361592254214635

      🔴 🗣️ Mort d’Amal Khalil au Liban : « C’est loin d’être la première fois sur le terrain libanais que des journalistes sont tués par l’armée israélienne dans l’exercice de leur fonction », déplore Gabriel Blondel, journaliste à L’Orient-Le jour.
      https://video.twimg.com/amplify_video/2047361321725759488/vid/avc1/640x360/9HuVWzw7_OHdZtgK.mp4?tag=14

  • Sans commentaire

    Source : UN-Sonderberichterstatterin für Palästina: Proteste begleiten Albanese-Auftritt im Berliner Kino Babylon
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/un-sonderberichterstatterin-fur-palastina-proteste-begleiten-albanese-a

    UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese steht wegen Aussagen zum Gaza-Krieg und zu Israel in der Kritik. Am Rande einer Veranstaltung in Berlin versammeln sich Dutzende Menschen.

    #sionisme #génocide #philosemitisme #fanatiques #crime_de_guerre

  • Israël lâche (à nouveau) des bombes au phosphore blanc au-dessus des habitations du Liban
    https://www.hrw.org/news/2026/03/09/lebanon-israel-unlawfully-using-white-phosphorus

    The Israeli military unlawfully used artillery-fired white phosphorus munitions over homes on March 3, 2026, in the southern Lebanese town of Yohmor, Human Rights Watch said today.
    Human Rights Watch verified and geolocated eight images showing airburst white phosphorus munitions being deployed over a residential part of the town and civil defense workers responding to fires in at least two homes and one car in that area.

    “The Israeli military’s unlawful use of white phosphorus over residential areas is extremely alarming and will have dire consequences for civilians,” said Ramzi Kaiss, Lebanon researcher at Human Rights Watch. “The incendiary effects of white phosphorous can cause death or cruel injuries that result in lifelong suffering.”

  • Video shows US Tomahawk missile hit base next to bombed Iranian school | Iran | The Guardian
    https://www.theguardian.com/world/2026/mar/09/video-shows-us-tomahawk-missile-hit-base-next-bombed-iranian-school

    The evidence directly contradicts statements by the US president, Donald Trump, on Sunday that Iran was responsible for the school bombing. “In my opinion, based on what I’ve seen, that was done by Iran,” Trump said, without offering any evidence for his claim. “They’re very inaccurate, as you know, with their munitions. They have no accuracy whatsoever. It was done by Iran.”

    Munitions experts say the missile shown in the video is clearly a Tomahawk, which is only used by the US in the current conflict.

    New video footage shows a US Tomahawk missile hitting an Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) facility in Minab, Iran, on Feb 28, showing for the first time that the US struck the area.
    https://www.bellingcat.com/news/2026/03/08/video-shows-us-tomahawk-missile-strike-next-to-girls-school-in-iran

  • Extraordinaire.

    Il faut écouter la journaliste de la TV libanaise al-jadeed, Joséphine Deeb, contredire son envoyé spécial dans la région de Baalbeck quand il rapporte le refoulement d’un commando sioniste par le Hezbollah ; elle reprend les informations sionistes disant qu’un tel commando n’a jamais existé.

    En parallèle al-jazeera, rappelle toutes les fois où les sionistes nient avoir mené telle ou telle opération quand elle est mise en échec.

    • Disponible aussi en anglais

      Day 8 : Israeli Airborne Operation in Bekaa Collapses under Fire
      https://en.al-akhbar.com/news/day-8--israeli-airborne-operation-in-bekaa-collapses-under-f

      An Israeli airborne operation deep inside Bekaa collapsed late Friday night after Hezbollah fighters and local residents confronted the infiltrating force near the town of Nabi Chit, forcing it into a chaotic withdrawal under heavy fire.

      Hezbollah said that four Israeli military helicopters breached Lebanese airspace from the Syrian side Friday night, and deployed an infantry unit between the outskirts of Yahfoufa, Khraibeh, and Maaraboun. The force advanced towards the eastern neighborhood of Nabi Chit.

      When the Israeli unit reached the town’s cemetery an hour later, it was met by a group of Hezbollah fighters who opened fire with light and medium weapons. Once the infiltration was exposed, the confrontation quickly turned into a fierce confrontation.

      Israeli warplanes and helicopters carried out nearly forty airstrikes across the area in a desperate attempt to secure the withdrawal of the enemy force. During the clashes, Hezbollah’s artillery units pounded the surroundings of the battlefield and the routes used by the withdrawing troops, while residents from nearby villages joined the clashes.

      At dawn on Saturday, resistance fighters launched rocket salvos towards the evacuation zone in the hills surrounding Nabi Chit.

      Al-Akhbar learnt that the Israeli unit had been attempting to locate and exhume the remains of captured Israeli pilot Ron Arad. The mission reportedly failed after the force was detected and confronted by Hezbollah’s Radwan fighters with support from residents of Nabi Chit and neighboring villages. The Israeli force was ultimately forced to withdraw after being surrounded and engaged in close combat that reportedly left several soldiers wounded.

      Israeli paratroopers and commando units involved in the mission were reportedly wearing Lebanese Army uniforms as camouflage in the event they were detected by local residents.

      The IOF aircraft eventually pulled back from the skies following the operation, though reconnaissance drones continued circling above the eastern mountain range and the Bekaa Valley.

      Israeli media later acknowledged that the IOF conducted operations inside Lebanese territory overnight in search of Ron Arad’s remains. Some channels circulated urgent appeals asking the public to pray for Israeli soldiers fighting inside Lebanon, while others admitted that the brigade had faltered during “a difficult mission deep inside Lebanese territory.”

      The failed operation happened after a wave of heavy Israeli bombardment of Nabi Chit and surrounding areas throughout the day. The Ministry of Health reported that 16 people were martyred during the strikes, and 35 others wounded.

    • Al-Akhbar learnt that the Israeli unit had been attempting to locate and exhume the remains of captured Israeli pilot Ron Arad.

      Ron Arad, pilote capturé en 1986 pendant qu’il bombardait le Liban.

    • Report: IDF Searches in Lebanon for Ron Arad, Israeli Aviator Missing Since 1986 - Israel Security
      https://www.haaretz.com/israel-news/israel-security/2026-03-07/ty-article/.premium/report-idf-searches-in-lebanon-for-ron-arad-israeli-aviator-missing-since-1986/0000019c-c70d-db5a-a99f-d74d236a0000

      Citing Hezbollah sources, the Lebanese newspaper An‑Nahar reports that four Israeli military helicopters landed troops in the eastern Lebanese village of Al-Nabi Shayth in search of IAF navigator Ron Arad’s remains

      Local sources told An-Nahar that the forces were assisted by a Lebanese security officer who had previously been captured by Israel and led them to Arad’s burial site.

      […]

      In December, the Saudi news channel Al-Arabiya reported that Lebanese security forces suspected that the Mossad had captured a former Lebanese security officer in Al-Nabi Shayth, who was believed to possess information concerning Arad’s fate.

      Also in December, a Lebanese legal source told the Saudi newspaper Asharq Al-Awsat that the IDF had captured the officer earlier that month.

      Thirty-five years on, Arad’s fate has not been deciphered. His plane blew up in Lebanon after a malfunction during the bombing of Palestine Liberation Organization targets near the southern city of Sidon, but he and the pilot Yishai Aviram ejected from the plane before it crashed. Aviram was rescued by the IDF, but Arad was captured by Shi’ite militia group Amal.

    • Il faut rappeler comme le dit George que al jadeed a fait un virage à 180 degrés mais que Deeb (mariée à un Libanais chiite également journaliste de la même TV) a toujours eu une aversion pour le Hezbollah qui s’extériorise complètement maintenant que sa chaine est dans la même lignée.

    • Elijah J. Magnier 🇪🇺 sur X :
      https://x.com/ejmalrai/status/2030208972746080554

      The ’Ron Arad’ excuse is bullshit. The Israelis were in the area for another purpose related to Hezbollah’s capabilities.

      The reason why Israel is bringing out ’Arad’s excuse’ is only to justify any casualties due to the failure of their special operation.

      The Israelis killed 29 people, mainly civilians, due to the bombardment, only to protect the evacuation of the force that was trapped and needed safe evacuation.

    • (Concernant l’agression sioniste de la dernière nuit)

      L’armée : Nous avons repéré le débarquement d’une force israélienne dans les environs de Khreibeh – Baalbeck, près de la frontière libano-syrienne
      https://frontend.nna-leb.gov.lb/fr/news/264744/larmee-nous-avons-repere-le-debarquement-dune-force-israelienne

      Le commandement de l’armée libanaise – Direction de l’orientation – a annoncé qu’au cours de la nuit du 6 au 7 mars 2026, vers 22h50, quatre hélicoptères israéliens ont été repérés au-dessus de la région de Khreibeh à Baalbeck, près de la frontière libano-syrienne. Deux de ces hélicoptères ont procédé au déploiement d’une force ennemie dans les environs, tandis que des frappes aériennes massives et violentes ont visé les villages voisins.

      En réaction, les unités militaires libanaises spécialisées ont déclenché des mesures de défense et de mise en alerte immédiates, lançant notamment des fusées éclairantes pour localiser la zone de débarquement, alors que les membres de la force ennemie se sont dissimulés.

      L’opération a été marquée par un intense bombardement et des patrouilles de la zone de débarquement, suivies d’échanges de tirs entre la force israélienne et les habitants après le déplacement de celle-ci vers la localité de Nabi Chit. Les opérations se sont poursuivies jusqu’à environ 3h00 du matin.

      Le bilan provisoire fait état de trois militaires libanais tués ainsi que de plusieurs civils victimes des frappes. L’armée a indiqué que le suivi de l’incident était en cours afin de déterminer toutes les circonstances de cette opération.

      Les pauvres soldats…

    • Elizabeth Tsurkov sur X :
      https://x.com/LizHurra/status/2030237308394312008

      The Israeli Army confirms that Israeli commando forces raided Nabi Chit in the Bekaa last night seeking the remains of Ron Arad there, but failed to find them. 26 Lebanese were killed in the Israeli “belts of fire” to keep anyone from approaching the forces as they dug in the cemetery of the Shukr family in Nabi Chit. No Israeli soldiers were harmed.

    • Les hauteurs de Nabi Chit bombardées pendant les funérailles de victimes des frappes de samedi
      https://www.lorientlejour.com/article/1498046/des-gardiens-de-la-revolution-cibles-dans-la-frappe-sur-raouche-sur-l

      Le jurd (arrière-pays) de Nabi Chit, dans le nord de la Békaa à la frontière avec la Syrie, a été bombardé, en pleines funérailles organisées pour des victimes des frappes israéliennes de samedi sur le village.

    • Opération meurtrière israélienne au Liban : heure par heure, enquête sur un fiasco militaire à Nabi Chit
      https://www.liberation.fr/international/moyen-orient/operation-meurtriere-israelienne-au-liban-heure-par-heure-enquete-sur-un-

      Pour retrouver la dépouille d’un pilote disparu il y a quarante ans, l’armée israélienne a pilonné ce village dans l’est du pays vendredi 3 mars. « Libération » a retracé la chronologie des faits, dont certains aspects pourraient se rapprocher de la définition d’un #crime_de_guerre, qui ont coûté la vie à des dizaines de civils.

      [...]

      18 h 10. Trois hélicoptères Apache israéliens se posent à l’est du village pour un premier débarquement sur les pentes de la chaîne orientale du mont Liban. Environ huit soldats sortent des appareils, selon une source proche de l’armée libanaise interrogée par Libération, authentifiant et commentant des images de caméras thermiques qui ont fuité dans les médias locaux. Le plan paraît simple : profiter de la panique provoquée par les attaques pour permettre à un commando spécial de se rendre au cimetière de Nabi Chit et aller chercher la dépouille de Ron Arad. Afin de ne pas être repérés, ils utilisent cinq véhicules : deux engins maquillés en ambulances blanches de la défense civile avec gyrophare, deux véhicules type pick-up Nissan Navara et une jeep Willies, selon plusieurs témoins. Pour accentuer la confusion, les soldats israéliens portent des uniformes de l’armée libanaise quand ils circulent dans le village, comme le confirmera samedi un communiqué de l’état major libanais. Selon les statuts de la Cour pénale internationale, « le fait d’utiliser indûment […] le drapeau ou les insignes militaires et l’uniforme de l’ennemi » peut constituer un crime de guerre s’il cause la perte de vies humaines ou des blessures graves. Les soldats mettent du temps à atteindre le cimetière de Nabi Chit. A droite de l’entrée, dans un petit espace près des ossements d’un membre du Hezbollah, ils creusent une fosse étroite, d’environ un mètre de long et cinquante centimètres de profondeur, espérant trouver plus bas les restes de Ron Arad. Mais entre 22 heures et 22 h 30, tout bascule : l’opération tourne au fiasco.

      Phase 3
      L’exfiltration
      Hamda al-Halbawi, une habitante dont la maison se trouve à proximité du cimetière, a entendu les coups de pelle. Selon plusieurs témoins interrogés samedi sur place, lorsqu’elle est sortie pour voir ce qui se passait, des membres du commando ont ouvert le feu sur elle depuis le cimetière. Son mari, qui la suit sur le balcon, donne alors l’alerte : des soldats israéliens ont pénétré à Nabi Chit. Tous deux seront tués par l’armée israélienne après cette alerte, ainsi que leurs deux enfants, Ali et Batoul, d’après un bilan médico-légal consulté par Libération. Le Hezbollah, actif et présent dans la région, est averti. Des combattants de l’organisation se dirigent vers le cimetière, rejoints par des habitants de Nabi Chit et des villages voisins qui possèdent des armes. L’armée israélienne craint la capture de ses membres, l’aviation de guerre est appelée en renfort pour intervenir et exfiltrer les creuseurs de tombes. Il est 22 h 50 lorsque l’armée libanaise se rend compte de l’arrivée de nouveaux hélicoptères survolant la zone et tire des fusées éclairantes afin d’exposer la zone d’atterrissage.

      La situation dégénère et les habitants ne peuvent plus fuir : au même moment, 40 frappes intensives sur l’ensemble des routes menant à la localité sont effectuées par Israël afin d’empêcher l’arrivée de renforts du Hezbollah depuis les villages voisins. Les civils se retrouvent piégés. L’affrontement au cimetière dure environ trente minutes. L’armée israélienne fait tomber un déluge de feu sur Nabi Chit : à une centaine de mètres du cimetière, la place du village est pulvérisée. Les habitants disent avoir vécu un « tremblement de terre ». Un cratère de dix mètres de profondeur et de quatre-vingts mètres de diamètre se forme, une explosion d’une puissance telle qu’elle a projeté une voiture sur le toit d’un immeuble. Le Hezbollah décidera d’ouvrir les portes de la place à la presse le lendemain, autant dénoncer les dégâts israéliens que pour vanter sa contre-offensive. Dans toute la région, le réseau de télécommunications saute. Tous les obstacles sur la route de l’exfiltration sont « éliminés », selon le jargon militaire. Selon plusieurs témoins, une famille syrienne, les Daher, qui envisageait de fuir, est tuée lors de la sortie des soldats israéliens : Ibrahim et sa femme, Asaf, ainsi que leurs deux enfants, Naserallah et Narjis, originaires de la campagne d’Achrafieh, au nord de Homs. Au total, onze Syriens sont morts lors de cette opération.

      Les combats se poursuivent jusqu’à 3 heures dans la nuit, lorsque les soldats israéliens sont exfiltrés sous les tirs de fusils semi-automatiques dirigés vers le ciel par des habitants de la région. Samedi, l’armée israélienne a publié un communiqué au sujet de cette opération menée derrière le paravent de la guerre en cours, devenue l’opération la plus meurtrière depuis la reprise des offensives du Hezbollah le 1er mars. Le Premier ministre israélien, Benyamin Nétanyahou, a reconnu samedi soir que ses soldats avaient mené une « opération spéciale pour localiser et libérer le pilote Ron Arad », sans « obtenir les résultats escomptés ». Sur les chaînes françaises, le porte-parole francophone de l’armée israélienne, Olivier Rafowicz, explique que rechercher les soldats disparus « fait partie de l’éthique d’Israël et de Tsahal ». Bilan de l’opération éthique : 41 morts, au moins 48 blessés, dont 9 enfants et plusieurs cas d’amputation, selon le bilan du ministère de la Santé libanais. D’après des sources militaires et plusieurs rapports de la Défense civile, Libération est en mesure de confirmer avec certitude ce bilan et d’établir qu’au moins 30 civils, dont 9 femmes et 12 enfants, ont péri dans cette opération. Dimanche 8 mars, à la mi-journée, les médias libanais faisaient état d’au moins deux nouvelles frappes sur les faubourgs de Nabi Chit. Au moment même où se tenaient les funérailles des victimes.

  • Avalon Project - Judgment of the International Military Tribunal
    https://avalon.law.yale.edu/subject_menus/judcont.asp

    On a plusieurs fois mené des discussions qui se réfèrent au droit international depuis le jugement de Nuremberg de 1946. Voici le text en anglais. Je n’ai pas encore trouvé les autres versions de langue officielles.

    General

    The Charter Provisions

    The Nazi Regime in Germany
    Origin and Aims of the Nazi Party
    The Consolidation of Power
    Measures of Re-Armament
    The Common Plan or Conspiracy and Aggressive War
    Preparation for Aggression
    Planning of Aggression
    Conferences of 23rd November, 1939, and 5th November, 1937

    The Invasion of Austria
    The Siezure of Czechosolovakia
    The Aggression Against Poland
    The Invasion of Denmark and Norway
    The Invasion of Belgium, The Netherlands and Luxemburg
    The Aggression Against Yugoslavakia and Greece
    The Aggressive War Against the Union of Soviet Socialist Republics
    War Against the United States

    Violations of International treaties

    General
    The Hague Conventions
    The Versailles Treaty
    Treaties of Mutual Guarantee, Arbitration and Non-Aggression
    The Kellogg-Briand Pact
    The Law of the Charter
    The Law as to the Common Plan or Conspiracy
    War Crimes and Crimes Against Humanity
    General
    Murder and Ill-Treatment of Prisoners of War
    Murder and Ill-Treatment of Civilian Population
    Slave Labour Policy
    Persecution of the Jews
    The Law Relating to War Crimes and Crimes Against Humanity
    The Accused Organizations
    General
    The Leadership Corps of the Nazi Party
    Gestapo and S.D.
    The SS
    The SA
    The Reich Cabinet
    General Staff and High Command

    THE DEFENDANTS
    Goering
    Hess
    Ribbentrop
    Keitel
    Kaltenbrunner
    Rosenberg
    Frank
    Frick
    Streicherdiscuté
    Funk
    Schacht
    Doenitz
    Raeder
    von Schirach
    Sauckel
    Jodl
    von Papen
    Seyss-Inquart
    Speer
    von Neurath
    Fritzsche
    Bormann
    The Sentences
    Dissenting Opinion of the Soviet Member of the International Military Tribunal
    General
    Schacht
    von Papen
    Fritzsche
    Hess
    Reich Cabinet
    General Staff and OKW

    #guerre #génocide #crime_de_guerre #justice #nazis #droit_international

  • Versicherung für Völkermord
    https://www.unsere-zeit.de/versicherung-fuer-voelkermord-4810064

    On oublie parfois que les assurances et les banques sont les capitalistes idéaux. Pour ces sociétés, leurs actionnaites et employés ne compte que l’argent. La plus grande assurance s’appelle Allianz. Elle est domicilié à Munich Hauptstadt der Bewegung nazie et n’a jamais hésité à transformer en profit les pires crimes.

    19.12.2025 von Sven George - Hauptsache Allianz-versichert: Münchner Konzern war schon immer eine sichere Bank für Kriegsverbrechen, Apartheid und Genozid

    Kapitalist zu sein ist keine moralische Frage. Unter ihnen gibt es jedoch besonders reaktionäre, besonders menschenverachtende Akteure. In unserer UZ-Serie „Das Kapital geht über Leichen“ setzen wir uns genau damit auseinander. Bereits Marx stellte fest, dass das „Kapital von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut- und schmutztriefend“ zur Welt kommt und nicht einmal den Galgen fürchtet, wenn denn der Profit stimmt. An Beispielen dafür mangelt es wirklich nicht.

    Mit 180 Milliarden Euro Umsatz bei 10,5 Milliarden Euro Überschuss und circa 160.000 Angestellten im vergangenen Jahr ist die in München sitzende Allianz SE das weltgrößte Versicherungsunternehmen. In der 135-jährigen Firmengeschichte haben sich dabei einige Leichen im Keller angesammelt. Dubiose Geschäfte gehören bis heute zur Unternehmensstrategie der Allianz.

    Finanzierung des Krieges gegen Palästina

    Als marktradikaler Anhänger der neoliberalen Ideologie und führender Politiker der letzten 30 Jahre hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den israelischen Staat fleißig privatisiert. Mit einer ähnlichen Schuldenquote wie Deutschland war die Regierung auch für den Vernichtungskrieg in Gaza auf geborgtes Kapital angewiesen. In den Jahren 2022 bis 2024 hat Israel sein Militärbudget auf 8,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nahezu verdoppelt. Um das Defizit für diese massive Aufrüstung auszugleichen, wurden Staatsanleihen im Wert von fast 13 Milliarden Euro ausgegeben, an denen sich die Allianz über ihre Investment-Tochter PIMCO mit fast einer Milliarde Euro beteiligte. Dank solcher Investitionen konnte Israel sein Kreditrating stabil halten.

    Auch auf der Westbank und in Ost-Jerusalem verdient die Allianz fleißig mit. Der Versicherungskonzern hat mindestens 7,3 Milliarden US-Dollar in Unternehmen investiert, die vom Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte als Profiteure der Besatzung gelistet werden. Als Weltmarktführer ist die Allianz außerdem eigenständig und mit ihrem Tochterunternehmen „Extremus“ im Geschäft mit Risikoversicherungen unterwegs. Die Allianz versichert mindestens 16 israelische Unternehmen, die direkt von der Apartheid und dem Genozid profitieren. Unter ihnen namhafte, wie der auch in Ulm produzierende israelische Rüstungskonzern Elbit Systems. Elbit Systems zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie offen damit werben, ihre Waffen in Gaza und der Westbank „im Feld getestet“ zu haben. Doch das Geschäft mit dem Krieg ist für die Allianz nicht alles.

    Hunger als Geschäftsmodell

    Wie Oxfam in seiner 2012er Studie „Mit Essen spielt man nicht!“ analysierte, ist die Allianz ein Big Player bei der Spekulation mit Nahrungsmitteln, sogenannten Agrarstoffen. Zur Erinnerung: Im Rahmen der Weltwirtschaftskrise von 2008 und den Folgejahren erfasste der Nahrungsmittel-Preisindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO Food Price Index) Preissteigerungen von bis zu 250 Prozent für Grundnahrungsmittel. Die in dieser Zeit eingeführte Zumischung sogenannten Bio-Diesels in Kraftstoff verstärkte das Problem. Mindestens 75 Millionen Menschen mussten zusätzlich hungern. Weltweit kam es zu Hungerrevolten, als Reaktion wurde in vielen ausgebeuteten Ländern des Globalen Südens zum Beispiel der Getreidepreis noch stärker subventioniert. Dies führte zu einer Destabilisierung dieser Staaten und war damit einer der Hintergründe des sogenannten „arabischen Frühlings“. Die Spekulation auf Nahrungsmittel und ihre Preise wurde als Hauptursache dieser Entwicklungen ausgemacht. Kräftig daran verdient hat auch der Münchener Versicherungsriese.

    Allein im Jahr 2010 hatte die Allianz 7,5 Milliarden Euro in die Spekulation mit Agrarrohstoffen an Warenterminbörsen investiert. Das entspricht nach Schätzungen von Oxfam etwa einem Zehntel des globalen Anlagevolumens bei Agrarrohstoffen.

    Restauration des Kapitalismus

    Auch in der sozialistischen Industrienation Deutsche Demokratische Republik gab es Privatversicherungen wie Haftpflicht-, Lebens- oder Unfallversicherungen. Zuständig für diese war die Staatliche Versicherung der DDR. Noch 1990 erwirtschaftete diese mit ihren etwa 30 Millionen Verträgen einen nicht unerheblichen Überschuss.

    Mit der Übernahme der Staatlichen Versicherung wurde die Allianz Marktführer im Gebiet der ehemaligen DDR. Genaue Zahlen zum Deal mit der Treuhand sind nicht bekannt. In anderen Fällen von DDR-Unternehmensübernahmen durch die Treuhand wurden jedoch oft niedrige oder gar keine direkten Kaufpreise gezahlt. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass die Allianz eher durch Investitionen oder die Übernahme von Verpflichtungen „zahlte“. Auch in nahezu alle weiteren ehemals sozialistische Länder expandierte die Allianz rasch.

    Apartheid in Südafrika

    Durch ihre Tochterunternehmen Allianz Insurance Limited und Allianz Global Corporate & Specialty South Africa Limited verdiente die Allianz auch kräftig am Unterdrückungsapparat des Apartheidregimes in Südafrika mit.

    Zur Absicherung des rassistischen Regimes, das von 1948 bis 1994 in Südafrika herrschte, wurden viele Schlüsselbereiche der Wirtschaft des Landes, wie zum Beispiel der Energiesektor, in Form von Staatsunternehmen organisiert. Die Versicherung solcher Tätigkeiten und direkte wie indirekte Investitionen sind daher als Mittäterschaft zu betrachten. Informationen über die Entrechtung und Verfolgung der schwarzen Bevölkerung Südafrikas waren – zum Beispiel durch UN-Berichte – weltweit zugänglich. Die Haltung „Geschäft ist Geschäft“, wie sie die Allianz an den Tag legt, führt zu einer Beteiligung an Verbrechen wie Mord, Terror, Verfolgung und Entrechtung.

    Dabei kommt das Prinzip der Secondary Liability, der sekundären Mitverantwortung, zum Tragen. Es wurde durch Begriffe wie Mittäterschaft und Beihilfe im Rahmen der Nürnberger Prozesse vom angloamerikanischen Zivilrecht in der internationalen Rechtsprechung etabliert. Demnach sind Personen, Organisationen und Unternehmen an Verbrechen mitverantwortlich, wenn sie von diesen wissen mussten. Dieses Rechtsprinzip war als „Accountability for benefiting“ auch eine Rechtsgrundlage der Wahrheits- und Versöhnungskommission Südafrikas. Auch wenn die Allianz nicht direkt angeklagt wurde, trägt sie durch ihre Geschäfte eine Mitverantwortung für die Verbrechen der Apartheid.

    Wie es zur Firmenpolitik gehört, werden auch die Details über ihre Geschäfte in der Zeit des Apartheidregimes in Südafrika unter Verschluss gehalten und sind somit nicht wissenschaftlich überprüfbar. Öffentlich sind jedoch keine Dokumente bekannt, in denen die Allianz sich in irgendeiner Weise gegen die gewaltsame Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung stellt.

    Im Bund mit NSDAP und SS

    Über die eigene NS-Vergangenheit schweigt sich das Unternehmen ebenfalls aus. Schon 1931 sicherte die Allianz Hitler fünf Millionen Reichsmark (etwa 27,5 Millionen Euro) für den Falle eines Bürgerkrieges mit den Kommunisten zu. Nach weiteren persönlichen Kontakten zum Beispiel mit Hermann Göring wurden Allianz-Vorstandschef Kurt Schmitt und andere hochrangige Allianz-Leute 1933 NSDAP-Mitglieder. Die politische Treue wurde belohnt. Die Allianz versicherte bis 1945 auch Unterorganisationen der NSDAP und erschloss im Zuge der Ausbreitung des Deutschen Reiches neue Geschäftsfelder. Unter anderem weitete die Allianz ihren Kundenstamm mit der Enteignung und Übernahme jüdischer Versicherungshäuser aus.

    Nachweislich wurden Angestellte mit der Begründung, sie seien Juden, gekündigt. Nach der Reichspogromnacht weigerte sich die Allianz erfolgreich, jüdischen Kunden Schäden zu ersetzen.

    Schmitt wurde noch im Juni 1933 Reichswirtschaftsminister, im Oktober dann Ehrenmitglied und Brigadeführer der SS. Als Mitglied des „Freundeskreises Reichsführer SS“ hielt er engen Kontakt zu Heinrich Himmler.

    Für die SS waren die Konzentrationslager auch Wirtschaftsbetriebe, die mit einer kalkulierten Vernichtung Andersdenkender, von Juden, Sinti und Roma und anderer einherging. So überrascht es nicht, dass die Allianz neben privaten Versicherungen für Hitler auch die SS-Rüstungsbetriebe, Baracken, Lager und Fuhrparks in den Konzentrations- und Vernichtungslagern versicherte. Wie der Spiegel 1997 recherchierte, gingen Vertreter der Allianz regelmäßig in Konzentrationslagern wie Auschwitz, Buchenwald, Dachau oder Ravensbrück ein und aus.

    #Allemagne #capitalusme #assurances #crime_de_guerre #génocide #expropriation

  • « C’étaient des enfants qui jouaient au foot » : au Liban, un camp palestinien sous le choc après une attaque israélienne | Mediapart
    https://www.mediapart.fr/journal/international/211125/c-etaient-des-enfants-qui-jouaient-au-foot-au-liban-un-camp-palestinien-so

    Avichay Adraee, porte-parole arabophone de l’armée israélienne, a annoncé, sans identifier la cible, que la frappe avait été menée contre « des éléments terroristes opérant dans un complexe d’entraînement du Hamas au Sud-Liban ». L’armée a déclaré avoir pris « des mesures pour éviter tout dommage aux civils » et agir « contre la présence du Hamas au Liban ».
    Des résidents d’Aïn El-Héloué affirment que le terrain de football faisait partie d’un centre de loisirs ouvert à tous, même si le Hamas assure la sécurité dans cette zone, où il est particulièrement influent. Aïn El-Héloué est le plus grand camp palestinien du pays. L’armée libanaise n’y entrant pas, ce sont les factions armées palestiniennes, dont le Hamas, qui gèrent la sécurité interne.

    Ces groupes armés jouent aussi un rôle politique et social considérable, et organisent notamment des mouvements de scoutisme auxquels beaucoup de jeunes Palestiniens des camps adhèrent. Selon le droit humanitaire international, l’appartenance politique ne constitue pas un critère suffisant pour faire d’une personne ou d’un lieu une cible militaire légitime.

    Certaines victimes de l’attaque semblent avoir été membres du mouvement scout du Hamas. Sur les photos des défunts, aux couleurs du Hamas, qui parsèment la procession funéraire, certains jeunes arborent les foulards traditionnels des scouts noués autour de leur cou. Plusieurs résidents du camp affirment que ces mouvements de scoutisme ne sont pas militarisés et se concentrent sur l’enseignement religieux, culturel et l’organisation d’événements sportifs.

    Maher Khalil, oncle de Mohamed, une des victimes tuées dans l’attaque, affirme que le stade n’avait aucune affiliation politique et qu’il s’agissait seulement d’un lieu de socialisation. « Qu’est-ce que vous voulez que je vous dise ? C’étaient des scouts, ils jouaient, ils pratiquaient le foot, il n’y a rien de politique là-dedans », dit-il.
    [...]
    L’attaque, selon l’analyste politique Karim Mufti, fait partie d’une volonté d’Israël de prolonger ses succès tactiques. « Il s’agit d’éliminer un maximum d’opérateurs, d’agents, de leaders, d’officiers, de sous-officiers et toute ressource humaine ou autres qui pourrait requinquer les groupes armés comme le Hezbollah et le Hamas », explique-t-il. En ce sens, l’attaque serait un rappel sanglant de ce qui pourrait attendre le Liban « à plus large échelle » si l’État échoue à gagner le contrôle exclusif sur les armes.

    Mais pour Maher Awayad, leader d’Ansar Allah, un des groupes armés alliés au Hezbollah et influents à Aïn El-Héloué, elle a eu l’effet inverse : elle justifie, selon lui, la présence des armes au sein des camps, au vu de la menace sécuritaire israélienne. « C’est la preuve que le peuple palestinien doit conserver ses armes. Nous sommes la résistance et nous ne nous retirerons pas. »

    • L’article du Monde sur le sujet est de plus lénifiant, reprenant les éléments de justification de l’armée israélienne et omettant de signaler que l’attaque israélienne a ciblé des infrastructures sportives et des adolescents...

      https://www.lemonde.fr/international/article/2025/11/21/israel-multiplie-les-operations-militaires-au-liban-dans-la-bande-de-gaza-et

      Le deuxième front alarmant est celui du Liban. Israël a continué, depuis le cessez-le-feu intervenu fin novembre 2024, à cibler des cadres du Hezbollah ou des dépôts supposés d’armes dans le sud du pays. Mardi, l’armée a frappé ce qu’elle présente comme une base d’entraînement du Hamas, dans la région d’Aïn El-Héloué, faisant 13 morts au sein d’un camp de réfugiés palestiniens, l’attaque la plus meurtrière dans ce secteur depuis douze mois. Elle a indiqué, mercredi, avoir bombardé des infrastructures du Hezbollah dans le sud du pays, où l’Etat hébreu conserve cinq postes avancés. « Nous pouvons surveiller si le Hezbollah se réinstalle dans la zone. Cela nous sert de position défensive avancée », avait expliqué au Monde un haut gradé de l’armée israélienne en faisant visiter, en septembre, la base située à An Nabatiyah, à quelques kilomètres de la frontière, côté libanais.

      #blanchiment de #crime_de_guerre et d’atteinte au #cessez_le_feu

  • Italienischer Kolonialismus : Die Kolonialträume des »Duce« 
    https://www.jungewelt.de/artikel/509598.italienischer-kolonialismus-die-kolonialtr%C3%A4ume-des-duce.html

    Aujourd’hui il y a 90 ans l’Italie sous le duce tente de rattrapper son retard en terres colonisées et tue environ 750.000 habitants de l’Éthiopie tant convoitée.

    Le trois octobre est une date comme le premier septembre, un moment pour se rappeller les catastrophes provoquées par le fascisme italien et allemand.

    2.10.2025 von Gerhard Feldbauer - Vor 90 Jahren überfiel Italien Äthiopien. Im sogenannten Abessinienkrieg starben 750.000 Menschen – viele durch Giftgas

    Mussolinis Überfall auf Äthiopien im Oktober 1935 war eine Aggression im Vorfeld des Weltkrieges. Palmiro Togliatti hatte auf dem VII. Weltkongress der Komintern im Juli vom »Hineinschlittern in einen neuen Weltkrieg«¹ gesprochen. Der britische Historiker Eric Hobsbawm schrieb rückblickend von der Furcht, dass Europa »der Katastrophe entgegenschlitterte«; man wusste, dass ein zweiter Weltkrieg bevorstand.²

    Mit dem Überfall wollte der italienische Imperialismus, der ähnlich wie der deutsche bei der Aufteilung der Welt zu spät gekommen war, zunächst sein ostafrikanisches Kolonialreich vollenden, um dann »die Kolonialkarte Afrikas zu ändern, um damit die Frage der Neuaufteilung der Welt praktisch zu stellen«, wie Togliatti ausführte.³ Dabei wollte Italien seine Position gegenüber Deutschland stärken, das im Ersten Weltkrieg in Afrika seine Kolonien verloren hatte und sich unter Hitler anschickte, diese zurückzuerlangen. Der »Duce«, der mehr als ein Jahrzehnt vor Hitler an die Macht gekommen war und eine Vorreiterrolle für faschistische Regime in Europa gespielt hatte, wandte sich gegen die von Hitler verfolgten Vorherrschaftsansprüche. Als die Nazis nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß im Juli 1934 in Österreich einmarschieren wollten, hatte er Wien Unterstützung zugesagt und vier Divisionen an die Brennergrenze geschickt. Hitler zahlte ihm das nach dem Überfall auf Äthiopien heim und schickte anfangs Waffen an den äthiopischen Kaiser Haile Selassie I.⁴ Nach einem Angebot Mussolinis vom 6. Januar 1936 wurden die Meinungsverschiedenheiten über die Österreich-Frage jedoch beigelegt. Am 6. November 1937 trat Italien dem sogenannten Antikominternpakt bei.
    Grünes Licht aus Paris und London

    Angesichts der Unterstützung Mussolinis für Österreich versuchte Frankreich, Italien, den Verbündeten des Ersten Weltkrieges, für eine antideutsche Allianz zu gewinnen. Rom hatte zwar von Anfang an nicht die Absicht, ein solches Bündnis einzugehen, nährte aber die Hoffnungen eine Weile, um sie für die Anerkennung seiner Expansionsabsichten in Afrika zu nutzen. Und obwohl Mussolini seine Expansionsziele offen verkündete, ließen ihn Großbritannien und Frankreich deshalb gewähren. Während eines Besuchs am 7. Januar 1935 in Rom vereinbarte der französische Außenminister Pierre Laval mit dem »Duce« in einem Geheimvertrag die Unterstützung der französischen Politik im Mittelmeer durch Italien, während Frankreich »freie Hand« für das italienische Vorgehen in Äthiopien gewährte. London, das um seine angrenzenden Kolonien Kenia und Uganda sowie den anglo-ägyptischen Sudan fürchtete, versicherte Mussolini, dass seine Interessen in Ostafrika nicht beeinträchtigt würden.

    Wie gegenüber Deutschland wurde die britische Position zu Italien ebenfalls von der antisowjetischen Stoßrichtung der Londoner Außenpolitik bestimmt. Die Konservativen hatten Mussolini schon seit seinem Machtantritt 1922 unverhohlene Sympathien dafür bekundet, dass er das Land vor dem »Bolschewismus gerettet« und es »erneuert« habe. Dem faschistischen Italien wurde das »Recht auf Expansion« zugebilligt und ihm wurde die Wahrnehmung einer »zivilisatorischen Mission« in Afrika bescheinigt. Ein interministerieller Ausschuss hielt im Juni 1935 fest, dass es »keine vitalen britischen Interessen« gebe, sich »einer italienischen Eroberung Äthiopiens zu widersetzen«. Im Rahmen der Vorbereitung des Überfalls beschäftigten London allen Ernstes andere Sorgen. Angesichts der beträchtlichen Kampfkraft der äthiopischen Armee befürchtete man, der Feldzug könnte die militärischen Potenzen Italiens überfordern, es könnte zu einem »erschöpfenden afrikanischen Abenteuer« kommen und dies gar zu einem Zusammenbruch des Faschismus führen. Als nach dem Beginn der Aggression wirksame Sanktionen des Völkerbundes gegen Italien ausblieben, wurde der britische Außenminister John Simon von dem Historiker Alfred L. Rowse gefragt, warum die Engländer nicht irgendeinen Zwischenfall arrangierten, zum Beispiel ein Schiff im Suezkanal versenkten, was die Verbindung zwischen Italien und seinen Armeen in Äthiopien unterbrechen würde. Simon antwortete: »Wir können das nicht tun, weil das Mussolinis Sturz bedeuten würde.«⁵ Es begann die Politik des »Appeasement«, der »Beschwichtigung«, welche die Öffentlichkeit über die Aggressionsabsichten Mussolinis hinwegtäuschen sollte.

    Im Besitz der französischen »carte blanche« ging Mussolini unverzüglich an die konkrete militärische Planung des Überfalls. Im Februar begann die Verschiffung der Kolonialarmee nach den italienischen Kolonien Eritrea und Somalia. Ende Mai befanden sich bereits über 360.000 Soldaten in Ostafrika, die zu Beginn der Aggression auf 400.000 aufgestockt wurden. Paris und London versuchten daraufhin, Italien zu einem Kompromiss zu bewegen. Am 24. Juni bot der britische Minister für Völkerbundangelegenheiten, Anthony Eden, dem »Duce« in Rom eine Lösung der »äthiopischen Frage« durch den Völkerbund an. Mussolini lehnte das ab. Am 15. August schlugen Paris und London vor, gemeinsam mit Rom über Äthiopien ein Protektorat zu verhängen. Mussolini lehnte wiederum ab. Trotz der offensichtlichen italienischen Kriegsvorbereitung waren Laval und der neue britische Außenminister Samuel Hoare bei ihrer Zusammenkunft am 10. September nicht bereit, militärische Maßnahmen zur Sicherung der äthiopischen Unabhängigkeit zu vereinbaren. Aufschlussreich war, dass beide Chefdiplomaten sich bereits zu eventuell möglichen wirtschaftlichen Sanktionen des Völkerbundes gegen Italien dahingehend äußerten, dass bei deren Anwendung »Kriterien der Abstufung« zu beachten seien. Wie die späteren Völkerbundbeschlüsse zeigten, ging es darum, zu gewährleisten, dass Sanktionen nicht das militärische Potential Italiens beeinträchtigten.

    Mussolini honorierte das in einem Interview mit der Londoner Morning Post vom 18. September, in dem er erneut feierlich versicherte, Italien habe nicht die Absicht, die Interessen Frankreichs und Großbritanniens in Ostafrika zu beeinträchtigen, und beteuerte, Italien werde alles Mögliche tun, um einen Konflikt zu vermeiden. Auch nach dem Überfall versuchten London und Paris, dem Aggressor durch Zugeständnisse einen »legalen« Teilerfolg zu sichern. Laval und Hoare unterbreiteten am 11. Dezember einen »Plan zur Lösung der Äthiopien-Frage«, der vorsah, Italien große äthiopische Gebiete von Ogaden und Danakil sowie von Teilen der Provinz Tigre, darunter Adua, insgesamt etwa die Hälfte des Landesterritoriums, zu überlassen. Äthiopien wurden dafür der Hafen Asab und ein schmaler Landzugang zu diesem hin versprochen. Kaiser Selassie aber lehnte ab, der Annexion des Landes auf Raten zuzustimmen. Und auch Mussolini wies diese »diplomatische Lösung« zurück. Internationale Proteste, die die Zugeständnisse und die Kompromissbereitschaft gegenüber dem italienischen Aggressor verurteilten, zwangen Laval und Hoare schließlich, den Plan zurückzuziehen. London opferte Hoare, der dimensionieren musste.

    Wirkungslose Sanktionen

    Am 2. Oktober ließ Mussolini die Maske fallen. Vom Balkon des Palazzo Venezia in Rom kündigte er in einer vom Radio übertragenen Rede den Beginn des Eroberungsfeldzuges für den nächsten Tag an. Am 3. Oktober überschritten italienische Truppen ohne Kriegserklärung die Grenze. Der von Paris und London beherrschte Völkerbund war 1931 beim Angriff Japans auf die chinesische Mandschurei untätig geblieben und hatte das mit der ungünstigen geographischen Lage begründet. Jetzt sein Mitgliedsland Äthiopien ebenso völlig im Stich zu lassen, hätte bedeutet, die eigene Existenz aufs Spiel zu setzen. So versuchte man in Genf, das Gesicht zu wahren, und verurteilte am 7. Oktober Italien als Aggressor, verhängte vier Tage darauf jedoch nur weitgehend wirkungslose wirtschaftliche und finanzielle Sanktionen und überließ Äthiopien faktisch seinem Schicksal. Vom Embargo für sogenannte kriegswichtige Handelsgüter war das für den Einsatz der Luftwaffe und der Panzer entscheidende Erdöl ausgenommen, ferner Eisenerz und Kohle. Der britische Finanzminister Neville Chamberlain hatte in London Sanktionen zuvor als »Wahnsinn« bezeichnet. Auf militärische Maßnahmen, die die Völkerbundsatzung ebenfalls vorsah, wurde verzichtet, lediglich Waffenlieferungen wurden untersagt. Für die Resolutionen stimmten 51 Mitgliedstaaten, Österreich, Ungarn und Albanien stimmten dagegen. Sieben Mitgliedstaaten befolgten das Waffenembargo nicht, acht wendeten finanzielle Maßnahmen nicht an, zehn stellten den Warenexport nach Italien nicht ein, dreizehn bezogen weiterhin Importe aus Italien. Viele Völkerbundmitglieder gaben Italien heimlich zu verstehen, dass sie die Sanktionen nur formal anwenden würden. So konnte Italien problemlos Kriegsgerät und Rohstoffe aus Frankreich, Belgien und der Tschechoslowakei beziehen, ebenso aus dem befreundeten Österreich.

    Für wirksame Sanktionen trat nur die UdSSR ein. Sie forderte, jegliche Zufuhr von Erdöl nach Italien und zu dem Kriegsschauplatz zu unterbinden und dazu auch die Durchfahrt durch den Suezkanal zu sperren. Der Völkerbund aber ignorierte die Anträge Moskaus, und Mussolini konnte ungehindert ans Werk gehen. Obwohl Italien ein wichtiger Absatzmarkt für sowjetisches Erdöl war, stellte die UdSSR dessen Export ein und beteiligte sich in vollem Umfang an den verhängten Sanktionen. Den anhaltenden barbarischen Kolonialterror ignorierend, hob die internationale Organisation die Sanktionen bereits am 16. Juli 1936 wieder auf.

    Es handelte sich um keinen Kolonialkrieg alten Stils. Der Überfall erfolgte auf einen für afrikanische Verhältnisse weit »entwickelten« Staat, der 1923 Mitglied des Völkerbundes geworden war. In Addis Abeba herrschte an der Spitze einer konstitutionellen, ihren Grundstrukturen nach feudalen Monarchie Kaiser Haile Selassie I., der den Titel Negus Negesti, König der Könige, trug. Er hatte eine Modernisierung der Verwaltung und des Bildungswesens eingeleitet, angesichts der von Italien ausgehenden Expansionsgefahr auch die Streitkräfte modernisiert und europäische Offiziere als Instrukteure angeworben. Die Armee verfügte nach der Mobilisierung über eine Stärke von 550.000 Soldaten.

    Die Kolonialarmee fiel mit 400.000 Mann in zwei Gruppen in Äthiopien ein. Das Gros, das aus dem Raum Agordat im Norden Eritreas auf der alten Kaiserstraße in Richtung Addis Abeba vorstieß, kommandierte der Befehlshaber der Armee, General Emilio De Bono, selbst. Im Süden stieß eine Gruppe unter dem Befehl von General Rodolfo Graziani aus dem Raum Belet Uen von Somalia aus über Gorrahei zur Eisenbahnlinie Dschibuti–Addis Abeba vor. Ein Korps stand im Süden Eritreas in Reserve. Das strategische Ziel zu erreichen, erforderte, spätestens bis Mai in der Hauptstadt anzukommen, da danach durch die einsetzende Regenzeit das Gelände nicht mehr zu passieren war.

    Selassie hatte seine Armee von den Grenzen abgezogen, um Provokationen zu entgehen. So stießen die Kolonialtruppen zunächst rasch vor und besetzten bereits am 6. Oktober Adua und am 15. Oktober die heilige Stadt Axum. Die Äthiopier stellten sich erst im Landesinneren zur Schlacht. Sie setzten auf die lebendig gebliebenen Traditionen des erfolgreichen Widerstandes gegen die koloniale Eroberung und glaubten, den 1896 bei Adua errungenen Sieg über die Italiener wiederholen zu können.⁶
    Gaskrieg

    Trotz der großen Überlegenheit an Flugzeugen, schwerer Artillerie, Panzern und Fahrzeugen sowie massiver Luftangriffe auf Städte und Dörfer brachte die äthiopische Armee die Offensive zum Stehen und ging sogar zu Gegenangriffen über. Am 16. November löste Mussolini De Bono ab und übergab General Pietro Badoglio das Kommando. Gleichzeitig befahl er, Giftgas einzusetzen. Zwischen Dezember 1935 und April 1936 wurden über den äthiopischen Stellungen an die 2.000 Gasbomben mit Arsen, Phosgen und Yperit abgeworfen, insgesamt rund 350 Tonnen. Giftgasangriffe fanden auch dann noch statt, als die äthiopische Armee zu keinem wirksamen Widerstand mehr in der Lage war und sich bereits auf dem Rückzug befand.

    Die Folgen waren verheerend. Da die Äthiopier weder über Schutzmaßnahmen verfügten noch Behandlungsmethoden kannten, führten auch nichttödliche Dosierungen in der Regel zum Tod. Nach Angaben aus Addis Abeba fanden während des Feldzuges auf äthiopischer Seite etwa 275.000 Menschen den Tod.⁷ Italien brach mit dem Giftgaseinsatz das 1925 unterzeichnete internationale Abkommen über den Verzicht auf den Einsatz chemischer Waffen. Um zu verhindern, dass Berichte darüber an die Öffentlichkeit kamen, ordnete Mussolini persönlich an, gefangengenommene Europäer, die in der äthiopischen Armee kämpften, zu erschießen.

    Mittels des Giftgaseinsatzes gelang der Kolonialarmee der Durchbruch. Am Tanasee brach sie Anfang April den letzten Widerstand. Am 5. Mai 1936 zogen die italienischen Truppen in Addis Abeba ein. Am 1. Juni schloss Mussolini Äthiopien mit Eritrea und Italienisch-Somaliland zur Kolonie Italienisch-Ostafrika zusammen. Für das italienische Kapital waren reiche Rohstoffquellen erobert worden: Eisen, Kupfer, Mangan, Schwefel, Nickel, Platin und Gold. Während für unzählige Äthiopier ein Hungerdasein begann, transportierten Frachter das Getreide des Landes nach Italien. Einige zehntausend arbeitslose Italiener fanden für einige Jahre Arbeit in Äthiopien. Der italienische König Vittorio Emanuele III. setzte sich die äthiopische Kaiserkrone auf, und Papst Pius XI. zwang den Äthiopiern auf den Trümmern ihrer koptischen Kirche eine ihnen fremde Religion auf.

    Es gelang indessen nicht, Äthiopien völlig zu unterwerfen. Das Kolonialregime beherrschte nur die großen Städte und etwa ein Drittel des Landes. Die verschiedenen Stämme, aber auch selbständige Partisanenabteilungen, darunter frühere Soldaten und Offiziere, kontrollierten die schwer zugänglichen Bergregionen und Wüstengebiete. Um den Widerstand zu zerschlagen, führten Abteilungen der Schwarzhemden »Strafexpeditionen« durch. Der damals in Addis Abeba stationierte Korrespondent des Mailänder Corriere della Sera, Ciro Poggiali, schilderte 1971 im Rückblick: »Alle Zivilisten, die sich in Addis Abeba befanden, hatten auf Grund der fehlenden militärischen oder polizeilichen Organisation die Aufgabe der Rache übernommen, die in echter faschistischer SA-Manier blitzschnell ausgeführt wurde. Mit Knüppeln und Eisenstangen bewaffnet liefen sie umher und erschlugen die Einheimischen, die sich noch auf der Straße befanden. (…) Nach kurzer Zeit waren die Straßen um die Hütten mit Toten übersät. Ich sah einen Busfahrer, der, nachdem er einen alten Neger mit einem Hammerschlag niedergemacht hatte, ihm den Kopf mit einem Bajonett durchbohrte. Man muss nicht erwähnen, dass das Gemetzel sich gegen unwissende und unschuldige Menschen richtete.«⁸

    »Terror und Vernichtung«

    Nach der Einnahme der Hauptstadt hatte Mussolini angewiesen, jeden bewaffneten Äthiopier sofort zu erschießen und ebenso mit gefangengenommenen Rebellen zu verfahren. Wörtlich befahl er eine »Politik des Terrors und der Vernichtung«. Allein von den Angehörigen der Carabinieri wurden bis Juni 2.500 Einheimische erschossen. Auch setzte man weiterhin Giftgas ein. Nach einem gegen ihn erfolgten Attentat befahl Generalgouverneur Graziani am 19. Februar 1937 ein Massaker, dem nach äthiopischen Angaben allein in der Hauptstadt 30.000 Menschen zum Opfer fielen. Etwa 1.000 Häuser wurden niedergebrannt. Graziani ordnete an, die äthiopische Intelligenz als potentiellen Oppositionsherd zu liquidieren. Unzählige christlich-koptische Geistliche und alle Kadetten der Militärakademie von Addis Abeba wurden daraufhin umgebracht. Nur auf den Verdacht hin, sie könnten an dem Attentat beteiligt gewesen sein, ließ er im Mai 1937 nahezu 300 Ordensbrüder des Klosters Debre Libanos erschießen. Unzählige Äthiopier sperrte das Kolonialregime zudem in Konzentrationslager, wo viele elendiglich zugrunde gingen. Insgesamt kamen unter der faschistischen Herrschaft etwa 750.000 Äthiopier ums Leben.

    In Äthiopien wurde unverzüglich die römische Rassenideologie verwirklicht. Die Italiener sollten auf ihre Rolle als künftige Herren nicht nur des bestehenden Italienisch-Ostafrika, sondern als Eroberer des ganzen Kontinents vorbereitet werden. Der frühere Gouverneur von Eritrea, Maurizio Rava, schrieb in der Zeitschrift Cinema (Nr. 1/1936): »In einem so ausgedehnten Imperium wie das, was uns für immer gehören wird, ist die Gefahr für eine Verunreinigung unserer Rasse natürlich sehr viel größer als in den spärlichen Kolonien, die wir bis heute besessen haben.« Mussolinis Schwiegersohn Graf Ciano, zu dieser Zeit Propagandaminister, betonte die »klare Trennung« der Rassen und keinerlei Annäherung »der italienischen Rasse an die schwarze Rasse«, um die »Reinheit« der italienischen absolut zu wahren. Hier ging es den Rassenideologen besonders darum, intime Beziehungen zu einheimischen Frauen zu unterbinden. Der Herausgeber der Zeitung des Großkapitals Il Resto del Carlino, Giorgio Maria Sangiorgi, äußerte zum Thema des »Mischlings«, anthropologische Forschungen hätten ergeben, dass er nicht nur die Eigenschaften der »minderwertigen schwarzen Rasse« in sich trage, sondern diese noch potenziere. Auch in sozialer Hinsicht hielt dieser Rassist den »Mischling« für eine Gefahr. Da er zwischen zwei Kulturen lebe, ohne in einer von beiden wirklich heimisch zu sein, wecke das in ihm den Drang zu Aufruhr und Korruption, was die Kolonialherrschaft gefährde. Um einer »Rassenmischung« vorzubeugen, forderte der Autor, Apartheidmaßnahmen durchzusetzen: »So wollen wir zum Beispiel, dass es in den öffentlichen Ämtern Schalter für Weiße und für Schwarze gibt, so dass ein Weißer niemals unter dem eingeborenen Haufen in der Schlange stehen und warten muss, bis er an die Reihe kommt, und dass an jedem öffentlichen Ort immer zuerst dem Weißen der Vortritt zu geben ist.«⁹

    Mit den rassistischen Instruktionen wurde der Boden bereitet für das im Juli 1938 verkündete »Rassenmanifest«, mit dem Mussolini grundsätzlich und wesentlich die faschistischen Rassengesetze Hitlerdeutschlands übernahm. »Die gerade nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vertretene Hypothese, die italienischen Rassengesetze seien auf Druck des deutschen Bündnispartners eingeführt worden, entbehrt jeglicher Grundlage«, hielt die Historikerin Gabriele Schneider fest.¹⁰

    Anmerkungen:

    1 Palmiro Togliatti: Die Vorbereitung des imperialistischen Krieges und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale. In: Wilhelm Pieck, Georgi Dimitroff, Palmiro Togliatti: Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus. Berlin/DDR 1960, S. 215

    2 Eric Hobsbawm: Gefährliche Zeiten. Ein Leben im 20. Jahrhundert. München 2003, S. 144

    3 Togliatti (Anm. 1), S. 215

    4 Im Juli 1935 gingen über anonyme Kanäle nach Addis Abeba 10.000 Mausergewehre und -pistolen, zehn Millionen Patronen, Handgranaten sowie Medikamente, ferner 30 Panzerabwehrkanonen mit Munition. In der Schweiz kaufte das Heereswaffenamt 36 Örli-Kanonen und ließ sie nach Äthiopien verschicken. Später folgten noch kleinere Lieferungen. Vgl. Manfred Funke: Sanktionen und Kanonen. Hitler, Mussolini und der internationale Abessinienkonflikt. Düsseldorf 1970, S. 43 ff.

    5 Alfred L. Rowse: All Souls and Appeasement. London 1961, S. 26

    6 Im März 1896 hatte Italien bei der versuchten Eroberung Äthiopiens eine vernichtende Niederlage erlitten. Von 18.000 Mann entkamen nur 2.500 dem Tod. Die Verluste der 60.000 Krieger zählenden vereinten Stämme betrugen 10.000 Mann. Vgl. Heinrich Loth: Geschichte Afrikas. Afrika unter imperialistischer Kolonialherrschaft und die Formierung der antikolonialen Kräfte 1884–1945. Berlin/DDR 1976, S. 24 f.

    7 Vgl. Gabriele Schneider: Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien 1936–1941. Köln 2000, S. 145

    8 Giro Poggiali: Gli Appunti segreti dell’inviato del Corriere della Sera. Mailand 1971

    9 Giorgio Maria Sangiorgi: L´Impero italiano nell’Africa Orientale. Bologna 1936, S. 193

    10 Schneider (Anm. 7), S. 76

    #Italie #fascuisme #colonialisme #crime_de_guerre #gaz_toxique

  • L’ONU reconnaît l’état de famine dans la bande de Gaza
    https://www.lemonde.fr/international/live/2025/08/22/en-direct-gaza-l-onu-declare-officiellement-la-famine-a-gaza_6632172_3210.ht

    Après des mois de mise en garde, le Cadre intégré de classification de la sécurité alimentaire (IPC), un organisme des Nations unies dont le siège est à Rome, confirme qu’une famine est en cours dans le gouvernorat de Gaza et qu’elle devrait s’étendre à ceux de Deir Al-Balah et de Khan Younès d’ici à la fin du mois de septembre.

    « C’est une famine que nous aurions pu éviter si on nous l’avait permis. Pourtant, la nourriture s’accumule aux frontières en raison de l’obstruction systématique d’Israël », a déclaré Tom Fletcher, responsable de la Coordination des affaires humanitaires des Nations unies, lors d’un point de presse à Genève, ajoutant que cette crise « va et doit nous hanter tous ».

  • The Strange Case of a Nazi Who Became an Israeli Hitman
    https://www.haaretz.com/jewish/holocaust-remembrance-day/2016-03-27/ty-article/the-strange-case-of-a-nazi-who-became-a-mossad-hitman/0000017f-df03-df9c-a17f-ff1b3c520000

    Voilà le parfait nazi. L’histoire de sa vie dépasse l’absurdité et la cruauté de la fable Ingloriuos Basterds de Tarantino. L’auteur a dessiné le personnage principal Hans Landa en s’inspirant d’Otto Skorzeny en évitant ses traits de caractère trop insupportables.

    Je me permets de le dire car dans la génération de mes grand-pères on a eu des gens trop proches de ces criminels et agents de services secrets. Ce sont des personnes dangereuses pour qui entre en relation avec eux, alors on m’a appris dès l’enfance de changer de trottoir quand on en aperçoit un spécimen même de loin. C’est un bon conseil parfois difficile à mettre en pratique. Les agents des services ne se présentent pas toujours comme tels. C’est le type de personne qu’il faut tenir à l’écart de sa vie et de ses proches sans égard de sa nationalité ou penchant politique.

    27.3.2016 by Dan Raviv and Yossi Melman - On September 11, 1962, a German scientist vanished. The basic facts were simple: Heinz Krug had been at his office, and he never came home.

    #paywall

    Wikipedia (EN)
    https://en.wikipedia.org/wiki/Otto_Skorzeny#Recruitment_by_Mossad

    Recruitment by Mossad

    The Israeli security and intelligence magazine Matara published an article in 1989 claiming that Skorzeny had been recruited by Mossad in 1963 to obtain information on German scientists who were working on an Egyptian project to develop rockets to be used against Israel. Reporting on the Matara story, the major Israeli daily newspaper Yedioth Ahronot said that it had confirmed the story from their own senior Mossad source. Former Mossad head Isser Harel confirmed the story that former Nazis were recruited to provide intelligence on Arab countries.

    Ian Black and Benny Morris wrote in 1991 that Skorzeny may not have known for whom he was working, but in 2010, Tom Segev published in his biography of Simon Wiesenthal that Skorzeny had offered to help only if Wiesenthal removed him from his list of wanted war criminals. Wiesenthal refused, but Skorzeny finally agreed to help anyway. Segev gave as his main source the senior Mossad agent Rafi Meidan to whom Segev attributes the primary role in the recruitment of Skorzeny.

    Further details of the story were published by Yossi Melman and Dan Raviv in 2016. According to their information, a Mossad team had started to develop a plan to kill Skorzeny, but chief Isser Harel decided to attempt to recruit him instead, as a man on the inside would greatly enhance their ability to target Nazis who were providing military assistance to Egypt. He allegedly was recruited and conducted operations for Mossad from 1964, working with Avraham Ahituv and Rafi Eitan.

    Other unnamed sources asserted that Skorzeny was recruited after Mossad visited his home in Spain, where he expected that he would be assassinated. After undergoing instruction and training in Mossad’s facilities in Israel, the rumoured work for Mossad included assassinating German rocket scientist Heinz Krug who was working for the Egyptian government and posting a letter bomb which killed five Egyptians at the Egyptian military rocket site Factory 333. He also allegedly supplied the names and addresses of German scientists working for Egypt and the names of European front companies supplying military hardware to Egypt.

    No confirmed source can explain Skorzeny’s motives for working with Israel, but he may have craved adventure and intrigue and feared assassination by Mossad. An article featured in Der Spiegel on 22 January 2018 raised doubts as to the involvement of Skorzeny in Krug’s death, stating that Mossad boss Isser Harel ordered the murder.

    How a famous former Nazi officer became a hitman for Israel
    https://theworld.org/stories/2016/03/30/how-famous-former-nazi-officer-became-hitman-israel

    30.3.2016 by Chris Woolf - Otto Skorzeny was one of the most outstanding military men of the 20th century. His specialty was daring, guerrilla-style, commando raids. He was an unrepentant Nazi, a senior SS officer, who remained involved in right-wing causes his whole life. And now it’s emerged that he was also an agent and hitman for Mossad, the Israeli intelligence service.

    The extraordinary story of Skorzeny’s work for Israel is documented for the first time in the latest edition of the magazine, Forward. The piece was written by Dan Raviv, a correspondent with CBS Radio News, and Yossi Melman, an Israeli author. Together the two men have written five books on Israeli intelligence operations.

    “He was Adolf Hitler’s favorite military officer,” says Raviv.

    Skorzeny was an Austrian, from an old distinguished but impoverished family, proud of its long military tradition. The 6-foot-4 Skorzeny was a noted duellist, and ‘fencing’ left him with a massive scar across his face.

    He was an enthusiastic Nazi, joining the Austrian equivalent of the Nazi party in 1931. When World War II broke out in 1939, Skorzeny volunteered for the SS, joining a unit called Leibstandarte, which had been set up as Hitler’s bodyguard. Ostensibly a military unit, it left a trail of burned villages, massacred civilians and murdered PoWs.

    Skorzeny distinguished himself for his resourcefulness, daring and deception, and soon began his commando career.

    His most famous exploit was perhaps the rescue of Italy’s Fascist leader, Benito Mussolini, from rebels in 1943. Skorzeny brought troops in silently by glider, landing near a mountaintop fortress, and overwhelming its defenders.


    Otto Skorzeny after freeing Mussolini (in black) – 12th September, 1943 Wiki Commons /Toni Schneiders

    For that Hitler personally awarded Skorzeny the Iron Cross. His action helped keep Fascist Italy fighting as Germany’s ally for another two years. The Fuhrer met with Skorzeny often, and in turn he clearly admired the dictator.

    In the Battle of the Bulge, it was Skorzeny who led the German effort to send commandos behind the lines in captured US uniforms to sow confusion and sabotage key targets. Fighting in enemy uniform is a war crime, punishable by death. But Skorzeny managed to get himself acquitted by an Allied military tribunal after the war, in 1947. A year later, he escaped custody, allegedly helped by former fellow SS officers — dressed in stolen American uniforms.

    Skorzeny made his way to Spain, where Fascist dictator, Francisco Franco, sheltered Nazi refugees.

    He became a businessman — he was an engineer by trade. But Skorzeny was not content with that. It’s alleged he helped other Nazis escape to safety in Spain or Latin America. He also became involved in Egypt’s efforts to beef up its armed forces to confront Israel. He’s believed to have provided commando training to Egyptians and Palestinian refugees. One of his graduates is said to have been none other than Yasser Arafat.

    Other Germans — scientists — were helping Egypt build up a rocket and missile program to strike Israel. This was the late 1950s, into the 1960s.

    It was a nightmare for Israel, says Raviv, “thinking that German Nazi scientists were working on that … And so the Mossad did everything it could to stop it, to intimidate the Germans. (They) sent them all kind of threatening letters; phone calls in the middle of the night, both in Germany and in Egypt.”

    Skorzeny was involved with the scientists.

    “We learned,” says Raviv, “from really impeccable sources,” that after considering killing Skorzeny, Mossad decided to try to recruit him instead.

    “And that’s what they did,” adds Raviv, “in 1962.”

    Skorzeny agreed to help Israel in exchange for being taken off Israel’s hit-list. He even turned down offers of money.

    Simon Wiesenthal refused to take Skorzeny off his list of Nazis who should face justice for their crimes. But Mossad forged a letter from Wiesenthal and gave it to Skorzeny to try to persuade him to help.

    He agreed.

    “They flew him to Israel,” says Raviv. “They tried to work on him a little bit. They took him to Yad Vashem, the famous Holocaust memorial and museum.”

    But he showed no sign of remorse or guilt. Israeli intelligence analysed him and decided he had no moral compass.

    But Skorzeny became an enthusiastic and cooperative agent for the Jewish State. He obtained and provided key intelligence on the scientists working for Egypt, including personal information and addresses. He mailed at least one letter bomb.

    “Not only that,” says Raviv. “we have found out that he willingly participated in at least one assassination. In fact it was Skorzeny who pulled the trigger and killed one of the German scientists.”

    Modern Israeli analysts, who have seen the original files on Skorzeny, cannot explain why he was such an enthusiastic agent, really helping the Israelis.

    “I guess he thought it was adventure,” says Raviv, “and that Mossad is the best in the business, and somehow he enjoyed being involved with them.”

    Mossad did take Skorzeny off their hit-list. In later life he got involved again in right-wing causes, founding a “consulting group,” that acted as a front for recruiting and training mercenaries to fight for right-wing regimes and military juntas from South Africa to Greece and Chile.

    Skorzeny died peacefully in Madrid in 1975. At funeral ceremonies there and in Vienna, the Nazi hero was given the Hitler salute by former SS comrades and others.

    One man at the funeral was none other than his now retired Mossad handler, Yosef Raanan — a fellow Austrian who lost much of his family to the Holocaust. He flew at his own expense to pay his respects to his former agent, SS Colonel Otto Skorzeny.

    Former SS officers and others give the Nazi salute at Skorzeny’s funeral ceremony in Vienna, 1975 Wiki Commons

    P.S.

    Un an après le salut nazi en 1976 les jeunes autonomes et antifascistes de Vienne occupent les bâtiment de l’ancien abattoir à Sankt Marx et le transforment en centre culturel, solidaire avec les antifascistes du Chili, les militants de l’ANC et de l’OLP .

    BESETZT ! Arena St. Marx 1976 – Erinnerungen | Redaktion Österreichisches Pressebüro
    https://www.oepb.at/allerlei/besetzt-arena-st-marx-1976.html


    Party !

    Depuis les héritiers de Skorzeny ont travaillé pour pouvoir enfin sortir de l’ombre. Ils ont pondu des monstres équipés de systèmes d’intelligence artificiell meurtrière.

    Difficile de dépasser l’amoralité d’un personnage comme Otto Skorzeny. Avec le soutien de l’IA , de Youtube, de Tiktok ou d’Instagram n’importe quelle recrue peut y arriver. Les tortionnaires de l’état islamique, les GIs états-uniens, Skorzeny, les maras mexicains, les pilotes de drônes russes ou ukrainiens, les jeunes recrues d’IDF et bientôt les fantassins des armées francaises et allemandes, tous sont unis dans le même combat contre l’humanité.

    Fini la conjuration des égaux et celle des imbéciles. Ma CPU Intel est plus humaine et morale que vous. Il est temps de redécouvrir ce que c’est qu’un homme en chair et en os qui ne vit qu’une seule fois mais qui est authentique et vivant.

    #Allemagne #Israël #histoire #nazis #génocide #crime_de_guerre #service_secret

  • Saul Staniforth sur X : ""There is no case since WW2 of starvation that has been so minutely designed and controlled" Famine expert Alex de Waal on Israel deliberately starving an entire civilian population "
    https://x.com/SaulStaniforth/status/1947213966905651522

    « Depuis la Seconde Guerre mondiale, aucun cas de famine n’a été aussi minutieusement conçu et contrôlé. »

    Alex de Waal, expert en famine, explique qu’Israël affame délibérément une population civile entière

    https://video.twimg.com/amplify_video/1947213776370962432/vid/avc1/1284x720/QrME8aSMZWfY20Pp.mp4?tag=14

  • Our library obtains the complete list of the 1644th unit of the Japanese Bacteriological Warfare Unit invading China
    https://inf.news/en/history/090ba0fbe44418f9f20a0cc62f829b49.html

    15.6.2024 - Our library obtains the complete list of the 1644th unit of the Japanese Bacteriological Warfare Unit invading China

    According to Xinhua News Agency on June 14, the Memorial Hall of the Victims in the Nanjing Massacre by Japanese Invaders obtained the complete list of remaining members of the 1644th Unit of the Japanese Army’s biological warfare unit on the 14th.

    Zhou Feng, director of the Memorial Hall of the Victims of the Nanjing Massacre by Japanese Invaders, said: “During the Japanese invasion of China, Unit 1644 was established in Nanjing, where a bacteria factory was built, bacteria experiments were conducted, and bacteria were released on the battlefield, killing a large number of Chinese soldiers and civilians, committing heinous crimes against humanity. The Memorial Hall houses the remains of victims of the bacteria experiments of Unit 1644 of the Japanese Army, as well as historical materials such as surgical scissors, badges, and photos of the unit. The return of the complete list of Unit 1644 to Nanjing once again shows that the crimes of Japanese militarism in launching bacteria warfare are as clear as a mountain. We will take the collection of the list of Unit 1644 of the Japanese Army invading China as an opportunity to dig deep into archival materials and apply them to exhibitions and historical education, so as to better let history speak, use historical facts to speak, promote the correct view of World War II history, and safeguard justice and peace for mankind.”

    Lv Jing, an associate professor at the School of History of Nanjing University who has been paying close attention to the research on Unit 1644, said: “The two complete lists of Unit 1644 reveal the real names and detailed personal information of the members of the unit, which not only provides reliable historical materials for systematic research on the unit, but also lays the foundation for further uncovering the germ warfare system of the Japanese invaders in China. In addition, the sites of Unit 1644 and its affiliated branches in Nanjing still exist today, and the protection of these sites should be promoted to promote the reconstruction of public memory and the in-depth development of peace education.”

    On May 14, the National Archives of Japan publicly displayed for the first time the list of the Japanese Army’s germ warfare unit 1644. After learning that the information was made public, the Memorial Hall of the Victims in Nanjing Massacre by Japanese Invaders actively applied for the information and finally got the complete version of the information on June 14 with the help of knowledgeable people in Japan.

    Takegami Shengli, a descendant of a member of Unit 1644, a bacteriological warfare unit of the Japanese invading army, said that the world still knows very little about Unit 1644. He hopes that the publication of the complete list of those left behind will promote joint research by scholars from China and Japan.

    Unit Ei 1644
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Unit_Ei_1644

    Unit Ei 1644 (Japanese: 栄1644部隊) — also known as Unit 1644, Detachment Ei 1644, Detachment Ei, Detachment Tama,[1]: 310–311  The Nanking Detachment, or simply Unit Ei, was a Japanese laboratory and biological warfare facility under control of the Epidemic Prevention and Water Purification Department. It was established in 1939 in Japanese-occupied Nanjing as a satellite unit of Unit 731. It had 12 branches and employed about 1,500 men.[1]: 307 
    Unit Ei 1644

    Headquartes of Unit Ei 1644 in Nanjing
    Location Nanjing, Jiangsu, China
    Date 1939–1945

    Attack type

    Human experimentation
    Biological warfare
    Chemical warfare

    Weapons

    Biological weapons
    Chemical weapons

    Deaths Unknown, no documented survivors
    Perpetrators

    Colonel Masuda Tomosada
    Epidemic Prevention and Water Purification Department

    During the Second Sino-Japanese War, Unit Ei engaged in “producing on a mass scale lethal bacteria to be used as weapons against the Chinese forces and civilian population” and “took a direct part in employing bacteriological weapons against the Chinese forces and local inhabitants during the military operations of the Japanese troops,” according to its Chief, Shunji Sato.[1]: 73 

    Sato claimed in his testimony that Unit Ei “did not conduct experiments on human beings.”[1]: 311 

    An anonymous researcher, who claims he was attached to Unit 1644, says that it regularly carried out human vivisections as well as infecting humans with cholera, typhus, and bubonic plague.[2][3] The researcher and his family had not yet reached an agreement about releasing his name.[3]

    The human experiments on Unit Ei 1644 took place in the confines of the fourth floor in the facility, which was out of bounds for the majority of the Unit Ei 1644. Reportedly, only a minority of the staff took part in the BW experiments on humans at Unit Ei 1644, such as the unit’s doctors and high level technicians.[4] Each week between ten and twenty persons were exposed to poisons, germs and different gases, and about ten were killed weekly by gases, lethal injections and bullets after having been used as test subjects.[5]

    A soldier stationed at the Unit testified, that ordinary soldiers were not allowed beyond the second floor and not informed that human experiments were taking place there, but they were aware of rumours to that effect.[6] The soldier had heard that they were prisoners kept at the fourth floor, and was told by an officer: “There is a lumber storage facility on the fourth floor. You never go above the second floor, you got it.”[6] Several units referred to human test subjects and corpses as ‘logs’ to be burned/incinerated, also solidifying the soldier’s assumption of what really happened on floors they were not granted access to. There was an incinerator in the Unit in which dead prisoners were cremated.[6]

    Hiroshi Matsumoto testified:

    “[the prisoners] were all naked and kept in cages that looked like cages for birds and animals, very small, in the size of 1.2 meters to 1.30 meters in hight, side and width. They had to always have their legs crossed... After we injected live germs in to prisoners, we would wait until germs spread in the blood, then we would take out all their blood”.[7]

    After about six months of captivity, prisoners would be taken to the “treatment room” where they would be put to sleep with chloroform and cut open at their inguinal artery: after the body was emptied of enough blood “the body would start shaking in convulsions”. The contaminated blood would then be used to infect food or given to flies who would then be used as a biological weapon.[8]

    When the war ended, the remaining test subjects were killed, the East Zhingsahn Street complex was destroyed with explosive charges and the staff evacuated.[5]

    Sato testified that while Chief of the Unit, it was “devising bacteriological weapons and producing them on a mass scale. For this purpose the Nanking Detachment Ei was supplied with high-capacity equipment and with bacteriological experts, and it produced lethal bacteria on a mass scale. Under my direction ... the Training Division every year trained about 300 bacteriologists with the object of employing them in bacteriological warfare.”[1]: 32–33, 73 

    According to Sato, “...the output of bacteria substance was 10 kilograms per production cycle.”[1]: 308  The facility also bred fleas for the purposes of plague infection.

    Sato also testified about the equipment of Unit Ei, “The output capacity of the Nanking Detachment Ei 1644 for the production of lethal bacteria was up to 10 kilograms per production cycle.” To produce this quantity of bacteria, Detachment Ei 1644 had the following equipment:

    Ishii cultivators, about 200; incubator room, 1, dimensions 5x5x3 meters;
    2 cylindrical autoclaves, 1.5 meters in diameter and 2.5 meters long;
    incubators, about 40-50
    steam sterilizers, 40-50
    Koch boilers, about 40–50,

    and for cooking media, the detachment had large retorts..."

    The first Chief of Unit Ei was Shirō Ishii, then Colonel Oota. In February 1943, Sato was appointed Chief of Unit Ei. He served as Chief until February 1944.[1]: 532  Sato testified at the Khabarovsk War Crime Trials that Unit Ei “possessed high-capacity equipment for the breeding of germs for bacteriological warfare.”[1]: 15, 307 

    Lieutenant Colonel Onadera was Chief of the General Division.[1]: 308  Captain Murata was in charge of breeding fleas.[1]: 309 

    In late August 1942, Unit Ei participated in a biological attack against Chinese citizens and soldiers in Yushan County, Jinhua, and Fuqing. As Kawashima Kiyoshi testified, “..[The] bacteriological weapon was employed on the ground, the contaminating of the territory being done by sabotage action. ... The advancing Chinese troops entered the contaminated zone and came under the action of the bacteriological weapon.”: 24–25  Cholera and plague cultures used during the attack were made at Unit Ei.[1]: 58  Sato testified he was told that “plague, cholera and paratyphoid germs were employed against the Chinese by spraying. The plague germs were disseminated through fleas, the other germs in the pure form—by contaminating reservoirs, wells, rivers, etc.”[1]: 261  The plague fleas were also from Unit Ei.[1]: 309 

    A Japanese who was part of Unit Ei 1644 admitted that the Japanese suffered a major disaster in their 1942 biological weapons attack in Zhejiang, saying that he saw papers which said 1,700 killed at the Epidemic Prevention and Water Purification Department but admitted Japanese regularly downplayed their own casualties so the real death toll was higher.[9]

    When the war ended, the remaining test subjects were killed, the East Zhongshan Street complex was destroyed with explosive charges and the staff evacuated.[5]

    ^ Jump up to: a b c d e f g h i j k l m Materials on the Trial of Former Servicemen of the Japanese Army Charged With Manufacturing and Employing Bacteriological Weapons. Foreign Languages Publishing House. 1950.
    ^ Gold, Hal (2004). Unit 731 Testimony. Tuttle Publishing. p. 75. ISBN 978-0-8048-3565-7.
    ^ Jump up to: a b Gold, Hal (2004). Unit 731 Testimony. Tuttle Publishing. pp. 150–152. ISBN 978-0-8048-3565-7.
    ^ Sheldon H. Harris: Factories of Death: Japanese Biological Warfare, 1932-1945, and the American cover-up, p 143
    ^ Jump up to: a b c Sheldon H. Harris: Factories of Death: Japanese Biological Warfare, 1932-1945, and the American cover-up, p 148
    ^ Jump up to: a b c Sheldon H. Harris: Factories of Death: Japanese Biological Warfare, 1932-1945, and the American cover-up,
    ^ Barenblatt, Daniel (2004). A Plague on Humanity: The Secret Genocide of Axis Japan’s Germ Warfare Operation. Harper Collins. ISBN 978-0060186258. p.124-125
    ^ Barenblatt, Daniel (2004). A Plague on Humanity: The Secret Genocide of Axis Japan’s Germ Warfare Operation. Harper Collins. ISBN 978-0060186258. p.126-127
    ^ Tsuneishi, Kei-ichi (2011). “13 Reasons for the Failure to Prosecute Unit 731 and its Significance”. In Tanaka, Yuki; McCormack, Timothy L.H.; Simpson, Gerry (eds.). Beyond Victor’s Justice? The Tokyo War Crimes Trial Revisited. Vol. 30 of International Humanitarian Law Series. BRILL. p. 186. ISBN 978-9004215917.

    #Chine #Nanjing #Japon #crime_de_guerre #histoire

  • Hind Rajab Foundation : Kriegsverbrecher in Prenzlberg
    https://www.jungewelt.de/artikel/497044.hind-rajab-foundation-kriegsverbrecher-in-prenzlberg.html

    L’état allemand protège chaque assassin sous protection de l’état d’Israel.

    31.1.2025 von Jamal Iqrith - »Hind Rajab Foundation« macht israelischen Soldaten in Berlin ausfindig und erstattet Anzeige

    Was macht ein Soldat der israelischen Armee mit deutschem Pass, nachdem er im Gazastreifen Zivilisten ermordet und das Video online teilt? Er fährt nach Berlin. Genauer: In den Prenzlauer Berg – in die angesagte Oderberger Straße. Die in Brüssel ansässige Organisation »Hind Rajab Foundation« (HRF) hat in Deutschland Strafanzeige gegen Barel Kriel erstattet, einen deutsch-israelischen Panzerkommandanten der israelischen Armee. Auf X teilte sie am Sonnabend ein Bild von Kriel, das ihn in der Oderberger Straße zeigt. Die Organisation wirft ihm die Beteiligung an schweren Kriegsverbrechen im Gazastreifen vor. Demnach weigert sich die Staatsanwaltschaft in Deutschland trotz der vorgelegten visuellen Beweise und Zeugenaussagen, ein Ermittlungsverfahren einzuleiten, erklärte die Stiftung in einer Mitteilung am Sonnabend. Damit verstoße die Behörde sowohl gegen deutsches Recht sowie gegen völkerrechtliche Verpflichtungen.

    Laut eigenen Angaben setzt sich die HRF dafür ein, israelische Soldaten, die im Gazastreifen Verbrechen begangen haben, zur Rechenschaft zu ziehen. Die Organisation ist benannt nach Hind Rajab, einem fünfjährigen palästinensischen Mädchen im Gazastreifen, das im Januar 2025 von israelischen Streitkräften getötet wurde. Die HRF hat bereits in zehn Ländern Rechtsmittel gegen israelische Soldaten angestrengt. »Man kann nicht Menschen massakrieren, sich dabei filmen, es der Welt zeigen, sich zu den Taten bekennen und dann einfach weiterleben und neben mir in einem Café in Brüssel sitzen«, so der HRF-Vorsitzende, Dyab Abou Jahjah, gegenüber Middle East Eye über die Mission seiner Organisation.

    Barel Kriel soll in der 188. Panzerbrigade (Barak Brigade) der israelischen Streitrkäfte im Gazastreifen gedient haben. Verifizierte Videos und Bilder – von denen viele von Kriel selbst aufgenommen und geteilt wurden – zeigten die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur, den wahllosen Beschuss von Wohngebieten und die Verherrlichung der Zerstörung in städtischen Gebieten, heißt es in der Mitteilung. Nach der Genfer Konventionen könnten diese Handlungen als Kriegsverbrechen gelten. In einem Video ist laut HRF ein ziviles Fahrzeug zu sehen, das in einer schulhofähnlichen Umgebung brennt und vom Waffensystem eines Merkava-Panzers beschossen wird. Andere Aufnahmen sollen zeigen, wie Kriels Einheit Wohngebäude in zivilen Gebieten beschießt.

    Die Weigerung der Staatsanwaltschaft, Ermittlungen einzuleiten, sei um so alarmierender, als Kriel die deutsche Staatsbürgerschaft besitze, heißt es weiter. Dabei handele es sich um eine »politische Entscheidung, keine rechtliche«, so Dyab Abou Jahjah. Deutschland habe »sowohl die Zuständigkeit als auch die rechtliche Verpflichtung zu ermitteln.« Durch die Unterlassung werde signalisiert, dass »einige Kriegsverbrecher aufgrund von Geopolitik Schutz genießen«. Die »selektive Anwendung des Völkerrechts« durch die Bundesrepublik untergrabe die Glaubwürdigkeit Deutschlands als »Verteidiger der Menschenrechte« und leiste der »israelischen Straflosigkeit Vorschub«, erklärt die Hind Rajab Foundation in der Mitteilung.

    Ende Februar hatte bereits CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz erklärt, dass er einen Deutschland-Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahus trotz eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs möglich machen würde. Am kommenden Mittwoch soll Netanjahu nach Ungarn reisen. Das wäre die erste Reise des israelischen Ministerpräsidenten nach Europa, seit der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) im vergangenen November wegen des Kriegs im Gazastreifen einen Haftbefehl gegen ihn verhängt hat. Tel Aviv soll indessen Berlins 19. Partnerstadt werden. Dafür hätten sich alle Fraktionen bei der jüngsten Sitzung im Landesparlament ausgesprochen, berichtete dpa am Freitag. Carsten Schatz, Abgeordneter der Linkspartei, kritisierte zudem, dass das bereit 2023 beschlossene Vorhaben nicht schnell genug umgesetzt werde.

    #Allemagne #Israel #crime_de_guerre #notinmyname

  • Les « #minerais_de_sang » du #numérique, clé de la guerre en #RDC

    Au Congo, le mouvement armé #M23 soutenu par le Rwanda s’est emparé de la ville de Goma, capitale d’une province riche en #minerais_stratégiques. Indispensables aux #smartphones, ils alimentent ce #conflit meurtrier et écocidaire.

    C’est un tournant dans la guerre qui ravage l’est de la République démocratique du Congo (RDC) depuis trente ans. Dimanche 26 janvier, des combattants du #Mouvement_du_23_mars (M23), un #groupe_armé antigouvernemental, appuyés par 3 000 à 4 000 soldats rwandais, sont entrés dans Goma, la capitale de la province du #Nord-Kivu où vivent un million de personnes.

    Au cœur de ce conflit, les « minerais de sang » — #coltan, #nickel, #étain et #or — indispensables à la fabrication des équipements électroniques et notamment des smartphones. Reporterre fait le point avec #Fabien_Lebrun, chercheur en sociologie et auteur de Barbarie numérique. Une autre histoire du monde connecté (L’Échappée, octobre 2024).

    Reporterre — Quel est le lien entre le conflit à l’est de la RDC et les minerais utilisés pour fabriquer nos smartphones ?

    Fabien Lebrun — Au cœur de cette guerre se trouvent les minerais de sang, aussi appelés #minerais_de_conflits : le coltan, le nickel, l’étain et l’or. Le coltan est transformé en #tantale, indispensable à la fabrication des #condensateurs pour smartphones : sans ce #métal très résistant à la chaleur et à la corrosion qui permet la miniaturisation des composants, les téléphones chaufferaient tellement qu’ils pourraient prendre feu. Or, les deux tiers des réserves mondiales de coltan se trouvent dans et à l’est du Congo. L’Afrique des Grands Lacs — Congo et #Rwanda confondus — en assure la moitié de la production mondiale.

    L’est du Congo est également riche en #cassitérite, dont provient l’étain indispensable pour les soudures des circuits électroniques ; en #wolfram, ou #tungstène, qu’on retrouve dans les vibreurs et les haut-parleurs des téléphones portables ; et en or, dont l’industrie numérique siphonne 10 % de l’extraction mondiale pour la fabrication de ses #cartes_mères et ses circuits imprimés. Depuis la première guerre de 1996, ces minerais occupent une place dans ce qu’on peut appeler une #économie_de_guerre, une économie militarisée qui perdure à ce jour.

    Depuis avril dernier, les rebelles du M23 contrôlent la zone minière de #Rubaya, qui fournit 15 % du coltan mondial. Quel intérêt stratégique y trouvent-ils ?

    En contrôlant administrativement la zone, le M23 peut élaborer tout un système de #taxes et ainsi financer le conflit. D’après un rapport de l’ONU, le groupe exporte désormais 120 tonnes de coltan par mois et les taxes qu’il prélève sur la production lui assurent un revenu d’environ 800 000 dollars mensuels. D’un point de vue économique et financier, les intérêts sont importants.

    Le M23 est soutenu par l’armée rwandaise. Depuis plusieurs années, le président de la RDC Félix Tshisekedi accuse le Rwanda de convoiter ses #ressources en #minerai. Quel rôle ont ces ressources dans l’aggravation des tensions géopolitiques dans la région ?

    Ces #métaux sont, si ce n’est la principale cause, au moins un déterminant important dans l’#instabilité de la #région_des_Grands_Lacs. L’exploitation et la commercialisation de ces minerais de sang structurent l’#économie, l’#industrie et la #politique de la région. Elles produisent une rente qui enrichit les #élites et favorise la #corruption.

    On parle beaucoup du Rwanda, plaque tournante pour ces minerais indispensables aux équipements électroniques, mais l’Ouganda et dans une moindre mesure le Burundi sont aussi dans le coup. L’État congolais lui-même est en partie responsable de la situation : 2 000 kilomètres séparent Goma de la capitale, Kinshasa, et les institutions étatiques y sont absentes.

    Quelles sont les conséquences humaines et écologiques de l’#industrie_minière pour les habitants du Nord-Kivu ?

    Depuis le milieu des années 1990, début de la révolution numérique, le coût humain et écologique de ce conflit autour des minerais de sang est démentiel. Avant même le regain de #violence des trois dernières semaines, les analystes parlaient de plusieurs millions de #morts, de 7 millions de #déplacés dans des conditions terribles et de 4 millions de réfugiés qui ont fui le Congo. Près de 30 millions de Congolais sont en situation de #malnutrition aiguë.

    Au-delà du conflit, le bilan écologique est dévastateur. Les terres du Nord-Kivu, fertiles et qui auraient pu bénéficier à l’agriculture locale, ont été saccagées par les activités minières. L’#air est pollué d’effluves toxiques.

    « À certains endroits, il n’y a plus de vie aquatique »

    L’industrie minière est aussi en partie responsable de la destruction de la #forêt du bassin du Congo, deuxième massif forestier tropical mondial crucial dans la lutte contre le changement climatique. Les espèces en voie d’extinction qui y vivent — gorilles des montagnes, bonobos, rhinocéros — sont massacrés par les groupes armés qui contrôlent les activités minières.

    Mais la première victime de l’extractivisme est l’#eau, comme l’explique l’ingénieure à SystExt Aurore Stéphant. Cela se vérifie au Congo, avec des centaines de kilomètres de cours d’eau contaminés aux #métaux_lourds — plomb, cadmium, etc. Le fleuve Congo est touché, ainsi que les #nappes_phréatiques. À certains endroits, il n’y a plus de #vie_aquatique.

    L’appétit des États occidentaux et des #multinationales de la tech pour ces ressources n’est pas étranger à ce désastre…

    Cela fait des décennies que la #responsabilité de l’#industrie_numérique dans la déstabilisation de la RDC est pointée du doigt. Mi-décembre, le président de la RDC a porté #plainte contre #Apple pour recel de #crime_de_guerre, blanchiment de faux et #tromperie des consommateurs.

    Déjà, en 2019, l’organisation internationale Right Advocates avait lancé une action collective contre Apple, #Microsoft, #Tesla, #Google et #Dell, qu’elle accusait de profiter du #travail_d’enfants dans les mines de cobalt congolaises. Malheureusement, la plainte n’avait pas abouti.

    « La production de masse de la #Playstation 2 de #Sony avait entraîné une ruée vers les activités minières »

    En 2016, Amnesty International et Afrewatch accusaient de grandes marques électroniques comme Apple, #Samsung et Sony d’acheter du cobalt à des négociants s’approvisionnant dans des mines où travaillent des enfants.

    En 2000, la flambée des prix du coltan, alimentée par la production de masse de la Playstation 2 de Sony, avait entraîné une ruée vers les activités minières à l’est de la RDC avec des conséquences très néfastes pour les communautés.

    Or, les États appuient bien souvent ces multinationales. En février, Bruxelles et Kigali signaient un accord pour un approvisionnement « durable » de l’Union européenne en minerais critiques. Alors qu’on sait très bien que 90 % des minerais de sang qui sortent du Rwanda proviennent du Congo !

    Peut-on parler de #néocolonialisme ?

    L’extractivisme est la pratique coloniale historique par excellence. Dès le XVIᵉ siècle, les conquistadors ont pillé l’or et l’argent des Amérindiens, qu’ils ont exterminés. Cet épisode a été un tournant pour l’enrichissement des États occidentaux et la naissance du capitalisme et de la mondialisation.

    Les activités minières, polluantes, génératrices de conflits sociaux, d’usages des terres et de l’eau, étaient sorties de nos imaginaires. Mais depuis trente ans, on assiste à un regain de l’extractivisme pour alimenter la #révolution_numérique.

    Il est évident que l’accord qui permet à l’Union européenne de piller la RDC en passant par le Rwanda est typiquement néocolonial. De même que la #mainmise de la #Chine sur le cobalt et le #cuivre congolais. On pourrait parler de #technocolonialisme.

    Que faudrait-il faire pour aider la région du Nord-Kivu à s’apaiser ?

    Nous ne pourrons pas diminuer la pression minière dans la région des Grands Lacs sans décroissance minérale et métallique. Pour être solidaires avec les Suds, il faudra forcément acheter moins et favoriser des appareils plus durables et mieux réparables.

    Réduire notre demande en métaux rares va aussi impliquer d’avoir des outils moins rapides, moins performants. C’est tout notre quotidien numérique et la numérisation à marche forcée qui sont à revoir.

    https://reporterre.net/Les-minerais-de-sang-du-numerique-cle-de-la-guerre-en-RDC
    #République_démocratique_du_congo #Congo #extractivisme #minerais #pollution

  • Credit Suisse - Neue Hinweise auf Nazi-Konten bei Schweizer Bank aufgedeckt
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/credit-suisse-neue-hinweise-auf-nazi-konten-bei-schweizer-bank-aufgedeckt/100098877.html

    Le gérant des trésors volés par les Japonais avant et pendant la deuxième guerre mondiale, le prince Yasuhito Chichibu

    Voilà encore un scandale du Nazigold Suisse. On aime bien apprendre de nouvelles histoire de nos ennemis préférés, les « nazis ». On ne nous rapporte par contre jamais d’histoires à propos du trésor de guerre japonais que les émissaires du fanatique anticommuniste, le général MacArthur ont déposé dans les coffres suisses après l’avoir reçu comme rançon de la part des criminels de guerrre japonais.

    On se rappelle que le nombre de condamnés lors du procès de Tokyo et les efforts nationaux pour en finir avec le passé génocidaire du pays a été négligeable en comparaison avec ce qui a été accompli en Allemagne. Tout est parfaitement documenté mais c’est un sujet tellement sensible que l’auteur de la documentation Sterling Seagrave craignait les atteintes à sa vie et de celle de sa femme et que le CD-ROM contenant les documents n’est aujourd’hui disponible nulle part.

    Yamashita’s gold
    https://en.wikipedia.org/wiki/Yamashita's_gold

    6.1.2025 - Bei der Schweizer Bank Credit Suisse waren Nachforschungen nach etwaigen Nazi-Altkonten zunächst nicht erwünscht. Dank der Intervention des US-Senats wird nun aber bislang Verborgenes enthüllt.

    Washington. Die Schweizer Bank Credit Suisse hat US-Nachforschungen zufolge lange Zeit Hinweise auf zahlreiche Nazi-Konten unterschlagen. Im Zuge einer Untersuchung des Haushaltsausschusses des US-Senats seien Zehntausende Dokumente zugänglich geworden, welche umfangreiche Beweise für Konten in Verbindung mit Nationalsozialisten lieferten, hieß es in einer Mitteilung des Ausschusses.

    Die Erkenntnisse stammen von Neil Barofsky, der als unabhängiger Ombudsmann 2021 von der Credit Suisse selbst beauftragt worden war, Hinweisen auf mögliche bisher nicht aufgedeckte Nazi-Kunden bei der Bank nachzugehen. Barofsky wurde allerdings im Dezember 2022 von der Credit Suisse entlassen, nachdem er seine Recherchen nicht entsprechend der Forderung der Bank hatte einschränken wollen, wie es in seinem Bericht hieß.

    Davon erfuhr der Haushaltsausschuss des US-Senats. Damit kam ein gewichtiges Gremium ins Spiel, denn dem Ausschuss obliegt die Rechtsprechung über das Büro des Sondergesandten für Holocaust-Angelegenheiten, eine Abteilung des US-Außenministeriums. In dieser Funktion leiteten der Ausschussvorsitzende Sheldon Whitehouse und Senator Chuck Grassley eine Untersuchung ein, welche die Herausgabe von Barofskys Erkenntnissen erzwang.

    Die Intervention des US-Ausschusses habe daraufhin die weitere Untersuchung von mindestens 64.000 potenziell relevanten Datensätzen bei der Credit Suisse ermöglicht. Die Daten waren bei früheren Nachforschungen in den 1990er-Jahren demnach nicht offengelegt worden.

    Barofsky wurde zudem von der seit Juni 2023 zur Schweizer Großbank UBS gehörenden Credit Suisse wieder eingesetzt, um seine Ermittlungen fortzusetzen.

    Konten von Mittelsmännern, Kriegsprofiteuren und Fluchthelfern

    Die nun erstmals ausgewerteten Datensätze gaben Hinweise auf zahlreiche Konten von Mittelsmännern, die die Nationalsozialisten etwa bei der Plünderung jüdischer Vermögenswerte, Schmuggel oder der Verschleierung von Kriegsbeute unterstützten. Auch wurden demnach Verbindungen aufgedeckt zwischen der Credit Suisse und Personen, die Nazis nach dem Krieg Fluchthilfe leisteten. Zudem gebe es Konten, die in Verbindung mit jüdischer Ausbeutung standen, und Depots, auf denen sich Geld jüdischer Bürger befand, die genötigt worden waren, ihr Vermögen bei einer bestimmten Bank zu hinterlegen.

    Man werde eine gründliche und umfassende Prüfung der Daten sicherstellen, teilte die UBS mit. Barofsky erhalte „jede notwendige Unterstützung, um seine Arbeit zu erleichtern und um durch die durchgeführte Überprüfung mehr Licht in dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu bringen“, hieß es im Statement der Bank.

    Angesichts der Menge an auszuwertenden Daten – allein 300.000 Regalmeter Papierdokumente und dazu digitale Unterlagen – rechnet der US-Ausschuss 2026 mit Barofskys Abschlussbericht.

    Seagrave, Sterling, Gold warriors The Covert History of Yamashita’s Gold, Bowstring Books, 2002
    https://archive.org/details/goldwarriors0000seag

    Page des éditions Bowstring
    https://web.archive.org/web/20050323230340/http://bowstring.net

    références dans Wikipedia (EN)
    https://en.wikipedia.org/w/index.php?search=Seagrave+Gold+Warriors&ns0=1

    Yasuhito, Prince Chichibu
    https://en.wikipedia.org/wiki/Yasuhito%252C_Prince_Chichibu

    Like all members of the imperial family, he was exonerated from criminal prosecutions before the International Military Tribunal for the Far East by Douglas MacArthur.

    Ici les auteurs Wikipedia dénoncent l’histoire confirmée du pillage des pays d’Asie par le Japon comme légende urbaine.

    See also
    Yamashita’s gold - an urban legend about Prince Chichibu
    https://en.wikipedia.org/wiki/Yamashita%27s_gold

    #Japon #USA #crime_de_guerre #CIA

  • The Yamashita Standard
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Command_responsibility


    "The Tiger" returns to his « cage ». Here General Tomoyuki Yamashita, guarded by military police, returns to his cell at the end of a day in court listening to testimony against him in the war crimes trial at Manila, P.I. His expression indicates his reaction to testimony submitted concerning massacre, rape, and other atrocities. 11/1/45 ._

    Suivant les règles établies par les tribunaux militaires à partir de 1945 dans la tradition juridique anglo-saxonne il faudrait juger les généraux et têtes de gouvernement d’Israel pour crimes de guerre et contre l’humanité. La peine prévue pour les responsables de ces crimes est la mort par pendaison.

    Ceci n’est bien entendu pas exclusivement applicable aux responsables de ce pays mais à tous les généraux er polititiens qui l’ordonnent er tolèrent que leurs troupes assassinent des non-combattants.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Manila_massacre

    In the late 19th century, the legal doctrine of command responsibility was codified in the Hague Conventions of 1899 and 1907, which are partly based upon the Lieber Code (General Orders No. 100, 24 April 1863), military law that legally allowed the Union Army to fight in the regular and the irregular modes of warfare deployed by the Confederacy during the American Civil War (1861–1865). As international law, the legal doctrine and the term command responsibility were applied and used in the Leipzig war crimes trials (1921) that included the trial of Captain Emil Müller for prisoner abuse committed by his soldiers during the First World War (1914–1918).

    In the 20th century, in the late 1940s, the Yamashita standard derived from the incorporation to the U.S. Code of the developments of the legal doctrine of command responsibility presented in the Nuremberg trials (1945–1946). Abiding by that legal precedent, the U.S. Supreme Court allowed the U.S. prosecution of the war crimes case against Imperial Japanese Army General Tomoyuki Yamashita for the atrocities committed by his soldiers in the Philippine Islands, in the Pacific Theatre (1941–1945) of the Second World War. The International Military Tribunal for the Far East charged, tried, and judged Gen. Yamashita for “unlawfully disregarding, and failing to discharge, his duty as a commander to control the acts of members of his command, by permitting them to commit war crimes”.

    In the 20th century, in the early 1970s, the Medina standard expanded the U.S. Code to include the criminal liability of American military officers for the war crimes committed by their subordinates, as are the war-criminal military officers of an enemy power. The Medina standard was established in the court martial of U.S. Army Captain Ernest Medina in 1971 for not exercising his command authority as company commander, by not acting to halt the My Lai Massacre (16 March 1968) committed by his soldiers during the Vietnam War (1955–1975)

    #guerre #crime_de_guerre

  • #Ukraine, #Israël, quand les histoires se rencontrent

    Dans son dernier livre, l’historien #Omer_Bartov revient sur l’histoire de sa famille et de son voyage de la Galicie ukraino-polonaise à Israël, à travers les soubresauts de l’histoire de la première partie du 20e siècle.

    Alors que les atrocités du conflit israélo-palestinien continuent de diviser les étudiants de prestigieux campus américains, l’universitaire Omer Bartov se propose d’analyser la résurgence de l’#antisémitisme dans le monde à la lumière de sa propre #histoire_familiale.

    Un #antisémitisme_endémique dans les campus américains ?

    L’historien Omer Bartov réagit d’abord aux polémiques qui ont lieu au sujet des universités américaines et de leur traitement du conflit israélo-palestinien : “il y a clairement une montée de l’antisémitisme aux États-Unis, comme dans d’autres parties du monde. Néanmoins, il y a aussi une tentative de faire taire toute critique de la politique israélienne. Cette tentative d’associer cette critique à de l’antisémitisme est également problématique. C’est un bannissement des discussions. Les étudiants, qui sont plus politisés que par le passé, prennent part à cette histoire”. Récemment, la directrice de l’Université de Pennsylvanie Elizabeth Magill avait proposé sa démission à la suite d’une audition controversée au Congrès américain, lors de laquelle elle n’aurait pas condamné les actions de certains de ses étudiants à l’encontre d’Israël.

    De Buczacz à la Palestine, une histoire familiale

    Dans son dernier livre Contes des frontières, faire et défaire le passé en Ukraine, qui paraîtra aux éditions Plein Jour en janvier 2024, Omer Bartov enquête sur sa propre histoire, celle de sa famille et de son voyage de la Galicie à la Palestine : “en 1935, ma mère avait onze ans et a quitté #Buczacz pour la #Palestine. Le reste de la famille est restée sur place et quelques années plus tard, ils ont été assassinés par les Allemands et des collaborateurs locaux. En 1995, j’ai parlé avec ma mère de son enfance en Galicie pour la première fois, des grands écrivains locaux comme Yosef Agnon. Je voulais comprendre les liens entre #Israël et ce monde juif qui avait disparu à Buczacz au cours de la #Seconde_Guerre_mondiale”.

    À la recherche d’un monde perdu

    Cette conversation a mené l’historien à consacrer une véritable étude historique à ce lieu et plus généralement à cette région, la #Galicie : “ce monde avait selon moi besoin d’être reconstruit. Ce qui le singularisait, c’était la diversité qu’il accueillait. Différentes communautés nationales, ethniques et religieuses avaient coexisté pendant des siècles et je voulais comprendre comment il s’était désintégré”, explique-t-il. Le prochain livre qu’il souhaite écrire en serait alors la suite : “je veux comprendre comment ma génération a commencé à repenser le monde dans lequel nous avons grandi après la destruction de la civilisation précédente”, ajoute-t-il.

    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/france-culture-va-plus-loin-l-invite-e-des-matins/ukraine-israel-quand-les-histoires-se-rencontrent-9022449
    #multiculturalisme #histoire #crime_de_guerre #crime_contre_l'humanité #génocide #Gaza #7_octobre_2023 #nettoyage_ethnique #destruction #déplacements_forcés #Hamas #crimes_de_guerre #massacre #pogrom #occupation

    • Contes des frontières, faire et défaire le passé en Ukraine

      À nouveau Omer Bartov étudie Buczacz, a ville de Galicie qui servait déjà de point d’ancrage pour décrire le processus du génocide dans Anatomie d’un génocide (Plein Jour 2021). Cette fois, il étudie les perceptions et l’imaginaire que chacune des communautés juive, polonaise et ukrainienne nourrissait sur elle-même, ce a depuis les origines de sa présence dans ce territoire des confins de l’Europe.

      Comment des voisins partageant un sol commun ont-ils élaboré des récits fondateurs de leurs #identités jusqu’à opposer leurs #mémoires ? comment se voyaient-ils les uns les autres, mais également eux-mêmes ; quels #espoirs nourrissaient-ils ? Les #mythes ont ainsi influencé a grande histoire, le #nationalisme, les luttes, et de façon plus intime les espoirs individuels, voire les désirs de partir découvrir un monde plus arge, nouveau, moderne. Ce livre, qui traite de ces récits « nationaux », de a construction de l’identité et de l’opposition qu’elle peut induire entre les différents groupes, apparaît comme une clé de compréhension du passé autant que du présent. Aujourd’hui avec a guerre en Ukraine, sa résonance, son actualité sont encore plus nettes.

      https://www.editionspleinjour.fr/contes-des-fronti%C3%A8res
      #livre #identité

    • Anatomie d’un génocide

      Buczacz est une petite ville de Galicie (aujourd’hui en Ukraine). Pendant plus de quatre cents ans, des communautés diverses y ont vécu plus ou moins ensemble – jusqu’à la Deuxième Guerre mondiale, qui a vu la disparition de toute sa population juive. En se concentrant sur ce seul lieu, qu’il étudie depuis l’avant-Première Guerre mondiale, Omer Bartov reconstitue une évolution polarisée par l’avènement des nationalismes polonais et ukrainien, et la lutte entre les deux communautés, tandis que l’antisémitisme s’accroît.

      À partir d’une documentation considérable, récoltée pendant plus de vingt ans – journaux intimes, rapports politiques, milliers d’archives rarement analysées jusqu’à aujourd’hui –, il retrace le chemin précis qui a mené à la #Shoah. Il renouvelle en profondeur notre regard sur les ressorts sociaux et intimes de la destruction des Juifs d’Europe.

      https://www.editionspleinjour.fr/anatomie-d-un-g%C3%A9nocide

  • the killing of civilians was all calculated and intentional
    https://twitter.com/RnaudBertrand/status/1730218264540643439

    WOW, this might be THE most important piece of journalism on the war on Gaza since it began, by Israeli newspaper .
    @972mag

    https://972mag.com/mass-assassination-factory-israel-calculated-bombing-gaza

    Essentially they confirm, with unimpeachable sourcing, that the killing of civilians was all calculated and intentional.

    Their investigation is “based on conversations with seven current and former members of Israel’s intelligence community — including military intelligence and air force personnel who were involved in Israeli operations in the besieged Strip — in addition to Palestinian testimonies, data, and documentation from the Gaza Strip, and official statements by the IDF Spokesperson and other Israeli state institutions.”

    What the investigation reveals is that “the Israeli army has files on the vast majority of potential targets in Gaza — including homes — which stipulate the number of civilians who are likely to be killed in an attack on a particular target. This number is calculated and known in advance to the army’s intelligence units, who also know shortly before carrying out an attack roughly how many civilians are certain to be killed.”

    One source told them: “Nothing happens by accident. When a 3-year-old girl is killed in a home in Gaza, it’s because someone in the army decided it wasn’t a big deal for her to be killed — that it was a price worth paying in order to hit [another] target. We are not Hamas. These are not random rockets. Everything is intentional. We know exactly how much collateral damage there is in every home.”

    Even more dystopian - and this might be a first in the history of warfare - a lot of the targets are identified by AI: for instance they “use of a system called ’Habsora’ (’The Gospel’), which is largely built on artificial intelligence and can ’generate’ targets almost automatically at a rate that far exceeds what was previously possible. This AI system, as described by a former intelligence officer, essentially facilitates a ’mass assassination factory.’ According to the sources, the increasing use of AI-based systems like Habsora allows the army to carry out strikes on residential homes where a single Hamas member lives on a massive scale, even those who are junior Hamas operatives.”

    I’m not going to copy the whole article here, you have to read this for yourself. IT IS INSANE. They’ve essentially been running, as the sources say, a “mass assassination factory” at a terrifying scale with massive and intended “collateral damage” (often the targets’ entire families, or even sometimes much of their neighborhood), alongside an objective to destroy much of Gaza to “create a shock”, all on a population that had nowhere to escape. It’ll likely remain in history books as one of the most depraved massacres in modern history.

    #crime_de_guerre #crime_de_masse

  • Tal Bruttmann, historien : « Le Hamas a conçu, en amont, une politique de terreur visuelle destinée à être diffusée dans le monde entier »

    Le spécialiste de la Shoah estime, dans un entretien au « Monde », que l’attaque perpétrée par le Hamas le 7 octobre contre Israël n’est ni un pogrom ni un génocide mais un massacre de masse, et il met en garde contre les analogies avec le nazisme.

    L’historien Tal Bruttmann, spécialiste de la Shoah et de l’antisémitisme, est notamment l’auteur de La Logique des bourreaux (Hachette, 2003), et, avec Stefan Hördler et Christoph Kreutzmüller, d’Un album d’Auschwitz. Comment les nazis ont photographié leurs crimes (Le Seuil, 304 pages, 49 euros).

    Pour qualifier les attaques du Hamas, les hommes politiques, les historiens et les éditorialistes ont parlé de massacre, d’attentat, de pogrom, voire de génocide. En tant qu’historien, comment qualifieriez-vous cet événement ?

    Le mot qui est revenu le plus souvent est « pogrom », mais les attaques du Hamas ne relèvent pas, à mon sens, d’une telle qualification. Ce terme russe désigne non pas les crimes de masse contre les juifs, mais la destruction des biens qui sont en leur possession, accompagnée de violences contre les personnes. Ce qui caractérise le #pogrom, c’est le fait qu’une majorité, excitée, voire incitée, par le pouvoir en place, s’attaque violemment à une minorité qui vit en son sein.

    Au XIXe et au début du XXe siècle, il y a eu, en Europe, beaucoup de pogroms antijuifs, notamment en Russie ou en Roumanie, mais ce terme ne convient pas aux attaques du Hamas. D’abord, parce qu’elles visaient non pas à détruire les biens des Israéliens, mais à tuer des juifs ; ensuite, parce que les juifs, en Israël, ne forment pas une minorité, mais une majorité ; enfin, parce que le Hamas n’est pas un peuple, mais une organisation terroriste. Pour moi, ces attaques sont des massacres de masse : le but était de tuer le plus de juifs possible.

    Certains ont utilisé le terme de génocide. Est-il, selon vous, pertinent ?

    Dans l’imaginaire occidental, le #génocide est devenu l’alpha et l’oméga du crime, alors qu’il n’est pas plus grave, en droit international, que le #crime_de_guerre ou le #crime_contre_l’humanité. Personnellement, en tant qu’historien, je n’utilise pas cette qualification juridique dont la définition est d’une immense complexité : je la laisse aux magistrats et aux tribunaux. C’est à eux d’établir, au terme d’une enquête, si les #massacres qui leur sont soumis sont, ou non, des génocides.

    L’écrivaine Elfriede Jelinek, Prix Nobel de littérature, a comparé le Hamas aux nazis. Que pensez-vous de cette analogie ?

    Il faut faire attention aux mots : la haine des #juifs ne suffit pas à caractériser le #nazisme. Le régime de Vichy ou le Parti populaire français [PPF, 1936-1945] de Jacques Doriot étaient profondément antisémites, mais ils n’étaient pas nazis pour autant : être nazi, c’est adhérer à l’idéologie politique élaborée par Adolf Hitler après la première guerre mondiale et mise en œuvre par le IIIe Reich à partir de 1933.

    Le #Hamas est évidemment profondément antisémite : sa charte initiale, qui fait explicitement référence aux #Protocoles des sages de Sion_ [un faux qui date du début du XXe siècle], affirme que les juifs sont à l’origine de la Révolution française, de la révolution bolchevique et de la première guerre mondiale. Il faut cependant prendre le Hamas pour ce qu’il est : un mouvement islamiste nationaliste qui n’est pas plus nazi qu’Al-Qaida, l’Iran ou Marine Le Pen.

    La Shoah est incontestablement le pire épisode de l’#histoire de l’antisémitisme, mais cela n’en fait pas la clé à partir de laquelle on peut comprendre toutes les #violences_antijuives. Parfois, elle nous empêche même de saisir la singularité des événements : à force d’associer l’#antisémitisme à la Shoah, on oublie que cette haine a pris, au cours de l’histoire, des formes très différentes.
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2023/11/29/tal-bruttmann-historien-le-hamas-a-concu-en-amont-une-politique-de-terreur-v

    avec des extraits de Un album d’Auschwitz :
    https://archive.is/jO7UX

    #histoire #images #photos #films #attentat #attentat_massacre #islamisme #nationalisme #shoah #Extermination_des_juifs_par_les_nazis

    • Il est clair Tal Bruttmann et du coup ça permet de ne pas avoir un sac fourre tout d’où tu tires des mots chargés de sens et inappropriés pour un oui ou un non.

  • Mitchell Plitnick 🔥🕎 sur X :
    https://twitter.com/MJPlitnick/status/1727769437032391059

    #Israel has used the October 7 attack by #Hamas to destroy many norms. The biggest ones have gotten the most notice, those that are part of genocide and ethnic cleansing. But there’s more, and it’s going to have profound effects on warfare going forward.

    Israel has intentionally targeted civilians, hospitals, ambulances, schools, journalists, UN shelters, humanitarian workers, and civilian infrastructure of all kinds. They’ve done these things before but never on this scale and never so openly.

    Israel has made no effort to hide these acts. On the contrary, they have tried to justify them as intentional acts. They’ve been supported in this by the US and EU. In the future, other countries will do the same and opposition will only reinforce the already widely held view that there are no rules, just what the US will allow its friends and forbid others.

    The US and #Israel have struck what could be a mortal blow to the fledgling effort to establish international laws that protect civilians.

    Congratulations.

  • Elias Sanbar, intellectuel palestinien : « Toute attaque contre des civils est un crime de guerre »


    Elias Sanbar, historien, poète et essayiste palestinien, chez lui, à Paris, le 11 octobre 2023. RAFAEL YAGHOBZADEH POUR « LE MONDE »

    Dans un entretien au « Monde », l’écrivain installé en France réagit au conflit entre le #Hamas et #Israël, et revient sur l’histoire longue de son peuple. Propos recueillis par Benjamin Barthe

    Elias Sanbar, ancien ambassadeur de la #Palestine auprès de l’Unesco, essayiste, poète et traducteur en français de Mahmoud Darwich, réagit au nouveau conflit entre le Hamas et Israël à la suite de l’attaque du 7 octobre.

    Comment vivez-vous ces moments tragiques ?

    Ce sont des jours très difficiles, d’autres, plus durs, s’annoncent. Cela impose de s’en tenir plus que jamais aux principes. Les Palestiniens, dans leur combat pour leurs droits, se réclament du droit international. Et celui-ci est clair : toute attaque contre des civils est un crime de guerre. Se réclamer du droit impose d’appliquer aussi toutes les dispositions du droit. Mais, dans ce conflit, tout n’est pas crime de guerre. S’attaquer à une armée d’occupation est parfaitement légitime.

    L’attaque surprise menée par le Hamas dans le sud d’Israël, qui est à l’origine de cette nouvelle guerre, a causé la mort de 1 200 Israéliens, en majorité des civils. Qualifiez-vous cette attaque de crime de guerre ?

    Certains actes commis au cours de ces opérations militaires le sont. Oui. Mais l’opinion publique doit comprendre que nous sommes également face à une guerre légitime contre une armée d’occupation. Pratiquer la distinction dans des moments tragiques s’avère souvent impossible. C’est pourtant nécessaire, inévitable, si l’on veut mettre fin un jour à ce conflit interminable. Ce que les Israéliens subissent aujourd’hui, les Palestiniens le subissent quotidiennement depuis soixante-dix ans. Je rappellerai un fait, concomitant à cette guerre : 220 Palestiniens, dont un grand nombre d’adolescents, des civils en majorité aussi, ont été abattus en Cisjordanie, par l’armée israélienne et les colons, entre le 1er janvier et la fin septembre 2023. Ce sont aussi des crimes de guerre. Et j’aimerais bien les entendre condamnés.

    Le mot « pogrom » a été employé pour qualifier le bain de sang de Kfar Aza, un kibboutz dont une centaine d’habitants ont été tués, à bout portant, par les assaillants du Hamas…

    Nous sommes captifs d’un conflit qui n’a pas commencé en 1967 mais en 1917. Cette longue histoire coloniale est ponctuée, hélas, d’actes intolérables, horribles souvent. Mais que diriez-vous si je vous présentais une comptabilité indécente, un décompte à deux colonnes des crimes de guerre commis par l’une et l’autre des parties ? Nous ne sommes pas dos à dos dans ce conflit, nous sommes face à face. On ne peut néanmoins être naïfs. Les crimes de guerre sont consubstantiels à toute guerre.

    La facilité avec laquelle les combattants du Hamas ont pénétré en Israël a stupéfié les observateurs. Comment l’expliquez-vous ?

    Je ne peux croire que les services de renseignement israéliens n’étaient pas au courant de l’imminence de l’attaque. Je pense qu’ils étaient informés et qu’ils n’y ont pas cru. Pourquoi ? Parce que toute occupation induit la morgue et le mépris. L’occupant voit les occupés comme des demi-hommes, incapables de lui tenir tête. La commission d’enquête israélienne mise en place après la guerre d’octobre 1973, dite aussi « guerre du Kippour », a montré que le gouvernement et l’armée savaient que les Egyptiens se préparaient à traverser le canal de Suez. Cette conclusion a mis fin à la carrière politique de la première ministre Golda Meir. On ne peut réduire l’attaque de samedi à des dysfonctionnements techniques. La psychologie coloniale est une clé de compréhension importante. Après la guerre, la société israélienne, qui n’a jamais eu autant de pertes en si peu de temps, réclamera des comptes à ses dirigeants.

    La bande de Gaza vit sous blocus depuis plus de quinze ans. La violence extrême qui s’est manifestée ces derniers jours est-elle le produit dérivé de cette situation d’enfermement ?

    L’occupation ne crée que la violence. #Gaza est depuis seize ans maintenant un Soweto palestinien [bidonville noir particulièrement opprimé sous le régime d’apartheid en Afrique du Sud], une cage à ciel ouvert où rien n’entre sans un feu vert israélien.

    Il y a un mois, dans un entretien que vous nous aviez accordé à l’occasion des trente ans des accords d’Oslo, vous aviez déclaré que le gouvernement Nétanyahou jouait la carte du désastre. Le Hamas ne fait-il pas pareil ?

    Je parlais d’un gouvernement dominé par les colons qui jouait avec le feu, convaincu qu’en exacerbant les tensions avec les Palestiniens ces derniers commettraient des violences telles que les Israéliens se sentiraient légitimes à vider le pays de leur présence. Les colons faisaient et font encore le pari d’une nouvelle Nakba [« catastrophe » en arabe, nom donné à l’exode forcé de 700 000 Palestiniens, à la création d’Israël, en 1948] qui les débarrasserait des Palestiniens. Le Hamas a saisi la balle au bond et repousse aujourd’hui le pouvoir israélien dans les cordes. Les deux sociétés vont beaucoup souffrir, notamment s’il y a une opération terrestre dans la bande de Gaza, encore plus si le front nord [à la frontière avec le Liban et la Syrie] s’embrase. Mais le Hamas a d’ores et déjà marqué un énorme point dans les opinions publiques palestinienne et arabes et il en réclame le prix politique. Il apparaît aujourd’hui comme le porte-étendard de la résistance. Que cela plaise ou non, c’est la réalité.

    La bande de Gaza a toujours joué un rôle majeur dans l’histoire du mouvement national palestinien. Ce qui se passe depuis samedi le démontre de nouveau…
    La population de Gaza est composée à 80 % de réfugiés, pétris de l’idéologie du retour [sur le territoire israélien dont ils ont été chassés en 1948]. Cette donnée a beaucoup joué dans le lancement de la résistance palestinienne dans les années 1950. Les terres où les combats se sont déroulés samedi sont, en partie, les terres dont sont originaires les habitants de l’enclave. Tout cela est très présent dans les esprits. De plus, Gaza se présente comme la défenseuse de Jérusalem et des lieux saints. Gaza est partie intrinsèque de la Palestine.

    Comment la guerre peut-elle évoluer ?

    Je vois trois scénarios. Le premier, c’est le retour au statu quo ante, après une guerre plus ou moins longue, qui se terminerait, comme d’habitude, grâce à une médiation de l’Egypte ou du Qatar. Conclusion d’un cessez-le-feu et attente de la prochaine explosion. C’est à mon sens l’hypothèse la moins probable car il faudrait que le Hamas soit disposé à rejouer ce jeu et que la population israélienne l’accepte. J’en doute fort. Le deuxième scénario serait une nouvelle Nakba. Des discussions sont en cours entre Américains, Israéliens et Egyptiens pour convaincre ces derniers d’accepter l’instauration d’un corridor par lequel les Gazaouis seraient autorisés à quitter Gaza pour se mettre à l’abri des bombardements. Proposition humanitaire qui viderait Gaza. Israël faisant alors d’une pierre deux coups aurait aussi les mains libres pour écraser « légitimement » le Hamas, seul sur le terrain.

    Ce serait un peu une réédition de la Conférence de Madrid de 1991, qui a ouvert le processus de paix. A l’époque, les Palestiniens étaient accusés d’être les agents de Saddam Hussein [parce que Yasser Arafat avait refusé de condamner l’invasion du Koweït en 1990]. Un consensus large préconisait de nous exclure des négociations de paix futures. Et puis, dans l’euphorie de leur victoire, les Américains, conscients que rien ne peut être vraiment réglé sans les Palestiniens, décident de ramener tous les acteurs régionaux à la table des négociations. Et à la surprise générale, nous sommes conviés à Madrid. Bien sûr, nous n’en sommes pas là, mais c’est une piste. Le secrétaire d’Etat américain, Antony Blinken, a l’habitude ces derniers temps, dans ses déclarations de soutien absolu à Israël, de rajouter une périphrase intrigante, où il parle de « décisions douloureuses qui devront être prises ». De quoi s’agit-il ? D’obtenir d’Israël une réponse positive aux demandes saoudiennes portant sur le dossier palestinien ?

    L’Autorité palestinienne peut-elle survivre à cette guerre ?

    Ce qui se passe porte un coup très dur à une Autorité palestinienne déjà affaiblie par le fait que, pendant trente ans, elle est systématiquement revenue bredouille des négociations. En ce moment, les Américains exercent une énorme pression sur Mahmoud Abbas, le président palestinien, pour qu’il condamne l’attaque du Hamas. Mais il s’y refuse. On peut critiquer la gestion du président palestinien, la façon dont les négociations ont été menées, les manquements de l’Autorité, mais Abbas n’est pas un traître.
    Je voudrais ajouter quelque chose à ce sujet. Ces jours sont difficiles. Ils sont aussi propices aux confusions. Chaque fois qu’ils ouvrent la bouche, les Palestiniens sont requis de prouver qu’ils ne sont pas antisémites. C’est intolérable. Que penseriez-vous vous si, chaque fois que j’ai en face de moi un interlocuteur de l’autre bord, israélien ou pas, je lui disais : « Tu ne dis pas mot avant de me prouver que tu n’es pas un raciste anti-arabe » ?

    Que pensez-vous du positionnement des autorités françaises qui ont apporté un soutien très ferme à Israël et ont interdit les manifestations de solidarité avec les Palestiniens ?

    La France est un pays souverain et indépendant. Et elle peut s’indigner légitimement du sort des civils, israéliens ou d’autres nationalités tombés les premiers jours de la guerre en cours. Elle peut aussi garder le silence s’agissant du bilan horrible, encore en augmentation, des enfants morts sous les bombardements de Gaza. Elle peut interdire les manifestations solidaires des Palestiniens, continuer à faire des déclarations enflammées en faveur d’Israël, ne pas dire grand-chose des malheurs palestiniens. Elle peut… Mais c’est la meilleure façon de se disqualifier et de sortir du jeu futur. Si elle veut continuer à être entendue, la France devrait tenir compte d’une règle d’or. Ce conflit demeurera insoluble si les deux parties, palestinienne et israélienne, n’ont pas, l’une et l’autre, le sentiment que leurs aspirations ont été satisfaites. On me dira que c’est la quadrature du cercle… Je ne le crois pas. Une solution est possible, nous la connaissons tous.

    Cette guerre replace la question palestinienne sur le devant de la scène internationale, alors que, depuis une dizaine d’années, elle en avait quasiment disparu. En même temps, ce retour s’accompagne d’images très dures. Ne craignez-vous pas que votre cause ressorte salie et in fine encore plus affaiblie de cette séquence ?

    Je suis né en 1947 et je ne compte plus le nombre d’annonces de décès de la cause palestinienne… Je ne suis pas inquiet parce que je sais que c’est une cause juste et qu’elle est portée par un peuple têtu, un petit peuple admirable. Cela fait plus de cent ans qu’il tient bon et il va continuer à tenir bon. Je sais que cette obstination se paye, que le prix était et demeure élevé. Mais cette cause ne disparaîtra pas, c’est ma conviction.

    Néanmoins, une question me taraude : pourquoi un conflit plus que centenaire n’a toujours pas trouvé de solution ? Pourquoi Israël et l’ensemble des puissances, amies ou hostiles, adhèrent-ils à toutes les mauvaises solutions, jamais à la bonne quand cette dernière est connue de tous : admettre que les Palestiniens ont le droit absolu à l’égalité des droits ?

    https://www.lemonde.fr/international/article/2023/10/12/elias-sanbar-intellectuel-palestinien-toute-attaque-contre-des-civils-est-un