• Wende 1989 : Brandsätze gegen die Berliner Mauer - SPIEGEL ONLINE
    http://www.spiegel.de/einestages/wende-1989-brandsaetze-gegen-die-berliner-mauer-a-1237013.html
    La parnoia staliniste poussait la Stasi à poursuivre les jeunes amateurs de musique hard rock sous des prétextes divers. La stratégie répressive avait une conséquence contraire aux intentions de l’administration : les hard rockeurs les plus durs se transformaient en terroristes anticommunistes suivant le même mécanisme d’exclusion-réaction que subissent certains jeunes des banlieues actuelles.


    C’étaient pourtant des enfants de choeur en comparaison avec les terroristes anticommunistes de la première génération d’après guerre. Les jeunes des années 1980 ressemblaient davantage aux autonomes de gauche qui prennent soin de ne pas blesser des hommes alors que les terroristes des années 1940 et 1950 menaient une véritable guerre de l’ombre financée et orchestrée par les services secrètes de l’Ouest.

    einestages: In der Graphic Novel haben Sie das so getextet: „Mit unseren Attacken setzen wir die Routine im Todesstreifen außer Kraft. Wir nerven, provozieren und lassen die nicht zu Ruhe kommen.“

    Adam: Das trifft unsere Ambitionen. Noch im Januar 1989 hatte sich ja Erich Honecker hingestellt und gesagt: „Die Mauer wird noch in 50 und auch in 100 Jahren bestehen bleiben.“ Das zog uns die Schuhe aus! Der zweite Anlass für unsere Aktionen waren die ersten Demonstrationen an der Nicolaikirche in Leipzig. Jetzt passierte endlich was. Im Osten steckte die Revolution in den Kinderschuhen. Wir wollten ihr vom Westen aus helfen.

    einestages: In den Zeichnungen sieht man Molotowcocktails durch die Nacht fliegen, vermummte Männer machen sich mit Bolzenschneidern an den Zäunen Berliner Grenzanlagen zu schaffen. Verherrlichen Sie so nicht Gewalt?

    Adam: Nein. Wir waren uns damals der Gefahren bewusst und stilisieren uns auch nicht als Draufgänger. Unsere Sorgen finden sich ebenso im Comic, zum Beispiel: „Hoffentlich läuft die Sache nicht aus dem Ruder.“ Ich denke, uns ist ein Spagat gelungen. Wir verherrlichen keine Gewalt, sondern erzählen von jungen Leuten, die sich gegen die DDR positioniert haben, wenn auch mit militanten Mitteln. Diesen Weg muss nicht jeder gut finden.

    einestages: Sie hätten Grenzsoldaten gefährden können.

    Adam: Wir haben sie vorher gewarnt und gerufen: „Achtung, gleich wird es hell und heiß!“ Wir wollten niemanden gefährden und hatten es allein auf die Sperranlagen abgesehen.

    einestages: Umgekehrt setzten Sie sich selbst großer Gefahr aus.

    Adam: Ja, unser Angriff auf den Zaun in der Kiefholzstraße war absolut leichtsinnig. Ein Grenzer hatte schon seine Waffe auf uns angelegt. Vielleicht wollte der schießen, doch sein Kamerad drückte ihm das Gewehr nach unten.

    Dirk Mecklenbeck, Raik Adam: Todesstreifen, Aktionen gegen die Mauer in West-Berlin 1989 (Graphic Novel), Ch. Links Verlag; 96 Seiten; 10,00 Euro.


    C’est quand même choquant de constater que Der Spiegel nous présente de jeunes héros victimes d’un régime injuste alors qu’à la même époque on enfermait nos amis pour un rien dans les prisons de haute sécurité en RFA. Les victimes allemands du régime capitaliste ne sont jamais mentionnés dans le discours humanitaire actuel. I semble qu’ils ne soient pas assez exotiques pour y avoir droit.

    #DDR #histoire #anticommunisme #terrorisme


  • Strafgesetzbuch der DDR (1968)
    http://www.verfassungen.ch/de/ddr/strafgesetzbuch68.htm
    Je découvre qu’en RDA les insultes racistes étaient punies avec un maximum de deux ans de prison.

    § 140. Beleidigung wegen Zugehörigkeit zu einer anderen Nation, oder Rasse. Wer einen Menschen wegen seiner Zugehörigkeit zu einem anderen Volk, einer anderen Nation oder Rasse beleidigt oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, Verurteilung auf Bewährung, Geldstrafe oder mit öffentlichem Tadel bestraft.

    Le droit actuellement en vigeur se veut moins politique et permet la même punition maximale pour les insultes en général.

    § 185 StGB Beleidigung
    https://dejure.org/gesetze/StGB/185.html

    § 185 Beleidigung

    Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    On est tenté de croire que le droit de l’Allemagne capitaliste offre la même protection contre les insultes racistes que celui de l’état socialiste disparu. Pourtant l’absence du délit de racisme dans le catalogue des infractions a des conséquences favorisant l’expression libre des sentiments racistes.

    Dans la réalité les condamnation pour insulte raciste sont rares parce que les tribunaux ne s’en occupent qu’en cas de « perturbation de la paix publique ». Dans l’article suivant un avocat explique à une victime d’insultes racistes par mail que le caractère privé du mail empêche la prise en compte d’une « perturbation de la paix publique ».

    Dans ce cas les tribunaux refusent systématiquement d’appliquer la loi pénale et conseillent à la victime de porter plainte à ses frais pour dommages et intérêts. Les chances pour une condamnation de l’auteur de mail raciste par cette procédure sont quasiment inextistantes. Cette manière de procéder par les cours de justice laisse systématiquement sans défense les victimes d’insultes racistes.

    Souvent les insultes racistes ne sont poursuivis que dans le cadre de condamnations pour des délits plus graves. Actuellement on suit le procès contre un automibiliste qui a renversé une jeune femme de couleur en la blessant mortellement. Après l’accident il est decendu de sa voiture pour lancer des insultes racistes à sa victime mourante. Il sera condamné pour homicide et on peut espérer les insultes aient une influence aggravante sur la peine.

    Rassistische Beleidigung nach § 130 StGB - frag-einen-anwalt.de
    https://www.frag-einen-anwalt.de/Rassistische-Beleidigung-nach-130-StGB--f202518.html

    Sehr geehrter Fragesteller,

    gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung des Einsatzes wie folgt:

    Eine Strafbarkeit nach § 130 StGB scheidet aus. Zwar ist in § 130 Abs.1 Nr.2 in Verbindung mit Nr.1 StGB von der Beschimpfung einer natioanle,rassischen, religiösen oder ethnischen Gruppierung die Rede, jedoch müsste diese beschimpfung geeignet sein, den „öffentlichen Frieden zu stören“.

    Dies ist indes nicht der Fall. Durch das Senden einer E-mail mit derartigem Inhalt kann der Vermieter nicht den öffentlichen Frieden zerstören. Die Mail ist ja für ie bestimmt gewesen, und von daher auch gar nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Abgesehen davon erfordert die Vorschrift des § 130 StGB auch einen Vorsatz. Von demVorsatz des Vermiters war es bestimmt nicht umfasst, dass der Inhalt seiner Mail einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist.

    Der Vermieter hat sich jedoch wegen einer Beleidigung nach § 185 StGB strafbar gemacht. Er hat zwar eine Tatsachenbehauptung aufgestellt, diese war jedoch ehrverletzend.

    Wenn lediglich Sie gemeint waren,hat er Ihre Person beleidigt. Bezog sich seine Äußerung auf Ihre etnische oder rassische Herkunft, so liegt eine Popularbeleidigung vor.

    Zu einem Rechtsanwalt müssten Sie meines Erachtens nihct, da ein Schmerzensgeldanspruch wegen ehrverletzende Äußerungen an sehr strenge Anforderungen geküpft ist.

    Wegen den Bedrohungen waren Sie bereits beider Polizei. Sollten Sie wegen den Mails noch nicht bei der Polizei gewesen sein, können Sie dan natürlich tun und eine Strafanzeige verbunden mit einem Strafantrag stellen. Erfahrungsgemäß muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass Strafverfahren wegen Beleidigungen sehr häufig eingestellt werden und der Anzeigerstatter auf den Privatklageweg verwiesen wird.

    Ich hoffe, dass ich Ihnen behilflich sein konnte.

    Abschliessend weise ich Sie darauf hin, dass die hiesige Online-Beratung den Besuch bei einem Rechtsanwaltskollegen vor Ort nicht ersetzen kann, sondern lediglich dazu dient, dem Mandanten eine erste grobe rechtliche Einschätzung zu verleihen.

    Das Weglassen und bzw. oder Hinzufügen von relevanten Angaben kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kirli
    (Rechtsanwalt)

    #DDR #BRD #droit #racisme


  • Soziale Sollbruchstelle - Darsha
    http://darsha.org/artwork/the-watch

    //Soziale Sollbruchstelle: reimagining technology from the former German Democratic Republic in the age of planned obsolescence //
    Welche Art von Mustern und widersprüchlichen Positionen erscheinen, wenn sich ästhetische und kulturelle Praktiken aus dem Umfeld der Technologie eines ehemaligen kommunistischen Staates mit kapitalistischer, konsumistischer Kultur vermengen? Was passiert im Besonderen, wenn elektrische/elektronische Haushaltsgeräte der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nun im modisch angepassten Gewand gängiger digitaler Consumer Technologie erscheinen? Können wir hier, in irgend einer Weise, eine alternative Lesart entdecken für die tiefe Verstrickung der westlichen Gesellschaft mit der Technologie?
    ...

    Presented at
    Transmediale, Berlin
    Halle14 Center for Contemporary Art, Leipzig
    Archiv Kabinett, Berlin

    #art #DDR #consumerisme #bof



  • Fascinating photos show what life was like in East and West Berlin at the height of the Cold War | Daily Mail Online

    https://www.dailymail.co.uk/travel/travel_news/article-6256283/Fascinating-photos-life-like-East-West-Berlin-height-Cold-War.html

    British photographer Allan Hailstone snapped pictures in both east and west Berlin between 1959 and 1966
    He became entranced by the city and its history after reading about it in his local library in Coventry
    His pictures include shots of uncleared war rubble, soldiers chatting at a checkpoint and everyday life

    By Jennifer Newton for MailOnline

    Published: 12:58 BST, 10 October 2018 | Updated: 17:45 BST, 10 October 2018

    Rubble from Second World War devastation lying in the street. Enemy soldiers chatting at a checkpoint. A lone tram photographed through barbed wire.

    This is the haunting, eerie city of Berlin at the height of the Cold War, captured on camera in a series of fascinating images by British photographer Allan Hailstone, who visited the east and west sides between 1959 and 1966.

    And now he has put all 180 of his vintage images into a book titled Berlin In The Cold War - and kindly let MailOnline Travel reproduce 10 of them here.

    #ddr #photographie

    • Le photographe a documenté la disparition de « Krömer’s Hundeheim » (en bas à droite).


      Le génitif saxon faussement muni d’un apostrophe était la marque typique des petits commerces à l’Est après la disparition de la RDA.

      Sächsischer Genitiv – Wikipedia
      https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsischer_Genitiv

      Der Duden missbilligte sie zunächst nur: Bei Genitiven sei es „nicht erforderlich“, einen Apostroph zu setzen. Dies wurde jedoch in der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1901 abgeschafft – die Schreibung des sächsischen Genitivs mit Apostroph war damit generell als falsch zu werten. Dies wurde jedoch nicht vollständig in die (schriftliche) Alltagssprache übernommen; noch in den 1920ern war die apostrophierte Schreibweise die gängige Wahl vieler Unternehmen (Meier’s Weltreisen, Hütter’s neue Wohnwelt etc., vgl. auch Beck’s, Brehm’s), welche im Nachhinein umfirmierten. Seit der Rechtschreibreform von 1996 ist diese Verwendung zulässig, wenn sie die Grundform eines Eigennamens verdeutlichen soll (z. B. Andrea’s Blumenecke).

      Sächsischer Genitiv (SZ)
      http://www.apostrophitis.de/genitiv.htm

      Sie ist jetzt schon auf Zigarettenautomaten zu finden und zeigt die beinahe groteske Macht, die der Sächsische Genitiv längst über uns alle hat. Richtig zum Bewußtsein kam uns das eigentlich erst nach der Wende, als die bisherige DDR, vormals „Zone“, auf einmal bereisbar wurde. Viele Autofahrer ratterten damals voll in eines der vielen Schlaglöcher, weil sie zu sehr damit beschäftigt waren, sich über Geschäftsnamen wie „Heidi’s Imbiß“, „Ulla’s Grillhütte“ oder „Erich’s ff. Broilerstation“ zu wundern. Seither hat sich dieser Genitiv, der bis dahin bei „Beck’s Bier“ und ein paar vergleichbaren Labels ein leise belächeltes Exotendasein geführt hatte, wie die Schwarzen Blattern ausgebreitet: „Oma’s Apotheke“ (Kneipe in Hamburg), „Mozart’s Geburtshaus“, „Dora’s Blumenlädle“. In Berlin wußte man sich, als der Briefaufdruck „Nur innerhalb Berlin’s nachsenden“ beanstandet wurde, nicht anders zu helfen als so: „Nur innerhalb von Berlin nachsenden.“ Daß besagter Genitiv mittlerweile auch den Nominativ Plural unterhöhlt, sei nebenbei erwähnt. Die Plattenfirma Jupiter Records suchte einmal junge Gesangstalente unter dem Motto „Bengel’s für Engel’s“ bzw. „Engel’s für „Bengel’s“.

      P.S. Hundeheim désigne un hôtel pour chiens ou un magasin où on trouve tout dont notre meilleur ami a besoin pour se sentir à l’aise. Krömer est le nom de son propriétaire. L’adresse est Bernauer Straße 1 suivant la numérotation actuelle.

      Une carte et une photo de 2018 : https://seenthis.net/messages/728687

      #Allemagne #Berlin #mur #langue #orthographe


  • „Früher hieß das ,Wehrmachtstournee‘“ – Hintergrund
    https://www.hintergrund.de/globales/kriege/frueher-hiess-das-wehrmachtstournee

    Voici une petite liste d’artistes allemands qui ont accepté de soutenir l’effort de défendre l’Allemagne au Hindou Kouch - sans être rémunéré. Il y en a eu d’autres depuis la publication de l’article il y a cinq ans.

    Wo, bitte, geht’s denn hier zur Front?, fragen immer mehr Stars und Sternchen der Unterhaltungsindustrie –

    Von SUSANN WITT-STAHL, 2. April 2013 –

    Wenn die NATO ihre Bombenteppiche über die Welt ausbreitet, bietet nicht nur der Schauspieler Til Schweiger seine Dienste als „Schutzengel“ für die kämpfende Truppe an. Auch viele Prominente aus dem Musik- und Showbusiness haben entdeckt, dass die Teilnahme am Propagandafeldzug für den „ethischen“ Imperialismus durchaus lukrativ sein kann. „Give Peace a Chance“ war einmal – heute stehen sie Schlange für einen Transall-Flug nach Kabul oder Kunduz. Sogar Punkbands finden „Antifa heißt Luftangriff“, engagieren sich an der Heimatfront für den guten Zweck der völkerrechtswidrigen Angriffskriege des Westens und freuen sich, wenn endlich einmal „zurückgeballert“ wird. „Ein gut geführter Krieg ist wie eine große Symphonie“, sagte Hitlers General Friedrich von Boetticher. Heute ist der „Vater aller Dinge“ wieder so tief in die „Eingeweide der Gesellschaft“ (Paul Virilio) vorgedrungen, dass das Stakkato einer M16 als virtuose Darbietung goutiert wird.

    Sarah Connor - Sängerin - Afghanistan -
    Gunter Gabriel - Countrysänger - Kosovo - 2000
    Paul Kalkbrenner - Technomusiker und -produzent - Afghanistan -
    Karat - Band, ex #DDR - Kosovo -
    Daniela Katzenberger - Dampfschwätzerin bei VOX - abgelehnt durch BW -
    Kurt Krömer - Stand-Up-Comedy - Afghanistan, Kabul - 2012
    Peter Maffay - Sänger - Afghanistan - 2005
    Ralf Möller - Bodybuilding-Weltmeister und Action-Star - Afghanistan - 2008
    Xavier Naidoo - Sänger - Bosnien - 2004
    Xavier Naidoo - Sänger - Afghanistan - 2010
    No Angels - Girl-Group - Kosovo -
    Til Schweiger - Schauspieler - Afghanistan - mehrfach

    Ouvertement pour la guerre mais sans intervention hors d’Allemagne

    Egotronic - Elektro - Palästina / Operation „Cast Lead“ - 2008

    L’expression défendre l’Allemagne au Hindou Kouch est du ministre de la défense (SPD) Peter Struck.

    Peter Struck : Die prägnantesten Zitate - SPIEGEL ONLINE
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/peter-struck-die-praegnantesten-zitate-a-873892.html

    Sein wohl bekanntestes Zitat ist der Satz: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird heute auch am Hindukusch verteidigt.“ Dieser Satz fiel im Februar 2002, spontan, wie er später erklärte.

    #Allemagne #Art #Wehrmachtstournee #Truppenbetreuung #guerre #Bundeswehr


  • Berlin: Darum verfielen in der DDR so viele Altbauten | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/verfallene-ddr-altbauten-schwarzwohnen-unter-undichten-daechern-312


    Vermieten muss sich wieder lohnen - vor dem Hintergrund der Spekulationsblase und in ihrer Folge explodierender Mieten bringt die Berliner Zeitung ein Propagandastück das vorführt, wie schön es sich mit der Wahrheit lügt.

    Die Kernthese des Artikels lautet, dass die Altbauten in der DDR verfielen, weil die Mieten nicht erhöht wurden.

    Am Anfang steht ein tolles Foto von Altbauten in Berlin-Mitte, die, anders als der Artikel nahe legt, bereits in den 1920ger Jahren ähnlich ausssahen. Es war eine graue Gegend der einfachen und armen Leute, die an das Scheunenviertel grenzte. Heute ist alles neu verputzt, mit modernen Fassadenfarben bunt gemacht, mit viel Geld entkernt und neu auf die Bedürfnisse wohlhabender Innenstadtbewohner zugeschnitten. So etwas hat es bis vor Kurzem in dieser Gegend nicht gegeben.

    Wer es genauer wissen möchte, kann ja mal Hans Fallada, Joseph Roth oder Egon-Erwin Kisch lesen.

    Schön beschrieben ist die Rechte-Tasche-linke-Tasche-Finanzierung von Teilen der DDR-Volkswirtschaft. Das liest sich wie so-muss-Sozialismus , stimmt aber nicht, denn der Kontext fehlt weitgehend. Nur in Anspielung erwähnt wird das Wunschdenken der obersten DDR-Führung, das den realistischeren Teil der Kader zu immer verwegeneren Manövern zwang. Etwas mehr Ehrlichkeit hätte den Laden wahrscheinlich gerettet, denn jeder kannte die Probleme und jeder wäre bereit gewesen, etwas zu ihrer Lösung beizutragen.

    Moskau-Hörigkeit, ein Verständnis von sozialistischer Kampfgemeinschaft direkt aus der Stalinzeit und die reale Bedrohung alles Erreichten durch kalte Krieger aus dem Westen schufen ein Zwickmühle, in der jede DDR-Führung gefangen blieb. Dass mit Minimieten keine Altbausanierung machbar war, war kein Geheimnis. So wollte man einfach nicht vorgehen. Die Lösung sollte ähnlich aussehen wie im garnicht so weit entfernten Westen, nur etwas französischer, besser und sozialer. Abriss und Neubau waren angesagt. Das war und ist billiger und wurde in West wie Ost flächenddeckend praktiziert.

    In der DDR beendete erst das Durcheinander der Nachwendezeit diese Wohnungspoitik. Im Westen, besonders in Westberlin, hatte bereits ab den siebziger Jahren ein Umdenken eingesetzt, erkämpft durch Bürgerinitiativen gegen die autogerechte Stadt und eine breite Welle Hausbesetzungen. Den Immobilienspekulanten und Plattmachern ganzer Viertel wurde das Leben schwer gemacht, bis eine beharrliche Räumungspolitik und ausgefuchste Polizeitaktiken, bekannt unter dem Namen Berliner Linie, den Einzug der Investorenarmeen vorbereitet hatten.

    Mit zwanzig Jahren Verspätung setzt die von Politik und Spekulanten erhoffte Verwertung der in Selbsthilfe ihrer Bewohner und mit staatlichen Zuschüssen stabilisierten Berliner Altbausubstanz ein. Der Verkauf der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GSW an internationale Spekuanten im Jahr 2004 diente als Fanal und Aufbruchssignal in eine schöne neue Immobilienwelt, in der zur Miete Wohnen zu Armut und Abhängigkeit von staatichen Leistungen führt. Heute wohnt nur noch sicher, wer gut investiert hat und Besitzer seiner Bleibe ist.

    Schlimm für die Vielen, gut für die Wenigen. Das verlangt nach einer brillanten Rechtfertigung. Dafür ist der verlinkte Artikel gut.

    Zurück seiner Kernthese: Die Altbauten in der DDR verfielen, weil die Mieten nicht erhöht wurden. Wir haben gesehen, dass viele Faktoren dazu beitrugen. Ein Umsteuern wäre möglich gewesen, war aber nicht beabsichtigt, denn die Altbausanierung wurde als Luxus angesehen, unverantwortlich für einen sozialistischen Staat, der über begrenzte Mittel und zu wenige Arbeitskräfte verfügt. Wohnraum schaffen ging und geht besser und billiger im Industriemaßstab auf der grünen Wiese. Saniert wurde dennoch, und zwar als museale Ausnahme. Die Husemannstraße zwischen Kollwitzplatz und Danziger Straße erwähnt der Artikel ausdrücklich. Sie diente aus Anlass der 750 Jahr Feier als Gegenstück zum in Beton wieder errichteten Nikolaiviertel an der Spree.

    Quellen:
    Wohnungspolitik- Berliner MieterGemeinschaft e.V.
    https://www.bmgev.de/politik/wohnungspolitik.html
    Berliner Wohnungspolitik: Teil 2 – Die rot-rote Koalition
    https://www.bmgev.de/politik/wohnungspolitik/berliner-wohnungspolitik-die-rot-rote-koalition.html

    GSW Immobilien
    https://de.wikipedia.org/wiki/GSW_Immobilien
    Liest sich wie eine Selbsdarstellung von Heuschrecken.

    Joseph Roth
    https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Roth

    Hans Fallada
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Fallada

    Egon Erwin Kisch
    https://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Erwin_Kisch

    1921 siedelte Kisch wieder nach Berlin über, das bis 1933 sein Hauptwohnsitz bleiben sollte. ... Im Jahr 1922 wurde er Berliner Korrespondent der Brünner Tageszeitung Lidové noviny. Die Arbeit für diese Zeitung war seine Haupteinnahmequelle, er publizierte aber auch in vielen anderen Zeitungen und gab vor allem Reportagebände heraus.


    Sportpalast Sechstagerennen 1927 - Herren und Damen der Halbwelt tanzen in den frühen Morgenstunden

    #DDR #Berlin #Geschichte #Immobilien #Wohnen #Spekulation


  • Hemmungslose Optimisten : 30 Jahre DDR-Chip U61000 | heise online
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Hemmungslose-Optimisten-30-Jahre-DDR-Chip-U61000-4161968.html


    Aujourd’hui est le trentième anniversaire du circuit intégré 1 MBit développé en RDA.

    Es sollte ein Meilenstein auf dem Weg der technischen Aufholjagd des Ostblocks werden: Der erste 1-Megabit-Speicherchip, der in der DDR entwickelt und gebaut wurde. Am 12. September 1988 präsentierten Projektleiter Bernd Junghans, Chefkonstrukteur Jens Knobloch und weitere Kollegen den “U61000” im Sitzungszimmer des Politbüros in Berlin. Auf einer sechseinhalb Meter langen Papierbahn stellten die Forscher von Carl Zeiss Jena den Schaltkreis des DDR-DRAM-Chips vor.

    #DDR #histoire #informatique


  • Souvenir d’un paysage. Pour Manuela

    http://www.progress-film.de/erinnerung-an-eine-landschaft-fur-manuela.html

    Un documentaire réalisé en 1983 et produit par la DEFA (monopole de la production cinématographique en Allemagne de l’est)

    Il décrit l’extension inexorable des mines de charbon à ciel ouvert au sud de Leipzig. La scène entre 21:26 et 23:10 est notamment édifiante : un planificateur explique les différentes phases du projet programmé jusqu’en 2020. La chute du mur n’a rien remis en cause de ce coté là. D’ailleurs on y voit la figure de Marx, non pas hanter l’époque, mais y servir de bibelot utilitaire.

    Le réalisateur avait bien compris que le modèle « socialiste » n’était que l’autre camp du capital, et non pas une alternative radicale. Les nécessités mises en avant par la planificateur, et qui sont celles de l’investissement productif, ne dépareraient pas dans les discours d’un partisan de l’aéroport à NDDL, par exemple.


  • Prozess am Amtsgericht Tiergarten: Untreue im Mauermuseum
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/prozess-am-amtsgericht-tiergarten-untreue-im-mauermuseum/22852604.html

    Dass das antikommunistische Gruselkabinett in der Friedrichstraße eine Goldgrube ist, war bereits bekannt. Unbekannt war bisher das Ausmaß von Gier und Raffsucht des Betreibers und seiner Unterlinge. Wie der Herr so’s Gescherr sagt man, oder, für alle, denen es besser gefällt, der Fisch stinkt vom Kopfe her .

    Ein Mitarbeiter zweigte über Jahre 207.000 Euro ab, um seine Spielsucht zu finanzieren. Der Umgang mit Geld sei damals im Museum eher lax gewesen, berichten Zeugen.

    KERSTIN GEHRKE

    Chefin Alexandra Hildebrandt fehlte, als ihr einstiger Mitarbeiter aus der Buchhaltung vor die Richter trat: Im Mauermuseum am Checkpoint Charlie hatte Thomas K. über Jahre hinweg Geld für sich abgezweigt – insgesamt 207.000 Euro. Wegen gewerbsmäßiger Untreue kam er am Donnerstag vor das Amtsgericht Tiergarten und gestand: „Ich habe Überweisungen getürkt, um meine Spielsucht zu finanzieren.“

    In der Zeit von März 2013 bis Januar 2017 blieb der Schwindel im privaten Museum unentdeckt. 162-mal ergaunerte der Diplom-Kaufmann Beträge zwischen 213 und 5.567 Euro. Bis im Steuerbüro eine Summe von 6.000 Euro für Kopfzerbrechen sorgte. Ermittlungen führten zu zwei Anklagen. Im zweiten Fall wurde der Vater von K. mitangeklagt, der damals an der Kasse saß. 2015 hätten sie 6.000 Euro mit einer gefälschten Quittung veruntreut. Ein Vorwurf, den sie bestreiten.

    Die Chefs hätten „dauernd Bargeld“ aus der Kasse genommen
    Die 59-jährige Leiterin des Museums sollte vor allem zur zweiten Anklage befragt werden. Wie ihr Mann war sie zu 10.30 Uhr geladen. Sie fehlten. Die Zeugen seien unentschuldigt nicht erschienen, so das Gericht. 200 Euro Ordnungsgeld, ersatzweise vier Tage Ordnungshaft wurden verhängt und eine polizeiliche Vorführung für den nächsten Prozesstermin angeordnet.

    Thomas K. hatte 2010 im Museum angefangen. Bereits damals sei er ein Zocker gewesen, so der Angeklagte. „Es hat sich gesteigert.“ Er habe mit doppelten Überweisungen begonnen. „Leider ist das, was ich gemacht habe, nicht eher aufgefallen.“ Inzwischen habe er eine Therapie hinter sich und suche einen beruflichen Neuanfang. Ein Gutachter attestierte dem Angeklagten eine Spielsucht.

    Nach Aussagen von Zeugen entstand der Eindruck, dass der Umgang mit Geld damals im Mauermuseum eher lax war. Die Chefs hätten „dauernd Bargeld“ aus der Kasse genommen.

    Hildebrandt wegen Entbindung zu spät

    Der Prozess gegen den mitangeklagten Vater von K. wurde abgetrennt. Er soll später neu aufgerollt werden. Für den Sohn forderte der Ankläger drei Jahre Haft. Das Gericht folgte dem Anwalt und verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung. Zudem wurde die Einziehung von 207.000 Euro angeordnet.

    Und dann tauchte die Museums-Direktorin, die mit 58 Jahren ihr siebtes Kind erwartete, doch noch auf. Zweieinhalb Stunden zu spät, hieß es. Sie soll erklärt haben, sie habe „gerade entbunden“. Sie kann nun schriftlich vortragen, warum sie fehlte. Das Gericht würde den Sachverhalt dann prüfen.

    #Berlin #Tourismus #Kriminalität #Checkpoint_Charlie #Kreuzberg #Friedrichstraße #Politik #Antikommunismus #Mauer



  • Futuro 13 : Das Ufo im Plänterwald | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/futuro-13-das-ufo-im-plaenterwald-30166208

    Heute steht Futuro 13 wieder im Originalzustand am Spreeufer. Es ist ein Rückzugsort, ein Raum für Begegnungen. Firmen buchen es als Sitzungsraum, Künstler für kleine Veranstaltungen wie Performance und Lesungen. Architekten und Studiengruppen kommen zur Besichtigung, Ingenieure testen die Verträglichkeit der Kunststoffhülle. Futuro 13 ist ein Versuchsfeld für Forscher. Filmteams nutzen es gelegentlich als Drehort, manchmal finden kleine Feiern statt. Eine rein kommerzielle Nutzung, etwa für Werbezwecke, lehnt Cora Geissler ab, auch Partys.

    Futuro - Wikipedia
    https://en.wikipedia.org/wiki/Futuro

    A Futuro at Espoo Museum of Modern Art, Finland.

    A Futuro house in Warrington, New Zealand.
    Futuro, or Futuro House, is a round, prefabricated house designed by Matti Suuronen, of which fewer than 100 were built during the late 1960s and early 1970s. The shape, reminiscent of a flying saucer, and the structure’s airplane hatch entrance has made the houses sought after by collectors. The Futuro is composed of fiberglass-reinforced polyester plastic, polyester-polyurethane, and poly(methylmethacrylate), measuring 4 metres (13 feet) high and 8 metres (26 feet) in diameter.

    #Berlin #DDR #Finlande #Architecture


  • Das Brandenburger Tor als Denkmal für Mord, Erpressung, Feigheit, und Verrat.


    Fidel Castro am Brandenburger Tor
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Lamberz

    Von 1945 bis 1991 kam Viktoria ohne Eisernes Kreuz aus, und verzichtete auf preußischen Militarismus im Siegerkranz. Hier zu sehen beim Besuch des kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro in Ostberlin am 14.7.1972. Der Berliner Stadtkommandant Arthur Kunath erläutert dem kubanischen Ministerpräsidenten den Blick nach Westberlin.

    Berlin, Fidel Castro an der Grenze

    Berlin: Castro / Die Partei- und Regierungsdelegationen unter Leitung des Ersten Sekretärs der KPK und Ministerpräsidenten der Revolutionären Regierung der Republik Kuba, Fidel Castro(M), besichtigte am 14.6.1972 die Staatsgrenze der DDR zu Westberlin. Die Delegation, von Werner Lamberz, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED (2.v.l.), und anderen Persönlichkeiten, begleitet, wurde von Generalleutnant Arthur Kunath, Stadtkommandant von Berlin (2.v.r.), informiert. Rechts: Carlos Rafael Rodriguez, Mitglied des Sekretariats des ZK der KPK und Minister der Revolutionären Regierung.

    Johann Gottfried Schadow, Schöpfer der Quadriga auf dem Brandenburger Tor
    https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottfried_Schadow#Weitere_Skulpturen

    1793: Quadriga (Berlin, Skulpturengruppe auf dem Brandenburger Tor). König Friedrich Wilhelm II. ließ das Brandenburger Tor im Andenken an seinen Vorgänger Friedrich den Großen als Friedenstor errichten.

    Wikipedia vermischt hier Dichtung und Wahrheit. Richtig ist, dass Schadow der Schöpfer von Quadriga und EK im Siegerkranz ist. Über Anlaß und Grund des Baues jedoch verbreitet die online-Enzyklopädie im Schadow-Artikel 232 Jahre nach den Ereignissen immer noch Preußenpropaganda.


    7.7.1991 Berlin.- Brandenburger Tor, Quadriga. Preußischer Adler auf Eichenkranz am Stab der Göttin mit Eisernem Kreuz

    Der Artikel über Brandenburger Tor und Quadriga ist da schon erhellender.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Brandenburger_Tor#Quadriga

    „Victoria konnte als Symbol nahtlos in die Bildsprache des Absolutismus eingegliedert werden. Sie diente Friedrich Wilhelm folglich als […] Legitimierung der eigenen Militäraktion im Herbst 1787 und der anschließenden Bündnispolitik, die eine Friedensabsicht verfolgte.

    Wozu eine Quadriga?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Quadriga

    Als Fahrerin ist in der Kunst oft die Göttin Eirene dargestellt. Man findet aber auch Apollon als Fahrer in der antiken Kunst vor.

    Die historischen Vorbilder der Berliner Quadriga werden von der Göttin des Friedens oder vom Gott der Dichtung gelenkt. Auf dem Brandenburger Tor dominiert eine preußische Siegesgöttin. Das macht neugierig. Wo Frieden symbolisch durch kriegerischen Triumph ersetzt wird, müssen wir die Wahrheit unter den Opfern auf den Schlachtfeldern suchen.

    Die Errichtung des repäsentativen Brandenburger Tors ist das Ergebnis einer Aneinanderreihung von Lügen und Betrügereien. Im Krieg gegen die junge holländische Republik siegte Preußenkönig Friedich Wilhelm II. durch Verrat. Der schwache König Ludwig XVI. von Frankreich ließ die mit ihm verbündeten holländischen Patriotten (mit Doppl-T) ohne Schutz. Zwei Jahre vor der Französischen Revolution hatte er gedroht, den 25.000 Preußenkriegern ein Heer von 100.000 Soldaten entgegen zu stellen, diese Soldaten jedoch nie geschickt.

    Verhandlungen und Vorbereitung
    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_II._(Preu%C3%9Fen)#Verhandlungen_und_Vorbereitung


    Die Wahrheit kennen wir als erstes Opfer jeden Krieges. Auch hier war eine gefälschte Depesche von Wilhelmine von Preußen der Frau des Statthalters in den Niederlanden Wilhelm V. und Schwester des Preußenkönigs Auslöser und Vorwand für den Einmarsch der Preußentruppen unter dem Herzog von Braunschweig.

    Letztlich zwang eine Kutschfahrt Wilhelmines den König zur militärischen Intervention. Am 26. Juni 1787 wollte Wilhelmine provokativ ohne Geleitschutz von Nimwegen nach Den Haag reisen. Nach Zwei Dritteln der Strecke wurden die Wagen an einem holländischen Grenzübergang bemerkt und vor dem Übersetzen mit der Fähre über den Fluss Leck angehalten. Bei Schonhoven wurden die Insassen durch ein Patriotten-Freikorps nicht zum Umkehren, sondern zum Warten aufgefordert.

    Diese „Festnahme“, die real keine wahr, da die Prinzessin ja nur die Entscheidung der Generalstaaten über ihre Weiterreise abwarten sollte, um dann ihre Fahrt fortsetzen zu können, schilderte sie Friedrich Wilhelm II. als „Inhaftierung“ mit „unwürdiger Behandlung“. In Wahrheit wurde Wilhelmine im Wohnhaus des Kommandanten untergebracht und standesgemäß behandelt. Letztlich beschlossen die Generalstaaten die Rückreise Wilhelmines nach Nimwegen.

    Preußische Intervention in die Niederlande (1787)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_II._(Preu%C3%9Fen)#Einmarsch

    am 10. Oktober 1787 kapitulierte Amsterdam. Wilhelm V. wurde als Statthalter wieder eingesetzt. Die Wiederherstellung des Friedens in den Niederlanden verherrlichte der preußische König in Berlin mit dem Bau des Brandenburger Tors. Das Brandenburger Tor orientierte sich an den Propyläen des Perikles (dem Torbau der Akropolis in Athen). Mit dieser Anspielung auf Perikles inszenierte sich der König als Begründer eines goldenen Zeitalters, das aus einer klugen Bündnispolitik, d. h. auf Basis der protestantischen Allianz zwischen Preußen, den Niederlanden und Großbritannien, hervorgeht. Die außenpolitische Realität der nächsten Jahre unterschied sich jedoch deutlich von diesem Anspruch.

    Was für ein Sieg, dabei war Friedich Wilhelm II. nicht in Holland. Er gab nur den Befehl zum Krieg und ließ dann seine Offiziere ihr Werk als Schuldeintreiber und Auftragsmörder verrichten. Das Brandenburger Tor macht den feigen Sack dann nachträglich doch zum Helden seiner Klasse.

    Die Zahl der beteiligten Soldaten belegt, dass die Kampagne keine unbedeutende war. Zahlreiche Opfer sind gefallen, die allgemein bekannten Berichte enthalten uns ihre Zahl vor. Die damals auf Feldzügen üblichen hygienischen Zustände, zehn Tage Belagerung und Kampf um Amsterdam und einige Begegnungen mit Einheiten der Patriotten lassen vermuten dass wenigesten tausende Soldaten auf Befehl des Königs ihr Leben lassen mussten. Auch dieser Krieg war Massenmord im Machtkampf von Monarchen.

    Patriotten
    https://de.wikipedia.org/wiki/Patriotten

    Obwohl 1787 durch die preußische Invasion unterdrückt, erhob die Partei der Patriotten bald wieder ihr Haupt und bewirkte mit Hilfe der Franzosen 1795 die Vertreibung der Oranier und die Errichtung der Batavischen Republik.


    ca. 1855 Photographische Aufnahme des Brandenburger Tores von Leopold Ahrendts (1825–1870)


    Die blutige Arroganz unserer Brandenburger Kutsche wird von den Stadtbären des Plastik-Zeitalters aufs Schönste ihrer Bedeutung entkleidet. Beliebigkeit siegt über Preußenheroismus. Wie nett.

    #Berlin #Mitte #Pariser_Platz #DDR #Mauer #DDR #Kuba #Geschichte #Preußen #Militarismus


  • Verdacht der Zwangsadoptionen : Die verlorenen Kinder der DDR - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/verdacht-der-zwangsadoptionen-die-verlorenen-kinder-der-ddr/22734108.html

    Depuis 69 ans le régime anticommuniste en Allemagne de l’Ouest soigne le mythe du régime inhumain à l’Est. Les Allemands sont exposés à un matraquage idéoligique composé de faits présentés dans un contexte historique manipulé et d’histoires abominables purement inventées dans le but de discréditer socialisme et démocratie sans propriété privée.

    Cette longue histoire de mensonges est responsable pour de la souffrance humaine depuis le début. Aujourd’hui le très conservateur journal berlinois Tagespiegel nous relate le sort de victimes imaginaires à la souffrance réelle. Ce sont des anciens citoyens de la RDA qui croient qu’on leur a volé leurs enfants alors que même les plus acharnés enquêteurs anticommunistes affirment que leurs soupçons sont infondés parce qu’il est impossible de trouver la moindre trace des crimes supposés dans les dossiers. Il n’y a ni témoin ni preuve matérielle pour l’enlèvement caché d’enfants par une institution de la RDA.

    Cette histoire montre l’Allemagne d’aujourd’hui comme un pays où la souffrance induite par la contradiction entre les vraies conditions de vie, leur présentation idéologique et la fausse image d’une société honnête produit un sentiment d’insécurité allant jusqu’à la folie chez des personnes déjà fagilisées.

    C’est un exemple pour la violence structuelle qu’on trouve d’habitude quand on regarde de près la pauvreté matérielle et ses origines. Là nous assistons à de la souffrance suite à de la violence structuelle purement idéologique. Elle est quand même structuelle parce que l’anticommunisme est la clé de voûte de la raison d’être de l’état capitaliste allemand.

    Sie hat ihre Tochter nie gesehen. Sie sei tot, sagte man ihr nach der Geburt. In Akten jedoch steht etwas anderes. So wie Katrin Huhnholz sehen sich 160 Mütter und Väter als Opfer der DDR.

    von FRANK BACHNER

    Drei Schritte neben dem Terrarium, wo zwei Leopardengeckos regungslos im Sand glotzen, steht der Esszimmertisch. Eine dunkelblaue Decke liegt darauf, eine rote Kerze steht in der Mitte. Hier hätte Katrin Huhnholz Kaffee und Kuchen serviert. Hier hätte sie mit der Frau, die ihrer Nichte so verblüffend ähnlich sieht, geredet. Hier hätten die beiden Baby-Fotos betrachtet, Aufnahmen von Huhnholz’ Kindern und Fotos der Besucherin als Säugling. Hier hätten sie vor allem die wichtige Frage besprochen: Wann macht die Besucherin einen Erbgut-Test?

    Dann, mit dem Ergebnis, hätten sie endlich die Antwort auf eine noch viel wichtigere Frage gehabt: War die fremde Frau, die hier in dieser kleinen Wohnung in Leipzig Kaffee hätte trinken sollen, die leibliche Tochter von Katrin Huhnholz?

    Am 17. Februar 2018 wollten sie sich treffen. So war der Plan.

    Der Plan ging schief.

    Die Frau ist nie aufgetaucht, es gibt keinen DNS-Test, es gibt keine Antwort.

    Vier Monate später sitzt Katrin Huhnholz am Esszimmertisch vor einem dicken Ordner und blättert Dutzende Dokumente durch, auf denen „Totenschein“ steht und „Autopsiebericht“ oder „gynäkologische Anamnese“. In diesem Ordner ist die Tragik im Leben der Katrin Huhnholz, 53 Jahre alt, Verkäuferin, dokumentiert. Sie blättert, schaut hoch, blättert wieder, schaut wieder hoch, irgendwann sagt sie: „Ich komme jetzt nicht mehr weiter. Da ist ein Gefühl der Ohnmacht.“ Die Trauer liegt weniger im Tonfall, sie ist in den Augen zu sehen, in den Blicken hinter der braunen Hornbrille.

    Ihr Verdacht klingt ungeheuerlich

    Die 53-Jährige, in Leipzig geboren und aufgewachsen, hat einen Verdacht. Einen, der ungeheuerlich klingt. Der Verdacht lautet: Ihre erste Tochter, nach Mitteilung der Ärzte in Leipzigs Universitätsklinik 1985 bei der Geburt gestorben, ist gar nicht tot. Die Ärzte haben gelogen und Huhnholz’ Tochter lebte, wurde im Krankenhaus weitergereicht, verkauft. Verkauft gegen Devisen an ein Ehepaar aus dem Westen, das ein Kind adoptieren wollte. Alles überwacht von der Stasi.

    Im Sitzungssaal 1228 des Berliner Jakob-Kaiser-Hauses stehen sechs Säulen aus nacktem Beton. Die Rollos der riesigen Fensterfront sind bis zum Boden heruntergelassen. Hier tagt am Montag der Petitionsausschuss des Bundestags, hier sitzt neben dem Ausschussvorsitzenden ein schmächtiger Mann mit Halbglatze und dunkelblondem Schnauzbart. Andreas Laake hat 2015 die „Interessengemeinschaft (IG) Verlorene Kinder der DDR“ gegründet, 1500 Eltern, deren Freunde und Angehörige sind dort organisiert. Die meisten sehen sich als Opfer von Zwangsadoptionen, 160 Väter und Mütter der IG aber als Betroffene eines vorgetäuschten Säuglingstodes.

    Ihr Verdacht nährt sich aus Ungereimtheiten in Unterlagen, er nährt sich durch den Vergleich mit Fällen, bei denen andere Frauen Zweifel am Tod ihrer Kinder haben. Fälle zwischen den 60er Jahren und 1989. Vielleicht wurden ihre Kinder von Westlern adoptiert oder von linientreuen DDR-Genossen, sie halten beides für möglich.

    Die Forderung: Unterlagen sollen aufbewahrt werden
    Laake hat nun die politische Ebene erreicht. Der Petitionsausschuss kümmert sich an diesem Tag um Zwangsadoptionen, aber auch um den angeblichen, vorgetäuschten Säuglingstod. Die IG hat den Abgeordneten im April eine Petition mit neun Forderungen überreicht. Eine längere Aufbewahrungsfrist von Unterlagen ist eine davon.

    Jetzt findet dazu die Expertenanhörung statt. Einer der Experten ist Laake, und als er an der Reihe ist, zittert seine Stimme. „Die Ungewissheit ist grauenhaft. Viele sind deshalb krank geworden.“ Die trauernden Eltern hätten Fragen. Lebt mein Kind noch? Und wenn ja, wo? Warum ist auf Krankenakten das Geburtsgewicht unterschiedlich vermerkt? Warum gibt es oft erst gar keine Akten? Wo ist mein Kind begraben? „Gräber wurden geöffnet, niemand lag drin.“

    Für die IG gibt es einfach zu viele Merkwürdigkeiten. Einige Geburtsurkunden wurden mit Schreibmaschine ausgefüllt und dann handschriftlich ergänzt. So stand dann hinter dem Hinweis „Junge“ plötzlich ein Mädchenname und umgekehrt. Oft waren die Mütter jung oder sogar noch minderjährig. Keine von ihnen war politisch auffällig. Auch Katrin Huhnholz nicht.

    Aber es müsste Mitwisser geben, wenn das alles stimmte, es wäre ja ein System gewesen. Leute, die jetzt vielleicht ein schlechtes Gewissen haben. Ja, sagt ein IG-Vorstandskollege von Laake am Telefon, die gibt es. „Wir haben mit Hebammen und Ärzten von damals gesprochen, die bestätigten, dass Adoptiveltern schon auf dem Gang gewartet hätten. Aber aus Angst geben sie das öffentlich nicht zu.“

    „War es ein Mädchen oder ein Junge?“

    Katrin Huhnholz’ Geschichte begann am 7. Mai 1985 in einem Kreissaal der Uniklinik Leipzig. Hier brachte sie ihre Tochter zur Welt, für die 17-jährige Mutter zugleich eine Tragödie. Die Ärzte hatten ihr schon Tage zuvor erklärt: „Ihr Kind wird bei der Geburt sterben.“ Leber und Darm des Babys lägen durch eine Fehlbildung im Mutterleib außerhalb des Körpers.

    Sofort nach der Geburt wurde das Kind in ein Tuch eingewickelt und weggebracht. Katrin Huhnholz hat es nie gesehen. „War es ein Mädchen oder ein Junge?“, habe sie eine Medizinstudentin gefragt, die bei der Geburt anwesend war. „Ich weiß es nicht“, sei die Antwort gewesen, „ich darf es Ihnen nicht sagen.“ Niemand sagte Katrin Huhnholz, wo das Kind beerdigt werden würde. Sie fragte auch nicht danach.

    Weshalb fragt eine Mutter nach dem Tod ihres Kindes nicht nach der Grabstelle? Eine Mutter, die nicht mal Abschied nehmen durfte? 33 Jahre später, im Esszimmer, trifft Katrin Huhnholz die Frage wie ein Schlag. Ihr Körper verkrampft, sie windet sich, sucht nach Erklärungen. Irgendwann zieht sie sich auf den Satz zurück: „Ich war jung.“

    Sie steckte in der Lehre als Verkäuferin, der Vater ihrer Tochter war gerade mal ein Jahr älter, sie war überfordert. Doch es gab einen Moment, an dem sie damals schon stutzte. Ihre Freundin hatte auch eine Totgeburt, aber die durfte sich von ihrem Kind verabschieden.

    Das wachsende Entsetzen
    1991 wurde ihre Tochter Lisa geboren, lebend. Katrin Huhnholz lag wieder in der Uniklinik, sie erhielt ihre Krankenakte und blätterte flüchtig durch. An einem Blatt blieb sie hängen. Eine Seite mit Angaben zu ihrer offiziell damals seit sechs Jahren toten Tochter. Geburtsgewicht: 3400 Gramm, Größe 50 Zentimeter. „Die Zahlen haben sich eingebrannt.“ 2003 kam ihr Sohn auf die Welt, auch er gesund.

    Als Drama begann für Katrin Huhnholz diese Geschichte 2011. Im Internet stieß sie auf eine Reportage über Zwangsadoptionen und mysteriöse Totgeburten von Säuglingen in der DDR. Betroffene Mütter schilderten, was sie im Krankenhaus erlebt hatten und dass sie auf Ungereimtheiten in Dokumenten stießen. Katrin Huhnholz las mit wachsendem Entsetzen. Zu ihrer Tochter habe sie gesagt: „Das klingt wie bei meinem ersten Kind, das ist haargenau der gleiche Ablauf.“

    Fünf Jahre später stieß sie auf die Facebook-Seite der „IG Gestohlene Kinder der DDR“. Sie las Schicksale, die ihrem ähnelten, und jetzt wollte sie Gewissheit, unterstützt von ihrer Tochter. Auf Ebay schaltete sie eine Anzeige. „Suche Frauen, die am 7. 5. 1985 in der Uniklinik Leipzig geboren wurden.“ Eine Frau antwortete. „Ich wurde am 30. April geboren, geht das auch?“ Eigentlich, erwiderte Katrin Huhnholz, sei das ja das falsche Datum, aber man könne sich ja trotzdem mal austauschen.

    Auf Facebook suchte sie nach einem Bild der Unbekannten. „Sie sah meiner Nichte total ähnlich.“ Katrin Huhnholz schrieb ihr auf Facebook, berichtete über das Schicksal ihrer Tochter, über ihre Zweifel an deren Tod, die andere schrieb zurück, irgendwann fragte Katrin Huhnholz: „Hast du ein Babyfoto von dir?“ Kurz darauf erhielt sie eines.

    Am Esszimmertisch geht ein Ruck durch Katrin Huhnholz, sie erzählt von dem Moment, als sie das Foto sah. „Da ist mir das Herz stehen geblieben.“ Das Baby auf dem Foto sah aus wie ihre eigenen Kinder im Babyalter.

    Nun habe auch die andere Frau wissen wollen, was die Wahrheit ist. Sie verabredeten sich zu Kaffee und Kuchen. Doch am Abend vor dem Treffen sagte die Frau ab. Die Tochter sei krank.

    Am nächsten Tag wurde Katrin Huhnholz von ihr auf Facebook geblockt. Die Verkäuferin war fassungslos. Sie besaß weder Telefonnummer noch Adresse von der anderen.

    War die Blockade Selbstschutz?
    Hatte die Frau Angst vor der Wahrheit? War die Blockade also Selbstschutz? Am einfachsten wäre es ja gewesen, die Mutter dieser Frau zu fragen. Die musste die Wahrheit ja wissen. Aber hätte sie ehrlich geantwortet, wenn sie das Kind heimlich adoptiert hätte? Katrin Huhnholz hat nie erfahren, was die Mutter sagte. Die Frau, die ihrer Nicht so ähnlich sieht, hat dazu jede Aussage verweigert.

    Katrin Huhnholz konzentrierte sich auf Unterlagen, die ihr weiterhelfen könnten. Die Uniklinik Leipzig, Gesundheitsamt, Statistisches Bundesamt, Standesamt, Stasi-Unterlagenbehörde, alle möglichen Behörden und Einrichtungen bat sie um Unterlagen. Oft lautete die Antwort: keine Dokumente vorhanden. Eine Stasi-Akte von ihr wurde nie gefunden.

    Von der Uniklinik Leipzig erhielt sie ihre Krankenakte. Und sofort verstärkte sich Huhnholz’ Verdacht. Das Blatt mit den Geburtsdaten, 3400 Gramm Gewicht, 50 Zentimeter Größe, fehlte. Stattdessen fand sie, unter ihrem Namen, Unterlagen zu einem Baby, das zwar unter jenen Fehlbildungen litt, die angeblich ihr Kind hatte. Aber dieses Baby wog bei der Geburt 1880 Gramm und war 40 Zentimeter groß. „Ich kann mir vorstellen, dass man die Akte eines wirklich gestorbenen Kindes genommen und meinen Namen drauf geschrieben hat.“

    Verschwörungstheorie? Vielleicht. Aber dann erzählt sie die Geschichte mit dem Friedhof. Laut Akten soll ihr Kind auf dem Zentralfriedhof Leipzig begraben sein. Doch die Friedhofs-Verwaltung teilte ihr mit: „Ihr Kind ist hier nicht begraben.“ Nächster Punkt: Vom Statistischen Bundesarchiv erhielt Katrin Huhnholz die Kopie eines Auszugs aus der Lebendgeburt-Statistik der DDR. Neben ihrem Namen steht in der Rubrik „Lebendgeburten“: „Drei.“ Drei? Laut Krankenakte kam Huhnholz’ erste Tochter bereits tot zur Welt, das Kind starb schon im Mutterleib.

    In den Akten findet sich nichts

    Im Sitzungssaal 1228 sitzt zwei Meter neben Laake ein anderer Experte. Der Historiker Christian Sachse, er blickt jetzt sehr mitfühlend, er sagt: „Das tut jetzt einigen verdammt weh.“ Stimmt, Andreas Laake zum Beispiel. Sachse hatte nämlich gerade erklärt: „Wir haben in den Akten keinen einzigen Fall von vorgetäuschtem Säuglingstod gefunden.“

    Und überhaupt: Wie hätte so ein System in der Praxis funktionieren sollen? „So etwas setzt voraus, dass es ein ganzes Krankenhaus mit Inoffiziellen Mitarbeitern hätte geben müssen.“ Hätte es diese fiktiven Tode wirklich gegeben, dann „hätten sie mit Sicherheit Spuren in den Akten hinterlassen“. Haben sie aber nicht. Jedenfalls wurde bislang nichts gefunden.

    Gut, ein schreckliches Szenario hält Sachse für möglich. Jungen Frauen in Jugendwerkhöfen, die gerade ein Kind geboren hatten, wurde gesagt, der Säugling sei bei der Geburt gestorben. Werkhöfe waren das gefürchtete Sammelbecken für Jugendliche, die als schwer erziehbar galten. In Wirklichkeit hätten linientreue Genossen heimlich das Baby adoptiert. Eine Möglichkeit, nicht bewiesen.

    Auch die Expertin Maria Nooke, Brandenburger Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, muss Laake weh tun. „Wir haben keinen einzigen Fall gefunden, der einen vorgetäuschten Säuglingstod belegt.“ Das gelte auch für die Stasi-Unterlagen-Behörden. Mit entsprechender Sachaufklärung bei Betroffenen könne man sogar Ungereimtheiten bei Unterlagen auflösen. Aber der Verlust eines Kindes, die Trauer, die Ungewissheit über das Schicksal, das alles ist nicht mit Statistik zu bewältigen. Deshalb, sagt Nooke auch, benötigten Betroffene eine psychosoziale Trauerarbeit.

    Die Ängste vor der Wahrheit bleiben

    Auch Katrin Huhnholz kann mit Statistik nichts anfangen. Die hilft ihr nicht weiter, wenn es um ihr eigenes Kind geht. Ihre offenen Fragen bleiben ja. Und so klammert sie sich in Gedanken an die Frau, die als Baby so aussah wie ihre eigenen Kinder. Inzwischen hat sie die Adresse dieser Frau herausgefunden und ihr einen Brief geschrieben. „Mir geht’s nur um den DNA-Test.“

    Doch zugleich tobt in der 53-Jährigen weiter ein innerer Kampf. Die Katrin Huhnholz, die so sehr auf Antworten drängt, die bremst sich zugleich. Die Sehnsucht nach der Wahrheit ist größer geworden, die Ängste vor dieser Wahrheit sind aber immer noch da.

    Sie stand sogar mal vor dem Haus der Frau, sie wollte sehen, wie die lebt. Aber sie nahm keinen Kontakt zu ihr auf. Warum nicht? Da knetet Katrin Huhnholz die Hände, die Antwort kommt erst nach Sekunden. „Der nächste Schritt muss von ihr kommen. Sie hat meine Nummer.“

    Katrin Huhnholz hat noch nicht vergessen, dass in dieser Geschichte nicht bloß sie ein Opfer sein könnte. „Diese Frau“, sagt sie leise, „muss ja auch alles verarbeiten können, wenn herauskommt, dass sie meine Tochter ist.“

    #DDR #histoire #propagande #anticommunisme


  • Rummelsnuff - Stalinallee
    https://www.youtube.com/watch?v=s2usu281MtQ


    Encore une variation sur le thème

    Genossen!
    Marx ist Theorie,
    mit Stalin lebt sie auf!
    In Pracht erstrahlt die Volksallee,
    erhebt das Glas darauf!

    Das ist dein Boulevard,
    du Arbeitsvolk!
    Kommt Seit an Seit hervor!
    Zu Mokkamilch und Filmkultur
    beim Frankfurter Tor!

    Kilometerlange Macht
    gen Morgensonne weist!
    Marx, Mielke, Stalin, Shilkin,
    hier strömt der Lebensgeist!

    Das ist dein Boulevard,
    du Arbeitsvolk!
    Kommt Seit an Seit hervor!
    Zu Mokkamilch und Filmkultur
    beim Frankfurter Tor!

    Wir haben im Antlitz der Fassaden
    den Friedenstraum gesät...
    Auf amtlichen Paraden
    glänzte Kriegsgerät...

    Und glauben heut die Feinde,
    sie hätten schon gesiegt...
    Der Drang nach Volksdemokratie
    lang nicht am Boden liegt...

    So tickt sie euch erbarmungslos,
    die Welten-Zeiten-Uhr
    und auf dem Kraftwerk dröhnt dazu
    der Bässe Diktatur!

    #musique #DDR #techno #soviétisme #Berlin #Friedrichshain


  • Karlsruhe : Beamte und Lehrer dürfen weiter nicht streiken
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/karlsruhe-beamte-und-lehrer-duerfen-weiter-nicht-streiken-15635659.html


    Les enseignants fonctionnaires en Allemagne continuent à être privé du droit de grève. Le plus haut tribunal constitutionnel Bundesverfassungsgericht souligne la nécessité de conserver le statut des Beamte en tant que serviteurs de l’état. Il s’agit d’un des multiples règlements hérités de l’époque de Bismarck essentiels pour le système politique et socio-économique allemand. La recette du hareng de Bismarck n’en fait pas partie mais il reste néanmoins très populaire en politique.

    Das Streikverbot für Beamte bleibt bestehen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wies am Dienstag die Verfassungsbeschwerden von vier ehemaligen beziehungsweise aktuell verbeamteten Lehrern aus drei Bundesländern zurück. Es bleibt auch in Zukunft in Deutschland bei dem Verbot für Beamtinnen und Beamte, die Bedingungen ihrer Arbeit mithilfe von Arbeitskämpfen ändern zu wollen. Die Lehrer hatten während der Arbeitszeit an Protestveranstaltungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilgenommen und waren deshalb disziplinarisch belangt worden. Dagegen hatten sie geklagt.

    Das Beamtenstreikverbot gehe auf eine in der Staatspraxis der Weimarer Republik begründeten Traditionslinie zurück, sagte Andreas Voßkuhle, Vorsitzender des Zweiten Senats und Präsident des Bundesverfassungsgerichts in seiner Urteilsbegründung. Zudem sei es untrennbar mit den verfassungsrechtlichen Fundamenten des Berufsbeamtentums in Deutschland verknüpft – Voßkuhle verwies insbesondere auf die beamtenrechtliche Treuepflicht sowie das Alimentationsprinzip.

    „Ein Streikrecht für Beamte löste eine Kettenreaktion in Bezug auf die Ausgestaltung des Beamtenverhältnisses aus und zöge fundamentale Grundsätze des Berufsbeamtentums in Mitleidenschaft“, argumentierte Voßkuhle. Im Vorfeld war unter anderem über die Möglichkeit diskutiert worden, denjenigen Beamten, die keine hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, ein Streikrecht zuzugestehen.

    Dem Gedanken erteilte das Bundesverfassungsgericht nun eine Absage. Für solche Beamte, wie im konkreten Fall Lehrer, würde sich dann in gleicher Weise die Frage stellen, womit sich das Fortgelten ihrer beamtenrechtlichen Prinzipien weiter rechtfertigen ließen, hieß es. „Zudem durchbräche die Kategorie eines ’Randbereichsbeamten’ mit Streikrecht das klare Konzept eines zweigeteilten öffentlichen Dienstrechts in Deutschland“, sagte Voßkuhle. Darunter versteht man die Teilung in Beamte einerseits und Angestellte im öffentlichen Dienst andererseits.

    Voßkuhle wies aber darauf hin, dass Beamte zur Wahrung und Förderung der Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen Vereinigungen bilden dürfen. Die Lehrer aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wurden in ihren Verfassungsbeschwerden von der GEW und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt. Von rund 800.000 Lehrern in Deutschland sind nach Angaben des Bundesverfassungsgerichts rund drei Viertel Beamte.

    Der Zweite Senat hatte die Verfassungsbeschwerden im Januar in einer mündlichen Verhandlung erörtert. Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte dabei das besondere Treue- und Fürsorgeverhältnis zwischen Staat und Beamten betont und vor der Trennung in hoheitlich und nicht hoheitlich tätige Beamten gewarnt.

    Bismarckhering
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bismarckhering

    Ernst Schweninger war Dermatologieprofessor und der Leibarzt von Otto von Bismarck, der kränklich war, bis er in den 1880er Jahren von ihm eine Herings-Heildiät aus den berühmten Bismarckheringen verschrieben bekam, die den Reichskanzler vollständig genesen ließ. Dieser urteilte: Schweninger sei der erste Arzt, der ihn behandelt habe, die anderen habe er stets behandelt.
    Die Kulturhistorikerin und Journalistin Petra Foede meint in Wie Bismarck auf den Hering kam · Kulinarische Legenden, dass wahrscheinlich keine dieser Anekdoten stimmt; vielmehr wäre es zur fraglichen Zeit üblich gewesen, alles Mögliche nach dem Reichskanzler zu benennen (Bismarcktürme, Bismarckdenkmale, Schiffe usw.), so auch verschiedene Gerichte. Nach Foede habe nur das Heringsgericht die Zeit überdauert und wird noch heute so genannt.

    Da in der #DDR Bezüge auf den ehemaligen deutschen Reichskanzler politisch nicht gewollt waren, war in der DDR-Küche der Begriff Delikatesshering gebräuchlich.

    #Allemagne #travail #droit #grève #fonctionnaires



  • Auf Sonjas Spuren… | blogsgesang.de
    https://www.blogsgesang.de/2011/05/08/auf-sonjas-spuren

    Rei­henhaus Dammweg 35, fünf Jahrzehnte das Domizil der Beurtons

    Haus Dammweg 35 | OpenStreetMap
    https://www.openstreetmap.org

    Ruth-Werner-Carwitz e.V.: Über Ruth Werner
    http://www.ruth-werner-carwitz.de/p/uber-ruth-werner-ein-kurzer-uberblick.html

    Deckname Sonja - das geheime Leben der Agentin Ruth Werner | Untergrund-Blättle
    http://www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch/gesellschaft/deckname_sonja_das_geheime_leben_der_agentin_ruth_werner.h

    Nach Pinchers Ansicht ist „Sonja“, alias Ursula Beurton alias Ruth Werner, der allergrösste weibliche Spion des 20. Jahrhunderts. „Sie war eine brillante Spionin. Sie wurde nie entdeckt“, sagt er bewundernd, als wäre er beim Pferderennen in Ascot gewesen und hätte auf den Favoriten gesetzt. Und der Aussenseiter gewann. Das macht Pincher nicht ärgerlich, sondern fröhlich. „Aber was ich nicht leiden kann und noch nie leiden konnte - sind Kommunisten.“
    ...
    Dezember 1999. An die Tür des Reihenhauses in Berlin-Plänterwald sind drei Schildchen geschraubt. Beurton. Ruth Werner. Bitte nach dem Klingeln um etwas Geduld.

    Ruth Werner lebt hier seit dem Tod ihres Mannes, Len Beurton, allein. Für Freunde ist das Haus offen, Journalisten sind eher unerwünscht. Len hat vor Jahren mit seinen Krücken ein britisches Kamerateam davongejagt. Nur einmal noch lässt sie sich auf ein Interview ein. Es wird ihr letztes sein. Zehn Tage lang, jeden zweiten Tag für jeweils zwei Stunden gibt die 92-Jährige vor Mikrofon und Kamera des Hessischen Rundfunks Auskunft.

    Sie ist tiefmüde und hochbeherrscht, sie wirkt zerbrechlich und ist streng und aufmerksam. Sie ist Oberst der Roten Armee und noch immer ganz Soldat. Über ihr Leben hat sie - ihrer Meinung nach ausreichend - in dem Buch „Sonjas Rapport“ Auskunft gegeben. Ein Bestseller, damals, 1977, in der Deutschen Demokratischen Republik. Die Menschen rissen sich nach dem Buch

    #espionnage #DDR #guerre_froide


  • Friedrich Engels - Dialektik der Natur - Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen
    http://www.mlwerke.de/me/me20/me20_444.htm

    die Vorfahren der Berliner, die Weletaben oder Wilzen, aßen ihre Eltern noch im 10. Jahrhundert

    Historische Berlin-Mythen: Verspeisten die Berliner früher ihre Eltern? | Berliner-Kurier.de
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez---stadt/historische-berlin-mythen-verspeisten-die-berliner-frueher-ihre-elte

    Prof. Felix Escher: Er wollte zum Ausdruck bringen, dass er die Berliner für ein kulturloses Volk hielt und spottete aus der Ferne gegen die politischen Entwicklungen. In Preußen und Österreich gab es ja im 19. Jahrhundert große slawische Minderheiten, denen man einen minderwertigen Zustand andichtete. Man versuchte, die Dominanz des Germanischen in die Geschichte zurückprojizieren. Engels bringt in diese Debatten eine ironische Lesefrucht ein – auch um das Berliner Gerede zu diskreditieren. Auch Marx hat sich mit den Slawen beschäftigt: Er war der Meinung, dass es bei ihnen kein Privateigentum gegeben hätte.

    Wie kam diese Engels-Glosse in der DDR an?

    Es gab in der Humboldt-Universität in den 1960er-Jahren einen kurzen Kampf über die Anfänge des Feudalismus, wobei auch die Slawen eine Rolle spielten. Der führende DDR-Mediävist Eckhard Müller-Mertens versuchte, die Historizität der Erkenntnisse von Marx und Engels zu hinterfragen, also auf ihren geschichtlichen Gehalt hin zu prüfen. Doch in der Philosophischen Fakultät stieß er auf ganz starke Gegenströmungen von Leuten die fanden: Engels konnte nicht irren.

    Wilzen
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wilzen

    Die Wilzen (auch Wilsen, Wilciken, Welataben) waren ein westslawischer Stammesverband, der im 8. und 9. Jahrhundert im östlichen Mecklenburg, Vorpommern und im Norden Brandenburgs siedelte. Der Stammesverband setzte sich aus namentlich unbekannten Stämmen zusammen, an dessen Spitze ein Samtherrscher oder Großfürst stand. Bis Mitte des 10. Jahrhunderts zerfiel der Stammesverband und es bildete sich eine Reihe von neuen Stämmen, die Ende des 10. Jahrhunderts in den sächsischen Quellen unter der Bezeichnung Lutizen zusammengefasst wurden.

    #Berlin #Geschichte #Kannibalismus #DDR


  • GUN CONTROLS IN OLD EAST GERMANY | theleft-berlin
    https://theleftberlin.wordpress.com/victor-grossmans-berlin-bulletin/gun-controls-in-old-east-germany

    Berlin Bulletin 143, March 25 2018 – Victor Grossman

    My brother-in-law Werner was a passionate hunter. Until his early death he lived in East Germany, called the Deutsche Demokratische Republik, or DDR (in English GDR), which disappeared 28 years ago. I lived there, too, for many years, and it was there that my brother-in-law took me with him on a few hunting trips. I made clear that I did not at all like the idea of shooting a deer, a gracefully beautiful animal. As for the wild boars, hardly beautiful creatures to any eyes but those of their mates and offspring – I didn’t like the idea of shooting them either. I went along partly out of curiosity, partly for the chance to do some bird-watching while he was watching for prey.

    Werner had an amazingly sharp eye for distant grazers, he was skilled with his gun, but also with words as he tried to convince me that hunting, despite its death and blood, was a necessity. With no natural enemies (until recent years when some wolves were re-introduced) an overgrown deer population would bite and ruin acres of young woodland, and the very fecund wild hogs can ruin many potato fields. Their numbers had to be kept in check by humans, he insisted. This did not justify excited hobby hunters banging away at all that moved but, he claimed, did justify a strictly planned improvement of animal ranks.

    I suspect that even this rationale would anger vegetarians and vegans, and I will not argue. But the interesting aspect for me was a system which many would see as a restriction of freedom, typical for such a Communist-run state. Weapons and ammunition were strictly controlled. Rifles, though privately-owned, were locked up at the hunting clubs, usually connected with the forest rangers’ home and station. To get licenses as club members, hunters had to attend classes and pass exams on identifying wild life, avoiding unnecessary cruelty or neglect, shooting ability – and a few old traditional rites for hunters, once restricted to nobility or men of wealth. The rifles could be picked up and returned on an agreed-upon calendar, which governed which animals in which seasons were OK for hunting and which were not: ill animals, yes, for example, but no does with fawns or wild sows with offspring. The rules were strict; every bullet had to be accounted for, whether a hit or a miss!

    Corresponding rules were in force for shooting clubs. Schooling and licenses were required, weapons were kept not at home but at the clubs, ammunition was apportioned and had to be accounted for.

    Yes, these were indeed restrictions on freedom, and most likely had an explanation not only in terms of forestry or sports but also politically, with no unauthorized weapons in possibly rebellious hands.

    This recalls, in reverse, the reasons why some Americans oppose any controls or limitations even on assault weapons, which are certainly not bought for hunting or sport or to protect against robbers. When some NRA-fans raise posters proclaiming that “AR-15’s EMPOWER the people” we can easily guess what kind of people are meant and what kind of power. No, guns are not only for stags, pheasants or shooting range targets and for people in official uniforms.

    The strict weapons’ laws for Werner’s hunting, undoubtedly a restriction of his freedoms (of course a Second Amendment was lacking) also meant that there were virtually no shooting deaths and never a single mass shooting, in schools or anywhere else – not even, as it turned out, in  the course of regime change, which occurred in 1989-1990 without any bloodshed.

    Were the rules far too stringent? My hunting enthusiast brother-in-law never complained to me about restrictions on his hunting rights (whose rules now no longer apply). He was, by the way, a teacher, who never dreamed of having a gun in a classroom. And his death, before he was 65, was not due to any hunting or weapons’ mishap but rather, almost conclusively, to his addiction to cigarettes, whose use was completely uncontrolled. Being no hunter, sport shooter or smoker, and no longer in a school, I can reserve judgement in these matters.

    #chasse #DDR


  • Rammstein-Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz: „Wir wollten keine langen Soli, so ein Musikergewichse“ - Magazin - Welt - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/rammstein-keyboarder-christian-flake-lorenz-wir-wollten-keine-langen-soli-so-ein-musikergewichse/22579352-2.html

    Wir hatten ein Riesenglück. Die Punkbands vor uns sind ja noch abgewandert. Die kamen ins Gefängnis oder mussten zur Armee. Aber wenn es für uns so gefährlich gewesen wäre, hätte ich da wahrscheinlich nicht mitgespielt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, was ich gemacht hätte, wenn sie mich gefragt hätten, ob ich bei der Stasi mitmache.

    War denn jemand von „Feeling B“ dabei?

    Na klar, aber ich werfe das niemandem vor. Zumal die IMs vielen Bands ihr Leben erst ermöglicht haben. Die Stasi konnte ja nicht ihre eigenen Leute einsperren.

    #musique #punk #DDR #Stasi


  • Die 4 Enden der Stadt - Berlin Ostend - Hilde Benjamin
    http://www.cine-plus.de/4enden/sites/ostend_hilde_benjamin_text.html

    Am S-Bahnhof Wuhlheide traf sie heimlich ihren Mann Georg, der dort Zwangsarbeit leistete. An diesen Gleisen sah Georg Benjamin das letzte Mal seine Frau und seinen Sohn, bevor er sechzehn Tage später im KZ Mauthausen starb.

    Diese letzten Begegnungen beschreibt Hilde Benjamin in dem Buch „Georg Benjamin“, der Biographie ihres Mannes, die sie nach ihrer Zeit als Justizministerin schreibt:

    „Arbeitserziehungslager“ Wuhlheide

    Die Informationen, die Georg Benjamin über das Lager Wuhlheide erhalten hatte, waren zum Teil richtig. Dieses Lager war ursprünglich entstanden als „echtes Erziehungslager“, in das unbotmäßige ausländische Arbeitskräfte für einige Wochen zur „Erziehung“ gebracht wurden. Es unterstand der SS, hatte aber Polizeikräfte als Bewacherpersonal. Im übrigen führte das Lager auf Grund von Verträgen mit Berliner Baufirmen Gleisbauarbeiten für die Reichsbahn, unter anderem auch am Bahnhof Wuhlheide, aus. Es war in Baracken im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg untergebracht, auf einem Gelände, auf dem sich heute zum Teil der Tierpark befindet.
    Am 10. Juli bekam ich einen telefonischen Anruf, der „Babypapa“ arbeite am Bahnhof Wuhlheide. Ich möchte versuchen, dort hinzukommen und Proviant für einen Tagesausflug mitzubringen. Nach einem vergeblichen Versuch am Sonnabend, dem 11.Juli, fuhr ich am Montag, dem 13. Juli, erneut zum Bahnhof Wuhlheide. Ich hatte schon am Sonnabend eine Baustelle der Reichsbahn entdeckt, die parallel zum Bahnsteig des Bahnhofs Wuhlheide lag und von diesem aus beobachtet werden konnte. Nachdem ich längere Zeit auf dem Bahnsteig gesessen und die Lage beobachtet hatte, entdeckte ich plötzlich Georg Benjamin auf einem mit Sand beladenen Güterwagen. Er trug eine Art blauen Militäranzug. Wir sahen uns wohl gleichzeitig. Er gab ein Zeichen mit dem Arm, rief „dort hin“, als ob es ein Arbeitsruf wäre, und ich ging in diese Richtung. Die Lage war so: Parallel zum Bahnsteig und den Personengleisen lief, nur durch die Gleise von den Fernzügen getrennt, ein Güterrangiergleis. Dahinter zogen sich Aufschüttungen von Sand hin mit verschiedenen Gleisen darauf für Lorenzüge. Die Loren wurden von dem Sandhaufen aus nun voll geschippt und dann in Güterwagen, die auf dem Rangiergleis standen, gekippt. Kam man aus dem Bahnhof, so führte eine Brücke, an deren beiden Seiten in einem kleinen Wachhaus ein Wärter saß, über den Bahnkörper. Die Brücke setzte sich, zunächst noch erhöht, in einer Waldstraße fort. Unterhalb der Straße stand auf einem Stück Ödland die zu dem Arbeitsplatz gehörende Baubude. Hinter diesem ziemlich breiten Streifen Ödland begann ein Waldstück. Ich lief die Böschung der Landstraße herunter, umging die Baubude, in der ich Aufsichtspersonal vermutete, und durchquerte das Waldstück so, daß ich wieder auf der Höhe des Bahnsteiges und der Baustelle herauskam. Gleichzeitig kam Georg Benjamin über den Sandhügel, wir steuerten beide auf einen Haufen Eisenbahnschwellen zu, der uns nach der Baustelle hin verbarg. Er reichte mir zuerst einen Zettel: „Nimm erst das“ und dann weiter: „Schreibe Du auch immer auf, was Du zu sagen hast. Hast Du Essen da?“ Er versteckte dann alle Eßsachen irgendwo am Körper, rief noch: „Du kommst doch nächste Woche wieder?“ und lief zurück....
    ......Georg Benjamins Stimmung änderte sich ab Ende Juli. Das ergab sich nicht nur aus seinen Kassibern, sondern auch aus seinen Reden. Wir besprachen auch über die Zettelinformationen hinaus das Wichtigste. War im Anfang er es, der zur Vorsicht geraten, so war es jetzt umgekehrt. Je öfter ich kam, desto besorgter wurde ich, auf dem Bahnsteig mit dem geringen Verkehr, auf dem Weg an dem Brückenwärter vorbei, aufzufallen. Ich zog mich jedes Mal anders an, mit blauern Hut, ohne Hut, weißer Hut, Kopftuch. (Als ich nach seinem Abtransport mit einem der Brückenwärter sprach, sagte er, er hätte mich nie gesehen.) Wir trafen uns nun fast zweimal in der Woche. Ich nahm auch einmal den Jungen mit. Wir waren den ganzen Nachmittag in der Nähe der Arbeitsstelle gewesen, beobachteten von einer Erfrischungsbude aus, an der der Arbeitertrupp vorbeimarschierte, den Abzug der Truppe. Georg reihte sich als Letzter ein, er hatte wohl noch gegessen und ging dann in der vordersten Reihe, aufrecht und elastisch. Der Junge sagte: „Er wirkt ganz anders als die anderen, viel gesünder als die anderen“, - die anderen, die verhungert und barfuß dahin trotteten, in den letzten Reihen einen Kameraden mit sich schleppten, der zusammengebrochen war. So sahen wir uns am 6., am 8. und am 10. August. Georg kam über die Böschung, winkte mir, ich solle im Wald bleiben und kam hinüber. Es sei ein neuer, guter Beamter da. Wir lagerten uns im Wald, ich packte den mitgebrachten Kartoffelsalat, Bouletten und Pudding mit Kirschen aus, und wir waren heiter, obgleich er erzählte: „Gestern abend war allerhand los bei uns. Sie haben die Juden beschuldigt, mit Zigaretten zu schieben. Es waren wüste Szenen.“ Ihm sei verhältnismäßig wenig geschehen, er scheine sich gewisser Sympathien zu erfreuen. Wir sprachen wieder über die Dauer des Krieges, er rechnete noch immer mit 1-2 Jahren bis zum Ende des Faschismus. Er machte sich Sorgen, ob wir so viel Lebensmittel für ihn aufbringen können; er fühle sich dank der zusätzlichen Ernährung wieder ganz in Ordnung und leistungsfähig. Wir verabredeten, daß ich Mittwoch wiederkommen solle. Nach meinen Notizen: „Dann saß ich auf dem Bahnsteig, und er zeigte seine Künste. Er sprang vom fahrenden Wagen und stellte die Weiche. (Später dachte ich: Wäre er doch dabei gestürzt, vielleicht hätte ihm das das Leben gerettet.) Er rangierte mit einer kleinen elektrischen Lokomotive hin und her. Bald winkte er von der Lokomotive herunter, bald kletterte er in einen Güterwagen zum Ausmessen. Die Wagen wurden immer weiter vom Bahnsteig weggeschoben, und er kletterte von einem Wagen in den anderen, immer weiter nach vorn von mir weg. Über dem Bahndamm zwischen den Wäldern hing gewittriger Mittagsdunst. Kaum sah ich noch, wie er die Mütze abnahm, über die Haare strich, die Hände dankend drückte. Der Zug verschwand im Dunst, war nicht mehr zu sehen. Ich tröstete mich: auf Mittwoch.“
    Doch am Mittwoch wartete ich vergebens. Es war das letzte Mal.

    Literaturhinweise:

    Hilde Benjamin
    Georg Benjamin
    S.Hirzel Verlag, Leipzig 1977

    #Allemagne #histoire #droit #nazis #DDR


  • Hilde Benjamin
    https://www.zeit.de/1952/33/hilde-benjamin
    Voici un exemple du discours de propagande anticommuniste à propos de Hilde Benjamin. Il facilite le travail pour les journalistes des médias officiels d’aujourd’hui. Pour dénoncer un opposant au systèm en place il leur suffit de de paraphraser ce texte. Sa structure est toujours aussi efficace.

    Le texte place la critique politique et idéologique entre des paragraphes marqués par des suppositions psychologiques misogynes présentées comme observations d’un narrateur amoniscient.

    Die Zeit, Jahrgang 1952 Ausgabe: 33, von Harald Laeuern

    Zu einem „Teufelsweib“ fehlt ihr die Leidenschaft, die nicht durch die Bissigkeit ersetzt wird, die ihr eigen ist. Sie gehört zu den intellektuellen Frauen, bei denen den Männern fröstelt. Ein knochiges Gesicht mit fahlgelber Haut gibt ihr ein mongolisches Aussehen. Dazu gehört das dunkle, glattgescheitelte Haar. Die Augen unter dichten Brauen verraten keine Wärme. Kam sie als Frau nicht zur Geltung, so suchte sie um so mehr in der Politik eine Rolle zu spielen. Obwohl sie gern über andere spottet, ist sie für ihre eigene Person höchst empfindlich. Sieben Jahre Zuchthaus erhielt der Potsdamer Eis im vergangenen Jahr wegen Beleidigung der „Vizepräsidentin des Obersten Gerichtes der Deutschen Demokratischen Republik.
    ..
    Sie mag die sarkastische Bemerkung der westlichen Kollegen im Nacken spüren, mit denen sie einst Jura studierte. Sie rechtfertigt sich mit der Behauptung, daß sie Taten nach ihrer „Gesellschaftsgefährlichkeit“ bewerte. Sie wird sich niemals eingestehen, daß sie Menschlichkeit und Freiheit vernichtet, weil ihr Herz keiner Liebe fähig ist. Mit ihrer Geschäftigkeit als Avantgardistin des neuen Rechts betäubt sie wohl eine innere Unruhe, glaubt sie den Gang der Entwicklung zu bestimmen, während sie längst ein von Dämonen gehetztes Wild geworden ist. Während sie vorgibt, das Böse zu bekämpfen, verfällt sie ihm mit jedem Prozeß mehr. “

    Hilde Benjamin ist solid bürgerlicher Herkunft und war mit einem jüdischen Arzt verheiratet, der in einem nationalsozialistischen KZ umkam. Sie selbst ist keine Jüdin. Obwohl sie alles, was zu ihrer früheren bürgerlichen Welt gehört, mit wildem Haß verfolgt, kann sie die Distanz zum Proletariat nicht überwinden. Von starkem geistigem Hochmut besessen, läßt sie die SED-Gesellschaft, unter der sie sich bewegt, durchaus ihre Bildungsüberlegenheit fühlen. Sie sorgte dafür, daß ihr Sohn eine humanistische Anstalt besuchte.

    Der Drang, revolutionärer zu erscheinen, als es ein echter Proletarier sein kann, verleitet sie mitunter zu wilden Reden bei der Verhandlungsführung ihrer Schauprozesse, die schon eine stattliche Reihe bilden: Conti-Gas in Dessau im April, Solvay-Werke in Bernburg im Dezember 1950, Zeugen Jehovas 1951 und in diesem Jahre die Prozesse gegen die angeblichen Agenten des Untersuchungsausschusses Freier Juristen, bei denen man sich nicht mehr mit hohen Zuchthausstrafen begnügt. Neben Zaisser hat Hilde Benjamin das größte Verdienst um den Terror in der Ostzone. Wie er gehört auch sie zu den Unbestechlichen, die fanatisch gläubig sind.

    Entre ces décriptions sans valeur réelle l’auteur place son accusation contre la juge communiste. Elle oeuvre pour le renversement des ideés et du système juridique capitaliste hérité de l’époque du Kaiser et mis au point par les nazis.

    Zur Vorbereitung des neuen Rechtes wird die Gerichtsverfassung umgestürzt. Beherrschende Figuren werden die Staatsanwälte, denen schon durch ein Gesetz vom Mai dieses Jahres besondere Vorrechte zugesichert wurden. Unter ihnen befinden sich nur noch zwei v. H. Berufsjuristen, unter den Richtern zwölf v. H. Da auch die Schöffen nicht mehr ihrem Gewissen, sondern Parteiweisungen zu folgen haben, ist damit die Parteilichkeit gewährleistet, die nach Wyschinski, dem „großen Ankläger“, wie ihn die offizielle Sowjetzonenzeitschrift „Neue Justiz“ nennt, ein Hauptmerkmal sowjetischen Rechtsdenkens ist. Hilde Benjamin hat den Ruhm, diesem System auf deutschem Boden zur Anwendung verhalfen zu haben. Sie wird auch das neue Strafrecht entwerfen, das eine Kommission unter ihrem Vorsitz ausarbeitet.

    Dans le dernier paragraphe on retrouve l’accusation suprême énoncée à répétition depuis cent ans contre toute tentative d’imposer un pouvoir politique autre que celui de la classe capitaliste : Hilde Benjamin accepte la prédominance de la ligne du parti, donc le résultat d’un raisonnement collectif. L’idéologue bourgeois y identifie l’essence du mal qui est pour lui le pouvoir « communiste » qui ne se plie à aucune des forces et lois qui définissent sa propre marge de décision. En cela il ressemble au chien qui aboie quand ses voisins canins se rapprochent trop de la clôture qui sépare leurs cages respectives.

    #Allemagne #anticommunisme #droit #DDR


  • Bezirk zieht Broschüre über „Starke Frauen“ zurück - Berlin - Aktuelle Nachrichten - Berliner Morgenpost
    https://www.morgenpost.de/berlin/article214311585/Bezirk-zieht-Broschuere-ueber-Starke-Frauen-zurueck.html

    Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf hat die Broschüre „Starke Frauen in Steglitz-Zehlendorf“ zurückziehen lassen. Darüber informierte Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) am Mittwochabend die Bezirksverordneten. Im Heft sind 23 Porträts von Frauen abgedruckt, darunter auch die DDR-Richterin Hilde Benjamin.

    Benjamin - Spitzname die „blutige Hilde“ verhängte in der DDR drastische Zuchthausstrafen gegen Oppositionelle und sprach auch zwei Todesurteile aus.. Die Broschüre wurde von einem freien Träger im Auftrag des Jobcenters erstellt, das Vorwort schrieb aber Stadtrat Michael Karnetzki (SPD).

    https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/bezirksamt-steglitz-zehlendorf-ehrt-schlimmste-scharfrichterin-der-ddr

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-steglitz-zehlendorf-bezirk-wuerdigt-beruechtigtesed-ministerin-als-starke-frau/22573508.html

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_83782216/berliner-bezirksamt-ehrt-hilde-benjamin-die-scharfrichterin-der-ddr.html

    #Allemagne #Berlin #Zehlendorf #histoire #femmes #anticommunisme #DDR