#debanking

  • Lloyds debank UK-based media group the Canary
    https://www.thecanary.co/uk/2026/06/30/lloyds-canary

    We do know that multiple other politically engaged people have suffered similar actions by other banks in recent times. It is not lost on us that powerful banks are able to restrict the financial activity of anti-Zionist and pro-Palestine organisations and individuals. Whilst we do not currently know the reasons behind our debanking, we cannot afford to be naive about this.

    It is an outrage that the Canary has been unceremoniously dropped into financial instability with no notice or explanation from Lloyds.

    • Lloyds customers urged to shut accounts over debanking of The Canary | The National
      https://archive.is/2026.07.02-162535/https://www.thenational.scot/news/26248340.lloyds-customers-urged-shut-accounts-debanking-canary

      Speaking exclusively to The National, IMA chair Abla Kandalaft said the debanking had put The Canary under enormous pressure and the outlet is struggling for political support because of the lack of reasoning given by Lloyds.
      “Debanking is a tool that can be used to silence pretty much anyone,” she said.
      “In terms of independent media, all outlets are utterly reliant on the banking system. If they want to be financially sustainable they have to have a bank account, so things like debanking really put a lot of pressure on major outlets that are already under pressure to survive in such a climate.
      “It also acts as a deterrent. If this happens to an outlet that’s relatively major, like the Canary, what can happen to a smaller outlet which doesn’t have any leeway in terms of funds?

    • https://www.middleeasteye.net/trending/lloyds-debanks-independent-media-outlet-canary-sparking-intense-backl

      [...]

      An investigation by the Telegraph in January revealed that nearly half a million accounts were debanked last year, a more than tenfold increase on the number of accounts closed in 2016-17.

      The Guardian published a report earlier this year detailing how Muslims in the UK have been particularly targeted by the normalisation of debanking, describing the pressure faced by banks to monitor potential “terrorist” financial activity, which the report concluded caused them to act in haste to block transactions and close accounts of innocent people and charities, often without the chance to appeal.

      Generally criticised on both sides of the political spectrum, legislative efforts have been made by successive governments to “stamp out” debanking in the UK.

      New regulations that will affect customers who open an account after 28 April this year mean that banks must give at least 90 days’ notice before closing an account, whilst providing a clear reason. However, an exception is made if the financial institution suspects criminal activity.

      oAnth :

      Je me souviens d’initiatives lancées dans les années 2000 et au début des années 2010, selon lesquelles chaque individu avait le droit inaliénable de disposer d’un compte bancaire – on n’entend plus parler de ces initiatives aujourd’hui, ce qui, à mon sens, est un signe sans ambiguïté et constitue un message clairement menaçant à l’égard des citoyens.

      #debanking

  • Nicolas Guillou, Richter am IStGH - Debanking und digitale Isolation

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12351890

    #Hegemonie #Ditalisierung #Monopol #IStGH #debanking #Erpressung #Überwachung

    ♲ Weltzeitgeist - 2026-03-21 18:04:23 GMT

    ’US-Sanktionen gegen Gericht - Leben in der digitalen Isolation wegen Haftbefehl gegen #Netanjahu Er war beteiligt am Erlass des Haftbefehls gegen Israels Premier Netanjahu. Jetzt kann Nicolas Guillou, Richter am Internationalen Strafgerichtshof, kein Bankkonto mehr eröffnen, und auch von der digitalen Welt ist er komplett ausgeschlossen.’

    https://www.srf.ch/news/dialog/us-sanktionen-gegen-gericht-leben-in-der-digitalen-isolation-wegen-haftbefehl-ge

    (....)

  • Kontosperrung in Deutschland, weil ich als Russland-Korrespondent in einem „Hochrisikoland“ lebe
    https://overton-magazin.de/top-story/kontosperrung-in-deutschland-weil-ich-als-russland-korrespondent-in-

    Ulrich Heyden. Bild : eigenes Foto

    Il est désormais impossible de lire des nouvelles de Russie de souce indépendante et assez fiable. On prive de compte en banque les journalistes de langue allemande qui ne travaillent pas pour les médias proches de l’état et du militaire allemand.

    Ceci est la demande de soution d’Ulrich Heyden au président allemand.

    Sachant que ce type a laisse pourrir Murat Kurnaz à Guantanamo alors qu’il aurait pu le faire libérer ce texte n’a qu’une valeur symbolique. L’appel restera sans suite.

    Moskau, 13.3.26 von Ulrich Heyden - Sehr geehrter Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier,

    ich bin Russland-Korrespondent und schreibe ihnen, weil ich seit heute von einer Kontokündigung betroffen bin. Diese Maßnahme ist nicht nur geeignet, meine Existenz zu zerstören, sie widerspricht auch den Grundsätzen der Demokratie und der Pressefreiheit. Ich bitte Sie, sich dafür einzusetzen, dass die Kontokündigung rückgängig gemacht wird.

    Mein Konto bei der Hamburger Sparkasse habe ich seit Anfang der 1990er. Am Telefon erklärte mir gestern ein Mitarbeiter der Sparkasse, die Kündigung habe mit den EU-Sanktionen gegen Russland zu tun. Der Mitarbeiter der Sparkasse meinte, ich würde in einem „Hochrisiko-Land“ leben.

    Wenn ich in einem „Hochrisiko“-Land lebe, müsste die Bundesregierung und die EU-Kommission mich dann nicht unterstützen? Stattdessen wirft man mir Knüppel zwischen die Beine.

    In dem Kündigungsschreiben, das ich heute erhielt, ist nur die Rede von einer „Überprüfung“ aller unserer „Geschäftsverbindungen zu Kunden, die ihren Wohnsitz in Russland haben“. Konkrete Vorwürfe gegen mich werden nicht erhoben.

    Ich bin nicht der Erste, in Russland lebende deutsche Journalist, der von einer Kontokündigung betroffen ist. Vor mir wurde schon meinen Kollegen Thomas Röper und Alina Lipp die Konten gekündigt und damit die Existenzgrundlage entzogen.

    Dass man ausgerechnet uns drei für Kontokündigungen auswählt und nicht die Moskau-Korrespondenten der Zeit, der FAZ, des ZDF und der ARD liegt auf der Hand. Wir drei berichten über Russland mit Verständnis und nicht mit Schaum vor dem Mund. Doch Verständnis passt nicht zu der von der Bundesregierung geforderten Kriegsertüchtigung.

    Wie geht das an, Herr Steinmeier? Projekte russischer Oppositioneller und Journalisten, die in Deutschland leben, werden durch Förderprogramme des Auswärtigen Amtes unterstützt und ein deutscher Journalist, wie ich, der in Moskau lebt und seit 34 Jahren für deutsche Leser und Radiohörer, Informationen und Hintergrundberichte aus Russland, der Ukraine und Zentralasien und dem Kaukasus liefert, wird die Existenzgrundlage entzogen?

    Ich lebe ausschließlich von Einkünften deutscher, Schweizer und österreichischer Medien, die ich auf meinem Konto bei der Hamburger Sparkasse sammelte. In den letzten zwei Jahren ließ die Hamburger Sparkasse online-Überweisungen nach Moskau schon nicht mehr zu, mit der Begründung, sie sei eine „Regionalbank“.

    Ich werde in diesem Jahr 72 Jahre alt. Was soll ich meinem Großonkel, Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, sagen, wenn ich ihn im Himmel treffe? Er wurde im September 1944 in Berlin-Plötzensee als Widerstandskämpfer gegen das Hitler-Regime mit einer Drahtschlinge ermordet. Ich trage meinen Vornamen zu seinen Ehren. Was wird mein Großonkel sagen? Er wird sagen, dass es Mord und Terror gegen Andersdenkende auch in der Nazizeit gab, und dass er sich nicht hätte vorstellen können, dass sich so etwas in Deutschland wiederholt.

    Zu meiner Person: Zehn Jahre lieferte ich als freier Mitarbeiter Radio-Features zu Russland-Themen für den Deutschlandfunk. 13 Jahre war ich Moskau-Korrespondent der Sächsischen Zeitung. 30 Jahre berichtete ich für die Wochenzeitung „der Freitag“. Außerdem schrieb ich für den Tagesspiegel, den Rheinischen Merkur, die Financial Times, die Märkische Allgemeine, die Thüringer Allgemeine und die Mittelbayerische Zeitung. Heute arbeite ich für die Nachdenkseiten und andere deutsche Internetportale. Ich bin Autor mehrerer Bücher zu den Themen Russland, Ukraine und deutsche Nachkriegsgeschichte. 2024 erschien von mir im Promedia-Verlag das Buch „Mein Weg nach Russland. Erinnerungen eines Reporters.“

    mit freundlichen Grüßen

    Ulrich Heyden

    Mail: heyden@list.ru

    Telefon: +7 916 165 25 50

    Ulrich Heyden

    Ulrich Heyden, Jahrgang 1954, ist in Hamburg geboren. Er ist Korrespondent und Autor, lebt seit 1992 in Russland und schreibt für deutschsprachige Medien, u.a. Nachdenkseiten, Overton-Magazin, Globalbridge, Manova. 2022 erschien von ihm im Verlag tredition »Der längste Krieg in Europa seit 1945. Augenzeugenberichte aus dem Donbass« und 2024 im Verlag Promedia «Mein Weg nach Russland. Erinnerungen eines Reporters».

    https://de.wikipedia.org/wiki/Murat_Kurnaz

    ... Schließlich flogen im September 2002 zwei Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) und ein Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) zusammen mit einem CIA-Mitarbeiter zum Verhör nach Guantánamo. Der Mitarbeiter des BfV war zuvor in Bremen auf das Verhör vorbereitet worden, darüber hinaus gab es Fragelisten von BKA und LKA.

    Nach Auffassung der deutschen vernehmenden Beamten war Kurnaz nie terroristisch tätig, sondern nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Da die US-Stellen diese Auffassung teilten, sollen die Vereinigten Staaten kurz darauf Kurnaz’ Rückkehr nach Deutschland angeboten haben. Die deutschen Behörden hätten jedoch eine Abschiebung in die Türkei, nicht aber nach Deutschland befürwortet. Daraufhin hätten die Vereinigten Staaten ihr Angebot zurückgezogen, obwohl der damalige Außenminister Joschka Fischer persönlich im US-Außenministerium für seine Freilassung intervenierte.[24] Laut Aussage des damaligen US-Sonderbotschafters und Guantánamo-Beauftragten Pierre-Richard Prosper war Kurnaz seit 2002 zur Freilassung vorgesehen, was der deutschen Bundesregierung auch bekannt war oder hätte sein müssen.

    Der damalige Innensenator Bremens, Thomas Röwekamp, kündigte 2004 an, dass Kurnaz nach seiner Freilassung nicht wieder nach Deutschland einreisen dürfe, da seine unbefristete Aufenthaltserlaubnis wegen eines mehr als sechsmonatigen Auslandsaufenthalts erloschen sei. Kurnaz habe versäumt, die in solchen Fällen vorgeschriebene Verlängerung der Wiedereinreisefrist zu beantragen. Zu diesem Schluss kam ursprünglich ein Dossier des damals zuständigen Referatsleiters im Bundesinnenministerium Hans-Georg Maaßen, das Jahre später bei der politischen Aufarbeitung des Falles Kurnaz Hauptgegenstand des dafür eingerichteten Untersuchungsausschusses wurde.[25] Das Verwaltungsgericht Bremen entschied im November 2005, dass die Aufenthaltserlaubnis weiterhin gültig sei, da Kurnaz keine Gelegenheit hatte, rechtzeitig die sonst erforderliche Genehmigung für eine längere Abwesenheit ohne Verlust des Aufenthaltsrechtes einzuholen.
    ...
    Der CIA-Sonderausschuss des Europäischen Parlaments stellte in seinem Abschlussbericht vom Januar 2007 fest, die deutsche Bundesregierung habe 2002 ein Angebot der Vereinigten Staaten, Kurnaz freizulassen, ausgeschlagen.[28] Dies sei geschehen, obwohl die Nachrichtendienste beider Staaten von seiner Unschuld überzeugt waren. Mitverantwortung für die Entscheidung soll nach Presseberichten der damalige Chef des Bundeskanzleramtes und Beauftragte für die Nachrichtendienste Frank-Walter Steinmeier tragen.[29] Steinmeier bestritt diese Vorwürfe 2007: Es habe kein offizielles belastbares Angebot der Vereinigten Staaten gegeben und es bestehe kein Zusammenhang zwischen der Entscheidung, Kurnaz wegen Terrorismusverdachts nicht in die Bundesrepublik einreisen zu lassen, und seiner langen Haft in Guantánamo. Er sagte im Januar 2007: „Ich würde mich heute nicht anders entscheiden“ und „Man muss sich ja nur vorstellen, was geschehen würde, wenn es zu einem Anschlag gekommen wäre, und nachher stellte sich heraus: Wir hätten ihn verhindern können“.

    #Allemagne #journalisme #censure #debanking

  • Die peruanische ICC-Richterin Luz del Carmen Ibáñez - ausgelöscht aus dem digitalen Leben, weil sie ihren Job machte.

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12338440

    #Judikative #Erpressung #IStGh #Hegemonie #Überwachung #Digitalisierung

    ♲ Adfichter - 2026-03-15 18:58:18 GMT

    https://infosec.exchange/@adfichter/116234721614536779

    Die peruanische ICC-Richterin Luz del Carmen Ibáñez...von ihrer Bank in der Niederlande gecancelt (weil diese sonst von den USA sanktioniert wird), ihre Apple/Google-Konten ebenfalls alle gesperrt (wie sie in einem anderen Interview sagte), und ausgelöscht aus dem digitalen Leben...

    weil sie ihren Job machte.

    „Darüber hinaus erstrecken sich die Sanktionen auch auf die Familien der Richter. Und genau da liegt das größte Problem. Meiner Tochter, einer internationalen Anwältin, wurden Visum und Kreditkarte entzogen . Sogar ihre Google-Konten, E-Mails usw. wurden gesperrt. Es ist unfassbar, denn sie lebt nicht bei mir, arbeitet nicht mit mir zusammen und hat keinerlei Verbindung zum IStGH. Dieselben Maßnahmen wurden auch gegen die Familien meiner Kollegen verhängt – gegen ihre Ehemänner, Partner, Mütter und sogar gegen ihre Ex-Frauen, die aufgrund ihrer Unterhaltszahlungen ebenfalls als potenzielle Sanktionskandidaten gelten.

    Welche Rechtfertigung gibt es also für die Misshandlung und willkürliche Angriffe auf Familien? Der einzige Zweck ist, die Macht der Stärksten auszuüben und diejenigen einzuschüchtern und anzugreifen, von denen man glaubt, dass sie diesen Gewalttaten erliegen werden . Das ist nicht nur ungerecht, sondern völlig unverdient und willkürlich.“

    [Source:] https://www.rfi.fr/es/programas/programa-especial/20260210-luz-del-carmen-ib%C3%A1%C3%B1ez-la-jueza-peruana-de-la-cpi-sancionada-p

    • oAnth:

      Wer gegen die hegemonialen Interessen der #USA,

      sprich denjenigen des US- #Dollars als #Weltwährung und seiner gesellschaftlich-wirtschaftlich weltumspannenden Absicherungsmechanismen, wie dem unantastbaren internationalen Digital- und Medienmonopol und seiner vorgeschriebenen Diskurse, einer direkten oder stellvertretenden militärischen Dominanz, der Beherrschung der Energie- und Rohstoffmärkte, (inkl. der organisierten Kriminalität und des Terrorismus),

      ernsthaft, d.h. mit spürbaren Konsequenzen für die angloamerikanischen Drahtzieher, sachkundig Einwände ins Feld führt, oder gar zu juristischen und exekutiven Mitteln greift, der muss auf vergleichbare schikanöse Methoden gefasst sein, wie hier im vorliegenden Falle angesichts einer erschreckend zur Schau gestellten Skrupellosigkeit unter Einbezug aller privaten und beruflichen Belange gegenüber der peruanischen IStGH-Richterin Luz del Carmen Ibáñez zu berichten ist. Der Fall lässt sich auch auf jemanden mit dem untrüglichen militärischen und geopolitischen Sachverstand eines Jacques Baud erweitern, dem auf Grund seiner analytischen Expertise, u.a. im #Ukraine -Krieg, ein vergleichbares Schicksal zuteil wurde.

  • Einschüchterung mit System: Wenn Bankkonten aus politischen Gründen gekündigt werden
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/streit-um-kontokuendigungen-debatte-ueber-politisches-debanking-ver

    26.11.2025 von Johannes Schirrmeister - Immer öfter verlieren Medien, Politiker, Journalisten und Aktivisten ihre Bankkonten – oft ohne Begründung. Sind das wirklich nur noch Einzelfälle?

    Was früher wie ein Ausnahmefall klang, wirkt heute wie ein Muster: politisches Engagement und kurz darauf die Kontokündigung durch die Bank. Ohne Hinweis, ohne Begründung, ohne Vorwarnung.

    Inzwischen berichten Medien regelmäßig über solche Fälle und die dokumentierten Beispiele ziehen sich, anders als vermutet, quer durch das politische Spektrum: von linken Publizistinnen und konservativen Sendern über proisraelische Organisationen, propalästinensische Initiativen und Corona-Maßnahmenkritiker.
    Benachteiligung einer verfassungsrechtlich geschützten Partei?

    Am stärksten betroffen sieht sich die AfD. Ihr Finanzpolitiker Kay Gottschalk hat zahlreiche Fälle gesammelt, in denen Parteimitglieder, Kreisverbände oder Fraktionen Kontokündigungen erhielten. Die Banken weisen politische Motive zurück und verweisen stattdessen auf eigene Werte wie Toleranz und Verfassungstreue. Was damit ganz konkret gemeint sein soll? Unklar.

    Tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren Konten zahlreicher AfD-Parteiorganisationen auf allen Ebenen geschlossen, von Orts- und Kreisverbänden bis hin zu Landesverbänden und der Bundespartei. Teils auffallend zeitnah zu öffentlichen Debatten oder Petitionen. Die AfD sieht darin eine Benachteiligung einer verfassungsrechtlich geschützten Partei und fordert im Bundestag nun ein gesetzliches Verbot „politisch motivierten Debankings“. Aber was ist das überhaupt und kann der Staat unliebsame Kritik mit dieser Methode tatsächlich zum Schweigen bringen?

    Berlin unter Dauerstress: Die Hauptstadt ist Spitzenreiter

    gestern

    CDU-Politiker Caspary kassiert künftig ein fast dreifaches Monatsgehalt – dank Merz

    gestern
    Bafin sieht keine Belege für strukturelles Problem

    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) weist auf Nachfragen der Berliner Zeitung die Forderung nach strengeren Regeln zurück. Auf Anfrage erklärt die Behörde, Banken könnten „im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich frei entscheiden, mit wem sie Geschäftsbeziehungen unterhalten“. Kündigungen seien zivilrechtliche Angelegenheiten zwischen Bank und Kunde.

    Grundlage ist § 675h BGB, der Banken erlaubt, einen auf unbestimmte Zeit geschlossenen Zahlungsdiensterahmenvertrag mit einer Frist von zwei Monaten ordentlich zu kündigen – ohne Angabe von Gründen. Eine außerordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn ein „wichtiger Grund“ vorliegt, etwa ein gravierender Vertragsverstoß, ein Betrugs- oder Geldwäscheverdacht oder eine erhebliche Gefährdung der Geschäftsbeziehung. Zahlen über Kontokündigungen erfasst die Aufsicht nicht und sieht auch keinen Bedarf für ein Monitoring.

    Nach eigenen Angaben ist die AfD besonders häufig von Kontokündigungen betroffen.

    Nach eigenen Angaben ist die AfD besonders häufig von Kontokündigungen betroffen.Tobias Schwarz/AFP
    Kündigungen quer durch das politische Spektrum

    Eine vom Onlinemagazin Multipolar ausgewertete Chronologie zeigt, dass mehrere Kontokündigungen zeitnah zu Medienberichten, Petitionen oder Online-Kampagnen erfolgten. Multipolar wurde 2020 von den Journalisten Paul Schreyer und Stefan Korinth sowie dem Politikwissenschaftler Ulrich Teusch gegründet und finanziert sich überwiegend durch Leserinnen- und Leser-Spenden.

    Die von Multipolar zusammengestellte Übersicht dokumentiert, dass in den vergangenen Jahren zahlreiche Journalisten, politische Akteure und Privatpersonen unterschiedlichster politischer Ausrichtungen ohne transparente Begründung Kontokündigungen erhalten haben. Dies betrifft keineswegs nur eine Seite des politischen Spektrums, sondern zeigt ein breites, vielschichtiges Bild.
    Sozialistische Parteien und linke Verlage

    So wurde etwa der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) in mehreren Fällen die Geschäftsbeziehung entzogen: 2017 kündigten die Deutsche Bank und die Postbank sämtliche Konten der Partei auf Bundes-, Landes- und Ortsebene. 2021 folgten nach Angaben der MLPD weitere Kündigungen durch die Commerzbank. Auch im publizistischen Umfeld traf es linke Akteure.

    Ende Mai 2025 kündigte die Postbank dem Mehring-Verlag das Geschäftskonto. Kurz darauf verlor auch Geschäftsführer Wolfgang Zimmermann sein Privatkonto. Ebenfalls betroffen war die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP): Nach der Kündigung durch die Postbank 2024 versuchte sie vergeblich, bei mehr als zehn Banken, darunter der zur Gleichbehandlung verpflichteten Berliner Sparkasse, ein neues Konto zu eröffnen.

    Wahlen unter Brüssels Kontrolle? Ursula von der Leyens EU-Kommission zieht die Zügel an

    25.11.2025

    AfD scheitert vor Gericht: Thüringen darf Extremisten von juristischer Ausbildung ausschließen

    gestern
    Wenn Berichterstattung zum Risiko fürs Bankkonto wird

    Auch Medienschaffende sind von Kontokündigungen betroffen und das über das gesamte publizistische Spektrum hinweg. So trennte sich die GLS-Bank 2025 von der freien Journalistin und Kulturanthropologin Aya Velázquez, die durch ihre investigativen Recherchen und die Veröffentlichung der sogenannten RKI-Files, geleakte Protokolle des Robert-Koch-Instituts aus der Corona-Pandemie, bekannt wurde und ihr Geschäftskonto zur Finanzierung ihrer Arbeit nutzte.

    Die Deutsche Bank beendete nach rund 45 Jahren die Geschäftsbeziehung mit Israel Heute, einem Magazin, das einst von einem Holocaust-Überlebenden gegründet wurde. Nahezu zeitgleich sprach auch die österreichische Raiffeisenbank eine Kündigung aus.

    Ebenfalls betroffen war die Journalistin und Publizistin Gaby Weber, der die Comdirect im Februar 2025 ihr Privatkonto entzog. Die seit den 1980er-Jahren unter anderem für die ARD aus Südamerika berichtende Journalistin nutzte dieses Konto seit Jahren, um Spenden für ihre aufwendigen Gerichtsverfahren in Informationsfreiheitsangelegenheiten zu sammeln.

    Darunter fallen Klagen gegen zentrale staatliche Institutionen wie das Bundeskanzleramt, den Bundesnachrichtendienst und die Deutsche Bundesbank, mit denen sie ihre investigativen Recherchen zu internationaler Politik und nachrichtendienstlicher Aktivität vorantreibt.
    Fall Hüseyin Doğru: Vom Journalisten zum Sanktionsziel

    Besonders gravierend war der Fall des in Berlin lebenden Journalisten Hüseyin Doğru, der als deutscher Staatsbürger im Mai 2025 durch das 17. EU-Sanktionspaket gegen Russland mit vollständigen Sanktionen belegt wurde.

    Die EU begründete dies damit, dass er mit seiner Berichterstattung über die Palästinasolidaritätsbewegung und durch regimekritische Äußerungen „ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ säe und damit russischen Destabilisierungsaktivitäten Vorschub leiste. Als „Belege“ dienten der EU dabei Beiträge seines privaten X-Accounts und seinem Medium Red Media zu Themen wie Aufrüstung, Ukraine-Krieg und Pro-Palästina-Protesten.

    Die Sanktionen hatten unmittelbare existenzielle Konsequenzen: Dogru berichtete, er habe zeitweise „ohne Bargeld dagestanden“. Zudem wurde ihm ein faktisches Berufsverbot auferlegt, da es Medienhäusern untersagt ist, ihn zu beschäftigen oder ihm wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen. Selbst ein Angestelltenverhältnis bei der Tageszeitung junge Welt, die anfragte, wurde vom Bundeswirtschaftsministerium mit Verweis auf das Bereitstellungsverbot für unzulässig erklärt.

    Vorwurf Russland-Propaganda: Wie ein deutscher Journalist durch EU-Sanktionen kaltgestellt wird

    Von Raphael Schmeller, Simon Zeise

    15.11.2025
    Von Rechtsaußen bis zu Systemkritikern

    Auch Medien aus dem Bereich der regierungskritischen bis verschwörungsideologischen Berichterstattung waren und sind betroffen. So verlor der Internetsender Kontrafunk sein Konto bei der Volksbank Pirna. Dem Magazin Compact, das dem rechtspopulistischen bis rechtsextremen Spektrum zugeordnet wird, wurde 2024 gleich von mehreren Sparkassen gekündigt. Auch Plattformen wie Apolut, EingeschenktTV und Report24, die häufig corona-kritische, verschwörungsideologische Inhalte verbreiten, berichten regelmäßig über gesperrte oder verlorene Spendenkonten.

    Auch Internetblogger wie Boris Reitschuster oder Hadmut Danisch erhielten Kündigungen oder Kontosperrungen, häufig ohne Angabe von Gründen.

    EU-Sanktionen führten 2025 zur Sperrung der Konten des Journalisten Hüseyin Do<a data-li-document-ref="10005566" href="https://www.replace-delivery-host.com/artikel/eu-sanktionen-deutscher-journalist-russland-propaganda-10005566">ğa>ru.

    EU-Sanktionen führten 2025 zur Sperrung der Konten des Journalisten Hüseyin Doğru.privat
    Gezieltes Debanking der Corona-Kritik?

    Im Umfeld der Corona-Proteste wurden mehreren prominenten Maßnahmenkritikern Konten gekündigt. So beendete die Volksbank am Württemberg im Mai 2022 die Geschäftsbeziehung mit Michael Ballweg, dem Gründer der „Querdenken“-Bewegung, und schloss mehrere seiner Konten, über die zuvor rund 1,3 Millionen Euro an Spendengeldern geflossen sein sollen.

    Nach Angaben seiner Verteidiger erklärte ein Bankvertreter später vor Gericht, man habe auf Beschwerden anderer Kunden reagiert.

    Dem Anwalt Markus Haintz, einem der sichtbarsten Akteure der Querdenken-Bewegung, wurden in den vergangenen Jahren mehrere Konten gekündigt:
    2020 durch die Comdirect, im Januar 2021 ein Privatkonto der DKB, und im Juni 2022 schließlich das Kanzleikonto bei der GLS-Bank. Die Kündigung der GLS erfolgte nur zwei Tage, nachdem der Jurist Chan-jo Jun die Bank auf Twitter öffentlich auf die Geschäftsbeziehung mit Haintz aufmerksam gemacht hatte; die Bank kommentierte mögliche Hintergründe jedoch nicht.

    Selbst Einzelpersonen waren betroffen. So wurden dem Bundeswehrsoldaten Alexander Bittner sowie seiner Familie nach seiner Verhaftung wegen Verweigerung der Corona-Impfung und nicht gezahlter Geldstrafe sämtliche Konten bei der Deutschen Kreditbank (DKB) gekündigt. Zumindest stellen die Betroffenen diese Verbindung her.

    Die Chronologie lässt auf ein Muster schließen, das politisch Andersdenkende – von linksaußen bis rechtsaußen – ebenso betreffen kann wie Journalistinnen, Aktivisten oder Privatpersonen. Selbst Sparkassen, die einem Neutralitätsgebot unterliegen, haben Konten politischer Akteure gekündigt und wurden teils erst durch Gerichtsentscheidungen zur Fortführung verpflichtet. Zudem macht die von Multipolar ausgewertete Übersicht deutlich, dass mehrere Kündigungen zeitlich auffällig nah an Medienberichten, Petitionen oder Online-Kampagnen erfolgten.

    Internationaler Kontext: Eingefrorene Konten in Kanada

    Ein Blick ins Ausland zeigt, welche Bedeutung der Zugang zum Finanzsystem in politischen Konflikten haben kann. In Kanada setzte die Regierung von Premierminister Justin Trudeau im Februar 2022 das Notstandsgesetz ein, um gegen die wochenlangen „Freedom Convoy“-Proteste vorzugehen.

    Auf dieser Grundlage konnten Bankkonten von Teilnehmern und Unterstützern vorübergehend eingefroren, Crowdfunding-Gelder blockiert und Zahlungsströme unterbrochen werden. Die Maßnahmen zielten darauf ab, die als Gefährdung der öffentlichen Ordnung eingestuften Blockaden in Ottawa zu beenden und die wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen.

    Das Beispiel zeigt, dass Finanzmaßnahmen in demokratischen Staaten grundsätzlich eine Rolle bei der Durchsetzung staatlicher Entscheidungen spielen können. In Deutschland existiert ein solches Notstandsinstrument nicht; dennoch wird das kanadische Vorgehen im internationalen Vergleich herangezogen, um die Bedeutung transparenter und rechtssicherer Regeln beim Zugang zu Bankdienstleistungen zu verdeutlichen.

    Schwaches Echo von Medienverbänden – klare Warnung vom PEN

    Während der politische Streit über die Einordnung weitergeht, fallen die Reaktionen der Medienverbände auffallend zurückhaltend aus. Organisationen wie der Deutsche Journalisten-Verband, Reporter ohne Grenzen oder europäische Pressefreiheitsinstitutionen äußerten sich kaum auf Nachfragen Multipolars und wenn, dann meist nur in formalen, juristisch gehaltenen Stellungnahmen.

    Eine klare Position kam hingegen vom Autorenverband PEN International auf Nachfragen des Onlinemagazins Multipolar, der die willkürliche Schließung von Konten unabhängiger Medien oder Journalisten als „indirekte Form der Zensur“ und „schwerwiegenden Eingriff in die Pressefreiheit“ bezeichnet. Die Einschränkung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen könne kritische Stimmen faktisch zum Schweigen bringen.

    Grauzone zwischen Vertragsfreiheit und demokratischer Vielfalt

    Zwar sollen Basiskonten verhindern, dass Menschen vollständig vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden, doch sie funktionieren nur auf Guthabenbasis und schützen nicht vor dem Verlust geschäftlicher Konten – für spendenfinanzierte Medien, Vereine oder Parteien oft existenziell.

    Wie weitreichend solche Eingriffe sein können, zeigt auch der Fall des belgischen Ex-Lobbyisten Frédéric Baldan: Als er im „Pfizergate“-Verfahren gegen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen juristisch vorging, wurden gleich mehrere seiner Konten, darunter auch die seines minderjährigen Sohnes, geschlossen.

    PEN International und verschiedene betroffene Medien warnen, dass ein Zusammenspiel aus Vertragsfreiheit, öffentlichem Druck und Geldwäschevorschriften eine Grauzone schafft, in der politisch unerwünschte Stimmen finanziell unter Druck geraten können. Die Finanzaufsicht Bafin hingegen sieht keinen Bedarf für zusätzliche Regulierung und verweist auf zivilrechtliche Klärungen vor Gericht.
    Bargeld als einzige Garantie für finanziellen Zugang

    Mit der fortschreitenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs, bis hin zum geplanten digitalen Euro, verschärft sich die Debatte zusätzlich. Bargeld bleibt als einziges gesetzliches Zahlungsmittel die letzte Garantie für finanziellen Zugang, der niemandem verwehrt werden kann.

    Während digitale Alternativen wie der digitale Euro neue Möglichkeiten bieten, wirft ihre technische Umsetzung auch Fragen auf: Jede digitale Zahlung hinterlässt zwangsläufig Datenspuren und setzt die Nutzung von Konten oder digitalen Geldbörsen voraus, beides kann im Falle einer Kontosperrung versagen.

    #Allemagne #debanking #liberté_d_expression #censure #répression

  • „Pfizergate“ : EU-Lobbyist zeigte von der Leyen an – Banken sperren jetzt seine Konten
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/eu-pfizergate-lobbyist-baldan-anzeige-von-der-leyen-banken-konten-l

    Quand on agit ouvertement contre le complexe médico-industriel on se trouve aussitôt sous les tirs de barrage. A un certain stade c’est dangereux pour son existence économique. Lors ce qu’on est à l’abri de ces agressions économiques il faut se préparer à la persécution juridique ou pire. Le cas présent montre que la famille d’une cible n’est pas à l’abri.

    29.10.2025 von Franz Becchi - Ex-Lobbyist Frédéric Baldan klagte gegen die EU-Kommissionschefin im „Pfizergate“ – und plötzlich blockieren Banken seine Konten. Zufall oder Einschüchterung?

    Im April 2023 reichte der ehemalige Lobbyist Frédéric Baldan eine Strafanzeige gegen die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bei einem Untersuchungsrichter in Lüttich ein. Baldan beschuldigte von der Leyen des Amtsmissbrauchs, der Vernichtung öffentlicher Dokumente und der Korruption.

    Dies steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen rund um den sogenannten „Pfizergate“-Skandal, bei dem geheime SMS zwischen von der Leyen und dem Pfizer-Chef Albert Bourla zum Impfstoff-Deal über 1,8 Milliarden Corona-Impfstoffdosen, im Wert von etwa 35 Milliarden Euro, geführt haben sollen.

    Bankkonto des Ex-Lobbyisten gesperrt: Was steckt dahinter?

    Im Juni 2023 wurde Baldan die Lobby-Akkreditierung entzogen. Zwei Jahre später berichtete er nun auf der Plattform X, dass ihm die Konten bei den Banken ING und Nagelmackers in Namur, Belgien, gekündigt worden seien. Baldan veröffentlichte dabei ein Schreiben, in dem ihn die Bank über die Entscheidung informierte, die Konten zu schließen.

    In seiner Stellungnahme erklärte Baldan, dass er „ohne rechtliche Grundlage suspendiert“ worden sei und dass er anschließend von der zuständigen Transparenzstelle der Europäischen Kommission, die für die Registrierung von Lobbyisten verantwortlich ist, deregistriert worden sei.

    Laut Baldan betreffen die Kontoschließungen nicht nur sein persönliches Bankkonto, sondern auch die Konten seiner Unternehmensberatung, seines Haushalts sowie das Sparbuch seines fünfjährigen Sohnes. Auch die Bank ING soll in die Schließungen involviert sein.

    Baldan ist ein belgischer Aktivist und ehemaliger Lobbyist mit Expertise im Bereich EU-China-Handelsbeziehungen. Er ist zudem Autor des Buches „Ursula Gates“, in dem er den Einfluss von Lobbygruppen auf die Europäische Kommission untersucht. Baldan wurde als erster Kläger im „Pfizergate“-Skandal bekannt.

    In seinem Buch beleuchtet er den undurchsichtigen Einfluss von Lobbys, Thinktanks und multinationalen Unternehmen auf politische Entscheidungen innerhalb der EU. Das Buch stützt sich auf seine Erfahrungen als Insider und rekonstruiert ein Netzwerk aus Interessen und Einflussnahme, das von EU-Institutionen über globale Pharmaunternehmen bis hin zum World Economic Forum (WEF) reicht.

    „Pfizergate“: Was wird Ursula von der Leyen vorgeworfen?

    Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Vorwurf, dass von der Leyen und Pfizer geheime Kommunikation über den milliardenschweren Impfstoff-Deal führten, deren Inhalte weder der Öffentlichkeit noch den Ermittlungsbehörden zugänglich gemacht wurden. Die New York Times fordert seit 2022 Zugang zu den Nachrichten und klagte – mit Erfolg. Im Mai urteilte der Gerichtshof der Europäischen Union, die Kommission müsse „glaubhafte Erklärungen“ liefern, damit nachvollziehbar werde, warum die SMS nicht auffindbar seien.

    Doch statt für Transparenz zu sorgen, mauerte die Kommission weiter und behauptete, die SMS seien längst gelöscht worden. Bereits im Mai 2021 hatte der Journalist Alexander Fanta Einsicht beantragt. Trotzdem entschied Kabinettschef Björn Seibert, die SMS nicht zu sichern, wie jetzt aus einem Schreiben der Kommission an die New York Times hervorgeht.

    Seibert habe die Nachrichten gelesen, sie jedoch für reine Terminabsprachen und grundsätzlich für nichts Wichtiges gehalten und sie daher nicht archiviert. Nach mehreren Handywechseln seien sie endgültig verloren, spätestens seit Juli 2023.

    Die Entscheidung des Gerichts stieß auf großes Interesse, da sich die Europäische Kommission bislang widersetzt hatte, solche Details herauszugeben. Baldan und andere Kritiker werfen der Kommission vor, dass diese Weigerung die öffentliche Transparenz und die rechenschaftspflichtige Arbeit der EU-Institutionen untergräbt.

    Im vergangenen Januar erklärte die Chambre du Conseil in Lüttich die Strafanzeige von Frédéric Baldan gegen Ursula von der Leyen für unzulässig, da Baldan keinen „persönlichen Schaden“ (intérêt à agir) nachweisen konnte. Diese Entscheidung wurde vergangene Woche von der belgischen Cour de Cassation bestätigt, wodurch das Verfahren endgültig eingestellt wurde. Die EU-Kommission und von der Leyen feierten dies als „Klarheit“ und juristischen Sieg.

    In der Zwischenzeit läuft jedoch weiterhin eine Untersuchung der Europäischen Staatsanwaltschaft. Trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs zur Transparenzpflicht und paralleler Klagen gegen die Kommission ist noch keine abschließende Entscheidung in diesem Verfahren gefallen. Die Anhörungen wurden mehrfach verschoben, und Immunitätsfragen bleiben ungeklärt. Kritiker betrachten diese Verzögerungen als eine Form des Schutzes für die EU-Kommission.

    Schließung der Bankkonten – eine Racheaktion?

    Baldan sieht die Schließung seiner Bankkonten als eine Art der politischen Repression und als Rache für seine Aktivität als Whistleblower. Die Schließungen sollen nicht nur seine persönlichen Konten betreffen, sondern auch die Konten der Organisation Rights and Freedom Press, die die Rechte an seinem Buch innehat. Baldan wirft den Banken vor, in Zusammenarbeit mit politischen Kräften gegen ihn vorzugehen und ihm den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verwehren.

    Es bleibt jedoch unklar, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Baldans politischen Aktivitäten und der Entscheidung der Banken gibt oder ob andere, regulatorische Gründe für die Schließung seiner Konten verantwortlich sind. Die Banken selbst haben sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

    Während Kommissionschefin von der Leyen bislang drei Misstrauensvoten im Europäischen Parlament überstand – das erste im Juli und zwei weitere im Oktober dieses Jahres – verdeutlichen die Ergebnisse die zunehmenden politische Spannungen in Brüssel. Bei den ersten beiden Abstimmungen erhielten die Misstrauensanträge jeweils nur 175 und 179 Ja-Stimmen, was deutlich unter der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von 352 Stimmen lag. Das letzte Votum im Oktober, das von den Fraktionen „Patrioten für Europa“ und der Linken eingereicht wurde, scheiterte ebenfalls, erreichte aber nur 133 Ja-Stimmen.

    Diese Misstrauensvoten, die auch Themen wie die „Pfizergate“-Affäre, Missmanagement und die Klimapolitik betrafen, verdeutlichen wachsende politische Spaltungen innerhalb des Parlaments. Die proeuropäische Mitte stützte von der Leyen weiterhin, jedoch gibt es zunehmend Kritik an ihrer Führung.

    Trotz der rechtlichen Rückschläge und der politischen Spannungen bleibt Baldan entschlossen. Auf X erklärte er: „Einschüchterung funktioniert nie. Sie stärkt nur unser Engagement.“ Damit wendet er sich direkt an von der Leyen und ihre Unterstützer und betont, dass er nicht aufgeben wird.

    #mafia #iatrocratie #Europe #Belgique #debanking #covid-19 #pfizergate

  • Petition der Omas gegen Rechts : AfD verliert Konto
    https://taz.de/Petition-der-Omas-gegen-Rechts/!6018131


    Oma Bettina Kern und Bank-Vorstand Carsten Jung

    Un groupe de citoyennes organise la fermeture du compte en banque du parti d’extrême droite AfD. On est tenté d’applaudir. Pour une fois ça se passe en public, la cible du debanking ne sont pas des militants de gauche et le groupe de pression n’est pas composé d’administrations sous influence de la droite politique. C’est une action symbolique contre un parti dont la présidente est une gestionnaire de fortunes suisse. Ses camarades ont sans doute déjà préparé une solution altenative. Quand même, bien joué les « mamies contre la droite ».

    Les banque populaires dont fait partie la Berliner Volksbank sont des banques associatives sous contrôle de leurs membres.

    3.7.2024 von Die Berliner Volksbank kündigt nach einer Kampagne das Konto der Bundes-AfD. Überweisungen an die Partei sind derzeit nicht möglich.

    Oma Bettina Kern beim Treffen mit Volksbank-Vorstand Carsten Jung Foto: Omas gegen Rechts

    BERLIN taz | Die Bundes-AfD hat ihr Konto bei der Berliner Volksbank verloren. Das teilten die Omas gegen Rechts am Mittwoch nach einem Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bank, Carsten Jung, mit. Die antifaschistischen Se­nio­r:in­nen hatten vor zwei Monaten eine Petition auf der Online-Plattform innn.it initiiert und nun mehr als 33.500 Unterschriften für die Beendigung der Geschäftsbeziehungen übergeben.

    Die Bank selbst wollte den Schritt mit Hinweis auf das Bankgeheimnis nicht bestätigen, so Gregor Hackmack, Vorstand von innn.it, der an dem Treffen zusammen mit der Petitionsinitiatorin Betina Kern teilgenommen hatte. Doch auf die Frage, ob das Spendenkonto gekündigt sei, hätten sie die Antwort bekommen: „Schauen Sie mal auf die AfD-Seite.“

    Tatsächlich ist die Möglichkeit einer Spende per Überweisung an das Konto bei der Berliner Volksbank von der Website der AfD verschwunden. Übrig sind nur noch die Möglichkeiten der Spende von Wahlplakaten, per Lastschrift und Paypal. Zudem sei, so Hackmack, das Statement der Omas gegen Rechts, das den „Erfolg“ feiert, mit der Öffentlichkeitsabteilung der Bank abgestimmt worden.

    Anfang Mai hatten die Omas ihre Kampagne mit einer Kundgebung vor der Berliner Volksbank in Wilmersdorf eingeleitet und darauf verwiesen, dass andere Volksbanken etwa im bayerischen Dachau oder in Mittelhessen Konten der Partei bereits gekündigt hätten.
    Haltung muss Handlung folgen

    Hackmack begründete die Initiative damit, dass die AfD „außerhalb der Verfassungsordnung“ stehe. Anlass der Aktion sei gewesen, dass sich die Berliner Volksbank im Zuge der Demokratieproteste im Frühjahr klar positioniert hatte. In einem Instagram-Post mit dem Hashtag „NieWiederIstJetzt“ hieß es: „Deutschland steht auf und auch wir beziehen klar Position: für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung, für Grundrechte, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit.“

    Es sei darum gegangen, die Bank an ihre „Werte“ zu erinnern, so Hackmack. Der Schritt der Volksbank könne nun „ein Beispiel für andere Banken sein“, etwa für die Berliner Sparkasse, die das Konto des Berliner Landesverbandes der Partei führt.

    #Allemagne #AfD #extrème_droite #debanking