• Ulrike Guérot auf Twi_X: Diskurs im @DLF über die Krise des Liberalismus und die Angst der Linken vor „dem Volk“:

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12519597

    https://x.com/ulrikeguerot/status/2063531583315771741

    #Neoliberalismus #Postliberalismus #Integralismus #Konservatismus #Academia #Autonomie #Wahlfreiheit #Emanzipation #soziale_Bindung #Bildung #Solidarität #Demokratie #Misstrauen #Bevölkerung #Technokratie #Elitismus #Schutzbedürftigkeit

    ♲ Lykanthrop_ - 2026-06-07 10:01:56 GMT

    Postliberalismus – Die Machtfrage – Muss die Linke sich von ihrem eigenen Liberalismus befreien?

    https://www.deutschlandfunk.de/postliberalismus-krise-der-linken-demokratie-100.html

    Liberale linke, verloren im Spannungsfeld zwischen Pöbel und Aristokraten.

    #soziale Bindung

    • DLF - Von Nils Schniederjann | 07.06.2026

      [le script complet de l’émission, à lire en même temps que vous écoutez]

      Die politische Linke steckt in der Krise. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie ihre Fähigkeit verloren, eine glaubwürdige Alternative zum bestehenden System anzubieten. Damit hat sie ihr ureigenstes Terrain preisgegeben. Wie konnte das geschehen?


      Silhouetten von Demonstranten mit Fahnen und einem Transparent
      Mehr Demokratie wagen! Wie die Linke sich neu erfinden kann
      (Getty Images / iStockphoto / Marek Trawczynski)

      Es gibt einen sehr einfachen, aber tiefgreifenden Grund für den Niedergang der gesellschaftlichen Linken: Sie ist liberal geworden. Sie verteidigt individuelle Rechte statt auf kollektive Macht zu setzen, sie blickt bei politischen Auseinandersetzungen auf Verfassungsgerichte statt auf Volkssouveränität, flüchtet in juristische Verfahren.

      Auf der anderen Seite des politischen Spektrums wird der Liberalismus hingegen mit neuer Härte attackiert: Die sogenannten „Postliberalen“ versuchen, das Politische jenseits liberaler Einhegung zu denken. Was, wenn man von den Postliberalen etwas lernen kann? Was würde es für die Linke bedeuten, sich aus dem Bündnis mit dem Liberalismus zu lösen? Gibt es vielleicht sogar das Potenzial für eine „postliberale Linke“?

      Nils Schniederjann ist Journalist in Berlin. Für den Deutschlandfunk moderiert er unter anderem das Magazin für Politische Literatur „Andruck“ und die halbstündige Gesprächssendung „Tacheles“. Gemeinsam mit Sebastian Friedrich betreibt er außerdem den Newsletter und Podcast „Über Rechts“.

      Karlsruhe, am 24. März 2021. An diesem Tag verkündet das Bundesverfassungsgericht ein Urteil, das sich rasant verbreitet: Der Staat, so heißt es darin, darf die Freiheit künftiger Generationen nicht durch unterlassene Klimaschutzmaßnahmen einschränken. In der klimabewegten Linken wird das Urteil euphorisch aufgenommen. Die Linkspartei nennt es einen „Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel“. Auch Gruppen aus dem linksradikalen Spektrum feiern, dass das Verfassungsgericht den Staat zum Handeln zwinge.

      Das Urteil reicht weit hinein in die Politik und es verengt die Spielräume dessen, was politisch möglich ist. Nicht nur musste die damalige Regierung ihre Klimagesetzgebung verschärfen; jede Regierung, die in Zukunft hinter die bestehenden Ziele zurückfallen möchte, dürfte Probleme mit den Karlsruher Richtern bekommen. Gerade diese Einengung des politisch Möglichen feiert die Linke damals.

      Man könnte das leicht abtun: Jede Bewegung nutzt die Mittel, die ihr zur Verfügung stehen. Wenn die Aussichten auf Erfolg vor Gericht höher sind als im Parlament, dann sollte man sie nutzen. Doch dass sich die politische Linke so leicht für nicht-majoritäre Wege erwärmen lässt, steht für ein größeres Problem. Und der Klimabeschluss ist nur ein Beispiel unter vielen: Von der Geldpolitik über die Handelspolitik bis zur Migration hat man in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe grundsätzlicher Fragen dem demokratischen Prozess entzogen und sie in die Hände von Gerichten, Zentralbanken und europäischen Institutionen gelegt.

      Dass die Linke – von der gemäßigten Sozialdemokratie bis weit ins linksradikale, vor allem klimabewegte Spektrum hinein – das nicht nur hingenommen, sondern häufig begrüßt hat, ist kein Zufall. Es hat mit einem grundlegenden Wandel zu tun: Ein guter Teil der Linken ist liberal geworden. Und sie hat, wie die Liberalen seit Jahrhunderten, Angst vor dem Volk.

      Zunehmend wird dieses Bündnis mit dem Liberalismus zum Problem für das linke Lager. Denn die liberale Hegemonie der vergangenen 25 Jahre kommt an ihr Ende. Was aber hieße es, „nicht wie ein Liberaler zu denken“, wie der Philosoph Raymond Geuss einmal fragte? Und wie sähe eine postliberale Politik aus, die nicht hinter die Errungenschaften des Liberalismus fällt, sondern über sie hinausgeht?

      Um diese Fragen zu beantworten, muss man zunächst verstehen, was der Liberalismus ist. Die politische Philosophie stellt diese Frage seit fast 300 Jahren vor erhebliche Herausforderungen, so vielfältig ist, was sich unter diesem Begriff fassen lässt. Es muss hier eine Minimaldefinition reichen: Wer liberal ist, vertritt im Kern das Projekt, die individuelle Autonomie zu erhöhen. Ursprünglich taten Liberale das, indem sie das politische Mitspracherecht einfacher Bürger gegen die feudale Herrschaft erkämpften. Seitdem das freie und allgemeine Wahlrecht sich durchgesetzt hat, also je nach Staat seit etwa 100 Jahren, waren es noch zwei Sphären, in denen die individuelle Autonomie auf einen Höchststand zu bringen war: die Wirtschaft und die Kultur.

      Im Bereich der Wirtschaft knüpfte sich das Autonomiestreben von Anfang an daran, den Markt von allen angeblich unzulässigen Einschränkungen zu befreien. Allen Spielarten des Wirtschaftsliberalismus war gemeinsam, dass sie die Autonomie der wirtschaftlichen Akteure erhöhen wollten. Wenn zwei Personen sich entscheiden, einen Vertrag einzugehen, dann sollte das geschehen, egal wie ungerecht dieser Vertrag auch aussehen mochte.

      Die andere Seite des liberalen Projekts spielt sich auf gesellschaftspolitischer Ebene ab: Jeder sollte leben können, wie er oder sie wollte. Der Staat sollte sich gegenüber unterschiedlichen Lebensformen möglichst neutral verhalten. Überall, wo dem Menschen von seinen Mitbürgern Vorschriften gemacht, Ansprüche an ihn gestellt, er zu einer gewissen Lebensform gedrängt werden sollte, entdeckte der Liberale ein neues emanzipatorisches Projekt: Zunächst die Religionsfreiheit, später die Meinungs- und Pressefreiheit, im 20. Jahrhundert die sexuelle Befreiung von Konventionen. Inzwischen ist es die Existenz binärer Geschlechterordnungen überhaupt, die kritisch betrachtet wird, weil sie die individuelle Autonomie einschränke.

      Die Wette der Linksliberalen war dabei stets, dass beide Formen des Liberalismus nichts miteinander zu tun haben; dass man für gesellschaftspolitische Liberalisierungen und gleichzeitig gegen den Wirtschaftsliberalismus kämpfen könne. Lassen sich die beiden Projekte aber wirklich so leicht voneinander trennen? Der französische Philosoph Jean-Claude Michéa hat die überzeugendste Gegenthese formuliert: Beide Projekte gehen von abstrakten, nicht in konkrete Gemeinschaften eingebetteten Individuen aus, deren atomisierte Wünsche und Interessen man durch einen möglichst klaren rechtlichen Rahmen vor den Ansprüchen ihrer Mitmenschen abschirmen sollte.

      Natürlich kann ein einzelner Mensch gleichzeitig für Abtreibungsrechte und für die Verstaatlichung der Energiekonzerne eintreten. Doch Michéa beschreibt eine kulturelle Dynamik des allseits wirksamen Hintergrundrauschens des Liberalismus. Wo die Idee, dass jeder vor den Ansprüchen seiner Mitmenschen geschützt werden soll, zur Leitidee einer Gesellschaft wird, dort erodieren über kurz oder lang auch die solidarischen Bindungen, die für eine Umverteilungspolitik oder ein solidarisches Zusammenleben nötig wären. Wer jeden Anspruch der Gemeinschaft an das Individuum als Zumutung betrachtet, dem fällt es schwer zu erklären, warum der Anspruch auf einen gerechten Anteil am gesellschaftlichen Reichtum davon ausgenommen sein sollte.

      Man muss Michéas Diagnose nicht in aller Radikalität teilen um anzuerkennen, dass die Trennung zwischen einem „guten“ kulturellen und einem „schlechten“ ökonomischen Liberalismus schwieriger ist, als es sich weite Teile der Linken lange eingeredet haben. Beide Projekte teilen eine Vorstellung von Individuum, Gesellschaft und Staat: Weil es kein höheres Gut gibt, auf das eine Gesellschaft gemeinsam hinarbeiten könnte, gibt es für den Liberalen nur vereinzelte Individuen, deren Ansprüche aufeinanderprallen. Um die Spannung zu lösen, die damit auf der atomisierten Gesellschaft liegt, muss der liberale Staat selbst neutral sein.

      Doch in dieser Idee steckt ein Paradox: Der Liberalismus verspricht einen Staat, der sich heraushält. Doch indem er die überlieferten Bindungen auflöst, die den Menschen bisher Orientierung gaben – Familie, religiöse Gemeinschaft, Gewerkschaften, kommunale Solidarstrukturen –, erzeugt er eine atomisierte Gesellschaft, die immer stärker auf staatliche Regulierung angewiesen ist. Wo früher Nachbarschaft, Zunft oder Gemeinde Konflikte lösen konnte, muss jetzt ein Gesetz her. Das Endresultat des siegreichen Liberalismus ist deshalb nicht der schlanke Staat, sondern ein Staat, der immer mehr Lebensbereiche rechtlich reguliert.

      Angesichts dieser Wurzeln muss man sich wundern, dass gerade die Linke sich diesem Projekt angeschlossen hat. Der Klassenkampf diente historisch nie dem Ziel, den Staat möglichst neutral zu stellen. Am Ende des Kampfes wollte man ihn vielmehr übernehmen. Die Selbstverwirklichung des Einzelnen war ohne kollektive Macht über Staat und Ökonomie nicht zu haben.

      Im Laufe des 20. Jahrhunderts änderte sich jedoch die strategische Ausrichtung – nicht immer aus freien Stücken, sondern unter dem Druck struktureller Verwerfungen. Die neoliberale Umstrukturierung des Kapitalismus seitdem, die Globalisierung mit dem Bedeutungsverlust der industriellen Arbeiterklasse in den westlichen Zentren und schließlich der Zusammenbruch des Realsozialismus entzogen der alten Linken ihre soziale Basis und ihre politische Perspektive.

      In dieser Situation setzten sich zunehmend jene Strömungen durch, die ihr jeweiliges Einzelinteresse an der spezifischen Emanzipation von gesellschaftlichen Zwängen durchsetzen wollten: die Ökologiebewegung, die Schwulenbewegung, die wiederbelebte Frauenbewegung, Menschenrechtsgruppen, Hausbesetzer. Diese Gruppen wollten den Staat nicht im Sinne einer universell verstandenen Klasse übernehmen, sondern das individuelle Recht auf Selbstverwirklichung durchsetzen. Ob sie es beabsichtigten oder nicht: Das Ergebnis war nicht die Überwindung der liberalen Ordnung, sondern die Integration in sie.

      Nicht nur die radikale Linke schlug diesen Weg ein. Auch die Sozialdemokratie entledigte sich jedes Anspruchs auf politische Eingriffe, die die Autonomie einzelner zugunsten kollektiver Ziele bewusst einschränken, also Verstaatlichungen, die Planung der Wirtschaft oder bindende Pflichten gegenüber dem Gemeinwesen. Schon 1959 erklärte die SPD in ihrem Godesberger Programm, der demokratische Sozialismus wolle „keine letzten Wahrheiten verkünden“, denn es sei weder Aufgabe einer Partei noch des Staates, über die Glaubensentscheidungen des Menschen zu bestimmen. Von einer systematischen Alternative zum Kapitalismus wollte die SPD seitdem nichts mehr wissen. Dass dieser neutrale Staat des Liberalismus aber nicht nur ein Versprechen, sondern auch eine Drohung sein kann, zeigte schließlich Gerhard Schröder. Wer arbeitslos wurde, ist seit der Agenda 2010 vor allem eines: selbst dafür verantwortlich.

      Die Philosophin Nancy Fraser nannte das Ergebnis dieser Verschiebungen einmal „progressiven Neoliberalismus“: Linke hatten sich scheinbar mit dem Kapitalismus arrangiert, solange das eigene Leben weitestgehend selbstbestimmt gestaltet werden konnte. Das Projekt ist aber keine inkohärente Kombination eigentlich „guter“ progressiver Werte mit dem „schlechten“ ökonomischen Neoliberalismus. Vielmehr erleben wir eine Linke, die auf beiden Feldern liberal geworden ist.

      Das Ergebnis war ein Verlust an kollektiver politischer Macht und die Flucht in die Arme von staatlicher Finanzierung, Verfassungsgerichten und den europäischen Gerichtshöfen. Im Großen und Ganzen hängt der Erfolg linker Projekte inzwischen davon ab, ob sie ihre Ziele auf nicht-majoritärem Weg durchsetzen können. Das Ziel, eine Mehrheit von einem grundsätzlich anderen politischen Projekt zu überzeugen, ist in weite Ferne gerückt.

      Bemerkenswert ist, dass nicht alle politischen Strömungen eine solche Entwicklung durchgemacht haben. In der Rechten ist der Glaube, eine Mehrheit von einem fundamental anderen Staat überzeugen zu können, in der gleichen Zeit sogar gewachsen. Und postliberale Denker wie Patrick Deneen, Adrian Vermeule und Sohrab Ahmari greifen den Liberalismus frontal an. Während die Linke sich immer enger an ihn gekettet hat, ist zumindest ein Teil der Rechten auf größeren Abstand gegangen.

      Die zentrale Diagnose dieser rechten Denker lautet, dass die gemeinschaftlichen Strukturen, die den Menschen hervorbringen und beherbergen, vom Liberalismus zerstört werden. Soweit unterscheidet sich die Diagnose kaum von anderen konservativen Denkern. Was die Postliberalen aber von den traditionellen Antiliberalen unterscheidet, ist ein entscheidender Perspektivwechsel: Die postliberalen Denker sehen die negativen Effekte des Liberalismus nicht als Ausdruck seines Scheiterns, sondern als Ausdruck seines Sieges.

      Das war bei den Feinden des Liberalismus üblicherweise anders: Die Konservativen Revolutionäre etwa hielten die politische Apathie der Bürger für einen Defekt des schwächlichen Liberalismus mit seinem betäubenden Parlamentarismus. Die Postliberalen sehen dieselbe Apathie, deuten sie aber umgekehrt: Der Liberalismus wollte die großen Fragen dem demokratischen Streit entziehen. Dass die Menschen sich von der Politik abwenden, ist deshalb kein Zeichen seines Scheiterns, sondern gerade die Quittung für seinen Erfolg.

      Die Politikwissenschaftler Veith Selk und Julian Nicolai Hofmann haben das treffend eine „Siegkrise des Liberalismus“ genannt. Sie stellen fest, dass diese Siegkrise nicht nur von Postliberalen diagnostiziert wird, sondern sich inzwischen in zahlreichen sozialwissenschaftlichen Beiträgen über die Erosion der Demokratie und den strukturellen Wandel moderner Gesellschaften finden lässt. Reagieren die Postliberalen also nur auf Strukturbrüche, die längst offensichtlich geworden sind?

      Entscheidend ist, dass die Postliberalen den Liberalismus als ein umfassendes Projekt verstehen, dessen zwei Seiten der kulturelle und der ökonomische Liberalismus sind. Beides lehnen sie ab. Das postliberale Projekt verbindet dabei Positionen, die in der üblichen Links-Rechts-Ordnung kaum zusammenpassen: gewerkschaftsfreundliche Wirtschaftspolitik mit kulturellem Konservativismus, Kritik an Großkonzernen mit dem Eintreten für traditionelle Familienformen.

      Und so kommt weder die Rechte, in deren Mittelpunkt traditionell die Sicherung des Privateigentums steht, bei ihnen gut weg, noch die Linke, die bestehende Normen im Namen der individuellen Autonomie abschaffen möchte. Der Liberalismus, so formulierte es der Postliberale Adrian Pabst, habe behauptet, die Gesellschaft von der Tyrannei der Werte zu befreien. In Wahrheit aber habe er eine neue Tyrannei eingeführt: die, von allen gegenseitigen Verpflichtungen befreit zu sein.

      Während die Postliberalen in dieser Diagnose fast alle übereinstimmen, ist das Feld in Bezug auf konkrete Lösungsvorschläge durchaus plural. Manche wollen den Staat nutzen, um Vereine, Gewerkschaften und Genossenschaften zu stärken. Sie orientieren sich eher an klassischen sozialdemokratischen Ideen. Auf der anderen Seite stehen Integralisten wie Adrian Vermeule, der eine am Naturrecht orientierte Staatsdoktrin fordert, oder Patrick Deneen, der prominenteste Vordenker, der auf lokale Gegengemeinschaften und Pflichtdienste setzt, um konservative Tugenden wiederzubeleben.

      Die Lösungen zeigen also in verschiedene Richtungen. Was die Postliberalen in ihrer Kritik teilen, sind drei Punkte: Erstens kritisieren sie den Liberalismus gerade wegen seines umfassenden Sieges. Zweitens identifizieren sie die akademisch gebildete Dienstleistungsschicht in Medien, Verwaltung, NGOs und Universitäten als soziale Trägerschicht des liberalen Projekts. Und drittens befürworten sie eine Politik der Gemeinwohlorientierung, die über das liberale Minimum hinausgeht.

      Damit haben die Postliberalen den Linken etwas voraus. Denn in der Linken, so bekommt man den Eindruck, herrscht aktuell eine im Grunde liberale Kritik am liberalen System vor: Das Problem am Liberalismus ist dort höchstens, dass er noch nicht umfassend genug durchgesetzt wurde. Die marxistische Tradition hat zwar immer zwischen formaler und realer Freiheit unterschieden – doch in der politischen Praxis der letzten Jahrzehnte ist diese Unterscheidung weitgehend wirkungslos geblieben.

      Die Postliberalen hingegen haben verstanden, dass der Liberalismus gerade dort scheitern muss, wo er umgesetzt wird. Das Projekt der größtmöglichen Autonomie untergräbt sich letztlich selbst, weil der Mensch nicht ohne Bindungen leben kann – auch wenn kein Liberaler das offen behaupten würde, setzt der Liberalismus es in seiner politischen Praxis stillschweigend voraus. Zumindest betrachtet er alle Formen der Bindung unter dem Primat der individuellen Wahlfreiheit. Der Liberalismus hat natürlich dort eine sinnvolle Funktion, wo er die Menschen von Bindungen löst, die ihre historische Funktion überlebt haben. Doch er kann nur wirkliche Emanzipation schaffen, wo er zugleich alternative Bindungen ermöglicht. Wo er bloß auflöst, siegt und scheitert er zugleich: Er setzt sich durch, aber das Ergebnis ist nicht die versprochene Freiheit, sondern es sind Vereinzelung und Orientierungslosigkeit.

      So erhellend die Diagnose der Postliberalen ist – an einer entscheidenden Stelle muss man widersprechen. Meist führt die postliberale Elitenkritik zur Forderung nach einer anderen, besseren Elite. Patrick Deneen nennt seine ideale Politik einen „Aristopopulismus“: eine im altgriechischen Sinne von „áristos“ – also dem Vorzüglichen – ausgewählte Elite, die aber im Sinne des Populären agiert. Ähnlich ist es bei den meisten anderen postliberalen Denkern: Sie alle können sich nicht vorstellen, dass die Menschen in der Lage wären, ohne Führung einer Elite über sich selbst zu bestimmen.

      Dahinter steckt letztlich eine Verachtung der einfachen Menschen. Diese teilen die Postliberalen mit den liberalen Technokraten. Beiden müsste sich die Linke eigentlich entgegenstellen: Sie müsste eine Kritik am Liberalismus verknüpfen mit einem uneingeschränkten Bekenntnis zur Demokratie. Das hieße jedoch auch, die Formel von der „liberalen Demokratie“ kritischer als bisher zu betrachten.

      Denn diese ist bei genauerer Betrachtung ein widersprüchliches Projekt: Was Autonomie bedeutet, hängt zwar davon ab, wen man fragt. Doch der Liberale versteht darunter zunächst, in seinen Entscheidungen und Handlungen nicht von anderen eingeschränkt zu werden – eine negative Freiheit, die alles Bindende als Zumutung begreift. Die Demokratie aber, wie jede andere Form der Herrschaft, ist eine solche Einschränkung durch Bindung: Jedes Gesetz bedeutet, dass die Handlungsspielräume für irgendjemanden kleiner werden. Auch dort, wo Gesetze Spielräume erweitern, tun sie das stets auf Kosten anderer: Das Recht auf Arbeitslosengeld sorgt bei den Arbeitslosen für mehr Geld in der Tasche, schränkt aber die Möglichkeiten derjenigen ein, die Sozialabgaben zahlen, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

      In der Demokratie sind wir bereit, unseren Mitmenschen Zugriff auf unser Leben zu gewähren: Ich akzeptiere Gesetze, die meine Autonomie einschränken, im Wissen, dass es beim nächsten Mal ich sein kann, der andere einschränkt. Die Demokratie ist Herrschaft auf Zeit. Herrschaft bleibt sie trotzdem. Und genau das ist dem Liberalen stets ein Dorn im Auge. Deshalb gab es von Anfang an eine Spannung zwischen der Idee des Liberalismus und der Idee der Demokratie. Unsere liberale Demokratie zeichnet sich gerade durch eine Reihe von Maßnahmen aus, mit denen der demokratisch legitimierte Zugriff des Staates auf seine Bürger eingeschränkt wird. Der Liberalismus versucht, die Demokratie „unter Beobachtung“ zu stellen, wie es der Politikwissenschaftler Philip Manow formuliert hat.
      Dafür soll sich der demokratische Staat möglichst neutral verhalten. Wo er zu stark in das Leben seiner Bürger eingreift, sollen Gerichte ihn zurückrufen können. Außerdem wurde das Recht gegen die Politik immunisiert: Die Justiz soll möglichst unabhängig von politischen Prozessen arbeiten. Das führte schließlich dazu, dass individuelle Rechte einen Vorrang erlangt haben gegenüber kollektiv getroffenen Entscheidungen. Alle drei Mechanismen gründen letztlich im Misstrauen gegenüber dem Volk. Diese liberale Angst vor einer „Tyrannei der Mehrheit“ lässt sich bei vielen liberalen Vordenkern beobachten: bei Tocqueville genauso wie bei John Stuart Mill, bei Isaiah Berlin genauso wie bei den Architekten der europäischen Nachkriegsordnung.

      Das Ergebnis ist, dass der politische Prozess zu einem guten Teil stillgelegt wird. Natürlich gibt es noch Fragen, über die sich politisch streiten lässt: Dürfen Behörden gendern? Soll die Arbeitslosenversicherung Bürgergeld oder Grundsicherung heißen? Aber die großen Pflöcke, an denen sich entscheidet, wie eine Gesellschaft grundsätzlich funktioniert, stehen nicht mehr zur Debatte: Die Geldpolitik wird von unabhängigen Technokraten festgelegt, bei der Migration verweist man auf die europäischen Gerichtshöfe, auf die Handelspolitik haben nationale Parlamente gar keinen Einfluss mehr. Sie alle sind demokratischen Entscheidungen größtenteils oder vollständig entzogen. Was für die einen ein Demokratiedefizit ist, ist für den Liberalen eigentlich nur konsequent: Grundlegende Fragen der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung müssen, um den Staat möglichst neutral zu halten, dem demokratischen Streit entzogen werden.

      Dieser technokratischen Einhegung demokratischer Mehrheiten unterlaufen zwei Fehler. Erstens ist die Annahme, es könne überhaupt einen neutralen, aber dennoch demokratischen Staat geben, eine Illusion. Nehmen wir das Beispiel der Familienpolitik. Die lokalen Strukturen, die Familien früher trugen, gehen unter dem Druck des liberalen Autonomieversprechens langsam unter. Und so muss der Staat selbst mit Elterngeld, Kita-Plätzen und Betreuungsschlüsseln einspringen. Er reguliert, wo er sich angeblich heraushält. Doch diese Regulierung wird nicht als politische Entscheidung, sondern als technische Verwaltungsaufgabe behandelt. Lobbys und Interessenverbände versuchen, die Regelungen in die eine oder andere Richtung zu lenken. Aber die Frage, was für eine Gesellschaft wir sein wollen, wird so in 1.000 kleine Stellschrauben zerlegt, über die Experten entscheiden.

      Der zweite Fehler der technokratischen Einhegung ist das Vertrauen, das sie in die Eliten setzt. Schaut man auf die letzten Jahrzehnte, gibt es kaum einen Grund für eine Angst vor der Tyrannei der Mehrheit. Es sind vor allem die Eliten, die für die Fehlentscheidungen der letzten Jahre verantwortlich zeichnen: die Finanzkrise 2008, die desaströse Pandemiepolitik, die vergeigte Energiewende, die schrittweise Deindustrialisierung. An kaum einem Punkt hat eine Mehrheit der Bürger die Politik vor sich hergetrieben.

      Und während diese Fehlentscheidungen die Lebensbedingungen der Vielen verschlechterten, hat die ökonomische Elite von genau dieser Ordnung profitiert. Die Zahl der Milliardäre in Deutschland hat sich seit der Finanzkrise vervierfacht; ihr Gesamtvermögen wuchs allein 2025 inflationsbereinigt um 30 Prozent. Gleichzeitig liegen die Reallöhne noch immer auf dem Niveau von 2019. Ein Fünftel der Bevölkerung lebt in Armut. Nicht die Mehrheit ist eine Gefahr für diese Gesellschaft, sondern es sind die Wenigen an der Spitze, die sich von den Lebensweisen und Bedürfnissen der Vielen entfernt haben.

      Jedes System, das auf die Herrschaft einer kleinen Elite gebaut ist, neigt zur Instabilität, wenn diese Eliten außer Kontrolle geraten. Eine Demokratie, die den politischen Prozess ernst nimmt, hat demgegenüber einen Vorteil: Es reicht, wenn eine andere Gruppe an die Macht kommt. Dafür muss aber möglichst viel innerhalb des Systems zur Disposition stehen. In den vergangenen Jahren war das Gegenteil der Fall.

      In den klassischen Theorien der liberalen Demokratie ist der Einwand seit jeher der Gleiche: Eine unbegrenzte, uneingehegte Demokratie würde zur Tyrannei der Mehrheit führen. Ursprünglich wurde dieses Argument vor allem von den besitzenden Klassen vorgebracht: Die Eigentumsordnung musste dem demokratischen Zugriff entzogen werden, sonst könnten die Menschen noch merken, dass die ungleiche Verteilung der Güter nicht gottgewollt, sondern menschengemacht ist. Heute sind die Ängste unter besitzlosen Linken mindestens genauso verbreitet: Wenn wir wirklich über alles demokratisch entschieden, wären Migranten, Heimatlose, Schutzbedürftige einer rechten Mehrheit ausgeliefert, die mit ihnen machen würde, was sie wolle.
      Doch es gibt zwei Argumente dagegen, ein historisches und ein empirisches. Historisch ist es mindestens übertrieben, von einer Gefahr einer Tyrannei der Mehrheit zu sprechen. In Deutschland geht es dabei meist um die Erfahrung der nationalsozialistischen Gleichschaltung, die nach 1945 ein tiefes Misstrauen gegenüber demokratischen Mehrheiten begründet hat. Doch das Beispiel fußt auf einem falschen Verständnis der historischen Situation. Das Ende der Weimarer Republik lässt sich kaum mit einer außer Kontrolle geratenen Demokratie erklären. Der Druck von rechts und links auf das parlamentarische System war zwar enorm – doch letztlich waren es konservative Eliten, die das System zu Grabe trugen.

      Was die Nationalsozialisten betrieben, war gerade keine Tyrannei der Mehrheit, sondern die Zerstörung der Demokratie durch eine Minderheit, die sich des Staates bemächtigte. Historisch gingen auch die meisten anderen Tyranneien aus nicht-demokratischen Machtergreifungen hervor. Die wirkliche Gefahr liegt eher nicht in zu viel Demokratie, sondern in zu wenig: Ein System, das den Bürgern signalisiert, dass ihre Stimme in den entscheidenden Fragen ohnehin nichts zählt, erzeugt erst die Frustration und Radikalisierung, die es zu verhindern vorgibt.

      Tatsächlich hätte das Mitte-Links-Lager in vielen Feldern wahrscheinlich größere Chancen, seine politischen Ziele durchzusetzen, wenn dem demokratischen Prozess mehr Raum gegeben würde. Eine große Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Vermögensteuer, doch seit einem Verfassungsgerichtsurteil von 1995 wird sie nicht mehr erhoben. In Berlin stimmte eine deutliche Mehrheit für die Enteignung großer Wohnungskonzerne, doch das Ergebnis wurde ignoriert und an eine Expertenkommission delegiert. Das Muster ist oft dasselbe: Wo linke Mehrheiten existieren, werden sie entweder nicht abgefragt oder ihre Ergebnisse werden neutralisiert.

      Das Problem der Linken ist also nicht, dass die Bevölkerung zu rechts wäre, sondern dass die liberale Ordnung genau jene demokratischen Wege versperrt, auf denen sie Mehrheiten gewinnen könnte. Natürlich wäre damit zu rechnen, dass in einigen Feldern nicht das Ergebnis stünde, das sich Linke erhoffen. Doch das wäre der Preis dafür, das Politische überhaupt wiederzubeleben. Es ist ein geringer Preis gegenüber einem narkotisierten System.

      Das heißt nicht, dass man alle prozeduralen Sicherungen abschaffen sollte. Aber diese Sicherungen müssen nicht notwendig nicht-majoritär gedacht sein. Im Moment zeigt die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Was geschieht, wenn nicht-majoritäre Institutionen die Demokratie im Namen der Demokratie aushebeln, ließ sich im Dezember 2024 in Rumänien beobachten: Drei Tage vor der geplanten Stichwahl annullierte das Verfassungsgericht die erste Runde der Präsidentschaftswahl. Der Grund war eine angebliche Einflussnahme Russlands; belastbare Beweise dafür wurden bis heute nicht vorgelegt. Bei der Wiederholungswahl wurde der rechtsradikale Wahlsieger Călin Georgescu nicht mehr zugelassen. Die anderen Staaten der EU nahmen das kommentarlos hin oder begrüßten es sogar.

      Die „liberalen Demokratien“ werden offenbar illiberaler. Wogegen sich die Linke angesichts dieses autoritären Schwenks wehren müsste, wäre die juristische und exekutive Einschränkung des demokratischen Prozesses. Im Moment geschieht das Gegenteil: Gerade diese Einschränkungen werden als Rettung der Demokratie sakralisiert. Wenn eine Mehrheit in diesem Land eine autoritäre Politik möchte, werden uns keine Gerichte davor retten. Deshalb geht es darum, sicherzustellen, dass der demokratische Prozess ohne große Einschränkungen ablaufen kann und dass es in ihm wirklich um etwas geht.

      Was hieße das konkret? Einige Felder zeichnen sich bereits ab, auf denen eine postliberale Linke sich anders positionieren müsste, als es im gegenwärtigen liberalen Mainstream geschieht. In der Wirtschaftspolitik hieße es, die Frage nach Produktion und Verteilung als genuin politische zu behandeln, statt sie an Märkte und Technokraten zu delegieren. In der Klimapolitik hieße es, Klimaschutz nicht als verfassungsrechtliche Vorgabe vor dem demokratischen Streit zu schützen, sondern als politisches Projekt zu begreifen, das Mehrheiten braucht. In der Migrationspolitik hieße es, die Frage, wer kommen darf und unter welchen Bedingungen, als das zu behandeln, was sie ist: eine der großen politischen Fragen, über die demokratisch entschieden werden muss. In der Familienpolitik hieße es, offen zu benennen, dass eine Gesellschaft ein legitimes Interesse daran hat, wie ihre Mitglieder zusammenleben und füreinander sorgen. In der Außenpolitik hieße es, demokratisch über Krieg und Frieden zu entscheiden, statt solche Fragen in Bündnisverpflichtungen verschwinden zu lassen. Und in der Frage der Rechtsstaatlichkeit hieße es, die Verrechtlichung des Politischen zurückzudrängen und dafür zu sorgen, dass Parlamente wieder über die Dinge entscheiden, die das Leben der Menschen bestimmen.

      Keine dieser Positionen ist ohne Risiko. Wer den demokratischen Prozess stärkt, muss mit Ergebnissen leben, die einem nicht passen. Doch das ist das Wesen der Demokratie: Sie ist die einzige Herrschaftsform, die sich selbst korrigieren kann, ohne sich selbst zu zerstören. Die liberale Einhegung der Demokratie hat genau diese Selbstkorrektur zuletzt immer mehr verhindert. Das Ergebnis ist nicht die Stabilität, die die Liberalen versprochen haben, sondern eine wachsende Instabilität, die den Boden bereitet für jene, die das System als Ganzes ablehnen.

      Linke stehen in Deutschland aktuell vor einer Entscheidung: Wollen sie den Liberalismus verteidigen oder die Demokratie? Die postliberalen Rechten analysieren die Schwächen des liberalen Systems mit einer kaum mehr bekannten Vehemenz, landen aber bei einer autoritären Antwort. Eine postliberale Linke könnte, wenn sie ihre Angst überwindet, eine demokratische Antwort auf die Risse im liberalen System geben. Dafür muss sie eine Frage beantworten: Trauen wir den Menschen zu, sich gemeinsam selbst zu beherrschen? Wenn sie diese Frage emphatisch bejaht, dann unterscheidet sie sich sowohl vom liberalen Mainstream als auch von den autoritären Postliberalen. Das wäre ein Anfang.

    • Voilà l’affirmation centrale de l’auteur Nils Schniederjann qui résume les raisons pour le déclin de l’influence de la gauche parmi les classes populaires (dont moi ;-) ).

      De la politique monétaire à la politique commerciale en passant par la migration, toute une série de questions fondamentales ont été soustraites au processus démocratique ces dernières années pour être confiées aux tribunaux, aux banques centrales et aux institutions européennes.

      Ce n’est pas un hasard si la gauche – de la social-démocratie modérée jusqu’aux franges les plus radicales de gauche, notamment celles engagées dans la lutte pour le climat – a non seulement accepté cette situation, mais l’a souvent saluée. Cela tient à un changement fondamental : une bonne partie de la gauche est devenue libérale. Et, à l’instar des libéraux depuis des siècles, elle a peur du peuple.

      Bref, « Die Linke » ne représente plus le peuple c’est à dire les couches populaires d’Allemagne.

      Il n’y a plus de « travailleurs » parmi les nouveaux membres du parti qui à usurpé le terme « de gauche » ou, pour employer l’expression traditionelle, qui a trahi le projet de gauche proclamé lors de sa fondation en l’an 2007. Vu les personnages principaux derrière la création du nouveau parti Oskar Lafontaine (WASG) et Gregor Gysi (PDS) on aurait pu s’en douter que l’histoire allait finir comme on le voit aujourd’hui.

      Voilà un texte historiographique de l’institution de formation politique de l’état capitaliste à propos du parti Die Linke .
      Etappen der Parteigeschichte der LINKEN | Parteien in Deutschland | bpb.de
      https://www.bpb.de/themen/parteien/parteien-in-deutschland/die-linke/42130/etappen-der-parteigeschichte-der-linken

      On l’y accuse de stalinisme occulte. Le parti accepte ce reproche et refuse alors de défendre l’Union Soviétique historique et son rôle positif pour le mouvement ouvrier mondial. Ses dirigeants préfèrent se plier au discours dominant afin de mieux profiter de leur présence au sein des institutions des états impérialistes allemands et d’Europe.

      J’ai l’impression que le moment est venu de créer un nouveau mouvement « de gauche » qui laisse derrière lui les limitations de la politique opportuniste pratiquée par Die Linke tout en dépassant les limites imposées par les divers dogmes des petits partis « communistes » allemands.

      On a déjà vu pas mal de groupes de gauche non dogmatique (undogmatische Linke") . Pourvu que la prochaine édition ne se dissipe pas comme Projekt Avanti qui n’a apparemment pas réussi tenir bon.

      4.5.2021 TAZ : Die undogmatische Linke
      https://taz.de/Die-undogmatische-Linke-PLATTFORM-FUeR-VERAeNDERUNG/!441219

      Wikipedia nous rappelle plusieurs projets historiques qui ont choisi le terme pour décrire leurs idées.

      Undogmatische Linke
      https://de.wikipedia.org/wiki/Undogmatische_Linke

      Don’t do this at home ! ou quelques erreurs à ne pas répéter.

      Seit den 1960er-Jahren galten die linkspolitischen Menschen, die sich nicht in einer Partei organisieren wollten, als der Undogmatischen Linken angehörig, so das 1969 gegründete Sozialistische Büro. Die Undogmatische Linke bezeichnet eine politische und gesellschaftliche Strömung, die sich vom Realsozialismus und besonders in den 70er und 80er Jahren von den Teilen der Linken, die von der sogenannten Stamokap-Theorie des Instituts für Gesellschaftswissenschaften der DDR geprägt waren, abgrenzt. Politische Virulenz besaß dieser Begriff insbesondere bei den Jusos, dem Jugendverband der SPD, in der Zeit der Flügelkämpfe zwischen Reformsozialisten, welche diese Bezeichnung alternativ für sich wählten, und den sogenannten Stamokaps in den 1970er bis 1990er Jahren. Synonym wurde damals auch der Begriff „Demokratische Linke“ genutzt.

      An der Universität Frankfurt war die Undogmatische Linke besonders aktiv und in den 1970er/1980er Jahren zugleich eine studentische Hochschulgruppe, die jahrelang den AStA stellte und gleichsam der offizielle Arm der Sponti-Bewegung war. Im bundesweiten Studierendenstreik (Nov. 1988 – Feb. 1989) war sie als linkspolitische parteiungebundene Hochschulgruppe in Frankfurt/Main aktiv. Erst Ende der 1990er Jahre löste sich die Gruppe auf.

      1989 wurde von zwei autonomen Gruppen in Norddeutschland „Avanti – Projekt undogmatische Linke“ gegründet, eine Organisation, die sich gegen organisatorischen „Autoritarismus“ stellt und der Öffentlichkeit ihre politischen Inhalte näher bringen möchte. Unter den Autonomen folgten in den 1990er Jahren weitere ähnliche Zusammenschlüsse in anderen Regionen. Wahrscheinlich schlossen sich die meisten dieser Zusammenschlüsse später dem Netzwerk Interventionistische Linke an. Dort sind aber nicht allein Autonome und Postautonome organisiert.

      Le prolétariat ne joue plus son rôle d’antagoniste actif de la classe capitaliste. Une nouvelle « gauche » devra alors poser les questions essentielles et palpables pour chacune et chacun qui n’a pas la possibilité d’imposer aux autres le poids de son fardeau. Pour les pauvres il n’y a de salut que dans la solidarité.

      Pourtant cette situation « objective » ne fait pas le sujet révolutionnaire. Donc a0vant la fondation d’un nouveau parti de gauche la tâche préparatoire incontournable sera de distiller le véritable antagoniste à l’alliance des classes nocives au pouvoir.

      #Allemagne #gauche #théorie_politique #capitalisme #révolution

  • Wie man eine #Wirtschaft trotz der auswegslosen Krisenlage immer no...
    https://diaspora.psyco.fr/p/12466047

    Wie man eine #Wirtschaft trotz der auswegslosen Krisenlage immer noch auch Wachstum aufbauen kann ist mir ein Rätsel? 😱🤯🤮

    Siehe: https://www1.wdr.de/wirtschaft/iran-konflikt-wirtschaft-sorgen-konjunktur-100.html

    Wir können sehr froh sein wenn wir kein negatives Wachstum dieses Jahr haben. „Negatives Wachstum“ ist #Neusprech für Wachstum über alles ohne geht es nicht. Dabei wäre sinnvolle Schrumpfung und Konsumverzicht sinnvoll für das Klima und die Zukunft. Ewiges Wachstum ist nicht nur unmöglich sondern auch unser Untergang!

    #wirtschaft #politik #zukunft #krise #Menschheit #Ressourcen #Problem #ethik #Emissionen #klima #umwelt #Zivilisation #Kapitalismus #Demokratie

  • Senat will eine Blackbox Verwaltung
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198053.informationsfreiheit-senat-will-eine-blackbox-verwaltung

    Das Rote Rathaus in Berlin – der Senat will die Transparenz behördlichen Handelns massiv einschränken. Foto: dpa/Paul Zinken

    4.3.2026 von David Rojas Kienzle - Schutz kritischer Infrastruktur oder Schutz vor kritischer Öffentlichkeit? Wie aus einem Gesetzesentwurf hervorgeht, will die schwarz-rote Landesregierung das Berliner Informationsfreiheitsgesetz (IFG) beschneiden. Dieses gibt Bürger*innen einen Anspruch auf Informationen von Behörden. Mit dem im Februar vom Senat vorgelegten »Gesetz zur Änderung des Berliner Datenschutzgesetzes und weiterer Rechtsvorschriften«, das noch im März beschlossen werden soll, will der Senat zahlreiche Ausnahmevorschriften in das Gesetz aufnehmen.

    Die Reform des seit 1999 bestehenden IFG begründet der Senat mit dem Schutz kritischer Infrastruktur. »Die veränderte Sicherheitslage, insbesondere mehrere Anschläge auf die Elektrizitätsversorgung in Berlin erfordern eine Stärkung der Resilienz Kritischer Infrastruktur«, heißt es in der Gesetzesbegründung. Vor allem die zuletzt mehrfach betroffene Energieversorgung sei auch weiter als potenzielles Anschlagsziel zu sehen, heißt es. »Dieser Gefährdungssituation muss wirksam und nachhaltig entgegengetreten werden.« Anfang Januar hatte eine sogenannte Vulkangruppe sich zu einem verheerenden Anschlag auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten bekannt.

    Arne Semsrott leitet »Frag den Staat« – ein Portal, das Bürger*innen bei IFG-Anfragen unterstützt. Die offizielle Begründung hält er für vorgeschoben. »Die Verbindung zwischen Transparenz und dem Anschlag Anfang Januar ist komplett absurd«, sagt er im Gespräch mit »nd«. Niemand würde behaupten, dass ein Mitglied einer Vulkangruppe eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt hat. »Die Kabelbrücke, die angezündet wurde, war kilometerweit sichtbar und war wegen einer Baustelle monatelang kaum gesichert«, sagt er.

    »Es ist ziemlich offensichtlich, dass unter dem Deckmantel des Katastrophenschutzes Transparenz abgeschafft werden soll«, so Semsrott weiter. Der Senat habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Skandale erlebt, die maßgeblich durch IFG-Anfragen ins Rollen gekommen sind, zuletzt die »Fördermittelaffäre«. Als solche wird der Verdacht bezeichnet, dass CDU-Abgeordnete Druck auf die Kulturverwaltung ausgeübt haben sollen, um von ihnen ausgewählte Projekte zur »Antisemitismusbekämpfung« entgegen der Richtlinien zu fördern. »Frag den Staat« hatte, nachdem der Verdacht das erste Mal öffentlich wurde, mit einer Anfrage zahlreiche Dokumente zur Affäre veröffentlicht.

    Diese Form der öffentlichen Kontrolle wäre wahrscheinlich nicht mehr möglich, sollte der Senat seinen Gesetzesentwurf durch das Abgeordnetenhaus bekommen. Für die Ausnahmen, mit denen Behörden Auskünfte verweigern können, wird im Gesetzesentwurf auf das Berliner Katastrophenschutzgesetz verwiesen. Dort ist festgehalten, was als kritische Infrastruktur gilt: die Sektoren Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Entsorgung, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Medien und Kultur oder Finanz- und Versicherungswesen. »Diese Formulierung ist wahnsinnig weit«, sagt Semsrott. Sollte die Reform des IFG verabschiedet werden, sei es ein Leichtes, sämtliche IFG-Anfragen abzulehnen.

    Die Journalist*innengewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union Berlin-Brandenburg (DJU) befürchtet, dass mit dem »Geheimhaltungs-Gesetz« drastische Einschränkungen für die Informationsfreiheit einhergehen. »Der Entwurf droht investigative journalistische Recherchen zu staatlichen Kernbereichen faktisch unmöglich zu machen, indem er das bewährte Prinzip der Einzelfallprüfung durch pauschale Sperren ersetzt«, wird die DJU-Landesvorsitzende Renate Gensch in einer Mitteilung zitiert.

    Die Gewerkschaft weist auf eine weitere beabsichtigte Änderung hin: Auch die Finanzverwaltung soll künftig pauschal und ohne Abwägung von IFG-Anfragen abgeschirmt werden. Dies entziehe die Arbeit der Steuerbehörden – etwa bei der Prüfung von Großkonzernen – dauerhaft der öffentlichen Kontrolle, so die DJU.

    Auch aus der Opposition kommt Kritik: »Die Beschneidung von Transparenzpflichten ist die absolut falsche Antwort«, so Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus. Eine kritische Öffentlichkeit und Darlegungspflichten für die Exekutive seien unverzichtbar, um Misswirtschaft und Korruption vorzubeugen. »Regierungen, die mauern, haben nicht selten etwas zu verbergen«, so Franco weiter. »Auch die aktuelle Medienberichterstattung über die Fördergeldaffäre wäre unter den geplanten Einschränkungen der Transparenzpflichten nicht mehr möglich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.«

    #Berlin #Verwyltung #Demokratie #Medien #Zensur

  • Nur noch 40% der Deutschen glauben, ihre Meinung frei äußern zu können.

    via https://diasp.eu/p/17891904

    https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/meinungsfreiheit-darf-man-das-noch-sagen/100157943.html

    #Meinungsfreiheit #Demokratie #Gesellschaft

    In digitalen Netzwerken wie X ist scheinbar alles sagbar. Doch inzwischen wird dort jede Äußerung binnen Sekunden in Rastern der Moralbewertung vermessen – und mit Shitstorms oder Häme beantwortet. Plattformen wie X sind kein Ort für den Diskurs mehr, sie sind algorithmisch getaktete Pranger. Das Klima der Empörungsreaktionen hat sich inzwischen auf die politischen und gesellschaftlichen Debatten außerhalb von X und Co. ausgeweitet.

    In der Flüchtlingskrise hatten Menschen, die sich kritisch zur Willkommenspolitik äußerten, mitunter das Gefühl, rasch in eine Nazi-Ecke geschoben zu werden. Klimaschützer wiederum wurden von Kritikern bisweilen als „Klima-Terroristen“ diffamiert. Anklage statt gesunder Streit prägt heute viele Debatten. So entsteht ein Meinungsklima, in dem zwar keine staatliche Zensur wirkt – aber die Angst vor sozialer Ächtung.

  • Die Forderung nach einer Klarnamenpflicht im Netz hat wieder Konjunktur...

    via https://diasp.eu/p/17699462

    .... Dabei ist sie brandgefährlich für gleich mehrere #Grundrechte. In einer #Demokratie brauchen wir Orte, an denen wir wirklich frei kommunizieren können. Ein Kommentar. #Klarnamenpflicht: Wir alle brauchen anonyme Orte im Netz

    19.06.2025 - Markus Reuter

    https://netzpolitik.org/2025/klarnamenpflicht-wir-alle-brauchen-anonyme-orte-im-netz

    #Anonymität

    • (...Wir alle brauchen anonyme Orte im Netz)

      Nach dem #Amoklauf von Graz wird in #Österreich über eine Ausweispflicht im Netz diskutiert und die CDU in Schleswig-Holstein hat gerade gegen Hass und Hetze eine Klarnamenpflicht in sozialen Medien gefordert. Die Idee hinter der Forderung ist die Annahme, dass Menschen „mit offenem Visier“ weniger gewaltsam kommunizieren würden. Dafür gibt es jedoch wenig Belege, im Gegenteil hetzen #Rassisten ganz offen.

      Eine #Klarnamenpflicht im Internet oder in sozialen Medien ist keine gute Idee. Nicht nur das: Sie gefährdet die #Pressefreiheit, die freie Entfaltung der #Persönlichkeit, die #Meinungsfreiheit, die Freiheit der Kunst, die informationelle Selbstbestimmung und die #Religionsfreiheit. Und sie gefährdet insbesondere Minderheiten und verletzliche Gruppen.

      Anonymität und #Pseudonymität sind notwendig für freie, demokratische Diskurse. Die Anonymität im Netz ist durch Ausweispflicht bei SIM-Karten oder durch IP-#Speicherung schon heute stark eingeschränkt. Wer Anonymität und Pseudonymität im Netz weiter angreift, sägt an einem Grundpfeiler der Demokratie.

      [...]

  • OBS-Newsletter 01/2020 erschienen
    https://diasp.eu/p/10477356

    OBS-Newsletter 01/2020 erschienen

    Der neue OBS-Newsletter ist da: https://www.otto-brenner-stiftung.de/obs-newsletter-012020

    Diesesmal unter anderen mit folgenden Themen:

    Vorbestellungsmöglichkeit der neuen SNL-Studie zur “Auto- und Zulieferindustrie in der Transformation” Rückblick auf die letzten zwei Studien der OBS (“Lobbyismus in Schulen” und “Berichtertstattung über Flucht und Migration”) sowie vielen spannenden Veranstaltungs- und Lesetipps

    Abonnieren könnt ihr unseren Newsletter unter: https://www.otto-brenner-stiftung.de/sie-moechten/unseren-newsletter-bestellen

    Viel Spaß beim Lesen!

    #Flucht #Migration #Medien #Politik #Berichterstattung #Lobbyismus #Schule #Demokratie #Autoindustrie #Zulieferindustrie #Thüringen #Lausitz #Batterierecycling #Auto #Mobilität #Klima (...)

  • Gesellschaft: Demokratien werden von ihren Eliten zerstört | FR.de
    https://diasp.eu/p/8086220

    Gesellschaft: Demokratien werden von ihren Eliten zerstört | FR.de

    Die wahre Parallelgesellschaft bilden die Topmanager: Mit ungeheurer Ignoranz tragen sie die #Demokratie zu Grabe. Damit seien sie die wirkliche Gefahr für #Deutschland, sagt Michael Hartmann.

    Wir leben in einer #Leistungsgesellschaft. Das ist, jeder weiß es, eine #Lüge. Die einzigen, die ihr noch anzuhängen vorgeben, sind die, die so tun, als glaubten sie, sie würden so gut bezahlt, weil sie zu den Leistungsträgern gehören. Spätestens seit wir beobachten können, dass #Manager, die ihre Firmen ruinieren, nicht nur ihre exorbitanten #Gehälter, sondern auch weiter ihre #Boni beziehen, glauben wir nicht mehr an die Leistungsgesellschaft. Der Dieselskandal hat jetzt auch dem letzten gläubigen Anhänger der Rede von der (...)

  • Die entscheidende Frage im Falle einer Präsidentschaft Bolsonaros w...
    https://diasp.eu/p/7912432

    Die entscheidende Frage im Falle einer Präsidentschaft Bolsonaros wird sein, ob die demokratischen Institutionen wenigsten noch teilweise funktionieren und bestimmten Vorhaben einen Riegel vorschieben können. Falls nicht, steuert #Brasilien darauf zu, ein autoritäres Regime werden, in dem Gewalt, Hass und Verfolgung zur Norm werden. So stimmen die BrasilianerInnen am 28. Oktober 2018 nicht nur zwischen zwei Kandidaten ab, sondern über zwei grundlegende Zukunftsmodelle: #Demokratie oder #Rechtsautoritarismus. https://www.rosalux.de/publikation/id/39464/warum-waehlt-brasilien-rechtsextrem

  • Türkei: Der Stachel, den Erdoğan entfernen musste (https://www.zei...
    https://diasp.eu/p/7720199

    Türkei: Der Stachel, den Erdoğan entfernen musste

    Die „Cumhuriyet“ war die kritischste Stimme gegen das Regime von Recep Tayyip Erdoğan. Nun bringt er die Zeitung auf AKP-Linie. Die Demokratie ist endgültig tot.

    #ausland #türkei #stachel #cumhuriyet #stimme #regime #recep #zeitung #akp-linie #akp #linie #akplinie #demokratie #news #bot #rss

  • Europäisches Parlament: EU sieht ungarische Demokratie in Gefahr (h...
    https://diasp.eu/p/7004385

    Europäisches Parlament: EU sieht ungarische Demokratie in Gefahr

    Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind eingeschränkt, Verfassung und Justiz geschwächt: Die EU sieht grundlegende Rechte in Ungarn verletzt und empfiehlt Sanktionen.

    #ausland #europäisches #parlament #demokratie #gefahr #versammlungsfreiheit #verfassung #justiz #rechte #ungarn #sanktionen #news #bot #rss

  • Borys Budka: „Die EU muss Polen ein Ultimatum stellen“ (http://www....
    https://diasp.eu/p/5946007

    Borys Budka: „Die EU muss Polen ein Ultimatum stellen“

    Der ehemalige polnische Justizminister Budka befürchtet, dass das geplante Mediengesetz der PiS die Demokratie weiter aushöhlen könnte. Von der EU fordert er klare Kante.

    #ausland #budka #borys #polen #ultimatum #justizminister #mediengesetz #pis #demokratie #kante #news #bot #rss

  • Que penser du Black bloc ?
    https://lundi.am/Que-penser-du-Black-bloc

    20 000 policiers, 3000 véhicules, 11 hélicoptères, 185 chiens, 70 chevaux et une dizaine de canons à eau, c’est ce qui paraissait nécessaire aux autorités allemandes pour assurer aux représentants des 20 pays les plus riches qu’aucun manifestant mécontent ne viendrait perturber leurs rencontres.

    Après deux journées d’émeutes, force est de constater que la stratégie militaro-policière qui consistait à empêcher et désintégrer toute manifestation a tourné au vinaigre. Ce que la police allemande est effectivement parvenu à pulvériser semble s’être propagé dans toute la ville.

    Alors que les média du monde entier dissertent sur les exploits d’un mystérieux « Black Bloc », nous reproduisons ici un texte écrit après le contre-sommet de Gênes en 2001. Il éclairera nos lecteurs les plus curieux sur cette tradition trop souvent méconnue.
    Ma noi ci saremo

    #démocrature #demokratie #black_blocks #G20

  • Film Demokratia au Forum social de Séné : ce sera sans nous
    https://nantes.indymedia.org/articles/33084

    FILM DEMOKRATIA AU FORUM SOCIAL LOCAL DE SENE. NOUS NE POUVONS PAS ASSUMER POLITIQUEMENT. Le film « Demokratia » de Thierry Kruger et Pablo Girault-Lazaré est programmé au FSL le 30/01/2016. Nous découvrons a posteriori que ce film met en scène et cautionne Étienne Chouard. Nous, groupe libertaire (...) — antifascisme, morbihan, séné, antifascisme

  • The Next American Revolution Has Already Begun: An Interview With Gar Alperovitz | 2013-06-08

    http://truth-out.org/opinion/item/16847-the-next-american-revolution-has-already-begun-gar-smith-interviews

    What Then Must We Do? (the title is borrowed from Tolstoy) explores a challenging premise: “The coming painful decades may be the prehistory of the next American revolution – and an evolutionary process that transforms the American system, making it both morally meaningful and ecologically sustainable.”

    In fact, this is already well underway. Beneath the surface level of politics-as-usual, continuing political stalemate and the exhaustion of existing approaches have begun to open up some very interesting strategic possibilities. These are best understood as neither “reforms” (policies to modify and control, but not transcend, current corporate-dominated institutions) nor “revolution” (the overthrowing of current institutions), but rather a longer-term process of “evolutionary reconstruction”—that is, institutional transformation that unfolds over time.

    Like reform, evolutionary reconstruction involves step-by-step nonviolent change. But like revolution, evolutionary reconstruction changes the basic institutions of ownership of the economy, so that the broad public (rather than “the one percent”) increasingly comes to own more and more of the nation’s productive assets. As the old system decays, an evolutionary reconstruction would see the foundations of a new system gradually rising and replacing failing elements of the old.

    Though the press doesn’t much cover this, such processes are already observable in many parts of the current American system. Some numbers: There are now ten thousand worker-owned companies of one kind or another in the country. And they are expanding over time, and they’re becoming more democratic rather than less. There are 130 million people who are members of one or another form of cooperative. A quarter of American electricity is produced by either municipal ownership or cooperatives. Twenty-five percent of American electricity is, in other words, “socialized.” There are neighborhood corporations, land trusts, and other municipal and state strategies. One can observe such a dynamic developing in the central neighborhoods of some of the nation’s larger cities, places that have consistently suffered high levels of unemployment and poverty. In such neighborhoods, democratizing development has gone forward, paradoxically, precisely because traditional policies have been politically impossible.

    All this has been building in scale and sophistication to the point that growing numbers of people now talk about a “New Economy.” It doesn’t yet compare to the giants of Wall Street and the corporate economy, of course. But it is growing to the point where challenges are also becoming possible. Move Your Money campaigns have seen billions transferred out of Wall Street banks into credit unions and local and community banks. If you add up the credit unions they are the equivalent of one of the largest US banks, knocking Goldman Sachs out of the top five.

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    "What Then Must We Do?"

    Une conférence par Gar Alperovitz donné le 27 Avril 2013

    https://www.youtube.com/watch?v=vX-MocuuOfc

    #economie #Wirtschaft #coops #cooperative #Kooperative

    #autogestion #co_working

    #États_Unis #USA
    #democracy #démocratie #Demokratie

    #livre #book #Buch

  • Volker Pispers löst die Krise
    http://www.youtube.com/watch?v=FtaGU6EsOPU

    En Allemagne un type comme Melenchon n’aurait jamais pu dire sur la scène politique ce qu’il a á dire. Il aurait fallu qu’il se déguise en fou du roi (enfin du souverain puisque nous sommes en démocratie) afin qu’on lui donne l’autorisation d’apparaître sur une scène de cabaret. Volker Pispers par contre serait politicien en France.

    #crise #krise #kapital #grece #revolution #demokratie