#die_linke

  • Wahlkampf in Berlin beginnt : Parteien dürfen ab heute ihre Plakate aufhängen
    https://www.berliner-zeitung.de/article/wahlkampf-in-berlin-beginnt-parteien-duerfen-ab-heute-ihre-plakate-

    A Berlin c’est le début de la campagne électorale pour le parlemend régional Abgeirdnetenhaus . Avev un peu de chance il choisira une maire du parti de gauche. Sur la photo on voit pourquoi on l’appelle la petite princesse rouge . C’est plus sympa que Rote Socke ou Arbeiterverräterin .

    2.8.2026 von Jana Hermann - Der Wahlkampf zieht auf die Straße: Ab Sonntagmittag dürfen die Parteien ihre Wahlplakate an Laternenmasten anbringen. Bereits vor dem Start gibt es einige Verstöße.

    Sieben Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September beginnt am Sonntag die heiße Phase des Straßenwahlkampfs. Die Parteien dürfen ihre Wahlplakate ab 12 Uhr an Laternenmasten und anderen dafür vorgesehenen Standorten im öffentlichen Straßenraum anbringen.

    Erstmals startet die Plakatierung am Sonntagmittag statt um Mitternacht. Hintergrund ist eine Änderung des Berliner Straßengesetzes. Erste Verstöße gegen die Vorgaben gab es jedoch bereits im Vorfeld.

    Nach Angaben der Parteien sollen in den kommenden Tagen insgesamt mehrere Hunderttausend Plakate in Berlin aufgehängt werden. Neben den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien beteiligen sich auch weitere wie FDP und BSW am Plakatwahlkampf. Für das Anbringen der Plakate sind überwiegend ehrenamtliche Helfer und Parteimitglieder im Einsatz, teilweise gemeinsam mit Kandidaten vor Ort.
    Vorzeitige Plakatierung sorgt für Ärger

    Bereits vor dem offiziellen Start sorgten mehrere Fälle für Diskussionen. So wurden in Friedrichshain-Kreuzberg großformatige Wahlplakate der Bergpartei entfernt, nachdem sie mehrere Tage zu früh aufgestellt worden waren. Auch die Reinickendorfer SPD räumte ein, dass einige ihrer Großplakate versehentlich vor dem erlaubten Termin aufgestellt worden seien. Die Partei sprach von einem Fehler einer beauftragten Firma. Plakate wiederum, die auf Werbeflächen privater Vermieter hängen, sind erlaubt. Diesen Trick nutzte vor allem die Linke.

    Für Debatten sorgt zudem die Wahlwerbung der Partei Volt. Sie wirbt seit Wochen mit aufgesprühten Slogans auf Gehwegen sowie Stickern an Laternen- und Ampelmasten. Nach Einschätzung des Büros des Landeswahlleiters handelt es sich dabei nicht um eine zulässige Form der Wahlwerbung. Ob Bußgelder verhängt werden, entscheiden die zuständigen Bezirke.

    #Berlin #politique #élections #gauche #die_Linke

  • Wie hast du’s mit der CDU ?
    https://www.unsere-zeit.de/wie-hast-dus-mit-der-cdu-4816067

    Eine strahlende Siegerin, ein von Beginn an angeschlagener Ko-Vorsitzender (Foto : Vincent Cziesla)

    La sicial-démovratisation du parti Die Linke avance . Désormais on l’appellera le parti du socialisme homéopatique (PSH).

    Grâce aux communistes du journal Umsere Zeit (UZ) on a droit à cette documentation de la course vers la droite du « parti de gauche ». Nous ne suivons plus chaque jour les discussion au sein de l’ancien parti socialiste, alors il a fallu ce reportage du congrès national de « Die Linke » pour apprendre qu’aujourd’hui la moitié du part est prête á entrer en coalition parlementaire avec la droite sous prétexte de vouloir empêcher des gouvernements avec la participation de l’AfD.

    Les auteurs nous font assister au processus de dilution homéopathique de la définition du terme « de gauche ».

    3.7.2026 von Melina Deymann und Vincent Cziesla - Das Rennen nach rechts, das sich der Block aus CDU, SPD und Grünen mit der AfD liefert, wird offenkundig immer enger. Kriegsvorbereitung gegen Russland, Unterstützung des Völkermords in Gaza, Verachtung des Völkerrechts, massiver Sozialabbau, Einschränkung von Arbeiter- und Grundrechten, massenhafte Verarmung der Bevölkerung und rassistische Spaltung der Gesellschaft – da kommen die einen kaum noch an den anderen vorbei. So verlagert sich der Wettbewerb auf neue Ebenen, zum Beispiel hin zu der Frage, wer am wehleidigsten auf politische Kritik reagiert.

    In diesem Spiel haben SPD und CDU am vergangenen Mittwoch einen Punkt gemacht. Nachdem der neue Parteivorsitzende der „Linken“, Luigi Pantisano, die Politik der CDU in einem Interview mit „Bild TV“ als „faschistisch“ bezeichnet hatte, setzten die Regierungsfraktionen eine Aktuelle Stunde im Bundestag an. Thema: „Inakzeptable Äußerungen des Ko-Vorsitzenden Pantisano und antisemitische Tendenzen auf dem Bundesparteitag der Partei Die Linke“.

    Um die größte Spannung rauszunehmen: Ja, auf dem Bundesparteitag der Linkspartei in Potsdam gab es Entgleisungen – aber antisemitisch war keine davon. Dafür kam es zu massiven antikommunistischen Ausfällen, etwa des sächsischen Parteivorstandsmitglieds Markus Pohle, der mal eben die KPD und die DDR als „antisemitisch“ beschimpfte. Oder von Mitgliedern des „Marxistischen Netzwerks“ des Jugendverbands solid, die sich mit persönlichen Erklärungen an der Hetzkampagne gegen den eigenen Verband beteiligten, dem sie unter lautem Geschrei „Stalinismus“ vorwarfen.

    Rund um die Staatsräson

    Im Bundestag ging es neben den Pantisano-Äußerungen aber vor allem um einen Beschluss der „Linken“ zur Lage zur Lage im Nahen Osten. Auf dem Parteitag wurde hierzu ein Kompromissantrag verabschiedet, der sich nach mehr als zwei Jahren der gezielten Vernichtung des Lebens in Gaza erstmals dazu durchringen konnte, das Vorgehen Israels als „Völkermord“ zu bezeichnen. Zugleich wurden Zugeständnisse an das rechte Lager gemacht und der Parteitag bekannte sich – „unmissverständlich“, wie es häufig betont wurde – zum Existenzrecht des Staates Israel. Dass es sich dabei vor allem um einen Kampfbegriff der „Staatsräson“ handelt, weil es im Völkerrecht kein „Existenzrecht“ für Staaten gibt, wurde dabei gezielt ignoriert. Der Kompromiss hatte der Parteirechten, die auf den Begriff „Völkermord“ in den vergangenen Jahren stets mit scharfen Protesten und Antisemitismusvorwürfen reagiert hatte, einiges abverlangt. Doch auch der linke Flügel zeigte sich unzufrieden. Bei einem koordinierten Vorgehen wäre eine klarere Linie zur Solidarität mit dem palästinensischen Volk durchsetzbar gewesen, so die in Potsdam verbreitete Überzeugung der Linken in der „Linken“.

    Wer vielleicht darauf gehofft hatte, dass das Zwei-Schritte-vor-einen-zurück-Manöver die Gemüter der als Regierungspartner infrage kommenden „Staatsräson“-Parteien besänftigen würde, erlebte alsbald seine Läuterung. „Es gab immer Radikale in Ihren Reihen; aber die aktuellen Entwicklungen nehmen eine gefährliche Dimension an. Antisemitismus ist nicht mehr nur ein Randphänomen, sondern mitten in Ihrer Partei angekommen“, schimpfte etwa der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der Aktuellen Stunde des Bundestags. „Die Linke“ arbeite mit „doppelten Standards“, rede von Genozid und empöre sich „selektiv“, stieß Irene Mihalic von den Grünen ins gleiche Horn. Außerdem übte sie scharfe Kritik daran, dass es auf dem Parteitag der „Linken“ Kritik an den „öffentlich-rechtlichen Medien“ gegeben habe. Schließlich seien diese das „Bollwerk gegen gesteuerte Meinungsmache“, erklärte sie. Und auch Sebastian Fiedler von der SPD nutzte seine Redezeit, um vermeintlichen „Antisemitismus“ zu geißeln; aber – typisch SPD – in integrativer Absicht: „Nutzen Sie diese Gelegenheit, um sich als Partei weiter demokratisch zu orientieren (…) Das würde uns alle wirklich ein Stück weiterbringen in diesem Haus.“ Bei der Gelegenheit bezeichnete er die CDU auch noch als „eine über jeden Zweifel erhabene demokratische Partei“.

    Wer die Aktuelle Stunde verfolgt hat, dürfte sich spätestens nach fünf Minuten gefragt haben: Was soll der Zirkus? Eine Antwort darauf gab die „Linke“-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner. „Sie wollen nur davon ablenken, dass Sie mit der Kettensäge den Sozialstaat schreddern. Sie wollen davon ablenken, dass Sie in der Außenpolitik Ihren Mund nicht aufkriegen“, polterte sie gegen das Regierungslager. Mit ihrem rhetorisch starken Auftritt zeigte Schwerdtner, warum ihre Partei sie in Potsdam mit mehr als 85 Prozent als Vorsitzende bestätigt hatte. Ihr neuer Ko-Vorsitzender Pantisano – der die ausgeschiedene „Cheffriedenstaube“ Jan van Aken beerbt – hatte lediglich 53 Prozent der Stimmen erhalten. Ihm waren nicht nur seine Faschismusvorwürfe gegen die CDU auf die Füße gefallen, sondern auch seine Weigerung, eine mögliche Zusammenarbeit mit der CDU abzulehnen. Mit dieser widersprüchlichen Haltung hatte Pantisano das Kunststück vollbracht, sowohl den linken als auch den rechten Flügel seiner Partei gegen sich aufzubringen.

    Regierungstüchtig

    Mit einem seltenen Mangel an politischem Geschick hatte sich Pantisano ausgerechnet das polarisierende Regierungsthema ausgesucht, um seine Unwägbarkeit zur Schau zu stellen. Vor allem die Ostverbände und die Regierungslinken hatten es sich in Potsdam zur Aufgabe gemacht, einen Parteitagsbeschluss zu verhindern, der eine Zusammenarbeit mit SPD, Grünen und CDU verhindert. Beinahe wären sie gescheitert. Ein entsprechender Antrag war von der kommunistischen Plattform (KPF) eingebracht worden. Der Beschlussvorschlag lautete: „Die Unterstützung von Minderheitsregierungen sowie Regierungsbeteiligungen, die unser Profil als wirkliche Alternative zum neoliberalen Kartell beschädigen und unser Vertrauen unter der Bevölkerung nachhaltig untergraben, lehnen wir ab.“ Der Antrag wurde sehr knapp, mit rund 50 Prozent Gegenstimmen, abgelehnt. Damit blieb die Gretchenfrage auf dem Parteitag ohne deutliche Antwort.

    Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass insbesondere der Landesverband in Sachsen-Anhalt nach einem Bündnis mit der CDU strebt, vor allem damit begründet, dass sich nur so eine AfD-Regierung verhindern lasse. „Die Lebensrealität in Sachsen-Anhalt ist, dass wir sowieso längst zusammenarbeiten“, erzählte die dortige Spitzenkandidatin der „Linken“, Eva von Angern, dann auch kurz nach dem Parteitag der „taz“. „Wir sind bereit, sehr viel zu tun, um ein Mitregieren der AfD zu verhindern.“ Und das ist offenbar eine ganze Menge. Auf das Thema Rassismus und Abschiebungen angesprochen, entgegnete von Angern kurz: „Einer Verschärfung von Reglungen werden wir nicht zustimmen.“ Aussagen des Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) „à la ‚Alle Syrer sollen zurück‘“ bezeichnete sie als „absurd“. Denn: „Wir brauchen alle auf unserem Arbeitsmarkt.“
    270502 linke2 - Wie hast du’s mit der CDU? - Bundesparteitag 2026 der PdL, Ines Schwerdtner, Linkspartei, Luigi Pantisano, Potsdam - Politik
    Andächtiges Warten auf „Die Internationale“ (Foto: Vincent Cziesla)

    Das übergroße Entgegenkommen der Ost-„Linken“ und die schroffen Angriffe der Bundestags-CDU sind zwei Seiten derselben Medaille. Einerseits wollen die Konservativen so ihre Wähler beruhigen, die in der kommenden Zusammenarbeit mit der Linkspartei einen „Linksruck“ der CDU sehen könnten. Andererseits soll ein Vorwand geschaffen werden, um „Die Linke“ aus den Landesregierungen zu halten. Gerade in Sachsen-Anhalt ist dies von besonderer Bedeutung, da die dortige Linkspartei womöglich größere Ambitionen hat. Hintergrund ist eine rechtliche Besonderheit.

    In Sachsen-Anhalt erhalten die Fraktionen der Opposition höhere finanzielle Zuwendungen – einen sogenannten Oppositionszuschlag. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Fraktion nicht zustimmend an der Wahl des Ministerpräsidenten beteiligt. Würde „Die Linke“ eine CDU-Minderheitsregierung tolerieren, wäre das zusätzliche Geld weg. Die Linksfraktion wäre dann rechtlich betrachtet weder Oppositions- noch Regierungsfraktion und hätte damit – was Geld und Personal betrifft – das Nachsehen. Da es nun aber das erklärte Ziel von Sachsen-Anhalts „Linken“ ist, eine CDU-Regierung zu stützen, um eine AfD-Regierung zu verhindern, winken die Fleischtöpfe nur bei einer direkten Regierungsbeteiligung. Die CDU hingegen würde die Linkspartei zwar gerne mit über den Ministerpräsidenten abstimmen lassen, könnte eine Koalition jedoch nur sehr schwer verkaufen. Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen die Aktuelle Stunde im Bundestag und die unterschiedlichen Reaktionen aus der Linkspartei zu betrachten sind.

    Jünger, linker, uneiniger

    Dass es beim Parteitag in Potsdam nicht eindeutig für eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei ausging, war auch ein Verdienst des gewachsenen linken Flügels, der vor allem Zulauf aus den zahlreichen neuen und jungen Mitgliedern zu verzeichnen hatte, die der „Linken“ im vergangenen Jahr beigetreten sind.

    In den gehaltenen Reden, beim Jubel in der Halle und bei der Bereitschaft, sich mit Parteivorstand und Präsidium anzulegen, war im Vergleich zu den vorangegangenen Parteitagen ein Linksruck spürbar. Bei den Abstimmungen und in Personalfragen zeigten Ostverbände und Regierungslinke jedoch, dass sie einiger und besser organisiert sind als die Parteiopposition. So gelang Rechtsauslegern wie Wulf Gallert und dem oben zitierten Markus Pohle der Wiedereinzug in den Parteivorstand. Weiterhin dominieren die Bundestagsabgeordneten und Mandatsträger das 26-köpfige Gremium. Auf linker Seite war vor allem die Wiederwahl der Antimilitaristin Naisan Raji zu begrüßen, und der Rückzug des bisherigen Parteivorstandsmitglieds Ulrike Eifler zu bedauern. Mitglieder des linken Flügels wollten in Potsdam gegenüber UZ weder einen Links- noch einen Rechtsruck im Parteivorstand ausmachen.

    Dennoch hatten die neuen Mitglieder deutlichen Einfluss auf den Verlauf des Parteitags. Immer wieder war der Parteivorstand dazu genötigt, Kompromisse auszuloten und neue Vorschläge zu unterbreiten. Nicht nur beim Thema Nahost, sondern auch beim im Vorfeld äußerst umstrittenen Gehaltsdeckel für Mandatsträger konnten so Verschiebungen erreicht werden. Der Gehaltsdeckel wurde beschlossen, wobei sich die Bezüge von Abgeordneten im EU-Parlament und im Bundestag ab der nächsten Legislaturperiode an der Entgeltstufe A14 des öffentlichen Dienstes orientieren sollen.

    Deutlich umstrittener als auf den vergangenen Parteitagen war auch die Zielsetzung des Parteivorstands, aus der EU eine „Friedensmacht“ machen zu wollen. Hier – und beim äußerst schwammigen Faschismusbegriff der „Linken“ – konnte der linke Flügel Raumgewinne erzielen, ohne den Charakter der EU-Politik der Linkspartei grundsätzlich zu verändern. Von einer „Friedensmacht“ wird im beschlossenen Leitantrag zwar immer noch gesprochen, aber immerhin wird keine EU-Armee gefordert, wie es die Parteirechte gerne gehabt hätte. Auch die eurozentristische Vorstellung, dass von „Europa“ eine „Neue Internationale“ ausgehen müsse, wurde aus dem Papier gestrichen. Gegen den Willen von Tagesleitung und Parteivorstand wurde kurz vor Schluss zudem noch ein Antrag zur Solidarität mit Kuba beschlossen. Geblieben ist hingegen das NATO-Narrativ, das den Hauptfeind nicht im eigenen Land, sondern in „autoritären Regimen“ – etwa in Russland – sucht. Der Deutsche Imperialismus spielt weiterhin keine Rolle. Auch zu einer Ablehnung von Wirtschaftssanktionen als Teil der Kriegsführung, wie es von der „Sozialistischen Linken“ beantragt war, konnte sich der Parteitag nicht durchringen.

    Die Delegierten dieses Parteitags werden auch für die Diskussion und den Beschluss über ein neues Parteiprogramm der Linkspartei zuständig sein. Die Lehre aus Potsdam ist, dass dieses weniger rechts ausfallen könnte, als noch vor zwei Jahren zu befürchten war. Aber nur dann, wenn sich die linke Parteiopposition organisiert – und nicht länger auf die Unterschiede ihrer kleinteiligen Strömungen fokussiert.

    #Allemagne #politique #Die_Linke

  • Provokante Einmischung
    https://www.jungewelt.de/artikel/523203.provokante-einmischung.html

    Die Bundestagsabgeordneten Till Steffen (Grüne), Klaus-Peter Willsch und Markus Reichel (beide CDU) sowie Rainer Kraft (AfD) und Mandy Eißing (Die Linke) am Dienstag in Taipeh

    Ça y est, le parti Die Linke rejoint les trumpistes qui se servent du Taiwan pour faire avancer l’escalade du conflit entre l’impérialisme états-unien et la Chine. La participation d’une élue de la gauche parlementaire et ses affirmations pendant la visite sont d’une naïveté accablante. On pourrait qualifier l’élue d’anticommuniste mais il n’est pas nécessaire d’aller si loin pour constater que le parti_ Die Linke_ par son incompétence et ignorance constitue un danger déjà pour ses membres face à l’extrême droite et aux services secrets et désormais pour la paix dans le monde.

    27.5.2026 von Jörg Kronauer - So kennt man ihn, den deutschen Bundestagsabgeordneten: prinzipienfest, furchtlos, nur seinem eigenen Gewissen und dem Guten in der Welt verpflichtet. Äußern da etwa staatliche Stellen Kritik daran, was der Abgeordnete gerade tut? Ha! Davon dürften sich »frei gewählte Parlamentarier nicht einschüchtern lassen«, triumphierte Klaus-Peter Willsch (CDU) am Wochenende, als er – na, was genau tat? Nach Kuba fliegen, um sich dort todesmutig dem drohenden US-Überfall entgegenzustellen? Sich vor der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin in Hungerstreik begeben, um gegen die emiratischen Waffenexporte an die genozidale RSF-Miliz im Sudan zu protestieren? Nicht ganz. Willsch ist nach Taiwan aufgebrochen; die Regierung, der er – stolz wie Wilhelm II. – trotzte, war die Regierung Chinas.

    China? Das ist das Land, zu dem Taiwan gehört. So sieht es nicht bloß Beijing, so sieht es auch die UNO, und so sieht es im Kern auch die Bundesrepublik, seit sie diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik aufgenommen und ihre diplomatischen Beziehungen zu Taiwan abgebrochen hat. Weil sie nun aber trotzdem Taiwan als Verbündeten behalten will – gerade auch als Verbündeten gegen Beijing –, hat sie die Beziehungen zu Taipeh inoffiziell aufrechterhalten, und das tut sie bis heute. Die Volksrepublik hat diese Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten – denn darum handelt es sich – lange Zeit toleriert. Jetzt, wo die Bundesrepublik darüber nachdenkt, Taiwan aufzurüsten, wo sie ihre Militärmanöver im Umfeld der Volksrepublik verstärkt, setzt sich Beijing zur Wehr. Willsch hält dagegen: Wäre doch gelacht, wenn in Ostasien nicht Deutschland das Sagen hat!

    Mit dabei übrigens, ganz wie schon bei der vorigen Taiwan-Reise einer Bundestagsdelegation im Jahr 2022: eine Abgeordnete der Partei Die Linke. Damals verteidigte sich Caren Lay mit Gerede vom »demokratischsten Land Asiens«. Nein, darum ging es schon früher nicht, und darum geht es auch nicht heute; am Dienstag bedankte sich Taiwans Präsident Lai Ching-te, als bei ihm auch die Linken-Abgeordnete Mandy Eißing vorsprach, für die Durchfahrt eines deutschen Kriegsschiffes durch die Taiwanstraße, und er regte neue Rüstungslieferungen an. Will die Linke mitregieren, muss sie außenpolitische Kernpositionen des deutschen Staats mittragen. Die Beteiligung an der Hochrüstung ostasiatischer Verbündeter gegen China gehört dazu.

    Mandy Eißing
    https://www.dielinkebt.de/abgeordnete/profil/mandy-eissing

    CV d’apparatchik, elle ne fera rien sans l’aval de l’organisation, une bonne « soldate du parti ».

    Geboren am 31. August 1976, Beruf: Friseurin
    Landesliste Thüringen
    Biographie

    Geboren am 31. August 1976 in Altenburg.

    1993 Abschluss Realschule; 1993 Lehre als Friseurin; 1996 Abschluss mit Gesellenbrief; 1996 bis 2009 Tätigkeit im Friseurhandwerk.

    2009 bis 2017 Wahlkreismitarbeiterin bei Frank Tempel (MdB); seit 2017 lokale Assistentin bei Dr. Martin Schirdewan (MdEP).

    2009 bis 2019 Stadträtin Stadt Altenburg; 2009 bis heute Vorstandsmitglied Kreisjugendring Altenburger Land; seit 2014 Mitglied im Kreistag Altenburger Land, stellv. Fraktionsvorsitzende, stellv. Vorsitzende des Jugendhilfeausschuss, Vorsitzende des Ausschuss Hilfen zur Erziehung.

    2010 bis 2014 Mitglied im Landesausschuss Thüringen; seit 2015 Mitglied im Parteirat der Partei Die Linke; seit 2017 Mitglied im Präsidium des Parteirats der Partei Die Linke.

    2019 bis 2023 Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen; Mitglied im Aktionsbündnis für Demokratie und Solidarität Altenburger Land.
    Mitgliedschaft in Ausschüssen und Gremien

    Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Ordentliches Mitglied

    Innenausschuss
    Stellvertretendes Mitglied

    AK III
    Sprecherin für Familienpolitik

    AK III
    Sprecherin für Senior*innenpolitik

    AK IV
    Sprecherin für Bürgerschaftliches Engagement

    #Allemagne #Chine #Die_Linke

  • Berlinwahl : Mietwucher, Wohnungsnot und die Rolle der Linkspartei
    https://www.wsws.org/de/articles/2026/05/15/link-m15.html

    Nos camaraded trotzkistes ont généralement raison quand ils critiquent les socialistes réformistes et la gauche petite bourgeoise. Si seulement ils avaient des projets de société viables et réalistes à la manière d"un Mamdani qui cherche à obtenir des améliorations pour le peuple, cad les classes populaires.

    Je trouve dans cet article du WSWS la meilleure déscription de la position du parti Die Linke avant les élections berlinoises du 20 septembre à venir. Est-ce que les socialistes peuvent encore voter pour ce parti alors qu’il est en train d’éliminer les derniers socialistes de ses rangs et les défenseurs de la cause palestinienne avec ? La question reste sans réponse.

    16.5.2026 von Brigitte Fehlau - „Ich bin Elif Eralp, und ich will Berlin bezahlbar machen.“ Mit diesen Worten begann die Spitzenkandidatin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im September ihre Rede auf dem letzten Parteitag der Berliner Linken.

    Das Wahlprogramm ist völlig auf die Wohnungsfrage ausgerichtet. Es thematisiert die Aufrüstung und Eskalation der Kriegspolitik der deutschen Regierung, die Beschneidung demokratischer Rechte oder das Erstarken rechtsradikaler Kräfte nicht, oder nur mit einigen hohlen Phrasen.
    Demonstration gegen zu hohe Mieten in Berlin, 11. September 2021

    Mit Schlagworten wie „Mietendeckel und faire Mieten“, „Heizkosten senken“ und „Mietwucher bekämpfen“ versucht die Linke die horrenden Mieten und den ausgeprägten Wohnungsmangel in der Hauptstadt für ihren Wahlkampf zu nutzen. Für immer mehr Haushalte sind steigende Mieten und fehlender bezahlbarer Wohnraum ein alltägliches Problem, während Immobilienkonzerne seit Jahren auf Kosten der Gesellschaft ein Rekordergebnis nach dem anderen einfahren.

    Die Bestandsmieten haben sich seit 2005 verdreifacht, bei Angebotsmieten ist die Steigerung noch gravierender. Zwischen 2015 und 2024 stiegen sie von 8,52 auf 17,64 Euro pro m², den höchsten Wert aller deutschen Großstädte.

    Den neusten Umfragen zufolge stehen alle im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien etwa gleichauf, wobei die Regierungsparteien CDU (- 8,5 %) und SPD (-3,3 %) im Vergleich zur letzten Berlinwahl 2023 stark an Unterstützung verloren haben. Laut Infratest dimap stehen die CDU bei 19 %, die SPD bei 14 % und Linkspartei, Grüne und AfD jeweils bei 18 %.

    Bei der letzten Bundestagswahl im Februar 2025 konnte die Linke ihren Stimmenanteil bundesweit verdoppeln, wurde in Berlin mit fast 20 Prozent stärkste Partei und verdoppelte auch ihre Mitgliederzahl. Grund dafür war die Mobilisierung gegen den Rechtsruck, gegen Faschismus und gegen das Aufbrechen der sogenannten Brandmauer zur AfD. Diese Sorge veranlasste vor allem junge Menschen, der Linkspartei ihre Stimme zu geben und der Partei beizutreten.

    Die Linke stellt sich daher bereits auf eine Regierungsbeteiligung ein. Es ist selbst nicht ausgeschlossen, dass Eralp die kommende Regierende Bürgermeisterin wird.

    Doch es muss klar gesagt werden: Die Linke ist keine linke oder gar sozialistische Partei, sie ist eine durch und durch bürgerliche Partei, die die gigantische Aufrüstung und den damit verbundenen sozialen Kahlschlag der Bundesregierung unterstützt. Sie hat den Kriegskrediten im Bundesrat zugestimmt, obwohl ihre Zustimmung nicht einmal erforderlich gewesen wäre. An den geplanten Angriffen auf Rente, Kranken- und Pflegeversicherung, Bildung und Kultur kritisiert die Linke lediglich „handwerkliche Fehler“ und bietet der schwarz-roten Bundesregierung regelmäßig und höflich ihre Zusammenarbeit an.

    Überall dort, wo die Partei in Regierungsverantwortung steht, setzt sie dieselbe rechte Politik um wie Union, SPD oder Grüne. Dass sie nun in Berlin von der Beseitigung von Mietwucher und Wohnungsnot schwadroniert, ist eine Unverschämtheit. Tatsächlich trägt die Partei erhebliche Verantwortung für die gegenwärtige Situation.
    Die Verantwortung von PDS/Linkspartei für Wuchermieten und Wohnungsnot

    Dazu sollte man sich in Erinnerung rufen, welche Rolle die Linkspartei und ihre Vorgängerin PDS zwischen 2002 und 2011 in den rot-roten Koalitionen mit der SPD und von 2016 bis 2023 in der rot-rot-grünen Koalition gespielt haben. In den sechzehn Jahren als Mitglied des Berliner Senats hat diese Partei eine bis dato für viele unvorstellbare soziale Katastrophe organisiert, die bis heute spürbar ist.

    Vor dem Hintergrund des massiven Finanzskandals rund um die Berliner Bankgesellschaft war der vorherige Berliner Senat in die Krise geraten. Die CDU-SPD-Koalition unter Bürgermeister Eberhard Diepgen zerbrach 2001. Nach einem von der PDS tolerierten rot-grünen Zwischenspiel schloss die SPD eine Koalition mit der PDS – dem Nachfolger der SED, der stalinistischen Staatspartei der DDR. Es war das erste Mal seit der Wiedervereinigung, dass die PDS in der Hauptstadt als Regierungspartner akzeptiert wurde.

    Was dann folgte, war nicht etwa ein sozialer Kurswechsel, sondern das genaue Gegenteil. Die rot-rote Koalition wurde bundesweit führend beim Kahlschlag öffentlicher Dienstleistungen, und Berlin wurde zum Versuchslabor für Sozialabbau. Ob drastische Kürzungen im öffentlichen Dienst, Stellenabbau und Lohnkürzungen für Beschäftigte des Landes, Abbau sozialer und kultureller Einrichtungen oder massenhafter Verkauf landeseigener Wohnungen an Hedgefonds, die PDS trug alles mit und verteidigte es als „verantwortungsvolle Haushaltspolitik“.

    Wenn die Linkspartei heute „bezahlbares und sicheres Wohnen“ zu ihrem Wahlkampfthema macht, Mietwucher und Wohnungsnot beklagt und Mietersprechstunden anbietet, um in Einzelfällen Rechtsbeistand zu leisten, soll dies nur von der eigenen Verantwortung ablenken, denn sie hat der Wohnungsspekulation erst Tür und Tor geöffnet. Zwischen den Jahren 2002 und 2023, in die ihre 16 Jahre lange Regierungsbeteiligung fällt, haben sich die Mieten in Berlin im Durchschnitt mindestens vervierfacht. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum übersteigt bei weitem die Anzahl der angebotenen Wohnungen.

    Bereits 2002, im Koalitionsvertrag von SPD und PDS, war der Verkauf der öffentlichen Wohnungen beschlossene Sache. Es hieß dort: „Aus Gründen der Vermögensaktivierung ist die Veräußerung einer Wohnungsbaugesellschaft oder von Wohnungsbeständen unumgänglich.“

    Die in der damaligen Koalition vorherrschende Logik, dass Wohnungen lediglich Vermögenswerte seien, trieb genau die Entwicklung voran, welche heute als „Mietenwahnsinn“ beklagt wird. In Wahrheit war dieser Wahnsinn keine Naturkatastrophe, sondern das Resultat politischer Entscheidungen — Entscheidungen, an denen die PDS/Linke maßgeblich beteiligt war.

    Rund 200.000 landeseigene Wohnungen wurden verkauft, was der Spekulation mit Wohnraum Tür und Tor öffnete und gewaltige Mieterhöhungen nach sich zog.

    Beim Verkauf der landeseigenen Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft (GSW) 2004 wurden ihre damals über 65.700 kommunalen Wohnungen für läppische 405 Millionen Euro plus Übernahme der Unternehmensschulden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro mit etwa 30.000 Euro pro Wohnung regelrecht verschleudert. Damaliger Käufer waren der amerikanische Immobilienfonds Whitehall (Goldman Sachs) und die Investmentgesellschaft Cerberus. Sie verkauften die GSW 2013 an die Deutsche Wohnen weiter, die wiederum 2021 von der Vonovia übernommen wurde.

    Hedgefonds und Miethaie verdienten sich eine goldene Nase, denn die Immobilien wurden neu bewertet, ihr Wert durch drastische Mieterhöhungen gesteigert, um zu Traumrenditen weiterverkauft zu werden, was die Mietpreise weiter in die Höhe trieb.

    Dass der Berliner SPD-PDS-Senat sehr wenige neue Wohnungen bauen ließ, verschärfte die Misere. Jährlich wären mindestens 15.000 neue Sozialwohnungen nötig gewesen, doch zwischen 2003 und 2011 wurden durchschnittlich keine 4.500 neue Wohnungen gebaut. Das Angebot an bezahlbarem Wohnraum stagnierte und die Nachfrage stieg an, was dazu führte, dass 2011 der Bedarf den vorhandenen Wohnungsbestand um 92.000 übertraf.

    Die Zahl der Sozialwohnungen sank im selben Zeitraum um ein Drittel, von 397.000 auf 265.000. Seitdem hat sich die Zahl der Sozialwohnungen in Berlin auf knapp 90.000 reduziert.
    Rückkauf und die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“

    Vor den Abgeordnetenhauswahlen 2016 erklärte Die Linke, den Verkauf der landeseigenen Wohnungen wieder rückgängig machen zu wollen, und tatsächlich kaufte der rot-rot-grüne Senat 2021 einen Bruchteil – 15.000 der zuvor verschleuderten Wohnungen – zurück. Wieder profitierten die Immobilienkonzerne, denn für die inzwischen heruntergewirtschafteten und als Schrottimmobilien eingestuften Wohnungen bezahlte Berlin völlig überhöhte Preise, mit durchschnittlich 63.000 Euro etwa das Sechsfache des ursprünglichen Verkaufspreises.

    Katrin Lompscher, die Linke-Senatorin für Stadtentwicklung, bemerkte damals: „Die Fehler, die in der Vergangenheit mit dem Verkauf dieser Bestände gemacht wurden, können wir nicht rückgängig machen, wohl aber den Mietern die Sicherheit zurückgeben.“ Von „Sicherheit für die Mieter“ konnte nie die Rede sein! In Wirklichkeit war der Rückkauf ein Manöver – eine direkte Reaktion des Berliner Senats auf den öffentlichen Druck durch das laufende Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“ und die inzwischen explosive soziale Situation in der Stadt.

    Was als sozialpolitischer Kurswechsel vermarktet wurde, war in Wirklichkeit eine teure Legitimationsaktion des Senats: Man kaufte kurz vor dem Volksentscheid einen kleinen Teil des versenkten Wohnungsbestands zu Höchstpreisen zurück, um den Druck der Enteignungsinitiative zu dämpfen – während man gleichzeitig die Fusion der beiden größten Berliner Vermieter zu einem europäischen Immobiliengiganten aktiv begrüßte und förderte.

    Die Mieten in Berlin hatten sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt, der Preis für unbebautes Bauland ist sogar um das Achtfache gestiegen. Konzerne wie Deutsche Wohnen, Vonovia und Akelius haben sich ungehemmt bereichert – Deutsche Wohnen allein schüttete 2019 über 350 Millionen Euro an Aktionäre aus, das sind 2100 Euro pro Wohnung, die direkt aus den Taschen der Mieter auf die Konten der Aktionäre flossen.

    Die Verdrängung ganzer Bevölkerungsschichten aus dem Stadtgebiet, jahrzehntelange Sparpolitik und massenhafte Privatisierungen – ausgerechnet durch die SPD und die Linkspartei – schufen den Boden für diese Initiative.

    Das Volksbegehren war bemerkenswert erfolgreich. 2019 unterschrieben in nur drei Monaten 77.000 und 2021 innerhalb von vier Monaten nochmal 350.000 Menschen. Beim Volksentscheid am 26. September 2021 stimmten 56,4 Prozent der Berliner Wählerinnen und Wähler, und damit über eine Million Menschen, für die Enteignung. Umgesetzt wurde das Ergebnis aber nicht.

    Hier wird das doppelte Spiel der Linkspartei sichtbar. Während sie in der Regierung den sozialen Kahlschlag und die Privatisierung der landeseigenen Wohnungsbestände gegen die Mieter mittrug, war sie gleichzeitig Mitinitiator des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co. Enteignen“, mit dem moralischer Druck auf dasselbe politische Establishment ausgeübt werden sollte, das seit Jahrzehnten mit den Wohnungshaien kooperiert.

    2021, als die Linke gemeinsam mit SPD und Grünen die Landesregierung stellte, begrüßte der damalige Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), die Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen und bezeichnete die Zusammenarbeit zwischen den Konzernen und dem Senat als „Fortschritt“.

    Vor diesem Hintergrund ist es reiner Hohn, wenn die Linke in ihrem aktuellen Wahlprogramm erneut die Forderung nach Enteignung von Deutsche Wohnen & Co aufbringt und bezugnehmend auf den Volksentscheid dreist erklärt: „Die Umsetzung dieses Gesetzes machen wir zu einer unserer Top Prioritäten und werden keine weiteren Verzögerungen zulassen.“
    Der Mietendeckel

    Auch die Forderung nach einem Mietendeckel, der sich im Wahlprogramm findet, ist nicht neu. Der rot-rot-grüne Senat hatte dieses Manöver bereits initiiert, und es endete mit teils horrenden Rückforderungen der Immobilienkonzerne an seine Mieter.

    Mit dem Mietendeckel wurden im Februar 2020 die Nettomieten für 1,5 Millionen Wohnungen – beschränkt auf die vor 2014 bezugsfertigen Wohnungen – für Jahre eingefroren, und zwar auf dem Stand vom 18. Juni 2019. Neubauwohnungen waren von vorneherein ausgeschlossen. Wuchermieten, die mehr als 20 Prozent über einer festgelegten Obergrenze lagen, sollten ab Ende 2020 auf 120 Prozent dieser Grenze gekappt werden. Ab 2022 sollten Mieten wiederum maximal 1,3 Prozent jährlich steigen dürfen.

    Vonovia selbst errechnete, dass ihre Mieteinnahmen durch den Mietendeckel um weniger als 1 Prozent sinken würden. Der Wohnungsmangel wurde nicht behoben, die Profite der Immobilienkonzerne nicht wirklich angetastet. Für die Linke diente er lediglich als Feigenblatt für ihre wirtschaftsfreundliche Politik.

    Nachdem CDU, FDP und AfD Verfassungsklage eingereicht hatten, erklärte das Bundesverfassungsgericht das Gesetz am 15. April 2021 einstimmig für nichtig. Dies erlaubte den Immobilienkonzernen nun, die entgangenen Mieten nachzufordern und darüber hinaus die Mieten wieder ungehindert zu erhöhen.

    Mieten, die seit Februar 2020 eingefroren worden waren, konnten sofort wieder alle drei Jahre um bis zu 15 Prozent erhöht werden – gemäß der Bundesregelung. Hunderttausende Mieter, deren Mieten aufgrund des Deckels gesenkt worden waren, mussten nun mit Nachforderungen für die gesamte Laufzeit des Deckels rechnen. Die Immobilienkonzerne konnten sämtliche „entgangenen“ Mieteinnahmen zurückfordern.
    Was ist zu tun?

    Die Enteignung der Miethaie erfordert ein sozialistisches Programm. Wohnen ist ein Grundrecht und darf nicht der schamlosen Bereicherung einer schmalen Schicht dienen.

    Dazu ist die entschädigungslose Enteignung der Immobilienkonzerne notwendig, und nicht ein paar kosmetische Forderungen, die bei der ersten Gelegenheit über Bord geworfen werden.

    Deshalb kandidiert die Sozialistische Gleichheitspartei (SGP) zur Berlinwahl im September. Sie tritt allen Parteien entgegen, die für Krieg und Sozialabbau stehen – und damit auch ausdrücklich der Linken. Wie es im Aufruf der SGP zur Berlinwahl heißt:

    Die soziale Misere in Berlin – wachsende Armut, explodierende Mieten, zerfallende Schulen und Krankenhäuser, der Abbau von Arbeitsplätzen – ist Teil einer globalen Krise des Kapitalismus, die man nur gemeinsam mit allen Arbeitern beenden kann, die jetzt auf der ganzen Welt in Kämpfe eintreten – insbesondere in den USA.

    Wir stellen der nationalen Einheit mit den Kapitalisten und ihren Parteien die internationale Einheit der Arbeiter entgegen. Wir lehnen die kapitalistische Profitlogik ab und kämpfen für die Enteignung der großen Konzerne, Banken und Milliardenvermögen, um die Wirtschaft unter demokratischer Kontrolle nach den Bedürfnissen der Gesellschaft zu organisieren.

    #Allemagne #Berlin #gauche #élections #Die_Linke

  • „Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt“ : Berliner Rapperin Ikkimel tritt vor Tausenden auf Linken-Fest auf
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/ich-bin-fur-die-vier-stunden-woche-und-mehr-gehalt-berliner-rapperin-ik

    Bonne nouvelle : la star du.moment de la jeunesse apolitique soutient le parti de gauche Die Linke . Si tout va bien elle sera maire adjointe de la capitale allemande en octobre ;-)
    Sans rire, Miss "Thank You Bomber Harris" Anne Helm poursuit sa carrière au sein du parti Die Linke , alors Ickimel y augmenterait considérablement la moyenne du poids de matière grise par camarade.

    Keta und Krawall
    https://www.youtube.com/watch?v=RiFfJ-mPBTg

    1.5.2026 vin Lisa Röther, Ingo Salmen - Der Abend des 1. Mai gehört in Kreuzberg normalerweise den Revolutionären. Ausgerechnet die Linke kommt ihnen in diesem Jahr in die Quere.

    Tausende Fans, 20 Minuten Musik – und eine tiefe Verneigung zum Abgang. Während die radikalen und anarchistischen Linken mit der revolutionären Demonstration am 1. Mai durch Kreuzberg ziehen, setzt die Berliner Linke bei ihrem Fest auf dem Mariannenplatz, nur wenige Hundert Meter entfernt, einen anderen Ton. Zeitgleich zur Weltrevolution tritt Rapperin Ikkimel auf – und zieht ähnlich viele Leute wie der Umsturzprotest an.

    Mariannenplatz Kreuzberg, 1. Mai 2026, Konzert Rapperin Ikkimel bei Fest der Linke
    Seid ihr auch alle da? Der Mariannenplatz ist voll, als das Konzert der Berliner Rapperin ansteht. Foto Lisa Röther

    Klare Ansagen gibt es am Freitagabend auch von der 28-jährigen Tempelhoferin. „Niemand von uns arbeitet heute – und das ist auch gut so“, ruft sie der Menge zu. „Ich bin für die Vier-Stunden-Woche und mehr Gehalt. Und ich find es wichtig, dass wir dafür kämpfen.“

    Dann stellt sie sich vor: „Manche nennen mich die Abtreibungsrapperin. Und das finde ich okay so.“ Genug der Worte. „Für den nächsten Track brauchen wir einen Moshpit“, sagt Ikkimel – und die gesamte Menge fängt zu ihrem Lied „Bikini grell“ an zu springen.

    Der Auftritt des Berliner Stars war lange geheim gehalten worden. Am Donnerstagabend hatte Ikkimel dann ihr Kommen angekündigt. Um 19.15 Uhr sollte es losgehen, hieß es. Doch ein bisschen hängt der Zeitplan an diesem Freitag.

    Minutenlang skandiert die Menge am Mariannenplatz „Ikkimel“. Zuerst tritt jedoch Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linke für die Berlin-Wahl im Herbst, auf die Bühne. „Wir werden dafür sorgen, dass das Rote Rathaus endlich wirklich rot wird. Wir wollen Millionäre belasten, um Millionen von Menschen zu entlasten“, sagt sie.

    Mariannenplatz Kreuzberg 1. Mai 2026 Auftritt Rapperin Ikkimel bei Fest der Linke „Danke, Berlin!“ Nach 20 Minuten verabschiedet sich Ikkimel imagegemäß. Foto Lisa Röther

    Ikkimels Auftritt verzögert sich, weil Männer auf umliegende Dächer geklettert sind. Die Menge ruft: „Sperrt die Männer weg.“ Mit einer Viertelstunde Verzögerung geht es los. Ein paar Botschaften, ein paar Lieder, dann verabschiedet sich Ikkimel wieder, indem sie einen tiefen Blick in ihren Ausschnitt zulässt. Ihr letzter Gruß: „Danke, Berlin!“

    Keta und Krawall

    von Ickimel und Barré

    Intro: Ikkimel

    (Ah, ah)

    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum (Uh, uh)
    [Part 1: Ikkimel]
    Ich bin in Friedrichshain und baller’ mir ein Bierchen rein
    Fotzenpower im Jogger, Ikkimel der Staubsauger
    Nächster Halt: Damenklo, Dickerchen, was glotzt du so?
    Ich leg’ sie überlang, dafür steh’ ich mit mei’m Nam’n
    Wie es in den Wald schallt, schallt’s auch wieder raus (Wouh)
    Ich bin vielleicht eingebildet, aber seh’ gut aus
    Ich bin das Komplettpaket, einfach Traumfrau
    Sprich mich einmal an und ich mach’ dich zu mei’m Wauwau (Ah, ah)

    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Ha)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Wouh)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Ha)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund (Wouh)
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Wouh)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum

    [Part 2: Ikkimel]
    Es gibt kein Limit, weil ich bin es
    French Nails, gut rasiert und ’ne sexy Stimme
    Ich bin gut bewaffnet, jetzt wird einer verhaftet
    Ich hab’ gehört, im Nordatlantik liegt noch eine Kapsel
    Ich will mich schlaumachen, morgen wieder blau machen
    Ein paar Kurze und danach eine aufhacken
    Sehr viel reden, aber sehr wenig aussagen (Oh)
    Morgen wieder ausschlafen und dann wieder rausmachen (Ha-ha, ha)
    [Hook: Ikkimel]
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund (Okay)
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund (Wouh)
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum
    Keta und Krawall, meine Nase ist wund
    Titten sind prall und mein Arsch ist rund
    Das beste Pferd im Stall und ich mache mich dumm (Ah, ah)
    Wir sind so wie Captain Morgan, weil wir machen rum

    2026 Anne Helm
    https://www.linksfraktion.berlin/abgeordnete/anne-helm

    Fraktionsvorsitzende

    Sprecherin für Aufarbeitungspolitik, Medienpolitik und Antifaschistische Politik

    Mitglied im Ausschuss Inneres, Sicherheit und Ordnung
    Mitglied im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten, Medien
    Stellvertretendes Mitglied der G-10 Kommission
    Stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Gremium Berlin-Brandenburg
    Mitglied der Enquete-Kommission „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegen Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung“

    Über die Landesliste gewählt
    Zur Person:

    Ich wurde am 1986 in Rostock geboren und bin in Neukölln aufgewachsen, wo ich 2006 mein Abitur absolvierte. Seitdem arbeite ich als Synchronschauspielerin. Von 2009 bis 2014 war ich Mitglied der Piratenpartei, für die ich Bundessprecherin für Asyl- und Migrationspolitik war. 2011 bis 2016 war ich Bezirksverordnete in Neukölln. Seit Januar 2016 bin ich Mitglied der Partei Die Linke. In den letzten Jahren habe ich solidarisch Geflüchtete in Berlin begleitet, die für Selbstbestimmung und ihre Grundrechte streiten. Nur durch konsequent antirassistische Politik können wir Erfolge rechter Demagog:innen verhindern. Seit Oktober 2016 bin ich Mitglied des Abgeordnetenhauses und seit 2021 Vorsitzende der Linksfraktion Berlin

    22.2.2014 Piratinnen feiern Bomber Harris
    https://taz.de/Dresdener-Bombergate/!5048076

    #Belin #manifestation #politique #Die_Linke #gauche #mouvement_ouvrier #syndicalisme #journée_internationale_des_travailleurs #musique #rap #party

  • Gütesiegel für Plattform-Unternehmen: Lieferdienste an den Pranger
    https://taz.de/Guetesiegel-fuer-Plattform-Unternehmen/!6174739

    29.4.2026 von Erik Peter - Die Linke schlägt eine Zertifizierung der Arbeitsbedingungen bei Unternehmen wie Lieferando vor. Damit soll der Ausbeutung entgegengetreten werden.
    Lieferando-Kurier wartet mit seinem Fahrrad an der Kreuzung Invalidenstrasse
    Man will nicht wissen, wie es im Rucksack aussieht Foto: Katja Hoffmann/laif

    Zu den Mindeststandards für faire Arbeit gehören eine angemessene Bezahlung, die zumindest den Mindestlohn sichert, Arbeitsschutz und Versicherungen, nachvollziehbare und rechtssichere Verträge oder Möglichkeiten der Mitbestimmung. Anhand dieser und weiterer Faktoren bewertet Fairwork, ein Projekt des Wissenschaftszentrums Berlin, schon seit mehreren Jahren Unternehmen der Plattformökonomie.

    Die Ergebnisse der bislang letzten Untersuchung aus dem vergangenen Jahr sind verheerend: Als Spitzenreiter erreicht Lieferando gerade einmal 4 von 10 Punkten, die Mehrheit der Firmen von Bolt über Wolt bis Uber und Uber Eats gar keinen einzigen. Keines der Unternehmen konnte nachweisen, seinen Fah­re­r:in­nen existenzsichernde Löhne, ausreichenden Unfallschutz, geeignete Schutzausrüstung und Schulungen zu bieten.

    Am Dienstagmittag stellte die Linke um ihre Spitzenkandidatin Elif Eralp vor dem Roten Rathaus ihre Idee vor, die Zertifizierung der Plattform-Unternehmen künftig durch die Stadt vorzunehmen. „LieFair Berlin“, ein Gütersiegel für faire Lieferarbeit soll dabei den Kun­d:in­nen Orientierung bieten und dadurch dazu beitragen, den bis zu 15.000 Berliner Angestellten der Lieferplattformen bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Alle zwei Jahre sollen dafür Daten erhoben und das Siegel vergeben werden. Veröffentlicht werden dann auch jene Firmen, die die Anforderungen nicht erfüllen. Eralp fordert: „Die ausbeuterischen Verhältnisse sollen endlich aufhören.“

    Betroffen sind vielfach Mi­gran­t:in­nen aus Südostasien, deren Aufenthaltsberechtigung an den Job gebunden ist und die sich auch deshalb nur schwer gegen ihre Ausbeutung zur Wehr setzen können. Ein Hauptproblem für die Angestellten der Branche ist die Auslagerung ihrer Arbeit an Subunternehmen, zu mitunter vollends deregulierten Bedingungen, ohne Verträge, Versicherungen und mit Bargeldauszahlung, berechnet pro Lieferung.

    Subunternehmen als zentrales Problem

    Durch das Ausbreiten „schäbiger Subunternehmen“ habe es im Vergleich zur ersten Studie von 2021 „krasse Verschlechterungen“ gegeben, sagt Patrick Feuerstein von Fairwork. Arbeitsverträge, Unfallversicherung oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall seien längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Deutschland stehe in Sachen Arbeitsbedingungen inzwischen selbst im Vergleich zu Indien relativ schlecht da, so Feuerstein.

    Doch ein Direktanstellungsgebot beim Mutterunternehmen, wie es etwa die organisierten Ri­de­r:in­nen vom Lieferando Workers Collective derzeit auch per Petition fordern, ist nur auf Bundesebene zu regeln. Zwar hat der Senat zuletzt angekündigt, eine Bundesratsinitiative zu prüfen, aber weil vom Bund „nichts zu erwarten“ sei, wie Eralp sagt, müsse Berlin in Sachen „guter Arbeit“ selbst vorangehen – und könnte damit „bundesweit einen Standard setzen“.

    Was es dafür braucht, ist nicht viel: Mit einem einfachen Landesgesetz kann die Veröffentlichung der Ergebnisse geregelt werden. Viele der zu erhebenden Daten zu Tarifbindung und Mindestlohn, Transparenz bei der Vergütung, Arbeitssicherheit und Ausrüstung, Mitbestimmung sowie Umgang mit Algorithmen, die über Lohn und Einsatz entscheiden, gibt es schon. Maximal vier Mitarbeiterstellen beim Landesamt für Arbeitsschutz sollen notwendig sein, heißt es von der Linken. Das Projekt sei nach einer möglichen Regierungsbeteiligung nach der Abgeordnetenhauswahl im September schnell auf die Spur zu bringen.

    Lieferdienste liefern an Endkunden und sind darauf angewiesen, dass ihr Image nicht beschädigt wird Damiano Vagolio, Linke

    Im Ergebnis stünde dann ein „Anreiz für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, so Eralp. Daran glaubt auch der arbeitspolitische Sprecher der Linksfraktion Damiano Vagolio: „Lieferdienste liefern an Endkunden und sind darauf angewiesen, dass ihr Image nicht beschädigt wird.“ Auch Feuerstein verweist darauf, dass Unternehmen angesichts ihres Berichtes durchaus reagieren und einzelne Verbesserungen umsetzen würden. Bei einer öffentlichen Ächtung soll es nach der Linken nicht bleiben: Ein zweiter Baustein sei eine Ausweitung der Kontrollen, so Vagolio.

    Auf eine Verbesserung der Zustände hofft auch Mo, Betriebsrat und Mitglied vom Lieferando Workers Collective. „Transparenz in der Branche ist sehr wichtig, auch für den Verbraucherschutz“, sagt er und: „So wie wir arbeiten, liefern wir auch.“ Ein Problem etwa sei, dass er seine Wechselkleidung, mitunter verschmutzte Altkleidung, in einer Tasche ohne extra Fach zusammen mit der Nahrung transportieren müsste: „Ich würde das Essen, was ich ausliefere, nicht selber essen, weil ich weiß, wie es in meinem Rucksack aussieht“, sagt er bei der Vorstellung der Initiative.

    Zuletzt habe Lieferando, angestachelt durch eine Politik der Bundesregierung und analog etwa zu Tesla, die Lohnfortzahlung für kranke Kol­le­g:in­nen nachträglich gestoppt und zwinge die Betroffenen damit vor Gericht, so Mo. Auch würden derzeit viele Führungskräfte nach Polen versetzt oder entlassen. Die Idee dahinter: ohne ansässigen Betrieb auch kein Betriebsrat. Es bleibt also viel zu tun.

    #Berlin #Arbeit #Lieferdienste #Ausbeutung #Politik #Die_Linke

  • Comment #Die_Linke veut reconquérir les classes populaires allemandes
    https://lvsl.fr/comment-die-linke-veut-reconquerir-les-classes-populaires-allemandes

    Juste après sa victoire en février 2025, le chancelier allemand et dirigeant de la CDU Friedrich Merz déclarait que l’Europe devait devenir plus « indépendante » des États-Unis. L’année écoulée a révélé le caractère très limité de son ambition. Son gouvernement s’est engagé dans une hausse massive des dépenses militaires pour renforcer la place des Européens au sein de l’OTAN - allant jusqu’à suspendre le « frein à l’endettement » inscrit dans la Constitution allemande pour financer cet effort - tout en s’alignant sur le leadership de Donald Trump.

    #Entretiens #Politique #Allemagne #guerre #Ines_Schwerdtner #OTAN #pacifisme

  • Mitarbeiterdaten betroffen : Die Linke meldet Cyberangriff auf Parteizentrale
    https://www.spiegel.de/netzwelt/die-linke-it-systeme-der-parteizentrale-von-ransomware-betroffen-a-26936e51-

    Le parti Die Linke utilise l’OS MS Windows et s’expose volontairement aux risques connus. J’ai aucune compassion après l’attaque. Ils l’ont cherché.

    27.3.2026 von Torsten Kleinz, Marcel Rosenbach - Die IT-Systeme der Linkspartei wurden offenbar Ziel einer Ransomware-Attacke. Die Daten der Parteimitglieder seien sicher, versichert der Bundesgeschäftsführer. Eine erste Spur führt nach Russland.

    Der Bundesgeschäftsführer der Partei Die Linke, Janis Ehling, hat einen »schwerwiegenden Cyberangriff« auf die IT-Systeme der Parteizentrale öffentlich gemacht. »Die Partei stellte den Cyberangriff am gestrigen Donnerstag fest und reagierte sofort. Teile der IT-Infrastruktur wurden vorsorglich vom Netz genommen, um weiteren Schaden zu verhindern«, erklärt Ehling in einer ersten Stellungnahme.

    Nach ersten Erkenntnissen ist die Mitgliederdatenbank der Partei nicht betroffen. Doch augenscheinlich gelang es den Tätern, auf sensible interne Informationen zuzugreifen, auch personenbezogene Daten von Mitarbeitenden können kopiert worden sein.

    Erste Hinweise sprechen für eine Attacke der russischsprachigen Gruppe Qilin, die für Ransomware-Angriffe bekannt ist. »Nach derzeitigen Erkenntnissen zielen die Täter darauf ab, sensible Daten aus dem inneren Bereich der Parteiorganisation sowie personenbezogene Informationen von Mitarbeitenden der Parteizentrale zu veröffentlichen«, heißt es in der Stellungnahme der Partei. »Ob und in welchem Umfang dies gelingt oder bereits erfolgt ist, lässt sich nicht beurteilen.«
    Erfolgreiche Hackergruppe

    Wie Ehling ausführt, war der Angriff am Donnerstag intern bemerkt worden, zeitgleich habe es eine Warnung der Sicherheitsbehörden gegeben. Die Parteiführung hat inzwischen Strafanzeige gestellt und die Mitarbeitenden informiert. Derzeit arbeite man mit Sicherheitsspezialisten daran, die Arbeitsfähigkeit der Bundeszentrale wiederherzustellen.

    Die Erpressertruppe, die nach Angaben der Linken mutmaßlich hinter dem Angriff steckt, ist in Sicherheitskreisen gut bekannt. Der IT-Sicherheitsanbieter Cisco Talos bezeichnete sie in einem Bericht im Oktober vergangenen Jahres als »eine der weltweit wirkmächtigsten Ransomware-Gruppen«. Demnach veröffentlichen die Hacker in der zweiten Jahreshälfte 2025 monatlich Opferdaten von mehr als 40 betroffenen Organisationen und Unternehmen. Die Autoren gehen aufgrund der genutzten Programme davon aus, dass Qilin aus osteuropäischen oder russischen Regionen operiert. Allein im vorigen August 2025 hatte Qilin nach eigenen Angaben 104 Cyberangriffe auf Ziele in aller Welt verübt.

    Die Gruppe verwendet dabei die mittlerweile übliche Taktik der doppelten Erpressung: Nach einem erfolgreichen Angriff fordert sie nicht nur Geld dafür, die verschlüsselten Rechner wieder zugänglich zu machen, sondern droht auch damit, die erbeuteten Daten auf ihrer »Leak-Seite« im Darknet zu veröffentlichen, falls Lösegelder ausbleiben. Internationale Behörden raten dennoch dringend davon ab, auf solche Forderungen einzugehen.


    Screenshot der Darknet-Webseite von Qilin: Doppelte Erpressung als Geschäftsmodell

    Auf SPIEGEL-Anfrage heißt es beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), man sei »über einen IT-Sicherheitsvorfall informiert« und stehe »in Kontakt mit der Partei«.Qilin sei seit mehreren Monaten die aktivste Gruppe von Ransomware-Angreifern, die das BSI beobachtet.

    Demnach ist die Gruppe seit mindestens 2022 aktiv, damals noch unter anderen Namen und »mit starkem Fokus auf den Gesundheitssektor«.

    Nach BSI-Angaben versuchen die Hinterleute üblicherweise zwei Wochen lang Verhandlungen mit ihren Opfern aufzunehmen. Wenn dies nicht gelinge, würden die Geschädigten auf der Leak-Seite der Gruppe als Betroffene benannt. Derzeit werden dort etwa zwei deutsche Hochschulen und ein Wohlfahrtsverband aufgeführt.

    #Allemagne #Die_Linke #Microsoft

  • Zurück in den Sozialismus? Die Linke will „Kiezkantinen für Berlin“
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/zurueck-in-den-sozialismus-die-linke-stellt-das-konzept-kiezkantine

    Was für ein bescheuerter Titel für einen Artikel über ein nettes Projekt. Jetzt müssen nur noch die Gewerkschaften Restauranttickets und Taxikupons für Beschäftigte durchsetzen, und die schöne sozialpartnerschaftliche Welt der Siebziger ist wieder da, oder ?

    Im Ernst, Essen für Arme macht die Kirche. Soll sie. Armenspeisung aber wollen wir nicht somdern gute Löhne und solide verankerte Rechte.

    Die Linke ist zeigt sich hier noch weniger sozialdemikratisch als die SPD. Die Weltsicht hinter den Kiezkantinen ist ein Rückschritt in die Zeit, als christliche Bürger die erste „Penne“ gründeten, das industrielle Obdachlosenasyl im Weddimg für die Ärmsten aus Schlesien und Sachsen-Anhalt.

    Robert Virchow und die bürgerliche Frauenbewegung standen hinter der für ihre (Kaiser) Zeit fortschrittlichen Einrichtung. Die Industrie im „Feuerland“ um die Ecke brauchte Reservearmeen aus landlos gemachten Bauern und verarmten Webern. Die mussten untergebracht werden, bis die Mietskasernen gebaut und die Industrie entwickelt war.

    Eine moderne sozialistische (laut Programm) Partei sollte Emanzipation und Schaffung kollektiver Strukturen fördern, nicht kleinbürgerliche Sozialpolitik für die Kaiserzeit aufwärmen.

    Wahre Kiezküchen hat ihr Autor noch im China der Achtziger erlebt. Preiswert, gut und für Arbeiter mit Gutschein oder Volksgeld bezahlbar waren das betriebsübergreifende Kantinen, große Mittagsrestaurants.Taxifahrer parkten kostenlos vor der Tür.

    So bleibt noch eine praktische Frage an die linken Küchenmeister : Wenn ich in Berliner Restaurants Pause mache, zahle ich vier Euro Parkgebühr pro Stunde. Da kommt jeden Monat ein ordentliches Sümmchen zusamnen. Vom Trinlgeld kann ich mir das nicht leisten. Geht irgendwie am Thema vorbei dieses Kiezküchending, nicht wahr?

    13.2.2026 von - Jana Hermann - Mit öffentlich geförderten Kantinen will die Linke soziale Entlastung schaffen. Ein Hoffnungsschimmer für alle, die wieder günstig essen wollen. Kostenpunkt: Rund 20 Millionen Euro.

    „Liebe geht durch den Magen“ steht auf den Plakaten, die an den Fenstern der vielleicht ersten Kiezkantine Neuköllns hängen. Darauf zu sehen: Elif Eralp als Köchin als Cartoon. Die Bürgermeisterkandidatin hat Mitte Februar zu einem Mittagessen eingeladen. Es gab Kohlrouladen, Rotkraut und - Antworten auf die Fragen der Presse: Wie genau sieht das Konzept „Kiezkantinen für Berlin“ aus? Ist daran noch irgendetwas kapitalistisch? Sind Enteignungen zu befürchten?

    Die Berliner Linke legt einen Drei-Phasen-Plan vor. Das Ziel der Partei: Vor allem in ärmeren Bezirken sogenannte „Kiezkantinen“ mit subventionierten Mahlzeiten für maximal drei Euro einzurichten. Neben den Kosten rückt Eralp soziale Gründe in den Vordergrund. Als Mutter zweier Kinder betont sie, dass solche Kantinen dafür sorgen könnten, dass die Gesellschaft sich gemeinsam um Kinder und Mitmenschen kümmert, sagt sie sinngemäß. Auch ein Mittel gegen Einsamkeit soll das Konzept sein.

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    Kosten und Umsetzung

    Nach Angaben der Linken soll das Projekt rund 19 Millionen Euro jährlich kosten. Mit 0,04 Prozent sei es ein Bruchteil des Gesamtvolumens, betont die Linken-Politikerin und entkräftet damit direkt die Kritik der Presse, ob die angespannte Haushaltslage Berlins nicht eine andere Priorisierung erfordere als Kiezkantinen.

    Das Konzept, das die Partei dem Senat vorzulegen plant, sei durchgerechnet und von entsprechenden Experten auf Umsetzbarkeit geprüft, erklärt Eralp. Im Konzept steht: „Konservativ kalkuliert können mit einem jährlichen Budget von 19 Millionen Euro“ insgesamt 23 Kantinen gefördert werden. Die Summe ergibt sich aus dem „Förderprogramm Phase I“ mit 4.200.000 Euro, den „Aufträgen Phase II“ mit 14.400.000 Euro und 400.000 Euro für die Senatsverwaltung.

    Förderprogramm Phase I bezeichnet den ersten Teil des Budgets, mit dem vorhandene Einrichtungen und Initiativen unterstützt werden sollen, damit sie subventionierte Kiezkantinen-Angebote für 3-Euro-Mahlzeiten aufbauen können. Aufträge Phase II meint den zweiten Teil des Budgets, mit dem gezielt neue Kiezkantinen-Standorte ausgeschrieben und im Stadtgebiet aufgebaut werden sollen.

    Es handelt sich daher hauptsächlich um bestehende Gastronomien, die sich auf das Kiezkantinen-Projekt bewerben können. Das Mittagessen beispielsweise fand im Bistro Spumante in Neukölln statt – eine Location, die großes Interesse am Projekt hat.
    Wieso sollten Gastronomien mitmachen?

    Mit Blick auf die stetig steigenden Lebensmittelpreise und Mietkosten blicken Gastronomien positiv auf das Projekt. Durch die entsprechende Subventionen würden Besitzer entlastet werden, hätten weniger Druck, Fixkosten privatwirtschaftlich zu decken. Eine Enteignung sei nicht zu befürchten, sagt Eralp. Sie sieht darin ein Geben und Nehmen. Die Betreiber kümmern sich schließlich um die Umsetzung. „Sie müssen einzig die Kriterien befolgen“, sagt die Politikerin.

    Zu jenen Kriterien gehören unter anderem Vorgaben zu den Speisen. Gesund müssen sie sein und von guter Qualität. Zudem gibt es Vorgaben zu den Gehältern – die Mitarbeiter werden nach Tarif honoriert. Allein beim Aktionstag, der ebenfalls Mitte Februar stattfand, machten fünf Kantinen mit. Die Nachfrage sei bereits jetzt groß, so Eralp.

    Sie vergleicht das Konzept mit Kantinenformaten, wie es sie bereits in Paris und Kopenhagen gibt. Auch in Polen existieren sogenannte „Milchbars“ – Kantinen mit günstigen Speisen. Und auch dort gebe es weiterhin privatwirtschaftliche Gastronomiebetriebe.
    Der Vergleich mit LAP Coffee

    Die Nachfrage der Berliner Zeitung, inwiefern die Kiezkantinen mit privaten Gastronomien konkurrieren, wurde mit einem klaren „Gar nicht“ beantwortet. Die Kantinen seien in ärmeren Bezirken, eher am Stadtrand – dort, wo es kaum Lokale und Restaurants gibt. Das war sinngemäß die Reaktion auf den Vergleich mit LAP Coffee. Es sei daher generell ein unpassender Vergleich, hieß es.

    Jana Hensels „Es war einmal ein Land“ öffnet wieder Wunden zwischen Ost und West

    Der Potsdamer Platz als romantischer Hotspot zum Valentinstag – echt jetzt?

    LAP steht für „Life Among People“, frei übersetzt: Das Leben unter Menschen. Es ist ein privatwirtschaftliches und zugleich soziales Projekt, das günstigen Kaffee anbietet. Gegründet wurde es 2023 von zwei Berliner Start-up-Unternehmern. Infolge einer inoffiziellen Online-Schmähkampagne wurden im Herbst 2025 sämtliche Filialen mit Farbe beschmiert, weil sie lokale Gastronomien angeblich verdrängen könnten. So lautete sinngemäß die Kritik linkspolitischer Kräfte.

    Die Kiezkantinen sollen jedenfalls gegen „steigende Lebensmittelpreise und Mieten“ ankämpfen, heißt es im Konzept. Warmes Essen „darf kein Luxus“ sein, die „Epidemie der Einsamkeit“ solle dadurch angegangen werden, und viele Beschäftigte wie „bei der BSR oder auf Baustellen“ hätten somit wieder Gesünderes auf dem Teller – statt schnellem Essen auf die Hand.

    #Die_Linke #Almosen

  • Ahmed Abed: Nominierung der Linken sorgt für scharfe Kritik
    https://www.juedische-allgemeine.de/politik/ahmed-abed-nominierung-der-linken-sorgt-fuer-scharfe-kritik

    La principale source sioniste de langue allemand à propos d’Ahmed Abed

    21.1.2026 von Imanuel Marcus - Beim Neuköllner Kreisverband der Linkspartei sei Antisemitismus kein Randphänomen mehr, sagt Remko Leemhuis, der Direktor des AJC Berlin

    In Berlin-Neukölln sorgt die Nominierung des linken Bezirksbürgermeisterkandidaten Ahmed Abed für heftige politische Auseinandersetzungen. CDU, SPD und Grüne werfen dem Rechtsanwalt Antisemitismus vor und fordern eine klare Abgrenzung von der Linken.

    Die Neuköllner Linke hatte Abed am vergangenen Samstag mit 82,1 Prozent der Stimmen zum Kandidaten für das Amt des Bezirksbürgermeisters gewählt. Der CDU-Bezirksvorsitzende Falko Liecke bezeichnete diese Entscheidung laut »Tagesspiegel« als »Angriff auf jüdisches Leben« und warf der Linken vor, »auf Hass und Hetze« zu setzen. Zugleich forderte Liecke ein klares Signal der SPD und der Grünen, jede Zusammenarbeit mit der Linken auszuschließen.

    Auch die SPD äußerte sich kritisch. Die Kreisvorsitzenden Joachim Rahmann und Derya Çağlar beschrieben die Nominierung als Ausdruck einer »besorgniserregenden Entwicklung« innerhalb der Neuköllner Linkspartei. Als Beleg nannten sie die Weigerung der Linken, Übergriffe auf die Neuköllner Kneipe »Bajszel« als antisemitisch zu verurteilen. Das Lokal ist wiederholt Ziel von Angriffen gewesen, weil es sich offen gegen Antisemitismus positioniert.
    Hausanwalt der antisemitischen Szene

    Die Grünen zeigten sich ebenfalls skeptisch, ob eine Zusammenarbeit mit der Linken künftig möglich sei. Die Co-Vorsitzenden Chris Hilmer-Benedict und Meike Berg betonten, man setze sich für »sichere Mobilität, sozial gerechten Klimaschutz und saubere Parks« ein und kämpfe für ein »offenes und gerechtes Neukölln«, in dem »Rassismus und Antisemitismus selbstverständlich keinen Platz haben«.

    Der Direktor des AJC Berlin, Remko Leemhuis, erklärte, die Tatsache, dass Ahmed Abed als Anwalt »Israelhasser und Antisemiten« vor Gericht vertrete, lasse sich in einem Rechtsstaat, in dem jede Person Anspruch auf anwaltliche Vertretung habe, zunächst nicht automatisch gegen ihn als Person wenden. »Allerdings endet diese Neutralitätsannahme dort, wo aus punktueller Mandatsübernahme faktisch mittlerweile eine dauerhafte Rolle als Hausanwalt einer klar identifizierbaren antiisraelischen und antisemitischen Szene geworden ist«, sagte Leemhuis der Jüdischen Allgemeinen. »In einem solchen Fall lässt dies den Schluss zu, dass zwischen Anwalt und Mandanten nicht nur ein berufliches, sondern auch ein politisches und ideologisches Näheverhältnis besteht.«

    Diese Vermutung wird Leemhuis zufolge durch Abeds eigenes politisches Handeln außerhalb des Gerichtssaals bestätigt: »Er lehnt seit Jahren systematisch Resolutionen gegen Antisemitismus sowie Beschlüsse zur Solidarisierung mit jüdischen Opfern ab und begründet dies regelmäßig mit angeblicher ›Einseitigkeit‹. Damit stellt er den Schutz jüdischen Lebens nicht als Selbstverständlichkeit dar, sondern als eine verhandelbare Größe.«
    Stichwortgeber auf antisemitisch aufgeladenen Demonstrationen

    Laut Leemhuis wiegt es »besonders schwer«, dass Abed »die anhaltenden antisemitischen Angriffe auf die Israelsolidarische Kneipe im Bezirk, das ›Bajszel‹, nicht einmal verbal verurteilen kann. Wer dazu nicht in der Lage oder nicht willens ist, disqualifiziert sich selbst für ein Amt, das den Anspruch erhebt, für alle Neuköllnerinnen und Neuköllner zu sprechen.«

    Vor diesem Hintergrund überrasche es kaum, dass Abed auch als Stichwortgeber auf antisemitisch aufgeladenen Demonstrationen auftrete, in deren Kontext es wiederholt zu Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten sowie gegen Israelis gekommen sei. »Auch hier fehlt jede erkennbare Distanzierung«, sagte Remko Leemhuis.

    »Darüber hinaus ist Abeds Nominierung Ausdruck einer langjährigen innerparteilichen Entwicklung des Kreisverbandes der Linken Neukölln«, so Leemhuis. »Er steht nicht am Anfang, sondern am Endpunkt eines politischen Prozesses, in dem der Neuköllner Landes- und Kreisverband der Linken immer offener und ungenierter zeigt, wo er politisch steht. Antisemitismus ist dabei kein Randphänomen mehr, sondern ein strukturelles Problem, das sich auch an anderen Akteuren abzeichnet und inzwischen so tief verankert ist, dass kaum noch begründete Hoffnung auf Selbstkorrektur besteht.«
    Bürgermeister Bat Yams als »Völkermörder« bezeichnet

    Auch für die Bundespartei stelle sich die Frage, wie lange sie bereit sei, einen solchen Kreisverband zu dulden – und ob sie bereit ist, den daraus entstehenden politischen, moralischen und gesellschaftlichen Schaden weiter in Kauf zu nehmen, erklärte Leemhuis. »Bedauerlicherweise deutet die derzeitige Lage auch auf Bundesebene nicht darauf hin, dass ernsthafte Konsequenzen zu erwarten sind oder ein Kurswechsel bevorsteht. Denn auch die Bundespartei hat spätestens seit dem Bundestagswahlkampf wiederholt erkennen lassen, dass sie – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kein grundsätzliches Problem damit hat, Antisemiten und israelfeindliche Akteure in den eigenen Reihen zu dulden«, so Remko Leemhuis gegenüber dieser Zeitung.

    Kern der von vielen Seiten geäußerten Kritik sind Abeds frühere Äußerungen und Aktivitäten: Im Oktober hatte er den Bürgermeister der israelischen Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, als »Völkermörder« bezeichnet. Zudem war Abed als Redner bei Demonstrationen präsent, bei denen es zu Angriffen auf Juden und zum Verbrennen von Israelfahnen kam. Als Rechtsanwalt vertritt Abed zudem die antisemitische BDS-Bewegung, die Sanktionen und Boykottmaßnahmen gegen Israel fordert.

    Der neue Antisemitismus- und Queerbeauftragte des Bezirksamts Neukölln, Carl Chung, erklärte auf Anfrage, die Ergebnisse der demokratischen Wahl von Kandidatinnen und Kandidaten für die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt von Neukölln durch die Parteien und Wählergemeinschaften habe er zu respektieren und nicht zu kommentieren. Er sprach sich jedoch dafür aus, »in der politischen Debatte über die Mitwirkung der Parteien an der politischen Willensbildung der bürgerschaftlichen Gemeinschaft des Bezirks nicht aus dem Blick zu verlieren, dass nicht nur nach dem Eindruck der meisten Betroffenen, sondern auch nach Maßgabe der Fallzahlen der Eingangsstatistik des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes sowohl die LBSTIQ-feindlich als auch die antisemitisch motivierten Straftaten das größte Fallaufkommen im Bereich der vorurteilsgeleiteten Delikte in Neukölln ausmachen.«

    Sicherheit nachhaltig beeinträchtigt

    »In den letzten Jahren haben diese Straftaten – im Zusammenhang mit queerfeindlichen und antisemitischen Vorfällen unterhalb der Schwelle zur Strafbarkeit – ein Ausmaß erreicht, dass den Lebensalltag der durch diese Hasskriminalität Bedrohten prägt und nicht nur ihr Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sondern auch ihre Sicherheit nachhaltig beeinträchtigt«, schrieb Chung dieser Publikation. »Die massive Zunahme des offen ausgelebten Antisemitismus – insbesondere des israelbezogenen Antisemitismus – droht nicht zuletzt, die zaghafte Wiederkehr jüdischen Lebens in Neukölln zu beenden.«

    Auch Volker Beck, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) äußerte sich: »Ahmed Abed steht nicht für Palästina-Solidarität, sondern für eine Verteufelung Israels. Mit seiner Wahl hat sich die Linke entschieden, offensiv auch um antisemitische Stimmen zu werben«, sagte er der Jüdischen Allgemeinen.

    Beck fügte hinzu: »Dieses Manöver wird den Charakter nachhaltig verändern: Um seine Kandidatur zu verteidigen, haben sich die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner und Bundesgeschäftsführer Janis Ehling bereits um Kopf und Kragen geredet. Ehling setzte den demokratisch gewählten Bürgermeister von Neuköllns Partnerstadt Israels mit den diktatorisch regierenden Mörder-Mullahs gleich.« Becks Fazit: »Die Linke verabschiedet sich mit der offenen Übernahme von antisemitismusoffenen Kandidaten von ihrer antifaschistischen Tradition.«

    Ahmed Abed selbst antwortete nicht auf eine an den Vorstand der Linken in Neukölln geschickten Anfrage. Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Linken für die am 20. September anstehende Abgeordnetenhauswahl erklärte gegenüber dem »Tagesspiegel«: »Die Entscheidung über die Kandidaturen für die Wahl zu den Bezirksverordnetenversammlungen ist allein Sache des jeweiligen Bezirksverbandes«.

    „Völkermörder!“: Nach dem Linken-Eklat in Neukölln - Jetzt spricht Bat Yams Bürgermeister
    https://www.juedische-allgemeine.de/politik/voelkermoerder-nach-dem-linken-eklat-in-neukoelln-jetzt-spricht

    Tzvika Brot ist Bürgermeister von Bat Yam Foto: Municipality Bat Yam

    17.10.2025 von Detlef David Kauschke - Bat Yams Bürgermeister Tzvika Brot wurde bei einem Besuch in Berlin-Neukölln von Fraktionschef der Linkspartei als Völkermörder beschimpft. Im Interview spricht er über den Vorfall und die Zusammenarbeit zwischen deutschen und israelischen Kommunen

    Herr Brot, Sie waren zu einem zweitägigen Besuch in Berlin-Neukölln. Bei Ihrer Rede vor der Bezirksverordnetenversammlung kam es am Mittwoch zum Eklat: Der Fraktionschef der Linken, Ahmed Abed, hat Sie als »Völkermörder« beschimpft und gesagt, Sie seien nicht willkommen. Wie haben Sie das erlebt?
    Wissen Sie, ich bin Enkel von Holocaust-Überlebenden. Ich kam, um mit Bürgermeister Martin Hikel über die Zukunft, über Hoffnung und Zusammenarbeit zu sprechen. Wenn zwei Völker eine dunkle Geschichte teilen, können sie gemeinsam für eine bessere Zukunft arbeiten. Genau das wollten wir zeigen. Umso befremdlicher ist es, wenn jemand sagt, ich sei hier nicht willkommen. Der Vorsitzende der Linken-Fraktion handelt damit gegen diese Idee. Tatsächlich fühlte ich mich sehr willkommen: Die große Mehrheit der Repräsentanten des Bezirks kam zu mir und meiner Delegation, um sich für sein Verhalten zu entschuldigen. Ich sagte ihnen, sie müssten sich nicht entschuldigen – derjenige, der sich schämen sollte, ist der, der mich beschimpft hat. Trotzdem lächle ich über ihn, nicht aus Arroganz, sondern weil er mir leidtut. Wir leben in Demokratien, in Deutschland wie in Israel, und wir können über Meinungsverschiedenheiten diskutieren. Aber mit jemandem, der Gewalt unterstützt, kann man nicht reden.

    Sie haben es aber dennoch versucht.
    Der 7. Oktober hat sehr klar gemacht, wer für das Leben steht und wer für den Tod. Ich fragte den Abgeordneten, warum er die Hamas nicht verurteilt habe. Können wir uns nicht wenigstens darauf einigen, dass es falsch ist, Babys zu töten, Frauen zu vergewaltigen und Menschen lebendig zu verbrennen? Er schwieg. Die große Mehrheit der Deutschen und der freien Welt weiß, dass man mit solchen Menschen nicht diskutieren, sondern sie verurteilen muss – damit ihre Weltanschauung niemals zum Mainstream wird.

    Auch andere Bezirksverordnete, darunter die Chefin der Grünen-Fraktion, sollen den Saal verlassen haben. Linke und Grüne zusammen repräsentieren in Neukölln etwa ein Drittel aller Wähler. Besorgt Sie der Vorgang nicht?
    Es waren, wenn ich mich recht erinnere, vier Abgeordnete der Linken und eine der Grünen. Die überwiegende Mehrheit blieb. Das zeigt, dass diese lautstarke Minderheit nicht die Haltung des ganzen Parlaments repräsentiert. Ich finde: Man kann höflich bleiben und diskutieren. Wer aber Gespräch und Austausch verweigert, entscheidet sich letztlich für eine Form von Gewalt – auch ohne körperliche Angriffe. Wenn man mich »Mörder« nennt oder von »Völkermord« spricht, ist das nicht nur falsch, sondern gefährlich. Trotzdem gehe ich mit Hoffnung nach Hause, weil ich gesehen habe, dass die Mehrheit hier anders denkt. Bürgermeister Hikel und seine Koalition arbeiten für ein gutes Miteinander. Aber die Bundesregierung muss noch entschiedener handeln, damit extremistische Ansichten aus der politischen Arena verschwinden.
    Übrigens missbraucht Herr Abed das Recht, das ihm hier in Deutschland gewährt wird – das Recht, in einem demokratischen Land zu leben. Es ist schade, dass er nicht zum Parlament in Gaza reist, um zu sehen, was passieren würde, wenn er dort versuchen würde, über Frauenrechte, LGBTQ-Rechte oder Meinungsfreiheit zu sprechen. Das kann er natürlich nicht, weil solche Dinge dort nicht erlaubt sind. Ich würde mich auch freuen, wenn sich die Fraktionsvorsitzende der Grünen etwas mehr mit diesem Thema befassen würde, um mehr Professionalität in dieser wichtigen Frage zu zeigen. Was würde beispielsweise mit ihr in Gaza passieren, wenn sie dort versuchen würde, über das Programm ihrer Partei zu sprechen, wie Frauenrechte oder Meinungsfreiheit?

    Aktuell gibt es erneut Drohungen gegen die Neuköllner Kulturkneipe »Bajszel«. Sie sind mit Hamas-Symbolen und einer »Warnung für alle Zionisten in Berlin und Neukölln« aufgetaucht. Haben Sie etwas davon mitbekommen?
    Ja, ich habe die angespannte Stimmung gespürt. Meine Sicherheitskräfte ließen mich nicht einmal allein die Straße überqueren, um etwas einzukaufen. Das ist kein normales Leben. Aber das Problem liegt nicht bei uns, sondern bei denen, die Hass verbreiten und Gewalt befürworten. Manche sagen dann, Juden sollten besser zu Hause bleiben – das ist, als würde man Frauen auffordern, nicht auf die Straße zu gehen, weil sie Opfer von Übergriffen werden könnten. Das ist eine Täter-Opfer-Umkehr. Wir dürfen der Gewalt nicht weichen. Diese extremen Ansichten werden nur von einer Minderheit vertreten, aber die Mehrheit muss lauter werden und klar sagen, dass Gewalt niemals eine Lösung ist. Und ich warte immer noch darauf, auf Twitter die Verurteilungen von Herrn Abed und der Vorsitzenden der Grünen Partei bezüglich der antisemitischen Angriffe in ihrer Stadt zu lesen.

    In der Neuköllner Sonnenallee wurde am 7. Oktober 2023 und danach offen der Hamas-Terror gefeiert. Wie sehen Sie das Zusammenleben in dem Bezirk?
    Ich habe viele Muslime getroffen, die sich ausdrücklich gegen Antisemitismus und Gewalt stellen. Natürlich gibt es innerhalb dieser Gemeinschaft auch eine kleine Gruppe, die radikale Ansichten teilt. Aber sie ist in der Minderheit. Das Problem ist die schweigende Mehrheit. Wir alle – egal welcher Herkunft – müssen laut und deutlich sagen, dass Gewalt und Hass falsch sind. Schweigen bedeutet Mitverantwortung. Wenn sich die Mehrheit bekennt, ist schon die Hälfte des Problems gelöst.

    Israel ist international zunehmend isoliert. Sehen Sie dennoch eine Zukunft für die kommunalen Beziehungen?
    Ja, absolut. Natürlich gibt es international Spannungen, aber gleichzeitig erleben wir das Gegenteil: Immer mehr Länder wollen sich dem Abraham-Abkommen anschließen. Selbst Staaten wie Saudi-Arabien oder Indonesien zeigen Interesse. Das geschieht, weil Israel Stärke zeigt. Extremisten respektieren keine Schwäche, aber sie respektieren Stärke. Ich glaube, dass der aktuelle Antisemitismus auch deshalb wieder auflebt, weil manche dachten, Israel sei nach dem 7. Oktober geschwächt. Das Gegenteil ist der Fall.

    Und wie sieht es mit den Städtepartnerschaften, wie zwischen Bat Yam und Berlin-Neukölln, aus?
    Ich bin sehr optimistisch. Die Partnerschaft zwischen Bat Yam und Neukölln funktioniert hervorragend. Martin Hikel ist ein wahrer Unterstützer Israels. Er hat sich mutig dafür entschieden, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Neuköllns Bürgermeister und ich arbeiten seit Jahren eng zusammen. Nehmen Sie nur das Beispiel der öffentlichen Gesundheit: Während der Covid-Pandemie haben sich unsere Fachkräfte über Zoom ausgetauscht, um sich gegenseitig zu helfen und voneinander zu lernen. Und wir arbeiten im Bildungsbereich zusammen. Wir haben Umweltfragen, Jugendaustausch und vieles mehr diskutiert. Lokale Politik kann Brücken bauen, wo nationale Regierungen oft scheitern. Leider gibt es auch Städte in der Türkei, die nach Kriegsbeginn ihre Partnerschaften mit uns beendet haben. Dabei sollten gerade lokale Führungskräfte Brücken zwischen Menschen bauen. Und genau das tun wir in den Beziehungen zu Neukölln gerade, und zwar sehr erfolgreich. Ich kehre voller Hoffnung nach Hause zurück.

    Mit dem Bürgermeister von Bat Yam sprach Detlef David Kauschke.

    #Berlin #Neukölln #politique #Die_Linke #sionisme

  • „Angriff auf jüdisches Leben“ : Kritik an Linke-Kandidat Abed in Neukölln wächst
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/linke-in-neukoelln-unter-druck-kandidat-ahmed-abed-polarisiert-part

    Le parti Die Linke s’est arrangé avec le régime philosemite allemand et suit la ligne imposée par les instances politiques et médiatiques du pouvoir par rapport à tout sujet juif. Á Berlin-Neukölln l’élection de l’avocat Ahmed Abed comme candidat aux les élection municipales en septembre fait scandale car il.ne suit pas la pensée unique qui définit la défense de l’état d’Israël comme raison d’être de l’état allemand.

    21.1.2026 vin Jana Hermann - Streit um Linke-Kandidat in Neukölln: Vorwürfe von Antisemitismus und scharfe Kritik prägen die Schlagzeilen. Parteivorsitzende Schwerdtner spricht von einer „Kampagne“.

    In Neukölln beginnt der Bürgermeisterwahlkampf mit einem Knall: Die Linke hat Ahmed Abed, Fraktionsvorsitzender der Bezirksverordnetenversammlung, zu ihrem Kandidaten gekürt. Die Nominierung heizt eine Debatte über Antisemitismus, politische Verantwortung und die Haltung der Partei im Nahostkonflikt an.

    In diesem Konflikt äußerte sich zuletzt auch die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner auf der Plattform X: Sie spricht von einer „Hetzkampagne gegen unseren Genossen und den Bürgermeisterkandidaten“ und sieht die Kritik an Abed offenbar als Teil eines breiteren politischen Angriffs auf den sozialen Kurs der Partei.

    Schwerdtner selbst ist seit 2024 Bundesvorsitzende der Linke und steht für einen sozialistischen und gewerkschaftsnahen Parteiflügel.
    Kritik an der israelischen Politik

    Was wird dem Kandidaten vorgeworfen? Abed ist Rechtsanwalt und seit Jahren in der Neuköllner Kommunalpolitik aktiv. Er gilt als Kritiker der israelischen Politik und ist mehrfach mit scharfen Formulierungen gegenüber israelischen Repräsentanten in Erscheinung getreten. Etwa als er im Oktober bei einem offiziellen Anlass den Bürgermeister der israelischen Partnerstadt Bat Yam im Rathaus als „Völkermörder“ bezeichnete – ein Auftritt, der parteiübergreifend Empörung auslöste.

    Diese und ähnliche Äußerungen stehen im Zentrum der Kritik, die nun von der AfD sowie von CDU, SPD und Grünen geübt wird. Der CDU-Bezirksvorsitzende Falko Liecke bezeichnete die Kandidatur Abeds als „Angriff auf jüdisches Leben“ und warnte vor einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung. Auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) kritisierte die Entscheidung scharf.

    Auch medial flammt die Debatte auf: Kommentatoren wie Gunnar Schupelius von der B.Z. werfen der Neuköllner Linke vor, mit der Nominierung eine „rote Linie“ überschritten zu haben, und warnen vor möglichen Konsequenzen für das Vertrauen in demokratische Politik.

    Innerhalb der Linke hingegen gibt es parteinahe Unterstützung. Vertreter etwa aus dem Kreisverband Steglitz-Zehlendorf erklärten sich solidarisch mit Abed und betonen, er setze sich seit Jahren für soziale Gerechtigkeit und die Interessen benachteiligter Gruppen ein.
    Wessen Kampagne?

    Der Begriff „Kampagne“, den die Parteivorsitzende einbringt, dürfte weniger eine koordinierte Medienaktion beschreiben, als viel eher eine Debatte über legitime politische Positionen und deren Abgrenzung, besonders in Fragen von Antisemitismus, Nahostpolitik und dem Umgang mit symbolisch belasteten Aussagen.

    Die Partei und Sympathisanten hingegen werten jegliche kritische Berichterstattung als gezielten Versuch, die Linke und ihren Bezirkspolitiker politisch zu schwächen.

    #Berlin #Neukölln #politique #Die_Linke #philosemitisme

  • Pascal Meiser über Traditionen: „Ströbele wäre bei uns mehr als willkommen“
    https://taz.de/Pascal-Meiser-ueber-Traditionen/!6119269

    Noch so einer, der pwrsönlich virankommt aber politisch trotz aller guten Ansätze nichts erreicht. Kein Wunder, so ist das mit den politischen Parteien, die taugen nur als Stützen des Systems Als llnke Opposition richtest du dabei wenigstens nixht so viel Schaden an wie durch Regierumgs-"Beteiligungen".

    25.10.2025 von Daniel Bax - Pascal Meiser sitzt für die Linken im Bundestag. Der Kreuzberger hat den Wahlkreis gewonnen, den der Grüne Hans-Christian Ströbele bekannt gemacht hat.

    taz: Herr Meiser, Sind Sie der Erbe von Hans-Christian Ströbele?

    Pascal Meiser: Objektiv gesehen bin ich das wohl ein wenig jetzt, da ich in seinem ehemaligen Wahlkreis das Direktmandat geholt habe. Das ehrt mich natürlich. Aber es wäre unangemessen, mich selbst zum Erben auszurufen. Ich bin in einer anderen Partei, zu einer anderen Zeit gewählt worden, und so richtig vererbt oder gar geschenkt wurde uns das alles ja auch nicht gerade …

    taz: Hans-Christian Ströbele war gegen Aufrüstung und Krieg, für die Freigabe von Hanf, für eine Vermögensteuer und dafür, den Verfassungsschutz abzuschaffen. Wäre er damit heute nicht eher bei der Linken als bei den Grünen zu Hause?

    Meiser: Es wäre anmaßend, darüber zu spekulieren. Hans-Christian Ströbele war, mit seiner Klarheit und Konsequenz, eine ganz eigene Figur, ein Solitär. Es gibt viele Linke, mich eingeschlossen, die ihn sehr geschätzt haben, auch wenn selbst er unter der rot-grünen Regierung ein paar schwierige Entscheidungen mitgetragen hat. Seine guten Ergebnisse verdankten sich ja am Ende der Tatsache, dass ihn auch viele Linke gewählt haben, und vieles von dem, wofür er stand, ist in der Tat heute sicher bei uns gut, wenn nicht sogar am besten aufgehoben. Und natürlich wäre Hans-Christian Ströbele bei uns heute mehr als willkommen und würde mit offenen Armen begrüßt.

    taz: Für die Grünen war der Verlust ihres Direktmandats in diesem Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost, über Jahrzehnte eine Hochburg für sie, ein Schock: Berlins Grünen-Chef Philmon Ghirmai sprach von einem „herben Schlag“, Jürgen Trittin sah schon das „Ende von Kreuzberg“ heraufdämmern. Zu Recht?

    Meiser: Symbolisch ist das für die Grünen sicher eine herbe Niederlage. Aber nüchtern betrachtet, ist das Ergebnis für sie eigentlich gar nicht so dramatisch. Meine Gegenkandidatin hat mit über 30 Prozent ein Ergebnis erzielt, mit dem sie in vielen anderen innerstädtischen Wahlkreisen in Berlin oder in anderen Großstädten gewonnen hätte. Nur haben wir als Linke in diesem Wahlkreis dieses Mal selbst so ein krass gutes Ergebnis erzielt. Deswegen ist auch die mediale Wahrnehmung von der Niederlage der Grünen etwas verkürzt. Denn dass es uns gelungen ist, 35 Prozent der Erststimmen einzufahren, ging nur zum Teil zulasten der Grünen, und dass es uns selbst gelungen ist, so viele unterschiedliche Leute von uns und mir zu überzeugen, ist ja die eigentlich spannende Geschichte.

    taz: Trotzdem ist die Symbolik groß: Die Grünen gewinnen Direktmandate in bürgerlichen Stadtteilen, aber verlieren ihre einstige Hochburg in Kreuzberg. Sie rücken in die besserverdienende Mitte, aber verlieren Teile ihres ehemaligen Stammmilieus.

    Meiser: Natürlich gibt es diese Verschiebung. Nicht wenige ehemaligen Grünen-Wählerinnen und -Wähler haben angesichts des Kurses der Ampelregierung und der Annäherung der Grünen an eine CDU, die zunehmend nach rechts rückt, nicht mehr mitgemacht. Die wollen dann lieber eine klare, kompromisslose linke Opposition.

    Ich gehöre ganz sicher nicht zu denen, die die Grünen zum größten Problem der Republik stilisieren

    taz: Ströbeles Nachfolgerin Canan Bayram, die 2017 und 2021 zwei Mal das Direktmandat gewonnen hat, trat jetzt nicht mehr an. Sie könne den Leuten nicht mehr sagen, wofür die Grünen eigentlich stehen – so begründete sie ihren Rückzug. Ein Symptom?

    Meiser: Ich habe diese internen Auseinandersetzungen bei den Grünen natürlich zur Kenntnis genommen, aber bewusst öffentlich nie groß kommentiert. Und ich gehöre ganz sicher nicht zu denen, die die Grünen zum größten Problem der Republik stilisieren. Aber die Grünen haben in der Ampel in unterschiedlichen Bereichen einfach sehr große Fehler gemacht. Das spiegelt sich dann logischerweise in solchen Aussagen und in solchen Absetzbewegungen wider.

    taz: Sie haben sich im Wahlkampf dagegen entschieden, Unterstützung von außerhalb des Bezirks zu mobilisieren. Warum?

    Meiser: Wir haben darüber natürlich bei uns im Wahlkreis diskutiert. Aber das hätte ich doch ein wenig übertrieben gefunden. Ich muss mich nicht bedeutender machen, als ich bin. Umso stolzer bin ich, dass wir das alles aus eigener Kraft heraus geschafft, mit unseren eigenen Leuten in Friedrichshain-Kreuzberg und in Prenzlauer Berg.

    taz: Für die Linke waren die Mieten ein zentrales Thema. Kam Ihnen das zugute?

    Meiser: Dass die Partei insgesamt im Wahlkampf so stark auf dieses Thema gesetzt hat, hat uns natürlich sehr geholfen. Das ist eine kluge Entscheidung gewesen, weil sie einen Nerv getroffen hat. Und es deckt sich mit meiner Überzeugung, dass es unsere DNA als Linke ist, immer die soziale Frage in den Mittelpunkt zu stellen und an der Seite der Leute mit einem kleinen Geldbeutel zu stehen. Was uns natürlich nicht davon abhält, auch Kämpfe um Anerkennung und Gleichberechtigung oder für den Klimaschutz zu unterstützen.

    taz: In Berlin ist der Mietendeckel, den der rot-rot-grüne Senat 2020 eingeführt hat, allerdings vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert.

    Meiser: Auch wenn das Projekt am Schluss vom Gericht gekippt wurde, hat das unserer Glaubwürdigkeit nach meiner Wahrnehmung nicht geschadet. Im Gegenteil. Die meisten Leute finden es gut, dass wir es zumindest versucht haben. Und: Wir haben es geschafft, uns auch im Bundestag als die stärkste Stimme der Mieterinnen und Mieter aufzustellen. Das reicht von Ansätzen wie einem verbesserten Kündigungsschutz bei Eigenbedarf bis hin zu Forderungen nach einem bundesweiten Mietendeckel und zur Frage, wie der soziale Wohnungsbau der Zukunft aussehen soll. Zugleich standen wir vor Ort immer an der Seite der Mieterinnen und Mieter, die sich wehren. Und das vergessen die Leute nicht.

    taz: Wie ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt in Kreuzberg?

    Meiser: Die Mieten steigen und steigen. Das ist für sich genommen schon ein großes Problem. Doch was mir gerade am meisten Sorgen macht, ist die Umwandlung in Eigentumswohnungen. Wir haben da eine tickende Zeitbombe, weil schon richtig viel umgewandelt worden ist. Bei mir melden sich zunehmend Mieterinnen und Mieter, bei denen die besonderen Kündigungsschutzfristen nach der Umwandlung einer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung auslaufen und die mitkriegen, dass ihre Wohnungen zum Verkauf inseriert werden. Das ist ganz sicher kein Arme-Leute-Problem. Das sorgt für blanke Panik bis weit in ein Milieu hinein, das überdurchschnittlich verdient. Ein weiteres Problem ist die Zweckentfremdung von Wohnraum für Ferienwohnungen und dass es trotz Wohnungsnot immer wieder sogar Leerstand gibt. Es existieren hier leider noch immer zu viele rechtliche Schlupflöcher, auch wenn die Behörden in Friedrichshain-Kreuzberg schon vergleichsweise konsequent dagegen vorgehen. Aber da muss in ganz Berlin noch viel konsequenter durchgegriffen werden.

    taz: Sie stammen ursprünglich aus dem Saarland. Wie sind Sie aufgewachsen?

    Meiser: Meine Großväter waren beide noch Bergleute. Mein Großvater väterlicherseits, den ich selbst persönlich gar nicht mehr kennengelernt habe, kam während der Nazizeit ins Zuchthaus, nachdem er gegen den Anschluss des Saarlands an Nazi-Deutschland gekämpft hatte, danach nach Frankreich ins Exil gegangen war und später wie viele andere auch vom Vichy-Regime ins Deutsche Reich zurückgeschickt wurde. Er hatte großes Glück, dass es ihn am Ende nicht noch schlimmer traf. Aber das hat natürlich trotzdem die ganze Familie meines Vaters geprägt. Meine Eltern konnten dann als jeweils Erste in ihren Familien studieren, mein Vater auf dem zweiten Bildungsweg, und ich hatte das große Glück, insgesamt in einem Elternhaus groß zu werden, wo immer klar war, dass das Herz links schlägt.

    taz: In Ihrer alten Heimat verfolgt man Ihren Werdegang immer noch aufmerksam. Die Lokalpresse berichtet regelmäßig über Sie.

    Meiser: Ja, das ist wirklich total faszinierend. Schon als ich 2017 das erste Mal in den Bundestag eingezogen bin, widmete mir die Saarbrücker Zeitung ein eigenes Porträt. Auch jetzt hat sie sich wieder gemeldet und gleich nach der Wahl einen umfangreichen Beitrag über meinen Erfolg gemacht. Dabei lebe ich schon mehr als die Hälfte meines Lebens in Kreuzberg. Aber da kann man nichts machen, der Regionalstolz der Saarländer ist eben sehr ausgeprägt.

    taz: Wie blicken Sie heute auf Ihre alte Heimat?

    Meiser: Auch wenn ich nicht mehr so oft da bin, habe ich zum Saarland immer noch einen sehr positiven Bezug. Ich komme vom Dorf, und ja, ich weiß, viele fliehen aus ihren Dörfern, weil sie da als Linke oder auch anderweitig sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ich selbst hatte schon recht früh lange Haare, etwas, für das man damals noch oft komisch beäugt wurde als Mann, und es war auch kein Geheimnis, dass ich irgendwie links bin. Aber ich hatte zum Glück deshalb nie wirklich Probleme. Und vielleicht hat das ja mit dazu beigetragen, dass ich das Dorf, in dem ich groß geworden bin, bis heute noch so mag.

    taz: Seit wann leben Sie in Kreuzberg?

    Meiser: Seit 1998. Ich landete damals durch Zufall über einen Freund in einer WG, und nach einem kurzen Abstecher nach Prenzlauer Berg wohne ich seit 1999 durchgängig in Kreuzberg. Man könnte auch sagen: Ich komme vom Dorf und lebe jetzt wieder in einem Dorf. Denn auch wenn das für Außenstehende komisch klingen mag: für mich hat der Teil in Kreuzberg, in dem ich lebe, irgendwie auch immer etwas von einem großen Dorf.

    taz: Ihr Wahlkreis ist sehr heterogen: Kreuzberg ist migrantisch geprägt, Friedrichshain proletarisch und Prenzlauer Berg eher bürgerlich. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

    Meiser: Als ich 2007 in die Linke eingestiegen bin, war das auch bei uns in der Partei so: da lagen zwischen Kreuzberg und Friedrichshain Welten, aber auch zwischen Jungen und Alten, zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und jenen mit Ostbiografien, aber auch zwischen Hartz-IV-Beziehern und gutverdienenden Gewerkschaftssekretären. Als Vorsitzender der Linken in unserem Bezirk habe ich dann über viele Jahre daran gearbeitet, dass die Leute miteinander reden statt übereinander. Das alles habe ich dann auch in meiner Rolle als Abgeordneter fortzuführen versucht, und ich versuche bis heute alle, die hier leben, mit ihren Unterschiedlichkeiten ernst zu nehmen und die gemeinsamen Interessen und Anliegen nach vorne zu stellen.

    taz: Nochmal Stichwort Kreuzberg: Wie sprechen Sie Wähler mit Migrationshintergrund an?

    Meiser: Auch hier gilt für mich vor allem: gut zuhören, um zu verstehen, was wen tatsächlich umtreibt. Auch dafür sind Haustürgespräche manchmal sehr hilfreich. Da kommen schon sehr unterschiedliche Sachen zum Vorschein. Nicht immer ist es dabei ja so, dass die Diskriminierung aufgrund der eigenen Migrationsgeschichte oder Religion das Thema Nummer eins ist. Oft wird erst mal einfach nur über die grüne Verkehrspolitik geflucht. Und vielen, die hier schon seit Jahren leben, brennen die Vermüllung, die Sicherheitslage und der zunehmende Drogenkonsum unter den Nägeln, weil die Kieze, in denen sie wohnen, davon besonders betroffen sind. Das heißt aber auch: Wenn wir als Linke für diese Leute da sein wollen, dann müssen wir das auch ernst nehmen und darauf Antworten haben.

    taz: Sie sind im Bundestag Sprecher für Arbeitspolitik und Arbeitsrecht sowie für Gewerkschaftspolitik für die Linke. Warum ist das Ihr Thema geworden?

    Meiser: Das hat mit meiner Biografie und meinen politischen Überzeugungen zu tun. Ich habe bereits während meines Studiums, begonnen, mich auch gewerkschaftlich zu engagieren, kurz nach der Gründung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bin ich dort eingetreten und habe dann in Berlin und Brandenburg, etwas später dann auch bundesweit Verdi-Studierendenstrukturen mit aufgebaut. Diese gewerkschaftliche Orientierung hat mich bis heute nicht mehr losgelassen. Auch weil ich davon überzeugt bin, dass der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit weiter zentral für unsere Gesellschaft ist.

    taz: In Ihrer Freizeit spielen Sie im Verein Fußball. Wo?

    Meiser: Beim Kreuzberger Verein FSV Hansa 07. Ich spiele da in unserer Ü40-Mannschaft in der Landesliga. Da geht’s auch noch um ein bisschen mehr als einfach nur ein bisschen Kicken. Nur schaffe ich es leider nicht mehr jede Woche zum Training oder zum Spiel. Aber ich versuche, es mir so weit wie möglich immer einzurichten. Solange die Knochen und Gelenke mitmachen, will ich da nicht darauf verzichten. Dafür ist meine Leidenschaft einfach noch zu groß.

    taz: Was ist die „Freie Sportvereinigung“ Hansa 07 für ein Verein?

    Meiser: Als ich Anfang der 2000er Jahre dort anfinge, war das so ein kleiner Kiezverein. Seitdem ist er stark gewachsen. Heute hat er eine der größten Jugendabteilungen in Berlin, und die erste Männermannschaft spielt inzwischen in der zweithöchsten Berliner Liga. Der Verein engagiert sich zugleich gegen Rassismus oder auch gegen Homophobie im Fußball. Seit den neunziger Jahren tragen alle Spielerinnen und Spieler den Slogan „Catenaccio gegen Rassismus“ auf der Brust ihrer Trikots. Also genau der richtige Verein für mich.

    taz: Ein Traditionsverein mit einer Jugendabteilung, die stark angewachsen ist: das trifft auch auf Ihre Partei zu.

    Meiser: Schöner Vergleich. Es ist wirklich toll, dass so viele neue Menschen in unsere Partei strömen. Die Geschwindigkeit ist aber natürlich extrem, und alle bringen unterschiedliche Perspektiven und Interessen mit. Wir sind daher gut beraten, gut aufzupassen, dass daraus nicht neue Konflikte entstehen. Ich bin auch nicht dafür, dass jetzt in einer Art Kulturrevolution alles hinweggefegt wird, was über die Jahre gut in unserer Partei gelaufen ist. Es war ja nicht alles schlecht bei uns. Entsprechend lautet die Aufgabe jetzt Konsolidierung, nicht Disruption.

    taz: Sie haben ab 2010 für die Linke im Berliner Karl-Liebknecht-Haus gearbeitet und sitzen seit 2017 mit kurzer Unterbrechung im Bundestag. Dort gelten Sie als Teamplayer. Ist das ein Kompliment?

    Meiser: Ich kann mit dieser Zuschreibung gut leben. Gerade bei uns in der Partei, wo es viele Konflikte gab und sicher auch in Zukunft geben wird, stellt sich immer wieder die Frage: Stellt man das Gemeinsame nach vorne oder das Trennende? Ich war immer dafür, das Gemeinsame nach vorne zu stellen und nicht jeden Dissens, den es gibt, nach außen tragen. Das bringt dann natürlich auch den großen Nachteil mit sich, dass das für die meisten Journalistinnen und Journalisten eher langweilig ist. Auch innerparteilich sammelst du natürlich nicht so schnell große Fangruppen, wenn du moderierend und differenzierend unterwegs bist, statt zu polarisieren. Und über die sozialen Medien müssen wir gar nicht reden – die funktionieren ja nach dem gleichen Prinzip.

    taz: „Ein trockener Typ mit sperrigen Themen“, schrieb Die Zeit über Sie. Sind Sie zu leise?

    Meiser: Wer mich von Streikkundgebungen oder von Häuserkampfdemos kennt, der wird sich vermutlich wundern, wenn er so was über mich liest. Denn wenn es um die Interessen der Leute geht, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind und die unter die Räder zu drohen kommen, dann verspüre ich meist so viel Wut, dass ich auch ganz schön laut werde. Vielleicht also: nach innen ruhig und ausgleichend, nach außen laut und wütend? – Wenn ich das weiterhin hinbekomme, ohne schizophren zu werden, bin ich in jedem Fall zufrieden.

    Pascal Meiser

    Der Mensch

    Pascal Meiser, Jahrgang 1975, wuchs im Saarland auf und lebt seit 1999 in Berlin-Kreuzberg. Der Linken-Politiker ist Diplom-Politologe und ausgebildeter Gewerkschaftssekretär und errang bei der Bundestagswahl im Februar 2025 das Direktmandat im Berliner Wahlkreis 82. In seiner Fraktion ist er Sprecher für Arbeitspolitik, Arbeitsrecht und Gewerkschaftspolitik.

    Der Wahlkreis

    Der Berliner Wahlkreis 82 mit dem sperrigen Namen „Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg-Ost“ ist der flächenmäßig kleinste Bundestagswahlkreis der Republik und existiert in dieser Form seit 2002. Neben dem legendären Stadtteil Kreuzberg schließt er den ehemals Ostberliner Bezirk Friedrichshain sowie den Ostteil des Bezirks Prenzlauer Berg ein. Der Wahlkreis war lange Zeit fest mit dem Namen Hans-Christian Ströbele verbunden. Der Rechtsanwalt und Mitbegründer der taz holte dort 2002 das erste Direktmandat für die Grünen und verteidigte es drei Male – zum Teil mit Rekordergebnissen von über 40 Prozent. Seine Nachfolgerin, die Rechtsanwältin Canan Bayram, trat 2017 in seine großen Fußstapfen und holte ebenfalls zweimal das Direktmandat. Der Verlust des Direktmandats in ihrer einstigen Hochburg war für die Grünen ein Schock – und ein Symptom. Mehr dazu steht im Buch „Die neue Lust auf Links“ (Goldmann) von Daniel Bax, das im November erscheinen wird.

    #Berlin #Politik #Die_Linke #Kreuzberg #Friedrichshain

  • L’extrême droite allemande veut entraîner la gauche dans une « #Guerre_culturelle »
    https://lvsl.fr/lextreme-droite-allemande-veut-entrainer-la-gauche-dans-une-guerre-culturelle

    D’après un document interne ayant fuité à l’extérieur du parti, la formation d’extrême droite Alternative für Deutschland (AfD) perçoit le parti de gauche antilibérale #Die_Linke comme un idiot utile qu’elle pourrait instrumentaliser afin de polariser la société autour de débats sociétaux érigés en « guerre culturelle ». Une #Stratégie que l’extrême droite ne déploie pas qu’en […]

    #Politique #AfD #Alice_Weidel

  • Live-Ticker zum Bundesparteitag 2025 der Linkspartei
    https://www.unsere-zeit.de/live-ticker-zum-bundesparteitag-2025-der-linkspartei

    Le jourmal du parti commumiste allemand (DKP) Unsere Zeit (UZ)a suivi de près le congrès du parti de gauche Die Linke .

    Les délégués des structures de base du parti se sont montrés plus à gauche que les fonctionnaires du parti et ses élus dans les parlements régionaux.

    Le mouvement ouvrier n’a toujours pas de grande importance pour le parti et prèsque la moitié des délégués se positionne du côté des génocidaires sionistes en Palestine. À peine la moitié des délégués se sont prononcés contre les préparations de guerre et les élus parlementaires qui ont voté pour les crédits de guerre n’iont pas été sanctionné.

    Le parti pas tellement de gauche continue à s’éloigmer des idées de Liebknecht et Luxemburg et ne fait toujours pas une grande histoire de l"écologisme essentiel qui constitue la base incontournable de la défense des conditions de vie de la majorité pauvre de l’humanité. La social-démocratisation de l’ex parti socialiste continue.

    10.5.2025 18:39 Wie war es?

    Dieser Parteitag hat einiges gesehen. Eine Generaldebatte, die – auch dank Losglück – geprägt war von lauten Stimmen für den Frieden und gegen die Aufrüstung und die Vorbereitung eines neuen Ostlandritts. Die Delegierten mussten sich fragen lassen, wie viel Prozent des Jugendverbands sie denn geben wollen für die Schlachtfelder der Kriege der Herrschenden. Das führte zu Empörung, doch bei den Delegierten, die eine Aufrüstung gegen Russland befürworten, nicht zu einem Umdenken.

    Das zeigte sich auch in der zeitlich begrenzten Aussprache zum Thema Krieg und Frieden. Hier waren die Stimmen der Vernunft deutlich in der Unterzahl – bei der Abstimmung über den Kompromissantrag zur Friedensarbeit der Linkspartei sah das dann erfreulicherweise anders aus. „Die Linke“ will sich engagieren gegen die Zeitenwende, gegen die Hochrüstung für den Krieg. Sie will an der Seite der Friedensbewegung stehen. Der Praxistest dafür steht aus. Das bisherige öffentliche Auftreten, insbesondere des Parteivorsitzenden Jan van Aken, zeigte in den vergangenen Monaten eine andere Richtung auf. Mit knapper Mehrheit konnte sich der Parteitag außerdem nicht dazu durchringen, die Minister und Senatoren aus Bremen und Mecklenburg-Vorpommern, die den Kriegskrediten zugestimmt hatten, zum Rücktritt aufzufordern. Die Friedensfrage balanciert in der „Linken“ weiter auf einem schmalen Grat – aber immerhin, sie balanciert noch.

    Viel haben wir in diesen zwei Tagen in Chemnitz gehört: Dass „Die Linke“ wieder da sei, von der Klasse haben wir gehört, auch vom Klassenkampf und von „wir hier unten gegen die da oben“. Nichts oder nur wenig haben wir gehört vom Kampf in und um die Gewerkschaften, von Streiks, vom Kampf für Entlastung in den Krankenhäusern, vom Kampf gegen den Abbau demokratischer Rechte in diesem Land.

    Lautstark war auf diesem Chemnitzer Parteitag die Solidarität mit Palästina vertreten, nachdem der Parteivorstand noch am Vorabend einen proisraelischen Antrag verabschiedet hatte, um die eigenen Mitglieder zur Räson zu rufen. Am Ende haben sich die Delegierten mit knapper Mehrheit gegen Parteivorstand und Parteitagsregie durchgesetzt. Die erzwungene Abstimmung des Antrags, der die „Jerusalemer Erklärung“ für die Linkspartei setzt, und die folgende Annahme des Antrags gegen den ausdrücklichen Willen des Parteivorsitzenden sind Siege für die Linken in „Der Linken. Zweifellos eine Momentaufnahme – aber eine wichtige.

    In den nächsten Monaten wird sich zeigen, wie die Partei mit ihren eigenen Beschlüssen umgeht – und mit den vielen neuen Mitgliedern, die sie gewonnen hat.

    Wir verabschieden uns, ausführliche Analysen und Stimmen gibt es in den nächsten Ausgaben von Unsere Zeit.

    Vielen Dank fürs Mitlesen und -fiebern, auch für die tollen Gespräche, die wir mit vielen Delegierten und Gästen führen konnten. Danke an alle, die uns am Pressetisch besucht haben und die uns in E-Mails oder auf Social Media geschrieben haben.

    Damit endet unser Live-Ticker aus Chemnitz. Bis bald!
    10.05.2025 15:51Raus aus der Halle!
    Internationale Schluss - Bald geht’s los - -
    Zum Schluss singen alle die Internationale. Alle. Alle! Na gut, fast alle. (Foto: UZ)

    Der Parteitag endet mit einem Sieg über Parteitagsregie und Parteivorstand. Eine halbe Stunde nach der Zeit, die Delegierten und auch wir werden aus der Halle geworfen. Wir machen deswegen Schluss mit der Berichterstattung aus der Messehalle Chemnitz und fangen draußen noch die Stimmen von ein paar Delegierten ein. Denn dort läuft unter dem Motto „über:morgen“ noch eine kleine Festivität der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

    Im Laufe des Nachmittags werden wir euch mit ersten Analysen zum Chemnitzer Parteitag der Linkspartei versorgen.

    Wer nach diesen zwei Tagen mehr von uns, über die Linkspartei, Deutschland und die Welt lesen möchte, kann die UZ sechs Wochen kostenfrei Probelesen. Das Abo endet automatisch. Aber das werdet ihr nicht wollen. Bis später.
    10.05.2025 15:41Großer Erfolg für Palästina-Soli
    Abstimmung Palaestina - Bald geht’s los - -
    Knapp aber eindeutig: Die Abstimmung zur Jerusalemer Erklärung. (Foto: UZ)

    Der Antrag „Antisemitismus, Repression und Zensur bekämpfen - Jerusalemer Erklärung umsetzen, tragfähiges Fundament schaffen!“ wird behandelt.

    Während dieser Antrag in der Schublade lag, hätte man eine Beschlussfassung zu dieser Frage gut gebrauchen können, sagt der Antragssteller in der Einbringung. Er hat den Eindruck, dass „Pressestimmen einen viel größeren Einfluss haben, als ein tragfähiges Fundament“. Vermutlich bezieht er sich auf den Beschluss zur sogenannten „Antisemitismusresolution“ im Bundestag. Die Linke hatte sich enthalten.

    Jan van Aken möchte diesen Antrag ablehnen. Man habe sich in Halle „dagegen entschieden“ eine der Antisemitismus-Definitionen aufzunehmen. „Ich bin dagegen, dass wir mittels eines Parteitagsbeschlusses eine wissenschaftliche Debatte“ beenden. Man könne sich nicht hinter eine Antisemitismus-Definition stellen. Es gebe auch Parteimitglieder, die sich für die IHRA-Definition einsetzen. Da hat die Cheffriedenstaube ein schlechtes Gedächtnis. In Halle hatte er dafür plädiert, in Ruhe im Parteivorstand zur Frage der Antisemitismusdefinition zu diskutieren. Das ist nicht passiert, so auch die Kritik der Antragsteller, die ihre Konsequenz daraus zogen und den Antrag noch einmal stellten.

    Gegen Aken redetet die EU-Abgeordnete Özlem Demirel. Die Antisemitismusdefinition sei „keine akademische Frage, sondern eine konkrete Frage für tausende Menschen“ in der Palästina-Solidarität. Mit der IHRA-Definition werde Solidarität als antisemitisch diffamiert. „Wir sind Antifaschisten auf der Seite des jüdischen Lebens, aber wir sind auch auf der Seite des Lebens in Palästina.“

    Und dann das, was in Augsburg keiner für möglich gehalten hätte: Der Parteitag nimmt den Antrag mit knapper Mehrheit an und macht damit auch der Bundestagsfraktion eine klare Ansage: „Die Linke stellt sich auch gegen die im Bundestag verabschiedeten Resolutionen ,Nie wieder ist jetzt - Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und stärken‘ und ,Antisemitismus und Israelfeindlichkeit an Schulen und Hochschulen‘. Diese Resolutionen zeigen eindrücklich, dass sie nicht dem Schutz jüdischen Lebens dienen. Anders als die Überschriften versprechen, eröffnen diese Resolutionen den Weg zu einem autoritären staatlichen Vorgehen.“

    Hartnäckig sein und standhaft bleiben zahlt sich aus. Glückwunsch!
    10.05.2025 15:22Und doch noch Palästina

    Und dann kam er doch noch der Dringlichkeitskompromiss zu Palästina. Für die Antragsteller weist eine Delegierte bei der Einbringung darauf hin, dass die angekündigte Einnahme und Besetzung des Gaza-Streifens durch Israel eine neue Eskalation des Krieges darstellt. Zwei Millionen Menschen seien durch Aushungern und Bombardierung bedroht. Die Waffen müssten endlich schweigen, so die Delegierte und: „Die israelische Regierung und ihre Handlanger müssen zur Rechenschaft gezogen werden!“ „Die Linke“ habe stark an Glaubwürdigkeit verloren. Ihr Auftreten werde dem Genozid in Gaza nicht gerecht. Eine Gegenrede traut sich, anders als noch in Augsburg und Halle, keiner mehr.

    Die Fürrede kommt dann doch noch von der Cheffriedenstaube, groß inhaltlich wird er aber nicht. Er findet den Antrag gut, auf der Basis des Beschlusses von Halle werde auf die aktuelle Entwicklung reagiert.

    Mit sehr wenigen Gegenstimmen wird der Antrag angenommen.

    Und auch in diesem Antrag vermeidet es die Linkspartei, den Völkermord an den Palästinenserinnen und Palästinenser auch als solchen zu benennen. Stattdessen heißt es: „Die Linke verurteilt diese Kriegsverbrechen scharf und fordert die sofortige ausreichende humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, den Wiederaufbau der Zivileinrichtungen und Infrastruktur, insbesondere Wohnhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und religiösen Stätten. Wir fordern die Aufklärung der Kriegsverbrechen aller Seiten und internationalen Player.“

    Der Antrag hält weiter fest, „von den Grünen bis zur AfD stellen sich die Parteien hinter eine israelische Regierung, der selbsternannte Faschisten angehören, die einen Krieg führt, der von renommierten Wissenschaftlern wie beispielsweise Amos Goldberg, Lee Mordechai, Daniel Blatman und internationalen NGOs wie Human Rights Watch und Amnesty International als Genozid eingestuft wird und die sich für diese Völkerrechtsbrüche vor dem Internationalen Gerichtshof wegen des Tatvorwurf des Völkermordes verantworten muss. Während Kanzler Merz „Mittel und Wege“ sucht, damit Benjamin Netanjahu Deutschland besuchen kann und Bundespräsident Steinmeier sich mit dem mit internationalem Haftbefehl Gesuchten in Israel treffen will, fordert Die Linke die konsequente Umsetzung des Völkerrechts und stellt sich gegen den einseitig verzerrten Gaza-Diskurs in Deutschland. Der Haftbefehl des IStGH gegen den israelischen Regierungschef muss vollstreckt werden. Die Anklagen umfassen schwerste Kriegsverbrechen wie das Aushungern als Mittel der Kriegsführung und vorsätzliche Anstiftung zu einem Angriff auf die Zivilbevölkerung sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Mord, Verfolgung und weitere unmenschliche Handlungen.“

    Diese Passage muss nach dem Parteivorstandsbeschluss vom Donnerstag als Erfolg für die Linken in der Linkspartei gewertet werden, soll sich die Partei von nun an doch gegen „gegen den verzerrten Gaza-Diskurs in Deutschland“ stellen. Am Donnerstag hatte der Parteivorstand noch vor dem rechten Israel-Mob gekuscht.

    Den kompletten Dringlichkeitsantrag könnt ihr hier nachlesen.
    10.05.2025 15:09Es geht weiter

    Es wurde ein Dringlichkeitsantrag zu Gaza beschlossen, über den wir euch gleich noch genauer informieren. Hier herrscht gerade Verwirrung: Eigentlich ist die Antragszeit abgelaufen. Aber Özlem Demirel hat beantragt, einen Antrag zur Repression gegen die Palästina-Solidarität und zur „Jerusalemer Erklärung“ doch noch zu behandeln. Die Abstimmung über den Geschäftsordnungsantrag war sehr eng. Mit 198 zu 183 Stimmen wird beschlossen, den Antrag zu behandeln. Die Debatte geht weiter.
    10.05.2025 14:40Worüber reden?

    Geschäftsordnungsantrag: Ein Delegierter beantragt, die Debatte über Sexarbeit vorzuziehen. Der Geschäftsordnungsantrag wird abgelehnt. Es sollen drei Grußworte folgen.

    Eine Delegierte drängt darauf, die Grußworte erst zu hören, wenn die Palästina-Anträge behandelt sind. Das sei kein Geschäftsordnungsantrag, sagt die Tagesleitung. Also wird das gleiche Anliegen noch einmal formal als Antrag eingebracht.

    „Es ist in unserem Interesse, dass wir sie (diese kontroversen Themen) mal auf einem Parteitag diskutieren“, sagt ein Delegierter in der Fürrede. Es sei feige, das Thema immer und immer wieder zu schieben. Der Geschäftsordnungsantrag wird abgelehnt. Die Delegierten hören erstmal Grußworte, bevor sie über Palästina diskutieren.
    10.05.2025 14:36Keine Konsequenzen!

    Mit 192 zu 219 Stimmen ist der Antrag von Linksjugend und SDS abgelehnt. Es gab 39 Enthaltungen. Der Parteitag fordert die Minister und Senatoren, die den Kriegskrediten zugestimmt haben, nicht zum Rücktritt auf. Im Saal herrscht kurz Stille.
    10.05.2025 14:30Keine Konsequenzen?

    Unter dem Titel „Parteibeschlüsse binden – Mandate verpflichten“ gehen Linksjugend und Studierendenverband unter großem Jubel in den Frontalangriff. In dem Antrag geht es um die Kriegskredite und er gipfelt in der Forderung: „Deswegen fordert der Parteitag die Ministerinnen und Senatorinnen der Partei Die Linke in den Landesregierungen Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zum Rücktritt von ihren Ämtern auf.“ Dem Kampf der Partei sei mit der Zustimmung im Bundesrat von „gut bezahlten Politikerinnen“ ins Gesicht geschlagen worden, sagt der Antragsteller. Dadurch, und nicht durch die heute erhobenen Rücktrittsforderungen, sei die Geschlossenheit der Partei zerschlagen worden.

    Parteivorsitzende Ines Schwerdtner geht persönlich in die Gegenrede. Inhaltlich gibt sie dem Antragsteller recht, sagt sie. Auch der Parteivorstand habe sich klar positioniert und sie könne „den Unmut gut verstehen“. Nun habe man aber im Leitantrag ein Verfahren beschlossen, dass solche Abweichungen zukünftig verhindern soll. Deswegen dürfe man heute „kein Exempel statuieren“.

    „Alle wollen regieren, wir wollen verändern“, erinnert die Fürrede an den Wahlslogan der „Linken“ im Bundestagswahlkampf. „Ohne Not“, hätten sich die Landesregierungen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern über die Partei hinweggesetzt. Wer so etwas mache, habe „kein Ministeramt in einer sozialistischen Partei verdient“.

    Die Abstimmung wird richtig eng: Die Stimmen müssen per Open Slides ausgezählt werden.
    10.05.2025 14:22Partei der Arbeitenden?

    „Keine Partei für die, sondern der arbeitenden Klasse“, unter dem Titel fordert die Linksjugend eine Quote für Menschen aus der Arbeiterklasse und somit eine gezielte Förderung in der Partei, die hier in Chemnitz das Wort Klasse oft in den Mund genommen hat.

    Eine Gegenrede gibt es nicht, eine Fürrede aber genauso wenig. Mit vielen Gegenstimmen ist er angenommen. Jetzt ist der Parteivorstand aufgefordert ein entsprechendes Modell zu entwickeln. Wie lang das wohl dauert?
    10.05.2025 14:16Ganz dringend

    Nun werden Dringlichkeitsanträge behandelt. „Die Linke“ solidarisiert sich mit den Beschäftigten bei HKM in Duisburg. Dort sind 3.000 Jobs in der Stahlbranche gefährdet.

    Im Anschluss fordern die Delegierten Gerechtigkeit für den in Oldenburg von Polizisten von hinten erschossenen jungen Afrodeutschen Lorenz A. „Dieses Muster ist nicht neu, das hat System“, sagt der Antragsteller. Lorenz wäre heute 22 Jahre alt geworden – Anlass genug, um ein Signal des Parteitags zu senden. Aber der Parteivorstand wird auch unter Applaus aufgefordert, nach Oldenburg zu fahren und mit den Leuten zu reden.

    Der nächste Dringlichkeitsantrag stammt vom Migrantischen Plenum. Der Titel: „Die Linke leistet Widerstand – gegen Ausgrenzung, Entrechtung und den autoritären Rechtsruck“. Nun gibt es folgendes Problem: Uns hätte sehr interessiert, was genau da gefordert wird. In den Antragsheften, die wir haben, sind die Dringlichkeitsanträge jedoch nicht enthalten. In der Begründung wurde vor allem über reaktionäre und rassistische Vorhaben der neuen Regierung gesprochen. In der Fürrede lag der Schwerpunkt auf Polizeigewalt und AfD-Verbot.

    Ein Dringlichkeitsantrag zu Palästina befindet sich immer noch in der Abstimmung zwischen Antragstellern und Parteivorstand.
    10.05.2025 14:00Gegen Wehrpflicht

    „Die Linke“ ist gegen die Wehrpflicht. Alles andere wäre auch eine irre Überraschung gewesen. Nun hat der Parteitag mit überwältigender Mehrheit den Antrag „Gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste – für die Selbstbestimmung der Jugend!“ beschlossen. Eine Gegenrede gab es nicht, auch der Parteivorstand rief zur Zustimmung auf.

    Wenig kontrovers auch der Antrag: „Drohende Atomtransporte von Jülich nach Ahaus verhindern!“ Große Zustimmung, keine Gegenrede, wenig Interesse an einer Debatte.

    Dann geht es um den Antrag: „Anerkennung der Jenischen als nationale Minderheit in Deutschland“, laut Antragsteller heute eine der „Hauptbetroffenengruppen von Antiziganismus“. „Die Anerkennung wäre für uns ein großer Schritt hin zur Selbstorganisation“, sagt der Delegierte, der selbst aus einer jenischen Familie stammt. Auch hier gibt es keine Gegenrede, nur eine Fürrede von Petra Pau. Letzteres erwähnen wir nur, weil wir Petra Pau noch gar nicht erwähnt haben.

    Das geht alles verhältnismäßig schnell, aber die Uhr für die entscheidenden Weichenstellungen läuft weiter ab.
    10.05.2025 13:51Je später der Tag, desto kontroverser

    Die Pause ist vorbei und die Antragskommission hat sich etwas ausgedacht: Aus jedem inhaltlichen Block sollte ein Antrag behandelt werden. Alle schafft man sowieso nicht mehr. Man beginnt mit dem eher unverfänglichen Antrag zur Wehrpflicht. Palästina und Nahost kommen erst spät, zusammen mit anderen eher kontrovers diskutierten Themen wie der Aufforderung an die „Ministerinnen und Senatorinnen der Partei Die Linke in den Landesregierungen Bremen und Mecklenburg-Vorpommern“ von ihren Ämtern zurückzutreten. Ob irgendwas davon kurz vor Schluss der Antragsberatung noch vernünftig diskutiert werden kann, darf bezweifelt werden.
    10.05.2025 13:21Komm ich jetzt ins Fernsehen?
    Pellmann - Bald geht’s los - -
    Um auf Phoenix übertragen zu werden, spricht Pellmann vor der Mittagspause. Wir sehen ihn auf der Bühne - und im Fernsehen gleichzeitig. (Foto: UZ)

    Die Mittagspause wurde weiter verschoben. Der Grund: Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion Sören Pellmann spricht und soll das noch tun, solange die Live-Übertragung auf „Phoenix“ läuft. Der Parteitag ist nicht glücklich, aber verständnisvoll.

    „Die Fraktion ,Die Linke‘ ist wieder da“, beginnt Pellmann. Man habe viel gemeinsam geschafft. Nun habe man es mit einer „tiefschwarzen und blassrosa Koalition“ zu tun. Der Koalitionsvertrag sei ein „Instrument der sozialen Kälte“. Man wolle die Koalitionäre daran erinnern, wie soziale Politik gemacht wird. „Wer aus Angst vor den Rechten rechte Politik macht, kann nur verlieren“, sagt er. Das kommt gut an.

    Nun habe man die schwierige Phase als Gruppe im Bundestag überwunden. Den „Linken“ im Bundestag wurden in dieser Zeit zahlreiche Rechte genommen. Nach dem Bruch der Ampel hatten Union, SPD und Grüne die Tagesordnungen unter sich aufgeteilt, erfährt man aus dem Bericht der Bundestagsfraktion.

    Die neue Fraktion sei die jüngste und weiblichste Fraktion, die man jemals hatte, freut sich Pellmann. Er macht das Programm, das erwartet wird und noch ein bisschen mehr: Er dankt den Mitarbeitenden, erzählt von den großen Schwierigkeiten, mit denen man vor der Wahl zu kämpfen hatte.

    Dann wird es ein bisschen schwierig. Pellmann sagt, „Die Linke“ im Bundestag habe klar gegen die Aufhebung der Schuldenbremse für Militärausgaben gestimmt. Dann überzieht er: „Wir haben als Linke als einzige gegengehalten und bis zuletzt gekämpft“, so Pellmann. Wer sich erinnert: Auch das BSW (Ja, wir haben im Linkspartei-Ticker „BSW“ gesagt.) hatte gegen die Kriegskredite gestimmt und die „Linke“ aufgefordert, eine Neukonstituierung des Bundestags zu beantragen und dadurch das Zusammenkommen des alten Bundestags möglicherweise zu verhindern. Das war juristisches Neuland – das „Die Linke“ trotz aller kämpferischer Attitüde lieber mied.

    Dann kommt Pellmann zur nächsten kleinen Schwierigkeit: Merz. Der sei im ersten Wahlgang gescheitert. „Mehr als nur ein blaues Auge“, so Pellmann. Das habe die Linksfraktion in eine schwierige Situation gebracht. „Wie demütig CSU und CDU, die uns sonst mit dem Arsch nicht angucken, auf uns zugegangen sind“, das habe es so noch nicht gegeben. Man war sich in der Fraktion einig, dass man es sich nicht leicht damit mache. Aber es war klar: „Keine einzige Stimme für Friedrich Merz“. Hm.

    „Wir sagen doch immer: Auf die Barrikaden“, erinnert Pellmann zum Schluss. Das sei die richtige Orientierung, vor allem müsse man aber „auf einer Seite der Barrikade“ kämpfen. „Alle gemeinsam geschlossen und entschlossen“. Standing Ovations. Abgang. Doch noch Mittagspause.
    10.05.2025 13:14Doch noch Palästina?

    Während weitere Anträge, unter anderem zu Finanzen, verhandelt werden, verlässt eine kleine Abordnung aus Linken in der Linkspartei mit Mitgliedern des Parteivorstands, darunter Rechtsausleger und Internationalismusverantwortlicher Wulf Gallert, den Saal. Vermutlich diskutieren sie einen Kompromissvorschlag zu den beiden Anträgen zu Palästina, die noch nicht behandelt wurden.

    Eine Delegierte informiert uns, dass es wohl noch einen Dringlichkeitsantrag zu den neuen Verbrechen Israels in Gaza geben wird. Ob es dann auch nochmal um die Solidarität innerhalb der eigenen Partei geht, ist abzuwarten. Wahrscheinlich ist es nicht. Auseinandersetzungen sind auch auf diesem Parteitag nicht gewünscht. Und wo doch nach den tollen Wahlerfolgen die Presse wieder so zahlreich erschienen ist, watscht man lieber die eigenen PV-Mitglieder ab, als sich schützend zwischen sie und den rechten Mob zu stellen. So oder so wird es nochmal spannend an diesem Nachmittag in Chmnitz.

    Die Zeit bleibt allerdings knapp. Auf eine verkürzte Mittagspause haben sich die Delegierten nicht eingelassen. Um 15 Uhr soll Schluss sein mit der Beratung.
    10.05.2025 12:50„Immer Frühling“
    Cheffriedenstaube mit Tax-the-Rich-Shirt: Jan van Aken (Foto:UZ)
    Cheffriedenstaube mit Tax-the-Rich-Shirt: Jan van Aken (Foto:UZ)

    „Liebe Genossinnen und Genossen, rastet aus für Jan van Aken,“ feuert Kathrin Vogler für das Tagespräsidium die Delegierten an. Die folgen ihr eher mäßig begeistert.

    Aken fängt damit an, dass er lange überlegt habe, wie er anfangen soll – und nimmt dann den selben Auftakt wie bei seiner Bewerbungsrede um den Parteivorsitz in Halle. Er sei Jan van Aken und er findet, es sollte keine Milliardäre geben.
    Im Wahlkampf habe man bei den Haustürbesuchen gemerkt, dass die Einsamkeit grassiert in diesem Land. Und diese Einsamkeit komme von Arbeitslosigkeit, von der Angst um die Wohnung und der Angst, den Kindern am Ende des Monats kein warmes Essen mehr auf den Tisch stellen zu können. „Mit dieser Einsamkeit muss endlich Schluss sein“, ruft Jan van Aken den Delegierten zu. Deren Stimmung kocht immer noch nicht so richtig, von Ausrasten keine Spur.

    Dann nimmt sich Aken die Koalition vor, die wissen schließlich gar nicht, was hier unten los ist. Im Koalitionsvertrag kein Wort von hohen Lebensmittelpreisen oder anderen Alltagssorgen der Menschen. Aken schlussfolgert: „Wir müssen Merz und Klingbeil stoppen!“

    Nach der Debatte gestern ist es ganz nett, dass Aken wenigstens die Profitmacherei von Rheinmetall kritisiert und eine Übergewinnsteuer für Rüstungskonzerne fordert. „Denn keiner darf am Leid verdienen“. Ansonsten sagt er zum Frieden nichts. Ist auch besser so, sonst hätte er vielleicht wie in jedem Radiointerview wieder von der russischen „Schattenflotte“ und den Sanktionen geredet, die er sich wünscht.

    Also lieber was fürs Herz der Linkspartei: Millionär Merz hole sich andere Millionäre ins Kabinett, um Politik für Millionäre zu machen. All das Gerede über zu wenig Geld: nur Ablenkung, um das Geld von unten nach oben zu schaufeln, so Aken. Man dürfe sich nicht spalten lassen, die Grenze verlaufe nicht zwischen Menschen mit und ohne deutschem Pass, nicht zwischen arm und ärmer, nicht zwischen Kuh- oder Hafermilchtrinkern, sondern „die Grenze verläuft immer zwischen oben und unten!“

    Und weiter geht es mit den Kernthemen: Die CDU habe das Nest für die AfD gebaut. „Die Linke“ habe gezeigt, dass man mit dem richtigen Wahlkampf und den richtigen Themen gegen die AfD gewinnen kann. Von der AfD geht es zum Lieblingsthema: Mietendeckel. Der wird kommen, verspricht Aken. „Vielleicht nicht dieses Jahr, vielleicht nicht nächstes Jahr, aber er wird kommen.“ Zudem wolle die Linkspartei den Mietwucher bekämpfen. Schnell noch ein paar Worte zur menschengemachten Klimakrise und dem CO2-Ausstoß der Superreichen und da ist die Zeit schon um.

    Also noch mal was fürs Herz, aber diesmal richtig. Jan van Aken wünscht sich „ein Land, in dem immer Frühling ist … in dem die Hoffnung wächst und nicht die Angst … in dem keiner mehr entscheiden muss zwischen einem warmen Essen und einer warmen Wohnung.“ Und er versichert den Delegierten: „Wir werden den Menschen wieder Hoffnung geben!“
    Und dann ist doch mal Stimmung in der Bude. Das erste Mal in Chemnitz erhebt sich der Parteitag geschlossen und klatscht dem Vorsitzenden zu. Linke Slogans kommen an, auch, weil Aken jedes strittige Thema gemieden hat. Auffällig: Bei Jan van Aken gibt es – anders als bei Ines Schwerdtner und Heidi Reichinnek – weder Klassen noch Kapitalismus in der Rede. Doch solange es „Hoffnung“ gibt, sind die Delegierten zufrieden.
    10.05.2025 12:31Lieber unberaten

    Die Linksjugend und der Studierendenverband wollen durchsetzen, dass die Vorstandsmitglieder der anerkannten Jugend- und Hochschulverbände auf künftigen Parteitagen als Delegierte mit beratender Stimme teilnehmen können. Die Jugendverbände seien schon gut genug vertreten, heißt es in der Gegenrede.

    Die Mehrheit der Delegierten lehnt den Vorstoß der Jugend ab.
    10.05.2025 12:23Mittagspause, Mittagspause! Aber noch nicht jetzt

    Nun ist der Verzug im Zeitplan bei der Tagesleitung angekommen. Und die kommt mit einer „Zumutung“ um die Ecke: Die Mittagspause müsste verkürzt werden. Zuvor sollen aber noch ein paar Satzungsanträge diskutiert werden. Dagegen regt sich Widerspruch: Der Parteitag beschließt, die Mittagspause durchzuziehen. Damit ist der Versuch, den Zeitplan zu retten, gescheitert.

    Was sonst geschehen ist? Der Parteivorsitzende Jan van Aken hat gesprochen und ich beneide die Kollegin nicht, die gerade daran arbeitet, das Gesagte zusammenzufassen. Wir melden uns.
    10.05.2025 12:02Mukke statt Debatte
    Nebenwiderspruch Bild - Bald geht’s los - -
    Nebenwiderspruch - so heißt das Rap-Duo aus Halle, das nun den Parteitag unterhält. (Foto:UZ)

    Und jetzt ist wieder Zeit für Stimmung. Querfeministischer Rap aus Halle an der Saale übernimmt die Bühne, der „Nebenwiderspruch“. Schlecht zu verstehen sind sie, aber man hört was von Maria Magdalena, Kindererziehung und davon, von weißen Cops erschossen zu werden.

    Wer hätte gedacht, dass die Frage nach dem Haupt- und Nebenwiderspruch hier in Chemnitz so eine große Rolle einnimmt. Auch den religiösen Themen hätten wir weniger Platz zugetraut. Erst packt Ramelow nicht nur einen, sondern gleich zwei Päpste aus, und auch beim „Nebenwiderspruch“ geht es im zweiten Lied schon wieder um Maria Magdalena, selbst armen Heidenkindern ein Begriff aus der Bibel. Selbst Judas krieg noch einen Auftritt, denn „Judas und Maria Magdalena werden heute poppen.“

    Das können sie ja gern machen. Die Delegierten hätten wahrscheinlich lieber diskutiert, vor allem über drängende Themen wie Nahost und die Frage, ob sich die Linkspartei endlich von einer rechten Antisemitismusdefinition distanziert. Stattdessen gibt es ein drittes Lied von „Nebenwiderspruch“, eine Hymne auf die FDP.

    Der Zeitplan ist weiterhin schwer in Verzug.
    10.05.2025 11:36Keine Zeit mehr für Nahost?

    Die künftigen Bundesfinanzrevisoren und die, die es werden wollen, stellen sich vor. Der Zeitplan ist längst brutal gerissen. Eigentlich hätte die Wahl um 10.45 Uhr enden sollen. Einige Delegierte sorgen sich, dass insbesondere die Anträge zur Palästina-Solidarität, die durch den israelfreundlichen Beschluss des Parteivorstands vom Donnerstag neue Aktualität gewonnen haben, nicht mehr behandelt werden können. Das würde zu diesem Parteitag passen, auf dem kontroverse politische Diskussion bislang mit Kompromissvorschlägen abmoderiert wurden. Zum Komplex Palästina und Nahost liegt ein solcher Kompromissvorschlag dem Vernehmen nach bislang nicht vor. Ein Hinweis darauf, dass man das Thema vielleicht ganz absagen oder mit möglichst wenig Zeit diskutieren will.
    10.05.2025 11:23Heraus zum 1. Mai

    Die Wahl der Bundesfinanzrevisionskommission verzögert sich, weil die Liste geschlossen wurde, bevor alle Kandidaturen bekanntgegeben worden waren. Das wirft nun auch technische Probleme mit der Abstimmungssoftware auf. Aber gar kein Problem, sagt die Tagesleitung, das komme auf „den besten Parteitagen vor“. So gucken die Delegierten jetzt zusammen einen Werbeclip ihrer Partei. Thema: „Heraus zum 1. Mai“! Der Saal jubelt, die Mobilisierung läuft.
    10.05.2025 11:09Business as usual

    Die Schiedskommission ist gewählt und beweist direkt Selbstbewusstsein. Per Geschäftsordnungsantrag wird der gesamte Parteitag darauf hingewiesen, dass sich die neugewählten Mitglieder an Mikrofon 4 treffen. Wer es nicht gehört hat: MIKROFON 4! Hin da! Es sei denn, du hast dich in der Fragerunde gegen den Ausschluss von Ramsis Kilani ausgesprochen. Dann bist du nicht gewählt und musst nicht mehr zu Mikro 4.

    Nun kommen Bericht und Wahl der Bundesfinanzrevisionskommission.
    10.05.2025 10:58Was ist denn nun mit Ramsis?

    Nun wird die Personaldebatte doch noch interessant: Zwei Delegierte sprechen das Ausschlussverfahren von Ramsis Kilani an und fragen, wie die Kandidierenden dazu stehen. Die Tagesleitung weist schnell darauf hin, dass sich die Kandidaten aus Befangenheitsgründen nicht zu einzelnen Verfahren äußern können. Aber das Thema ist gesetzt – und natürlich ist es auch Kandidaten für die Schiedskommission möglich, die ihrer Meinung nach gültigen Maßstäbe zum Ausschluss von Parteimitgliedern darzustellen.

    Die Kandidieren sprechen über ihre Erfahrungen mit Satzungen und Geschäftsordnungen. Nur ein Kandidat geht auf die konkrete Frage ein. Er kenne nicht alle Hintergründe des Verfahrens gegen Ramsis, empfinde den Ausschluss, so wie bislang darüber berichtet wurde, aber als fragwürdig.
    10.05.2025 10:38Von Krieg und Wassersteuer

    Die Liste zur Einhaltung der Mindestquotierung für die Bundesschiedskommission wurde ohne größere Aufreger gewählt. Nun geht es an die unquotierte Liste.

    Für uns ein wenig Zeit, um noch einmal auf gestern zurückzukommen. In der Debatte über die Friedensfrage sind uns mehrere Beiträge einer Delegierten aus Wiesbaden besonders gruselig vorgekommen. Stichwort: Der böse Russe. Erst später ging uns ein Licht auf: Na klar, Wiesbaden! Das ist doch die Stadt, in der „Die Linke“ mitregiert. Dort haben die Genossinnen und Genossen gemeinsam mit SPD, Grünen und Volt eine Steuer auf Trinkwasser eingeführt und das ohnehin schon überdurchschnittlich teure Wasser noch teurer gemacht. Und plötzlich macht alles Sinn!

    Über den ganzen Vorgang und seine Bedeutung für die Daseinsvorsorge berichten wir in der aktuellen UZ: Sekt oder Selters?
    10.05.2025 10:11Wo seid ihr?

    Die Personaldebatte für die Bundesschiedskommission plätschert vor sich hin, die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich vor. Größere Skandale erwartet hier keiner.

    Wäre eine Gelegenheit für die Delegierten, die uns schon in Halle und Augsburg gern im Pressebereich besucht haben, mal vorbeizukommen. Nicht, dass wir uns nicht auch über die vielen neuen Besucher gefreut haben. Aber wo seid ihr vom Jugendverband, aus Stuttgart Bad Cannstatt und aus Hamburg? Ihr werdet euch den Ausflug nach Chemnitz doch nicht geklemmt haben?
    10.05.2025 09:58Jeder nur einen Ausschluss

    Die Bundesschiedskommission berichtet: „Zwar machen die Parteiausschlussverfahren weiterhin einen Großteil der Verfahren aus, insgesamt ist jedoch auch hier ein Rückgang der Verfahrenszahl zu verzeichnen.“

    Die Zahl der Verfahren mag auf der Bundesebene zurückgehen, das liegt aber laut Berichterstatterin vor allem daran, dass viele ehemalige Genossinnen und Genossen die Partei verlassen und „nicht mehr um ihre Rechte“ gekämpft haben. Ausschlüsse gab es trotzdem, vor allem wegen „konkurrierenden Kandidaturen“. Auch politische Verfahren habe es gegeben. „Aussagen, die gegen die Menschenwürde verstoßen, können wir nicht dulden“, so die Berichterstatterin.

    Nicht erwähnt wird das klar politisch motivierte Verfahren gegen den Palästina-Aktivisten Ramsis Kilani, der im vergangenen Jahr aus der Partei geworfen wurde. Nur vor der Messehalle hat sich eine Handvoll Demonstranten versammelt, um gegen diesen Akt der Anbiederung an die „Staatsräson“ zu protestieren.

    Im UZ-Interview hat Ramsis im vergangenen Jahr ausführlich über die Hintergründe gesprochen. Es kann hier nachgelesen werden: „Ein Angriff auf die gesamte Parteilinke“.

    Nun beginnt die Neuwahl der Schiedskommission.
    10.05.2025 09:43Überraschung

    Es geht doch nicht um Prostitution vs. Sexarbeit sondern um – Überraschung – einen Kompromissantrag zu mehreren Anträgen zu den Rechten querer Menschen in der Linkspartei. Für den Punkt waren im neuen Zeitplan insgesamt 15 Minuten vorgesehen. Für Krieg und Frieden gab es gestern nur 15 Minuten mehr. Die Zeit wird aber nicht gebraucht. Nach einer Fürrede ist der Antrag beschlossen.
    10.05.2025 09:39Alles für eine Rede
    OB Chemnitz - Bald geht’s los - -
    Die Linkspartei hat Peter Sven Schulze dereinst zum Beigeordneten gewählt. Heute ist er Oberbürgermeister und bedankt sich mit einer Parteitagsrede. (Foto: UZ)

    Da muss der Zeitplan halt mal weichen. Der Oberbürgermeister von Chemnitz kann nur Samstag morgens – und auf Sven Schulze (SPD) will der Parteitag nicht verzichten.

    Der freut sich, dass der Bundesparteitag der „Linken“ in Chemnitz stattfindet, die Stadt stehe schließlich immer ein bisschen im Schatten und das seien ja nun eindeutig Parallelen zu den Themen der Linkspartei. Sich um die zu kümmern, die nicht im Scheinwerferlicht stehen.

    Dann folgt Werbung für die Kulturhauptstadt, die dafür da ist, gegen rechts zu sein. Er sagt, was man so sagen muss: ehrlich, bodenständig, gute Zusammenarbeit mit der Linkspartei, die Stichworte sind alle dabei. Und dann kommt Schulze noch mit einer Enthüllung um die Ecke: Die Linkspartei habe ihn mal mit zum Beigeordneten gewählt – „sonst stände ich jetzt nicht hier“.

    Dann wird er nochmal deutlich: „Der Feind steht nicht im linken Lager, der steht woanders.“ Sollte ein flammender Abschluss werden, aber die Delegierten sind noch müde, der Applaus ist verhalten.

    Es folgt der Bericht aus dem Frauenplenum und endlich passiert mal so etwas richtig typisch Linkes: Das Frauenplenum hat sich gespalten, weil sich nicht alle daran teilnehmenden Delegierten unter der Kategorie „Frau“ versammeln wollten. Also wurde eilig ein TINA-Plenum (Trans, Inter, nicht-binär und Agender) einberufen. Auch hier wird berichtet.

    Es folgt eine kurze Antragsdebatte. Wir sind gespannt und erwarten die Anträge, die sich vordergründig mit der Frage Prostitution oder Sexarbeit beschäftigen, in denen es aber darum geht, dass die Linkspartei sich für oder gegen das nordische Modell entscheiden soll.
    10.05.2025 09:36Schwierige Bedingungen

    Ein Bundestagsmandat direkt zu erringen schützt vor Unbill nicht. Der Abgeordnete Pascal Meiser aus Berlin hat die Frühschicht in der Tagesleitung abbekommen und eröffnet den Tag. Er gratuliert den Delegierten, die heute Geburtstag feiern. Dann geht es los.

    Zuerst wird aus dem Migrantischen Plenum berichtet. Die Umstände der Tagung waren schwierig: kein vernünftiger Raum, keine Technik und ein sehr langes vorangehendes Frauenplenum. Auch die Ansetzung des Plenums ganz am Ende des ersten Tages sorgt für Unmut: Wer weder Frau noch Migrant sei, habe drei Stunden früher Feierabend gehabt.

    Aber es gab auch inhaltliche Punkte: „Klare Kante gegen rechts“, fordert der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Ferat Kocak. Deshalb wird eine neue Struktur der migrantischen „Linken“ in der Partei aufgebaut. Zudem gibt es einen Dringlichkeitsantrag aus dem Plenum, der sich mit dem Koalitionsvertrag und der Forderung nach einem AfD-Verbot befasst. Er soll später eingebracht werden.

    Am Ende gedenken die beiden Berichterstatter der gestern verstorbenen Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer und des kurdischen Rappers Giwar „Xatar“ Hajabi.
    10.05.2025 08:30Guten Morgen!
    Nischel - Bald geht’s los - -
    Wir sind in Karl-Marx-Stadt. Was für ein Symbolbild sollen wir denn sonst posten? (Foto: UZ)

    Um 9 Uhr geht es weiter. Den Anfang machen die Berichte aus dem Frauen/FLINTA*-Plenum und dem Migrantischen Plenum. Das kennen wir schon von den vergangenen Parteitagen und wagen die Prognose, dass sich die Spannung auch bei den Delegierten in Grenzen hält.

    Der gestrige Tag lässt uns hingegen etwas ratlos zurück. Was wir erlebt haben: Verbalradikalismus („Kapitalismus abschaffen“), Bekenntnisse zur „Friedenspartei“ und den im Leitanatrag beschlossenen Vorsatz, „Glaubwürdigkeit und Anti-Establishment“ zu verkörpern. Was wir in den vergangenen Wochen von der „Linken“ erlebt haben: die Zustimmung zu den Kriegskrediten im Bundesrat, die Mithilfe bei der Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler und einen Parteivorsitzenden, der jedes Interview mit Sanktionsforderungen gegen Russland überschattet. Und nun?

    Papier ist geduldig und die bisherige Beschlusslage gibt keinen grundsätzlichen Kurswechsel her – der wäre aber bitter nötig, um insbesondere die Vorsitzenden und die Parlamentarier der Partei an die Kandare (ja, so schreibt man das) zu nehmen. Noch seltsamer wird das Ganze dadurch, dass diejenigen, die etwas zur politischen Klärung beitragen könnten, sich auffallend zurückhalten. Kritik von Delegierten gibt es ja durchaus, aber aufgenommen oder gar diskutiert wird sie nicht.

    Bodo Ramelow behauptete nach der Merz-Wahl auf allen Kanälen: „Wir haben Friedrich Merz nicht gewählt. Aber wir haben den Wahlgang ermöglicht, um die Demokratie zu schützen.“ Auf dem Parteitag sprach er als Bundestagsvizepräsident zu den Delegierten, auf einem zuvor gesetzten Redeplatz in der Generaldebatte. Sein Thema: Der Papst, der neue, der alte und wie schön doch alles mit den Päpsten ist. Wer sich so offensiv der Debatte über das eigene Handeln verweigert, verschärft das Zwei-Welten-Problem zwischen Parteitag und politischem Alltagsgeschehen.

    Ob der zweite Tag heute zur Klärung beitragen kann? Wir haben Zweifel, aber bleiben dem Parteitagsmotto treu und organisieren die Hoffnung. Auch hier im Ticker.
    09.05.2025 20:05Bis morgen Genossen!
    Fernsehstudios - Bald geht’s los - -
    In den kleinen Fernsehstudios hinter uns wird noch fleißig Auskunft über die glorreiche Zukunft der Linkspartei gegeben. (Foto: UZ)

    Während ein Teil der Delegierten im Plenum sitzt, diskutieren viele an ihren Tischen noch weiter. Die Debatte um Krieg und Frieden ist auch an ihnen nicht spurlos vorbeigegangen. Auch ein Teil der Journalisten arbeitet noch, hinter uns versucht der MDR, etwas aufzunehmen. Ein Studio weiter macht sich eine Kollegin der Tagesschau bereit für die Kamera, und auch wir wollten euch eigentlich noch ein paar Eindrücke, Überlegungen und Analysen zur Verfügung stellen. Aber die Linkspartei ist heute streng. Um acht muss der Saal geräumt sein, dann wird sauber gemacht.

    Damit wir nicht rausgekehrt werden, sagen wir also Tschüss. Und: Bis morgen! Um 9 Uhr geht es weiter und vielleicht bringt der Tag ja nochmal eine zeitlich begrenzte Aussprache. Zumindest hoffen einige Delegierte drauf, dass es zur Frage Solidarität mit Palästina noch eine geben wird. Wir sind gespannt, melden uns ab und suchen uns einen Ort, um die Debatten von heute zu verarbeiten. Gute Nacht!
    09.05.2025 19:59Friede den Schrankwänden

    Eines vorweg: Der beschlossene Antrag zur Friedensfrage ist weniger furchtbar, als es die Debatte vermuten ließ. Der Kompromissantrag hat den Rechten in der Partei „Die Linke“ einige Zugeständnisse abverlangt – vielleicht erklärt das auch den Run auf die Mikros in der gerade zu Ende gegangenen Debatte. Muss so ein Antrag doch möglichst schnell vereinnahmt werden, wenn man mit seinen Positionen nicht als derjenige gelten möchte, der gegen Beschlüsse verstößt. Obwohl, das scheint den Rechten in der Frage Krieg und Frieden ja egal zu sein, siehe Erfurter Programm. Aber Uminterpretation von Fakten gehört dazu. So wird in der Debatte aus Russland ein angriffswütiges Monster und aus der im Antrag beschlossenen Friedenskonferenz, eine Tagung, auf der endlich mal Tacheles geredet werden soll über die verstaubten Ansichten der Friedensbefürworter in der Partei. Dabei steht im Antrag eindeutig, dass die Konferenz eingebettet sein soll in die Arbeit der Linkspartei gegen die Kriegstüchtigkeit: Die Linkspartei „wird öffentlichkeitswirksam gegen die Zeitenwende aktiv, unter anderem mit einer vom Parteivorstand organisierten Friedenskonferenz.“ Wulf Gallert wird das anders sehen, aber das hat der Parteitag beschlossen.

    Eine entscheidende strategische Orientierung hat es allerdings nicht in den Kompromissbeschuss geschafft: Die Orientierung auf die Gewerkschaften im Friedenskampf. In ihrem Antrag „Opposition gegen Zeitenwende und Kriegstüchtigkeit“ hatten die Kreisverbände Schwabach-Roth, Erlangen/Erlangen-Höchstadt, Nürnberg Stadt & Land und weitere die Aufgabe formuliert: „Mit den Gewerkschaften gezielt gegen die Militarisierung der Wirtschaft zusammenzuarbeiten und Proteste gegen die Umstellung ziviler Produktion auf Rüstung zu unterstützen.“ Änderungsanträge daran forderten explizit, dies auch gegen die Gewerkschaftsführung durchzusetzen, wenn nötig. Darauf verzichtet die Linkspartei nun. Immerhin will man sich wenigstens „aktiv an regionalen und überregionalen Aktionen der Friedensbewegung gegen die Hochrüstung“ beteiligen. Wulf Gallert kann dann gern zu Hause bleiben und mit seiner Schrankwand über den Russen reden. Die hört vielleicht zu.
    09.05.2025 19:22Hoffnung organisieren

    Knappe halbe Stunde, das war es mit der Debatte um den Frieden. Der Kompromissantrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, die Debatte hinterlässt mehr als einen schalen Geschmack. Sind die Befürworter der NATO-Politik tatsächlich auf dem Vormarsch oder rennen sie nur schneller ans Mikro, um ihre wirren Gedanken über Russland, China und den Globalen Süden, der Dank des Konflikt zwischen Indien und Pakistan jetzt auch ein schlimmer Finger sein soll, in die Welt zu schreien? Wir wissen es nicht und hoffen auf letzteres.

    Für uns ist der erste Tag des Chemnitzer Parteitags der Linkspartei zu Ende. Zumindest was den Teil in der Halle angeht. Hier tagen jetzt noch nacheinander das Frauen/FLINTA*-Plenum und das Migrantische Plenum. Wir schauen uns noch den Kompromissantrag an und versuchen uns an einer Einschätzung.

    Draußen findet ein kleines Fest der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. Ob es Potential hat, unser Trauma aus der Friedensdebatte zu bekämpfen? Wir glauben es fast nicht. Aber vielleicht gibt es ja ein Getränk. Oder zwei.
    09.05.2025 18:56Nicht länger über Frieden reden

    Eigentlich sollte die Debatte nach dem starken Auftritt einer jungen Delegierten, die sich klar für Frieden und Abrüstung aussprach, enden. Doch der Diskussionsbedarf ist groß. Stimmen gegen die Militarisierung waren unterrepräsentiert. Deshalb beantragt eine Delegierte die Verlängerung der Redezeit. Unterstützung erfährt sie von Ellen Brombacher von der Kommunistischen Plattform. Man sollte sich mehr Zeit nehmen für dieses wichtige Thema.
    Der Parteitag sieht das anders. Die Debatte wird beendet, der Antrag abgestimmt und angenommen.

    Den beschlossenen „Kompromissantrag“ findet ihr hier im Wortlaut:
    09.05.2025 18:55EINE Stimme der Vernunft

    Gegenwind gibt es von Inge Höger. Es werde ein Stellvertreterkrieg auf Kosten der Ukraine und auf dem Boden der Ukraine ausgetragen. Und wenn es heißt, dass es für Butter und Kanonen nicht reicht, müsse „Die Linke“ klar sagen: „Wir wollen Butter statt Kanonen!“. Man sei gegen die Aufrüstung, setze sich für Frieden und Völkerverständigung ein und müsse den Kriegstreibern in den Arm fallen.

    Nach Höger geht es im NATO-Sprech weiter. Man sei von „revolutionären Taten“ weit entfernt, weil man nicht sage, was ist, sagt ein Delegierter. Man habe ein „Russland, das immer aggressiver und immer offener Kriege führt“. China rüste auf und bedrohe Taiwan. Man brauche leider „ein Potential, das dafür sorgt, das wir nicht angegriffen werden.“

    Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, tritt Wulf Gallert ans Mikrofon. Er macht deutlich: Der Kompromissantrag sei erfolgreich mit allen Antragsstellern verhandelt worden. Da stünden auch Sätze drin, die nicht vom ganzen Parteitag geteilt werden ….

    Während Gallert redet, kommt eine Delegierte an unserem Tisch vorbei: „Seid gnädig“, sagt sie. Na gut, wir brechen die Berichterstattung über Gallert-Beitrag an dieser Stelle ab.
    09.05.2025 18:48Und der Nischel weint

    In der Aussprache zu Krieg und Frieden schmeißt sich als erstes wieder die Delegierte Brigitte Forßbohm aus Wiesbaden in die Arena. Als würde sie von NATO und Rheinmetall bezahlt, haut sie einen Gassenhauer der antirussischen Propaganda nach dem anderen raus. Kostprobe gefällig? „Der schlimmste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg“, „brutaler Eroberungskrieg Russlands“, hybride Kriegsführung Russlands“ – alles ist dabei! Forßbohm plappert nach, was sie von der Tagesschau gehört hat und beschuldigt die Delegierten, die Mär von dem Angriff Russlands auf NATO-Territorium als „Narrativ abzutun“, um von der Schuld Russlands abzulenken. „Hört ihr etwa kein Radio?“, ruft sie den Delegierten zu und behauptet, die an Russland „angrenzenden baltischen Staaten sind doch hoch gefährdet.“

    Und die Delegierten? Einige klatschen. Viel zu viele.

    „Ob es uns gefällt oder nicht, die Welt verändert sich ziemlich rasch“, sagt Christoph Spehr aus Bremen. Die Regierungsmitglieder seines Landesverbandes hatten den Kriegskrediten im Bundesrat zugestimmt. Es werde eine „langanhaltende, asymmetrische Konfliktlinie“ zwischen der ökonomisch überlegenen EU und Russland geben. Da könne man nicht so weiter machen wie früher. Dem „westlichen Imperialismus“ in den Arm zu fallen, funktioniere nicht mehr, weil es keine „Guten“ auf der Welt mehr gebe. Wer sagt, dass der globale Süden sich emanzipiere habe eine „romantische Sicht“. Nun müsse man eine Diskussion über „Verteidigungsfähigkeit“ führen, alles andere sei Nostalgie

    Wir warten auf vernünftige Stimmen zum Frieden. Diese Debatte hätte sie bitter nötig.
    09.05.2025 18:31Alle einig?

    Auch hier herrscht der Kompromiss. Es gibt nun doch einen gemeinsamen Antrag der verschiedenen Antragsteller und dem Parteivorstand zur Friedensfrage.

    Nach der Einbringung folgt eine zeitlich begrenzte Aussprache zum Thema.
    „Nicht mit uns“, ruft Özlem Demirel zur Frage der Kriegskredite. Dabei schont sie die „Linken“-Politiker, die im Bundesrat nicht gegen das Kriegspaket gestimmt haben. Sie seien unter Druck gesetzt worden. Doch es habe der Linkspartei und ihrer Glaubwürdigkeit geschadet.

    Während sie spricht, steht Christoph Spehr aus Bremen schon an der Schlange vor dem Mikrofon an. Da darf man gespannt sein.
    09.05.2025 18:20Schlechte Nachrichten

    In wenigen Minuten geht es weiter mit einer kurzen Beratung weiterer Anträge. Die Tagesleitung hat gerade verkündet, um welche es sich handelt. Es sind die um die Frage Krieg und Frieden, die hier schnell verhandelt werden sollen.
    Zu erwarten sind dabei Auftritte wie von Rechtsausleger Wulf Gallert, der schon eben das Erfurter Parteiprogramm abgewatscht hat. Ein „kollektives Sicherheitssystem“ mit Russland könne es angesichts des Kriegs in der Ukraine nicht mehr geben. Er wird sicherlich in der Debatte für den Parteivorstand die NATO-Position vertreten.

    Zu allem Übel gibt es – auf ausdrücklichen Wunsch der Veranstalter – vor 20 Uhr keinen Alkohol zu kaufen. Wir bleiben tapfer.
    09.05.2025 17:49Leitantrag angenommen
    Abstimmung Leitantrag - Bald geht’s los - -
    Kurzer Prozess: Der Leitantrag ist angenommen. (Foto: UZ)

    Das ging ja fix. Mit sehr, sehr wenigen Gegenstimmen und ebenfalls wenigen Enthaltungen ist der Leitantrag angenommen. Die Tagesleitung freut sich sehr. Man ist früher im Zeitplan, kann heute sogar noch über inhaltliche (so richtig politische!) Anträge beraten. Ist ja ein Ding!
    09.05.2025 17:40150.000 – oder nicht?

    Der Studierendenverband will aus dem Leitantrag das Ziel streichen lassen, in vier Jahren 150.000 Parteimitglieder zu haben. „Ist das wirklich das Maß, bei dem wir denken: Wir sind politisch gescheitert, wenn wir nicht 150.000 Mitglieder sind?“, fragt einer der Antragsteller. Man sollte die Mitglieder zu Opposition und politischer Tätigkeit befähigen, das sei die bessere Zielsetzung, findet er. Eine Delegierte unterstützt den Antrag: „Wir sind eine Partei und kein Unternehmen.“ Es komme darauf an, klassenbewusste, mündige Menschen zu schaffen.

    Was diskutieren die da, fragt ihr euch? Wir haben es angekündigt: Der Leitantrag gibt nicht so furchtbar viel her und ein Großteil der politischen Auseinandersetzungen wurde im Vorfeld aus der Antragsdebatte genommen.

    Der Parteitag stimmt jedenfalls zu: die 150.000 wird gestrichen.
    09.05.2025 17:27Gegen das Programm

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden und internationale Politik will mit der Bedrohungslüge aufräumen und ein friedliches Zusammenleben mit Russland:

    „Wir lehnen das Denken und Handeln in Abschreckungs-, Bedrohungs- und Kriegführungskategorien ab und treten für radikale Abrüstung, Entspannungspolitik und Völkerverständigung ein. Wir fordern die Auflösung der NATO und ihre Ersetzung durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Beteiligung Russlands, das Abrüstung als ein zentrales Ziel hat.“

    Wulf Gallert vom Parteivorstand spricht dagegen. Die konkrete politische Situation werde „durch den Ukraine-Krieg“ bestimmt. Da könne man kein Kollektives Sicherheitssystem mit Russland wollen, auch wenn es so im Parteiprogramm stehe.

    Die Delegierten folgen Gallert: Der Antrag ist abgelehnt.
    09.05.2025 17:21Jetzt auch noch wir

    Es geht nebenbei auch um uns. Weil sie sich nicht davon distanziert hätten, dass es einen Haupt- und mehrere Nebenwidersprüche gibt, und sich in Folge Homosexuelle und Frauen woanders organisiert hätten, „sitzen die Kommunisten immer noch am Rand der Gesellschaft“, argumentiert ein Delegierter. Der hat ja keine Ahnung, es ist viel schlimmer gekommen: Wir sitzen am Rande des Linkspartei-Parteitags – und hören staunend zu.

    Und ja, wir finden immer noch, dass der Hauptwiderspruch der zwischen gesellschaftlicher Schaffung und privater Aneignung ist. Das heißt nicht, dass alles andere nicht auch scheiße ist. Aber die Scheiße hat halt Ursachen.
    09.05.2025 17:12Enge Kiste

    Nur ein Bruchteil der insgesamt 211 Änderungsanträge wird noch beraten.

    Die Linksjugend versucht dennoch, einige Ausführungen zum Faschismus durchzusetzen. Der Abschnitt, der eingefügt werden soll, lautet:

    „Die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft der bürgerlichen Klasse steckt in einer tiefen Krise. Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung ist diese Klasse nicht in der Lage, Lösungen für die drängenden Menschheitsfragen unserer Zeit umzusetzen. Stattdessen greifen ihre Vertreter vermehrt zu Spaltung, Hass, Hetze und Gewalt, um ihre Macht und die Ausbeutung autoritär abzusichern. Der Faschismus ist die extremste Form dieses Vorgehens: historisch zeigte er sich als terroristische Herrschaft gegen die Ausgebeuteten nach innen und kriegerische Politik nach außen.“

    Die Gegenrede des Parteivorstands hebt auf Höcke und Co. ab, die nicht mit den Konservativen zu vergleichen sein. Anders kann man auch nicht argumentieren, wenn die AfD weiterhin der alleinige Hauptfeind bleiben soll.

    Die Abstimmung sieht von unserem Platz sehr, sehr eng aus. Das Präsidium erklärt jedoch: Der Antrag ist abgelehnt, wenn auch knapp.
    09.05.2025 16:56Start der Antragsdebatte

    Zur Einführung in die Debatte um die Änderungsanträge zum Leitantrag stellt Ates Gürpinar, der das Wort für die Tagesleitung hat, das Verfahren vor. Es ist symptomatisch für das Bemühen der Parteiführung und lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Kompromiss. Behandelt werden nur Anträge, bei denen die Antragsteller nicht zu einer Formulierung zu bewegen war, die dem Parteivorstand in den Kram passt. Jetzt haben Antragsteller, Für- und Gegenredner je eine Minute Zeit, um sich zu den Anträgen zu äußern.

    Die Karl-Marx-Probeabstimmung ist beendet. 14 Prozent der Delegierten haben daneben getippt und abgestimmt, dass Karl Marx nicht in Trier geboren ist.
    09.05.2025 16:42Generaldebatte beendet

    Die Generaldebatte ist vorbei. War es Losglück oder ein Hinweis auf die Mehrheitsverhältnisse, dass es verhältnismäßig viele Beiträge zur Friedensfrage gab? Natürlich neben den üblichen Seltsamkeiten, die Generaldebatten immer mit sich bringen. Die kommende Beratung über die zahlreichen Änderungsanträge wird vielleicht einen Hinweis geben. Erstmal müssen die 70 Delegierten, die es noch nicht hinbekommen haben, das Abstimmen mit der Parteitagssoftware Open Slides üben. Die Probefrage dreht sich um den Geburtsort von Karl Marx. Ob wir das Ergebnis überhaupt sehen wollen, wissen wir noch nicht so genau.
    09.05.2025 16:36Klare Worte
    Christina Theresa Kunkel - Bald geht’s los - -
    Christina Theresa Kunkel mit einem flammenden Plädoyer gegen den Genozid in Palästina. (Foto: UZ)

    Christina Theresa Kunkel aus Bayern findet klare Worte. Wer sich im Namen der Regierungsverantwortung zum Sondervermögen bekennt, kämpfe nicht für unsere Klasse, sondern gegen sie.

    Mit dem Hinweis, dass eine sozialistische Partei auch immer eine internationalistische Partei sein müsse, leitet sie zu dem Thema über, das den Parteitag hinter den Kulissen bewegt. Sie habe oft damit gehadert, ob sie ihr Parteibuch hinschmeißt, weil diese Partei „es nicht geschissen bekommt“, einen Völkermord auch als einen zu bezeichnen. Doch das ist noch nicht einmal der Gipfel des Eisbergs, wie die Mitglieder der Linkspartei gestern feststellen mussten. Jetzt, so Kunkel, solidarisiert sich die Partei auch noch mit den Tätern. Die Erklärung des Parteivorstandes von gestern sei eine Schande, sagt sie und fragt: „Seit wann solidarisiert sich eine sozialistische Partei mit einem kapitalistischen Staat, (…) mit einem kapitalistischen, genozidalen Apartheidsstaat?“ Wie soll die Linkspartei die „Hoffnung organisieren“, spielt Kunkel auf das Parteitagsmotto an, wenn sie noch nicht einmal das Leid Gazas anerkennen?

    Leider zeigt sich auch in dieser Frage, dass der Parteitag bisher nur bereit ist, für die Selbstfeierei laut zu werden. Doch die, die Kunkel applaudierten, taten das lang.
    09.05.2025 16:20Zwischenmeldung

    Ulrike Eifler vom Parteivorstand, die bis in die eigene Partei hinein mit einer Schmutzkampagne überzogen wird, weil sie sich solidarisch mit Palästina zeigt, kann leider nicht selbst am Parteitag teilnehmen. Dank „etos.media“ kann sie sich trotzdem in einem Interview zu Wort melden. Schaut gerne rein.
    09.05.2025 16:17Immer wieder Frieden

    Einen guten Beitrag hielt Thorben Schulz aus Hamburg, der daran erinnerte, dass der Faschismus nicht zur Erringung einer bürgerlich-parlamentarischen Demokratie besiegt wurde. Ziel müssten Verhältnisse sein, die den Faschismus unmöglich machen. Die Entmilitarisierung Deutschlands seien „wir uns selbst und unseren Vorkämpfern schuldig“. Und wenn ein Delegierter der Linkspartei Thälmann zitiert, wie er Goethe zitiert, geht UZ-Redakteuren das Herz auf.

    Die Mehrheitsverhältnisse sind schwer zu bestimmen. Es gibt gleichzeitig Applaus, Zwischenrufe und umherlaufendes Desinteresse. Auch die Delegierten, die mit uns sprechen, wissen nicht recht, was vom Rest des Tages zu erwarten ist. Mal klatscht eine Seite des Saals, mal die andere. Um zu sehen, wie das hier ausgeht, werden wir die Antragsdebatte abwarten müssen.
    09.05.2025 16:05Kopfschütteln in Chemnitz

    Mehrere Delegierte haben deutliche Worte zum Krieg gefunden, auch zur ethnischen Säuberung im Gaza-Streifen. Dann tritt Christoph Speer aus Bremen ans Pult, der sich beim letzten Parteitag noch als Freund Israels geoutet und die Besetzung Palästinas als „Narrativ“ bezeichnet hatte. Diesmal hat er ein anderes Thema. Es sei richtig gewesen, dass die Bundestagsfraktion den Weg für Merz frei gemacht habe. Sonst hätte man der AfD eine Bühne geboten. Die Begeisterung im Saal hält sich in Grenzen.

    Man habe es nicht geschafft, der Partei klarzumachen, dass der „Antimilitarismus eine entscheidende Klassenfrage ist“, sagt hingegen Sebastian Stark aus Baden-Württemberg mit Blick auf die Zustimmung der Linkspartei zu den Kriegskrediten im Bundesrat. Es müsse doch klar gesagt werden: „Wir hier unten sterben nicht für eure Kriege!“ – Szeneapplaus. Er fragt die Delegierten, wie viele Mitglieder des Jugendverbandes die Partei zur Verfügung stellen möchte, um sie von Friedrich Merz im Krieg verheizen zu lassen.

    Brigitte Forßbohm aus Hessen antwortet, dass wohl niemand im Saal junge Menschen für den Krieg opfern wolle. Die Situation in Europa und der Welt stelle „uns aber vor neue Herausforderungen“. Dafür brauche es einen „lösungsorientierten Diskurs“ innerhalb der Partei. Stattdessen gebe es in der Partei aber ein „notorisches Festhalten an Glaubenssätzen“. Anträge, die sich „ohne wenn und aber“ gegen Kriegstüchtigkeit wenden, seien vielleicht gut gemeint, aber kritisch zu hinterfragende Glaubenssätze. Es werde „suggestiv“ eine Militarisierung der Gesellschaft behauptet und der „russische Überfall“ auf die Ukraine ausgeblendet. Es sei irreführend auf die Lehren aus zwei Weltkriegen zu verweisen. Das seien doch Angriffskriege gewesen. So was plane man in Deutschland heute nicht mehr. Es gibt Buh-Rufe und kaum Applaus. Beim Versuch einer Luxemburg-Liebknecht-Auslegung geht ihr die Redezeit aus. Zum Glück!
    09.05.2025 15:37Zweimal gut, einmal seltsam
    Naisan Raji - Bald geht’s los - -
    War es nötig, Merz drei Tage früher zum Kanzler zu machen? Naisan Raji stellt spannende Fragen. (Foto: UZ)

    Die Generaldebatte läuft. Mal wird die Überwindung der Krise der Partei beschworen, mal erzählt, wie gut „Die Linke“ in Hannover abgeschnitten hat. Wie es üblich ist, wird erzählt, was gerade wichtig erscheint.

    Lukas Hof vom Studierendenverband SDS durchbricht die Allgemeinheit. „Die Zeichen stehen auf Krieg“, beginnt er. Die Regierung sei „für die Durchsetzung ihrer Weltmachtansprüche bereit gegen Russland, vielleicht auch gegen China in den Krieg zu ziehen.“ Es sei die Aufgabe der „Linken“ darüber aufzuklären, dass ein Krieg vorbereitet werde. Dabei soll ausgerechnet Russland unser Feind sein? „80 Jahre nach der Befreiung?“, fragt Hof. Ein Teil der Delegierten klatscht. Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus gehören zusammen, macht er klar. Das gelte auch an den Hochschulen. Antifaschistische Hochschulpolitik bedeute, gegen „jede Instrumentalisierung der Wissenschaft für Krieg“ einzutreten.

    Naisan Raji vom Parteivorstand spricht anschließend über die Zustand der bürgerlichen Demokratie weltweit. Dass die in einer Krise ist, sehe man auch daran, dass Merz im ersten Wahlgang durchgefallen ist. Merz stehe auch dafür, dass im 80. Jahr der Befreiung vom Faschismus wieder gen Russland geschossen werden soll. Und sie fragt, ob es denn wirklich nötig war, Merz drei Tage früher als unbedingt nötig zur Kanzlerschaft verholfen zu haben. Sie geht auf die „verwirrten“ Ministerinnen und Minister in den Landesregierungen ein, die den neuen Kriegskrediten zugestimmt haben.

    Zum Ende spricht Raji kurz über ihre Kuba-Reise, die vor nicht 24 Stunden endete. Dort sei sie gefragt worden sei, ob „Die Linke“ gegen die Aufrüstung in Europa ist. „Wie wir agieren in Deutschland wird international wahrgenommen“. Für den globalen Süden sei es extrem wichtig, dass es in den imperialistischen Kernländern eine echte Opposition gibt.

    Auf Raji folgt Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow. Er sieht „Die Linke“ als „gewichtige Kraft“. Dann spricht er über den Papst. Franziskus sei zwar kein Feminist gewesen, habe den Satz geprägt, dass diese Wirtschaft tötet. Wer sich daran gewöhne, nehme den Menschen die Hoffnung. Dann freut er sich noch über den neuen Papst Leo XIV., der sei ein Ami außerhalb des Trump-Lagers. Er selbst sei jedoch kein Katholik und werde auch keiner. Wir gucken uns an. Was sind wir hier hörend?
    09.05.2025 15:16Nächstes Thema

    Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner tritt ans Pult. Den Kapitalismus zu überwinden, sei „keine Phrase“, sondern der „Glutkern unserer Politik, liebe Genossinnen und Genossen.“ Im Wahlkampf habe man „viel gewonnen“. Man stehe für Internationalismus und Solidarität. „Niemals allein!“, ruft sie den Delegierten zu. „Immer gemeinsam!“, erschallt die Antwort. Hat was Traditionelles. Es folgen linke Evergreens, aber auch persönliche Worte.

    Schwerdtner wirbt für „revolutionäre Freundlichkeit“. Man werde sich hart kritisieren, und auch um identitätsstiftende Positionen ringen. Aber man sollte niemals an einzelnen Genossinnen oder Genossen ein „Exempel statuieren“. Interessant zu hören, nach dem der Parteivorstand sich gestern auf Distanz zu palästinasolidarischen PV-Mitgliedern geeinigt hat.

    Auch auf den Völkermord in Gaza geht Schwerdtner ein, ohne ihn so zu nennen. Dort werden Kinder ausgehungert. „Wir sind der Widerstand dagegen“. Man kenne keine „doppelten Standards bei Kriegsverbrechern“. Nächstes Thema.

    „Die CDU ist diese Woche das erste Mal auf uns zugekommen“, das sei für alle schwer gewesen. Das könne man ihr glauben. Man werde jede Verbesserung erstreiten müssen – aber nicht als Selbstzweck, sondern für „unsere Leute“. „Wir sind die soziale Opposition im deutschen Bundestag.“ Die neue Regierung sei die „Regierung der Hoffnungslosigkeit. Wir dagegen werden die Hoffnung organisieren.“ Jubel. Abgang. Die Generaldebatte beginnt.
    09.05.2025 15:11Siegerehrung
    Direktkandidaten 1 - Bald geht’s los - -
    So sehen Sieger aus... Schalalala. (Foto: UZ)

    Sich selber feiern, das kann die Linkspartei. Und so holt Heidi Reichinnek Helden des Bundestagswahlkampfs auf die Bühne: Die Erringerinnen und Erringer von Direktmandaten. Fünf an der Zahl, Gregor Gysi hat Parteitag nicht nötig, auch den in Halle hatte er nur mit einem Blitzbesuch zur Verkündigung seiner Kandidatur und der „Mission Silberlocke“ geehrt. Und so jubeln die Delegierten, schwingen ihre Tax-the-Rich-Handtücher, die die Partei für den nächsten Freibadbesuch hat springen lassen und klatschen fröhlich im Takt der Musik.

    Aber dann wird es ernst. Ines Schwerdtner bringt den Leitantrag ein.
    09.05.2025 14:57Einigkeitsshow
    Leitantrag Einbringung - Bald geht’s los - -
    Alle vier auf einer Bühne: Sören Pellmann, Heidi Reichinnek, Ines Schwerdtner und Jan van Aken. (Foto: UZ)

    Die fantastischen Vier haben die Bühne betreten: Heidi Reichinnek, Jan van Aken, Ines Schwerdtner und Sören Pellmann. Alle vier! Auf einmal! Die Delegierten sind aus dem Häuschen. Es werden Schultern geklopft. Wir sind super, ihr seid super! Die kommenden Kommunalwahlen werden super. Die Landtagswahlen sowieso.

    „Die Linke will den Kapitalismus abschaffen“, zitiert Heidi Reichinnek sich selbst, wie sie von Medienmachern zitiert wurde. „Das muss einer von euch gesagt haben“, witzelt sie. Vielleicht muss man aber auch „radikal sein in diesen Zeiten“. Die Demokratie werde von denen gefährdet, die Arbeitende, Arme und Migranten gegeneinander ausspielen. „Wir lassen uns nicht spalten!“ Stattdessen wolle man die Eigentums- und Verteilungsfrage stellen.

    Die Show, begleitet von Eminem-Musik, soll zum ersten Höhepunkt führen: Der Einbringung des Leitantrags, der die Eigentumsfrage nicht stellt. Wohl aber die Verteilungsfrage: Das Papier schießt sich vor allem auf den Kampf gegen Milliardäre ein.

    „Wir sind die Hoffnung!“ – das ist der Titel des Leitantrages. Mit inhaltlichen oder gar politischen Festlegungen hält sich der Text zurück. Das hat einen guten Grund. Rund 50.000 neue Mitglieder hat die „Linke“ in den vergangenen Monaten aufgenommen. Wer weiß schon so genau, was die wollen? Also gilt es, sich heranzutasten.

    Wir erfahren, dass die „Linke“ eine „sozialistische Mitgliederpartei“ sein soll und außerdem eine „treibende politische Kraft“. Zudem hat man sich zum Ziel gesetzt „dieses Land zu verändern“. Dafür braucht man eine „organisierende Klassenpartei“ und so weiter und so weiter. Vor allem mit den Milliardären will man sich anlegen. Das erklärte Ziel nach innen: Mehr Verankerung in Betrieb und Kommune, mehr Kampagnenfähigkeit und noch mehr Mitglieder. 150.000 sollen es bald sein.

    In kritischen Fragen, wie Krieg und Frieden oder Nahost, äußert man sich eher vorsichtig. Mit Sätzen wie: „Die Linke ist und bleibt eine Friedenspartei, insbesondere in Zeiten zunehmender Militarisierung. (…) Wir wollen hier die Positionen, die uns vereinen, in den Mittelpunkt stellen.“ Toll! Auch zu den ganz großen Fragen findet man gewählte Worte: „Freiheitlich-demokratisch bedeutet für uns mehr Miteinander und Füreinander.“ Natürlich gibt es zahlreiche Änderungsanträge. Wie viele davon behandelt werden können, werden wir erleben.
    09.05.2025 14:39Konstituiert

    Katina Schubert fliegt in Rekordtempo durch die Formalia der Konstituierung des Parteitages. Auch der geänderte Zeitplan, der wenig Raum für Debatten lässt, wurde mit wenigen Gegenstimmen angenommen. Debatten gibt es, wie zu erwarten war, jetzt noch nicht. Auch in der Generaldebatte soll die Redezeit nur drei Minuten betragen. Von den gesetzten Redebeiträgen geht einer an Bodo Ramelow, der andere wegen der anstehenden Kommunalwahl in NRW an Kathrin Vogler. Das Interesse der Delegierten an den Formalia ist überschaubar, mehr wird sich über das Essensangebot ausgetauscht oder testweise durch die Parteitagssoftware Open Slides gescrollt. Wenigstens sind – im Gegensatz etwa zum Parteitag in Augsburg – schon alle Delegierten in der Halle statt an der Anmeldung zu stehen.
    09.05.2025 14:28Wenig Raum für Debatte?

    Zum Zeitplan liegt ein Änderungsantrag des Parteivorstands vor. War ursprünglich die Beratung von Änderungsanträgen bis heute Abend um 22 Uhr geplant, so soll nun nach dem Frauen/FLINTA*-Plenum das migrantische Plenum stattfinden – und danach Feierabend sein. Für weitere Anträge, zum Beispiel zu umstrittenen Fragen wie Solidarität mit Palästina und Krieg und Frieden soll nach Willen des Parteivorstandes morgen Zeit sein – zwei Stunden lang, unterbrochen von der Mittagspause und der Rede des Parteivorsitzendem Jan van Aken.
    09.05.2025 14:24Alle gegen Merz. Ab heute. Bestimmt!

    „Jetzt, jetzt sind wir wieder da!“, sagt Bundesgeschäftsführer Janis Ehling in seiner Begrüßungsrede. Jubel! „Wir sind standhaft geblieben, während alle Politiker plötzlich eine Partei von Vor-Vorgestern unterstützt haben.“ Man habe sich gegenseitig den „Stolz auf das Linkssein“ zurückgegeben. Das tolle Bundestagswahlergebnis habe aber auch einen „Beigeschmack“: die AfD und Friedrich Merz. Merz sei insgesamt ein furchtbarer Typ, lässt sich das folgende zusammenfassen. „Diesem Kanzler werden wir dieses Land nicht überlassen“, sagt Ehling. Was er nicht sagt: Merz ist heute wahrscheinlich nur Kanzler, weil die Linksfraktion im Bundestag ihm am Dienstag einen zweiten Wahlgang ermöglicht hat. Das könnte aber auch die Stimmung trüben.
    09.05.2025 14:22Richtig fetzig!

    Die eigentliche Eröffnung kommt dann von Susanne Schaper, der Landesvorsitzenden der Linkspartei in Sachsen. Die findet, früher hatte die Stadt, in der der Parteitag stattfindet, einen „fetzigeren Namen. Karl-Marx-Stadt.“ Und Schaper setzt den Ton, der hier zu erwarten war: „Die Linke“ ist wieder da, sie ist stark und hat in Sachsen nun auch wieder über 10.000 Mitglieder. Auch darf ein kleiner Seitenhieb auf das „Strohfeuer“, auf das einige reingefallen seien, nicht fehlen. Probleme mit den neuen staatstragenden Eigenschaften ihrer Partei hat sie nicht. „Was wir jetzt nicht brauchen, ist dieses alberne Spiel: Ene mene muh, ich bin viel linker als du“, erteilt sie Debatten um die Rolle einer linken Opposition eine Absage. Der Rest der Rede ist Werbung für Chemnitz, soll schön hier sein. Ist uns jetzt noch nicht so aufgefallen, aber der Nischel ist einen Besuch wert.
    09.05.2025 14:17Musikalischer Einstieg
    Eroeffnung - Bald geht’s los - -
    Rap zum Einstieg: Flaiz eröffnete den Parteitag zusammen mit einem Chor von Parteimitgliedern. (Foto: UZ)

    „Letzter Gong! Bitte kommt jetzt herein“, verkündet Katina Schubert im Stile eines Kirmes-Karussell-Ansagers. „Wir fangen jetzt an“, schnauzt sie die Delegierten noch in dem ihr ganz eigenen Ton an. Und dann geht es auch los, dunkler Saal, Menschengrüppchen auf der Bühne und zwei Rapper verkünden etwas ungewohnte Töne für die Linkspartei: „Hoch die Faust für die Proleten!“ Flaiz, so der Name des rappenden Linksparteimitglieds, kommt bei den Delegierten gut an, genauso wie das „Alerta, alerta, fight the power“.
    09.05.2025 13:44Unruhe, bevor es losgeht

    Nach Angriffen von ultrarechten Israelfreunden wie Volker Beck oder dem israelischen Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar gegen die Gewerkschafterin und „Linken“-Parteivorstandsmitglied Ulrike Eifler hat der Parteivorstand gestern mehr als unsouverän reagiert. Ulrike hatte in einem Post auf der Plattform X Freiheit für Palästina gefordert. In einem völlig unsolidarischen Beschluss stellte der Parteivorstand – ohne Ulrike beim Namen zu nennen – fest, „der Parteivorstand distanziert sich von jedem Aufruf, jedem Statement und jedweder bildlichen Darstellung, die unter dem Deckmantel der Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung die Existenz Israels negiert oder die Auslöschung Israels propagiert“ und forderte Mitglieder auf, „derartige Darstellungen nicht zu veröffentlichen und bereits veröffentlichte umgehend zurückzuziehen (etwa in sozialen Medien zu löschen).“

    Unsolidarisch mit dem eigenen PV-Mitglied und unsolidarisch mit Palästina wird es rechten Hetzern mit diesem Beschluss recht gemacht. Das Thema wird auf dem Parteitag eine Rolle spielen, gemunkelt wird über einen Dringlichkeitsantrag, in dem sich der Parteitag mit Ulrike solidarisch erklärt. Diese bleibt im Gegensatz zur Mehrheit des Parteivorstands standhaft und hat ihren Post nicht gelöscht.

    Wir sind solidarisch mit Ulrike Eifler!
    09.05.2025 13:21Herzlich Willkommen!
    Herzlich Willkommen - Bald geht’s los - -
    Auf der Pressebank laufen die Vorbereitungen. Das öffentliche Interesse ist groß. (Foto: UZ)

    Strahlenden Sonnenschein spendiert uns der Tag des Sieges in Karl-Marx-Stadt (inzwischen Chemnitz). Genau das richtige Wetter, um sich in eine abgedunkelte Messehalle zu verziehen, wo unter dem Motto „Die Hoffnung organisieren“ über die Zukunft der Linkspartei diskutiert wird. Die Käsebrötchen beim Pressebrunch haben wir schon erfolgreich gemieden. Die ersten Delegierten sind begrüßt, direkt vor uns haben Fernsehstudios ihre Regie-Monitore aufgebaut. Denn der Andrang ist groß. Stand der letzte Parteitag in Halle noch unter dem Eindruck des sicher geglaubten Niedergangs der Partei, soll heute der Überraschungserfolg bei den Bundestagswahlen gefeiert werden. Ein Parteitag der (Wahl-)Sieger? Oder doch einer, auf dem kritische Fragen diskutiert werden? Wir sind gespannt.
    08.05.2025 17:51Bald geht’s los

    Ab Freitag, den 9. Mai um 14 Uhr berichten Melina Deymann und Vincent Cziesla hier live vom Bundesparteitag der Linkspartei in Chemnitz.

    #Allemagne #politique #gauche #Die_Linke

  • Neue Expertise zu Wohnarmut - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege
    https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/neue-expertise-zu-wohnarmut

    Avant le déclin final du parti Die Linke on a placé son ancienne cheffe sur un poste CDI qui correpond à son niveau de formation. Elle peut alors passer le reste de ses jours en toute sérénité. Tant mieux pour elle.

    13. Dezember 2024 Fachinfo
    Bereichsübergreifende ThemenSozialpolitik, Arbeit und Europa
    WohnenArmutForschungBürgergeld / vormals Hartz IVSozialpolitik

    5,4 Millionen Menschen mehr von Armut betroffen als gedacht. Die Paritätische Wohnarmuts-Berechnung macht ein bislang unsichtbares Ausmaß der Armut sichtbar.

    Fachinfo zur Wohnarmuts-Expertise der Paritätischen Forschungsstelle

    Was viele insgeheim schon ahnten, ist jetzt wissenschaftlich belegt: Wohnen macht arm. Omas Faustregel lautete einst „Gib nie mehr als ein Drittel deines Einkommens für Miete aus!“ Diese Ein-Drittel-Regel gilt bis heute zum Beispiel bei Maklerbüros, um zu beurteilen, ob sich jemand eine Wohnung überhaupt leisten kann. Aber die Mieten steigen schneller als die Einkommen. Viele Menschen müssen deswegen heute viel mehr als ein Drittel fürs Wohnen ausgeben – manche sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens. Denn hier haben die Menschen kaum die Wahl. Sie können oft nicht billiger wohnen, weil sie nicht die einzigen sind, die nach einer billigeren Wohnung suchen oder weil es da, wo sie arbeiten und leben, keine billigeren Wohnungen gibt.

    Infolgedessen müssen sie einfach mit weniger Geld auskommen. Die neue Paritätische Wohnarmuts-Berechnung macht ein bislang unsichtbares Ausmaß der Armut sichtbar.

    In Deutschland gilt (gemäß der OECD-Konvention) derjenige als armutsgefährdet, der weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens hat. Median meint dabei, dass alle Einkommen wie Orgelpfeifen aufgereiht werden und die mittlere Größe, also die Orgelpfeife in der Mitte, bildet den Median. Die Armutsrisikogrenze liegt dann bei 60 Prozent des Medians.

    Nach konventioneller Berechnung (auf Grundlage von MZ-SILC) sind demnach in Deutschland 14,4 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Berücksichtigt man aber die Wohnkosten und ermittelt das Einkommen, das die Menschen tatsächlich zum Leben frei verfügbar haben, nachdem sie ihre Wohnkosten (Warmmiete inklusive Stromkosten) bezahlt haben, dann ergibt sich ein anderes Bild.

    Das Ausmaß der wohnkostenbereinigten Armut ist viel höher: Die Paritätische Forschungsstelle hat errechnet, dass 5,4 Millionen Menschen mehr von Armut betroffen sind als gedacht. In den konventionellen Statistiken waren sie bislang unsichtbar. Insgesamt sind 21,2 Prozent der Bevölkerung, also 17,5 Millionen Menschen in Deutschland von Wohnarmut betroffen.

    Die aktuelle Expertise erläutert das methodische Vorgehen und gliedert die Betroffenheit der Wohnarmut nach einzelnen soziodemografischen Merkmalen. So fällt die Wohnarmut bei alleinstehenden Menschen über 65 Jahren mit rund 41,7 Prozent und bei Alleinerziehenden mit 36 Prozent besonders hoch aus.

    Zudem enthält die Expertise eine Übersicht über die verschiedenen Wohnarmutsquoten der Bundesländer. In Bremen (29,3 Prozent) und Sachsen-Anhalt (28,6 Prozent) ist wie schon bei der konventionellen Armutsberechnung die wohnkostenbereinigte Armut am stärksten verbreitet. In Hamburg und Schleswig-Holstein hingegen fällt der Unterschied zwischen beiden Armutsquoten besonders hoch aus. Während beispielsweise in Hamburg die konventionelle Armut 15 Prozent beträgt, liegt die Wohnarmutsquote mehr als zehn Prozentpunkte höher, bei 26,8 Prozent.

    Die Erkenntnisse der Expertise unterstreichen, wie sehr die Bundesregierung in der Pflicht steht, entschieden gegen den rasanten Anstieg der Mieten vorzugehen. Deshalb beschränkt sich der Paritätische nicht auf eine reine Problembenennung, sondern unterbreitet konkrete Vorschläge für bezahlbares Wohnen und für das Schließen der Armutslücke.

    Dokumente zum Download
    Kurzexpertise Wohnarmut 12/24 PDF 704 KB
    https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Schwerpunkte/Wohnen/doc/Kurzexpertise_Wohnarmut_24_12_13.pdf

    Kontakt

    Katja Kipping
    Geschäftsführerin, Abteilungsleiterin Sozial- und Europapolitik
    sozialpolitik@paritaet.org
    @katjakipping
    030 24636-303

    Greta Schabram
    Referentin Sozialforschung, Wohnen und Statistik
    wohnen@paritaet.org
    030 24636-313

    #Allemagne #social #Die_Linke

  • Berliner Linkspartei : Strafe statt Gespräch
    https://www.jungewelt.de/artikel/489452.berliner-linkspartei-strafe-statt-gespr%C3%A4ch.html


    Unterstützer von Ramsy Kilani versammelten sich am Sonntag vor der Parteizentrale von Die Linke in Berlin. Foto von Milan Nowak

    C’est fait, à Berlin Die Linke s’aventure definitivement dans le camps des antideutsche philosemites. L’antimpérialisme n’est plus qu’un souvenir qu’on cache dans une armoire fermée à clé dans les obscures catacombes de la Karl-Liebknecht-Haus . Désormais toute solidarité avec le peuple palestinien est interdit pour les membres de l’ancien parti de gauche, sa popularité étant dûment grignotée puis dévorée au cours de la résistible ascension des Mr. Hyde à la tête du parti.

    9.12.2024 von Yaro Allisat - Berliner Linkspartei beschließt Ausschluss von Palästina-Aktivist Ramsy Kilani

    Wegen des Engagements gegen Völkermord wurde er aus seiner Partei ausgeschlossen: Am Sonnabend hat die Berliner Linkspartei den Ausschluss des palästinensischen Aktivisten Ramsy Kilani besiegelt. Die schriftliche Begründung der Landesschiedskommission lag bis jW-Redaktionsschluss noch nicht vor. Laut der Linken-Politikerin Katina Schubert, die den Antrag gestellt hatte, ging es nicht um seinen palästinasolidarischen Aktivismus. Kilani habe der »Partei schweren Schaden zugefügt«, schrieb das Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus am Sonnabend beim Kurznachrichtendienst X.

    Kilani kritisierte die Entscheidung in einer Stellungnahme auf Instagram. Dass »der Urteilsspruch damit hinter die jüngste Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs« zurückfalle, sei ein »Armutszeugnis für eine linke, internationalistische Partei«. Die Entscheidung schade »uns allen im Kampf für universelle Menschenrechte«, so der Aktivist. Kilani hatte bereits Mitte November kritisiert, dass seine Partei den Ausschluss anstatt ein Gespräch anstrebe.

    Katina Schubert erklärte, der Ausschluss sei durch Kilanis »Relativierung des Terrors der Hamas, selektive Kritik an Gewalt gegen Frauen als Mittel der Kriegführung und die Ablehnung des Existenzrechts Israels« begründet. Gestellt hatte den Antrag neben Schubert auch der EU-Abgeordnete Martin Schirdewan. Ein Gespräch auf direktem Wege ist laut Kilani selbst nie gesucht worden.

    Wer der Partei Schaden zufügt und ob sich die Entwicklung von der inhaltlichen Positionierung des Aktivisten trennen lässt, ist angesichts der Vorgeschichte offen. Vor dem Parteitag des Berliner Linken-Landesverbandes im Oktober war Kilani ins Visier der Öffentlichkeit geraten, nachdem er von Schubert und anderen Teilen des rechten Flügels der Partei medial angegriffen worden war. Auf dem Parteitag scheiterte dann ein Antrag unter dem Titel »Gegen jeden Antisemitismus«, in welchem dem Angriff der Hamas am 7. Oktober vergangenen Jahres ein faschistischer Antisemitismus zugrunde gelegt wurde. Petra Pau und andere prominente Linke-Politiker verließen daraufhin den Saal, vor dessen Türen eine palästinasolidarische Demonstration stattfand.

    Auf dem Bundesparteitag eine Woche später einigte man sich im Vorfeld auf einen Kompromissantrag zu dem Thema. In diesem war die Rede von einem »asymmetrischen Krieg«, verbunden mit der Forderung nach einem Waffenstillstand. Der Text enthielt daneben den Passus, »wer das Existenzrecht Israels in Frage stellt, wer gegen jüdische Menschen hetzt oder den Terror der Hamas relativiert« habe in der Partei nichts zu suchen. Einige Mitglieder des rechten Parteiflügels erklärten infolge des Parteitags ihren Austritt. Noch am selben Wochenende reichten Schirdewan und Schubert den Parteiausschlussantrag von Kilani ein.

    Kilani, der der Gruppe »Sozialismus von unten« (SVU) angehört, will jedoch die Partei nicht aufgeben. Er werde auch weiterhin alles tun, mit den Genossen »innerhalb und außerhalb der Linken die Solidaritätsbewegung mit Palästina aufzubauen«, erklärt er in seiner Stellungnahme. Ein gemeinsamer Austritt weiterer Linken-Mitglieder ist bisher ausgeblieben. Am Sonnabend demonstrierten zahlreiche Aktivisten vor dem Büro der Schiedskommission in Berlin gegen Kilanis Ausschluss.

    Auch wenn die Linkspartei versucht, Einigkeit zu suggerieren, haben sich in der Vergangenheit Abgeordnete nicht an die Parteilinie gehalten – so zum Beispiel beim »Nein« zu Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Laut aktuellen Umfragen spricht sich ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland sowohl für ein Ende der Waffenlieferung an die Ukraine als auch an Israel aus. Dass diese Position in Teilen der Partei als »radikal« gesehen wird, ist wohl nur eins der vielen Zeichen ihres Verfalls.

    #Allemagne #Berlin #Die_Linke #philosemitisme #zombies

  • Manche meinen, wir seien stehengeblieben, weil sie nicht merken, dass sie rückwärtsgehen
    https://kpf.die-linke.de/erklaerungen/detail/manche-meinen-wir-seien-stehengeblieben-weil-sie-nicht-merken-dass-sie

    Ils s’appellent plateforme communiste au sein du parti de gauche mais leur politique consiste dans un appel à ce qu’enfin une de leurs propositions soit discutée lors du prochain congrès du parti. Ce n’est pas une position communiste, c’est une position lamentable.

    Déjà avant l’age de 14 ans le parti Die Linke souffrait de démence précoce. Il oubliait que sa raison d’être et la raison de ses succès lors des élections passées ont été la défense des intérêts des classes laborieuses, son engagement pour la paix, contre la guerre et l’OTAN et pour la création d’une société de justice sociale qui ne peut se réaliser que dans une forme socialiste.

    Le parti a a échangé son drapeau rouge sang contre celui en blanc de peau des corps exsangues. Aujourd’hui nous assistons aux funérailles d"un cadavre à mort cérébrale qui montre encore quelques réflexes végétatifs.

    2.9. 2024 - Erklärung der Kommunistischen Plattform zu den Ergebnissen der Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen

    Der Anschlag von Solingen geschah wenige Tage vor den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen. Ihm folgte ein Überbietungswettbewerb in Sachen Rassismus. Mit Ausnahme der Linken überboten sich alle anderen um Parlamentssitze und Ministerposten ringenden Parteien mit Vorschlägen, die die deutsche sowie die EU-Flüchtlings- und Asylpolitik betreffen und die gesellschaftliche Atmosphäre rapide weiter vergifteten.

    Dieser Überbietungswettbewerb verbreitete und verbreitet genau jenes widerliche und beängstigende Klima, das der AfD zu ihren enormen Wahlerfolgen in beiden Bundesländern verhalf. Die vielgepriesene Brandmauer ist Propaganda. Die Realität ist, dass die bürgerlichen Parteien mit jenen Forderungen und Maßnahmen Wahlkampf machten, die sie – mehr oder weniger, früher oder später – von der AfD und deren Protagonisten, allen voran der Faschist Höcke, übernommen hatten.

    Die Zeit für Koalitionen mit einer faschistoiden Partei ist noch nicht gekommen. Doch eine Politik, die im Interesse des Kapitals und der Kriegsvorbereitungen zu einem stetig sinkenden Lebensstandard für immer mehr Menschen in diesem Land führt, muss über kurz oder lang Faschisten die Möglichkeit einräumen, auch noch die Reste bürgerlicher Demokratie zu schleifen. Und der ideologische Weg dorthin ist die Erzeugung des Hasses auf Menschen mit Migrationshintergrund. Der Kampfbegriff »illegale Migration« ist die von allen bürgerlichen Parteien exzessiv benutzte Pseudoerklärung für die zunehmende Misere des deutschen Alltags. So funktioniert Sündenbockpolitik. Die gab es schon einmal. Womit sie endete, ist bekannt. Auch, wenn es Die Linke Stimmen gekostet hat, so bleibt es für unsere Partei unabdingbar, strikt antirassistisch zu agieren. Dafür stehen auch die ihr angehörenden Kommunistinnen und Kommunisten.

    Gleichermaßen wichtig ist es für Die Linke, uneingeschränkt als Friedenspartei wahrgenommen zu werden. Bereits unsere Ergebnisse im Rahmen der Wahlen zum Europäischen Parlament verdeutlichten, dass unser diesbezüglicher Ruf beschädigt ist. Unsere Glaubwürdigkeit hat vor allem durch den mangelnden Willen des Parteivorstandes gelitten, sich mit jener Minderheit in der Linken auseinanderzusetzen, die programmwidrige Positionen verbreitetet, indem sie sich für Waffenlieferungen in die Ukraine einsetzt, statt um den Weg der Diplomatie zu kämpfen. Diese – gelinde ausgedrückt – Inkonsequenz der Parteiführung war auch nicht dadurch zu verschleiern, dass sie entschied, das Friedensthema aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Die soziale Frage wurde losgelöst von der zunehmenden »Kanonen-statt-Butter-Politik« behandelt, als seien unsere potenziellen Wählerinnen und Wähler intellektuell minderbemittelt.

    Auch nach den Wahlen zum EU-Parlament wurde dieser Kurs nicht korrigiert. Nicht zuletzt die jüngsten Wahlergebnisse haben erneut bezeugt, dass von unserer Partei klare friedenspolitische Positionen erwartet werden. Demzufolge hat uns der schlingernde Kurs – besonders in puncto Waffenlieferungen in die Ukraine, aber auch nach Israel – massiv geschadet, weil wir auf diese Weise unsere eigene Glaubwürdigkeit untergraben haben. Dabei ist im Kontext mit verschiedenen jüngsten Äußerungen führender Politikerinnen und Politiker der Linken deutlich geworden, dass sie sich der Bedeutung politischer Glaubwürdigkeit durchaus bewusst sind. Und doch möchten einige von ihnen unsere friedenspolitischen programmatischen Prinzipien entsorgen, so unsere Ablehnung der NATO, die Ablehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr oder die Ablehnung jeglicher Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete.

    Die Position der Kommunistischen Plattform in diesen Fragen ist seit Jahrzehnten unverändert. Manche meinen, wir seien stehengeblieben, weil sie nicht merken, dass sie rückwärtsgehen. Unsere Sofort-Schlussfolgerungen aus den jüngsten Landtagswahlen lauten:

    Wir begrüßen es, dass unsere Partei mit dem Beschluss des Parteivorstandes vom 1. September 2024 zur Friedensdemonstration am 3. Oktober 2024 nach Berlin aufruft und mobilisiert. Für diesen Beschluss hat die Kommunistische Plattform gemeinsam mit den Mitgliedern des Parteivorstands Christine Buchholz, Margit Glasow und Jan Richter aktiv gekämpft. Wir bitten alle Kommunistinnen und Kommunisten in unserer Partei, sich mit aller Kraft in die Demonstrationsvorbereitungen einzubringen. Wir sollten vor allem um das Mitführen von Transparenten kämpfen, die sich gegen die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen auf deutschem Boden, gegen Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete und gegen die mittlerweile fast alle gesellschaftlichen Bereiche umfassende Militarisierung richten – gegen den Wahn, Kriegstüchtigkeit wiederzuerlangen, als habe es zwei von deutschem Boden ausgehende mörderische Weltkriege nie gegeben.
    Wir wollen, dass im abschließenden Teil des Leitantrages an den Hallenser Parteitag »Auf dem Weg zur Bundestagswahl: Fokussieren«, der sich mit den Schwerpunkten des zukünftigen Bundestagswahlprogramms und -wahlkampfes befasst, der Schwerpunkt »Kampf um den Frieden, gegen die Militarisierung Deutschlands und vor allem gegen die US-Raketenstationierung auf deutschem Boden« aufgenommen wird. Es ist unfassbar, dass dieser Schwerpunkt in diesem entscheidenden Teil des Leitantrages fehlt. Unfassbar, weil die Kriegsvorbereitungen unser aller Überleben infrage stellen, unfassbar aber auch, weil sich der Eindruck verfestigt, dass manche Protagonisten der Linken absolut lernunwillig sind. Wir sollten uns nicht scheuen, Änderungsanträge auch taktisch zu stellen: Nicht überall, wo es denkbar ist, sie zu stellen, sondern dort, wo Änderungsanträge dringend geboten sind. Es wäre hilfreich, wenn es eine Vielzahl von Änderungsanträgen gäbe, die darauf ausgerichtet sind, den Schwerpunkt Friedenskampf im Leitantrag-Abschnitt »Auf dem Weg zur Bundestagswahl: Fokussieren« unumgänglich werden zu lassen.

    Wir erwarten, dass der von drei bundesweiten Zusammenschlüssen, zwei Berliner Bezirksorganisationen, fünf regionalen Strukturen sowie 202 Genossinnen und Genossen, darunter 24 Delegierte, gestellte Antimilitarismusantrag »Schluss mit der Kanonen-statt-Butter-Politik!«[1] auf dem Parteitag in Halle im Plenum behandelt wird und nicht – wie wir es bei ähnlich gelagerten Anträgen immer wieder erlebt haben – an den Parteivorstand oder den Bundesausschuss überwiesen wird. Von deutschem Boden sind zweimal verheerende Kriege ausgegangen. Für einen Antrag gegen das Wiedererstarken dieses deutschen Militarismus, gegen eine »Kanonen-statt-Butter-Politik« muss Zeit auf dem Parteitag sein!

    #Allemagne #politique #Die_Linke #communistes #gauche #guerre

  • Rathaus Zehlendorf : Bezirkspolitiker geht gegen nackte Frauenskulpturen vor
    https://www.berliner-zeitung.de/news/rathaus-zehlendorf-bezirkspolitiker-geht-gegen-nackte-frauenskulptu

    Die Linke souffre de symptomes qui se déclarent chez les patients quand la mort est imminente. Le champ de vue se rétrécit et des sujets anodins prennent une importance disproportionnée.


    Une solution pour la gauche ?

    Après l’initiative pour le plafonnement du prix du döner kebab le parti s’en prend aux objets d’art. Un élu de gauche compte les nus artistiques près de la mairie à #Zehlendorf et constate qu’ils sont tous de sexe féminin. Sa conclusion : on expose les visiteurs de la mairie à du sexisme. il introduit alors une motion dans le petit parlement de l’arrondissement bourgeois et demande un chiffre égal de statues de femmes et d’hommes nues et habillées.

    Le parti Die Linke à #Steglitz-Zehlendorf a vraiment des choses plus importantes à faire que de défendre les intérêts des habitants des cités ouvrières de l’arrondissement. L’ésthétique d’abord !

    10.5.2024 von Jule Damaske - Die Kunst im Rathaus Zehlendorf zeigt Frauen ausschließlich nackt – während Männer als „Macher“ dargestellt werden, meint Dennis Egginger-Gonzalez. Das will er ändern.

    Das Rathaus Zehlendorf ist gesäumt von mehreren nackten Frauenskulpturen. In den Sitzungssälen blicken ausschließlich Männer, dargestellt als politische Macher und Entscheidungsträger in der Gesellschaft, aus den Bilderrahmen. Ein Bezirksverordneter fordert in einem Antrag an das Bezirksamt, diese Darstellungen zu ändern, um Geschlechtergerechtigkeit auf den Fluren des Rathauses zu schaffen.

    Konkret geht es um die drei Frauenskulpturen „Die Sandalenbinderin“, „Weiblicher Akt“ und die „Stehende Frau“, die allesamt unbekleidet sind. Die Figuren stammen teilweise aus den 1920er Jahren und spiegeln das Kunstverständnis der damaligen Zeit wider. „Doch es ist schon eine merkwürdige Häufung von nackten Frauen“, so der Antragsteller Dennis Egginger-Gonzalez (parteilos für die Linke im Rathaus). Es gebe einen starken Kontrast zu den Darstellungen von ausschließlich bekleideten Männern auf den Fluren im Gebäude.

    „Frauen sollten nicht nur nacktes Beiwerk auf dem Weg ins Rathaus sein“, sagt Bezirkspolitiker Egginger-Gonzalez der Berliner Zeitung. „Frauen werden hier als optischer Schmuck dargestellt, als Objekt sexueller Begierde und als nicht vollwertig.“ Die Kunst verändere das Setting von Sitzungen, teilte auch die Linksfraktion in dem Zusammenhang auf Facebook mit. Das Rathaus sollte ein Ort sein, an dem sich alle Geschlechter auf Augenhöhe begegnen, auch in der Kunst. „Wäre schön, wenn das Patriarchat bald auch in Steglitz-Zehlendorf endet“, so die Fraktion auf Facebook.

    CDU-Fraktion Steglitz-Zehlendorf: Egginger-Gonzalez will Kunst verhindern

    Die CDU-Fraktion im Bezirk wirft Egginger-Gonzalez vor, er wolle Kunst verschwinden lassen. Für eine Stellungnahme war die Fraktion bis zur Veröffentlichung des Artikels nicht verfügbar. „Ich wünsche mir eine Ergänzung der Kunst“, so Egginger-Gonzalez. Er will eine Kunstdiskussion im Rathaus anregen und damit erreichen, dass sich Menschen aller Geschlechter in der Kunstdarstellung wiederfinden. Dafür könne das Bezirksamt Kunst und Skulpturen verwenden, die sich bereits im eigenen Depot befinden. Eine andere Option sei es, die beiden Heimatmuseen in Steglitz und in Zehlendorf für Dauerleihgaben anzufragen.

    Egginger-Gonzalez kann sich auch vorstellen, dass die Bevölkerung sich beteiligt, um das überholte Geschlechterbild zu beenden und neue Kunst an das Rathaus spendet. Beispielsweise könnten durch andere Figuren Kontrastpunkte gesetzt werden. Die drei Frauenskulpturen könnten dem Politiker zufolge auch zusammengestellt und durch eine Beschilderung kontextualisiert werden. Doch wären auch nackte Männerfiguren als Ausgleich eine Lösung? „Warum nicht, wenn man sich darauf festlegt, Nacktheit darzustellen?“, antwortet Egginger-Gonzalez.

    Es gibt jedoch noch ein weiteres Problem. Zusätzlich zur Forderung nach mehr Gleichberechtigung haben Egginger-Gonzalez und die Linksfraktion Bedenken hinsichtlich der Verbindungen des Künstlers Bernhard Butzke zum Nationalsozialismus geäußert. Über den Bildhauer ist dem Bezirkspolitiker zufolge nicht viel bekannt. Bei Nachforschungen fiel Egginger-Gonzalez jedoch auf, dass Butzke schon vor dem Zweiten Weltkrieg Kriegerdenkmäler machte, die aus heutiger Sicht anrüchig seien.

    Das Bezirksamt wird daher aufgefordert, zu untersuchen, wie tief Butzkes Verbindungen zu diesem Regime waren, da er auch in Kunstkatalogen der SS aufgeführt ist. Er soll auch Auftragsarbeiten im NS durchgeführt haben, wie zum Beispiel die Darstellung „arischer Vorzeigefamilien“. Abhängig vom Ergebnis der Untersuchung muss Egginger-Gonzalez zufolge entschieden werden, ob seine Werke weiterhin kontextlos das Rathaus in Zehlendorf schmücken dürfen.

    #Berlin #Steglitz-Zehlendorf #art #censure #politique #gauche #Die_Linke #wtf

    • Le parti Die Linke a abandonné le projet qui constituait sa raison d’être, à savoir l’unification de toutes les tendances des gauches diverses dans le but de défendre les acquis sociaux et de construire une société socialiste à long terme. Depuis sa fondation il a perdu sa qualité de parti socialiste et demeure soit dans le meilleur des cas une sorte d’appendice social-démocrate inutile (pas besoin d’un deuxième parti social-démocrate) de la sphère politique allemande, soit un amalgame de citadins bien-pensants de « gauche » sans intérêt pour le commun des mortels.

      Je plains les camarades socialistes qui essayent encore de sauver le projet échoué malgré la domination du parti par ses fonctionnaires payés par l’état capitaliste et réactionnaire (pour ne pas le décrire par de pires adjectifs) allemand. La corruption morale fonctionne.

      La leçon à tirer de l’expérience échouée est qu’un parti ou mouvement socialiste doit se tenir à l’écart du système parlementaire. Les pragmatiques du parti dont quelques personnes que j’estime beaucoup ont choisi par contre de se réunir sous les ailes de la femme de l’ancien patron du SPD Lafontaine. On verra où le destin les conduira.

      La section du parti en Thuringe avec son premier ministre Bodo Ramelow survit dans la fachospère au milieu de sa moyenne montagne, mais c’est un autre monde où depuis 1989 il n’y a jamais eu la moindre perspective socialiste.

      Le reste du parti Die Linke tourne autour de soi-même et a apparamment perdu ses liens avec avec les gens ordinaires comme moi qui ont besoin d’une perspective à long terme et de soutien dans leurs combats quotidiens.

      Dans ce pays où les héritiers de l’empire nazi ont triomphé sur l’atavisme staliniste on ne construit pas de projet socialiste. Les camarades social-démocrates sauront le détruire comme ils l’ont fait en 1919, après 1974 au Portugal et en 2015 en Grèce.

      Je crains que lAllemagne et l’Union Europeenne avec soient obligées à traverser encore une catastrophe comme les guerres mondiales avant que ses peuples apprennent à prendre en mains leur destin.

  • Taxis gegen die Uber-Macht
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1179954.berlinale-taxis-gegen-die-uber-macht.html

    Was für ein Quatsch, natürlich soll das Gros der Berlinalebesucher mit dem Taxi und nicht mit Autos unter Kontrolle des US-Lohndumping-Konzerns fahren. Aber ein bischen Glamour und Blingbling müssen schon sein, mit Maybach und Rolls in black . So ist der Code, zu kurzes Röckchen für Februar steigt aus zu schwerer Limousine, alles nur gemietet und unverzichtbar fürs Blitzlichgewitter der internationalen Yellow-Press. Man könnte natürlich alle Cuba-Taxis mit Baujahr <= 1959 zur Berlinale importieren und die Inselbewohner dafür mit der VW-Überschußproduktion entschädigen, käme sicher gut an und würde den Zustand auch des hiesigen ÖPNV aus Benutzersicht gut darstellen.

    Eine Frage sei erlaubt : Wieso hat die Linke in den letzten Jahren ihrer Regierungsbeteiligung in Berlin nicht dafür gesorgt, dass die Lohndumper ausgemerzt werden? Es wäre ein Leichtes gewesen, hätte man sich getraut. Hat man aber nicht und macht jetzt aus der Opposition dumme Vorschläge. Schämt Euch Genossen !

    12.2.2024 von Patrick Volknant - Die Berliner Linke will das Taxigewerbe zum alleinigen Fahrdienstleister der Berlinale machen – statt US-Konzern Uber.

    Wenn in wenigen Tagen die Berlinale eröffnet, wird es auch Gelegenheit für Uber sein, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Wie schon 2023 fungiert das US-Unternehmen als einer der Hauptpartner bei der 74. Ausgabe des renommierten Filmfestivals. In Wasserstoffautos will Uber die internationale Prominenz von A nach B karren, Glamour und Nachhaltigkeit sollen Vorwürfe des Lohndumpings und der Schwarzarbeit überstrahlen.

    »Das Zeichen, das die Berlinale-Leitung damit sendet, ist höchst problematisch«, sagt Kristian Ronneburg. Der verkehrspolitische Sprecher der Linken im Abgeordnetenhaus kritisiert gegenüber »nd« die »unlauteren Methoden«, mit denen Uber dem Berliner Taxiwesen zusetze. In einer aktuellen Beschlussempfehlung fordert die Linksfraktion den schwarz-roten Senat zum Handeln auf. Er soll darauf hinwirken, dass der Berlinale-Fahrdienst ab 2025 ausschließlich an das Berliner Taxigewerbe geht.

    Uber stehe für Rechtsverstöße, begründet Ronneburg den Antrag. Er spricht von einer »Kannibalisierung des Taxiverkehrs«: Etliche Fälle seien belegt, in denen der Konzern Subunternehmen beauftragt habe, die Mindestlohn-Standards verletzen. Gerade erst habe der Senat die Fördermittel für die Berlinale um 2 Millionen Euro aufgestockt. »Das sollte für die Berlinale Anlass genug sein, um umgekehrt keine Mietwagenvermittler zu unterstützen«, befindet der Linke-Abgeordnete.

    Insgesamt 65 Wasserstoff-Limousinen und 15 elektrische Kleinbusse sind im vergangenen Jahr auf der Berlinale zum Einsatz gekommen – ein Anspruch, dem sich die Berliner Taxi-Innung durchaus gewachsen sieht. »Wenn das Taxigewerbe so ein Weltereignis unterstützen dürfte, wäre das weltweit einzigartig«, sagt deren Vorsitzender Leszek Nadolski zu »nd«. Mit der aktuellen Festivalleitung habe es bereits Gespräche gegeben; wie Uber wolle man auf Elektroantrieb setzen. Auch an die im April nachfolgende Berlinale-Chefin Tricia Tuttle wolle man den Vorschlag herantragen.

    Wie schon im vergangenen Jahr haben Taxifahrer*innen vor, gegen den Sponsorendeal mit Uber zu protestieren. »Uber ist aus unserer Sicht ein starker Unterstützer für Schwarzarbeit in Berlin«, sagt Nadolski. Das sei mehr als nur die Einschätzung eines Taxilobbyisten: »Da können Sie auch den Zoll fragen.« Das Hauptzollamt Berlin berichtete in der Vergangenheit von Fahrer*innen entsprechender Subunternehmen, denen unter anderem Sozialleistungen vorenthalten wurden.

    Im Gegensatz zu anderen internationalen Metropolen konnte Uber sein ursprüngliches Geschäftsmodell in Berlin nicht durchsetzen. Das in Deutschland vergleichsweise strenge Personenbeförderungsgesetz zwang den Konzern, seine Geschäftsbedingungen anzupassen. Während Ubers Modell in anderen Ländern darauf basiert, dass Privatpersonen die Dienstleistung anbieten, vermittelt die App hierzulande Selbstständige oder Fahrer*innen, die bei Kleinunternehmen angestellt sind. In der Theorie gehen damit einige Einschränkungen einher.

    Mittlerweile geht Uber in der deutschen Hauptstadt in die Offensive. Jüngstes Beispiel sind die wirksamen Sponsoring-Deals rund um die Mercedes-Benz- und künftige Uber-Arena in Friedrichshain. »Die Umbenennung ist eine klare Kampfansage«, stellt Ronneburg fest. Bei Werbeabkommen im privaten Bereich habe der Senat zwar keinen Einfluss. Anders jedoch bei der Umsetzung der 2021 in Kraft getretenen Änderung des Personenbeförderungsgesetzes durch den Bund.

    »In Berlin müssen wir jetzt sehen, wie wir das umsetzen«, sagt Ronneburg. Auf lange Sicht gehe es darum, die öffentliche Daseinsvorsorge gegen Geschäftsmodelle wie das von Uber zu verteidigen, feste Preisrahmen für Verbindungen festzulegen und soziale Standards sicherzustellen. »Viele Länder haben Angst vor einem großen Rechtsstreit. Weil wir am meisten betroffen sind, schaut jetzt alles auf Berlin.«

    Uber selbst kann den Vorstoß der Linken nicht nachvollziehen. »Mit unserem Engagement bei der Berlinale unterstützen wir die Kultur- und Filmszene in der Hauptstadt«, teilt das Unternehmen »nd« mit. Für Uber habe gesetzeskonformes Handeln »oberste Priorität«. Dies gelte auch für die Partner, mit denen man kooperiere. »Sofern sie sich nicht an die Regeln halten und wir davon Kenntnis erlangen, ziehen wir entsprechende Konsequenzen, bis hin zu einer Sperrung auf unserer Plattform.« Der Berlinale-Veranstalter ließ eine Anfrage bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

    #Uber #Berlin #Politik #Die_Linke #Berlinale #Arbeit

  • 13.02.2024 Christine Buchholz : Warum ich das Bundestagsmandat nicht annehme
    https://christinebuchholz.de/2024/02/12/warum-ich-das-bundestagsmandat-nicht-annehme


    Christine Buchholz auf einer Kundgebung zum Antikriegstag (Berlin, 1.9.2013)

    Le parti Die Linke n’est plus le parti de la paix et ne représente plus les intérêts de la classe ouvrière. L’ancienne membre du Bundestag Christine Buchholz refuse d’y siéger à nouveau à la place de l’élu berlinois Pascal Meiser qui doit quitter le parlement après les élections de dimanche dernier.
    Une particularité du droit électoral allemand exige que la faible participation des Berlinois aux élections fasse perdre un siège à la ville mais pas au parti qui envoie alors à l’assemblée nationale un candidat d’un autre Land.

    Avec Pascal Meiser Berlin perd un député syndicaliste qui ne fait pas partie de la droite qui domine le « parti de gauche » à Betlin.

    Am 11. Februar fand in Berlin eine Wiederholungswahl statt. Aufgrund des bundesdeutschen Wahlsystems hat der Verlust des Mandats des Abgeordneten Pascal Meiser aus Berlin dazu geführt, dass ich ein Mandat erhalten habe. Ich werde dieses Mandat nicht antreten.

    Im Frühjahr 2021 hat mich die hessische LINKE zum vierten Mal für ihre Landesliste nominiert. Ich hatte in den 12 Jahren davor als Mitglied des Bundestags meinen Schwerpunkt in den Bereichen Krieg und Frieden sowie im Kampf gegen rechts, speziell in der Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus.

    Die Entwicklungen der letzten Jahre haben mich wiederholt in Konflikt mit der mehrheitlichen Linie der Partei und der Fraktion gebracht. Das betrifft sowohl einen defensiven Umgang mit der Kritik an der NATO und der deutschen Rolle im Krieg um die Ukraine als auch ihr Versagen in der Kritik der deutschen Unterstützung für Israels Krieg in Gaza. Gerade vor dem Hintergrund der Mobilmachung gegen das mit über einer Million Geflüchteten überfüllte Rafah an der Grenze zu Ägypten wird das tödliche Ausmaß dieses Versagens deutlich. DIE LINKE wird ihrer Aufgabe als Antikriegspartei in den aktuell entscheidenden Situationen nicht gerecht. Die Annahme des Mandats würde mich nun in einen ständigen Konflikt mit der Linie der Parteispitze und der Gruppe der LINKEN im Bundestag bringen. Ich sehe dort momentan keinen Raum für meine Positionen in diesen Fragen.

    Die Wagenknecht-Partei BSW ist für mich keine Alternative. Ihre Argumentation für eine Begrenzung der Migration knüpft an die „das Boot ist voll“-Rhetorik des rechten politischen Spektrums an. Ihr Standortnationalismus schwächt eine linke und internationalistische Perspektive in gesellschaftlichen Bewegungen, darunter insbesondere der Gewerkschaftsbewegung.

    Die Ablehnung des Mandats heißt nicht, dass ich mich aus der politischen Aktivität zurückziehe. Ich bringe meine Kraft und mein ehrenamtliches Engagement dort ein, wo ich außerhalb des Parlaments gemeinsam mit anderen aus der LINKEN und darüber hinaus gegen Krieg und das Erstarken des Faschismus wirken kann – zum Beispiel in der Antikriegskoordination in Berlin, bei Aufstehen gegen Rassismus und bei der Gruppe Sozialismus von unten.

    https://www.jungewelt.de/artikel/469237.christine-buchholz-warum-ich-das-bundestagsmandat-nicht-annehme.htm

    Christine Buchholz, die ehemalige Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, begründete am Montag in einer auf ihrer Website veröffentlichten Erklärung, warum sie das erneute Bundestagsmandat infolge der Berliner Wiederholungswahl nicht antreten wird:

    Am 11. Februar fand in Berlin eine Wiederholungswahl statt. Aufgrund des bundesdeutschen Wahlsystems hat der Verlust des Mandats des Abgeordneten Pascal Meiser aus Berlin dazu geführt, dass ich ein Mandat erhalten habe. Ich werde dieses Mandat nicht antreten.

    Im Frühjahr 2021 hat mich die hessische Linke zum vierten Mal für ihre Landesliste nominiert. Ich hatte in den zwölf Jahren davor als Mitglied des Bundestags meinen Schwerpunkt in den Bereichen Krieg und Frieden sowie im Kampf gegen rechts, speziell in der Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus.

    Die Entwicklungen der letzten Jahre haben mich wiederholt in Konflikt mit der mehrheitlichen Linie der Partei und der Fraktion gebracht. Das betrifft sowohl einen defensiven Umgang mit der Kritik an der NATO und der deutschen Rolle im Krieg um die Ukraine als auch ihr Versagen in der Kritik der deutschen Unterstützung für Israels Krieg in Gaza. Gerade vor dem Hintergrund der Mobilmachung gegen das mit über einer Million Geflüchteten überfüllte Rafah an der Grenze zu Ägypten wird das tödliche Ausmaß dieses Versagens deutlich. Die Linke wird ihrer Aufgabe als Antikriegspartei in den aktuell entscheidenden Situationen nicht gerecht. Die Annahme des Mandats würde mich nun in einen ständigen Konflikt mit der Linie der Parteispitze und der Gruppe der Linken im Bundestag bringen. Ich sehe dort momentan keinen Raum für meine Positionen in diesen Fragen.

    Die Wagenknecht-Partei BSW ist für mich keine Alternative. Ihre Argumentation für eine Begrenzung der Migration knüpft an die »Das Boot ist voll«-Rhetorik des rechten politischen Spektrums an. Ihr Standortnationalismus schwächt eine linke und internationalistische Perspektive in gesellschaftlichen Bewegungen, darunter insbesondere der Gewerkschaftsbewegung. (…)

    #Allemagne #gauche #élections #Die_Linke

  • Durchhalteprosa vom 21. November 2023 von Götz Eisenberg
    https://durchhalteprosa.de/2023/11/21/86-antisemitismus-das-geruecht-ueber-die-juden
    J’apprends que le parti Die Linke dit byebye au drapeau rouge. Désormais il sera blanc.


    Cette Photo montre l’ancien logo au drapeau rouge.

    von Götz Eisenberg
    ...
    In der Süddeutschen Zeitung lese ich am selben Morgen, dass die Führungsriege der in letzter Zeit arg gebeutelten Linkspartei den Mitgliedern zur Beginn des am Wochenende in Augsburg stattfindenden Parteitags ein neues Logo präsentieren wird. Man hofft, damit das Zeichen für einen Neubeginn zu setzen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der kleine Keil über dem „I“, der bislang rot war und nach links wies, nun weiß ist und nach rechts oben zeigt.

    .
    Voilà le nouveau styleguide du parti

    Erscheinungsbild : DIE LINKE.
    https://www.die-linke.de/partei/ueber-uns/erscheinungsbild

    https://lissi.die-linke.de

    Ich bin Lissi, das Designsystem für Die Linke

    Bref, le noir a disparu, et n’est employé que pour le texte ; il n’y a plus que deux couleurs, par contre il y a un nouveau canon de couleurs à utiliser pour des thèmes prédéfinis.

    #Die_Linke #design #corporate_identity

    • Et la référence à Clara Zetkin a elle aussi disparu. Je me souviens que, au cours d’un voyage en RDA dans les années 80, cette dame était bien à l’honneur.

      Clara Zetkin , née Clara Eißner le 5 juillet 1857 à Wiederau, en royaume de Saxe, et morte à Arkhangelskoïe, près de Moscou, le 20 juin 1933, est une enseignante, journaliste et femme politique marxiste allemande, figure historique du féminisme, plus précisément du féminisme socialiste.
      Après avoir été membre jusqu’en 1917 de l’aile gauche du SPD, elle rejoint l’USPD (pacifistes) pour se retrouver dans le courant révolutionnaire que constitue la Ligue spartakiste. Ce courant donne naissance pendant la révolution allemande au Parti communiste d’Allemagne (KPD), dont Clara Zetkin est députée au Reichstag durant la république de Weimar, de 1920 à 1933. Elle est à l’origine de la journée internationale des droits des femmes.

      https://fr.wikipedia.org/wiki/Clara_Zetkin

      #révolutions_prolétariennes #communisme (éradication du)

    • On a purgé Berlin du souvenir de Clara Zetkin. Il faut se rendre à Birkenwerder pour retrouver ses traces.

      https://www.berlin.de/museum/brandenburg/4421799-3130530-museum-clara-zetkin-in-birkenwerder.html

      Im Obergeschoss des ehemaligen Wohnhauses von Clara Zetkin in Birkenwerder befindet sich das Clara-Zetkin-Museum, das persönliche Gegenstände der Politikerin zeigt.

      Das Clara-Zetkin-Museum im ehemaligen Wohnhaus der sozialdemokratischen Politikerin und Frauenrechtlerin widmet sich ihrem Leben und Werk. Zetkin lebte in dem Gebäude in Birkenwerder von 1929 bis 1932, bevor sie ein Jahr vor ihrem Tod in die Sowjetunion übersiedelte. Heute ist es eine Gedenkstätte, in der neben dem Museum auch die Gemeindebibliothek und ein Geschichtsstübchen im Keller untergebracht sind.
      Geschichte des Clara-Zetkin-Hauses

      Ursprünglich wurde das Gebäude, in dem Clara Zetkin lebte, 1912 für den Maler Karl Drabig erbaut. Zetkins jüngerer Sohn Konstantin erwarb es 1929 für seine Mutter, die schon seit längerem nach einer Unterkunft nahe der Hauptstadt suchte. Nachdem die Politikerin das Haus drei Jahre später wieder verließ, um in die Sowjetunion umzusiedeln, beschlagnahmte die Gestapo 1933 Bücher und Druckschriften, die sie zurückgelassen hatte. Das Gebäude ging in den Besitz des Staates Preußen über. 1949 übergab es die DDR zurück an den älteren Sohn Maxim Zetkin. Auf dessen Initiative hin wurde das Haus 1957 anlässlich des 100. Geburtstags von Clara Zetkin zur Gedenktstätte.

      Adresse
      Summter Straße 4
      416547 Birkenwerder
      Zum Stadtplan
      Internetadresse
      fv-clara-zetkin-gedenkstaette.de
      Öffnungszeiten
      Besuch nur auf Anfrage
      Eintritt
      Kostenlos

  • Krise der Linkspartei : Alles im Griff
    https://www.jungewelt.de/artikel/463483.krise-der-linkspartei-alles-im-griff.html

    Le parti Die Linke abandonne simultanément son électoriat prolétaire et son identité socialiste. La notion d’une société à l’économie démocratique connue comme socialiste figure encore au programme du parti mais son programme électoral n’en fait plus mention. Le weekend dernier les délégués au congrès du parti ont refuté chaque tentative d’inscrire dans le programme pour les élections européennes de 2024 des revendications comme la socialisation des banques et des producteurs d’énergie.

    Fondé en 2007 comme organisation unifiée des socialistes de l’Est et de l’Ouest d’Allemagne le parti a perdu sa raison d’être initiale sans avoir trouvé une nouvelle mission. L’organisation s’est par exemple révélée incapable d’une modernisation de ses structures suivant l’esprit d’innovation et d’ouverture du parti pirate et n’a su adoper des buts écoligiques qu’une fois son propre déclin faisait s’agripper ses fonctionnaires au moindre élément prometteur voué pourtant à l’échec.

    Après le départ des populistes pragmatiques autour de Wagenknecht Die Linke n’est plus qu’une carcasse à laquelle les vers donnent un semblent de vie en grignotant de grandes bouchées de sa chair. Ça sent la pourriture opportuniste quand ses fonctionnaires nourris par les subventions de l"état capitaliste s’entrainent au concours du meilleur démocrate européen.

    Ils ont fait foirer le projet socialiste qu’ils étaient chargés de populariser. Qu’ils disparaissent enfin pour faire place à une gauche digne de ce nom.

    J’ai des regrets pour les biens appartenant au prolétariat allemand qui seront bientôt bradés dans la contexte de la faillite prévisible du parti. La maison Karl Liebknecht et le siège du journal Neues Deutschland ont survécu la contre-révolution de 1989/1990. Là pendant les deux ou trois périodes législatives à venir sans présence du parti au Bundestag sa situation financière se dégradera au point où on verra leur transformation en copropriété privée ou en espace bureaux hors de prix.

    20.11.2023 von Nico Popp - Ohne Grundsatzkritik und Sozialismus-Begriff: Linke-Parteitag billigt Europawahlprogramm. Schlagabtausch zum Krieg in Nahost

    Die Linkspartei mag sich in einer existentiellen Krise befinden – Parteitage organisieren kann sie immer noch. Der Bundesparteitag in Augsburg rollte ohne große Komplikationen und substantielle inhaltliche Auseinandersetzungen ab; die Parteitagsregie hatte die Lage jederzeit im Griff. Die Frage ist freilich, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für die Zukunft der Partei ist.

    Der Austritt der zehn Bundestagsabgeordneten um Sahra Wagenknecht und die bevorstehende Gründung einer Konkurrenzpartei spielten in den Reden und Debatten allenfalls am Rande eine Rolle. Fraktionschef Dietmar Bartsch, der lange als »Verbündeter« Wagenknechts galt, ritt am Sonnabend noch die heftigsten Attacken gegen die ehemaligen Genossinnen und Genossen.

    Die Parteispitze war bemüht, Aufbruchstimmung zu vermitteln. Die beiden Parteivorsitzenden stellten am Sonnabend eine Kampagne zur »Erneuerung« der Partei vor, die unter dem Motto »Eine Linke für alle« steht. Die Kovorsitzende Janine Wissler verwies auf 700 neu eingetretene Mitglieder in den vergangenen Wochen.

    Noch mehr als der Parteitag in Erfurt im Juni vergangenen Jahres trug der in Augsburg über weite Strecken Züge eines Selbstgesprächs von Funktionären, Mitgliedern der Vorstände und Mandatsträgern aller Ebenen. Die Funktionäre dominierten auch die Generaldebatte, die bereits am Freitag mit Verweis auf den aus den Fugen geratenen Zeitplan von 120 auf 90 Minuten bei gleichzeitiger Beschränkung der Redezeit auf zweieinhalb Minuten eingedampft wurde. Ein Einspruch von Ellen Brombacher (Kommunistische Plattform) wurde von der Mehrheit der Delegierten zurückgewiesen.

    Immer wieder wurden in der General- und Antragsdebatte dennoch kritische Stimmen hörbar. Festgestellt wurde etwa, dass im Entwurf des Europawahlprogramms, der über 80 Seiten lang ist, das Wort Sozialismus nicht ein einziges Mal vorkommt. Kritisiert wurde auch, dass eine stundenlange Debatte über Detailfragen geführt wurde, ohne wenigstens kurz über den Charakter der Europäischen Union zu diskutieren.

    Hitzig wurde die Debatte aber nur am späten Freitag abend, als über den Krieg im Nahen Osten geredet wurde. Dazu hatte die ehemalige Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz zuvor bereits in der Generaldebatte Position bezogen. Ihre Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung wurde eher kühl aufgenommen. Als dann gegen Mitternacht gesondert über das Thema diskutiert wurde und der Delegierte Nick Papak Amoozegar von »ethnischen Säuberungen« und einem »Genozid« im Gazastreifen sprach, reagierten mehrere Delegierte mit Gebrüll.

    Der ehemalige Berliner Kultursenator Klaus Lederer nannte umgekehrt die Massaker an israelischen Zivilisten einen »Akt eliminatorischer Enthemmung« und eine »genozidale Gewaltorgie«. Am 7. Oktober sei etwas geschehen, was »seit 1945 so nicht mehr stattgefunden hat«. Gegen die gedankliche Verbindung der Gewalt der islamistischen Hamas mit den Naziverbrechen erhob sich kein hörbarer Protest. Auch Parteichef Martin Schirdewan wurde von Lederer angegriffen: Er, Lederer, habe »sich geschämt«, dass Schirdewan »offen antisemitische Äußerungen« eines spanischen linken Europaabgeordneten in seiner Rede »unwidersprochen« gelassen habe. Angenommen wurde mit großer Mehrheit schließlich ein vorab ausgehandelter »Kompromissantrag«.

    In der Debatte zum Wahlprogramm hatten die vom Parteivorstand aufgebotenen Gegenredner keine Schwierigkeiten, politisch nicht erwünschte Änderungsanträge abschmettern zu lassen. Anträge, die auf Korrekturen hinausliefen, ohne dabei den verdünnten Reformismus des Programms zu konterkarieren, wurden dagegen zum Teil übernommen bzw. mit Mehrheit gebilligt, darunter die Erhöhung der Mindestlohnforderung von 14 auf 15 Euro und die Koppelung des Mindestlohns an einen jährlichen Inflationsausgleich. Aber sogar dafür fand sich ein Gegenredner, der vor einer »Lohn-Preis-Spirale« warnte.

    Aufklärung über den politischen Standort der Delegiertenmehrheit brachte ein Änderungsantrag, dessen Einbringer die Forderung nach der Überführung aller Konzerne im Energiebereich in öffentliches Eigentum in das Programm einfügen wollten. Dagegen sprach für den Vorstand Bundesschatzmeister Harald Wolf. Er wolle »wegkommen von diesem Schlagwortsozialismus«. Dabei folgte ihm die Mehrheit der Delegierten: 172 stimmten für, 195 gegen den Änderungsantrag.

    Das Wahlprogramm, in dem sich keine Grundsatzkritik an der EU findet, wurde schließlich ohne wesentliche Änderungen mit großer Mehrheit beschlossen.

    Der Delegierte Thomas Kachel kritisierte anschließend die Inhalte und das Verfahren in einer persönlichen Erklärung. Er sprach von einer »friedenspolitischen Hypothek« und einem »autoritären Durchregieren« des Parteivorstandes. In dem Wahlprogramm gebe es einmal mehr »verordnete Einseitigkeit in Sachen Ukraine und Agieren der NATO« und eine Zustimmung zu Sanktionen »sogar gegen unseren eigenen Beschluss in Erfurt«. Die sichtbar wütende ehemalige Berliner Landesvorsitzende Katina Schubert, die in der Tagungsleitung saß, schnitt Kachel schließlich das Wort ab.

    #gauche #Die_Linke #Allemagne #hybris

  • Reform Berliner Bundestagswahlkreise : Wahlsieger am Reißbrett
    https://taz.de/Reform-Berliner-Bundestagswahlkreise/!5895527

    La nouvelle repartition des circonscriptions électorales à Berlin éliminera les candidats du parti de gauche. Avec le même nombre de voix qu’au dernières élections Die Linke n’obtiendra plus aucun député au Bundestag. En 2025 il lui faudra impérativement dépasser le seuil de cinq pour cent des voix électorales au niveau national pour entrer au Bundestag.

    L’Allemagne impose un résultat d’au moins cinq pourcent des voix électorales comme condition d’entrée dans ses parlements politiques.

    Une règle du droit de vote allemand veut qu’à partir de trois élus par vote majoritaire le nombre des autres délégués du parti se calcule proportionellement même si son résultat général est en dessous de cinq pour cent.

    Actuellement Die Linke profite de cette règle.

    Dans toutes les élections politiques allemandes sont élus deux candidats par circonscription. Le premier est élu par vote majoritaire dans un seul tour, alors que le deuxième vote de chaque électeur entre dans le calcul proportionnel au niveau global. Chaque parti y propose une liste de candidats qui entrent au parlement en fonction de leur position sur la liste du parti et des voix obtenus.

    Ce double vote rend nécessaire des calculs compliqués afin de garantir la bonne repartition proportionelle des sièges. Il a fait gonfler le Bundestag au point où il est devenu le deuxième grand parlement du monde après le congrès national de Chine.

    Ce développement est la raison officielle pour les modifications à venir des circonscriptions. A Berlin le parti sicialdémocrate SPD domine la commission chargé de la conception des circonscriptions. Elle propose alors au parlement une nouvelle repartition qui augmentera le nombre des socialdémocrates élus par vote majoritaire. Les perdants seront les chrétiens-démocrates et surtout le parti de gauche.

    Erik Peter - Die Linke wirft der SPD vor, die Wahlkreise für die Berliner Bundestagswahl zu ihren Gunsten zuzuschneiden. Auch Grüne und CDU würden verlieren.

    BERLIN taz | Die Reform der Berliner Bundestagswahlkreise vor der kommenden Wahl 2025 könnte vor allem der SPD zum Vorteil gereichen. Linken, Grünen und CDU droht dagegen der Verlust bisheriger Mandate. Das ergibt sich aus zwei alternativen Vorschlägen der Landeswahlleiterin an die Wahlkreiskommission des Bundestags, die der taz vorliegen. Hintergrund ist die für eine angestrebte Verkleinerung des Bundestages notwendig gewordene Verringerung von bislang 12 auf zukünftig 11 Berliner Wahlkreise.

    Eine erste Variante sieht vor, den 2021 von den Linken gewonnenen Wahlkreis Lichtenberg aufzulösen und auf umliegende Wahlkreise zu verteilen. Das Mandat entfiele ersatzlos. Der Vorschlag treibt insbesondere die Linke um: Bedroht wäre schließlich eines von drei bundesweiten Direktmandaten, das der Partei zuletzt gerade so den Fraktionsstatus im Bundestag gesichert hat. Auch die CDU hätte bei dieser Variante das Nachsehen und könnte ihr Direktmandat in Reinickendorf an die SPD verlieren.

    Ein anderer, von der Landeswahlleitung favorisierter Vorschlag sieht die Aufteilung des Wahlkreises Pankow sowie Umverteilungen in Reinickendorf und Spandau vor. Bei diesem Vorschlag würden die Grünen ihr in Pankow gewonnenes Mandat ersatzlos verlieren und wiederum die SPD einen Wahlkreis gewinnen, der bisher an die CDU fiel.

    In beiden Varianten wäre also die SPD die große Gewinnerin. Holte sie bei der Wahl 2021 noch 4 von 12 Berliner Bundestagswahlkreisen direkt, wären es bei gleichbleibender Stimmenverteilung zukünftig 5 von 11.

    Die vorgeschlagenen Neufassungen gehen auf die turnusgemäßen Prüfungen der Wahlbezirke zurück. Die Landeswahlleitungen müssen dafür Vorschläge an die Wahlkreiskommission des Bundestages übermitteln. Diese legt im Januar ihre Vorschläge dem Bundestag vor, der dann final entscheidet. Grundsätzlich gilt, dass alle Wahlkreise ähnlich groß sein sollen und nicht mehr als 15 Prozent von der durchschnittlichen Wahlkreisgröße (rund 250.000 Wahlberechtigte) abweichen sollen.

    In Berlin liegen derzeit zwei Wahlkreise deutlich unter dem Schnitt: Spandau-Charlottenburg-Nord (–16,8 Prozent) und Reinickendorf (–18,6 Prozent). Erstaunlich scheint angesichts dessen, dass bei den vorliegenden Vorschlägen von Landeswahlleitung und Innenverwaltung die Schere auch in Pankow und Lichtenberg angesetzt wird.

    Entsprechend sind die Vorschläge außerhalb der SPD nicht gerade gut angekommen. Bei den Grünen hat man Bauchschmerzen. Und der Berliner Linken-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg wirft der als Innenverwaltung verantwortlichen SPD gleich „Gerrymandering“ (siehe Kasten) vor: Mit dem im englischen Sprachgebrauch gebräuchlichen Begriff wird die vor allem aus den USA bekannte Unsitte bezeichnet, Wahlkreiszuschnitte für Parteipolitik zu missbrauchen.

    „Beide Varianten sind offensichtliche Fälle von Gerrymandering“, sagt Schlüsselburg, „es gibt kein sachliches Argument, warum Lichtenberg als dynamischer und wachsender Wahlkreis kein eigener Wahlkreis bleiben sollte.“ Die mangelnde Größe Charlottenburg-Nords und Reinickendorfs sollte seiner Ansicht minimalinvasiv vor Ort korrigiert werden.

    Schlüsselburg kritisiert zudem, dass die Innenverwaltung von Iris Spranger (SPD) die Vorschläge aus dem Juli den Parteien erst Mitte November vorlegte – mit gerade einmal einer zweiwöchigen Frist zur Stellungnahme. „Wahlkreiszuschnitte in Hinterzimmern beschädigen das Vertrauen in die Demokratie“, sagt Schlüsselburg, „die SPD und die Landeswahlleitung müssten nach der von ihr verantworteten Wahlwiederholung eigentlich das Vertrauen in die Wahldemokratie stärken – dann aber versuchen sie, den Volksentscheid von der Abstimmung zu trennen, und überraschen uns nun mit kurzer Fristsetzung beim Neuzuschnitt der Wahlkreise.“ Die Linke hat die Vorschläge in ihrer Stellungnahme entsprechend kritisiert und abgelehnt. Sie spricht sich für die zweite Variante mit Änderungen aus und will den Wahlkreis Lichtenberg und Pankow weitgehend unangetastet lassen.

    Die SPD teilte der taz mit, Vorschläge der Wahlkreiskommission zur Kenntnis genommen und keine Stellungsnahme abgegeben zu haben. Die Innenverwaltung äußerte sich auf taz-Anfrage dazu bislang nicht.

    Erinnerung an PDS-Zeiten

    Der Linken könnte damit ein ähnliches Szenario wie der Vorgängerpartei PDS drohen. Nachdem diese 1998 noch vier Direktmandate im Osten Berlins gewonnen hatte, blieben ihr nach der Neuaufteilung der Wahlkreise vor der Bundestagswahl 2002 nur noch zwei sichere Wahlkreise übrig. Weil die Partei dann knapp an der 5-Prozent-Hürde scheiterte, zogen damals nur noch Gesine Lötsch in Lichtenberg und Petra Pau in Marzahn-Hellersdorf als direkt gewählte Abgeordnete in den Bundestag ein – eine PDS-Fraktion gab es nicht mehr.

    Abgeschafft worden waren zuvor die Wahlkreise Hohenschönhausen-Pankow-Weißensee, mit der Folge, dass die Partei im neuen Wahlkreis Pankow ins Hintertreffen geriet. Keine Chance mehr hatte die PDS zudem im neu zusammengesetzten Ost-West-Wahlkreis Mitte, nachdem sie zuvor den alten Wahlkreis Mitte-Prenzlauer Berg dominiert hatte. Die PDS war damit die einzige große Verliererin der damaligen Wahlkreisreform.

    Parallel zur turnusmäßigen Prüfung der Wahlkreise arbeitet die Bundesregierung derzeit an einer grundlegenden Reform des Wahlrechts, um den durch Überhangmandate überdimensionierten Bundestag zu verkleinern. Sollte diese kommen, könnten die nun diskutierten Wahlkreiszuschnitte wiederum Makulatur sein.

    #Berlin #Allemagne #politique #gauche #Die_Linke #élections #Bundestag #droit #Überhangmandat #gerrymandering

  • Bürgergeld - Beton, Flexibilität und Schwäche - freitag.de
    https://www.freitag.de/autoren/alexander-fischer/buergergeld-beton-flexibilitaet-und-schwaeche?s=09

    Alexander Fischer, secretaire d’état auprès de la senatrice pour intégration, travail et questions sociales (#SenIAS) du gouvernement (Land) berlinois du parti de gauche (#Die_Linke) Katja Kipping nous propose cette analyse des nouvelles lois fédérales censées remplacer l’infâme #HartzIV qui s’appellerait désormais #Bürgergeld. Texte essentiel pour comprendre comment l’Allemagne dévéloppe le système inspirant les macronistes.

    23.11.2022 von Alexander Fischer - Die Union hat Verschärfungen des Bürgergeld-Gesetzes erzwungen. Aber ihre Blockade-Mehrheit im Bundesrat wäre keine, wenn andere Parteien andere Entscheidungen getroffen hätten. Die politische Verantwortung tragen viele.

    Wohl weil es sich im Schatten sehr großer Krisen vollzieht, wird in Deutschland nicht noch sehr viel mehr über eine der bedeutendsten Sozialreformen der letzten Jahre diskutiert. Mit dem Label „Bürgergeld“ hat die Ampel eine Reform des SGB II auf den Weg gebracht, die einen Bruch mit der letzten großen Reform des Grundsicherungssystems vollziehen will, die unter dem Namen „Hartz IV“ in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen ist. Wie groß man auch immer diesen Bruch qualitativ bewerten will, unstrittig ist, dass die Bezieher/innen von Grundsicherungsleistungen mit diesem Gesetz auf signifikante Verbesserungen hoffen dürften, ob bei der Höhe des Regelsatzes, dem Sanktionsregime oder der Verpflichtung, zumutbare Arbeit anzunehmen. Es war die CDU/CSU, die diese Reform im Bundesrat vorläufig gestoppt hat, weshalb gegenwärtig weitgehend hinter verschlossenen Türen im Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat über einen Kompromiss verhandelt wird, der noch in dieser Woche Bundestag und Bundesrat passieren muss, damit er überhaupt noch rechtzeitig zum 1.1.2023 praktisch umgesetzt werden kann. Und alles sieht danach aus, als ob die CDU/CSU eine Verschärfung der Sanktionsregelungen erzwingen wird. Die Ampel musste nach rechts verhandeln. Aber ist das ein Naturgesetz? Keinesfalls. Die politische Verantwortung für die weitere Verwässerung einer schon im Ansatz begrenzten Sozialreform tragen viele.

    Es lohnt sich, dafür einen Blick auf das Verfahren im Bundesrat und die Machtarithmetik, die in ihm zum Ausdruck kommt, zu werfen. Die Bürgergeld-Reform ist technisch gesehen ein Zustimmungsgesetz, das nicht nur mit Mehrheit vom Bundestag beschlossen werden muss, sondern auch im Bundesrat eine Mehrheit braucht. Das #Bundestag (@klaus++ c’est une erreur, il s’agit du Der #Bundesrat) ist als „Parlament der Länderregierungen“ (Selbstdarstellung) aus 69 Sitzen zusammen gesetzt, die (mit Unschärfen) nach der Größe auf die Bundesländer verteilt sind. Die Besetzung der Sitze und das Stimmverhalten bestimmen die jeweils amtierenden Landesregierungen. Enthaltungen zählen bei Abstimmungen wie Nein-Stimmen. Und da die Koalitionsverträge in den Bundesländern immer einen Passus enthalten, der bestimmt, dass im Bundesrat bei Uneinigkeit der Koalitionsparteien mit Enthaltung votiert wird, ergibt sich in der gegenwärtigen Zusammensetzung des Bundesrats folgende Machtarithmetik:

    Die Ampel-Parteien können auf insgesamt 16 jedenfalls in der Logik der regierenden Parteifarben sichere Ja-Stimmen bauen, die sich aus den 4 Landesregierungen von Hamburg (SPD/Grüne, 3), Niedersachsen (SPD/Grüne, 6), Saarland (SPD, 3) und Rheinland-Pfalz (Ampel, 4) speisen. Die beiden weiteren für den Bundesrat theoretisch relevanten Parteien sind CDU/CSU und DIE LINKE. Die CDU/CSU kann wegen der oben beschriebenen Logik nicht weniger als 39 Stimmen für eine Blockade versammeln, die sich aus den 8 Landesregierungen von Bayern (CSU/Freie Wähler, 6), Baden-Württemberg (Grüne/CDU, 6), Hessen (CDU/Grüne, 5), Nordrhein-Westfalen (CDU/Grüne, 6), Schleswig-Holstein (CDU/Grüne, 4), Brandenburg (SPD/CDU/Grüne, 4), Sachsen-Anhalt (CDU/SPD/Grüne, 4) und Sachsen (CDU/SPD/Grüne, 4) zusammen setzen. Damit hat die CDU/CSU allein, sofern sie ihre jeweils mitregierenden Landesparteien auf eine Linie verpflichtet (was offenbar geschehen ist), die Möglichkeit, mehr als 35 Enthaltungen im Bundesrat zu mobilisieren, die für eine Blockade nötig sind. Anders sieht das bei der LINKEN aus. Sie kann bis zu 14 Stimmen im Bundesrat für eine Enthaltung mobilisieren, die sich aus den Landesregierungen in Berlin (SPD/Grüne/LINKE, 4), Thüringen (LINKE/SPD/Grüne, 4), Bremen (SPD/Grüne/LINKE, 3) und Mecklenburg-Vorpommern (SPD/LINKE, 3) zusammen setzen.

    Es ist diese Macht-Arithmetik, die die Ampel dazu zwingt, in erster Linie mit der CDU/CSU zu verhandeln, und das heißt materiell über sozialpolitische Verschlechterungen des vorliegenden Entwurfs zu reden. Aber diese Macht-Arithmetik ist nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Es waren die baden-württembergischen Grünen, die 2021 bewusst entschieden haben, keine Ampel-Landesregierung mit SPD und FDP zu bilden, sondern weiter mit der CDU zu regieren. Es waren die nordrhein-westfälischen Grünen, die 2022 sehr bewusst entschieden haben, keine Ampel-Landesregierung unter Führung der SPD zu bilden, sondern eine schwarz-grüne unter Führung der CDU. Hätten sie sich nur in einem Fall anders entschieden, könnte die CDU/CSU heute nur 33 Stimmen, und damit keine Blockade-Enthaltungsmehrheit im Bundesrat mobilisieren. Dann hätte die Ampel 22 sichere Gestaltungs-Stimmen im Bundesrat, und es wäre viel naheliegender, sich statt um die Auflösung des von Friedrich Merz angerührten Betons um die 14 Stimmen aus den Ländern zu bemühen, in denen DIE LINKE mitregiert. Eine erfolgreiche Verhandlung würde dann zu 36 Ja-Stimmen im Bundesrat und damit zur Verabschiedung des Gesetzes führen. Wer also jetzt vor allem darüber klagt, dass die CDU/CSU das macht, was sie eben macht, sollte nicht vergessen, wer sie in diese Machtposition durch landespolitische Entscheidungen gebracht hat.

    Ein schwieriger Abwägungsprozess würde dann vor allem auf DIE LINKE zukommen, zu deren Gründungskonsens die fundamentale Ablehnung von Hartz IV gehört. Für welche Verbesserungen wäre man bereit, dem Gesetz zu einer Mehrheit im Bundesrat zu verhelfen, auch dann, wenn zentrale Funktionsprinzipien von Hartz IV noch nicht überwunden sind? Es wäre keine leichte Debatte, das ist sicher. Allein wenn sich SPD und Grüne im Jahr 2019 in Brandenburg für die rechnerisch und politisch mögliche Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung entschieden hätten, könnten die Ampel-Parteien und die rot-rot-grünen bzw. rot-roten Landesregierung gegenwärtig zusammen 34 Stimmen mobilisieren, nur eine weniger als die Mehrheit von 35 Stimmen. Und die Verhandlungssituation sähe völlig anders aus, weil es ausreichen würde, mit einem weiteren Land einen Deal zu machen. Der Beton des Friedrich Merz wäre äußerst brüchig. Aber zu dieser Wahrheit gehört eben auch die gegenwärtige Schwäche der LINKEN, die dazu führt, dass sie in vielen Bundesländer überhaupt kein Machtfaktor mehr ist .

    Der Beton der CDU/CSU, die machtpolitische Flexibilität der Grünen (und abgestuft auch der SPD) und die Schwäche der LINKEN sind es, die jetzt dazu führen, dass am Ende eben doch wieder CDU und CSU die Chance bekommen, selbst vergleichsweise kleine soziale Verbesserungen für Millionen zu verwässern und schlimmstenfalls zu blockieren.

    #Allemagne #politique #allocations_sociales #HartzIV #Bürgergeld

  • Deutscher Bundestag – 20. Wahlperiode Drucksache 20/4277
    https://dserver.bundestag.de/btd/20/042/2004277.pdf

    Est-ce que le gouvernement d’Espagne et ses services secrets sont autorisés à espionner leurs comptriotes sur le sol allemand ? C’est le député du parti de gauche Andrej Hunko qui pose cette question au gouvernement allemand.

    Seite 45

    Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Justiz

    68. Abgeordneter Andrej Hunko (DIE LINKE.)

    Inwiefern müssen spanische Polizeibehörden nach
    Rechtsauffassung der Bundesregierung deutsche
    Stellen darüber informieren oder eine Erlaubnis
    beantragen, sofern solche Einsätze erfolgen, wenn
    sie auf deutschem Hoheitsgebiet staatliche Spio-
    nagesoftware zur Überwachung von Mobiltelefo-
    nen einsetzen, und inwiefern ist eine derartige In-
    formation oder Beantragung im Jahr 2018 mög-
    licherweise erfolgt, etwa im Zeitraum als der ehe-
    malige katalanische Regionalpräsident Carles
    Puigdemont am 25. März 2018 nach Schleswig-
    Holstein einreiste, dort verhaftet wurde und meh-
    rere Tage in Gefangenschaft verbrachte (Bundes-
    tagsdrucksache 19/2023)?

    Seite 46

    Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Benjamin Strasser
    vom 4. November 2022

    Die Frage wird so verstanden, dass sie sich auf die Überwachung von
    Mobiltelefonen auf deutschem Hoheitsgebiet durch spanische Behörden
    und ohne technische Unterstützung von Deutschland richtet.
    Die Unterrichtung des Mitgliedstaats (MS), in dem sich die Zielperson
    der Überwachung befindet und dessen Hilfe nicht erforderlich ist, richtet
    sich nach Artikel 31 der Richtlinie 2014/41 des Europäischen Parla-
    ments und des Rates vom 3. April 2014 über die Europäische Ermitt-
    lungsanordnung in Strafsachen (RL EEA). Nach dieser Vorschrift hat
    der überwachende MS die zuständige Behörde des anderen MS von der
    Überwachung nach Maßgabe von Artikel 31 Absatz 1 Buchstabe a und b
    RL EEA zu unterrichten, wenn zum Zwecke der Durchführung einer Er-
    mittlungsmaßnahme die Überwachung des Telekommunikationsverkehrs
    von der zuständigen Behörde des überwachenden MS genehmigt wurde
    und der in der Überwachungsanordnung bezeichnete Kommunikations-
    anschluss der Zielperson im Hoheitsgebiet des anderen, zu unterrichten-
    den MS genutzt wird, von dem für die Durchführung der Überwachung
    keine technische Hilfe benötigt wird. Die zuständige Behörde des unter-
    richteten MS kann gemäß Artikel 31 Absatz 3 RL EEA in dem Fall, dass
    die Überwachung in einem vergleichbaren innerstaatlichen Fall nicht ge-
    nehmigt würde, der zuständigen Behörde des überwachenden MS unver-
    züglich und spätestens innerhalb von 96 Stunden nach Erhalt der Unter-
    richtung mitteilen, dass die Überwachung nicht durchgeführt werden
    kann oder zu beenden ist (Buchstabe a) und erforderlichenfalls, dass das
    Material, das bereits gesammelt wurde, während sich die Zielperson der
    Überwachung im Hoheitsgebiet des unterrichteten MS befand, nicht
    oder nur unter den von ihm festzulegenden Bedingungen verwendet
    werden darf (Buchstabe b).
    Die speziellen nationalen Vorschriften zur Umsetzung der RL EEA fin-
    den sich in den §§ 91a ff. des Gesetzes über die internationale Rechts-
    hilfe in Strafsachen (IRG) (vergleiche zur Auslegung von Artikel 31
    RL EEA; §§ 91a ff. IRG zuletzt auch Bundesgerichtshof, Beschluss vom
    2. März 2022 – 5 StR 457/21). In Deutschland werden Europäische Er-
    mittlungsanordnungen in der Regel ohne Einbindung der Bundesregie-
    rung unmittelbar zwischen den mitgliedstaatlichen Justizbehörden aus-
    getauscht.
    Mit Blick auf die Erwähnung des Falls Carles Puigdemont ist darauf
    hinzuweisen, dass sich die Bundesregierung nicht zu Einzelheiten etwai-
    ger eingegangener Rechtshilfeersuchen sowie zu Einzelheiten etwaiger
    zugrundeliegender Ermittlungsverfahren oder sicherheitsbehördlicher
    internationaler Zusammenarbeit äußert.
    Gerade bei der Zusammenarbeit in Angelegenheiten der Strafrechtshilfe
    ist die international praktizierte Vertraulichkeit des Verfahrens Voraus-
    setzung für zukünftige effektive Zusammenarbeit. Zudem darf der Fort-
    gang etwaiger Ermittlungen nicht durch die Offenlegung von Einzelhei-
    ten gefährdet werden. Trotz der grundsätzlichen verfassungsrechtlichen
    Pflicht der Bundesregierung, Informationsansprüche des Deutschen
    Bundestages zu erfüllen, tritt hier deshalb nach sorgfältiger Abwägung
    der betroffenen Belange das Informationsinteresse des Parlaments hinter
    den berechtigten Interessen an einer effektiven Zusammenarbeit in Be-
    langen der Strafverfolgung zurück. Das Interesse Deutschlands an der
    Gewährleistung einer funktionstüchtigen internationalen Zusammen-

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    arbeit in Strafsachen leitet sich aus dem Rechtsstaatsprinzip ab und hat
    damit ebenfalls Verfassungsrang.

    P.S. Sans égard de ce qu tu penses du reste de la bande il faut voter pour Die Linke afin de permettre aux camarades de l’acabit d’Andrej de faire leur travail.

    #Allemagen #Espagne #espionnage #gauche #Die_Linke #Bundestag