• #Villa_Ebe: il gioiello dimenticato sul #monte_Echia
    https://informareonline.com/villa-ebe-il-gioiello-dimenticato-sul-monte-echia

    “Vedi #Napoli e poi muori”: è così che recita la celeberrima frase coniata dal genio tedesco Johann Wolfgang von Goethe, abbagliato dalla bellezza ineguagliabile del capoluogo partenopeo. Esiste un luogo, nel cuore della città, laddove queste parole sembrano pulsare con una forza unica. È percorrendo le rampe di Pizzofalcone – le quali, dal borgo di […] L’articolo Villa Ebe: il gioiello dimenticato sul Monte Echia proviene da Informareonline, scritto da Alessandro Giuseppe Terracciano

    #Approfondimenti #Cultura #Magazine_Giugno_2026 #Ebe_Cortazzi #lamont_young

  • Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg: „Hippe“ Berliner Orte, die total überbewertet sind
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/neukoelln-mitte-prenzlauer-berg-hippe-berliner-orte-die-total-ueber

    Reiseführerkritik. Muss wohl mal sein. Alternativen? Frag die Kutscher, also die deutsch können, die anderen kannste ja sowieso nicht fragen.

    Und ein neuer Begriff, sozusagen eine alternative Wahrheit drängt sich auf: Anstelle von Gentrifizierung sollte es Arschlochfikation heißen, das ist bodenständiger. Alles klar ?

    21.10.2025 von Sabine Röthig, Irene Hallof, Marcus Weingärtner - Was am Rosenthaler Platz oder im Reuterkiez so angesagt sein soll, versteht kein Mensch. Und es gibt noch mehr nervige Szene-Hotspots in Berlin.

    Vermeintlich hippe Gegenden großer Städte sind für Außenstehende oft eine Enttäuschung. Sei es unattraktive Architektur, wilde Vermüllung oder komische Leute – nur selten lässt sich der Hype um eine Straße oder einen Platz so richtig nachvollziehen. Gerade, wenn man um die falsche Uhrzeit vor Ort ist.

    Auch Berlin hat diese hochgejubelten Locations im Programm. Oft befinden sie sich in den Trendbezirken des inneren S-Bahnrings und werden auf lausigen Reiseportalen völlig wahllos als Geheimtipps beworben. Wir haben für Sie eine Liste mit „Insider“-Hotspots erstellt, die besonders nerven.

    Rosenthaler Platz: Das Shibuya des kleinen Mannes

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    Shabby Chic am Rosenthaler Platz: Kippen, Essensreste und der Eingang zur U8.Sabine Röthig

    Warum es das hippe Volk an den Rosenthaler Platz in Mitte zieht, hat das genau zwei Gründe. Erstens liegt er an der angesagten Torstraße. Und zweitens wegen Harry Styles. Immer, wenn der britische Popstar in Berlin weilt, geht er nämlich hier spazieren – was dem rottigen Platzes neuerdings einen gewissen Glamour-Faktor verleiht.

    Dabei ist der Rosenthaler Platz noch nicht mal ein echter Platz, sondern eine Ampelkreuzung, auf der fünf Straßen aufeinandertreffen: ein Shibuya des kleinen Mannes, wenn man so will, nur ohne Zebrastreifen und japanische Multibrandstores wie beim Original in Tokio. Stattdessen gibt es am Rosenthaler Platz teure Döner und ölige Pommes, die durch Leuchtschrift in unmoderner Typo angepriesen werden.

    Zugegeben, architektonisch schön war der Rosenthaler Platz noch nie. Kurz nach der Wende sah es hier durch die vergammelten Häuser sogar noch viel schlimmer aus. Doch was nützen die sanierten Fassaden, wenn die Mieter im Untergeschoss mit ihrem Logodesign die Optik versauen. Außerdem verkaufen sie ihr (teilweise zugegeben leckeres) Essen in Einwegverpackungen an die Billigtouristen der Hostels ringsum, und die haben bekanntlich leider selten Zeit, sich in der Fremde auf die Suche nach einem Mülleimer zu begeben. Da wird fix fallengelassen, was leergefuttert ist, um schnell den nächsten Späti zum Bierholen anzusteuern. Tja, wer will es dem Feierpersonal vom Rosenthaler Platz verübeln: Bleiben will an dieser Kreuzung eben niemand lange. Außer vielleicht, wenn Harry Styles in der Nähe ist. Sabine Röthig

    Mauerpark: Wer nicht gebucht wird, tritt hier auf

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    Alle paar Meter eine neue Band: Der Gang durch den Mauerpark ist vor allem am Sonntagen ein singender, klingender Fiebertraum. Imago

    Wer als Tourist nach Berlin kommt, der wird nach Brandenburger Tor und Reichstag auch irgendwann im Mauerpark landen. Denn wenn sämtliche gutbürgerlichen Sehenswürdigkeiten abgearbeitet sind, gönnen sich Besucher zum Runterkommen gerne mal das „authentische“ Berlin. Und dieses ist laut diverser Reiseportale im Mauerpark angeblich ganz besonders stark an Sonntagen zu spüren, denn da ist Flohmarkt.

    Dann gibt es Einblicke in ortsansässigen Haushalte, deren unbrauchbar gewordener Inhalt auf Holztischen zum Verkauf feilgeboten wird. Doch nicht nur der Handel mit ausgemistetem Plunder, sondern auch die Musik ist ein großes Thema auf dem Areal. Die sonntäglichen Verkaufsevents ziehen nämlich Musikanten aus aller Herren Kieze an, denen offizielle Auftritte bisher aus nachvollziehbaren Gründen verwehrt geblieben sind.

    Während es früher lediglich die Trommlergruppen waren, deren stundenlanges Gewummer den Sonntag untermalte, singt und fiedelt es heute aus allen Büschen. Vom DJ-Nachwuchs über Nachbars Rockband bis zur evangelischen Gitarrengruppe – man fühlt sich bisweilen wie in einem lärmenden Fiebertraum, wenn man den gepflasterten Weg zwischen Wiese und Hang entlang läuft. Dort postieren sich die Sänger und Instrumentalisten besonders gern, weil die Menschen, die mit ihren Bierpullen am Hang sitzen, dann automatisch als ihr Publikum fungieren. Ob sie wollen oder nicht.

    Als Spaziergänger schreitet man unten durch die klingenden Segmente hindurch, und alles vermischt sich zu Gedudel und Lärm. Dass Touristen das Spektakel lieben, ist kein Wunder, denn sie können ja wieder abreisen. Anwohner hingegen haben die Bambule jedes Wochenende vor der Tür. Wohl dem, der eine Datsche im Speckgürtel hat und sich am frühen Sonntagmorgen in Richtung Brandenburg aus dem Staub machen kann. Sabine Röthig

    Schönhauser, Ecke Eberswalder: Gaumenfreuden und Augengraus

    Berlintouristen auf der Suche nach kulinarischen Abenteuern werden früher oder später auf die Kreuzung Schönhauser Allee/Eberswalder Straße stoßen. Hier findet sich der „legendäre Kult-Imbiss“, die „berühmteste Würstchenbude Berlins“: Konnopke’s-Imbiß. Nebenan der „absolute Spitzenreiter der Berliner Döner-Szene“ mit dem „stadtbekannten Gemüsedöner“: Rüyam Gemüse Kebab. Lange Schlangen zu fast jeder Tages- und Nachtzeit scheinen Lonely Planet und Co. recht zu geben.

    Nun ist an Rüyams Gemüsekebab in der Tat nichts auszusetzen, und Konnopke kredenzt kredible Currywurst. Sofern man wochentags, am frühen Nachmittag und bei Nieselregen einkehrt, sind die Wartezeiten zudem überschaubar.

    Doch während der Gaumen sich freut, haben Augen, Ohren und Nasen hier zu leiden: Paletten, Bauzäune, Kabel, Einkaufswagen, Werbeaufsteller und Limebikes vermüllen den Bürgersteig, Autos, Straßen- und U-Bahnen lärmen ununterbrochen. Unter der Hochbahn kampieren Obdachlose, überall Essensreste, Abfall und Exkremente. Wer besonderes Pech hat, wird Zeuge einer Taubenfütterung: Direkt neben Konnopkes Stehtischen schüttet eine Frau säckeweise Futter unter die Hochbahn. Selbst für Vogelfreunde ist der Anblick der bodendeckenden, gräulich-wabernden Taubenmasse schwer erträglich.

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    Currywurst und Taubenfutter: Unter der U-Bahntrasse schmausen Mensch und Tier gemeinsam. Irene Hallof

    An dieser Kreuzung hat Berlin sich längst aufgegeben. Vorbei die Zeiten, in denen man die Hochbahn, den eleganten Ingenieurbau Alfred Grenanders, liebevoll „Magistratsschirm“ nannte und darunter im Sonntagsstaat spazierte. Heutzutage flaniert hier niemand, und wer bei einem Wolkenbruch notgedrungen den Weg unter dem Viadukt wählt, beeilt sich und hält dabei die Luft an.

    Und während Touristen nach dem Essen schnell wieder verschwinden können, brauchen Anwohner ein dickes Fell und ordentlich Eskapismus. Die Konnopkes haben die Hochbahnpfeiler rund um ihren Imbiss mit Figuren aus Zille’schen Zeiten verziert, die Häuser bei Rüyam versetzen einen mit Trompe-l’œil-Bemalung gleich in eine andere Stadt. Hauptsache weg! Irene Hallof

    Abgesang auf eine schöne Idee: der Reuterkiez

    Längst sind die Zeiten vorbei, in denen man sich noch damit brüsten konnte, dabei gewesen zu sein als Kreuzkölln zu einem hippen Ort gemacht wurde. Denn längst ist die Verwertungspyramide an ihrer Spitze angelangt, die Basis waren Studenten und Menschen ohne großes Einkommen, es folgten Künstler, dann kamen die Galerien und mit ihnen das Geld und die Immobilien-Agenturen. Alle zusammen haben den Kiez, genau genommen nur die Straßenzüge rund um die Weserstraße, einmal durchgentrifiziert und somit natürlich zu einer Art öden Expat-Disneyland gemacht, Americano für sieben Euro und „Cash only“ inklusive.

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    Poller-Quatsch im Reuterkiez: ein sicheres Anzeichen für ein Anfang vom Ende. www.imago-images.de

    Ein Ausweichquartier ist seit geraumer Zeit der Reuterkiez, wo es noch ein wenig rauer ist, ein weniger authentischer, sprich: dreckiger. Auch hier haben sich schon hochpreisige Bäckereien und Sterne-Lokale niedergelassen, noch aber stimmt die Mischung aus Menschen und Lebensentwürfen, bevor die Gentrifizierung auch hier voll durchschlagen wird wie in anderen Vierteln europäischer Metropolen von Hackney bis Bairro Alto.

    Und bei genauer Betrachtung ist es dann auch gar nicht so charmant zwischen Hobrecht- und Flughafenstraße, denn mittlerweile hat sich das Klima zum raueren gewandelt und wo man vor 20 Jahren noch getrost die eigene Hipness feiern konnte, so sind die Mieten auch hier rsant gestiegen. Immer öfter hört man von Übergriffen in Neukölln auf Menschen, die offenbar nicht ins heteronormative und andere Raster passen, auch im Reuterkiez. Marcus Weingärtner

    #Berlin #Mitte #Rosenthaler_Platz #Torstraße #Prenzlauer_Berg #Gesundbrunnen #Mauerpark #Bernauer_Straße #Schönhauser_Allee #Eberswalder_Straße #Neukölln #Weserstraße #Kreuzkölln #Reuterkiez #Reuterstraße #Hobrechtstraße #Flughafenstraße

    #Tourismus #Sehenswürdigkeiten #Gentrifizierung

  • Vivere sull’isola: Un dialogo partecipativo tra giovani under 35 in Sicilia e Sardegna
    https://scomodo.org/vivere-sullisola-un-dialogo-partecipativo-tra-giovani-under-35-in-sicilia-e

    Quando l’isolamento geografico diventa isolamento sociale Il mare che circonda la Sicilia e la Sardegna non è solo un confine naturale: è una barriera che rende ogni scelta di vita più netta. Essere su un’isola significa che la decisione di restare o partire diventa una scelta che tutte le persone che vivono su un’isola si […] L’articolo Vivere sull’isola: Un dialogo partecipativo tra giovani under 35 in Sicilia e Sardegna proviene da Scomodo.

    #Uncategorized #ebert #fondazione_Friedrich_Ebert

  • Precarietà e Resistenza: Un dialogo partecipativo tra giovani Under 35 nel Sud Italia
    https://scomodo.org/precarieta-e-resistenza-un-dialogo-partecipativo-tra-giovani-under-35-nel-s

    Il Mezzogiorno italiano vive difficoltà e contraddizioni che hanno una storia decennale, se non secolare, e che spesso hanno poco a che fare con la crescita o la decrescita economica di quel periodo storico specifico, ma che intrecciano fattori culturali e sociali che hanno risentito di un’Italia spesso spaccata tra un Nord industriale e trainante […] L’articolo Precarietà e Resistenza: Un dialogo partecipativo tra giovani Under 35 nel Sud Italia proviene da Scomodo.

    #Uncategorized #ebert #fondazione_Friedrich_Ebert #precarietà

  • La precarietà lavorativa nel Nord-Est: tre città, tre facce dell’instabilità giovanile
    https://scomodo.org/la-precarieta-lavorativa-nel-nord-est-tre-citta-tre-facce-dellinstabilita-g

    Un viaggio tra Tolmezzo, Mestre e Bologna per raccontare come vivono la precarietà i giovani in una delle aree più produttive d’Italia L’articolo La precarietà lavorativa nel Nord-Est: tre città, tre facce dell’instabilità giovanile proviene da Scomodo.

    #Uncategorized #ebert #fondazione_Friedrich_Ebert #precarietà

  • #Territoires_zéro_chômeur ou les chantiers d’un projet politique d’avenir

    Face aux diverses transformations sociales qui menacent le travail, il est urgent de penser à des alternatives à la création d’#emplois par le seul secteur privé, répondant à une logique de #rentabilité immédiate. Alors que l’offre politique actuelle propose, pour résoudre ce problème, soit de le flexibiliser et donc de dégrader toujours plus les #conditions_de_travail des individus, soit d’en nier le besoin et l’utilité future en le présentant comme un fardeau dont le #revenu_universel nous déchargerait, le projet d’ATD Quart Monde promet une solution peu onéreuse et vertueuse, car utile socialement, pour garantir à tous un #emploi.

    Les universitaires ont abondamment documenté les effets négatifs d’une période d’#inactivité, même courte, à la fois sur l’individu, sur la famille et sur la communauté. Une période de #chômage affecte en effet la #santé et la #satisfaction_de_vie d’un individu [i], mais également le montant de son salaire futur [ii] – si réinsertion économique il y a. La baisse de #revenu induit en outre une diminution des biens et services consommés par la famille, et une augmentation de l’#anxiété et des symptômes dépressifs des personnes concernées susceptibles d’affecter leurs apparentés. Plusieurs études ont, par exemple, mis en évidence que la perte d’un emploi du père était associée à un plus faible poids à la naissance [iii], ou à des performances scolaires moindres [iv] de l’enfant. Enfin, si les personnes inactives sont concentrées autour d’une même aire géographique, c’est sur l’ensemble de la communauté [v] que peuvent se répercuter les conséquences du chômage prolongé via l’augmentation de consommation des #services_publics combinée à une diminution de la base d’imposition nécessaire au financement de ces services, ce qui conduit presque inéluctablement à leur #dégradation.

    À l’heure où trois grands événements, à savoir la crise du COVID 19, la transition écologique et la transition numérique, menacent l’emploi, et où les politiques successives de l’offre, supposées le stimuler, ont échoué, il est nécessaire d’envisager des #alternatives à la création d’emplois par le seul secteur privé, répondant à une logique de rentabilité immédiate.

    C’est précisément ce que propose le projet Territoires Zéro Chômeur (#TZC) initié par le mouvement ATD Quart Monde, dont l’objectif premier est d’éviter que des individus ne tombent dans des trappes à inactivité et ne deviennent inemployables en raison de la dégradation de leur #capital_humain (c’est l’une des explications du fameux #effet_d’hystérèse, mécanisme par lequel un #chômage_conjoncturel se transforme en #chômage_structurel après une #récession). Fondé sur un principe de #garantie_à_l’emploi, ce dispositif, dont l’expérimentation sur dix territoires a débuté en 2017, permet à tout chômeur de longue durée (un an minimum) qui le souhaiterait, d’être employé en CDI au sein d’une #Entreprise_à_But_d’Emploi (#EBE) chargée de pallier un besoin économique ou social local qui ne soit pas déjà couvert par une entreprise. Concrètement, il s’agit d’identifier des besoins économiques ou sociaux d’un territoire et de réfléchir à une activité qui fasse coïncider ces besoins avec les compétences des personnes inactives. Le tout, sans concurrencer les entreprises locales. A ce jour, les emplois créés dans les territoires d’expérimentation concernent le service à la personne, le gardiennage, le maraîchage ou encore le transport, autant d’emplois non pourvus car précisément dépourvus de valeur marchande, mais non moins utiles socialement.

    Le modèle économique des EBE est, par ailleurs, relativement simple : le coût d’un chômeur pour la collectivité est estimé à 15000€ par an si l’on inclut les dépenses liées à l’emploi (allocation spécifique de solidarité, aide au retour à l’emploi), les dépenses sociales (RSA, allocations logement), les coûts indirects (santé) et le manque à gagner d’impôts et de cotisations. A peu de choses près, le coût d’une personne inactive équivaut ainsi à un SMIC. L’idée est donc de transformer les prestations sociales et les coûts indirects liés au chômage en salaire ; autrement dit d’activer des dépenses « passives ».

    L’extension du projet en débat

    Trois ans après le début de l’expérience initiée sur dix territoires, le bilan semble plutôt positif : 700 personnes qui étaient dans une période d’inactivité prolongée, ont été embauchées en CDI, et 30 d’entre elles ont, par la suite, retrouvé un emploi dans une entreprise locale. Surtout, le dispositif a permis de sortir des individus d’une grande #pauvreté qui allait jusqu’à contraindre leur consommation alimentaire :

    « L’un d’entre eux nous a dit, en aparté du questionnaire, pouvoir faire trois repas par jour alors qu’avant il ne mangeait qu’au petit déjeuner et au dîner. En outre, les salariés déclarent des achats « plaisirs » qui sont devenus possibles, notamment au niveau vestimentaire (vêtements, chaussures, montres…) » (Source : Rapport de la métropole de Lille, DARES, p. 37)

    La suite de l’enquête révèle que les salariés de l’EBE de Tourcoing, embauchés dans des entreprises de récupération de matériaux, garages ou épiceries solidaires, ont davantage confiance en eux depuis qu’ils travaillent (55,9%). Dans l’ensemble, la classe politique est donc favorable au dispositif et salue l’initiative d’ATD Quart Monde. C’est pourquoi le contrat des dix territoires actuels a été renouvelé, permettant ainsi la continuation du projet.

    En revanche, la question de son extension divise : dans le projet de loi étudié par l’Assemblée en début de mois, il est question d’étendre l’expérience à 30 nouveaux territoires. Or, comme le suggère les rapports IGAS/IGF, le #coût du dispositif aurait été sous-estimé. D’un côté, les personnes ayant bénéficié de ce programme ne demandaient pas toujours les minimas sociaux, donc l’économie de prestations sociales devant être réalisée au départ s’avère plus faible que prévue – en moyenne, 5000€ au lieu de 15000€. De l’autre, les EBE ont dû acquérir du capital (local, machines) pour mener à bien leur projet, un coût fixe qui a contraint ces entreprises à revoir à la hausse leurs dépenses.

    Un coût, certes plus élevé que prévu, mais destiné à s’amortir avec le temps

    Il n’est toutefois pas surprenant que le lancement des premières EBE ait nécessité un investissement de base dans du capital. Cela ne permet en rien de conjecturer sur le coût réel du dispositif dans le futur, puisque, par définition, ces coûts fixes s’amortiront dans le temps. Certaines entreprises pourront même devenir rentables en dégageant du profit grâce à la vente de biens ; on pense par exemple aux épiceries solidaires ou aux usines de recyclage qui ont servi de support au film Nouvelle Cordée de Marie-Monique Robin. Il est donc probable que le dispositif soit moins onéreux dans les années à venir. C’est d’ailleurs ce qu’on peut lire dans le rapport IGAS :

    « L’expérimentation s’est vue également dans certains cas évoluer vers la création de structures (ex : SCIC Laine à Colombey-les-Belles) qui, si leurs activités s’avéraient rentables, pourraient quitter le cadre de l’expérimentation. » (Source : L’évaluation économique visant à résorber le chômage de longue durée, rapport IGAS, 2019, p.73)

    Certaines EBE pourraient donc même, à terme, être assez productives pour ne plus nécessiter d’aides publiques.

    Le « coût faramineux » des politiques de l’offre qui ont été menées ces dernières années

    Pierre Cahuc, qui n’en est pas à sa première attaque contre toute forme d’emploi subventionné par l’État[vi], a dénoncé, sur un ton proche du subtil « pognon de dingue », le « coût faramineux » de ce projet. Le grand prédicateur de la méthode expérimentale en matière de politiques publiques ne serait sans doute pas opposé à une comparaison de ce coût à celui des politiques publiques décidées ces dernières années pour tenter de réduire le chômage. Bien souvent en effet, l’expérimentation consiste à comparer plusieurs groupes tests (qui se voient attribuer un traitement) à un groupe contrôle (qui ne perçoit pas de traitement), afin de tester l’efficacité d’un traitement par rapport à un autre.

    A titre de comparaison justement, prenons le cas du CICE, politique votée en 2012 et destinée entre autres à réduire le chômage. Dans son dernier rapport de 2020 [vii], #France_Stratégie évalue que le dispositif aurait permis la création de 100 000 emplois, 160 000 au maximum, entre 2013 et 2017. Pour un coût – sous forme d’allègement fiscal – s’élevant à 18 milliards d’euros simplement pour l’année 2016. Au total, ce sont près de 47 milliards d’euros qui auraient été dépensés entre 2013 et 2015 pour un modeste résultat de 100 000 personnes embauchées. Plusieurs rapports pointent également un effet quasiment nul de la mesure sur l’#investissement, en dépit des objectifs annoncés en la matière. Finalement, ces allègements fiscaux auraient principalement servi à baisser les prix et augmenter les plus hauts salaires [viii]. Un travailleur embauché aurait donc coûté 435 000€ [ix] au contribuable, ou 100 000€ si l’on prend la fourchette la plus haute de l’OFCE, qui estime le nombre d’emplois créés ou sauvegardés à 400 000. Un coût largement supérieur à la plus haute estimation de celui d’un salarié en EBE, soit 26 000€.

    Pour l’économiste, d’autres alternatives plus efficaces existeraient pour résorber le #chômage_de_longue_durée. Il cite, par exemple, des dispositifs combinant la miraculeuse « formation » et un « soutien personnalisé », « aspects quasi absents de l’expérimentation territoire zéro chômeur ». Pourtant, à la lecture du rapport publié par le ministère du Travail sur le territoire de Colombelles, on constate que de nombreuses entreprises de la nouvelle économie (haute technologie, recherche et développement, informatique) se sont implantées dans cette région, et que les tentatives pour former les anciens travailleurs industriels aux compétences requises n’ont pas manqué. Mais quand le décalage entre les compétences des travailleurs et celles requises par les nouvelles entreprises est trop important, le chômage d’inadéquation persiste. Comme le souligne le rapport :

    « Il existe un décalage entre les besoins des entreprises qui s’implantent sur les zones d’activités situées sur le territoire et les compétences des chômeurs qui y vivent. Le niveau de formation des demandeurs d’emploi Xois ne leur permet pas de profiter des opportunités d’emploi liées à cette activité économique naissante. » (Source : Rapport du territoire de Colombelles, DARES, p.12)

    En dépit des efforts déployés pour limiter les conséquences du démantèlement de l’activité métallurgique dans cette région normande[x], et malgré de nombreux emplois privés à pourvoir dans la région, le chômage s’élevait donc à 20% en 2016. En clair, l’emploi privé ne peut être une solution au chômage de masse de cette région. Et au-delà des échecs successifs des dispositifs qu’évoque Pierre Cahuc pour résorber le chômage, il semble de toute manière utopique d’imaginer que la capacité des organismes de formation en France sera en mesure d’absorber tous les licenciements à venir.

    Les Territoires zéro chômeur, un projet politique

    C’est avec un effarement qui confine au complotisme que #Pierre_Cahuc révèle finalement un secret de polichinelle dans sa tribune : la défense des TZC, au-delà du seul objectif de résorption du chômage, serait un #projet_politique. Et en effet, ATD Quart Monde n’a jamais dissimulé son ambition de transformer le rapport au travail et d’en faire un droit de « première nécessité sociale ». De ce point de vue, le travail n’est plus conçu comme un fardeau, dont le revenu universel pourrait nous décharger, mais comme un besoin quasi-anthropologique, nécessaire à la réalisation de l’individu autant qu’au bon fonctionnement d’une société.

    En conséquence, les TZC évacuent les aspects aliénants du travail : tout d’abord, le projet n’a aucun pouvoir contraignant sur les individus. Ils peuvent choisir de travailler ou de continuer de percevoir leurs prestations sociales, selon leur bon vouloir. Le projet assure également des conditions de travail décentes aux salariés puisqu’ils sont sécurisés via l’emploi en CDI et qu’ils décident des tâches qu’ils devront effectuer, moyen efficace pour garantir la concordance entre leurs compétences et leur emploi. On ne peut pas en dire autant des quelques politiques entreprises pour réduire le chômage ces dernières années, en particulier la flexibilisation du marché du travail ou la baisse des indemnités chômage, qui ont plutôt eu pour effet de précariser davantage les travailleurs et de leur laisser toujours moins de marge de manœuvre quant au choix de leur emploi.

    Enfin, les individus retrouvent du sens à leur métier – composante plus que nécessaire au travail à l’heure où les « #bullshit_jobs » inondent le marché de l’emploi – puisque ce dernier doit être socialement et écologiquement utile. Dans les enquêtes menées sur les territoires concernés, on trouve ainsi de nombreuses EBE spécialisées dans l’agriculture bio, la permaculture ou encore l’entretien des forêts. A titre d’exemple, les employés de l’EBE de la Nièvre ont transformé des jardins ouvriers tombés à l’abandon en potager afin de répondre aux besoins du territoire (écoles, maisons de retraite) en circuit court.

    Il ne s’agit pas de nier que le dispositif mérite encore d’être amélioré. S’il représente pour l’instant une solution efficace au délaissement de certains territoires désindustrialisés, à l’instar de Tourcoing et Colombelles, il n’est pas, en l’état, en mesure de proposer une solution de long terme à l’ensemble des problèmes liés à l’emploi et à la crise écologique. Le projet repose en effet sur une décentralisation de la gestion du dispositif et sur l’autonomie des employés (ils choisissent eux-mêmes les tâches à effectuer) qui semble difficilement compatible avec une planification écologique. Il serait par exemple souhaitable qu’au lieu de prendre des décisions sans être coordonnées, les régions se concertent pour recenser les besoins nationaux de production afin de maximiser l’impact écologique du dispositif. Pour représenter une solution pérenne au chômage de masse, il serait par ailleurs bon de renforcer l’acquisition de compétences des employés au sein des EBE, d’une part pour augmenter leur taux de réinsertion sur le marché du travail, d’autre part pour ne pas renoncer à former des travailleurs dans des secteurs d’avenir et productifs, également nécessaire à la transition écologique.

    Bien que le projet ne soit pas entièrement abouti pour prétendre à être un dispositif révolutionnaire contre le chômage et le réchauffement climatique, il faut lui reconnaître ses mérites à la fois empiriques et théoriques. Il a permis une réduction non négligeable de la pauvreté dans des régions jusqu’alors délaissées par les autorités publiques en redonnant un emploi digne à ses travailleurs. De plus, il pose les premières briques d’un chantier plus vaste de redéfinition du travail, à l’heure où celui-ci est menacé par les reconversions à venir. A rebours d’une idée défendue par une frange anarchisante de la gauche selon laquelle les sociétés de demain ne nécessiteraient plus de travail – perspective pour le moins inquiétante pour bon nombre d’individus – ATD Quart Monde propose de réhabiliter la valeur travail en tant qu’élément essentiel à l’individu et la société. Celui-ci, en étant synonyme de sécurité, autonomie et consistance, retrouverait sa pleine fonction de réalisation de l’individu pour permettre à « l’homme qui travaille de reconnaître dans le monde, effectivement transformé par son travail, sa propre œuvre[xi] », comme l’écrit le philosophe et commentateur de Hegel Alexandre Kojève. Les réflexions ultérieures devront se pencher sur la tension entre autonomie des travailleurs – élément phare du projet qui propose d’éradiquer l’aspect aliénant de l’exécution de tâches – et nécessité de planifier.

    Notes :
    [i] Burgard, S. A., Brand, J. E., & House, J. S. (2007). Toward a better estimation of the effect of job loss on health. Journal of health and social behavior, 48(4), 369-384.

    [ii] Barnette, J., & Michaud, A. (2012). Wage scars from job loss. Working paper. Akron, OH : University of Akron. http://www. uakron. edu/dotAsset/2264615. pdf.

    [iii] Lindo, J. M. (2011). Parental job loss and infant health. Journal of health economics, 30(5), 869-879.

    [iv] Rege, M., Telle, K., & Votruba, M. (2011). Parental job loss and children’s school performance. The Review of Economic Studies, 78(4), 1462-1489.

    [v] Nichols, A., Mitchell, J., & Lindner, S. (2013). Consequences of long-term unemployment. Washington, DC : The Urban Institute.

    [vi] Algan, Y., Cahuc, P., & Zylberberg, A. (2002). Public employment and labour market performance. Economic Policy, 17(34), 7-66.

    [vii] Rapport CICE 2020, France stratégie https://www.strategie.gouv.fr/sites/strategie.gouv.fr/files/atoms/files/fs-2020-rapport-cice2020-16septembre-final18h.pdf

    [viii] Libé, « Mais où sont passés les milliards du CICE ? », 29 septembre 2016. https://www.liberation.fr/france/2016/09/29/mais-ou-sont-passes-les-milliards-du-cice_1515075

    [ix] Médiapart, « Créer un emploi avec le CICE coûte trois fois plus cher qu’embaucher un fonctionnaire », 16 décembre 2018. https://blogs.mediapart.fr/stephane-ortega/blog/161218/creer-un-emploi-avec-le-cice-coute-trois-fois-plus-cher-qu-embaucher

    [x] Colombelles abritait la Société Métallurgique de Normande, grand bastion d’emplois normand, qui a fermé en 1980 après avoir été racheté par Usinor-Sacilor (aujourd’hui Arcelor).

    [xi] Alexandre Kojève, Introduction to the Reading of Hegel : Lectures on the Phenomenology of Spirit (Ithaca : Cornell University Press, 1989), p. 27. Citation originale : « The man who works recognizes his own product in the World that has actually been transformed by his work. »

    https://lvsl.fr/territoires-zero-chomeur-ou-les-chantiers-dun-projet-politique-davenir

  • Touristen in Berlin: Diese 5 Orte sollten Besucher meiden
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/tourismus-in-berlin-diese-5-orte-sollten-besucher-meiden-li.2304095

    Naja, was den nicht-ganz-so-Urberlinern aus der Redaktion so einfällt sind eigentlich total interessante, teils sogar mit echtem Charm und Schönheit ausgestattete Orte.

    Dafür ist vom Besuch der folgenden Orte ernsthaft abzuraten.

    Kategorie Touristenfalle

    – Alle Berliner Shopping Malls inklusive ehemaliges Bikini Haus und Kadewe. Wir haben über 60 davon.
    – Mauerpark und RAW sind nur etwas für drogenversessene Krawalltouristen mit Hang zum eigenen Messer.

    Kategorie Lebensgefahr durch Lamgeweile

    – Tempelhof südlich der Ringbahn
    – Reinickendorf
    – Spandau

    Kategorie „muss echt nicht sein“

    – Der neue Potsdamer Platz. Hier ist in der Tat off limit, no go zone, wirklich nicht zu empfehlen, es sei denn, man muss da durch auf dem Weg zum #Taxifilmfest oder zur #Berlinale.

    – Kaiser-Wilhelm-Platz (der verbliebene), fahr besser gleich nach Potsdam.

    5.3.2025 von Anne Vorbringer, Marcus Weingärtner, Manuel Almeida Vergara, Enno Kramer - Wo die Stadt sich selbst überlassen wurde, schickt man keinen Gast hin. Auch die Einheimischen meiden diese Orte, soweit es geht.

    Während die ITB aktuell die schönsten Urlaubs-Destinationen bewirbt, tut die deutsche Hauptstadt wenig bis gar nichts dafür, sich für den Tourismus der Zukunft fit zu machen. Im Gegenteil: Viele Gegenden wirken, als ob sich die Stadt selbst überlassen wäre.

    Wir haben fünf Orte in Berlin herausgesucht, die an zentraler Stelle exemplarisch für das Versagen der Stadt stehen. Hier würden wir keine Freunde hinschicken.

    1. Mehringplatz in Kreuzberg: verwahrloste Innenstadt

    Der Beginn der teilverwahrlosten Friedrichstraße ist zugleich ihr soziales Ende: Der Kreuzberger Teil mündet im Mehringplatz, einem Ort, der dank sämtlicher fehlgeschlagener Versuche der Aufwertung immer noch ein sozialer Brennpunkt ist und von Menschen in der Regel höchstens als Durchgang zwischen Halleschem Tor und Friedrichstraße passiert wird.

    Touristen verlaufen sich höchstens an den Mehringplatz, wenn sie die U-Bahn-Station zum Checkpoint Charlie verpasst haben und reiben sich verwundert die Augen ob der Tatsache, dass sich eine europäische Metropole in ihrem Zentrum ein derart heruntergekommenes Gebiet gönnt, das unter Milieuschutz steht, „um die Gentrifizierung infolge von aufwertenden Sanierungen zu bremsen“. Da kann man nur sagen: Glückwunsch! Damit ist trotz einiger Sanierungsarbeiten ein Zustand der Konservierung erreicht und wer sich den Mehringplatz ansieht, kann darüber sicher nur den Kopf schütteln.

    2. Hermannplatz in Neukölln: Obdachlosigkeit, Drogenkonsum, Kriminalität

    Der Klassiker. Strenggenommen ist der Hermannplatz gar kein Platz, sondern eine große Kreuzung mit Betondeckel auf dem U-Bahnhof. Und überhaupt würde niemand auf die Idee kommen, hier länger als nötig zu verweilen: Obdachlosigkeit, Drogenkonsum, Kriminalität und ein abweisendes Erscheinungsbild haben den Hermannplatz so sehr in Verruf geraten lassen, dass der Slogan „Du hast Angst vorm Hermannplatz“ auch in der deutschen Provinz noch ein Begriff ist.

    Zwar hat die Gentrifizierung auch diese Ecke im Guten wie Schlechten im Griff, angenehmer ist der Hermannplatz trotzdem nicht geworden. Wer kann, der flüchtet in die umliegenden Straßen wie die ex-hippe Weserstraße, die Karl-Marx-Straße oder die Sonnenallee, die den Hermannplatz im Gruselranking mittlerweile eindeutig abgelöst hat.

    3. Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg: Burn-out garantiert

    Bars, Clubs und jede Menge Restaurants – eigentlich ist die Eberswalder Straße der ideale Ort für einen Freitagabend. Könnte man meinen. Doch wer öfter hier vorbeikommt, lernt die wohl unübersichtlichste Kreuzung der Stadt zu hassen. Von rechts schreien einen die Radfahrer an, von links bimmelt die Straßenbahn, aus allen Richtungen hupen Autos im Sekundentakt und von oben rattert die U2 über die Gleise.

    Wer nicht gerade auf der Suche nach einem Burn-out pünktlich zum Wochenendbeginn ist, sollte die Eberswalder nicht nur unter der Woche meiden. Denn auch wenn die Ausgehmöglichkeiten in Prenzlauer Berg hier wohl am vielfältigsten sind – spätestens, wenn man auf der Suche nach einem Späti unter der U-Bahn-Station in Richtung Norden unterwegs ist, vergeht einem der Spaß. Stichwort Taubentoilette: Nirgendwo ist der Gehweg so flächendeckend mit Kot bedeckt wie hier.

    Auch auf den Bürgersteigen entlang der Kulturbrauerei oder in Richtung Kastanienallee geht es mit der Lebensqualität steil bergab. Altes Fett, Glutamat und schlechtes Parfüm liegen in der Luft, 15-Jährige in voller Adidas-Montur, von denen man angerempelt wird. Wer hier als Touri vorbeikommt, sollte besser zusehen, dass er Land gewinnt.

    4. Alexanderplatz in Mitte: Bausünden und Dreck

    Ein Kaufhaus mit ungewisser Zukunft, eine Dauerbaustelle mit Bauzäunen und provisorischen Fußgängerpassagen, eine versiegelte, fleckige Plattenfläche, bespielt mit peinlichen, jahreszeitlich wechselnden Ramschmärkten: Der Alexanderplatz ist gerade wahrlich nicht in seiner besten Verfassung.

    Dabei könnte und müsste er das Aushängeschild dieser Stadt sein. Er atmet Geschichte, ist einer der belebtesten Orte Berlins, Ausgangs- und Umsteigepunkt, voller touristischer Highlights in unmittelbarer Nähe. Man kommt nicht um ihn herum – und würde es dennoch gern. Nicht wenige Berliner steigen lieber eine Station früher aus, um sich die U-Bahn-Labyrinthe, das Gewusel, die musizierenden Laien und den Geruch der Champignonpfanne zu ersparen.

    „Normalerweise wird ein großer Bogen um diesen Ort gemacht“, heißt es bei Tripadvisor selbst von Berlin-Besuchern. „Mal von den fiesen Bausünden und Umgestaltungen der letzten 25 Jahre, die dem Alexanderplatz das Gesicht genommen haben, abgesehen, ist es hier einfach nur der reinste Horror. Dreckig, versifft und an vielen Stellen einfach nur verkommen“, so das knallharte Touri-Urteil. Das Schlimme ist: Man kann dem kaum widersprechen.

    5. Flohmarkt im Mauerpark: Karaoke und Nepp seit ewigen Zeiten

    Wollten Sie für einen ausrangierten H&M-Pulli auch schon mal das Doppelte des Originalpreises zahlen? Haben Sie tierisch Lust, eine Dreiviertelstunde für ein Hotdog anzustehen? Interessieren Sie sich wahnsinnig für die dürftigen Sangeskünste Ihnen völlig fremder Menschen?

    Dann sind Sie im Mauerpark goldrichtig, diesem staubig-braunen Flecken Berlin, der am Wochenende zum Eldorado für Schnäppchenjäger wird – oder zumindest für solche, die sich für Schnäppchenjäger halten. Denn günstig sind die Preise auf dem Flohmarkt im Mauerpark schon lang nicht mehr; weder die für Secondhand-Klamotten und Vintage-Möbel noch jene für die begleitenden Snacks und Getränke.

    Dabei rechtfertigt das Angebot – anders als zum Beispiel auf dem wirklich gut sortierten, mit hochwertigen Antiquitäten ausgestatteten Flohmarkt am Arkonaplatz – die mitunter horrenden Preise keineswegs. Und dann auch noch das: Will man sich vom Preisschock kurz mal erholen, setzt sich also auf eine nahe Wiese oder – schlimmer noch – direkt ins Amphitheater, muss man zwangsläufig dem Freiluft-Karaoke folgen, das aus völlig unerklärlichen Gründen seit Jahren Hunderte Besucherinnen und Besucher an jedem sonnigen Sonntag anzieht. Wem’s gefällt …

    Überhaupt wird’s auf dem Flohmarkt im Mauerpark gerne mal übervoll; ein einziges Drängeln und Schieben, ein hastiges Gegrabsche nach überteuerten H&M-Pullis und dürftigen Hotdogs. Genau Ihr Ding? Dann nichts wie hin! Doch eher Lust auf einen entspannten Berlin-Aufenthalt? Dann machen Sie am Sonntag lieber einen großen Bogen um den Mauermeiden

    #Berlin
    #Mehringplatz #Kreuzberg
    #Hermannplatz #Neukölln
    #Eberswalder_Straße #Oderberger_Straße #Prenzlauer_Berg
    #Alexanderplatz #Mitte
    #Mauerpark #Bernauer_Straße

  • Berlin Fashion Week: Als der Potsdamer Platz noch nach Paris aussah
    https://www.berliner-zeitung.de/stil-individualitaet/berlin-fashion-week-als-der-potsdamer-platz-noch-nach-paris-aussah-

    Gesa Kessemeier nebst einer Illustration, die eine Modenschau im Hotel Esplanade 1924 zeigt. Sport im Bild/Kunstbibliothek, Lipperheidesche Kostümbibliothek/Charlotte Hansel

    2.2.2025 von Diana Weis - Gesa Kessemeier forscht an der Kunstbibliothek zur Modegeschichte der Stadt. Wir werfen mit der Modehistorikerin einen Blick zurück in die glanzvollsten Zeiten Berlins.

    Ein eisiger Wind fegt durch die Gebäudeschluchten am Potsdamer Platz. Der Spruch, jeder große Architekt würde in Berlin sein hässlichstes Haus bauen, scheint nirgendwo so wahr zu sein wie hier. „Der Potsdamer Platz ist heute ein Unort“, sagt Gesa Kessemeier. „Es ist kaum noch vorstellbar, dass hier vor hundert Jahren das Zentrum für Kunst und Mode in Berlin war.“

    Die Historikerin erforscht im Rahmen des Projekts „Kunstgeschichte(n) des Tiergartenviertels“ die modische Vergangenheit der Stadt. Viele kennen das Denkzeichen Modezentrum Hausvogteiplatz, eine Skulptur aus drei spiegelnden Stahlplatten am östlichen U-Bahn-Ausgang. „Dabei saß am Hausvogteiplatz nur der textile Großhandel“, erklärt Gesa Kessemeier.

    Echte Mode wurde dagegen im Tiergartenviertel rund um den Potsdamer Platz gemacht. Das Café, in dem wir uns verabredet haben, liegt im Erdgeschoss eines der vielen Neubauten, die hier um die Jahrtausendwende hochgezogen wurden. Das waren aufregenden Zeiten in Berlin: die Baukran-Jahre.

    Wegen des unwirtlichen Wetters, im Volksmund „Russenpeitsche“ genannt, haben wir uns gegen einen Spaziergang entschieden. „Eigentlich“, so Gesa Kessemeier, „gibt es sowieso nichts mehr zu sehen. Die ehemaligen Modeorte Berlins sind fast alle verschwunden.“ Stattdessen holt die Wissenschaftlerin historische Stadtpläne hervor. „Alleine hier im Lenné-Dreieck befanden sich in den Zwanzigerjahren 17 Couture-Salons.“

    Muster: Gesa Kessemeier sitzt im historischen Kaisersaal.Charlotte Hansel_

    Sie erzählt von exklusiven Modellhäusern, prächtig ausgestattet mit Stuck, Seidentapeten und Kronleuchtern, in denen sich eine kunstsinnige Kundschaft die neuesten Entwürfe auf den Leib schneidern ließ. Von Modeschöpferinnen, die einen ganz eigenen, modernen Stil prägten, und denen es eine Zeitlang fast gelang, der Modestadt Paris ernsthaft Konkurrenz zu machen.

    Es ist eine Detektivarbeit, ich muss in historischen Adressbüchern, Zeitungen und Zeitschriften nach kleinsten Informationsschnipseln suchen. Gesa Kessemeier

    Die weitgehende Zerstörung Berlins und die folgende topografische Umgestaltung der Stadt sind nur zwei der Schwierigkeiten, mit denen Gesa Kessemeier bei ihrer Forschungsarbeit zu kämpfen hat. Es gibt kein Archiv, das die Arbeit der Berliner Modeschaffenden der Weimarer Republik systematisch dokumentiert. „Es ist eine Detektivarbeit“, sagt Gesa Kessemeier, „ich muss in historischen Adressbüchern, Zeitungen und Zeitschriften nach kleinsten Informationsschnipseln suchen.“

    Auch in den Akten der Entschädigungsbehörde des Landes Berlin wurde sie fündig, wo die Angehörigen von Opfern nationalsozialistischer Verfolgung bis 1969 Anträge auf die Rückgabe enteigneter Besitztümer stellen konnten.

    So sah’s früher aus: Der Wintergartensaal des Hotels Esplanade war Schauplatz zahlreicher Defilées.Sammlung Kessemeier

    Auf den Fotos, die Gesa Kessemeier zeigt, sind elegant geschwungene Häuserfronten zu sehen, an denen in großen goldenen Lettern Namen prangen: Johanna Marbach, Regina Friedländer, Clara Schulz. Wie kann es ein, dass wir diese Namen heute nicht mehr kennen? „Niemand kann eine Berliner Designerin der 1920er-Jahre nennen“, sagt Gesa Kessemeier, „aber Coco Chanel kennen alle.“

    Frankreich hat eine andere Geschichte als Deutschland, eine andere Erinnerungskultur. „Die Modeschaffenden, die hier arbeiteten, wurden nach 1933 beraubt, auf das Schlimmste verfolgt und danach bewusst dem Vergessen übergeben.“ Dabei machte die Berliner Mode einst auch international Furore.

    Als Marlene Dietrich 1930 das erste Mal in die USA reiste, hatte sie Hosenanzüge des Modellhauses Becker im Gepäck, das in einem eigenen Modepalais in der Tiergartenstraße residierte. Gesa Kessemeier weiß das, weil sie im Marlene-Dietrich-Nachlass in der deutschen Kinemathek die Quittungen über 23.000 Reichsmark fand.

    Das luxuriöse Couture-Atelier wurde von dem Ehepaar Max und Erna Becker betrieben. „Damals war es üblich, dass Geschäfte den Namen des Mannes trugen“, erklärt Gesa Kessemeier, „aber das kreative Genie war eigentlich Erna Becker.“ Die berühmten Hosenanzüge, die sie für Marlene Dietrich entwarf, bilden einen Schlüssel zum Verständnis des Berliner Stils. „Eine gewisse Strenge in der Linienführung“ habe diesen laut Gesa Kessemeier ausgezeichnet. „Reduktion und eine Eleganz der Einfachheit, wie man sie später auch bei Jil Sander fand.“

    Schlips stand ihr: Marlene Dietrich, 1933 Kunstbibliothek SMB/bpk/Photothek W. Römer

    Die Berliner Modeszene war damals selbstbewusst genug, Paris etwas Eigenes entgegenzusetzen. Der Verband deutscher Modeindustrie gründete sich aus dem deutschen Werkbund und war stark von dessen Ideen geprägt: Neue Sachlichkeit, eine klare und funktionale Formgebung, die Verbindung von Kunst, Handwerk und Industrie. Gesa Kessemeier zeigt ein Couture-Kleid von Clara Schulz, das die Modejournalistin Julie Elias 1923 als „Perlmutter-Pailletten, mit Stahlringen aneinandergeheftet“ beschrieben hatte. „Das sieht doch aus wie von Paco Rabanne!“, sagt die Wissenschaftlerin.

    Dass Berlin heute noch das Zeug dazu hat, den großen europäischen Modezentren den Rang abzulaufen, würden viele bezweifeln. Allein der unglücklich frühe Termin der Berliner Fashion Week, ausgerechnet zur grauesten Zeit des für seine Gräue berüchtigten Berliner Winters, hat schließlich viele Jahre bewiesen, dass Berlin im internationalen Modekalender nur eine Nebenrolle spielt. Zwar gibt es nun einen etwas späteren Berliner Termin, doch der internationale Fokus liegt nach wie vor auf London, Mailand und Paris, wo die neuen Kollektionen erst ein paar Wochen später gezeigt werden.

    Die Nationalsozialisten drängten die Begabtesten aus der Mode und glaubten, sie ersetzen zu können. Gesa Kessemeier

    Wenn eines heute noch genauso wahr ist wie vor hundert Jahren, dann das: Mode kann nicht in einem Vakuum existieren. Aber Modehäuser brauchen ein nahrhaftes Umfeld, um gedeihen zu können. Das ehemalige Tiergartenviertel, das Gesa Kessemeier aus tausend kleinsten Puzzleteile zu rekonstruieren versucht, war nicht nur ein elegantes Geschäfts-, sondern auch ein aufregendes Wohnviertel. Hier kamen Künstlerinnen, Kunstsammler, Filmstars und Intellektuelle zusammen. Die Mode war selbstverständlich mit dabei, als wichtiger Teil des visuellen Diskurses.

    Gesa Kessemeier erzählt anschaulich und bildhaft. Wenn sie redet und dabei alte Fotos und Zeitungsausschnitte zeigt, fühlt es sich an, als lege das alte Berlin sich für einen kurzen Moment über das gegenwärtige, als könne man sich noch ein bisschen an dem vergangenen Glanz wärmen. „Berlin hat sich seiner eigenen Talente beraubt“, klagt sie. Talente wie etwa Joe Strassner, der in Berlin elegante Abendkleider mit Cut-Outs entwarf, wie man sie heute wieder auf allen roten Teppichen sieht.

    Schick in Chanel: Zum Termin im historischen Kaisersaal trägt Kessemeier eine aussagekräftige Brosche. Charlotte Hansel

    Noch vor der Machtergreifung der Nazis ging Strassner nach Hollywood, wo er Stars wie Lilian Harvey und Anna Mae Wong einkleidete, später emigrierte er nach London, wo er als Kostümbildner mit Alfred Hitchcock zusammenarbeitete. Anderen erging es weitaus schlechter, die einflussreiche Modejournalistin Julie Elias starb 1943 im Exil in Norwegen, ihr Sohn Ludwig wurde nach Auschwitz deportiert und ermordet. Ebenso wie Joe Strassners Bruder Alfred.

    Die Bezeichnung „jüdische Modehäuser“ findet Gesa Kessemeier irreführend. Sie sagt: „Man muss aufpassen, dass man sich nicht das Denken der Täter zu eigen macht.“ Die Modesalons waren multinationale, multiethnische und multireligiöse Betriebe, deren Weltoffenheit und demokratische Ausrichtung den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge waren.

    Der Verband deutscher Modeindustrie wurde aufgelöst und durch das deutsche Modeamt ersetzt, das fortan versuchte, regimekonforme Modeschaffende zu fördern. „Sie drängten die Begabtesten aus der Mode und glaubten, sie ersetzen zu können“, formuliert es Gesa Kessemeier. Der Versuch misslang gründlich – ein Ort, an dem die Mode blüht, lässt sich nicht am Reißbrett entwerfen, er muss wachsen.

    Immer noch schmiegt sich die Lennéstraße südlich an den Tiergarten und bildet zusammen mit Bellevuestraße und Ebertstraße ein Dreieck, an dessen südlicher Spitze heute ein Kubus aus Glas und Stahl den Zugang zum ebenfalls zugigen und düsteren Bahnhof Potsdamer Platz bewacht. Aber wohnen tut hier niemand mehr, die Infrastruktur richtet sich an Durchreisende: ein Luxus-Hotel, ein Hotdog-Laden, ein indisches Restaurant. Von Mode keine Spur, es sei denn, man möchte die Filialen der Fast-Fashion-Ketten im nahegelegenen Einkaufszentrum dazuzählen.

    Großer Auftritt: Mannequins im Salon de Bayer, 1928 Sammlung Kessemeier

    Beheimatet ist das Forschungsprojekt „Kunstgeschichte(n) des Tiergartenviertels“ in der Kunstbibliothek, die nur wenige Schritte entfernt Richtung Landwehrkanal im Kulturforum liegt. Nach dem Krieg sollte hier das neue kulturelle Zentrum von West-Berlin entstehen. Das moderne Gebäudeensemble, das neben der Kunstbibliothek auch die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett beherbergt, wurde Ende der Neunzigerjahre fertiggestellt. Das weitläufige, abfallend gestufte Areal davor ist heute bei Skatern beliebt. In den warmen Monaten beleben sie den Platz und verströmen ein angenehm urbanes Flair. Jetzt im Januar herrscht allerdings auch hier tristes Sibirien-Feeling.

    Ähnliches ließe sich in diesen Tagen auch über die kulturelle Szene der Stadt sagen. Von den schmerzhaften Kürzungen des Kulturetats ist die Berlin Fashion Week zwar nicht betroffen. Das Geld, mit dem spektakuläre Modenschauen ausgerichtet und internationale Gäste in die Stadt geholt werden, kommt von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. „Typisch“, sagt Gesa Kessemeier, „in Frankreich ist Mode Kultur, in Deutschland Wirtschaft.“

    Das Esplanade ist einer der ganz wenigen historischen Berliner Modeorte, die noch erhalten geblieben sind. Gesa Kessemeier

    Momentan ist das allerdings ein klarer Vorteil: Senatorin Franziska Giffey und Staatssekretär Michael Biel investieren viel, um Berlin als Modestandort konkurrenzfähig zu machen. Aber ohne die Kultur kann die Rechnung nicht aufgehen. Das international gefeierte Label Namilia, eines der Zugpferde der Berlin Fashion Week, wurde von fünf Alumni der Universität der Künste gegründet. Eine weitere Absolventin, Kasia Kucharska, zeigt am 2. Februar erstmals eine eigene Kollektion bei der Berlin Fashion Week.

    Im November wurden der Hochschule einschneidende Kürzungen mitgeteilt. UdK-Präsident Norbert Palz sprach im Interview mit Radio Eins von einer „dramatischen Situation“, die eine „direkte Verringerung der Lehrqualität“ zur Folge habe. Dazu kommt, dass viele Modeschaffende Zweit- und Drittjobs im Kulturbereich haben, die nun ebenfalls wegbrechen könnten.

    Doch zurück zum Potsdamer Platz, wo die Glaskuppel des ehemaligen Sony-Centers wenigstens etwas Schutz vor dem schneidenden Wind bietet. Versteckt im östlichen Zipfel der Plaza stehen die Überreste des ehemaligen Grand Hotel Esplanade. „Das Esplanade ist einer der ganz wenigen historischen Berliner Modeorte, die noch erhalten geblieben sind“, sagt Gesa Kessemeier.

    Ein Zeitungsartikel aus dem Dezember 1921 berichtet, dass hier mit großem Aufwand eine „moderne Modefigurine“ des Bildhauers Rudolf Belling der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Ein Stück der puderblauen, stuckverzierte Wand des ehemaligen Esplanade-Speisesaals wurde in die moderne Architektur des Centers integriert. Von außen kann man sie hinter Glas bestaunen wie einen seltenen Schmetterling. Im Inneren befindet sich heute das Restaurant „Fredericks“, das auf geschmackvolles Art-Deco-Ambiente mit wohlplatzierten Popart-Einsprengseln setzt.

    Gesa Kessemeiers Blick fällt auf die weiße Marmortreppe in der Mitte des Raums: „Da ist sie ja!“, ruft sie begeistert aus. Genau hier, auf dieser Treppe, standen einst Vorführdamen, die die neuesten Entwürfe der Berliner Häuser zeigten. Sogar die blutjunge Marlene Dietrich war dabei. Die Marmortreppe war in den Zwanzigerjahren Teil der neuen Festhalle des Grand Hotel Esplanade, in der rauschende Partys gefeiert wurden und in der sich heute zwei Treppen über dem Restaurant befinden.

    Während der Baumaßnahmen, die Teile des historischen Hotels konservieren sollten, wurde der hintere Teil des Saals transloziert, also im Ganzen um etwa 80 Meter verschoben. Dabei ging leider der große Spiegel über dem Kamin zu Bruch. Darunter kam zum Vorschein: ein Ganzkörperporträt von Wilhelm Zwo mit strengem Blick. Seitdem heißt die immer noch prachtvolle Halle „Kaisersaal“.

    Glanzvoll: Elegante Abendmode aus dem Modellhaus Kuhnen Sammlung Kessemeier

    Enteignet, zerbombt, zugebaut, wieder freigelegt, kostspielig restauriert, transloziert und auf einen anderen Platz gestellt: Vielleicht kann die Beschaffenheit des Unorts Potsdamer Platz doch dabei helfen, die Geschichte dieser Modestadt besser zu verstehen.

    Dass Berlin Talent hat, würde wohl niemand bezweifeln – die Zukunft wird zeigen, ob hier auch weiterhin ein fruchtbares Umfeld geboten werden kann. Dafür, dass die Stadt ihre eigene Geschichte nicht vergisst, sorgt jedenfalls Gesa Kessemeier. Im Sommer erscheint ihr Buch „Modestadt Berlin – Geschichte der Berliner Konfektion und Modesalons 1836–1936“.

    #Berlin #Tiergarten #Mitte Potsfamer_Platz #Bellevuestraße #Ebertstraße #Lennéstraße #Lennédreieck #Hausvogtriplatz #Geschichte #Mode #Nazis

  • Kauperts Bekenntnisse - die vielen Namen der Dorotheenstraße
    https://m.kauperts.de/Strassen/Dorotheenstrasse-10117-Berlin

    Es geht natürlich um die Dorotheenstraße in 10117 Berlin-Mitte. Die namensgebende Dame war im aufstrebenden Preußen des 19. Jahrhunderts so populär, daß noch heute drei weitere Straßen in Adlershof, Lichterfelde und Wannsee nach der Kurfürstin von Brandenburg aus dem 17. Jahrhundert, der zweiten Frau Friedrich Wilhelms (der mit dem Reiterstandbild, nicht der mit dem U-Bahnhof), des „großen Kurfürsten“ benannt sind.

    Und so beschreibt uns Herr Kaupert die Geschichte der heutigen Dorotheenstraße zwischen #Am_Kupfergraben bis #Ebertstraße und #Scheidemannstraße:

    Geschichte — Dorotheenstraße Alter Bezirk Mitte
    Alte Namen Am Bauhof (um 1696-1822), Hinter dem Observatorium (18. Jh.-1822), Hinter Gasse (17. Jh.-18. Jh.), Letzte Straße (18. Jh.-1822), Clara-Zetkin-Straße (1951-1995)
    Name seit 25.4.1822

    Die Dorotheenstraße trägt ihren Namen, wie wir der Liste ihrer früheren Bezeichnungen eine Zeile über der Angabe „seit 25.4.1822“ entnehmen können, in der Tat erst seit 1995, denn unmittelbar zuvor hieß sie nach der Frauenrechtlerin und kommunistischen Reichstagsabgeorneten und Kampfgefärtin Rosa Luxemburgs Clara Zetkin.

    Die Sortierung der Straßennamen erschwert dem Leser die historische Einordnung der Bezeichnungen, unterstellt, dass hier nur ungeschickte Überlegungen zum Layout der Danenbankeinträge sichtbar werden. Unterschwellig ider ausdrücklich zeigt sich hier jedoch eine revisionistische Sicht auf die deutsche Geschichte. Die heutige Benennung nicht mit dem Datum der Widmung durch die zuständige BVV Mitte zu bezeichnen sondern mit dem des preußischen Erlaß von 1822, tut so, als ob mit der Umbenennung ein voheriger Zustand wieder hergestellt worden wäre, und die Epoche der Clara-Zetkin-Straße nicht existiert hätte. Zurück nach Preußen, die Kontinuität der Geschichte ist bis 1822 wieder hergestellt. Wem gehört der Verlag heute? „Zepter und Krone GmbH“ heißt die Dachgesellschaft und Besitzer des „Kaupert“ heute. Wenn das kein Zufall ist.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kaupert_(Verlag)

    Und so würde eine zutreffend fortlaufend sortierte Liste der historischen Bezeichnungen der heutigen Dorotheenstraße aussehen:

    Am Bauhof (um 1696-1822), Hinter dem Observatorium (18. Jh.-1822), Hinter Gasse (17. Jh.-18. Jh.), Letzte Straße (18. Jh.-1822),
    Dorotheenstraße (25.4.1822 - 1951)
    Clara-Zetkin-Straße (1951-1995)
    Name seit 1995

    Die Neubenennung als Dorotheenstraße erfolgte in einem neuen historischen Kontext und hat deshalb eine neue Bedeutung. Im Jahr 1822 wurde der Kurfürstin Dorothea gedacht, im Jahr 1995 hingegen sollte der kommunistischen Frauenrechtlerin ausdrücklich nicht mehr grdacht werden. Frag heut mal wen auf der Straße nach Dorothea. Niemand kennt sie. Das ist nicht weiter schlimm, denn ihre Epoche haben wir seit lamgem hinter uns gelassen. Und niemand soll mehr an die olle Clara erinnert werden. Das ist schade, denn sie hat viel für die Frauen von heute erreicht.

    Erstaunlich, wie ideologisch nicht nur eine Straßenumbenennung sindern auch ihre Abbildung im Code von Datenbankabfragen und Layoutanweisungen sein kann.

    #Dorotheenstraße #Clara-Zetkin-Straße #Straßenumbenennung

  • Moins on mange, plus ils encaissent : l’inflation gave les bourgeois
    https://www.frustrationmagazine.fr/inflation-bourgeois

    C’est à n’y rien comprendre. C’est la crise, l’inflation reste très élevée, l’économie n’est ni remise du Covid ni de la guerre en Ukraine qui se poursuit. Et pourtant, les profits atteignent des records, les dividendes sont plus hauts que le ciel, et les milliardaires n’ont jamais accumulé autant de milliards. Si on n’y regarde […]

    • Moins on mange, plus ils encaissent : l’#inflation gave les bourgeois

      C’est à n’y rien comprendre. C’est la crise, l’inflation reste très élevée, l’économie n’est ni remise du Covid ni de la guerre en Ukraine qui se poursuit. Et pourtant, les profits atteignent des records, les #dividendes sont plus hauts que le ciel, et les #milliardaires n’ont jamais accumulé autant de milliards. Si on n’y regarde pas de plus près, on pourrait considérer comme paradoxale une situation qui est parfaitement logique. Pour accumuler les milliards, il faut accumuler les dividendes. Pour accumuler les dividendes, il faut accumuler les profits. Pour accumuler les profits, il faut appauvrir la population en augmentant les #prix et en baissant les #salaires réels. Ça vous parait simpliste ? Alors, regardons de plus près les chiffres.

      Selon l’INSEE, au premier trimestre de cette année, l’#excédent_brut_d’exploitation (#EBE) des entreprises de l’#industrie_agro-alimentaire (c’est-à-dire le niveau de profit que leur activité génère) a progressé de 18%, pour ainsi s’établir à 7 milliards d’euros. Les industriels se font donc de plus en plus d’argent sur le dos de leurs salariés et, plus globalement, sur celui des Français qui galèrent pour se nourrir correctement : les ventes en volume dans la #grande_distribution alimentaire ont baissé de 9% au premier trimestre 2023 par rapport à la même période l’année précédente. La #consommation en France est ainsi tombée en-dessous du niveau de 2019, alors que la population a grossi depuis de 0,3%. Selon François Geerolf, économiste à l’OFCE (Observatoire français des conjonctures économiques), cette baisse de la #consommation_alimentaire n’a aucun précédent dans les données compilées par l’Insee depuis 1980. Dans le détail, sur un an, on constate des baisses de volumes vendus de -6% l’épicerie, -3% sur la crèmerie, -1,6% pour les liquides, etc. Cela a des conséquences concrètes et inquiétantes : en avril dernier, l’IFOP montrait que presque la moitié des personnes gagnants autour du SMIC se privait d’un repas par jour en raison de l’inflation.

      Une baisse de la consommation pilotée par les industriels

      Comment les entreprises peuvent-elles se faire autant d’argent, alors que nous achetons de moins en moins leurs produits ? Tout simplement, car cette baisse de la consommation est pilotée par les industriels. Ils choisissent d’augmenter massivement leurs prix, en sachant que la majorité des gens accepteront malgré eux cette hausse, car ils considéreront qu’elle est mécaniquement liée à l’inflation ou tout simplement, car ces industriels sont en situation de quasi-monopole et imposent donc les prix qu’ils veulent (ce qu’on appelle le #pricing_power dans le jargon financier). Ils savent très bien que beaucoup de personnes n’auront par contre plus les moyens d’acheter ce qui leur est nécessaire, et donc que les volumes globaux qu’ils vont vendre seront plus bas, mais cette baisse de volume sera très largement compensée par la hausse des prix.

      Sur le premier trimestre 2023, en Europe, #Unilever et #Nestlé ont ainsi augmenté leurs prix de 10,7%, #Bonduelle de 12,7% et #Danone de 10,3 %, alors que l’inflation tout secteur confondu passait sous la barre des 7%. La quasi-totalité d’entre eux voient leurs volumes vendus chuter dans la même période. Les plus pauvres, pour lesquels la part de l’alimentaire dans la consommation est mécaniquement la plus élevée, ne peuvent plus se nourrir comme ils le souhaiteraient : la #viande et les #céréales sont particulièrement touchés par la baisse des volumes vendus. Certains foyers sautent même une partie des repas. Les #vols se multiplient, portés par le désespoir et les grandes enseignes poussent le cynisme jusqu’à placer des #antivols sur la viande et le poisson.

      Les hausse des profits expliquent 70% de la hausse des prix de l’alimentaire

      Comme nous avons déjà eu l’occasion de l’écrire, les hausses de profit des #multinationales sont déterminantes dans l’inflation que nous traversons. Même le FMI le dit : selon une étude publiée le mois dernier, au niveau mondial depuis 2022, la hausse des profits est responsable de 45 % de l’inflation. Le reste de l’inflation vient principalement des coûts de l’#énergie et des #matières_premières. Plus spécifiquement sur les produits alimentaires en France, d’après les calculs de l’institut La Boétie, « la hausse des prix de #production_alimentaire par rapport à fin 2022 s’explique à plus de 70 % par celle des profits bruts ». Et cela ne va faire qu’empirer : en ce début d’année, les prix des matières premières chutent fortement, mais les prix pratiqués par les multinationales poursuivent leur progression, l’appétit des actionnaires étant sans limites. L’autorité de la concurrence s’en inquiète : « Nous avons un certain nombre d’indices très clairs et même plus que des indices, des faits, qui montrent que la persistance de l’inflation est en partie due aux profits excessifs des entreprises qui profitent de la situation actuelle pour maintenir des prix élevés. Et ça, même la Banque centrale européenne le dit. », affirme Benoît Cœuré, président de l’Autorité de la concurrence, au Parisien.

      La stratégie des multinationales est bien rodée : augmenter massivement les prix, mais aussi bloquer les salaires, ainsi non seulement leur #chiffre_d’affaires progresse fortement, mais ils génèrent de plus en plus de profits grâce à la compression de la #masse_salariale. Les calculs sur longue période de l’Institut La Boétie donnent le vertige : « entre 2010 et 2023, le salaire brut horaire réel (c’est-à-dire corrigé de l’inflation) a baissé de 3,7 %, tandis que les profits bruts réels, eux, ont augmenté de 45,6 % ». Augmenter massivement les prix tout en maintenant les salaires au ras du sol permet d’augmenter le vol légal que les #actionnaires commettent sur les salariés : ce qu’ils produisent est vendu de plus en plus cher, et les patrons ne les payent par contre pas davantage.

      La Belgique a le plus bas taux d’inflation alors que les salaires y sont indexés

      L’une des solutions à cela est bien connue, et était en vigueur en France jusqu’en 1983 : indexer les salaires sur les prix. Aujourd’hui seul le SMIC est indexé sur l’inflation et la diffusion des hausses du SMIC sur les salaires plus élevés est quasi inexistante. Les bourgeois s’opposent à cette mesure en affirmant que cela risque de favoriser encore davantage l’inflation. Les statistiques prouvent pourtant le contraire : la Belgique est le pays affichant le plus bas taux d’inflation en avril 2023 (moins de 5% tandis qu’elle atteint 6,6% en France) alors que là-bas les salaires s’alignent automatiquement sur les prix. Il est urgent de mettre en œuvre ce genre de solutions en France. En effet, la situation devient de plus en plus intenable : la chute des #conditions_de_vies de la majorité de la population s’accélère, tandis que les bourgeois accumulent de plus en plus de richesses.

      Cela dépasse l’entendement : selon le magazine Challenges, le patrimoine professionnel des 500 plus grandes fortunes de France a progressé de 17 % en un an pour s’établir à 1 170 milliards d’euros cette année ! En 2009, c’était 194 milliards d’euros… Les 500 plus riches détiennent donc en #patrimoine_professionnel l’équivalent de presque la moitié de la #richesse créée en France par an, mesurée par le PIB. Et on ne parle ici que de la valeur des actions qu’ils détiennent, il faudrait ajouter à cela leurs placements financiers hors du marché d’actions, leurs placements immobiliers, leurs voitures, leurs œuvres d’art, etc.

      La #France au top dans le classement des gros bourges

      La fortune de #Bernard_Arnault, l’homme le plus riche du monde, est désormais équivalente à celle cumulée de près de 20 millions de Français et Françaises d’après l’ONG Oxfam. Sa fortune a augmenté de 40 milliards d’euros sur un an pour s’établir à 203 milliards d’euros. Ce type a passé sa vie à exploiter des gens, ça paye bien (à peine sorti de polytechnique, Bernard Jean Étienne avait pris la direction de l’entreprise de son papa). Au classement des plus grands bourges du monde, la France est donc toujours au top, puisque non seulement on a l’homme le plus riche, mais aussi la femme, en la personne de #Françoise_Bettencourt_Meyers (patronne de L’Oréal, 77 milliards d’euros de patrimoine professionnel). Mais il n’y a pas que le luxe de représenté dans ce classement, la grande distribution est en bonne place avec ce cher #Gérard_Mulliez (propriotaire des #Auchans notamment) qui détient 20 milliards d’euros de patrimoine ou #Emmanuel_Besnier, propriétaire de #Lactalis, le 1er groupe mondial de produits laitiers, qui émarge à 13,5 milliards.

      Les chiffres sont vertigineux, mais il ne faut pas se limiter à une posture morale se choquant de ces #inégalités sociales et appelant, au mieux, à davantage les taxer. Ces fortunes ont été bâties, et progressent de plus en plus rapidement, grâce à l’exploitation du travail. L’augmentation de valeur de leurs entreprises est due au travail des salariés, seul créateur de valeur. Tout ce qu’ils détiennent est ainsi volé légalement aux salariés. Ils doivent donc être pris pour cible des mobilisations sociales futures, non pas principalement parce qu’ils sont #riches, mais parce qu’ils sont les plus gros voleurs du monde : ils s’emparent de tout ce qui nous appartient, notre travail, notre vie, notre monde. Il est temps de récupérer ce qui nous est dû.

      https://www.frustrationmagazine.fr/inflation-bourgeois

      #profit #économie #alimentation #chiffres #statistiques

  • Manifeste pour les cités-jardins du XXIe siècle
    https://topophile.net/savoir/manifeste-pour-les-cites-jardins-du-xxie-siecle

    1898, Ebenezer Howard publie le texte fondateur des cités-jardins dont le modèle radical sera largement reproduit dans le monde entier sous une forme édulcorée. Celui-ci imagine une communauté solidaire combinant le meilleur de la ville et le meilleur de la campagne reposant notamment sur la propriété collective du sol et la mise en réseau des... Voir l’article

  • Leichenverbrennungen in KZs : Schöneberger Firma baute Krematoriumsöfen - Berlin - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/leichenverbrennungen-in-kzs-schoeneberger-firma-baute-krematoriumsoefen/25055378.html


    ZOOMARCHITEKTEN, Dennewitzstraße 36-38, Berlin, Visualisierung Stefan Amann
    L’emplacement exact des ateliers de Heinrich Kori GmbH correspond à la partie du parc à gauche des immeubles.

    https://www.openstreetmap.org/node/3830162448
    L’immeuble Kurfüstenstraße 1 se trouve en face de l’ancienne adresse Dennewitzstraße 35

    On connaissait le fabricant de fours crématoires nazis à Erfurt, mais on ignorait tout de l’entreprise artisanale de Berlin qui lui fit concurrence. Aujourd’hui on fait pousser des logements de luxe a l’endroit où oeuvraient les complices de la purification raciale de l’Europe. Le capital a compris que le sociocide est davantage perenne que le génocide entâché à travers sa sale mise en oeuvre par des extrémistes de droite au siècle dernier. Alertons les enfants des nouveaux habitants afin qu’il ne s’aventurent pas sur le pet semetary nazi juste derrière l’immeuble de leurs parents.

    Nous ne sommes pas dupes.

    „So was hätt einmal fast die Welt regiert!
    Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
    Dass keiner uns zu früh da triumphiert -
    Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!

    Bert Brecht, La Résistible Ascension d’Arturo Ui
    https://fr.wikipedia.org/wiki/La_R%C3%A9sistible_Ascension_d%27Arturo_Ui

    Voici l’article dans le très conservateur journal Tagesspiegel

    27.09.2019, von Sigrid Kneist - Zwei Historikerinnen haben die Rolle eines Berliner Ofenherstellers in der NS-Zeit aufgearbeitet. Sie hat den NS-Massenmord mit ihrer Arbeit unterstützt.

    Die Helfer des industriellen NS-Massenmordes arbeiteten mitten in Schöneberg. Dort, in der Dennewitzstraße 35, war die Firma H. Kori ansässig; sie baute die Öfen für die Verbrennung der Leichen in den Konzentrationslagern. So wie auch die Firma Topf & Söhne in Erfurt.

    Während in Berlin derzeit noch nichts auf die Verstrickungen des Unternehmens hinweist, wurde in Erfurt der Erinnerungsort „Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ geschaffen. Dessen Leiterin ist die Historikerin Annegret Schüle, die jetzt gemeinsam mit Susanne Zielinski – ebenfalls eine Historikerin – auch über das Berliner Unternehmen geforscht hat.

    Die Firma wurde in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts von Heinrich Kori gegründet, der sie Anfang der 1920er Jahre in eine GmbH verwandelte und vor allem Familienmitglieder als Gesellschafter einbezog. Zunächst entwickelte die Firma Heizungsanlagen; schon bald baute sie Verbrennungsöfen für alle möglichen Abfälle.

    Das Unternehmen installierte 1892 den „ersten Verbrennungsofen zum Vernichten von Tierleichen und Konfiskaten“ auf dem Schlachthof der Stadt Nürnberg. Ab den 1920er Jahren baute Kori auch Öfen für städtische Krematorien. Laut Schüle und Zielinski war die Firma auf dem Gebiet aber nicht so erfolgreich wie der Erfurter Konkurrent Topf & Söhne.

    Zahlreiche Konzentrationslager im In- und Ausland beliefert

    Wie es genau zur Zusammenarbeit zwischen der SS und der Firma Kori kam, ist nach Angaben der Forscherinnen nicht bekannt. Ein Neffe des Firmengründers und bis 1937 Gesellschafter und Geschäftsführer der Heinrich Kori GmbH, könnte als SS-Mitglied den Kontakt befördert haben.

    Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs waren die Häftlingszahlen in den Konzentrationslagern gestiegen. Verfolgung und Terror durch die SS nahmen zu. In den KZs stieg die Todesrate. Waren vorher die Toten in den städtischen Krematorien verbrannt worden, geschah das nun in den Lagern selber.

    Kori baute Öfen für die #Konzentrationslager #Vught, #Neuengamme, #Ravensbrück, #Stutthof, #Bergen-Belsen, #Sachsenhausen, #Mittelbau-Dora, #Groß-Rosen, #Majdanek, #Flossenbürg, #Hersbruck, #Natzweiler-Struthof, #Dachau, #Mauthausen, #Melk, #Ebensee, #Blechhammer und #Trzebinia.

    Für die Installation fuhren Mitarbeiter in die Lager. Die Arbeiten wurden dort von Häftlingen erledigt. Die Firma rüstete auch vier der sechs Tötungsanstalten – Bernburg, Hadamar, Sonnenstein/Pirna und Hartheim – aus, in denen die sogenannte Aktion T4 der Nazis umgesetzt wurde: Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und geistigen Behinderungen wurden mit Kohlenmonoxid vergiftet. Ihre Leichen wurden direkt in den Anstalten verbrannt.
    Bezirk will Opfern des NS-Massenmordes gedenken

    Die Aufträge zur Unterstützung des Massenmords sind nach Auffassung der Wissenschaftlerinnen ein wichtiges Geschäftsfeld des Unternehmens mit 30 bis 40 Mitarbeitern während dieser Zeit gewesen. Maßgeblich im Unternehmen dafür zuständig war ihren Recherchen zufolge Hugo Heßler, der Leiter der Abteilung Feuerungsbau. Er arbeitete seit Beginn des Jahrhunderts bei Kori und übernahm nach dem Tod des Firmengründers 1938 die Geschäftsführung der GmbH. Kein Firmenverantwortlicher wurde nach dem Ende der Nazizeit zur Rechenschaft gezogen.

    Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist inzwischen das Bewusstsein dafür gewachsen, dass man der Opfer gedenken, aber ebenso daran erinnern muss, wer zu den Tätern, zu den Wegbereitern des NS-Massenmordes gehörte.

    Die BVV beschloss auf Initiative der Grünen im Februar, dass an der Dennewitzstraße eine Mahntafel angebracht werden soll, um an die Rolle des Unternehmens in der Nazizeit zu erinnern. Die Hausnummer 35 gibt es nicht mehr. Derzeit wird in der Straße rege gebaut; das an den Gleisdreieckpark angrenzende Wohnquartier wächst weiter. Bis 1976 war die Firma noch dort ansässig, bis 2012 war sie im Handelsregister eingetragen. Nach 1945 sei das Unternehmen unbehelligt geblieben, sagt der Grünen-Bezirksverordnete Bertram von Boxberg. Die Firma habe dann vor allem mit Spendengeldern finanzierte Öfen für Kirchengebäude geliefert, sagte Boxberg.

    Um die Umsetzung des BVV-Beschlusses soll sich jetzt die neu gegründete bezirkliche Gedenktafelkommission kümmern. Das Gremium, dem unter anderem Vertreter des Bezirksamtes und der Fraktionen angehören, wird am 21. Oktober zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Ob an diesem Tag schon die Kori-Mahntafel Thema sein wird, steht noch nicht fest.

    https://www.flickr.com/photos/zoomarchitekten

    –---

    Entre 1945 et l’a 2000 les terrains le long des anciens chemins de fer à Berlin constituaient une ressource abordable pour les petites entreprises, artistes et projets culturels. En 1989 des jeunes récupéraient un ancien garage auto pour y monter un nightclub qui marquait la vie nocturne pendant quinze ans. Il se trouvait au tournant de la Kurfürstenstraße et la Dennewitzstraße, alors dans un esprit peu cérémonieux on le nommait 90° Neunzig Grad .


    Entrée du club 90° . L’immeuble au fond à droite se trouve dans la partie pietonnière de la Dennewitzstraße au numéro 33.
    https://www.openstreetmap.org/node/2993663887


    Vu de la Kurfürstenstraße, le Club 90° se trouvait à l’emplacement de l’aile droite de l’immeuble, les ateliers du fabricant de fournaux crématoires Heinrich Kori GmbH se situaient dans le prolongement de la Kurfürstenstraße vers la droite à l’endroit du parc actuel.

    90 Grad Club Berlin | Gästeliste030
    https://www.gaesteliste030.de/locations/90-grad-berlin-QFaziWFSnEWKWOq74QfVSw

    Dennewitzstraße 37, 10785 Berlin
    Geschlossen: 14.05.2004


    Les ateliers du fabricant de fournaux crématoires Heinrich Kori GmbH se situaient dans le prolongement de la Kurfürstenstraße hors image entre la Dennewitzstraße et la ligne de chemin de fer entre Berlin gare Potsdamer Platz et la ville de Potsdam.

    Kori (Unternehmen) – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kori_(Unternehmen)#Nach_dem_Zweiten_Weltkrieg


    Les traces de la Kori G.m.b.H. se perdent. Sa dernière adresse n’existe plus. A l’endroit de Rudower Straße 122 à Berlin-Neukölln (12351) se trouve actuellement un garage auto entre les numéros 116 et 124a.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Kori seine Unternehmenstätigkeit fort.

    Um 1975 zählten zu den Geschäftsfeldern Kirchen- und Großraumheizungen, Zentralheizungs- und Lüftungsanlagen, Verbrennungsöfen für Abfälle aller Art, Müllschluckanlagen und Feuerungsanlagen. Da das Betriebsgelände saniert werden sollte, zog das Unternehmen 1976 nach Berlin-Neukölln, Rudower Straße 122, wo es noch bis ca. 2003 produzierte.

    https://www.openstreetmap.org/node/2865805612

    Mahntafel für die Firma KORI am Eingang Kurfürstenstraße in den Gleisdreieckpark – gleisdreieck-blog.de
    https://gleisdreieck-blog.de/2019/09/07/mahntafel-fuer-die-firma-kori-am-eingang-kurfuerstenstrasse-in-den


    Le numéro 35 à Dennewirtstraße a officiellement disparu de la carte de Berlin. Aujourd’hui c’est une entrée du Gleisdreickpark entre les numéros 34 et 36 à l’endroit des nouveaux immeubles mentionnés plus haut.

    #Berlin #Dennewitzstraße #nazis #histoire #génocide #architecture #gentrification

  • YOLOCAUST
    http://yolocaust.de

    Yolocaust ist ein Projekt des israelischen Satirikers und Autors Shahak Shapira, das unsere Erinnerungskultur durch das Kombinieren von Selfies am Holocaust-Mahnmal in Berlin mit Bildmaterial aus Vernichtungslagern hinterfragt. Die Selfies wurden auf Facebook, Instagram, Tinder und Grindr gefunden. Kommentare, Hashtags und „Likes“ aus den Selfies wurden ebenfalls übernommen.

    Ca. 10.000 Menschen besuchen täglich das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Viele von ihnen springen, skaten, radeln oder posen mit breitem Lächeln auf den 2711 Betonstelen des rund 19.000 m² großen Bauwerks für die Kamera.

    Die Bedeutung und Rolle des Mahnmals ist umstritten. Für viele Menschen symbolisieren die grauen Betonquader die Grabsteine der 6 Millionen Juden, die ermordet und in Massengräbern beerdigt wurden, oder die Asche, zur der sie verbrannten.

    #photographie #shoa #tourisme #Berlin #Hannah-Arendt-Straße #Ebertstraße #Mitte

  • 1.Juli 1988 - Räumung des Lenné-Dreiecks
    https://vimeo.com/69431084

    40 Jahre nichts passiert
    und jetzt wird hier betoniert?
    Aufruhr, Widerstand-
    das Dreieck ist jetzt unser Land!
    leben, lieben, lachen, streiten-
    dem scheiß System ein Ende bereiten.
    gegen Beton und Zwiebeln aus der Tube!
    die B.Setzer

    Lenné-Dreieck

    Als Lenné-Dreieck wird die Fläche zwischen Lennéstraße, Bellevuestraße und Ebertstraße am Potsdamer Platz im Berliner Ortsteil Tiergarten (Bezirk Mitte) bezeichnet. Dieser inoffizielle Name kommt von der Lennéstraße; diese wiederum ist benannt nach Peter Joseph Lenné, der im 19. Jahrhundert den Großen Tiergarten zum Landschaftspark umgestaltet hatte. Bekanntheit erlangte das Areal durch den an dieser Stelle kuriosen Grenzverlauf zwischen Ost- und West-Berlin, da es zwar westlich der Mauer lag, aber zu Ost-Berlin gehörte, und seine Besetzung im Jahr 1988 durch politische Aktivisten. Heute befinden sich hier das Beisheim Center und der Henriette-Herz-Park.

    Umbruch Bildarchiv Bilder Fotos Besetzung des Kubat-Dreieck
    https://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/20jahre_kubat.html

    Das Q-Bat-Freieck

    Vor 20 Jahren flüchteten die BesetzerInnen des Kubat-Dreieck mit einem legendären Mauersprung von West nach Ost.

    Wir begeben uns auf die Spuren des Kubat-Dreiecks. Anlass ist der bevorstehende 20. Jahrestag der Räumung dieses kuriosen besetzten Dorfes am 1. Juli 2008. Das ursprünglich und auch heute noch als Lenné-Dreieck bezeichnete Gebiet in Berlin lag nach dem Mauerbau zwar auf Westberliner Seite, gehörte aber eigentlich dem Staatsgebiet der DDR an. Über die Zeit entwickelte sich aus dem ungenutzten Niemandsland ein Biotop mit 161 verschiedenen Pflanzenarten. Westberlin plante auf diesem Gebiet eine Stadtautobahn (Teilstück der Westtangente). Im Rahmen dessen sollte ein Gebietstausch, der 16 Flächen (Enklaven) umfasste, zwischen Westberlin und der DDR stattfinden. Zusätzlich zahlte Westberlin 76 Mio. DM an die DDR. Stichtag der Gebietsübergabe sollte der 1. Juli 1988 sein.
    Dies war Anlass für die Besetzung, an der sich UmweltschützerInnen, Punks, Autonome und weitere Linke aus Westberlin beteiligten. Die DDR hatte kein Interesse die BesetzerInnen zu vertreiben oder wollte keinen Imageverlust gegenüber der Westberliner Linken riskieren. Die Westberliner Polizei hatte wiederum keine Berechtigung auf das Gebiet zuzugreifen, dadurch ergab sich auf dem Lenné-Dreieck ein Freiraum, der sich zur Besetzung anbot. Das Angebot nahmen hunderte Leute dankbar an. Am 26. Mai errichteten sie auf dem Kubat-Dreieck die ersten Hütten. Der Name sollte an Norbert Kubat erinnern, der nach dem Riot in Kreuzberg am 1. Mai 1987 inhaftiert worden war und sich am 26. Mai 1987 in der Zelle das Leben nahm. Weiter im Überblick siehe unten.

    Neben der Bildergalerie die wir für Euch zusammengestellt haben, gibt es einen Videoausschnitt von autofokus (siehe oben) und zwei Audiointerviews mit einem der ehemaligen Besetzer, der mit über die Mauer sprang und einem ehemaligen DDR-Offizier, der das Treiben - nicht nur aus beruflichen Gründen - von der anderen Seite verfolgte

    Als die Linksautonomen nach Ost-Berlin flohen: Archivfund - WELT
    https://www.welt.de/geschichte/article126322649/Als-die-Linksautonomen-nach-Ost-Berlin-flohen.html

    #Berlin #histoire #Potsdamer_Platz #Lennéstraße #Ebertstraße #Bellevuestraße

  • Welcome to I/O Terror
    http://ioterror.com

    For now this site is supporting volunteers who are willing to help transcribe some discussions by individuals who are doing their best to preserve human rights in the early twenty-first century.

    These individuals will include, eventually, #Edward_Snowden, Thomas Drake, William Binney, #Julian_Assange , Jacob Appelbaum, Glenn Greenwald, Laura Poitras, #Eben_Moglen, Bruce Schneier,#Noam_Chomsky, Chris Hedges, Lawrence Lessig, #Jesselyn_Radack as well as Canadians David Lyon, Ann Cavoukian, Michael Geist, and John Ralston Saul.

  • Lenné-Dreieck -> Beisheim-City
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lenn%C3%A9-Dreieck

    Bekanntheit erlangte das Areal durch den an dieser Stelle kuriosen Grenzverlauf zwischen Ost- und West-Berlin, da es zwar westlich der Mauer lag, aber zu Ost-Berlin gehörte, und seine Besetzung im Jahr 1988 durch politische Aktivisten. Heute befinden sich hier das Beisheim Center und der Henriette-Herz-Park.

    1988 - das Lenné-Dreieck wird besetzt und in Kubat-Dreieck umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt gehört es nicht mehr ganz zur DDR und noch nicht zu Westberlin. Im Vordergrund die Bellevuestraße, im Hintergrund das Riesenrad vom Frühlingsfest auf dem Gelände des Hamburger und Lehrter Güterbahnhofs (HuL), ein Plakat verkündet Wenn Ihr und räumt, holen wir die Russen . Die Bürgerinitiative Westtangente ist auch dabei.

    1988 - Ebertstraße mit Mauer, Niemandsland und Fernsehturm im Hintergrund

    Wer in der SS erfolgreich ist, der darf auch nach dem Krieg optimistisch sein. Otto Beisheim baut stahlhart den Metro-Handelskonzern auf und widmet kurz vor seinem Tod den zentralen Platz des neu erworbenen Areals seiner Frau Inge. Auf dem Lenné-Dreieck. Was für eine schöne Liebsgeschichte.

    Das Beisheim Center in der Beisheim-City
    https://de.wikipedia.org/wiki/Beisheim_Center

    –---
    Auguste-Hauschner-Straße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Auguste-Hauschner-Strasse-10785-Berlin

    Bellevuestraße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Bellevuestrasse-10785-Berlin

    Ebertstraße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Ebertstrasse-10117-Berlin

    Hans-von-Bülow-Straße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Hans-von-Buelow-Strasse-10785-Berlin

    Inge-Beisheim-Platz
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Inge-Beisheim-Platz-10785-Berlin

    Lennéstraße
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Lennstrasse-10785-Berlin
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    #Berlin #Geschichte #Nazis #Lennéstraße #Bellevuestraße #Ebertstraße #Inge-Beisheim-Platz #Auguste-Hauschner-Straße #Hans-von-Bülow-Straße #Bürgerinitiative_Westtangente

  • Opfer gegen Künstler gegen Kinder gegen Frauen und so fort ...
    http://www.berliner-woche.de/schoeneberg/bauen/neuer-name-fuer-pallas-park-fuehrt-zur-debatte-d97577.html

    Benennung und Umbenennung von Berliner Straßen sind ein mühseliges Gechäft, bei dem die persönlichen Vorlieben, Befindlichkeiten und Eifersüchteleien immer wieder fröhliche Urständ feiern. Das neueste Stück aus dem Tollhaus BVV handelt vom Sportpalast und dem Walzer dazu, von Klamottenfabrikanten und ihren Kindern, und davon wer das würdigste Opfer abgibt als Namensgeber wäre für einen ehemaligen Parkplatz.

    Im Januar 2015 brachte die CDU-Fraktion den Antrag ein, dem Pallas-Park den Namen des Komponisten und Musikverlegers Translateur („Sportpalast-Walzer“) zu verleihen. Siegfried Translateur kam im März 1944 in Theresienstadt um.

    Bündnis 90/Die Grünen konterten mit dem Lilli-Flora-Vorschlag, dem sich die SPD anschloss. Der Ausschuss für Bildung und Kultur unter Vorsitz der SPD-Verordneten Melanie Kühnemann gab eine entsprechende Empfehlung für die Abstimmung in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).
    ...
    Für die SPD sagte Stefan Böltes, Lilli Flora stehe für eine Opfergruppe des Nationalsozialismus, die in der Öffentlichkeit bisher überhaupt nicht vorkomme, die Opfergruppe der Kinder. Außerdem gebe es einen BVV-Beschluss, wonach bei der Namensgebung von Straßen, Plätze und Parks Frauen zu bevorzugen seien. Elisabeth Kiderlen von den Grünen meinte, Lilli Flora Borchardt eigne sich als Namensgeberin für den Pallas-Park, weil Kinder und Jugendliche, die sich dort aufhielten, sich gut mit dem Schicksal dieses „ganz normalen Kindes“, das kein Held des Widerstands gewesen sei, identifizieren könnten.

    Halten wir mal fest : Der Sportpalast war eine wichtige Halle für Versammlungen und Sportveranstaltungen, bekannt und berüchtigt für die Berliner Sechstagerennen, die Goebbels-Rede zum Totalen Krieg und für eine Klopperei beim größten Berliner Rock’Roll Konzert.

    Die BZ titelte 1958:

    King Bill Haley: Blutige Schlacht im Sportpalast
    http://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/king-bill-haley-blutige-schlacht-im-sportpalast
    http://www.bpb.de/cache/images/6/42826-3x2-original.jpg?F379C

    Berlin, 26. 10. 1958 Mit einer blutigen Schlacht endete gestern Abend im Berliner Sportpalast das Konzert des amerikanischen Rock’n‘-Roll-Königs Bill Haley. Blutüberströmte Menschen wankten in den Gängen umher. Mit Knüppeln, Brettern und Stuhlbeinen bewaffnet, zerlegte die aufgepeitschte Menge den Sportpalast.

    1976 wurde der Sportpalast abgerissen, an seiner Stelle eine Kampfzone namens Sozialpalast neben den unkaputtbaren Weltkriegsbunker gestellt und damit der Pallaskiez bis heute geprägt. Im Jahr 2000 wurde der Parkplatz dazu als PallasPark mit CamelCaps begrünt. Nun solls noch hübscher und denkwürdiger werden, als Ausdruck des neuen Hauptstadtbewußtseins soll an die Verbrechen der alten und die Verdienste der noch älteren Hauptstadtzeit erinnert werden, ein Opfer muß her. Wen können wir dafür verwursten, wer kommt diesmal rein ins Gedenkpotpourri?

    Garten der Künste
    http://www.netzwerk-stadtraumkultur.de/index.php/garten-der-kuenste

    Ähnlich dem Vorbild im Prinzessinnen-Garten könnte der „mobile Garten“ aussehen

    In der Endausscheidung von SSDS (Schöneberg sucht das Superopfer): Der Komponist des Sportpalast-Walzers (der mit dem Pfiff, kein Stolperstein) und eine junge Frau (noch unbekannt, aber mit Stolperstein in der Pallasstraße), beide von den Nazis ermordet. Die Jury-Rolle in Noch ist Bohlen nicht verloren übernehmen die Vertreter von SPD, Grünen und CDU. Jeder hat sein Lieblingsopfer und will unbedingt, daß es in die Entausscheidung kommt. Das zetert solange lautstark, bis es ordentlich kracht, bis alle erschöpft sind vom Zerreden in endlosen Rathaussitzung, bis der Kandidat der Fraktion mit dem größten Durchhaltewillen gewinnt. Gute altdeutsche Tradition, dieser Durchhaltewille. So soll es sein.

    Ich finde das würdelos. Schauen sie selber, lieber Leser, seien Sie Jury, muß diese Aufregung sein ? Kann man nicht einfach in Ruhe darüber sprechen, welcher Name die Stadtgeschichte am besten reflektiert, wer bereits mit Gedenkeinrichtung bedacht ist, vielleicht überlegt man noch, ob man hier einen Menschen, der die Stadt vor den Nazis geprägt hat oder lieber eine Unbekannte, die von ihnen ermordet wurde, ehren möchte, oder ob man überhaupt jeden Grasfleck als Stadtplatz widmen muß.

    Merke : Orte, an denen niemand wohnt, und an denen keine Einrichtung residiert, brauchen auch keinen Namen. Die müssen nämlich nicht gefunden werden, da will niemand hin. Und, Berliner verpassen sowieso allen Orten und Bauwerken passende Namen, wenn es sie interessiert. Einfach mal abwarten und dem Volk aufs Maul schauen. Dann findet sich schon der richtige Name fürs Plätzchen.

    Erinnern wir uns der Schicksale von Lilli Borchardt und Siegfried Translateur. Ob die beiden dazu einen unwichtigen Platz brauchen, über lassen wir der BVV.

    Liste der Stolpersteine in Berlin-Schöneberg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Berlin-Sch%C3%B6neberg

    Lilli Flora Borchardt, Pallasstraße 12, Stolperstein gesetzt am 20. Apr. 2012

    Lilli Flora Borchardt kam am 25. Januar 1926 als Tochter des Woll- und Strickwarenfabrikanten Jacques Borchardt und seiner Frau Franziska geborene Pasmantier in Berlin zur Welt.[98] Sie hatte einen älteren Bruder Helmut Michael, der am 20. Oktober 1922 geboren war und eine jüngere Schwester Irene, geboren am 31. Januar 1929. Die Familie lebte zunächst in Nikolassee, Potsdamer Chaussee 58 Ecke Dreilindenstraße, später in Schöneberg in der Pallasstraße 12. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten durfte Lilli nicht mehr die staatlichen Schulen besuchen, sie ging auf die jüdische Joseph-Lehmann-Schule in der Joachimstaler Straße 13, ab 1939 auf die Holdheimschule in der Nürnberger Straße 66. Im Mai 1939 konnte die jüngste Tochter Irene nach England ausreisen, Lilli sollte im Winter 1939 folgen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vereitelte dies. Die Firma ihres Vaters wurde im Jahr 1939 liquidiert und die Wohnung in der Pallasstraße wurde der Familie gekündigt: sie musste in zwei Zimmer zur Untermiete in die Ebersstraße 18 ziehen. Seit Juni 1942 besuchte Lilli nicht mehr die Schule, sie arbeitete als Erntehelferin in Radinkendorf bei Beeskow. Am 26. Juni 1942 wurde ihr Vater und ihr Bruder nach Minsk deportiert, Lilli und ihre Mutter lebten nunmehr zusammen in einem möblierten Zimmer, bis auch sie beide am 19. Oktober 1942 mit dem 21. Transport nach Riga verschleppt und am 22. Oktober 1942 ermordet wurden.

    Siegfried Translateur
    https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Translateur

    Salo Siegfried Translateur (* 19. Juni 1875 in Bad Carlsruhe, Oberschlesien; † 1. März 1944 im Ghetto Theresienstadt) war ein deutscher Komponist, Kapellmeister und Musikverleger.
    ...
    Das wohl bekannteste Werk Translateurs ist der Walzer Wiener Praterleben, den er als 17-jähriger 1892 komponierte und der in den 1920er Jahren durch das Berliner Sechstagerennen als Sportpalastwalzer populär wurde und dies bis heute ist.

    The Johann Strauss Society of Great Britain — Composers — Siegfried Translateur
    http://www.johann-strauss.org.uk/composers-n-z.php?id=191

    He wrote some 200 compositions, only a few of which survive today, including the Viennese waltzes Berlin, mein Berlin, La reine du Bal, Wiener Extrablätter and Wiener Herzen. Many of his compositions were written for piano and were used by various music conservatories as examples of well written compositions of their time. Today he is remembered for one sole composition, still played today: the Wiener Praterleben, or Sportpalast waltz, renamed after the Berlin Sportpalast (Sports Palace) which was torn down in 1976.

    Pallaspark auf Openstreetmaps
    http://www.openstreetmap.org/way/404794534#map=19/52.49521/13.35845

    #Geschichte #Musik #Walzer #Textilindustrie #Nationnalsozialismus #Stolperstein #Juden #Shoa #Holocaust #Riga #Minsk #Theresienstadt #Berlin #Schöneberg #Pallasstraße #Wannsee #Dreilindenstraße #Sportpalast #Nürnberger_Straße #Potsdamer_Chaussee #Joachimstaler_Straße #Ebersstraße

    • Der Wahnsinn geht weiter
      http://www.berliner-zeitung.de/berlin/debatte-um-ehrung-von-siegfried-translateur-geraet-zur-posse-238827


      Unter dem Titel Debatte um Ehrung von Siegfried Translateur gerät zur Posse berichtet die Berliner Zeitung von gestern darüber, wie sich Politiker ins Zeug legen:

      Diesen in Vergessenheit geratenen Schöpfer dieses Stückes Musik-, Sport-, ja auch Widerstandsgeschichte wollte nun eine Initiative von Musikern und Historikern ehren. Die CDU nahm sich der Idee an. An der Pallasstraße in Schöneberg, wo der Sportpalast bis zu seinem Abriss 1973 stand und jetzt der sogenannte Sozialpalast steht, sollte erst eine kleine Grünfläche, schließlich ein breiterer Abschnitt der Straße als Translateur-Platz nach dem Musiker benannt werden. Seit zwei Jahren ringt die CDU nun schon um eine Würdigung Translateurs am historischen Ort. Da kam es auf den einen Kompromiss mehr oder weniger schon auch nicht mehr an.

      Nun war aber Siegfried Translateur ein Mann. Und in Tempelhof-Schöneberg gibt es, wie in anderen Bezirken auch, einen BVV-Beschluss, wonach bei Neubenennungen von Straßen und Plätzen Frauen zu bevorzugen seien. Also machte sich die Rot-Grün auf die Suche – und fand Lilli Flora Borchardt, ein Mädchen, das zu NS-Zeiten mit ihrer jüdischen Familie in der Pallasstraße gelebt hat, ehe es 1942 im Alter von 16 Jahren im Konzentrationslager Riga ermordet wurde. Nach ihr solle nun die Grünfläche hinter dem Sozialpalast benannt werden. Damit werde auch der so oft vernachlässigten Opfergruppe der Kinder und Jugendlichen Rechnung getragen, hieß es. Der CDU-Antrag wurde abgelehnt.

      Alle berichten das Gleiche: Aufgewogen werden Mädchen gegen Komponisten. Wir rechnen noch einmal: Lilli Flora war 16 Jahre alt, als sie ermordet wurde. Die junge Frau in diesem Alter noch als Mädchen zu bezeichnen, kann nur alten Jungfern einfallen, denen die Jugendzeit entfallen ist. Und der Sportpalastwalzer war nun wirklich nicht vergessen, nur die Neuberliner kannten ihn vor dem Lillitranslateurpallasparkquatsch nocht nicht. Jetzt issa ooch ihm jeläufich.

      Wieviele Neu- und Nichtberliner sitzen eigentlich in der Redaktion der Berliner Zeitung ?

      P.S. Jetzt wird es wohl eine ersatzweise Wahnsinnsstele für den wahren Walzerschöpfer. Ooch jut. Oda ooch nich. Wat sollt.

      #WTF

    • Anfang 2022 gibt es den #Lilli-Flora-Park wirklich.
      https://www.openstreetmap.org/way/404794534
      Brav dokumentiert ist er in der deutschsprachigen Wikipedia, ohne eigenen Eintrag zwar, aufgeführt jedoch mit Größenangabe (0,1 Hektar) , ehemaliger Bezeichnung (Pallaspark, davor janz inoffiziell Parkplatz, wo icke manchmal jeparkt habe ), Bezirk (Tempelhof-Schöneberg) und Ortsteil = ehemaliger Westberliner Bezirk (Schöneberg). Nicht erfasst wurde hier oder im Kaupert das genau Datum der Widmung. Das erledigt Chronistin Karen Noetzel im Käseblatt „Berliner Woche“ am 24.2.2017.

      Umbenennung des Pallasparks in Lilli-Flora-Park ist offiziell
      https://www.berliner-woche.de/schoeneberg/c-kultur/umbenennung-des-pallasparks-in-lilli-flora-park-ist-offiziell_a119330

      Wie die Dezernentin für Straßen- und Grünflächen, Christiane Heiß (Bündnisgrüne), jetzt mitgeteilt hat, ist die Benennung des Parks nach dem jüdischen Mädchen im Amtsblatt für Berlin, Nr. 44 vom 14. Oktober 2016 bekanntgemacht worden. Zu einem feierlichen Akt will Christiane Heiß rechtzeitig einladen.

      So janz vollständig hattet aba nich jeklappt mitta Ehrung, der Familinname is euch runtajefalln, Borchardt wart und der Park hätte denn ruhich Lilli-Flora-Borchardt-Park heißen können. Ihr seid so geizig mitte Buchstaben, ihr Affen.

      Zur Ehrenrettung des #Kaupert muss noch gesagt werden, dass er den Park mit Adresse nennt und biographische sowie Angaben zum Stolperstein ergänzt.
      https://berlin.kauperts.de/eintrag/Lilli-Flora-Park-Pallasstrasse-10781-Berlin
      Auch für den Kaupert ist die Sechzehnjährige ein „Mädchen“.

      Pallasstraße, 10781 Berlin, Der Park wurde nach dem jüdischen Mädchen Lilli Flora Borchardt genannt, die am 25.01.1926 geboren wurde. Am 19.10.1942 wurde sie von den Nationalsozialisten nach Riga deportiert, wo sie kurz danach, am 22.10.1942, ermordet wurde.
      Vor ihrem Wohnhaus in der Pallasstraße 12 bedindet sich zu ihrem Gedenken außerdem ein Stolperstein.

      Und natürlich ist es eine gute Sache, wenn nicht nur die promineten Opfer geehrt werden Im Video spricht eine Nichte von Lilli Flora Borchard.

      https://www.youtube.com/watch?v=iXkTEYFM6lU

      Die Benennung des Lilli-Flora-Parks in der Pallasstraße in Berlin Schöneberg. Lilli Flora Borchard wohnte in der Pallasstraße 12 und wurde 1942 im Alter von 16 Jahren nach Riga deprortiert und ermordet.
      Zu der Benennung vor extra die Tochter von Lilli Floras Schwester, die den Holocaust überlebte, aus Israel Nach Berlin gekommen.

      P.S. Der Pallaspark liegt heute in einer kleinen schottischen Gemeinde, Teil von Tullamore, wo der Whiskey herkommt.
      https://www.openstreetmap.org/relation/4169778#map=8/53.227/-7.603

    • Transports to Extinction: Holocaust (Shoah) Deportation Database
      https://deportation.yadvashem.org/index.html?language=en&itemId=5092668&ind=-1

      In Schirotawa we were brutally beaten by German and Latvian SS guards while exiting the cars. Then women with children were immediately separated from the men and taken away in buses.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Riga

      Heinz Krause - deported from Berlin to Riga on 19.10.1942
      https://www.youtube.com/watch?v=N5mD-ks4uUs

  • What the Dutch court ruling against #blackface figure #Zwarte_Piet means
    http://africasacountry.com/what-the-dutch-court-ruling-against-blackface-figure-zwarte-piet-me

    The court case on Dutch blackface hero Zwarte Piet (Black Pete) yesterday quickly became world news. In a nutshell: an #Amsterdam judge did not forbid the figure of Black Pete, but ruled that Zwarte Piet “is a negative stereotype of black people and the city must rethink its involvement in holiday celebrations involving him.” Amsterdam mayor Eberhard van der […]

    #MEDIA #POLITICS #Eberhard_van_der_Laan #Netherlands

  • En #Roumanie, les artisans #Roms se fabriquent un avenir
    http://fr.myeurop.info/2014/05/14/roumanie-artisans-roms-fabriquent-avenir-13825

    http://cdn3.myeurop.info/sites/default/files/imagecache/third_thumbnail/media/images/Les+traditionnels+oeufs+de+Pâques+construits+en+bois..JPG

    Aline Fontaine

    Mis à l’écart de la société en #Roumanie, des Roms ont créé une association permettant l’insertion professionnelle de leur communauté. Ils sont ébénistes, forgerons ou potiers... et partagent leur savoir-faire. Reportage.

    Les briques sont encore apparentes. La porte toujours pas posée. Mais tant pis. lire la suite

    #Société #INFO #artisan #bois #ébéniste #famille #forgeron #mestesuguri #potier #Romano_Butiq #roumains #union_européenne

  • La Freedom Box ou la petite boîte qui voulait que l’Internet restât libre
    http://www.framablog.org/index.php/post/2011/02/21/freedom-box-internet-moglen

    Paradoxes apparents. Peut-on simultanément souhaiter la fermeture des données et l’ouverture d’Internet ? Peut-on se féliciter du rôle joué par Facebook et Twitter en Tunisie ou en Égypte tout en affirmant que ces sites sont à très court terme dangereux pour ceux qui les utilisent ?

    #Freedombox #Eben_Moglen

  • Liberation by software | Eben Moglen
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/cifamerica/2011/feb/24/internet-freedomofinformation

    For the last half-thousand years, ever since there has been a press, the press has had a tendency to marry itself to power, willingly or otherwise. The existence of the printing press in western Europe destroyed the unity of Christendom, in the intellectual, political and moral revolution we call the Reformation. But the European states learned as the primary lesson of the Reformation the necessity of censorship: power controlled the press almost everywhere for hundreds of years.

    #Eben_Moglen #logiciel_libre #médias