Tod eines Zweijährigen : Verfahren gegen Ärzte eingestellt – im Fall Noah wird weiter ermittelt
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Plusieurs années après sa privatisation le système médical allemand montre des signes d’épuisement, de surcharge et de manque de fiabilité catastrophique. On a l’impression d’assister à sa décomposition.
Les statstiques des assurances maladie affichent une augmentation de 14 pour cent des fautes professionnelles commises par les médecins dans l’année 2025. Dans les derniers trente mois j’ai été témoin impuissant d’un décès et d’un accident prèsque mortel suite à la négligence et l’incompétence de médecins hospitaliers. Avec les dernières coupes budgétaired et la militsaisation des soins la situation va s’aggraver.
Cet article contient quelques informations de base et raconte plusieurs cas exemplaires pour le problème.
N.B. quand l’affaire aura progressé je vous tiendrai au courant des suites du refus de traitement par une clinique d’un malade qui portait un keffieh palestinien.
17.7.2026 von Katrin Bischoff, Christian Schwager - Ermittler konnten keine Behandlungsfehler nachweisen. Die Familie des Jungen wehrte sich erfolglos gegen die Einstellung. Die Anwälte vertreten auch die Eltern des kleinen Noah.
Im Fall des zweijährigen Noah aus Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter wegen fahrlässiger Tötung gegen mehrere Ärzte. Die Eltern des 2024 gestorbenen Jungen sprechen von fatalen Fehlern und haben Anzeige erstattet. Sie sagen, ihr Sohn hätte bei fachgerechter Behandlung gerettet werden können.
Der kommunale Berliner Klinikkonzern Vivantes, bei dem eine Assistenzärztin angezeigt worden ist, weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber der Berliner Zeitung erklärt er: „Der Fall wurde intern aufgearbeitet. Demnach wurde das Kind in der Kinderrettungsstelle regelgerecht untersucht. Da die Eltern aber aktuell juristisch gegen Vivantes vorgehen, können wir zu Einzelheiten leider keine Stellung nehmen.“
Noahs Eltern haben sich erst jetzt an die Öffentlichkeit gewandt, da sie sich dazu vorher außerstande sahen. Der Vater sagt, sie seien seit Noahs Tod „durch die Hölle“ gegangen. Das nun eingeleitete juristische Verfahren sehen die Zanders auch als einen wichtigen Teil der persönlichen Aufarbeitung.
Ermittlungsverfahren gegen Ärzte eingestellt
Die Anwälte von Noahs Eltern wurden mit zwei weiteren Fällen betraut, in denen Kinder durch mutmaßliche Behandlungsfehler gestorben sein sollen. Zumindest in einem dieser Fälle hat die Staatsanwaltschaft wohl das Ermittlungsverfahren gegen Ärzte einer Berliner Klinik eingestellt.
Der Vater eines schwer erkrankten, zwei Jahre alten Jungen aus Spandau hatte nach Angaben seines Rechtsbeistands im Jahr 2023 dreimal die Notaufnahme einer Berliner Klinik aufgesucht. Trotz einer Lungenentzündung sei das Kind aber erst beim dritten Mal stationär aufgenommen worden. Der Junge starb dort kurz darauf im Beisein des Vaters.
Es hätten keine Behandlungsfehler nachgewiesen werden können, heißt es nun aus Ermittlerkreisen. Der Anwalt der Familie soll gegen die Einstellung des Verfahrens Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft in Berlin eingelegt haben – ohne Erfolg.
Nicht jeder Verdachtsfall lässt sich im Verlauf eines Verfahrens erhärten, in dem Gutachten und Gegengutachten gegeneinanderstehen. Schließlich muss ein kausaler Zusammenhang zwischen einem Behandlungsfehler und dem Ableben eines Patienten eindeutig nachweisbar sein.
Im Körper vergessene Gegenstände nach einer OP
Im Juni veröffentlichte die Techniker Krankenkasse (TK) eine Analyse zu diesem Thema. Bei der größten gesetzlichen Krankenkasse meldeten sich im vergangenen Jahr 7540 Versicherte, weil sie Behandlungsfehler vermuteten. Das waren 14 Prozent mehr als im Jahr davor – ein Rekord. Immerhin erhärtete sich etwa jeder dritte Verdacht bei näherer Überprüfung, weshalb juristische Verfahren eingeleitet wurden. Auch dies war ein neuer Höchststand für die Kasse mit ihren mehr als zwölf Millionen Versicherten.
Den Daten zufolge entfielen 29 Prozent der Verdachtsfälle auf die Chirurgie, 17 Prozent auf Zahnmedizin, elf Prozent auf Geburtshilfe und Gynäkologie. Die Orthopädie wird mit sechs Prozent in der Statistik geführt.
Die TK geht allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele mutmaßlich Geschädigte wüssten nicht, an wen sie sich wenden sollten. Außerdem dürfe eine Kasse, wenn sie deutliche Hinweise auf einen Behandlungsfehler in ihren Abrechnungsdaten finde, die jeweiligen Versicherten nach gegenwärtiger Gesetzeslage nicht darüber informieren.
Ein besserer Überblick wird auch dadurch verhindert, dass Verdachtsfälle nicht zentral erfasst werden. Krankenkassen, der Medizinische Dienst und Ärztekammern führen jeweils eigene Register.
Im Jahr 2024 hat der Medizinische Dienst bundesweit 12.304 fachärztliche Gutachten erstellt. In etwa jedem vierten Fall (3301) wurde ein Behandlungsfehler mit Schaden festgestellt. In jedem fünften Fall (2825) verursachte der Fehler den Schaden.
Never Events: Wenn Patienten verwechselt werden
Die Gutachter kamen derweil auf 134 sogenannte Never Events: gravierende, klar identifizierbare und vermeidbare medizinische Zwischenfälle. Dazu gehörten schwerwiegende Medikationsfehler, unbeabsichtigt im Körper zurückgebliebene Fremdkörper nach Operationen oder Verwechslungen von Patienten, die zu schweren Schäden führen können. Es sind oft ähnliche Vorkommnisse, mit denen die Gutachter konfrontiert werden.
Experten sehen deshalb in Never Events ein geeignetes Mittel, Behandlungsfehlern vorzubeugen. Das Prinzip: Aus Fehlern lernen. Beschäftigte im Gesundheitswesen, die Schadensereignisse melden, müssten dazu jedoch sanktionsfrei bleiben und pseudonymisiert werden. In anderen Ländern ist dies bereits gesetzlich so geregelt.
Auch die Eltern von Noah hoffen, dass die juristische Aufarbeitung zur Prävention beitragen kann. Im Fall des Zweijährigen wird jedenfalls weiter ermittelt.
Der kleine Noah, ein eigentlich kerngesundes und aufgewecktes Kind, hatte sich im Oktober 2024 mit Covid infiziert, mehr als 40 Grad Fieber und Atemnot bekommen. Trotzdem soll er von seiner Kinderärztin nicht behandelt worden sein. Die Medizinerin soll den Eltern lediglich ein fiebersenkendes Medikament verschrieben haben.
Als es Noah immer schlechter ging, die Eltern den Notruf wählten, wurde das Kind in das Vivantes-Klinikum Neukölln gebracht – und dort nach Angaben des Vaters Norman Zander lediglich fünf Minuten untersucht. Man habe ihnen ein Cortison-Zäpfchen mitgegeben. Das sollten sie ihrem Sohn geben, sollte er blau anlaufen.
Kind kollabiert im Aufzug
Zudem sollen die Ärzte zu frischer Luft geraten haben. Die Nacht verbrachten Noahs Eltern mit ihrem kleinen Sohn laut Norman Zander auf dem Balkon. Am nächsten Morgen ging der Vater des Jungen zur Kinderärztin, verlangte nach eigenen Worten eine Untersuchung seines schwer kranken Kindes. Er bekam einen Termin – um 16.45 Uhr.
Als Norman Zander mit seinem Sohn gegen 14 Uhr noch einmal nach draußen gehen wollte, kollabierte der Junge im Aufzug. Norman Zander erzählte der Berliner Zeitung, dass er – zurück in der Wohnung – 20 Minuten versucht habe, seinen Sohn zu reanimieren. Bis die Feuerwehr kam und Noah ins Krankenhaus brachte.
Doch es war zu spät. Das Kind starb, die lebenserhaltenden Geräte wurden in der Nacht zum 16. Oktober 2024 abgestellt. Noah war erstickt. Gegen die Kinderärztin, eine Assistenzärztin des Vivantes-Klinikums Neukölln und einen Notarzt laufen derzeit Ermittlungen.