• „Die Schwarze kriegt auch einen Kaffee?“ Warum diese Berliner Gastronomin keine AfD-Anhänger mehr bedient
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    Diese AfD-freie Zone muss man sich merken. Jawoll.

    20.7.2026 vkn Jana Hermann - Rauer Tonfall, rassistische Beleidigungen und schließlich ein verweigerter Latte macchiato: Die Betreiberin eines Berliner Cafés erklärt, warum sie in ihrem Laden eine rote Linie zieht.

    „Die Schwarze kriegt auch einen Kaffee?“ An diesen Satz erinnert sich die Betreiberin des Berliner Café Eule, Kristiana Elig, noch genau, als sie der Berliner Zeitung von dem Vorfall erzählt. Die Aussage sei von einem Gast gefallen, der eine schwarze Besucherin beleidigt habe. Die Frau habe daraufhin betroffen und ohne Getränk das Café verlassen, berichtet Elig. Als sie anschließend den AfD-Anstecker am Oberteil des Mannes bemerkte, habe sie ihn gefragt, ob er der Partei angehöre. „Ja, klar bin ich von der AfD“, habe er geantwortet. Daraufhin verweigerte Elig dem Mann den bestellten Latte macchiato und gab ihm sein Geld zurück.

    Nicht nur die Bemerkung sei diskriminierend gewesen, sondern auch der arrogante Tonfall, erzählt die 53-Jährige. „Ich werde Menschen, die rassistisch oder asozial auftreten, nicht bedienen“, sagt sie. AfD-Mitglieder wünsche sie sich in ihrem Café grundsätzlich nicht, „sie haben hier nichts verloren“. Diese Haltung machte sie anschließend in mehreren Videos auf ihrem Instagram-Account öffentlich und erntete dafür heftige Kritik.

    Elig selbst ist an diesem Sonntagnachmittag nicht mehr im Café anzutreffen. Ihre Mitarbeiterin vermittelt den Kontakt. Ob sie tatsächlich alle AfD-Mitglieder meint und worum es ihr als Gastronomin wirklich geht, darüber spricht sie mit der Berliner Zeitung am Telefon.

    „Ich möchte meine Gäste schützen“

    Das Café Eule liegt inmitten einer Kleingartenkolonie am Gleisdreieckpark. Seit rund 15 Jahren verkauft Betreiberin Elig dort Kaffee, Kuchen und kleine Speisen. Die Küche befindet sich in einem umgebauten Container, davor stehen gebrauchte Tische und Stühle. Vieles ist Vintage oder Secondhand. Ihr Café, sagt Elig, solle ein Ort sein, an dem sich Menschen unterschiedlicher Herkunft wohlfühlen.

    Genau dieses Wohlgefühl sehe sie zunehmend gefährdet. Obwohl die Situation mit der rassistischen Bemerkung gegenüber der schwarzen Frau die erste dieser Art gewesen sei, komme es immer wieder zu einem „rauen Tonfall“ und unangenehmen Begegnungen mit einzelnen Gästen. Im Nachhinein hätten sich diese nach ihrer Darstellung häufig als Anhänger der AfD oder der Partei Die Basis zu erkennen gegeben.

    „Ich kann das nicht überprüfen, und das ist auch nicht meine Aufgabe als Gastronomin“, sagt die gebürtige Berlinerin. Doch wenn sie dieses „bösartige, selbstverständlich Fiese“ im Tonfall wahrnehme, ahne sie häufig schon, wie ihr Gegenüber politisch ticke. Für sie habe das Konsequenzen. „Meine Aufgabe ist, meine Gäste zu schützen“, sagt sie. Wer andere Menschen rassistisch beleidige oder offen für ein entsprechendes Weltbild eintrete, müsse damit rechnen, nicht bedient zu werden.

    Ricarda Lang unterstützt Cafébetreiberin

    Als die Berliner Zeitung das Café besucht, sitzt eine Jogginggruppe an den Tischen und genießt Kaffee und Kaltgetränke in der Sonne. Kurz zuvor, erzählt Elig, sei auch die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang vorbeigekommen, die mit der Gruppe unterwegs gewesen sei. „Sie war sehr unterstützend und mitfühlend“, sagt Elig und ergänzt, dass Lang selbst die Anfeindungen, von denen Elig berichtet, längst kenne.

    Während des Gesprächs kommen der Cafébetreiberin für einen kurzen Moment die Tränen. Nach der Veröffentlichung ihrer Instagram-Videos hätten Nutzer ihr geschrieben, sie solle Insolvenz anmelden oder sich gar umbringen. Hinter vielen der Nachrichten und Kommentare vermutet sie AfD-Unterstützer.

    „Missverstanden“ – und bei ihrer Haltung geblieben

    Gleichzeitig glaubt sie, dass ihre Botschaft in den sozialen Netzwerken und damit auch in Teilen der bisherigen Berichterstattung – etwa bei Welt Online – missverstanden worden sei. Im Mittelpunkt der Debatte habe vor allem gestanden, dass sie AfD-Anhänger nicht bediene. Der eigentliche Auslöser – die rassistische Beleidigung einer Besucherin – sei dagegen kaum wahrgenommen worden. Medien, die über sie berichtet hätten, hätten sie zuvor gar nicht kontaktiert. „Sie sind die Erste aus der Presse, die mit mir spricht“, sagt Elig zur Reporterin der Berliner Zeitung.

    Auf Nachfrage, ob nun AfD-Mitglieder oder auch Sympathisanten grundsätzlich nicht bedient würden, antwortet Elig: „Schauen Sie, ich kann das schon aushalten, dass es AfD-Wähler gibt.“ Sie könne weder kontrollieren noch erkennen, welche Partei jemand wähle. „Aber wer bei mir andere rassistisch beleidigt, der ist nicht willkommen.“ Das gelte unabhängig von einer Parteizugehörigkeit. Dennoch räumt Elig ein: „Ich wünsche mir keinen Besuch von AfD-Mitgliedern.“ An ihrer Haltung werde sich nichts ändern.

    Die Videos lösen eine Debatte aus

    Mit mehreren Videos auf Instagram schilderte Elig den Vorfall öffentlich. Darin kündigte sie an, auch künftig Menschen, die sie als Nazis oder AfD-Anhänger erkenne, keinen Kaffee auszuschenken. Die Clips verbreiteten sich rasch über die sozialen Medien und lösen Diskussionen aus. In den Kommentaren loben viele Nutzer ihre Haltung und sprechen ihr Unterstützung aus. Andere werfen ihr vor, Menschen aufgrund ihrer politischen Überzeugung auszugrenzen oder zu diskriminieren.

    Elig berichtet von zahlreichen negativen Online-Bewertungen, persönlichen Beschimpfungen und Drohungen. Teilweise hätten ihr Unbekannte sogar gewünscht, ihr Café möge schließen oder abbrennen. „Aber ich lasse mich nicht mundtot machen“, sagt sie. Kurzzeitig habe sie befürchtet, dass ihr Café leer bleiben könnte. Umso überraschter sei sie gewesen, als Stammgäste ebenso wie Menschen, die bewusst in ihr Café gekommen seien, ihr proaktiv ihre Unterstützung ausgesprochen hätten.

    „Es geht nicht um Parteibücher“

    Den Vorwurf, sie wolle politische Ansichten kontrollieren, weist die Gastronomin mehrfach zurück. Niemand müsse sich bei ihr zu seiner Parteipräferenz bekennen. Entscheidend sei allein das Verhalten. Sie verstehe ihr Café nicht als politischen Versammlungsort, sondern als geschützten Raum. „Lieber bewahre ich meine Haltung, als diesen Rotz mitzumachen“, sagt sie.

    #Berlin #Gleisdreieck-Park #Gastronomie #Cafe

  • on Prater bis Schleusenkrug: Wo Berlin im Sommer am schönsten Bier trinkt
    https://www.berliner-zeitung.de/article/fuenf-berliner-biergaerten-und-was-ein-helles-dort-kostet-10149433

    V4.7.2026 von Oliver Weinlein - Von der zweiten Chance auf Bötzow bis zum bedrohten Cassiopeia: Fünf Biergärten erzählen, wie sich Berlin zwischen Ost und West verändert hat.

    Wer in Berlin einen Biergarten sucht, sucht selten nur ein Bier. Es geht um Schatten, um alte Bäume, lange Bänke, Currywurst und Haxe und um die Frage, ob man nach dem zweiten Glas noch merkt, wie teuer die Stadt geworden ist.

    Im Osten der Stadt ist der Biergarten mehr als eine Fläche mit Zapfhahn. Er erzählt Geschichte. In Prenzlauer Berg erinnert er an die Brauereien, Arbeiter und Festsäle des 19. Jahrhunderts. In Friedrichshain steht er zwischen Graffiti, Clubs und Zukunftsangst. In Treptow liegt er auf einer Insel und macht Berlin für ein paar Stunden leise.

    Der Biergarten ist eine bayerische Erfindung. In München gruben die Brauer tiefe Keller für ihr untergäriges Bier, pflanzten Kastanien für den Schatten und durften ab 1812 gleich vor Ort ausschenken.

    Nach Berlin kam diese Idee Mitte des 19. Jahrhunderts und setzte sich vor allem im Osten durch. Auf den lehmigen Anhöhen des Prenzlauer Bergs gruben Brauereien wie Bötzow, Pfefferberg und Königstadt ihre Lagerkeller und öffneten riesige Gärten. So mischt sich das modische bayerische Bier nach und nach unter die alte Berliner Weiße.

    Die folgende Sammlung ist eher Erzählung als Rangliste: der Prater in der Kastanienallee, der Augustiner auf Bötzow, der Cassiopeia Sommergarten auf dem RAW-Gelände, der Inselgarten in Treptow und der Schleusenkrug als Grenzfall.

    Streng genommen liegt der Schleusenkrug im Westen. Wer aber über Berliner Biergärten zwischen Ost und West schreibt, kommt an ihm nicht vorbei. An der Tiergartenschleuse verlief die Teilung der Stadt einmal quer durchs Haus.
    Prater Garten: Der alte Riese unter Kastanien

    Der Prater in der Kastanienallee ist der Klassiker. Er begann 1837 als Bierausschank in einer Bretterbude und gilt seither als ältester Biergarten Berlins. Damals lag der Ort weit vor den Toren der Stadt, an einem lehmigen Weg für Pferdefuhrwerke.

    Später kamen Saal, Bühne, Varieté und Theater dazu. Heute ist der Prater Gastronomie und Prenzlauer-Berg-Geschichte zugleich und bis heute zweite Spielstätte der Volksbühne.

    Man merkt das, sobald man durch den Eingang geht. Draußen die Kastanienallee mit Eisdielen, Touristen und Lastenrädern, drinnen lange Holztische, große Bäume und Selbstbedienung. Der Biergartenlärm ist laut genug, um zu spüren, dass hier viele Menschen gleichzeitig den richtigen Sommerabend erwischen wollen. Der Prater ist der „biergartigste“ Ort hier. Er funktioniert über das Einfachste: alte Kastanien, lange Bänke, genug Schatten für alle.

    Dass der Prater während der WM 2026 ausdrücklich kein Public Viewing anbietet, passt dazu. Der Betrieb wirbt mit „weniger Trubel, mehr Sommer“. Das klingt altmodisch und funktioniert genau deshalb.

    Preislich liegt der Prater im inzwischen normalen Berliner Bereich. Das Prater Hell vom Fass kostet 5,20 Euro für den halben Liter. Alkoholfreies Helles und Naturradler liegen bei 5,50 Euro, Dunkel und Hefeweizen bei je 5,80 Euro. Der Aperol Spritz steht mit 8,90 Euro auf der Karte, dazu zwei Euro Glaspfand.

    Auf den Tellern bleibt es klassisch. Bockwurst mit Kartoffelsalat kostet 8,90 Euro, ein halbes Grillhähnchen 13,50 Euro, Krustenbraten und Schweinshaxe je 13,90 Euro. Vegetarisch kostet die Spätzle-Gemüse-Pfanne 8,50 Euro. Berühmt ist der Prater längst, und gerade das macht ihn entspannt. Hier sieht man, dass ein Biergarten vor allem alt und groß sein muss, um zu funktionieren.
    Augustiner auf Bötzow: Der Biergarten, der besser geworden ist

    Über den Augustiner auf dem Bötzow-Gelände muss man ehrlich sprechen. Als er im Sommer 2024 öffnete, war die Erwartung groß: historisches Brauereigelände, Prenzlauer Berg, Augustiner, Blick auf den Fernsehturm.

    Die Kritik in dieser Zeitung fiel damals hart aus. Zu viel Neubau, zu wenig Garten, zu wenig Schatten, zu viel Baustellengefühl. Der Text erinnerte sogar an die bayerische Biergartenverordnung und ihr Idealbild vom Ort im Grünen, unter großen Bäumen.

    Heute fällt das Urteil milder aus. Die Bauzaun-Atmosphäre ist weitgehend verschwunden, es gibt mehr Schatten, und die neue beschirmte Bar schützt vor Sonne und Regen. Wo vor zwei Jahren noch nackte Flächen lagen, sitzt man heute im Halbschatten.

    Das liegt auch an der Geschichte des Areals. Julius Bötzow baute hier im 19. Jahrhundert eine der größten Privatbrauereien Berlins. Um 1900 fanden im Biergarten der Brauerei bis zu 6000 Gäste Platz. Heute wird das Gelände als Bötzow-Campus neu entwickelt, vor allem für den Prothesenhersteller Ottobock.

    Der Betreiber beschreibt den neuen Augustiner als Hauptstadt-Biergarten auf historischem Grund. Rund 600 Plätze gibt es auf dem oberen Plateau, dazu Separées auf mehreren Ebenen. Neu gepflanzte Bäume sollen den Gartencharakter liefern, der am Anfang fehlte.

    Dass die Anlage noch nicht so gewachsen wirkt wie der Prater, ist klar. Ein Biergarten lässt sich bauen, Patina nicht.

    Aber die jungen Bäume werden größer und die Flächen weniger nackt. Bötzow ist ein Biergarten, der noch werden kann.

    Das Augustiner Hell kostet 5,20 Euro für die halbe Maß und 10,40 Euro für die Maß. Edelstoff, Dunkel, Radler und die alkoholfreien Sorten liegen bei je 5,90 Euro. Cola, Fanta und Sprite kosten 5 Euro für 0,5 Liter, Apfelschorle 4,90 Euro.

    Auf der Karte wird es bayerischer als anderswo in der Stadt. Obazda kostet 11,50 Euro, die Brezn 3,50 Euro. Currywurst mit Pommes und zwei grobe Bratwürste mit Sauerkraut stehen für je 14,50 Euro auf der Karte. Käsespätzle kosten 18,50 Euro, die große Schweinshaxe 24,50 Euro, das Wiener Schnitzel vom Kalb 32 Euro.

    Bötzow bleibt teuer. Trotzdem hat er sich seit dem Start spürbar verbessert. Wer die frühere Kritik kennt, darf jetzt die Korrektur lesen: Aus dem Problemfall ist ein Ort geworden, den man gern besucht.
    Cassiopeia Sommergarten: Bier zwischen Graffiti und Zukunftsangst

    Der Cassiopeia Sommergarten auf dem RAW-Gelände erzählt ein anderes Berlin als Bötzow. Statt rekonstruiertem Brauereigefühl gibt es hier Friedrichshain nach der Wende: alte Hallen, Graffiti, Clubs, Flohmarkt und einen Dauerstreit um die Zukunft des Areals. Der Garten wirkt gewachsen, benutzt, ehrlich abgerockt.

    Das RAW-Gelände war früher ein Reichsbahnausbesserungswerk. Nach dem Mauerfall standen Teile leer, dann zogen Clubs, Vereine, Ateliers und Märkte ein. Daraus entstand der Reiz des Ortes.

    Diese Welt ist erneut bedroht. Mitte Juni 2026 forderte die Eigentümerin, die Göttinger Kurth-Gruppe, mehrere Kulturbetriebe zur Räumung auf, darunter das Cassiopeia. Geschäftsführer Florian Falkenhagen sprach gegenüber dem RBB von der drohenden Abwicklung eines zwanzig Jahre alten Betriebs. Die Kurth-Gruppe will auf dem Areal unter anderem ein rund 100 Meter hohes Bürogebäude errichten.

    Ende Juni kam wieder Bewegung in den Streit. Die zuvor gescheiterten Verhandlungen wurden fortgesetzt, ein erstes Treffen fand statt, ein weiteres ist für den 6. Juli geplant. Falkenhagen nannte das einen guten Schritt. Wie es für das Cassiopeia ausgeht, ist offen.

    Das macht den Sommergarten zu mehr als einem Feierabendort. Wer hier sitzt, sitzt in einer Zwischenzeit, in der niemand weiß, ob es den Garten in zwei Jahren noch gibt.

    Die Atmosphäre ist jung, laut und offen. Der Betreiber wirbt mit Kiezstimmung, Lesungen, Bingo und Queerfesten. Das beschreibt ziemlich gut, was man bekommt: ein Stück RAW-Gelände mit Zapfhahn.

    Die Bierpreise sind moderat. Krombacher Tankbier kostet 5,30 Euro, Starnberger Hell 5 Euro, Berliner Berg Pale Ale 6 Euro, dazu ein Euro Pfand pro Glas. Die Spritz-Varianten von Aperol bis Lillet Wild Berry liegen bei je 8,50 Euro.

    Gegessen wird einfach. Fritten kosten 4 Euro, Currywurst 4,50 Euro, mit Fritten 8 Euro. Die veganen Varianten kosten gleich viel, dazu gibt es vegane BBQ-Pulled-Pork-Fritten für 6 Euro. Hübsch ist hier wenig, und darauf kommt es nicht an. Der Reiz liegt in einer Friedrichshainer Rauheit, die kein Investor zurückholen kann.
    Inselgarten: Der leise Ausflug auf der Spree

    Der Inselgarten auf der Insel der Jugend in Treptow ist der ruhigste Ort dieser fünf. Neu: Man geht über die Abteibrücke, lässt die Straße hinter sich, und der Stadtlärm bleibt am anderen Ufer.

    Das Kulturhaus Insel Berlin beschreibt den Ort als Biergarten und Eventlocation am Wasser. Geöffnet wird bei gutem Wetter, am Wochenende und zu Veranstaltungen, mit regionalen Speisen und Spreeblick.

    Die Geschichte der Insel ist lang. Früher hieß sie Rohr-Insel oder Treptower Bruch. Zur Berliner Gewerbeausstellung 1896 wurde sie aufgeschüttet und erweitert und trug damals den Namen Neu-Spreeland. Später wurde sie als Abteiinsel bekannt, benannt nach einer Ausflugsgaststätte im Stil einer schottischen Klosterruine. In der DDR wurde daraus 1949 die Insel der Jugend.

    Heute betreibt der Verein kulturALARM das Kulturhaus Insel Berlin. 2010 wurde aus dem früheren Jugendklub ein Kulturhaus für Jung und Alt.

    Hierher kommt, wer einen Biergarten will, aber keinen Betriebsausflug. An warmen Tagen ist es trotzdem voll. Die Spree, die Bäume und das Inselgefühl machen aus einem normalen Bier einen kleinen Ausflug.

    Ausgeschenkt wird Pilsner Urquell Tankbier, unpasteurisiert und direkt aus der Brauerei in Edelstahltanks geliefert. Der halbe Liter kostet 5,60 Euro. Kozel Hell und Dunkel liegen bei 5,20 Euro, Berliner Weisse bei 4,60 Euro.

    Die Karte ist übersichtlich. Pommes kosten 4,70 Euro, Bratwurst, Currywurst und Bockwurst mit Brötchen je 5,50 Euro. Flammkuchen gibt es ab 11,90 Euro, die Variante mit Thunfisch und Hirtenkäse für 14,90 Euro. Wer hier sitzt, will über Berlin gerade nichts mehr hören. Spree, ein Tisch, ein Teller, Ruhe. Genau das ist der Reiz.
    Schleusenkrug: Der West-Ort, der in diese Ost-Geschichte gehört

    Der Schleusenkrug liegt im Westen, im Tiergarten zwischen Zoo, Landwehrkanal und Schleuse. Er gehört trotzdem in diese Reihe, weil kaum ein anderer Biergarten so konkret zeigt, wie schräg die Teilung Berlins einmal war.

    Die Familie Fistler eröffnete den Schleusenkrug 1954 an der Tiergartenschleuse. Schon vor dem Krieg hatte sie hier einen Kiosk mit Getränkeausschank betrieben. Beim Neubau der Schleuse entstand ein festes Gebäude, aufgesetzt auf das eigentliche Schleusenhaus.

    Weil die Berliner Wasserstraßen nach dem Krieg unter DDR-Verwaltung standen, verlief die Teilung hier praktisch waagerecht. Unten sorgten DDR-Beamte für den Schiffsverkehr, ein Stockwerk höher saßen West-Berliner in der Sonne. Nach der Wiedervereinigung wurde der Schleusenkrug zu einem Ort der Begegnung. Die Geschichte klingt fast zu gut, stimmt aber.

    Atmosphärisch ist der Schleusenkrug entspannter als die Ostorte: mehr Ausflug, mehr Zoo-Nähe. Man hört die Stadtbahn, sieht Boote und sitzt unter Bäumen am Wasser.

    Wie der Prater verzichtet auch der Schleusenkrug bewusst auf Sportübertragungen: keine WM, kein DFB-Pokal, keine Tour de France. Garten statt Bildschirm. Geöffnet ist täglich von 11 Uhr bis Mitternacht.

    Das Berliner Kindl Jubiläums-Pilsner kostet 5,50 Euro für den halben Liter, Erdinger Urweisse ebenso. Allgäuer Büble Hell liegt bei 5,80 Euro, die Berliner Kindl Weisse bei 4,70 Euro.

    Die Küche ist ambitionierter als reine Imbissware. Die Berliner Currywurst vom Brandenburger Landschwein mit Kartoffelspalten und Aioli kostet 15,50 Euro, die vegane Variante ebenso. Das Schnitzel Wiener Art liegt bei 21,80 Euro. Flammkuchen gibt es ab 13,50 Euro, die Variante mit Räucherlachs für 16,50 Euro.

    Der Schleusenkrug ist der Ausreißer und beweist, dass sich Berliner Biergärten nicht nur nach Himmelsrichtung sortieren lassen. Manche Orte gehören dazu, weil die Stadtgeschichte sie selbst hineingeschrieben hat.

    Was diese Biergärten über Berlin erzählen

    Fünf Orte zeigen, wie unterschiedlich Berliner Biergartenkultur sein kann. Der Prater ist der alte Klassiker, Bötzow der korrigierte Neustart auf historischem Boden. Der Cassiopeia ist der laute, gefährdete Nachwendegarten, der Inselgarten der leise Spree-Ausflug. Der Schleusenkrug ist der Grenzfall, an dem Ost und West einmal buchstäblich übereinanderlagen.

    Preislich hat sich Berlin auch im Biergarten vom alten Ausflugsideal entfernt. Der halbe Liter Bier liegt meist zwischen 5 und 6 Euro. Eine Currywurst kann 4,50 Euro kosten oder 15,50 Euro. Eine Haxe gibt es im Prater für 13,90 Euro und auf Bötzow für 24,50 Euro.

    Welcher ist der beste Biergarten? Das hängt vom Anlass ab: Geschichte und Kastanien findet man im Prater, die zweite Chance auf Bötzow, Friedrichshainer Energie im Cassiopeia, Ruhe im Inselgarten und Teilungsgeschichte im Schleusenkrug.

    Teurer ist der Biergarten geworden. An einem dieser heißen Sommertage ist die Rechnung aber schnell gemacht: Hauptsache, über den Tisch ragt ein großer Baum.

    #Berlin #Gastronomie

  • Zoll und Polizei durchsuchen versiffte Küche : Indische Köche schliefen auf der Arbeitsstelle
    https://www.berliner-zeitung.de/article/zoll-und-polizei-durchsuchen-versiffte-grosskueche-in-kreuzberg-100

    A Berlin les chaînes de restaurants indiens pratiquent l’exploitation extrême et servent des plats malsains. La législation allemande pour les visas de travail fait fleurir toute sorte d’abus dans tous les secteurs économiques. Conclusion : regardez bien où vous mangez et buvez et n’utilisez surtout pas les Uber.

    4.6.2026 von Andreas Kopietz - Polizei und andere Behörden ermitteln wegen Ausbeutung. Inder wurden unter Mindestlohn bezahlt und schliefen in Kellerräumen von Restaurants.

    Beamte von Zoll und Polizei haben in Kreuzberg eine Großküche durchsucht. Dort haben Menschen aus Indien nicht nur gekocht, sondern auch unter unzumutbaren Bedingungen gewohnt. Hintergrund der Durchsuchung ist ein seit Juni 2023 laufendes Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der Ausbeutung, das die Staatsanwaltschaft Berlin führt.

    Acht Beschuldigte im Alter von 36 bis 66 Jahren stehen im Verdacht, seit mindestens 2021 indische Spezialitätenköche angeworben und diese nach ihrer Einreise nach Deutschland über Jahre hinweg ausgebeutet zu haben.

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    Gemüsebällchen mit Hühnerkeule: Die Lebensmittel waren nicht abgedeckt, sodass die Hühnerkeule Gefrierbrand hat. Die Bällchen sind verschmutzt. Alles wird entsorgt. © Polizei Berlin

    Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes und des Hauptzollamtes ergaben, dass den Betroffenen nach ihrer Ankunft teilweise die Ausweise abgenommen wurden, um Abhängigkeiten zu schaffen. Zudem sollen sie in Berliner Restaurants regelmäßig über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zu 13 Stunden täglich gearbeitet haben. Der Lohn, den sie bekamen, lag den Ermittlungen zufolge teilweise bis zu 75 Prozent unter dem gesetzlichen Mindestlohn. In einzelnen Fällen blieben Lohnzahlungen ganz aus.

    Die meist aus Indien stammenden Arbeitnehmer waren laut Polizei unter menschenunwürdigen Bedingungen in überbelegten Unterkünften oder in Kellerräumen von Restaurants untergebracht. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand bedienten sich die Beschuldigten zur Verschleierung der Tatbegehung eines konspirativen Geflechts verschiedener Betreibergesellschaften. Außerdem haben die Behörden den Verdacht, dass Sozialversicherungsbeiträge in erheblichem Umfang nicht ordnungsgemäß abgeführt wurden.
    Schimmelige Wände und gravierende hygienische Mängel

    Der Einsatz, der am Mittwoch um 6 Uhr begann, wurde von der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Arbeitsausbeutung des Hauptzollamtes Berlin und des Landeskriminalamtes geführt. Beteiligt waren auch das bezirkliche Ordnungsamt, die Lebensmittelaufsicht und die Bauaufsicht. Die Küche, die durchsucht wurde, belieferte indische Restaurants mit vorgekochten Speisen.

    In der Küche trafen die Kontrolleure vier aus Indien stammende Männer an, die dort auch geschlafen hatten. Die Wände des Lagers, wo Mitarbeiter auf Matratzen schliefen, waren nach Auskunft von Ermittlern großflächig von Schimmel befallen.

    Die Lebensmittelaufsicht stellte in den Räumen teils gravierende hygienische Mängel fest. Darunter waren unsachgemäß gelagertes Fleisch und Gemüse. Die Kontrolleure entsorgten zudem mehrere große Kübel mit bereits zubereiteten Soßen, die bei falschen Temperaturen gelagert waren.

    Arbeitsbedingungen haben sich weiter verschlechtert

    Darüber hinaus stellten sie erhebliche Missstände beim Brandschutz fest. So waren Flucht- und Rettungswege blockiert. Das Bauamt ordnete deshalb die sofortige Schließung des Objekts an. Die angetroffenen ausgebeuteten Arbeiter bekamen von den Zoll- und Polizeibeamten englischsprachige Flyer mit Informationen über Hilfsangebote überreicht.

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    Die Kontrolleure stellten diverse offene Behälter mit Zutaten fest, die bei Temperaturen gelagert wurden, bei denen sich die Keime besonders gut entwickeln. © Polizei Berlin

    Zeitgleich durchsuchte die Polizei neben der Großküche drei Wohnungen von Beschuldigten in Kreuzberg, Friedrichshain und Mitte. Dort stellten die Beamten unter anderem Mobiltelefone und Geschäftsunterlagen wie Lohnjournale von Arbeitnehmern sicher.

    Bereits im Frühjahr 2024 waren in diesem Ermittlungsverfahren zahlreiche Durchsuchungsbeschlüsse in Berlin und Brandenburg vollstreckt worden. Dabei ergaben sich nach Angaben der Polizei neue Erkenntnisse, wonach weiterhin indische Spezialitätenköche unter ausbeuterischen Bedingungen beschäftigt worden sein sollen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen haben sich laut Polizei die Arbeits- und Lebensbedingungen der Betroffenen seit dem Frühjahr 2024 sogar weiter verschlechtert.

    #Allemagne #Berlin #immigration #exploitation #libéralisme #restaurants #gastronomie #tourisme

  • Tasty #crousty, bars à salade ou banquets français : les guerres culturelles de l’alimentation
    https://lvsl.fr/tasty-crousty-bars-a-salade-ou-banquets-francais-les-guerres-culturelles-de-lal

    Succès à l’exportation du « french tacos », vidéos virales de milliers de (très jeunes) clients attendant l’ouverture d’un restaurant de la chaîne Tasty Crousty ou d’un Tema’s Cake, opposition du maire Karim Bouamrame (PS) à l’implantation d’un #Master_Poulet sur sa commune de Saint-Ouen : les nouvelles modes alimentaires déchaînent les passions médiatiques. #malbouffe hexagonale ou succès d’une pop-culture de la restauration rapide, le phénomène est en tout cas massif. Cet apparent paradoxe au pays de la grande cuisine touche à l’un des grands défis politico-culturel de l’époque : l’alimentation populaire.

    #Culture #Canon_français #fast_food #gastronomie #gentrification #Karim_Bouamrane #Shein

  • Plötzliches Ende einer Ära: Zukunft der Fischerpinte am Plötzensee ungewiss
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/nach-tod-des-wirts-der-traditionsreichen-fischerpinte-droht-das-end

    Das grüne Bezirksamt Mitte agiert mal wieder als Stadtzerstörer. Am Ende wird weder für die arbeitrnde Bevölkerung noch für die Zwischenklasse der Funktionselite eine wirlkch lebenswerte Umgebung entstehen. Die Rede von den ideologisch vernagreten Grünen ist leider mehr als rechte Propaganda.

    14.4.2026 von Oliver Weinlein - Fast ein Jahrhundert war die Freizeitanlage ein beliebter Treffpunkt im Wedding. Nun droht wegen Umweltauflagen des Bezirksamts das endgültige Aus für den Bootsverleih.

    Seit fast einem Jahrhundert ist die Fischerpinte ein Ankerpunkt der Erholung in Wedding. Doch nach dem Tod des langjährigen Pächters vor wenigen Tagen ist die Zukunft der traditionsreichen Anlage am Plötzensee nun völlig ungewiss. Das Bezirksamt Mitte pocht auf den Naturschutz – sehr zum Unmut der Anwohner und der Lokalpolitik, die den unwiederbringlichen Verlust einer kostengünstigen Freizeitmöglichkeit befürchten.

    Nach dem Tod des langjährigen Betreibers Wolfgang Düring, der über drei Jahrzehnte das Gesicht der Pinte war, ist die Zukunft der Fischerpinte akut gefährdet. Das Bezirksamt Mitte betont, eine Neuverpachtung sei aus Umweltschutzgründen schon bislang nicht vorgesehen gewesen. Der zuständige Stadtrat prüft nach dem Erbfall nun die vertraglichen Optionen. Kritiker werfen der Verwaltung vor, politische Erhaltungsbeschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) über Jahre nicht konsequent genug verfolgt zu haben.

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    Wolfgang Düring

    Die Suche nach dem stadtpolitischen Kompromiss

    Für das Bezirksamt Mitte hat der Schutz des Sees oberste Priorität. Das Umwelt- und Naturschutzamt verweist auf den Status des Plötzensees als Teil des Landschaftsschutzgebietes (LSG-06) Volkspark Rehberge. Die zugehörige alte Schutzverordnung aus dem Jahr 1953 setzt dort enge Grenzen und verbietet ausdrücklich Veränderungen, die Natur oder Landschaft beeinträchtigen, darunter auch „Bauwerke aller Art“ und „feste Verkaufsstände“. Erschwerend kommt für die Behörde der Nutzungsdruck hinzu: Das Bezirksamt dokumentiert massive ökologische Schäden am See durch übermäßige Badenutzung, Ufererosion und den Verlust der letzten Röhrichtreste. Auch hinsichtlich der Boote gibt es Verdachtsmomente: Es gibt laut Amt Berichte, dass Boote der Fischerpinte genutzt worden seien, um geschützte Uferbereiche von der Wasserseite aus zu erreichen.

    Der politische Konflikt um das Areal ist gut belegt. Im Jahr 2022 gab es den BVV-Antrag „Bootsverleih Düring am Plötzensee erhalten!“, in dem das Bezirksamt einstimmig ersucht wurde, den Ort „mit allen möglichen Mitteln“ zu bewahren und den damals bereits diskutierten Abriss zu verwerfen. Daraufhin wurde in den Jahren 2022 und 2023 öffentlich ein Kompromissmodell diskutiert: Die damalige Bezirksstadträtin schlug vor, die Fischerpinte als Naturschutz- beziehungsweise Naturstation weiterzuführen. Die Idee sah vor, Umweltbildung mit dem traditionellen Feierabendbier zu verbinden, den Tretbootverleih zum Schutz der Ufer aber einzustellen.

    Doch dieses Modell wird gegenwärtig offenbar nicht proaktiv weiterverfolgt. Das Bezirksamt ließ kürzlich gegenüber dem Lokalportal Weddingweiser mitteilen, es habe keinen Sinneswandel gegeben. Der Kontakt zu Herrn Düring bezüglich eines Nutzungsübergabekonzepts sei damals erfolglos geblieben, weshalb eine weitere Planung nicht möglich gewesen sei.

    Mit der Fischerpinte verliert der Bezirk womöglich nicht nur ein Stück Nostalgie, sondern auch einen essenziellen Teil des Kiezlebens. Die soziale Bedeutung zeigt sich besonders im Kontrast zum offiziellen Strandbad Plötzensee: Das Bad ist verpachtet, und Senat sowie Bezirk haben laut der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage keinen Einfluss auf die Tarifgestaltung. Nachdem dort 2024 auf den vollen Eintritt von 9 Euro verwiesen wurde, wird die Fischerpinte in der Nachbarschaft umso mehr als wichtiges, günstiges und niedrigschwelliges Naherholungsangebot wahrgenommen. Für viele Familien und Studierende, so die Kritik aus der Lokalpolitik und von Anwohnern, sei das Strandbad schlichtweg zu teuer. Ob die laufenden vertraglichen Prüfungen des Bezirks letztlich in einem Abriss enden oder doch noch ein Weg zum Erhalt gefunden wird, bleibt abzuwarten.

    #Berlin #Wedding #Dohnagestell #Plötzensee #Rehberge #Freizeit #Natur #Gastronomie

  • „Mokka-Milch Eisbar“ in Berlin: DDR-Ikone: eröffnet wieder
    https://www.berliner-zeitung.de/news/mokka-milch-eisbar-in-berlin-ddr-ikone-eroeffnet-wieder-li.10015860

    15.1.2026 von Eva Maria Braungart - Das Café war ab der 1960er Jahre ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und wurde sogar in einem Schlager besungen. Nun soll die Eisbar wieder ihre Türen öffnen.

    Die „Mokka-Milch-Eisbar“ an der Karl-Marx-Allee hat einen neuen Betreiber. Wie Tip Berlin berichtete, wollen Alexander und Natascha Neumann das DDR-Kult-Café wiederbeleben.

    Der Pavillon der Eisbar gehört zu dem zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee und ist wie das Kino International und das Café Moskau ein bekannter Teil der Architektur der Allee.

    „Mokka-Milch Eisbar“: Landesweite Bekanntheit durch Schlager

    Die Mokka-Milch-und-Eis-Bar, auch „Mokke“ genannt, mit der postalischen Anschrift Karl-Marx-Allee 35 – wurde besonders ab den 1980er Jahren, als dort auch Diskotheken veranstaltet wurden, ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

    Landesweit bekannt wurde sie Ende der 1960er Jahre durch den Schlager „Mokka-Milch Eisbar“ von Thomas Natschinski landesweit bekannt. Nach fast 30 Jahren Betrieb wurde die Einrichtung nach dem Fall der Mauer geschlossen. Ab 1993 wurde das Gebäude durch das Restaurant „Alberts“ mit dem darunter liegenden Nachtclub „A-Lounge“ genutzt. Im August 2019 stellte das „Alberts“ seinen Betrieb ein.

    Über 35 Jahre nach Mauerfall soll die Mokka-Milch-Eisbar nun den Betrieb wieder aufnehmen. Bereits im April soll das Café mit verschiedenen Eröffnungsveranstaltungen zurückkehren,wie Tip Berlin berichtet. Auch das legendäre Kino International an der Karl-Marx-Allee soll 2026 nach jahrelanger Sanierung wiedereröffnen.

    #Nerlin #Mitte #Karl-Marx-Allee #Gastronomie

  • Neues Ranking: Das beliebteste Restaurant des Landes steht in Berlin
    https://www.berliner-zeitung.de/food/neues-ranking-das-beliebteste-restaurant-des-landes-ist-in-berlin-l

    20.1.2016 von Barbara Russ - Das beste Restaurant Deutschlands befindet sich in Berlin – und die Hauptstadt stellt auch die meisten Lokale im Ranking des Restaurant-Reservierungsservices TheFork.

    Oft sind es die immer selben Restaurants, die auf den einschlägigen Bestenlisten gelistet werden. Nicht so bei dem neuen Ranking des Restaurant-Reservierungsservices TheFork – hier gibt es einige Überraschungen.

    Gut, das muss gleich vorab gesagt sein: Ganz unabhängig ist diese Liste nicht. Dafür ist die kulinarische Vielfalt der Stadt gut abgebildet und es lässt sich einiges Neues entdecken. Berlin hat sich darauf als kulinarische Hauptstadt Deutschlands behauptet: 24 der 100 besten Restaurants sind aus der Hauptstadt.

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    Polpo mit Kartoffelschaum bei Quanto Basta in Charlottenburg – das Restaurant ist Herzenssache für die Inhaber Fabio und Gloria Libertori.Ksenia Slavnikova

    Mit dem italienischen Restaurant Quanto Basta in der Leibnizstraße belegt ein Charlottenburger Restaurant den ersten Platz, dessen Inhaber sehr sympathisch rüberkommen, die Bilder des Essens überzeugen und die wohlwollenden Kommentare der Gäste zementieren den Gesamteindruck. Mit einer herausragenden Bewertung von 9,8 Punkten wurde es von Besuchern als „sehr gutes italienisches Restaurant“ gelobt.

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    Quanto Basta eine „Herzensangelegenheit“.Ksenia Slavnikova

    Neben dem Spitzenreiter schafften es das Café Brick Kreuzberg (Platz 3), das traditionsreiche 1811 in Charlottenburg (Platz 4) sowie das vietnamesische Onkel Le Restaurant in Prenzlauer Berg (Platz 9) unter die besten zehn Deutschlands.

    Besonders bemerkenswert: Mit dem Skykitchen auf der Landsberger Allee ist auch ein Michelin-ausgezeichnetes Restaurant bei den buchenden Berlinern unter den Top-Platzierungen vertreten. Raus aus dem Elfenbeinturm! Das internationale Gourmet-Restaurant erreichte mit einer Bewertung von 9,9 Punkten einen der höchsten Werte überhaupt.

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    Das Sternerestaurant Skykitchen im 12. Stock des Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin ist beliebt bei Michelin und bei den Nutzern von TheFork.Skykitchen

    Noch mal: Ganz unbefangen ist dieses Ranking des Unternehmens nicht, das davon profitiert, je mehr gebucht wird. Der Algorithmus von TheFork bevorzugt in seinem Ranking zum Beispiel Restaurants, die ein aktuelles Sonderangebot anbieten und auch, wie hoch der gewährte Nachlass ist.

    Um in die jährlichen Top-Charts aufgenommen zu werden, müssen Restaurants außerdem bestimmte Mindestkriterien erfüllen. Sie benötigen Bewertungen von mindestens 20 Gästen auf der Plattform sowie schriftliche Rezensionen von mindestens fünf Gästen innerhalb der letzten zwölf Monate. Der Durchschnittspreis muss über 20 Euro liegen und die durchschnittliche Bewertung über 9,0. Außerdem darf kein erhöhter Verdacht auf Verstöße gegen die Vertragsbedingungen vorliegen.

    Dennoch zeigt das Ranking, wie vielfältig die Berliner Gastro-Szene ist: Von asiatischer Fusionsküche am Spreeufer im Spree Fumée (Platz 21), italienischer Küche im Roots in Kreuzberg (Platz 23) über das vegane Michelin-Restaurant Bonvivant in Schöneberg (Platz 58) bis hin zum ukrainischen Restaurant Die mit den Kirschen in Charlottenburg auf Platz 99. Berlin ist eben deutschlandweit einzigartig, was seine Food-Szene angeht.

    #Berlin #Gastronomie

  • Ein Mahl ist kein Mahl: Diese Berliner Gastronomen haben mehrere Restaurants
    https://www.berliner-zeitung.de/stil-individualitaet/einmal-ist-keinmal-diese-berliner-gastronomen-sind-serientaeter-li.

    15.11.2025 von Barbara Russ - Wer mehrere Restaurants betreibt, genießt oft keinen exzellenten Ruf. Man unterstellt schnell Lieblosigkeit, Profitgier und schlechte Qualität. Das muss nicht so sein. Vier Gegenbeispiele.

    Die Gastronomieszene Berlins wird seit Jahren immer spannender. Das ist auch findigen Unternehmern wie Alexander Slobine, The Duc Ngo, Ariel Leizgold und Vadim Otto Ursus mit Kommunikationstalent Sören Zuppke zu verdanken.

    Sie bringen den frischsten Fisch, die ausgefallensten Cocktails und die lokalsten Zutaten auf die Tische ihrer mit Liebe zum Detail gestalteten Lokale. Wir haben mit den Gastronomen über ihre Lebenswege gesprochen und gefragt, was sie selbst in ihren Restaurants bestellen.

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    Die Restaurants der hier vorgestellten Szenegastronomen befinden sich über die Stadt verteilt in Charlottenburg, Mitte und Prenzlauer Berg.Grafik: BLZ.

    1. Von Riga nach Berlin: Alexander Slobine

    Mit dem japanischen Izakaya-Restaurant The Catch ging es für Alexander Slobine in Berlin los. Es folgten die November Brasserie, ein japanisch-französisches Restaurant in Prenzlauer Berg, und das Jolie Bistrot, das nur einen Katzensprung davon entfernt liegt.

    Herr Slobine, wie kamen Sie zur Gastronomie?1990 wanderte ich mit meinen Eltern aus der Sowjetunion nach Köln aus, als Teil eines jüdischen Flüchtlingskontingents, dort verbrachte ich meine Jugend. 1999 bot mir mein älterer Bruder an, nach Riga zurückzukehren, um mit ihm ein Restaurant zu leiten. Es war die Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in Lettland und Osteuropa, besonders in der Gastronomie. Unser erstes Projekt war ein japanisches Restaurant. Die Einwohner Rigas waren damals offen für Neues. Bis 2008 habe ich 16 Restaurants aufgebaut.

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    Alexander Slobine begann seine Karriere in Riga und eroberte dann die Gastronomieszene Berlins.Alexander Slobine personal archive

    Dann traf die Wirtschaftskrise das Land hart.

    Ja, besonders, weil das Land zuvor so rasant gewachsen war. Ich verabschiedete mich aus dem Business, kehrte aber 2018 wieder zurück und eröffnete dort eine Izakaya. Mein Ziel war es, hochwertige Produkte und besonders frischen Fisch anzubieten. Ich importierte selbst, etwa Thunfisch aus Spanien, Aal und Hamachi. Qualität stand für mich immer an erster Stelle, auch wenn das höhere Preise bedeutete. Aber die Gäste waren zehn Jahre nach der Krise wieder bereit dafür.

    Wie kamen Sie anschließend auf Berlin?

    Nach dem Erfolg in Riga wollte ich mich in Westeuropa beweisen. Berlin schien ideal: eine multikulturelle Hauptstadt mit einem offenen, experimentierfreudigen Publikum. Ich suchte lange nach einem Standort und fand schließlich durch Zufall die Einheit in der Bleibtreustraße 41 in Charlottenburg – so entstand The Catch, das moderne japanische Cuisine bietet.

    Als nächstes widmeten Sie sich den Projekten November Brasserie und Jolie Bistrot.

    Das ergab sich während der Pandemie: Umsatzeinbrüche, Unsicherheit. Unser Personal wollte beschäftigt werden. So entstand die Idee, nach Ost-Berlin zu expandieren. Im Prenzlauer Berg, nahe dem Kollwitzplatz, fanden wir einen vielversprechenden Standort mit Geschichte. Seit 1993 war er unter dem Namen „November“ bekannt, ein Kultort für die Boheme. Wir entschieden, den Namen und den Charakter des Restaurants zu bewahren, aber mit einem neuen Konzept zu verfeinern: eine japanische Brasserie.

    Das Projekt Jolie Bistrot entstand eher zufällig. Ein Angebot für einen Standort weckte unser Interesse. Das Jolie Bistrot ist ein flexibles Konzept, das sich nicht an eine bestimmte Küche bindet. Es bietet Gerichte, die zur Jahreszeit und zum Wein passen.

    The Catch in Charlottenburg war das erste Restaurant von Alexander Slobine in Berlin. Es gewann die Berliner Herzen mit besonders frischem Fisch und moderner japanischer Küche.

    The Catch in Charlottenburg war das erste Restaurant von Alexander Slobine in Berlin. Es gewann die Berliner Herzen mit besonders frischem Fisch und moderner japanischer Küche.The Catch

    Was verbindet die Restaurants?

    Unser Fokus in allen drei Restaurants liegt auf Qualität, Service und Atmosphäre – den drei Säulen eines gelungenen Gastronomieerlebnisses.

    Was sind Ihre persönlichen Favoriten von der Speisekarte?

    Bei The Catch bestelle ich mir oft Sashimi: Hamachi, Gelbschwanzmakrele oder Thunfisch sind meine Favoriten. Von den Vorspeisen mag ich besonders Karaage, ein japanisches Fried Chicken. Dazu gibt es unser hausgemachtes Kimchi, das wir seit 1999 unverändert servieren.

    In der Brasserie November liebe ich das Sashimi vom fetten Thunfisch mit Ponzu-Gelee – ein puristisches Gericht mit nur den allerbesten Zutaten. Aus der warmen Küche sind die Königskrabben-Kroketten und die Ente mit Sancho-Pfeffer-Soße meine Lieblinge.

    Und im Jolie stehen die Bistro-Küche und die Weinkarte im Fokus. Wir bieten Gerichte zum Teilen, zum Beispiel knusprige Kartoffeln mit Comté-Käse-Soße, Sardinen und Hühnerleberpastete mit Preiselbeermarmelade. Dazu frisches Sauerteigbrot und Butter.

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    Die Hühnerleberpastete mit knusprig getoastetem Sauerteigbrot und Preiselbeermarmelade sollten Sie im Jolie Bistrot unbedingt bestellenJolie Bistrot

    Restaurants der The Catch Family von Alexander Slobine in Berlin:
    The Catch Berlin, Bleibtreustraße 41, Charlottenburg

    November Brasserie, Husemannstraße 15, Prenzlauer Berg

    Jolie Bistrot, Wörther Straße 35, Prenzlauer Berg

    Kollwitzplatz: So schmeckt’s im Jolie Bistrot in Prenzlauer Berg

    Restaurant Week in Berlin: Fein dinieren zu fairen Preisen

    2. Fine Dining neu gedacht: Vadim Otto Ursus und Sören Zuppke

    Mit dem Otto in der Oderberger Straße hat sich Vadim Otto Ursus einen Platz im Herzen der Berliner Gastronomie erkocht. Die Zutaten dafür kommen von ganz nah. Zusammen mit Kommunikationstalent Sören Zuppke geht die Erfolgsstory im Pluto und Trio weiter.

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    Das Dreamteam hinter Otto und Trio: Sören Zuppke (links) und Vadim Otto Ursus im neuesten Restaurant PlutoRobert Rieger

    Erzählen Sie uns, wie Sie geschäftlich zueinander und zur Gastronomie gefunden haben?

    Vadim Otto Ursus: Vor dem Otto habe ich eine klassische Kochausbildung absolviert und war dann drei Jahre auf Reisen – in Skandinavien, Mexiko und Portugal. Zurück in Berlin wollte ich die gesammelten Eindrücke umsetzen und habe mit einer monatlichen Pop-up-Reihe im Wedding experimentiert. Währenddessen wurde mir der jetzige Otto-Standort angeboten. Ich habe zugesagt, und kurz darauf kam Sören ins Spiel, der die Kommunikation übernahm. Während der Lockdowns haben wir Mittagessen aus dem Fenster verkauft und eine zusätzliche Produktionsfläche genutzt, die wir später übernommen haben – das Trio. Zwei Jahre später kam das Pluto dazu, ein Ort, der uns noch näher an den Alltag und die Nachbarschaft bringen sollte.

    Was hat Sie an der Location des Pluto gereizt?

    Ursus: Die Nähe zum Otto war ein großer Vorteil. Es ist mein Kiez, ich bin hier aufgewachsen. Die Kastanienallee hat sich verändert, aber wir sehen das als Chance, den Kiez mitzugestalten. Die Lage ist nicht typisch für uns – wir mögen eher versteckte Orte –, aber der unscheinbare Eingangsbereich des Pluto schafft eine gewisse Intimität. Es ist kein Ort für Laufkundschaft, sondern für Menschen, die bewusst hierherkommen.

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    Auch das gibt es im Pluto: den perfekt gemixten Martini im geeisten GlasRobert Rieger

    Was verbindet die drei Läden?

    Ursus: Alle drei Orte sind sehr persönlich. Das liegt auch an unserem großartigen Team, das die Atmosphäre prägt. In der Küche setzen wir auf regionale Zutaten von kleinen Bio- und Demeter-Produzenten. Wir kaufen ganze Tiere und verteilen sie auf die Läden, um alles zu verwerten. Die Gerichte sind unterschiedlich, aber die Qualität der Zutaten ist unser roter Faden.

    Sören Zuppke: Jeder Laden entstand aus einem inneren Wunsch. Das Otto sollte eine zugängliche Form von regionalem Fine Dining bieten. Das Trio ist ein ungezwungener Ort, der die Gastlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Das Pluto kombiniert diese Ansätze: feine Produkte, aber mit mehr Offenheit und Spontaneität.

    Das Pluto auf der Kastanienallee vereint ungezwungene regionale Küche mit einem ausgezeichneten Glas Rotwein.

    Das Pluto auf der Kastanienallee vereint ungezwungene regionale Küche mit einem ausgezeichneten Glas Rotwein.Robert Rieger

    Was sind Ihre Lieblingsgerichte?

    Ursus: Im Otto sind es der gegrillte Bachsaibling und die rote Bete, die seit Anfang an auf der Karte stehen. Im Trio würde ich Backhendl, Königsberger Klopse und unsere Gewürzgurke mit Meerrettich empfehlen. Und im Pluto Schweinskopfterrine, Kalbszunge oder scharf marinierte Miesmuscheln. Dazu passt ein perfekt gemixter Martini oder ein gutes Glas Wein.

    Restaurants von Vadim Otto Ursus und Sören Zuppke:
    Otto, Oderberger Straße 56, Prenzlauer Berg
    Pluto, Kastanienallee 27, Prenzlauer Berg
    Trio, Linienstraße 13, Mitte
    3. Aus dem Bauch heraus: The Duc Ngo

    The Duc Ngo wird regelmäßig als der „König der Kantstraße“ bezeichnet. Man kennt ihn aus dem Fernsehen und von Restaurants wie Kuchi, dem 893 Ryotei und neuerdings dem Manon im Roomers am Steinplatz.

    Herr über viele Berliner Küchen: The Duc Ngo fing als Kellner an und arbeitete sich schnell nach oben.

    Herr über viele Berliner Küchen: The Duc Ngo fing als Kellner an und arbeitete sich schnell nach oben.dado.photo

    Wie kamen Sie zur Gastronomie?

    Ich habe während des Abiturs in einem Restaurant gekellnert. Nebenan war eine Sushi-Bar. Ich habe mich mit den Leuten angefreundet, die dort arbeiteten, und begonnen auszuhelfen. Mein Einstieg in die Küche war also die japanische, speziell Sushi. Ich hatte das Glück, von talentierten japanischen Küchenchefs zu lernen und habe mich schnell eingearbeitet. Irgendwann dachte ich: Das kann ich auch allein!

    Gesagt, getan. Wann eröffneten Sie das erste eigene Restaurant?

    1999 machte ich zusammen mit meinem Cousin das Kuchi auf. Damals gab es in Berlin kein gutes Sushi, das wollte ich ändern. Bis heute habe ich über 20 Restaurants eröffnet, aktuell betreibe ich 12 oder 13 selbst. Die anderen gehören zu der Gruppe, die ich aufgebaut habe. Ob Cocolo Ramen oder andere Läden in Frankfurt am Main – vieles entstand aus dem Bauch heraus.

    Jetzt sitzen wir im Manon, Ihrem ersten französischen Restaurant. Wie kam es dazu?

    Die Verbindung zwischen vietnamesischer und französischer Küche liegt geschichtlich bedingt nahe. Ich liebe die französische Cuisine, sie ist für mich die Basis der feinen Küche. Seit 2005 habe ich sie mir gemeinsam mit meinen Küchenchefs erarbeitet. Besonders reizt mich die Kombination aus europäischen Grundsoßen und asiatischen Frische-Akzenten.

    Als die Roomers-Hotelgruppe mich fragte, ob ich hier am Steinplatz die Gastronomie übernehmen wolle, zögerte ich nicht lange. Wir eröffneten eine französische Brasserie mit meinem persönlichen Twist.

    Marais-Gefühle in Charlottenburg: Der Innenhof der Brasserie Manon ist beheizt.

    Marais-Gefühle in Charlottenburg: Der Innenhof der Brasserie Manon ist beheizt.Manon

    Woraus besteht dieser Twist, der alle Ihre Restaurants verbindet?

    Der rote Faden in meinen Restaurants ist Seafood, vor allem roher Fisch. Ich weiß, wie man die besten Produkte beschafft und bringe diese Qualität in meine Küche ein. Ich kreiere die Speisekarte in meinen Restaurants so, wie ich selbst essen möchte: interessante Gerichte, die Höhepunkte setzen, aber auch Pausen erlauben. Ich mag keine ständige Reizüberflutung.

    Ihr aktuelles Lieblingsgericht im Manon?

    Der Garnelensalat mit Estragon-Mayonnaise und Limetten-Vinaigrette. Ich liebe die Kombination aus säuerlicher Vinaigrette, süßlichen Rotgarnelen und einem Hauch Fett durch die Mayo.

    Restaurants von The Duc Ngo (Auswahl):
    Kuchi Kant, Kantstraße 30, Charlottenburg
    893 Ryōtei, Kantstraße 135/136, Charlottenburg
    Manon Brasserie Nouvelle, Steinplatz 4, Charlottenburg
    4. Barkultur für Tel Aviv und Berlin: Ariel Leizgold

    Mit Bellboy, Hana und Butler betreibt Ariel Leizgold gleich drei Lokale an einem Standort nahe dem Gendarmenmarkt. Damit will der hochdekorierte Bartender mehr Vergnügen in die deutsche Hauptstadt bringen.

    Ariel Leizgold mixt seine Drinks mit einem Schuss Ironie.

    Ariel Leizgold mixt seine Drinks mit einem Schuss Ironie.Butler Bar

    Herr Leizgold, wie sind Sie zur Gastronomie gekommen?

    Ich bin in Tel Aviv in einer Art „Krankenhaus“ aufgewachsen – zumindest fühlte es sich so an, denn meine Eltern sind beide Ärzte. Unser Zuhause war jedoch alles andere als steril. Gäste waren bei uns immer willkommen. Als ich klein war, bekamen meine Eltern regelmäßig Broschüren über neue Restaurants und Lokale. Mich hat das fasziniert. So führte eines zum anderen. Bartending war sicher nicht der Traum meiner Eltern für mich, aber jetzt, wo ich damit Erfolg habe, freuen sie sich.

    Warum war nach Tel Aviv Ihr nächster Schritt Berlin?

    Ich betreibe sieben Bars in Israel und drei in Berlin. Unsere erste Bar in Tel Aviv eröffneten wir 2008. Seitdem sind wir stetig gewachsen. Berlin steht für Offenheit, Multikulturalität und Zusammenhalt. Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, das jeden Menschen akzeptiert, unabhängig von Religion, Ethnie oder sexueller Orientierung. Diese Werte spiegeln sich in unserer Arbeit wider. Berlin bietet den idealen Nährboden für diesen Geist.

    Warum haben Sie sich entschieden, am gleichen Standort eine weitere Bar zu eröffnen?

    Die beiden Barkonzepte ergänzen sich. Bellboy ist ein theatralisches Erlebnis – ein „Spielplatz für Erwachsene“. Drinks, Essen und Unterhaltung gehen Hand in Hand, alles auf eine extreme, überraschende Weise. Butler bietet das Gegenteil: ein intimes, klassisches Erlebnis. Die Namen spiegeln das wider. Während der Bellboy jung, energiegeladen und verspielt ist, steht der Butler für Reife, Ruhe, persönliche Betreuung.

    Ein Ort für gediegenes Trinken mit spitzbübischem Twist: die Bellboy Bar in Mitte

    Ein Ort für gediegenes Trinken mit spitzbübischem Twist: die Bellboy Bar in MitteKfir Harbi

    Was verbindet die Lokale?

    Jedes ist eigenständig, mit eigenem Management, eigener Marke und eigenem Stil. Eine bewusste Verbindung suchen wir nicht. Wenn es eine Gemeinsamkeit gibt, dann Liebe zum Detail. Egal, ob wir eine extravagante Cocktailbar, eine klassische Speakeasy-Bar oder ein Restaurant eröffnen – wir setzen jedes Konzept mit Hingabe um.

    Was würden Sie jeweils bestellen?

    Im Bellboy würde ich mit Austern und einem Glas Champagner beginnen. Wir haben dort auch eine Zigarrenlounge, die Zigarren mit Whiskey und Rum kombiniert – ein einzigartiges Angebot in Berlin. Im Butler würde ich dem Barkeeper vertrauen. Dort gibt es keine feste Cocktailkarte. Stattdessen besprechen wir mit den Gästen ihre Vorlieben und kreieren gemeinsam einen individuellen Drink. Dazu gibt es köstliche Snacks wie Lamm-Tataki oder Steak Tatar. Im Hana würde ich die Meze-Auswahl empfehlen: mediterrane und japanische Fusionsgerichte wie gegrillten Oktopus oder gebratenen Rosenkohl.

    Bars und Restaurants von Ariel Leizgold in Berlin:
    Hana, Bellboy und Butler befinden sich in der Anton-Wilhelm-Amo-Straße 30 in Mitte

    #Berlin #Gastronomie

  • Farbanschlag auf preiswerte Cafés : LAP-Coffee-Filialen in Berlin beschmiert
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/farbanschlag-auf-preiswerte-cafes-lap-coffee-filialen-in-berlin-beschmi


    Alliterationskriminalität : Kaffeekrieg in Kreuzberg

    24.10.2025 von Marina - In Berlin wurden Filialen der Kaffeehauskette LAP Coffee mit roter Farbe beschmiert. Hintergrund ist offenbar ein Preiskampf im Kaffeesektor. Das Unternehmen setzt auf Dialog.

    In Berlin sind in der Nacht zum Freitag die Filialen der Kaffeehauskette LAP Coffee offenbar Ziel einer koordinierten Farbattacke geworden. Laut einem Bericht der „B.Z.“ beschmierten Unbekannte die Schaufenster und Fassaden aller Berliner Geschäfte in mehreren Stadtteilen, darunter Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg, Schöneberg sowie an der Kantstraße, mit roter Farbe.

    Die Täter werden einer anonymen Gruppe zugerechnet, die seit einiger Zeit mit einer Plakatkampagne gegen das Unternehmen mobilisiert. Ihr Vorwurf: Mit vergleichsweise niedrigen Preisen – etwa 1,50 Euro für Espresso und 2,50 Euro für Cappuccino – setze LAP Coffee traditionelle Cafés unter Druck und verdränge diese langfristig aus den Kiezen.

    Hinter dem Konzept von LAP – die Buchstaben stehen für „Life Among People“ – steht der Berliner Unternehmer Ralph Hage. 2023 hat er gemeinsam mit Tonalli Arreola Chavez die Café-Kette gegründet. Das Unternehmen wächst schnell: Laut ihrer Webseite gibt es in Berlin bisher 16 Standorte, bundesweit sollen es rund 20 sein, darunter auch Filialen in Hamburg. Das Erfolgsrezept: Die Filialen sind klein, Sitzplätze gibt es nur wenige. Das Unternehmen setzt auf schnelle Bestellungen per App ebenso wie, statt aufwendiger Siebträgermaschinen, auf platz- und zeitsparende Vollautomaten.

    Geschäftsführer Hage bestätigte die Farbanschläge am Freitagabend auf der Plattform Linked-In. „Einige LAP-Coffee-Filialen wurden in der vergangenen Nacht beschmiert“, schrieb er auf Englisch. „Das Team und ich waren ab 5 Uhr morgens auf den Beinen und haben aufgeräumt. Sogar Nachbarn und Kunden haben mitgeholfen. In kürzester Zeit ging der Betrieb wieder normal weiter! Das war’s.“

    Was so einfach klingt, hatte das Team Zeit und Mühe gekostet. Doch das Personal nahm es offenbar mit Humor. Auf Instagram dokumentierten die Mitarbeitenden unter der Frage „Wie mache ich ein Schaufenster in weniger als fünf Minuten sauber?“ die Reinigungsarbeiten mit Fotos und Videoschnipseln.

    An sie adressierte Hage mit Blick auf die Farbangriffe aufmunternde Worte: „Es lag nicht an euch, an eurer tollen Arbeit (...) Diese Leute projizieren ihre eigenen Probleme, die sie mit der modernen Welt haben, auf LAP und nutzen unsere Filialen als Ventil, weil diese beliebt sind und ihnen dadurch Aufmerksamkeit verschaffen. Sie sind selbsternannte Robin Hoods, die für jemanden kämpfen, der sie nie darum gebeten hat.“

    Der „B.Z.“ sagte Hage, man werde zunächst auf Austausch setzen: „Dialog hat Vorrang.“ Man habe Hinweise auf mögliche Beteiligte, auch „aus der Kaffeeszene“, und wolle diese zu Gesprächen einladen. Sollten weitere Angriffe folgen oder Gespräche scheitern, behalte sich das Unternehmen aber vor, die Polizei einzuschalten.

    #Berlin #Gastronomie

  • Auf dem Fernsehturm: Tim Raue kapert die Soljanka – kann das gut gehen?
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/auf-dem-fernsehturm-tim-raue-kapert-die-soljanka-kann-das-gutgehen-

    Wanderer kommst du nach Nerlin-Mitte, kanbst Du hier Volkstümliches zu königlichen Preisen speisen. Alle anderen nehmen ne Pilsstulle in der Besenkammer.

    30.9.2025 von Maritta Adam-Tkalec - Da kommen Kulturgüter zusammen: Das berühmteste Bauwerk der DDR und die kultige Suppe – matrjoschka-rot und kräftig. Lohnt sich die Auffahrt ins Sphere?

    Ein prominenter Westkoch reicht in einem Spitzenprodukt des DDR-Sonderbaus, nämlich im höchstgelegenen Kugelrestaurant der Welt, klassische Ost-Küche. Das Ostigste, das die Speisekarte des Anfang Juni eröffneten Restaurants Sphere hoch oben auf dem Fernsehturm zu bieten hat: Soljanka! Ein durchaus angemessenes Süppchen 207 Meter über jenem Berliner Platz, der seit dem 25. Oktober 1805 nach dem russischen Zaren Alexander I. benannt ist.

    Zur Einweihung des Bauwerks am 3. Oktober 1969 rollte neben Staatsgästen ein Sonderzug der Freundschaft aus Moskau herbei. Die Berliner Zeitung feierte den 365 Meter hohen Fernsehturm als den „längsten Berliner“. 56 Jahre später, inzwischen hat das Datum einen eigenen Feiertag (zur Deutschen Einheit), stellt sich angesichts von so viel Symbolik die Frage: Kann Tim Raue Soljanka?

    Großtat des „Großen WU“ für Berlin

    Die Suppentasse voll (11,50 Euro) inklusive Schrippe kommt schnell. Von unserem Logenplatz blicken wir gerade auf den Molkenmarkt hinab und weit über die miniaturhaft erscheinende Stadt bis zum grünen Rand, wo die Müggelberge etwa 20 Kilometer entfernt als kleine Buckel in der Landschaft liegen. Dort sollte ursprünglich der Fernsehturm errichtet werden. Gut, dass sich Walter Ulbricht, genannt „Der Große WU“, in seiner Weisheit anders entschieden hat.

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    Der Sternekoch Tim Raue steht in seinem neuen Restaurant Sphere im Berliner Fernsehturm. Hier setzt er auf Ost-Klassiker wie Soljanka und Königsberger Klopse. Doch wo ist der Ost-Wein?Jens Kalaene/dpa

    So können wir mitten in der Stadt hoch über ihr sitzen, gemächlich im Kreise fahren (zwei Runden pro Stunde) und gemütlich Soljanka löffeln. Matroschka-rot leuchtet die Suppe aus dem weißen Porzellan, feine weiße Kleckse Sauerrahmcreme leuchten heraus. Sehr ansprechend. Aber wirklich die echte, wahre Soljanka?

    Da wäre zunächst zu klären, was Soljanka eigentlich ist. Ist es das, was die DDR-Küche daraus gemacht hat – und das sich von Fichtelberg bis Kap Arkona großer Beliebtheit erfreute? Njet. Ihr Ursprung liegt schließlich viele Hundert Kilometer östlich, was der Name schon signalisiert: Soljanka kommt vom russischen wie ukrainischen „Selo“ – das Dorf.

    „Es bezeichnet ein von Bäuerinnen oft aus allem Möglichen kombiniertes Mischmasch“, schreibt der überaus sowjetkundige, hochberühmte Koch östlicher Speisen Markus Wolf (1929–2006) in seinem Buch „Geheimnisse der russischen Küche“. Der Titel birgt den unmissverständlichen Hinweis auf „Mischas“ langjährigen Hauptberuf als Leiter der Hauptabteilung Aufklärung im Ministerium für Staatssicherheit.

    Offenbar hat der legendenumwobene Chef der DDR-Auslandsspionage auch die Suppentöpfe der „Freunde“ letztgültig aufgeklärt: „Aus ferneren Zeiten ist überliefert, dass dieses Gericht zu bestimmten Anlässen für das ganze Dorf zubereitet wurde und jeder in den gemeinsamen Kessel den Anteil an Zutaten einbrachte, über den er gerade verfügte.“ Das klingt sehr kommunistisch. Schließlich folgt das Ideal der klassenlosen Gesellschaft dem Prinzip: „Jeder nach seinen Möglichkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“

    Alles, was über die Woche an Resten übrig bleibt, in einem Topf vereint neu aufzubereiten, das ist auch das Prinzip anderer nationaler bzw. regionaler Spezialitäten: die Maultasche (auf einer Speisekarte im schwäbischen Blaubeuren steht das Gericht unter dem Namen „Herrgottsbscheißerle“), der polnische Bigos (ein variantenreiches Allerlei aus Fleisch und Kraut), die brasilianische Feijoada (wörtlich ungefähr als „Bohnerei“ zu übersetzen, wegen der schwarzen Bohnen) oder die Bouillabaisse, die wohl ursprünglich vor Jahrhunderten von Fischern in Marseille aus vom Markt übrig gebliebenen kleinen Fischen und Fischresten mit Meerwasser gekocht wurde. In Wien heißt die in der Pfanne aufgebratene Mischung aus Nudeln, übrig gebliebenen Kartoffeln und etwas Geselchtem schlicht Grenadiermarsch.

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    Der Zugangsbereich mit Kasse und Shop
    Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Der dörflichen Ur-Soljanka wurden, so Küchenkundschafter Markus Wolf, im Laufe der Zeit „feinere, sauer-scharfe Zutaten beigefügt wie Kapern, Oliven, eingesalzene oder eingelegte Pilze“. Die Hauptzutaten für das Wolf’sche Rezept einer Fleischsoljanka (es gibt sie auch als Fischvariante, unübertrefflich lecker im Bistro Fischkopp am Hafen von Wiek auf Rügen): Rinderbrühe, Rindfleisch, gekochter Schinken, Wiener Würstchen, reichlich Salz- oder Gewürzgurken, Tomaten, Tomatenmark …

    Seinen Ausführungen über die verwandte Schtschi („Königin aller russischen Suppen“) zufolge wäre in der Ur-Soljanka reichlich Kraut zu vermuten – davon wird es wohl in alten Zeiten auch mehr gegeben haben als Tomaten, die erst ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts allgegenwärtig wurden. Mein Vater pflanzte sie in den 1960er-Jahren im Bitterfelder Garten, während mein slowenischer Opa daselbst lieber Stangenbohnen und Knoblauch anbaute und über Tomaten brummte, für das Erzeugen von Wasser sei ihm guter Gartenboden zu schade.

    Meinen Soljanka-Geschmack prägte also nicht die slawische Verwandtschaft, sondern die werktätige, in Küchendingen pragmatische anhaltische Mutter: Sie nutzte eine ungarische Konserve, fermentiertes Gemüse im Glas, ein säuerliches Gemisch aus Gurken, Paprika- und Tomatenstücken sowie Weißkraut. Der Inhalt wurde mit Rinderbrühe, eingewecktem Tomatenpüree und Gewürzgurken aufgekocht.

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    Königsberger Klopse nach Tim-Raue-Art im Restaurant Sphere: Die Kapern sind im Klops drin.Nils Hasenau

    Diesen Sud reicherte meine Mutter üppig mit Fleischwurst oder geschnippelten Würstchen an. Dazu Salz und Pfeffer – Lorbeerblatt, Paprikapulver und Pimentkörner, wenn vorhanden – und am Schluss noch ein Klecks saure Sahne. Fertig war die Laube, sprich: die schnelle Suppe für den Sonnabendmittag, säuerlich-pikant, gehaltvoll. Die Familie war glücklich.

    Im Internet finden sich etliche Rezepte, die mit dem Etikett „original DDR-Soljanka“ werben und meist auf Basis von Letscho hergestellt werden. Das geht natürlich auch und macht die Sache einfach.

    Geschmacklich und optisch orientiert sich Tim Raue offenkundig nicht am zaristisch-sowjetischen Original, sondern am DDR-Vorbild. Man weiß um den Status als Ost-Kultsuppe, und so steht es auch auf der Homepage: „… ach ja, bei Soljanka schwelgt man in DDR-Nostalgie. Jede Familie hatte ihr eigenes Rezept und sie war eine schnell gemachte Speise, die fast allen schmeckte.“

    Der Test im Shpere bestätigt die Beschreibung: intensiv sauer-salziger Sud mit fruchtigen Tomatenaromen, ordentlich Wurststückchen, wie es sich gehört, Sauerrahmcreme, Dillöl und -zweiglein dazu. Kraut ist nicht zu sehen, die Schärfe angenehm, auf der Zunge entfaltet sich eine schöne Aromenvielfalt. Ich bin kulinarisch leicht zu erfreuen – hier kratzte ich das letzte Tröpfchen aus der Tasse.
    Katastrophe Schwedenbecher

    Deren Inhalt macht nicht satt, sodass noch die Königsberger Klopse probiert werden – auch diese waren allgegenwärtig und hochbeliebt in DDR-Kindergärten, -Schulen und -Betriebskantinen. Tim Raue interpretiert das altpreußische Gericht so, dass die Kapern nicht in der mit Riesling und weißem Pfeffer gekochten hellen Soße schwimmen, sondern mit dem feinen Kalbfleisch der Klößchen verarbeitet werden.

    Das Bällchen Rote Bete neben dem Kartoffelpüree, süßsauer-pikant mit Jalapeño und Kerbel, passt wunderbar. Geht alles sehr in Ordnung, die Obamas sollen begeistert gewesen sein, als auf Vorschlag Kanzlerin Merkels Raues Königsberger beim Staatsbankett gereicht wurden. Trotzdem: Zu Hause bleibe ich bei der Variante aus dem königlich-preußischen Kochbuch.

    Die Suche nach einem passenden Wein verliert sich zwischen Rheingau, Pfalz, Mosel, Nahe ... kein Meißen, kein Saale-Unstrut – nirgends! Also wird es Brlo, das in Berlin gebraute Craftbier, das den slawischen Namen der Stadt Berlin aufgreift: Brlo – trockene Stelle im Sumpf. Passt.

    So weit, so wunderbar – aber Vorsicht bei der Suche nach einem DDR-patriotischen Nachtisch. Was im Sphere by Tim Raue Schwedenbecher heißt, hat nur sehr entfernt mit dem herrlichen Miteinander aus Vanilleeis, Apfelmus, Eierlikör und Sahne zu tun. Der überaus freundliche Service hatte schon so etwas angedeutet, da habe Tim Raue zusammen mit einer Spandauer Eismanufaktur neu interpretiert. Das Ganze komme im Pappbecher. Die Karte aber versprach „The real Schwedenbecher“. Really? Oh no!

    Die Soljanka-Linie war die Systemgrenze

    Soljanka und Schwedenbecher haben eines gemeinsam – sie waren im Westen unbekannt. Die Soljanka-Linie verlief entlang der Staats- und Systemgrenze West. Allerdings kamen westliche Ost-Besucher leicht mit beiden Spezialitäten in Kontakt – zum Beispiel, wenn sie den Zwangsumtausch von täglich 25 DM im Osten sinnvoll ausgeben mussten. Die deutsche Einheit im Himmel über Berlin ist also noch nicht perfekt.

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    Ein Tässchen Soljanka à la Raue: Vorbild war die DDR-Küche, nicht das russisch-ukrainische Original.Nils Hasenau

    Aber da oben auf dem Fernsehturm, direkt an der alten Handelsstraße Nr. 1 von Königsberg nach Aachen gelegen, weist die Soljanka den Weg. Und: Natürlich lohnt sich der Besuch. Er hat sich immer gelohnt. Der Blick vom Himmel über Berlin bleibt unschlagbar. Schön, dass nun auch die Kulinarik etwas hermacht.

    Auf den Turm

    Eintritt: Ein Platz im Restaurant The Sphere by Tim Raue wird online gebucht. Eintritt, Auffahrt und Tisch kosten 28,50 Euro.

    Bestellung: Man kann vorab Menüs buchen oder à la carte bestellen.

    Preise: Vorspeisen und Suppen kosten zwischen 10 und 21 Euro, Hauptspeisen 28 bis 36 Euro, Desserts 7,50 Euro bis 11,50 Euro. Es können auch Menüs mit mehreren Gängen gebucht werden, zum Beispiel Tim Raues Berlin-&-Brandenburg-Menü „Meine Heimat“, inklusive Getränke zu 125 Euro.

    #Berlin #Mitte #Paniramastraße #Sehenswürfigkeiten #Gastronomie

  • Berliner Kultrestaurant vor dem Aus: Muss Ergün’s Fischbude nun endgültig schließen?
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/berliner-kultrestaurant-vor-dem-aus-muss-erguens-fischbude-nun-endg

    Bei schönem Wetter wars nett und preiswert. Eine urige Goldgrube verschwindet. Da ist einer mit Glück, Härte umd durch die Arbeit seiner Angestellten zum.Millionär geworden. Die Bahn macht nun nach und macht alle kleinen Läden und Werkstätten in den Stadtbahnbögen dicht. Das ist Politik und der Volksmund hat mal wieder Recht: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

    29.9.2025 von Enno Kramer - Seit über 30 Jahren lockt Ergün’s Fischbude Gäste an den S-Bahnhof Bellevue. Nun muss die türkische Familie ihr Restaurant jedoch offenbar für immer schließen.

    Für viele Berlinerinnen und Berliner fühlt es sich an wie ein Kurzurlaub am Bosporus – ganz ohne Flugticket und Anreisechaos. Von den Gleisen am Bahnhof Bellevue aus sind es nur ein paar Treppenstufen nach unten entlang der Klinkerfassade, und schon ist man bei Ergün’s Fischbude.

    1992 eröffnete das türkische Restaurant in den historischen Viaduktbögen des S-Bahnhofs und wurde schnell zu einer festen Adresse für maritime Küche im Westen Berlins. Doch seit einigen Monaten ringen die Betreiber um die Zukunft der Institution. Nun steht fest: Das Kapitel geht zu Ende.

    Wozu spenden, wenn der Mietvertrag nicht verlängert wird?

    „Die Deutsche Bahn hat unseren Mietvertrag offiziell gekündigt“, erklärt ein junger Mitarbeiter, der schon viele Jahre in Ergün’s Fischbude gearbeitet hat, in einem Video auf TikTok. Er würdigt die Arbeit des namensgebenden Gründers Ergün Amca: „Ein Mann, der als Gastarbeiter nach Deutschland kam und sein Leben lang geschuftet hat, um dieses Lokal aufzubauen.“ Das Restaurant – ein Berliner Original – dürfe deshalb nicht ohne Weiteres verschwinden.

    Wenig später heißt es in dem Video, der Mietvertrag sei nicht gekündigt, sondern nicht verlängert worden. Es folgt die Bitte um Spenden über einen Link. Vor dem Hintergrund, dass das Aus des Lokals ohnehin besiegelt zu sein scheint, stellen sich viele User in den Kommentaren jedoch die Frage, wofür diese Beiträge eigentlich gut sein sollen. „Wieso aber spenden, wenn euer Mietvertrag nicht verlängert wird?“, schreibt da einer.

    Bereits im Juli 2024 berichtete die Berliner Zeitung über das mögliche Aus der beliebten Fischbude in Moabit. Schon damals stand die Kündigung des Mietvertrags durch die Bahn im Raum. Warum sich das Unternehmen zu diesem Schritt entschieden hatte, wollte es damals nicht sagen. „Sie müssen dafür keinen Grund angeben und haben das auch nicht getan“, erklärte Mine Centinbas, die Tochter von Ergün Amca.

    Sie vermutete allerdings, dass die Kündigung mit dem Brandschutz zusammenhänge. Bei einer entsprechenden Prüfung seien damals Mängel festgestellt worden, die jedoch nicht leicht zu beheben gewesen wären. „Eigentlich waren wir schon dabei, bestimmte elektrische Anlagen zu erneuern, und haben die Deutsche Bahn auch darüber informiert. Aber die Kündigung kam trotzdem“, sagte die Restaurantleiterin.

    Ein genaues Datum für das endgültige Aus von Ergün’s Fischbude wurde nicht genannt. Bereits im vergangenen Jahr spielte Centinbas mit dem Gedanken, das Lokal in anderen Räumlichkeiten neu zu eröffnen, sollte es keine andere Möglichkeit geben. „Aber wir wollen hierbleiben. Dieses Feeling, das es an diesem Ort gibt, würden wir nirgendwo sonst hinbekommen.“ Ob der Spendenaufruf für die Zukunft an anderer Stelle in Berlin gedacht ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht bekannt.

    Ergün’s Fischbude. Lüneburger Straße 382, 10557 Berlin. So-Do 16-23 Uhr, Fr-Sa 16-24 Uhr. Weitere Informationen unter www.erguns-fischbude.de

    #Berlin #Tiergarten #Lüneburger_Straße #Gastronomie #Stadtentwicklung #Gentrifizierung

  • McDonald’s an der Friedrichstraße geschlossen: Das sind die Gründe
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/warum-hat-der-mcdonalds-in-der-friedrichstrasse-geschlossen-war-ein

    Jetzt isser wech, endlich. Der Macdo war eine unwürxige Umgebumg für das Mahnmal eines in den letztn Tagen der Nazidiktatur ermordeten. Eine Buchhandlung wäre dem Ort angemessen.

    21.8.2025 von Moritz Weißenborn - Nach mehr als 30 Jahren ist Schluss: Der McDonald’s am S-Bahnhof Friedrichstraße hat dichtgemacht. Das sind die Gründe.

    Wer in diesen Tagen die Friedrichstraße entlangläuft, reibt sich verwundert die Augen. Wo jahrzehntelang das gelbe „M“ leuchtete, sind die Fenster heute abgedunkelt, die Türen verriegelt, der Schriftzug abmontiert. Nur ein paar ausgeleierte Aufkleber an der Glasfront erinnern daran, dass hier bis vor wenigen Monaten noch Burger, Pommes und Milchshakes über den Tresen gingen. Für viele Berliner ist es ein stiller, aber spürbarer Einschnitt: Der bekannte McDonald’s am S-Bahnhof Friedrichstraße hat wohl für immer geschlossen.

    Als eine der ersten Filialen im ehemaligen Ost-Berlin hatte er nach der Wende Symbolcharakter. Ausgerechnet an einem der geschichtsträchtigsten Bahnhöfe unserer Stadt stand die amerikanische Fast-Food-Kette jahrzehntelang für den Einzug westlicher Konsumwelten. Naheliegend war der Standort allemal: Der Bahnhof Friedrichstraße gehört zu den am stärksten frequentierten Stationen der Stadt – gleich nach dem Ostkreuz und dem Hauptbahnhof. Wer hier umstieg, eilte nicht selten mit einer Papiertüte und Cola-Becher zum Gleis oder gönnte sich einen schnellen Imbiss auf der Straße, bevor es zur Arbeit oder in die Diskothek weiterging.

    Über Jahre hinweg konnten Berliner sowie Touristen sogar zwischen zwei Filialen wählen. Es gab den „alten“ McDonald’s mit Blick auf die Bahnunterführung der Friedrichstraße und den später eröffneten „neuen“ im Inneren des Bahnhofs. Während drinnen die Reisenden im Strom der Pendler fast im Vorbeigehen bedient wurden, lockte draußen das große M die Laufkundschaft von der Straße. Ein Luxus in der dicht getakteten Mitte Berlins.

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    Ein trauriger Anblick: Der McDonald’s in der Bahnunterführung hat wohl für immer geschlossen.Moritz Weißenborn/Berliner Zeitung

    Doch damit ist nun Schluss. Der Inhaber Stefan Warweitzki, der in Berlin insgesamt zehn McDonald’s-Filialen betreibt, bestätigt der Berliner Zeitung: „Die Filiale war einfach nicht mehr zukunftsfähig.“ Der Mietvertrag sei ausgelaufen, eine Verlängerung hätte auch eine aufwendige Renovierung bedeutet. „Es stand eine Verlängerung des Mietvertrages an. Die werden in der Regel für zehn Jahre geschlossen.“ Doch vor allem die Küche bot schlicht zu wenig Platz, um moderne Standards zu erfüllen. Angesichts des nur wenige Meter entfernten, größeren und moderneren McDonald’s im Bahnhof lohnte sich die Investition schlichtweg nicht.

    Die Frage, ob eine Vertragsverlängerung mit den verlangten Mietpreisen zusammenhinge, verneinte Warweitzki. „Das hat damit nichts zu tun. Die Bahn hätte uns gerne als Mieter gehalten, weil wir als Kette immer die Anforderungen der Bahn erfüllen.“ In Deutschland werden die Bahnhöfe seit 2023 vom Deutsche-Bahn-Tochterunternehmen DB InfraGo AG betrieben, die aus der Verschmelzung der DB Netz und DB Station & Service hervorging. Die Deutsche Bahn wollte sich auf Anfrage zur Schließung nicht äußern.

    Für die an einem Sommervormittag befragten Kunden scheint die abnehmende McDonald’s-Dichte an der Friedrichstraße kein Problem zu sein. Vielen Besuchern, vor allem den Teenagern, ist es egal, dass die Filiale an der Straßenecke geschlossen hat. „Hauptsache, der hier bleibt geöffnet“, so ein junger Mann vor der nach wie vor geöffneten Filiale im Inneren der Station. Andere McDonald’s-Gäste äußerten sich ähnlich.

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    Nach mehr als 30 Jahren ist Schluss: Der McDonald’s am S-Bahnhof Friedrichstraße hat dichtgemacht. Moritz Weißenborn/Berliner Zeitung

    Doch mit dem Ende dieser Filiale verschwindet nicht nur ein Stück Fast-Food-Alltag, sondern auch ein kleines Kapitel Berliner Stadtgeschichte. Denn kaum ein anderer Bahnhof der Republik ist so symbolträchtig wie die Friedrichstraße: einst Schnittstelle zwischen Ost und West, heute ein wichtiger Berliner Verkehrsknoten und immer noch Touristenmagnet. Dass hier eine der ersten McDonald’s-Filialen im Osten eröffnete, war damals mehr als nur ein gastronomisches Angebot. Das Verschwinden der Fast-Food-Ikone vor dem Bahnhof reiht sich somit in das sichtbare Ringen um die Zukunft der Friedrichstraße ein. Für gute Nachrichten konnte die Straße in den vergangenen Jahren leider nicht sorgen.

    #Berlin #Mitte Friedrichstraße #Gastronomie #Bahnhof #Geschichte #Stadtentwicklung

  • Restaurant-Hygiene: Was Sie nicht wissen sollen
    https://www.telepolis.de/features/Restaurant-Hygiene-Was-Sie-nicht-wissen-sollen-10442842.html

    Bild: Shutterstock.com

    Was dem Taxi sein Uber ist dem Restaurant sein Ekelkonkurrent. Wenn die Stadt gesetzliche Vorschriften kontrollieren und durchsetzen würde, gäbe es beide nicht mehr. Die ausbeuterischen, dreckigen Billigheimer werden offenbar gebraucht, um Touristen anzulocken und den internationalen Ruf der Stadt bei Liberalen und Kriminellen zu pflegen.

    13.6.2025 von Christoph Jehle - Hygiene in Restaurants bleibt oft im Dunkeln. Berlin wollte das ändern, doch der Plan scheiterte. Was verbirgt sich hinter den Kulissen?

    Seit Corona war es unübersehbar, dass die alte Kneipen- und Restaurantkultur Schlagseite bekommen hat, wie man es damals bei Rauchverbot schon vorhergesagt hatte. Wenn bei den Konsumenten der Geldbeutel weniger hergibt, und in der Gastronomie der Fachkräftemangel um sich greift, werden einfache Lösungen gesucht.

    Leider findet man dann unter dem Druck der Öffentlichkeit meist schnelle Lösungen, wie eine Rückkehr zur Umsatzsteuersenkung, die zu Corona-Zeiten ein gelungenes Instrument zu sein schien, um den Druck aus dem Kessel zu nehmen.

    Wurde damals die Umsatzsteuersenkung nicht an die Gäste weitergegeben, so war es wenig verblüffend, dass man die Wiedereinführung des normalen Steuersatzes dazu genutzt hat, um die Preise anzuheben und den Unmut über die Rückkehr zum alten Steuersatz genutzt hat, um den Gesetzgeber anzugreifen.

    Wer jetzt glaubt, die Gastronomen würden die erneute Steuersenkung dieses Mal an ihre Kunden weitergeben, dürfte das gleiche Erlebnis haben wie damals.

    Der angeschlagene Ruf der Systemgastronomie

    Die Systemgastronomie und die Mehrzahl der verbliebenen sternenlosen Gasthäuser haben ihre Küche auf das Niveau der ICE-Bordküchen abgesenkt, lautet ein viel gehörter Vorwurf böser Zungen.

    Vorgebracht wird weiter, dass die wichtigste Kenntnis der in den Küchen Beschäftigten im Bedienen der Mikrowelle bestehe. Fast alle Speisen würden zudem industriell vorgefertigt angeliefert. Eigentlich müsse man nur noch die Einhaltung der Kühlkette verfolgen.

    Hygiene und Transparenz

    Sinnvoll wäre es in diesem Zusammenhang dennoch, die einschlägigen Hygieneregeln einzuhalten. Das 2021 vom damaligen Rot-Grünen Senat initiierte Hygiene-Transparenzsystem verpflichtet gastronomische Betriebe, die Ergebnisse amtlicher Hygienekontrollen öffentlich auszuhängen. Die Verbraucher sollten erkennen können, wie sauber es in Restaurants, Imbissen und Bäckereien zugeht.

    Das betrachtete man als wichtigen Baustein für informierte Entscheidungen und gesundheitlichen Verbraucherschutz. Denn in der Regel bleiben die Ergebnisse von Hygiene-Kontrollen in Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelbetrieben geheim.

    Das ″Saubere-Küchen-Gesetz″

    Mit dem Lebensmittelüberwachungs-Transparenzgesetz, auch unter dem Namen ″Saubere-Küchen-Gesetz″bekannt, das seit Anfang 2023 in Berlin in Kraft ist, sollten ″Ekel-Küchen″ als solche gekennzeichnet werden dürfen und jeder potentielle Gast könnte dann selbst entscheiden können, ob er das Risiko eingehen will.

    Die Vorstellung vom „Transparenz-Barometer“ am Eingang zu jedem Lokal fand nicht überall Zustimmung. Das Gesetz stieß auf Widerstand in der Gastronomie und war auch bei den Bezirken nicht gerade beliebt, die es für nicht umsetzbar hielten, weil für Kontrollen der Gastronomie das Personal fehle.

    Ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes 2023 hatten die Bezirke den Unternehmen insgesamt gerade einmal drei Kontrollergebnisse zur Veröffentlichung präsentiert, wie eine Umfrage von foodwatch unter den Bezirken ergeben hatte.
    Verzicht auf Kontrolle als Wirtschaftsförderung

    Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Transparenz- und Rechercheplattform FragDenStaat haben nun den aktuellen Gesetzentwurf des Berliner Senats zur Abschaffung des Lebensmittelüberwachungs-Transparenzgesetzes kritisiert.

    Die in Berlin regierende Union bediene nach der Abschaffung der Mehrwertsteuer im Bund einmal mehr die Interessen der Gastro-Lobby und stellten die Rechte der Verbraucher auf Information und Gesundheitsschutz hinten an, heißt es dort.

    In dem Gesetzentwurf bezeichnet der CDU-geführte Senat den Mehraufwand für die Behörden zwar als ″verhältnismäßig gering″, aber dennoch so groß, dass eine Abschaffung des Gesetzes gerechtfertigt sei.

    Nach der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie im Bund jetzt auch noch das: Die Union macht der Gastro-Lobby das nächste Geschenk – diesmal auf Kosten der Transparenz. Die Abschaffung des Hygiene-Barometers ist ein Segen für Schmuddelbetriebe und ein massiver Rückschritt für die Bürgerrechte in Berlin.
    Rauna Bindewald, foodwatch

    Statt das Gesetz zu verbessern, will es der Berliner Senat nun ersatzlos streichen.

    Grund sei der Mehraufwand für die Behörden. Eine Überarbeitung des Gesetzes, sodass weniger personelle Ressourcen in den Bezirken beansprucht würden, sei nicht möglich, ohne die unternehmerische Freiheit der Gastronomie-Betriebe unverhältnismäßig zu beschneiden.

    Smiley-System in Dänemark etabliert

    Beim Smiley-System erfahren Verbraucher direkt an der Ladentür sowie im Internet anhand von Smiley-Symbolen, wie es um die Sauberkeit in den betreffenden Lebensmittelbetrieben bestellt ist. Das System soll keinen nennenswerten Mehraufwand für die Behörden darstellen, sobald einmal die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind.

    Wie erfolgreich das System in Dänemark ist, zeigt sich daran, dass sich wenige Jahre nach Einführung des Smiley-Systems im Jahr 2002 die Quote der beanstandeten Betriebe halbiert hat.

    Statt für bessere Hygiene und transparente Kontrollen zu sorgen, werde ausgerechnet das Instrument gestrichen, das Betriebe zur Sauberkeit anhalten sollte.

    Unsere gemeinsame Aktion „Topf Secret“ hat das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gezeigt und zur Einführung des Gesetzes geführt. Nun sollen die Rechte von Verbraucher:innen und Transparenz, die sich Bürger:innen selbst erkämpft haben, wieder einmal unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus für Wirtschaftsinteressen geopfert werden.
    Arne Semsrott, FragDenStaat

    Auf ″Topf Secret″ ist es möglich, auf Grundlage des Verbraucherinformationsgesetzes amtliche Kontrollergebnisse abzufragen und für die breite Öffentlichkeit hochzuladen. Dies gilt auch für solche, welche die Behörden bislang geheim halten.

    Alleine innerhalb der ersten zwei Jahre nach Start der Plattform 2019 wurden laut FragDenStaat über ″Topf Secret″ mehr als 50.000 Anträge gestellt.

    #Berlin #Gastronomie #Hygiene #Vollzugsdefizit

  • Thai-Restaurant Kien-Du: Warum unsere Gastro-Kritikerin ihr Urteil jemand anderem überlässt
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/thai-restaurant-kien-du-warum-unsere-gastro-kritikerin-ihr-urteil-h

    Der Artikel: Je oller umso doller oder was Schlomburch aus den Menschen macht.

    Der Ort : Soo wall-city-mäßig wie der Typ gerne wäre.

    15.8.2024 von Tina Hüttl - Normalerweise behält unsere Autorin ihre versierte Meinung nie für sich. In Bezug auf ein thailändisches Lokal aber lässt sie jemand anderen kritisieren. Und das aus gutem Grund.

    Es ist nicht lange her, da bekam ich eine sehr nette Mail von einem Bernd Westermann. Er outete sich als treuer Leser der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung. Besonders gern studiere er die „inhaltlich wie stilistisch besonders lesenswerten“ Restaurantvorstellungen, auch wenn er nicht immer d’accord gehe.

    Er selbst sei nämlich Gründer und Vorstandsvorsitzender des „Berliner Klub für Kulinarik und Kunst – Charlottenburger Spitze“, schrieb er. Sein Klub sei ein Zusammenschluss von Spitzengastronomen, Galeristen und Genießern. Gerne wolle er mir bei einem Essen im „besten Thai der Stadt“ mehr darüber erzählen.

    Bloß keine vergorenen Milchprodukte!

    Es passiert selten, dass mich jemand ausführen will. Ich freute mich und nahm mir vor, Bernd Westermann demnächst anzurufen. Doch noch bevor ich dazu kam, klingelte mein Handy und er war dran. Schnell wurde mir klar, der Mann hat Selbstbewusstsein: Sein Lieblingsthai namens Kien-Du, sagte er am Telefon, habe nichts mit den „hunderten x-beliebigen Thai-Restaurants“ dieser Stadt gemein.

    Auch könne er meine Knoblauch-Abneigung nicht verstehen. Er bestelle gern mit extra viel Knoblauch; nur vergorene Milchprodukte, für die ich offenbar eine Vorliebe hege, könne er nicht ausstehen.

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    Zwischen klassisch und kitschig: Der Gastraum des Kien-Du-Kiang-Thong in der Kaiser-Friedrich-Straße Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung

    Dass ich so gerne vergorene Milchprodukte esse, war mir bisher gar nicht bewusst. Ich mag jedoch Fermentiertes; ein Treffen konnte nur interessant werden. Eine gute Woche später fuhr ich also ins Kien-Du nach Charlottenburg. An diesem Tag war es selbst um 18.30 Uhr noch 36 Grad warm – Bernd Westermann kam trotzdem direkt aus der Sauna, weil es sein „Saunatag“ war. Wir waren also beide ordentlich verschwitzt.

    Das Kien-Du heißt in voller Länge Kien-Du-Kiang-Thong: Eine Deutsche namens Trixiy hat dieses Thai-Restaurant 1973 zusammen mit ihrem Mann Dju Prabhawat eröffnet, damals war es der erste Thai in West-Berlin, so viel hatte ich schon vorher gelesen.
    Eine charmante Zeitreise

    Trixiy, die Wirtin, gibt es noch immer. Sie ist nun geschätzte 70 Jahre alt, Bernd Westermann isst dreimal die Woche bei ihr. Immer sitzt er am selben Tisch am Fenster, wo er mir jetzt den besten Platz auf der roten Polsterbank überlässt. Ungefragt wird ihm Weißwein eingeschenkt, ich will bloß Wasser.

    Der Laden ist eine charmante Zeitreise, wie man sie nur im alten Westen finden kann: Den Tisch zieren zu Lotusblüten gefaltete Servietten, die Dielen mit heruntergelaufenen Teppichen knarzen bei jedem Schritt, das Mobiliar muss das von der Eröffnung vor über 50 Jahren sein.

    Westermann wohnt nicht weit, erfahre ich. Sogleich bekomme ich einen Abriss seiner Biografie: In Brandenburg aufgewachsen, hat er zu DDR-Zeiten Volkswirtschaft, später Sozialwissenschaften studiert. Er hat in Karlshorst, Marzahn, Lichtenberg und Hohenschönhausen gewohnt und lange in der Drogenberatung gearbeitet. Vor 23 Jahren zog er dann nach Charlottenburg. Seitdem sei er in den Stadtteil „verliebt“.

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    Junges Gemüse: Mit einem Papayasalat macht man wenig falschTina Hüttl

    Trixiy würde gerne unsere Bestellung aufnehmen, Bernd Westermann fährt jedoch ohne Pause fort: Als Rentner habe er nun jede Menge Zeit für „Seniorenprojekte“ wie seinen Verein „Charlottenburger Spitze“. Jede Gastronomin und jeder Genießer könne bei ihm Mitglied werden, auch wenn sie nicht in Charlottenburg leben. Und das solle ich auch bitteschön so schreiben!

    Auch scheue er im Gegensatz zu mir Superlative nicht: Gastronomisch seien hier nur „die besten der Stadt“ versammelt. Unter seinen Mitglieder-Gastronomen könne ich auf der Vereinswebseite etwa einen Libanesen, einen Chinesen, einen Vietnamesen und einen Nepalesen finden, abwechselnd gehe er bei ihnen essen. Denn den eigenen Herd benutze er seit Jahren nicht mehr, obwohl er eigentlich gut kochen könne.

    Trixiy guckt mit ihrem Block noch einmal vorbei, doch Bernd Westermann spricht jetzt über die Idee für den Verein. Die sei ihm nämlich hier im Kien-Du gekommen, auch wenn das Restaurant selbst kein Mitglied sei, weil Trixiy keine Werbung möchte. So angesprochen, mischt sich die Wirtin nun doch ein; sie bittet mich, nicht über das Kien-Du zu schreiben.
    Der Profi bestellt für beide

    In der Küche arbeiteten abwechselnd zwei Thai-Frauen, den Gastraum schmeiße sie jedoch alleine. Außer ihren Stammgästen könne sie daher nicht viel mehr Gäste verkraften. Als sie meine Enttäuschung sieht, hat sie wohl Mitleid: Wir einigen uns darauf, ich solle zumindest schreiben, dass neue Gäste ihr einen möglichst langen Vorlauf bei der Reservierung geben sollten.

    Auf der Karte, die die ganze Zeit vor mir liegt, sehe ich über 50 durchnummerierte Gerichte. Trotzdem hat Bernd Westermann eine Lieblingskombi, die nicht darauf steht, und die Trixiy für ihn mit „hüa pad tua fag yao“ ins Thailändische übersetzt hat. Es bedeutet so viel wie „gebratenes Rindfleisch mit grünen Bohnen“, lerne ich. Selbstverständlich überlasse ich Bernd Westermann auch die Bestellung für mich, weil er hier der Profi ist.

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    Vegetarischen Frühlingsrollen - laut Westermann ein MussTina Hüttl

    Es wird: Bopia, Nummer 9 – die vegetarischen Frühlingsrollen –, seien ein Muss. Ebenso Nummer 2, Gaeng Kha Gai, die Hühnersuppe mit Kokosmilch. Trixiy schafft es, vermutlich weil ich dabei bin, ihm Nummer 8, den grünen Papayasalat aufzuschwatzen. Westermann hat ihn noch nie probiert. Er esse immer das Gleiche, sagt er, auch wenn er sich grundsätzlich als experimentierfreudig bezeichne.

    Die Hauptspeisen sind wieder klar: Er kriegt sein gebratenes Rindfleisch mit Bohnen, ich die Nummer 27, knusprige Ente mit frischem Ingwer und Zitronenstangen, wie es auf der Karte heißt. Die isst Bernd Wassermann nämlich alternativ gern.

    Wie entspannt Essengehen ist, wenn ich nicht in Verantwortung bin, hatte ich fast vergessen. Deswegen liegt mir jetzt auch jegliche Kritik völlig fern: Der Vereinsvorsitzende ist begeistert, wie knusprig mal wieder die mit Glasnudeln und Karotten gefüllten Frühlingsröllchen sind. Sie werden hier selbst gemacht, klassisch mit süß-saurer Chilisauce aus der Flasche serviert.

    Von der nur mild geschärften Kokossuppe will er heute nicht probieren. Sie sei konstant gut, weiß er. Der Papayasalat überrascht ihn, weil er so frisch schmecke. Neben der roh geraspelten Papaya befinden sich Karotten, Tomaten, Garnelen, etwas Minzblätter und knackige grüne Bohnen darin, über die sich Bernd Westermann besonders freut. Trixiy ist stolz, ihm etwas Neues gezeigt zu haben.

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    Hühnersuppe mit KokosmilchTina Hüttl

    Westermann isst mit Genuss und erzählt mir dabei von seinem neuesten Projekt. Er will ein Buch mit „Charlottenburger Häuserfassaden“ rausbringen, eine Mischung aus Bildband und Architekturführer. Ich höre zu, esse und finde es ganz hinreißend, wie gut alle ihren Job machen: Bernd Westermann, der sich, seine Projekte und die Küche anpreist, Trixiy, die ganz nach alter Schule serviert, gewissenhaft das Teelicht im Rechaud anzündet, um unsere Hauptgerichte mit Ente und Rind daraufzustellen. Den Reis bringt sie einmal Natur, einmal weiß. Alles hat hier seine Zeit, seinen Platz und seine Ordnung. Wo bitteschön kann man so etwas heute noch erleben?

    Nun muss nur noch ich meinen Job erledigen und Sie darauf hinweisen: Bitte reservieren Sie im Kien-Du mit ausreichend Vorlauf! Auch müssen Sie Bargeld mitnehmen, weil Kartenzahlung hier nicht vorgesehen ist. Falls die Reservierung aus irgendeinem Grund nicht klappt, keine Sorge. Bernd Westermann hat einen weiteren Tipp: Das Thakali, den besten Nepalesen der Stadt. Der ist Mitglied in der „Charlottenburger Spitze“. Doch müssen Sie dafür nicht mal bis Charlottenburg fahren. Das Restaurant liegt im Prenzlauer Berg.

    Preise: Vorspeisen und Zwischengerichte 5–14 Euro, Feuertöpfe 12–19,50 Euro, Hauptspeisen 16–19,50 Euro, Süßes 6,50–8 Euro

    Kien-Du-Kiang-Thong. Kaiser-Friedrich-Straße 89, 10585 Berlin Mi–So 17–22 Uhr. www.kien-du.de

    Der Club von Bernd Westermann: www.charlottenburger-spitze.de

    Kien-Du-Kiang-Thong
    https://www.openstreetmap.org/node/923960392#map=17/52.514912/13.301053

    OSM Eintrag von Charlottenburg: Barzahlungsverweigere, Korrekturen 2024 von EBSerKartler

    addr:city Berlin
    addr:country DE
    addr:housenumber 89
    addr:postcode 10585
    addr:street Kaiser-Friedrich-Straße
    addr:suburb Charlottenburg
    amenity restaurant
    check_date 2023-09-08
    cuisine asian
    level 0
    name Kien-Du-Kiang-Thong
    opening_hours We-Su 17:00-23:00+
    wheelchair no

    #Berlin #Charlottenburg #Kaiser-Friedrich-Straße #Gastronomie #Westberlin

  • Generationswechsel mit Feingefühl: So sichert sich die Eckkneipe Willy Bresch ihre Zukunft
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/ick-fuehl-mich-hier-sehr-wohl-junger-wirt-hat-eckkneipe-willy-bresc

    So hinfinden:
    https://www.openstreetmap.org/node/1116757961

    Danzuger/Greifswalder

    9.8.2025 von Alexander Reich - Der neue Betreiber der Eckkneipe Willy Bresch in Prenzlauer Berg ist gerade mal 23 Jahre alt. Er weiß, wie sich Stammkundschaft und ein junges Publikum vereinen lassen.

    „Lebst ja noch“, stellt Petra Gutt (65) hinter dem Tresen des Willy Bresch fest, als ein älterer Gast hereinkommt. „Hundert Jahre nich jesehn!“ Aufrichtige Wiedersehensfreude, in der auch ein kleiner Vorwurf mitschwingt. Seit 20 Jahren steht Gutt hier hinter dem Tresen. Sie ist „jebürtig Prenzlauer Berg“, sagt sie. „Hier jabs keene Jeburtsklinik, ick bin zu Hause jeboren.“ Zeit ihres Lebens habe sie „nie woanders jewohnt oder jearbeitet“ als in ihrem Stadtteil. Deutschlandweit sterben die Kneipen, aber das Willy Bresch in Prenzlauer Berg wird überleben – mit seinem Schultheiss-Leuchtkasten im Fenster, den Karodecken auf den Tischen und dieser ruppigen Herzlichkeit, für die Berlin lange bekannt war.

    Früher hat jede Kneipe hier so ausgesehen. Inzwischen ist das Willy Bresch an der Greifswalder Ecke Danziger Straße ein Unikat. Die Gardinen wirken vom Rauch leicht angegilbt – wenn sie es nicht sind, denkt man das Gelb automatisch hinzu. Draußen an der vielbefahrenen Kreuzung sind mit Kreide die Schnäpse an zwei Tafeln geschrieben.

    „Hier jibts keene Haken, jedenfalls nich am Tresen“

    Dass dieses Lokal sich bis heute halten konnte, wäre aufregend genug. Nun aber hat es ein junger Ost-Berliner übernommen. Er hat kaum etwas verändert und wird den Laden wohl noch mindestens 20 Jahre lang weiterführen. Kaum zu fassen.

    Petra Gutt zapft das Bier für den lange Verschollenen, als ein Gast seine Jacke beim Barhocker aufhängen will. „Hier jibts keene Haken, jedenfalls nich am Tresen“, ruft Gutt ihm zu, und deutet mit dem Kopf in Richtung der Garderobe bei den Spielautomaten. Etwas bedröppelt legt der Neue dort ab.

    Darüber, wie oft hier Gäste reinkommen, die nie zuvor drin waren, gehen die Meinungen am Tresen auseinander. Jörg Meier (61) ist ein-, zweimal die Woche hier. Neuerdings kämen auch „junge Spanier und japanische Reisegruppen“, sagt er, weil „das Ganze im Internet leider schon bekannt geworden ist“.

    Den Anteil der „Urberliner“ unter den Gästen schätzt er auf ein Drittel. Er selbst habe ein „Urberliner Herz“, nämlich „immer ne große Fresse gehabt“. Ursprünglich kommt er allerdings aus Mainz, wie er kleinlaut zugibt. Mittelgroßes Oha in der kleinen Runde. Das wussten sie noch nicht.

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    Gastraum im Willy Bresch. Vor den Setzkasten wird bei Bedarf eine Leinwand gezogen.Anne Schönharting

    Zu Softrockklängen aus den 80ern betritt der neue Betreiber die Kneipe: Tim Brandenburger (23). Ein taktvoller Typ in einem robusten Arbeitsanzug. Große Augen, glänzende Haartolle, warmes Lächeln. Er steht hier die meiste Zeit hinter dem Tresen, hat also auch den besten Überblick über das Publikum. „Bestimmt 95 Prozent aller Gesichter sehe ich Minimum einmal im Monat“, sagt er. „Und bei den Touristen ist meistens einer dabei, den ich schon kenne – der zeigt dann Leuten seine Eckkneipe.“

    Brandenburger holt einen Hammer aus einem Werkzeugkasten und öffnet die Tür nach draußen. Beim Flügel, der nicht schwingt, klemmt ein Riegel. Als die Tür offen steht, übernimmt er am Tresen von Petra Gutt. Ihre Schicht ist nach ein, zwei Stunden schon wieder vorbei. Vorher hat sie den Laden geputzt.

    Sollte die „Apfelkorn-Gang“ auftauchen, läge noch eine Flasche „im Bunker“, teilt sie bei der Übergabe mit. „Die drei von der Tankstelle“ kämen bestimmt auch wieder. Dann setzt sich Gutt auf der anderen Seite des Tresens auf einen Barhocker, zündet eine Zigarette aus Polen an und bekommt vom Chef ein Feierabendbier serviert. Kleines Berliner Pilsner mit Eiswürfeln. Wie immer.

    Zu seiner Kneipe kam Brandenburger wie die Jungfrau zum Kind. Er ist um die Ecke am Bahnhof Schönhauser Allee aufgewachsen. Seine Eltern zogen in den 90ern aus Sachsen-Anhalt her: „Vater Fliesenleger, Mutter gelernte Eisenbahnerin.“

    Nach dem Abi begann Tim Brandenburger ein Physikstudium. Da war er noch ein typischer Vertreter seiner „Generation Späti“, die auf Fassbier nichts gibt. In den „Kneipenkosmos“, wie er es nennt, ist er über einen Studentenjob geraten. In einem Altberliner Restaurant die Danziger hoch: Zum Schusterjungen.

    Ein Jahr lang hat er dort Kartoffeln geschält und Teller gespült, gern angepackt und beim Fassbier nach der Schicht die Kollegen ins Herz geschlossen. Also fragte er den Chef, ob er eine Kochlehre machen könne. „Sonst hau ick in den Sack, um wieder richtig zu studieren.“

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    Willy Bresch von außen. Lange stand der Name nur als Blechschild über der SchwingtürAnne Schönharting

    Brandenburger ist im Schusterjungen auch am Tresen ausgebildet worden, hat Gastro von der Pike auf gelernt. Darum schafft er im Willy Bresch zur Not auch mal einen Abend alleine, an dem alle Plätze besetzt sind: 80 drinnen und 40 draußen. Ein Knochenjob, der Präzision verlangt. Beim Zapfen, Austragen, Kassieren.

    Über den Schusterjungen ist Brandenburger auch zu seiner Kneipe gekommen. Sein dortiger Chef hat ihn mit dem langjährigen Betreiber des Willy Bresch zusammengebracht, der einen Nachfolger suchte. „Das war der Enkel von Willy Bresch“, erklärt der junge Ost-Berliner Wirt.

    Mit Blick auf den Thälmannpark schräg über die Kreuzung könnte man meinen, Willy Bresch sei ein Widerstandskämpfer gewesen. Bresch war aber ein Wirt, der seiner Kneipe in der DDR zu einem guten Ruf verhalf. Als er das Lokal 1966 übernahm, war sein Name nur auf einem kleinen Blechschild über der Schwingtür zu lesen.

    „Und dann sitz ick hier n bisschen und jeh wieder nach Hause“

    Wenige Jahre später kam die Dame, die in diesem Moment bei Tim Brandenburger ein kleines Berliner Pilsner bestellt, nicht vorbei an dem Laden. „Bresch war damals die bekannte Ecke“, sagt Ilona Aulich (80) über die DDR-Zeit. „Nette Gäste“, hat sie in Erinnerung. Getrunken wurden „Pils und Korn“. Sie nahm dazu gern „Kartoffelsalat mit Knacker“.

    Zwei Männer hat Aulich überlebt. Mit beiden war sie oft hier. „Nich, dass wir uns hier verabredet hätten oder so, einfach wenn wir Lust hatten und Laune. Wir waren och keene so ne großen Quatschmäuler oder sowas.“

    Auf die Frage, was sich hier seitdem verändert habe, guckt sie sich eine Weile um. „Nüscht“, ist das Ergebnis. Höchstens, dass früher „so kleene Bierkrüge“ auf dem Tresenschrank standen. Wo heute eine Sammlung aus der Mode gekommener Gläser ist. Aulich strahlt. „Also ick muss sagen: Ick fühl mich hier sehr wohl, deswegen jeh ick ja och noch alleine hier her.“

    Zwei-, dreimal im Monat trinkt sie ein kleines Berliner. Sie hat die drei Euro schon auf den Tisch gelegt. „Und dann sitz ick hier n bisschen, und dann kiek ick n bisschen, und dann jeh ick wieder nach Hause.“ Dass es mit der Kneipe weitergeht, freut auch sie. „Wär ja schlimm, wenn die jetzt noch vor mir zumachen würde!“ sagt Aulich und bricht in herzliches Lachen aus.

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    Ilona Aulich hat zwei Männer überlebt, mit beiden war sie oft hier.Anne Schönharting

    Im Februar hat Tim Brandenburger das Vermächtnis der Familie Bresch übernommen. Dem Enkel war es nach mehr als 40 Jahren hinter dem Tresen wichtig, dass möglichst viel davon erhalten bleibt. Das Kniffligste war der Gewerbemietvertrag. Breschs Enkel hat seinen erst gekündigt, als der neue unterschrieben war.

    Die Miete wurde auf dem Niveau der „Prenzlbergpreise für den Quadratmeter“ noch einmal „leicht erhöht“, sagt Tim Brandenburger. Wichtig war ihm die Frist. 20 Jahre wurden mit dem Vermieter ausgehandelt. Alle fünf Jahre steigt die Miete um fünf Prozent, es gibt keine Inflationsklausel.

    Der glückliche Wirt weiß also heute schon, wieviel Miete er 2045 zahlen wird. Und nicht mal die Heizkostenabrechnung macht ihm Sorgen. Er hat drei Wunderdinger an der Wand. Gamat-Heizkörper aus der DDR mit einem Wirkungsgrad von „gefühlt 100 Prozent. Wenn die im Winter auf 2 sind, ist hier Affenhitze“, sagt er. „Bei 3 oder 4 kannst du die 20 Meter drumrum fast nicht mehr sitzen.“

    Auf den ersten Blick hat Brandenburger in seinem ersten halben Jahr nichts verändert. Erst allmählich fällt auf, dass es nicht mehr drei Fassbiere gibt, sondern acht. Die Zapfanlage ist die alte, mit ihren acht Hähnen gibt sie das her. Aber heute kommt aus jedem ein anderes Bier.
    Anpassungen mit Feingefühl – damit sich alle wohlfühlen

    Die Preise der ursprünglichen Biere – Schultheiss, Hohenthanner und Berliner – sind gleichgeblieben. Auch die neuen Sorten bewegen sich in dem Preissegment. Wie früher stehen die Preise in Handschrift auf gelber Pappe an der Wand. Tim Brandenburger begrüßt den ersten von den dreien von der Tankstelle: Peter Lemke (84) hat lange Hohenthanner getrunken. Das hatte Tradition bei Breschs. Nun ist Lemke auf Urquell umgestiegen, eines der fünf neuen Biere. Beim Umsatz liegt es mit Schultheiss an der Spitze.

    Bei Union-Spielen geht heute Berliner am besten weg. Im Willy Bresch wird auch Fußball übertragen. Die Leinwand wird vor einen Setzkasten mit Bierkrügen gezogen. Für Sky und DAZN zahlt Brandenburger einen vierstelligen Betrag. „Weil es den Sonntag ein bisschen glattbügelt“, sagt er. „Das ist der einzige Grund.“

    Die Getränkekarte hat er behutsam überarbeitet. Kaum etwas runtergenommen, vieles hinzugefügt, einige Schnäpse, wenige Longdrinks und Weine – gut überlegte Entscheidungen. Es gibt nun Helles, Hefe und Schwarzbier vom Fass, einen der besten Mexikaner der Stadt und neulich wurde eine Kiste Grauburgunder an einem Abend geleert. Da war er froh, dass er eine zweite bestellt hatte.

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    Petra Gutt hat noch vier Monate bis zur Rente. Sie will weiterarbeiten.Anne Schönharting

    Auch wenn zum Publikum mittlerweile jüngere Gäste zählen, hat Brandenburger in der Kneipe selbst nichts angefasst. Nicht mal einen Aufkleber mit blödem Spruch hat er vom Tresen gekratzt. Das Oldie-Gedudel ist das alte. Und wenn die Hälfte der Gäste jetzt nicht mehr raucht – er lässt es bei der Erlaubnis, solange die Ämter noch eine ausstellen.

    Jeden Tag sind in der Spitze mindestens 60, 70 Leute gleichzeitig in der Kneipe, sagt er im nächsten ruhigen Moment am Tresen. Diese Spitzen können auch seine beiden Vollzeitangestellten, eine 21-Jährige und ein 34-Jähriger, alleine gut bewältigen. Auch sie sind exzellent ausgebildet.

    Brandenburger hat die Übernahme der Kneipe nicht bereut, weil er vorher wusste: „Man muss sich halt mit so nem Laden verheiraten.“ Irgendwas ist immer. „Ein Rohr ist kaputt, ein Biermensch will was, ein Steuerberatermensch braucht was, jemand ist krank …“ Er hat viel um die Ohren, wird aber nicht jammern oder meckern.
    Freundlichkeit und Service statt Berliner Schnauze

    Tim Brandenburger lässt, anders als der Urberliner Wirt, keine Laune raushängen. Freundlichkeit und Service, auch das haben sie ihm im Schusterjungen beigebracht. Die schnoddrige Art von Petra Gutt liegt ihm weniger. Aber er macht ihr noch ein Kleines. Wieder mit Eis. Sehr aufmerksam.

    Service wurde bei Bresch immer groß geschrieben, ergänzt die 65-Jährige. „Dit war die einzige Kneipe in Ost-Berlin, die funktioniert hat.“ Auch darum hat sie hier beim Enkel angefangen – nach 25 Jahren als „gelernter Fleischer“. Kurze Pause. „Fleischerin, sagt man ja heute.“

    An vier Tagen in der Woche putzt sie zwei Stunden den Laden durch. Am anstrengendsten sei das Wischen. „Spätschicht stuhlt hoch“, sagt Gutt, „und dann ick hier …“ – sie macht vor, wie sie den Schankraum bohnert. Anschließend steht sie dann noch ein, zwei Stunden am Tresen.

    Ein Minijob.

    Vier Monate hat Gutt noch bis zur Rente, aber sie wird erst mal bleiben. „Nüscht machen is mir Scheiße“, sagt sie. „Dit is mir nich jut.“

    #Danziger_Straße #Prenzlauer_Berg #Gastronomie #Kneipe #Bier

  • Sommer, Sonne, Sundowner: Draußen mit einem Drink - diese 5 Berliner Bars machen’s möglich
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/sommer-sonne-sundowner-draussen-mit-einem-drink-diese-5-berliner-ba

    Tja, wenn’s sein muss ...

    8.8.2025 Maxima Tribull - Ob über den Dächern der Stadt oder in einem idyllischen Innenhof – diese Bars laden dazu ein, den lauen Abend unter freiem Himmel zu verbringen.

    Wenn die Sonne langsam hinter den Dächern verschwindet, die Luft noch warm ist und der Abend gerade erst so richtig anfängt, gibt es kaum etwas Schöneres, als draußen zu sitzen – in guter Gesellschaft, mit einem kühlen Drink in der Hand. Ob mit weitem Blick über die Stadt und ihre Wahrzeichen oder versteckt im üppig begrünten Innenhof: In Berlin gibt es besonders viele, besonders unterschiedliche Bars unter freiem Himmel.

    Mal elegant und luxuriös, dann wieder lässig und gemütlich – wir haben eine Auswahl an Adressen zusammengestellt, an denen Sie besonders gut einen lauen Sommerabend genießen können.

    1. Orangerie Neukölln: Ganz wie im Filmklassiker

    Bodentiefe Rundbogenfenster, eine Fassade voll Efeu und der Blick, der über die steinerne Balustrade auf den herrlich grünen Körnerpark fällt – die Orangerie Neukölln ist wie ein Sommerabend aus einem alten Film. Unter weißen Sonnenschirmen kann man hier ganz entspannt einen warmen Tag ausklingen lassen, zwischen Vogelgezwitscher und dem Klirren gut gekühlter Gläser.

    Auf der Karte steht eine Auswahl an klassischen und Naturweinen sowie an Spritz-Variationen – von Limoncello über Rhabarber bis Pfirsich-Rosé. Hinzu kommen Drinks wie Paloma, Negroni oder ein Early-Grey-infused Vodka-Tonic. Für den Appetit gibt es kleinere Snacks wie einen Antipasti-Teller in Variationen, dazu wird eine hausgemachte Zitronenfocaccia gereicht.

    Orangerie Neukölln. Schierker Straße 8, 12051 Berlin. Di–Do 11–0 Uhr, Fr und Sa 11–2 Uhr, So 11–21 Uhr. www.orangerie-nk.de

    2. The Rooftop Terrace vom Hotel de Rome: Kurz mal innehalten

    Schwarz-weiß gestreifte Polster, dezente Eleganz und ein Ausblick, der selbst alteingesessene Berlinerinnen und Berliner für einen Moment innehalten lässt: Eines der schönsten Panoramen der Stadt bietet die Rooftop Terrace des Hotel de Rome. Direkt zu Füßen liegt der Bebelplatz – die Gäste haben von der Dachterrasse aus den perfekten Blick auf die Staatsoper Unter den Linden und die grüne Kuppel der Kirche Sankt Hedwig. Etwas weiter entfernt ragen der Berliner Dom und der Fernsehturm in den Himmel.

    Ob ein Glas Champagner oder der Signature-Cocktail – hier kann der Abend in stilvoller Leichtigkeit beginnen oder auch ausklingen. Dazu können Antipasti, leichte Salate oder Pizza aus dem Holzofen bestellt werden. Ein schöner Ort, der sich nicht nur räumlich vom Trubel der Stadt abhebt.

    The Rooftop Terrace at Hotel de Rome. Behrenstraße 37, 10117 Berlin. Mo–Fr 14–21 Uhr, Sa und So 13–21 Uhr. www.roccofortehotels.com

    3. Kink Bar: Der Friede sei mit euch

    Auf dem Pfefferberg in Prenzlauer Berg liegt der idyllische Außenbereich der Kink Bar – ein charmanter Innenhof mit hohen Bäumen, Holztischen und -stühlen, dazu Laternen, die über den Köpfen aufgespannt für warmes, gemütliches Licht am Abend sorgen. Zwar verführt auch das stilvoll-lässige Interieur des Lokals, aber an den wenigen Tagen, an denen sich Berlin dieses Jahr so richtig sommerlich zeigt, wäre es ein Fehler, den Platz drinnen dem unter freiem Himmel vorzuziehen.

    Das Angebot folgt dem Motto „Ohne Basics, keine Verrücktheiten“ – hier werden die Klassiker jeder Cocktailkarte neu interpretiert und weitergedacht. Etwa mit dem Celery Gimlet mit Apfel-Sellerie-Likör oder dem Shiso Paloma mit Grapefruit. Die friedlich gelassene Atmosphäre lädt dazu ein, sich einmal durchzuprobieren.

    KINK Bar & Restaurant. Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin. Fr–Mi 18–1 Uhr. www.kink-berlin.de

    4. Bar Clara im Fotografiska: Die Kunst des Trinkens

    Über den Dächern von Mitte befindet sich die Bar Clara – in der Dachkuppel des Fotografiska Berlin. Das Museum für zeitgenössische Fotografie, Kunst und Kultur beherbergt neben temporären Ausstellungen auch das Restaurant Verōnika – und eben auch besagte Rooftop-Bar. Von hier aus reicht der Blick über die Oranienburger Straße bis zur goldenen Kuppel der Neuen Synagoge, die im Abendlicht eindrucksvoll aufleuchtet.

    Regelmäßig wechselnde Drinks, inspiriert von der künstlerischen Energie des Hauses, bringen Bewegung in die Karte. Doch auch die regulären Cocktails stehen den neuen Kreationen in nichts nach: Der Not Approved kombiniert Tequila, mexikanischen Maislikör, Orangenkonfitüre und Jalapeños, der Nicki Minaj überzeugt mit einer Kombination aus Vodka, Passionsfrucht, Vanillelikör und Champagner.

    Bar Clara. Oranienburger Straße 56, 10117 Berlin. Di–Do 17–1 Uhr, Fr und Sa 17–2 Uhr. www.barclara.fotografiska.com

    5. Grace Rooftop & Garden: Gemütlich, but make it glamourous

    Hoch über dem Kudamm, auf dem Dach des Fünf-Sterne-Hotels Zoo, liegt das Grace Rooftop & Garden – eine grüne Oase mit 270-Grad-Blick über den Berliner Westen. Rundum verglast und üppig bepflanzt, erinnert die Dachterrasse fast schon ein wenig an den Garten guter Freunde – nur mit etwas mehr Glamour. In den bequemen Loungemöbeln lässt sich hier der Sonnenuntergang stilvoll mit einem Cocktail oder einem Glas Champagner in der Hand genießen.

    Grace Rooftop & Garden. Kurfürstendamm 25, 10719 Berlin. Di–Do 19–23 Uhr, Fr und Sa 18–0 Uhr. www.grace-restaurant.de/rooftop/

    #Berlin #Gastronomie #open_air #Bar

  • Plötzlich geschlossen, plötzlich wieder da: Kultlokal Ali Baba in Charlottenburg ist zurück
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/ali-baba-charlottenburg-wiedereroeffnung-li.2345258

    Vio wegen „Kult“ - die Zeiten in denen wir zur Mittagspause zwischen null und ein Uhr früh die Autos in zweiter Reihe vor den Laden an der Niebuhr stellten sind vierzig Jahre her.. Minipizza für ne Mark ist auch nicht mehr, also was soll das, ob die Kaschemme dicht ist oder nicht, geht einem am.Allerwertesten vorbei. Das Geschäft ist hart, keine Zeit für Nostalgie, schon garnicht zu den Preisen.

    29.7.2025 von Manuel Almeida Vergara - Nach 52 Jahren hatte das Restaurant Mitte 2024 unvermittelt geschlossen. Nun ist der Laden, der für seine Mini-Pizzen bekannt ist, wieder da.

    Auch wenn sie aktuell eine glückliche Wendung nimmt – die Geschichte um Ali Baba in Charlottenburg bleibt mysteriös. Am 1. Juli des vergangenen Jahres hatte der Kultimbiss unvermittelt geschlossen, nach beeindruckenden 52 Jahren, warum weiß man bis heute nicht. Während andere Berliner Gastronomen die Schließungen ihrer Lokale zuletzt etwa mit steigenden Kosten oder Personalmangel begründet hatten, hüllte man sich bei Ali Baba in Schweigen.

    Auf Instagram lassen sich noch heute Trauerbekundungen finden. „Ein Teil der Kindheit verschwindet – Geschmäcker, die ich nie wieder erleben kann“, schreibt ein User; mit einem weinenden Emoji reagiert eine andere. Auch, dass Gastro-Stars wie The Duc Ngo, der eine heiße Ali-Baba-Pizza abfilmte, oder der Partyveranstalter Tom Jahberg Fans des Imbisses waren, ist auf Instagram zu sehen.

    Und auch wenn es bis heute keine weiteren Details zu den damaligen Gründen der Geschäftsaufgabe in der Bleibtreustraße 45 gibt, erwartet die Stammgäste nun eine freudige Botschaft: Ali Baba ist zurück! Rund ein Jahr nach der plötzlichen Schließung hat das Kultlokal seine Türen wieder geöffnet, unverändert, zumindest fast.

    Wie aus dem Impressum der Restaurant-Webseite hervorgeht, gibt es mit Ayhan Yuvanc einen neuen Geschäftsführer. „Liebe Gäste, wir haben seit dem 11. Juli wieder für Sie geöffnet!“, lässt er über die Seite wissen, „wir freuen uns sehr, Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen und danken Ihnen für Ihre Treue.“ In einem offenbar leicht veralteten Text weiter unten heißt es: „Seit über 45 Jahren findet man im Ali Baba alles, was das Pizza- und Pasta-Herz begehrt!“

    Beliebt bei den vielen Stammgästen sind vor allem die Mini-Pizzen, die zuletzt für 1,50 Euro das Stück und neuerdings für 2,50 Euro verkauft werden. Abgesehen davon sieht auch die Speisekarte ein bisschen anders aus, vor allem mehr vegetarische Gerichte wie Rouladen aus frischer Roter Beete oder Ravioli mit Steinpilzfüllung sind hinzugekommen.

    Restaurant Pizzeria Ali Baba. Bleibtreustraße 45, 10623 Berlin. So–Do 11–23 Uhr, Fr–Sa 11–0 Uhr. www.alibaba-berlin.de

    #Berlin #Charlottenburg #Bleibtreustraße #Gastronomie #Pizza

  • Geheime Innenhöfe und blühende Gärten: Die besten Orte in Berlin zum Brunch
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/geheime-innenhoefe-und-bluehende-gaerten-die-besten-orte-in-berlin-

    Antrzen zum Abhängen !

    24.7.2025 von Maxima Tribull - Berlin kann laut und hektisch – aber auch still und idyllisch sein. Hier sind die fünf besten Cafés, um zur Ruhe zu kommen und das späte Frühstück zu genießen.

    Die Sommerferien haben begonnen, die Urlaubszeit bricht an: Endlich kann sich Berlin von seiner charmanten Seite zeigen. So zumindest die große Hoffnung, nachdem sich die Hauptstadt wochenlang in dicke Wolken gehüllt hat und von nicht enden wollenden Regenschauern geplagt wurde.

    Zum Glück verspricht der Wetterbericht jetzt den Sommer, nach dem wir uns alle in den vergangenen Wochen gesehnt haben. Da die Sonnenstrahlen jetzt besonders wertvoll sind, bietet es sich an, direkt morgens ein gemütliches Plätzchen im Freien zum Brunchen aufzusuchen. Wir haben eine Liste mit den fünf schönsten Cafés zusammengestellt, in denen man idyllisch draußen sitzen kann.

    1. Lotta Tagesbar :
    Kurzurlaub auf dem Land

    https://www.openstreetmap.org/node/12292436532#map=19/52.507898/13.297338

    Die Lotta Tagesbar ist einer dieser Orte, an denen die Zeit ein bisschen langsamer zu vergehen scheint. Aus dem minimalistisch eingerichteten Inneren mit cremefarbenen Vorhängen und Stühlen aus hellem Holz eröffnet sich durch die große Fensterfront der Blick nach draußen ins satte Grün: Ein hübsch angelegter, kleiner Garten mit verschiedenen Stauden und Gräsern – ein traumhaft schöner, verträumter Ort abseits der Großstadthektik.

    Die Speisekarte ist überschaubar, was besonders praktisch ist, da so an einem sonnigen Morgen der Fokus auf der einzigartigen Atmosphäre des Cafés in Charlottenburg liegt.

    Besonders zu empfehlen sind die frischen Waffeln mit Beeren und Buchweizen-Crunch oder das Sauerteigbrot von Wilmina Brot, der angrenzenden Handwerksbäckerei, mit einem cremigen Erbsen-Cashew-Mash, getoppt von eingelegten Radieschen, Kresse – wahlweise auch Ziegenfrischkäse oder Roter Bete als Extra.

    Lotta Tagesbar. Pestalozzistraße 56 (55A), 10627 Berlin . Mo–So 9–18 Uhr. Weitere Informationen unter www.lotta-berlin.com

    2. Gorilla :
    Großstadtidylle mitten in Schöneberg

    https://www.openstreetmap.org/node/7568815320

    An warmen Tagen füllen sich die Sitzplätze vor der Gorilla-Bäckerei in Schöneberg schnell – und das vollkommen zu Recht! Der Außenbereich des Lokals ist von einer flachen Holzbank eingefasst, von blühenden, weißen Hortensien umgeben und mit türkisfarbenen und grünen Tischen und Stühlen ausgestattet.

    Man sitzt zwischen der riesigen Fensterfront der Bäckerei und einer mit Graffiti beschmierten Mauer – und hat trotzdem irgendwie das Gefühl, in einer kleinen Oase gelandet zu sein.

    Neben einem wechselndem Frühstücks- und Mittagsangebot gibt es herzhafte Blätterteigteilchen und üppig belegte Stullen – aktuell wird unter anderem eine Variante mit Nektarinen, Ziegenkäse und Balsamico angeboten.

    Ansonsten ist Gorilla für herausragendes Brot bekannt – das so gut ist, dass sich nach jedem einzelnen Besuch noch eins für Zuhause mitgenommen wird. Für alle, die es gerne süß mögen, sind außerdem das Mandel- oder das großzügig mit Creme befüllte Pistaziencroissant zu empfehlen.

    Gorilla-Bäckerei. •Euref-Campus 1, 10Schöneberg* . Mo–So 8–18 Uhr. Weitere Informationen unter www.gorilla-baeckerei.de

    3. House of Small Wonder :
    Japanischer Brunch-Klassiker

    https://www.openstreetmap.org/node/9760627117

    An einem Sommertag in der Auguststraße: Durch ein kleines Fenster werden für die wenigen Tische vor dem roten Backsteingebäude plötzlich Teller nach draußen gereicht. Was auf den ersten Blick leicht zu übersehen ist, entpuppt sich als der Eingang zu einem der charmantesten Brunchlokale Berlins. Hinter dem unscheinbaren Äußeren verbirgt sich das House of Small Wonder, das weit mehr als die wenigen Plätze vor der Tür zu bieten hat.

    Das Lokal steht für Comfort Food mit japanischem Twist. Ein Konzept, das ursprünglich aus Williamsburg in New York stammt, seit 2014 aber auch in Berlin zu finden ist. Zunächst befand sich das Café und Restaurant ein paar Straßen weiter, seit 2021 ist es aber in der Auguststraße zu Hause – dort lässt es sich im Efeu-Innenhof besonders entspannt frühstücken.

    Die Speisekarte hebt sich vom gängigen Brunch-Angebot ab: Auf dem Menü stehen unter anderem ein Zucchini-Brot mit Avocado, Sprossen, Wakame, der japanischen Gewürzmischung Shichimi und pochierten Eiern sowie fluffige Ricotta-Grieß-Kuchen mit Crème Fraîche und hausgemachter Himbeermarmelade.

    House of Small Wonder. AuguststrBrunch-Klassiker Berlin. Mo–So 9–17 Uhr, 17.30–23 Uhr. Weitere Informationen unter www.houseofsmallwonder.de

    4. Father Carpenter :
    Der charmanteste Berliner Innenhof?

    https://www.openstreetmap.org/node/3868790052

    Den wohl schönsten Innenhof Berlins hat das Father Carpenter in Mitte, das im Kontrast zu dem Gewusel der Shops rund um den Hackeschen Markt ein bisschen Ruhe garantiert.

    Die kleinen, runden Marmortische sowie die geflochtenen Stühle im französischen Bistro-Stil verteilen sich rund um grüne Hecken, in deren Zentrum ein kleiner Brunnen leise vor sich hinplätschert. Blickt man nach oben, fallen die hohen Fassaden mit den in Backstein eingefassten, leicht abgerundeten Fenstern ins Auge. So ist der Außenbereich der ideale Rückzugsort, an dem man auch gerne eine zweite Runde Kaffee bestellt.

    Auf der Karte geht es neben Granola und French Toast vor allem herzhaft zur Sache: Wer beim Brunch nicht auf ein perfekt zubereitetes Ei verzichten möchte, hat hier die Wahl zwischen mehreren Shakshuka-Varianten, Çılbır – der türkischen Frühstückspezialität – oder den Eggs Royal, also Sauerteigbrot, das mit mit zwei pochierten Eiern, geräuchertem Lachs, cremiger Sauce Hollandaise und Kapern serviert wird.

    Father Carpenter. Münzstraße 21, 10178 Berlin . Mo–Fr 9–16 Uhr, Sa–So 10–17 Uhr. Weitere Informationen unter www.fathercarpenter.com

    5. Die Königliche Gartenakademie :
    Frühstück zwischen Zitrusbäumen

    Es mag wie die naheliegendste Empfehlung klingen, wenn vom Frühstücken im Grünen die Rede ist – und doch gerät sie bei all den hippen Brunch-Spots der Stadt schnell in Vergessenheit: Die Rede ist vom Café der Königlichen Gartenakademie. Dort lässt es sich entweder draußen oder in dem schönen gläsernen Gewächshaus herrlich frühstücken. Zwischen Zitruspflanzen und kleinen Palmen fühlt sich selbst ein schneller Besuch wie der perfekte Kurzurlaub an.

    Auf der Karte stehen liebevoll zusammengestellte Frühstücksteller für jeden Geschmack, unter anderem auch die Garten-Etagere zum Teilen mit Rührei, einer Brötchenauswahl, Wurst, Käse und Prosecco – also allem, was das Brunch-Herz begehrt. Wer noch nicht genug vom Grün hat, kann anschließend noch durch die hübsch angelegten Pflanzenverkaufsflächen schlendern oder macht einen kurzen Abstecher in den Botanischen Garten nebenan.

    Das Café in der Königlichen Gartenakademie. Altensteinstraße 15A, 14195 Berlin . Di–So 9.15–12 Uhr. Weitere Informationen unter www.dascafeindergartenakademie.de

    #Berlin #Gastronomie

  • Brand bei der Wilden Renate in Friedrichshain: Feuerwehr rettet Techno-Club
    https://www.berliner-zeitung.de/news/feuer-bei-club-wilde-renate-in-friedrichshain-garten-steht-in-flamm

    Ob da ein gewisser G. seine Finge im Spiel hatte ... ?

    19.6.2025 von Eva Maria Braungart. Morris Pudwell - In dem Friedrichshainer Club bricht in der Nacht ein Feuer aus, der Renate-Garten brennt vollständig aus. Die Feuerwehr ist stundenlang im Einsatz.

    Beim Club Zur wilden Renate in Friedrichshain ist in der Nacht zu Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Ersten Informationen vor Ort zufolge wurde die Berliner Feuerwehr gegen 2.10 Uhr in die Straße Alt-Stralau 70 alarmiert.

    Dort stand beim Eintreffen der Polizei und Feuerwehr bereits der gesamte Außenbereich des Renate-Garten in Flammen, darunter auch meterhohe Bäume. Die Feuerwehr konnte einen Übergriff der Flammen auf das Gebäude größtenteils verhindern, trotzdem entstanden Schäden an der Fassade des Clubs.

    Das eigentliche Gebäude des Clubs, ein altes mehrstöckiges Wohnhaus, war von dem Feuer nicht betroffen. Die Feuerwehr löschte den Brand, wie ein Sprecher sagte, 37 Feuerwehrleute waren dabei bis 8.30 Uhr im Einsatz. Menschen wurden nicht verletzt. Unklar war zunächst, ob das Feuer durch einen technischen Defekt, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung ausgebrochen war. Nach bisherigen Erkenntnissen könne eine Vorsatztat nicht ausgeschlossen werden.

    Trümmer liegen auf Gelände der Renate

    Am Morgen waren die Reste des abgebrannten Zauns und des Biergartens Renate-Garten vor dem großen Altbau zu sehen. Eine Ampel auf der Kreuzung war durch die Hitze beschädigt worden. Auf dem Gelände des Clubs lagen verkohlte Trümmer. Eine Holzhütte war ebenso abgebrannt wie ein Fotoautomat.

    Anwohner hörten offenbar erst Explosionen und sahen dann den Brand. Die Feuerwehr sicherte mehrere Gasbehälter und löschte diese ab. Die Feuerwehr hatte offenbar zunächst Probleme, auf das Gelände zu gelangen. Teile der Holzkonstruktion mussten mit Kettensägen geöffnet werden. Auf dem Gelände konnte erst nicht gelöscht werden, da Äste von Bäumen auf die Feuerwehrleute zu stürzen drohten.

    Die Wilde Renate gilt seit vielen Jahren als einer der beliebtesten Clubs im Berliner Nachtleben. Gefeiert wird vor allem an den Wochenenden in mehreren Etagen und vielen Zimmern des unsanierten Altbaus, der einmal ein Wohnhaus war. Der Club hatte angekündigt, Ende des Jahres schließen zu wollen. Für Anfang Juli wurde ein großer Ausverkauf von Einrichtungsgegenständen wie Möbeln, Dekoration und Kostümen im Internet angekündigt: „Bevor die Zeit für Veränderungen kommt, möchten wir die Liebe zu unserem Club teilen; einem Ort voller Geschichten, wilder Partys und unvergesslicher Momente. Lasst uns gemeinsam den Club leeren und alles feiern, was wir in diesem Raum geteilt haben.“

    #Berlin #Friedrichshain #Stralauer_Straße #Markgrafendamm #Nachtleben #Gastronomie #Spekulation #Immobilien

  • Tolle Küche, faire Preise: Die neuen Bib-Gourmand-Restaurants in Berlin und im Osten
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/tolle-kueche-faire-preise-die-neuen-bib-gourmand-restaurants-in-ber

    17.6.2025 von Anne Vorbringer - Neben den Michelin-Sternen vergeben die Inspektoren noch eine gleichermaßen begehrte Auszeichnung – das sind die neuen Bib-Gourmand-Adressen in unserer Region.

    Am heutigen Dienstag schlagen die Herzen einiger Köche und auch die vieler Gourmets höher: Der Guide Michelin vergibt am Abend seine Sterne 2025 an die besten Restaurants Deutschlands. Welche Häuser sich mit der Auszeichnung schmücken dürfen, zeigt sich bei der Verleihung in Frankfurt am Main.

    Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 340 Restaurants mit Michelin-Sternen. Zehn Lokale wurden mit der höchsten Auszeichnung dekoriert und dürfen sich mit drei Sternen schmücken. In Berlin hat diese höchsten Weihen nur eine Adresse geschafft: Marco Müllers Kochkunst im Rutz in der Chausseestraße überzeugte die Inspektorinnen und Inspektoren des neben dem Gault & Millau wichtigsten Gourmetführers vollends.

    Zur Begründung heißt es, Müllers Menü baue gekonnt einen Spannungsbogen auf, auf der Karte fänden sich tolle Produkte wie Wagyu-Rind aus Deutschland – „alles wirkt so mühelos und steckt dennoch voller Komplexität“. Eine Qualität, die ihren Preis hat. Das Inspirationsmenü kostet im Rutz 350 Euro, das etwas günstigere Berlin Size Menü liegt bei 240 Euro.

    Es gibt aber neben den Sternen und der Crème de la Crème der Kochkunst noch eine weitere Kategorie im Gourmetführer, die bei Foodies ebenfalls sehr beliebt ist. Der 1997 erstmals vergebene Bib Gourmand steht für das „beste Preis-Leistungs-Verhältnis“, kuratiert ebenfalls von den durchs Land tingelnden Testern.

    In diesem Jahr dürfen sich 15 neue Adressen über die Auszeichnung freuen, die mit einem hochwertigen und zugleich fair kalkulierten Angebot überzeugen konnten. Viele davon liegen erwartungsgemäß im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg. Aber eben auch nicht alle! Welche Adressen in Berlin und im Osten Deutschlands dabei sind, zeigen wir Ihnen hier.

    1. Mastan, Gneisenaustraße 67, Berlin-Kreuzberg

    „Was für eine charmante Adresse“, finden die Tester des Guide. Einladend sei schon das klassische Bistro-Flair im Mastan. In dem kleinen Restaurant in Kreuzberg werde eine „ganz klassische französische Bistro-Küche geboten – da spiegeln sich die Wurzeln des Patrons wider. Sehr angenehm die recht puristische und unkomplizierte Zubereitung“.

    Besonders geschmeckt haben den Inspektoren die Kalbszunge Sauce Charcutière und die Grenaille-Kartoffeln in Butter. Der herzliche, aufmerksame und geschulte Service trage zur angenehm lockeren und zugleich niveauvollen Atmosphäre bei. „Am Herd setzt der aus Südfrankreich stammende Yann Mastantuono seine Leidenschaft für französische Bistro-Küche um. Probieren sollten Sie unbedingt Kleinigkeiten aus der Charcuterie wie die Bauernterrine. Unkompliziert und gleichermaßen geschmackvoll sind aber auch Gambas-Tatar, Zitrusfrüchte und Bottarga.“ Weiterer Pluspunkt: die lauschige Terrasse.

    Unsere Gastrokritikerin Tina Hüttl hat der Besuch im Restaurant Mastan schon vor zwei Jahren überzeugt. Ein bisschen Montmartre-Feeling an der Gneisenaustraße: „Ich freue mich, dass das Mastan nicht wie anfangs vermutet nach einem Stern strebt. Im Gegenteil: Statt Fine Dining bekam ich die volle Wucht der südfranzösischen Landhausküche zu schmecken.“ Meisterschaft zeige sich heutzutage am besten an den einfachen Gerichten, so Hüttl. Preislich liegen die Hauptgerichte im Mastan zwischen 22 und 32 Euro, Vorspeisen beginnen bei zehn Euro.

    2. Remi, Torstraße 48, Berlin-Mitte

    „Hier kommt auf den Teller, was die Karte verspricht: eine ehrliche saisonale Küche. Man kann auch richtig gut und preisgünstig zu Mittag essen – da verwundern die vielen Gäste nicht“, schreiben die Michelin-Tester zum Restaurant Remi in der Torstraße.

    Das trendig-urbane Restaurant im Suhrkamp-Verlagshaus sei puristisch designt, die bodentiefen Fensterflächen sowie die offene mittige Küche das Herzstück. „Hier entstehen saisonale Gerichte, die angenehm klar und ohne unnötige Spielerei zubereitet sind. Wahre Wohlfühlgerichte sind die erdige Rote Bete mit geräucherter heimischer Forelle oder das geschmorte Wildschwein, nicht zu vergessen die hausgemachten Desserts. Im Sommer lockt die schöne Terrasse.“

    Das Zwei-Gänge-Lunch-Menü kostet im Remi 28 Euro, abends gibt es Hauptgänge zwischen 26 und 38 Euro. Das Chef’s Choice Menü zum Teilen kostet 65 Euro. Auch auf Plattformen wie Google oder OpenTable kommt das Restaurant sehr gut an. Rezensenten schwärmen von „grandiosen Speisen“ und schreiben: „Alles stimmt und ist perfekt aufeinander abgestimmt. Leider hat jeder Gang so dermaßen gut geschmeckt, dass wir diese kunstvollen Meisterwerke zerstören und bis auf den letzten Krümel verspeisen mussten. Die Köchinnen und Köche hier sind Meister ihres Fachs, denen man auch noch beim Zaubern zuschauen kann.“

    3. Wilde Klosterküche, Neuzelle, Landkreis Oder-Spree, Brandenburg

    Die brandenburgische Gemeinde Neuzelle kennen auch viele Hauptstädter als lohnendes Ausflugsziel. Das dortige Zisterzienserkloster aus dem 13. Jahrhundert lockt viele Besucher an, die historischen Stiftsgebäude mit barocken Fresken und wertvollen Stuckarbeiten sind immer eine Reise wert.

    In der Nähe des Klosters befindet sich das Restaurant Wilde Klosterküche, das bei Google auf sehr gute 4,7 Sterne kommt. Von einem Kleinod in Brandenburgs Süden spricht Besucherin Grit und schwärmt: „Als wir das erste Mal hier waren, konnten wir es kaum glauben, dass es so versteckt ein Restaurant auf Sterneniveau gibt.“

    Nun gab’s aber erst mal den Bib Gourmand für ein schickes, modern-legeres Ambiente mit einsehbarer Küche. „Hier wird angenehm unkompliziert und richtig geschmackvoll gekocht, dabei ist man sehr nachhaltig ausgerichtet. Bei der Wahl der Zutaten orientiert man sich an der Saison und bezieht die Produkte überwiegend aus einem 50-Kilometer-Radius“, so die Tester, denen die Rote Bete in verschiedenen Texturen, serviert mit Flocken von aromatischem Ziegenfrischkäse besonders gut geschmeckt hat.

    Es gibt ein Sechs-Gänge-Menü, mit Fleisch (79) oder vegetarisch (69 Euro), sowie Gerichte à la carte. Interessant: der Gin aus eigener Herstellung. Wer es danach nicht mehr nach Hause schaffen sollte, kann gleich im kleinen Klosterhotel übernachten. Praktisch!

    4. Weberstube, Schirgiswalde-Kirschau, Landkreis Bautzen, Sachsen

    Wie schön, dass es auch eine Adresse aus Sachsen in die Liste der neuen „Bibs“ geschafft hat. Und zwar die Weberstube in Schirgiswalde-Kirschau, eine Kleinstadt im Zentrum des Oberlausitzer Berglandes, die zum Landkreis Bautzen gehört. „Hier werden sehr gute, frische Produkte mit großer Sorgfalt und der richtigen Portion Feinheit zubereitet“, urteilen die Michelin-Tester, denen besonders das Schweinefilet im Speckmantel mit gebratenen Kräuterseitlingen, Bärlauch-Kartoffelpüree und Wildkräutern gefallen hat.

    Holztäfelung, Kachelofen, hübsche Deko, hier sitzen die Restaurantgäste in einer gemütlich-rustikalen Stube, die die Geschichte der Region spiegelt. Die Gegend um Kirschau war früher geprägt vom Handwerk der Leinenweber. Den Bezug zur Region merkt man auch bei der Wahl der Produkte, die man für die saisonal ausgerichtete Küche verwendet. Auf der Karte machen Spicy Beef Consommé, Gebratener Skrei mit Spargelragout oder Sächsische Eierplinsen mit Apfelmus Appetit. Oder lieber die Spezialität „Schuhmanns Currywurst“ in unterschiedlichen Schärfegraden?

    #Berlin #Gastronomie #Restaurant

  • We spent 24 hours in a Berlin Kneipe - The Berliner
    https://www.the-berliner.com/berlin/we-spent-24-hours-in-a-berlin-kneipe

    Rekordverdächtig. Wie schön, wenn man da immer nur für 20 Sekunden rein muss, um seinen Patienten zu checken.

    Was heute fehlt sind Orte wie Aschinger und Cafe Größenwahn vor hundert Jahren oder das noble Café Einstein in der Kurfürstenstraße (die Freßkneipe Ambrosius nebenan gibt es immer noch) und im Tero Mondo wird auch nicht mehr der Umsturz des Regimes in Athen vorbereitet. Ali Baba in der Bleibtreu ist auch weg, aber wer macht heute schon Mitternachtspause beim Italiener.

    26.5.2025 by The Berliner, Sophie Field, Ruth Weissmann, Lily Johnston, Ivona Alavanja, Jose Luis Amsler - As Berlin’s beloved Kneipen die out, we spent a full day at Bierbaum 2 to see exactly what happens when there’s no last call.

    The classic Berliner Kneipe is an endangered species these days. A year ago, German newspapers reported on the closure of one of Berlin’s longest-running cult Kneipen: Prenzlauer Berg’s Höher’s Eck, which had been around for 120 years, shuttered after the investment company who owned the property declined to renew their lease.

    In 2023, the owner of Neukölln’s beloved Kindl-Klause was forced by court order to hand over the keys to his century-old Kneipe – where “the walls [were] wood-paneled, and the oldest photo dates back to 1930” – after a long bureaucratic fight. Later that year, Mommsen-Eck in Charlottenburg, which had been serving beer since 1905, turned off its taps forever and became a coffee shop.

    There were once as many as 20,000 neighbourhood pubs in Berlin, but that number had dwindled to around just 500 by 2024, with even fewer of the round-the-clock bars still hanging on, according to a report from the Berlin Hotel and Restaurant Association (DEHOGA). In 1905, there was one Kneipe for every 157 Berliners; today, that’s fallen to one for every 4,000, and shrinking.

    So, in the spirit of documenting a beloved but dwindling culture, The Berliner spent a full 24 hours in one of Neukölln’s most notorious never-closed bars.

    10:00 am
    – 12 people in tBerliner
    – Now playing on the jukebox: Bier by Kiz X Drunken Masters

    “Kann ich noch ein Bier haben?” It’s Friday morning, the sun is out, and the bartender on duty, Nicki, is teaching a customer with rudimentary German how to get another round. Outside, Sonnenallee is bustling with people on their way to work and running errands. Not us: we’re bellying up to the bar at Bierbaum 2, where it could really be any hour of the day. The smokey 24-hour establishment doesn’t subscribe to arcane concepts like time.

    The group of English speakers just got here, Nicki says. Everyone else in the Kneipe has been here overnight; the tables are cluttered with beer-logged coasters and cigarette butts. To the right of the bar, an older German man wearing a bright orange windbreaker appears to be asleep at one of the slot machines. Nobody is using the pool table, or the electronic dart board. A sign above the bar lets customers know that, for just €1, someone will charge your phone for 30 minutes.

    “Life is suffering,” he says. “Cheers!”

    In the moments where nobody needs anything, Nicki stands at the counter, eating a breakfast of Graubrot with cream cheese and smoking a cigarette, chatting to two of the bar’s regulars – who have both been here all night, and who, we’ll later discover, will be here most of the day. There’s “Dr” Rolf, a slim 79-year-old German with a white-haired ponytail, a scruffy beard and a worn navy blue coat that he says was once issued by the German navy.

    Next to him is a man who introduces himself as Abdul Aziz. He’s a Sudanese father of six with a beaded wooden necklace on. He calls Dr Rolf “Papa”, and Nicki behind the bar “Mama”. Together the men drink their beer, communicating through garbled language and drunken expressions, grasping one another’s hands for emphasis. For long-haul Stammgäste, they’re surprisingly alert.

    In 2020, a reporter for the Wedding Weiser – a local outlet dedicated to all things Wedding – spent 11 hours at a Kneipe underneath the Ringbahn at Nettelbeckplatz called Zum Magendoktor (which Google clunkily translates to ‘The Gastroenterologist’, though it’s more likely a cheeky play on the literal translation, “stomach doctor”). The publication wrote that the Kneipe was “like a snow globe of society. It seems as if people from all walks of life have been randomly picked up, placed there, and shaken.”

    It’s by a similar principle that Dr Rolf and Abdul Aziz have come to share their bar with the pair of British-born Berliners that have just arrived. Eric is dressed head to toe in black denim; his girlfriend Sarah is also in the Berlin uniform, a long black coat and sunglasses. They’re with a German-Italian man who proclaims the couple some of his closest friends, even though they met just hours earlier. Technically, Eric’s at work right now – he shows us his active Slack status to prove it. His job is at a tech startup (for now, at least; he’s being let go at the end of the month). He and Sarah both seem hammered; they inquire about cocaine.

    Eric insists that being in Bierbaum before lunch isn’t grim, or even “that deep”. “I mean, we’re not fucking alcoholics. We just went out for a beer, and then another. We all have jobs. We’re not trash like maybe some other people here.” He gestures broadly toward Dr Rolf and Abdul Aziz. “Sometimes you’re just looking for that certain vibe of a place like Bierbaum, if you know what I mean.” Meanwhile, Dr Rolf and Abdul Aziz are trying to get Bierbaum’s jukebox to work. “Macht du Take Five, bitte? T-A-K-E und dann five,” says Dr Rolf, attempting to queue up some jazz.

    At 11 am, Eric and Sarah try to order another round. “Three beers? Absolutely not,” Nicki tells them, pointing to Srah. “That lady is wasted. I mean, look at her. She can’t even stand up straight.” Eric tries again. “Alright, but the lady only gets Coca-Cola!” A few minutes later, Nicki spots Sarah taking a sip of Eric’s beer, and the pair knows they’re busted; they leave. They’ve misunderstood the world of the Kneipe, if you ask Christoph Wulf, an anthropologist at Freie Universität. “It’s not about drunkenness, but rather the state of mild intoxication,” he once told Deutsche Welle.

    For Berlin’s 24-hour Kneipen – and for party-loving Berliners writ large – the big question is always: When does night become day? How long can you go before you have to acknowledge that it’s tomorrow? Around noon, two delivery men drop off a massive fresh supply of booze – crate upon crate of Heineken, soda, and 50-litre kegs of Schultheiss. They grab two Red Bulls on their way out. A handful of older German men arrive to start drinking. It seems tomorrow, in the world of the Kneipe, has officially begun.

    For Dr Rolf, the Thursday-to-Friday shift is his weekly ritual. He lives in the neighbourhood, in the same apartment he’s been in for the last 50 years (90 square metres, €350, the dream). On Thursday nights, he starts at another Kneipe in the area, then moves to Bierbaum around 1 or 2 am. Over time, he’s developed a trick: he wears a long red scarf around his neck, which works as a conversation starter. “I have made an interesting empirical observation,” he tells us. “Whenever I wear this scarf, people seem very interested in me, like I have a captivating aura. They just come up and talk to me. If I didn’t wear it, maybe nobody would.”

    Dr Rolf was born in the aftermath of World War II, and in his telling, it was a rough childhood. He began studying to be a doctor at 29, eventually working as a neuroscientist between Berlin and Lüneburg. He was supposed to go to Harvard, he claims, but instead adopted two children from Cameroon, when he was 48. Even though both still live in the area, he rarely sees them anymore. “They never make time for their old man, won’t even drive me to the doctor,” he says sadly. He’s lonely, eager to talk about world politics, psychology, women. “I just wish I would’ve settled for a nice lady at some point, but I never felt quite ready, you know?”

    By the early afternoon, the crowd – now about 20 people – is mostly older men in work overalls, sharing a quiet Feierabendbier while smoking cigarillos. Nicki eats another Graubrot mit Wurst and complains that the guests choose terrible music. Lonely Day by System of a Down plays on the jukebox. A blonde woman named Maria walks in and orders a coffee. Setting her plastic Edeka bag aside, she settles in on the slot machines, smoking Marlboro Reds. Two hours later, we ask if she’s had any luck. Maria doesn’t look up, just keeps pushing buttons, and says in a heavy Eastern European accent: “Nothing, absolutely nothing. It’s a shit day.” She lights another cigarette.

    At 3 pm, Johanna, the evening bartender, arrives for her shift wearing a shirt that says “Vodka Bärchi”. On her way out, Nicki opens a few of the windows facing Sonnennallee to clear out some of the lingering smoke.

    4:00 pm
    – 20 people in the bar
    – Now playing on the jukebox: German rap

    Bierbaum 2 has, by now, turned from a hangover tour to something of a living room. At the counter, two silver-haired men are locked in a long game of dice later determined to be a variation of Yahtzee. At one of the high-top tables across from the bar, an elderly man exhibits stunning beer-pouring ineptitude, emptying a bottle of pilsner into a glass from such a height that it nearly overflows with foam. It’s an impressive defiance of technique for someone who looks well-practised at day drinking.

    By 5 pm, a new regular has arrived: Thorsten has his Pink Floyd hat on backwards and has accessorised his blue work overalls with a chain and what we can only hope is a purely decorative leather knife pouch. “Hast du Youtube?” he asks. He wants to show us his favourite album, ‘Earthsong and Stardance’ – epic Gregorian chants and orchestral arrangements from an Austrian New Age composer named Gandalf. Thorsten is gregarious, not a believer in personal space. And, like a good Kneipe patron, he’s convinced that we’re already friends. Maybe he knows us from a phone hotline? Doesn’t matter, he’s buying either way. And he’s emptying a bag of hard candies onto the table to share.

    Suddenly, the jukebox stops. The silence is jarring. Thorsten scrambles for some coins. He picks Pink Floyd’s Wearing the Inside Out, which he says reminds him of a former girlfriend from the 80s. This seems sweet until he adds that the girlfriend had a difficult history with drugs, often prostituting herself at Bahnhof Zoo, and Thorsten once found her passed out on the toilet with a needle in her arm. As dark as the story is, it’s not the first moment that the Kneipe has felt like a confessional. There’s something about the space that makes people who can hold their liquor all too happy to spill their life story.

    In Thorsten’s case, he’s what he calls a “Kneipenjunge” – he grew up in this environment. In the 1970s, he tells us, his grandmother worked at Kindl-Stube, a Gaststätte in Moabit. It’s a half-timbered house near a former rail yard that, as the oldest privately-run restaurant in Moabit, has changed hands multiple times since opening in 1897. At the end of WWII, according to Berliner Morgenpost, a “Mutter Busch” took over as proprietor, serving beer and pub food on the ground floor and operating a truck driver’s brothel upstairs.

    “There were three rooms for the love services, downstairs the legendary Schultheiss beer and festive food from the counter, like meatballs, lard sandwiches, and pickles,” Wolfram Ritschl, who bought the property in 1984 and now operates it as Restaurant Paris-Moskau, told the paper. Today, it’s where Angela Merkel eats steak tartare. It’s not clear if Mutter Busch is, in fact, Torsten’s grandmother, but it seems possible – using Google Street View, he points out the windows on the first floor where he remembers his grandmother living, and where the kitchen was. Torsten’s father, he says, was a long-distance truck driver who regularly moved goods between Turkey and the UK; the Moabit pub, just 400 metres from Hauptbahnhof, was long a popular watering hole for long-haul truckers.

    At 7 pm, the first non-human customer enters Bierbaum: an aged Dachshund named Chica, who parks herself with quiet dignity beside the bar. She’s still there hours later when war breaks out over the jukebox. An older couple, who have been canoodling at a high-top, have loaded up the queue with back-to-back-to-back Schlager. When they get up to clunkily waltz to the music, a grumpy-looking man jumps up and chooses a new song, using up one of their credits in what is obviously poor jukebox etiquette. Harsh words are exchanged. But the tension doesn’t last long; beer heals all wounds. In fact, the former jukebox bandit cheers along with the bar crowd when Stereoact’s deep-house remix of Kerstin Ott’s Die Immer Lacht starts playing. In the hubbub, Chica makes a break for it toward Sonnennallee. The Schlager-loving man, back at the high-top, leans to the side, lifts up a single butt cheek, and lets out a slow fart.

    10:00 pm
    – 18 people in the bar
    – Now playing on the jukebox: Les Wagonnets by Michel Jonasz

    By the time night falls, the lights inside Bierbaum 2 feel oddly bright. Dr Rolf and Abdul Aziz are still at the bar together. Abdul Aziz has turned morose. “Life is suffering,” he says. “Cheers!”

    The 1995 academic monograph Verbale Kommunikation in der Stadt dedicated several chapters to what the pair are doing right now. Conversations inside a Kneipe “do not require a shared history between the conversation partners, but they do offer the individual considerable scope for self-presentation. Since Kneipe-goers and bar patrons gladly make use of this, a field of mutual recognition arises that can include many types of people, from the taciturn oddball to the everyday philosopher to the prototypical drunk and virtuoso braggart.” Kneipen, the book adds, are “an escape space”, where social status recedes into the background in favour of mutual behavioral security. “Drinking and speaking, loud action and dull emptiness, dynamics and silence constantly alternate. But that does not mean that nothing is happening.”

    At half past 10, a mullet brigade arrives; a group of young men with moustaches and baseball caps. Two of them engage in a back-slapping bro hug for so long it feels sensual. People are playing darts. For the first time in our Bierbaum tour of duty, there are people here that appear to be on a first date. The woman has a silent, thousand-yard stare. Perhaps she expected to be wined and dined, not taken to a Kneipe where Baby B Mine by Dj Armz feat. Michael Jackson and 2pac are playing while an old man hovers his finger perpetually over the screen for TANO, the African savannah casino game.

    Dr Rolf says he’s leaving. (He stays.) A middle-aged woman in a pink top and a massive pink handbag takes shots of Futschi, a traditional Berlin Kneipe drink made of cheap brandy and cola whose name derives from the slang word “futschikato”, meaning “gone” or “broken”. Left Outside Alone by Anastacia comes on the jukebox, and the woman whose date isn’t going well finally perks up.

    At midnight, we mention, in passing, a birthday; Abdul Aziz mishears. “It’s your birthday? Happy birthday!” he says. Word spreads rapidly through the Kneipe, and everyone begins singing. Dr Rolf offers two wishes – the first is incoherent, but the second is for lasting happiness. “I will buy you 2,000 pints, if you want,” promises a man called Anis. Finally, some fake birthday respect! His circular sunglasses are stuck on his forehead, and he’s missing a front tooth. Anis is visiting Berlin from Frankfurt. “I don’t know why I came to Bierbaum,” he says, “but I’m loving it.” He teaches us his preferred drinking custom (clinking both the top and bottom of one’s glass) and then retreats across the bar, where he makes millennial-style heart-hands at us.

    By now, the bartender has changed again, to a tall man in a grey t-shirt who is more concerned with pilfering cigarettes from regulars than pouring pints. There are some new Bierbaumers: three friends wearing brightly-coloured fleeces and backpacks, as if they’ve just walked off a mountain, and a woman at the end of the bar with an industrial-sized vape whose friend is sleeping with his head on her shoulder. Abdul Aziz sings along to the reggae on the jukebox; he’s surprisingly good. “I don’t have a family. I’ve never felt like I fit in anywhere. This is my family,” he says, inviting us to the dance class he runs when he’s not at Bierbaum 2. A blonde couple makes out in the corner by the pool table. When Abdul Aziz finally leaves at 1 am, Dr Rolf goes with him.

    Nearby, at one of the tables in the smoking corner, a woman named Liz has set up camp. She’s arranged two bags of tobacco, a necklace in the shape of the sun, a metal cup and a squashed pastry, plus a small menagerie of plastic animals: a white leopard, a panda, a unicorn. With a tree branch stuck through her grey bun, she examines a book of Buddhist mantras. “I have a number of gurus, but I like the female one best,” she tells us. She takes out a small jar and paints her nails a sparkly blue.

    Strategically or not, Liz has forgotten any form of payment, so her drinks are being bought by other guests. She shoots tequila and shrieks in disgust. There’s a hole in her nose where a piercing used to be. She’s 60 years old, and has lived in Berlin for 34 of them. “But I don’t know if I’d call myself a Berliner. I could be anything, you know.” What she is, she tells us, is a polyglot mother of two and a bartender over at Bierbaum 1, near Körnerpark. (“It’s much cleaner and calmer, you should come by.”)

    She also works at a women’s shelter, and regularly hosts refugees in her home. “The way we treat refugees here is terrible,” she opines. Her 35-year-old “lover” is Algerian, and she’s fighting for his right to stay in Germany. “I was worried about the age gap, judging myself and worried if people would judge me, but then I thought, well, if it’s good enough for Madonna! Her boyfriends keep getting younger and younger and she keeps getting more…” She puffs out her cheeks, mimicking filler.

    It’s 3 am now; Robbie Williams is playing. Liz shows Anis and his friends her crystals. When they leave, she swipes their unfinished drinks. (At the Kneipe, anthropologist Wulf told DW, “you meet acquaintances, not friends”.) This is the turning point of the night: it’s leave now or stay forever. Someone falls asleep against a decorative barrel, underneath a sign proclaiming Prosecco to be just €4. Liz, barefoot, dances to John Legend.

    4:00 am
    – 40 people in the bar
    – Now playing on the jukebox: Spirit in the Sky by Norman Greenbaum

    The collective Bierbaums – there are three, all in Neukölln – are a much-memed institution in Berlin. “They
    film the next season of white lotus here”, above a photo of Bierbaum 2’s facade; “How it feels to sit at Bierbaum on Monday morning” with a Degas painting that depicts a Victorian woman looking dazed; “Bierbaum energy” and a photo of Timothee Chalamet and Larry David drinking together. It’s clear now, at 4 am, why Bierbaum inspires the public imagination in this way; the beauty of the all-hours bar is that it’s rarely the night’s first stop.

    “It’s like Hotel California,” says Klaus, at a table with his friends Paul and Chrissy, all of them in leather jackets. “Very hard to leave.” Another group in their mid-twenties, all of them in pastels – one yellow, one purple one blue – have the corner bench. Aya, the yellow one, has never been to Bierbaum before, but she loves a traditional Kneipe. “They’re old and melancholy, and they never change,” she says. “It’s like a dystopia in here – it’s like Blade Runner,” adds her friend Charlie. Presumably she means the overhead lighting, which in its oppressive wattage is the least Kneipe-y part of Bierbaum. “I like the tree, though. Very festive.”

    By 6 am, there are at least 55 people in the bar – the most we’ve seen. Candy Shop by 50 Cent plays. Sunlight filters in. A violently redheaded woman with a large cross necklace and a black leather cowgirl hat comes by and clears our glasses. Does she work here? No, she’s just a regular pitching in. This is how it’s been for the duration of our stay: the regulars consider themselves caretakers of this bar.

    There’s been another bartender shift, and a matronly woman with short hair and glasses is in charge. She commands an authority that the graveyard shift bartender either couldn’t or didn’t care to exude. At one point, she flies over to a group of men with an iPad in hand, showing them CCTV footage of one of them doing a line of coke off the table.

    An hour later, she cuts the jukebox to issue a loud verbal warning to the whole of Bierbaum: “Smoking pot is not allowed here. Going to the bathrooms together is not allowed. I don’t give a shit what you do to your bodies – but our interior stays whole! We’re going [to the bathrooms] separately. Male, female. Alone and with some decency. Like adult human beings and not like children.” Her warning does little to disturb the vibe.

    Hannes, 19, is here with his brother. They’re native Berliners, dressed in identical Adidas tracksuits and Kangol hats. “We came here from Poison. It’s karaoke. Did a lot of blow,” he tells us. He sang Green Day’s ‘Boulevard of Broken Dreams’. He and his brother “accidentally” wore the same jacket. Hannes loves a Kneipe, and claims his longest stint is 25 hours. “I just took a nap,” he says by way of explanation.

    His record, it seems, is easily topped by Liesa, a 33-year-old Bavarian who is definitely losing her voice. She claims her longest run – in this very Bierbaum – was 49 hours, a Saturday-to-Monday marathon. “I quit my job last year and decided I’d have a hot girl summer,” she explains. It helps that she lives just across the street. Liesa, who is wearing zebra-striped pants, also claims to be the “resident DJ”. (Having spent the last day here, some regulars might object to that.) “It’s the magic of Bierbaum 2. It’s where everyone goes when everything else is closed. It’s the first decision and the last decision, and the worst decision.”

    At 9:12 am – just 48 minutes shy of what we came to achieve – Liesa points to a man who is setting his backpack down near the bar, grinning, wearing a “Berlin ist Beste” t-shirt. “That’s Malik,” she says. “Everybody knows him. He’ll be here until Tuesday.”

    By José-Luis Amsler, Sophie Field, Lily Johnston, Ivona Alavanja and Ruth Weissmann.

    #Berlin #Kneipe #Gastronomie

  • Billard International
    https://www.goyellow.de/home/billard-billard-international-berlin--4mn2xx.html

    War mal

    Knesebeckstr. 38-49
    10719 Berlin (Charlottenburg)
    030 9933912
    http://www.billard-international.de
    http://www.sport-bar-berlin.de

    Öffnungszeiten
    heute 24h geöffnet

    Über uns

    Seit 1967 betreiben wir in der Knesebeckstraße in Berlin am Kurfürstendamm einen der ältesten und größten Billardsalons der Bundesrepublik. Es wurde die gesamte Anlage umgebaut und modernisiert, neue Billards angeschafft, das Internet Café und die Sport Bar Berlin eröffnet. Regelmäßig werden bei uns nationale und internationale Turniere durchgeführt. So waren wir unter anderem Ausrichter des Billard Weltcup Berlin im Dreiband. Sie können bei uns Pool, Snooker und Karambolage Billard spielen. Wir haben ausschließlich Turniertische, die mehrmals im Jahr neu bezogen werden. Weiterhin stellen wir Ihnen Dart, Kicker und Flipper Geräte zur Verfügung. Im Restaurantbereich können Sie Skat, Rommé sowie Schach und Backgammon spielen. In unserem hauseigenen Billardshop bieten wir Ihnen eine Auswahl an Zubehör und Literatur. Brauchen Sie ein Queue, Koffer oder Kreide - wir beraten Sie gerne. Alle Räume sind mit Flachbild Fernsehern ausgestattet, auf denen immer die aktuellen Sportereignisse auf SKY, Eurosport & Sport1 US HD (US-Sport) übertragen werden. Bei schönem Wetter können Sie in unserem gemütlichen Vorgarten eine Berliner Weiße oder einen Cocktail trinken. Es gilt in allen Räumen ein striktes Rauchverbot. Ebenfalls können wir eine komplette Veranstaltung inclusive Turnierorganisation und Pokalverleihung organisieren. Gerne nehmen wir telefonisch Ihre Reservierung entgegen - Hotline: +49 (30) 88 33 912 Wir freuen uns auf Ihren Besuch, sind bei Fragen gern behilflich und wünschen GUT STOß...

    ... und wirklich ...

    BC International Berlin zieht in neues Clubheim
    https://www.kozoom.com/de/billard-karambol/news/bc-international-berlin-zieht-in-neues-clubheim.html

    Gepostet von Markus SCHÖNHOFF am 17. Juli 2020

    KOZOOM - Das Billard International, Berlins größter Billardsaal und viele Jahre Heimat des gleichnamigen BC International Berlin, hat seine Pforten für immer geschlossen. Über 50 Jahre war die Berliner Knesebeckstraße die erste Adresse für Billardspieler. Mit feinem Stil und viel Herz führte die Familie Manasse ihr Lokal. Weltstars der Billardszene waren regelmäßige Gäste und auch die Berliner Hautevolee verbrachte so manche Nacht im Billard International. Die Leidenschaft der Familie Manasse gehörte immer dem Billardsport und auch gravierende Gesetzesänderungen und Auflagen, sowie so manche wirtschaftliche Krisen überstand der Billardsaal, der gern auch mit dem New Yorker „Carom Cafe“ verglichen wurde.

    Doch drei Monate zwangsweise Schließung aufgrund der Corona-Krise war einfach zuviel. Für immer hat die „Legende Billard International“ nun geschlossen. Karsten Witte gibt in einem Statement einen Einblick in die Bedeutung des Billard International und die neue Heimat des BC International Berlin, der auch in der neuen Saison erneut mit Deutschlands Ausnahmespieler Martin Horn in der Bundesliga antritt.

    „BC International e.V. - von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in die Kaiser-Wilhelm-Straße

    Liebe Billardfreunde,

    eine Ära ist beendet! Einer der ältesten und bekanntesten Billardsäle Deutschlands, „Billard International“ in Berlin, ist ab sofort und unwiderruflich geschlossen. Nachdem in den letzten Jahren Gesetzesänderungen und behördliche Auflagen für die Betreiber immer schwieriger zu bewältigen waren, hat die, durch die Corona-Krise bedingte, viele Wochen anhaltende Schließung des gesamten Lokals, der Familie Manasse nun keine andere Möglichkeit gelassen, als den Betrieb endgültig einzustellen.

    Bereits kurz nach dem Bau der Berliner Mauer, im Jahr 1962, eröffnete Manfred Manasse mit seinem Vater in exponierter Lage und mit Blick auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, den Billardsaal am Kurfürstendamm 11. Wenige Monate nach der Eröffnung gewann hier am 16. Dezember 1962 ein ganz Großer des Billardsports, der Belgier Ludo Dielis, seinen ersten internationalen Titel, als er im Alter von 17 Jahren Junioren-Europameister im Zweikampf (Freie Partie & Cadre 47/2) wurde. Dieter Müller gewann bei diesem Turnier übrigens die Bronzemedaille und die Billardwelt wurde auch auf diesen jungen Spieler aufmerksam.

    1968 zog die Familie Manasse mit dem Billardsaal ca. 1 km Richtung Westen, in die Knesebeckstraße 38-49. Hier fanden Billardfreunde aus der ganzen Welt und aller Spielarten 52 Jahre lang eine gepflegte und herzlich geführte Spielstätte. Ende der 1980er Jahre trafen sich an den Billardtischen in der Knesebeckstraße alljährlich die weltbesten Dreibandspieler, da Ursula & Manfred Manasse, als große Förderer des Billardsports, drei Jahre hintereinander die ersten Berliner Austragungen des (BWA-) Weltcups im Hotel Kempinski organisierten (1986 - Sieger Egidio Vieira, 1987 - Junichi Komori und 1988 - Torbjörn Blomdahl). In der Saison 1992/93 betrat ein weiterer, sehr ambitionierter Spieler bei „Billard International“ zunächst die nationale Dreiband-Bühne. Der heute der Weltelite angehörende und seit 2016 auch als Topspieler des BC International e.V. agierende Martin Horn, nahm hier an seiner ersten deutschen Dreiband-Meisterschaft teil und erspielte sich auf Anhieb die Bronzemedaille. Gute Erinnerungen an den Spielort hat sicherlich auch Edgar Bettziche, der hier am 14. März 1993 Deutscher Meister im Finale gegen Christian Rudolph wurde. Auch der Abschluss einer großen Billardkarriere ist bei „Billard International“ gebührend gefeiert worden. Im März 2014 verkündete Günter Siebert, nach einem letzten Sieg im Rahmen einer Bundesligabegegnung (2.Liga) zwischen dem BC International und der BA Bottrop, den zahlreichen Anwesenden, dass er seine aktive Wettkampflaufbahn nunmehr beendet und zukünftig nur noch als vielbeachteter Schlachtenbummler zu genießen sein wird.

    Doch der Verein bleibt aktiv und öffnet ein neues Kapitel! - Die Entwicklung der letzten Wochen kam für den BC Billard International e.V. natürlich denkbar überraschend. Am 19.6. erfuhr der Vorstand, dass die Räume zum 1.7.2020 geschlossen werden und bereits 29.6. hat Marc Verhoeven die 3 vereinseigenen Matchbillards in den neuen Räumen aufgebaut und bezogen. Der Deutsche Vizemeister der gerade beendeten Bundesliga-Saison 2019/2020, hat seine sportliche Heimat nun in Berlin-Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Straße 29 in 12247 Berlin, gefunden. Die neue Spielstätte („PVIEW-billard.de“ betrieben vom Snooker-Ass Malte Schuchert) ist in jedem Fall außergewöhnlich und einen Besuch wert. Das Gebäude wurde ursprünglich wahrscheinlich als Kino konzipiert und die Zuschauer können auch von einem Rang aus das Spielgeschehen überblicken. Nicht nur die Spieler der Bundesliga-Mannschaft sind extrem motiviert, alle Vereinsmitglieder freuen sich auf Spitzensport in der neuen Saison. Der BC International e.V. heißt alle Gäste und Freunde herzlich willkommen in Berlin!

    Karsten Witte“


    Die neue Heimat des BC International in der Kaiser-Wilhelm Str .


    In der neuen Location gibt es auch Rang, von dem man in der neuen Saison auch wieder Martin Horn beobachten kann .

    Damit haben die hier Recht :

    Berlins ältester Billardsalon
    https://www.billardaire.de

    Willkommen im Billardaire!

    Liebe Gäste,

    Berlins ältester Billardsalon freut sich auf Euren Besuch!

    Am Nachmittag ist es kein Problem, für unsere Laufkundschaft einen Tisch bereitzustellen; aber am Abend (vor allem im Winter) solltet Ihr einen Tisch via Internet über unser Reservierungsformular vorbestellen. Wir reservieren bis 20 Uhr, danach geht es der Reihenfolge nach.

    Telefonisch sind wir leider sehr selten erreichbar - wir bitten deshalb um Entschuldigung.

    Ihr könnt bei uns mit maximal vier Personen pro Tisch spielen,

    große Gruppen nehmen wir nachts wegen der Probleme mit den Nachbarn (Lärmbelästigung) gar nicht mehr auf - wir bitten um Euer Verständnis!

    Ansonsten gelten weiterhin die alten Billardaire-Regeln : Gute Laune mitbringen, schlecht Billard spielen und laut Musik hören!!!

    Wir bitten euch ganz dringend, in den Höfen möglichst leise zu sein,

    damit unsere Nachbarn nicht gestört werden!

    Pool, Snooker und Carambolage in Berlin-Schöneberg

    Herzlich Willkommen auf unserer Webseite des Billardaires. Mit nunmehr 33 Jahren ist der Billardaire in Schöneberg der älteste Billardsalon Berlins (das sieht man ihm auch an! ).

    Im Billardaire bieten wir 12 Pool-Billard-, 3 Snooker-Tische und einen Carambolage-Tisch an.

    Schaut Euch um, werft einen Blick in die Galerie und auf unser Angebot. Öffnungszeiten: Mo - Do 16h - 24h / Fr 16h - 2h /

    Sa 14h - 2h / So 14h - 24h

    Immer bis mindestens Mitternacht!

    #Berlin #Charlottenburg #Knesebeckstraße #Schöneberg #Monumentenstraße #Billard #Gastronomie

  • Bestes Steak der Stadt“: Das sind die Lieblingsrestaurants der Berliner Promis
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/bestes-steak-der-stadt-das-sind-die-lieblingsrestaurants-der-berlin

    Basiswissen aus dem Zentrum. Die Geheimtipps in ganz Berlin kennt der kundige Taxifahrer.

    Unter uns gessgt sind die Promiläden einer wie der andere stinklangweilig, und was sich da so an Leuten rumtreibt, braucht man nach Feierabend nun wirklich nicht.auch noch.

    „11.4.2025 von Anne Vorbringer - Fast 150 Berliner Prominente haben der Berliner Zeitung ihre Lieblingsrestaurants verraten. Einige Adressen wurden dabei besonders häufig genannt.

    Seit drei Jahren quetschen wir in unseren Berlin-Fragebögen jede Woche prominente Berlinerinnen und Berliner über die Stadt aus – über ihre Lieblingsorte, ihre No-Go-Areas und Dinge, die sie am Leben hier nerven.

    Iris Berben, Heike Makatsch, Clemens Schick, Anna Maria Mühe, Friedrich Mücke, Sabin Tambrea, Dagmar Manzel, Marie Nasemann, Jella Haase – sie alle und viele mehr waren schon dabei und haben erzählt, wie es sie nach Berlin verschlagen hat, welche Stadtteile ihnen am Herzen liegen und wo sie gern shoppen gehen.

    Nicht fehlen darf auch die Frage nach dem Lieblingsrestaurant, in dem man für einen geselligen Abend immer wieder gern einen Tisch reservieren würde. Die Antworten darauf sind vielfältig, vom Geheimtipp im eigenen Kiez bis zur allseits bekannten Adresse. Häufig wird als Gastro-Hotspot die Kantstraße genannt. Und einige Lokalitäten tauchen immer wieder auf, wie unsere Liste der beliebtesten Promi-Restaurants zeigt.

    1. Borchardt

    Es mag wenig überraschend sein, aber das meistgenannte Restaurant in unserem Fragebogen ist Roland Marys Borchardt. Berlins bekannteste Schnitzeladresse zieht die Promis an: Jakob Diehl liebt es, der Schauspieler Max Bretschneider und Comedian Oliver Polak sowieso. Der 48-Jährige schwärmt: „Das Borchardt vereint New York und Paris an einem Ort. Hohe Decken, mit weißen Tischtüchern eingedeckte Festtafeln, akkurat schwarz-weiß gekleidete Kellner, schummriges Licht, gutes Essen und interessante Menschen. Dort möchte ich mich mit der Panade des Borchardt-Schnitzels zudecken.“

    Nicht nur Kreuzberger Nächte sind lang, Abende im Borchardt sind es auch.

    Nicht nur Kreuzberger Nächte sind lang, Abende im Borchardt sind es auch.Imago

    Schauspielerin Anna Maria Mühe mag das Restaurant am Gendarmenmarkt, weil es viele Facetten von Berlin zeigt: „Es gibt wilde und ruhige Abende dort.“ Und Tarantino-Star Sylvester Groth hat dem Borchardt in unserer Zeitung eine wunderbare Lobhudelei gewidmet: „Ich mag das Borchardt, schon von Anfang an, als es noch nicht so ein Promilokal war. Dieser Raum ist so außergewöhnlich schön, die Kellner sind sehr nett, es gibt gutes Essen, gute Drinks, man kann draußen sitzen, ein Zigarettchen rauchen. Das Borchardt ist für mich das Lokal in Berlin, das einen internationalen Standard hat. Man trifft dort viele Leute: Musiker, Schauspieler, Leute, die man aus dem Fernsehen kennt, mit denen man sonst nicht in Berührung kommt. Dann kommt man ins Gespräch und lernt sich kennen. Das mag ich sehr.“

    Restaurant Borchardt. Französische Straße 47, Mitte, borchardt-restaurant.de

    2. Grill Royal

    Dem Borchardt verdammt dicht auf den Fersen ist der Steak- und Seafoodklassiker Grill Royal an der Friedrichstraße. Hier speisen der Schauspieler Clemens Schick und Bestsellerautor Jan Becker, der konstatiert: „Bestes Steak der Stadt, super Menschen, die dort arbeiten, wunderbarer Champagner und es geht immer bis tief in die Nacht. Kann manchmal auch sehr seltsam werden...“

    Auch Katja Eichinger reserviert im Grill, dabei isst sie eigentlich gar kein Steak. Aber: „Die Menschen, die dort arbeiten, die Mischung der Gäste, die Stimmung hat immer etwas schwirrend Wuschiges – ich gehe ins Restaurant, um mich zu amüsieren, mich wohl zu fühlen und gute Unterhaltungen zu führen. Das kann ich dort.“

    Der Schauspieler Thomas Heinze hat seinen Geburtstag im Grill Royal gefeiert, und alle waren happy damit: „Gutes Essen, guter Wein, gute Atmosphäre plus die nette Terrasse mit Blick auf die Spree, da fühlt man sich ein bisschen wie in Paris. Das geht aber natürlich nur ab und zu.“ Modeunternehmerin Anita Tillmann schwärmt ebenfalls: „Das beste Filet und den besten Vibe gibt’s definitiv im Grill Royal – und im Crackers.“

    Grill Royal. Friedrichstraße 105b, Mitte, grillroyal.com

    3. 893 Ryōtei

    Kommen wir nun zu Adressen, die einem vielleicht nicht sofort einfallen, die aber ebenfalls mehrfach genannt wurden als Favoriten in unseren Berlin-Befragungen. Da wäre zum Beispiel das angesagte japanische Sushi-Restaurant 893 Ryōtei, das nicht nur Anita Tillmann liebt, sondern auch Filmproduzentin Regina Ziegler und Schauspieler Constantin von Jascheroff.

    Im Restaurant hinter der verspiegelten, mit Graffiti besprühten Fassade geht es lebhaft zu, Berlins Gastro-Star The Duc Ngo bietet eine breit ausgelegte japanische Küche, gespickt mit anderen asiatischen, aber auch südamerikanischen und europäischen Einflüssen. Sushi, Sashimi, Tempura und Tataki überzeugen auch den Berliner DJ Alle Farben: „Sollte der Kühlschrank mal nichts hergeben, gehe ich einfach ins 893 Ryōtei.“

    Restaurant 893 Ryōtei. Kantstraße 135/136, Charlottenburg, 893ryotei.de

    4. Lon Men’s Noodle House

    Bleiben wir noch ein wenig auf Berlins bester asiatischer Gastromeile, wo das Lon Men’s Noodle House ebenfalls viele Promis anzieht. Seit 2003 gibt es das Restaurant, das für authentische Speisen aus Taiwan steht, wo Nudelsuppen, Chili-Wan-Tans und Nudeln mit Erdnuss-Sesampaste serviert werden.

    Bestsellerautor Mohamed Amjahid schwärmt: „Vor kurzer Zeit war ich in Lon Men’s Noodle House auf der Kantstraße. Das war köstlich.“ Auch der Schauspieler Constantin von Jascheroff mag die scharfen Speisen, Theaterstar Samuel Finzi zählt das Restaurant ebenfalls zu seinen Favoriten und bekannte 2022, er möge nicht nur das Kimchi Princess und die Long March Canteen, sondern eben auch das Lon Men’s Noodle House. Denn: „Eigentlich kann ich jeden Tag Wan-Tan-Suppe essen – unbedingt scharf. Ich mag im Noodle House die präzise Geschwindigkeit und die unglaubliche Arbeitsorganisation des Familienbetriebs auf dem kleinen Platz.“

    Lon Men’s Noodle House. Kantstraße 33, Charlottenburg, lonmen.eatbu.com

    5. Sale e Tabacchi

    Das Sale e Tabacchi ist ein Klassiker der Berliner Gastro-Landschaft, unter den hohen Restaurantdecken schmeckt es nicht nur Hollywoodstars wie George Clooney und Willem Dafoe. Bei Minestrone, Ravioli oder Tagliatelle langen auch deutsche Promis gern zu.

    Zuletzt hat Clemens Schick, der seit seinem Auftritt im James-Bond-Film „Casino Royale“ selbst Hollywood-Vibes atmet, das Sale e Tabacchi zu einem seiner Lieblinge gekürt. „Tatort“-Star Fabian Hinrichs tut sich zwar schwer mit Berliner Lieblingsorten – der Schauspieler ist mit seiner Familie der Hauptstadt entflohen und lebt mittlerweile in Potsdam –, doch mit dem Jolesch, dem Goldenen Hahn und dem Sale e Tabacchi kann er sich immer noch super verbinden. Und Architekt Max Dudler weiß: „Das beste Ragù für die Tagliatelle machen sie bei Sale e Tabacchi, weil der macht es mit Lamm.“

    Ristorante Sale e Tabacchi. Rudi-Dutschke-Straße 25, Kreuzberg, sale-e-tabacchi.de

    6. Bocca Felice

    Natürlich verrät nicht jeder Promi sein Lieblingsrestaurant, schließlich will man ja in Ruhe essen und seine wirklichen Geheimtipps gern für sich behalten. Und so erhalten wir im Fragebogen oft ausweichende Antworten à la „ich koche gern zu Hause“ oder „ich geh mit Freunden einfach in den Park um die Ecke zum Picknick“.

    Eine interessante Antwort gab auch Wolfgang Kubicki: „Ich habe nach einiger Zeit hier in Berlin ein feines italienisches Restaurant gefunden, das ich wirklich gerne besuche. Da ich um die Reichweite Ihrer Zeitung weiß, werde ich hierzu nichts weiter sagen, damit es ein geheimer Tipp bleibt. Ich habe mich selbst zur Verschwiegenheit verpflichtet.“

    Nun, das akzeptieren wir natürlich, und vielleicht liegen wir auch falsch. Aber es gibt einen Hotspot in der unscheinbaren Seydelstraße in Mitte, auf dessen Instagram-Account immer wieder bekannte Gesichter aus dem politisch-prominenten Berlin auftauchen: Von Nancy Faeser über Waldemar Hartmann, Jeremy Fragrance, Jens Spahn, Franca Lehfeldt, Paul Ronzheimer, Til Schweiger, Arthur Abraham bis eben Wolfgang Kubicki ist dort eigentlich jeder zu sehen, den das Who’s Who der Hauptstadt so hergibt. Kein Wunder: Das Essen im Bocca Felice ist ausgezeichnet, der Service grandios. Ein Pairing, das in Berlin nicht eben häufig anzutreffen ist.

    Ristorante Bocca Felice. Seydelstraße 16, Mitte, bocca-felice.de*

    #Berkin #Mitte #Charlottenburg #Kreuzberg #Gastronomie

  • Restaurant Kreuzberger Himmel an der Yorckstraße: Übers Essen sind wir alle verbunden
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/restaurant-kreuzberger-himmel-an-der-yorckstrasse-uebers-essen-sind

    16.3.2025 von Tina Hüttl - Wo essen gehen politisch wird: Im Kreuzberger Himmel wird Migration erfolgreich gelebt. Und zwar am Tisch, wo alle Nationen zum Essen zusammenkommen.

    Forschungsergebnisse zeigen, dass wir ungefähr 200-mal am Tag übers Essen nachdenken. Zieht man die Schlafenszeit ab, stellen wir uns etwa alle fünf Minuten ein Gemüsekebab, Schnitzel oder Schokotörtchen vor.

    Planen, weniger Zucker zu verzehren, entscheiden, wie wir den Blumenkohl würzen, wählen, welchen Joghurt wir kaufen oder was für ein Restaurant wir demnächst besuchen. Wie und was wir essen, hat Folgen für Gesundheit, Klima, Artenvielfalt und soziale Gerechtigkeit. Zum Glück muss man das heute niemandem mehr erklären.

    Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist Essen politisch. Eine engagierte Kochbuchautorin und Gastrokollegin schrieb kurz vor der Wahl, dass ihre Gewürzschublade von Reisen durch die Welt erzähle, ihre Rezepte von Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und jede Küche von Migrationsgeschichten und kulturellem Austausch. Sie rief daher dazu auf, sich bei der Bundestagswahl für diejenigen Parteien zu entscheiden, die das Fremde als bereichernd, nicht als bedrohlich ansehen.

    Aus Südamerika nach Europa

    Tatsächlich gibt es keine Esskultur, die sich ohne Migration und Handel entwickelt hätte. Man denke nur: Selbst die für die mediterrane Küche so entscheidende Tomate musste erst aus Südamerika nach Europa gelangen! Übers Essen sind wir alle verbunden. Hier sehen wir Vielfalt als selbstverständlich an. Hier macht uns Neues nicht ängstlich, sondern neugierig. Hier ist Fusion der natürliche Zustand.

    Genau daran, an diese positiven Gefühle und die kulinarische sowie gesellschaftliche Win-win-Situation, die durch Migration entsteht, knüpft auch das Restaurant an, das ich Ihnen heute vorstellen will. Es heißt Kreuzberger Himmel. Einmal, weil es die hohen, gewölbeartigen Räume der Sankt-Bonifatius-Kirche in der Yorckstraße bezogen hat. Zum anderen, weil als Betreiber der Verein „Be an Angel“ dahinter steht, der Geflüchtete bei der Integration in die Gesellschaft unterstützt und dazu 2018 dieses Restaurant eröffnete.

    Im „Himmel“, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Laden liebevoll nennen, arbeiten Menschen aus Syrien, dem Irak, Pakistan und Afghanistan. Derzeit werden vier neue Servicekräfte ausgebildet. Einer, der selbst hier gelernt hat, ist nun ihr IHK-geprüfter Ausbilder.

    Bei meinem letzten Besuch durfte ich auch Rami Adham kennenlernen. Der 33-jährige Syrer ist seit 2017 in Berlin, hat als Kellner im Himmel angefangen, bis er mithilfe des „Be an Angel“-Vereins eine Ausbildungsstelle zum Koch im Berliner Restaurant Weltwirtschaft begann. Vor etwas mehr als einem halben Jahr ist Adham in den Kreuzberger Himmel zurückgekehrt – als neuer Küchenchef.

    Kein Mahl ohne Mezze

    Als solcher hat er gleich einige neue Gerichte auf die Speisekarte gesetzt: darunter Kebab Betahini und Zahra Betahini – ein Gericht mit sehr aromatischem Fleisch beziehungsweise geröstetem Blumenkohl mit karamellisierten Zwiebeln sowie einer cremigen Tahini-Soße, den ich sehr empfehle.

    Doch erstmal zu den Vorspeisen. Ein arabisches Mahl ist kein Mahl, wenn für den ersten Hunger nicht mindestens vier bis fünf Mezze in der Mitte des Tisches zum Teilen stehen. Die Mezze verantwortet Rima. Sie ist aus dem Libanon geflüchtet, hat aber syrische Wurzeln und – so betont sie – kocht alles mit „viel Liebe“.

    Natürlich braucht es am Tisch ein Schälchen Hummus als Grundlage. Ihrer hat die perfekte Geschmeidigkeit. Die Kichererbsen sind fein passiert und die Masse nicht klebrig. Denn mit der Sesampaste Tahini geht sie behutsam um. Ebenso haben der Knoblauch und das Olivenöl genau das richtige Maß. So steht der Geschmack der Hülsenfrüchte im Vordergrund, die mit Kreuzkümmel, Koriander und Zitrone gewürzt sind. Gut gefällt mir auch Schawandar, ein süßlich-erdiger Rote-Bete-Salat. Hier jedoch nicht als Rohkost, sondern aus gebackener, dann zerquetschter Bete zubereitet, die mit viel Minze und Walnüssen vermengt wird. Geschmacklich vertraut und doch neu ist das.

    Ebenso wenig kannte ich Khater, eine sahnige Frischkäsepaste, in die gegrillte rote Paprika, Nüsse und Oliven eingearbeitet sind. Mir ist sie zu üppig. Dafür esse ich umso mehr vom Nasektun, wohl ein Fantasiename, hinter dem ein leichter, mit Öl und Zitrone angemachter Salat aus feinst geschnippelten Oliven, Gurken, Karotten und Granatäpfeln mit viel Minze und Oregano steckt. Mit ebenso viel Liebe, sprich Geduld, Fleiß und Hingabe, sind die Kräuter für das hervorragende Taboulé gehackt, bei dem das wunderbar abgeschmeckte Grün und nicht der Bulgur dominieren. Schade ist nur, dass das dünne, zugekaufte Fladenbrot den generell hohen Anspruch unterläuft und kalt serviert wird.

    Besser man hält sich an die knusprig frittierten Fladenbrotchips, die sich im Klassiker, dem Fattusch-Salat, finden. Noch besser machen sie sich allerdings in Fatteh Makdusch, einem warmen Gericht, das süchtig machen könnte. Küchenchef Rami Adham betont, dass es ein 500 Jahre altes Rezept aus Damaskus sei. Streifen frittierten Fladenbrots, eine mit Tahini verrührte Joghurtsoße sowie Granatapfelkerne und Cashews krönen wie ein Deckel den darunter befindlichen würzigen Eintopf aus Tomaten, gebratenen Auberginen und Weinblättern. Einfach verrühren und löffeln, garantiert schmeckt das unvergesslich.

    Wahlweise kann man dieses Gericht auch mit Huhn oder Rinderhack bestellen, was nicht nötig ist. Generell schmecken mir die fleischlosen Kreationen auf der Speisekarte besser, etwa Rami Adhams Blumenkohl Zahra Betahini. Dabei geben karamellisierten Zwiebeln dem gebackenen Kohl das Umami, die Tahinisoße die Frische. Perfekt ist auch der luftige persische Reis dazu.

    Im Kreuzberger Himmel kursieren stets neue Ideen, weil sich hier so viele unterschiedliche Menschen engagieren. Seit Russlands Überfall ist der Verein „Be an Angel“, der über die Jahre zu einer weltweit tätigen Organisation mit vielen NGO-Partnern herangewachsen ist, in der Ukraine aktiv. Seit März 2022 lebt der Vereinsinitiator Andreas Toelke in Odessa, seine Organisation hat Hilfsgüter im Gesamtgegenwert von 60 Millionen ins Land und um die 30 000 Zivilisten aus umkämpften Gebieten aus dem Land geschafft. Nun konzentriert man sich dort auf den Wiederaufbau. Und in Berlin? Plant das Kreuzberger-Himmel-Team demnächst ukrainische Wochen auf der Speisekarte.

    Kalte und warme Vorspeisen 7,10–8,90 Euro, Hauptspeisen 13,80–21,10 Euro, Desserts 5 Euro

    Restaurant Kreuzberger Himmel. Yorckstraße 89, 10965 Berlin, Di–Sa 12–23 Uhr, Tel.: 030 92142782, https://www.kreuzberger-himmel.de

    #Berlin #Kreuzberg #Yorckstraße #Gastronomie #Restaurant