• https://open.substack.com/pub/bonjourtsundoku/p/punks-a-chiens-and-petasses-a-matcha

    C’est drôle, quand on parle de Rennes, beaucoup de gens parlent vite d’eux, et c’est toujours différent. Toujours criant sociologiquement. Il y a celleux qui les évoquent avec un éclat presque romanesque. Celleux qui serrent un peu plus leurs sacs. Très vite vient aussi la question de l’alcool et des drogues, pas dans un objectif sanitaire mais comme un enjeu d’ordre public.
    Et l’ordre public, il en sera question dans cet article, puisque je vais vous raconter comment, mais surtout pourquoi, le vendredi 17 juillet, une dizaine de chiens ont été enlevés par la police municipale et la fourrière, avec le concours de la police nationale.

    #gentrification

    • Par essence, le développement de nos villes se fait avec un amoncellement de violences de classe. Des cafés dont nous n’avons pas les codes, des librairies dont nous ne comprenons pas les directions, des guinguettes dont nous ne connaissons pas les inspirations : il y a d’abord un lifestyle imposé, qui devient hégémonique et contribue à renforcer un système de castes. Ce ne sont pas les épiceries arabes qui colonisent les coins de rue, pas même les primeurs : ce sont les concept stores, les cafés à matcha et les restos de pays qu’on ne sait pas situer sur une carte. Cette hiérarchie de nos modes de vie et donc de consommation, nous le ressentons dans nos chairs : il y a ces magasins dans lesquels nos corps gros ne trouvent pas de vêtements tout comme il y a ces sièges de métro qui ne laissent pas nos cuisses s’étendre, sièges d’ailleurs conçus pour empêcher qu’on s’y allonge. Il y a ces boulangeries pour lesquelles nous marchons plus longtemps car nous pouvons, là, y payer du pain. La ville est façonnée par la domination des corps, à tous les niveaux. Elle dirige nos mouvements sociaux en approuvant ou non des itinéraires, elles enlèvent les individus marginalisés, elles désignent les corps admis et ceux à exiler.

  • Procès Airbnb, coaching immobilier, chasse aux crevards... C’est l’été à Marseille !
    https://lundi.am/Le-syndrome-Florent-Richard

    Manifestation aux Goudes contre le surtourisme, désert de valises à roulette dans le quartier du Panier, banderoles de voisins contre les Rooftop illégaux à Malmousque, manifestation d’habitant.es contre un 6e restaurant branché au Vallon des Auffes, dancefloors sans fin à la Friche et soirées contre-culturelles sympa à la Belle de Mai, Jacuzzi hors de prix et jets de harissa pour réchauffer les maillots de bain des touristes à Belsunce, arrêtés de péril dans les Airbnb aux Réformés... Mais encore effondrements de bâtiments et blessées à la halle Delacroix, rénovations avec toujours autant de tact et de supposé « soin » pour les habitant.es de Noailles, chaleureusement accompagnés par les enseignes blanc immaculé des succursales culturelles comme Montevidéo (préempté 900 000 euros par la ville) ou verdâtre de bars à New Yorkais, repeints pendant le carnaval... Victor Collet poursuit ici son travail d’enquête sur la gentrification de Marseille et tout ce qui lui résiste.

    #Marseille #gentrification #tourisme #Airbnb #location_courte_durée #immobilier #spéculation #Florent_Richard

  • Mehr Sauberkeit im ÖPNV : S-Bahn-Chef will härter gegen Obdachlose in Zügen vorgehen
    https://taz.de/Mehr-Sauberkeit-im-OePNV/!6180135

    Mehr Sauberkeit, weniger Obdachlose : S-Bahn-Chef Heiko Büttner will Münchener Zustände in Berlin   Foto : dpa | Annette Riedl

    Pendant qu’on boit son prosecco sur le #Kollwitzplatz les agent du S-Bahn font la chasse aux sans abris. Le nouveau patron du système vient de la profonde province bavaroise. C’est l’idéal exécutant de la #gentrification qui s’occupe du transport du prolétariat de Berlin-Est aux lieux d’exploitation á l’Ouest. Le mépris typiquement provincial pour les plus démunis fait partie des critères de sélection de son job .

    19.5.2026 - Ab Juni will die Berliner S-Bahn ihre Züge mit Reinigungsstreifen sauber halten. Der Kurs gegen „Störer“ und Obdachlose soll härter werden.

    Die Berliner S-Bahn will ihre Fahrzeuge ab Juni deutlich öfter reinigen. Sogenannte Unterwegsstreifen sollen künftig ab 5 Uhr morgens die Züge während der Fahrt reinigen oder weitere Reinigungsleistungen bestellen, wenn das nötig sei, sagte der neue S-Bahn-Chef Heiko Büttner. Die Reinigungskräfte sollen dabei von der DB Sicherheit begleitet werden. Störer unter den Fahrgästen und Obdachlose sollen öfter der Züge verwiesen werden. „Wenn Personen offensichtlich kein Beförderungsbedürfnis haben, werden wir sie des Zuges verweisen“, sagte Büttner im Tagesspiegel.

    Ziel sei es, während des Einsatzzeitraums rund zwei Drittel aller eingesetzten Züge während der Fahrt zusätzlich durch diese Teams zu kontrollieren und zu reinigen, hieß es von der S-Bahn. Das Programm koste in diesem Jahr mehr als 1 Million Euro. Die Reinigungsleistung solle so um 12 bis 13 Prozent erhöht werden. Weil noch Personal angeheuert werden müsse, werde die „volle Leistung“ voraussichtlich im August erreicht, sagte Büttner.

    Der neue S-Bahn-Chef betonte, dass Sicherheit und Sauberkeit in den Zügen auch bei anderen Bahnen in Deutschland derzeit wichtige Themen seien. „Der Respekt vor öffentlichen Einrichtungen und Anlagen ist ein gesellschaftliches Thema, der ist in den letzten Jahren spürbar gesunken“, sagte Büttner. Dabei gehe es nicht nur um Übergriffe etwa auf Bahnpersonal oder andere Fahrgäste, sondern auch um Personen im Gleis – ein regelmäßiger Auslöser von Zugverspätungen oder auch Ausfällen.

    Der Respekt vor öffentlichen Einrichtungen und Anlagen ist ein gesellschaftliches Thema, der ist in den letzten Jahren spürbar gesunken. Heiko Büttner, S-Bahn-Chef

    „Wir verfolgen das bundesweit und tauschen uns aus, etwa in regelmäßigen Arbeitsgruppen mit Bundes- und Landespolizei“, sagte Büttner. An dem gesellschaftlichen Problem könne man kurzfristig nichts ändern, daher konzentrierten sich diese Arbeitsgruppen darauf, die Prozesse zu verbessern, um Strecken schnell wieder freizubekommen. „Da geht es zum Beispiel um mehr Zäune an neuralgischen Stellen“, sagte der neue S-Bahn-Chef.

    Büttner hat den Vorsitz der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin am 1. April übernommen. Davor war er fast zehn Jahre lang Chef der Münchner S-Bahn.

    #Berlin #transport #sans_abris #S-Bahn

  • Wochenmarkt in Prenzlauer Berg : Kontrollierte Vielfalt
    https://taz.de/Wochenmarkt-in-Prenzlauer-Berg/!6175642

    Auf dem Berliner Kollwitzmarkt lässt es sich leben   Foto : Lucia Jost

    Le square Kollwitzplatz à Prenzlauer Berg ressemble à Paris X. ou Bastille avec ses habitants aux salaires à partir de cinq mille Euros et les gentils vendeurs du marché hors de prix. La gentrification y est terminée, elle accompli sa mission de transformation sociale.

    16.5.2026 von Susanne Messmer - Der Kollwitzmarkt gilt vielen als Endgegner der Gentrifizierung. Hier treffen sich Wohlhabende aber auch Berliner Randexistenzen. Ein Marktbesuch.

    A m Rand des Kollwitzmarktes steht ein blitzblanker Benz R107 mit Frankfurter Kennzeichen. Siebzigerjahre-Chrom, Zigarette-im-Aschenbecher-Ästhetik. So ein Auto kostet heute schnell 80.000 Euro, vom Sprit gar nicht zu reden. Ein paar Meter weiter steht ein Rolls-Royce einer Berliner Luxus- und Sportwagenvermietung. Weißer Hochzeitsstrauß auf der Motorhaube. Tagesmiete: 2.999 Euro. Spätestens hier startet normalerweise der Klassenhass.

    Wir befinden uns auf dem Wochenmarkt auf dem Kollwitzplatz im Herzen von Berlins schicken Ortsteil Prenzlauer Berg. Es ist kurz nach zehn, die Sonne schiebt sich langsam durch die Wolken, die ersten Leute bestellen ihren Latte, über den Platz ziehen Fisch-, Obst- und Sesamgerüche. Der Markt wurde viel beschrieben und oft verspottet: als Freiluftzoo der Besserverdienenden. Als Wellnessbereich der Gentrifizierung.

    Und trotzdem lohnt es sich, noch einmal genauer hinzusehen. Denn zwischen Sauerteigbrot, Kuhmilchkäse aus dem Burgund und Schinken aus spanischer Eichelmast wird etwas sichtbar, das weit über Prenzlauer Berg hinausweist: die Frage, warum Menschen sich überhaupt noch freiwillig unter andere Menschen mischen, obwohl inzwischen fast alles digital, kontaktlos und allein funktioniert.

    Auf den ersten Blick bedient der Kollwitzmarkt an diesem Samstagvormittag jedes einzelne Klischee. Der grüne Spargel aus Italien und der Blumenkohl aus Ägypten kosten ungefähr ein Drittel mehr als im Rewe. Die Maultaschen liegen beim doppelten Preis. Die Tortelloni in der Variante Steinpilz mit Honig kosten 3,90 pro hundert Gramm. Wer zu zweit satt werden will, landet schnell bei zwanzig Euro, eher mehr.

    Trotzdem stehen die Leute Schlange. Sie lassen sich Gemüse sorgfältig in braunes Papier wickeln und legen es vorsichtig in ihre Korbtaschen. Manche tragen Leinenhemden in Farben, die vermutlich Sand oder Salbei heißen. Andere führen Hunde spazieren, die aussehen, als würden sie ausschließlich Quark bekommen.
    Illustration einer Ausgabe der wochentaz mit dem Titel „Egal war gestern“

    Viele trinken um elf Uhr das erste und um zwölf das dritte Glas Weißwein oder Aperol Spritz. Manche lachen mit weit aufgerissenem Mund, als wäre selbst Lockerheit inzwischen eine Form von Leistung. Ein Mann mit Panamahut bestellt zwölf irische Felsenaustern und Champagner für 64 Euro. „Wer will denn halb lebendige Tiere essen?“, murmelt ein anderer im Vorbeigehen.

    Eine Bühne für den Prenzlauer Berg im Wandel

    Der Kollwitzmarkt funktioniert wie eine Bühne, auf der Prenzlauer Berg sich selbst beim Leben zusieht, während im Hintergrund jener soziale Austausch weiterarbeitet, der diesen Stadtteil innerhalb von zwei Jahrzehnten fast vollständig umgebaut hat.

    Früher war dieser Kiez Durchgangsstation. Heute bleibt, wer es geschafft hat

    Tatsächlich hat er sich radikaler verändert als viele, die hier auf dem Markt einkaufen, ahnen. Der Soziologe Thomas Dörfler beschreibt Prenzlauer Berg vielleicht am genauesten als Labor der Nachwendezeit. In den Achtzigerjahren lebten hier Künstler*innen, Dissident*innen, Leute aus der DDR-Gegenkultur, viele in heruntergekommenen Altbauwohnungen mit Kohleöfen und geteiltem Klo auf halber Treppe. Nach der Wende kamen zuerst die Kreativen aus dem Westen, später die urbanen Mittelschichten, die Bobos, soll heißen bourgeoisen Bohemians, Yuppies oder Lohas, was für „Lifestyle of Health and Sustainability“ steht.


    Auf dem Markt gibt es was zu essen...   Foto: Lucia Jost
    Verkäufer an einem Marktstand


    ...und auch mal was zu trinken   Foto: Lucia Jost

    Etwa die Hälfte der alten Bewohner*innen verschwand, eine neue Hälfte zog ein.

    Die Zahlen erzählen dieselbe Geschichte. Prenzlauer Berg ist einer der reichsten Ortsteile Berlins und am reichsten sind die Menschen dort am Kollwitzplatz. Die Arbeitslosenquote liegt hier nur bei 2,1 Prozent, das durchschnittliche Gehalt bei knapp 6.000 Euro. In sozial schwächeren Vierteln wie Neukölln liegt die Arbeitslosenquote in manchen Quartieren bis zu zehnmal höher und das durchschnittliche Gehalt bei weit unter 3.000 Euro. Gleichzeitig stabilisiert sich der Prenzlauer Berg immer stärker: Mehr als 61 Prozent der Bewohner*innen wohnen seit mindestens fünf Jahren an derselben Adresse. Früher war dieser Kiez Durchgangsstation. Heute bleibt, wer es geschafft hat.

    Was es gekostet hat, das zu schaffen, meint man in vielen der Gesichter zu sehen, die sich hier amüsieren: Diese angespannte Müdigkeit, als kämen sie entweder gerade aus einem Zoom-Meeting oder müssten in zwanzig Minuten ins nächste. Diese guten Zähne. Diese teuren Brillen. Drei junge Leute freuen sich überschwänglich über Eier aus Brandenburg und über einen Thüringer Wurststand mit frischer Blutwurst, als hätten sie so etwas noch nie gesehen.

    Amerikanischer Akzent, freundlich, entspannt

    Und trotzdem kippt das Bild ständig. Unweit vom Wurststand sitzt ein Paar um die Fünfzig in Second-Hand-Klamotten auf kleinen Hockern. Amerikanischer Akzent, freundlich, entspannt. Sie wohnen direkt am Platz, finden es hier „gemütlich“, wie sie sagen, und vermutlich ist es das auch im Vergleich zu New York oder San Francisco. Beide arbeiten viel. Samstags gehen sie trotzdem runter auf den Markt und lassen das Handy in der Wohnung. „Dann trifft man wenigstens Menschen“, sagen sie. Wind egal. Regen egal. Jeden Samstag hier.

    Eine junge Frau führt Besuch aus Münster herum und trinkt Aperol Spritz. „Den Wocheneinkauf könnte ich mir hier niemals leisten“, sagt sie, erwähnt ihren alten Mietvertrag und lacht ziemlich ehrlich dabei.


    Auf dem Markt finden man zur Würzung des Lebens das passende Kraut...   Foto: Lucia Jost


    ...und noch ein Tässchen Mokka, für den guten Geschmack   Foto: Lucia Jost

    Dann steht da ein Typ mit Basecap und Dreitagebart. Gebürtiger Prenzlauer Berger. Zwischendurch nach Moabit gezogen, inzwischen zurück. „Alle tun immer so, als wäre das hier komplett verloren“, sagt er. „Dabei finde ich den Kiez entspannter als seinen Ruf.“ Er zeigt auf einen kleinen Stand mit seltsamen Seifen.

    Vulvaförmige Seifen und Kakerlaken aus Kronkorken

    Dort verkauft die Berliner Künstlerin LeKrek vulvaförmige Seifenstücke für 17 Euro pro Exemplar. Inspiriert von Mithu Sanyals viel diskutiertem Buch „Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“, erzählt sie. Jede Form basiert auf dem Abdruck einer echten Person. Kleine nachhaltige Skulpturen, die sich langsam beim Duschen auflösen. „Wir müssen das Organ sichtbar machen“, sagt sie. Und dass sie Kunst außerhalb von Museen machen möchte, feministische Kunst, die man einfach aufbrauchen kann.

    Ein paar Meter weiter verkauft Peter, der seinen Nachnamen unwichtig findet, Bleistiftzeichnungen „ohne Absetzen“, wie er sagt und Drahtskulpturen. Kleine Kakerlaken aus plattgedrückten Kronkorken von Cola-Flaschen zum Beispiel. Cokeroaches nennt er sie. Kakerlaken als Symbol für Verfall, Überleben und Berliner Zähigkeit. „Du siehst auf’m Kolle Leute, wo du denkst: schicke Klamotten“, sagt er. „Und dit hat Stil. Die würden niemals Gucci zeigen.“

    Und plötzlich beginnt der Klassenhass zu stottern. Denn auf dem Kollwitzmarkt passiert noch etwas anderes, das sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Leute mit ziemlich viel Geld finanzieren hier ganz nebenbei Existenzen quer, die in anderen Städten längst verschwunden wären: Künstler*innen, kleine Produzenti*nnen, Menschen also, die in den Hochglanzbroschüren über kreative Städte zwar ständig auftauchen, deren tatsächliche Lebensrealität aber meistens prekär bleibt. Eine Art informelle Umverteilung.

    Ein therapeutisch aufgehellter Endzustand kapitalistischer Vereinsamung.

    Marktleiterin Steffi Hendewerk kennt und fördert dieses System sehr präzise. Sie hat den Markt von ihrem Mann Philipp Strube übernommen, einem frühen Prenzlauer-Berg-Pionier aus Nachwendezeit, der Ende der Neunzigerjahre einen der ersten Feinkostläden im Kiez aufbaute und später den Markt. Viele Händler*innen leben bis heute ausschließlich von diesem Ort. Achtzig der ungefähr hundert Stände sind seit Jahren in denselben Händen. „Die Aperolstände sind nötig“, sagt Hendewerk. Sie finanzieren die kleineren Stände mit. Mehr davon wolle sie trotzdem nicht. „Die Mischung muss stimmen.“

    Tatsächlich funktioniert der Markt an dieser Stelle nicht nur wie eine Distinktionsmaschine, sondern wie eine Art Erlebnismarkt für eine saturierte Großstadtbevölkerung, die sich nach analogem Leben sehnt. Leute, denen nachgesagt wird, dass sie gern unter sich bleiben, sitzen plötzlich mit anderen Menschen an Bierbänken und reden über Honig, die AfD in Thüringen oder Iran. Sie treffen Milieus aus anderen Schichten, Zeiten, Breitengraden: Philippinisch am Stand mit gebratenen Nudeln. Japanisch beim Kohlpfannkuchen, Uigurisch bei den Teigtaschen, Arabisch bei den syrischen Süßigkeiten, Feminismus bei den Seifen und Selbstausbeutung bei der Drahtkunst.

    Natürlich bleibt das alles eine sehr kontrollierte Form von Vielfalt. Niemand wird auf dem Kollwitzmarkt ernsthaft mit sozialem Elend konfrontiert. Dafür sind die Preise zu hoch. Aber immerhin entsteht hier noch dosierte Reibung. Es gibt Gerüche. Gespräche. Kleine Irritationen. Das ist in vielen Innenstädten längst nicht mehr selbstverständlich.

    Gegenmodell zur austauschbaren Innenstadt

    Denn klassische Einkaufsstraßen verlieren seit Jahren ihre Funktion. Kaufhäuser sterben. Auch Shoppingmalls kämpfen gegen Onlinehandel und hohe Betriebskosten.

    Innenstädte verwandeln sich vielerorts in austauschbare Zonen aus Kettenläden, Leerstand und Systemgastronomie, durch die Menschen zwar hindurchlaufen, in denen sie sich aber kaum noch wirklich aufhalten. Der Kollwitzmarkt wirkt dagegen fast wie ein Gegenmodell. Beweglich, improvisiert, temporär. Keine Rolltreppenmusik. Keine sterile Mall. Stattdessen Gedränge, Wetter, Fettgeruch, Menschen.

    Die Leute kaufen sich soziale Nähe in biologisch abbaubaren Verpackungen, anstatt sich einfach in den Park zu setzen

    Und trotzdem ist das Ganze natürlich widersprüchlich bis zum Anschlag. Denn der Kollwitzmarkt ist und bleibt eben auch eine freundlich duftende Oberfläche der Gentrifizierung. Ein therapeutisch aufgehellter Endzustand kapitalistischer Vereinsamung. Die Leute kaufen sich hier keine Kartoffeln. Sie kaufen sich soziale Nähe in biologisch abbaubaren Verpackungen, anstatt sich einfach in den Park zu setzen, miteinander zu reden und das Geld, das sie so sparen, an soziale Projekte zu spenden. Aber natürlich funktioniert das so einfach nicht.

    Kurz vor zwei steht eine mittelalte Frau mit raspelkurzen Haaren und blutrotem Lippenstift beim Imker Olaf Nils Dube. Elegant angelt sie vier Pfandgläser aus ihrer winzigen Tasche und lacht mit hoffnungslos verrauchter Stimme. Hinter ihr öffnet jemand die nächste Flasche Crémant. Vor ihr erklärt Dube gerade den Unterschied zwischen Demeterhonig und Industriehonig. Früher arbeitete er im Büro. Bauer konnte er ohne Kapital nicht werden. Also wurde er Imker.

    „Du denkst erst: Was für ’n Schnösel“, sagt er, als die Frau weg ist. „Und dann erzählt dir plötzlich jemand von einem Schicksalsschlag, von einer Krebserkrankung oder irgendeiner anderen Geschichte. Und plötzlich wandelt sich dieses Bild ganz massiv. Das ist eine gute Erfahrung.“

    Der Mercedes aus Frankfurt steht immer noch am Rand des Marktes. Sehr teuer. Sehr absurd. Aber zwischen Honiggläsern, Drahtkakerlaken und vulvaförmigen Seifen wirkt selbst dieses Auto plötzlich eher wie Teil einer seltsamen Berliner Übergangszeit. Einer Zeit, in der die Stadt zwar immer glatter, teurer und kontrollierter geworden ist, gleichzeitig aber verzweifelt nach Orten sucht, an denen Fremde noch miteinander ins Gespräch kommen.

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Kollwitzplatz #gentrification

  • “Surveillance City”

    Directed by Harjant Gill and Pearl Sandhu and featuring Professor Inderpal Grewal, Surveillance City takes viewers on a journey through contemporary #Delhi, narrating a city marked by the extreme inequality resultant of decades of neoliberalism, and highlighting the insidious work of an authoritarian state deploying surveillance and securitisation measures to govern diverse populations and temper unrest. It’s a powerful meditation on masculinism and militarism, populism and patriarchy, the aesthetics and affects of security, nationalism and religion, policing and the law, discourses of terror, fear of the other, the role of the media, but also dissent, protest, and the prospects of democracy in a postcolonial state.

    https://vimeo.com/1149568432?fl=pl&fe=vl


    https://antipodeonline.org/2026/05/13/surveillance-city

    #film #film_documentaire #surveillance #Inde #inégalités #autoritarisme #néolibéralisme #New_Delhi #géographie_urbaine #ville #nationalisme_hindou #nationalisme #minorités #pauvreté #gentrification #enclaves #caméras_de_vidéosurveillance #sécurité #sentiment_de_sécurité #patriarcat #sécuritisation #espace_domestique #masculinité #religion #esthétique #Narendra_Modi #normalisation #émotions #peur #insécurité #lois #lois_coloniales #armée #militaires #policing #réseaux_sociaux #terrorisme #terreur #hindous #homogénéité #géographie #géographie_sociale #classes_sociales #castes #démocratie #Etats_post-coloniaux #colonialisme #répression #droits

    ping @cede

    via @reka

  • Master Poulet : « Arrêtons de surveiller l’assiette des pauvres, réfléchissons à nos pratiques alimentaires » | Mediapart
    https://www.mediapart.fr/journal/politique/070526/master-poulet-arretons-de-surveiller-l-assiette-des-pauvres-reflechissons-

    Au départ, c’est un conflit picrocholin entre le maire d’une ville de banlieue parisienne et une enseigne de restauration à emporter pas chère, spécialisée dans le poulet rôti – halal, et cela n’est pas étranger à l’écho médiatique qu’il a reçu.
    À la fin, c’est devenu une affaire nationale qui dit beaucoup des tensions de la société. Elle a pour théâtre Saint-Ouen-sur-Seine (Seine-Saint-Denis) et pour acteurs l’élu socialiste Karim Bouamrane et la chaîne Master Poulet. 
    Certains aspects politiques et médiatiques de cette bataille sont assez ridicules. Mais les enjeux, eux, sont passionnants : il est en effet question de bonne bouffe ou de « malbouffe », de santé alimentaire, de business et de pouvoir d’achat, de #gentrification urbaine, et de la façon dont les classes populaires et leurs usages culturels, réels ou supposés, alimentent tous les fantasmes d’une partie du pays. 
    Une émission présentée par Mathieu Magnaudeix, préparée avec Adèle Humbert.

    Nos invité·es : 
    Nora Bouazzouni, journaliste indépendante, autrice de Mangez les riches, la lutte des classes passe par l’assiette (Nouriturfu, 2023) ; 
    Anne Clerval, géographe à l’université Gustave-Eiffel, coautrice de Les Naufragés du Grand Paris Express (La Découverte, 2024) ; 
    Jeanne Demoulin, sociologue, coautrice d’Élus des #banlieues populaires (PUF, 2026).

    #alimentation #viande #classes_populaires #Grand_Paris #fast_food #restauration

  • Tasty #crousty, bars à salade ou banquets français : les guerres culturelles de l’alimentation
    https://lvsl.fr/tasty-crousty-bars-a-salade-ou-banquets-francais-les-guerres-culturelles-de-lal

    Succès à l’exportation du « french tacos », vidéos virales de milliers de (très jeunes) clients attendant l’ouverture d’un restaurant de la chaîne Tasty Crousty ou d’un Tema’s Cake, opposition du maire Karim Bouamrame (PS) à l’implantation d’un #Master_Poulet sur sa commune de Saint-Ouen : les nouvelles modes alimentaires déchaînent les passions médiatiques. #malbouffe hexagonale ou succès d’une pop-culture de la restauration rapide, le phénomène est en tout cas massif. Cet apparent paradoxe au pays de la grande cuisine touche à l’un des grands défis politico-culturel de l’époque : l’alimentation populaire.

    #Culture #Canon_français #fast_food #gastronomie #gentrification #Karim_Bouamrane #Shein

  • Milano e Torino sempre più vicine….@0
    https://radioblackout.org/podcast/milano-e-torino-sempre-piu-vicine

    In Italia la crisi abitativa è strutturale: mancano case popolari, gli sfratti restano elevati e il governo come risposta ha introdotto nel Decreto Sicurezza un nuovo reato di occupazione arbitraria oltre che procedure di sgombero più veloci. In questo contesto abbiamo preso come esempio la Milano post Olimpiadi e Torino che è in procinto di […]

    #gentrification #metix_flow #olimpiadi_invenali_2026 #piano_regolatore
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/04/intervista-compagno-offtopic.mp3

  • Big Tech raus aus unseren Städten!
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198979.widerstand-gegen-tech-konzerne-big-tech-raus-aus-unseren-staedten

    Beschleunigen Mietexplosion und Verdrängung gewachsener Nachbarschaften: Ansiedlungen von Unternehmenszentralen wie der von Amazon in Berlin-Friedrichshain Foto: dpa/Fabian Sommer

    Les entreprises multinationales détruisent le tissu social des villes. A la fin on aura des villes marquées par la ségrégation sociale comme Paris et Londres. La tour d’Amazon en est le symbole berlinois.

    14.4.2026 von Niklas Steinke - Für Amazon, Microsoft und Co. sind Städte wie Berlin vor allem eine Ressource für ihre Profite. Widerstand dagegen ist nötig

    Als 2018 der Google Campus in Berlin-Kreuzberg verhindert wurde, war das ein großer Erfolg nachbarschaftlicher Organisierung. In den vergangenen Jahren ist diese Art von Widerstand schwieriger geworden. Denn Big Tech greift mittlerweile auf vielfältige und nicht so offensichtliche Weise in das Leben in den Städten ein. Die Macht von Amazon, Google, Microsoft und Co. steckt heute in Rechenzentren, Plattformen, Stromnetzen und Unternehmenszentralen.

    Auf der »Cables of Resistance«-Konferenz am vergangenen Wochenende in Berlin ging es auch darum, wie Tech-Konzerne Städte umgestalten. Dabei wurde deutlich: Big Tech ist kein guter Nachbar, sondern nutzt Städte für Profite und zerstört Kieze. Vor allem große Unternehmenszentralen tragen massiv zu Verdrängung bei. So hat Amazon 2025 seinen neuen Standort in Berlin bezogen. Die Konzerne nutzen bewusst die benachbarte lebendige Kiezkultur für ihre Zwecke. Es überrascht deshalb nicht, dass der Standortleiter von Amazon in Berlin von einer »Stadt der Vielfalt, der kreativen Energie und der Kollaboration« schwärmt. Dabei trägt die Ansiedlung solcher Unternehmenszentralen dazu bei, dass die Mieten im Umfeld noch stärker steigen und damit genau jene Vielfalt zerstört wird. Denn sie können sich jede Büromiete leisten und zahlen ihren Angestellten hohe Gehälter.

    Hinzu kommt: Internationale Manager*innen bleiben oft nur zwei bis drei Jahre, bevor sie an den nächsten Standort versetzt werden. Kurze Mietverhältnisse erleichtern regelmäßige Mieterhöhungen und zerstören gewachsene nachbarschaftliche Beziehungen. Damit beschleunigen die Konzerne die Verdrängung von Kultur und Anwohner*innen. In San Francisco oder Seattle lassen sich die Folgen beobachten: Straßen werden zu Teststrecken für selbstfahrende Taxis, während Wohnraum unbezahlbar wird und Obdachlosigkeit explodiert.

    Aber selbst dort, wo noch kein Amazon-Tower oder Uber-Platz entstanden ist, verschärfen die Tech-Konzerne Verteilungskonflikte, weil sie auf städtische Ressourcen zugreifen. Zuletzt geriet das Berliner Stromnetz massiv unter Druck, weil neue Rechenzentren, die in und um Berlin entstehen, einen Stromanschluss bekommen sollten. Auch wenn die Rechenzentren oft von spezialisierten Firmen errichtet werden, wird ihre Serverkapazität von Konzernen wie Amazon oder Microsoft angemietet und genutzt. Auf diesen Cloud-Infrastrukturen laufen wiederum viele Plattformen, die tief in den urbanen Alltag eingreifen – von Uber über Lieferando bis zu Immoscout24. Big Tech greift also auch im Hintergrund nach Energie, Stromnetzen und städtischen Räumen.

    2018 wurde in Berlin-Kreuzberg gezeigt, dass Konzerne gestoppt werden können, wenn Nachbar*innen und Initiativen gemeinsam Druck aufbauen. Diese Erfahrung ist heute wichtiger denn je. Denn der Einfluss von Amazon, Google, Microsoft und Co. reicht längst über einzelne Gebäude und Straßenzüge hinaus. Dagegen braucht es heute wieder genau diese Form der Organisierung von unten.

    #Berlin #gentrification #résistance

  • #gentrificazione E SPECULAZIONE URBANA : IL CASO DI #torino
    https://radioblackout.org/podcast/gentrificazione-e-speculazione-urbana-il-caso-di-torino

    In questa puntata i “Saperi Maledetti” hanno continuato a ragionare sulla gentrificazione e sulla speculazione urbana, i cui effetti hanno trasformato radicalmente la nostra cultura urbana. Se il Sud viene ridisegnato a prova di turismo, nel Nord, bacino della produttività, gli investimenti sono incentrati sui #grandi_eventi. La dimensione urbana di Torino sta affrontando enormi […]

    #capitale_della_cultura #comala #reindustrializzazione #settore_bellico
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/03/2026.02.23SaperiMaledettiTorinoCapitaleDellaCultura.mp3

  • Newsroom – Senza Segnale. Calvairate, un’isola nella gentrificazione di Milano
    https://irpimedia.irpi.eu/newsroom-senzasegnale-calvairate

    Dai deserti informativi del Mediterraneo alle trasformazioni urbane della periferia sud-est di Milano: chi racconta i territori quando i media scompaiono? L’articolo Newsroom – Senza Segnale. Calvairate, un’isola nella gentrificazione di Milano proviene da IrpiMedia.

    #Diritti #Informazione

  • Calvairate, l’isola di fronte alla marea della gentrificazione di Milano
    https://irpimedia.irpi.eu/senzasegnaledue-calvairate

    Mentre Milano promette quartieri vivi, inclusivi e brulicanti, a Calvairate vecchi abitanti e lavoratori fanno i conti con sfratti, precarietà e una città che cresce senza di loro L’articolo Calvairate, l’isola di fronte alla marea della gentrificazione di Milano proviene da IrpiMedia.

    #Diritti #Diritto_alla_casa
    https://irpimedia.irpi.eu/public/uploads/2026/02/senzasegnale-calvairate-cover.mp4

  • Berliner Comedian Felix Lobrecht: „Hier werden normale Leute durch Reiche ersetzt“
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/berliner-comedian-felix-lobrecht-hier-werden-normale-leute-durch-re

    5.2.2025 von Enno Kramer - Der angespannte Berliner Wohnungsmarkt macht selbst vor den Türen von Prominenten nicht Halt. Im Podcast erzählt Felix Lobrecht, wie nun auch er betroffen ist.

    Auch prominente Berlinerinnen und Berliner bekommen die Folgen eines angespannten Hauptstadt-Wohnungsmarktes zu spüren. In der aktuellen Folge seines Podcasts „Gemischtes Hack“, den er gemeinsam mit Fernsehmoderator und Comedy-Autor Tommi Schmitt ausrichtet, beschreibt der Comedian Felix Lobrecht, wie er der Gentrifizierung in seinem eigenen Mietshaus nur tatenlos zusehen kann.

    Lobrecht, der in der Neuköllner Gropiusstadt aufgewachsen ist, lebt bereits seit Jahren in einem Mehrfamilienhaus nahe dem Kottbusser Tor in Kreuzberg und schilderte in der Vergangenheit immer wieder, wie gut das Verhältnis zu seinen Nachbarn sei. Nach und nach ziehen diese nun jedoch aus. „Normale Leute werden hier durch reiche Leute ersetzt“, so der gebürtige Berliner. Auslöser sei ein großer Immobilien-Hedgefonds, der eine Wohnung nach der anderen aufkaufe.

    Ein Angebot, das sie nicht ablehnen können

    Das fünfetagige Haus, in dem Lobrecht wohne, habe jahrelang einer einzigen Person gehört, die es „wahrscheinlich irgendwann mal für 80.000 Euro gekauft“ hat. Zwar sei der Zustand der Immobilie zuletzt nur noch „mittelmäßig bis schlecht“ gewesen, doch die Mieten seien bezahlbar geblieben. Das habe sich schlagartig geändert, als der Hedgefonds das Gebäude übernahm.

    Nach dem Kauf habe das Unternehmen allen Mietern „pro forma“ angeboten, ihre Wohnungen, in denen seine Nachbarn zum Teil seit Jahren wohnen, zu erwerben – allerdings zu Preisen, „die sich normale Leute überhaupt nicht leisten können“. Wer das Angebot innerhalb weniger Wochen nicht annehme, so Lobrecht, verliere dennoch seine Wohnung: „Die kaufen das Haus also billig ein und verkaufen jetzt jede Wohnung einzeln.“

    Um die Mieter zu einem Auszug zu bewegen, biete der neue Eigentümer zusätzlich 30.000 Euro an. Der wirtschaftliche Hintergrund sei klar: „Du kannst eine unvermietete Wohnung buchstäblich doppelt so teuer verkaufen.“ Nach dem Auszug könne der Eigentümer die Böden erneuern, „10.000 bis 20.000 Euro“ in kleinere Modernisierungen investieren – und die Wohnung anschließend für „das Vierfache“ weiterverkaufen oder vermieten.

    An einem konkreten Beispiel rechnet Lobrecht vor, wie profitabel dieses Vorgehen sei: „Du kaufst die Wohnung für 150.000 Euro, wirfst die Leute für 30.000 Euro raus, steckst 20.000 Euro in die Modernisierung und landest bei 200.000 Euro. Dann verkaufst du sie für 500.000 Euro – ohne wirklich etwas geleistet zu haben.“

    Felix Lobrecht: „Das ist totale Scheiße!“

    Für den 37-jährigen Comedian habe das unmittelbare Folgen: Sein gesamtes direktes Umfeld ändere sich. Auf die Nachfrage Schmitts, ob die Mieter das Angebot „dankend“ annehmen würden, antwortet Lobrecht: „Meine ganze Nachbarschaft zieht aus!“ Nach und nach kauften Privatpersonen die Wohnungen dem Hedgefonds ab, meldeten Eigenbedarf an oder erhöhten die Mieten „ins Gnadenlose“, bis sich niemand mehr halten könne.

    „Das ist totale Scheiße! Dieser Hedgefonds kommt da einfach an mit unendlich viel Kapital und macht einfach das Doppelte daraus – ohne etwas dafür zu leisten. Ich finde das unfassbar“, so der Comedian. Für ihn steht der Fall exemplarisch für den gegenwärtigen Zustand des Berliner Wohnungsmarkts: „Das passiert aktuell überall.“ Die 30.000 Euro Abfindung seien zwar ein Anreiz, in den meisten Fällen jedoch kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wenn das überall so läuft, findest du hier bald überhaupt keine Wohnung mehr.“

    Langfristig drohe Berlin, so Lobrecht, zu einer austauschbaren Metropole in Europa zu werden: „Auf lange Sicht sieht die Innenstadt dann so aus wie in all den anderen Kack-Metropolen.“ Irgendwann könne man nicht mehr unterscheiden, ob man sich in Paris, London oder Berlin befinde. „Die Leute machen doch die Stadt“, sagt er. Wenn sich nur noch „Internationals und IT-Idioten“ das Wohnen im Ring leisten könnten, habe das nichts mehr mit Berlin zu tun. Auf seine gewohnt ironisch-spitze Art fragt er: „Warum spielt Kai Wegner Tennis und kümmert sich nicht um so etwas?“

    Im Laufe des Gesprächs steigert sich der Comedian weiter in Rage. Während eines zweiwöchigen Verkaufszeitraums seien im Hausflur plötzlich „Sanierungsarbeiten“ begonnen worden. Um potenziellen Käufern zu zeigen: Hier passiert etwas. Kaum sei die Frist abgelaufen, hätten die Handwerker ihre Arbeit allerdings sofort eingestellt. „Jetzt ist es eine einzige Baustelle“, so Lobrecht.

    Sowohl er als auch Schmitt fragen sich, warum vereinzelt Großstädte in Europa vergleichsweise günstigen Wohnraum anbieten können, während dies in Berlin scheinbar unmöglich sei. „Die Wiener kriegen das doch ganz gut hin“, merkt der Fernsehmoderator und Autor an. Lobrecht ergänzt zynisch: „Soll mir mal irgendein Politiker erklären, warum es so schwierig ist, Wohnungen zu bauen.“ Schließlich habe man das früher auch geschafft.

    #Berlin #gentrification

  • #airbnb e Gentrificazione – 09/01/26@0
    https://radioblackout.org/podcast/airbnb-e-gentrificazione-metix-flow-09-01-26

    In una delle ultime puntate del 2025 abbiamo provato a spiegare come il nuovo Piano regolatore del Comune di Torino porterà alla svendita completa della città al miglior offerente, senza alcuna considerazione per chi nella nostra città non viene per un turismo mordi e fuggi, ma ci vive quotidianamente. Abbiamo parlato di come l’obiettivo del […]

    #lotta_per_la_casa #palestina
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/01/puntata-intera.mp3

  • Anwohner im Neuköllner Schillerkiez : „Ich traue mich nachts nicht mehr aus dem Haus“
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/anwohner-im-neukoellner-schillerkiez-ich-traue-mich-nachts-nicht-me

    Berlin comme proie de drogues et de gentrification. Un quartier se transforme en terrain inhabitable.

    2.12.2025 von Marcus Weingärtner - Vom Vorzeigekiez zum Problemfall: Das Viertel rund um die Schillerpromenade ist zu einem Drogen- und Kriminalitäts-Hotspot geworden. Ein Anwohner berichtet von den verheerenden Zuständen.

    Timo S.* ist kein ängstlicher Typ. Der kräftige Mann aus Sachsen, 41, lebt mit seiner Freundin unweit der Neuköllner Schillerpromenade zwischen Tempelhofer Feld und Hermannstraße. Als S. von der Sonnenallee hierherzog, war der Schillerkiez ein ruhiges Viertel, das begann, sich zu gentrifizieren: Kleine Familien, Studenten, Künstler und ein großer Anteil an arabischstämmigen Ausländern teilten sich das Viertel, das nach der Schließung des Flughafens im Jahr 2008 eine Aufwertung erfuhr.

    S. lebt hier seit fünf Jahren und beobachtet seit längerem zunehmende Gewalt und Drogenkonsum an den U-Bahnhöfen Leine- und Boddinstraße, im nahe gelegenen Anita-Berber-Park und vermehrt auch direkt in seiner Straße. In seinem Treppenhaus campieren regelmäßig Junkies, konsumieren Drogen und verhalten sich aggressiv.

    „Sie laufen abends durch die Straßen und treten gegen die Haustüren, um zu sehen, wo sie reinkönnen. Man riecht es sofort, wenn sie im Treppenhaus sind, aber bis die Polizei da ist, sind sie meistens verschwunden“, erzählt S. im Interview mit der Berliner Zeitung. Wir haben ihn in einem Neuköllner Café getroffen, wo er über die Zustände in seinem Viertel redet: „Die Stadt hat uns alleingelassen“, sagt er.

    Herr S., seit wann leben Sie im Neuköllner Schillerkiez?Ich bin 2007 aus Sachsen nach Berlin gekommen und vor fünf Jahren zu meiner Freundin in den Schillerkiez gezogen, sie lebt hier seit rund zwölf Jahren. Hier war es ruhig, man bekam immer einen Parkplatz, was wichtig ist, denn ich brauche beruflich ein Auto. Mir gefiel es hier, ich kannte den Kiez ja schon länger durch meine Beziehung. Unsere Wohnung ist zwar nicht besonders groß, aber mit 500 Euro Warmmiete erschwinglich. Ich dachte, hier könnten wir gut leben.

    Davor habe ich an der Sonnenallee gelebt. Da war es mir zu laut und die Stimmung dort ist sehr, sagen wir, antideutsch. Ich wurde regelmäßig dumm angequatscht, wenn ich an Cafés auf der Sonnenallee oder der Pannierstraße vorbeilief. Der Schillerkiez war das genaue Gegenteil der Sonnenallee.

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    Drogenkonsumenten vor dem U-Bahnhof Leinestraße in Neukölln im Sommer.Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

    Was genau meinen Sie?Es war ein ruhiges Viertel, es gab ausreichend Parkplätze, die Stimmung war friedlich. Es war einfach schön, hier zu leben. Und der Kiez war begehrt, denn der Streifen zwischen Hermannstraße und Tempelhofer Feld liegt sehr zentral. Der Schillerkiez war eine Insel, Neuköllner Arbeitermilieu, ruhig und nett. Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt.

    Wann haben die Veränderungen begonnen, wann haben Sie aufgehört, sich in Ihrem Kiez wohlzufühlen?

    Das begann schleichend. Genau genommen hat es schon angefangen, bevor ich bei meiner Freundin eingezogen bin. Am Anfang, also so vor zehn, zwölf Jahren, sah es noch gut aus, viele Wohnungen wurden saniert und plötzlich sah man Menschen, die gut und auch teuer gekleidet schienen.

    Was noch nichts Schlechtes ist. Wann kippte das?

    Die Eröffnung des Anita-Berber-Parks hat den Kiez krass verändert. Tagsüber kann man da immer noch recht problemlos durchgehen, der Park verbindet ja die großen Straßen und das ist ganz praktisch. Aber nachts würde ich da keinen Fuß mehr reinsetzen. Im Sommer ist die Grünfläche auch nachts voller Junkies, überall liegt Müll und Alufolie, die vom Crackrauchen übrig geblieben ist. Manchmal hängen da so richtig süßliche Wolken in der Luft, der Geruch hängt auch in den U-Bahnhöfen. Man kann den Crackrauch von weitem riechen. Die Junkies mussten nicht mehr am U-Bahnhof Schönleinstraße oder Hermannstraße rumhängen, sondern konnten ungestört im Park fixen oder rauchen. Sie kaufen ihren Stoff am Bahnhof Hermannstraße und gehen dann in den Park. Oder sie schlafen in den U-Bahnhöfen, egal zu welcher Tageszeit, sie sind immer da. In der Leinestraße noch mehr als in der Boddinstraße, weil man da bei Kontrollen direkt in den Park abhauen kann.

    Der Drogenkonsum an diesen Bahnhöfen und den umliegenden Vierteln ist aber nichts Neues.Nein, aber die Art der Drogen hat sich verändert. Früher gab es Heroin-Junkies, die wollten ihre Ruhe, wenn sie drauf waren. Die Junkies, die jetzt hier rumhängen, die zwischen den Autos und im Park konsumieren, rauchen Crack oder Crystal Meth. Die sind sehr aggressiv, laut und oft bedrohlich. Sie glauben nicht, wie oft ich hier die Straßenseite wechseln muss, auch am helllichten Tag. Diese Leute sind komplett unberechenbar.

    Der Park scheint also das Hauptproblem zu sein.

    Ja, wie ich im RBB gesehen habe, ist aber nicht die Stadt verantwortlich, sondern die Autobahngesellschaft. Es gibt in diesem Park kaum Kontrollen, man sieht da selten Polizei wie im Görlitzer Park oder der Hasenheide. Die Stadt ist da fein raus, sie hat uns im Schillerkiez alleingelassen, und die Autobahngesellschaft kümmert sich nicht um den Anita-Berber-Park.

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    Vermüllt: der Anita-Berber-Park im September dieses Jahres. Der Park gehört zum Schillerkiez.Privat

    Aber müssen Sie denn durch den Park?

    Nein, würde ich auch nach 16 Uhr niemandem raten. Das Problem ist: Die Junkies verlassen den Park am Abend im Winter ja auch nicht. Oder sie konsumieren sie auf der Schillerpromenade zwischen den Autos oder stehen zu mehreren um die Laternen herum – und es werden immer mehr. Im Sommer habe ich auf dem Weg zum Bahnhof Leinestraße sicherlich fünf Junkies gesehen, die zwischen den Autos hockten und Crack rauchten oder sich eine Spritze setzten.

    Fühlen Sie sich eingeschränkt in Ihrem Alltagsleben?

    „Eingeschränkt“ ist eine hübsche Umschreibung. Hier marodieren abends Junkies durch den Kiez und treten gegen jede Haustür, um zu sehen, wo sie sich Einlass verschaffen können. Dann konsumieren sie im Treppenhaus, wo sie ungestört sind. Das höre ich von meinem Balkon aus regelmäßig, das Treten gegen die Türen, das Rumgebrüll. Auch bei uns im Haus saßen schon mehrfach Junkies. Die Tür war zwar abgeschlossen, aber das ist ein Altbau – wenn man nur lange genug dagegentritt, springt die Tür halt irgendwann auf.

    Haben Sie nicht die Polizei gerufen?

    Doch, aber bis die eingetroffen war, waren die Junkies längst verschwunden.

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    Schon kurz nach seiner Eröffnung wurde der Park zum Drogenumschlagplatz, wie dieses Foto von 2018 zeigt.dpa

    Die Bedrohung dringt aus dem öffentlichen Raum in Ihr Privatleben ein.

    So könnte man das sagen. Hier spielen sich regelmäßig die irrsten Szenen ab. Vor ein paar Wochen hat ein offensichtlich Verwirrter versucht, in eine Wohnung in einem Nachbarhaus einzudringen. Die Bewohner haben es geschafft, die Situation zu deeskalieren. Die Polizei konnte nichts tun, weil niemand Anzeige erstatten wollte. Also lieferten sich herbeigerufene Sanitäter und der Mann eine anderthalbstündige Katz-und-Maus-Jagd zwischen den Autos. Vom Balkon aus war das wie im Kino.

    Wut verboten: Oxford-Elite stellt „Rage Bait“ an den Pranger – was kommt als Nächstes?

    Wurden Sie auch schon bedroht?Ja, am Bahnhof Leinestraße sind mir Junkies hinterhergerannt, weil ich eine Sekunde zu lang in ihre Richtung geschaut habe. Das war schon bedrohlich. Man gewöhnt sich hier auch solche Schutzmechanismen an. Am Bahnhof gehe ich zum Beispiel nie im Gedränge die Treppen rauf. Zweimal schon spürte ich, wie jemand seine Hand in meine Jackentasche schob. Ich habe den dann mit dem Ellenbogen weggeboxt, aber mittlerweile halte ich Abstand.

    Was schwierig ist: Vor ein paar Wochen musste ich am U-Bahnhof Leinestraße an einer Gruppe von Junkies vorbei, die sich mit einer anderen Gruppe stritt – das waren insgesamt sicherlich 30 Leute. Aus der einen Gruppe flog plötzlich eine Flasche, die direkt vor meinen Füßen knallte. Die Glassplitter flogen bis an meine Knie. Ich habe aber nur die Wahl zwischen den Bahnhöfen Boddinstraße und Leinestraße, wenn ich nicht das Auto nehmen will.

    Sie wirken aber nicht sehr ängstlich.

    Das stimmt, aber wenn ich mal mit den Öffentlichen zur Arbeit gefahren bin, dann ist mir auf dem Nachhauseweg schon die letzte halbe Stunde mulmig. Es ist immer irgendwas, und ich fühle mich auch bedroht. Im Winter überlege ich schon dreimal, ob ich am späteren Nachmittag noch mal einkaufen gehe oder nicht. Ich gehe auch nicht mehr entspannt aus. Undenkbar, nach einem Kneipenabend ein bisschen angeschickert hier durch den Kiez zu spazieren. Ich bin hier immer auf der Hut. Und wenn ich mit dem Uber nach Hause fahre, weiß ich ja immer noch nicht, was mich im Hausflur erwartet – ob vielleicht ein paar Junkies hier pennen oder ich mit dem Messer bedroht werde.

    Unternimmt die Polizei nichts gegen diese Situation?

    Doch, seit ein paar Wochen stehen vermehrt Einsatzwagen vor einem Café in der Nähe der Leinestraße. Da wurde immer gedealt. Man konnte immer genau erkennen, wer der Dealer ist – meist ein unauffälliger Typ, der die Junkies versorgte. Der wurde alle paar Wochen ausgetauscht. Im Moment steht da natürlich keiner mehr, aber das verlagert das Problem ja nur. Ähnlich wie im Görlitzer Park, wo es auch Polizeikontrollen gibt. Dann verschwinden die Dealer und ihre Kunden eben aus dem Park in eine der Seitenstraßen, bis die Luft wieder rein ist.

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    Die Neuköllner Schillerpromenade zwischen Hermannstraße und Tempelhofer FeldErik-Jan Ouwerkerk/Senatsverwalt

    Woher wissen Sie das so genau?

    Ich habe viele Freunde, die da wohnen. Die haben mir das schon vor Jahren erzählt. Damals waren solche Zustände hier im Schillerkiez in diesem Ausmaß noch undenkbar. Und man entwickelt so eine Art Sensor. Ich bin auf der Straße übersensibel, andere Menschen nehmen das vielleicht so wahr, aber bei mir ist immer Alarm.

    Haben Sie mal überlegt, den Kiez zu verlassen?Ja, natürlich. Aber wir können uns keine Wohnung in einem anderen Bezirk leisten. Die würde mehr als dreimal so viel kosten, und meine Freundin und ich verdienen dafür einfach nicht genug. Wir müssen also bleiben. Ich kann nur hoffen, dass die Situation hier von der Stadt ernster genommen wird und sie die Autobahngesellschaft oder eben die Verantwortlichen zwingt, etwas zu tun. Wer hier lebt, der ist einer ständigen Bedrohung ausgesetzt. Ich fühle mich hier unsicher, und es kann so nicht weitergehen.

    *Timo S. möchte anonym bleiben. Die Redaktion kennt seinen richtigen Namen und seine Adresse.

    #Berlin #Neukölln #Schillerpromenade #Weisesteaße #drogues #gentrification #Uber

  • Critique de l’urbanisme et politiques de la domination
    https://ecologiesocialeetcommunalisme.org/2025/11/02/critique-de-lurbanisme-et-politiques-de-la-domination

    Depuis toujours, la cité fut terrain d’affrontement historique et stratégique entre dominants et ceux qui voulaient qu’elle soit espace de liberté et de rencontre, de dialogue et de démocratie directe. Ainsi, il fallut malgré tout près de 150 ans à la domination marchande pour, par exemple, assassiner Paris ; réduire cette splendide place forte de […] L’article Critique de l’urbanisme et politiques de la domination est apparu en premier sur Atelier d’Écologie Sociale et Communalisme.

    #Orientation_bibliographique #Dominations #Gentrification #Politiques_de_la_dolination #Théorie_critique_du_capitalisme #Ubanisme

  • Critique de l’urbanisme et politiques de la domination
    https://ecologiesocialeetcommunalisme.org/2025/10/30/critique-de-lurbanisme-et-politiques-de-la-domination

    Depuis toujours, la cité fut terrain d’affrontement historique et stratégique entre dominants et ceux qui voulaient qu’elle soit espace de liberté et de rencontre, de dialogue et de démocratie directe. Ainsi, il fallut malgré tout près de 150 ans à la domination marchande pour, par exemple, assassiner Paris ; réduire cette splendide place forte de […] L’article Critique de l’urbanisme et politiques de la domination est apparu en premier sur Atelier d’Écologie Sociale et Communalisme.

    #Orientation_bibliographique #Cité #Dominations #Gentrification #Surveillance #Théorie_critique_du_capitalisme #Ubanisation

  • Pankower Schule gewinnt den Deutschen Schulpreis : Was sie so besonders macht
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/pankower-schule-gewinnt-den-deutschen-schulpreis-li.2359633

    La meilleure école d’Allemagne est le produit de trente ans de gentrification et de beaucoup d’engagement pédagogique. Au fond c’est toujours une institution de triage social, alors la Fondation Robert Bosch peut compter sur plein de petits roues à dents pour l’engrenage capitaliste. Le type d’écile primée produit des adolesvents moins traumatisés qie le modèle classique avec son bachotage et sa discipline prussienne. C’est pas mal mais c’est loin de l"apprentissage de la liberté dsns une vraie école libre et antiautoritaire.

    39.9.2025 von Stefanie Hildebrandt - Schule kann schön sein und funktionieren. Wie eine Berliner Schule das Hauptstadtklischee überwand.

    Die Maria-Leo-Grundschule in Prenzlauer Berg ist eine von 376 staatlichen Grundschulen in Berlin. Vergessen Sie ganz schnell das Bild, das jetzt vielleicht in Ihrem Kopf erscheint. Keine Bauarbeiten, kein Ekelklo, kein Frontalunterricht in vollen Klassen. Hier auf dem Campus in der Conrad-Blenkle-Straße ist alles anders.

    Die Schule ist zwar eine staatliche Grundschule, orientiert sich in ihrer Pädagogik aber stark an den Ideen Maria Montessoris. Kinder lernen hier selbstbestimmt und in ihrem eigenen Tempo. Genau deshalb hat die Maria-Leo-Grundschule an diesem Dienstag den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung gewonnen.

    In der Schule haben sich die Kinder und Lehrer mit Popcorn und Schul-T-Shirts zum Public Viewing der Preisverleihung versammelt. Der Jubel ist riesig, als ihre Schule als Siegerschule aus Berlin verkündet wird. Die Löwen und Löwinnen sind zu Recht mächtig stolz.

    Denn was die Schulleiterin Sandra Scheffel und ihr Team hier in sehr kurzer Zeit an Schulentwicklung geleistet haben, ist beeindruckend. Der helle Holzneubau am Velodrom wurde erst im August 2023 eröffnet, als erste Compartmentschule der Stadt. Ein völlig neues Prinzip – zunächst einmal architektonisch: Statt in abgeschlossenen Klassenräumen entlang von Fluren lernen die Kinder hier in vielseitigen und flexiblen Landschaften.
    Lernen im Aquarium oder im Dschungelraum

    Da gibt es Podeste, Kletterbäume, Lümmelecken, das Aquarium, abgetrennt durch Glasscheiben, fürs stille Arbeiten, Labore, einen Bauraum, einen Dschungelraum. Zonierte Lernlandschaften für unterschiedlichste Bedürfnisse: Hier passt sich der Raum den Kindern an, nicht umgekehrt. Wer auf dem Bauch liegend lesen will, tut es ganz selbstverständlich.

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    Die Schulleiterin Sandra Scheffel hat in harter Arbeit mit dem Team ihre Visionen von guter Schule umgesetzt.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Es gibt etwa 15 Compartmentschulen in Berlin, aber „anderswo sind die großen Glasfensterscheiben zugeklebt, weil die Lehrer sich nicht reingucken lassen wollen“, sagt Sandra Scheffel. „Wir haben den Raum hier mit Leben gefüllt.“

    Wo fast grenzenlose architektonische Möglichkeiten auf pädagogische Inhalte treffen, die wegweisend sein können, ist es an einem gewöhnlichen Vormittag erstaunlich still beim Lernen. Die Kinder sind konzentriert. Ein Mädchen hat sich mit Kopfhörern und Tablet unter eine Bank verkrümelt. In einem der Aquarien übt eine Lernbegleiterin, wie die Lehrer hier heißen, mit einer Schülerin eins zu eins Silbenklatschen, während sich zwei Mädchen auf einem Sitzpolster gegenseitig vorlesen.

    Kloß im Hals vor lauter Schönheit

    Auf wieder einer anderen Freifläche singen viele Kinder gemeinsam „Ich bin ich, mich gibt’s nur einmal“. Wer andere Berliner Schulen kennt, hat spätestens jetzt vor lauter Rührung und Begeisterung einen Kloß im Hals. Das hier sollte der Standard sein, überall in der Stadt, besonders in den Brennpunkten. Schule sollte nicht länger die bestmögliche Verwaltung von Mangel unter hohem Einsatz persönlicher Ressourcen sein, wie sie anderswo betrieben wird.

    In den Räumen der Maria-Leo-Schule – jeder sieht anders aus – gibt es aufbereitetes Material als Input für die Kinder. Wann sie was lernen, entscheiden sie in Anlehnung an Elemente der Pädagogik Maria Montessoris selber. Bücher sind verlockend auf Display-Regalen aufgebaut, Tablets stehen in Rollschränkchen auf dem Flur. Lernblätter und Materialien sind so greifbar, dass man am liebsten selber sofort loslegen möchte.

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    Die Maria-Leo-Grundschule hat den Deutschen Schulpreis 2025 gewonnen.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Welche Ziele die Kinder in einer Woche erreichen wollen, halten sie in ihrem selbst gestalteten Brückenheft fest. „Es ist die Brücke zwischen Schule und zu Hause“, erklärt Sandra Scheffel. Damit alle an einem Strang ziehen können, wenn es heißt: Wie kann ich dich beim Erreichen deiner Zeile unterstützen?

    Keimzelle in der marodesten Schule Berlins

    Es ist zugleich bezeichnend und höchst motivierend, dass das preisgekrönte Konzept seinen gedanklichen Anfang in der Berliner Schulhölle nahm. Ein Jahr lang waren Sandra Scheffel und ihr noch kleines Team nämlich als Filiale einer anderen Grundschule in der Schule am Europasportpark untergekommen. „Wir haben in dem maroden Bau Kaugummis von 1980 von den Bänken gekratzt“, erzählt sie. „Aber es war ein wunderbares Jahr.“ Denn hier nahm die Idee vom selbstbestimmten Lernen nach der Lernhausmethode erste Formen an. „Das war die Keimzelle“, sagt Scheffel. Und ja, das Konzept sei auf jede andere Schule übertragbar, auch wenn die exorbitant tolle Ausstattung der Maria-Leo-Grundschule fehlt. „Jeder Lernraum kann ein Lernatelier werden.“

    Schule mit Visionen

    „Schule im Aufbau ist anstrengend“, sagt Sandra Scheffel, die jetzt die Früchte harter Teamarbeit einfährt, „aber wir hatten Visionen.“ Immer habe sie dabei auch das Vertrauen der Schulaufsicht genossen, die die Entwicklung der Schule zu dem, was sie heute ist, begleitete. Vergleichsarbeiten zeigen außerdem, dass das Konzept aufgeht. Man liege über dem Durchschnitt. Und das Wichtigste: „Wir haben hier glückliche Kinder.“

    Es beruhigend, dass die Träume der Schüler an einer solchen Überflieger-Schule denen von anderen Grundschülern am Ende doch sehr ähneln: „Mit 18 wohne ich mit meiner besten Freundin in einer WG und habe eine Katze“, schreibt ein Mädchen. Ein Junge will Spieleentwickler werden, der nächste Basketballprofi bei den L.A. Lakers. Auch eine Weltreise oder ein Studium samt Nebenjob in einem Buchladen streben die Schüler an.

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    Die Maria-Leo-Grundschule ist eine musikbetonte Schule. Die Kinder können verschiedene Instrumente lernen.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Die Schulleiterin Sandra Scheffel und ihr Team schaffen Strukturen, in denen die Schüler sich das nötige Rüstzeug aneignen können. Dabei wollte Scheffel eigentlich nie Schulleiterin werden. „Aber man fängt an, Dinge zu verändern, wenn man eine Not hat. Wir haben Dinge verändert.“

    „Unsere Schule ist ein Dorf“

    „Unsere Schule ist ein Dorf“, heißt es gleich zu Beginn auf der Website der Schule. Es ist gut möglich, dass engagierte Eltern nun ihren Wohnsitz in den Einzugsbereich der ganz normalen staatlichen Schule verlegen, wenn das Kind ins Grundschulalter kommt. Es gibt bereits jetzt eine lange Warteliste, alle wollen in die Lerngruppen des Dorfes, deren klingende Namen Wilde Möhre, Rittersporn oder Löwenmäulchen die Stadt vergessen lassen.

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    Langsam, leise, friedlich, freundlich – das sind die vier Grundprinzipien, an die sich jeder halten muss.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Schule von den Schülern her gedacht

    „Wie von einem anderen Stern“, so beschrieb ein Journalistenkollege die Schule bei einem ersten Besuch im Mai. Damals war gerade ein Vertreter der Schulpreis-Jury vor Ort, prüfte die Schule auf Herz und Nieren. „Engagierte Pädagogen denken den Unterricht und das gesamte System von der Schülerschaft her. Das ist für manche Lehrkräfte dann auch die überraschende Erkenntnis: Wenn die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gestellt werden und es denen gut geht, dann geht es auch den Lehrkräften gut“, lautete damals das Fazit des Profis.

    Zur Jury gehören neben Lehrern auch Schulverwalter und Bildungsforscher. Der Deutsche Schulpreis gilt als der renommierteste unter den Schulauszeichnungen. Die Konzepte, die mit dem Preis gewürdigt werden, sollen viele Nachahmer finden und als Inspiration für gute, moderne Bildung dienen.

    Sandra Scheffel hat sich schon Gedanken gemacht, wie sie die vielen Interessenten, die nun zu erwarten sind, durch das Haus führen will. Hausschuhe muss man anziehen, und es gibt eine digitale Schnitzeljagd per App. Es wird Hospitationstage geben, damit der Schulalltag nicht allzu sehr leidet. Die Besucher werden dann am schwarzen Flügel am Sekretariat vorbeikommen, auf dem ein Schild einlädt: „Spiel mit mir.“ Es kann manchmal ganz einfach sein.

    #Allemagne #Berlin #Prenzlauer_Berg #école #gentrification #Maria_Montessori

  • Ce que les gentrifieuses disent des quartiers riches
    https://metropolitiques.eu/Ce-que-les-gentrifieuses-disent-des-quartiers-riches.html

    Pourquoi les #femmes des classes moyennes déclarent-elles se sentir plus en sécurité dans les quartiers mélangés de la capitale que dans ses beaux quartiers ? Clément Rivière montre que les perceptions féminines des espaces publics peuvent déjouer les représentations socialement dominantes. Que disent les gentrifieuses des quartiers riches ? L’intérêt de cette question m’est apparu avec la récurrence de l’évocation des « beaux quartiers » (Pinçon et Pinçon-Charlot 1989) en tant qu’espaces associés à la « #Terrains

    / #Île-de-France, #bourgeoisie, #espace_public, femmes, #genre, #gentrification, #Paris

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-riviere.pdf

  • Plantation et nouvelles des Ronces
    https://nantes.indymedia.org/posts/145437/plantation-et-nouvelles-des-ronces

    Le printemps pointe le bout de son nez, toute notre énergie est maintenant tournée vers les plantations estivales et la vie du jardin. Nous voulions cependant prendre un moment pour vous raconter tout le travail qui a été réalisé ces derniers mois. Des centaines d’arbres ont été plantés, métamorphosant…

    #Ecologie #Gentrification #Résistance #squat #Urbanisation #Jardin_des_ronces #Nantes #Local

  • NOTE de la Plate-forme logement pour touTEs : Cherté et crise du logement
    https://www.droitaulogement.org/2025/03/note-de-la-plate-forme-logement-pour-toutes-cherte-et-crise-du-loge

    [N]ote d’analyse économique, relative à la crise du logement, ses causes et ses effets, réalisée par Pierre Concialdi, économiste, avec la plate-forme logement pour touTEs.

    Sommaire
    1. Des logements de plus en plus chers
    2. Des prix tirés par la spéculation foncière
    3. L’immobilier de rapport : un patrimoine fortement concentré
    4. De plus en plus de logements vacants malgré une crise d’offre
    5. L’envolée des loyers et des profits associés
    6. Chute des aides au logement depuis 2017
    7. L’État, générateur et profiteur du logement cher
    8. Paupérisation des locataires et hausse des taux d’effort
    9. Un nombre record d’expulsions en 2022

    #logement #logement_social #propriété_privée #locataires #loyers #crise_du_logement #allocation_logement #expulsion #droit_au_logement #APL #fiscalité #sans_abris #mal_logés #DALO #prioritaires_DALO #cadeaux_fiscaux #gentrification #rente_foncière #spéculation

    • Crise du logement : les impayés de loyers augmentent, les expulsions explosent en 2024
      https://www.europe1.fr/societe/crise-du-logement-les-impayes-de-loyers-augmentent-les-expulsions-explosent-

      Signe de l’aggravation de la crise du logement en France, les commissaires de justice ont constaté en 2024 une explosion des expulsions de locataires, en hausse de 87% sur un an, et des procédures juridiques pour #impayés de loyers toujours plus nombreuses.

      L’année dernière, 24.000 procès-verbaux d’expulsion de ménages ont été délivrés, contre 12.825 en 2023, selon des chiffres présentés jeudi par la Chambre nationale des commissaires de justice.

      Régis Granier, vice-président de la Chambre nationale des commissaires de justice, explique cette hausse par "une purge des dossiers bloqués par le Covid". A laquelle s’ajoute une "problématique de pouvoir d’achat et de crise du logement", selon Benoît Santoire, président de la chambre.

      Expulsions en forte hausse, loyers et charges de copropriété impayés… la crise du logement s’est aggravée en 2024
      https://www.leparisien.fr/immobilier/expulsions-en-forte-hausse-loyers-et-charges-de-copropriete-impayes-la-cr

      19 023 expulsions en présence des forces de l’ordre en France en 2023, soit 17 % de plus que l’année précédente.

    • UN LOGEMENT DÉCENT, STABLE, ABORDABLE POUR TOUTES ET TOUS ! NON AUX EXPULSIONS ET AU LOGEMENT CHER !
      https://www.ldh-france.org/un-logement-decent-stable-abordable-pour-toutes-et-tous-non-aux-expulsio

      Jamais depuis 50 ans, il n’y a eu autant de locataires menacé-es d’expulsion à l’approche de la fin de la trêve hivernale, ni autant de demandes HLM (2,6 millions), de mal-logé-es (4,2 millions), ni autant de sans-abris (350 000 dont des femmes, des enfants, des retraité-es…). Beaucoup de résident·es de foyers de travailleurs ou résidences sociales sont expulsé-es pour hébergement d’un·e proche.

      Non seulement les APL ont baissé et les prix de l’énergie ont flambé, mais depuis fin 2023, les loyers augmentent plus vite que l’inflation et les revenus ! Ainsi les locataires HLM et beaucoup de locataires du privé subissent en 2025 plus de 3% de hausse de loyer, alors que l’inflation se rapproche des 1%… Comparé aux loyers de 2023, les locataires et les résident-es paieront en 2025 un 13e mois de loyer en plus !
      Les jugements d’expulsions et les expulsions forcées sont massifs. Depuis la #loi_Kasbarian-Bergé, les locataires refusant de « s’auto-expulser » peuvent même être condamné·es à une amende pénale et les occupant·es sans titre de logements vacants sont mis·es à la rue, sans jugement, même en hiver !

  • Sans titre
    https://nantes.indymedia.org/tumbles/142552/142552

    NOUS PORTONS PLAINTE CONTRE #Nantes METROPOLE En février 2024, le Tribunal Administratif de Nantes a jugé illégal l’arrêté d’Autorisation environnementale de la ZAC et enjoint Nantes Métropole Aménagement (NMA) à mettre en place les mesures de compensation environnementales des destructions de la faune et de la flore dès la phase…

    #Ecologie #Gentrification #Nantes_nécropole #Urbanisation

  • Olimpiadi. 14 manifestazioni contro lo scempio
    https://radioblackout.org/2025/02/olimpiadi-14-manifestazioni-contro-lo-scempio

    Sono 14 le località dove il 9 febbraio si sono tenute manifestazioni contro le Olimpiadi invernali e il modello di “sviluppo” di cui sono l’emblema. Le iniziative, che vi abbiamo presentato la scorsa settimana, sono state promosse dall’APE – Associazione Proletari Escursionisti e dall CIO – Comitato Insostenibili Olimpiadi hanno avuto un’ampia partecipazione. Dicono i […]

    #L'informazione_di_Blackout #bormio #gentrification #momtagna_parco_giochi #olimpiadi_invenali_2026
    https://cdn.radioblackout.org/wp-content/uploads/2025/02/2024-02-11-reso-no-olilmp-abo.mp3

  • Personne ne se souviendra de nous
    https://toulouse.espacesensible.net/personne-ne-se-souviendra-de-nous

    Un documentaire sonore sur la violence de la « rénovation urbaine », dans lequel nous tendons l’oreille à trois histoires qui racontent ce que la disparition de son logement et de son quartier coûte à l’existence. Ces récits sont mis en perspective avec l’histoire de Toulouse et de son aménagement où la ruine, la destruction et la brutalité, loin d’être marginales, sont des éléments structurants. Source : Toulouse Espace Sensible

  • Inside Airbnb

    https://insideairbnb.com

    How is Airbnb really being used in and affecting the neighbourhoods of your city?

    Airbnb claims to be part of the “sharing economy” and disrupting the hotel industry. However, data shows that the majority of Airbnb listings in most cities are entire homes, many of which are rented all year round - disrupting housing and communities.

    Browse the data for your city below, and see for yourself.

    #Airbnb
    #hôtellerie
    #uberisation
    #capitalisme