• Youtube :

      Pour cette rentrée de Fréquence Populaire, Jacques Sapir revient pour une grande analyse de la situation #géopolitique et économique mondiale.

      Six mois après le début du conflit avec l’ #Iran, le détroit d’ #Ormuz reste de facto largement bloqué et ses conséquences commencent désormais à se faire sentir directement sur nos économies : pétrole, diesel, kérosène, gaz, engrais, industrie chimique… Pour Jacques Sapir, nous entrons précisément dans la période où le choc énergétique risque de frapper durement la France et l’ #Europe.

      Nous revenons également sur la guerre en #Ukraine, la stratégie des États-Unis et de l’ #OTAN face à la #Russie, les bouleversements en cours au #Moyen-Orient et la recomposition des alliances internationales.

      Mais surtout : quelles conséquences pour la #France ?

      Croissance en berne, économie allemande en difficulté, prix de l’ #énergie, #inflation, #consommation, #déficit et dette publique… Jacques Sapir dresse une radiographie sans concession de la situation économique française et européenne à l’approche d’un hiver qui pourrait s’avérer particulièrement difficile.

      Au programme :

      ➡️ Le conflit avec l’Iran et le blocage du détroit d’Ormuz
      ➡️ Les conséquences sur le pétrole, le diesel, le #gaz et l’industrie
      ➡️ La guerre en #Ukraine et le rapport de force entre la Russie et l’OTAN
      ➡️ Le recul de l’influence américaine au Moyen-Orient
      ➡️ Les difficultés croissantes de l’économie allemande
      ➡️ Le risque de récession en France et en Europe
      ➡️ La dette française est-elle réellement au bord de la crise ?
      ➡️ Quels choix économiques pour les mois et les années à venir ?

  • La mort de Mladić : retour sur la tragédie des Balkans et nouveau signal d’alarme face aux conflits ethniques dans les États multiethniques du monde : FranceDigeste

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12688547

    #géopolitique #guerre

    https://www.reddit.com/r/FranceDigeste/comments/1w0mic8/la_mort_de_mladi%C4%87_retour_sur_la_trag%C3%A9die_des
    2026-08-28

    Le 27 août, Ratko Mladić , qui avait été commandant de l’Armée de la Republika Srpska pendant la guerre de Bosnie avant d’être condamné à la réclusion à perpétuité par un tribunal pénal international, est mort dans une prison de La Haye. La mort de Mladić a suscité de nombreux commentaires et ramené à la mémoire la série de guerres sanglantes et de massacres ethniques qui ont ravagé les Balkans il y a plus de trente ans. Parallèlement, la réalité actuelle, marquée par une détérioration croissante des relations et une multiplication des conflits aussi bien entre les différents pays qu’entre les divers groupes ethniques au sein de ceux-ci, fait craindre que de telles tragédies ne se reproduisent.

    [...]

    • [...]

      La mort de Mladić ne devrait pas être considérée comme le symbole de l’effacement définitif de cette histoire cruelle. Elle devrait au contraire être l’occasion de tirer une nouvelle fois la sonnette d’alarme et de rappeler aux populations du monde actuel, qui semble renouer avec la loi de la jungle, qu’il faut anticiper les problèmes ethniques et ne jamais les prendre à la légère, afin d’éviter que des tragédies qui ne sont pas si éloignées dans le passé ne se reproduisent à l’avenir et dans un nombre encore plus grand de régions.

      (L’auteur de cet article est Wang Qingmin(王庆民), écrivain chinois vivant en Europe et chercheur en politique internationale. Le texte original a été rédigé en chinois.)

      #Balkans #conflits_ethniques

  • Es gibt keinen Masterplan – Anmerkungen zur tatsächlichen Strategieentwicklung des Imperiums
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=153241

    Si tu veux changer le monde tu dois comptendre son fonctionnent actuel. La déscription suivante des processus stratégiques de l’empérialisme occidental constitue une base incontournable de la stratégie oppositionnelle.

    Une conclusion possible de l’article est un changement de paradigme pour la gauche : la question n’est plus, par exemple, si on doit participer ou non aux élections parlementaires mais sur base de quelles structures on le fait et si nos propres structures sont assez riches, puissantes et flexibles pour être capables d’éviter et de combattre la cooption et corruption de nos élus par l’ennemi de classe.

    4.2026 von Nel Bonilla - Warum gehen so viele geopolitische Analysten davon aus, dass das ressourcenstärkste Imperium der Menschheitsgeschichte lediglich durch die unzusammenhängenden, widersprüchlichen Entscheidungen einer Gruppe von Politikern gelenkt wird? Oder warum glauben andere im umgekehrten Extrem, dieses Imperium funktioniere nach einem makellosen, allwissenden Masterplan, der in einem einzigen verrauchten Hinterzimmer ausgeheckt wurde? Wenn wir auf die heutige globale Geopolitik blicken – insbesondere auf das Vorgehen des US-geführten imperialen Kerns gegen Länder wie China, Russland oder den Iran –, dann leidet ein großer Teil der alternativen Medienlandschaft an einem geradezu karikaturhaften Missverständnis darüber, wie komplexe Institutionen und Organisationen tatsächlich funktionieren. Eine Analyse von Nel Bonilla.

    Teil 1 Die Vorstellung eines makellosen „Masterplans“ ist ein Mythos.

    Als Geographin und Soziologin beschäftige ich mich seit Jahren mit Regionalplanung sowie der Entwicklung und praktischen Umsetzung politischer Maßnahmen – von der Auswertung lokaler Flüchtlingspolitik bis hin zur Beobachtung der Planungsphasen interkultureller Gesetze in Mexiko-Stadt. Was man in diesem Bereich sehr schnell lernt, ist Folgendes: Die Vorstellung eines makellosen „Masterplans“ ist ein Mythos.

    Nehmen wir als Beispiel die Bauleitplanung – die in Deutschland den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan umfasst – für eine einzige Straße. Man kann nicht einfach eine Linie auf einer Karte ziehen und sie damit für umgestaltet erklären. Eine Straße ist bereits ein lebendiger Organismus mit ihrer ganz eigenen materiellen – sprich: physischen, sozialen und wirtschaftlichen – Realität und Geschichte. Bevor auch nur eine einzige politische Maßnahme wirksam wird, müssen die Planer das Fußgängeraufkommen untersuchen. Sie müssen jedes Gebäude erfassen, die aktuelle Nutzung bewerten, die am stärksten frequentierten Bereiche identifizieren, mit Passanten und Anwohnern sprechen und endlose, sich wiederholende Gespräche mit lokalen „Stakeholdern“ – also den verschiedensten Interessenvertretern vor Ort – führen. Dann folgen die Konzeptpapiere, die Weißbücher, die Haushaltszwänge, die Umsetzungspläne und die fortlaufenden Auswertungen. Und genau dann, wenn der Plan endlich steht, tritt eine neue Verwaltung ihr Amt an oder die materiellen Rahmenbedingungen – wie etwa die ökonomische Lage oder die Ressourcenverteilung – ändern sich, und der gesamte Prozess muss überarbeitet und angepasst werden.

    Wenn es schon derart viel bürokratische Reibung, ständige Anpassungsschleifen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse erfordert, um auch nur die Entwicklung einer einzigen Straße zu verändern – warum gehen dann so viele geopolitische Analysten davon aus, dass das ressourcenstärkste Imperium der Menschheitsgeschichte lediglich durch die unzusammenhängenden, widersprüchlichen Entscheidungen einer Gruppe von Politikern gelenkt wird? Oder warum glauben andere im umgekehrten Extrem, dieses Imperium funktioniere nach einem makellosen, allwissenden Masterplan, der in einem einzigen verrauchten Hinterzimmer ausgeheckt wurde?

    Wenn wir auf die heutige globale Geopolitik blicken – insbesondere auf das Vorgehen des US-geführten imperialen Kerns gegen Länder wie China, Russland oder den Iran –, dann leidet ein großer Teil der alternativen Medienlandschaft an einem geradezu karikaturartigen Missverständnis darüber, wie komplexe Institutionen und Organisationen tatsächlich funktionieren. Wenn eine US-Militäroperation ihr Maximalziel verfehlt, erklären viele Kommentatoren das Imperium sofort für „besiegt“ oder gänzlich inkompetent.

    Doch Imperien kapitulieren ebenso wenig wie Stadtverwaltungen, wenn eine politische Maßnahme scheitert. Sie werten die Ergebnisse aus, konsultieren ihre Interessengruppen, geben Studien in Auftrag und passen ihre Strategien an. Die Vorstellung, es gäbe einen grandiosen Masterplan, oder umgekehrt die Behauptung, es gäbe überhaupt keinen Plan, sind Annahmen mit handfesten politischen Konsequenzen. Ich möchte erklären, warum das so ist – und zwar aus der Perspektive von jemandem, der sich jahrelang intensiv mit der Erforschung von Planungsprozessen beschäftigt hat.

    Was Planung eigentlich ist

    Das herkömmliche Verständnis von Planung beruht auf einer fein säuberlichen, konzeptionellen Trennung zwischen der Festlegung von Zielen und deren Umsetzung. Auch wenn darin ein wahrer Kern steckt, hat dieses Denkmodell fast nichts damit zu tun, wie riesige, weitverzweigte Institutionen in der Praxis tatsächlich arbeiten.

    In der allgemeinen Vorstellung ist ein „Plan“ eine statische Blaupause – entworfen von einem einzigen genialen Drahtzieher oder einem kleinen, im Verborgenen agierenden Zirkel –, die eine makellose, lineare Abfolge von Handlungen diktiert, welche geradewegs zu einem vorherbestimmten Ergebnis führt. Aufgrund dieses Mythos ziehen Außenstehende sofort den Schluss, es gäbe überhaupt keinen Plan, sobald die Realität diesem filmreifen Bild nicht entspricht – wenn wir stattdessen ein Chaos aus konkurrierenden Dokumenten, diversen Autoren, endlosen Überarbeitungsschleifen und Anpassungen an veränderte Bedingungen vorfinden. Aber genau diese chaotische, von ständigen Anpassungen geprägte Reibung ist es, wie Planung in jeder komplexen Organisation tatsächlich aussieht.

    Schlüsseln wir die tatsächlichen Dimensionen dieses Prozesses einmal auf und übertragen wir sie direkt auf die imperiale strategische Architektur, die wir heute beobachten:

    Ein Plan ist niemals ein einzelnes, statisches Dokument. Er ist eine Hierarchie und ein Geflecht von Dokumenten. Tatsächlich ist es weitaus präziser, das Substantiv als solches komplett fallen zu lassen: Anstatt nach einem fertigen, abgeschlossenen „Plan“ zu suchen, müssen wir den kontinuierlichen Prozess der Planung in den Blick nehmen. Dieser Prozess verteilt sich über eine Vielzahl von Institutionen und Organisationen – staatliche, private, halbstaatliche und informelle. Kein einzelner Akteur kontrolliert dabei jeden Baustein. Der innere Zusammenhalt des Ganzen entsteht stattdessen durch geteilte professionelle Normen, gemeinsame Datensätze, rechtliche Vorgaben und das institutionelle Gedächtnis (d.h. die gesammelten Erfahrungen, ungeschriebenen Gesetze und Routinen von Behörden).

    Betrachten wir einen typischen Regionalentwicklungsplan, der sich über mehrere, klar voneinander getrennte Phasen und Rahmenwerke streckt:

    Strategische Rahmenkonzepte: Hier geht es um die Festlegung der übergeordneten Vision und Ziele (z. B. „Steigerung der regionalen wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit um 20 Prozent innerhalb von 15 Jahren“).
    Raumordnungspläne: Hier geht es um die Übertragung dieser abstrakten Ziele in physische Realitäten wie die Ausweisung konkreter Flächennutzungszonen und Infrastrukturkorridore.
    Fachpläne: Detaillierte Konzepte für Verkehr, Energie, Wohnungsbau und Umweltschutz, die jeweils von spezialisierten Fachbehörden mit ganz eigener Expertise und eigenen Klientelen verfasst werden.
    Umsetzungsprogramme: Die harte Realität von Haushaltsplänen, Zeitplänen, zuständigen Behörden und Leistungskennzahlen für den nächsten 3- bis 5-Jahres-Zyklus (oder für welchen Zeithorizont auch immer kalkuliert wurde).
    Evaluierungsberichte: Bestandsaufnahmen, die den Fortschritt messen, Hindernisse aufzeigen und entsprechende Anpassungen empfehlen.
    Darüber hinaus ist Planung fast nie ein linearer, einmaliger Vorgang. Selbst ein in sich abgeschlossenes Projekt wie der Bau eines Gebäudes hat einen langen Lebenszyklus, denn ein Gebäude wird nicht einfach in einen luftleeren Raum gesetzt; vielmehr ist es fest in einer physischen Umgebung verankert – inmitten bestehender Infrastruktur, sich wandelnder Stadtviertel und größerer regionaler Ökosysteme –, die ihrerseits ständigen eigenen Planungsprozessen unterliegt. Das Gebäude wird schlichtweg zu einem Knotenpunkt in diesem größeren, beständigen Geflecht.

    Echte Planung ist daher ein kontinuierlicher Kreislauf aus Konzeptentwicklung, praktischer Umsetzung, Auswertung und Überarbeitung. Sie umfasst fest verankerte Mechanismen zur ständigen Anpassung: Alternativszenarien, Rückkopplungsschleifen und vorgeschriebene Prüfintervalle. Die Tatsache, dass sich ein Plan als Reaktion auf neue Rahmenbedingungen ändert, ist folglich ein Zeichen dafür, dass der Planungsprozess funktioniert. Die Anpassung an diese ständigen Reibungen gehört schlichtweg zum Alltag in der Planungspraxis.

    Wenn der Stadtrat beschließt, einen neuen Recyclinghof zu bauen, rollen nicht einfach am ersten Tag die Bagger an. Stattdessen gibt es drei hitzige Haushaltsdebatten, weil die ursprünglichen Kostenkalkulationen dreimal geplatzt sind. Es muss eine obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Ein Anwohner legt Widerspruch dagegen ein, was eine Sondersitzung des Planungsausschusses nach sich zieht. Das wiederum verzögert den Zeitplan und erzwingt letztlich eine Nachverhandlung mit dem privaten Bauunternehmen. Das Bild dürfte vertraut sein.

    Wenn das passiert, verstehen wir intuitiv, dass der Weg durch diese zermürbende Bürokratie – also die ständige Anpassung an diese Reibungen – ein fester Bestandteil des Planungsprozesses ist. Doch wenn dieselbe strukturelle Anpassung auf der Ebene der imperialen Strategie stattfindet, schlagen viele die Hände über dem Kopf zusammen, verweisen auf genau diese Reibung und erklären, das Imperium versinke im „Chaos“.

    Den imperialen Prozess nachzeichnen: Das Beispiel „Energie als Waffe“

    Wir können die transatlantische strategische Architektur rund um den Einsatz von Energie als Waffe direkt auf diese alltäglichen Planungsstrukturen übertragen. Mir ist bewusst, dass globale Energiepolitik ein hochgradig brisantes Thema ist. Lassen Sie mich deshalb einem beliebten Scheinargument in diesem Zusammenhang direkt den Wind aus den Segeln nehmen: Nein, ich behaupte keineswegs, dass die USA die Absicht haben oder auch nur versuchen, die ganze Welt erfolgreich mit Energie zu versorgen. Darum geht es hier schlichtweg nicht.

    Stattdessen geht es hier um Folgendes: Die Steuerung dieser globalen Energieströme – sprich: der weltweiten Lieferketten von Erdöl, Gas und anderen Rohstoffen – und insbesondere ihre Instrumentalisierung als Waffe und ihre gezielte Vorenthaltung – funktioniert nach den Regeln eines klassischen Fachplanungsprozesses.

    Wir sprechen hier von weitreichenden Finanz- und Handelssanktionen und militärischen Eingriffen gegen Länder wie Venezuela oder den Iran, die globale Versorgungsketten – etwa nach China oder Südostasien – empfindlich stören. Wir sprechen von Preisdeckeln und dem gezielten Kapern russischer Öltanker. Wir sprechen von Technologie-Blockaden und der Kontrolle maritimer Nadelöhre, während gleichzeitig die eigene Überproduktion, wie etwa US-Flüssiggas (LNG), massiv in Märkte wie Europa oder Asien gepumpt wird, um Konkurrenten zu verdrängen.

    Dieser Prozess folgt demselben administrativen Rhythmus wie die Arbeit unseres Stadtrats. Betrachtet man die Aktenlage, offenbart sich der imperiale „Plan“ als ein kontinuierliches, vielschichtiges System:

    Das strategische Rahmenkonzept:

    Die National Energy Policy (Nationale Energiepolitik) von 2001, hervorgegangen aus Dick Cheneys Treffen hinter verschlossenen Türen mit den Konzernchefs der Energiewirtschaft, dient hier als Grundlagendokument. Sie formuliert das übergeordnete, langfristige Ziel: den Schwerpunkt der globalen Energieversorgung in die westliche Hemisphäre zu verlagern und die Abhängigkeit von ausländischen Mächten, die nicht immer Amerikas Interessen im Sinn haben, zu verringern.

    Die Raumordnungskonzepte:

    Berichte wie „Fueling a New Order“ (2014) der Denkfabrik Brookings fungieren als Übersetzer. Sie nehmen das strategische Ziel und übertragen es auf geopolitische Szenarien. Dabei identifizieren sie die neuen Möglichkeiten, die durch die Schiefergas-Revolution (Fracking) in den USA entstanden sind, definieren kritische Nadelöhre sowie Transportkorridore und skizzieren die Logik der „mutually assured denial“ – also einer Art gegenseitig zugesicherten Blockadefähigkeit.

    Dahinter verbirgt sich die strategische Einsicht, dass die USA industriell aufstrebende Mächte nicht mehr einfach militärisch übermannen oder abschneiden können, während diese Länder im Gegenzug anerkennen müssen, dass sie die US-Präsenz aus ihren maritimen Einflusssphären vorerst nicht vertreiben können.

    Die Fachpläne:

    Als Nächstes überführen militärische Akademien und Denkfabriken diese Konzepte in die operative Praxis. Die Naval Postgraduate School (die Elite-Universität der US-Marine) hält Seminare zum Thema „Energy Defense“ (Energieverteidigung) ab, in denen bereits 2015 in einer Vorlesung die sogenannte „Reverse Oil Weapon“ – die umgekehrte Ölwaffe – thematisiert und explizit auf eine Blockade der Straße von Hormus Bezug genommen wird. Hier wird Energie ganz offen als eigener Bereich der Seekriegsführung behandelt.

    Das Army War College veröffentlicht zeitgleich Strategiepapiere wie „New Realities“ (Neue Realitäten: Energiesicherheit in den 2010er-Jahren und die Folgen für das US-Militär), in denen detailliert skizziert wird, wie die USA ihre neue Dominanz durch die Fracking-Revolution strategisch nutzen können, um geopolitische Konkurrenten wie Russland und den Iran vom Markt zu verdrängen und asiatische Verbündete enger an sich zu binden.

    Die Umsetzungsprogramme:

    Schließlich schlagen sich diese Konzepte in der realen Welt nieder – und zwar über Haushaltspläne, die strategische Ausrichtung und Stationierung von Truppen (sogenannte Force Postures) und rechtliche Rahmenbedingungen. Genau das sehen wir bei konkreten Maßnahmen wie der NATO-Mission „Operation Arctic Sentry“ (Operation Arktischer Wächter), dem Maritime Action Plan (Maritimer Aktionsplan) der US-Marine oder bei neuen Gesetzen wie dem SHIPS for America Act von 2025 – einem weitreichenden Gesetzespaket, das die amerikanische Schiffbauindustrie mit massiven Staatsmitteln wieder aufrüsten soll, um in der globalen Großmachtrivalität auf den Meeren bestehen zu können.

    Die Evaluierungs- und Anpassungsmechanismen:

    Gipfeltreffen wie die Bilderberg-Konferenz, die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) oder das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos fungieren in diesem System als eine Art Prüfungsausschüsse. Tagesordnungspunkte wie „Arktische Sicherheit“ oder „Energiediversifizierung“ sind letztlich nichts anderes als die formellen Überschriften, unter denen die versammelten Akteure den bisherigen Fortschritt bewerten, Hindernisse aufzeigen und die notwendigen strategischen Anpassungen koordinieren.

    Ein konkretes Resultat dieses kontinuierlichen Kreislaufs ist die strategische Entwicklungslinie der Politik gegenüber dem Iran: Sie bewegt sich vom JCPOA (dem internationalen Atomabkommen) über die Kampagne des maximalen Drucks und Phasen der verdeckten Eskalation bis hin zu den gegenwärtigen Verhandlungen über eine Absichtserklärung.

    Jede dieser Phasen zieht ihre Lehren aus der vorangegangenen. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei stets konstant – nämlich den Iran als souveräne Bedrohung zu neutralisieren –, doch die Methoden werden kontinuierlich an die auftretenden Reibungen angepasst. Nichts von alledem bedarf eines einzigen Urhebers, eines einzigen verrauchten Hinterzimmers oder eines streng geheimen Dokuments mit der Aufschrift „Der Masterplan“.

    Was es stattdessen braucht, ist ein institutionelles Ökosystem. Der innere Zusammenhalt entsteht durch ein gemeinsames strategisches Vokabular, das über Jahrzehnte hinweg in unterschiedlichsten Institutionen verinnerlicht wurde. Diese gemeinsame Sprache ermöglicht es völlig verschiedenen Akteuren in ganz unterschiedlichen Fachbereichen, Dokumente zu produzieren, die sich nahtlos gegenseitig verstärken. Weil das Personal innerhalb dieser Institutionen denselben strukturellen Anreizen folgt – man denke an Karrieresprünge und den Drehtür-Effekt zwischen Thinktanks, Regierungsämtern und Konzernen – und als transatlantische Funktionselite eine gemeinsame Klassenposition teilt, ist eine ausdrückliche Koordination oftmals gar nicht nötig. Ihre Pläne decken sich einfach deshalb, weil ihre Institutionen sozial und materiell auf derselben Linie liegen und diese über Jahre und Jahrzehnte historisch gewachsen ist.

    Verschiedene Autoren, verschiedene Zielgruppen

    Ein weiterer aufschlussreicher Punkt ist, dass die unterschiedlichen Dokumente innerhalb eines Planungsprozesses von unterschiedlichen Autoren verfasst werden und sich an gänzlich andere Zielgruppen richten. Ein strategisches Rahmenkonzept wird von hochrangigen Kommissionen (wie der Arbeitsgruppe des damaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney) erarbeitet und hat politische Entscheidungsträger sowie Unternehmensvertreter als Zielgruppe. Ein operatives Konzept hingegen wird von militär-akademischen Forschern (wie jenen an der Naval Postgraduate School) verfasst; das Publikum hierfür sind Stabsoffiziere der mittleren Führungsebene und Verteidigungsplaner. Ein konkretes Umsetzungsprogramm wiederum wird von Behördenmitarbeitern geschrieben und richtet sich an Programm-Manager und Haushaltsbeamte. Und so weiter …

    Diese bewusste Aufteilung nach Autoren und Zielgruppen ist ein Beweis für einen ausgereiften, institutionell ausdifferenzierten Planungsapparat. Dass die Cheney-Arbeitsgruppe nicht die Seminare der Naval Postgraduate School konzipiert und Letztere wiederum nicht die Tagesordnung der Bilderberg-Konferenz festlegt, spiegelt wider, wie die Planungsfunktion auf ein ganzes Netzwerk hochspezialisierter Institutionen verteilt ist. Jede von ihnen steuert einen Baustein zu einer übergeordneten Architektur bei. Kein einzelner Akteur kontrolliert dieses Gebilde vollständig, und dennoch bringt es in sich schlüssige, strategisch stringente Resultate hervor.

    Ein dezentraler, vernetzter Planungsapparat bedeutet also keineswegs, dass es keinen Plan gibt. Der Kern der institutionalisierten Planung in komplexen Systemen – seien es nun Regierungen, riesige Unternehmensnetzwerke, große Organisationen oder auch regionale Staatenbünde – besteht ja gerade darin, dass niemand im Sinne eines einzelnen, alles lenkenden Kopfes „das Sagen“ haben muss. Die Institutionen selbst bringen diese strategische Geschlossenheit ganz ohne zentralen Planer hervor – und zwar durch ihre festen Abläufe, ihre Karrierewege, ihre Finanzströme und nicht zuletzt durch ihre ideologischen Grundannahmen, die sich über Jahrzehnte hinweg herausgebildet haben.

    Die Rückkopplungsschleife in der Praxis: das Fallbeispiel Iran

    In der Stadt- und Regionalplanung werden Pläne nicht einfach einmalig ausgeführt und dann zu den Akten gelegt. Sie werden umgesetzt, überwacht, evaluiert und in einem kontinuierlichen Zyklus angepasst – eine Rückkopplungsschleife. Wenn wir uns nun die imperiale strategische Architektur in Bezug auf den Iran genauer ansehen, können wir diese Logik am Werk sehen. Wir beobachten dabei verschiedene „Iterationen“, womit ich einen wiederholten, sich stetig anpassenden Durchlauf meine:

    Iteration 1 (Verhandelte Eindämmung):

    Das JCPOA (das internationale Atomabkommen von 2015) war der Plan, das iranische Atomprogramm durch eine „diplomatische“ Eindämmung zu kontrollieren. Dieser Plan wurde in der Folgezeit von der Trump-Administration evaluiert, für eine umfassendere regionale Eindämmung als unzureichend bewertet und schließlich verworfen.

    Iteration 2 (Maximaler Druck):

    Die Strategie wurde überarbeitet und auf eine Kampagne der wirtschaftlichen Erdrosselung umgestellt. Als auch dies evaluiert und als unzureichend eingestuft wurde, um eine iranische Kapitulation herbeizuführen, eskalierte man zu „kinetischen Aktionen“ – im militärischen Sprachgebrauch ist damit der tatsächliche Einsatz physischer, tödlicher Gewalt gemeint. Dies zeigte sich in der Ermordung von General Soleimani und der verdeckten Sabotage von Energieinfrastruktur, was letztlich direkt in den Krieg von 2024 bis 2026 mündete.

    Iteration 3 (Kinetischer Krieg & Maritime Blockade):

    Dieser Krieg wurde quasi in Echtzeit evaluiert. Die Straße von Hormus wurde zu einem aktiv umkämpften Seegebiet und eine Seeblockade wurde errichtet. Das Konzept der „Reverse Oil Weapon“ (der umgekehrten Ölwaffe) – das, wie wir gesehen haben, bereits ein Jahrzehnt zuvor an der Naval Postgraduate School vermittelt worden war – wurde offiziell in die Praxis umgesetzt. Und all dies geschah, während die bisherigen Instrumente aus der zweiten Iteration (die Wirtschaftssanktionen) weiterhin parallel zum Einsatz kamen.

    Iteration 4 (Fragmentierung & die Absichtserklärung):

    Nachdem es nicht gelungen ist, durch militärische Mittel eine vollständige Kapitulation zu erzwingen, vollzieht die Strategie einen erneuten Schwenk. Das gegenwärtige Memorandum of Understanding (die informelle Absichtserklärung) steht für einen gezielten Ansatz der Fragmentierung – höchstwahrscheinlich nach dem Vorbild jener Strategien, die bereits gegen Venezuela zum Einsatz kamen, oder angelehnt an das Rahmenwerk des sogenannten Board of Peace (Friedensrat). Dieses Vorgehen bietet der lokalen integrationswilligen Fraktion (also jenen Teilen der iranischen Elite, die eine wirtschaftliche Annäherung an den Westen suchen) einen Weg zu dringend benötigter finanzieller Liquidität. Im Gegenzug werden dem Iran jedoch nahezu unumkehrbare Zugeständnisse abgepresst – wie etwa der Verzicht auf die strategische Kontrolle der Straße von Hormus und das Einfrieren des Atomprogramms – und das im Tausch gegen westliche Versprechen, die jederzeit widerrufen werden können.

    Diese Zugeständnisse wären deshalb de facto unumkehrbar, weil die Falle struktureller Natur ist: Die Unterzeichnung des Abkommens zwingt den Iran in eine neue diplomatische und infrastrukturelle Realität. Jede zukünftige Schließung der Straße von Hormus wäre dadurch auf der internationalen Bühne mit weitaus höheren politischen und wirtschaftlichen Kosten verbunden. Darüber hinaus manipuliert diese Dynamik direkt das Machtgleichgewicht zwischen den konkurrierenden Elitenfraktionen innerhalb des Irans, indem von außen diktiert wird, wer zu welchem Zeitpunkt an politischer Hebelwirkung gewinnt. Zwar verdienen die genauen Mechanismen dieser internen Machtkämpfe – und was sie für den zukünftigen Einsatz asymmetrischer Abschreckungsmittel (wie etwa verbündete Milizen oder Drohnennetzwerke) bedeuten – eine eigene, ausführliche Analyse, doch auf den ersten Blick scheint die übergeordnete imperiale Funktion dieses Abkommens teilweise darin zu bestehen, den inneren Zusammenhalt des Zielstaates zu zerschlagen.

    Die Tinte unter dieser Absichtserklärung ist kaum getrocknet, und die geopolitische Lage bleibt hochgradig im Fluss. Daher kann dies zwangsläufig nur eine erste Einschätzung seiner strategischen Funktion sein. Doch ob dieses konkrete Abkommen nun hält, schon im nächsten Monat in sich zusammenbricht oder zu etwas völlig anderem mutiert, seine Rolle bleibt dieselbe: Es ist der neueste Datenpunkt in einer fortlaufenden Rückkopplungsschleife.

    Jede einzelne dieser Phasen ist eine Iteration, und jede Iteration zieht ihre Lehren aus den Reibungsverlusten der vorangegangenen. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei stets konstant: den Iran als souveräne, unabhängige Bedrohung zu neutralisieren. Doch die Methoden passen sich an. Dies ist kein Masterplan im Sinne eines überzeichneten Hollywood-Klischees – und es ist ebenso wenig bloßes Chaos oder reine Planlosigkeit. Es ist ein Planungsprozess im soziologischen Sinne; komplex, mehrphasig, von verschiedensten Akteuren verfasst, anpassungsfähig und innerhalb seiner eigenen strategischen Grammatik in sich schlüssig.

    (Ende Teil 1)

    Es gibt keinen Masterplan – Anmerkungen zur tatsächlichen Strategieentwicklung des Imperiums, Teil 2
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=153237

    Teil 2 Die Tiefe der Details: Haushaltspläne und Notfallpläne

    5.7. 2026 von Nel Bonilla - Über die Rückkopplungsschleifen hinaus zeichnet sich professionelle Planung durch ihre Detailtiefe aus, unter anderem durch das ständige Entwerfen von Ideal- und Ernstfallszenarien, strenge Finanzierungsrahmen und rigorose qualitative Analysen. Der imperiale Planungsapparat legt ebenfalls dieses Maß an Detailtiefe an den Tag.

    Das Papier der renommierten Brookings-Denkfabrik mit dem Titel Fueling a New Order („Die Befeuerung einer neuen Ordnung“) modelliert beispielsweise detailliert verschiedene Szenarien für die Energiebeziehungen zwischen den USA und China.

    Ganz ähnlich skizziert das bekannte Rahmenkonzept Which Path to Persia? („Welcher Weg nach Persien?“) derselben Denkfabrik verschiedene Druckmittel – Sanktionen, verdeckte Operationen, diplomatische Isolation, die Störung der Energieversorgung und militärische Schläge – als ein modulares Baukastensystem von Optionen.

    Diese können je nach situativer Reibung (also abhängig vom jeweiligen Widerstand der Gegenseite) flexibel kombiniert und zeitlich gestaffelt werden. Die Naval Postgraduate School geht sogar noch einen Schritt weiter und führt in ihren Seminaren zur „Energie-Verteidigung“ regelrechte Planspiele (sogenannte Wargames) mit diesen Variablen durch. Ziel ist es, die Effekte zweiter und dritter Ordnung – also die komplexen mittel- und langfristigen Kettenreaktionen – auf die globalen Energiemärkte, das Management von Bündnissen und das Verhalten der gegnerischen Akteure zu berechnen.

    Entscheidend ist jedoch, dass diese Planung weit über theoretische Planspiele hinausgeht und finanzpolitische Realitäten sowie tiefgreifende qualitative Debatten umfasst. Die budgetäre und operative Dimension wird in der Gesetzgebung verankert. Der SHIPS for America Act (ein US-Gesetz zur Stärkung der heimischen Schifffahrt) legt etwa die genauen finanziellen Anreize und Strafen fest, die für den Wiederaufbau der US-Handelsflotte erforderlich sind. Der Maritime Action Plan (der maritime Aktionsplan) diktiert derweil den exakten Prozentsatz an strategischen Frachtgütern, der bis zu bestimmten Stichtagen zwingend auf in den USA gebauten Schiffen transportiert werden muss.

    Die qualitative Dimension dieses Planungsprozesses wiederum lässt sich anschaulich an der intellektuellen Spannung zwischen Persönlichkeiten wie Ayşe Zarakol und Niall Ferguson auf der Bilderberg-Konferenz 2026 ablesen. Da solche Foren hinter verschlossenen Türen tagen, müssen wir die inhaltlichen Konturen der Gespräche aus der spezifischen Expertise des Teilnehmerkreises ableiten. Während Zarakol intensiv zu historischen Alternativen und dem schwindenden Machtmonopol des Westens forscht, gilt Ferguson als klassischer Analytiker imperialer Großmachtstrukturen. Die Anwesenheit genau dieser auf globale Machtzyklen spezialisierten Historiker lässt daher darauf schließen, dass sich die Debatte der anwesenden Funktionseliten darum drehte, wie die aktuelle hegemoniale Herausforderung grundlegend zu konzeptualisieren sei: Erleben wir gerade eine Rückkehr zu 1947, zu 1914 oder gar in das 17. Jahrhundert? Dies ist eine rein qualitative, historische Debatte, und es ist jene Art von Grundsatzfrage, die langfristige imperiale Planungshorizonte prägt und die ihr zugrunde liegende Planungskultur definiert.

    Die Banalität des Masterplans: Fallbeispiel NATO

    Jede regionale, überregionale und sogar globale Institution funktioniert nach denselben profanen Abläufen, die wir hier bislang skizziert haben.

    Bei der Recherche für einen anderen Artikel über die NATO stieß ich kürzlich auf ein Dokument mit dem Titel „NATO-Handbuch zur Auswertung gewonnener Erkenntnisse“ (NATO Lessons Learned Handbook, Dritte Ausgabe, veröffentlicht im Februar 2016 vom Gemeinsamen Zentrum für Analyse und Erfahrungsauswertung unter Mithilfe von Reservisten der US-Marine). Es ist im Grunde ein Handbuch, das detailliert beschreibt, wie die NATO plant zu planen – und wie sie ihre eigenen Strategien evaluiert.

    Ich kann Ihnen sagen: Sie werden vor Langeweile sterben, wenn Sie versuchen, es zu lesen. Allein das Inhaltsverzeichnis wirkt wie ein starkes Schlafmittel und glänzt mit „fesselnden“ Kapiteln wie „Gathering Observations“ (Das Sammeln von Beobachtungen), „Staffing Lessons Identified to Lessons Learned“ (Die behördliche Überführung identifizierter Erkenntnisse in gelernte Lektionen) sowie einem Anhang mit einer „Lessons Learned Capability Checklist“ (Checkliste zur Evaluierungskompetenz), die Organisationen anhand ihrer mentalen Einstellung, ihrer Führungsstrukturen und ihrer Werkzeuge bewertet. Doch genau diese schiere, unverfälschte Langeweile ist das ultimative Gegengift gegen den Mythos vom geheimen „Masterplan“.

    Das Handbuch erklärt mit der unbeirrten Ernsthaftigkeit von jemandem, der Jahrzehnte im Inneren von Institutionen verbracht hat, den zermürbenden Spießrutenlauf, den eine bloße Beobachtung überstehen muss, um zu einer offiziellen Erkenntnis zu werden. Wenn Sie eine Beobachtung zur Prüfung einreichen, müssen Sie sich zunächst fragen: „Ist dies eine objektive Beobachtung und nicht nur eine simple Beschwerde über etwas oder jemanden?“ Dann: „Handelt es sich um ein systemisches Problem und nicht bloß um den einfachen Fehler einer Einzelperson?“ Und dann, mein persönlicher Favorit: „Würden Sie Ihr eigenes Geld ausgeben, um dieses Problem zu beheben? Würden Sie Ihre eigene Zeit opfern, um dieses Problem zu beheben?“

    Wenn die Antwort auf all diese Fragen „Ja“ lautet, darf Ihre Beobachtung in die nächste Phase des Prozesses vorrücken. Dort wird sie rigoros mit Metadaten verschlagwortet (Datum, Geheimhaltungsstufe, Freigabeberechtigung, Titel, NATO-Hauptfähigkeitsbereich). Wenn diese Planer ein strategisches Scheitern analysieren, konsultieren sie also keine ominöse Geheimloge. Stattdessen nutzen sie eine Brainstorming-Methode aus dem Personalwesen namens „Fünfmal Warum“: Die Mitarbeiter sitzen um einen Tisch herum und fragen einfach immer wieder „Warum ist das passiert?“ – wie Schüler, die eine Ursachenanalyse durchführen. Es gibt sogar strenge Verwaltungsvorschriften, die die Offiziere daran erinnern, in ihren Tabellenkalkulationen den „Einreicher“ und den „Ansprechpartner“ korrekt auszufüllen, damit die Dateien bloß nicht auf dem lokalen Server verloren gehen.

    Der „Bunkerstaat“ wird von derselben seelentötenden Bürokratie zusammengehalten wie Ihr örtliches Bauamt. Das NATO-Handbuch enthält buchstäblich eine Checkliste zur „Auswahl von Softwarelösungen“, in der die Planer gebeten werden, allen Ernstes folgende Punkte zu bedenken: Wie hoch sind die Anforderungen an die Bandbreite? Ist die Software benutzerfreundlich? Welche Funktionen zur Berichtserstellung werden benötigt?

    Nehmen wir als Beispiel, wie dieses Dokument die Anpassung des Militärs an unkonventionelle Sprengvorrichtungen (sogenannte IEDs, also selbstgebaute Sprengsätze) beschreibt. Wenn die imperiale Militärmaschine auf eine tödlich endende Störung wie eine solche Sprengfalle stößt, wie passt sie sich dann an? Schnippt ein allmächtiger Planer im Hintergrund einfach mit den Fingern? Nein. Dem Handbuch zufolge durchläuft die zuständige Fachgemeinschaft einen kontinuierlichen Lernzyklus: Sie erstellt zunächst einen Bericht, in dem festgehalten wird, was man aus dem Vorfall lernen kann. Dieser wird dann an multinationale Arbeitsgruppen weitergeleitet, um die „Standardarbeitsanweisungen“ zu aktualisieren. Und dann – ich mache keine Witze – institutionalisieren sie die neuen Abläufe in der militärischen Ausbildung und teilen sie dem aktuellen Personal „über Rundschreiben und Mitteilungsblätter“ mit.

    Das Handbuch hält sogar kurz inne, um seine Leser daran zu erinnern, dass die zielgruppengerechte Aufbereitung wichtig ist, wenn diese Erkenntnisse weitergegeben werden: „Die Art und Weise, wie Sie Informationen zur EA [Erfahrungsauswertung] einem General präsentieren, der diese für eine Führungsentscheidung benötigt … muss sich von der Art und Weise unterscheiden, wie Sie diese einem Gefreiten präsentieren, der die Informationen zur Verbesserung seiner eigenen täglichen Arbeitsabläufe braucht.“ Man kann sich den General und den Gefreiten förmlich vorstellen, wie jeder von ihnen sein passend formatiertes Rundschreiben erhält, während die Maschinerie des institutionellen Lernens leise im Hintergrund summt.

    Das ist es also. Das ist das mystische, rauchgeschwängerte Hinterzimmer. Das ist der vermeintlich allmächtige imperiale „Masterplan“. Eine unerbittlich mahlende, iterative bürokratische Schleife aus „Umsetzung und Evaluierung“. Wenn das Imperium scheitert, was tut es dann? Es öffnet einfach eine neue Tabellenkalkulation, benennt einen neuen Ansprechpartner, entwirft eine „Identifizierte Lektion“ und passt die Vorgehensweise an.

    Am Ende des Tages ist dieses Dokument nichts Weiteres als ein institutionalisierter, sich selbst korrigierender Lernapparat, der sich kontinuierlich anpasst, Tausende von Mitarbeitern in Dutzenden von Kommandostrukturen einbindet und eine strategische Geschlossenheit hervorbringt – und das ganz ohne einen einzigen, alleinigen Autor oder ein einziges, allumfassendes Dokument. Genauso denkt das Imperium wirklich. In Handbüchern. In Rundschreiben.

    Natürlich ist dies „nur“ die NATO. Wenn ich vom „Imperium“ spreche, beziehe ich mich immer auf eine vernetzte Struktur – einen vielschichtigen Käfig aus unzähligen Knotenpunkten, die durch gemeinsame Klasseninteressen zusammengehalten werden. Doch unabhängig vom spezifischen Knotenpunkt bleibt die Kernaussage bestehen: Diese profane, administrative Maschinerie ist jener mystische Prozess, der zu dem führt, was externe Beobachter als „Pläne“ bezeichnen.

    Die Überwindung des falschen Gegensatzes von „4D-Schach“ und „Chaos“

    Zu behaupten, einem Imperium fehle es an einem Plan, nur weil sich seine Methoden ständig ändern, bedeutet, einen tiefgreifenden Kategorienfehler zu begehen. In komplexen Systemen ist die Anpassung von Methoden als Reaktion auf materielle Reibung die schiere Essenz von Planung. Jeder starre Bauplan, der sich nicht an Rückkopplungen anpassen kann, ist ein Plan, der unweigerlich zum Scheitern verurteilt ist.

    Dies wirft eine notwendige theoretische Frage auf: Wann scheitert ein sich selbst anpassender Planungsprozess eigentlich wirklich? Die Antwort lautet: Wenn das grundlegende Ziel selbst zertrümmert wird und aufgegeben oder ersetzt werden muss, anstatt bloß auf einen neuen Weg umgeleitet zu werden. Solange das nicht passiert, ist diese Anpassung einfach nur das vorschriftsmäßige Funktionieren der Maschine. Die Tatsache, dass die imperiale Strategie in Bezug auf den Iran ständig mutiert – vom Atomabkommen über den „Maximalen Druck“ und den kinetischen Krieg hin zur Absichtserklärung –, ist der Beweis für einen funktionierenden Planungsprozess. Denn das Endziel bleibt völlig unverändert: den Iran als souveräne, autonome Entität zu neutralisieren.

    Wie wir gesehen haben, sieht die soziologische Realität der Planung innerhalb großer, hegemonialer Institutionen so aus, dass sie:

    über ein riesiges Ökosystem von Akteuren, Behörden und elitären Foren verteilt ist.
    nach operativer Phase, Zielgruppe und Detailtiefe ausdifferenziert wird.
    eher iterativ und zyklisch anstatt streng linear verläuft.
    sich an geopolitische Reibungen in Echtzeit sowie an strukturelle Rückkopplungsschleifen anpasst.
    auf der Ebene der „strategischen Grammatik“ und der gemeinsamen Klasseninteressen in sich schlüssig bleibt, selbst wenn spezifische taktische Manöver drastische Schwenks vollziehen.
    Der transatlantische imperiale Apparat weist jede einzelne dieser Eigenschaften auf. Wenn wir das verstanden haben, entlarvt sich die vorherrschende geopolitische Debatte als falscher Gegensatz. Das „4D-Schach“-Lager spürt diese Kohärenz intuitiv richtig auf, schreibt sie aber fälschlicherweise einem einzigen Akteur zu. Umgekehrt sucht das „Chaos“-Lager nach dem Falschen – nach einem einzigen, statischen, allwissenden „Masterplan“ – und zieht, nachdem es korrekterweise feststellt, dass ein solcher nicht existiert, den falschen Schluss, es gäbe überhaupt keine Strategie.

    Die Realität ist jedoch geprägt von institutioneller Konvergenz. Es handelt sich um eine Dynamik, die über ein Netzwerk aus Denkfabriken, Militärakademien, Vorstandsetagen und elitären Zusammenkünften verteilt ist. Sie erzeugt eine unerbittlich kohärente strategische Ausrichtung, ohne dass es dafür eines einzigen Autors oder eines allumfassenden Masterdokuments bedarf.

    Diesen Rahmen zu erkennen, ist zweifellos beunruhigend, da er einen Gegner offenbart, der tief verwurzelt, anpassungsfähig und institutionell widerstandsfähig ist. Aber dieses Wissen ist auch politisch ungleich nützlicher. Denn es diagnostiziert präzise, wie der imperiale Apparat tatsächlich plant und operiert – und genau das ist die zwingende Voraussetzung, um sich überhaupt wirkungsvoll dagegen organisieren zu können.

    Planung und Gegenentwurf

    Hier offenbart sich eine tragische Ironie. Die ständige Behauptung, das Imperium habe gar keinen Plan, soll eigentlich mobilisierend wirken: Sie soll den Menschen vermitteln, dass die US-geführte imperiale Ordnung nicht unbesiegbar ist, dass ihre Handlungen oft nur verzweifelt und reaktiv sind und dass Widerstand durchaus funktionieren kann. Doch indem dieses Narrativ die tatsächliche Funktionsweise imperialer Planung falsch darstellt, wirkt es letztlich nur entwaffnend.

    Wer glaubt, das Imperium habe keinen Plan, der wird auch dessen Planungsapparat nicht studieren. Man wird den institutionellen Papierspuren nicht folgen. Man wird jene Knotenpunkte im Netzwerk nicht identifizieren, an denen elitäre Konvergenz stattfindet – und vor allem wird man nicht erkennen, wo diese durchbrochen werden kann. Stattdessen bejubelt man die vermeintlichen Patzer des Imperiums, während sich der Käfig immer enger zusammenzieht.

    Die geopolitische Debatte über die Kompetenz des Imperiums fängt uns oft in einen falschen Widerspruch ein. Auf der einen Seite: Wäre das Imperium ein allmächtiges Genie, das einen fehlerfreien Masterplan ausführt, wäre Widerstand zwecklos. Aber verteilte Planung ist nicht allmächtig. Sie hat Lücken, Widersprüche und Reibungspunkte, an denen unterschiedliche institutionelle Logiken aufeinanderprallen. Ein Plan, der sich anpasst, kann auch dazu gezwungen werden, sich in Richtungen anzupassen, die seine Urheber so nicht gewählt haben.

    Auf der anderen Seite: Wäre das Imperium ein chaotischer, stümperhafter Haufen ganz ohne Plan, wäre Widerstand unnötig – warum sollte man sich organisieren, wenn das System ohnehin schon kollabiert? Doch dieser Glaube erzeugt nur Passivität und eine Zuschauerpolitik.

    Dass das US-geführte Imperium sehr wohl plant und dass sein Planungsapparat studiert, verstanden und bekämpft werden kann, ist dagegen eine Position, die organisierte gegenhegemoniale und antiimperialistische Arbeit überhaupt erst notwendig und möglich macht.

    Indem wir anerkennen, dass der Hegemon plant, machen wir seine strukturellen Mechanismen lesbar. Die Brookings-Planspiele, die maritimen Budgetvorgaben, die Bilderberg-Debatten und die zeitlich gestaffelte Falle der Absichtserklärung sind die sichtbaren Zeugnisse eines massiven, anpassungsfähigen Planungsprozesses, der kartiert und grundlegend bekämpft werden kann.

    Diese Realität anzuerkennen, ist keineswegs demobilisierend. Im Gegenteil: Es ist die unabdingbare Voraussetzung für jede Gegenstrategie, die diesen Namen auch verdient. Man kann eine Maschine nicht demontieren, wenn man sich weigert, ihre Bauweise zu studieren.

    Sie haben ihre Pläne. Sie haben ihre Institutionen. Sie haben ihre Handbücher und ihre Bilderberg-Treffen. Die Frage ist, ob wir bereit sind, auf unserer Seite die entsprechende Arbeit zu leisten: unsere eigenen Institutionen, unsere eigenen Planungskapazitäten und unsere eigenen langfristigen strategischen Horizonte aufzubauen. Nicht, um passiv anderen Ländern zuzujubeln, sondern um uns über Grenzen hinweg zu organisieren. Nicht, um darauf zu warten, dass das Imperium kollabiert, sondern um es aktiv obsolet zu machen. Ich hoffe, dass dieser konzeptionelle Rahmen uns dabei hilft, die Bequemlichkeit des Chaos-Mythos hinter uns zu lassen – und stattdessen ein System offenbart, das studiert und analysiert werden kann und gegen das wir unsere eigenen Strukturen aufbauen können.

    Schlagwörter:
    Geostrategie Hegemonie Imperialismus Iran NATO USA Wirtschaftssanktionen

    #impérialisme #OTAN #Bilderberg #géopolitique #administration #bureaucratie

  • La faim qui vient, par Mohamed Larbi Bouguerra (Le Monde diplomatique, septembre 2026)

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12684690

    https://www.monde-diplomatique.fr/2026/09/LARBI_BOUGUERRA/69837

    #géopolitique #agriculture #environnement #climat

    Entre deux déferlements sur le rivage, les vagues se caractérisent en général par un mouvement de retrait : le ressac. Malheureusement pas lorsqu’il s’est agi du climat cet été. La succession des rouleaux caniculaires a alors ressemblé à une submersion. Avec des températures supérieures à 40 °C sur des territoires couvrant, à certains moments, jusqu’à 40 % de l’Hexagone, la France s’est transformée en brasier. Parfois littéralement : des mégafeux, capables d’engendrer leur propre système climatique, ont dévoré près de cent mille hectares. Du jamais-vu. En Espagne, la surface brûlée a quasiment atteint le double. Toute l’Europe occidentale a été touchée.

    [...]

    • [...]

      Il y a plus d’un siècle, en 1876-1878, le monde connaissait l’épisode le plus puissant d’El Niño jamais enregistré. Il provoqua des sécheresses catastrophiques en Chine, dans le sud de l’Afrique, au Brésil, en Égypte et en Inde. Sous une tutelle coloniale particulièrement violente, ce dernier pays enregistra plus de six millions de décès liés à la famine. Le prochain épisode, qui débutera entre octobre et décembre pour persister jusqu’au printemps 2027, pourrait s’avérer encore plus puissant.

      [...]

      L’effet d’El Niño sur les denrées de base sera d’autant plus fort qu’il se conjuguera à celui des guerres et de la sécheresse. Plusieurs centaines de millions de personnes pourraient se trouver dans une situation de grave insécurité alimentaire en 2026, selon la FAO (17). Beaucoup mourraient alors de faim, d’autres décédant des effets d’une pollution protéiforme (gaz, particules, composés polyaromatiques cancérigènes dus aux incendies, marées noires…) provoquée par les bombardements américains et israéliens sur les raffineries de pétrole iraniennes, ainsi que par les mégafeux…

      Ce tableau serait toutefois incomplet s’il ne mentionnait pas un dernier fléau, tout aussi dévastateur : la spéculation. « Les acteurs qui dominent les marchés financiers des matières premières agricoles exacerbent les effets des crises en spéculant sur la faim et tirent profit de ces situations, relève un rapport du CCFD - Terre solidaire de 2023. Cette tendance alarmante n’est que trop familière ; elle est favorisée par la déréglementation progressive des marchés, qui a ouvert la voie à la financiarisation de notre alimentation et à ses conséquences néfastes (18). » Peu de chances que ces affairistes renoncent à leurs profits, même si cela implique de laisser les plus démunis subir les affres de la faim. Cette souffrance qui, comme l’écrivait Louis Calaferte, « tourne à l’obsession » et à cause de laquelle on perd « dignité, honneur et orgueil » (19).

      [...]

  • L’Unité du monde. Carl Schmitt inédit
    https://legrandcontinent.eu/fr/2025/04/06/lunite-du-monde-carl-schmitt-inedit

    « C’est pourquoi je considère la dualité actuelle du monde non comme une étape préalable à son unité mais comme le passage vers une multiplicité nouvelle. »

    À la veille du quarantième anniversaire de sa mort, nous publions la première traduction scientifique et l’édition critique d’un texte fondateur de la #géopolitique de #Carl_Schmitt.

    Initialement prononcé sous forme de conférence en Espagne en 1951, le présent article constitue l’unique contribution du philosophe et juriste Carl Schmitt à la revue Merkur, où il paraît en janvier 1952 . Sa publication fit scandale (...). Toutefois, la réflexion de Schmitt, qui inaugure une série d’articles consacrés à la nouvelle guerre froide dans les années 1950-1960, témoigne d’une assimilation conceptuelle de la défaite du « Reich de mille ans », auquel l’auteur avait un temps lié l’espoir d’un droit nouveau, et de la nécessité de repenser l’#ordre_international d’après-guerre. Schmitt y défend la thèse selon laquelle la « dualité actuelle du monde » — par où il désigne l’affrontement entre les États-Unis et l’Union soviétique — ne relève pas d’« une étape préalable à son unité », comme le suggère l’universalisme politique des droits humains promu par les Nations Unies sous hégémonie américaine, mais constitue plutôt « le passage vers une multiplicité nouvelle ». Transposée dans notre présent, cette idée schmittienne apparaît comme une critique anticipée des discours sur la « fin de l’histoire », aujourd’hui mise en échec par la montée des rivalités géopolitiques et la résurgence du néo-mercantilisme à l’époque de la « seconde guerre froide ».

    [...]

    Selon Kervégan, quatre arguments peuvent être dégagés des écrits de Schmitt pour justifier l’hypothèse d’un #ordre_mondial fondé sur une nouvelle multiplicité de puissances, que ce dernier qualifie par ailleurs de « pluraliste et #multipolaire » . Premièrement, Schmitt récuse la thèse d’une unification du monde par la technique. Certes, « les ennemis se rejoignent en ce qui concerne l’auto-interprétation historique de leurs situations respectives », dans la mesure où la philosophie de l’histoire progressiste transcende le rideau de fer. Mais selon lui, la technique ne saurait résoudre le problème de l’unité au sens proprement politique du terme. Deuxièmement, il interprète la guerre froide comme une reconfiguration de l’opposition, formulée dès De la terre et de la mer, entre #puissances_maritimes (d’abord l’Angleterre puis les États-Unis) et #puissances_continentales dont fait partie l’Union soviétique — opposition qui empêche toute unification réelle de l’ordre mondial. Troisièmement, Schmitt soutient que « la terre excédera toujours la somme des points de vue et horizons qui forment l’alternative du dualisme actuel du monde », et qu’« il y a toujours un troisième facteur, voire sans doute plusieurs facteurs tiers ». En évoquant la Chine, l’Inde, l’Europe, le monde hispano-lusitanien ou encore le bloc arabe, il anticipe ainsi la notion de Tiers-Monde, que le démographe Alfred Sauvy contribuera à populariser quelques mois plus tard. Enfin, si Schmitt reconnaît que « la philosophie de l’histoire se fait force historique », comme l’illustre selon lui la guerre froide, il affirme aussi que « l’#histoire excède toute #philosophie_de_l’histoire ». Ce credo du philosophe exprime « la méfiance du machiavélien proclamé qu’il est envers des constructions idéologiques qui masquent et servent à la fois le conflit des puissances ».

    #monde_multipolaire

  • Un mois pour explorer les archives visionscarto.net 2025 – 2026

    Nous profitons de l’été pendant lequel nous sommes un peu moins actives et actifs pour proposer un petit voyage quotidien au cœur de la « bibliothèque » de la plateforme collective de visionscarto.net

    Après que Cristina Del Biaggio nous ait rappelé (une fois de plus) les effets tragiques de la fermeture des frontières européennes aux voyageureuses migrant·es, C’est Vincent Capdepuy qui s’interroge et nous invite à le faire avec lui : Qu’est-ce que "faire Monde" et est-il encore possible de penser un "monde en commun" ?

    Jour 2 :
    Faire de la Terre un Monde : géohistoire d’une destinée sans illusion
    https://www.visionscarto.net/faire-de-la-terre-un-monde
    #mondialisation #communs #géopolitique #géohistoire

    par Vincent Capdepuy

    Nous avons fabriqué un Monde sans être sûrs de le vouloir. C’est désormais lui qui nous fabrique. Nous nous sommes découverts humanité, mais entre pluralité irréconciliée, mondialismes concurrents et défis planétaires, comment encore penser – et désirer – un Monde commun ? [...] la mondialisation a produit un espace global extraordinairement intégré, un système Terre profondément altéré, et un projet de Monde saturé d’attentes, de contradictions et de désenchantements.


    Les routes commerciales mondiales reliant les civilisations de l’Antiquité, Ferdinand Fried, Le tournant de l’économie mondiale, 1942.

  • Le grand Israël, de Gaza au Liban
    https://oclibertaire.lautre.net/spip.php?article4746

    Il n’y a qu’une vague allusion à l’expression « Du Nil à l’Euphrate » dans la Bible hébraïque. Il n’y a donc pas vraiment de prétexte religieux à tout ce qui est à l’œuvre au Proche-Orient : l’enfermement de deux millions de Gazaouis dans une zone de plus en plus resserrée, le rouleau compresseur colonial en Cisjordanie, la domestication de la plupart des pays arabes et l’attaque massive contre l’Iran et le Liban avec l’assassinat des dirigeants de ces pays. 362 été 2026

    / Colonialisme, Racisme , géopolitique , Palestine

    #362_été_2026
    #Colonialisme,_Racisme
    #géopolitique
    #Palestine

  • « LE CONGO EST LA CHEVILLE OUVRIÈRE DE LA RÉVOLUTION NUMÉRIQUE AUTANT QUE LE PAYS SACRIFIÉ PAR LA NUMÉRISATION DU MONDE »
    https://oclibertaire.lautre.net/spip.php?article4734

    L’auteur Fabien Lebrun pense l’histoire du numérique par le prisme du Congo, qui est aussi l’histoire de la mondialisation capitaliste. 361 juin 2026

    / Environnement, Ecologie , Leur Histoire, Notre Mémoire , géopolitique , GUERRES , Technologie

    #361_juin_2026
    #Environnement,_Ecologie
    #Leur_Histoire,_Notre_Mémoire
    #géopolitique
    #GUERRES
    #Technologie

  • China warnt, USA und Europa gucken zu : Das Dschihadisten-Problem des „neuen“ Syrien
    https://www.berliner-zeitung.de/article/china-warnt-usa-und-europa-gucken-zu-das-dschihadisten-problem-des-

    Les États Unis et l’Europe contribuent en Syrie à la création d’une base stable du terrorisme islamiste dans les décennies à venir. On est tenté d’y voir la tentative de garantir l’instabilité de la région et de l’Arabie et de garantir la survie des réseaux terroristes tchétchène souigours comme armes d’une guerre de basse intemsité permanente contre la Russie et la Chine.

    On retourne à une situation comme celle décrite dans le film Syriana .

    https://en.wikipedia.org/wiki/Syriana

    18.6.2026 von Christoph Leonhardt - Unter Ahmed al-Sharaa werden ehemalige Foreign Fighters nicht entwaffnet, sondern Teil der syrischen Armee – mit Folgen für die internationale Sicherheit.

    Ausländische Kämpfer sind im „neuen“ Syrien nicht mehr nur ein Relikt aus dem Bürgerkrieg, der einst Zehntausende Kämpfer, darunter Milizionäre und Söldner, aber auch Freiheitskämpfer und Gotteskrieger, aus der ganzen Welt anzog. Unter dem neuen Präsidenten Ahmed al-Sharaa, der im Krieg noch als Dschihadisten-Führer Abu Muhammad al-Julani gefürchtet wurde, sind besonders Letztere zum integralen Bestandteil der Sicherheitsarchitektur geworden.

    So wurden die Foreign Fighters (ausländische Kämpfer, Anm. d. Red.) nach dem Machtwechsel weder entwaffnet noch wurde ihnen der Prozess gemacht. Stattdessen wurden sie geradewegs in die regulären Streitkräfte aufgenommen, die die Nachkriegsordnung in Syrien absichern sollen.

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    Foreign Fighters als Machtbasis

    Unter den ausländischen Kämpfern befinden sich neben international gesuchten Terroristen auch Dschihadisten mit Bezug nach Deutschland, darunter auch Berlin. Einige von ihnen waren am Sturm der Hayat Tahrir al-Sham (HTS) auf Damaskus beteiligt, der letztendlich zum Sturz des Assad-Regimes Ende 2024 führte. Nach der Machtübernahme zollte die HTS-Führung ihrem harten Kern Tribut, indem sie sie in die staatlichen Strukturen integrierte.

    Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in Großverbänden wie der 84. Division, die unter dem turkmenischen Kommandeur Abdulaziz Dawud Khudabardi in Idlib, Damaskus und Homs operiert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind darin allein rund 3500 ausländische Kämpfer aktiv, die hauptsächlich aus zentralasiatischen und kaukasischen Staaten stammen.

    Viele von ihnen stehen der Turkistan Islamic Party (TIP) nahe, die eng mit Al-Qaida (AQ) verbunden ist. Ferner befinden sich darunter tschetschenische Kämpfer, die Teil der Liwa al-Muhajirin wa-l-Ansar (LMA) gewesen sind, die einst dem Islamischen Staat (IS) die Treue schwor.

    Entscheidender als ihre Herkunft ist jedoch ihre neue Rolle: Foreign Fighters, die im Bürgerkrieg teils schwerste Gewaltverbrechen an der syrischen Zivilbevölkerung verübt haben, sollen ihr nun staatlichen Schutz bieten. Dieser Trend wird vom – maßgeblich durch die USA rehabilitierten – neuen Staatsoberhaupt Ahmed al-Sharaa nicht nur toleriert, sondern systematisch vorangetrieben.

    Dagegen stellt die Institutionalisierung radikal-religiöser Kräfte für die Zivilgesellschaft Syriens sowohl ein Vertrauens- als auch ein Sicherheitsproblem dar. So nährt sie deren Zweifel, ob der neue Staat tatsächlich inklusiv, rechtsstaatlich und protektiv ist. Gerade für Syriens Minderheiten wirft die Einbettung ausländischer Dschihadisten in den Sicherheitsapparat die berechtigte Frage auf, ob staatlicher Schutz künftig für alle Bürger gleichermaßen gilt.

    Von der Miliz zur Nationalarmee

    Nach Angaben des syrischen Verteidigungsministeriums wurden bis dato rund 130 Paramilitärs in die Streitkräfte aufgenommen. Tatsächlich wurden in diesem Institutionalisierungsprozess viele der Milizen lediglich umbenannt, in neue Divisionen überführt oder administrativ in die Armee eingegliedert, ohne dass die vorherigen Affilierungen ihrer Kämpfer aufgelöst, sie auf ihre Eignung hin überprüft oder eine Deradikalisierungsmaßnahme durchlaufen haben.

    Dementsprechend entstammen auch Teile der neuen Kommandostruktur dschihadistisch geprägten Milieus, unter anderem der Ägypter Asim al-Hawari, der Jordanier Abdulrahman al-Khatib oder der Türke Umar Jafteshi. Auch vertreten gleich mehrere Armeeeinheiten offen ihre radikale Ideologie. Dazu zählen die 52., 54. und 60. Division, die von ehemaligen Kommandeuren von Jabhat al-Nusra, Ahrar al-Sham und Huras al-Din geführt werden. Gleichzeitig setzen sich ihre Soldaten überwiegend aus genau jenen extremistischen Gruppen zusammen.

    Auch ist es kein Geheimnis, dass viele ihrer ausländischen Kämpfern den „moderaten“ Kurs der neuen Regierung in Damaskus ablehnen. Besonders Einheiten mit engen Bindungen zu sogenannten Tacticals, die als „Blackwater des Dschihads“ bekannt wurden und als private Militärberater die syrische Armee trainieren, verweigerten wiederholt Befehle und agierten eigenmächtig – obwohl sie bereits Teil des offiziellen Militärs waren.

    Dazu zählen die Amshat- und Hamza-Brigaden, die an den Massakern an den Alawiten im März 2025 beteiligt gewesen sind, denen über 1200 Zivilisten zum Opfer fielen. Strukturelle Konsequenzen blieben jedoch weitgehend aus, weil ihre Armeeeinheiten danach lediglich umstrukturiert wurden. Der Hamza-Kommandeur Saif Abu Bakr stieg sogar zum Anführer der 76. Division auf. Einem Bericht von Reuters zufolge waren an den sektiererischen Übergriffen zahlreiche uigurische, usbekische und tschetschenische Dschihadisten aus den Streitkräften beteiligt.

    Doppelte Logik der Integration

    Dagegen mag aus Ahmed al-Sharaas Sicht der Prozess einer sicherheitspolitischen Rationalität folgen. Demzufolge gilt die staatliche Integration als Alternative zur anti-staatlichen Fragmentierung: Wer von den Foreign Fighters nicht eingebunden wird, könnte in parallele Gewaltstrukturen abgleiten, also sich zum Beispiel dem IS anschließen und dann gegen den Staat opponieren. Dagegen bietet ihre Institutionalisierung die Möglichkeit, sie an sich zu binden und so womöglich kontrollieren zu können. Dies dürfte auch der Grund dafür sein, warum die USA sogar die Etablierung der 84. Division genehmigte.

    Allerdings verschiebt diese Strategie das Problem nur, anstatt es zu lösen. Statistisch gesehen legen ausländische Kämpfer einerseits selten ihre Ideologie ab, andererseits bleiben sie meist ihren transnationalen Milieus treu. Folglich führt ihre Institutionalisierung mitnichten zu einer ideologischen Abkehr, sondern lediglich zu ihrer Neuverortung.

    Ihre Anbindung mag zwar kurzfristig zur Herrschaftskonsolidierung al-Sharaas beitragen, birgt aber erhebliche Risiken für die langfristige Staatsbildung. Indem ideologisch gefestigte und transnational vernetzte Akteure institutionell legitimiert werden, droht der Staat selbst zum Träger dschihadistischer Einflussstrukturen zu werden.

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    Ahmed al-Scharaa war im März zu Gast im Kanzleramt. © Chris Emil Janssen/imago
    Westliche Duldung trotz Warnung

    Bemerkenswert daran ist, dass diese Entwicklung von westlichen Staaten, allen voran den USA und der EU, akzeptiert wird. Im Gegensatz dazu bewerten andere Staaten sie als unmittelbares Risiko für ihre nationale Sicherheit. Peking beispielsweise betrachtet die uigurischen Dschihadisten innerhalb der syrischen Streitkräfte äußert kritisch und sieht darin sowohl ein Netzwerk- als auch Rückkehrrisiko. Chinas UN-Botschafter Fu Cong warnte im Sicherheitsrat bereits 2025 davor, dass „terroristische Kräfte das syrische Territorium nutzen können, um die Sicherheit anderer Staaten zu gefährden“.

    Der Hintergrund war, dass Ahmed al-Sharaa zuvor Dutzenden uigurischen Kämpfern hochrangige Posten, unter anderem im Verteidigungsministerium, verschafft hatte. Selbst der TIP-Kommandeur Abdulaziz Davud Hudaverdi wurde zum Generalmajor erhoben, obwohl er als Chinas meistgesuchter Terrorist gilt. Wird berücksichtigt, dass der neue Präsident 2011 selbst von AQ-Chef Ayman al-Zawahiri mit dem Auftrag nach Syrien entsandt wurde, einen „sicheren Hafen für Al-Qaida aufzubauen“, erhält die chinesische Warnung an deutlichem Gewicht.

    Demzufolge enthält die westliche Duldung sicherheitspolitischen Sprengstoff: Um die kurzfristige Stabilität in Syrien pragmatisch zu fördern und damit zum Beispiel auch Rückführungen zu ermöglichen, wird die staatliche Bindung radikaler Akteure bewusst in Kauf genommen. Doch damit wird letztendlich eine Nachkriegsordnung zementiert, die nicht auf die Entmachtung dschihadistischer Netzwerke setzt, sondern auf deren Transformation hin zu legitimierten Machtträgern. Schlussendlich überwiegt politische Zweckmäßigkeit gegenüber Sicherheitsinteresse.
    Interner Destabilisierungsfaktor

    Doch mit dieser Logik entsteht in Syrien ein System, in dem radikale Ansichten, persönliche Bindungen, geteilte Kampferfahrungen und transnationale Netzwerke weiter eine entscheidende Rolle spielen. Schon jetzt erweist sich die Einbindung der Foreign Figthers als Balanceakt: Jüngste Berichte deuten auf zunehmende Spannungen zwischen Armeeführung und ausländischen Dschihadisten, gescheiterte Disziplinierungsmaßnahmen und begrenzte Kontrolle durch die politische Führung hin. Das System scheint damit kaum auf institutionellen Bindungen zu beruhen.

    Dabei dürften die Folgen weit über Syrien hinausreichen: Schließlich sind mit der Überführung dschihadistischer Akteure in staatliche Funktionen weder ihre radikale Ideologien noch ihre Bindungen an transnationale Netzwerke verschwunden. Damit droht Syrien erneut zu einem internationalen Drehkreuz zu werden, in dem nationale Sicherheits- und internationale Terrorstrukturen miteinander verwoben sind.

    Transnationales Sicherheitsrisiko

    Die staatliche Integration der Foreign Fighters in Syrien mag zwar kurzfristig eine Nachkriegsordnung schaffen. Allerdings verschiebt sie das Sicherheitsproblem nur in die ohnehin fragile Ordnungsmacht hinein. Damit baut der syrische Präsident eine institutionelle Stabilität auf einer radikalen Machtbasis auf, die zu seiner größten strukturellen Schwachstelle werden könnte. Denn wo ausländische Dschihadisten zum festen Bestand der Nationalarmee gehören, bildet ihre Bindung an transnationale Gewaltmilieus unweigerlich ein internes Machtrisiko.

    Weiterführung begründet ihre Institutionalisierung aber auch ein externes Sicherheitsrisiko, weil ihre Netzwerke nicht einfach an Syriens Grenzen enden. Dies ist auch für die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik relevant, insofern sich auch deutsche Dschihadisten in den Reihen syrischer Sicherheitskräfte befinden.

    Mit ihrer bestehenden Vernetzung, können sie Milieus nicht nur radikalisieren und koordinieren, sondern darin auch rekrutieren – und dies womöglich ohne staatliche Verfolgung in Syrien befürchten zu müssen. Schon heute gibt es Online-Foren, die Syrien als Brückenkopf für neue Konfliktherde nutzen wollen.

    Sollte die westliche Staatengemeinschaft diese Entwicklung weiter unterstützen, darf sie sich nicht wundern, wenn eines Tages aus Syrien wieder dschihadistischer Terrorismus in die Welt exportiert wird. Abschließend sollte die Fragestellung daher nicht lauten, wie Syrien kurzfristig stabilisiert, sondern wie seine Stabilität langfristig garantiert werden kann.

    Christoph Leonhardt ist Leiter von Okzident-Orient und stellv. Geschäftsführer von Middle East Minds. Nach seinem Studium in Berlin und Beirut hat er an der Universität der Bundeswehr München über paramilitärische Gruppen im Syrien-Krieg promoviert.

    Das ist ein Beitrag, der im Rahmen unserer Open-Source-Initiative eingereicht wurde. Mit Open Source geben wir allen Interessierten die Möglichkeit, Texte mit inhaltlicher Relevanz und professionellen Qualitätsstandards anzubieten. Ausgewählte Beiträge werden veröffentlicht und honoriert.

    #Syrie #islamisme #géopolitique

  • Fuite en avant : Bruxelles mise tout sur l’adhésion de l’Ukraine
    https://diaspora.psyco.fr/p/12512543

    Fuite en avant : Bruxelles mise tout sur l’adhésion de l’Ukraine

    #géopolitique #UE #OTAN #guerre #suicide

    Mercredi 3 juin, à Bruxelles, les ambassadeurs des vingt-sept États membres de l’Union européenne ont donné leur feu vert à l’ouverture du premier groupe de négociation en vue de l’adhésion de l’Ukraine à l’Union européenne.

    Le point a été ajouté à la dernière minute à l’ordre du jour, signe de l’importance politique accordée à cette décision par les institutions européennes. Derrière l’apparente technicité de cette étape se cache en réalité un choix majeur pour l’avenir du continent. Car si les négociations d’adhésion avaient été officiellement ouvertes en juin 2024, elles étaient jusqu’à présent bloquées par le veto hongrois. Celui-ci vient de tomber après le changement de (…)

    • Les premières secondes de la vidéo : « une information à prendre avec des pincettes », « se serait doté »... De fait, l’Iran n’a jamais affirmé détenir l’arme nucléaire. Piège à clics...

    • Former CIA Analyst Larry Johnson Says Iran May Have a Nuclear Bomb

      https://x.com/CharliekirK3225/status/2062612751466529231

      1. Iran will withdraw from negotiations
      2. Iran will withdraw from NPT
      3. Iran ready to demonstrate a nuclear weapon (acquired with third country assistance

      https://x.com/CharliekirK3225/status/2062612751466529231/video/1
      https://x.com/CharliekirK3225/status/2061827183409304035/video/1
      https://x.com/CharliekirK3225/status/2061827183409304035/video/2

    • [https://diaspora.psyco.fr/posts/12513527#373ebf56-376a-24af-23a5-c57223596583]

      En tout cas, Israël et les États-Unis prennent l’option nucléaire iranienne plus au sérieux qu’on ne le supposerait en se fiant aux MSM , surtout en Allemagne – on peut se faire une idée de ce degré de gravité à la lecture du commentaire suivant, qui, comme on le voit aisément, s’inscrit dans une perspective transatlantique occidentale et ne parvient manifestement pas à distinguer clairement ... ce qu’il faut considérer comme la cause et distinguer de l’effet ou de la réaction.

      Regardez d’abord la vidéo sur Twi_X (en farsi avec des sous-titres en anglais)

      Michael A. Rothman - 2026-06-06 :
      https://x.com/MichaelARothman/status/2063349011483070469

      D’ailleurs, Larry Johnson (voir ci-dessus) estime que la technologie nécessaire à l’utilisation d’une ogive nucléaire provient de pays extérieurs à l’Iran (Corée du Nord, Pakistan, Russie, Chine). --------------------

      𝐈𝐑𝐀𝐍𝐈𝐀𝐍 𝐑𝐄𝐆𝐈𝐌𝐄 𝐄𝐂𝐎𝐍𝐎𝐌𝐈𝐒𝐓 𝐁𝐑𝐀𝐆𝐒 𝐓𝐄𝐇𝐑𝐀𝐍 𝐂𝐀𝐍 𝐓𝐔𝐑𝐍 𝐈𝐓𝐒 𝐔𝐑𝐀𝐍𝐈𝐔𝐌 𝐈𝐍𝐓𝐎 𝟏𝟎𝟎 𝐃𝐈𝐑𝐓𝐘-𝐁𝐎𝐌𝐁 𝐌𝐈𝐒𝐒𝐈𝐋𝐄𝐒 𝐀𝐍𝐃 𝐇𝐈𝐓 𝐖𝐀𝐒𝐇𝐈𝐍𝐆𝐓𝐎𝐍

      Every time the West is assured that Iran’s nuclear program is peaceful, the regime’s own mouthpieces say the quiet part out loud. The latest comes from Iranian economist Mohammad-Reza Yazdizadeh, who declared on a June 1 broadcast that Tehran 𝐦𝐮𝐬𝐭 𝐬𝐡𝐨𝐰 𝐭𝐡𝐞 𝐔𝐧𝐢𝐭𝐞𝐝 𝐒𝐭𝐚𝐭𝐞𝐬 𝐚𝐧𝐝 𝐈𝐬𝐫𝐚𝐞𝐥 𝐢𝐭 𝐡𝐚𝐬 𝐧𝐮𝐜𝐥𝐞𝐚𝐫 𝐜𝐚𝐩𝐚𝐛𝐢𝐥𝐢𝐭𝐲.

      His math was chillingly specific. Iran’s stockpile of roughly 𝟒𝟔𝟎 𝐤𝐢𝐥𝐨𝐠𝐫𝐚𝐦𝐬 𝐨𝐟 𝐡𝐢𝐠𝐡𝐥𝐲 𝐞𝐧𝐫𝐢𝐜𝐡𝐞𝐝 𝐮𝐫𝐚𝐧𝐢𝐮𝐦, he said, could be converted into 100 𝘥𝘪𝘳𝘵𝘺-𝘣𝘰𝘮𝘣 𝘮𝘪𝘴𝘴𝘪𝘭𝘦𝘴 — each warhead packing about five kilograms of 60-percent enriched material. They would not flatten a city, he conceded. They would do something arguably worse: blanket it in radioactive contamination and leave it 𝐮𝐧𝐢𝐧𝐡𝐚𝐛𝐢𝐭𝐚𝐛𝐥𝐞.

      And he did not stop at deterrence. If Iran were ever attacked, Yazdizadeh warned, it would 𝘳𝘦𝘵𝘢𝘭𝘪𝘢𝘵𝘦 𝘢𝘨𝘢𝘪𝘯𝘴𝘵 𝘞𝘢𝘴𝘩𝘪𝘯𝘨𝘵𝘰𝘯 directly — boasting that the regime already fields missiles with the range to reach the American homeland. This is not some fringe crank on a street corner. It is the casual confidence of a regime that has spent decades enriching uranium it has no civilian need for.

      It also confirms what critics of the endless negotiations have warned all along. Trump envoy Steve Witkoff has said Iran itself admitted to holding enough 60-percent uranium for as many as 𝐞𝐥𝐞𝐯𝐞𝐧 𝐧𝐮𝐜𝐥𝐞𝐚𝐫 𝐰𝐞𝐚𝐩𝐨𝐧𝐬. The 460 kilograms are real. The intent, as the regime keeps telling us out loud, is real too.

      𝐀 𝐠𝐨𝐯𝐞𝐫𝐧𝐦𝐞𝐧𝐭 𝐨𝐩𝐞𝐧𝐥𝐲 𝐟𝐚𝐧𝐭𝐚𝐬𝐢𝐳𝐢𝐧𝐠 𝐚𝐛𝐨𝐮𝐭 𝐦𝐚𝐤𝐢𝐧𝐠 𝐀𝐦𝐞𝐫𝐢𝐜𝐚𝐧 𝐚𝐧𝐝 𝐈𝐬𝐫𝐚𝐞𝐥𝐢 𝐜𝐢𝐭𝐢𝐞𝐬 𝐮𝐧𝐢𝐧𝐡𝐚𝐛𝐢𝐭𝐚𝐛𝐥𝐞 𝐢𝐬 𝐧𝐨𝐭 𝐚 𝐧𝐞𝐠𝐨𝐭𝐢𝐚𝐭𝐢𝐧𝐠 𝐩𝐚𝐫𝐭𝐧𝐞𝐫. 𝐈𝐭 𝐢𝐬 𝐩𝐫𝐞𝐜𝐢𝐬𝐞𝐥𝐲 𝐭𝐡𝐞 𝐭𝐡𝐫𝐞𝐚𝐭 𝐈𝐬𝐫𝐚𝐞𝐥 𝐡𝐚𝐬 𝐰𝐚𝐫𝐧𝐞𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐰𝐨𝐫𝐥𝐝 𝐚𝐛𝐨𝐮𝐭 — 𝐚𝐧𝐝 𝐭𝐡𝐞 𝐜𝐚𝐬𝐞 𝐟𝐨𝐫 𝐧𝐞𝐯𝐞𝐫 𝐥𝐞𝐭𝐭𝐢𝐧𝐠 𝐭𝐡𝐢𝐬 𝐫𝐞𝐠𝐢𝐦𝐞 𝐠𝐨 𝐧𝐮𝐜𝐥𝐞𝐚𝐫 𝐰𝐫𝐢𝐭𝐞𝐬 𝐢𝐭𝐬𝐞𝐥𝐟.

  • Sevim Dağdelens Rede in der Cambridge Union : „Die NATO ist für die heutige Welt nicht geeignet“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=151205

    Ce brillant discours sur l’OTAN et la destruction de l’état de providence vient d’être tenu par une politicienne d’un parti petit bourgeois . Le parti de Die Linke n’a plus de position juste et précise à cet égard, il n’est plus le parti de la paix ni le parti des pauvres. Ses dirigeants ont poussé Sevim Dağdelen à le quitter.

    31.5 2026 - An der britischen University of Cambridge wurde kürzlich zu folgendem Thema debattiert: „This House believes NATO is unfit for the world today“ („Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist“). Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen war als eine der Hauptrednerinnen dazu eingeladen. In ihrer Rede kritisierte sie zentrale Narrative der NATO: das Selbstverständnis als Verteidigungsbündnis, als Wertegemeinschaft, als Hüterin des Völkerrechts und als geopolitischer Erfolg. Wir dokumentieren die Rede im Wortlaut. Von Redaktion.

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    Sehr geehrter Herr Präsident,

    verehrte Mitglieder des Hauses, meine Damen und Herren,

    ich erhebe mich, um den Antrag zu stellen: Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht mehr geeignet ist.

    Jahrzehntelang lautete die Standardverteidigung der NATO nach der Auflösung des Warschauer Pakts ganz einfach: Durch dieses Bündnis schützt die USA ihre europäischen Verbündeten. Die jüngsten Ereignisse haben diese beruhigende Erzählung jedoch gründlich erschüttert.

    Washingtons eigene Partner im Nahen Osten werfen den USA inzwischen offen vor, sie im Stich gelassen zu haben. Sie wurden weder vor dem völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran gewarnt, noch zeigten sich die USA willens – oder in der Lage –, ihre Kräfte zum Schutz der Golfstaaten zu konzentrieren.

    Fünftausend amerikanische Soldaten sollen aus Deutschland abgezogen werden. US-Präsident Trump – wenn man ihn ernst nimmt und nicht einfach mit dem Satz abtut „He’s a sandwich short of a picnic“ – hat unmissverständlich erklärt: Wenn Europa nicht in der Straße von Hormus hilft, dann ist Amerika nicht mehr bereit, Europa zu helfen. Das Bündnis, das der Sicherung der US-Hegemonie dienen soll, wird von den USA selbst aufgegeben. Jeder Ruf nach einer NATO ohne die USA ist reines Wunschdenken.

    Diese Aussage trifft den Kern des Nordatlantikvertrags. Wenn die Führungsmacht ihre Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung infrage stellt, steht das gesamte Bündnis infrage. Selbst die deutsche Bevölkerung hat diesen Schritt längst vollzogen: Umfragen zeigen eine klare Mehrheit gegen die Bündnisverteidigung – auch weil viele Deutsche weder den baltischen Staaten noch der Türkei vertrauen.

    Erst kürzlich erklärte der litauische Außenminister Budrys unverblümt:

    „We must show the Russians that we can penetrate the little fortress they have built in Kaliningrad. NATO has the means to raze the Russian air defence and missile bases there to the ground in the event of an emergency.“

    Solche Aussagen offenbaren das wahre Wesen dieses Bündnisses: eine Organisation, die ihre Mitglieder zunehmend in Kriege anderer Nationen – vor allem der USA – hineinzieht, wie wir es gerade beim Krieg gegen den Iran erleben.

    Vor diesem Hintergrund könnten die Versuche zunehmen, den Krieg gegen Russland doch noch zu gewinnen, indem man die gesamte NATO hineinzieht. Genau das macht diesen Militärpakt derzeit so gefährlich für unsere Bevölkerungen. Wir müssen vor jeder Illusion warnen, die deutsche Bundeswehr könne einspringen, falls die USA die militärische Unterstützung verweigern. Selbst im Frieden fehlt es an Freiwilligen für das deutsche Panzerbataillon in Litauen, unmittelbar an der russischen Grenze.

    Ein dritter großer Krieg gegen Russland innerhalb von hundert Jahren ist etwas, wofür sich in Deutschland nur sehr wenige Menschen gewinnen lassen. Um Angriffe auf Russland über NATO-Territorium mit Drohnen aus der Ukraine zu verhindern, hat die NATO inzwischen selbst eine ukrainische Drohne über den baltischen Staaten abgeschossen. Das war nichts anderes als ein Abschuss, um Deutschland am Kriegseintritt zu hindern. Aber wie lange wird das noch funktionieren?

    Die Behauptung, die NATO sei eine echte Verteidigungsgemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.

    Zweitens: Die NATO präsentiert sich als Wertegemeinschaft – Menschenrechte, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit. Historisch war das nie stimmig. Ein Gründungsmitglied war die faschistische Salazar-Diktatur in Portugal. Die CIA unterstützte Putsche nicht nur in Chile, sondern auch im NATO-Land Türkei 1980. Geheimarmeen wie Gladio operierten in mehreren Mitgliedstaaten wie beispielsweise in Italien.

    Heute ist der Widerspruch grotesk. Die USA, Deutschland und Großbritannien werden von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen und dem UN-Menschenrechtsrat der Mittäterschaft an einem Völkermord in Gaza beschuldigt. Welche gemeinsamen Werte werden durch die Unterstützung eines Genozids verteidigt? Welche Werte verkörpert die Entführung des gewählten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau – eine eklatante Verletzung des Gewaltverbots der UN-Charta? Oder die jahrzehntelange Hungerblockade der USA gegen Kuba, die auf die Zerstörung einer gesamten Gesellschaft abzielt? Ist das Aushungern eines ganzen Volkes zu politischen Zwecken Teil des westlichen Wertekanons?

    Die Behauptung, die NATO sei eine Wertegemeinschaft, ist nichts als ein Mythos – und dieser Mythos verblasst vor unseren Augen.

    Drittens: Wir kritisieren zu Recht, dass Russland mit dem Einmarsch in die Ukraine das Völkerrecht gebrochen hat. Doch Kritik vonseiten der NATO und der USA hat nur dann moralische Substanz, wenn wir selbst das Völkerrecht achten. Die Bilanz der Führungsmacht des Bündnisses spricht eine andere Sprache: Vietnam, Irak – und nun ein unprovozierter Angriffskrieg gegen den Iran. Der Präsident der „Freien Welt“ hat offen erklärt: „I don’t need international law.“ Nur seine eigene Moral halte ihn zurück – ein erschreckend dünner Schutz. Er droht sogar NATO-Verbündeten und fordert Grönland.

    Das inoffizielle Motto der NATO lautet „All for one and one for all.“ Wenn wir das nicht als Monty-Python-Witz verstehen, sollten wir es ernst nehmen. Wenn ein Mitglied einen Angriffskrieg beginnt, tragen die anderen zumindest die Verantwortung, dies im NATO-Rat zu thematisieren. Das tun sie nicht. „Dog don’t eat dog“ – das ist das wahre Motto.

    Als Block hat die NATO das UN-Völkerrecht wiederholt gebrochen: 1999 Bombardierung Jugoslawiens ohne Sicherheitsratsbeschluss, 2011 Missbrauch einer Libyen-Resolution zum Regime-Change und zur Verwüstung des Landes, zwanzig Jahre sinnloser Krieg in Afghanistan mit Hunderttausenden Toten, der mit der Rückkehr der Taliban endete.

    Die Behauptung, die NATO sei eine Hüterin des Völkerrechts, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.

    Viertens: Wenn all dies eingeräumt wird, greifen die NATO-Verteidiger auf ein letztes Argument zurück: „Aber wir haben uns seit dem Ende des Kalten Krieges von 16 auf 32 Mitglieder erweitert – welch ein Erfolg!“

    Im Gegenteil: Es ist das größte geopolitische Eigentor der jüngeren Geschichte. Die NATO-Osterweiterung hat genau das bewirkt, was Kissinger und Nixon einst verhindert hatten: Sie hat Russland in die Arme Chinas getrieben. Moskau hatte klare Zusagen erhalten, dass die NATO sich nicht nach Osten ausdehnen werde – der Preis für die deutsche Einheit und den friedlichen Abzug von 300.000 sowjetischen Soldaten aus Mitteleuropa. Russland hatte gewarnt, dass dies seine rote Linie sei. Wir haben sie dennoch überschritten.

    Das Ergebnis ist die gefährlichste strategische Lage für den Westen seit Jahrzehnten. Die NATO ist kein diplomatischer Erfolg, sondern eine strategische Belastung.

    Die Behauptung, sie verbessere die geopolitische Position des Westens, ist nichts als ein Mythos – und auch dieser Mythos verblasst.

    Schließlich die schlimmste aller Folgen: Sie trifft den europäischen Sozialstaat. Die USA fordern, dass die NATO-Mitglieder 5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben. Für Deutschland allein wären das etwa 220 Milliarden Euro pro Jahr – fast die Hälfte des gesamten Bundeshaushalts.

    Lassen Sie sich hier nicht einreden, wir hätten während des Kalten Krieges prozentual ähnlich hohe Militärausgaben gehabt. Damals gab es hohes Wirtschaftswachstum, heute herrscht Stagnation. Jeder zusätzliche Euro für Rüstung muss brutal bei Gesundheitsversorgung, Bildung oder Renten eingespart werden.

    Gesundheitsversorgung, Renten, soziale Sicherung – Errungenschaften von 150 Jahren Kampf der Arbeiterbewegung – sollen auf dem Altar der endlosen Aufrüstung geopfert werden.

    Die NATO behauptet, Europa zu schützen, droht aber genau die Gesellschaften zu zerstören, die sie zu verteidigen vorgibt. Sie ist wie ein Stier im Porzellanladen – sie zerschlägt genau den Wohlstand und die Stabilität, die sie eigentlich sichern sollte.

    Die NATO ist bereits jetzt für 55 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben verantwortlich. Allein 2025 gab dieser Militärpakt 1,58 Billionen Dollar für Rüstung aus. Die europäischen Staaten geben bereits viermal so viel aus wie Russland – und diese Ausgaben sollen jetzt fast verdoppelt werden.

    Stellen Sie sich vor, was schon ein Bruchteil dieses Geldes bewirken könnte: Wir könnten den Welthunger abschaffen und Hunderte Millionen Menschen retten, ernsthaften Klimaschutz finanzieren, den Sozialstaat stärken und unsere Infrastruktur wieder aufbauen. Oxfam schätzt, dass die Beseitigung des weltweiten Hungers lediglich 40 Milliarden Dollar erfordern würde – das sind nur 2,5 Prozent des jährlichen NATO-Rüstungsbudgets.

    Stattdessen sehen wir die verheerenden inneren Kosten. In Deutschland kann inzwischen jeder vierte Schüler nicht mehr richtig lesen und schreiben – eine direkte Folge dieses Rüstungswahns.

    Wir brauchen einen starken Sozialstaat, keine Aufrüstung, von der allein die Aktionäre des militärisch-industriellen Komplexes profitieren – bei Rheinmetall übrigens vor allem US-Investmentfonds wie BlackRock, Morgan Stanley und andere.

    Verehrte Mitglieder des Hauses, alle zentralen Mythen der NATO – Verteidigungsbündnis, Wertegemeinschaft, Hüterin des Völkerrechts, strategisches Meisterstück – sind entlarvt. Sie überzeugen nicht mehr.

    Es ist Zeit für einen Moment der Wahrheit. Es ist Zeit, sich der Wirklichkeit zu stellen.

    Dieses Haus ist der Auffassung, dass die NATO für die heutige Welt nicht geeignet ist. Ich stelle den Antrag.

    Vielen Dank

    #OTAN #état_de_providence #géopolitique #guerre

  • Let’s go to war, stupid ! - Simon Krämer

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12500273

    https://diem25.org/lets-go-to-war-stupid

    Opinion Piece
    By Simon Krämer | 29/05/2026

    As the standard narrative of self-destruction in service of the Atlanticist billionaires’ profits goes: Europe needs a whole societal effort to prepare for war and defend ourselves against Russia.

    But if Russia is so dangerous, why don’t they attack us now if they are so strong? Why will they supposedly wait, as the Atlanticist think-tanks proclaim in all mainstream media 24/7, until Europe has built up its arsenal and is ready for war?

    Propaganda, stupid.

    At the same time, you can now legally argue, that the Russian nation-state has a right under international war to attack European nation-states (with respect to Article 24 and the scale and effects of armed attacks) as European nation-states have been actively and insistently involved in attacks on critical infrastructure on Russian territory – trying everything to provoke an attack of the Russian state on EU proper.

    We Europeans fell for it four times: Napoleon’s Weltgeist, Kaiser Wilhelm and Habsburgs Germano-Imperial Hubris, Adolf Hitler’s Kampf and now…

    Ursula von der Leyen is now continuing from where the above left off, emboldened, empowered and totally sucked-up by and to the Technofeudal and hydrocarbon lords on the other side of the Atlantic.

    In each of the four times, the peoples – the American, European and German pride was played on by imperial capital, the bankers who write the checks and collect the interest in decades after reconstruction.

    But therewith not enough. The narrative continues. We need that industrial production of the arsenal to save our economy, our jobs, our way of life…

    Nope – German industry is as busy as ever. But we need to drive down people’s wages and social services to keep increasing profits.

    It was the same playbook to start the other World Wars.

    After WWI, the Russian people liberated themselves from feudalism with Soviets (place-based direct democracy) until the Bolshevik suppressed and killed them as well as the free Soviet Makhnovshchina in Ukraine).

    German people overthrew the government and formed the Räte Revolution (place-based direct democracy) until the Freikorps (the military force that genocided the Herero and others in Namibia, slaughtered countless in WWI and later morphed into the Nazi SS) slaughtered revolutionaries in Munich, in Bremen, in NRW – everywhere.

    Later in Spain the consejos (place-based direct democracy) liberated the Iberian Peninsula from hundreds of years of Inquisition mindset and pain. They were eliminated by the vicious United States, Nazi and Franco collaboration on the outside, and the Bolshevik undermining of the consejos on the inside.

    For WWII, the playbook was hypercharged and deployed again.

    German, Nazi, rearmament for WWII was paid with US capital. German people were intoxicated with Goebbels and the radio.

    Today, it’s Springer and their total cognitive warfare across all media. The mind of the average German sits in a hermetic prison of total information war. The technofeudal fascists trigger emotional responses in the already overload minds of the people – very professionally and intentionally, from Kentucky to Sachsen to South Africa.

    Today, European rearmament is paid with our taxes.

    European support of genocide is paid with our taxes.

    European support for the abduction of people protesting in London, Paris, and Berlin, as well as those crossing the open Mediterranean Sea, is paid with our taxes.

    The world is reaching near destruction because of our compliance with the nation states, the big businesses and the creditors that rule us.

    But radical hope for a new enlightenment never dies – it sprouts. And consciousness is rising.

    The Ulm 5, the Leipzig students, the critical mass of youth resisting the Bundeswehr in Germany, the novel genre of anti-state rappers, the Iranian Lego movies, the Traores, the legacy of Fanshen farmers in China, the women fighting in Jinwar and in every nuclear family oppressing Mother earth.

    Everyone growing their response-ability leads the way. Let’s keep pushing back against the war machine.

    #geopolitics #EU #NATO #war

    #OTAN #géopolitique #UE #guerre #propagande

  • Encyclique de Léon XIV : le pape appelle à « désarmer l’intelligenc...
    https://diaspora.psyco.fr/p/12493167

    Encyclique de Léon XIV : le pape appelle à « désarmer l’intelligence artificielle » pour protéger la dignité humaine - L’Humanité

    #politique #géopolitique #IA

    Le pape Léon XIV a signé le 15 mai sa première encyclique, intitulée « Magnifica Humanitas », sur la protection de la personne humaine à l’ère de l’intelligence artificielle, qu’il a présenté ce lundi. Il s’agit du premier grand texte doctrinal du Vatican consacré à l’intelligence artificielle, qui se concentre principalement sur les risques liés à l’intelligence artificielle générative, à l’automatisation du travail et à la « déshumanisation » engendrée par les algorithmes et la dépendance numérique.

    Dans ce texte de 130 pages à la tonalité profondément sociale, le pape américain estime que l’IA « ne peut être considérée (…)

  • Le Golfe après Ormuz : le véritable bouleversement géopolitique est structurel

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12492898

    par Alejandro Marco del Pont
    2026-05-25

    FR : https://reseauinternational.net/le-golfe-apres-ormuz-le-veritable-bouleversement-geopolitique-e

    EN : https://chinabeyondthewall.org/the-gulf-after-hormuz-the-real-geopolitical-shift-is-structural

    La guerre israélo-américaine contre l’Iran n’a pas seulement bouleversé l’équilibre militaire au Moyen-Orient. Elle a également engendré une crise plus profonde : celle du modèle de puissance sur lequel les pays du Conseil de coopération du Golfe (CCG) ont fondé leur ascension au cours des dernières décennies.

    La guerre israélo-américaine contre l’ #Iran a non seulement bouleversé l’équilibre militaire au Moyen-Orient, mais a également déclenché une crise plus profonde : celle du modèle de puissance sur lequel les pays du Conseil de coopération du Golfe (CCG) ont bâti leur ascension au cours des dernières décennies. L’Arabie saoudite, les Émirats arabes unis, le Qatar, le Koweït, Bahreïn et Oman étaient parvenus à conjuguer trois atouts essentiels : une sécurité largement assurée par les États-Unis, une position logistique centrale dans les flux énergétiques (exportations et corridors de distribution) et une capacité d’investissement mondiale exceptionnelle grâce à leurs fonds souverains. Cette guerre a mis en péril ces trois atouts simultanément.

    Le débat public tend à se concentrer sur les aspects les plus visibles : missiles, drones, raffineries endommagées, fermeture du détroit d’Ormuz et escalade des tensions entre Washington et Téhéran. Mais le véritable bouleversement géopolitique est plus structurel. La reconfiguration du Conseil de coopération du Golfe (CCG) dépend désormais de sa capacité à faire face à trois vulnérabilités simultanées : l’absence d’une défense régionale véritablement intégrée ; la construction de corridors alternatifs pour contourner les principaux points de passage maritimes, avec la question stratégique de l’inclusion de la Chine dans leur conception ; et la préservation de sa puissance financière extérieure, notamment le flux de ses fonds souverains vers les États-Unis, dans un contexte de guerre, de baisse des recettes et de nécessité de réorienter les capitaux vers les priorités nationales.

    La guerre accélère ce débat car elle affecte simultanément la sécurité, l’énergie, le tourisme, la logistique et la capacité du Golfe à continuer d’exporter des capitaux. Rebecca Patterson l’a judicieusement exprimé dans un article récent du Council on Foreign Relations : « Il existe un risque bien moins évoqué pour les États-Unis que le prix du pétrole ou la perturbation de l’approvisionnement en matières premières essentielles. Ce risque est la réduction des flux de capitaux en provenance du Golfe, notamment pour les entreprises technologiques américaines en quête de financement, les projets d’intelligence artificielle et leurs intermédiaires financiers ». Il ne s’agit pas d’un détail. C’est l’un des points sensibles, et pourtant peu abordés, du nouvel équilibre régional.

    Le principal problème du Conseil de coopération du Golfe (CCG) est d’ordre militaire, bien que sa véritable nature soit politique. Les six États du Golfe ont consacré des années à discuter de la coordination de la défense, de l’interopérabilité, des systèmes d’alerte précoce et d’une architecture commune pour la lutte contre les missiles et les drones. Accords, exercices conjoints, groupes de travail et même une rhétorique récurrente sur la « sécurité indivisible » existent. Cependant, la guerre a démontré que cette intégration était plus formelle qu’efficace.

    Le principal obstacle n’est pas technologique, mais politique. Les États du Golfe ne partagent pas la même vision stratégique du monde. Les Émirats arabes unis et Bahreïn ont renforcé leurs liens avec Israël ; le Qatar entretient un partenariat étroit avec la Turquie ; Oman préserve son rôle de médiateur et maintient des canaux de communication avec l’Iran ; l’Arabie saoudite oscille entre endiguement, négociation et recherche d’autonomie. Alliés sur le papier, ils n’en demeurent pas moins que leurs priorités, leurs perceptions des menaces et leur marge de manœuvre diffèrent.

    Pendant des années, Washington a contribué à gérer cette fragmentation sans la résoudre. Il a vendu des systèmes de défense antimissile, des radars, des avions et des batteries de défense aérienne à ses partenaires du Golfe. Il a encouragé les exercices militaires conjoints. Il a favorisé l’interopérabilité entre les forces locales et l’appareil militaire américain. En mai 2024, suite à l’attaque iranienne contre Israël, un responsable du #Pentagone a présenté l’incident comme une preuve de l’importance d’une défense aérienne et antimissile intégrée, arguant qu’il avait conféré une nouvelle urgence à la coopération régionale.

    Le problème est que l’interopérabilité avec les États-Unis ne se traduit pas par une intégration défensive entre les pays du CCG. Washington a bâti une architecture de relations bilatérales – chaque monarchie étant liée à la puissance protectrice – plutôt qu’une véritable défense collective intra-Golfe. Ce modèle s’est avéré profitable pour l’industrie militaire américaine et a permis de préserver la place centrale de Washington en tant que fournisseur indispensable. Mais il a laissé un élément essentiel en suspens : la capacité des pays du CCG à partager des informations, à allouer des ressources, à coordonner leurs interventions et à se protéger en bloc, et non comme de simples bénéficiaires d’une protection extérieure.

    La guerre contre l’Iran a révélé le coût de cette différence. Les attaques n’ont guère tenu compte du degré d’alignement de chaque capitale. Ports, installations énergétiques, aéroports et infrastructures critiques du Golfe sont devenus des théâtres d’opérations. Reuters a rapporté le malaise de sources régionales qui ont exprimé un paradoxe brutal : les États-Unis ont déclenché la guerre, mais ce sont les États arabes du Golfe qui en subissent les conséquences économiques et stratégiques.

    La question n’est donc plus de savoir si le CCG a besoin de davantage de moyens de défense. Cela va de soi. La question est de savoir quel type de défense il souhaite mettre en place. Si la réponse consiste à acquérir davantage de systèmes nationaux, il en résultera une version plus coûteuse de sa vulnérabilité actuelle. Si la réponse est une véritable architecture régionale – système d’alerte précoce partagé, défense aérienne coordonnée, commandement conjoint et production locale de certains intrants critiques – alors le CCG pourrait transformer cette crise en une opportunité d’autonomie stratégique.

    Mais cette alternative suppose une condition qui n’a pas encore été remplie : que les monarchies du Golfe acceptent que la souveraineté ne se préserve pas par l’isolement, mais par l’intégration des capacités. C’est le premier dilemme de la reconfiguration régionale.

    Le second axe est logistique et géoéconomique. La fermeture du détroit d’Ormuz n’a pas simplement perturbé le commerce de l’énergie. Elle a démontré que le principal point de passage stratégique du Golfe pouvait se transformer en instrument de coercition stratégique.

    Avant la guerre, le détroit d’Ormuz représentait une menace constante, mais dont les conséquences extrêmes étaient souvent jugées improbables. Même lorsque le risque était reconnu, la plupart des analyses économiques occidentales le considéraient comme un scénario de tensions partielles, et non comme une perturbation massive et durable. L’ampleur du conflit explique pourquoi le détroit d’Ormuz a cessé d’être un simple passage maritime. En 2025, près de 15 millions de barils de pétrole brut par jour y transitaient, soit environ un tiers du commerce mondial de pétrole. De plus, une part cruciale du commerce mondial de GNL dépend de cette voie, notamment le gaz qatari.

    La crise a démontré qu’il existe des moyens d’atténuer la situation, mais pas de solutions définitives. L’Arabie saoudite a pu accroître ses expéditions via l’oléoduc est-ouest vers Yanbu, sur la mer Rouge. Les Émirats arabes unis ont utilisé la route Habshan-Fujairah pour transporter une partie de leur pétrole brut, évitant ainsi le détroit. Ces infrastructures ont contribué à limiter les pertes d’ #exportations et à augmenter légèrement le trafic de pétroliers dans les ports saoudiens de la mer Rouge.

    Il ne faut toutefois pas surestimer son importance. Les voies de contournement énergétiques ne profitent pas à tous de la même manière. Le #Koweït, le #Qatar et l’ #Irak sont soumis à des restrictions bien plus importantes. Les alternatives concernent principalement le pétrole, et pas nécessairement le gaz naturel liquéfié. De plus, aucun pipeline ne peut à lui seul résoudre la vulnérabilité des importations essentielles, des chaînes d’approvisionnement alimentaire, des biens industriels, des engrais ou des flux commerciaux en général. C’est pourquoi ce corridor cesse d’être une simple « infrastructure » ​​et devient une stratégie nationale et régionale.

    La nouvelle question qui se pose pour le Golfe est celle de la construction de voies de communication qui lui permettront de survivre à un détroit d’ #Ormuz intermittent, conditionnel ou politiquement contesté. Ce débat englobe les oléoducs, les ports, les voies ferrées, les dépôts stratégiques, les réseaux numériques, les câbles sous-marins et les plateformes logistiques. Le Conseil de coopération du Golfe (CCG) avait déjà approuvé des progrès en matière de connectivité ferroviaire régionale, mais la guerre lui confère une tout autre dimension : il ne s’agit plus seulement de diversifier les échanges commerciaux, mais de réduire les vulnérabilités existentielles.

    Cependant, le véritable débat n’est pas technique, mais politique : le CCG peut-il concevoir des corridors alternatifs sans la Chine ? La réponse réaliste est qu’il ne le souhaite probablement pas. La Chine n’est pas un acteur extérieur mineur pour le Golfe. Elle est un acheteur d’énergie clé, un partenaire commercial essentiel et un fournisseur de financements et d’infrastructures. En mai 2025, la Déclaration conjointe #ASEAN-Chine-CCG a explicitement inclus la promotion d’une coopération de haute qualité dans le cadre de l’initiative « la Ceinture et la Route » et le développement de corridors logistiques et de plateformes numériques.

    Ce constat change complètement la donne. Si le corridor Moyen-Orient-Inde-Europe ( #IMEC) a été conçu à Washington et en Israël dans le cadre d’une stratégie géoéconomique visant à contenir l’expansion des Nouvelles Routes de la Soie chinoises, les pays du Golfe semblent moins préoccupés par le choix d’une architecture plutôt que par leur superposition. Ils souhaitent certes des corridors occidentaux, mais ils veulent aussi conserver l’accès aux capitaux, à la demande et aux infrastructures chinoises. Cette ambivalence exaspère les États-Unis, car elle réduit la valeur stratégique de leurs projets de connectivité : un corridor censé relier le Golfe à l’Occident pourrait devenir, entre les mains du Conseil de coopération du Golfe (CCG), une plateforme de multipolarité.

    Si la Chine joue un rôle décisif dans l’aménagement des corridors du Golfe, les États-Unis perdent leur monopole. Si elle reste en dehors du système, la marge de manœuvre du Conseil de coopération du Golfe (CCG) vis-à-vis de son principal partenaire commercial asiatique s’en trouve réduite. Aucune de ces options n’est neutre. La guerre contre l’Iran rend cette décision encore plus urgente, car elle démontre que les infrastructures sont, en réalité, l’incarnation même de la politique. Le détroit d’Ormuz n’était pas qu’un simple détroit. Il était une promesse de continuité. Cette promesse a été rompue.

    Le troisième axe est le plus sous-estimé et, peut-être, le plus important pour les États-Unis. Pendant des décennies, on a parlé de « recyclage des #pétrodollars ». Les pays exportateurs d’énergie accumulaient des excédents, dont une part substantielle retournait sur les marchés occidentaux sous forme de dépôts, d’obligations, d’actions et de placements de portefeuille. Cette logique n’a pas disparu, mais elle a radicalement changé d’ampleur et de sophistication.

    Les fonds souverains du Golfe sont devenus des instruments de politique industrielle, de diplomatie économique et de puissance stratégique. Selon les estimations citées par le CFR, la région gère entre 4 et 7 billions de #dollars d’actifs souverains. Les États-Unis en ont capté 132 milliards en 2025, soit 48% du total, principalement grâce aux investissements dans les infrastructures numériques, les centres de données et les entreprises d’intelligence artificielle. C’est un point crucial : les capitaux du Golfe ne constituent plus seulement un filet de sécurité financier pour les monarchies. Ils font partie intégrante du fonctionnement du capitalisme américain, notamment de ses secteurs les plus ambitieux et les plus coûteux.

    Si le conflit persiste, les pays du Golfe auront besoin de davantage de ressources pour la #défense, la réparation des #infrastructures, la stabilisation budgétaire et le soutien interne. Cela pourrait réduire ou reporter les investissements à l’étranger. Reuters a rapporté en mars que trois États du Golfe avaient entamé un examen de l’utilisation de leurs fonds souverains, envisageant notamment des annulations d’engagements, des désinvestissements et des réévaluations de leurs parrainages internationaux.

    Il ne s’agit pas d’un changement improvisé. Le repli international avait déjà commencé avant la guerre. En avril 2026, le gouverneur du Fonds public d’investissement saoudien a déclaré que le fonds s’efforcerait d’allouer 80% de ses investissements à l’économie locale et de réduire la part internationale à 20%, contre près de 30% auparavant. Ce changement répond à la fois à la pression des déficits et à la baisse des recettes pétrolières, et à l’urgence accrue imposée par la guerre. Autrement dit, la guerre ne crée pas de toutes pièces la réorientation des capitaux du Golfe ; elle l’accélère.

    C’est pourquoi les relations entre Washington et le Conseil de coopération du Golfe (CCG) sont confrontées à une profonde contradiction. Les États-Unis souhaitent que les pays du Golfe demeurent des partenaires stratégiques, achètent des armements américains, financent les secteurs prioritaires de leur économie et soutiennent les corridors pro-occidentaux. Or, la guerre même que Washington a contribué à déclencher compromet la capacité du Golfe à remplir simultanément tous ces rôles. Si le conflit s’éternise, le CCG devra établir des priorités. Et il est raisonnable de supposer qu’il privilégiera sa stabilité intérieure au détriment du confort financier de la Silicon Valley.

    La principale leçon de cette guerre est que le Golfe ne peut plus être considéré comme une région passive, riche et dépendante, dont la seule fonction serait d’exporter de l’énergie, d’acheter des armes et de recycler ses excédents. Il apparaît désormais comme un acteur qui doit gérer simultanément la sécurité, la connectivité et les capitaux.

    Si le Conseil de coopération du Golfe ( #CCG) parvient à bâtir une défense régionale efficace, il réduira sa dépendance à l’égard des États-Unis. S’il réussit à développer des corridors alternatifs dotés d’une autonomie suffisante, il limitera le pouvoir de coercition du détroit d’Ormuz et gagnera en influence face à l’Iran. S’il préserve ses fonds souverains sans se retrouver pris entre la guerre et les crises internes, il maintiendra son influence mondiale. Mais s’il échoue sur l’un de ces fronts, sa position s’en trouvera affaiblie.

    Les #États-Unis sont eux aussi confrontés à un choix. Ils peuvent continuer à considérer le Golfe comme un prolongement de leur architecture de sécurité, en supposant que les monarchies assumeront les coûts d’une stratégie régionale conçue à Washington. Ou bien ils peuvent accepter que le Conseil de coopération du #Golfe entre dans une phase plus autonome et transactionnelle, moins soumise à la logique occidentale.

    Cette autonomie impliquera des discussions avec la #Chine, notamment sur les corridors stratégiques. Elle se traduira par une plus grande prudence quant aux sorties de capitaux. Elle comprendra des exigences de sécurité plus concrètes en échange de la coopération. Et elle inclura probablement aussi un examen critique de l’ancien accord tacite : la protection américaine contre un approvisionnement énergétique stable, des investissements et un alignement #géopolitique.

    L’avenir du# Golfe ne se jouera pas uniquement sur les champs de bataille ni à la table des négociations entre Washington et #Téhéran. Il se décidera aussi dans les centres de données en quête de financement, dans les ports reliant l’ #Asie et l’ #Europe, dans les oléoducs contournant le détroit d’ #Ormuz, lors de réunions discrètes de fonds souverains et dans la capacité, encore incertaine, de six États riches à former une véritable communauté stratégique.

    C’est la reconfiguration du #Moyen-Orient qui est en jeu. Et il en va de même pour une part importante de la puissance américaine au XXIe siècle.

    source : InfoNativa via Chine Beyond the Wall

  • Walid Joumblatt, figure majeure de la politique libanaise : « Les Palestiniens sont au début de leurs malheurs » | France Culture
    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/les-enjeux-internationaux/walid-joumblatt-figure-majeure-de-la-politique-libanaise-les-palestinien
    https://www.radiofrance.fr/pikapi/images/c999c904-fb74-4594-a692-2a37d01c2d9a/1200x680

    Aujourd’hui, il publie ses mémoires chez Stock, Un destin au Levant. De la guerre civile à la paix incertaine, quarante-huit ans après la parution, chez le même éditeur, de Pour le Liban, le livre d’entretiens de son père. « Pendant cinquante ans de vie politique entamée en 1977, je n’ai connu que des conflits. J’ai l’impression de vivre une guerre sans fin », écrit-il.

    Les matins de france Q dans la case de G. Erner vers 7h30

    #Walid_Joumblatt #Liban #géopolitique #Palestine #druzes

    • Attention. Inflation, ça ne veut rien dire. Enfin si, c’est le chiffre officiel fourni par l’INSEE. Mais quand on soulève le capot, on comprend que c’est une mécanique pour entuber les pauvres gens (notamment parce que ça sert de base pour plein d’autres calculs par ex les minima sociaux ou négo salariale). Ce sera pas 5% pour les pauvres gens (celleux qui n’ont pas de patrimoine et dont le panier de consommation n’a rien à voir avec les moyennes de l’INSEE).

    • oAnth :

      Le panier de consommation en Allemagne pour des fins statistiques, tel qu’il a été modifié depuis les années 1990, ne correspond pas par son contenu aux besoins fondamentaux d’un salarié moyen et ne reflète donc en pourcentage, que de manière très limitée la hausse effective du coût de la vie. Les modifications apportées à l’époque par rapport aux paniers de consommation précédents visaient clairement à induire le public en erreur afin de faciliter la mise en œuvre de mesures de politique économique néolibérales. À ma connaissance, rien n’a changé depuis.

  • Karl Polanyi identifizierte den Wirtschaftsliberalismus als Wurzel reaktionären Denkens.

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12484116

    https://www.surplusmagazin.de/polanyi-faschismus-markt-transformation

    https://archive.is/58TMd

    Andreas Novy
    16. Oktober 2025

    [...]

    Keine Märkte ohne gesellschaftliche Einbettung

    The Great Transformation erschien 1944 und wollte sich in die Debatten über die Nachkriegsordnung einmischen. Allzu rasch beendete der beginnende Kalte Krieg allerdings die Hoffnung, das Resultat der Verwerfungen von Weltwirtschaftskrise, Faschismus und Krieg werde eine postkapitalistische Gesellschaft sein. Statt alle Lebensbereiche als Marktwirtschaft zu organisieren, sollten in einer gemischten Wirtschaftsordnung die vier sozioökonomischen Prinzipien kombiniert werden: Tausch, dort, wo es sinnvoll ist, Umverteilung durch eine staatliche Zentralmacht zur Gewährleistung des sozialen Zusammenhalts, Reziprozität als auf Gegenseitigkeit beruhender Zusammenarbeit in Familie, Nachbarschaft und Freundeskreis sowie Haushalten als das Wirtschaften im eigenen Haus.

    Erst nach Polanyis Tod erwachte wieder Interesse an ihm und seinem Hauptwerk: zuerst in der im Gefolge der 1968er-Bewegung aufkommenden Suche nach »alternativen Ökonomien«, dann mit der Kritik am Neoliberalismus und seiner Tendenz zur Ökonomisierung aller Lebensbereiche, inklusive Privatisierung von Bildung, Gesundheit, Wasser und Energie. Nicht alles könne und solle, so Polanyis Kritik, zur Ware gemacht werden. Es gibt auch »fiktive Waren« wie Arbeit, Geld und Land, die nicht für den Markt produziert wurden, weshalb ihre Vermarktlichung den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet. Seine bekannte zentrale These lautete: Es sei eine wirtschaftsliberale Illusion, Gesellschaft von einem sich selbst regulierenden Markt steuern zu lassen. So eine Gesellschaft könne nicht von Bestand sein. Polanyi identifizierte, dass sich gegen die Bewegung hin zur Vermarktlichung von allem und jedem schon im 19. Jahrhundert Gegenbewegungen bildeten: zivilgesellschaftlich in Form von Gewerkschaften und Genossenschaften, staatlich in Form von Sozial- und Arbeitsgesetzen. In den 1930er Jahren waren Kommunismus (Stalin), Faschismus (Hitler) und Reformpolitik (Roosevelt) unterschiedliche Antworten auf das Versagen des Wirtschaftsliberalismus.

    Ende des 20. Jahrhunderts bildete sich erneut eine Bewegung gegen den Wirtschaftsliberalismus, diesmal in Gestalt der neoliberalen Globalisierung. In der Großen Finanzkrise 2008 konnte der Zusammenbruch des Finanzsystems nur durch staatliche Intervention verhindert werden. Damit erhielt die Forderung nach dem Ende des Marktfundamentalismus neuen Auftrieb.

    Karl Polanyi kann keiner wissenschaftlichen Disziplin zugeordnet werden. Gemeinhin gilt er als Wirtschaftshistoriker. Tatsächlich inspirierte er die Analysen langfristiger Entwicklungen von Fernand Braudel, Immanuel Wallerstein und Giovanni Arrighi. Bekannt geworden ist er in der Wirtschaftssoziologie durch das Konzept der Einbettung: Zu meinen, Märkte könnten sich selbst regulieren, sei eine Illusion. Laissez-faire ist unmöglich, denn Märkte sind immer in Institutionen eingebettet. Auch eine wirtschaftsliberale Ordnung braucht die Institutionen Privateigentum und Vertragsrecht. Im Kapitalismus jedoch sind Märkte auf eine bestimmte Weise doch entbettet, insofern sie befreit sind von sozialen Verpflichtungen und demokratischer Kontrolle.

    [...]

  • Point de situation géostratégique

    via https://diaspora.psyco.fr/p/12478181

    #géopolitique #économie #crise #effondrement

    par Emmanuel Florac sur Diaspora - 2026-05-19

    Quelques rappels:

    1. la production mondiale de pétrole est plate depuis 2018 autour de 100 millions de barils, et ne peut monter au-dessus : on appelle ça le pic de production, et un jour ou l’autre la production va commencer à baisser pour ne plus jamais remonter.
    2. l’approvisionnement en pétrole de l’UE est en baisse depuis 2008 ce qui montre assez que la limitation de la production induit une destruction de la demande.
    3. la consommation de carburant s’est effondrée en France ces dernières semaines. Il y aura des répercussions économiques graves qui mettront quelques mois à apparaître.
    4. des dizaines de milliers de vols ont déjà été supprimés. Dans les semaines et les mois qui viennent, le trafic aérien va drastiquement baisser par manque de kérosène. Le tourisme cet été sera dans une crise jamais vue.
    5. 40% des engrais ne sont jamais arrivés pour les semis de printemps. L’année prochaine il y aura des pénuries alimentaires massives.
    6. les réserves stratégiques (en tenant compte de la baisse de consommation) devraient tenir jusqu’en août. En septembre, il y aura une forte pénurie de gasoil en particulier. Si le gouvernement ne prend pas rapidement des mesures de rationnement (réserver le gasoil pour les transports indispensables) il y aura de graves problèmes.

    Selon toute probabilité on commencera à voir des troubles graves d’ici cet été. À la rentrée de septembre on devrait être dans une crise sans précédent. En 2027 ? Attachez vos ceintures.

    Je vais vous faire un petit tableau de la situation dans mon boulot, en informatique:

    1. on me demande un certain type de matériel (serveurs, ordinateurs, etc)
    2. je demande à mes fournisseurs
    3. le prix a PLUS QUE DOUBLÉ depuis 6 mois
    4. le devis est valable 48H !
    5. je parviens à transmettre le devis au client…
    6. on m’annonce un délai de livraison de 36 SEMAINES. Autrement dit jamais.

    Conclusion : je serai très probablement au chômage d’ici la fin de l’année, parce que je ne pourrai rien fournir à personne puisque rien ne me sera livré. Je ne suis certainement pas seul dans ce cas.

    Et c’est exactement la même chose dans tous les corps de métiers. Si vous êtes dans le bâtiment et que vous devez faire des devis pour des rénovations etc c’est exactement pareil : les prix se sont envolés, rien n’est disponible, les clients ne vont pas acheter, donc toutes les boîtes vont couler. Je ne vous parle même pas des transporteurs routiers qui permettent à absolument tout d’arriver chez vous (merci l’UE, merci le tout-camion !).

    Je trouve incroyable qu’on n’en parle pas sérieusement. MÊME SI la situation à Ormuz redevenait normale demain matin, il faudrait au minimum 6 à 12 mois pour un retour à la normale, et pendant ce temps la situation continuerait à se dégrader.

    Le problème n’est pas un problème d’ARGENT. L’argent n’est qu’un SIGNE. Nous faisons face à un problème réel et matériel de PÉNURIE. On pourrait réquisitionner tout l’argent de tous les milliardaires du monde qu’on n’aurait pas une goutte de pétrole, un kilo d’engrais, un litre d’hélium en plus.

    Il faut bien comprendre que la production et la consommation de ressources s’équilibrent, que l’énergie est à la base de toute activité économique, et qu’une baisse de quelques pourcents de la production n’entraîne pas une baisse proportionnelle et linéaire de l’économie. En 1973, la production de pétrole n’a baissé que de 9%, et ça a entraîné la fin immédiate des “30 glorieuses”, le début de l’accroissement sans fin du chômage et des dettes publiques, une crise lente dont on n’est jamais ressortis. Et là, on se tape une réduction de 20% !

    Si vous n’avez pas la trouille, c’est que vous n’avez pas compris ce qui se passe. Hier Steve Keen (économiste) a dit que ce serait pire que la seconde guerre mondiale. Haut les cœurs…