#gesellschaft

  • Tolkien war kein Faschist, aber…
    https://tribes.hypotheses.org/2712

    3.10.2022 von von Massimiliano Livi - Zur Rezeption und Kommodifizierung Tolkiens in der italienischen Rechte. Eine Präzisierung

    In diesen Tagen berichten vermehrt sowohl die italienische als auch die internationale Presse über die im italienischen Wahlkampf der rechten Partei Fratelli d’Italia geäußerten ideellen Bezüge zu Tolkien und Herr der Ringe [Siehe die Links unten]. Was gerade Schlagzeile macht ist eigentlich keine Neuigkeit, sondern eher eine sehr alte Geschichte, viel älter als Giorgia Meloni selbst. Es handelt sich um eine Geschichte, die Ihre Wurzel in den kulturellen Transformationen der 1970er Jahren hat und zwar nach den großen politischen Umwälzungen, die den Jahren 1968 und 1973 gefolgt sind.

    Einige Präzisierungen zu diesem Thema sind dann jetzt wichtig denn je. Spätestens nachdem auch die deutschen Rechtsextreme mit einer ihren Zeitschriften auf den Zug einer zweckmäßigen und einseitigen Narration zu diesem Thema eingestiegen sind.[1]
    Massimiliano Livi im Interview mit Deutschlandfunk Kultur am 27. September 2022, 14:10 Uhr

    Die Rezeptionslücke in Italien gab der entstehenden rechten (Sub)Kultur der 1970er Jahren die Möglichkeit, Tolkien zu einem legitimen konservativen Bezugspunkt, mehr noch: zu ihrer Ikone zu machen.

    Credits: https://scottcoopermiamischolarships.com/jrr-tolkien

    I

    Ähnlich wie im Fall der deutschen Ausgabe, wurde „The Lord of the Rings“ auf Anregung von zwei konservativen Philosophen Elémire Zolla und Alfredo Cattabiani und vom dem ebenfalls konservativen Musikwissenschaftler Quirino Principe Erst 1970 ins italienischen übersetzt. Veröffentlicht würde in dem neugegründeten bürgerlich konservativen Verlag Rusconi in Mailand.

    Diese Übersetzung wurde von der damaligen Linke sehr schnell und pauschal als Unfug stigmatisiert. Sowohl die etablierte Linke als auch die linke italienische Gegenkultur der Zeit kritisierten das Buch gerade dafür, dass es solch zeitlose und dennoch relevante Werte wie Freundschaft, Ehre und Pflichtgefühl in den Kosmos von Mittelerde, in einer Fantasy-Welt, kontextualisiert. Für sie stellte die von einem traditionalistischen Katholiken geschaffene, „fantastische“ mittelalterliche Welt nichts anderes als eine anti-historische Flucht vor der Realität und ihrer wissenschaftlichen Interpretation dar. Selbst Umberto Eco kritisierte Ende der 1970er Jahre das Lesen von Tolkien als nutzlose Übung und stigmatisierte seinen literarischen Stoff als kryptofaschistisch.

    Es ist daher nicht verwunderlich, dass zum Zeitpunkt der ersten Ausgabe von „Il signore degli anelli“ in dem stark ideologisierten kulturellen Klima Italiens die ersten Rezensionen in eher konservativen Zeitungen wie Corriere della Sera, Il Tempo und Il Giornale zu finden waren und dass es während der gesamten 1970er Jahren nur Zeitschriften und Fan-Magazine aus der subkulturellen „Area“ der jungen rechten Szene waren, welche dann die entstandene Lücke füllten.

    Diese Rezeptionslücke gab den jungen intellektuellen Exponenten dieser entstehenden rechten (Sub)Kultur die Möglichkeit, Tolkien zu einem legitimen konservativen Bezugspunkt, mehr noch: zu ihrer Ikone zu machen. Durch ihre eigenartige Interpretation könnten sie aber gleichzeitig auch einen Versuch starten, einen italienischen Neo-Konservatismus zu begründen, der nicht in dem faschistischen Erbe verfangen sein sollte.

    Tolkien war ein Monarchist, demokratiekritisch und traditionsverbunden. Die Ablehnung des kulturellen und ethnischen Pluralismus in „Herr der Ringe“, zusammen mit der Bewahrung des Lokalen, seiner kulturellen Besonderheiten und ihrer einfachen Substanz stellen die Elemente einer Wahlverwandtschaft der Nuova Destra mit Tolkien dar.

    II

    Wie kam denn, dass Tolkien so eine große Bedeutung für das rechte Lager in Italien bekam? Unbestreitbar war Tolkien ein Monarchist, demokratiekritisch und traditionsverbunden. In seinem Epos versteckt er aber seine Ablehnung einer Gleichstellung aller Kulturen ebenfalls nicht. Diese kann für Ihn aber trotzdem mit einem kulturellen und ethnischen Pluralismus einhergehen. Beide projiziert und fasst er in die Bewahrung des Lokalen, seiner kulturellen Besonderheiten und ihrer einfachen Substanz mit einer naturbegründeten Verbindung zwischen Kulturen, Sprachen und der Geographie zusammen.

    Aufgrund einer wiedererkannten Wahlverwandtschaft gingen solche Vorstellungen auch mittels der Rezeption der Schriften von Alain de Benoist, der Leitfigur der französischen Nouvelle Droite, in das Denken der Nuova Destra ein. Denn De Benoist, wie Tolkien auch, propagierte eine Gesellschaft der vielen kleinen Heimaten und kulturellen Identitäten, die in der soziobiologischen Perspektive der Nouvelle Droite, die unvermeidliche Naturhaftigkeit von Herrschaft und Hierarchien nicht außer Kraft setzen würde.

    Indem sie dem Phantastischen den Vorzug vor dem Realen gaben und dem Metaphysischen vor dem Rationalen, wollten sie eine religiöse, sakrale und spirituelle Ebene erschaffen, die sie als Vervollständigung der Moderne verstanden.

    Damit versuchten sie ihre eigene Konservatismus Definition zu begründen, und zwar auf das „Sakrale“ und das „Mythische“, als alles durchdringende und leitende Phänomene und auf ihren Fortbestand in der Moderne. Damit knüpften sie an ihre – von Tolkien losgelöste bzw. parallele – Rezeption des Denkens von Philosophen und Religionshistorikern wie Julius Evola und René Guénon an.

    Vor diesem gesamtenHintergrund wurde Tolkien in der Nuova destra rezipiert und der Roman The Lord of the Rings erschlossen.

    Tolkien wurde immer mehr zu einem Symbol funktionalisiert, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Rechte zu lenken und damit breite Bevölkerungsschichten mit rechten Ideologemen vertraut zu machen.

    III

    Nach einer ersten Phase (zumindest bis in die frühen 1980er Jahre) in der einer metatextuellen Konstruktion eines identitätsstiftenden Elements durch Tolkiens Stoff praktiziert wurde, wurde in einer zweiten Phase (ab den 1990er bis heute) eine Funktionalisierung bzw. Instrumentalisierung des Stoffes für das Ziel eines rechten Ideologietransfers in breite konsumkulturelle Milieus betrieben.

    Das bedeutet, dass in dieser zweiten Phase Tolkien immer mehr als Symbol wurde, um einerseits die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die neurechten Aufbrüche der jungen sog. „Zweiten Republik“ zu lenken und diesen einen populärkulturellen, modernen Anstrich zu geben. Anderseits wollten sie damit breite Bevölkerungsschichten mit rechten Ideologemen vertraut machen.

    Diese Funktionalisierung hat sicherlich bereits mit den Campi Hobbit angefangen.

    Entwickelt nach dem Vorbild von (linken) Sommerfestivals, fanden die Campi Hobbit 1977, 1978 und 1980 statt. Dem äußeren Erscheinungsbild nach waren sie kaum von den zahlreichen „linken“ Jugendveranstaltungen bzw. Hippie-Festivals der 1970er Jahre zu unterscheiden.

    Doch wurden sie für die italienische junge Rechte der späten 1970er Jahre zu einem epochalen identitätsstiftenden Ereignis. Das erste Hobbit-Camp wurde de facto zur offiziellen Protestveranstaltung gegen die MSI-Führung von Giorgio Almirante.

    Ihre Absicht war es, mit der „Selbstgettoisierung“ des italienischen Konservatismus innerhalb der Grenzen des Neofaschismus (und des katholischen Moralismus) durch die ewige „Trauer“ um das faschistische Regime bzw. um die Sozialrepublik von Salò der älteren Generationen brechen zu wollen. Erreichen wollten sie eine eigene postfaschistische konservative Sensibilität und Ästhetik.

    So überrascht es auch nicht, dass vor allem bei der ersten (1977) und der dritten (1980) Ausgabe des Campos auf verworrene Art die Fantasy von Tolkien, die Philosophie von Julius Evola, Antonio Gramsci, (rechte) alternative Rockmusik sowie die Ikone von Che Guevara und die radikale ideologische Kritik des linken Philosophen Massimo Cacciari zusammenfanden.

    Was heute bleibt ist nur eine popkulturelle Kommodifizierung Tolkiens, womit die italienische extreme Rechte ihre Ideologeme in die Popkultur zurückgebringt.

    IV

    Die Instrumentalisierung geschah vielmehr ab Mitte der 1990er Jahren, nach der Gründung der Alleanza Nazionale, der Nachfolgepartei des Movimento Sociale Italiano, als weder faschistische noch katholische konservative Partei und mit dem politischen Aufstieg früherer Exponenten der rechten Jugendbewegung der 1970er Jahren.

    Die neue Partei und vor allem ihre Jugendorganisationen griffen in ihren Kampagnen auf lokaler Ebene die „alte“, von Tolkien abgeleitete Symbolik aus den 1970er Jahren systematisch auf – mit dem Resultat, dass noch Anfang der 2000er Jahre auch der jüngsten Generation rechter militanter Gruppen Il signore degli anelli als „ihre Bibel“ galt. Daher auch das jüngste Zitat von Giorgia Meloni, die sich bereits 2002 in einem Interview so äußerte.[2]

    Ein weiteres offensichtliches Beispiel dieser Beanspruchungsstrategie folgte seit 2002 als die Verfilmung von Tolkiens Roman herauskamen. Auch diese spielten einerseits eine wichtige Rolle im Sinne einer Auflösung der ideologischen Polarisierung in Italien. Andererseits sorgten sie in der rechten Szene für eine kameradschaftliche Begeisterung, die sich u.a. in einer privaten aber medial sehr gut inszenierten Filmvorstellung zeigte.

    Die eigene Prämiere wurde 2002 in der Hauptstadt gleichzeitig zu der offiziellen Premiere des Filmes veranstaltet. Bei der Vorführung waren u.a. die drei Minister von Alleanza Nazionale Maurizio Gasparri, Gianni Alemanno und Ignazio La Russa sowie zahlreiche weitere ehemals militante Anhänger des MSI anwesend, die dann prompt vor der Presse von Tolkien als ihrem Kulturgut philosophierten.[3]

    Als vorerst letzter Kapitel dieser kulturelle Aneignung gelten die Protesten im Vorfeld der im Januar 2020 vollständig veröffentlichten Neuübersetzung des Il Signore degli Anelli,[4] welche die Erstausgabe von 1970 ersetzte und eine Vielzahl von Kontroversen und gerichtlichen Beschwerden auslöste.[5] Unter anderem organisierten im Januar 2019 die erste Übersetzerin Vittoria Alliata und der vormalige Koordinator der Alleanza Nazionale Maurizio Gasparri,[3] eine Sonderkonferenz im Senat, um davor zu warnen, dass die Linke angeblich durch eine neue Übersetzung Besitz „von dem katholischen Philologen“ ergreifen wolle.[6]

    Was heute aus einer komplexen Reflexion über politische generationelle Identität, Konservatismus und Postfaschismus übrig bleibt ist nur eine popkulturelle Kommodifizierung von komplexen wenn auch naiven Überlegungen der Nuova Destra in den späten 1970er Jahren. Ganz nach der Strategie der internationalen extremen Rechte, werden somit von den italienischen Rechten nicht nur popkulturelle Elemente angeeignet,[7] sondern dadurch auch ihre Ideologeme in die Popkultur zurückgebracht.
    Liste der journalistische Beiträge nach dem Wahlsieg von Giorgia Meloni am 25.9.2022:

    https://www.dissipatio.it/la-generazione-tolkien-alla-prova-del-potere

    https://www.ilpost.it/2022/09/20/tolkien-estrema-destra

    https://www.welt.de/kultur/plus241325925/Tolkien-und-die-identitaere-Rechte-Make-Mittelerde-great-again.html

    [1] Auf einer Verlinkung wird verzichtet, um die Sichtbarkeit der Seite nicht zu fördern

    [2] Die 1977 geboren Giorgia Meloni war in den 1990er Referentin und Leiterin von Azione Giovani sowie 2008-2011 Jugendministerin im Kabinett Berlusconi IV. Das Zitat stammt aus Ideazione, 4/2002.

    [3] Alessandra Longo, Anteprima vip per Tolkien ma An festeggia da sola, in La Repubblica, 17.01.2002.

    [4] Vgl. <https://www.ilpost.it/2020/01/22/signore-anelli-ritirato-commercio-traduzione-alliata> (27.08.2020).

    [2] <https://iquadernidiarda.it/andrea-binelli-appunti-su-alcuni-profili-tematici-nelle-traduzioni-i> (27.08.2020).

    [5] Maurizio Gasparri gehörte in den 1970er Jahren zu den führenden Persönlichkeiten in der universitären Organisation des MSI FUAN und wurde dann später 2001 bis 2005 Minister für die Telekommunikationen im Kabinett Berlusconi II.

    [6] Podiumdiskussion: La guerra di Tolkien. Cosa accade in Italia al creatore degli Hobbit? Piazza della Minerva, Roma, 17.01.2019. Einführung von Maurizio Gasparri, Beiträge von Vittoria Alliata di Villafranca, Oronzo Cilli, Paolo Corsini, Gianfranco de Turris, Daniela Quaranta, Franco Cardini.

    [7] Cynthia Miller-Idriss: What Makes a Symbol Far Right? Co-opted and Missed Meanings in Far-Right Iconography, in: Maik Fielitz/Nick Thurston (Hg.), Post-Digital Cultures of the Far Right, Bielefeld 2018, S. 123–136.

    Diesen Blogbeitrag zitieren
    Massimiliano Livi (2022, 3. Oktober). Tolkien war kein Faschist, aber… . TrIBES. Abgerufen am 11. Juni 2024, von https://doi.org/10.58079/uxl5

    Schlagwörter: #Community #Gesellschaft #giorgia_meloni #italia #Italien #neofaschimsu #Neue_Rechte #post-faschismus #Tolkien

  • Berliner Privatdetektiv über seinen Job: „Es geht tricky zu wie im Film“
    https://prod.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berliner-privatdetektiv-ueber-seinen-job-es-geht-tricky-zu-wie

    13.10.2022 von Birgit Walter -Privatdetektive haben einen miesen Ruf und keine Rechte. Dabei arbeiten sie loyal. Unterwegs in Berlin mit einem Erfolgreichen, seit 40 Jahren in der Branche.

    Die einsamen Spaziergänge des Ehemanns dauerten drei Stunden und führten angeblich immer durch den Park. Meine Freundin bemerkte es im Homeoffice während der Pandemie. Ihr Mann trug keine Joggingsachen und verließ die Wohnung stets gut gelaunt. Als die Spaziergänge anhielten, wollte sie genauer wissen, was von ihrer jahrzehntelangen Ehe noch zu halten war. Sie suchte sich einen Privatdetektiv. – Echt jetzt? Wie im Krimi? Obwohl er vielleicht nur gestresst herumspaziert!? Ja, genau.

    Die Freundin berichtet, dass sie die Auswahl an Detektiven in Berlin eher übersichtlich findet, erst zum dritten Kandidaten überhaupt Vertrauen fassen konnte. Der sei nun allerdings Spitze, ein Berliner Original, von der Arbeit besessen. Das kostenlose Vorgespräch mit ihm dauert Stunden und ist in ihrer Erinnerung ein ausführliches Abraten von dem anstehenden Auftrag.

    Sie erfährt, was einem Detektiv beim Verfolgen und Aufdecken verboten ist: alles. Alles, was auch die hintergangene Ehefrau besser lässt. Der Detektiv darf also nicht bei Rot über die Straße eilen, keine Waffe nutzen, keinen Autobesitzer ermitteln oder Peilsender anbringen, kein Gespräch abhören – nichts. Ja, er darf nicht mal den Ehemann beschatten und fotografieren, solange nicht ein „berechtigtes“ Interesse vorliegt. Was ist das denn für ein Beruf? Eigentlich gar keiner, resümiert die Freundin, bewundert zugleich, was ihr Ermittler trotzdem alles rausbekommen hat. So viel mehr, als sie gehofft hatte. Dazu später, erst mal sehen wir uns diesen interessanten Typen an.

    Stefan Dudzus mit der Kamera im Anschlag

    Stefan Dudzus mit der Kamera im AnschlagEmmanuele Contini
    In Deutschland kann jeder Privatdetektiv werden

    Privatdetektiv werden kann in Deutschland jeder – ohne Abschluss, ohne Erlaubnis, ohne Nachweis, irgendwas zu können.

    Er meldet ein Gewerbe an und fertig. Der Verband Deutscher Detektive beklagt das, bietet Fortbildung an, wünscht Sachkundenachweise, aber verpflichtend wie in anderen Ländern ist nichts. Den wachsenden Aufklärungsbedarf in der Wirtschaft decken eher Wirtschaftsprüfer ab, im Privatbereich gehen die Aufträge zurück. Seit 1977 das Verschuldensprinzip im Scheidungsrecht kippte, bringt Fremdgehen keine finanziellen Nachteile mehr und die Zahl privater Detekteien sinkt stetig. Heute sind bundesweit noch etwa 900 angemeldet. Dem Beruf fehlt es an Attraktivität, Anerkennung und einem anständigen Image.

    Stefan Dudzus, 62, seit 40 Jahren in dieser Branche unterwegs, darunter kurz für meine Freundin, liebt diesen Beruf. Er beschäftigt bei Bedarf bis zu zwölf Kollegen auf Honorarbasis, ist weltweit vernetzt, residiert in einem schwer verrauchten Büro mit riesigen Computermonitoren in seiner Tempelhofer Wohnung. Er ist ein großer stämmiger Mann mit wenig Haupthaar, nach eigenen Angaben 24 Stunden täglich erreichbar.

    Er spricht schnell und viel, schläft selten, raucht immer und bezeichnet seinen Beruf als asozial: „Aber es ist auch der beste der Welt, sehr fordernd. Du musst alles können: deine Auftraggeber einschätzen und ihre Gegner, die Gesetze kennen, ihre Auslegung, Umgehungsmöglichkeit, nicht zu vergessen, die teuren Kommentare von Haufe.“ Haufe bringt, salopp gesagt, Erklärstücke zu juristischen Themen heraus.

    Der Autodidakt Dudzus verfällt gelegentlich in Anwaltssprache: „Nach dem HKÜ wäre die Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen verpflichtet. Was ich erlebe, grenzt oft an Arbeitsverweigerung.“ HKÜ meint das Haager Abkommen über Kindesentführungen, mit dem sein aktueller Fall zu tun hat – theoretisch nichts für Detektive. Praktisch aber war Stefan Dudzus die letzte Hoffnung für Alexander Herrmann, nachdem sein dreijähriger Sohn Erik entführt wurde.

    Er lebte von der Mutter getrennt, sie war mit dem Kind offensichtlich überfordert. Als Jugendamt und Kita den Eltern im März ein Hilfsangebot unterbreiten wollen, bekommt die aus Italien stammende Mutter Angst, nimmt das Kind und verschwindet. Zurück bleiben der Vater und Eriks geliebte Großeltern in permanenter Aufregung. Die Rechtslage ist klar: Das Sorgerecht haben beide Eltern, Gerichtsstand ist Deutschland – nur, was nutzt das? Der Vater schaltet Anwälte in Berlin und Italien ein, wo er Erik und seine Mutter bei deren Familie vermutet. Als dort niemand gefunden wird, klappt der Staatsanwalt die Akte zu, „bis sich etwas Neues ergibt“.

    Privatermittler sind teuer, Stundensätze von 70 bis 150 Euro sind üblich

    Von selbst ergibt sich gar nichts. Die Herrmanns haben schon 14.000 Euro für Anwälte in Berlin und Italien ausgegeben, als sie in ihrer Not im Sommer die Detektei mit der Suche betrauen. Dudzus fährt nach Süditalien, findet raus, dass Mutter und Kind längst in Albanien sind, wo die Wurzeln der migrantischen Familie liegen. Er mobilisiert Kontakte, setzt mit der Fähre nach Albanien über, wo Straßen keine Hausnummern haben, findet den Aufenthaltsort von Mutter und Kind. Doch als er eintrifft, sind beide verschwunden.

    Da hatten ihn die Herrmanns in Berlin schon zurückbeordert, weil sie der Fall finanziell zu ruinieren drohte. Privatermittler sind teuer, zahlen Sozialabgaben und Versicherungen selbst, Tagessätze von 500 bis 2000 Euro sind daher üblich, Stundensätze von 70 bis 150 Euro auch. Weil es um ein Kind geht, hat Dudzus versucht, den Fall auf eigene Rechnung zu Ende zu bringen – vergeblich. Immerhin ist nun der Aufenthaltsort bekannt. Indessen verlangt die Mutter das alleinige Sorgerecht in Albanien – aussichtslos, doch die Kostenlawine für die Herrmanns nimmt erst richtig Fahrt auf. Dudzus schätzt sie auf bis zu 70.000 Euro, richtet für die Familie einen Spendenaufruf auf YouTube ein.

    Dann stürzt er sich in neue Arbeit. Eine weitere länderübergreifende Kindesentführung steht an. Einfacher laufen Überwachungen, die zu den häufigsten Aufträgen zählen. Der jüngste Fall ließ sich zügig lösen. Der Vorstandschef einer mittelgroßen Firma bezweifelt, dass seine Ehefrau, Mutter gemeinsamer Kinder, regelmäßig bei ihrer Freundin übernachtet. Er wird erfahren, dass sich die Gattin nicht wie vermutet bei einem Liebhaber aufhält, sondern schon lange lustvoll als Prostituierte arbeitet. Ein Ergebnis, das Dudzus seinem Kunden eher schonend vermitteln muss.

    Aber ist das reizvoll, den Scheinwerfer auf Verborgenes zu richten, statt intime Geheimnisse friedlich schlummern zu lassen? Oh, oh, da komme es doch sehr auf den Standpunkt des Betrachters an, so Dudzus, in der Regel sehe er sich als Aufklärer, dem Recht verpflichtet, oft genug der Gerechtigkeit. Man könne Kosten der Rechtsverteidigung sogar steuerlich absetzen. Und wenn er Erfolg hat, ein entführtes Kind zurückbringt und die Mutter heult vor Glück, dann macht das auch ihn froh.

    Die Detektiv-Klassiker – es geht um Unterhalt und Betrug

    Er erzählt aus der Praxis. Eine Direktorin wurde von ihrem geschiedenen Mann auf 3000 Euro Unterhalt verklagt, weil der nach der Trennung einkommenslos bei seinen Eltern wohnen müsse. Die Detektei stellt fest, dass der Mann längst bei einer Freundin lebt und dazu schwarzarbeitet. Er wird vom Richter wegen Prozessbetrugs angezeigt. Die Direktorin überweist 15.000 Euro an die Detektei und spart 3000 Euro monatlich an den Ex – für immer.

    Der Klassiker läuft ähnlich: Ein Vater zahlt keinen Unterhalt für seine Kinder, denn er ist arbeitslos gemeldet. Sein neues großes Auto gehört angeblich einem Kumpel. Ermittlungen ergeben, dass der Vater tagsüber als Lieferant arbeitet und abends in einem Restaurant, alles schwarz. Daraufhin streicht die Richterin die Prozesskostenhilfe, pfändet den Unterhalt und klagt wegen Sozialleistungsbetrugs.

    Wie kommt ein Detektiv denn nun an seine Informationen, wenn das Gesetz selbst bei der Observation von Eheleuten ein „berechtigtes“ Interesse vorschreibt? Darauf antwortet der redselige Dudzus ganz schmallippig: Er habe seine Methoden. Früher, schwärmt er, also vor der Datenschutzgrundverordnung, hatte er beste Beziehungen überall hin, auch zur Polizei. Einen Fahrzeughalter zu ermitteln war keine Sache. Alles vorbei. Und natürlich sind illegal erstellte Fotos vor Gericht als Beweismittel nicht zulässig. Aber meist schaut der Richter trotzdem gern rauf und kann dann die Information ja schlecht vergessen. Peilsender, für ein Bewegungsprofil unerlässlich, würde er seinen Mandanten vermieten. Es gehe tricky zu wie im Film.

    Stefan Dudzus, 62, ist seit 40 Jahren in dieser Branche unterwegs. Zwischendurch ließ er sich zum Berufspiloten ausbilden. Den Beruf fand er dann aber zu langweilig.

    Niederlagen gehören zum Beruf des Detektivs

    Niederlagen gehören dazu. Stadtbekannt ist Dudzus kurze Zeit, als er 1987 die geklauten Instrumente aus dem Tourbus der Berliner Band Penny Lane hurtig wiederbeschafft. Als angeblicher Interessent für die Ware gelangt er in eine Wohnung, randvoll mit Diebesgut, legt dem Hehler Handschellen an, was bei Fluchtgefahr erlaubt ist, ruft die Polizei und die Konzerte sind gerettet. Die Presse schreibt anerkennend. Aber der Hehler zeigt den Detektiv an wegen Freiheitsberaubung. Das Urteil beläuft sich zunächst auf eine Strafe von 40 Tagessätzen, denn Hehlerei ist tatsächlich eine „straflose Nachtat“. Strafbar ist nur der Diebstahl, die frische „Vortat“. Dudzus’ Verurteilung erschüttert damals das Rechtsvertrauen seines jüngeren Bruders Olaf so, dass der vom Jurastudium ins Steuerrecht wechselt.

    Der Detektiv selbst lässt sich nur einmal richtig erschüttern. Er hatte 1990, als bei ihm wäschekörbeweise Bewerbungen früherer Grenzer, Polizisten, Stasileute aus der DDR eingingen, die Sicherheitsfirma Preußen-Wacht gegründet mit Niederlassungen in ganz Ostdeutschland. Er schaffte Uniformen an, Fahrzeuge, wurde Chef von 500 Mitarbeitern, wie er sich erinnert. Als ab 1994 eine Pleitewelle im Baugewerbe einsetzt und Zahlungen für die Wachleute ausbleiben, als sich selbst die Treuhand mit Überweisungen oft sechs Monate Zeit lässt, legt er einen klassischen Anschlusskonkurs hin. Es folgt ein gesundheitlicher Zusammenbruch. Seine erste Frau verlässt ihn, seinen Vermögensverlust mit Anwaltskosten schätzt er auf 1,5 Millionen D-Mark.

    Stefan Dudzus will plötzlich was Richtiges machen, was „Anständiges“. Er hatte zum Entsetzen seines Vaters, ein Oberstudiendirektor, einst das Abitur geschmissen, um Geld zu verdienen. Er erlebt schnelle Erfolge in der Versicherungsbranche, überführt Betrüger, macht sich mit 21 als Detektiv selbstständig, studiert die Gesetze von Fall zu Fall. Nun also erfüllt er sich einen alten Wunsch, macht 1997 den Pilotenschein, lässt sich in den USA zum Berufspiloten ausbilden. Dann nimmt er eine Anstellung an und transportiert Frachtgut in einer Boeing 747.

    Der Berliner Detektiv klagt nie über das Warten beim Observieren

    Es ist spät geworden. Stefan Dudzus hat den ganzen Abend sein außerordentliches Gedächtnis malträtiert, nun besteht er darauf, mich nach Hause zu fahren. In seinem großen bequemen Wagen beobachtet er drei Bildschirme und den Verkehr, hält in einer Hand die Zigarette und das Steuer, mit der anderen macht er vor, wie man ein Flugzeug auf der Stelle wendet. Ich bekomme es mit der Angst zu tun. Er sagt: „Pah, das ist doch nichts gegen wirkliches Multitasking, wie es in einer Pilotenprüfung verlangt wird! Ich kann das, hatte nie einen Unfall.“

    Pilot bleibt er nicht lange, findet die Arbeit „stinklangweilig!“ Er wird wieder Detektiv, will aufklären, Pläne schmieden, Lügen entlarven, Probleme lösen, Erfolg haben. Dazu, sagt er, bringt er Zähigkeit mit, Ideen und Durchhaltekraft. Er hat Judo gelernt und Tanzen, um sich in viele Milieus einschleichen und auf jedem Parkett bewegen zu können. Nie redet er von der Ödnis des Wartens beim Observieren. Urlaub lehnt er ab, die zweite Ehefrau ist das gewohnt. Aber dieses Leben, ungesund und erfolgreich, das will er genau so.

    Die Ehe meiner Freundin befindet sich längst in dramatischer Auflösung, ungekannte Charakterzüge tauchen auf. Der Mann ist ausgezogen, Anwälte haben übernommen. Hätte die Ehe ohne Detektiv vielleicht gehalten? Niemals, sagt sie, nie! Im Gegenteil, so habe sie ihren Mann wenigstens am Ende ihrer Ehe noch kennengelernt.

    #Berlin #Gesellschaft #Familie #DSGVO

  • Missing Link: Zwangsmaßnahme Digitalisierung – kein Platz für alte ...
    https://diasp.eu/p/11605942

    Missing Link: Zwangsmaßnahme Digitalisierung – kein Platz für alte Menschen?

    Gegen „lebenslanges Lernen“ ist nichts einzuwenden. Aber die Digitalisierung zwingt den Älteren Inhalte auf, mit denen sie ihre kostbare Zeit verzetteln müssen. Missing Link: Zwangsmaßnahme Digitalisierung – kein Platz für alte Menschen? #Altern #Digitalisierung #Gesellschaft #MissingLink #Technologie

  • Neu gedacht: Stellt Euch vor, es gäbe ein Bedingungsloses Grundeink...
    https://diasp.eu/p/10609822

    Neu gedacht: Stellt Euch vor, es gäbe ein Bedingungsloses Grundeinkommen #BGE, wie beruhigt viele Menschen in diesen Tagen wären, wie schnell sich #Wirtschaft & #Gesellschaft nach #Corona wieder erholen würden So gibt es Sorgen, #Panik, #Rezession + Börsencrash Jetzt: #Vermögenssteuer, #BGE Quelle: https://twitter.com/Ganzneugedacht/status/1239662214166056960

  • Gefängnisse in Corona-Pandemie: „Das ist ein Pulverfass“
    https://diasp.eu/p/10602772

    Gefängnisse in Corona-Pandemie: „Das ist ein Pulverfass“

    Die Justiz reagiert spät auf die Corona-Pandemie. Nun werden Prozesse ausgesetzt, Gefängnisse legen Notfallpläne an. Inhaftierte sind in Sorge. Gefängnisse in Corona-Pandemie: „Das ist ein Pulverfass“ #Justiz #JVA #Gefängnis #Coronavirus #Alltag #Gesellschaft #Schwerpunkt

  • Clans und Tartans
    http://www.schottlandtaxi.de/clans-und-tartans.html

    Die Ursprünge des Clanwesens liegen im Dunkeln, aber grundsätzlich basiert die Idee des ganzen Systems auf der Legende, dass alle Mitglieder eines Clans von einem gemeinsamen Ahnherrn abstammen, meist einer schillernden Figur der keltischen Geschichte, die den Clan gegründet und ihm seinen Namen gegeben haben soll. So bedeutet der gälische Begriff „Clan“ auch so viel wie Familie, Kinder, Abkömmlinge oder Stamm. Tatsächlich war es aber so, dass nur ein Teil des Clans auch tatsächlich Blutsverwandte waren. Was schottische Clans von Stämmen in Amerika, Afrika oder Australien unterschied, war eine feudale Komponente. An der Spitze eines Clans stand der Clan Chief, der ‚ceann cineil‘. Er war Vasall des Königs, dem er vor allem militärische Gefolgschaft schuldig war, und hatte die Lehensrechte für das Land seines Clans inne.
    Dieses Lehen gab er gegen eine Reihe von Bedingungen, darunter Frondienste, Abgaben, Gefolgschaft im Krieg und die absolute Anerkennung seiner Autorität, an seine Clanskinder, die sogenannten Clansmen, weiter. Im Gegenzug übernahm er eine Art väterliche Verantwortung, schlichtete Streit, stiftete Ehen, ersetzte durch Raub oder Unwetter entstandene Schäden und stellte landwirtschaftliches Gerät zur Verfügung. Nachfolger war häufig, aber nicht zwangsweise, der älteste Sohn des Clanchiefs; Frauen durften ein solches Amt jedoch grundsätzlich nicht ausüben. Bei großen Clans mit mehreren Familienzweigen übernahmen die sogenannten Chieftains die Funktion des Clanchiefs im Kleinen, waren diesem direkt untergeben und in ihren Funktionen fast gleichwertig. Die nächste Stufe in der Hierarchie eines Clans bildeten die Tacksmen, wobei Tack so viel wie Pacht bedeutet. Sie waren oft nah mit den Clanchiefs verwandt und erhielten von ihm sogenannte Topunships, Lehen, die sie an die Clansmen weitergaben. In Friedenszeiten waren sie eine Art mittelalterlicher Manager, in Kriegszeiten fungierten sie als militärisches Führungspersonal. In der Clanhierarchie standen sie auf derselben Stufe wie die Druiden, Priester und Barden. Den Hauptteil eines Clans machten die Clansmen aus. Sie waren auf die Vergabe der Lehen und das Gutdünken der Tacksmen angewiesen und verfügten sonst über keine wirtschaftliche Sicherheit. Erst wenn einer Familie von Clansmen über drei Generationen hinweg dasselbe Lehen zugeteilt worden war, konnten sie für sich das ‚Duthchas‘ beanspruchen, ein unverletzliches Gewohnheitsrecht, das dafür sorgte, dass das Land in die Erbfolge der jeweiligen Familie überging. Unter den Clansmen standen die Cottars oder Crofters, eine Art Tagelöhner, die ein kleines Stück Land zum Bewirtschaften erhielten und dafür den Lehensgebern Frondienste zu leisten hatten.
    Am Ende der Hierarchie standen die so genannten Broken Men, diejenigen, die kein Land erhalten hatten und deshalb gezwungen waren, ihren Lebensunterhalt auf kriminelle Art wie Raub oder Entführung zu bestreiten. Um 1600 gab es rund 185 Gruppen von Gesetzlosen, die regelmäßig in Dörfern oder Höfen einfielen, um sich dann mit ihrer Beute wieder in die unzugänglichen Täler der Highlands zurückzuziehen. Egal, auf welcher Stufe ein Clanmitglied stand, unauflösbare Bande und die absolute Treue zum Clanchief schweißten sie zusammen. So wundert es nicht, dass mit dem Tartan ein Symbol der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit geschaffen wurde. Bis es allerdings so weit war, machte der karierte und für Schottland so charakteristische Stoff noch eine jahrhundertelange Entwicklung durch.

    #Schottland #Kultur #Gesellschaft

  • Die Armen in #Deutschland - dem Tod so nah | Telepolis
    https://diasp.eu/p/8026888

    Die Armen in #Deutschland - dem Tod so nah | Telepolis

    Über den Umgang mit den Besitzlosen in unserer #Gesellschaft

    #Politik und Gesellschaft begegnen den Gestrauchelten oft voller Abscheu. Jeden Tag frisst sich die #Armut ein Stück weiter und tiefer in die Armen und Ärmsten, bis von ihrem #Menschsein nur noch ein Stück Elend übrig ist (Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod). Und an diesem Stück #Elend ergötzen sich dann Teile der Gesellschaft. Sie schütteln und rütteln die Armen und setzen sie einer symbolischen #Gewalt aus, die in ihrer Brutalität der Gewalt des Straßenschlägers, der seinem wehrlosen Opfer noch an den Kopf tritt, kaum nachsteht. Seit vielen Jahren findet eine geradezu schizophrene Politik Anwendung, die, bei Lichte betrachtet, Armut zu bekämpfen versucht, indem sie Armut (...)

  • Facebook als Rauschmittel: Diese Comics zeigen, wie sehr uns die Di...
    https://diasp.eu/p/7181921

    Facebook als Rauschmittel: Diese Comics zeigen, wie sehr uns die Digitalisierung belastet

    Ob Handynacken oder totale Abhängigkeit – die digitale Welt hat Nebenwirkungen. Der Künstler Paweł Kuczyński macht auf satirische Weise darauf aufmerksam.

    #gesellschaft #facebook #rauschmittel #comics #digitalisierung #handynacken #abhängigkeit #welt #nebenwirkungen #künstler #pawe #weise #news #bot #rss

  • Chancengleichheit: "Es wäre gerechter, die Grundschulzeit zu verlän...
    https://diasp.eu/p/7138383

    Chancengleichheit: „Es wäre gerechter, die Grundschulzeit zu verlängern“

    79 von 100 Akademikerkindern studieren, bei Nichtakademikern sind es nur 27 von 100, zeigt eine neue Studie. Wie erklären deren Macher diese Ungleichheit?

    #gesellschaft #chancengleichheit #grundschulzeit #akademikerkinder #nichtakademiker #studie #macher #ungleichheit #news #bot #rss

  • Sterbebegleitung: „Das Sterben wird ins Krankenhaus entsorgt“ (http...
    https://diasp.eu/p/6954518

    Sterbebegleitung: „Das Sterben wird ins Krankenhaus entsorgt“

    Warum fällt es uns so schwer, über Sterben und Tod zu sprechen? Fünf Sterbebegleitende erzählen, warum Offenheit wichtig ist – selbst wenn es um Kinder geht.

    #gesellschaft #sterben #sterbebegleitung #krankenhaus #tod #sterbebegleitende #offenheit #kinder #news #bot #rss

  • Alton Sterling : Polizist im Fall Baton Rouge entlassen (http://www....
    https://diasp.eu/p/6946336

    Alton Sterling: Polizist im Fall Baton Rouge entlassen

    2016 hatte ein Polizist im US-Bundesstaat Louisiana den Afroamerikaner Alton Sterling erschossen. Nun muss er gehen. Auf eine Anklage verzichtete die Staatsanwaltschaft.

    #alton #sterling #polizist #gesellschaft #fall #baton #rouge #us-bundesstaat #bundesstaat #usbundesstaat #louisiana #afroamerikaner #anklage #news #bot #rss

  • Häusliche Gewalt: Alarmierende Fakten | Telepolis
    https://www.heise.de/tp/features/Haeusliche-Gewalt-Alarmierende-Fakten-3914701.html


    Wie schön, dass nicht nur Frauen „auf die Fresse“ kriegen, sondern sich im Straßenverkehr alle an der Schönheit einer gekonnt ausgeführten Kata erfreuen dürfen.

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/transcoded/9/98/Heian_Godan.ogv/Heian_Godan.ogv.360p.webm
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kata_(Karate)

    Gewalt findet in allen sozialen Schichten und Milieus statt, doch zusammenfassend lässt sich sagen: Je patriarchaler und je abgeschotteter die Lebenswelt ist, in der Frauen leben, desto höher ist die Gefahr, dass sie Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt werden.
    Zunehmende Verrohung des Klimas

    Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, insbesondere für Frauen, denn die Täter legen ihren Frauenhass nicht an der Garderobe ab, bevor sie das Haus verlassen, sondern verhalten sich auch außerhäusig nicht selten - vorsichtig formuliert - raumgreifend und Frauen gegenüber despektierlich.

    Experten verzeichnen insgesamt eine zunehmende Verrohung des Klimas, im Straßenverkehr, durch Hooligans und rechte und religiöse Gewalttäter, die dazu führe, dass immer mehr Menschen - auch Frauen - sich bewaffnen und im Zweifelsfall werden diese Waffen, häufig Messer, eben eingesetzt.

    #Gesellschaft #Gewalt #Verkehr