#gig_economy

  • #unten ǀ Die App ist der Feind — der Freitag
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-app-ist-der-feind

    #unten Der Kapitalismus bringt ständig neue Formen von Ausbeutung hervor – und erzwingt so immer neue Formen des Kampfes, Sebastian Friedrich, Ausgabe 45/2018

    Die neuen Hoffnungsträger für den Klassenkampf kommen auf zwei Rädern

    Wissenschaftler und Publizisten haben sich viel Mühe gegeben, die These zu untermauern, es gebe keine Klassen mehr. Die Bundesrepublik war noch keine fünf Jahre alt, die KPD noch nicht verboten, da sprach der Soziologe Helmut Schelsky von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“: Die Unterschiede zwischen Unten und Oben würden sich zunehmend auflösen, so Schelsky. Das Bild der Mittelstandsgesellschaft erwies sich als erstaunlich resistent: Obwohl sich in den vergangenen Jahrzehnten die Schere zwischen Arm und Reich öffnete, fühlte sich ein überwiegender Teil der Mitte zugehörig.

    Doch dieses Bild bröckelt. Mittlerweile geht selbst Konservativen der Verweis, Klassen habe es nur zu Zeiten von Karl Marx gegeben, nicht mehr so leicht von den Lippen. Die Krise, die vor zehn Jahren begann, machte viele, vor allem junge Leute in Südeuropa, arbeitslos. Selbst in Deutschland kommen Millionen Menschen nicht mit einem Job über die Runden, sind Patchwork-Arbeiter. Gleichzeitig stiegen die Gehälter der Topmanager in astronomische Höhen.

    Auch viele Linke, die lange nichts von Klassen wissen wollten, haben die soziale Frage wiederentdeckt – aus einer Position der Schwäche heraus. Als immer deutlicher wurde, dass es rechten Parteien und Initiativen gelingt, Teile der Arbeiterklasse zu mobilisieren, wurde so manchen Sozialdemokraten wie auch so manchem radikalen Kritiker an der Universität gewahr, dass der Aufstieg der Rechten irgendetwas mit der Krise der Linken zu tun haben könnte.

    Kurz nachdem die AfD im März 2016 bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt bei Arbeitern und Arbeitslosen stärkste Partei wurde, erschien die deutsche Übersetzung des Buches Rückkehr nach Reims von dem französischen Soziologen Didier Eribon. Das Buch war plötzlich überall: auf den Tischen in den Seminarräumen, neben dem Glas Latte Macchiato im Berliner Szenecafé und in den Reiserucksäcken deutscher Individualtouristen. Eribon beschrieb eindrucksvoll, wie sich die Linken von den Arbeiterinnen und Arbeitern abgewandt hatten. Während das Buch fleißig gelesen und diskutiert wurde, stimmte in Großbritannien eine Mehrheit für den Brexit. Ein paar Monate später wurde Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt.

    Bleib gesund, Crowdworker

    Aktuell droht die Linke, zerrieben zu werden: Es gibt keine linke Erzählung, kaum Verbindungen zum Alltagsleben breiter Teile der Bevölkerung, nur sehr wenig kollektive Erfahrung gemeinsamer erfolgreicher Kämpfe, geschweige denn eine Zukunftsvision, von einem realistischen Machtzugang einmal ganz abgesehen.

    Unter dem Begriff „Neue Klassenpolitik“ diskutieren Linke seitdem, wie feministische, antirassistische und internationalistische Perspektiven mit einer Klassenpolitik auf Höhe der Zeit verbunden werden können. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass die Trennung zwischen Klasse auf der einen Seite und Antirassismus und Feminismus auf der anderen Seite keinen Sinn ergibt. Die Zusammensetzung der Klassen ist seit jeher durch Geschlechterverhältnisse, rassistische Verhältnisse und die globale Ungleichheit strukturiert.

    Klassenpolitik ist im Grunde stets „neu“, denn Klassen sind nichts Statisches. Sie unterscheiden sich je nach Gesellschaftsformation, aber auch im Kapitalismus selbst – die kapitalistische Klassengesellschaft ist im Kern noch immer eine, auch wenn sie vor 100 Jahren anders aussah.

    Das Grundprinzip bleibt freilich gleich: Die Bourgeoisie, heute bizarrerweise Arbeitgeber genannt, besitzt die Produktionsmittel und schöpft Profite aus der Arbeit der von ihnen abhängig Beschäftigten – weshalb sie eigentlich die Arbeitnehmerseite ist. Ihr gegenüber steht die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter im weiten Sinne. Sie haben keine Produktionsmittel und müssen sich beim Bourgeois verdingen. Die durch dieses Ausbeutungsverhältnis definierte Klasse der Lohnabhängigen ist sehr divers in ihrer Gestalt: hochqualifizierte Angestellte, ungelernte Hilfsarbeiter_innen, Reinigungskräfte, Fahrradkuriere – was die gemeinsamen Interessen überdeckt und eine Organisierung erschwert.

    In der Debatte um „Neue Klassenpolitik“ geht es darum, die Orte des Klassenkampfs zu finden. Dabei geht es nicht nur um Orte, an denen gekämpft wird, sondern auch um jene Orte, an denen die Klasse zusammenkommt, an denen sie sich mit neuen Formen der Produktion auseinandersetzen muss, wie die Arbeit technisch und von oben organisiert wird. Gleichzeitig nimmt die „Neue Klassenpolitik“ die Perspektive von unten ein, wie die Arbeiterklasse für ihre Interessen kämpft, an welchen Punkten sich Protest entwickelt – und die Vereinzelung überwunden werden kann.

    Kämpfe um bessere Arbeitsbedingungen gibt es nicht nur an den bekannten Orten der Klassenauseinandersetzungen: den Fabriken, sondern auch da, wo sich neue Formen der Beschäftigung entwickeln.

    Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat nicht nur Roboter hervorgebracht. Es hat sich eine neue Gruppe innerhalb der Arbeiterklasse entwickelt: die Crowdworker. Crowdwork umfasst alle Dienstleistungen, die über Plattformen im Internet vermittelt werden. Das Prinzip: Crowdworker loggen sich über eine App ein und bearbeiten einzelne Aufträge. Eine Plattform dient als eine Zwischenstelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Nach diesem Prinzip arbeiten weltweit im Netz Tausende Plattformen. Umsatz machen sie über die Vermittlung. Und das nicht zu knapp: Der Taxidienst Uber bekommt bis zu 20 Prozent des Honorars der jeweiligen Fahrt. Damit hat Uber im Jahr 2016 über 6,5 Milliarden Dollar umgesetzt.

    Arbeitsverträge gibt es für Crowdworker kaum noch. Crowdworker werden zu „Selbstständigen“, womit sie weniger Rechte haben, etwa auf Urlaub. Von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall träumen viele nur. Hinzu kommt: Bei den meisten Jobs in der Plattformökonomie bezahlen die Firmen pro Gig. Der Begriff Gig bezeichnet in der Musikbranche einen einzelnen Auftritt. In der Welt der Plattformen ist ein Gig ein einzelner, meist kleinteiliger Auftrag. Dass Menschen nach kleineren Jobs bezahlt werden, ist kein neues Phänomen; neu aber ist, dass nun Plattformen damit Geld verdienen.

    Die Bezahlung nach Gig ist kein Novum im Kapitalismus. Marx kannte einen anderen Begriff: Stücklohn. Er nannte das Stücklohn-Prinzip einst die dem Kapitalismus entsprechendste Form der Entlohnung. In der Tat: Das Stücklohn-Prinzip ist vor allem für die Konzerne von Vorteil, denn dadurch können sie möglichst viel aus der Arbeitskraft herauspressen. Die britische Arbeitsforscherin Ursula Huws spricht mit Blick auf die weitgehend nicht regulierte Plattformökonomie von einer Wildwest-Phase des Kapitalismus, in der wir uns gegenwärtig befänden. Die Parallelen zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert sind unübersehbar: hohe Ausbeutung auf der einen Seite, kaum bis gar kein Schutz der Arbeitskraft auf der anderen Seite.

    Extreme Formen von Ausbeutung haben sich immer nur dann geändert, wenn es zu Klassenkämpfen kam. Die Arbeiterbewegung, die in der Phase der Industrialisierung entstand, erstritt mehr Sicherheit und höhere Löhne: der Acht-Stunden-Tag, die Einführung der Sozialversicherungen, Tarifverträge. Doch wer könnte heute diese Kämpfe führen? Durch die Zerstückelung der Arbeit und die hyperflexibilisierte und die stark individualisierte Arbeit ist kollektives Handeln kaum möglich.
    Hoffnung auf zwei Rädern

    Das gilt aber nicht unbedingt für alle Gruppen. Die Hoffnungsträger eines Klassenhandelns in der Plattformökonomie kommen auf zwei Rändern. Man sieht sie vor allem in größeren Städten: Fahrradkuriere, sogenannte Rider, mit großen und bunten Warmhalte-Boxen auf dem Rücken. Sie sind unterwegs, um den Kunden ihr online bestelltes Essen zu liefern. Erste Ansätze von Kämpfen sind erkennbar: Los ging es in London, als Kuriere des Online-Essenslieferdienstes Deliveroo gegen die Einführung eines Stücklohns streikten. Auch in Italien, Spanien und in den Niederlanden gab es ähnliche Streiks. In Deutschland ging es bisher vor allem in Köln heiß her. Renitente Rider gründeten bei Deliveroo einen Betriebsrat. Laut der Kuriere hat Deliveroo darauf reagiert, indem es die Verträge der Festangestellten nicht verlängert hat.

    Die Bedingungen für kollektives Handeln sind bei Fahrradkurieren besser als bei Clickworkern, die sich einsam an ihrem heimischen Laptop mühsam von Kleinstjob zu Kleinstjob hangeln. Die Rider erkennen sich gegenseitig an ihren Essensboxen auf dem Rücken und den Farben ihrer Shirts. Viele teilen einen Lifestyle – eine Rider-Kultur. Sie interessieren sich für ausgefallene Fahrradteile, tragen ähnliche Klamotten. Was für den Industriearbeiter in der Fabrik die Kantine war, das sind bei den Riders die Orte in der Stadt, wo sie auf neue Aufträge warten. Trafen sich früher die Arbeiter in der Eckkneipe, schrauben die Rider in der Werkstatt an ihren Rädern herum. Was einst das Treffen der kämpfenden Teile der Klasse war, ist heute die Facebook- oder Whatsapp-Gruppe.

    Und es gibt Ansätze, wie sich der Kampf von unten gegen die Kontrolle von oben wenden kann. Riders nutzten ihre App, um sich mit anderen Kurieren auszutauschen. Gleichzeitig ist die App mit ihrem erbarmungslosen Algorithmus für die Rider vor allem eines: ein Feind. Tatsächlich ist sie aber auch ein nützlicher, weil gemeinsamer Feind. So manchem Untergebenen mag es schwer fallen, den Kampf gegen einen permanent duzenden Chef zu führen. Gegen eine kalte App fällt das leichter.

    Diese Kämpfe sind Anfänge. Die Streiks im Care-Bereich, bei Amazon, bei Ryanair – sie alle zeigen nicht nur, dass sich etwas bewegt, sondern dass es sie gibt, die Klassen. Vereinzelung, Atomisierung, Prekarisierung – das sind Leitbegriffe unserer Zeit. Sie müssen es nicht bleiben.

    Sebastian Friedrich ist gemeinsam mit der Redaktion analyse & kritik Herausgeber des soeben im Verlag Bertz + Fischer erschienenen Buches Neue Klassenpolitik. Linke Strategien gegen Rechtsruck und Neoliberalismus. Es umfasst 220 Seiten und kostet 14 Euro

    #Allemagne #lutte_des_classes #gig_economy #livreurs


  • How Free Are You As A Freelancer ? With Michel Bauwens
    https://ouishareradio.com/how-free-are-you-as-a-freelancer-with-michel-bauwens

    Michel Bauwens different aspects of being a freelancer

    How Free You As A Freelancer? with Michel Bauwens we talk about the future of work and the autonomous

    worker. Michel who is founder at the P2P Foundation as well as advisor at SMart gives insight into being an

    freelancer. We further discuss the issues of whether or not people are as free as they believe they are when becoming

    a freelancer. However, it discusses the politics of freelancing. With anything there’s a good side and downside but

    Michel helps us to understand the aspects of working as a freelancer. The issues are dealing with being seen as a

    capitalist and not having to the ability to be as free as you want in the freelance industry.

    The seemingly bad side about it is that people are seemingly a slave to the industry and highly underpaid for their

    work. Also, the issue is global and only a small minority lives better as a freelancer then most people who become a

    freelancer. We also talk about the different areas of freelancing and how the way people are paid across many

    platforms like, journalism and how income is generated as a freelancer. Furthermore, trying to find social protection

    as a freelance worker is discussed.

    Freelancer in the field have to create themselves networks and build peer to peer systems to become more

    successful. Freelancers are struggling at what they do in many aspects, especially with subordination. As a freelancer

    you’re your own entrepreneur. The focus of this discussion is to teach people how to enable themselves to do better

    in the freelancer field and know when it is right for them and when to get out when it doesn’t work for them. Being

    an autonomous worker can provide people the opportunity to be their own boss but as attractive as it may seem, it

    can have negative affects. In addition, these negative affects are if you don’t know how to apply yourself in the

    market.

    #Freelance #GIG_economy #Travail



  • Reputation inflation explains why Uber’s five-star driver ratings system became useless — Quartz
    https://qz.com/1244155/good-luck-leaving-your-uber-driver-less-than-five-stars


    Das Bewertungssystem von Uber und anderen Internet-Plattformen funktioniert nicht. Technisch betrachtet ist alles O.K. aber weder "gute"noch „schlechte“ oder „durchschnittliche“ Bewertung haben die nahe liegende Bedeutung. Auf der einen Seite vergeben Kunden systematisch ein Maximum an Punkten, weil sie auch miesen Fahrern nichts Böses antun wollen, auf der anderen Seit wird manipuliert und betrogen, was das Zeug hält, wie die bekannte Geschichte mit dem „besten Restaurant Londons“ zeigt, das in Wirklichkeit nicht existierte.

    In der Praxis ist es wie in einer Schule, wo nur Einsen vergeben werden und jede Zwei zum Nichtbestehen führt.

    Dieser Artikel und die unten verlinkte Studie zeigen genauer, was dahinter steckt und was man für Schlüssen aus den Beobachtungen ziehen kann.

    Have you ever given an Uber driver five stars who didn’t deserve it? If you’ve ever taken any ride-hailing service, the answer is probably yes.

    Uber asks riders to give their drivers a rating of one to five stars at the end of each trip. But very few people make use of this full scale. That’s because it’s common knowledge among Uber’s users that drivers need to maintain a certain minimum rating to work, and that leaving anything less than five stars could jeopardize their status.

    Drivers are so concerned about their ratings that one Lyft driver in California last year posted a translation of the five-star system in his car, to educate less savvy passengers. Next to four stars he wrote: “This driver sucks, fire him slowly; it does not mean ‘average’ or above ‘average.’” In a tacit acknowledgement of this, Uber said in July that it would make riders add an explanation when they awarded a driver less than five stars.

    How did Uber’s ratings become more inflated than grades at Harvard? That’s the topic of a new paper, “Reputation Inflation,” from NYU’s John Horton and Apostolos Filippas, and Collage.com CEO Joseph Golden. The paper argues that online platforms, especially peer-to-peer ones like Uber and Airbnb, are highly susceptible to ratings inflation because, well, it’s uncomfortable for one person to leave another a bad review.

    The somewhat more technical way to say this is that there’s a “cost” to leaving negative feedback. That cost can take different forms: It might be that the reviewer fears retaliation, or that he feels guilty doing something that might harm the underperforming worker. If this “cost” increases over time—i.e., the fear or guilt associated with leaving a bad review increases—then the platform is likely to experience ratings inflation.

    The paper focuses on an unnamed gig economy platform where people (“employers”) can hire other people (“workers”) to do specific tasks. After a job is completed, employers can leave two different kinds of feedback: “public” feedback that the worker sees, and “private” reviews and ratings that aren’t shown to the worker or other people on the platform. Over the history of the platform, 82% of people have chosen to leave reviews, including a numerical rating on a scale from one to five stars.

    In the early days of the platform in 2007, the average worker score was pretty, well, average at 3.74 stars. Over time that changed. The average score rose by 0.53 stars over the course 2007. By May 2016, it had climbed to 4.85 stars.

    People were more candid in private. The platform introduced its option to leave private feedback in April 2013. From June 2014 to May 2016, the period studied in the paper, about 15% of employers left “unambiguously bad private feedback” but only 4% gave a public rating of three stars or less. They were also more candid in written comments, possibly because written comments are less directly harmful to the worker than a low numerical score.

    Then, in March 2015, the platform decided to release private ratings in batches to workers. In other words, a private review wasn’t totally private anymore, and leaving a negative one could cause harm. The result was immediate: Bad feedback became scarce and imperfect scores were reserved for truly poor experiences. If the trend continued, the authors estimated that the average private rating would be the highest possible score in seven years.

    This, again, is similar to what has happened on Uber and other ride-hailing platforms. In the early days, riders left a range of reviews, but it didn’t take long for the default to become five stars, with anything else reserved for extreme cases of hostile conduct or reckless driving. “I took a ride in a car as grimy and musty-smelling as a typical yellow cab,” Jeff Bercovici recalled for Forbes in August 2014. “I only gave the driver three out of five stars. Just kidding. I gave him five stars, of course. What do you think I am, a psychopath?”

    Services are different from products. Someone who feels guilty leaving a bad review for another person probably won’t share those concerns about posting a negative review of a toaster. It’s the personal element that gives us pause. A separate, forthcoming study on online reputations found that the number of users leaving negative feedback on a travel review website decreased after hotels started replying to the critiques, despite no change in hotel quality.

    The problem is particularly acute on “sharing” economy platforms because companies like Uber, which regard their workers as independent contractors instead of employees, use ratings riders provide to manage their workforces at arm’s length. These ratings systems ask customers to make tough decisions about whether workers are fit to be on the platform, and live with the guilt if they’re not. Put another way: On-demand platforms are offloading their guilt onto you. Five stars for all!

    Hintergrund und Details
    http://john-joseph-horton.com/papers/longrun.pdf

    #Uber #ranking #gig_economy #Arbeit


  • CEEPR Site
    http://ceepr.mit.edu/publications/working-papers/681

    We perform a detailed analysis of #Uber and Lyft ride-hailing driver economics by pairing results from a survey of over 1100 drivers with detailed vehicle cost information. Results show that per hour worked, median profit from driving is $3.37/hour before taxes, and 74% of drivers earn less than the minimum wage in their state. 30% of drivers are actually losing money once vehicle expenses are included. On a per-mile basis, median gross driver revenue is $0.59/mile but vehicle operating expenses reduce real driver profit to a median of $0.29/mile. For tax purposes the $0.54/mile standard mileage deduction in 2016 means that nearly half of drivers can declare a loss on their taxes. If drivers are fully able to capitalize on these losses for tax purposes, 73.5% of an estimated U.S. market $4.8B in annual ride-hailing driver profit is untaxed.

    #gig_economy #pauvreté


  • Au Royaume-Uni, des propositions controversées pour améliorer le statut des travailleurs précaires
    http://www.lemonde.fr/europe/article/2017/07/11/au-royaume-uni-des-propositions-controversees-pour-ameliorer-le-statut-des-t

    Au Royaume-Uni, cinq millions de personnes travaillent comme autoentrepreneurs, en particulier par l’intermédiaire de plates-formes Internet de partage. Pour remédier aux abus constatés dans cette gig economy (« économie des petits boulots ») dont les emblèmes sont Uber et Deliveroo, un rapport commandé par Theresa May et rendu public mardi 11 juillet fait des propositions visant à mieux protéger les travailleurs tout en assurant la prospérité des entreprises qui fleurissent en marge des lois sur le travail.

    Son auteur, Matthew Taylor, ancien conseiller de Tony Blair, propose de créer un statut de contractant dependant , intermédiaire entre celui de salarié et celui d’autoentrepreneur (self employed), donnant droit aux arrêts maladie et aux congés payés.

    Les employeurs seraient astreints à rendre public à tout moment le salaire potentiel « à la pièce » (la course par exemple) proposé en fonction du degré d’activité. Il devrait s’élever au moins à 1,2 fois le salaire minimum actuel de 7,50 livres de l’heure (8,50 euros) pour les plus de 25 ans. Mais, pendant les heures creuses, le travailleur pourrait gagner moins que ce salaire minimum à condition d’en être prévenu en consultant son portable.

    Reconquérir l’opinion

    M. Taylor suggère de supprimer la disposition qui permet de payer moins cher les intérimaires employés en permanence, mais il ne reprend pas la revendication du Parti travailliste d’interdire les « contrats à zéro heure » (aucune obligation horaire pour l’employeur) qui concernent plus d’un million de personnes. Il n’est pas question non plus de pénaliser les entreprises qui recourent systématiquement à la précarité ni d’abolir les redevances qui découragent les plaintes des salariés devant les tribunaux.

    Les premières réactions des syndicats, très actifs sur ce terrain – ils ont obtenu en justice la requalification en « salariés » des contrats de travail considérés comme « indépendants » par Uber –, ne sont pas tendres. M. Taylor « a spectaculairement échoué à s’attaquer au fléau du travail précaire dans ce pays », estime Len McCluskey, dirigeant de Unite, la principale centrale syndicale britannique.

    Selon un rapport parlementaire, les conditions de certains emplois de la gig economy reviennent à verser une rémunération effective inférieure à 2,50 livres de l’heure (2,80 euros) compte tenu de l’obligation de fournir le véhicule, le carburant et l’uniforme, avec même parfois pénalité en cas de maladie.

    On mène ici depuis plusieurs décennies (merci PS) une politique de #précarisation qui s’est également inspirée des exemples allemands (Lois Hartz) et britanniques (contrat 0 heure). La réforme à venir du droit au chômage et des conditions de l’emploi précaire qui va accompagner ici la (contre) réforme du droit du travail - il a été dit que certaines démissions pourraient ouvrir droit au chômage, que la situation des autoentrepreneurs serait davantage sécurisée, ... - ne fera pas exception. Le résumé qui suit comporte un petit état de la question en Grande Bretagne. On notera que c’est un ex-conseiller du New Labour de Blair qui planche pour les tories sur cette question ...

    #travailleurs_précaires #autoentrepreneurs #intérimaires #gig_economy