• Tunnelbruch am Alex zeigt: So verwundbar ist Berlins Infrastruktur
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/berlin-verkehr-kommentar-sperrung-u2-der-tunnelbruch-am-alex-zeigt-

    25.11.2022 von Peter Neumann - Nicht zum ersten Mal hat ein privates Bauprojekt öffentliche Anlagen beschädigt. Schon 2018 warnte die BVG vor „erheblichen Risiken“ für die U-Bahn.

    In der U2 nach #Pankow ist es leer geworden. Das hat seinen Grund. Fahrgäste müssen in den U-Bahnhöfen Klosterstraße und Senefelderplatz umsteigen. Weil der Pendelverkehr zwischen diesen Stationen nur alle 15 Minuten fahren kann, verlängert sich die Reisezeit spürbar. Kein Wunder, dass viele Menschen der #U2 den Rücken gekehrt haben – keine gute Nachricht für die Mobilitätswende.

    In der einst so stark frequentierten Ost-West-Linie lässt sich hautnah nachvollziehen, was passiert, wenn private Bauvorhaben öffentliche Infrastruktur beschädigen. Wenn Investitionsvorhaben, die einer begrenzten Zahl von Menschen nutzen, viele zehntausend Menschen im Alltag beeinträchtigen.
    Die Sohle des unterirdischen Bahnhofsbauwerks ist gerissen

    Denn so ist es an der U2. Im #U-Bahnhof #Alexanderplatz musste am 7. Oktober eines der beiden Gleise gesperrt werden, nachdem sich das unterirdische Bauwerk bewegt hatte. Sensoren hatten eine „Setzung“ registriert, die schließlich auf 3,6 Zentimeter angewachsen war. Die Sohle des Bahnhofsbauwerks ist gerissen, weitere Risse haben sich gebildet. Der Verursacher scheint klar zu sein: Das Immobilienunternehmen Covivio hat nebenan eine Grube ausgehoben, dort sollen zwei 130 Meter hohe Türme entstehen.

    „Das ist schon gravierend“: So ernst sind die Schäden im U-Bahn-Tunnel unterm Alexanderplatz

    Laut BVG wird es mindestens bis Februar #2023 dauern, bis die U2 wieder wie früher verkehren kann. Doch sicher ist selbst das noch nicht, die Senatsauskunft wirkt beunruhigend: „Inwiefern eine Bestandssanierung oder ein Teilneubau in Betracht kommt, kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden.“

    Es ist nicht das erste Mal, dass Fahrgäste der U2 unter privaten Bauprojekten leiden. So stellte die BVG 2012 den Betrieb am #Potsdamer_Platz anderthalb Monate lang ein. In die Baugrube der heutigen #Mall_of_Berlin am #Leipziger Platz war Grundwasser eingedrungen. Im November 2015 gab auf der Baustelle für das Motel One an der #Grunerstraße der Boden um sechs Zentimeter nach. Folge war ein Tempolimit.

    Sensoren im U-Bahn-Tunnel: Auch die Linien U5 und U8 werden überwacht

    Immer wieder haben die Fachleute der #BVG, die mit den Besonderheiten des sand- und wasserreichen Berliner Bodens vertraut sind, vor Risiken gewarnt. Das zeigt ein Brief, den die damalige BVG-Chefin Sigrid Nikutta am 6. März 2018 der damaligen Bausenatorin Katrin Lompscher schickte. Das brisante Schreiben liegt der Berliner Zeitung vor.
    BVG befürchtete, dass #Grundwasser bis zu 17 U-Bahnhöfe flutet

    Das Unternehmen sei „hinsichtlich des geplanten Bauvorhabens sehr in Sorge“, schrieb Nikutta. Das Projekt sei mit „erheblichen Risiken für die Anlagen der BVG und damit den ungestörten Betrieb der U-Bahn“ behaftet. Gutachter würden eine Tunnelsetzung um 1,6 Zentimeter erwarten, anderswo gemachte Erfahrungen ließen aber fünf Zentimeter befürchten. Sollte es zu Schäden und unkontrollierbaren Grundwassereintritten kommen, sei zu befürchten, dass bis zu 17 U-Bahnhöfe geflutet und der Betrieb mehrere Jahre beeinträchtigt werden könnte. „Aus den dargelegten Gründen können wir als BVG den Bau dieses Hochhauses nicht befürworten“, so Nikutta.

    Was diesen Brief so beunruhigend macht, ist der Umstand, dass es um ein Vorhaben geht, für das die Arbeiten noch gar nicht begonnen haben. Im östlichen Bereich des Alexanderplatzes will der amerikanische Investor Hines ein 150 Meter hohes Gebäude errichten, auf einem Fundamentblock, der nur für ein 40 Meter hohes Bauwerk geplant worden war. Direkt darunter verläuft die U5.

    Schon die Bebauungspläne müssen Vorkehrungen fordern

    Zwar schloss die BVG eine nachbarschaftliche Vereinbarung ab, in der Hines zusagt, den Tunnel für 30 Millionen Euro mit einer Innenschale zu verstärken. Dazu hatte der Senat die BVG schon 2014 angehalten – doch das Landesunternehmen zeigte sich skeptisch. Erst Jahre später unterschrieb die BVG.

    Sensoren überwachen nun die U5 und die U8 in diesem Bereich. Die U8 könnte auch von einem anderen geplanten Bauprojekt betroffen sein: Der Investor Signa will das Karstadt-Ensemble am #Hermannplatz umbauen.

    Eines ist klar: Auch der Senat und die Bezirke müssen sich dafür einsetzen, dass öffentliche Infrastruktur nicht durch private Vorhaben beeinträchtigt wird. Nicht überall bekennen sich Investoren mit dem Abschluss nachbarschaftlicher Vereinbarungen zu ihrer Verantwortung. Deshalb ist es zwingend geboten, solche Verträge bereits in den Bebauungsplänen zu fordern. Das Debakel am Alexanderplatz zeigt, wie verwundbar das Berliner Verkehrssystem ist.

    #Berlin #Mitte #Privatisierung #ÖPNV #U-Bahn

  • Déportation de Hugo Ruschin - Transportliste du 06.03.1943
    https://collections.arolsen-archives.org/archive/127212780/?p=2&s=Ruschin&doc_id=127212780

    Je viens de retrouver le document précis qui prouve la déportation à Auschwitz de Hugo Ruschin. Cet article dans Telepolis nous informe sur la publication en ligne des archives Arolsen où il est conservé : https://www.heise.de/tp/features/Memory-of-the-World-4711847.html

    Ce document confirme que Hugo Ruschin fut déporté et assassiné à 64 ans avec sa femme Ernestine (née Neumann, 65 ans) et Ida Pfeil (née Neumann, 63 ans), vraisemblablement la soeur de celle-ci et dont le dernier lieu de résidence officiel à #Berlin se trouve à N 113, #Ibsenstraße 53 dans l’arrondissement #Prenzlauer_Berg. Ida Pfeil était une tante de Felicitas Kleinmann qui a déposé en 1982 à Yad Vashem les informations sur l’assassinat de son père mentionnné ici : https://seenthis.net/messages/755583

    1 Inhaftierungsdokumente / 1.2 Verschiedenes / 1.2.1 Deportationen und Transporte /
    Welle 50 - 35. Osttransport in das KL Auschwitz, 06.03.1943
    Signatur: 15510043
    Entstehungszeitraum: 1943-03-06 - 1943-03-22
    Anzahl Dokumente: 36

    Form und Inhalt

    Enthält:
    I) Korrespondenz der Stapoleitstelle Berlin mit dem Oberfinanzpräsidenten betreffend die Einziehung von Vermögenswerten der deportierten Jüdinnen und Juden.
    II) Transportliste: 35. Osttransport in das KL Auschwitz (662 Namen), 06.03.1943.

    Sprache: Deutsch
    Physische Beschaffenheit: Originale
    Kategorie des Dokuments: Transportliste
    Sach-Thematischer Index: „Fabrik-Aktion 1943“

    16 jours après la déportation la Gestapo envoie son rapport au président de la Vermögensverwertungsstelle Berlin-Brandenburg afin de régulariser l’utilisation du patrimoine réquisitionné des juifs assassinés.

    Geheime Staatspolizei, #Staatspolizeileitstelle, #Berlin C2 #Grunerstraße 12, Ecke #Dircksenstraße

    A chaque fois que je me penche sur la question c’est une horreur. D’abord parce qu’il s’agit de voisins et relation de mon père puis ces listes évoquent le sort de familles entières et dessinent des histoires individuelles tragiques. Sur la feuille précise on lit après les noms de Hugo Ruschin et des membres de sa famille les noms de quatres enfants de #Auguststraße 46 déportés sans leurs parents dont le destin m’est inconnu. Ce sont des drames sans égal à cause du charactère technique et administratif de leur production. De véritables tragédies de l’age industriel moderne.

    Là nous vivons une époque qui voit de nouveau le triage médical. A Auschwits le médecin SS triait la majorité destinée immédiatement aux chambres à gaz de ceux qui semblaient assez solides pour être exploités jusqu’à ce que mort s’en suive.
    Là les médecins trient ceux qu’on laisse mourir dans les hôpitaux sous-équipés des heureux qu’on essaie de sauver alors que personne n’a encore compris cette maladie qui fait des ravages.

    Sachant que l’apparition de l’épidémie actuelle était prévue et qu’en même temps les fonctionnaires des associations de médecins et de l’industrie phamaceutique tout comme leur représentants dans les parlements européens faisaient leur possible pour réduire le nombre de lits et faciliter la délocalisation de la production de médicaments, une question s’impose. Est-ce qu’actuellement on vit dans une ère meilleure qu’en 39-45 ?
    Sans doute la réponse dépend du point de vue de la personne interrogée.

    Rogasen / Rogoźno
    https://www.openstreetmap.org/relation/2698549#map=11/52.7571/17.0041

    #Shoa #Holocaust #archives #Hugo_Ruschin #projekt_stolperstein #Gestapo #Vermögenverwertungsstelle

  • Alexander Tower: Berlins höchster Wohnturm erhält Baugenehmigung | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/alexander-tower-berlins-hoechster-wohnturm-erhaelt-baugenehmigung-2

    Der mit gut 150 Meter höchste Wohnturm Berlins darf gebaut werden. Das Bezirksamt Mitte hat die Baugenehmigung für das Projekt erteilt, wie der Vermarkter Bewocon auf seiner Internetseite mitteilte.

    Der sogenannte Alexander Tower soll direkt neben dem Einkaufszentrum Alexa gebaut werden und 35 Stockwerke inklusive Foyer umfassen. Davon sind 29 Stockwerke für Wohnraum vorgesehen. Insgesamt sollen so 377 Wohnungen entstehen. Der erste Spatenstich soll noch in diesem Frühjahr erfolgen. Der Alexander Tower ist damit das erste von mehreren geplanten Hochhäusern am Alexanderplatz, das tatsächlich gebaut wird.


    #Berlin #Mitte #Alexanderplatz #Alexanderstraße #Grunerstraße #Stadtentwicklung

  • Rathausstraße 1-25 in Berlin-Mitte
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Rathausstrasse-10178-Berlin


    Die Straße der ungraden Hausnummern.

    Die Rathausstraße von Berlin. Wie schick, Zentrum von Macht und Reichtum, oder so. Könnte man denken und war nicht immer so. Ist noch immer nicht so. Hätte man aber gerne. Deshalb mußten die Gründer des Bundes der Kommunisten weg, zumindest das Schild mit ihren Namen. Hat nischt genutzt.

    Aber jetzt mal von Anfang an.

    Nach dem Krieg wurden an der Königsstraße, die bis dahin zum häßlichen Hohenzollernschloß führte, die Runinen der zerstörten Häuser abgeräumt. Entlang der nordwestlichen Seite wurden ein Platz mit Neptunbrunnen und ein Park mit dem schönen Namen Marx-Engels-Forum angelegt. Auf dieser Seite standen bis zum Untergang des alten Berlin die Häuser mit geraden Hausnummern. Auf der ungeraden Seite bauten sich die Überlebenden zunächst Hochhäuser entlang der Grunerstraße und zum Stadtjubiläum 1987 das neue Nikolaiviertel.

    Bereits 1983 wurde der Teil ohne Häuser und mit Park an der Spree zum Marx-Engels-Forum. So hatte der gleichnamige Park eine richtige Adresse. Dieser teilweise Teil gefiel nach 1989 überhaupt nicht mehr und wurde dann wieder zur Rathausstraße gemacht. Was solls.

    Viel Rauch um nichts. Das zu seinem DDR-Erstnamen rückbenannte Teilstück mit dem zwischenzeitlichen Namen Marx-Engels-Forum liegt immer noch am gleichnamigen Park. Im Grund hat sich nichts geändert, für dieses Nichts haben jedoch Politiker (vor allem der Rechten) gestritten, Kommissionen hochbezahlter Spezialisten geplant, getagt, bewertet und beschlossen, und der kreisende Berg gebar zuverlässig wie immer eine Maus mit Namen Rathausstraße. Einhundertfünfzig Meter, wo niemand wohnt, und wo keine Häuser stehen, tragen nun ganz unbemerkt von aller Öffentlichkeit den neuen alten Namen.

    Was für ein Aufwand, um ein bischen Politik- und Geistesgeschichte aus dem Bewußtsein von Kartographen zu tilgen. Ist das antikommunistisches Sektierertum gepaart mit lokalpatriotischer Detailversessenheit?

    Egal, die Hauptstadt kann immer noch Provinz. Schilda, kennen Sie? Und die Sieben Schwaben ? Klar doch, die Schwaben sind jetzt nebenan im Prenzl.Berg und Schilda ist um die Ecke in Brandenburg. Die pendeln jetzt auch alle nach Berlin. Wenn sie’s nicht lassen können ...

    Straßenverlauf Nr 1-13 von Gontardstraße bis Jüdenstraße (Fußgängerzone), Nr 15-25 von Jüdenstraße bis Rathausbrücke

    Alte Namen An der langen Brücke im St. Nikolai-Viertel (Mittelalter-1701), Georgenstraße (Mittelalter-1701), Oderberger Straße (Mittelalter), Königstraße (1701-1951)
    Name seit 12.4.1951

    Die Straße wurde benannt nach dem Rathaus, das sich hier befindet
    ...
    1983 wurde der Teil von der Spandauer Straße bis zur Spree in Marx-Engels-Forum umbenannt. 1991 erhielt dieser Straßenteil wieder den Namen Rathausstraße.

    A propos Jüdenstraße - nicht mal die Nazis haben die umbenannt.

    Die Rathausstraße gibt es heute drei Mal in Berlin.

    Lichtenberg
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Rathausstrasse-10367-Berlin
    Mariendorf
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Rathausstrasse-12105-Berlin
    Mitte
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Rathausstrasse-10178-Berlin

    Ehemalige Rathausstraßen

    Gustav-Böß-Straße (bis 1951)
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Gustav-Boess-Strasse-10178-Berlin
    Das ist sie alte Rathausstraße in Mitte. Sie lief parallel zur Königsstraße auf der hinteren Seite des Roten Rathaus.

    Griechische Allee (Oberschöneweide, nach 1906-20.4.1937)
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Griechische-Allee-12459-Berlin

    1936 war die Diktatur des Generals Metaxas errichtet worden, die enge Beziehungen zu Deutschland hielt. Im Zweiten Weltkrieg war Griechenland ab 1941 jedoch von der deutschen Wehrmacht besetzt.
    Die Namensgebung der Straße erfolgte - ähnlich wie im Fall der Spanischen Allee in Zehlendorf und der Bulgarischen Straße in Treptow - aufgrund der Verbundenheit der faschistischen Regierung in Deutschland mit dem damaligen reaktionären Regime in Griechenland.

    Diese Rathausstraßen hat es nicht geschafft.

    Neue Schönholzer Straße (vor 1902)
    https://berlin.kauperts.de/Strassen/Neue-Schoenholzer-Strasse-13187-Berlin

    Die Straße, 1891 angelegt, wurde bis zur Benennung als Verlängerte Schönholzer Straße bezeichnet. Für die Benennung war auch der Name Rathausstraße im Gespräch, der jedoch nicht genommen wurde.

    Rathausstraße (Berlin)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Rathausstra%C3%9Fe_(Berlin)

    Marx-Engels-Forum
    https://de.wikipedia.org/wiki/Marx-Engels-Forum

    #Berlin #Mitte #Rathausstraße #Jüdenstraße #Grunerstraße #Marx-Engels-Forum #Straßenumbenennung