• Berlin : Umbau im Forum Steglitz beginnt im Januar 2019 - Steglitz-Zehlendorf - Berliner Morgenpost
    https://www.morgenpost.de/bezirke/steglitz-zehlendorf/article215875453/Umbau-im-Forum-Steglitz-beginnt-im-Januar-2019.html

    Viele Geschäfte sind im Center an der Schloßstraße geschlossen. Bis Herbst 2019 soll es neu gestaltet werden - bei laufendem Betrieb.

    #Berlin #Steglitz #Schloßstraße #Handel #Einkaufszentrum #Stadtentwicklung

  • Berliner Spätis: Eine Nacht im Zwischenreich der Zivilisation - Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/berliner-spaetis-eine-nacht-im-zwischenreich-der-zivilisation/22859298.html

    Das häßlichste Wort der Nachwendezeit heißt Späti . Schreiben will man ihn nicht, diesen verballhornten Bürokratenbegriff und erst Recht nicht in den Mund nehmen, diese Verniedlichung einer sozialen Katastrophe. Muß aber sein. Denn nur Indien kann Ausbeutung noch besser. Die Rund-um-die-Uhr-Läden Berlins sind Inkarnation einer ausbeuterischen Dienstleistungsgesellschaft. Dienstleistungsgeselschaft, das ist wenn Du auf der Straße stirbst, zur Strafe. Weil Du Dich der Ausbeutung verweigerst, Du Unberührbarer. Selber schuld.

    In Berlin ist das nicht ganz so schlimm. Hier arbeitet nur jeder Späti-Mitarbeiter an der Zerstörung und Abschaffung der Rechte mit, die ihn schützen sollen. Mindestlohngesetz? Schade eijentlich, abba wat sollt. Arbeitszeitgesetz? Wer’ick entlassen, wennik dit Wort ausspreche. Gesetz über den Ladenschluß? Nie jehört. Betriebsrat? Watt’n’dit? Kündigungsschutz? Sollet bei Senatens jehm. Krankengeld? Binnick krank ej?

    Junge Menschen leben am liebsten unbeschwert. Voll Kraft lieben sie nächtliche Begegnungen in lauen Sommernächten, Menschen aus aller Welt im freundlichen Gespräch, Freiheit nach Feierabend. Allet jut. Aber weshalb braucht man dazu tausende von Orten, wo der Wunsch nach Freiheit mißbraucht und Rechtlosigkeit durchgesetzt wird, die sich wie ein Krebsgeschwür in alle anderen Bereiche der Gesellschaft frißt?

    Nächtlicher Alkoholverkauf nur in Gaststätten wäre nicht schlecht. Da wird auch beschissen und ausgebeutet, aber nicht ganz so ungestört. Es bleibt dabei: Ein Regelarbeitsverhältnis mit Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Renten- und Krankenversicherung, im Notfall Unterstützungsleistungen der Berufsgenossenschaft und einer Steuerkarte ist langweilig. No risk no fun , sagt man. Aber alt wird man, wenn man eins hat. Kann fröhlichen Kindern und Enkelkindern beim Aufwachsen zusehen. Kann sich eine eigene Wohnung leisten. Kann man alles nicht, wenn man kein Regelarbeitsverhältnis hat. Und es stirbt früher, wer keins hat.

    Wir sterben an der eigenen Freiheit, aber meist merkt man das zu spät. Da kann der TSP-Schreiber ein noch so schönes Hohelied des Nachtschuppens singen, bevor ick darin einstimme, muss der mir erst einmal erklären, wie er für gute Bezahlung und soziale Absicherung aller Späti-Arbeiterinnen und Arbeiter sorgen will. Kann er nicht. Und deshalb ist der Artikel unverantwortlich. Da verarscht einer in seiner schicken Redaktionsstube die armen Säue, denen man keine Chance gibt. Die Dinger gehörn geschlossen. Punkt.

    Wir Kutscher liefern gerne Bier und Currywurst zur Geisterstunde aus der Kneipe ins Puff und zu Ihn’ nach Hause. Jeht allet, ist legal, und kostet nich’ de Welt.

    Nachsatz - sie sind schon schön, die lauen Sommernächte. Das Gefühl von Freiheit, Toleranz und verkauft sich gut, Berlin zieht die Massen. Allet schön. Gut beschrieben, lesenswert. Wie kann man’s besser machen?
    Bestimmt geht’s noch besser, wenn alle fröhlich Feierabend machen, und nur für fette Zuschläge den Nacht-Malocher geben.
    Geht nicht ohne Gesetze und auch nicht ohne einen, der sie durchsetzt. Irgendwo ist Ende mit dem Spaß.

    Berliner sind Grillen, die im Sommer draußen singen und im Winter keine Vorräte haben. Manchmal ist auch schon am Sonntag nichts mehr da. Dann ist es gut, wenn es den Späti gibt. Knapp 1000 in Berlin.

    Zwischen Sardinen-Bar und Copy-Shop klemmt der legendäre Späti Grunewaldstraße. Während draußen am frühen Abend noch der Teer dampft, brauchen sie drinnen zwei Leute, um die gekühlten Getränke an weinschorlenhafte Cordhosenträger, Schöneberger Ureinwohner, Touristen und grazile Rennradfahrerinnen herauszureichen. Sie alle eint der Durst. Die Kühlaggregate summen, der Verkehr summt und auch das 24 Stunden kaum je abreißende Gespräch der Stammkunden.

    Als Mitte Juni mal wieder über die Öffnungszeiten von Spätis diskutiert wurde, warf der Neuköllner Grünen-Abgeordnete Georg Kössler einen neuen Begriff in die Runde: „Kulturgut“. Das war ein ganz neuer Ton. Kössler erklärte die Spätis für „unabdingbar“ für die Bewohner der Stadt. Dann sagte er: „Sie sind gleichzeitig ein Berliner Kulturgut wie die Eckkneipe, das es zu erhalten gilt.“ Der Berliner Notnagel für Menschen, die es versäumt haben, rechtzeitig einzukaufen – ein Kulturgut? Kultig ja, aber gleich schützenswert? Was ist da gemeint?

    Eine Welt der Vornamen

    Ob man den Film „Smoke“ kenne, fragt Max, 28, im Späti in der Grunewaldstraße, Schöneberg. „Smoke“, klar, wo ein kleiner Tabakladen in Brooklyn der Knotenpunkt für ganz verschiedene Großstadtgeschichten ist. So, sagt Max, müsse man sich vorstellen, wie es bei ihnen zugehe. Einen Film wie „Smoke“ könne man bei ihnen nämlich sofort drehen. Mit der Schöneberger Besetzung, ihren originalen Stammkunden, Querschnitt durch eine sagenhafte Vielfalt.

    „Smoke“ ist nach 112 Minuten zu Ende. Der spezielle Berlin-Späti-Film in der Grunewaldstraße läuft ununterbrochen. Man muss sich für seinen persönlichen Ausschnitt nur auf die umgedrehten Bierkästen vor den Laden setzen, mitten unter die Protagonisten, ja sogleich selbst einer werdend, in die Abwärme der Kühlschränke, die von unten aus dem Gitterrost pustet. Dann geht das Licht aus, wie jeden Abend.

    „Wir brauchen nicht mal einen Namen“, sagt Max, der zusammen mit Tamer Schönebergs bekanntesten Späti führt, 24 Stunden geöffnet. Klar, viele kennen sich hier, aber nur so weit, wie die Leute es wollen. Sein Späti bleibt deshalb eine Welt der Vornamen, und die Nachnamen seiner Nachbarn erfährt auch Max oft erst, wenn er mal ein Paket für sie annimmt.

    Die räumliche Winzigkeit seines Ladens steht in keinem Verhältnis zu seiner Bedeutung für den Kiez. Alle kennen ihn, ein Pulk Leute steht abends davor, obwohl es weder Kunst zu sehen noch Weißwein umsonst gibt.

    Vieles, wofür der Späti steht, ist eigentlich unverkäuflich, sagt Max. Da kann man kein Preisschild dranhängen. „Ich gehe mal Zigaretten holen“ konnte ja schon immer alles bedeuten. In den Späti kommt jeder, dem zum Glück noch eine Kleinigkeit fehlt. Etwas Kleines, aber Dringendes. Etwas, das nicht warten kann, bis am nächsten Tag die Geschäfte wieder öffnen. Das Angebot: Flüssiges, Gefrorenes, zu Rauchendes, Hochprozentiges niedrigschwellig – wenn man einmal von den drei Stufen absieht, die meist hineinführen.

    Sind Späti-Besitzer nicht immer türkisch?

    Sie schmeißen ihren Laden mit einer internationalen Truppe. Es wechseln sich ab: Nick, der Australier, Naru, der Japaner, Angelo, der Italiener, Daniel, der Russe, und Gino, der Palästinenser. Dann natürlich die beiden Teilhaber Max, der in Charlottenburg aufgewachsen ist, und Tamer mit türkischen Wurzeln. So etwas könne man gar nicht planen, das habe sich so ergeben, sagt Max. Wie sich in einem Späti eben alles so ergibt.

    Als Max vor sechs Jahren zwei Häuser weiter einzog, fing er an, diesen Späti zu besuchen. Über die Jahre redete er viel mit Tamer, dem Besitzer, dann half er gelegentlich aus. Man kann auch sagen, es war das längste Bewerbungsgespräch der Welt, an dessen Ende Max bei Tamer mit einstieg. Viele neue Kunden sprechen ihn gleich auf Türkisch an. Ja sind denn Späti-Besitzer nicht immer türkisch? „Ich denke dann: Finde den Fehler im Bild!“

    Ständig schwirren Kunden in den Laden und wieder hinaus. Viele bleiben eine Weile stehen. Jeder Abend ist ein großes Gespräch mit offenem Ausgang. Paula, mit ihren 20 Jahren im achten Monat schwanger mit ihrem „ungeplanten Wunschkind“, kauft eine Literflasche Fassbrause für 1,70 Euro. Dann bleibt sie zwei Stunden auf einer Bierkiste vor dem Laden sitzen, in deren Verlauf zwei Leute erfahren, dass sie auch den werdenden Vater kennen, ohne gewusst zu haben, dass die beiden zusammen sind.

    Angelo ist da, der hier die Frühschicht macht, aber gerade arbeitet er nicht. Er erzählt, wie er am Abend des Mauerfalls mit dem Koch damals sein Restaurant zumachte und dann über die Mauer in den Osten kletterte. Wie er in die DDR hereinkam, aber nicht mehr heraus, weil er keinen Ausweis dabei hatte.

    Eine Bäckereiverkäuferin kommt nach Ladenschluss mit den Resten vorbei. Zu schade zum Wegschmeißen. Will jemand? Ja, eine Flugbegleiterin will.

    Es ist wichtig, dass der Laden hässlich ist
    Der Tag geht, das Laster kommt. Im Späti warten die letzten Abenteuer der Zivilisation: zuckerhaltige Getränke, Alkohol, Chips, Tabakwaren. Lunge teeren. Gehirn federn. Im Späti steht der Mensch in seiner Unperfektheit und mit seinen niedlichen Bedürfnissen: Center-Shock-Kaugummis. Panini-Bilder. Die „Landlust“.

    Man müsse, sagt Max, mitgehen mit der Nachfrage. Als sie sechsmal am Tag nach Kaffee gefragt wurden, haben sie sich eine Maschine hingestellt. Jetzt verkaufen sie 30 Kaffee am Tag. Sie setzen auch dreimal so viel Bio-Limonaden wie Cola-Produkte um. Nur Briefmarken sind hoffnungslos, 1,4 Cent bleiben von einer 70-Cent-Marke hängen. Das ist weniger, als es kostet, den Mitarbeiter für die Zeit des Verkaufs zu bezahlen.

    Ein Späti ist das Gegenteil von Inszenierung. Hier wird nichts hübsch gemacht. Auch der Späti selbst nicht: Schmucklos stehen die Waren angehäuft. Es ist sogar wichtig, dass der Laden ein bisschen hässlich ist. Das ist Teil seiner Funktion. So können Schwellenängste gar nicht erst entstehen. Hinter dem Verkäufer fächern sich die Gruselbilder der Zigarettenpackungen auf, und auch das ist ein Indiz fürs Ganze: An diesem Ort wird nichts beschönigt.

    Spätis sind nicht instagram-tauglich. Ein Späti überfordert niemanden. Die Waren sind der kleinste gemeinsame Nenner. Das ist ungeheuer erholsam für Menschen, die sonst immer im Mittelpunkt ihres kuratierten Lebens stehen sollen. „Weißt du, warum ich komme?“, fragte mal ein solventer Geschäftsmann, Stammkunde, Max. „Weil mich hier keiner fragt, was ich mache.“ Max wackelt in seinen Adiletten mit den Zehen.

    Die Kunden kaufen ein Getränk und hängen noch ein bisschen ab. Die Kunden, sagt Max, reden dann oft einen ganzen Abend miteinander und wissen nachher gar nicht, mit wem sie gesprochen haben. Genau das ist der Reiz. Ein Späti hat keine besondere Zielgruppe, es sind ja potenziell alle gemeint. Sie haben hier generell etwas gegen die Aufspaltung der Gesellschaft in „Zielgruppen“.

    „Eine Schweigepflicht wie beim Arzt“

    Vielleicht macht gerade das Absichtslose alles möglich. Absichtslos kommt das Gespräch ins Fließen. Und plötzlich fügt sich alles: eine inoffizielle Jobvermittlung sind sie hier, eine Anlaufstelle für Anliegen aller Art. Sie bewahren Haustürschlüssel auf, wenn die Nachbarn Gäste erwarten. Sie mussten schon beim Ausfüllen von Hartz-IV-Anträgen helfen und bei Briefen an die Polizei. Der Schöneberger Späti ist der Kitt im Kiez.

    „Jeder hat’n Hund, aber keinen zum Reden“, zitiert die Flugbegleiterin Peter Fox. So ist Berlin. Und deshalb seien die Spätis so wichtig. Max garantiert bei Bedarf „eine Schweigepflicht wie beim Arzt.“

    Man hat den Eindruck, dass dieser Beifang eines Getränkekaufs, die Erzählungen, das Eigentliche an diesem Ort sind. Das unsichtbare Kulturgut.

    Die Italiener haben ihre großartigen Bars, in denen sie sich morgens beim günstigen Espresso lautstark versichern, dass sie noch am Leben sind. Die Süddeutschen haben ihre Wirtshäuser, die Engländer den Pub, die Franzosen treffen sich in den Cafés um ihre Märkte. Es sind Orte für alle, an denen die sozialen Unterschiede verblassen. Und die Berliner? Haben den Späti.

    Als Max vor sechs Jahren zum ersten Mal diesen Laden betrat, den es seit den 70ern gibt, hatte der noch Telefonkabinen und einen kleinen Kühlschrank. Heute ist der Strom für die Kühlschränke die größte Betriebsausgabe, 400 Euro im Monat. Bis vor einem Jahr, da war Max schon Teilhaber, machten sie jede Nacht noch sechs Stunden den Laden zu, zwischen eins und sieben. Vier Mal haben sie ihnen in dieser Zeit die Zigaretten geklaut. „Es ging nicht anders, wir mussten offen bleiben“, schlussfolgerte Max. Seitdem sind sie 24 Stunden da, schon um ihre Zigaretten zu bewachen.

    Zum Glück ist der Umsatz nachts oft dreimal so hoch wie tags. Die Einbrüche haben in der ganzen Gegend aufgehört. Autos parken in der zweiten Reihe, deren Fahrer tragen in den Sommernächten für 30 Euro Getränke raus. Jeder zweite ist Stammkunde.

    Lieber das Geld hier lassen als bei einem Mineralölkonzern
    Durch ihre Stammkunden und deren Bedürfnisse ist es nur logisch, dass jeder Berliner Späti zum Spiegel seines Viertels wird. Einige halten ein unglaubliches Angebot vor, von Klopapier über USB-Sticks bis zu Bacon. Erst mit der Phase der Familiengründung erlernt der Berliner ja die Grundzüge der Vorratshaltung.

    In Kreuzberg am Maybachufer verkauft Dion&Gefolge seit einem Jahr edle Weine, Feinkost und selbst gemachte Krawatten bis in die Nacht – weil auch das Ästhetische in Teilen Berlins ein Grundbedürfnis geworden ist. In der Ohlauer Straße hält Mustafa im Telinstore eine Art Tante-Emma-Vollsortiment bereit, und der Markt hat sogar noch Aufnahmekapazitäten für eigene Merchandising-Feuerzeuge mit dem Bild seiner Dogge, die mit ihm den Laden hütet.

    Ein Späti ist nicht nur die Summe seiner Produkte, er atmet den Geist seiner Besitzer. Das unterscheidet ihn von der Tankstelle. Spätis sind meistens Familienunternehmen. Die Kunden finden es schöner, hier zu kaufen, als ihr Geld bei einem Mineralölkonzern zu lassen. Schon deshalb, weil ein Mineralölkonzern einem nie dabei helfen würde, einen Hartz-IV-Antrag auszufüllen.

    Und längst ist auch der Schöneberger Späti ein Treffpunkt für diejenigen, die befremdet sind von den Veränderungen in der Stadt. Paula ist fremd geworden, dass man seit einigen Jahren in Restaurants reservieren muss! Auch Museen soll man mit besonderen Karten in Zeitfenstern besuchen. Es ist zum Totlachen, das ist doch nicht Berlin. Spätis sind ein Ort der Spontaneität geblieben. Sie sind die Ausnahme, nicht die Regel. Regeln gibt es in Berlin mittlerweile genug.

    Ein Ort verminderter sozialer Kontrolle

    Auf der Grunewaldstraße in Schöneberg hat sich inzwischen ein magischer Umkehreffekt eingestellt. Als würde man ein Negativ der Tagesversion betrachten. Der tagsüber unscheinbare Laden, der zwischen dem Antik-Laden und der Sardinen-Bar klemmt, beginnt zu leuchten. Nach und nach gehen dann ringsum alle anderen Lichter aus. Der Copy-Shop schließt, die Bar, der Grieche gegenüber. Jetzt leuchtet nur noch der Späti, Kronleuchter und Kühlschränke, die ganze Nacht. Der Mensch gestikuliert ein Schattentheater vor der Scheibe.

    Nach Mitternacht beginnt die andere Zeit an diesem Ort verminderter sozialer Kontrolle, wo man, ohne scheel angeschaut zu werden, eine Stange Zigaretten kaufen kann. Ein Zwischengeschoss der Zivilisation.

    Hier in Schönedorf, sagt die Flugbegleiterin, kommen die Leute für den „real talk“. Nix digital. Sie verschwenden nicht einmal Zeit mit Smalltalk. Die Themen sind lustig, unterhaltsam, existenziell. Gesellschaft, persönliche Krisen, Stadtgespräch, keine Beobachtung ist zu klein. Und nichts ist banal.

    Warum, muss man fragen, ist das jetzt ausgerechnet ein Berliner Kulturgut? Soziale Grundbedürfnisse außerhalb der Öffnungszeiten habe doch jeder, heißt es. Im Ruhrgebiet und Rheinland sei es halt das „Büdchen“, oder? Aber Büdchen sind oft freistehende Gebäude, der Kunde tritt an ein Fensterchen heran. Er steht draußen, wenn’s schlimm kommt, im Regen. Die Spätis dagegen sind zu betreten, sie bilden das Erdgeschoss der Wohnhäuser und damit das Fundament der Stadt.

    Längst schon hat Naru die Spätschicht übernommen. Naru, der glaubt, an diesem Ort weniger Verkäufer als Psychologe zu sein. Naru, der mit der Bundeswehr in Mali und Afghanistan war und jetzt Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Einen gut bezahlten Nebenjob beim Wirtschaftsprüfer hat er eingetauscht für die einmalige „Gelegenheit, hier die Welt in ihrer Gauß’schen Normalverteilung zu sehen.“

    Die Last der Zivilisation runterspülen

    In diesem 24 Stunden laufenden Film, in dem jeder schon mit ein paar Sätzen eine Rolle bestreiten kann, besteht die Herausforderung darin, den Absprung nicht zu verpassen.

    Dimitri, ganz heitere Melancholie, lässt seine Bierflasche zwischen den Beinen pendeln. Tja, warum gehen wir zum Späti? „Wir spülen die Last der Zivilisation hinunter. Das muss manchmal sein.“

    Die Flugbegleiterin ist schon vor einer Weile auf ihr Fahrrad gestiegen. Um kurz nach eins nimmt die hochschwangere Paula ihre unberührte Flasche Fassbrause, für die sie 50 Cent mehr bezahlt hat als im Supermarkt, und geht nach Hause. Aber Angelo hat jetzt seine Reiseflughöhe erreicht. Er geht noch tanzen.

    #Berlin #Schöneberg #Grunewaldstraße #Handel #Kultur

  • Das Montags-Abschieds-Bild - DaybyDay ISSN 1860-2967
    http://daybyday.press/article6255.html


    Die kleinen Händler geben auf, weil es sich nicht mehr lohnt und weil sie alt geworden sind. Da kommt auch nichts nach, denn heute geht nichts mehr ohne Ebay, Amazon oder große Handelsketten - oder?

    Die letzte Zigarette am Abend des letzten Geschäftstages...
    ... danach wird das Geschäft - in der Kaiser-Friedrich-Str. 17A in Berlin-Charlottenburg - für immer geschlossen.

    Mal sehen, was wir in den nächsten Jahren entdecken werden - vermutlich wird es nicht mehr genügen, einfach durch die Stadt zu streifen.

    Wie bei Nachclubs wird eine online-Community, oft wiederum bei großen Kommunikationsplattformen, den so genannten sozialen Netzwerken, sich untereinander über Einkaufsmöglichkeiten verständigen. Crowdfunding wird Projekte anschieben und der kleine Händler wird nicht mehr allein in Charlottenburg sein, sondern genauso in Haight-Ashbury, Saint-Gilles oder in der Josefstadt. Auf Reisen wird das vorab Georderte eingesammelt, solange es klein genug ist, um im Handgepäck-Rollkoffer Platz zu finden, Größeres wird zugstellt. Standardartikel kommen vom Chain-Store.

    #Berlin #Charlottenburg #Kaiser-Friedrich-Straße #Handel

  • „KaDeTe“ in Berlin: Das Kaufhaus des Testens | Berliner Zeitung
    https://www.berliner-zeitung.de/berlin/-kadete--in-berlin-das-kaufhaus-des-testens-29523770


    Start ist ma 17. März, WILMERSDORFER STRASSE 46, 10627 BERLIN

    In Berlin gibt es Kaufhäuser soweit das Auge reicht. Die Mall, das Schloss oder das KaDeWe. Doch ein „KaDeTe“, ein Kaufhaus des Testens – das gab es noch nie. Zwei junge Unternehmerinnen wollen es bald eröffnen und so Start-ups zu einem leichteren Erfolg verhelfen.

    kadete
    https://www.kadete.de

    StartUps verkaufen ihre Produkte, wie in jedem anderen Supermarkt auch. 

    Endkunden können Produkte kaufen und testen.

    Der Handel bekommt ein besseres Gefühl, wie sich Produkte im Markt verhalten. 

    Das Besondere dabei?

    Das Konzept beinhaltet professionelle Marktforschung. Diese ermöglicht den StartUps vielfältige Test- und Analysemethoden, die sie sonst nur schwer finanzieren könnten. Dem Handel gibt sie verlässlichere Beurteilungskriterien an die Hand - was eine Zusammenarbeit mit den StartUps im Nachgang vereinfacht.

    Verantwortlich hierfür ist das BIFI - Berliner Institut für Innovationsforschung.

    #Berlin #Charlottenburg #Wilmersdorfer_Straße #Handel

  • Tos Chirathivat: Der König des KaDeWe - Wirtschaft - Tagesspiegel Mobil
    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/tos-chirathivat-der-koenig-des-kadewe/20400346.html

    In Europa tauchte die Familie erstmals 2011 auf. Damals erwarben sie Rinascente, das Prunkstück des Warenhausunternehmens mit 150-jähriger Geschichte steht gleich neben dem Mailänder Dom. 250 Millionen Euro zahlten die Thailänder dafür, investierten weitere 200 Millionen, wie Chirathivat bestätigt. 2013 kam Illum dazu, ein Kopenhagener Kaufhaus mit ebenfalls über 100 Jahren Tradition. Und 2015 erwarben die Thais 50,1 Prozent vom operativen Geschäft der KaDeWe-Group, bestehend aus dem Oberpollinger in München, dem Hamburger Alsterhaus und dem KaDeWe. Der österreichische Unternehmer René Benko, der die Häuser erst ein Jahr zuvor erworben hatte, behielt die Immobilien. An denen hatten die Thais kein Interesse.
    ...
    Tos Chirathivat ist fasziniert von der Idee des Co-Working-Space, indem die Digital Natives sich über ihre Laptops beugen. Das US-Start-up We Work ist damit zum 20-Milliarden-Dollar-Unternehmen geworden, für den Thai eine der besten Geschäftsideen der letzten Zeit. Wobei We Work keine Buchläden betreibt, sondern die weltweit umhervagabundierende Schar der Digital-Arbeiter mit einem Netzwerk aus geeigneten Arbeitsräumen versorgt und Kontakte schafft.

    Open House ist der Ort, der das Central Embassy von den in Bangkok reichlich vertretenen Superkaufhäusern unterscheidet. „Wir wollten damit eine Art Wohnzimmer schaffen“, sagt er. In Bangkok ist das besonders wichtig, denn die erschwinglichen Wohnungen sind in aller Regel sehr klein – eine Entwicklung, die Berlin womöglich bevorsteht. „Hier können sie essen, trinken, Bücher lesen, sich die Haare schneiden lassen, natürlich auch shoppen.“ Das Open House verdient, wenn überhaupt, keine nennenswerten Summen. Chirathivat behauptet aber, seit der Eröffnung verzeichne man 20 Prozent mehr Kunden im gesamten Haus.

    Was das für das KaDeWe bedeutet? Dort sind zwei weitere Quadranten angekündigt, die die im vergangen Jahr begonnene Linie fortsetzen werden. In der siebten, der obersten Etage soll es einen Public Space geben, hieß es in der Vorankündigung, mit Restaurants, Bars und Dachgarten. Ein separater Eingang werde den Bereich auch nach Ladenschluss zugänglich machen. Das klingt ziemlich nach dem Open House in Bangkok.

    #Berlin #Handel #KaDeWe #Schönegerg #Tauentzienstraße

  • „Wirtschaftliche Erwägungen“: Conrad Electronic schließt drei Filialen - neuhandeln.de
    http://neuhandeln.de/wirtschaftliche-erwaegungen-conrad-electronic-schliesst-drei-filialen

    Conrad Electronic ★ das Schloss Berlin Steglitz
    http://www.dasschloss.de/shops/conrad_electronic

    Hier gibt es demnächst keine Elektronik mehr, nur noch 404 not found . Bereits jetzt wurde die Theke für elektronischen Bauteile abgeschafft, man schickt die Kunden zur Schöneberger Filiale. Der Onlinehandel zerstört sogar die Angebote in Großstädten. Schade, sogar in der Hauptstadt Deutschlands mit ihren bald vier Millinen Einwohner werden Elektronikhändler rar. Deshalb veröffentlichen wir hier eine Liste der letzten Mohikaner mit Beratung durch echte Menschen am Tresen. Die Wege zu ihnen werden imme länger, aber dafür sind wir ja da :-).

    Segor Electronics in Charlottenburg
    http://www.segor.de/#/wir-vor-ort

    Kaiserin-Augusta-Allee 94, 10589 Berlin-Charlottenburg

    Unsere Öffnungszeiten:
    Montag-Freitag10:00 - 13:30 und14:30 - 18:00 Uhr
    Samstag10:00-13:00 Uhr

    Bitte beachten Sie die Mittagspause von 13:30 bis 14:30 Uhr.

    Telefonisch erreichen Sie uns für Lagerauskünfte und Auftragsannahme:Montags-Freitags von8:00-16:00 Uhr unter der Rufnummer030/4399843.

    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Datenauskünfte und Vergleichstypensuche nur per eMail (oder über dieProdukt-Anfrage) vornehmen können.

    SLY-electronic in Prenzlauder Berg
    http://shop.sly.de/shop_content.php?coID=7

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch

    Erich-Weinert-Str. 139 - 141 10409 Berlin (Prenzlauer Berg)
    Unser Store hat MO - FR von 10 - 19 Uhr und SA von 10 -16 Uhr geöffnet.
    Tel: 030-4284920

    Marotronics in Mahlsdorf Süd
    https://www.marotronics.de/Impressum

    Hultschiner Damm 151
    12623 Berlin

    E-Mail: info@marotronics.de
    Website: www.marotronics.de
    Telefon: 0175 2047445
    Fax: 030/51636585

    Zwei Filialen von Conrad gibt es noch in Berlin.

    Schöneberg
    https://www.conrad.de/de/filialen/filiale-berlin-schoeneberg.html

    Kleiststraße 30-31 - An der Urania, 10787 Berlin
    Öffnungszeiten:
    Montag - Samstag 10.00-20.00 Uhr

    Kreuzberg
    https://www.conrad.de/de/filialen/filiale-berlin-kreuzberg.html

    Hasenheide 14-15, 10967 Berlin
    Öffnungszeiten:
    Montag-Freitag 10.00-19.00 Uhr
    Samstag 10.00-18.00 Uhr

    #Berlin #Charlottenburg #Kreuzberg #Mahlsdorf #Schöneberg #Steglitz #Elektronik #Handel #Infrastruktur #Hasenheide #Kleiststraße #Hultschiner_Damm #Erich-Weinert-Straße #Kaiserin-Augusta-Allee #Schloßstraße

  • La guerre des #brevets | ARTE mardi 01 juillet (81 min)

    Rediffusion lundi 07.07 à 3h10
    Arte+7 : 01.07-08.07.2014

    http://www.arte.tv/guide/fr/046926-000/la-guerre-des-brevets

    Comment le système des brevets, censé protéger les #inventions techniques, a-t-il été dévoyé au point d’étouffer l’innovation et l’intérêt général ? Une enquête instructive.

    Aux États-Unis, des femmes atteintes d’un cancer du sein ont mené une croisade juridique victorieuse contre Myriad Genetics. En brevetant deux gènes dont la mutation révèle une prédisposition au développement conjoint d’un cancer des ovaires, le laboratoire s’était assuré un monopole sur les tests de dépistage, mettant potentiellement en danger la vie de patientes, dans l’incapacité d’assumer le coût de l’examen. Alors que les lois sur les brevets ont été imaginées pour protéger les appareils et procédés techniques, comment expliquer que 20 % des gènes humains tombent aujourd’hui sous le coup de droits d’exclusivité d’#exploitation en Amérique ? Pour David Martin, spécialiste de la #propriété_intellectuelle, le tournant a eu lieu dans les années 1980 quand, dépassés par le Japon en nombre de brevets déposés, les États-Unis ont révisé leur législation. En supprimant l’obligation de prouver la mise en application d’une invention et en autorisant la brevetabilité de la recherche universitaire, ils ont ouvert la voie à une confiscation (provisoire) du savoir : une situation à l’origine d’un différend entre pays riches et pays en développement. Ces derniers militent, entre autres, pour un accès aux médicaments à des prix abordables. C’est le cas notamment de l’Inde qui, en plus de payer des licences, se voit contrainte de protéger ses #ressources_traditionnelles – du riz basmati aux postures de yoga –, pour éviter que d’autres ne les brevètent…

    [80 minutes étouffantes - surtout pas gaspillées]

    #reportage #documentaire
    #Patentrecht #patent_license
    #innovation #Erfindung #Entwicklung

    #Ausbeutung
    #intellectual_property #Geistiges_Eigentum

    #Handelsabkommen #trade_agreement #accord_commercial

    #Indes #India #Indien

    [ #ACTA ]