• “Man konnte noch weiterleben”
    https://overton-magazin.de/top-story/man-konnte-noch-weiterleben

    _Hitlerjugend bei Altmetallsammlung 1933. BIld : Bundesarchiv, Bild 133-065 / CC-BY-SA 3.0,

    À propos de l’ascension du fascisme et pourquoi la majorité des juifs allemands n’a émigré qu’une fois les chambres à gaz en construction.

    Avec le bellicisme noir/vert/rouge et l’acceptation des revendications de l’extrême droite par les chrétiens-démocrates nous sommes en train de vivre une histoire analogue

    Je pense que le bellicisme actuel portera ses fruits dont la mort sur le front d’une génération de jeunes hommeso. Si on a aujourd’hui entre 18 et 30 ans il est temps de quitter l’Allemagne et de se rendre dans des contrées plus paisibles comme par exemple la Chine.

    29.11.2025 von Moshe Zuckermann - Der Faschismus bildet sich stets nur allmählich heran. Und dann ist er “plötzlich” da.

    Bei Hitlers Machtübernahme am 30. Januar 1933 lebten in Deutschland etwa 522.000 Juden. Wie konnte es passieren, dass rund 160.000 von ihnen bis 1945 von den Nazis ermordet wurden. Zwar emigrierten zwischen 1933-1941 mehr als die Hälfte der Juden aus Deutschland, warum aber emigrierten nicht alle rechtzeitig?

    Im Gegensatz zu den in Osteuropa lebenden Juden, konnte doch den deutschen Juden nicht entgehen, was die Nazis mit ihnen vorhatten. Gewiss, niemand hat im Jahr 1933 wissen können, dass es auf Auschwitz zugeht (auch die Nazis selbst nicht), aber von der Machtübernahme 1933 bis zum “Reichskristallnacht”-Pogrom im November 1938 verschlimmerte sich die Lage der Juden im Nazideutschland in eklatanter Weise. Schon die Nürnberger Gesetze von 1935, die die rassenideologische Legitimationsgrundlage für die Diskriminierung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung im Nazismus bildeten und sich auch bald genug lebensweltlich auswirken sollten, hätten klarmachen können, dass es höchste Zeit wird, Deutschland zu verlassen. Viele verstanden das auch, wie gesagt, aber allzu viele eben auch nicht. Wie konnte das sein?

    Eine in Israel lebende, in Berlin geborene ältere Dame, deren Familie erst 1939 ausgewandert war, fragte ich einmal nach dem Grund für die so späte Entscheidung ihrer Eltern. Sie antwortete mir mit entwaffnender Schlichtheit: “Mit Hitlers Machtergreifung war meine Kindheit beendet, und eine graue Wolke hing über meine gesamte Jugendzeit. Aber man konnte noch weiterleben.” Bekannt sind die historischen Erklärungen, die die Schwierigkeit deutscher Juden, sich von der geliebten Heimat (mithin von der deutschen Kultur) zu lösen, zum Inhalt haben. Auch die Weigerung zu glauben, dass es wirklich zum Schlimmsten kommen könnte, spielte bei vielen eine gewichtige Rolle. Das Entwaffnende an der Antwort der alten Berlinerin lag in der sachlich-lakonischen Feststellung, dass es zwar nicht mehr angenehm war, als Jude in Nazideutschland zu leben, aber ein Weiterleben (bis zum Ausbruch des Kriegs) doch noch möglich war. Und das sei zunächst (über alle romantisch-kulturellen Begründungen hinaus) der Grund für das Bleiben gewesen.

    Man neigt dazu, historische Momente der Gefahr und Bedrohung finalistisch wahrzunehmen, d.h., ex post facto zu beurteilen. Das ist insofern verständlich, als man den Ausgang dessen, was die Bedrohung zeitigte, zu kennen vermeint; man ist gleichsam im Besitz des empirischen Kriteriums für die “volle” Einordnung des historisch Gewesenen. Was dabei jedoch übersehen wird, ist die Wahrnehmung der Realität durch die Menschen in der historischen Jetztzeit – sie können schlechterdings keine Gewissheit über den Ausgang der Dinge haben, aber sie sind es, die die die historische Zeit durchlebt haben, also die eigentlichen Protagonisten der Geschichte ausmachen, mithin als solche verstanden werden müssen. Es liegt im Wesen historischer Kontingenz, dass man sowohl pessimistische als auch optimistische Konsequenzen aus dem noch Unbestimmten, in der Zukunft Liegenden, ziehen kann; “Hellsichtigkeit” ist dabei eine Frage der Einstellung, zuweilen freilich auch der Verblendung. Das berühmte Zeichen an der Wand ist ein solches erst im Nachhinein. Es ist nie ganz evident, wann der richtige Zeitpunkt ist, die praktische Schlussfolgerung aus dem Moment drohender Gefahr zu ziehen.

    Das liegt zum einen daran, dass der Vollzug besagter Schlussfolgerung für gewöhnlich mit Beschwernissen und gewichtigen Umstellungen einhergeht, was sich auch in der Aussage der alten Berlinerin kodiert findet: Man zögerte, sich den Problemen der Auswanderung auszusetzen, solange es sich in den alten Verhältnissen (die freilich keine mehr waren) noch “weiterleben” ließ. Es ist nie leicht zu emigrieren (wenn man dazu nicht ideologisch vorgeprägt ist), und zwar weder psychisch noch materiell. Zum anderen ist aber auch die Verzögerung der sich (in der nachmaligen Perspektive) notwendig aufdrängenden Tathandlung darin begründet, dass die Notwendigkeit auch dann nicht evident ist, wenn die Not sich nach und nach institutionalisiert hat; die alte Berlinerin wusste ja bereits in den 1930er Jahren um die “graue Wolke”, die über ihre Jugendzeit hing.
    Der Faschismus schleicht sich allmählich in die bestehende sozial-politische Ordnung ein

    Das trifft auch auf den Faschismus zu, vor dem es damals zu flüchten galt. Denn der Faschismus erscheint nie auf einen Schlag, von einem Tag auf den anderen, sondern schleicht sich allmählich in die bestehende sozial-politische Ordnung ein. Man merkt zunächst gar nicht, dass er seine Fänge ausstreckt; denn seine Parolen liegen noch nicht im Konsens, werden mithin abgewunken bzw. “nachsichtig” belächelt. Seine Wortführer müssen sich erst profiliert haben, bevor sie in die Ideologie des national Zulässigen Eingang finden. Rassistische Reden und populistische Slogans werden vorerst mit Abscheu registriert, bis man “plötzlich” merkt, dass sie viele, bislang noch nicht wahrgenommene Anhänger in der Bevölkerung haben, die sich nach und nach zur Masse bilden. Es stellt sich dann heraus, dass die in den Anfangsphasen außerparlamentarisch agierende Bewegung sich nicht nur einen merklichen Halt in der Bevölkerung etabliert hat, sondern dass diese Tatsache auch im Parlament registriert wird, was sich für gewisse Herrschaftsparteien durch Koalitionsabkommen und anderen Verbandelungen als willkommener Machzuwachs darstellt.

    Es ist die herrschende politische Klasse, die dann dem Faschismus den offiziellen Eingang ins Parlament verschafft. Man hütet sich davor, das, womit man sich verbrüdert hat, Faschismus zu nennen, übernimmt aber realpolitisch die Ideologeme des Faschismus, ein Umstand, der sich erst allmählich herausstellt und vor allem mit faschistischen Prädispositionen der Regierenden korrespondiert, die ihrerseits bei ihrem Wahlvolk (der base) chauvinistisch genährte faschistische Neigungen längst schon ausgemacht haben.

    Sobald sich der Faschismus im Parlament etabliert hat, setzt er alles daran, sein neues “Zuhause” zu faschisieren, was sich vor allem in der Institutionalisierung der gesetzmäßigen Zerstörung der formalen Demokratie manifestiert, allem voran in der Auflösung der Gewaltenteilung. Der erste dominante Angriff gilt dabei der Judikative und jenen Justizinstanzen des Staates, die dem Ansinnen der Faschisten, jegliche Form der Kritik an der Herrschaft und ihren Führern “legalen” Einhalt gebieten sollen.

    Die machtgefräßige Kolonisierung der parlamentarischen Sphäre bedarf selbstverständlich einer markanten Führungsgestalt, die sich bei der faschistischen Expansion von Anbeginn durch eine diktatorisch-charismatische, ein Machtmonopol beanspruchende Grundeinstellung kennzeichnet. Die Anhängerschaft des Führers erweist ihm eine sich zum autoritären Personenkult steigernde Loyalität, die keine Grenzen kennt und entsprechend jeden Abtrünnigen rabiat niedermacht. So entstehen pauschal konturierte Feindbilder und zugleich eine propagandistische Giftmaschine, die sich in der rabiaten Verfolgung, perfiden Beschmutzung und Neutralisierung bzw. Ausschaltung der Feinde spezialisiert. Feinde sind dabei sowohl ausländische Mächte, die sich dem Faschismus gesinnungsmäßig widersetzen; Feinde sind zudem Gruppen und Kollektive, mit denen man sich offiziell im (kriegerischen) Konflikt befindet; Feinde können aber auch sämtliche oppositionellen Kräfte und Personen in der inneren Gesellschaft und Politik sein. Alles, was die Raison d’être des Faschismus zu unterwandern scheint, an der Autorität des Führers und seinem Machtanspruch rüttelt, die antidemokratischen Ideologeme des Faschismus demokratisch zu delegitimieren trachtet, wird zum Feind erklärt und durch Schikane, Diskriminierung und ständiger Verleumdung bekämpft.

    Ab einem bestimmten Zeitpunkt, an dem sich der Faschismus seiner Macht und Herrschaft gewiss genug ist, setzt auch der Terror ein, mithin die illegale Ausübung der Gewalt durch die “legalen” Apparate, die sich der Faschismus errichtet hat. Begleitet wird dies von einer systematischen Entmachtung der feindlichen Medien, die entweder direkt angegangen oder durch Usurpation auf Linie gebracht werden – Selbstzensur ist an der Tagesordnung, die unübersehbare Vernashornung kritischer Protagonisten verbreitet sich, und zwar in der gesamten Medien- und Kultursphäre.

    Der antifaschistische Bürger stellt mit Bestürzung fest, dass das Unglaubliche passiert ist. Seine Gesinnung hat ihn stets wachsam gehalten, er hat die Entwicklungen verfolgt, sah die Zeichen an der Wand, hat protestiert, demonstriert, weigerte sich aber dennoch, daran zu glauben, dass es zum Schlimmsten kommen könnte, dass der Faschismus sich etablieren, zur normierten Realität seines Daseins gerinnen würde. Das Unfassbare hat sich nun verwirklicht – er lebt schon längst im Faschismus; das kollektive Umfeld ist nunmehr faschistisch durchseucht. Er kann nichts mehr an der ihn einfassenden Realität bewirken, schon gar nicht, sie wesentlich verändern. Emigration stand trotz aller Anzeichen einer herannahenden Finsternis nicht wirklich zur Debatte. Er kann im unfassbar Bestehenden nur “weiterleben”. Die alte Berlinerin ist schon vor vielen Jahren in Israel gestorben. Was würde sie heuten über das Land sagen, in das ihre Familie 1939 emigrierte, um dem nazistischen Deutschland zu entkommen?

    Moshe Zuckermann

    Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.

    #Allemagne #fascisme #holocauste #bellicisme

  • Holocaust-Veranstaltung in Berlin abgesagt : Polnischer Botschafter soll interveniert haben
    https://www.berliner-zeitung.de/news/holocaust-veranstaltung-in-berlin-abgesagt-polnischer-botschafter-s

    La présentation d’un livre sur la collaboration de maires polonais au génocide nazi vient d’être annulé suite à l’intervention de l’ambassadeur de Pologne à Berlin.

    16.11.2025 von Tomasz Kurianowicz - Der Holocaust-Forscher Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe wollte sein Buch „Polnische Bürgermeister und der Holocaust“ in Berlin vorstellen. Nun wurde die Veranstaltung abgesagt.

    Am 25. November 2025 hätte eine Veranstaltung mit dem Titel „Polnische Bürgermeister und der Holocaust. Besatzung, Verwaltung und Kollaboration“ in Berlin stattfinden sollen, geladen war der Holocaust-Forscher Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe von der Freien Universität Berlin. Doch die Präsentation muss entfallen. Auf der Website von „Topographie des Terrors“ steht: „Wir bemühen uns um einen Nachholtermin.“ Laut der Organisatoren wurde die Präsentation nicht endgültig abgesagt, sondern nur verschoben. Sie soll offenbar im Februar nächsten Jahres am selben Veranstaltungsort stattfinden.

    Der deutsch-polnische Holocaust-Forscher Dr. Grzegorz Rossoliński-Liebe, der an der Freien Universität Berlin lehrt, reagierte am Samstag auf Facebook und schrieb, dass er hinter der Verschiebung ein politisches Motiv vermute. Er habe viele E-Mails und Telefonate mit der Frage erhalten, warum die Präsentation seines Buches „Polnische Bürgermeister und der Holocaust“ bei der Topographie des Terrors in Berlin abgesagt wurde. „Soweit ich weiß, wurde die Präsentation auf Anfrage des polnischen Botschafters in Berlin abgesagt, der einen der Organisatoren und offenbar auch einige Beamte der deutschen Regierung angerufen hat. Der polnische Botschafter forderte von Uwe Neumärker, dem Leiter der Stiftung Denkmal, die Präsentation wegen einer Art Treffen zwischen der polnischen und der deutschen Regierung abzusagen oder zu verschieben.“ Es solle bald zu einem Treffen zwischen der deutschen und der polnischen Regierung kommen. „Thema dieses Treffens soll offenbar das Denkmal für die polnischen Opfer des Naziterrors in Berlin sein. Was ich nicht verstanden habe, ist, wie sich die Präsentation meines Buches auf dieses Treffen auswirken kann oder warum die polnische Regierung und die deutsche Regierung Angst vor meinem Buch über polnische Bürgermeister im Generalstaat haben? Meiner Meinung nach können die deutsche und die polnische Gesellschaft vom Studium des Buches profitieren.“

    Tatsächlich findet am 19. und 20. November die 35. Sitzung der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für grenzüberschreitende und interregionale Zusammenarbeit in Schwerin statt. Möglich, dass sich Vertreter beider Länder im Anschluss in Berlin treffen, um Details über die Errichtung eines Deutsch-Polnischen Hauses zu besprechen. Dass das Haus gebaut werden soll, steht fest, aber Ausmaß und Finanzierung sind noch nicht abschließend geklärt. Das Haus wird in Polen heftig debattiert.
    Vorwurf der Geschichtsklitterung

    Am Sonntag verdichteten sich weitere Hinweise, dass ein politisches Motiv der Grund für die Absage der Buchpräsentation von Grzegorz Rossoliński-Liebe gewesen sein könnte. Der polnische Europaabgeordnete Arkadiusz Mularczyk von Jaroslaw Kaczynskis PiS-Partei kritisierte den geplanten Auftritt von Grzegorz Rossoliński-Liebe öffentlich auf X. Er schrieb: „Auf der Website des ‚Deutsch-Polnischen Hauses‘ wird eine Veranstaltung (...) angekündigt, die eine direkte Revision der Geschichte darstellt, deutsche Verbrechen relativiert und eine falsche Darstellung der Geschichte fördert. Dies ist Teil einer bewussten Strategie, die Grenze zwischen Täter und Opfer zu verwischen. (...) Anstatt (...) Wiedergutmachung zu leisten, haben die Deutschen beschlossen, die Schuld für die schändlichen Jahre ihrer Geschichte zu teilen, ihre Rolle zu beschönigen und ihre Verantwortung zu verwischen.“ In dem X-Post weist der Politiker darauf hin, dass die geplante Veranstaltung mit Grzegorz Rossoliński-Liebe vom deutschen Kulturstaatsminister gefördert wird.

    Arkadiusz Mularczyk ist kein Unbekannter in Deutschland: Schon seit mehreren Jahren fordert er von der deutschen Bundesregierung Reparationszahlungen für Schäden, die Deutschland während des Zweiten Weltkriegs Polen zugeführt hat. Die deutsche Bundesregierung lehnt Reparationen mit Verweis auf vormals geschlossene Verträge ab. Am Wochenende kritisierte er außerdem gemeinsam mit Polens Präsidenten Karol Nawrocki eine geplante Versteigerung eines Auktionshauses in NRW, wo Devotionalien von Holocaustüberlebenden versteigert werden sollten. Bevor die geplante Versteigerung zu einem internationalen Skandal ausarten konnte, verkündete Polens Außenminister am Sonntag, dass die Auktion von der Website des Auktionshauses verschwunden sei.

    In den vergangenen Monaten und Jahren haben sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen spürbar verschlechtert. Die Absage der Veranstaltung von Grzegorz Rossoliński-Liebe kann auch etwas damit zu tun haben, dass rechtskonservative Kräfte in Polen Deutschland vorwerfen, dass das Land seine Schuld für den Zweiten Weltkrieg umdeuten oder relativieren will.

    Das Buch von Grzegorz Rossoliński-Liebe beschäftigt sich mit der Rolle von polnischen Bürgermeistern während der NS-Zeit und welche Rolle sie bei der Deportation von Juden aus polnischen Städten hatten. Die Studie wurde von westlichen Forschern größtenteils wohlwollend aufgenommen, in Polen sorgte sie für eine Kontroverse und wurde zum Teil heftig kritisiert. Polens Präsident Karol Nawrocki schrieb im Jahr 2024, damals noch als Leiter des Institut für Nationales Gedenken, einen kritischen Post auf X über das Buch. Er warf dem Autor Manipulation und Geschlichtsklitterung vor.

    #Allemagne #Pologne #holocauste #solution_finale #Generalplan_Ost

  • Holofiction (Official Trailer)
    https://vimeo.com/1101989868

    HOLOFICTION (Official Trailer 2)
    https://vimeo.com/1126167375


    Michal Kosakowski
    Germany, Austria 2025

    Essayistic Documentary/Experimental film / approx. 102 Min

    “Holofiction”

    Germany/Austria 2025 • 102 min
    An essayistic documentary/experimental film by Michal Kosakowski • Music by Paolo Marzocchi

    Supported by Medienboard Berlin-Brandenburg, Lower Austria Film Commission and the Future Fund of the Republic of Austria.

    The film explores the visual representation of the Holocaust through a montage of thousands of excerpts from fictional films and television series produced between 1938 and the present. Drawing from an extensive archive of over 3,000 narrative works the film critically examines how Holocaust imagery has been codified and reproduced in cinema across decades. Inspired by Claude Lanzmann’s skepticism toward visual representations of historical trauma, the film questions the possibility and implications of depicting such an atrocity in fictional cinema.

    A Film by Michal Kosakowski
    Music by Paolo Marzocchi

    About — Kosakowski Films
    https://www.kosakowskifilms.com/about

    #film #vidéo #histoire #holocauste

  • Étoiles, Konrad Wolf, 1959
    https://www.arte.tv/fr/videos/005406-000-A/etoiles

    Dans ce film émouvant le protagoniste échoue car son humanisme le fait trahir son amour. A la fin il prend enfin la décision de s’allier aux antifascistes et de combattre activement les armées génocidaires

    Les oeuvres de Gorki, Brecht et Wolf sont toujours d’actualité. Aujourd’hui on peut les regarder en dehors du contexte staliniste et découvrir leurs réponses essentielles aux question de la lutte pour la libération du capitalisme, du colonialisme et de l’impérialisme.

    Disponible jusqu’au 19/01/2026

    Un sous-officier de la Wehrmacht tente de faire évader Ruth une jeune femme juive dont il est tombé amoureux... Par le cinéaste est-allemand Konrad Wolf, une histoire d’amour tragique, récompensée à Cannes en 1959.

    La question centrale du film est soulevée implicitement par la tentative desespérée et absurde de comprendre le conflit en Palestine en tant que tel alors qu’il s’agit d’un épisode du développement des contradictions provoquées par l"impérialisme mondial.

    Gilles Deleuze et la Palestine
    https://seenthis.net/messages/1142722
    https://lestempsquirestent.org/fr/numeros/numero-7/gilles-deleuze-et-la-palestine

    Le fascisme et le national-socialisme partagent la même image de l’homme avec le libéralisme : L’homme est un loup pour l’autrui. En passant à l’acte conséquent les adeptes de ces idéologies créent les conditions nécessaires pour illustrer le soi-disant bien-fondé de leur axiome méprisant..

    Une cible à la fois : La logique qui a aidé les libéraux israéliens à commettre un génocide
    https://seenthis.net/messages/1142822

    Si on suit la définition israélienne du génocide décrite dans cet article, même l"holocauste nazi n’en fut pas un, car dans la logique de l’époque il s’agissait d’un acte de légitime défense pour sauver le peuple allemand de la déstruction par le venin juif.

    Là aussi il n’y a donc rien de nouveau depuis 1945,. Il y a eu une modification de la distribution des rôles, mais en principe on joue toujours la même pièce.

    #Allemagne #Bulgarie #Israel #Palestine #histoire #film #DDR #antifascisme #shoa #holocauste #nakba #génocide

  • Zachary Foster sur X : “Israel did not give every Jewish refugee Israeli citizenship after 1948. This is a myth and a lie spread by Zionists like AdamRFisher to make themselves feel better about apartheid & genocide. Israel turned away thousands upon thousands of Jews, both from Europe & from the” / X
    https://x.com/_ZachFoster/status/1979925050871742690

    Israël n’a pas accordé la citoyenneté israélienne à tous les réfugiés juifs après 1948. C’est un mythe et un mensonge propagé par des sionistes comme @AdamRFisher pour se sentir mieux face à l’apartheid et au génocide.

    Israël a repoussé des milliers et des milliers de Juifs, tant d’Europe que du Moyen-Orient, après 1948.

    Israël a refusé la famille Vazana qui souhaitait émigrer du Maroc vers Israël dans les années 1950. Les autorités israéliennes de l’immigration ne les ont pas autorisés à voyager avec deux de leurs enfants, qui étaient classés comme handicapés. C’était un cas typique au Maroc, et il y en avait beaucoup d’autres similaires. https://dsq-sds.org/article/id/655

    Après 1948, le politicien israélien, Itzhak Refael, a travaillé dur pour empêcher l’arrivée d’immigrants juifs indésirables. Il a déclaré : « J’ai bloqué 2 000 visas à Tunis, qui avaient été délivrés à des personnes âgées et invalides, et j’ai donné l’ordre de ne pas les faire venir. J’ai bloqué 800 visas en France, qui avaient été délivrés à des personnes malades et âgées... également des invalides en Allemagne, 5 000 personnes. » Les survivants de l’Holocauste en Allemagne étaient si vieux et faibles, quel bénéfice pouvaient-ils apporter à Israël ?!?!? (Segev, Les premiers Israéliens, p.143) https://yplus.ps/wp-content/uploads/2021/01/Segev-Tom-1949-The-First-Israelis.pdf

    Plus un Juif était dans le besoin, plus il était probable qu’il soit rejeté par Israël. Israël a rejeté les Juifs faibles, pauvres, persécutés, démunis, malades, atteints de maladies et âgés parce qu’ils étaient faibles, pauvres, persécutés, démunis, malades, atteints de maladies et vieux.

    #sionisme

    https://video.twimg.com/amplify_video/1956762667177201664/vid/avc1/720x1280/HD9dR3frz6wE200G.mp4

  • Nürnberg vor 90 Jahren - München am 15. September
    https://www.daybyday.press/article9283.html

    15.9.2025 von Dr. Wolf Siegert - Teilnahme BK Merz an der Feier zur Wiederherstellung der Synagoge Reichenbachstraße
    Anfang: 15.09.2025 18:00 Uhr | Ort: München | 18:35 Uhr Rede BK Merz

    Sehr geehrte liebe Frau Salamander,
    sehr geehrter Herr Jakubowicz,
    sehr geehrter Herr Botschafter, lieber Ron Prosor,
    Frau Generalkonsulin, Frau Lador-Fresher,
    Herr Generalkonsul James Miller,
    Herr Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, lieber Josef Schuster,
    sehr verehrte liebe Frau Charlotte Knobloch,
    Herr Ministerpräsident, lieber Markus Söder,
    Frau Landtagspräsidentin, liebe Ilse Aigner,
    Herr Oberbürgermeister,
    meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Parlamenten, aus dem Deutschen Bundestag und aus dem Bayerischen Landtag,

    es war ein Freudenfest, als vor ziemlich genau 94 Jahren, am 5. September 1931, die Synagoge Reichenbachstraße eingeweiht wurde – zum ersten Mal eingeweiht wurde, wie nur wir Nachgeborenen es heute wissen.

    „[E]in feierliche[r] Akt,“ – das war in der Zeitung der Bayerischen Israelitischen Gemeinde zu lesen – „an dem die gesamte jüdische Gemeinde München ohne Unterschiede der Richtungen teilnahm.“

    Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir müssen annehmen, dass es gleichzeitig – trotzdem – ein Tag wachsender Sorgen und Furcht für die Feiernden war, dass sich die versammelte Festgemeinschaft untereinander gefragt hat, ob und wie lange Jüdinnen und Juden in Deutschland wohl noch sicher leben können. Denn schon wenige Tage später, am 12. September 1931, am Abend des jüdischen Neujahrsfestes, wird es am Berliner Kurfürstendamm schwere antisemitische Ausschreitungen geben, verübt von Hunderten von SA-Mitgliedern.

    Diese Ausschreitungen waren kein Einzelfall; Straßengewalt gegen Jüdinnen und Juden, Übergriffe auf jüdische Geschäfte häuften sich ab 1930. Der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft nahm zu.

    So bezeichnete „Das Jüdische Echo“ die Einweihung der Synagoge Reichenbachstraße 1931 als „Ausdruck eines jüdischen Lebenswillens und einer jüdischen Lebenskraft, die [sich] selbst unter widrigsten Verhältnissen […] die Bedingungen schafft, die das jüdische Leben braucht“.

    Sieben Jahre, sieben kurze Jahre, gab es dann jüdisches Leben, jüdischen Gottesdienst, jüdisches Gebet in dieser Synagoge – unter immer widrigeren Umständen –, bis 1938 die Synagoge von einem entfesselten Mob entweiht, geschändet, verwüstet wurde. Sie wurde nur deshalb nicht niedergebrannt, weil man Schäden an den umliegenden und, so hieß es, „nicht-jüdischen“ Häusern befürchtete.

    Wir wissen im Rückblick, dass die Novemberpogrome von 1938 nur der Auftakt für das Menschheitsverbrechen der Shoah waren, für den Versuch der systematischen, geradezu industrialisierten Auslöschung des jüdischen Volks, eine Tat, die so monströs, die so radikal böse ist, dass sie – um mit der großen deutsch-jüdischen Denkerin Hannah Arendt zu sprechen – einfach „nicht hätte passieren dürfen“ unter uns Menschen.

    Liebe Frau Salamander, Sie sind aufgewachsen als Tochter von Überlebenden der Shoah in einem – Sie haben es gerade in Ihrer Rede schon gesagt – Displaced Persons Camp bei München. Sie haben in einem Ihrer Bücher geschrieben, dass Sie als Kind immer wieder diese eine Frage stellten, „ob denn den Juden niemand geholfen habe“. Ohne ein Festhalten an der Hoffnung auf eine positive Antwort – so schreiben Sie weiter –, ohne ein Festhalten an der „naive[n] Hilfserwartung des Kindes“, „wären wir doch als Menschen verloren“.

    Auch heute noch müssen wir das Entsetzen darüber zulassen, dass die Allermeisten eben nicht geholfen haben. Denn nur so können wir beginnen zu verstehen, was es heißt, dass sich unmittelbar nach dem Krieg Jüdinnen und Juden, Überlebende, Kinder der Überlebenden, trotz allem entschieden haben, in Deutschland, in München, in anderen deutschen Städten und Gemeinden zu bleiben, dorthin zurückzukehren, sich gar dort wieder zu beheimaten: in dem Land, von dem die Shoah ausgegangen war.

    Wir sagen nun heute gern, das sei ein Wunder. Denn es sprengt unsere gewohnten Maßstäbe, dass das möglich war und ist: die Rückkehr jüdischen Lebens nach Deutschland. Aber natürlich war es kein Wunder, sondern es war das Ergebnis der Entscheidungen von Menschen jüdischer Abstammung, die ein „dennoch“ gesprochen haben, die nicht bereit waren, ihr Land, mehr noch aber, uns alle als Menschen verloren zu geben. Sie, liebe Frau Salamander, und Sie, Frau Knobloch, können davon erzählen, welchen Einsatz es gefordert hat, wieder Orte und Räume für jüdisches Leben in Deutschland zu schaffen.

    1945 schon wurde die Israelitische Kultusgemeinde in München wieder gegründet. 1947 ist diese Synagoge – wir haben es gehört – ein zweites Mal eingeweiht worden. Es war erneut eine Eröffnung unter widrigsten Bedingungen. In der jungen Bundesrepublik Deutschland beschwieg man den Nationalsozialismus und seine furchtbaren Verbrechen weitgehend. Es gab lange Jahre keine Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld. Schlimmer noch: Es gab wenig Empathie mit den Opfern, und es gab weiterhin Antisemitismus in vielen Köpfen.

    Heute, 94 Jahre nach der Ersteinweihung, können wir nun die dritte Eröffnung der Synagoge Reichenbachstraße feiern. Sie ist wiederum nur durch Einsatz und harte Arbeit möglich geworden, für die vor allem Ihnen, Frau Dr. Salamander, unser allergrößter Dank gebührt.

    Sie haben es gesagt: Die Synagoge Reichenbachstraße, wie wir sie heute wirklich bestaunen können – wiederhergestellt in ihrer ganz ursprünglichen Pracht, Schönheit und modernen Formensprache –, ist eine der ganz wenigen Synagogen im Bauhausstil, die es in Europa gibt. Sie ist ein wahres Kunstdenkmal.

    Sie ist jetzt schon ein Ort von kunsthistorischer Bedeutung, ein nationales Erbe, weil wir hier eben in Beziehung treten können mit dem Judentum in Deutschland vor der Zeit des Nationalsozialismus und damit übrigens auch mit dem jüdisch-christlichen Wurzelwerk des kulturellen Lebens in Deutschland und in ganz Europa. Das Bauhaus ist eben nicht denkbar ohne seine jüdischen Künstlerinnen und Künstler – wie überhaupt die deutsche, die europäische Kunst, Philosophie, Literatur, Musik mit ihrem ganzen Reichtum nicht denkbar ist ohne jüdische Traditionen, jüdisches Denken, jüdische Theologie. Auch insofern ist es für uns alle ein Anlass zur Freude und auch ein Anlass zu großer Zuversicht, heute hier versammelt zu sein und gemeinsam feststellen zu können: Diese neue alte Synagoge ist wieder, einmal mehr, Ausdruck jüdischer Lebenskraft in Deutschland.

    Gleichzeitig müssen wir uns der Tatsache stellen, dass Sie, dass die Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland, diesen Freudentag, die dritte Eröffnung der Synagoge, wieder unter widrigsten Bedingungen feiern müssen, unter neuen widrigsten Bedingungen. Polizistinnen und Polizisten stehen vor der Synagoge – wir alle haben sie passiert. Die Gottesdienste, die hier ab heute gefeiert werden, die Kulturveranstaltungen, sie werden ausnahmslos unter Polizeischutz stattfinden. Polizei steht deutschlandweit vor jüdischen Kindergärten, Schulen, Restaurants und Cafés. Antisemitismus war eben nie aus der Bundesrepublik verschwunden; das wissen viele von Ihnen aus bitterer Erfahrung.

    Daran erinnert uns übrigens auch die Gedenktafel, die wenige Meter von diesem Platz entfernt steht. Die Namen der fünf Männer und zwei Frauen stehen darauf, die 1970 bei dem Brandanschlag auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde ums Leben gekommen sind, das hier im Vorderhaus gelegen war. Zwei von ihnen waren Überlebende der Konzentrationslager. Sie, Frau Knobloch, kannten viele der Bewohnerinnen und Bewohner dieses Altenheims. Sie können von dem Entsetzen erzählen, das dieser Anschlag damals ausgelöst hat – nicht nur, aber auch und vor allem in den jüdischen Gemeinden.

    Seitdem, seit 1970, stehen jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland unter Polizeischutz. Das heißt, es gibt eine ganze Generation von Jüdinnen und Juden in Deutschland, die öffentliches jüdisches Leben nur so kennt: nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

    Und doch habe ich glauben wollen, haben viele in Deutschland glauben wollen, dass es vielleicht eines Tages besser wird. Und dann kam der 7. Oktober 2023, der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoah – eine gleichfalls monströse, eine barbarische Tat. Und – wir blicken immer noch mit Fassungslosigkeit darauf – auf manchen deutschen Straßen wurde gefeiert.

    Meine Damen und Herren, an diesem Tag ist endgültig unübersehbar geworden: Wir haben in Politik und Gesellschaft zu lange die Augen davor verschlossen, dass von den Menschen, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind, ein beachtlicher Teil ‑ ein Teil, aber ein beachtlicher Teil – in Herkunftsländern sozialisiert wurde, in denen Antisemitismus geradezu Staatsdoktrin ist, Israelhass schon den Kindern in den Schulen vermittelt wird.

    Wir erleben seit dem 7. Oktober – Sie erleben seitdem – eine neue Welle des Antisemitismus – im alten und in neuem Gewand; unverhohlen und dürftig versteckt; in Worten und in Taten; in den sozialen Medien, an den Universitäten, im öffentlichen Raum.

    Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr mich das beschämt – als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, aber auch als Deutscher; als Kind der Nachkriegsgeneration, das aufgewachsen ist mit dem „Nie wieder“ als Auftrag, als Pflicht, als Versprechen.

    Meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen im Namen der Bundesregierung sagen, dass wir alles tun werden, was in unserer Macht steht, damit Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland ohne Angst leben, feiern und studieren können, damit hier eine Generation jüdischer Kinder aufwachsen kann, die überall und jederzeit stolz von ihrem Judentum erzählen kann.

    Ich möchte in Richtung aller Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sagen: Es liegt an uns allen, wieder mehr denn je, dieses „Nie wieder“ als unser aller historische Pflicht mit Leben zu füllen.

    Vor allem möchte ich Ihnen, Frau Dr. Salamander, den Initiatorinnen und Initiatoren der „Initiative Synagoge Reichenbachstraße“ und überhaupt allen, die an der Restaurierung dieses Gotteshauses mitgewirkt haben, sagen: Ich danke Ihnen dafür, dass Sie sich unter den neuen widrigsten Bedingungen an die Arbeit gemacht haben und dass Sie ein Zeichen gesetzt haben für die jüdische Lebenskraft.

    Für Hannah Arendt realisiert sich die Freiheit, die wir Menschen als Menschen haben, in unserer Fähigkeit, jederzeit einen neuen Anfang machen zu können, die Initiative zu ergreifen, zu handeln, Neues in Bewegung zu setzen. Es ist ein großes Glück für die Bundesrepublik Deutschland und für die Stadt München, sehr geehrte Frau Dr. Salamander, dass Sie immer wieder die Initiative ergriffen haben, zuletzt für die Wiederherstellung dieser Synagoge. Sie haben einmal gesagt, Sie würden es als Ihre Aufgabe und die Aufgabe Ihrer Generation sehen, „der mit den Menschen vernichteten jüdischen Kultur ein neues Fundament zu legen“, das jüdische Geistesleben in Deutschland wieder zu beheimaten. Das ist Ihnen an diesem Ort in geradezu eindrucksvoller Weise gelungen.

    Ich wünsche mir sehr, dass die Synagoge Reichenbachstraße genau das wird: ein Ort der Heimat für jüdisches Leben, für jüdische Religiosität in Deutschland, der auf die ganze Bundesrepublik ausstrahlt. Ich wünsche mir sehr, dass die Synagoge Reichenbachstraße, dass alle Synagogen in Deutschland, dass jüdische Schulen und Kindergärten, dass jüdisches Leben insgesamt in Deutschland eines Tages wieder ohne Polizeischutz auskommen. Wir dürfen uns daran nicht gewöhnen, dass dies nun schon seit Jahrzehnten offenbar notwendig ist.

    Ich sage deshalb von dieser Stelle aus jeder Form des alten und des neuen Antisemitismus in Deutschland namens der gesamten Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland den Kampf an – politisch ohnehin, aber auch strafrechtlich und in jedweder gesetzgeberischen Form, die uns möglich ist und die notwendig sein sollte. Wir werden Antisemitismus auch im Gewand der vermeintlichen Freiheit der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft nicht dulden.

    Lassen Sie es mich abschließend so zum Ausdruck bringen: Wir schulden Ihnen – unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in ganz Deutschland und am heutigen Tag der Israelitischen Kultusgemeinde in München, und den Initiatoren und Mitwirkenden am Wiederaufbau der Synagoge Reichenbachstraße in ganz besonderer Weise – dieses Versprechen ganz einfach als Dank für das großartige Geschenk, das Sie uns allen heute hier in München mit der Wiedereröffnung dieses Gotteshauses machen.

    Herzlichen Dank!

    #Allemagne #histoire #nazis #racisme #antisemitisme #droit #shoa #holocauste

  • Unfashionable Revenge in Stanley Kubrick’s Aryan Papers
    https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17526272.2024.2360319#references-Section

    4.5.2023 by Joy McEntee

    Abstract

    Stanley Kubrick’s project on the Holocaust, Aryan Papers, was dear to his heart. He worked on it for a long time, but he could not, in the end, bring himself to complete the planned film. This article canvasses some of the reasons other scholars have supplied for this film remaining unmade, including the notion that the Holocaust is unrepresentable. However, it points to a novel explanation. I argue that Kubrick’s plot modifications, particularly to the conclusion, doomed the project. Specifically, Kubrick has a Jewish woman take revenge for war-time atrocities. Discussing revenge in relation to the Holocaust has until recently been as impious as representing the Holocaust itself. Jewish revenge was unfashionable in Holocaust films of all kinds when Kubrick was working on Aryan Papers in the early 1990s. Kubrick’s planned film was generically ahead of its times. The vengeful Jewish woman had to wait for Inglourious Basterds in 2009.
    Introduction

    Sue Vice and I are both asking why Aryan Papers, Stanley Kubrick’s long-gestated film about the Holocaust, remained unmade. Various reasons have been offered. Perhaps Kubrick, Jewish by descent, was too depressed by the material (Abrams Citation2023). Perhaps he anticipated overwhelming commercial competition from Steven Spielberg’s Schindler’s List (Citation1993, McEntee Citation2022, Abrams Citation2023: 362–363). After all, he abandoned his cherished Napoleon project when the market for Bonaparte films went cold after the failure of Waterloo (Citation1970). Perhaps it was because it was impossible to ‘scrub [Aryan Papers] clean of Jewishness’ or ‘dejudaize’ it in the same way he had done other productions (Weissman Citation2004: 12, Abrams Citation2018, Citation2023, O’Malley Citation2018). Perhaps the actress he selected to play his protagonist, Johanna Ter Steege, was not bankable in Hollywood like Meryl Streep of Sophie’s Choice (Citation1982) or Liam Neeson of Schindler’s List (McEntee Citation2022). Perhaps Kubrick’s failure to make Aryan Papers was the result of his own stultifying micromanagement towards the end of his career, and his growing indecision (Fenwick Citation2020, Citation2022). This variety in interpretation reveals that, because we are dealing with a film that remained unmade, and with its incomplete archival traces, all we can do is speculate.

    But is it possible Kubrick could not bring himself to make Aryan Papers because the Holocaust resists cinematic representation? Kubrick’s widow Christiane has been interviewed as saying:

    He was […] in a state of depression, because he realized it was an impossible film. It’s impossible to direct the Holocaust unless it’s a documentary. If you show the atrocities as they actually happened, it would entail the total destruction of the actors. Stanley said he could not instruct actors how to liquidate others and could not explain the motives for the killing. ‘I will die from this,’ he said, ‘and the actors will die, too, not to mention the audience.’ (Karpel Citation2005)

    That the Holocaust is impossible to represent is the tenor of many critical discussions of art in its wake (Langford Citation1999, Trezise Citation2001). Clearly, this is less a matter of what cannot be represented than what should not. It is not that representing the Holocaust isn’t possible or attempted, but the effort to do so is somehow in the most abominable of taste; it is blasphemous, obscene, and taboo. However, this sentiment was rather shop-worn when Kubrick worked on Aryan Papers in the early 1990s. As Kent Jones says, even by 1985, ‘Theodor Adorno’s exhaustively quoted 1949 statement “To write poetry after Auschwitz is barbaric” had been thoroughly decontextualized and reduced to an edict that a parent might deliver to a child’ (Jones Citation2010: 33).

    Nonetheless, the industrialized murder of millions of people is a catastrophe that beggars the imagination and the will to aestheticize. Certainly, there is a critical accord that the Holocaust exceeds the genericising tendencies of Hollywood. This is why Steven Spielberg’s melodramatic Schindler’s List is often compared unfavourably with Claude Lanzmann’s gruelling, genre-defying assemblage of testimonials in Shoah (Citation1985). As Miriam Bratu Hansen says, these two films are usually held to embody ‘two mutually exclusive paradigms of cinematically representing or not-representing the Holocaust’ (Hansen Citation1996: 294). Schindler’s List and Shoah have different foci: where Schindler’s List emphasizes survival, Lanzmann decided that his subject matter was death, the gas chambers from which no witnesses returned, and which were, therefore, unrepresentable (Jones Citation2010: 36). This is perverse, considering Lanzmann’s film contains witness statements from those who skirted the periphery of the gas chambers or even entered them. However, the horrors of the Holocaust, according to Lanzmann, absolutely should not be communicated (Citation2010: 49). Gillian Rose challenges such ‘Holocaust piety,’ including special pleading about its representation, in these terms:

    To argue for silence, prayer, the banishment equally of poetry and knowledge, in short, the witness of ‘ineffability’, that is, non-representability, is to mystify something we dare not understand, because we fear that it may be all too understandable, all too continuous with what we are—human, all too human. What is it that we do not want to understand? What is it that Holocaust piety in film and reviews once again protects us from understanding? (Citation1996: 43)

    What do we fear may be ‘too understandable,’ ‘too human,’ ‘too continuous’ with our lived contemporary experience? Instead of taking the line that the Holocaust is unrepresentable, I will open this special issue by speculating about another inhibition that prevented Kubrick from realizing Aryan Papers. His proposed plot modifications included centralizing a Jewish woman and allowing her to take violent revenge for war time atrocities. I suggest the complexities of vindicating, condemning, or withholding judgment on a Jewish woman’s revenge presented Kubrick a conundrum he could not solve. Kubrick’s plot ideas include a rape scene and several alternative endings with various permutations. In some endings, she dies. In some, she survives. I will focus here on this dithering about the ending, as it seems to bespeak a particularly knotty set of problems.

    I argue that Kubrick’s film remained unmade, not necessarily because Kubrick could not bring himself to represent the Holocaust, but because his film was ahead of its generic times. The generic moment for the Jewish woman’s revenge had to wait for Quentin Tarantino in 2009 and Inglourious Basterds (Citation2009). That film features the mass murder of Nazi perpetrators of atrocity by a vengeful Jewish woman. As Matthew Boswell points out, Tarantino even has the temerity to place the cinematic spectator in the position of a Nazi suffering at the hands of a brutally vengeful Jew (Boswell Citation2011: 175). Following Rose (Citation1996), Boswell (Citation2011) describes such works as Tarantino’s as representing ‘Holocaust impiety.’ This is the antithesis of ‘sentimental or sanctimonious approaches to the genocide’ (1). These pious attitudes are represented in different ways by Schindler’s List – with Spielberg tending to the sentimental – and Shoah – with Lanzmann tending to the sanctimonious in his paratextual remarks. Kubrick was not habitually either sentimental or sanctimonious. I doubt that fear of Holocaust impiety inhibited him, although its moment had not yet come when he was working on Aryan Papers in the early 1990s.
    Materials and methods

    The evidence that supports this paper comes from the Stanley Kubrick Archive at the University of the Arts, London, and the research was conducted in late 2021. Because I live in Australia, and because the Covid pandemic had closed international borders, I employed a proxy researcher, Dr. Cassie Brummitt, to go into the Archive on my behalf. We would meet via Zoom, go over the catalogue, and agree on a plan for each day’s exploration. Cassie would then consult the materials, take notes, transcribe passages, and report to me in writing and again via Zoom. I would interpret her notes and synthesize key insights. Cassie and I have described our methods more fully in James Fenwick and Kieran Foster’s forthcoming Studying the Unmade (McEntee and Brummitt CitationForthcoming). Briefly, Cassie adopted the role of a self-reflexive ‘archivist researcher,’ a concept she derives from Lynée Lewis Gaillet (Gaillet Citation2012: 50) in approaching the ‘skeletal, damaged, or […] non-existent’ archival traces that are left by an unfinished film (Fenwick Citation2021: 4).

    As both Cassie and I have a background in Adaptation Studies, we focussed on a detailed comparison of the novel and the draft screenplays. Adaptation studies and archival research are not necessarily compatible. James Fenwick asserts the currency of archival research and the ‘New Film History,’ and particularly ‘Women’s Film History’ (Fenwick CitationForthcoming, N. Pag.). However, Fenwick also draws attention to the limitations of novel-to-screenplay and screenplay-to-screenplay comparisons, on which the current article relies, as they fetishize the auteur at the expense of other film workers whose labour becomes submerged when a film fails to make it into production. This would appear to place the current trend in archival studies, at least as advocated by Fenwick, at odds with adaptation studies. However, I would seek to reassert the relevance of the kind of study I have undertaken in terms of Robert Stam’s observation that ‘adaptations … can take an activist stance toward their source novels,’ recontextualizing them ideologically (Stam Citation2000: 64). Kubrick takes an activist stance to the novel he was adapting, Louis Begley’s Wartime Lies (Citation2007), repositioning the main characters to centralize Tania and explore her agency: he remodelled gender relations in the drama, so the woman became the focal point. The apparent incompatibility of archival studies and adaptation studies is not a barrier, nor is conducting novel-to-screenplay and screenplay-to-screenplay comparisons redundant. Rather, bringing together these two methodologies – one relatively new, one relatively old – produces new insights. And it can help excavate the work of unsung film workers, like Johanna Ter Steege.
    Results
    Wartime Lies: plot outline

    Centring the woman, allowing her to take revenge and to die are all significant departures from the novel Kubrick was adapting, Louis Begley’s Wartime Lies. The focalizer is a young Jewish boy, Maciek. He begins the novel in the upper-middle-class household of his widower doctor father and unmarried Aunt Tania. Tania and Maciek are particularly close to Maciek’s grandfather (Tania’s father). As the war closes in, the family splits up and relocates. Tania and Maciek begin living under assumed names and flee to Warsaw. Their existence is one long series of lies and impostures as they seek to conceal their Jewish identity from informers. Tania and Maciek escape the train to Auschwitz thanks to Tania’s bravado and resourcefulness. Maciek and Tania make their way to a remote village named Piasowe where Tania gathers intelligence about other refugees in the hopes of finding Grandfather. She discovers that he has been betrayed and shot. She and Maciek flee. The novel’s end sees them settling into Cracow using Aryan papers. They continue to live under assumed names as Roman Catholics.
    Aryan Papers: script revisions

    Screenplay versions in the Archive reveal important things about how the film, and Tania’s role, were conceived and reworked during the drafting process. There are dramatic changes to the end of the story. In many documents, Kubrick suggests that the ending should be changed so that Tania kills Miska, the man who brags about Grandfather being killedFootnote1 as well as some village elders who are German sympathizers.Footnote2

    The text of one of the screenplay treatments is explicit about framing these murders as Tania’s taking revenge.

    Tania screamed when she saw her [father’s corpse], and she rushed to the wagon and threw her arms around him, sobbing.

     … 

    Jozef [a partisan] handed Tania his pistol.

    “Avenge yourself. Honour your father,” Jozef said.

    Tania wild-eyed, her mouth open, looked at the pistol, then took it from Jozef.

    “Have mercy … Oh please have mercy!”

    “Shoot them! Shoot the swine!!” Jozef said.

    Tania stared at the couple, filled with hate, seeming not to hear Jozef.

    “Oh, please … Dear God, save us … ”

    “Avenge your father. Shoot them!”

    Tania raised the pistol, aimed at the man, and fired.

    But she missed.

    Even on his knees, he was bobbing around too much.

    “I want to live. Oh, please, God help me. I want to live.”

    “So did all the innocent victims you and traitors like you helped to send to their death,” Jozef shouted.

    Tania started to tremble violently.Jozef walked over to her and said, “Come, Tania. Move closer … move closer.”

    He took her by the arm and moved her forward slowly until she was only about a yard away from the man and woman who continued to beg piteously.

    “Now, shoot them, in the head,” Jozef said, quietly.

    Tania aimed the pistol and shot the man in the head.

    His wife let out a horrible scream and Tania shot her, too.

    Afterwards, Jozef pinned the death warrant to the man’s shirt.Footnote3

    Kubrick also references a ‘Kaputt’ [sic] ending, which may refer to an ending that kills off all the major characters.Footnote4 Kubrick’s annotations indicate the potential problems with this finale: ‘If we use the Kaputt ending where Tania may be killed, you need the father to tidy up the ending.’Footnote5 Later draft treatments show another substantial change to the ending of the story.Footnote6 Some treatments entirely cut the Piasowe episode in favour of Tania and Maciek joining the partisans, which puts Tania in the thick of the fighting. According to Kubrick’s notes, ‘If T [Tania] joins the partisans, some partisan military action is called for.’Footnote7 An annotated draft treatment dated 12 June 1992 ends thus: ‘The Russian offensive has smashed German resistance, and Tania and Maciek are caught up in the cruel and vengeful fighting between the partisans and the retreating Germans. / Their long battle for survival ends when they are overrun by the advancing Russian army.’Footnote8 In other treatments, Nowak is recast as a German informant and tells Tania where to find Grandfather; Tania finds Grandfather alive, and Maciek survives a battle between the partisans and the Germans. The three survive at the end of the script.Footnote9

    All the proposed changes to the script, even in the early drafts, make Tania a much more active figure: whether that’s going to kill Miska (in the earliest drafts), or joining the partisans and killing the village elders. She essentially propels the action at the end of the film. She is resilient, resourceful, and powerful. In some annotations and drafts, he arms Tania, suggesting she kills Miska ‘with a knife’ and that ‘Komar gives Tania a gun when she goes out with the Bimber [bootleg vodkal] / Teaches her how to shoot it / Perhaps we see her use it.’Footnote10 One synopsis even suggests she kills Miska with a Baby Browning semi-automatic Komar has given her, not only emptying it into him but reloading the magazine to finish killing him.Footnote11

    Kubrick’s script revisions also do interesting things with the motivation for this revenge. In two early drafts, Nowak rapes Tania.Footnote12 But in later drafts, the rape scene is cut.Footnote13 In most drafts, Nowak does not rape Tania. In some, he merely flirts with her (as he does in the novel); in some, he does not. Rape revenge, then, is removed as a motivation as the script evolves.
    Discussion
    Revenge

    Revenge is a thorny subject. To take an impious attitude towards it, revenge is an all-too-human impulse out of which people are only schooled by the most elaborate enculturation towards the piety of forgiveness. Revenge is the justice of the marginalized. It is what is left to victim/survivors when the law is absent or fails them. Forgiveness is not always appropriate, and expectations that victim/survivors should forgive an atrocity as enormous as the Holocaust, or any part of it, ‘so [to dilute] the principle of forgiveness as to make its transaction trivial or empty’ (Lang Citation2005: 26). But advocating revenge is unfashionable. As Rosenbaum (Citation2013) says, ‘It’s difficult if not impossible to have honest conversations about revenge’ (12). He interrogates nice, ‘artificial’ (Citation2013: 12) distinctions between revenge and justice in contemporary ‘revenge-averse’ society (Citation2013: 19). He says, ‘Revenge is the one human instinct that dares not speak its name. The mere mention of it is widely regarded as undignified – barbarism at its most naked, one of those nasty impediments to civilization itself.’ (Citation2013: 32) If art after the Holocaust is considered barbarous, so is revenge.

    Focussing on the era he dubs the Post-Holocaust, Lang (Citation2005) writes in similar terms about the silence about revenge in relation to the Holocaust, which he says amounts to repression (19). Writing in 2005, Lang said that revenge and forgiveness should remain live issues in contemporary discussions of the Holocaust precisely because its enormity puts it beyond the pale of justice (17–18). This silence about revenge and the Holocaust has pertained until recently, even though retaliation for atrocities did occur, including by death camp inmates and partisans (Lang Citation2005, Rosenbaum Citation2013).

    But the willingness to confront Jewish revenge has evolved with the times and gone in and out of fashion. Indeed, it seems only to have been possible to talk about Jewish revenge for wartime atrocities in certain eras, with reluctance creeping in at others. As Rosenbaum says, at the end of World War II,

    Whether [death camp inmates’] lawless acts of retribution are examples of justice or revenge didn’t seem to matter much to anyone since no one—except Nazi guards […]—complained about it. Most people believed that these sporadic, improvised acts of vengeance were completely just and justified given the enormity of evil, and the scale of mass death, that the Nazis and their abettors had visited on Europe. (Citation2013: 17)

    But despite this, survivors testifying at trials sixty-five years later would find it to be seemly to be seeking justice, not revenge (Rosenbaum Citation2013: 17). In the world off-screen, revenge was outmoded in the 2010s. Indeed, in 2010 the Jewish holy books were revised and re-edited to redact the vengeful God of the Israelites (Rosenbaum Citation2013: 6). Only in the movies, says Rosenbaum, was revenge aired (Citation2013: 28).

    But not in all movies all the time. In 1985, Lanzmann finished Shoah, which in Sue Vice’s estimation, is about ‘destruction’ rather than ‘rescue or resistance’ (Citation2023: 1). This film allows the discussion of revenge only in an anti-Semitic outburst in front of the Chelmno church on Easter Sunday morning. A crowd member suggests a Rabbi attributed the genocide of Jews to Christ’s vengeance for the events surrounding the crucifixion. Shoah remains mute on Jewish revenge, however. That has to wait for a separate film made of Shoah outtakes, Sobibór, October 14, 1943, 4pm. (Citation2001). There, Yehuda Lerner testifies to the joy of revenge. It is telling that this film was not released until Citation2001, 16 years after Shoah. In another outtake, never released but available as part of Lanzmann’s online archive, Lanzmann interviews Abba Kovner, who masterminded the elaborate conspiracy of survivors who planned the mass poisoning of 6 million Germans in an act of Nakam, or revenge (Lang Citation2005, Porat and Yuval Citation2020, Porat Citation2023). However, in Sue Vice’s account, the interview did not centre on that extraordinary undertaking (Citation2023).

    However, while the revenge was being edited out of Jewish holy books, interest in Jewish revenge was growing Hollywood. Steven Spielberg’s Munich (adapted from George Jonas’ book Vengeance) came out in Citation2005, Defiance in Citation2008 and Inglourious Basterds in Citation2009. All feature Jewish revenge. Munich features a campaign of retaliatory assassinations carried out by former Mossad agents for the 1972 massacre of Olympic athletes by Black September terrorists. Defiance and Inglourious Basterds feature revenge for World War II atrocities associated with the Holocaust. A widespread interest in revenge in any era bespeaks perceived failings of the mechanisms of the law and justice of the State in that time or on that topic. Rosenbaum says

    there has been an inverse relationship between injustice under the law and the abundance of revenge novels, plays, and films that spring from the imagination of artists. If the legal system didn’t treat emotion as contraband, if it better appreciated the human need to feel avenged, vengeance wouldn’t have become such a staple of our common culture. Our revenge cravings become ravenous whenever justice is left undone. (Rosenbaum Citation2013: 29)

    As Lang says, Holocaust Justice has not yet been achieved and may never be achievable (Citation2005: 18). If revenge is ever understandable, it is in the circumstance where justice via the law is not available. It is a wonder there are not more movies about Jewish vengeance.

    Yet even in Hollywood action movies like Munich and Defiance, revenge is carefully hedged about. In the case of Munich, vengeful action is carefully gendered. Golda Meir (Lynn Cohen) gives a speech taking responsibility for the decision to go beyond civilized laws and seek revenge. Hers is the mens rea of the vengeful action. However, the actual assassinations are carried out by a team of men: Avner Kaufmann (Eric Bana) and his associates. Theirs is the actus reus. This is by contrast with Aryan Papers, where Tania takes vengeful action herself. In Defiance, the Jewish protagonist brothers, who lead an armed militia in the forests, have heated debates about revenge, which some say debases them to the level of animals. There is a squeamishness about owning revenge as a justifiable response, even in the absence of the law, the zone beyond the law, in wartime situations where people are making up all the laws for themselves. Piety surrounds not just the Holocaust but also revenge, at least as far as conventional Hollywood products are concerned. Defiance explores Jewish vengeance but repudiates it; Inglourious Basterds, by contrast, rejoices in a Jewish woman’s vengeance. These films may demonstrate a growing appetite for Jewish vengeance in the mid- to late-2000, but Kubrick was making Aryan Papers in 1992 and 1993. Only Genghis Cohn (Citation1993) dared to deal with revenge, and then through the ameliorating frame of comedy. There seems to have been a lack of appetite for the serious consideration of Holocaust revenge in the early 1990s, when Kubrick was making Aryan Papers.
    The ‘Holocaust genre’

    Regarding timing, something has to be said here about Kubrick’s relationship to ‘the Holocaust film’ as a genre. In 1999, Langford said the category was itself ‘scandalous’ and ‘problematic’ (23). However, Langford went on to acknowledge that Sophie’s Choice from Citation1982 and Schindler’s List from Citation1993 ‘[helped] trace out the parameters of a still nugatory new genre’ (Citation1999: 25). Kubrick’s relationship with generic filmmaking was unique. Elsaesser (Citation2020) characterizes him as making experimental ‘one-offs’ and ‘prototypes,’ films that anticipated future generic developments, as 2001: A Space Odyssey (Citation1968) set the agenda for science fiction films that came after it. Where his film could not be the defining film for an emergent genre, Kubrick lost interest. As Elsaesser says,

    Kubrick, who usually nursed his projects for up to twenty years, abandoned or set aside certain films because he sensed that they would have arrived after another prototype had become the defining blockbuster. This was the case with Brian Aldiss’ story ‘Super-Toys Last All Summer Long’ a.k.a. ‘Pinocchio’ and ‘Artificial Intelligence,’ which Kubrick put aside after the success of Star Wars, and the abandonment of ‘The Aryan Papers’ […], which would have been released after Spielberg’s Schindler’s List. […]. ‘Kubrick’s films,’ as one of his temporary collaborators put it, ‘seem to be out of time.’ (Elsaesser Citation2020: 34)

    And as Rauch’s (Citation2021) audience survey study demonstrates, Schindler’s List has become the film that defines ‘the Holocaust genre’ for young British moviegoers (110). This is partly because of a subsidized educational campaign that saw the film placed in every school in the UK (Hansen Citation1996: 294, Pearce Citation2017: 242). What Rauch’s young informants ‘expected’ of ‘the Holocaust genre’ is revealing. Their preconceptions were that such films would represent concentration camps and focus on Jewish inmates (Rauch Citation2021: 102). Films that Rauch’s interviewees identified as ‘different’ included Defiance (Rauch Citation2021: 102–103). Defiance is set in the forests and focuses on the armed resistance of a Jewish militia rather than focusing on the camps and passive suffering. Aryan Papers would, likewise, have been ‘different.’ As Gary Weissman has observed, a hierarchy of suffering has been established in Holocaust representation, with the gas chambers at once central and unrepresentable (Weissman Citation2004: 196–197), and all other aspects of the Holocaust ‘peripheral’, so that ‘some aspects of the Holocaust,’ such as the partisan experience or simply the experience of slipping under the radar, as Tania and Maciek do, become less ‘authentic, noteworthy or significant’ (Weissman Citation2004: 211). Thus, Kubrick’s film, which would have dealt with ‘peripheral’ matters, might have suffered in generic comparison with Shoah or Schindler’s List had it been realized.

    Because Kubrick worked proleptically, it is easier to compare Aryan Papers with films that would have come after it than with films that went before, but positioning it in relation to other films in the genre yields insights into how ground-breaking it would have been had it come out in 1993 or 1994. It would have been like Sophie’s Choice in that it was to have focused on a woman, but Aryan Papers would have been in advance of Sophie’s Choice in that it imagined her taking action, however morally equivocal, rather than passively suffering. It was to have been more like 2008’s Defiance than 1993’s Schindler’s List in that it was set in towns, farms and forests rather than labour – or death – camps, and the victim/survivors take up armed resistance. It anticipated 2009s Inglourious Basterds in figuring Jewish vengeance for wartime atrocities. Aryan Papers, then, would have been in advance of the generic times. Perhaps this is why it remained unmade.

    Rauch’s informants expected Holocaust films ‘to create sympathy for the victims’ (Citation2021: 104). Aryan Papers would have featured the problem of creating sympathy for the avenger, who may, in some readings, become the monster. It is not that Kubrick was incapable of creating sympathy for monsters. After all, he had done it with Alex De Large in A Clockwork Orange (Citation1971). However, Tania’s revenge is not straightforward. As it is unlikely that the final script would have settled on rape revenge, Tania would not have been avenging herself. Rather, she would have been avenging another, a true victim. She would have been a proxy avenger. And then, too, it is revenge against collaborators rather than directly against Nazis. It is against criminals of a lesser order, if you like: mere traitors rather than monsters. Yet everything about the casting and costuming of Johanna Ter Steege that can be gleaned from the Archive indicates that Kubrick sought to generate sympathy for her (McEntee Citation2022). However, the dithering with the end of the script that becomes apparent in the Archival traces indicates some indecision, some excess that would not be contained about the figure of the vengeful Jewess.
    Death or survival?

    Death, of course, is one way to contain excess. In the ‘kaput’ ending, Kubrick kills Tania off. It is possible that Kubrick could imagine generating sympathy for Tania’s revenge but could not imagine her getting away with it. The ‘kaput’ ending has a certain symmetry to it. Tania, having taken revenge, would have to be duly punished and expelled from the scene. This is certainly the ending Tarantino imagined for Shoshana Dreyfuss (Mélanie Laurent) in Inglourious Basterds. Her revenge is richly earned, and Tarantino even revels in it, but she is still punished for it. Then, too, killing your protagonist is a sure way to shock an audience out of their complacency.

    Like Schindler’s List, the alternative endings to Aryan Papers that see Tania survive – and in one case even escape to Israel (Abrams Citation2023: 354) – give the lie to the fact that vast numbers of Jews caught up in the chaos of occupied Europe died. This is why Shoah, while narrated by survivors, never tells their tales of how they survived. That is left to the later outtakes, including Sobibór, October 14, 1943, 4pm. But as Gary Weissman points out, Lanzmann is dissatisfied with closing that film with Yehuda Lerner’s tale of escape. He immediately turns to an account of how the gas chambers were demolished, the convoys stopped, and the extermination ended (Weissman Citation2020: 181–182). Lanzmann moves the tale beyond ‘individual survival’ (Weissman Citation2020: 182), and draws back to bring the whole of the death camp into the frame. Lanzmann is interested in individual stories only insofar as they illustrate the general story of the destruction of European Jews.
    Incommensurability and revenge: the problem of scale

    By contrast with Lanzmann’s tendency to move the tale beyond individual survival, Tania and Maciek in Aryan Papers are individualized, and not necessarily representative. Tania’s revenge is similarly individualized. There is a big problem with individualized revenge: it is inadequate in the face of atrocity on the scale of the Holocaust. That takes a scheme on the scale of Abba Kovner’s Nakam. Revenge such as Tania’s cannot touch the larger problem of the industrialization of genocide. But how much can a 2-hour entertainment, as Aryan Papers was planned to be (Abrams Citation2023: 350), or a 3-hour entertainment, as Schindler’s List is, address mass suffering, let alone systematic redress? Lanzmann took 9.5 hours to address the suffering without considering redress. While he does everything possible to reveal the horrors of the Holocaust without actually showing the gas chambers in operation, Lanzmann’s 1985 Shoah is silent on the subject of successful resistance, and Jewish vengeance is considered only in outtakes, deliberately left on the cutting room floor in Citation1985 (though revived later, when the times were right).
    Authorizing Aryan papers

    About Schindler’s List, Claude Lanzmann said, ‘There is no reflection, no thought, about what is the Holocaust and no thought about what is cinema, because if [Spielberg] would have thought, he would not have made it – or he would have made Shoah’ (Lanzmann in Sklar Citation1994: 1). This is a statement of breath-taking egotism, in which Lanzmann stakes his claim as the only authorized representative of the Holocaust and Shoah as the only possible representation. And subsequent critics have abetted this egocentric manoeuvre, elevating Shoah to the sine qua non of Holocaust films. I do not wish to argue with this manoeuvre except to point out that it suggests that it is not so much the case that the Holocaust is unrepresentable as that there are only certain licensed, authorized representations, preferably those that approach as nearly as possible the harrowing nature of the events Holocaust victims went through themselves. Gary Weissman points out that this is an impossibility precisely because, far from being unrepresentable, the Holocaust is

    only representable. We can watch a Holocaust movie, visit a Holocaust museum or memorial site, or read a Holocaust book, but we cannot experience or witness the reality of the Holocaust itself; and the more conscious we are of differences between the past reality and its representation, the more elusive the Holocaust seems to be. (Weissman Citation2004: 209. Emphasis in the original)

    Putting Shoah on a pedestal has consequences. Shoah is not for everyone. Specifically, it is not for mass audiences. Weissman asks a series of questions about what can make the Holocaust as a subject more approachable, particularly for a group he dubs the ‘nonwitnesses’ – those second and third-generation descendants of survivors and those sympathizers not related at all:

    When representing the Holocaust, how much horror can be shown without repelling viewers? How much horror can be described without alienating readers? How horrific and bleak can the story be without turning audiences away? How Jewish can a depiction of the Holocaust be without losing the patronage of an overwhelmingly non-Jewish audience? These questions are not easily answered. (Weissman Citation2004: 10–11)

    In doing so, he interrogates the kind of snobbery that underlies Lanzmann’s totalizing claim to the space of Holocaust representation: ‘Nonwitnesses can be drawn to whatever makes the Holocaust accessible for a mass audience, even if this means finding fulfilment in the “wrong” kind of Holocaust representation’ (Weissman Citation2004: 148). For all that Kubrick might not have shared Spielberg’s sentimentality, it seems clear that Aryan Papers would have resembled Schindler’s List as a Hollywood fiction film more than it resembled Shoah. It would have been a ‘wrong’ kind of Holocaust film relative to Shoah. But does this make it a ‘wrong’ film tout court? Or just a film out of its time? The evolution, or devolution, of Holocaust films towards Inglourious Basterds suggests that Aryan Papers was just a film out of its time.
    Conclusion

    James Fenwick cites Kubrick’s growing indecision, rather than Hollywood’s practice of reducing risk by avoiding fashionable genres, as being responsible for Aryan Papers remaining unmade (Fenwick Citation2020, Citation2022). There is, indeed, substantial evidence in the Archive that Kubrick dithered over the production location and production company for Aryan Papers (Fenwick Citation2020). However, while there is evidence in the script revisions that he dithered about the ending of the film, the treatments evolved consistently in ways that imagined a Jewish woman’s active revenge. Such revenge, as is the way of all revenge, was impossible either to vindicate or deny. Nor was there a mainstream market appetite, in the early 1990s, for the serious consideration of Jewish vengeance. This suggests that it was not Kubrick’s indecision alone that doomed the film, but the ‘industrial logic of Hollywood,’ including its ‘fear of [commercial] failure’ (Fenwick Citation2022). Jewish vengeance was to wait for 2001, Sobibór, October 14, 1943, 4pm, and ultimately for 2009, with Inglourious Basterds, a work of ‘Holocaust impiety’ that imagined a Jewish woman’s revenge writ large. In the early 1990s, piety, shame or denial surrounded Jewish revenge, particularly enacted by a woman, making it unrepresentable.

    Cinema’s reticence only imitates the tendencies of Holocaust historiography. As Lang attested in 2005, the subject of Jewish vengeance for the Holocaust was then only beginning to be discussed in historical scholarship. A full account of Abba Kovner’s Nakam was to wait for Dina Porat in the 2020s (Porat and Yuval Citation2020, Porat Citation2023). I can understand the reluctance to confront this aspect of the Holocaust experience. Revenge of any kind raises uncomfortable questions. To return to Gillian Rose’s question about the plea for silence about the Holocaust, ‘What is it that we do not want to understand? What is it that Holocaust piety […] protects us from understanding?’ (Citation1996: 43). I submit that the confrontation that is withheld by the failure to realize Aryan Papers is the confrontation with Jewish revenge as an ‘all too human’ response to the Holocaust. A less pious approach to all aspects of the Holocaust, including vengeful impulses, might yield a truer picture. It is time to have an honest conversation about revenge. The need has never been more urgent.
    Acknowledgements

    I would like to acknowledge the invaluable contribution Dr. Cassie Brummitt made to this article in conducting research with the raw archival data, and Professor Sue Vice for her wise counsel.
    Disclosure statement

    No potential conflict of interest was reported by the author(s).

    Additional information
    Funding
    This work was supported by School of Humanities Research Committee, University of Adelaide.
    Notes on contributors
    Joy McEntee

    Dr. Joy McEntee SFHEA is an Adjunct Senior Lecturer in the Department of English, Creative Writing, and Film at the University of Adelaide. Her work focuses on American film, especially Stanley Kubrick, and adaptation. She is currently writing a monograph on women in Kubrick’s cinema and an edited collection on Kubrick and race, both for Liverpool University Press.
    Notes

    1 Notably SK/18/2/1/4 ‘WL Notes Book 1.

    2 War T Lies SK Box 3; Three script treatments are identical and dated 11-14-92 (14th November 1992), pp. 119–129.

    3 War T Lies SK Box 3; Three script treatments are identical and dated 11-14-92 (14th November 1992), pp. 127–129.

    4 This is first mentioned in SK/18/2/1/5 Synopsis and then seen in SK/18/2/1/6 Annotated ‘Draft’ Treatment with Archive Newsreel use noted.

    5 SK/18/2/1/5 (alt ref SK/18/2/1/3) Synopsis -16 May 1992.

    6 See SK/18/2/1/7 Annotated Draft Treatment and all subsequent treatments.

    7 SK/18/2/1/4 (alt ref SK/18/2/1/2) WL Notes Book 1 - PDF – 26 Jul – 12 Oct 1991.

    8 SK/18/2/1/6 Annotated ‘Draft’ Treatment with Archive Newsreel use noted – 12 June 1992 p. 125.

    9 SK/18/2/1/7 (alt ref SK/18/2/1/4) Annotated Draft Treatment -– May-Jun 1992.

    10 SK/18/2/1/4 (alt ref SK/18/2/1/2) WL Notes Book 1 - PDF – 26 Jul – 12 October 1991.

    11 SK/18/2/1/5 (alt ref SK/18/2/1/3) Synopsis – 16 May 1992, p. 12.

    12 SK/18/2/1/7 Annotated Draft Treatment and SK/18/2/1/8 Partially Annotated Draft Treatment.

    13 SK/18/2/1/10 onwards, Arian Papers’ treatment with scene list and shooting plan.

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    PDF : https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1080/17526272.2024.2360319

    #cinéma #histoire #holocauste #shoa

  • Archive Fever: Stanley Kubrick and “The Aryan Papers”
    https://www.newyorker.com/culture/richard-brody/archive-fever-stanley-kubrick-and-the-aryan-papers

    24.3.2011 by Richard Brody - It could be that what makes Internet trawling so irresistible is the way its unexpected tributaries mimic the processes of thought itself. I was all prepared to write a little post about an exhibit, at the Cinémathèque Française, of materials from Stanley Kubrick’s vast archives—and, in particular, about a description of those holdings, their history, and their current state of availability (at the University of the Arts, in London), by Dorian Chotard, in Libération. I was going to write that, although, in my own research, I have been very fortunate to be able to consult some of the great cinema archives, I find the trend toward the historicization of the cinema through library and museum collections and the studies they foster to be equivocal at best. On the one hand, contemporary filmmakers are often inspired by their understanding of classic films; on the other, the inspiration of new films by classic films instead of by life often leads to sterile work, and, for critics, the excess devotion to classic cinema often obstructs the appreciation of what’s new.

    But, one link leading to another, here’s what I came up with: it turns out that Stanley Kubrick had planned, in 1993, to make a film, “The Aryan Papers,” about the Holocaust—an adaptation of Louis Begley’s first novel, “Wartime Lies.” One dévoté has compiled a superb online dossier relating to the project, and its byways are utterly fascinating. First, there is a documentary “Unfolding the Aryan Papers,” by Jane and Louise Wilson, about Kubrick’s unmade film. Second, there’s an extraordinary story about the Dutch actress Johanna Ter Steege, who was to be its star. Geoffrey Macnab tells it well in the Independent:

    Back in Holland, Ter Steege waited patiently. She was told that production would begin in three or four months’ time. Nothing happened. Harlan called her regularly, telling her that shooting was postponed but not to worry. She didn’t take other jobs. Then, after seven months, she was informed that Kubrick had decided not to make the film. News had filtered through of Steven Spielberg’s plans for Schindler’s List. Kubrick and the top brass at Warner Brothers were worried that The Aryan Papers would suffer commercially if it appeared after Spielberg’s movie. It was widely accepted that the box office for his earlier Vietnam war-themed feature Full Metal Jacket had been affected by appearing after Oliver Stone’s Platoon. Kubrick didn’t want to suffer the same experience twice. The audience, he feared, wouldn’t countenance two Holocaust films at the same time.

    In Haaretz, A. J. Goldmann wrote of Kubrick’s longstanding desire to make a film about the Holocaust, and cited Kubrick’s brother-in-law and producer, Jan Harlan (from the book “Stanley Kubrick Archives”) about Kubrick’s attempt, in 1976, to recruit Isaac Bashevis Singer to write the script:

    Singer, who—unlike many of his friends—was not a Holocaust survivor, declined, saying, “I don’t know the first thing” about the Holocaust.

    Goldmann also cites Kubrick’s response to the film by Steven Spielberg that put “The Aryan Papers” out of commission:

    Frederic Raphael, who co-authored the screenplay for “Eyes Wide Shut,” recalls Kubrick questioning whether a film could truly represent the Holocaust in its entirety. After Raphael mentioned “Schindler’s List,” Kubrick replied: “Think that’s about the Holocaust? That was about success, wasn’t it? The Holocaust is about six million people who get killed. `Schindler’s List’ is about 600 who don’t. Anything else?”

    So—returning to the thought that launched these extraordinary byways—what I most value in directors’ archives is the virtual realization of the films that directors didn’t make, which, Jean-Luc Godard has said, are often as important as the ones they actually made.

    Photograph: A test photo of Johanna Ter Steege for “The Aryan Papers.”

    #cinéma #holocauste #shoa

  • Stanley Kubrick - Aryan Papers
    https://en.wikipedia.org/wiki/Stanley_Kubrick's_unrealized_projects#Aryan_Papers

    In 1976, Kubrick sought out a film idea that concerned the Holocaust and tried to persuade Isaac Bashevis Singer to contribute an original screenplay. Kubrick requested a “dramatic structure that compressed the complex and vast information into the story of an individual who represented the essence of this man-made hell.” However, Singer declined, explaining to Kubrick, “I don’t know the first thing about the Holocaust.”

    In the early 1990s, Kubrick nearly entered the production stage of a film adaptation of Louis Begley’s Wartime Lies, the story of a boy and his aunt as they are in hiding from the Nazi regime during the Holocaust—the first-draft screenplay, entitled Aryan Papers, was penned by Kubrick himself. Full Metal Jacket co-screenwriter Michael Herr reports that Kubrick had considered casting Julia Roberts or Uma Thurman as the aunt; eventually, Johanna ter Steege was cast as the aunt and Joseph Mazzello as the young boy. Kubrick traveled to the Czech city of Brno, as it was envisaged as a possible filming location for the scenes of Warsaw during wartime, and cinematographer Elemér Ragályi was selected by Kubrick to be the director of photography.

    Kubrick’s work on Aryan Papers eventually ceased in 1995, as the director was influenced by the 1993 release of Spielberg’s Holocaust-themed film Schindler’s List. According to Kubrick’s wife Christiane, an additional factor in Kubrick’s decision was the increasingly depressing nature of the subject as experienced by the director. Kubrick eventually concluded that an accurate Holocaust film was beyond the capacity of cinema and returned his attention to the A.I. Artificial Intelligence film project.

    In 2005, William Monahan was hired to adapt Wartime Lies for Warner Independent Pictures in co-operation with John Wells Productions.

    In 2009, Kubrick’s brother-in-law Jan Harlan announced his desire to produce the film and hire Ang Lee or Roman Polanski to direct.
    In 2020, it was reported that Luca Guadagnino hoped to direct the film, and that he had examined Kubrick’s papers on the project, held at the Stanley Kubrick Archive at University of the Arts London.

    #cinéma #holocauste #shoa

  • À Gaza, 96 % des enfants ressentent une mort imminente, et près de la moitié souhaitent mourir
    https://french.presstv.ir/Detail/2024/12/12/738945/%C3%80-Gaza-la-moiti%C3%A9-des-enfants-veulent-mourir

    L’enquête, dont les résultats ont été publiés mercredi, a été réalisée par une ONG basée à Gaza et sponsorisée par l’organisation caritative War Child Alliance, basée à Londres.

    L’enquête a révélé que jusqu’à 96 % des enfants du territoire estimaient que leur mort était imminente et que 49 % souhaitaient réellement mourir.

    L’évaluation a également révélé que 92 % des mineurs « n’acceptaient pas la réalité », 79 % souffraient de cauchemars et 73 % présentaient des symptômes d’agressivité.

    Réalisée en juin, l’enquête a interrogé les parents ou les tuteurs de 504 enfants issus de familles où au moins un enfant était handicapé, blessé ou non accompagné.

  • J’ai découvert une BD sur la division Charlemagne. Vous savez, ces engagés français du côté nazi qui ont eu carrément droit à une division SS rien qu’a eux. Certains fuyaient la pendaison parce que les alliés cavalaient vers Berlin, d’autres la répression ou l’exécution sommaire.
    Et donc on les retrouve à Berlin, après avoir passé un petit temps sur le front polonais.
    Et franchement, c’est instructif. C’est écrit sans trop d’idéologie, juste ce qu’il faut d’authentique, et c’est très renseigné.

    B.D. : Berlin sera notre tombeau

    https://editionspaquet.com/shop/9782889324163-berlin-sera-notre-tombeau-integrale-1185#attr=5765,576

    Et donc pourquoi lire ça aujourd’hui ? Perso, ça me semble fini le cordon de sécurité face à l’extrême droite qui s’est imposé pendant 70 ans. Je crois même que ce mode de ségrégation des débats a fait du mal et ne nous a pas aidé à nous préparer à ce qui nous tombe dessus aujourd’hui. Pour lutter contre toutes les formes et tous les élans droitiers qui nous bousculent tous les jours, si on peut glaner des éléments dans ces bribes du passé, ça pourrait nous armer mentalement. Mieux vaut savoir détecter plutôt qu’être surpris.

    #WW2 #nazi #berlin #francais #histoire #collabo

    • épuisé, € 103,00 d’occasion, #bof il nous faudrait une bd sur les membres de la 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1) https://fr.m.wikipedia.org/wiki/14e_division_SS_(galicienne_no_1) et les trawniki ukrainiens.

      Demjanjuk-Prozess - « Ukrainische Wachmänner waren schlimmer als die SS »
      https://www.spiegel.de/panorama/justiz/demjanjuk-prozess-ukrainische-wachmaenner-waren-schlimmer-als-die-ss-a-66874

      La brigade Charlemagne n’était qu’un phénomène éphémère. La collaboration des services secrets ouest-allemands avec les travniki et banderistes par contre n’a jamais cessé et trouve son expression actuelle dans le soutien inconditionnel des forces ukrainiennes par l’Allemagne.

      Évidemment l’armée ukrainienne n’est pas une organisation plus fasciste que n’importe quelle armée du monde. C’est plutôt une question allemande et états-unienne qui tourne autour du positionnement de l’Allemagne contre la Russie depuis la guerre qu’on appelle la première guerre mondiale

      Du côté francais il faudrait travailler sur les ex-SS allemands qui ont rejoint la légion étrangère. L’armée francaise employait ces vieux messieurs jusqu’au départ du contingent tricolore de Berlin en 1990 ou 1991. Il n’est pas exclus qu’il y a là un lien avec la division SS Charlemagne mais je n’en sais rien.

      Alors j’attends la bd antifasciste qui raconte la vie de John Demjanjuk et des trawniki ukrainiens. Elle serait forcément d’une grande actualité.

      #nazis #Ukraine #Bandera #Allemagne #holocauste

  • #Shtetl

    Juif polonais ayant survécu à l’#Holocauste, le réalisateur accompagne son ami Nathan sur la trace de sa famille, originaire de #Bransk, petite ville de #Pologne. Ils vont rencontrer Zbyszek Romaniuk, jeune Polonais féru d’histoire locale, avec qui, depuis un certain temps, Nathan est en relation épistolaire. Tous trois, en interrogeant les lieux et des témoins, tentent de retrouver les empreintes du passé juif de Bransk. Le shtetl a disparu quand 2 500 juifs furent déportés à Tréblinka... Plus tard, Zbyszek se rend aux États-Unis dans des familles juives originaires de Bransk. Mais quand ses recherches le conduisent en Israël, il se heurte à de jeunes étudiants, qui lui reprochent l’#antisémitisme polonais. De retour en Pologne, il sera au contraire critiqué et menacé à cause de son intérêt pour l’histoire juive de Bransk. Devenu maire-adjoint de la petite ville, il finira par occulter cet aspect du passé.

    http://www.film-documentaire.fr/4DACTION/w_fiche_film/7160_0
    #traces #histoire #mémoire #film #film_documentaire #documentaire

  • La plainte de l’#Afrique_du_Sud contre #Israël

    "La plainte déposée par l’Afrique du Sud contre l’#Etat d’Israël ne l’accuse pas de #génocide, mais de laisser des éléments de ses forces de sécurité le pratiquer. Elle se fonde sur les intentions énoncées par certains responsables politiques et militaires, sur l’observation des pratiques israéliennes depuis 75 ans vis-à-vis de l’ensemble du #peuple_palestinien et enfin sur la manière dont il se comporte aujourd’hui à #Gaza. (...)

    #politique #international #géopolitique #monde #propagande #fascisme #sioniste #extermination #holocauste #Palestine #seenthis #vangauguin

    https://www.voltairenet.org/article220263.html

  • Enzo Traverso : la guerre à Gaza « brouille la mémoire de l’Holocauste » | Mediapart
    https://www.mediapart.fr/journal/international/051123/enzo-traverso-la-guerre-gaza-brouille-la-memoire-de-l-holocauste

    une guerre génocidaire menée au nom de la mémoire de l’Holocauste ne peut qu’offenser et discréditer cette mémoire, avec le résultat de légitimer l’#antisémitisme. Si on n’arrive pas à stopper cette campagne, plus personne ne pourra parler de l’#Holocauste sans susciter la méfiance et l’incrédulité ; beaucoup finiront par croire que l’Holocauste est un mythe inventé pour défendre les intérêts d’#Israël et de l’#Occident. La mémoire de la Shoah comme « religion civile » des droits humains, de l’#antiracisme et de la démocratie, serait réduite à néant. Cette mémoire a servi de paradigme pour construire le souvenir d’autres violences de masse, des dictatures militaires en Amérique latine à l’Holodomor en Ukraine, jusqu’au génocide des Tutsis au Rwanda… Si cette mémoire s’identifie à l’étoile de David portée par une armée qui accomplit un #génocide à #Gaza, cela aurait des conséquences dévastatrices. Tous nos repères seraient brouillés, tant sur le plan épistémologique que sur le plan politique.
    On entrerait dans un monde où tout s’équivaut et où les mots n’ont plus aucune valeur. Toute une série de repères constitutifs de notre conscience morale et politique – la distinction entre le bien et le mal, la défense et l’offense, l’oppresseur et l’opprimé, l’exécuteur et la victime – risqueraient d’être sérieusement abîmés. Notre conception de la démocratie, qui n’est pas seulement un système de lois et un dispositif institutionnel mais aussi une culture, une mémoire et un ensemble d’expériences, en sortirait affaiblie. L’antisémitisme, historiquement en déclin, connaîtrait une remontée spectaculaire.

    • Engagés, après l’émancipation, dans la sécularisation du monde moderne, les #juifs se sont retrouvés, au tournant du XXe siècle, dans une situation paradoxale : d’une part, ils s’éloignaient progressivement de la religion, en épousant avec enthousiasme les idées héritées des Lumières ; de l’autre, ils étaient confrontés à l’hostilité d’un environnement antisémite. C’est ainsi qu’ils sont devenus un foyer de #cosmopolitisme, d’universalisme et d’#internationalisme. Ils adhéraient à tous les courants d’avant-garde et incarnaient la pensée critique. Dans mon livre, je fais de Trotski, révolutionnaire russe qui vécut la plupart de sa vie en exil, la figure emblématique de cette judéité diasporique, anticonformiste et opposée au pouvoir.

      Le paysage change après la Seconde Guerre mondiale, après l’Holocauste et la naissance d’Israël. Certes, le cosmopolitisme et la pensée critique ne disparaissent pas, ils demeurent des traits de la judéité. Pendant la deuxième moitié du XXe siècle, cependant, un autre paradigme juif s’impose, dont la figure emblématique est celle de Henry Kissinger : un juif allemand exilé aux États-Unis qui devient le principal stratège de l’impérialisme américain.
      Avec #Israël, le peuple qui était par définition cosmopolite, diasporique et universaliste est devenu la source de l’État le plus ethnocentrique et territorial que l’on puisse imaginer. Un État qui s’est bâti au fil des guerres contre ses voisins, en se concevant comme un État juif exclusif – c’est inscrit depuis 2018 dans sa Loi fondamentale – et qui planifie l’élargissement de son territoire aux dépens des Palestiniens. Je vois là une mutation historique majeure, qui indique deux pôles antinomiques de la judéité moderne. La guerre à #Gaza confirme que le nationalisme le plus étriqué, xénophobe et raciste, dirige aujourd’hui le gouvernement israélien.

    • Certes, le 7 octobre a été un massacre épouvantable, mais le qualifier de plus grand pogrom de l’histoire après l’Holocauste signifie suggérer une continuité entre les deux. Cela induit une interprétation assez simple : ce qui s’est passé le 7 octobre n’est pas l’expression d’une haine engendrée par des décennies de violences systématiques et de spoliations subies par les Palestiniens […]

    • Pour éviter de croire qu’une certaine façon d’opposer « deux » « devoirs de mémoire » dits « antagonistes » serait légitime, on songera simplement aux réflexions de Frantz Fanon à propos des similitudes (incluant certes des mécanismes différents) entre le racisme colonial et l’antisémitisme modernes. Il écrit, dans le chapitre 4 de Peau noire masques blancs : « L’antisémitisme me touche en pleine chair, je m’émeus, une contestation effroyable m’anémie, on me refuse la possibilité d’être homme. Je ne puis me désolidariser du sort réservé à mon frère. Chacun de mes actes engage l’homme. Chacune de mes réticences chacune de mes lâchetés manifeste l’homme ». Et Fanon évoque alors, dans la foulée, la « culpabilité métaphysique » de Jaspers, l’allemand. Culpabilité qui évoque à la fois celle de celui qui porte une « identité » de colon, et celle de celui qui porte une « identité nationale » qui a soutenu le « projet » d’extermination des juifs : « Il existe entre les hommes, du fait qu’ils sont des hommes, une solidarité en vertu de laquelle chacun se trouve co-responsable de toute injustice et de tout mal commis dans le monde, et en particulier de crimes commis en sa présence, ou sans qu’il les ignore. Si je n’ai pas risqué ma vie pour empêcher l’assassinat d’autres hommes, si je me suis tenu coi, je me sens coupable en un sens qui ne peut être compris de façon adéquate ni juridiquement, ni politiquement, ni moralement… Que je vive encore après que de telles choses se soient passées pèse sur moi comme une culpabilité inexpiable ». (Jaspers, La culpabilité allemande,)

      Avec ces remarques de Fanon, un homme ayant lutté contre le racisme colonial, on comprend à nouveau, aujourd’hui, que les « devoirs de mémoire » tendent à ne plus être mutuellement exclusifs : au contraire, occulter l’un, c’est mutiler l’autre, et toutes les victimes de ces génocides, finalement, subissent la même occultation désastreuse. Avec ces remarques, les manières dont les idéologies racistes, antisémites, ou identitaires européennes instrumentalisent les conflits au Moyen-Orient pour traiter de sujets « nationaux » « européens », tendent à perdre toute légitimité. Et les situations conflictuelles peuvent apparaître à nouveau dans leurs dimensions structurelles, complexes, mais aussi spécifiques.

      Par-delà sionisme et antisionisme. Pour une critique globale de l’idéologie nationale-étatique moderne.❞

      http://benoitbohybunel.over-blog.com/2016/12/israel-palestine-penser-une-critique-globale-de-l-ideolog

    • sous la plume de l’historien Enzo Traverso dans La Fin de la modernité juive[16]. On est étonné, en effet, de se retrouver face à certains raccourcis politiques hâtifs qui, s’ils ne s’abaissent pas au niveau des thèses de Bouteldja, encouragent néanmoins une relativisation de l’antisémitisme contemporain. On peut suivre Traverso dans son argumentation générale. La modernité juive, portée par les composantes progressistes des juifs européens, reposait en partie sur la situation sociale et/ou politique précaire de ces derniers, qui tendait à les rapprocher des idéaux avant-gardistes, anti-nationalistes et communistes. La situation d’un grand nombre de juifs européens aujourd’hui qui en font, pour ce qui est de la France, l’une des populations minoritaires les plus socialement acceptées, porte certains d’entre eux à des alliances bien plus marquées à droite. Mis à part la nos­talgie parfois quelque peu essentialisante pour la bonne vieille « modernité juive », la dimension problématique de l’ouvrage apparaît quand Traverso avance la thèse selon laquelle l’antisémitisme aurait été remplacé en Europe par l’islamophobie. Il semblerait que cette thèse soit à prendre dans des termes fonctionnels. L’islamophobie occuperait aujourd’hui la fonction jadis remplie par l’anti­sémitisme. Paradoxalement, cette tentative d’his­toriciser les racismes, en les concevant en termes de vases communicants — l’un baisse, l’autre prend le relais —, produit en fait une conception anhistorique. Tout se passe comme si l’islamophobie pouvait faire ce que fit l’antisémitisme au XIXe et XXe siècles, à savoir contribuer à la formation sanglante des États-nations européens. Mais le racisme n’est pas une matrice vide et indéterminée, qui resterait en quelque sorte indifférente à qui y fait quoi. Bien entendu, le racisme se polarise aujourd’hui autour d’un rejet de la présence même des minoritaires liés à l’immigration (nord -)africaine et moyen-orientale, stigmatisés parce que musulmans. Or, conclure de cela que l’antisémitisme en Europe n’aurait plus aucune efficace idéologique ni la moindre force de mobilisation pratique, c’est faire preuve d’une conception unilatérale du racisme, ne laissant aucune place à la possible coexistence et coordination de l’antisémitisme et de l’islamophobie. Quid, alors, par exemple, des délires paranoïaques sur le « grand remplacement » des Européens chrétiens par les musulmans et la « submer­sion démographique organisée » qui trouvent souvent, justement, leur « explication » dans un complot juif visant à un nouvel ordre mondial ? D’abord, le fait que le terme d’« antisémitisme » soit instrumentalisé, notamment par des juifs réactionnaires, pour faire taire toute critique d’Israël et pour nourrir le racisme anti-arabe et anti-noir, n’est pas en soi un argument pour abandonner ce concept. Cette instrumentalisation nous dit quelque chose de l’amalgame qu’ils en font mais ne préjuge en rien quant à la possibilité d’une conception historique de l’antisémitisme[17]. Le travail théorique consiste à se battre sur le terrain des concepts pour leur redonner un sens juste, et non à opter pour un nouveau mot de manière purement nominaliste. Ensuite, l’affirmation suivant laquelle l’antisémitisme serait nécessairement porté à sa disparition du fait de son déclin notable durant la seconde moitié du XXe siècle[18] est tout de même ahu­rissante lorsqu’elle vient d’un historien. Appliquée à toute autre forme de racisme, cette pseudo-argumentation ne passerait pas. Que dirait-on, par exemple, de l’idée qui voudrait que la fin de la colonisation et de l’esclavage suffise pour faire du racisme anti-arabe et anti-noir des phénomènes marginaux, sinon qu’elle s’inscrit dans une vision apologétique de l’État de droit occidental où le Progrès nous porte inéluctablement vers la disparition de la barbarie ? (...)
      Il est significatif, à cet égard, que les quelques analyses que propose Traverso des actes antisémites contemporains contredisent ses thèses générales sur les relations entre antisémitisme et islamophobie. En effet, lorsque l’historien s’attarde sur le rapt et le meurtre d’Ilan Halimi, il ne manque pas de constater que l’as­sociation idéologique des juifs à l’argent fut un mobile essentiel dans le ciblage et la stratégie de Fofana et ses compagnons[20]. Or, cette association entre juifs et pouvoir économique, politique et médiatique s’est cristallisée précisément au moment de la formation des États-nations européens et de la consolidation de la société bourgeoise[21]. Si cet élément de l’antisémitisme historique a pu être réactivé dans ces actes commis en 2006, pourquoi produire une telle rupture historique entre antisémitisme et « judéophobie[22] » ? Pourquoi concevoir les relations actuelles entre antisémitisme et islamophobie uniquement dans les termes de la « transmigration[23] » du premier dans le second, étant donné que de tels éléments de l’antisémitisme histo­rique transmigrent, eux aussi, dans certaines idées et pratiques contemporaines des prolétaires racisés ? En outre, Traverso propose de comprendre ce qu’il veut appeler la « nouvelle judéophobie » dans le cadre du rapport entre des prolétaires racisés et une population juive moins précaire. Plus précisément, cette « nouvelle judéophobie » est saisie dans le « retournement histo­rique[24] », le « chassé-croisé[25] » qui tend à faire des juifs le symbole d’une intégration contrastant avec la dégra­dation des vies des prolétaires racisés. Bref, Traverso veut comprendre l’acharnement sur les juifs en tant que juifs dans les transformations historiques des rapports entre minoritaires. Or, dans cette perspective, un concept unifié d’antisémitisme serait bien plus à même d’articuler la sédimentation historique de l’acharnement sur les juifs avec ses réactivations dans le présent. À moins de considérer, évidemment, qu’il y ait quelque chose comme un antisémitisme propre aux prolétaires racisés et qui, pour cette raison, « surgit d’une révolte légitime[26] ». Soyons clairs : leur révolte est plus que « légitime », elle est nécessaire en tant qu’expression des antagonismes de classe. Seulement, encore une fois, le langage de la lutte n’est pas séparable de son « orientation ». Si la lutte prend les formes d’une personnalisation racialisante, elle contribue à la polarisation des segments de classes, à leur construction en groupes aux caractéristiques hérédi­taires et inchangeables et donc, in fine, à la perpétuation de la société capitaliste.

      Plus blanc que blanc ? Révolte et antisémitisme, stoff, août 2019
      https://www.stoff.fr/article/plus-blanc-que-blanc

  • Undesirables. A Holocaust Journey to North Africa

    In this gripping graphic novel, a Jewish journalist encounters an extension of the horrors of the Holocaust in North Africa.

    In the lead-up to World War II, the rising tide of fascism and antisemitism in Europe foreshadowed Hitler’s genocidal campaign against Jews. But the horrors of the Holocaust were not limited to the concentration camps of Europe: antisemitic terror spread through Vichy French imperial channels to France’s colonies in North Africa, where in the forced labor camps of Algeria and Morocco, Jews and other “undesirables” faced brutal conditions and struggled to survive in an unforgiving landscape quite unlike Europe. In this richly historical graphic novel, historian Aomar Boum and illustrator Nadjib Berber take us inside this lesser-known side of the traumas wrought by the Holocaust by following one man’s journey as a Holocaust refugee.

    Hans Frank is a Jewish journalist covering politics in Berlin, who grows increasingly uneasy as he witnesses the Nazi Party consolidate power and decides to flee Germany. Through connections with a transnational network of activists organizing against fascism and anti-Semitism, Hans ultimately lands in French Algeria, where days after his arrival, the Vichy regime designates all foreign Jews as “undesirables” and calls for their internment. On his way to Morocco, he is detained by Vichy authorities and interned first at Le Vernet, then later transported to different camps in the deserts of Morocco and Algeria. With memories of his former life as a political journalist receding like a dream, Hans spends the next year and a half in forced labor camps, hearing the stories of others whose lives have been upended by violence and war.

    Through bold, historically inflected illustrations that convey the tension of the coming war and the grimness of the Vichy camps, Aomar Boum and Nadjib Berber capture the experiences of thousands of refugees through the fictional Hans, chronicling how the traumas of the Holocaust extended far beyond the borders of Europe.

    https://www.sup.org/books/title/?id=35024

    #BD #holocauste #Afrique_du_Nord #histoire #bande-dessinée #livre #WWII #deuxième_guerre_mondiale #France #colonialisme_français #colonialisme #France #Vichy #colonisation #antisémitisme #Algérie #Maroc #camps_de_travail #travail_forcé #Algérie_française #Juifs #indésirables #internement #Le_Vernet #désert

    ping @isskein @cede @reka

  • Les Juifs d’Arizona veulent empêcher l’État d’utiliser Zyklon B dans les exécutions Par Nicole Raz et Mala Blomquist - Time of Israel
    https://fr.timesofisrael.com/les-juifs-darizona-veulent-empecher-letat-dutiliser-zyklon-b-dans-

    Interdit par l’État en 1992, le gaz employé par les nazis peut encore être utilisé sur ceux qui ont été condamnés avant cette date, une pratique jugée "cruelle et barbare"


    Jewish News of Greater Phoenix via JTA — Les dirigeants de la communauté juive d’Arizona ont intenté un procès contre l’État pour l’empêcher d’utiliser le cyanure d’hydrogène, ce gaz mortel utilisé à Auschwitz, pour exécuter la peine de mort.

    Pendant la Shoah, les nazis ont utilisé des pastilles de Zyklon B, une formulation de cyanure d’hydrogène, dans les chambres à gaz d’Auschwitz et d’autres camps de la mort. Au plus fort des opérations d’Auschwitz en 1943 et 1944, en moyenne 6 000 Juifs y étaient gazés à mort chaque jour.

    L’utilisation du gaz dans les exécutions aux États-Unis équivaut « à approuver ce que les nazis ont fait », a déclaré Janice Friebaum, ancienne vice-présidente et porte-parole de la Phoenix Holocaust Association.

    « C’est une façon très douloureuse de tuer une personne, et c’est fondamentalement inhumain », a dit Janice Friebaum. « Penser que cela a été infligé à des millions de personnes pendant la Shoah est déjà en soi une horreur sans nom, mais penser que 70 à 80 ans plus tard nous pensons l’utiliser comme méthode d’exécution de la peine capitale est ahurissant. »

    L’Arizona a mis fin à l’utilisation du gaz mortel en 1992, mais a autorisé l’utilisation du gaz pour les personnes qui avaient déjà été condamnées à l’époque. Dix sept personnes sont donc potentiellement soumises à cette forme d’exécution. L’État cherche actuellement à obtenir des mandats d’exécution pour deux condamnés à mort, Frank Atwood et Clarence Dixon, qui seraient tous deux admissibles à être exécutés par le gaz.


    Walter LaGrand s’adresse à l’Arizona Board of Executive Clemency à la prison d’État de Florence, Arizona, le 2 mars 1999. LaGrand a été exécuté dans la chambre à gaz le lendemain. (Crédit : AP Photo/Ken Levine, Archive)

    L’état d’Arizona n’a pas réalisé d’exécution capitale depuis 2014, et la dernière fois qu’elle l’a fait avec du cyanure d’hydrogène, c’était pour Walter LaGrand en 1999.

    LaGrand a éprouvé « suffocations et étouffements angoissants » et a mis 18 longues minutes à mourir, selon un témoignage publié par le Tucson Citizen à l’époque. (LaGrand, citoyen allemand, aurait choisi cette méthode d’exécution en raison du lien avec la Shoah.)

    Le journal The Guardian a annoncé l’an dernier que l’Arizona rénovait sa chambre à gaz en vue de procéder à des exécutions, dont la dernière a eu lieu en 2014. Le journal a également rapporté que l’État achetait des produits chimiques qui pourraient former du Zyklon B.

    Cette nouvelle a provoqué un tollé immédiat à l’échelle locale et au-delà. Le plainte déposée récemment par l’American Civil Liberties Union of Arizona au nom du Conseil des relations communautaires juives du Grand Phoenix et de deux membres de la communauté juive locale, représente une nouvelle étape pour annuler le plan de l’État.

    La poursuite allègue que la législation de l’État qui permet au gaz cyanure d’être utilisé pour une forme d’exécution viole l’interdiction de la constitution de l’État de l’Arizona sur les peines cruelles et inhabituelles. Les plaignants précisent que leur but n’est pas de s’opposer à l’application de la peine capitale, ni de défendre les condamnés à la peine capitale.

    « Nous ne discutons pas du bien-fondé de la peine de mort, ni de la culpabilité ou l’innocence des accusés, mais simplement en raison de notre histoire tragique, nous sommes aptes à déclarer que l’utilisation du Zyklon B est une pratique cruelle et barbare dont l’usage n’a pas sa place dans la société moderne. » a déclaré Paul Rockower, l’un des plaignants individuels, directeur exécutif du JCRC à Phoenix. L’autre plaignant individuel, Alan Zeichick, est membre du conseil d’administration du JCRC.

    « En aucun cas, la méthode d’exécution utilisée pour assassiner plus d’un million de personnes, y compris des Juifs, pendant la Shoah ne doit être utilisée pour l’exécution de personnes dans le couloir de la mort », a déclaré Jared Keenan, avocat principal à l’ACLU de l’Arizona.

    « L’Arizona a reconnu les horreurs du gaz cyanure comme méthode d’exécution et l’a éliminé dans tous les cas, sauf dans un ensemble restreint de cas. Il est temps que le tribunal élimine l’utilisation du gaz cyanure pour l’exécution à la peine capitale une fois pour toutes. Peu importe la position des gens sur la question de la peine capitale, il est clair que le recours à cette pratique barbare est cruel et doit être aboli. »

    La prochaine étape de la plainte qui vient d’être déposée, est une audience le 7 mars, où les accusés dans l’affaire,- l’État de l’Arizona, le Département des services correctionnels de la réadaptation et de la réinsertion de l’Arizona, le procureur général de l’Arizona Mark Brnovich et d’autres – pourront faire valoir leurs arguments en faveur du maintien de l’exécution par le gaz dans l’État.

    « Ce que nous demandons au tribunal, c’est essentiellement d’ordonner aux prévenus de nous dire, à nous et au tribunal, s’il y a des faits ou si quelque chose a changé depuis le protocole qui est en place depuis la fin des années 1990 », a déclaré l’avocat Jared Keenan.

    « Nous voulons simplement savoir s’il y a quoi que ce soit de nouveau qui pourrait permettre au gouvernement de soutenir que l’utilisation actuelle de gaz cyanure, ou les plans d’utilisation de gaz cyanure, ne contrevient pas à l’interdiction de peines cruelles et inusitées. »

    La tradition juive prescrit la peine de mort dans certaines situations, mais dans la pratique, les tribunaux juifs l’ont rarement, voire jamais, exécutée, et de nombreux dirigeants juifs aux États-Unis ont longtemps plaidé contre la peine capitale. (Israël a aboli la peine de mort en 1954.)

    Tim Eckstein, président du conseil du JCRC, a déclaré que la plainte trouve ces racines dans cette tradition.

    « Il y a des milliers d’années, les Juifs ont rejeté les pratiques barbares de mutilations, et bûchers ou étaient brulés vifs les condamnés, ces pratiques étaient courantes dans d’autres cultures », a-t-il dit.

    « Aujourd’hui, ces mêmes valeurs morales et éthiques nous obligent à prendre position contre une pratique que nous savons, d’après l’histoire très récente, être cruelle, inhumaine et qui causera très probablement de graves souffrances. »
    Une version de cet article a été initialement publiée dans le Jewish News of Greater Phoenix et est republiée avec autorisation.

    #zyklon_b #nazis #fachosphere #shoa #USA #histoire #génocide #nazisme #peine_de_mort #solution_finale #holocauste #rénovation #chambre_à_gaz #cruauté #gaz

    • As Anne Sudrow has shown, prisoners were assigned to a special shoe-runner commando. The prisoners were forced to test-march the shoes fashioned in the camp for 35 kilometers a day, baking in the hot sun or enduring icy cold and schlepping heavy loads along a circular track that mimicked the challenges the shoes would have to weather in quarries and mines, swamps and marshlands. Like the Scheisskommandos, the shoe-runner commandos served as a punitive assignment, reserved for those who were accused of theft or other violations of camp rules.
      […]
      What qualifies as reusable resource and what as waste are the result of historical processes, of ascription. Waste is pushed into rubbished spaces. Trashcans and waste workers disappear them. Across political regimes, across modes of production and forms of rule, proximity to wastes codes sub-status.
      […]
      Instead, I see continuities of erasure and fantasy. While we tend to champion zero waste politics as progressive, waste management and recycling are inherently conservative practices. They preserve and reproduce the existing social order by removing and reusing that which would otherwise spill into our “civilized” public and private spaces. What is more, we continue to witness the erasure of the waste workers and the constant violence of waste labor – now not in concentration camps but in the informal and formal economies of recycling that rely on the labor of predominantly poor, “expendable” populations. This violence is both slow and fast as it powers our green fantasies, fantasies that enable our continued overconsumption and our convictions that we are going to recycle our way out of the current climate pickle.

    • Der Schuh im Nationalsozialismus | Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
      https://zzf-potsdam.de/de/publikationen/der-schuh-im-nationalsozialismus

      La chaussure sous le national-socialisme

      Anne Sudrow Der Schuh im Nationalsozialismus
      Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich, 2010

      Ausgezeichnet mit dem Hedwig-Hintze-Preis 2010 des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands.

      Politik und Konsum: Die Entwicklung des »modernen Schuhs« in der Zeit des Nationalsozialismus.

      Warum wurde der Schuh im Nationalsozialismus Gegenstand wissenschaftlicher Forschung? Gab es hier technische Innovation? Wie lenkten die Nationalsozialisten die Schuhmode? In welchem Zusammenhang standen die Menschenversuche auf der »Schuhprüfstrecke« im KZ Sachsenhausen mit der Verwendung erster Kunststoffe in Schuhen? Warum raubte die SS in Auschwitz ganze »Schuhberge«? Diesen und weiteren Fragen geht die Autorin im Rahmen ihrer Produktgeschichte nach. Sie untersucht die Entstehung des »modernen Schuhs« in Deutschland und vergleicht diese - auf Grundlage internationaler Quellenrecherchen - mit Großbritannien und den USA. Als Methode wird hierfür der transnationale Produktlinienvergleich entwickelt. So werden NS-spezifische Phänomene der materiellen Kultur der Alltagsdinge nicht nur in ihrem politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Kontext erklärt, sondern auch in die internationale Entwicklung eingeordnet.


      Sachsenhausen concentration camp. Marker for shoe-runners-track (photograph by author [Anne Berg])

    • Anne Berg, Author at Allegra Lab
      https://allegralaboratory.net/author/anneberg

      Anne Berg is Assistant Professor of History at the University of Pennsylvania. Anne studies the histories of waste and recycling, film and cities, racism and genocide. Her first book, “On Screen and Off: Hamburg and the Making of the Nazi City” is forthcoming with University of Pennsylvania Press in April 2022. Anne’s current book project examines the disturbing connections between waste management and genocide in the Third Reich, entitled Empire of Rags and Bones: Waste and War in Nazi Germany.

  • Wohin mit den Knochen ?
    https://taz.de/Funde-menschlicher-Ueberreste-in-Berlin/!5750486

    24.2.2021 von Susanne Messmer - Funde menschlicher Überreste in Berlin

    Auf dem Gelände der Freien Universität wurden 16.000 Knochen­fragmente gefunden. Nun fragt sich: Soll man sie weiter erforschen – oder bestatten?

    Irgendwann bringt es Roxana-Lorraine Witt auf den Punkt. „Aus meiner Sicht muss Menschlichkeit im Vordergrund stehen.“ Die ehemalige Leiterin des Referats für Bildung beim Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma plädiert für eine kollektive Bestattung der 16.000 Knochenfragmente, die auf dem Gelände der Freien Universität (FU) in Dahlem gefunden wurden.

    Der Hintergrund: Es ist sicher, dass die Menschen, deren Überreste hier gefunden wurden, Opfer von Gewaltverbrechen waren. Die Fundstellen befinden sich neben dem ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik, in dem sich zahlreiche medizinische Sammlungen kolonialgeschichtlicher Provenienz befanden, das aber auch eifrig an der Legitimation für die nationalsozialistische Rassenpolitik mitarbeitete.

    Sogar der berüchtigte Lagerarzt Josef Mengele, der unter anderem jüdische und Sinti- und Roma-Zwillingskinder quälte und ermordete, hat wohl Leichenteile zur Untersuchung ans Kaiser-Wilhelm-Institut schicken lassen. Heute befindet sich in dem Gebäude des Kaiser-Wilhelm-Instituts das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU.

    Es ist ein sonniger Dienstagnachmittag, und trotzdem haben sich zur dreistündigen öffentlichen Diskussion per Videokonferenz auf Initiative von FU und Max-Planck-Gesellschaft, der Rechtsnachfolgerin des Kaiser-Wilhelm-Instituts, etwa 250 Menschen aus aller Welt eingefunden.
    Die ersten Funde wurden bestattet

    Der Fall ist spektakulär. Denn die 16.000 Fragmente haben eine umstrittene Vorgeschichte. Bereits im Sommer 2014 wurden bei Bauarbeiten menschliche Überreste von mindestens 15 Personen gefunden. Bei den Überresten befanden sich zehn runde Marken mit handschriftlichen Ziffern, außerdem eine Ampulle mit Resten eines Lokalanästhetikums. Trotzdem wurde ein halbes Jahr später bekannt, dass die Knochenreste auf Veranlassung des Berliner Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin ohne weitere Untersuchung eingeäschert und bestattet wurden.

    Daraufhin brach 2015 ein Shitstorm los. Die Knochen, so der Vorwurf an die FU, hätten erforscht werden müssen. Die FU fühlte sich getroffen und veranlasste die archäologische Begleitung weiterer Baumaßnahmen und Grabungen, über die an diesem Nachmittag die US-amerikanische Archäologin Susan Pollock spricht, Professorin am Institut für Vorderasiatische Archäologie der FU. Die Fragmente seien inzwischen gesäubert, gewogen, untersucht.

    Sie stammen, so Pollock, von mindestens 54 bis 107 Kindern, Frauen und Männern jedes Alters. Nach Pollocks Vortrag entspinnt sich im Grunde dieselbe Kernfrage, die seit 2014 diskutiert wird, die aber immer mehr öffentliches Interesse weckt: Was sollen wir mit diesen so grausigen wie traurigen Funden tun? Sollen wir endlich aufhören, sie zu objektivieren, sie etwa invasiv zu erforschen, und sie stattdessen würdevoll bestatten?

    Nicht nur die Ver­tre­te­r*in­nen der FU, sondern auch viele der Anwesenden in der Videokonferenz sprechen sich anders als die Kri­ti­ke­r*in­nen 2015 für Letzteres aus. Die individuellen Biografien dieser Menschen lassen sich ohnehin nicht mehr rekonstruieren, so das Argument. Und wenn lediglich ein kolonialer oder ein NS-Zusammenhang festgestellt würde, dann hätte man eben jene rassistischen Raster bedient, die zum Tod dieser Menschen führten.
    Es gibt auch Argumente gegen die Bestattung

    Das sehen selbst Ver­tre­te­r*in­nen afrodeutscher Communitys wie Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland so. Und das, obwohl sie viel zu lang von Institutionen wie FU und Max-Planck-Gesellschaft ignoriert wurden. Und auch, obwohl die Entstehung der Sammlungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts in den ehemaligen deutschen Kolonien hinlänglich bekannt ist. Della schreibt im Chat, er würde eine kollektive Bestattung „als Möglichkeit sehen“.

    Trotzdem gibt es auch an diesem Nachmittag eine Seite, die sich eher gegen die Bestattung der Funde ausspricht, allen voran der britische Medizinhistoriker Paul Weindling, der sich als Enkel eines Holocaust-Überlebenden einführt. Erst kürzlich hat er eine Reihe von Artikeln über die besagten Zwillinge veröffentlicht, in denen es um Zeitpunkt und Ausmaß der Verbrechen sowie um den Mangel an Entschädigungen geht. Er schreibt im Chat, die angestrebte Anonymisierung der Opfer sei ein Schock für ihn.

    Anderntags fasst Weindling gegenüber der taz nach: „Das Opfer sollte immer zentral sein. Identifikation ist entscheidend.“ Die Quellen zur Krankengeschichte der Zwillinge und was sie durchgemacht haben, seien bislang unzureichend untersucht worden. Auch seien die Knochen in Hinblick auf Krankheiten nicht erforscht worden, was angesichts der experimentellen Infektionen in Auschwitz viele Rückschlüsse zuließe.

    Auch Florian Schmaltz, Projektleiter des Forschungsprogramms „Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft“, gibt zu bedenken: Was, wenn man die DNA dieser Knochen doch analysieren könnte? Was, wenn wir in einigen Jahren über immer bessere Technik verfügen, um die Herkunft menschlicher Überreste genauer zurückzuverfolgen, als wir uns dies derzeit vorstellen können?

    So oder so: Der Dialog zwischen den Institutionen und den Opferverbänden und Selbst­organisationen hat endlich begonnen. Und das ist wahrscheinlich der zentrale Dialog. Nur er wird die knifflige Frage nach dem Umgang mit den Knochen beantworten können.

    #racisme #colonialisme #nazis #sciences #shoa #holocauste #Berlin #Dahlem #Garystraße #Harnackstraße #Ihnestraße #histoire

  • Verbindung zur Kolonialzeit und Auschwitz möglich 16.000 Knochen-Fragmente auf Gelände der FU Berlin
    https://m.tagesspiegel.de/berlin/verbindung-zur-kolonialzeit-und-auschwitz-moeglich-16-000-knochen-fragmente-auf-gelaende-der-fu-berlin-ausgegraben/26946590.html

    Pendant plusieurs annés j’ai piétiné sans m’en rendre compte les ossements de victimes du colonialisme et nazisme allemand. On les a enterré avec les débris des bâtiments endommagés du Kaiser-Wilhelm-Institut derrière l’ensemble archtitectoral dédié aux raciste étatsunien Henry Ford. Tous les étudiants des instituts situés au sein du triangle composé par Garystraße, Harnackstraße et Ihnestraße ont fait pareil..

    https://www.openstreetmap.org/way/28848503

    24.02.2021 von Boris Buchholz - Nach einem Knochenfund bei Bauarbeiten 2014 in Dahlem haben Archäologen Tausende menschliche Überreste entdeckt. Wie soll die Universität damit umgehen?

    Das Dreieck zwischen Ihne-, Gary- und Harnackstraße in Berlin-Dahlem ist für Archäologin Susan Pollock eine „kontaminierte Landschaft“. Seit 2015 leitet sie mit ihrem Kollegen Reinhard Bernbeck die Ausgrabungen auf dem Grundstück der Freien Universität, auf dem sich zwischen 1927 und 1945 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWI-A) befand. 2014 sind dort bei Bauarbeiten die ersten Knochen gefunden worden.

    Etwa 16.000 Teile menschlicher Knochen haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seitdem in jahrelanger Arbeit ausgegraben, „Fragmente, teilweise nur so groß wie ein Fingernagel“, so Susan Pollock. Die Knochenteile hätten in fünf absichtlich gegrabenen Gruben gelegen.

    „Wir haben es nicht mit Gräbern zu tun“, erklärte die Forscherin am Dienstagnachmittag bei der öffentlichen Präsentation der Ausgrabungsergebnisse. Die Freie Universität, die Max-Planck-Gesellschaft und das Landesdenkmalamt hatten zur Online-Konferenz geladen, 350 Teilnehmer:innen aus dem In- und Ausland hatten sich angemeldet.

    Die 16.000 Knochenteile gehören nicht zu kompletten Skeletten. Gefunden wurden Schädel, Arme, Rippen, Füße, Zähne, Hände, Wirbel, Beine, Becken, Unterkiefer. Je nach Berechnungsgrundlage gehen die Forscher von mindestens 54 beziehungsweise 107 Menschen aus, von denen die Knochen stammen. „Wahrscheinlich liegt die richtige Zahl irgendwo dazwischen“, meint Susan Pollock. Rund um das ehemalige KWI-A fanden die Archäologen Überreste von Männern und Frauen, von Alten, Kindern und Föten.

    „Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir es mit den Resten der Sammlung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie zu tun haben“, erklärte Hans-Walter Schmuhl, Professor an der Universität Bielefeld. Das Institut beherbergte medizinisch-ethnologische Sammlungen unterschiedlicher Art und kolonialgeschichtlicher Provenienz; es lieferte aber unter anderem auch eine pseudo-wissenschaftliche Legitimation für die nationalsozialistische Rassenpolitik.
    Aus dem KZ wurden Körper nach Berlin geschickt

    Dass sich unter den Knochen auch Überreste von Auschwitz-Opfern befinden könnten, „ist nicht völlig ausgeschlossen“, sind sich Hans-Walter Schmuhl und Susan Pollock einig. „Wir wissen, dass Körper von Auschwitz an das Kaiser-Wilhelm-Institut gesendet worden sind“, sagt die Forscherin. Auch Augen von Sinti-Zwillingen seien nach Berlin geschickt worden.

    Die überwiegende Anzahl der Knochen – das Ausgrabungsteam hat auch tierische Knochen gefunden – „scheint nicht aus Auschwitz zu stammen“, ist für Susan Pollock klar. Die fehlende Zahnbehandlung, nicht vorhandene Prothesen und auch gefundene Klebstoffreste würden diese Schlussfolgerung nahe legen.

    Egal woher sie kommen: Es sind alles Opfer von Verbrechen. „Es sind Menschen, es sind Reste von Menschen, egal ob sie aus dem NS- oder dem Kolonialzusammenhang stammen“, betonte FU-Präsident Günter M. Ziegler. „Die klaren Antworten, die wir uns wünschen, können wir nicht bekommen.“

    Gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma habe die Universität beschlossen, die menschlichen Knochen weder einer DNA- noch einer Radiokarbon-Untersuchung zu unterziehen. Man wolle die Würde der Toten achten; zudem bestehe auch bei weiteren Untersuchungen „keine Chance“ Individuen zu identifizieren. „Das ist fürchterlich“, so der FU-Präsident, „wir können den Opfern kein Gesicht geben“.

    „Wir können den Opfern kein Gesicht geben“

    Die Leichenteile sollten „würdig, aber nicht religiös bestattet werden“, schlug Günter Ziegler vor. Auf einem Grabstein sollte kenntlich gemacht werden, „woher die Opfer kommen, die dort liegen“. Noch sei jedoch nichts entschieden, es sei ein Vorschlag, man wolle keine Fakten schaffen.

    In der anschließenden Diskussion forderten verschiedene Konferenzteilnehmer:innen, „Dachverbände der schwarzen, afrikanischen oder afrodiasporische Community“, den Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland oder Vertreter der Herero in die Gespräche einzubinden. Jetzt müsste man in kleinerer Runde mit den Verbänden und Selbstorganisationen das weitere Vorgehen beraten, stimmte Ziegler zu.
    Im einstigen Kaiser-Wilhelm-Institut residiert heute das Otto-Suhr-Institut

    Für die Freie Universität muss noch eine zweite Frage geklärt werden: Wie soll angemessen mit der grauenvollen Geschichte an ihrem Standort umgegangen werden? Im ehemaligen Gebäude des Kaiser-Wilhelm-Instituts hat heute das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft (OSI) seinen Sitz. Im Projekt „Geschichte der Ihnestr. 22“ entwickelt das Team um Historikerin Manuela Bauche Konzepte für das Gedenken und Erinnern, sie wollen „den Ort sichtbar machen“.

    Seit 1988 gebe es zwar eine Gedenktafel am Eingang des OSI, doch sei sie schwierig zu entziffern, sie werde kaum wahrgenommen. Das Projektteam schlägt für den Innenbereich des OSI eine Beschilderung „in zwei Schichten“ vor: Jeder Raum würde mit der heutigen Funktion ausgeschildert werden – aber in einer Schicht darunter würde die Nutzung des Raums im Kaiser-Wilhelm-Institut deutlich.

    Wo heute Dozent X der Fachrichtung Y seinen Schreibtisch hat, könnte sich zum Beispiel der „Psychologische Versuchsraum“ befunden haben. Eine Ausstellung in allen vier Geschossen sowie Computerterminals, auf denen vertiefende Informationen abrufbar und Zusammenhänge erklärt werden, sollen das Konzept abrunden.
    Hinweistafeln und eine Außenausstellung sind geplant

    Im Außenbereich lautet das Ziel, alle Gebäude, die zum Kaiser-Wilhelm-Institut gehört haben, durch Hinweistafeln kenntlich zu machen. Ein weiterer Informationsort sollen die Fund- und Grabungsstellen der Knochenfragmente werden. Zudem ist zur Harnackstraße hin eine Außenausstellung geplant. Auch hier gilt: Erste Vorschläge liegen auf dem Tisch, nichts ist beschlossen, die Diskussion läuft.

    Das war das Stichwort für Alexander von Schwerin. Er lehrt an der Technischen Universität Braunschweig und ist Mitarbeiter im Forschungsprogramm zur „Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft“, der Nachfolgeorganisation der Kaiser-Wilhelm-Institute. Er schlägt vor, am ehemaligen Ort des KWI-A ein „Gedenk- und Bildungszentrum der Geschichte der Verfehlungen der Wissenschaft in NS- und Kolonialzusammenhängen“ zu begründen.

    Auch die Verantwortung der Wissenschaft heute und in der Zukunft sollte das Thema des Zentrums sein. Florian Schmaltz vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte pflichtete bei: „Einen solchen Gedenk- und Bildungsort gibt es bislang nicht und er würde es ermöglichen, immer wieder neu auftauchende wissenschaftsethische und wissenschaftspolitische Fragen zu diskutieren.“

    „Erinnern heißt verändern“, sagte die Archäologin Susan Pollock am Dienstagnachmittag. Sie zog die Verbindung zum rassistischen Terroranschlag in Hanau, der sich am 19. Februar jährte. Über den „gewissenlosen Forschungsrassismus“ müsse aufgeklärt, an die Opfer würdig erinnert werden.

    Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kaiser-Wilhelm-Institut_f%C3%BCr_Anthropologie,_menschliche_Erblehre

    #racisme #colonialisme #nazis #sciences #shoa #holocauste #Berlin #Dahlem #Garystraße #Harnackstraße #Ihnestraße #histoire

  • Champ contre-champ, les images des camps - Ép. 1/4 - “Ils étaient vingt et cent, ils étaient des milliers...” 75e anniversaire de la libération des camps

    https://www.franceculture.fr/emissions/le-cours-de-lhistoire/ils-etaient-vingt-et-cent-ils-etaient-des-milliers-75e-anniversaire-de

    Le film dure 32 minutes. Ce n’est pas long 32 minutes sur une heure de cours, le temps que les élèves entrent dans la classe, qu’ils s’installent, le temps de faire l’appel et d’accueillir un retardataire.
    32 minutes, cela permet de dire quelques mots de présentation du film : il a été réalisé par Alain Resnais en 1955, c’est-à-dire seulement dix ans après la fin de la Seconde Guerre mondiale. Il faut expliquer que les textes sont de Jean Cayrol, un écrivain qui a été résistant, arrêté, déporté pendant la guerre. Disposer d’un peu de temps avant de lancer la projection, permet de mettre en garde : le film débute par des images en couleurs puis viennent les archives, en noir et blanc, des images souvent insoutenables. Le film commence, avec la voix de Michel Bouquet qui explique que « même un paysage tranquille ; même une prairie avec des vols de corbeaux, des moissons et des feux d’herbe ; même une route où passent des voitures, des paysans, des couples ; même un village pour vacances, avec une foire et un clocher, peuvent conduire tout simplement à un camp de concentration ».
    Le film Nuit et Brouillard, d’Alain Resnais, dure 32 minutes. Ce n’est pas long 32 minutes sur une heure de cours, le temps de laisser place au silence après le générique de fin.

    #nuit_et_brouillard #holocauste #mémoire #shoah #historiographie #réconstitution_historique

  • Netanyahou instrumentalise l’#Holocauste pour déshumaniser les Palestiniens | Le Club de Mediapart
    https://blogs.mediapart.fr/le-cri-des-peuples/blog/250120/netanyahou-instrumentalise-l-holocauste-pour-deshumaniser-les-palest

    Benjamin Netanyahou n’a pas inventé l’idée de tirer parti de l’Holocauste à des fins politiques. Pourtant, comme tant d’autres choses dans la politique israélienne actuelle, il exploite même cette pratique vile plus outrageusement que quiconque avant lui.

    Selon Haaretz, le Premier ministre israélien a l’intention d’exploiter le cinquième Forum mondial de l’Holocauste, qui se réunit cette semaine à Jérusalem pour marquer les 75 ans depuis la libération d’Auschwitz, pour appeler les dirigeants mondiaux à soutenir publiquement la position égoïste d’Israël, qui soutient que la Cour pénale internationale (CPI) à La Haye n’a pas de juridiction dans les territoires palestiniens occupés.

    #palestine #israël #occupation #démolition #colonisation #instrumentalisation #deshumanisation

  • Was war. Was wird. Unser Auschwitz. | heise online
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-Unser-Auschwitz-4608060.html


    DEHOMAG-Tabelliermaschine D11, 1936–1945

    Auschwitz führte nicht nur das Alphabet der Vernichtung an. Es war mit der Codenummer 001 der größte Lagerkomplex, gefolgt von Buchenwald (002), Dachau (003), Flossenburg (004), Groß-Rosen (005), Herzogenbusch (006), Mauthausen (007), Natzweiler (008), Neuengamme (009), Ravensbrück (010), Sachsenhausen (011) und Stutthof (012). Die Codenummern wurden von Amt DII im Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS (WVHA) unter Leitung des ehemaligen Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß vergeben. Im Sommer 1944 begann man damit, in allen Lagern „Hollerithabteilungen“ einzurichten, die letzte wurde kurz vor Kriegsende in Bergen-Belsen in Betrieb genommen. Ziel war der Aufbau einer zentralen Häftlingskartei, um einen schnellen Überblick über die tatsächliche Arbeitskraft aller Häftlinge in den Lagern zu erhalten. Die WVHA entwickelte ein Codenummern-System, mit dem 6000 verschiedene Berufe erfasst werden konnten und ein weiteres, mit dem 400 verschiedene Formen von Zwangsarbeit vermerkt wurden. Erfasst wurde auch die Zahl der Goldzähne von Häftlingen.

    – In den Hollerithabteilungen übertrugen KZ-Häftlinge die Lagerinformationen auf Karteikarten, die dann an das „Maschinelle Zentralinstitut für optimale Menschenerfassung und Auswertung“ in der Berliner Friedrichstrasse geschickt wurden, das direkt dem SS-Reichsführer unterstand. Dort sollten die Informationen aus der Hollerith-Vorkartei auf Hollerith-Lochkarten übertragen und von Hollerith-Maschinen bearbeitet werden. Das WVHA der SS wollte so einen schnellen Überblick über das Lagersystem bekommen. „Wurden spezielle Facharbeiter in einem bestimmten Lager benötigt, konnte an zentraler Stelle nach den jeweiligen Kapazitäten in anderen Lagern gesucht werden. /../ Neben Angaben zur Einlieferung, Staatsangehörigkeit und Haftkategorie wurden vor allem die erlernten Berufe festgehalten. Die Identifikation des einzelnen Häftlings erfolgte durch die Häftlingsnummer und das Geburtsdatum, für die Namen der Häftlinge war kein Feld vorhergesehen.“

    – Die Namen waren uninteressant, es ging um die Arbeitskraft, so der Bericht des Historikers Christian Römmer, der vor 10 Jahren in den Dachauer Heften erschien. Sein Titel: „Ein gescheitertes SS-Projekt: Die zentrale Häftlingskartei des WVHA“. Im Bericht werden Karteikarten aus der Hollerith-Vorkartei und die aus ihnen produzierten Lochkarten analysiert, von denen ca. 150.000 Stück in deutschen und polnischen Archiven erhalten geblieben sind. Das Projekt scheiterte unter anderem daran, weil die Häftlinge, um weiterhin Arbeit in der Hollerithabteilung haben und weitere Häftlinge in die Abteilung einschleusen zu können, viel mehr Informationen in die Vorkartei füllten, als für die Lochkarten nötig waren.

    – Ausgerechnet vom Lager Auschwitz und seinen zusätzlichen Lagern wie dem Vernichtungslager Birkenau und dem von der I.G.Farben AG gebauten Arbeitslager Monowitz sind keine Karteikarten vorhanden, weil in Monowitz tatsächlich Hollerith-Maschinen für das Stanzen und Auswerten der Lochkarten installiert waren, die hauptsächlich für die Verwaltung der Chemieunternehmen genutzt wurden. Sie wurden vor der Befreiung des Lagers am 27. Januar 1945 vernichtet. Steht also IBM als Kürzel in der unheilvollen Geschichte des Holocaust für Ich Bin Mitschuldig? Als diese Frage 2001 nach der Veröffentlichung des Buches „IBM und der Holocaust“ auftauchte, erklärte Hildegard Hamm-Brücher über den IBM-Chef Thomas J. Watson: „Meiner Ansicht nach hat Watson wie einer der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts agiert. Watson hätte nach dem zweiten Weltkrieg wie andere Kriegsverbrecher auch verurteilt werden sollen mitsamt seinem System.“ Hamm-Brüchers Argumentation fußte damals nicht auf der Nutzung der Lochkarten in der Häftlingsverwaltung der Konzentrationslager, sondern der Nutzung der Lochkarten bei Volkszählungen. In Frankreich, wo man die Juden mit Hilfe von Bleistift und Papier katalogisierte, wurden 24 Prozent erfasst und ermordet, in den Niederlanden, wo man Hollerith-Maschinen benutzte, wurden 73 Prozent der vorab erfassten Juden ermordet.

    – Mit den Hollerith-Maschinen der Deutschen Hollerith Maschinen AG (Dehomag) eng verbunden war der Generaldirektor Willy Heidinger, der im Jahre 1934 bei der Neueröffnung des Dehomag-Werkes in Berlin-Lichterfelde über die Karteikarten schwärmte: „Der Arzt untersucht den Körper des Menschen, stellt fest, ob seine Organe in einer harmonischen Schwingung, d. h. gesund miteinander arbeiten im Interesse des Ganzen. Wir hier sezieren den deutschen Volkskörper weitergehend wie der Arzt bis auf die einzelnen Körperzellen zurück. Wir legen die individuellen Eigenschaften jedes einzelnen Volksgenossen auf einem Kärtchen fest. Wir sind stolz, an einer derartigen Arbeit mitwirken zu dürfen, einer Arbeit, die dem Arzte unseres deutschen Volkskörpers das Material für seine Untersuchung bietet, damit unser Arzt feststellen kann, ob die auf diese Weise errechneten Werte vom Standpunkt der Volksgesundheit aus gesehen in einem harmonischen, d. h. gesunden Verhältnis zueinander stehen, oder ob durch Eingriffe krankhafte Verhältnisse heilend korrigiert werden müssen.“ Auch so kann man die Datenerfassung beschreiben. Die Dehomag besaß in Oberlenningen eine eigene Papierfabrik und konnte bis zum Ende des Krieges und gleich danach zum beginnenden Wiederaufbau Lochkarten für die Erfassung produzieren.

    REICHSBAHN DEHOMAG HOLLERITH Büromaschinen Lochkarten Berlin Lichterfelde 1935 - EUR 100,00 | PicClick DE
    https://picclick.de/Reichsbahn-DEHOMAG-Hollerith-B%C3%BCromaschinen-Lochkarten-Berlin-Lichterfe


    Deutsche Hollerith Maschinen G.m.b.H, Berlin-Lichterflde-Ost, Lankwitzer Straße 13-17
    DEHOMAG – Wikipedia
    https://de.wikipedia.org/wiki/DEHOMAG

    Häftlings-Personal-Karte aus dem KZ Buchenwald mit dem Vermerk „Hollerith erfaßt“

    Gründung 1910

    Die Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH wurde am 30. November 1910 von Willy Heidinger in Berlin gegründet. Die Gesellschaft war Lizenznehmerin der Tabulating Machine Company. Sie verkaufte in Deutschland die von Herman Hollerith erfundene Lochkarte und vermietete die erforderlichen Lochkartenlocher, Lochkartensortierer und Tabelliermaschinen. Erste Aufträge in der Datenverarbeitung waren Volkszählungen verschiedener deutscher Länder, danach kamen Firmen und öffentliche Ämter als Kunden hinzu.

    Übernahme durch IBM

    1922 hatte die Firma infolge der Deutschen Inflation Lizenzschulden von 450 Milliarden Mark, was 104.000 Dollar entsprach. Es folgte eine 90-prozentige Übernahme durch die Computing Tabulating Recording Corporation, deren Vorstandsvorsitzender Thomas J. Watson war. Die Computing Tabulating Recording Corporation ging im Sommer 1911 als Nachfolgegesellschaft aus der Tabulating Machine Company hervor und firmiert seit Februar 1924 als Tochter der International Business Machines Corporation (IBM). Bis 1949 war damit IBM in Deutschland durch die ertragreiche Tochtergesellschaft DEHOMAG vertreten. Willy Heidinger wurde 1930 Vorsitzender des Aufsichtsrats und Herman Rottke Vorsitzender der Geschäftsleitung. Beide zeigten sich später als überzeugte Nationalsozialisten.

    Zeit des Nationalsozialismus

    1934 folgte die Fusion der IBM-Tochtergesellschaften Optima Maschinenfabrik AG (Sindelfingen), die Waagen, Locher, Prüfer und Ersatzteile für Lochkartenmaschinen produzierte und der Degemag (Deutsche Geschäfts-Maschinen GmbH), die Kontrollapparate, Uhren und Waagen herstellte, mit der DEHOMAG. Um bei dem nationalsozialistischen Regime den Eindruck eines Unternehmens in deutschem Besitz und nicht unter ausländischer Kontrolle zu machen, wurden neben Heidinger auch die Direktoren Herman Rottke und Hans Hummel an der Gesellschaft beteiligt. Die drei besaßen zusammen 15 Prozent DEHOMAG-Anteile, allerdings durften sie diese nicht an Dritte verkaufen oder übertragen.

    1939 hatte die Gesellschaft über 2500 Mitarbeiter und zwei Werke in Berlin-Lichterfelde und Sindelfingen. Durch das Quasi-Monopol waren die Geschäfte der DEHOMAG im Dritten Reich sehr profitabel. Es wurde z. B. im Lohnauftrag die „Großdeutsche Volkszählung“ ausgewertet, bei der auch die „rassische“ Abstammung erhoben wurde. Kunden waren neben den statistischen Ämtern und der Industrie unter anderem die Abteilung für Maschinelles Berichtswesen der Wehrmacht und die SS. Auch die Organisation des Holocausts durch die Nationalsozialisten erfolgte mit Hilfe der durch die IBM-Tochter vermieteten weiterentwickelten Lochkartensortiermaschinen, welche auch in den Konzentrationslagern selbst von Technikern der DEHOMAG gewartet wurden.[5] Bis zur Kriegserklärung des Deutschen Reiches an die Vereinigten Staaten im Dezember 1941 konnten die so erwirtschafteten Gewinne der DEHOMAG als Lizenzabgaben verschleiert an IBM in die Vereinigten Staaten überwiesen oder in Deutschland in Immobilien investiert werden.

    #nazis #IBM #histoire #holocauste #Berlin #Lichterfelde #Lankwitzer_Straße

  • Am grünen Strand der Spree (Deutschland 1960) Teil 1 und 2
    https://www.youtube.com/watch?v=G5mG8SdFJN4


    Une découverte intéressante : La première partie de cette série télévisée de 1960 contient une longue séquence sur les massacres des Einsatzgruppen . L’existence de ce film contredit le mythe de l’introduction du sujet et de la première confrontation du grand public allemand avec le sujet de l’#holocauste en 1979 à travers la série étatsunienne portant le même nom .

    La deuxième partie montre l’occupation de la #Norvège et traite le sujet de la résistance des officiers allemands.

    0:00:00 Teil 1 und 1:36:40 Teil 2 : Laufzeit : 277 Minuten

    Am grünen Strand der Spree (Deutschland 1960) Teil 3 bis 5
    https://www.youtube.com/watch?v=hPSxEu3zduE

    Teile 3 bis 5: 0:00:00 Teil 3: „Preußisches Märchen“ 1:36:54 Teil 4: „Bastien und Bastienne 1953“ 3:26:10 Teil 5: „Capriccio Italien“ Teile 3, 4 und 5: Laufzeit: 417 Minuten

    #Allemagne #histoire #nazis #guerre #Pologne #Lettonie #Pologne #résistance #auf_deutsch

  • Gypsies in the Holocaust - Forgotten Victims
    https://www.thoughtco.com/gypsies-and-the-holocaust-1779660

    The Gypsies of Europe were registered, sterilized, ghettoized, and then deported to concentration and death camps by the Nazis before and during World War II. Approximately 250,000 to 500,000 Gypsies were murdered during the Holocaust—an event they call the Porajmos (the “Devouring.”)
    A Short History

    Approximately a thousand years ago, several groups of people migrated from northern India, dispersing throughout Europe over the next several centuries.

    Though these people were part of several tribes (the largest of which are the Sinti and Roma), the settled peoples called them by a collective name, “Gypsies”—which stems from the one-time belief that they had come from Egypt.

    #roms #tsiganes #holocauste #massacre