• Youtube :

      Pour cette rentrée de Fréquence Populaire, Jacques Sapir revient pour une grande analyse de la situation #géopolitique et économique mondiale.

      Six mois après le début du conflit avec l’ #Iran, le détroit d’ #Ormuz reste de facto largement bloqué et ses conséquences commencent désormais à se faire sentir directement sur nos économies : pétrole, diesel, kérosène, gaz, engrais, industrie chimique… Pour Jacques Sapir, nous entrons précisément dans la période où le choc énergétique risque de frapper durement la France et l’ #Europe.

      Nous revenons également sur la guerre en #Ukraine, la stratégie des États-Unis et de l’ #OTAN face à la #Russie, les bouleversements en cours au #Moyen-Orient et la recomposition des alliances internationales.

      Mais surtout : quelles conséquences pour la #France ?

      Croissance en berne, économie allemande en difficulté, prix de l’ #énergie, #inflation, #consommation, #déficit et dette publique… Jacques Sapir dresse une radiographie sans concession de la situation économique française et européenne à l’approche d’un hiver qui pourrait s’avérer particulièrement difficile.

      Au programme :

      ➡️ Le conflit avec l’Iran et le blocage du détroit d’Ormuz
      ➡️ Les conséquences sur le pétrole, le diesel, le #gaz et l’industrie
      ➡️ La guerre en #Ukraine et le rapport de force entre la Russie et l’OTAN
      ➡️ Le recul de l’influence américaine au Moyen-Orient
      ➡️ Les difficultés croissantes de l’économie allemande
      ➡️ Le risque de récession en France et en Europe
      ➡️ La dette française est-elle réellement au bord de la crise ?
      ➡️ Quels choix économiques pour les mois et les années à venir ?

  • Berlin : Die Westend-Rebellen kämpfen gegen den Verfall
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1202123.mietenwahnsinn-berlin-die-westend-rebellen-kaempfen-gegen-den-ver

    Der Mangel liegt im Detail – Hochhaus-Siedlung an der Angerburger Allee in Charlottenburg Foto : nd/David Rojas Kienzle

    A l’origine la cité Angerburger Straße est un ensemble d’immeubles luxueux.. C’est une montagne en béton à proximité de la forêt Grunewald surplombant le fleuve Havel et le quartier litoral boisé appelé « Petite-Venise ». L’architecture est la version « international style » de l’immeuble Le Corbusier dans le même quartier de Westend

    Les habitants de l’ensemble d’immeubles modernes sont des petit bourgeois, professeurs d’université et fonctionnaires moyens de la ville. Ils remplissent les grands parkings devant les entrées avec leurs Mercedes et d’autres voitures comfortables. Quand ils ont envie de montrer leurs oeuvres d’art ils font appel au concierge et sa machine spéciale pour faire planter les clous dans le béton des murs. Le soir après quelques verres dans un bar du centre-ville ils se permettent d’engager deux chauffeurs de taxi pour rentrer à la maison, l’un pour conduire la voiture du client, l’autre pour ramener le premier chauffeur à son véhicule. Le lendemain on descend dans la piscine de l’immeuble pour dessoûler avant de reprendre ses activités. La vie ressemble un peu à celle des protagonistes dans L’éclisse d’Antonioni en plus allemand.

    C’est la vie d’une époque passée depuis longtemps. Aujourd’hui l’immeuble est dans un état vétuste, les loyers ont augmenté et les habitants se rebellent. Face aux groupes immobiliers internationaux la vie de prolétaire ordinaire rattrappe la couche dite « moyenne » qui représentait l’Allemagne de l’Ouest d’avant 1989 sur les plages touristiques du monde.

    La cité d’Angerburger Allee se trouve au nord de l’avenue Heerstraße .

    28.8.2026 von David Rojas Kienzle - Bröckelnde Fassaden, Schimmel an der Decke, Legionellen im Wasser: Mieter*innen in der Angerburger Allee in Charlottenburg fordern Besserung von Adler

    »Belvedere« steht in Orange in geschwungener Laufschrift auf der Fassade eines Hochhauses. Der Name des Wohnkomplexes an der Angerburger Allee im Westen von Charlottenburg soll wohl Eleganz vermitteln. Aber seit die Westplatte 1971 fertiggestellt wurde, ist diese verblasst. Rund um den Schriftzug sind dunkle Stellen auf der Fassade zu sehen. Martina Richter zeigt auf Balkone. »Wenn man an die Hausfront guckt, sieht man abgebröckelte Stücke. Das ist doch gefährlich, wenn jemand unten vorbeiläuft und so was abbekommt«, empört sie sich. Richter wohnt im Block und hat sich aufgeschrieben, welche Mängel sie »nd« zeigen will. Eigentlich heißt sie anders, aber will ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

    Richter ist in der Mieterinitiative Westend-Rebellen aktiv, die sich Anfang 2024 gegründet hat. Der Vermieter, die Adler-Group, hatte damals überhöhte Heizkostenabrechnungen verschickt. Dass manche Leute mehrere Tausend Euro nachzahlen sollten, sorgte für viel Empörung. Mittlerweile beschäftigt sich die Initiative mit viel mehr. Am Samstag wollen sie auf einer Kundgebung einen Brandbrief wegen der Zustände in der Siedlung an Adler überreichen. Der Brief listet Dutzende Mängel auf und fordert deren Beseitigung. Außerdem wollen die Westend-Rebellen, dass ihre Mängelanzeigen zeitnah bearbeitet werden.

    »Das ist ja eigentlich ein schönes Gelände«, sagt Richter, während sie über den Hof führt. Kinder und Jugendliche spielen auf einem Platz. Ein Mann mit Rollator schiebt sich langsam einen Weg entlang – die Siedlung gilt als eine der Gegenden in Berlin, in der die meisten alten Menschen leben. In den aufgereihten 12- bis 20-Geschossern lebt ein mittelgroßes Dorf. Allein im Bestand von Adler sind hier 830 Wohneinheiten. Früher gab es sogar ein eigenes kleines Bad. Aber das ist seit mehr als 20 Jahren nicht nutzbar – so lange wohnt Richter schon in der Siedlung.

    Es ist nicht der eine große Missstand, der die Initiative veranlasst, auf die Straße zu gehen, sondern viele kleine Probleme. Aktuell ist das zum Beispiel der Befall mit Legionellen in einem der Gebäude. Ein Aushang informiert darüber, dass ab dem 6. Stock in der Angerburger Allee 47 in einer Leitung eine extrem hohe Kontamination gefunden wurde. Die Bakterien können, wenn sie eingeatmet werden, eine schwere Lungenentzündung verursachen. Im Aushang steht, dass die »lokalen Befunde« auf »unzureichendes Nutzungsverhalten« zurückzuführen seien. Adler kündigt an, Duschfilter in den betroffenen Wohnungen einzubauen. Außerdem werde vorsorglich eine thermische Desinfektion des Gesamtsystems erfolgen.

    Richter sagt, sie selbst habe keine Angst vor den Legionellen. Andere im Haus seien aber sehr besorgt. »Nachbarinnen fragen uns schon, was da los ist, ob schon etwas unternommen wurde und wann sie Filter bekommen«, erzählt sie. Richter ist auch der Meinung, dass der Befall nicht nur auf unzureichendes Nutzungsverhalten zurückzuführen ist. Sie sagt, es gebe seit ungefähr drei Jahren stark schwankende Wassertemperaturen.

    »Adler sagt immer, alles sei tipptopp. Aber es ist alles irgendwie schmuddelig.«
    Martina Richter Westend-Rebellen

    Weiter oben im Haus, in einem langen Flur, von dem links und rechts die Wohnungstüren abgehen, ist in einer der Deckenplatten ein tellergroßer schwarzer Fleck, wahrscheinlich Schimmel. Es riecht unangenehm. »Gemacht wird erst was, wenn das Ding runterkommt. Auf jedem Flur haben wir das entdeckt«, sagt Richter. Auch im Stockwerk darüber findet sich in der Deckenverkleidung ein etwas kleinerer Fleck. Dort lässt sich auch ein Fenster nicht ganz schließen. »Im Winter, wenn es stürmt, dann rappelt das wie verrückt. Ich habe das gemeldet, aber passiert ist nichts«, sagt Richter. Man könne durch jedes Haus laufen und werde überall etwas finden. Generell findet sie den Zustand der Siedlung nicht sonderlich gut. »Adler sagt immer, alles sei tipptopp. Aber es ist alles irgendwie schmuddelig.«

    Dass lange nichts passiert, wenn man der Hausverwaltung ein Problem meldet, ist ein wiederkehrendes Problem. Richter erzählt, dass sie einen Wasserschaden in der Wohnung hatte. »Das stank wie Jauche«, sagt sie. Gemeldet habe sie das sofort, aber bis dann jemand gekommen sei, seien Wochen vergangen. Mieter*innen berichten der Mieterinitiative von ähnlichen Problemen. »Wenn man einen Mangel meldet, dann schreibt man fünf Mails. Erst wenn man mit einem Anwalt Druck macht, passiert was«, sagt die Aktivistin Richter.

    Die Westend-Rebellen meckern nicht nur und nehmen »ganz schön pingelig« jeden Mangel auf, wie Richter sagt. Wegen des vielen Mülls auf dem Gelände haben sie in Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtreinigung eine »Kehrenbürger«-Aktionen gemacht. Die BSR hat Putzmaterialien bereitgestellt, die Mieter*innen Müll gesammelt. Die vollen Säcke wurden dann abgeholt. Für die Aktion hat Adler einen Raum zur Verfügung gestellt, um Besen, Harken, Müllsäcke und so weiter zu lagern. »Das finde ich gut«, sagt Richter anerkennend. Mehrere Mieter*innen haben außerdem ein brachliegendes Projekt wiederbelebt: eine Bücherbude. In einem kleinen Raum neben der Verwaltung können sich die Nachbar*innen Bücher ausleihen. Dort angekommen, ist die Tür aber verschlossen. »Der Hausmeister tut mir ein bisschen leid. Der hat vor lauter Arbeit bestimmt vergessen, die Bücherbude aufzuschließen«, sagt Richter und ruft ihn direkt an, damit er das doch noch macht.

    Früher habe es vier Hauswarte gegeben, heute nur noch einen, sagt Richter. Damals hätten diese kleinere Mängel immer sofort behoben. »Die Angestellten können ja auch nichts dafür, dass es so ist, wie es ist«, sagt sie. Auch in anderen Siedlungen von Adler mehren sich die Beschwerden von Mieter*innen. Erst am vergangenen Wochenende hat eine Mieterinitiative aus der Nahariya-Siedlung in Lichtenrade protestiert. Die Beschwerden gleichen sich. Auch die Mieter*innen dort haben einen Brandbrief verfasst. In einer Protestaktion haben sie ein zehn Meter langes Banner, »die längste Mängelliste Berlins«, von einem der Häuser abgelassen und am Montag ihren Brandbrief zur Adler-Zentrale gebracht. Und in der Weißen Siedlung in Neukölln protestieren Mieter*innen seit Jahren wegen der mangelnden Instandhaltung.

    Belvedere vom italienischen bel vedere »schöne Aussicht« steht über dem Zugang zur Siedlung. Foto: nd/David Rojas Kienzle

    Zu den Mängeln in der Angerburger Allee und dem Brandbrief aus der Nahariya-Siedlung teilt Adler auf nd-Anfrage hin mit, man wolle sich nicht im Detail öffentlich äußern. »Wir arbeiten kontinuierlich daran, eine gute Wohnsituation zu schaffen und auftretende Mängel zügig zu beseitigen«, so die Pressestelle des Unternehmens.

    Für die Kundgebung am Samstag hofft Richter auf viel Beteiligung. In der Siedlung sind immer wieder Flyer aufgehängt, die dazu aufrufen, zu kommen. Und während sie »nd« über das Gelände führt, grüßt sie immer wieder andere Mieter*innen, denen sie sagt, sie sollen am Samstag dabei sein. »Das ist wichtig!«, wiederholt sie in den kurzen Gesprächen. Denn auch wenn es in der Siedlung besser aussehen könnte, ist sie sich sicher, dass der Druck und die Öffentlichkeit der Westend-Rebellen schon zu kleineren Erfolgen geführt haben: So seien etwa die Beete im Hof erneuert worden, und wenn man ankündige, dass die Presse komme, würden die schlimmsten Stellen ausgebessert. »Wir haben schon was erreicht«, sagt sie.

    #Berlin #Charlottenburg #Westend #Angerburger_Allee #logement #inflation #privatisation #histoire

  • Im Berliner Helmholtzkiez zieht das Elend ein : „Bei uns lag ein Obdachloser im Flur – vor der Wohnung einer Nachbarin“
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/pankow/im-berliner-helmholtzkiez-zieht-das-elend-ein-bei-uns-lag-ein-obdachlos

    Quand les rues et parcs des quartiers bourgeois sont habités par les exclus pauvres et malades la presse bourgeoise s’intéresse au problème. Pourtant l’idéologie libérale et la concentration du pouvoir dans les mains des nantis empêchent toute solution. Dans le passé la ville de Berlin a prouvé qu’avec un peu de bonne volonté on peut loger tout le monde.

    Pendant l’immédiat après-guerre la ville réquisitionnait les chambres dans les appartements bourgeois et dans les arrondissements sous administration soviétique les communistes chassaient les nazis et capitalistes des villas et immeubles pour loger les nomnreux réfugiés et victimes des bombardements.

    Il serait temps de renouer avec la solidarité des débuts et créer une place pour tout le minde.

    27.8.2026 von Christian Hönicke - Immer mehr Wohnungslose campieren in Prenzlauer Berg. Ein Anwohner spricht über beliebte Schlafplätze, Aggressionen, Ekel und Ängste der Nachbarn – und vergebliche Beschwerden.

    Obdachlose direkt vor der Haustür oder sogar im Hausflur – ist das die neue Normalität im Viertel rund um den Berliner Helmholtzplatz?

    Laut Oliver H. ja. Er wohnt seit fast 20 Jahren im Kiez und berichtet im Interview über die voranschreitende Obdachlosigkeit, von unschönen Begegnungen im Hausflur und appelliert an Politik und Behörden. H. möchte wegen des heiklen Themas nicht mit seinem vollen Namen genannt werden, er ist der Redaktion aber bekannt.

    Herr H., wann war bei Ihnen der Punkt erreicht, an dem Sie merkten, dass sich Ihr Viertel dauerhaft verändert?
    Als ich irgendwann vor unserer Haustür stand und sah, dass dort jetzt ein Obdachloser lebt. Er hat sich mit seiner Matratze über Wochen eingerichtet und schlief dort. Er war ab und zu mal weg, kam aber immer wieder. Das hat uns im Haus natürlich beschäftigt.

    Wie haben die Nachbarn reagiert?
    Wir haben erstmal geredet und uns abgestimmt. Geht das jetzt so weiter, was heißt das für unser Wohnumfeld? Kippt das Viertel jetzt?

    Was hat diese Erfahrung bei Ihnen selbst ausgelöst?
    Das war eine Überraschung, ein kompletter Shift für mich. Man hat sich an Obdachlose an der U-Bahn gewöhnt, leider. Aber dass jemand direkt vor der Haustür campiert und sich dort komplett einrichtet und nicht nur mal eine Nacht dort verbringt, das hat meine Perspektive doch verändert. Bei einigen der Personen, die wir hier erleben, kommen starke Verwahrlosung, Alkohol- oder Drogenprobleme und teilweise schwierige Verhaltensweisen hinzu. Da macht man sich schon Gedanken über eine zunehmende Verwahrlosung des Viertels, in dem man lebt.

    Gab es Obdachlosigkeit nicht auch schon vor 20 Jahren am Helmholtzplatz?
    Ja, schon. Das war eher auf dem Platz selbst, aber dort hat niemand dauerhaft campiert. Das hat sich erst in den letzten Jahren entwickelt.

    Dort lebt nun unter anderem ein Obdachloser namens Manni, der trotz Räumung immer wieder zurückkehrt.
    Das war immer schon ein Treffpunkt, aber inzwischen stehen richtige Zeltlager hinter dem Kindercafé. Dort gibt es einen etwas geschützten, von Büschen umgebenen Bereich, den man beim Vorbeigehen kaum wahrnimmt. Als ich die Zelte zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, das wäre so eine Art Kinderfreizeit (lacht). Mittlerweile hat sich das auf die Straßen rund um den Platz verlagert. Die Entwicklung verlief schleichend.

    Welche Orte fallen Ihnen auf?
    In der Schliemannstraße vor dem Spielplatz oder vor den Geschäften und Lebensmittelläden im Viertel, die haben dort deswegen auch teils massive Probleme mit der Hygiene. Zudem gibt es richtige Camps unter den U-Bahnbögen an der Eberswalder Straße und der Schönhauser Allee. Und dann eben auch bei uns direkt vor dem Haus.

    Ein abstraktes gesellschaftliches Problem ist plötzlich unmittelbar im privaten Lebensumfeld spürbar?
    Wenn es direkt vor oder sogar im Haus ist, ist die Dringlichkeit schon nochmal höher. Als erstes habe ich mich gefragt, wer ist das? Geht es ihm gut? Warum ist er auf der Straße gelandet? Doch je länger er blieb, da haben wir uns gefragt: Was bedeutet das für uns als Anwohner? Ist er aggressiv? Im alkoholisierten Zustand oder unter Drogeneinfluss, kann es zu gefährlichen Situationen kommen? Plötzlich liegen Unrat, Essensreste, schmutzige Sachen an unserem Hauseingang. Mitunter empfinde ich das schon als Ekel erregend.

    Das empfinden vermutlich viele so, aber fast keiner traut sich, es öffentlich auszusprechen.
    Und was auch noch hinzukommt: die Selbstverständlichkeit, mit der manche das durchaus ausnutzen.

    Wie meinen Sie das?
    Einige wissen ganz genau, wo die Grenzen sind. Wenn die Polizei zu uns kam, und den Mann höflich gebeten hat zu gehen, oder ihn wegbegleitet hat, kam er einfach nach einer halben Stunde wieder. Ich gehe davon aus, dass er wusste, dass es keine wirkliche rechtliche Handhabe in dieser Frage gibt.

    Ist auch Ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigt?
    Ja, direkt und indirekt. Bei uns lag sogar schon ein Obdachloser im Hausflur. Eine Nachbarin musste über ihn steigen, als sie aus der Wohnung kam. Sie war geschockt und hat sich auch nicht getraut, ihn anzusprechen. Man weiß ja nicht, wie reagiert jetzt dieser Mann, wenn man ihn auf den Hausfriedensbruch aufmerksam macht und ihn bittet, das Haus zu verlassen? Das habe ich dann gemacht.

    Wie war die Reaktion?
    Er war nicht aggressiv, aber er wollte uns verklagen. Wegen Verleumdung (lacht).

    Das klingt witzig, ist aber vermutlich verstörend.
    Ja, das ist schon ein ungutes Gefühl. Ich bin auch schon einmal fast von einem alkoholisierten Mann angegriffen worden. Ich bin ein Mann und noch relativ fit, da gibt es dann noch eine gewisse Hürde. Aber gerade für Frauen kann das schon gefährlich werden. Zwei Frauen in der Nachbarschaft wurden direkt vor ihrem Haus belästigt und bedroht, es stand wohl kurz vor einer Handgreiflichkeit. Eine hat inzwischen durchaus Angst davor, das Haus zu verlassen. Ich selbst habe vor ein paar Monaten in einem Café erlebt, wie eine junge Frau von einem alkoholisierten Mann aus dem gleichen Milieu verbal attackiert und eingeschüchtert wurde.

    Ist die offensichtliche Obdachlosigkeit in der Nachbarschaft ein großes Thema geworden?
    Ja, den Eindruck habe ich schon. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man das in der Vergangenheit so oft aufgebracht hat. Es ist ein Thema für viele Anwohner. Es gibt auch Störungen und Einschränkungen für die Gewerbetreibenden. Eine Person lag direkt vor dem Schaufenster des Ladens in unserem Haus, gleich nebenan ist ein Café.

    Gehen Sie noch gern zum Helmholtzplatz?
    Ja, immer noch. Es gibt nette Cafés und der Platz selbst ist grundsätzlich auch in einem recht guten Zustand. Aber natürlich, weil der Platz so wichtig für den Kiez ist, schaut man auch genauer hin. Und das Publikum hat sich schon verändert.

    Wenn man heute in Berlin unterwegs ist, kann man Obdachlosigkeit kaum ausblenden.
    Wer sich für diese Stadt interessiert und gern hier lebt, den beschäftigt das schon, auch wenn es nicht vor der direkten Haustür stattfindet. Die Situation kann durchaus in Zukunft Auswirkungen auf den Tourismus-Sektor haben. Das kann schon manche Berlin-Besucher abschrecken. Wenn man in ein Gewerbe oder Eigentum investiert hat, betrachtet man die Entwicklung mit Sorge.

    Leidet die Attraktivität von Berlin und Pankow als Lebensmittelpunkt?
    Auf jeden Fall. Wenn man Obdachlose immer häufiger im Stadtbild sieht, überlegt man sich schon: Will ich wirklich hierherziehen? Ich mache mir auch meine Gedanken und frage mich: Wie geht das weiter? Will ich hier langfristig bleiben? Bekannte und Nachbarn sind schon weggezogen oder überlegen es sich, auch wegen ihrer Kinder. Nehmen wir das Bahnhofsviertel in Frankfurt am Main. Das ist architektonisch eigentlich ein attraktives Viertel mit vielen schönen Altbauten. Gleichzeitig sieht man dort, was passieren kann, wenn sich solche Probleme über Jahre verfestigen: Gewerbetreibende geben auf, Leerstände entstehen und die Attraktivität des Standorts leidet.

    Was haben Sie bisher konkret unternommen, um die Lage im Viertel zu verbessern?
    Wir haben die Polizei und das Ordnungsamt gerufen.

    Was ist daraufhin passiert?
    Als ich bei der Polizei angerufen habe, war man dort verständnisvoll und sehr freundlich. Aber sie meinten sofort, sie hätten keine Handhabe, um längerfristig eine Lösung zu schaffen. Die Polizei kam in der Regel dennoch, wenn wir das gemeldet haben. Sie hat dann die Menschen gebeten, zu gehen – aber nach einer halben Stunde waren sie dann wieder da.

    Und was hat das Ordnungsamt gemacht?
    Nichts. Wir haben es mehrfach telefonisch und über die App versucht, aber leider keine Reaktion erhalten. Ich vermute, dass das Ordnungsamt schlicht überlastet und unterbesetzt ist. Man könnte noch Anzeige erstatten, doch die Aussichten auf Erfolg sind auch hier eher gering.

    Haben Sie das Gefühl, die Behörden haben aufgegeben?
    Ich habe wenig Transparenz darüber, wie ernst die Verantwortlichen die Auswirkungen auf die Anwohner nehmen und was genau auf politischer Ebene aktuell unternommen wird. Was mich irritiert hat: Ein Gastronom im Viertel hat Ärger mit den Behörden gekriegt, weil er die Tische ein paar Zentimeter zu weit nach rechts auf den Gehweg gestellt hat. Aber dass da direkt nebenan ein Mensch seit Wochen ohne Erlaubnis ein Bettenlager aufgebaut hat und den öffentlichen Raum besetzt, das hat keine Konsequenzen. Das passt nicht wirklich zusammen. Da kann man als Gewerbetreibender nur mit dem Kopf schütteln.

    Empfinden Sie selbst Ohnmacht?
    Momentan noch nicht. Aber eine leichte Frustration ist da und die Sorge, dass die Situation sich weiter verschlechtert.

    Was wünschen Sie sich?
    Ein klares Statement von der Politik und den Verantwortlichen des Bezirks. Dass das Thema ernst genommen wird und die Perspektive aus dem Viertel wahrgenommen wird. Man muss sich natürlich um die Menschen kümmern, die obdachlos geworden sind. Aber man muss auch die Sorgen der Anwohner und Gewerbetreibenden ernst nehmen und tätig werden. Ansonsten kann die Situation vollends kippen und der Stadt und dem Bezirk massiv schaden. Die Politik in Berlin und Pankow wird für die Situation verantwortlich gemacht, auch wenn das Problem ein gesamtgesellschaftliches ist. Aber die Lokalpolitik hat schon einen gewissen Einfluss auf die Umstände vor Ort.

    #Berlin #Prenzlauer Berg #Helmholtzplatz #SDF #logement #social #immobilier #inflation #pauvreté #exclusion

  • Berliner ohne eigenes Zuhause : Zahl der Wohnungslosen hat sich fast verzehnfacht
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungslosigkeit-verband-zahl-der-obdachlosen-in-berlin-fast-verzehnfa

    Down and out in Berlin - le nombre de personnes dans des logements temporsires et précaires s’élève à plusieurs dizanes de milliers. L’association Gangway en a averti les médias quelwues semaines avant les élections municipales.

    26.8.2026 - Zehntausende Menschen in Berlin haben keine eigene Wohnung. Stattdessen leben sie in Bezirksunterkünften. Der Kern des Problems ist aus Sicht von Sozialarbeitern offensichtlich.

    In den Wohnungslosenunterkünften in Berlin leben nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands inzwischen fast zehnmal so viele Menschen wie noch 2012. Im Januar 2026 hätten rund 57.000 Menschen in einer sogenannten Asog-Wohnung gelebt, sagte Timothy Redfern, Referent für Armut und Wohnungsnotfallhilfe, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Verein für Straßensozialarbeit Gangway. Die Zahlen gehen auch aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor.

    Im Dezember 2012 waren es nach Angaben von Redfern noch 6200 Menschen. Als wohnungslos werden alle Menschen bezeichnet, die kein eigenes Zuhause haben, aber zum Beispiel in Heimen oder bei Freunden unterkommen. Als obdachlos gelten wiederum lediglich die Menschen, die auf der Straße leben. In Berlin seien derzeit rund 6000 bis 7000 Menschen obdachlos, schätzt Redfern. Gesicherte Zahlen dazu liegen nicht vor.

    Asog ist die Abkürzung für das Berliner Polizeigesetz, das konkret „Allgemeines Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ heißt. Es verpflichtet die Bezirksämter, wohnungslose Menschen unterzubringen.
    Erheblicher Wohnungsmangel und hohe Armutsquote

    Als Hauptursache sehen die Sozialarbeiter den deutlichen Wohnungsmangel in Berlin. Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit entstünden nicht nur durch persönliche Schicksale der Betroffenen. „Sie sind die natürliche und strukturelle Folge eines unbezahlbaren Wohnungsmarktes, einer anhaltend hohen Armutsquote in Berlin und eines Unterbringungssystems, das einfach am Limit ist“, sagte Redfern und ergänzte: „Je teurer und knapper Wohnraum ist, desto mehr Menschen werden obdachlos.“ Ein weiterer Faktor seien persönliche Krisen, Krankheit, eine Trennung oder häusliche Gewalt.

    Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl fordern Gangway und der Paritätische Wohlfahrtsverband bezahlbaren Wohnraum für alle. Wichtig sei es außerdem, niedrigschwellige Angebote für Wohnungslose auszubauen und Unterkünfte anders zu gestalten, sagte Streetworker Tino Kretschmann von Gangway.

    Die Menschen lebten teils über Jahre unter schwierigen Bedingungen in Mehrbettzimmern, Familien wohnten auf sehr engem Raum. Außerdem gebe es nicht überall eine reguläre Unterstützung durch Sozialarbeiter, so Kretschmann. Zudem wünschen sich die Streetworker mehr Empathie für Betroffene und dass Menschen in Berlin diese nicht als reinen Störfaktor sähen. (Tsp, dpa)

    #Berlin #SDF #logement #social #immobilier #inflation #pauvreté #exclusion

  • Miete in Berlin : Das kosten Wohnungen jetzt in allen 97 Ortsteilen
    https://www.berliner-zeitung.de/article/miete-berlin-kosten-wohnungen-97-ortsteilen-10157015

    Quand à Berlin on n’est pas membre d’une association de logement ( Wohnungsbaugenossenschaft ) donc propriétaire d’une part de l’organisme en possession de l’immeuble qu’on habite, on paye trois fois plus cher. Ceci signifie un prix moyen du mètre carré de presque quinze Euros par mois chauffage et charges en plus. La capitale allemande est en train de devenir inhabitable pour le peuple et de se transformer en aire de prédateurs et leurs serviteurs à l’image de Londres et Paris.

    Le sujet principal de la campagne électorale municipale est alors l’augmentation continue les loyers, mais ce n’est qu’on tohu-bohu des bandes de traîtres du peuple, les « partis politiques » connus pour leurs fausses promesses. L’extrême droite s’en réjouit car elle profite de l’abandon de l’état de providence et des mensonges des autres politiciens. Elle propose de suivre l’exemple nazi en se débarrassant des étrangers (des juifs à l’époque) et de mettre les appartements vidés à disposition des bons allemands. Problème : c’est un mensonge aussi. Ils ne feront rien sauf enfoncer davantage dans le misère leur électorat populaire.


    Suivant le graphique la solution pour les moins fortunés et un déménagement à Duisburg. C’est un endroit romantique mais seulement pour les vieux qui connaissent encore le commissaire Schimanski (Götz George).
    https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_Duisburg-Ruhrort

    2.7.2026 von Oliver Weinlein - Neue Zahlen zeigen, was Wohnen in Berlins Ortsteilen kostet: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kiez liegen über 500 Euro im Monat.

    Wer in Berlin umzieht, zahlt drauf. 14,39 Euro pro Quadratmeter kostet eine Bestandswohnung bei Neuvermietung im Schnitt – nur in München, Frankfurt am Main und Stuttgart ist es teurer. Das geht aus dem aktuellen Mietkompass des Immobilienportals Immowelt hervor, der die Angebotsmieten in 97 Berliner Ortsteilen einzeln ausweist.

    https://www.immowelt.de/ueberuns/presse/pressemitteilungenkontakt/immoweltde/2026/mieten-steigen-seit-3-jahren-viermal-so-schnell-wie-realloehne-grossstaedte

    Die Auswertung basiert auf einer Beispielwohnung: 75 Quadratmeter, drei Zimmer, erster Stock, Baujahr in den Neunzigern. Und sie zeigt, wie brutal die Adresse über den Kontostand entscheidet.
    Märkisches Viertel günstig, Wilmersdorf an der Spitze

    Am unteren Ende der Liste steht das Märkische Viertel mit 10,51 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Waidmannslust (10,84 Euro), Buchholz (11,02 Euro), Haselhorst (11,55 Euro), Hellersdorf (11,74 Euro) und Spandau (11,83 Euro). Nur diese sechs Ortsteile bleiben unter der Marke von zwölf Euro.

    Am anderen Ende thront Wilmersdorf mit 17,42 Euro. Dahinter liegen Grunewald und Wilhelmstadt (je 17,06 Euro), Tiergarten (16,71 Euro) und Halensee (16,68 Euro).

    Für die 75-Quadratmeter-Wohnung bedeutet das: Zwischen dem Märkischen Viertel und Wilmersdorf liegen rechnerisch 518 Euro Kaltmiete – jeden Monat.
    Gropiusstadt teurer als Kreuzberg und Prenzlauer Berg

    Die Liste räumt mit alten Gewissheiten auf. Die Faustregel „innen teuer, außen günstig“ gilt nur noch bedingt.

    Bestes Beispiel: die Gropiusstadt. Die Neuköllner Großsiedlung liegt mit 15,30 Euro über Kreuzberg (14,95 Euro) und Prenzlauer Berg (14,91 Euro). Auch die Spandauer Wilhelmstadt spielt mit 17,06 Euro plötzlich in der Grunewald-Liga.

    Umgekehrt kostet der Wedding mit 13,58 Euro weniger als das brandenburgnahe Kladow mit 15,24 Euro. Wer sparen will, muss also genau hinsehen – der Bezirk allein sagt wenig.
    Mieten steigen viermal so schnell wie die Reallöhne

    Seit 2023 sind die Berliner Angebotsmieten um 11,9 Prozent gestiegen. Im Städtevergleich ist das Platz 13 von 15 – klingt moderat, ist es aber nicht. Das langsame Tempo ist keine Entspannung, sondern Stillstand auf hohem Niveau.

    Denn die Reallöhne wuchsen im selben Zeitraum bundesweit nur um 5,1 Prozent. Gleichzeitig liegen die Berliner Durchschnittseinkommen rund acht Prozent unter dem Bundesniveau. „Die Mieten steigen von einem bereits hohen Niveau weiter“, sagt Immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Für die rund 1,9 Millionen Berliner Mieterhaushalte wirkt jede Erhöhung deshalb doppelt.

    Konkret heißt das: Wer heute die 75-Quadratmeter-Beispielwohnung neu anmietet, zahlt im Mittel 115 Euro mehr als noch 2023.
    Elf Wochen vor der Wahl: Wohnen entscheidet den Wahlkampf

    Die Zahlen erscheinen zur Unzeit für den Senat. Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus – und Wohnen ist das beherrschende Thema: Die Linke wirbt mit der Enteignung großer Wohnkonzerne, SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach verspricht einen Mietendeckel und 20.000 neue Wohnungen pro Jahr.

    Das Grundproblem lösen Versprechen allein nicht. 2025 wurden bundesweit nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Das politische Ziel von 400.000 Wohnungen wurde um fast 40 Prozent verfehlt. Solange zu wenig gebaut wird, dürfte die nächste Ortsteil-Liste noch teurer ausfallen.

    #Allemagne #Berlin #capitalisme #loyers #inflation #politique #vie_chère

    • Vous les aimez les fonds de pension américains qui investissent dans (ou possèdent déjà depuis des décennies) le logement allemand ?
      Qui parlent d’augmenter les loyers sans justification (à part la pression de leurs investisseurs).
      Et la classe politique qui leur donne toutes les garanties et leur assure la réussite.
      C’est la voie à suivre, hein ?

  • Une capitale bloquée et des milliers de mineurs dans la rue : en #Bolivie, la pression sur le président #Rodrigo_Paz s’accentue
    https://www.humanite.fr/monde/bolivie/une-capitale-bloquee-et-des-milliers-de-mineurs-dans-la-rue-en-bolivie-la-p

    Depuis son arrivée au pouvoir le 8 novembre, le dirigeant bolivien de droite traverse une contestation sans précédent. Enseignants, ouvriers, paysans, routiers, mineurs ont déclenché de fortes mobilisations et le blocage de #La_Paz, capitale administrative du pays. Ils réclament son départ face à une forte #inflation, une #pénurie de carburants et des choix économiques au détriment des plus précaires.

  • En Inde, la colère prend de l’ampleur parmi les travailleurs : « Il est devenu de plus en plus difficile d’acheter de quoi manger »
    https://www.lemonde.fr/international/article/2026/04/30/en-inde-la-colere-prend-de-l-ampleur-parmi-les-travailleurs-il-est-devenu-de

    Jitender Kumar a beau travailler douze heures par jour, il ne parvient plus à joindre les deux bouts. Agent de sécurité, il fait le pied de grue par 40 °C devant les portes de la banque pour laquelle il travaille, dans le quartier de Katwaria Sarai, situé dans le sud de New Delhi. Pour son dur labeur, il n’est rémunéré que 15 000 roupies par mois, soit l’équivalent de 135 euros. « Mon salaire n’a pas augmenté depuis cinq ans, alors que mes dépenses ont explosé », soupire l’homme de 44 ans.

    Comme lui, des milliers d’autres travailleurs pris à la gorge sont descendus dans les rues à travers le pays depuis le début du mois d’avril. Les #grèves ont commencé dans la ceinture industrielle de Gurgaon-Manesar, limitrophe de la capitale, qui abrite nombre d’usines automobiles. Puis la colère s’est répandue comme une trainée de poudre dans d’autres cités de la banlieue de New Delhi, à Faridabad, puis à Noida. Dans cette ville, les manifestations ont pris une tournure inhabituellement violente. Les ouvriers qui travaillent dans des petites usines de vêtements ou encore de fabrication de pièces automobiles ont bloqué les routes et incendiés des véhicules. Quelques jours plus tard, des travailleurs domestiques sont à leur ...

    #paywall

    « Grèves et émeutes des ouvriers en Inde » « Il n’y a pas que Noida : pourquoi les ouvriers manifestent-ils dans plusieurs villes d’Inde ? »
    https://dndf.org/greves-et-emeutes-des-ouvriers-en-inde

    #inflation

  • India’s Working Poor Are Being Priced Out of Basic Meals
    https://jacobin.com/2026/04/india-cooking-lpg-oil-shock

    Est-ce que l’Inde se dirige vers une crise de famine ?

    15.4.2026 by by Sajad Hameed, Rehan Qayoom Mir - For many migrant workers in India, the inability to cook affordably disrupts the economics of city life. As fuel becomes increasingly expensive due to market volatility and supply shocks, families are being forced to ration meals or relocate.

    New Delhi, INDIA – At the edge of Hazrat Nizamuddin Railway Station, the morning feels heavier than usual. Families cluster along the platform, their belongings packed into cloth bundles and plastic sacks.

    Children lie half-asleep in their mothers’ laps as announcements echo overhead. Trains heading toward Bihar, Uttar Pradesh, and beyond are running full. Over the past few days, railway workers say, the crowds have grown noticeably thicker. Entire families, most of them daily wage laborers, wait with little more than essentials, as if preparing for a longer absence.

    “Something is wrong,” says Ab Rahman, thirty-four, a porter, or coolie, who has spent more than a decade navigating these railway platforms. “For four to five days now, there has been a heavy rush — mostly poor workers. They are going back.”

    There are no official announcements explaining the surge. No single event has triggered it.

    Across the platform, fragments of conversation point to a quieter pressure of rising costs, shrinking work, and the growing difficulty of sustaining even the most basic routines of life in the city.

    For many, the crisis is not just about wages or rent. It is about something more immediate: the ability to cook a meal.

    Among those waiting at the platform is twenty-seven-year-old Ramesh Varma, a street vendor from Bihar’s Barwan Kala village. He had returned to Delhi barely fifteen days ago, hoping to rebuild his earnings. Now he is leaving again.

    “LPG [liquid petroleum gas] refills were not available on time,” he says, sitting on the platform floor. “We kept waiting, going from one gas agency to another. Even when the gas cylinder comes, the cost is too high.”

    For many migrant workers, the inability to cook affordably disrupts the fragile economics of city life, where preparing food at home is often the only way to keep daily expenses under control. Varma’s decision captures a growing reality across India’s working-class neighborhoods: as cooking fuel becomes expensive or inaccessible, survival itself becomes uncertain.
    Means-Tested LPG and the Crisis

    Across India’s cities and industrial belts, a basic act of cooking a meal is becoming increasingly precarious for low-income households.

    In the working-class neighborhoods of Delhi and beyond, families report rising LPG refill costs, irregular access, and delays that make everyday cooking uncertain. This is not a sudden breakdown. It is the result of a longer policy shift now intensified by a global supply shock.

    Part of that shock reflects spillovers from the conflict in the Middle East. Despite recent ceasefire efforts, geopolitical tensions continue to reverberate through global energy markets, particularly through disruptions around the Strait of Hormuz, a key transit route for crude oil and LPG.

    According to the International Energy Agency (IEA), these disruptions have tightened global energy supplies and contributed to higher crude and LPG prices, tightening markets for import-dependent countries including India.

    India’s LPG subsidy bill, which once exceeded 40,000 crore rupees annually in the mid-2010s, fell sharply by 2020–21 before partial restoration in recent years. Government budget data shows LPG subsidy expenditure has fluctuated sharply over the past decade, reflecting a broader shift toward market-linked pricing.
    A decade after expanding liquefied petroleum gas access, India has left its poorest households exposed to volatile fuel markets, forcing millions to ration gas, skip meals, or abandon city life altogether. (Sajad Hameed / Jacobin)

    Today LPG subsidies have become increasingly targeted rather than universal. In 2025–26, the government allocated around 12,000 crore rupees to support Pradhan Mantri Ujjwala Yojana (PMUY), a program that subsidizes cooking gas for low-income houses, reflecting a narrower approach to welfare support.

    For consumers, this translated into a steep rise in refill costs. The price of a standard 14.2 kilogram domestic LPG cylinder, which hovered around 400–500 rupees a decade ago, crossed 1,000 rupees in many cities in the year 2022 before easing slightly to around 850–950 rupees. For low-income households, this remains prohibitively expensive.

    India depends heavily on LPG imports, making domestic prices highly sensitive to global energy markets and external supply conditions. Fluctuations in international fuel prices and supply disruptions are increasingly passed on directly to households.

    The Numbers Behind the Squeeze

    The pressure on working-class households is not anecdotal but is measurable.

    While subsidies still exist, many households report receiving little meaningful relief. For a daily wage worker earning 300–500 rupees, a single refill can consume two to three days’ income, making regular use difficult to sustain. Parliamentary data indicates that PMUY beneficiaries use significantly fewer cylinders annually than other consumers, underscoring the affordability constraint.

    In Sangam Vihar, one of Delhi’s largest informal settlements, Parveena sits outside her one-room house, an empty LPG cylinder resting beside her like a useless object.

    “For the past few days, we have been running from one gas agency to another,” she says. “We are not getting refills on time. Without gas, we cannot even cook one meal.”

    Inside the room is quiet. There is no smell of food, no utensils on the stove, no sign of a meal in preparation, but only the stillness of a kitchen that has stopped functioning.

    A mother of two and a daily wage worker, Parveena has already begun cutting back. “For two days, my children have slept hungry,” she says. “Prices are rising every day. Even if we find LPG, it is too costly. We are poor; how can we pay so much just to cook food?”

    While India has expanded LPG access significantly over the past decade, sustained usage among low-income households remains uneven. In recent months, that strain has deepened. Reports from multiple states, including Uttar Pradesh and Maharashtra, point to refill delays, long waiting times, and rising dependence on alternative fuels.

    In some areas, households have begun reverting to firewood and kerosene fuels associated with both poverty and long-term health risks.

    Parveena’s neighbor notes quietly, “We cannot just leave this place. At least the men find some work here. . . . Somehow we survive with that.”

    In neighborhoods like these, leaving is rarely a real option. Work is uncertain, but it exists. Survival depends on staying and adjusting. But adjustment has limits. For women in particular, the burden is immediate and physical. When LPG runs out, it is they who must find alternatives like collecting firewood, managing inefficient stoves, or stretching meals across days.
    Cooking With Firewood and Kerosene

    In working neighborhoods across India, families report reducing the number of meals they cook, delaying refills, and stretching cylinders beyond their normal use. “We adjust” is how several workers describe it.

    Residents say that while LPG connections have expanded significantly over the past decade, sustained usage remains uneven, particularly among low-income households.

    Faheem, thirty-two, a migrant worker from Gujarat currently working in Bengaluru, describes the situation as disturbing.

    “We can’t get gas here, and now we are being forced to leave our home,” he says. “Cooking has become difficult, sometimes even impossible, and we don’t know how to manage our house and land anymore. Everything has become too hard.”

    “Sometimes it’s expensive; sometimes it’s not available at all. Life has really become difficult,” he adds.

    For many households, alternatives remain out of reach. Electric cooking is often presented as the next step in India’s clean energy transition, but it requires upfront investment in appliances and a reliable electricity supply.

    For precarious urban and rural households, both remain uncertain. As a result, the transition to cleaner energy is unfolding unevenly, shaped as much by income as by infrastructure. In the outskirts of cities, firewood and kerosene are reappearing as fallback options.

    Chulhas — traditional Indian stoves once replaced in the name of clean energy — are being used again. Health experts have long warned about the consequences of such reversals.

    Prolonged exposure to smoke from firewood and biomass fuels is linked to respiratory illnesses, particularly among women and children who spend the most time near cooking spaces. What appears as a short-term coping strategy can carry long-term health costs.

    Anjali, thirty-three, a mother of two and resident of rural Odisha, says, “Since we are not getting refills on time and sometimes have to wait weeks, we are being pushed back to firewood.”

    “In our village, most homes once switched to LPG, but nearly 30–40 percent still burn firewood for cooking, even with connections, especially among poorer families.”

    “The smoke makes our children cough, and my wife spends hours every day tending the chulha,” Arun Kumar, her husband, adds.
    In the outskirts of cities, firewood and kerosene are reappearing as fallback options for cooking as LPG becomes unaffordable. (Sajad Hameed / Jacobin)
    Markets Decide Who Eats

    Cooking is often treated as a private act, confined to the household. But in reality, it is shaped by forces far beyond it. Who can afford fuel? Who absorbs price shocks? Who is forced to sacrifice?

    Across India, around 60 percent of households use LPG as their primary cooking fuel, according to government data from 2020–21.

    Yet in rural areas, a substantial share continues to rely on firewood, dung, or other biomass, even among families with LPG connections. Supply gaps, high refill costs, and erratic delivery make consistent usage difficult, pushing households back toward traditional fuels.

    As the train begins to depart from Hazrat Nizamuddin Railway Station, Ramesh Varma climbs aboard.

    “I came here to earn,” he says. “But if I cannot even eat, what is the point?”

    What makes this crisis particularly stark is its invisibility. There are no dramatic shortages, no official declarations of emergency. Instead, it unfolds quietly in skipped meals, in empty cylinders, in families stretching survival beyond its limits.

    In homes like Parveena’s, the uncertainty continues. Across India, in thousands of kitchens, the same question lingers.

    For millions of working-class households, the choice is no longer abstract. It is immediate, daily, and shaped by forces far beyond the kitchen: cook — or skip a meal.

    #Inde #inflation #carburant #pauvreté

  • Zu teuer zum Wohnen, zu teuer zum Fahren: Berlins Pendler-Kollaps
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/zu-teuer-zum-wohnen-zu-teuer-zum-fahren-berlins-pendler-kollaps-li.

    15.4.2026 von Oliver Weinlein - Rekordmieten in der Hauptstadt treiben Tausende nach Brandenburg. Doch bei historischen Spritpreisen und vollen Bahnen wird der Arbeitsweg zur Belastungsprobe.

    Jeden Morgen strömen fast 300.000 Menschen aus Brandenburg in die Hauptstadt. Sie pflegen die Alten, bauen die Wohnungen, unterrichten die Kinder. Mitbestimmen dürfen sie nicht. In Zeiten von historischen Spritpreisen und einem chronisch überlasteten Nahverkehr sind sie es, die das Nachsehen haben.

    Berlin ist eine Einpendelstadt. 477.448 Menschen pendeln täglich in die Hauptstadt ein – mehr als nach Frankfurt am Main oder Hamburg, weniger nur als nach München. Den größten Anteil daran trägt das direkte Nachbarland: 290.435 Menschen pendeln aus Brandenburg nach Berlin zur Arbeit. Sie kommen aus Oranienburg und Bernau, aus Königs Wusterhausen und Strausberg, aus Cottbus und Frankfurt an der Oder. Was sie eint: Sie gestalten Berlin, aber in der gegenwärtigen Infrastrukturkrise zahlen sie den höchsten Preis.

    Eine Metropole, die von außen am Laufen gehalten wird

    Von den knapp zwei Millionen Berliner Berufstätigen arbeiten 86,4 Prozent innerhalb der Stadtgrenzen. Die übrigen 13,6 Prozent pendeln selbst aus Berlin heraus. Doch die Richtung, die strukturell den Takt angibt, ist die entgegengesetzte: Fast 300.000 Menschen kommen täglich in die Stadt, halten Berlins Pflegeheime, Baustellen, Schulen und Büros am Laufen – und fahren abends wieder. Der stetige Zuwachs an Einpendlern verdeutlicht, dass die Abhängigkeit der Metropole von ihrem Umland wächst. Ohne diese Arbeitskräfte würde die Hauptstadt schlichtweg kollabieren.

    Verdrängt durch die Miete, bestraft an der Zapfsäule

    Der Entschluss, außerhalb Berlins zu wohnen, ist für die meisten längst keine Lifestyle-Entscheidung mehr, sondern ökonomische Notwendigkeit. Die durchschnittliche Kaltmiete in Berlin erreichte im ersten Quartal 2026 den Wert von 13,11 Euro pro Quadratmeter. In Lagen wie Friedrichshain-Kreuzberg oder Mitte werden im Schnitt 15,50 bis deutlich über 16 Euro fällig. Wer eine Familie ernährt, rechnet – und zieht nach Brandenburg.

    Doch wer ins Umland zieht, tauscht den Mietwahnsinn aktuell gegen die erdrückenden Kosten der Mobilität. Pendler, die aufgrund von Schichtdiensten oder mangelnden Alternativen auf das Auto angewiesen sind, erleben an den Tankstellen eine beispiellose finanzielle Belastung. Im April 2026 kletterten die Spritpreise in Deutschland auf neue historische Höchststände. Nach Erhebungen des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für einen Liter Diesel zuletzt bei rund 2,44 Euro, in der Spitze sogar darüber – ein trauriges Allzeithoch. Auch Super E10 nähert sich mit Werten zwischen 2,15 und 2,22 Euro rasant den Rekordmarken. Die finanzielle Entlastung durch die günstigere Brandenburger Miete schmilzt mit jedem Kilometer auf der A10 oder der B96 dahin. Der Weg zur Arbeit ist zur Kostenfalle geworden, in der die Pendler unweigerlich das Nachsehen haben.

    Gefangen im chronisch überfüllten Nahverkehr

    Wer das Auto aus Kostengründen stehen lässt, entkommt zwar der Zapfsäule, landet jedoch direkt im nächsten Engpass. S-Bahn und Regionalexpress sind die Lebensadern der Hauptstadtregion, doch sie arbeiten am Limit. Wer auf den Nahverkehr umsteigt, kämpft täglich mit der eklatanten Überfüllung zu den Stoßzeiten, knappen Taktungen und regelmäßigen Ausfällen. Alternde Fahrzeuge und massiver Personalmangel machen den Weg zur Arbeit zu einem nervenaufreibenden Geduldsspiel. Die strukturellen Schwächen des Netzes treffen diejenigen am härtesten, die sich den Luxus eines Innenstadt-Wohnsitzes nicht mehr leisten können und schlicht auf funktionierende Bahnen angewiesen sind.

    Kein Mitspracherecht

    Wer täglich Stunden im Berliner Verkehr verbringt, Berliner Infrastruktur nutzt und Berliner Betriebe mitträgt, hat keinerlei Mitspracherecht bei den politischen Entscheidungen, die diesen Alltag regeln. Das Wahlrecht richtet sich stur nach dem Wohnort. Wenn über den Ausbau der Regionalbahnstrecken, die Taktung der S-Bahn, teurere Parkraumbewirtschaftung oder Tarifverträge im öffentlichen Dienst verhandelt wird, betrifft das die Pendler existenziell.

    Abstimmen können sie nicht. Das politische Zuständigkeitsproblem – Berlin plant für Berliner, Brandenburg für Brandenburger – führt dazu, dass diese Lebensrealitäten schlichtweg durch das Raster fallen.

    Statistiken erfassen Pendler als bloße Bewegungsgröße – als Einheiten, die morgens in die Stadt hinein- und abends wieder herausströmen. Was keine Zahl abbildet: den Zeitverlust, die chronische Erschöpfung und die zermürbende Logistik, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat, der Sprit unbezahlbar ist und die Kita im Heimatort pünktlich schließt.

    Fast 300.000 Menschen aus Brandenburg machen Berlin jeden Tag möglich. In der aktuellen Lage, zerrieben zwischen Rekordmieten, explodierenden Spritpreisen und einem überlasteten Nahverkehr, zahlen sie dafür einen enorm hohen Preis.

    Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Pendlerrechnung/Erwerbstätigkeit (Datenstand 2025/2026); ImmoScout24, Mietspiegel Berlin Q1 2026; ADAC, Kraftstoffpreise April 2026

    #Berlin #Stadtentwicklung #Wirtschaft #Wohnen #Verkehr #Mieten #Inflation

  • Operation Epstein Fury: Das zynische Geschäft mit Wetten auf den Krieg
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/operation-epstein-fury-das-zynische-geschaeft-mit-wetten-auf-den-kr
    Foto
    US-Präsident Donald Trump (r) und US-Verteidigungsminister Pete Hegset, by Mark Schiefelbein

    Profiteurs de la guerre, faites vos jeux !

    23.3.2026 von Michael Maier - Das große Geschäft mit dem Krieg sind Wetten, nicht Waffen. Entscheidend ist Insider-Wissen. Der Zick-Zack-Kurs von Trump ist eiskaltes Kalkül.

    Irgendwer konnte am Montag mit einer Wette auf fallende Preise bei Öl und Gas, auf steigende US-Aktienkurse, auf einen Absturz des Volatilitätsindex Vix richtig viel Geld verdient haben.

    Die Financial Times 8FT) berichtet: „Rund 15 Minuten bevor Donald Trumps Post, in dem er von ,produktiven’ Gesprächen mit dem Iran sprach, den Rohölpreis einbrechen ließ und Volatilität bei anderen Vermögenswerten auslöste, platzierten Händler Wetten im Wert von einer halben Milliarde Dollar am Ölmarkt.“ Zwischen 6:49 Uhr und 6:50 Uhr New Yorker Zeit am Montag wechselten demnach etwa 6.200 Brent- und West Texas Intermediate-Futures-Kontrakte den Besitzer – nur eine Viertelstunde vor dem Post des US-Präsidenten. Der Nominalwert dieser Transaktionen betrug laut Berechnungen der Financial Times auf Basis von Bloomberg-Daten 580 Millionen Dollar.

    Um 12.23 Uhr mitteleuropäischer Zeit postete Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, auf seiner privaten Internetplattform Truth Social in Großbuchstaben eine Nachricht, die jeder Trader und erst recht jeder Algorithmus für die Ankündigung des Endes des Iran-Krieges halten musste.

    Heftige Kursbewegungen nach Trump-Posting

    Trump schrieb: „Ich freue mich, berichten zu können, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und der Iran in den letzten zwei Tagen sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige Beilegung unserer Feindseligkeiten im Nahen Osten geführt haben. Aufgrund des Tons und der Art dieser tiefgründigen, detaillierten und konstruktiven Gespräche, die die ganze Woche über fortgesetzt werden, habe ich das Kriegsministerium angewiesen, alle Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen, vorbehaltlich des Erfolgs der laufenden Treffen und Gespräche.“ Unmittelbar nach Veröffentlichung der Nachricht fielen die Preise von Öl und Gas, stiegen die US-Aktienkurse, stürzte der Index Vix dramatisch ab.

    Auf die Frage von Reportern vor dem Besteigen der Air Force One nach der Dementi des iranischen Außenministeriums, sagte Trump, es gebe eine Kommunikationsstörung in Teheran und die Gesprächsteilnehmer könnten nicht unbedingt andere Personen des Regimes erreichen. Trump sagt, seine Top-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hätten im Namen der USA an den Gesprächen teilgenommen. Er sagte, er habe für Dienstagmorgen einen Angriff auf Irans größtes Elektrizitätswerk genehmigt, woraufhin Iran die USA kontaktiert und um ein Abkommen gebeten habe.

    Mit welchem Iran verhandelt Trump?

    „Wenn es gut läuft, werden wir das beilegen. Andernfalls bomben wir uns einfach weiter die Seele aus dem Leib“, sagt Trump. Auf die Frage, mit wem die USA verhandeln, falls, wie Trump behauptet, Irans erste und zweite Führungsebene ausgeschaltet worden seien, sagt der Präsident: „Wir verhandeln mit dem Mann, der meiner Meinung nach am meisten respektiert wird und der Anführer ist … Wir haben Leute, die das Land sehr gut repräsentieren.“

    Er weigerte sich zu sagen, mit wem seine Leute verhandelt hätte, sagte aber, es sei nicht Mudschtaba Khamenei, der vom Iran benannte neue Religionsführer. Trump sagte, die USA wollten „den nuklearen Staub“ des Iran und meinte damit die iranischen Bestände an bereits hochangereichertem Uran. Er behauptet dann, der Iran habe zugestimmt, auch dieses Uran abzugeben. Trump sagte, falls es zu einer Einigung komme, „werden wir es selbst holen“.

    Trump verband seine Bericht über angebliche großartige Gespräche mit einer handfesten Drohung: „Wenn es gut läuft, werden wir das beilegen. Andernfalls bomben wir uns einfach weiter die Seele (our little hearts) aus dem Leib.“
    Trump informiert Israel vorab

    Bloomberg berichtet, Trump habe Israel von seinen Plänen vorab informiert. Ob die britische Regierung von Keir Starmer im Vorfeld etwas wusste, ist unklar. Die Briten hielten sich bedeckt. Auf die Frage des Guardian, ob Großbritannien von den von Trump als „sehr gut und produktiv“ bezeichneten Gesprächen der USA mit dem Iran in den vergangenen zwei Tagen Kenntnis habe oder daran beteiligt sei, sagte ein Sprecher, er habe der am Sonntagabend veröffentlichten Mitteilung über Keir Starmers Telefonat mit Trump nichts hinzuzufügen.

    Verdacht von massiven Insider-Wetten

    Seit Wochen kursiert der Verdacht, dass Insider riesige Vermögen gewinnen, weil sie ihr Wissen nutzen, um auf entsprechenden Märkten Wetten zu platzieren. Die Daily Mail berichtete erst kürzlich von derartigen Aktivitäten: Keine fünf Stunden vor dem Angriff der USA auf die Verteidigungsanlagen von Caracas und der Entführung von Nicolas Maduro platzierte jemand im Januar auf der Wettplattform Polymarket seine letzte einer Reihe verdächtig „vorausschauender“ Wetten. Er sagte voraus, der Präsident Venezuelas werde bis Ende des Monats gestürzt sein. Der Spieler blieb anonym.

    Wetten auf Polymarket sind ausschließlich mit Kryptowährungen wie Bitcoin möglich. Der Spieler hatte erst wenige Wochen zuvor ein Konto bei Polymarket erstellt und abgesehen von einigen Wetten auf Maduros Schicksal in den Tagen vor der Razzia keine weiteren Wetten platziert. Bei einem Gesamteinsatz von 34.000 US-Dollar innerhalb einer Woche erzielte er den satten Gewinn von 400.000 US-Dollar. Ende Februar wiederholte sich laut Daily Mail das Spiel – und zwar mehrfach. Mindestens sechs mutmaßliche Insider gewannen 1,2 Millionen Dollar mit Wetten auf einen Angriff der USA auf den Iran. Die meisten ihrer Wetten platzierten sie in den letzten 24 Stunden vor Beginn der Bombardierungen.
    Präzise Wetten auf Maduro und Chamenei

    Der größte Gewinner strich mit einem Einsatz von 61.000 Dollar fast 500.000 Dollar ein. Wie schon bei der Wette auf Maduro hatten sie keine weiteren Wetten auf der Plattform abgeschlossen.

    Der Verdacht, dass einige wenige Insider Informationen aus dem Umfeld der Trump-Regierung erhielten, ist nicht von der Hand zu weisen: Ein Spieler mit dem Namen „magamyman“ gewann mehr als 553.000 Dollar mit Wetten darauf, dass der iranische Ayatollah Ali Chamenei bis Ende März gestürzt sein würde. Allein auf Polymarket, der beliebtesten Plattform für geopolitische Wetten, wurde eine halbe Milliarde Dollar darauf gesetzt, wann genau amerikanische Streitkräfte Bomben auf den Iran abwerfen würden.

    Am 27. Februar wetteten mehr als 150 Polymarket-Konten jeweils mindestens 1000 Dollar darauf, dass ein Angriff auf den Iran bis zum nächsten Tag erfolgen würde, was schließlich genauso geschah.

    Die Demokraten im US-Kongress gehen laut Daily Mail davon aus, dass es sich nicht um Zufälle handelt. „Es ist Wahnsinn, dass so etwas legal ist“, sagte der demokratische Senator Chris Murphy. „Leute aus Trumps Umfeld profitieren von Krieg und Tod.“
    Trumps moralische Agnostik

    Weder Trump noch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu oder britische Politiker sind dafür bekannt, zwischen privatem und öffentlichem Interesse akribische Trennlinien einzuhalten. Die Vernetzung von Politikern und Finanzinstitutionen ermöglicht es den Entscheidern, über nicht offengelegte Vehikel jede ihrer Entscheidungen sofort zu Geld zu machen. Je widersprüchlicher die Entscheidungen sind, umso mehr Geld ist zu „verdienen“.

    Unterstützt wird der Trend von der moralischen Agnostik der sogenannten Künstlichen Intelligenz. Im Zusammenspiel mit den bekannten Algorithmen ist eine beschleunigte Gewinnerzeugung für viele Player heute das Gebot der Stunde. Auch die Iraner können diesen Mechanismus zu ihrem Vorteil nutzen, etwa indem sie spekuliert hätten, bevor das Dementi in die Welt gesetzt war.

    Das Epstein-Netzwerk funktionierte ebenso

    Solche Deals haben weltweit Methode. Das gesamte globale Netzwerk von Jeffrey Epstein agierte finanziell im Bereich des politischen Insider-Geschäfts, wie der Fall von Peter Mandelson zeigt (mehr dazu hier). Beobachter haben im übrigen wegen der Gleichzeitigkeit der Debatte um die Epstein Files und dem Anfgriff auf den Iran den Namen des Kriegs als „Epstein Fury“ (statt „Epic Fury“) paraphrasiert.

    Ob Trumps Ankündigung in der realen Welt eine gewisse Haltbarkeit hat, wird einerseits von der politischen Konstellation abhängen: Der Iran teilte unmittelbar nach Trumps Posting mit, dass es keine Gespräche mit den Amerikanern gebe. Israel sagte, man werde weiter kämpfen. Netanjahu meldete sich mit einem kryptischen Statement zu Wort und sagte, Israel arbeite daran, sowohl Israel als auch den Iran an „Orte zu bringen, an denen sie noch nie waren“, und betonte Jerusalems Vorteil gegenüber Teheran.

    Keir Starmer glaubt nicht an rasches Ende von Iran-Krieg

    Der britische Premier glaubt ebenfalls nicht an ein rasches Ende des Krieges. Starmer steht innenpolitisch seit Monaten unter Druck. Trump prophezeite ihm dieser Tage wie auch dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein baldiges Ende seiner politischen Karriere.

    Starmer berief am Montag eine Dringlichkeitssitzung ein, um für den Fall, dass der Krieg langfristige finanzielle Folgen haben sollte, „umfassendere Maßnahmen für die Wirtschaft und einzelne Wirtschaftszweige“ zu erörtern. „Wir müssen davon ausgehen, dass dies noch einige Zeit dauern könnte“, sagte Starmer. „Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen und denken, es gäbe ein schnelles und baldiges Ende.“

    Verheerende Schäden bei Energie

    Die wirtschaftlichen Schäden sind in der Tat auch global noch nicht abzusehen. Die Wiederherstellung der zerstörten Erdgasanlagen in Katar dürfte drei bis fünf Jahre dauern. Bis dahin werden die weltweiten Lieferströme von Flüssigerdgas (LNG) neu geordnet, also wegen des geringeren Angebots teurer. Auch die Ölindustrie rechnet mit weiteren Verwerfungen an den Märkten.

    Für die Kreditmärkte sieht es ebenfalls nicht rosig aus: Die Inflation dürfte steigen und daher auch die Zinsen. Die Renditen für europäische Staatsanleihen gaben zwar nach Trumps Posting nach, stiegen jedoch nach dem Dementi der Iraner erneut und bleiben auf hohem Niveau.

    Haben die USA gegen den Iran verloren?

    Die Frage ob das scheinbare Einlenken Trumps ein Eingeständnis des militärischen Scheiterns oder eine raffinierte Finte ist, um den Iran in Sicherheit zu wiegen, wird der weitere Verlauf der Kämpfe zeigen. Fest steht jedoch, dass der Schutz der Straße von Hormus von den Amerikanern nur schwer zu garantieren ist. In einer Anaylse des Atlantic Council heißt es, die Minenräumkapazitäten der USA im Nahen Osten seien weitgehend unerprobt. Im vergangenen Herbst habe die US-Marine alle ihre im Nahen Osten stationierten Minensuchboote der Avenger-Klasse außer Dienst gestellt.

    Um eine Minenräummission zu unterstützen und zu ermöglichen, könnte die US-Marine zudem Kampfluftpatrouillen benötigen, die in der Lage sind, Minenräumfahrzeuge vor iranischen Drohnen- und Kleinbootangriffen zu schützen und anschließend gegebenenfalls Handelsschiffe zu verteidigen.

    Militärexperten halten es dennoch für denkbar, dass Trump einige tausend Soldaten entsenden wird, um eine kleinere Insel in der Straße von Hormus einzunehmen. Diese dürften jedoch frühestens am Freitag in der Region eintreffen, weshalb Trump in Vorbereitung der nächsten Welle Zeit gewinnen könnte.
    China könnte etwas lernen

    Die Experten vom Atlantic Council fürchten zudem, dass die Chinesen über diese Operationen in Erfahrung bringen könnten, wie die US-Armee vorgeht. Gut denkbar also, dass Wettbüros, Krypro-Plattformen und Börsen-Kasinos die sichersten Häfen für die Experten der Trump-Administration blieben.

    #Iran #Israël #USA #guerre #spéculation #cryptomonnaies #bourse #inflation

  • QATARENERGY CEO — 2026-03-19: We’ll be🚨losing 12.8M tons per year of LNG for 3 to 5 YEARS, ~17% of #Qatar's export LNG
    via https://diaspora.psyco.fr/p/12347494

    ♲ Kim Perales - 2026-03-19 14:27:01 GMT

    QATARENERGY CEO:🚨"2 out of 14 of our LNG trains & one out of 2 of our gas-to-liquids (GTL) fac were damaged in the attacks.We’ll be🚨losing 12.8M tons per year of LNG for 3 to 5 YEARS, ~17% of #Qatar's export LNG

    WE MAY HAVE TO DECLARE FORCE MAJEURE ON LT CONTRACTS FOR UP TO 5 YRS FOR LNG SUPPLIES TO ITALY, BELGIUM, KOREA & CHINA.

    And another fire, 270 MW really close to the LNG⬇️trains." tleilax #IranWar #Gas #LNG #SupplyChain #TrumpRegime #Israel #Netanyahu #Trump #Economy #Inflation #USPol

  • Bernard Duterme, essayiste : « Le tourisme, de masse ou de niche, sature ou exclut »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/12/28/bernard-duterme-essayiste-le-tourisme-de-masse-ou-de-niche-sature-ou-exclut_

    L’avenir est prometteur : le secteur a injecté cette année près de 12 000 milliards de dollars [10 193 milliards d’euros] dans l’économie mondiale, plus de 10 % du produit intérieur brut (PIB) mondial. C’est quelque 1 000 milliards de plus qu’en 2024 et environ 1 500 milliards de plus que lors du précédent record, prépandémique, de 2019.

    [...] Selon une énième étude sur le sujet, les seules émissions de gaz à effet de serre du secteur accusent un rythme de progression de 3,5 % l’an, c’est-à-dire plus du double que celui de l’ensemble des activités économiques à l’échelle planétaire.

    https://justpaste.it/gtjlg

    #tourisme #écologie #inflation

  • Ce qu’il faudra faire pour vaincre l’#extrême_droite

    L’extrême droite se nourrit du #désespoir économique, de l’#insécurité et de l’#exclusion. Pour la priver de ses ressources, ceux qui veulent préserver la #démocratie doivent proposer un contre-discours axé sur la #dignité et l’#appartenance, ainsi qu’un programme politique conçu pour favoriser l’#inclusion_économique et la #résilience_climatique.

    De l’Allemagne aux États-Unis en passant par le Brésil et au-delà, l’extrême droite gagne du terrain. Si les détails varient d’un pays à l’autre, le schéma est étonnamment cohérent : l’extrême droite prospère lorsque les économies ne parviennent pas à assurer le #bien-être, l’#équité et la #sécurité.

    Ce n’est pas une observation nouvelle. #Antonio_Gramsci, #Karl_Polanyi et d’autres penseurs du XXe siècle ont diagnostiqué le #fascisme comme une réponse réactionnaire à l’#instabilité_capitaliste et aux mouvements progressistes qui avaient émergé pour contrer ses excès. Dans The Great Transformation, Polanyi a fait valoir que le « #déracinement » des marchés des #relations_sociales avait créé un terrain fertile dans lequel l’#autoritarisme pouvait s’enraciner.

    À notre époque, #Nancy_Fraser, de la New School for Social Research, a décrit comment le #néolibéralisme érode la #solidarité_sociale, alimentant le #populisme exclusif. D’autres analystes soulignent que l’#austérité et la #précarité rendent les citoyens vulnérables aux #discours_simplistes qui désignent des #boucs_émissaires.

    Ainsi, l’histoire montre comment le #chômage_de_masse, l’#inflation et la baisse du #niveau_de_vie peuvent favoriser l’#extrémisme, en particulier lorsqu’ils s’accompagnent d’institutions faibles, d’une #polarisation_politique ou de discours exploitant les #griefs et les #peurs. Tout comme la #Grande_Dépression a ouvert la voie au fascisme en Europe, la #crise_financière mondiale de #2008 a créé les conditions d’un retour du #nationalisme à travers le monde.

    Aujourd’hui, nous sommes confrontés à une nouvelle itération du même cycle. Bien que l’#Allemagne ait initialement fait preuve de résilience pendant la pandémie de COVID-19, la crise énergétique déclenchée par l’invasion de l’Ukraine par la Russie l’a particulièrement touchée. Comme l’ont montré les économistes Isabella M. Weber et Tom Krebs, la hausse des #coûts_énergétiques s’est répercutée sur l’ensemble de l’#économie, la fixation des prix par les entreprises amplifiant les pressions inflationnistes. Alors que les ménages étaient en difficulté, le parti d’extrême droite Alternative für Deutschland a vu sa popularité monter en flèche.

    Aux États-Unis, des décennies de #désindustrialisation, de stagnation des #salaires et d’augmentation des inégalités ont érodé l’idée que chaque génération fera mieux que la précédente. L’Inflation Reduction Act de l’ancien président Joe Biden était une initiative ambitieuse visant à relancer la politique industrielle et à stimuler la fabrication écologique, mais son héritage s’est avéré éphémère. Donald Trump a exploité le mécontentement suscité par la hausse des prix après la pandémie et a remporté les élections de 2024 en utilisant comme arme l’#aliénation et le #ressentiment, en désignant comme boucs émissaires les immigrants, la #mondialisation et les « #élites_urbaines ».

    Le #Brésil illustre une autre dynamique. Des millions de personnes sont sorties de la #pauvreté sous le gouvernement du Parti des travailleurs du président Luiz Inácio Lula da Silva dans les années 2000, mais beaucoup ont vu ces acquis s’inverser, tandis que d’autres ressentent de l’amertume d’être exclus des programmes sociaux. La révolution numérique rend le travail plus précaire. Lula a tenté de restaurer certains des acquis perdus depuis son retour au pouvoir en 2023, mais il est confronté à un Congrès dominé par l’extrême droite et ses alliés.

    Même si Jair Bolsonaro a été condamné pour tentative de coup d’État, d’autres dirigeants d’extrême droite au Brésil promettent également un retour à l’ordre, à la stabilité et à la foi religieuse. Leur rhétorique met l’accent sur l’#esprit_d’entreprise et l’#autonomie. Bien que séduisante sur le plan émotionnel, l’idée selon laquelle les individus sont responsables de la pauvreté ignore cyniquement les obstacles structurels qui bloquent la mobilité socio-économique.

    Les #chocs_internationaux – ruptures de la chaîne d’approvisionnement pendant la pandémie, volatilité des marchés énergétiques, #conflits prolongés, effets inflationnistes du #changement_climatique – ont également alimenté la montée des forces d’extrême droite. Ces problèmes exigent une coopération transfrontalière, mais les extrémistes les exploitent pour attaquer le #multilatéralisme, le présentant comme un « #complot mondialiste ». Les #droits_de_douane punitifs de Trump incarnent cette réponse, présentant le commerce mondial comme une lutte à somme nulle dans laquelle les étrangers sont les ennemis des travailleurs américains.

    Ces discours simplistes unissent les mouvements d’extrême droite plus que n’importe quel ensemble de politiques communes. Chacun repose sur une opposition fondamentale entre « nous » et « eux ». Comme le note la sociologue brésilienne Esther Solano, ces discours séduisent ceux qui se sentent abandonnés, en faisant des immigrants, des minorités, des féministes, des militants pour le climat et d’autres groupes des ennemis. Dans un monde binaire de gagnants et de perdants, la #complexité disparaît dans les mythes d’une #pureté_culturelle et d’une grandeur nationale révolues.

    Pour contrer ces discours, il faut plus qu’une réfutation raisonnée. Si les racines de l’ascension de l’extrême droite sont en grande partie économiques, il sera impossible de la vaincre sans une nouvelle #vision_économique.

    Cela signifie, pour commencer, s’attaquer à l’inflation à sa source. La récente vague d’inflation était moins liée à une demande excessive qu’à des chocs d’offre, à la #spéculation et à des fragilités structurelles. Pourtant, l’orthodoxie économique a continué à privilégier les hausses de taux d’intérêt et l’austérité, pénalisant les travailleurs et les plus vulnérables. Les gouvernements doivent plutôt utiliser des #outils_fiscaux – soutien au revenu, #allégements_fiscaux sur les produits de première nécessité, renforcement des #services_publics – pour protéger les ménages, tout en investissant dans les capacités nationales en matière d’#énergies_renouvelables, de #sécurité_alimentaire et de production durable. Il faut lutter de front contre la spéculation des entreprises en appliquant les #lois_antitrust, en renforçant les règles de #transparence et en sanctionnant les pratiques abusives en matière de #prix.

    Une deuxième priorité consiste à investir massivement (et stratégiquement) dans les #infrastructures_publiques. Des #transports au #logement, en passant par la #santé et l’#éducation, le domaine public doit être reconstruit. La propriété publique ou la réglementation des secteurs clés garantirait la fiabilité, l’équité et la #résilience_climatique des services. Mais l’#investissement seul ne suffit pas. Les institutions doivent être rendues plus transparentes, responsables et participatives, afin de restaurer la #confiance dans le fait que les gouvernements servent l’#intérêt_général.

    Troisièmement, nous avons besoin d’une transition véritablement juste vers une économie à faible émission de carbone. Une politique industrielle verte peut créer des emplois et revitaliser les régions laissées pour compte tout en décarbonisant l’activité économique. Mais si elle est trop laissée au marché, la transition verte risque d’aggraver les inégalités. La #transition_énergétique doit donner du pouvoir aux travailleurs, et non les abandonner. Les emplois verts doivent être des #emplois de qualité : sûrs, bien rémunérés, syndiqués et ancrés dans les communautés. À cette fin, la #politique_industrielle devrait se concentrer sur les énergies propres, la régénération des écosystèmes et les secteurs des soins.

    Quatrièmement, nous devons restaurer la confiance dans les institutions. Cela signifie apporter des améliorations tangibles dans des domaines tels que le #logement_abordable, les #soins_de_santé publics et les infrastructures résilientes. Cela signifie également démocratiser la prise de décision. Des mécanismes tels que la #budgétisation_participative, les #assemblées_citoyennes et les #initiatives_communautaires en faveur du climat peuvent permettre aux citoyens non seulement d’être témoins du changement, mais aussi de le façonner.

    Enfin, pour contrer les discours simplistes de l’extrême droite, il faut élaborer de nouveaux discours audacieux. Un message de renouveau culturel et politique doit accompagner la réforme économique. Là où l’extrême droite offre la peur, la #division et des boucs émissaires, les forces démocratiques doivent offrir la #solidarité, la dignité et l’#espoir, en s’appuyant sur un #discours qui met l’accent sur le #bien-être_collectif, célèbre la #diversité et donne le sentiment que le #progrès est possible et réel.

    L’extrême droite se nourrit du désespoir, de l’insécurité et de l’exclusion. Bricoler les contours du néolibéralisme ne permettra pas d’apporter la sécurité, la dignité et le sentiment d’appartenance nécessaires pour l’affamer. Pour cela, nous avons besoin d’un nouveau modèle économique, fondé sur la #durabilité, la #justice et la solidarité.

    https://www.reseau-bastille.org/2025/12/26/ce-quil-faudra-faire-pour-vaincre-lextreme-droite
    #à_faire #résistance #fisc #fiscalité #économie #gauche #contre-discours
    ping @karine4

  • Trotz niedriger Gasspeicher-Stände vor dem Winter : Merz-Regierung kippt Sicherung
    https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/zu-wenig-gas-in-speichern-vor-winter-und-merz-regierung-nimmt-schut

    Le gouvernement Merz abolit la protection contre la pénurie et les augmentations du prix du gaz.

    22.11.2025 von Liudmila Kotlyarova - Die Gasspeicher stehen niedriger als im Vorjahr. Trotzdem baut die Regierung Schutzregeln ab – und erhöht damit das Risiko für Verbraucher im Winter.

    Deutschlands Gasspeicher sind mit einem Füllstand von rund 73 Prozent so schlecht auf den bevorstehenden Winter vorbereitet wie seit Jahren nicht mehr. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021. Selbst Ende November 2024 lagen die Füllstände noch bei rund 90 Prozent. Die Initiative Energien Speichern (INES), der Zusammenschluss der deutschen Speicherbetreiber, warnt, bei einem außergewöhnlich kalten Januar könne es zu Engpässen kommen – auch durch den höheren Gasverbrauch der letzten vier Monate.

    Trotz dieser Lage hat die Merz-Regierung nun eine weitreichende Entscheidung getroffen: Ab dem 1. Januar 2026 entfällt die Gasspeicher-Sicherheitsumlage – jene Umlage, mit der der Staat seit 2022 eigene Speicherbefüllungen finanziert hat. Grundlage ist eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, die das Kabinett am Donnerstag beschlossen hat. Damit wird ein zentrales Instrument der Versorgungssicherheit abgeschafft, und das ausgerechnet in einem Winter, in dem die Speicher niedriger gefüllt sind als in den vergangenen Jahren.
    Gasspeicher-Krise: Merz-Regierung zieht sich aus der Verantwortung zurück

    Bereits im Frühjahr 2025 hatte die Merz-Regierung außerdem die gesetzliche 90-Prozent-Vorgabe für den 1. November gestrichen – ohne neue Anreize oder Instrumente zu schaffen, die eine frühzeitige Einspeicherung wirtschaftlich attraktiv machen würden.

    Der Staat zieht sich damit gleich an zwei Stellen aus der Speicherpolitik zurück – und lässt offen, wer künftig die Verantwortung trägt, wenn die Speicher im Winter nicht ausreichend befüllt sind und die Preise für Verbraucher plötzlich steigen. Genau hier entsteht das Vakuum, das diesen Winter so riskant macht – und am Ende die Verbraucher zu den Verlierern machen kann.

    Gasspeicher Rehden fast leer: Warum füllt der Bund seine eigene Anlage nicht?
    THE: „Können nur spekulieren“ – und ohne Auftrag nicht handeln

    Trading Hub Europe (THE), Deutschlands zentraler Gasmarktmanager, kann die Verantwortung nicht übernehmen. Das Unternehmen erklärt auf Anfrage der Berliner Zeitung, man habe selbst keine zusätzlichen Befüllungen angeordnet – weil man das ohne Regierungsauftrag auch nicht dürfe. „Über die genauen Gründe für die diesjährige Situation bezüglich der Befüllung der Speicher können wir nur spekulieren“, heißt es.

    THE verweist auf ein zweites Problem: Der Preisunterschied zwischen günstigem Sommergas und teurerem Wintergas, der Händler normalerweise zum Einspeichern motiviert, sei 2025 schlicht zu gering gewesen. Marktsignal und Regierungssignal fehlten gleichzeitig.

    Während die Füllstände sanken, blieb der politische Auftrag aus: Ohne Zustimmung des Wirtschaftsministeriums unter Katherina Reiche (CDU) und der Bundesnetzagentur darf THE keine Befüllungen vornehmen. Genau dieser Auftrag kam 2025 nicht.
    Deutsche ReGas: Staatliche Billigpreise verzerrten den Markt

    Die Deutsche ReGas, Betreiberin des LNG-Terminals Deutsche Ostsee in Mukran auf Rügen, sieht die Verantwortung für zu niedrig gefüllte Gasspeicher klar beim Staat. Das Unternehmen speist große Mengen Gas für Ostdeutschland und Berlin ein – und erklärt, warum dieses Gas im Sommer kaum in den Speichern landete.

    MAN, Mercedes, Bosch wandern ab: Jetzt rächt sich Deutschlands Überheblichkeit

    „Das höchste Insolvenz-Niveau seit 20 Jahren“ – und Merz verliert die Kontrolle

    Das bundeseigene Terminalunternehmen DET, das die staatlichen Nordsee-Terminals betreibt, habe Regasifizierungsleistungen wiederholt „zu Preisen unterhalb der eigenen variablen Kosten, teils sogar kostenlos“ angeboten, sagt ein Sprecher. Dies hätte viele Händler verleitet, auf weitere Niedrigstpreisrunden des Staates zu warten – statt regulär im Sommer zu liefern. Deutschland habe deshalb „unterdurchschnittlich im Vergleich zu Vorjahren und anderen europäischen Ländern“ eingespeichert.

    Erst fielen die ökonomischen Anreize weg – dann auch noch mehrere Nordsee-Terminals selbst. ReGas betont: Mit marktkonformen Preisen wären „deutlich mehr Sommerlieferungen“ erfolgt. Das Ergebnis der Misere: Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden, Niedersachsen, der von der staatlichen Sefe Storage (Teil von Sefe, ehemals Gazprom Germania mit Sitz in Berlin) betrieben wird, ist derzeit nur zu 27 Prozent gefüllt.
    VNG: Ostdeutsche Speicher stehen deutlich besser da

    Wie unterschiedlich die Speicherstände im Land ausfallen, zeigt ausgerechnet Ostdeutschland. Die Speicher der VNG Gasspeicher GmbH, einer Tochter des Leipziger Energieversorgers VNG, stehen bei 91 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt von 73 Prozent. VNG hängt dabei genauso vom bundesweiten Gasmarkt und den LNG-Importen ab wie andere Unternehmen. Entscheidend ist vielmehr: VNG und die Händler, die dort Kapazitäten nutzen, haben über den Sommer weiter regulär eingespeichert – während andere Marktakteure auf staatliche Niedrigpreisrunden warteten oder durch Terminalausfälle ausgebremst waren.

    Der Unterschied zeigt also nicht „bessere Bedingungen“ im Osten – sondern dass dort eingespeichert wurde, obwohl die Anreize schwach waren. Die niedrigen Füllstände konzentrieren sich vor allem in jenen Bereichen, in denen staatliche Billigpreise oder fehlende Befüllungsaufträge den Markt verunsicherten.

    Das Wirtschaftsministerium unter Reiche (CDU) sieht trotz niedriger Füllstände keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Auf Anfrage verweist das BMWE darauf, dass Rehden und andere schwächer gefüllte Speicher „vom Markt nicht in gleicher Weise nachgefragt wurden wie andere Speicher in Deutschland“. Einzelspeicher hätten für die Versorgungssicherheit an Bedeutung verloren, heißt es – entscheidend sei der bundesweite Durchschnittswert, der mit rund 73 Prozent weiterhin „ausreichend“ sei.
    Gasag beruhigt Berliner Haushalte – aber die Lage bleibt zu riskant

    Für Berliner Haushalte bringt der Wegfall der Sicherheitsumlage vorerst eine kleine Entlastung: Der Grundversorger Gasag kündigt zum Jahreswechsel leicht sinkende Preise an. Doch dieser kurzfristige Effekt ändert nichts an der eigentlichen Lage. Die Speicher stehen so niedrig wie seit Jahren nicht – und zwei Sicherungsmechanismen wurden gestrichen, ohne dass neue eingeführt wurden.

    Kurzfristig wirkt die Entscheidung wie eine Preissenkung. Langfristig fehlt ein Sicherheitsnetz: Wer sorgt künftig dafür, dass die Speicher vor dem Winter verlässlich gefüllt werden? Und wer trägt die Verantwortung, wenn die Einkaufspreise anziehen? Genau diese Frage bleibt unbeantwortet – und sie entscheidet darüber, wie gut Deutschland durch einen wirklich kalten Winter käme.

    #Allemagne #économie #énergie #gaz #politique #inflation

  • Sortie du nouvel « Astérix » : la bande dessinée est-elle devenue Ordeprix ?
    https://www.franceinfo.fr/culture/bd/franco-belge/sortie-du-nouvel-asterix-la-bande-dessinee-est-elle-devenue-ordeprix_7539

    23.10.2025 pat Pierre Godon - « Astérix en Lusitanie », le nouvel album du célèbre Gaulois, débarque jeudi en librairie au prix d’appel de 10,90 euros, dans un marché où les BD frisent de plus en plus souvent les 30 euros. Presque un produit de luxe pour les lecteurs.

    Il résiste encore et toujours à l’envahisseur, mais pas à la hausse des prix. Astérix en Lusitanie, 41e album du Gaulois moustachu, paraît en librairie jeudi 23 octobre au tarif de 10,90 euros. Longtemps, le prix d’un Astérix est resté sous la barre psychologique des 10 euros, un luxe que pouvait se permettre une série qui écoule plusieurs millions d’exemplaires à chaque sortie.

    Mais l’inflation, la hausse de la tonne de papier, de l’énergie et un effet de rattrapage par rapport aux autres biens culturels ont fini par pousser l’éditeur à une hausse graduelle : Astérix et le Griffon était encore à 9,90 euros en 2021, L’Iris blanc à 10,50 euros en 2023. Une tendance lourde dans le marché de la BD qui inquiète lecteurs, éditeurs et libraires.

    Trouver une BD à moins de dix euros dans les rayonnages de votre libraire, même au rayon jeunesse, relève désormais de la gageure. « On a résisté le plus longtemps possible, commente Anne-France Hubau, directrice générale des éditions Delcourt, un des poids lourds du secteur. Comme pour les autres prix psychologiques, comme la baguette à un euro, ce n’est plus possible. » C’est même une autre barrière tarifaire, à la hausse celle-là, qui a été enfoncée.

    « L’origine du mal, c’est la sortie des Indes Fourbes en 2019 », pointe Florent Salvador, libraire au Comptoir de la BD, à Boulogne-Billancourt (Hauts-de-Seine). Une star au dessin : Juanjo Guarnido (Blacksad). Une star au scénario : Alain Ayroles (De Capes et de crocs). Une fabrication luxueuse, un grand format et un prix XXL aussi : 34,90 euros. « Ça devait être en deux volumes au départ, glisse Anne-France Hubau. On a finalement choisi un façonnage exceptionnel. C’était un album cadeau. Le prix, concerté avec les auteurs, n’a jamais été un frein. » Du jamais-vu à l’époque.

    « J’en ai commandé trente, histoire de voir, se souvient Thomas Belhassen, de la librairie BD16 à Paris. Au final, j’en ai vendu 600. » Les tribulations du héros Don Pablos de Ségovie se sont écoulées à 300 000 exemplaires à ce jour, un carton.

    « Une fois la barre psychologique des 30 euros enfoncée, les autres éditeurs se sont engouffrés dans la brèche. »
    Florent Salvador, libraire au Comptoir de la BD à franceinfo

    Deux des deux plus gros succès de l’année 2024 ? Ulysse et Cyrano, à 34,90 euros, et La Route, à 29,95 euros. Le diptyque le plus classieux de 2023-24 ? 1629, deux tomes de 120 pages à 35 euros pièce. L’essai le plus vendu depuis 2020, tous supports confondus ? Le phénoménal Monde sans fin (27 euros à sa sortie en 2021, 31 euros aujourd’hui) signé Christophe Blain et Jean-Marc Jancovici, 24 réimpressions, et un million d’exemplaires vendus (sans compter les vingt versions étrangères).

    « Ces livres nous permettent de toucher un nouveau public, qui ne lisait pas de bande dessinée. »
    Anne-Laure Hubau, directrice générale des éditions Delcourt à franceinfo

    Les chiffres sont indéniables : en 2015, la BD représentait 9% du chiffre d’affaires global de l’édition. Neuf ans plus tard, c’est 16%(Nouvelle fenêtre). Mais libraires et auteurs crient à la gentrification. « Ce genre de tarif ne devrait être réservé qu’à des livres évènements, s’inquiète Lloyd Chéry, rédacteur en chef de Métal Hurlant, par ailleurs scénariste de BD de science fiction comme Vertigéo. Je réfléchis à faire inscrire une clause dans mon prochain contrat pour empêcher que le prix s’envole. A ce tarif-là, on va perdre définitivement le public populaire. »

    Un changement de public qui se traduit aussi par la répartition des points de vente. « Pour Goldorak [un hommage d’auteurs français au célèbre personnage japonais, sorti en 2021 et vendu à plus de 350 000 exemplaires], on a fait le gros des ventes sur les librairies et les espaces culturels Leclerc, illustre l’auteur Denis Bajram sur Twitch(Nouvelle fenêtre). Mais j’étais choqué qu’on n’ait pas des piles à l’hypermarché du coin. On m’a expliqué que le bouquin était trop cher, alors que les romans de Musso eux aussi à 25 euros y avaient avaient droit. »

    Dans ces rayonnages, on trouve quand même quelques albums, comme ceux d’Olivier Sulpice, PDG des éditions Bamboo, s’est fait une spécialité de proposer des BD à prix serrés avec des séries en « 48CC », le format historique de la bande dessinée franco-belge, comme Les Petits Mythos ou Les Sisters. Pas de recette miracle derrière tout ça : « On n’utilise que quelques formats d’albums, on ne publie pas de gros pavés... énumère-t-il. On essaye d’être au max à 19,90 euros, quitte à ce que je demande à mes auteurs de comprimer leurs histoires. Souvent, je leur montre qu’ils peuvent couper 10 pages sur 80. » Une formule qui marche en poussant au maximum les canons de la BD à l’ancienne, à rebours de la mode consistant à lâcher formats et pagination pour proposer des livres-objets toujours plus beaux.

    D’où des prix d’appel entre 11 et 12 euros, qui demeurent compétitifs. Chez Delcourt, on concède une hausse de 6 à 7% pour les albums jeunesse en 15 ans, largement en dessous de l’inflation, quand le coût de fabrication des albums a grimpé de 20% rien que depuis la crise du Covid-19. « L’acheteur de BD a indéniablement gagné du pouvoir d’achat depuis vingt ans, appuie Louis Wiart, co-auteur d’Economie du livre. Ça s’explique par la stratégie des éditeurs qui ont intégré la concurrence d’autres loisirs, comme les nouveaux médias ou les jeux vidéos. » La preuve, avec le prix d’un album de Tintin, qui n’a quasiment pas augmenté en euros constants, entre 1952 (480 anciens francs de l’époque, soit 12,33 euros d’aujourd’hui) et 2025 (12,50 euros).

    Pour sa série jeunesse Révolutionnaires, Xavier Fourquemin a veillé à ce que le prix de son album soit le plus abordable possible (cinq tomes à 12,95 euros). « Ça fait partie de mon histoire personnelle. Quand j’ai commencé à acheter des albums, je prenais les Lucky Luke avec couverture souple de chez Dupuis, qui étaient à 17 francs, quand les cartonnés de chez Dargaud en coûtaient 33. Moi j’ai grandi avec la BD populaire. Je me déplace souvent en festival, où je rencontre des familles. Je mesure le coût que représente l’achat d’un album à chaque enfant. »

    Pourtant, l’image d’Epinal d’une BD populaire ne résiste pas à l’épreuve des faits. Le spécialiste du marché Xavier Guilbert a exhumé la plus ancienne étude du Centre national du livre sur les lecteurs, datant de 1995, qui brossait un portrait robot du mordu de BD, « très impliqué culturellement, un gros lecteur ». Un gros lecteur dont le porte-monnaie n’est pas extensible.

    « Mon panier moyen n’a pas bougé, il est toujours à 35 euros. Mais quand un client prenait trois albums à ce prix là, aujourd’hui il n’en a que deux, au mieux. »
    Thomas Belhassen, libraire chez BD16 à franceinfo

    A ce moment précis, Julien, un fidèle de la librairie dépose sur la caisse l’intégrale du comics The Weather Man, petit format, couverture souple, et certes 584 pages. « Ça fera 36 euros. » "36 ? J’aurais dit plutôt 25-27... Je le prends quand même, mais je pense que d’autres le reposeront !" Confirmation auprès de Benoît Pollet, patron des éditions Glénat : « Le prix moyen de l’objet vendu chez nous est passé de 14 euros en 2020 à 16,4 euros en 2024. »

    La parution d’un nouvel Astérix ou d’un gros titre attendu n’a plus l’effet de locomotive qu’il avait par le passé, met en garde Florent Salvador, le libraire de Boulogne-Billancourt. « Toutes les grosses sorties ont lieu en même temps, au dernier trimestre [le mois de décembre concentre à lui seul 25% des ventes d’albums, selon les chiffres de l’institut GFK(Nouvelle fenêtre)]. Le client prend un Astérix, un Largo Winch, le Blake et Mortimer et il a atteint son budget. On ne peut pas lui faire découvrir autre chose. »

    Aucun retour en arrière n’est possible, même si les choses se calment sur le marché du papier. « Un éditeur ne baisse jamais ses prix, reconnaît Olivier Sulpice de chez Bamboo. A moins qu’un nouvel entrant débarque avec une politique agressive. » Le journaliste et scénariste Lloyd Chéry l’appelle de ses vœux :

    « Il faudrait un Xavier Niel de la bande dessinée. »
    Lloyd Chéry, rédacteur en chef de « Métal Hurlant » à franceinfo

    La politique agressive du milliardaire a permis à la France d’avoir les offres box+télé les moins chères d’Europe via ses offres à prix cassé. « Mais où faudrait-il encore rogner sur la chaîne de livre ? Peut-être produire moins de bouquins, mais mieux, réfléchit à voix haute Lloyd Chéry. Que la promesse soit à la hauteur des attentes du lecteur. » Ou encore de s’inspirer de ce qui se fait du côté de la littérature générale, avec la coexistence de deux offres, les grands formats et les poches.


    Le rayon BD/manga de la Fnac Beaugrenelle, dans le sud de Paris, le 6 juin 2025. (RICCARDO MILANI / AFP)

    Le poche en BD, ce n’est pas nouveau. Des tentatives sporadiques ont eu lieu depuis les années 1960, sans grand succès et sont désormais limitées à la période estivale. « On a besoin d’une offre ample, conséquente et permanente pour toucher ce lectorat », appuie Benoît Pollet, qui a sorti une douzaine de titres à dix euros pièce(Nouvelle fenêtre) avec des résultats encourageants. Pour lui, les deux formats peuvent coexister, comme en littérature. « L’examen des relevés de ventes des poches montre que ça ne cannibalise pas les ventes du grand format, même pour un titre qui s’est très bien vendu comme Ces jours qui disparaissent, de Thimothée Le Boucher. »

    Un livre de poche a grosso modo la même dimension qu’un manga... locomotive du marché ces dernières années. Son lectorat a de quoi redonner espoir aux décideurs de la bande dessinée franco-belge en quête de relais de croissance : le lecteur de manga dépense désormais en moyenne plus que celui de BD classique (46 euros annuels contre 42) alors que les mangas sont nettement moins chers. Cerise sur le gâteau, les études sociologiques montrent que ce format touche nettement plus les CSP- et les jeunes, selon les chiffres du Centre national du livre (CNL)(Nouvelle fenêtre).

    « C’est la preuve qu’il y a un marché pour la BD en poche. »
    Benoît Pollet, directeur général des éditions Glénat à franceinfo

    Reste que la bande dessinée franco-belge ne fera pas l’économie d’une introspection sur la direction qu’elle a prise il y a deux ou trois décennies. « La gentrification de la BD, elle vient aussi des auteurs, remarque Denis Bajram. On a voulu devenir adulte, contre les titres qui nous avaient amenés à faire ce métier. » Des titres plus intellos pour des lecteurs plus intellos ? « J’ai le sentiment qu’à partir des années 1980, on a laissé tomber le public jeunesse, les ados, les histoires d’aventure au premier degré, regrette Xavier Fourquemin. Les mangas ont pris notre place. » Outre le fait que les chiffres des éditeurs montrent un vortex où disparaissent les lecteurs entre 16 et 25 ans, les études du CNL(Nouvelle fenêtre) montrent que les gens ne lisent pas de BD boudent le neuvième art plus par manque d’intérêt qu’en raison du prix des ouvrages. Conclusion fataliste de Denis Bajram : « On était la télévision, on est en train de devenir le théâtre subventionné... sans les subventions. »

    #bande_dessinée #édition #commerce #inflation

  • Quand l’#Argentine découvre, en 2025, l’#e-commerce mondial : « Des articles beaucoup moins chers, plus variés, parfois de meilleure qualité »

    Les commandes en ligne sur #Shein, #Temu ou #Amazon ont explosé en quelques mois, depuis l’assouplissement de la réglementation et la baisse des #taxes par le gouvernement #Milei. Le secteur de l’#habillement, notamment, s’en trouve menacé.

    La veste en simili cuir, marron foncé, affiche l’éclat du neuf. « C’est Shein ! 33 dollars[28 euros] , ce n’est vraiment pas cher », s’enthousiasme Andrea Garcia, responsable en ressources humaines de 33 ans, à l’occasion d’une fête d’anniversaire à Buenos Aires. Son amie Sol Torres acquiesce. Vêtue d’un blouson noir aux liserés blancs commandé lui aussi sur le site de vente en ligne chinois, cette enseignante d’anglais de 32 ans fait défiler sur son smartphone les photos de ses dernières emplettes sur la plateforme asiatique : « Une robe noire, un pull blanc, une minijupe, un parapluie, un sac de rangement, un plateau, des gommes fantaisie, des gommettes. Le tout pour 170 000 pesos[106 euros au moment de l’achat] , c’est génial ! Ici, tu t’achètes quoi avec ça, deux articles ? Ça me met en colère » , souffle-t-elle en référence aux prix historiquement élevés en Argentine de la plupart des biens de consommation comme l’habillement, l’électroménager, l’informatique, l’ameublement, la décoration…

    Comme des milliers d’Argentins appartenant aux classes supérieures et à une partie des classes moyennes, les deux femmes découvrent le #commerce_en_ligne international avec un appétit vorace. « Les Argentins ont accès à des articles beaucoup moins chers, plus variés, parfois de meilleure qualité, sans attendre que les marques locales développent les tendances internationales », explique Alejandra Boland, consultante en #commerce_international. Pour elle, cette nouvelle façon d’acheter est perçue en Argentine comme « une sorte de fascination et de liberté ».

    En l’espace de quelques mois, les commandes en ligne, notamment auprès d’Amazon et des plateformes chinoises Shein et Temu, ont explosé. Selon les services statistiques argentins, les importations recensées dans la catégorie « autres » – qui inclut les achats sur des sites internationaux – « ont atteint[au mois de juillet 2025] le record historique de 98 millions de dollars, essentiellement en raison de l’augmentation des colis distribués par services postaux ». Cette somme représente une croissance de près de 300 % par rapport à juillet 2024.

    Milei veut faire baisser les prix

    Un bond confirmé par les acteurs de la #livraison. #Andreani, une société privée de #logistique, a ainsi vu le nombre de #livraisons en provenance de l’étranger passer de 6 000 au mois d’avril à 500 000 au mois d’août. Il a dû ouvrir un entrepôt supplémentaire de plus de 3 000 mètres carrés à Buenos Aires. L’entreprise publique de services postaux #Correo_Argentino fait état d’une « hausse significative » des commandes internationales sans fournir de chiffres.

    Dans un pays marqué par la baisse du #pouvoir_d'achat depuis la mise en place des #coupes_budgétaires du gouvernement de l’ultralibéral Javier Milei, au pouvoir depuis fin 2023, cet emballement s’explique par l’assouplissement, en novembre 2024, des règles régissant le commerce en ligne international.

    Désormais, tous les achats inférieurs à 400 dollars ne sont plus taxés, hormis par la TVA. « Pour un blouson qui coûte 100 dollars,[il fallait] payer 67 dollars de taxes. Avec la[nouvelle] mesure, la #taxe sera de 21 dollars[la TVA] », explique le gouvernement dans un communiqué. Le plafond maximal autorisé par commande a été relevé à 3 000 dollars, contre 1 000 auparavant, à raison de cinq par an au maximum. Les achats de plus de 400 dollars voient leurs #droits_de_douane diminuer dans plusieurs secteurs. Notamment dans l’habillement, où ils passent de 35 % à 20 % et s’accompagnent de la suppression de normes de contrôle et formulaires d’importation. Pour les téléphones portables, ils sont passés de 16 % à 8 % en mai et doivent être supprimés en janvier 2026.

    Après avoir été « l’un des pays les plus fermés au monde », explique Leonardo Park, économiste et chercheur au sein du centre de recherche Fundar, l’Argentine s’ouvre mais, nuance-t-il, « il s’agit d’une ouverture partielle, les #barrières_douanières continuent d’être importantes ».

    Pour l’exécutif argentin, l’objectif est de diminuer les prix et lutter contre l’#inflation. « Un relevé de produits sur des marques internationales montre qu’en Argentine un tee-shirt coûte 310 % plus cher qu’en Espagne », assurait le gouvernement dans un communiqué publié en mars. La baisse des #taxes_d'importation sur l’habillement s’inscrit dans la volonté « d’encourager la concurrence et la baisse du prix des textiles en Argentine et la baisse de l’inflation », poursuivait-il. Le recul de l’inflation est une réalité depuis l’arrivée de Milei au pouvoir. Il s’est confirmé en août (+ 1,9 % par rapport à juillet et 33,6 % sur un an contre près de 118 % en 2024), mais le gouvernement ne précise pas l’impact des importations.

    Rattraper le retard

    Auparavant, commander en ligne sur des sites étrangers n’était pas interdit. Mais, outre les barrières douanières, le système bureaucratique, aussi illisible que défaillant, décourageait les Argentins. Et seules les classes les plus aisées, qui pouvaient voyager, accédaient à des produits à moindre prix lors de leurs déplacements à l’étranger. Dans ce pays de la débrouille et de l’informel, certains proposent même un service d’#importation facilitant, contre rémunération, la livraison, dans une valise privée, d’un smartphone ou d’un ordinateur.

    « Avec les gouvernements de la caste, seuls ceux qui allaient aux Etats-Unis ou dans d’autres pays pouvaient obtenir des #vêtements ou des #produits_électroniques pas chers », avançait le ministre de la dérégulation sur X, le 15 novembre 2024, estimant que les nouvelles facilités pour importer relevaient de la « #démocratisation ». Aujourd’hui, en accédant au commerce international sur Internet, les Argentins rattrapent leur retard par rapport à d’autres pays d’Amérique latine comme le Chili, le Brésil ou le Mexique.

    « Globalement, depuis la crise de 2001, l’Argentine s’était démondialisée, alors que le monde allait dans le sens inverse, estime Guillermo Oliveto, fondateur du cabinet de conseil Consultora W, spécialisé dans la consommation. Or les Argentins aspirent à appartenir au monde, avec un lien historique fort avec l’Espagne et l’Italie. Il y a ici une tolérance au fait d’être isolé du monde mais la classe moyenne n’aime pas ça. D’autant qu’à l’ère numérique, elle est au contact de cette mondialisation 24 heures sur 24 », poursuit l’auteur de Clase media. Mito, realidad o nostalgia (« classe moyenne. Mythe, réalité ou nostalgie », Paidos, 2025, non traduit).

    Selon lui, la découverte de l’e-commerce mondial s’inscrit dans une série historique d’ouvertures : « Dans les années 1980,[une partie de] la classe moyenne allait au Brésil acheter des télévisions en couleur. Dans les années 1990, il y a eu les voyages aux Caraïbes. » Deux étapes historiques marquées par le film-culte en Argentine Plata dulce (« argent facile », de Fernando Ayala), sorti en 1982. Puis par le bling-bling du président Carlos Menem (1989-1999, droite), instigateur d’un taux de change fixe d’un peso pour un dollar, favorisant le pouvoir d’achat en dollars des Argentins tout en préparant la chute du pays vers la crise économique et sociale de 2001. Malgré cela, son premier mandat est cité en exemple par Javier Milei.

    Inquiétudes pour l’#emploi

    Si, selon Guillermo Oliveto, l’accès massif à une consommation mondiale « peut aider[à améliorer] l’humeur sociale », il ne suffit pas à convaincre la population du bien-fondé des politiques économiques du gouvernement. D’autant que « seule une partie de la population, environ un tiers, peut profiter de cette ouverture », poursuit l’expert, pour qui de nombreux Argentins attendent encore « des créations d’emplois et une amélioration du pouvoir d’achat ».

    Pour l’heure, ce sont les suppressions d’emploi qui inquiètent. Cette croissance des ventes de l’e-commerce international charrie déjà de nombreuses conséquences sur le #marché_du_travail, avertissent dans un rapport plusieurs chercheurs du centre de recherche Fundar. « L’arrivée de nouvelles importations représente un risque pour le maillage productif et l’#emploi_local », avance le rapport, estimant que plus de 430 000 postes de travail sont menacés, sans pondérer l’impact de l’e-commerce au sein des importations. L’inquiétude est forte chez les entreprises de l’habillement.

    « C’est une avalanche d’articles, produits dans des conditions fiscales, environnementales et sociales déloyales par rapport aux nôtres. Il est impossible de les concurrencer, car les importations sont vendues à des prix inférieurs aux produits locaux, pénalisés par des impôts toujours élevés », dénonce Luciano Galfione, président de la Fundacion Pro Tejer, représentant l’industrie textile.

    Ainsi, selon une enquête de Pro Tejer, les ventes du secteur du textile et de l’habillement ont baissé de 7 % au second trimestre 2025, par rapport à la même période l’année 2024 et la moitié des entreprises textile interrogées ont réduit leur production. « Avec des conséquences directes sur l’emploi », souligne Luciano Galfione. Au mois d’août, la chambre argentine du textile a annoncé qu’elle travaillait à une « #loi_anti-Shein » , sur le modèle du texte adopté au Sénat au mois de juin en France. La politique argentine est, en effet, à rebours de plusieurs pays occidentaux, les Etats-Unis en tête, qui, pour protéger leurs industriels, ont supprimé, le 29 août, l’exemption de droits de douane pour les colis d’une valeur inférieure à 800 dollars.

    https://www.lemonde.fr/economie/article/2025/10/10/quand-l-argentine-decouvre-en-2025-l-e-commerce-mondial-des-articles-beaucou
    via @fil

  • Medizinische Klinik Nummer 42, 1923
    https://books.google.de/books?id=9f8piL-JnHAC&newbks=0&printsec=frontcover&pg=PA1416#v=onepage&


    On nous menace avec la faillite des assurances maladie publiques. Ce n’est pas la première fois.

    21.10.2023 - Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sind zahlungsunfähig.

    #Allemagne #histoire #économie #crise ##inflation #médecine #assurance

  • La pauvreté et les inégalités au plus haut depuis trente ans
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2025/07/07/la-pauvrete-et-les-inegalites-au-plus-haut-depuis-trente-ans_6619650_3224.ht


    L’entrée du centre d’accueil de jour et de mise à l’abri du Secours islamique France, à Massy (Essone), le 4 juillet 2025. SAMUEL GRATACAP POUR « LE MONDE »

    L’Insee a publié, lundi 7 juillet, ses données pour l’année 2023 : le taux de pauvreté atteint 15,4 %, son plus haut niveau depuis le début du décompte en 1996. L’écart entre les 20 % plus riches et les 20 % plus pauvres s’est creusé, proche de celui du début des années 1970.

    Six cent cinquante mille personnes ont basculé dans la pauvreté en l’espace d’une année (...)

    Comment expliquer ces constats ? « Le niveau de vie, soutenu par une conjoncture favorable de l’emploi, a augmenté plus vite que l’inflation, sauf pour les plus modestes », résume M. Duée. Le niveau de vie médian a atteint 2 150 euros mensuels pour une personne seule, une hausse plus forte (5,9 %), que l’inflation ( + 4,9 % en moyenne annuelle), soit une augmentation en euros constants de 0,9 %. Mais les évolutions à chaque extrémité du spectre des revenus ont été très différentes : le niveau de vie des 10 % les plus riches a progressé de 2,1 % en euros constants, « porté par les rendements des produits financiers », souligne M. Duée. Tandis que les 30 % d’habitants les plus modestes ont connu une baisse de leur niveau de vie, particulièrement marquée pour les 10 % les plus pauvres (− 0,9 % en euros constants).

    https://archive.ph/AyYnT

    edit Alternatives économiques https://archive.ph/6uMTR

    #pauvreté #taux_de_pauvreté #inflation

  • « Le gouvernement de Trump, même s’il est organisé à la manière d’une cour impériale, est un gouvernement révolutionnaire »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/02/28/le-gouvernement-de-trump-meme-s-il-est-organise-a-la-maniere-d-une-cour-impe

    « Si Mao, père de la terrible Révolution culturelle chinoise, et Trump ont peu de choses en commun sur le plan de l’idéologie, de la géographie ou de la coiffure, écrit Orville Schell, un des plus grands sinologues américains, ils peuvent tous deux être considérés comme des agents de l’insurrection. » La Révolution culturelle de Mao Zedong [lancée en 1966] était un ambitieux projet de rupture avec le passé, mais c’était aussi le règlement de comptes personnel d’un vieil homme parvenu à la fin de ses jours. Une fois le décor planté et la révolution lancée, elle a mené sa propre vie, engendrant des conséquences inattendues, que même les plus brillants stratèges n’auraient pas pu anticiper.

    Il en ira très probablement de même de l’insurrection trumpienne. Mais pour bien comprendre l’Amérique d’aujourd’hui, il faut avant tout comprendre que le gouvernement au pouvoir, même s’il est organisé à la manière d’une cour impériale, est un gouvernement révolutionnaire.

    Il fallait une personne comme l’actuel président des Etats-Unis pour rejeter toute possibilité de politique basée sur des valeurs communes, des intérêts partagés ou une solution gagnant-gagnant. Pour Mao, la politique était une guerre de classes ; pour Trump, c’est un #transactionnalisme à somme nulle. Les Etats naissent inégaux et, comme le formula l’historien grec Thucydide [au Ve siècle avant notre ère], « le fort fait ce qu’il peut faire et le faible subit ce qu’il doit subir ». Trump, note pour sa part Vladimir Poutine, « ne se contente pas de dire ce qu’il pense, il dit ce qu’il veut ». Dans pareil contexte, les Européens perdent un temps précieux à se demander à quoi ressemblera le plan de Trump pour l’Ukraine et à se plaindre de ne pas être assis à la table des négociations.

    Réalignement des civilisations

    Les révolutions n’ont jamais de programme détaillé. On ne sait pas précisément ce que Trump compte obtenir de ses négociations avec Poutine. Un point est en revanche très clair : le président américain entend accomplir de grandes choses, et il entend les accomplir vite, très vite.

    La Conférence de Munich sur la sécurité a mis un terme au débat ouvert au Forum de Davos [qui s’est tenu fin janvier] autour de cette question : faut-il prendre Trump au sérieux (donc pas au pied de la lettre) ou au pied de la lettre (donc pas au sérieux) ? Nous voilà désormais fixés : il faut le prendre à la fois au sérieux et au pied de la lettre. Le président américain pense réellement ce qu’il dit. Lorsqu’il parle d’une prise de contrôle du Groenland ou du canal de Panama, il n’envoie pas des signaux, il dit son intention. Il est convaincu que l’intérêt stratégique des Etats-Unis est de faire du Canada le cinquante et unième Etat américain. Il pense fermement pouvoir nouer un partenariat stratégique avec Moscou et, comme il le dit depuis son premier mandat, en être empêché par « l’Etat profond » américain. Nous ignorons pour l’instant si Trump est réellement prêt à quitter l’OTAN. Nous savons en revanche avec certitude que l’OTAN n’est pour lui qu’une autre facette de cet « Etat profond » qui essaie de lui lier les mains.

    Ce que Trump propose à Poutine, c’est non seulement la perspective de mettre fin à la guerre en Ukraine selon les conditions de Moscou, mais aussi la mise en place de grandes négociations pour réorganiser le monde, à l’instar de celles entre Ronald Reagan et Mikhaïl Gorbatchev [dans les années 1980] qui ont mis fin à la guerre froide. Tout cela implique très certainement une réduction de la présence américaine en Europe, mais aussi la nécessité d’une coopération russo-américaine au Moyen-Orient et en Arctique. Trump promet à Poutine – promesse à prendre au pied de la lettre – que, demain, les sanctions seront levées, la Russie sera réintégrée à l’économie mondiale et Moscou retrouvera son statut de grande puissance, perdu au cours des humiliantes années 1990. Il espère ainsi convaincre la Russie de rompre son alliance avec la Chine et de se tourner vers les Etats-Unis.

    Les relations des Américains avec Poutine se trouvent au cœur de la grande stratégie trumpienne de réalignement des civilisations. Dans le brillant livre To Run the World [« Diriger le monde », 2024, non traduit], qui retrace l’histoire de la guerre froide, Sergey Radchenko développe la #logique_raciale qui a poussé les Soviétiques à accepter de s’engager, dans les années 1970, dans une diplomatie de la détente avec le monde capitaliste. Pour expliquer sa décision de passer un accord avec les Américains, le chef soviétique Leonid Brejnev a déclaré à ses camarades : « Le président Nixon a dit un jour : “Vous pouvez nous détruire sept fois, et nous pouvons vous détruire sept fois.” Je lui ai répondu qu’après cela, les Blancs auront disparu, et qu’il ne resterait que les Noirs et les Jaunes. » Trump espère ardemment que Poutine sera prêt à adopter la logique de Brejnev.

    La montée du nationalisme européen

    Que signifie la révolution trumpienne pour l’Europe ? Comme l’a judicieusement observé le politologue américain Hal Brands au lendemain du fiasco de Munich, « l’Europe est en train de devenir un acteur mineur aux yeux du monde ». Elle est victime de sa propre prévisibilité et de son manque d’imagination politique. Les deux réunions de dirigeants européens organisées à Paris, censées montrer la force et la détermination du continent, n’ont fait qu’étaler son actuelle faiblesse. Certains dirigeants européens, comme le premier ministre hongrois, Viktor Orban, et le premier ministre slovaque, Robert Fico, ne sont pas venus. D’autres en sont repartis déçus.

    En vérité, à l’heure actuelle, l’Europe ne peut pas donner les garanties sécuritaires nécessaires à l’Ukraine sans le soutien des Américains. Trump a parfaitement conscience de la faiblesse des Européens et il traitera leurs élites de la même façon qu’il a traité l’establishment républicain qui a tenté de se distancier de lui après l’assaut du Capitole du 6 janvier 2021 : il va les punir et les humilier. Le discours de J. D. Vance à Munich en est une démonstration exemplaire. En déclarant à la veille des élections allemandes son soutien au parti d’extrême droite Alliance pour l’Allemagne (AfD), le vice-président américain a clairement fait entendre que Washington était prêt à semer le chaos en Europe si elle n’emboîtait pas le pas aux Etats-Unis. Dans le monde de Trump, il n’y a pas d’alliés, il n’y a que des amis personnels, des ennemis personnels, et le #déficit_commercial américain. Comme l’a dit un jour Mao : « Qui sont nos amis ? Qui sont nos ennemis ? C’est là la principale question de la révolution. »

    Que peut faire l’#Europe ? L’Europe n’est pas en mesure de garantir, à la place des Etats-Unis, la souveraineté de l’Ukraine. Ses capacités militaires sont médiocres, et il faudra du temps pour redresser la barre. Sur le plan politique, l’Europe est fragmentée. Elle est vulnérable aux trolls de Poutine et aux messages sur X d[’Elon] Musk. Tout ce qu’elle peut faire, c’est donc tenir, et elle est suffisamment résiliente pour cela, en attendant le moment où la révolution trumpienne sera vaincue par les forces mêmes qu’elle a déchaînées.

    La stratégie révolutionnaire de #Trump est audacieuse, mais risquée. Poutine rompra-t-il vraiment ses liens avec la Chine, sachant que Trump n’est à la Maison Blanche que pour un temps ? L’économie mondiale s’accommodera-t-elle des droits de douane de Trump ? Et les électeurs américains avaleront-ils la pilule de l’inflation qui devrait enfler à vitesse grand V ? Le problème avec une révolution, c’est qu’au mieux son chef la dirige, mais il ne la contrôle jamais.

    Paradoxalement, le plus grand espoir de l’#Europe pour résister aux pressions actuelles est à chercher du côté de la montée du #nationalisme européen anti-Trump. Elle est déjà perceptible dans la réaction allemande au discours de Vance et dans la volonté du probable futur chancelier, Friedrich Merz, de mettre en place une défense européenne autonome. Une montée également perceptible dans la réaction des Danois au rêve trumpien d’annexer le Groenland. Et dans les discours furieux du gouvernement canadien.

    L’Union européenne est née de la volonté de se prémunir contre les nationalismes européens. Comble de l’ironie, son meilleur atout pour survivre aujourd’hui à la tempête Trump semble être la mobilisation de ces mêmes nationalismes européens.

    Traduit de l’anglais par Valentine Morizot

    Ivan Krastev est président du Centre pour les stratégies libérales, à Sofia, et membre de l’Institut autrichien des sciences humaines, à Vienne. Il a notamment publié « Le Destin de l’Europe » (Premier Parallèle, 2017) et, avec Stephen Holmes, « Le Moment illibéral » (Fayard, 2019).

    #racisme

    • "La révolution trumpienne sera vaincue par les forces mêmes qu’elle a déchaînées" (?)

      « L’absurdité des obsessions de Trump illustrée par une histoire d’œufs »
      CHRONIQUE Philippe Escande
      https://www.lemonde.fr/economie/article/2025/02/28/l-absurdite-des-obsessions-de-trump-illustree-par-une-histoire-d-ufs_6569078

      Ce week-end s’ouvre la période des carnavals. Dans certains, on se lance encore des œufs, symbole du passage vers le jeûne du carême. C’est en direction de leur président, Donald Trump, que beaucoup d’Américains aimeraient en jeter quelques-uns, en signe de mécontentement.

      Mais ils ne le feront pas, ils sont bien trop chers ! Leur prix a été multiplié par plus de 2,5 en un an, jusqu’à 12 dollars (11,50 euros) la douzaine et ils sont devenus, pour l’Américain moyen, le symbole de l’#inflation qui ravage son pouvoir d’achat.
      En cause, une épidémie de #grippe_aviaire qui n’en finit pas de décimer les élevages américains et les a conduits à sacrifier déjà plus de 160 millions de volailles. En catastrophe, le département de l’agriculture a annoncé un nouveau plan d’aide de 1 milliard de dollars, après 2 milliards investis depuis 2022. Cette affaire d’œufs, aliment sacré du brunch, illustre l’absurdité des positions extrémistes du nouveau pouvoir sur ses deux obsessions du moment : la fermeture des frontières et la déréglementation.

      La sécurité alimentaire est aussi celle des importations

      Le département de l’agriculture a indiqué qu’une centaine de millions d’#œufs supplémentaires seraient importés en mars. N’en déplaise aux absolutistes de la souveraineté nationale, la sécurité alimentaire consiste aussi à sécuriser des importations plutôt qu’à les combattre. Surtout quand une contagion ravage tout le territoire. Monde à l’envers, c’est la Turquie qui va imposer des taxes à l’exportation face à la demande américaine.

      Cette affaire démontre aussi magistralement que le rêve d’un Etat sans règles ni fonctionnaires peut tourner au cauchemar. La tronçonneuse du département de l’efficacité gouvernementale, conduit par Elon Musk, a déjà entamé les effectifs de vétérinaires et d’inspecteurs du département de l’agriculture dont on a tant besoin aujourd’hui.

      Selon le New York Times, des milliers d’emplois y ont déjà été supprimés, notamment dans les services d’inspection des plantes et des animaux pour surveiller les infestations. [et blablablo]Les lois et les règles sont parfois étouffantes et liberticides, mais elles ont été créées pour permettre aux hommes de vivre en société. D’où le défoulement bref du carnaval. Celui de Donald Trump durera malheureusement plus que quelques jours.

    • « Le légendaire investisseur américain Warren Buffett renvoie Donald Trump à ses responsabilités économiques de base : garder le dollar stable », Isabelle Chaperon
      https://www.lemonde.fr/economie/article/2025/02/24/le-legendaire-investisseur-americain-warren-buffett-renvoie-donald-trump-a-s

      Un homme de 94 ans peut se permettre de donner quelques conseils à un « jeunot » de 78 ans, même si ce dernier est président des Etats-Unis. Le légendaire investisseur américain Warren Buffett a profité de la lettre annuelle à ses actionnaires, publiée samedi 22 février, pour renvoyer Donald Trump à ses responsabilités économiques de base : garder le dollar stable.

      Evidemment, au-delà de son âge canonique, le patron de Berkshire Hathaway a quelques arguments à faire valoir pour être écouté. En 1956, il rachetait une entreprise de textile mal en point qui n’avait pas payé d’impôts depuis dix ans, rappelle-t-il : depuis, sa holding a versé plus de 101 milliards de dollars (96 milliards d’euros) au Trésor américain (dont quasi 27 milliards de dollars en 2024), « bien plus que n’importe quelle entreprise américaine, y compris les titans de la tech ».
      Cet argent – et les futures contributions de Berkshire –, dépense-le « avec sagesse », enjoint-il dès lors à « Oncle Sam », alias « Oncle Donald ». Prends soin des gens qui ont eu la malchance de « tirer la courte paille » dans la vie, ajoute le donateur démocrate, « ils le méritent ». Et surtout, poursuit-il, « n’oublie jamais que nous avons besoin que tu maintiennes une devise stable et que ce résultat requiert à la fois de la sagesse et de la vigilance de ta part ».

      Hypothèse d’une #dévaluation massive du dollar

      Ce message, assorti d’un appel à se méfier de la monnaie papier, dont la valeur peut s’évaporer si la « folie fiscale prévaut », ressemble bien à une mise en garde face au risque d’un retour de flamme inflationniste, nourri notamment par une éventuelle prolongation des baisses d’impôts par la nouvelle administration. Une inquiétude qui se manifeste à la fois chez les chefs d’entreprise et les consommateurs américains, selon les derniers baromètres publiés.
      Mais difficile de ne pas y voir également une allusion à l’hypothèse, qui bruisse à Wall Street, d’une dévaluation massive du #dollar orchestrée par Donald Trump, histoire de faire baisser la valeur de l’énorme #dette_américaine détenue hors des Etats-Unis. Sous le nom de code « accord de Mar a Lago », ce scénario de fiction consiste à faire pression sur le reste du monde, à coups de menaces sur les droits de douane ou la sécurité, afin d’obtenir une appréciation de l’euro ou du yuan. Le vieux sage d’Omaha (Nebraska) est là pour rappeler que les entreprises américaines ont surtout besoin de stabilité. De savoir que, dans le film Fantasia (1940), des Studios Disney, l’apprenti sorcier, c’était Mickey et non Donald, ne rassurera personne.

  • Le tournant historique de Donald Trump à la Maison Blanche : « révolution du bon sens » ou réaction conservatrice ?


    Henry « Enrique » Tarrio, ex-chef de file des Proud Boys, groupe d’extrême droite impliqué dans l’attaque du Capitole en  2021, après sa libération, à Miami, en Floride, le 22  janvier 2025. GIORGIO VIERA / REUTERS

    La grâce accordée par le nouveau président américain aux émeutiers du Capitole, y compris aux plus violents d’entre eux, ainsi que la remise en cause des politiques antidiscrimination illustrent un bouleversement étatique, moral et sociétal.

    Il l’avait annoncé, une majorité d’électeurs l’a voulu : dès les premiers jours de son mandat, Donald Trump conduit un bouleversement étatique, moral et sociétal aux Etats-Unis. Dans son discours inaugural, lundi 20 janvier, il a promis une « révolution du bon sens ». Des termes antinomiques qui dessinent une réaction conservatrice à certaines évolutions récentes de la société américaine, notamment la reconnaissance et la promotion de la diversité sexuelle et raciale. Cette réaction s’accompagne d’une novlangue populiste observée dans d’autres pays, qui remplace les faits par la répétition de slogans.

    Rien ne l’illustre davantage que la grâce présidentielle accordée aux 1 500 émeutiers – « les otages » – du 6 janvier 2021 au Capitole, à quelques exceptions près. L’intention de Donald Trump ne faisait guère de doute. Depuis quatre ans, grâce à des relais médiatiques puissants, il avait promu l’idée que les coupables de cette insurrection étaient des victimes. Mais la décision de gracier aussi les auteurs de violences contre les 140 policiers blessés représente le marqueur le plus fort de ce début de mandat. Selon le site Axios, elle aurait été prise « à la dernière minute », saluée par cette phrase du président, rapportée par un conseiller : « Et puis merde. Relâchez-les tous. »

    Cette décision, critiquée par 58 % des Américains selon un sondage Reuters, a provoqué le trouble chez de nombreux élus républicains au Congrès. Le principal syndicat de policiers – Fraternal Order of Police – s’est ému de cette grâce générale, profitant notamment à 174 personnes condamnées pour avoir agressé les forces de l’ordre avec des objets dangereux voire létaux. Les experts en violences extrémistes s’alarment d’une invitation à la récidive ou au passage à l’acte pour des individus ou des groupes armés se sentant protégés par la bienveillance de la Maison Blanche. « L’Etat de droit est mort », a commenté Michael Fanone, officier de police de Washington ayant défendu le Capitole, sur CNN mercredi.

    [...]

    La ministre de la justice pourra compter sur un nouvel allié à Washington. Donald Trump a choisi Ed Martin, avocat de plusieurs émeutiers du #6_janvier_2021, comme procureur par intérim du district de Columbia (DC). Ed Martin était présent au Capitole le jour de l’assaut. Il avait écrit sur Twitter : « Comme un mardi gras à DC aujourd’hui : amour, foi et joie. »

    https://www.lemonde.fr/international/article/2025/01/23/donald-trump-propose-un-renversement-des-valeurs-a-la-societe-americaine_651

    https://justpaste.it/herdp

    #Trump #extreme_droite #policiers #justice #immigration #minorités #affirmative_action #genre #écologie

    • Donald Trump tente de mettre en place une « présidence impériale » aux Etats-Unis
      https://www.lemonde.fr/international/article/2025/01/22/donald-trump-en-quete-d-un-pouvoir-executif-elargi_6509813_3210.html

      Les premières décisions du nouveau président américain à son arrivée à la Maison Blanche témoignent de la volonté de se soustraire au système de contrôles et de contre-pouvoirs.

      Un paradoxe apparaît déjà à l’aube du nouveau mandat de Donald Trump. Le président des Etats-Unis veut, dans le même mouvement, réduire le périmètre de l’Etat fédéral, en sabrant dans ses effectifs et ses agences, et tester les limites du #pouvoir_exécutif, afin de l’étendre. Si la première mission a été confiée à l’entrepreneur Elon Musk, l’autre volet a été pensé, prémédité, préparé par l’entourage de Donald Trump depuis des mois. Il s’agit d’étendre au maximum ce que l’historien américain Arthur Schlesinger (1917-2007) avait appelé, dès 1973, « la présidence impériale  », se soustrayant de plus en plus au système de contrôles et de contre-pouvoirs.

      La première vague de décrets présidentiels l’a illustré. La Maison Blanche veut politiser la haute fonction publique, bien au-delà des milliers de postes changeant à chaque administration. Elle parle sans arrêt du retour de la « méritocratie », là où elle attend une loyauté à toute épreuve. Elle ouvre aussi des débats juridiques explosifs, amenés à être tranchés par la Cour suprême, dominée par les juges conservateurs.

      Mardi 21 janvier, une vingtaine de procureurs d’Etats démocrates ont déposé deux plaintes distinctes pour contester la volonté de Donald Trump, exprimée dans un décret, de remettre en cause le #14e_amendement de la #Constitution sur le #droit_du_sol. Les conseillers du président, en particulier le chef adjoint de l’administration, Stephen Miller, grand ordonnateur de la nouvelle politique migratoire, veulent supprimer ce droit pour les enfants de sans-papiers. « Le président a largement dépassé le cadre de ses fonctions avec ce décret, et nous lui demanderons des comptes », a expliqué le procureur général de Californie, Rob Bonta, qui veut la suspension immédiate de l’application du décret. Ce n’est que le début d’une gigantesque bataille, à l’issue incertaine.

      « Sceller les frontières »

      L’autre point, concernant la #politique_migratoire, où Donald Trump veut aussi repousser les limites de son pouvoir concerne la mobilisation de l’armée. Plusieurs présidents, dont le démocrate Barack Obama (2009-2017) et le républicain George W. Bush (2001-2009), ont déployé la #garde_nationale pour appuyer les services chargés de policer la frontière. Mais Donald Trump veut élargir cette participation. Il a demandé au Pentagone de lui présenter, sous dix jours, un plan de mobilisation du commandement nord des Etats-Unis (USNORTHCOM) afin de « sceller les frontières ». Les termes flous du décret suggèrent une véritable opération militaire, et non une simple assistance logistique. En outre, Donald Trump n’a pas écarté l’emploi de l’armée au Mexique même pour traquer les cartels.

      Ce flou entretenu dans les termes se retrouve dans un autre décret signé lundi, portant sur « la fin de l’instrumentalisation du gouvernement fédéral ». Il s’agit de l’une des promesses constantes de Donald Trump, de la campagne jusqu’à son discours d’investiture, faite sans jamais éclaircir sa mise en œuvre. Le décret appelle le ministre de la justice et le directeur national du renseignement – postes que devraient occuper Pam Bondi et Tulsi Gabbard, en cas de confirmation au Sénat – à passer en revue les activités de tous les services concernés, au cours des quatre années du mandat de Joe Biden.

      Cet examen pourrait concerner aussi bien les enquêtes sur l’assaut du 6 janvier 2021 contre le Capitole – donc, une mise en cause possible de l’ex-procureur spécial Jack Smith, des magistrats, de la police fédérale (FBI) – que celles visant directement Donald Trump, comme son inculpation pour la rétention et la dissimulation illégale de centaines de documents classifiés, à Mar-a-Lago, sa résidence en Floride. Un tel décret ouvre un champ possible pour des rétorsions et une vendetta.

      Autre liberté sécuritaire, prise par la Maison Blanche : celle concernant ses propres rangs. Mettant en cause un « processus bureaucratique » et une « habilitation sécurité défaillante », la nouvelle administration a décidé de court-circuiter les vérifications traditionnelles, préalables à l’obtention de laissez-passer permanents. Selon un décret signé par Donald Trump, le conseiller juridique de la Maison Blanche va communiquer aux services secrets une liste, à effet immédiat, de personnes habilitées à accéder au complexe de la Maison Blanche et aux outils informatiques. Ils bénéficieront d’un accès aux informations classifiées de niveau top-secret.

      #frontières

    • Investiture de Donald Trump : l’onde de choc du second mandat confirmée par une série de décrets sur le #climat et l’#immigration
      https://www.lemonde.fr/international/article/2025/01/21/investiture-de-donald-trump-climat-immigration-6-janvier-le-choc-du-second-m

      A peine investi, le nouveau président américain a mis en scène la signature d’un grand nombre de textes, d’abord devant ses militants, puis dans le bureau Ovale.
      Par Piotr Smolar (Washington, correspondant) et Arnaud Leparmentier (New York, correspondant)
      Publié le 21 janvier 2025

      Donald Trump descend lentement les marches de la Capital One Arena, devant la foule extatique de ses partisans réunis dans l’arène sportive. Il est le 47ᵉ président des Etats-Unis depuis quelques heures, lundi 20 janvier, et porte à la main un classeur noir. Sur la scène, un bureau a été installé avec le sceau présidentiel. C’est là qu’il signe, sous les applaudissements, une série de #décrets_présidentiels dont le contenu est résumé de façon lapidaire par un conseiller. La #mise_en_scène est inédite, entre spectacle sportif et politique, celle d’un nouveau pouvoir hors norme. Montrant à la foule ses premières signatures, Donald Trump a ensuite quitté la scène en lançant des stylos, comme un champion de tennis sur le court frappant les balles de la victoire vers les tribunes.

      Onde de choc, saturation des antennes : ainsi s’est présentée cette première journée du 47ᵉ président, après la cérémonie d’investiture. Depuis des semaines, ses conseillers préparaient l’opinion publique à une rupture nette, par une rafale de décrets présidentiels. Elle a eu lieu. Sur la scène de l’arène, Donald Trump a commencé par révoquer 78 décrets de son prédécesseur, Joe Biden, concernant aussi bien la baisse du prix de certains médicaments, les programmes de lutte contre les discriminations que les sanctions contre certains colons juifs violents en Cisjordanie. Puis il a annoncé – comme en 2017 – un retrait de l’accord de Paris sur le climat. Washington quitte également l’Organisation mondiale de la santé.

      Cette mise en scène relevait du grand art, en matière de #communication_politique. Le leader et son peuple ne faisaient qu’un, sans intermédiaire ni contre-pouvoir. « La nation entière s’unit rapidement derrière notre agenda », avait prétendu le président, au cours de son discours d’investiture. La mise en scène suivante a eu pour cadre le bureau Ovale, peu avant 20 heures. Pendant une interminable séquence, Donald Trump, assis derrière le Resolute desk, a signé les décrets présidentiels suivants, répondant volontiers aux multiples questions des journalistes. « Oh, en voici un gros ! », s’enthousiasmait-il, à l’annonce de certains documents.

      Marqueurs identitaires forts

      Les décrets sont de différentes sortes. Des marqueurs identitaires forts, spécialement adressés à l’électorat trumpiste, étaient au rendez-vous. Il s’agit d’abord d’une grâce présidentielle quasi complète, corrigeant « une grave injustice nationale », pour les plus de 1 500 personnes condamnées pour l’assaut du Capitole le 6 janvier 2021. Parmi les bénéficiaires de ce pardon figurent des auteurs de violences contre les 140 policiers blessés ce jour-là. Seuls 14 membres des milices extrémistes armées des Oath Keepers et des Proud Boys ont bénéficié d’une réduction de peine. Le blanchiment d’une insurrection et d’une tentative de coup d’Etat est ainsi achevé. « Ce qui a été fait à ces gens est scandaleux », a estimé Donald Trump, avançant que, dans de nombreux cas, les violences auraient été commises par des « agitateurs extérieurs ». Les coupables sont des victimes, les victimes sont des suspects.

      La priorité assumée, au cœur de ces décrets présidentiels, concerne la question migratoire. La pression à la frontière a baissé de façon très significative depuis des décrets signés par Joe Biden, en juin 2024. Le nombre d’interpellations de clandestins dans la seconde moitié de l’année a diminué de plus de 70 % par rapport à la même période en 2023. Au cours de l’année fiscale 2024, le département de la sécurité intérieure a organisé près de 700 000 reconduites à la frontière et expulsions, un chiffre sans précédent depuis 2010. Mais toute la campagne de Donald Trump a reposé sur l’idée centrale d’une invasion incontrôlée pendant quatre ans.

      Elle justifie, selon le président, une déclaration d’état d’urgence nationale et la désignation des cartels mexicains comme organisations terroristes. Elle implique des mesures pratiques et opérationnelles, comme la fin du programme d’admissions légales pour deux ans, sous conditions de ressources financières, mis en place avec Cuba, le Venezuela, Haïti et le Nicaragua.
      L’administration annonce son intention de finir la construction du mur à la frontière avec le Mexique, de déployer l’armée – notamment la garde nationale – dans cette zone frontalière. L’armée a déjà été largement sollicitée depuis dix ans par les administrations successives, mais uniquement dans des missions logistiques, en soutien de la police aux frontières. Un élargissement de ses missions – « sceller les frontières et préserver la souveraineté, l’intégrité territoriale et la sécurité » – risque d’être contesté sur-le-champ devant les tribunaux.

      Remise en cause du droit du sol

      D’autres mesures, censées illustrer la rupture en matière migratoire, peuvent aussi se heurter aux limites de cet unilatéralisme de l’exécutif. La réhabilitation annoncée de la politique « remain in Mexico », impliquant que les candidats à l’asile restent au Mexique avant l’examen de leur dossier par la justice américaine, réclame au préalable la pleine coopération des autorités de ce pays. Sans cela, aucune inversion possible des flux. Sans cela, impossible, également, de rétablir le « Title 42 », ces dispositions du code sanitaire, adoptées sous Trump 1, qui permettaient de reconduire à la frontière les migrants sans qu’ils puissent déposer une demande d’asile. Certains membres de l’équipe Trump envisagent des accords d’expulsion vers des pays tiers et non vers celui d’origine des sans-papiers, sur le modèle de celui, très controversé et onéreux, qu’avait conclu, en 2022, le Royaume-Uni avec le Rwanda, sans jamais pouvoir l’appliquer.

      Le dernier point phare des décrets présidentiels concerne la mise en cause du droit du sol. Il s’agit d’une ambition ancienne de la droite nationaliste, obsédée par l’idée raciste d’un « grand remplacement » de la population blanche par les migrants. Lundi soir, Donald Trump a qualifié une nouvelle fois ce droit du sol de « ridicule », prétendant à tort que son pays était le seul à l’appliquer. Un étrange adjectif pour qualifier le 14ᵉ amendement de la Constitution américaine. Ratifié en 1868, il accorde la citoyenneté américaine à toute personne « née ou naturalisée aux Etats-Unis ». L’équipe Trump, qui se prépare à une lutte judiciaire jusqu’à la Cour suprême, veut réinterpréter les termes de cet amendement, pour supprimer l’automaticité dans le cas d’enfants nés de parents en situation irrégulière.

      La vague de décrets présidentiels porte également sur l’#énergie et l’#environnement. Aucun droit de douane n’a été décidé, alors que Donald Trump avait menacé dans sa campagne d’imposer 10 % de prélèvement sur toutes les importations et 60 % sur celles en provenance de Chine. « Au lieu de taxer nos citoyens pour enrichir d’autres pays, nous imposerons des droits de douane et des taxes aux pays étrangers pour enrichir nos citoyens », a déclaré Donald Trump dans son discours d’investiture. Mais aucun décret n’a suivi, si ce n’est une étude sur la politique commerciale américaine et l’annonce de la création d’une agence chargée de collecter des droits de douane (External Revenue Service), par opposition à l’Internal Revenue Service (IRS), qui collecte l’impôt sur le revenu.

      Ce sursis a d’abord soulagé les marchés financiers, qui sont remontés. Toutefois, Donald Trump a douché cet optimisme en semblant envisager l’introduction d’une taxe de 25 %, dès le 1ᵉʳ février sur les produits importés du Mexique et du Canada. Le président met en cause ces pays en raison d’abus supposés dans les échanges commerciaux et du trafic de fentanyl, drogue faisant des ravages aux Etats-Unis. Cette menace avait déjà été formulée en décembre 2024. La Bourse a dès lors baissé, et le dollar s’est raffermi.

      La politique fiscale, grande absente

      M. Trump n’a pas exclu d’imposer, à terme, des droits de douane sur toutes les importations, mais il a précisé qu’il n’était pas prêt. En réalité, deux écoles s’affrontent au sein de ses équipes : les partisans des droits généralisés et ceux qui préfèrent des tarifs ciblés sur certains produits stratégiques (la défense, la pharmacie et les minerais). Surtout, le nouveau président semble vouloir les utiliser dans des négociations globales, tout particulièrement avec la Chine. Il a réitéré son souhait de rencontrer son homologue Xi Jinping.

      Quant à TikTok, il a donné un sursis de soixante-quinze jours à l’application qui devait être bannie des Etats-Unis le 19 janvier. « Si je ne conclus pas l’accord, cela ne vaut rien. Si je conclus l’affaire, cela vaut peut-être 1 milliard de dollars [960 millions d’euros] », a commenté Donald Trump, en proposant un accord léonin. Il suggère de donner gratuitement la moitié de la propriété du réseau social à des intérêts américains en échange de sa signature. Enfin, les Européens ont été invités à réduire leurs déficits ou à acheter plus d’hydrocarbures américains.

      Autre absent de la journée, la politique fiscale, alors que les baisses d’impôts font partie des promesses essentielles de Donald Trump. Mais cette dernière est du ressort du Congrès. Le président a simplement évoqué la non-taxation des pourboires, dans un meeting en fin de soirée. Toutefois, des décrets commencent à mettre en œuvre les préconisations d’Elon Musk, chef du bureau de réduction des dépenses du gouvernement. Plusieurs décrets ont exigé « un gel immédiat des réglementations », le « gel des embauches » et la fin du télétravail pour les fonctionnaires fédéraux.

      En revanche, M. Trump a invoqué l’inflation, un poison pour la présidence Biden. « Je demanderai à tous les membres de mon cabinet de mobiliser les vastes pouvoirs à leur disposition pour vaincre ce qui était une inflation record et faire baisser rapidement les coûts et les prix », a-t-il déclaré. Sauf que l’inflation, qui avait atteint un record annuel de 9,1 % en juin 2022, est retombée à 2,9 %. Les experts estiment que les expulsions de la main-d’œuvre étrangère et les droits de douane pourraient la ranimer.

    • « Si Trump essaie de faire baisser le dollar, qu’est-ce qui pourrait mal tourner ? », Barry Eichengreen, Economiste
      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/01/22/si-trump-essaie-de-faire-baisser-le-dollar-que-pourrait-il-se-passer-de-mal_

      L’une des idées politiques les plus étonnantes aux Etats-Unis ces derniers temps est que le nouveau président américain, Donald Trump, et son équipe envisageraient de faire activement baisser le dollar dans le but de stimuler la compétitivité des #exportations_américaines et de réduire le #déficit_commercial. Si Trump essaie, réussira-t-il ? Et que pourrait-il se passer de mal ?

      La méthode la plus brutale consisterait à s’appuyer sur la Réserve fédérale (Fed) pour assouplir la politique monétaire. Trump a certes renoncé à remplacer le président de la Fed, Jerome Powell, mais il pourrait pousser le Congrès à modifier la loi sur la Réserve fédérale pour amoindrir son indépendance. Le taux de change du dollar s’affaiblirait considérablement, le but recherché. Mais une politique monétaire plus souple entraînerait une accélération de l’inflation, ce qui neutraliserait l’impact de la baisse du taux de change du dollar. Il n’y aurait aucune amélioration de la compétitivité américaine.

      Autre voie possible : le département du Trésor pourrait utiliser la loi fédérale International Emergency Economic Powers Act pour taxer les détenteurs officiels étrangers de titres du Trésor, en retenant une partie de leurs paiements d’intérêt. Cela dissuaderait les banques centrales étrangères d’accumuler des réserves en dollars, ce qui ferait baisser la demande de billets verts. Problème : réduire la demande de bons du Trésor américain pour affaiblir le dollar ferait aussi grimper les taux d’intérêt. Par ailleurs, le risque de voir les investisseurs étrangers surréagir et liquider entièrement leurs avoirs en dollars n’est pas à exclure.

      Plus classiquement, le Trésor pourrait aussi utiliser les dollars de son fonds de stabilisation des changes pour acheter des devises. Mais augmenter l’offre de dollars de cette manière serait inflationniste. La Fed réagirait donc en retirant ces mêmes dollars des marchés, et stériliserait ainsi l’opération.

      Le prix à payer

      Enfin, il est question d’un accord, à Mar-a-Lago (Floride), entre les Etats-Unis, la zone euro et la Chine, faisant écho aux accords du Plaza signés dans les murs du célèbre hôtel new-yorkais, en 1985, pour s’engager dans des ajustements politiques coordonnés afin d’affaiblir le #dollar. Complétant les mesures prises par la Fed, la Banque centrale européenne et la Banque populaire de Chine augmenteraient alors leurs taux d’intérêt. Les gouvernements chinois et européens pourraient également intervenir sur le marché des changes, en vendant des dollars. Pour les convaincre, Trump pourrait agiter la menace des droits de douane, tout comme Richard Nixon avait utilisé une surtaxe à l’importation pour contraindre d’autres pays à réévaluer leur monnaie en 1971, ou comme le secrétaire au Trésor James Baker a invoqué la menace du protectionnisme pour sceller les accords du Plaza.

      En 1971, cependant, la croissance en Europe et au Japon était forte, de sorte que la hausse de leurs devises ne posait pas de problème. En 1985, c’est l’inflation, et non la déflation, qui constituait le danger immédiat, prédisposant l’Europe et le Japon à un resserrement monétaire. En revanche, la zone euro et la Chine sont actuellement confrontées au double spectre de la stagnation et de la déflation. Dans ce scénario, elles devront donc mettre en balance le danger d’un resserrement monétaire pour leurs économies et les dommages causés par les droits de douane de Trump.

      Face à ce dilemme, l’#Europe céderait probablement et accepterait une politique monétaire plus stricte comme prix à payer pour faire reculer Trump sur les droits de douane et préserver la coopération avec les Etats-Unis en matière de sécurité. En revanche, la Chine, qui considère les Etats-Unis comme un rival géopolitique, prendrait probablement la direction opposée. Ainsi, un supposé « accord de Mar-a-Lago » dégénérerait en un accord bilatéral américano-européen, qui ferait peu de bien aux Etats-Unis tout en causant un tort considérable à l’Europe.

      Barry Eichengreen est professeur d’économie et de sciences politiques à l’université de Californie à Berkeley. © Project Syndicate, 2025.

    • « Mettre les tarifs douaniers à 20 % est une très mauvaise idée, qui pénalisera les Etats-Unis » : la réponse des deux économistes auxquels la Maison Blanche s’est référée
      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/01/23/mettre-les-tarifs-douaniers-a-20-est-une-tres-mauvaise-idee-qui-penalisera-l

      Pour justifier le projet trumpiste d’instaurer des droits de douane élevés, Stephen Miran, chef des conseillers économiques de Donald Trump, s’est appuyé sur les travaux des chercheurs Arnaud Costinot (MIT) et Andres Rodriguez-Clare (Berkeley). A la demande du « Monde », ces deux économistes ont accepté de lui répondre par le biais de cette tribune.

      La future administration Trump se prépare à imposer des tarifs substantiels sur toutes les #importations aux #Etats-Unis. Le nouveau secrétaire au Trésor, Scott Bessent, a invoqué l’argument du « tarif optimal » pour justifier une telle décision. Le nouveau président du Council of Economic Advisers, l’organisme de conseil économique de la Maison Blanche, Stephen Miran, citant nos propres travaux, propose 20 % comme « référence » pour le tarif optimal américain. Nous pensons que c’est une très mauvaise idée.

      L’argument du tarif optimal n’est pas nouveau. Il est presque aussi ancien que le célèbre plaidoyer de l’économiste britannique David Ricardo [1772-1823] en faveur du libre-échange. Il repose sur l’idée que les pays disposent d’un pouvoir de marché et qu’ils peuvent en tirer profit. Tout comme une grande entreprise peut augmenter ses profits en manipulant la quantité qu’elle vend à ses consommateurs et qu’elle achète à ses fournisseurs, un grand pays peut s’enrichir en manipulant le volume de ses exportations et importations et, in fine, leurs prix. Les taxes à l’importation et à l’exportation sont les outils pour atteindre cet objectif, les tarifs à l’importation étant bien plus courants que les taxes à l’exportation pour diverses raisons économiques et politiques.

      Pour comprendre comment fonctionne l’argument du #tarif_optimal, supposons que le gouvernement américain impose un tarif douanier sur le vin français. Toutes choses étant égales par ailleurs, les consommateurs américains font alors face à des prix plus élevés et réduisent leur demande. Cela pourrait exercer une pression à la baisse sur les prix auxquels les producteurs de vin français seraient disposés à vendre, générant ainsi des gains pour les Etats-Unis, qui pourraient avoir accès à du vin de Bordeaux et à d’autres terroirs français à prix réduit à la frontière, même si les consommateurs américains paieraient toujours un prix plus élevé en magasin en raison du tarif ajouté.

      Outil pédagogique

      Les grands pays, comme les Etats-Unis, disposent d’un certain pouvoir de marché. Ce qui est moins clair, c’est de savoir à quel point. Cela dépend de plusieurs facteurs, difficiles à mesurer. Par exemple, le pouvoir de marché dépend de la facilité avec laquelle les exportateurs étrangers peuvent trouver des marchés alternatifs pour écouler leur production. Si les viticulteurs français ne peuvent plus vendre librement leurs produits aux consommateurs américains, peuvent-ils les vendre aux Allemands ou aux Chinois ? Si oui, le prix des vins français ne changera pas beaucoup et le tarif douanier optimal devrait être plus faible.
      En outre, le succès ou l’échec de l’exercice du pouvoir de marché ne peut être évalué uniquement à partir de l’impact des tarifs sur les prix des importations américaines. L’objectif ultime d’un tarif optimal est d’enrichir les Etats-Unis en abaissant le prix de ce qu’ils achètent (par exemple, du vin français) par rapport à ce qu’ils vendent (par exemple, des Tesla). Cela ne peut être évalué sans prendre en compte l’impact des tarifs sur les prix des exportations américaines. Ces prix pourraient augmenter si les tarifs provoquent une appréciation du dollar américain – dans ce cas, le tarif optimal devrait être plus élevé.

      L’incertitude autour de ces facteurs ouvre la porte à des tarifs différents en fonction du modèle économique choisi. Le chiffre de 20 %, tiré de notre propre étude, n’est qu’une « référence » dans la mesure où il provient du modèle économique le plus simple possible. Cela en fait un excellent outil pédagogique, mais pas un guide utile pour la politique publique.

      De nombreuses questions, en économie, sont difficiles. Celle de savoir quel est le #pouvoir_de_marché des Etats-Unis en fait partie. Nous avons assisté à de nombreux séminaires animés sur les mérites et les limites de divers modèles économiques et estimateurs économétriques conçus pour répondre à cette question. Nous ne pensons pas que ces séminaires deviendront moins animés dans les années à venir.

      Le « dilemme du prisonnier »

      Heureusement, chercher à savoir quel est le pouvoir de marché des Etats-Unis est aussi la mauvaise question à poser. D’un point de vue académique, il est intéressant de comprendre pourquoi, en l’absence de règles et d’institutions internationales, un pays peut avoir intérêt à exploiter son pouvoir de marché en adoptant des politiques protectionnistes. D’un point de vue politique, cependant, ces considérations donnent une image trompeuse et incomplète de l’impact des tarifs américains. La raison en est la riposte étrangère.

      L’argument du tarif optimal suppose que, lorsque les étrangers font face à des barrières commerciales plus élevées aux Etats-Unis, ils restent passifs, s’appauvrissent et n’imposent pas leurs propres #droits_de_douane sur les biens américains. Cela n’arrivera pas.

      Les membres de la nouvelle administration Trump sont conscients de la possibilité d’une riposte étrangère. Mais ils conçoivent les tarifs comme un « jeu de la poule mouillée ». A condition que les Etats-Unis s’engagent à maintenir des tarifs douaniers élevés, ils pensent que les étrangers choisiront de maintenir à leur faible niveau leurs propres tarifs, par crainte d’entrer dans une #guerre_commerciale coûteuse. Cependant, ce jeu est la mauvaise métaphore pour décrire les guerres commerciales.

      Les guerres commerciales s’apparentent davantage à un « dilemme du prisonnier ». Des cambrioleurs sont arrêtés, mais aucune preuve ne les incrimine. Si tous se taisent, ils s’en sortent. Pourtant, au lieu de rester silencieux, les prisonniers sont toujours tentés de témoigner contre leurs partenaires en échange d’une peine plus légère. Mais, ce faisant, ils finissent tous par purger une peine plus longue. De même, les pays ayant un certain pouvoir de marché à exploiter ont intérêt à augmenter leurs barrières commerciales, quelle que soit l’attitude des autres. Le problème est que, lorsqu’ils le font tous, aucun d’entre eux ne parvient à rendre ses importations moins chères : ils finissent tous par s’appauvrir.

      Pulsions protectionnistes

      A maintes reprises, nous avons vu des pays riposter aux tarifs douaniers américains. En 1930, le Canada a répondu au Smoot-Hawley Tariff Act en imposant des tarifs sur les biens américains avant même que la loi n’entre en vigueur. En 2018 et en 2019, la Chine a répondu à chaque vague de tarifs de la première administration Trump en ciblant 100 milliards de dollars [96 milliards d’euros] d’exportations américaines. Cette semaine, le Canada a annoncé qu’il préparait déjà des tarifs de rétorsion sur le whisky du Tennessee et le jus d’orange de la Floride. Le Mexique et l’Union européenne ont fait des annonces similaires.
      Le système commercial mondial qui a émergé après la seconde guerre mondiale a été conçu précisément pour contrôler les pulsions protectionnistes des pays et éviter de répéter les guerres commerciales des années 1930. Il a permis de maintenir une coopération commerciale pendant des décennies.

      L’économie mondiale a changé. La #Chine a émergé comme une nouvelle puissance hégémonique. Il est naturel que la politique économique évolue et s’adapte à ces nouvelles circonstances. Mais les tarifs ne sont pas l’outil puissant capable de résoudre tous les problèmes, contrairement à ce que croit la nouvelle administration Trump. Retenir sa domination dans les secteurs de la haute technologie, regagner une place dans les nouveaux secteurs verts, et restaurer la prospérité dans les régions en difficulté, pour ne citer que quelques objectifs, sont des priorités essentielles pour les années à venir. Une politique économique plus riche et diversifiée est nécessaire, avec les tarifs jouant au mieux un rôle auxiliaire.

      Poursuivre une politique de hausse des tarifs mènerait probablement à une nouvelle guerre commerciale mondiale. Ses conséquences, malheureusement, ne sont pas difficiles à prévoir : moins de commerce et, surtout, moins de coopération internationale sur les grands enjeux de notre époque que sont la guerre, la pauvreté et le changement climatique.

      Arnaud Costinot est professeur d’économie au Massachusetts Institute of Technology (MIT) ;
      Andres Rodriguez-Clare est professeur d’économie à l’université de Californie à Berkeley.

      Arnaud Costinot et Andres Rodriguez-Clare, deux spécialistes du commerce international

      Pendant sa campagne, le candidat Donald Trump a proposé de faire passer les droits de douane de 2 % à 20 % (et trois fois plus pour les produits chinois). La quasi-totalité des économistes de la planète, horrifiés, ont pronostiqué un retour de l’#inflation aux Etats-Unis, voire une spirale de représailles destructrice pour tous les pays. Mais pourquoi 20 % ? Parce qu’un économiste trumpiste, Stephen Miran, l’a présenté comme le « tarif optimal » pour enrichir les Etats-Unis. Ce docteur en économie de Harvard de 41 ans, ayant fait sa carrière sur les marchés financiers, a été nommé depuis président du conseil économique (Council of Economic Advisers) à la Maison Blanche. En novembre 2024, il avait publié un rapport pour Hudson Bay Capital, dans lequel il défendait la thèse des 20 %, qu’il suggérait de coupler à une #dépréciation_du_dollar. Une telle politique permettrait, selon lui, de « remodeler fondamentalement les systèmes commerciaux et financiers mondiaux ».

      Dans son rapport, Miran se référait aux recherches d’Arnaud Costinot, du Massachusetts Institute of Technology, et d’Andres Rodriguez-Clare, de l’université de Californie à Berkeley : « A titre de référence, le chapitre du Handbook of International Economics de Costinot et Rodriguez-Clare (2014) indique que le tarif optimal pour les Etats-Unis (…) est d’environ 20 %. En effet, tant que les tarifs ne dépassent pas 50 %, ils continuent d’améliorer le bien-être par rapport à un commerce totalement ouvert. »

      Le Monde a contacté les auteurs, deux spécialistes du commerce international, qui contestent cette interprétation. Dans leur étude, écrivent-ils dans le texte qu’ils ont adressé au journal, le chiffre de 20 % est purement théorique : il « provient du modèle économique le plus simple possible. Cela en fait un excellent outil pédagogique, mais pas un guide utile pour la politique publique ». Et, à les lire, ce tarif est parfaitement inadapté pour les Etats-Unis d’aujourd’hui.

      L’article de 2014 de Costinot et Rodriguez-Clare (« Trade Theory with Numbers : Quantifying the Consequences of Globalization ») , considéré comme important dans la communauté des spécialistes du commerce, s’employait à mesurer finement les gains du #commerce_international. A noter qu’Arnaud Costinot, 47 ans, est français. Polytechnicien, originaire de Dunkerque, il s’est très tôt intéressé aux problèmes redistributifs que pose le commerce international, qui fait des gagnants, mais aussi des perdants au sein de chaque pays.

  • Verdi fordert über 30 Prozent mehr Lohn: Warum der BVG ein heißer Streikwinter droht
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/verdi-fordert-ueber-30-prozent-mehr-lohn-warum-der-bvg-ein-heisser-

    Die Kollegen vin der BVG kämpfen für uns alle.

    16.12.2024 von Peter Neumann - Stehen Busse und Bahnen bald still? Für das größte Landesunternehmen von Berlin verlangt die Gewerkschaft Lohnerhöhungen, die sich auf mehrere hundert Millionen Euro summieren.

    Knapp vier Wochen vor Beginn der Tarifverhandlungen für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wachsen die Erwartungen. „Sie werden sich wundern, was noch fährt oder repariert wird, wenn die Verhandlungen nichts Zählbares bringen“, lautete ein Kommentar bei Facebook. „600 Euro ist mein Tipp, was rauskommt“, das sei das Minimum, so ein anderer Facebook-Post. Die Gewerkschaft Verdi fordert noch größere Lohnerhöhungen – im Schnitt deutlich mehr als 30 Prozent. Eine Berechnung zeigt, dass die BVG mit jährlichen Zusatzkosten in dreistelliger Millionenhöhe rechnen müsse.

    Frieden, Freude, Weihnachtszeit: Im Advent 2024 gerät aus dem Blick, dass Berlin zu Beginn des kommenden Jahres Warnstreiks bei U-Bahn, Bus und Straßenbahn drohen. Die Gewerkschaft Verdi hat den Entgelttarifvertrag, der die Löhne und Gehälter für die mehr als 16.000 Beschäftigten des landeseigenen BVG-Konzerns festlegt, fristgerecht gekündigt. Für den 15. Januar haben Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Berlin die erste Verhandlungsrunde terminiert. Die Fronten sind verhärtet.
    Verdi droht: Es könnte so schlimm werden wie die BVG-Streiks 2008

    Die BVG hält sich vor dem Start bedeckt, offizielle Stellungnahmen gibt es nicht. Dafür zeigte sich die Gewerkschaft bislang offener. „Fahrgäste in Berlin müssen ab Januar 2025 mit Warnstreiks bei der BVG rechnen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt der Berliner Zeitung. „Verdi geht davon aus, dass die Tarifauseinandersetzung ähnlich intensiv wird wie 2008. Damals haben wir die BVG in mehreren Wellen insgesamt rund sechs Wochen lang bestreikt. Der Tarifstreit 2025 könnte auf einen Konflikt mit ähnlich schweren Folgen hinauslaufen. Darauf bereiten wir uns jetzt vor.“ Insider halten es für möglich, dass Verdi in der zweiten Januarhälfte 2025 ein erstes Achtungszeichen gibt.

    BVG in Berlin: Warum ab Januar 2025 Warnstreiks drohen

    Wie berichtet würden die Forderungen, die Verdi dem KAV Ende Oktober zugeleitet hat, auf rekordverdächtige Lohnerhöhungen hinauslaufen. So verlangt die Gewerkschaft, dass die Tabellenentgelte um 750 Euro pro Monat steigen. Die Fahrdienstzulage soll von monatlich 100 auf 300 Euro angehoben werden. Für das Fahrpersonal würde dies heißen, dass die Löhne um deutlich mehr als ein Drittel steigen. Derzeit sieht der Tarifvertrag Nahverkehr in der Entgeltgruppe 5, in der es um das Fahrpersonal geht, einen Brutto-Monatslohn ab 2700 Euro vor. Würde sich Verdi durchsetzen, kämen 1050 Euro dazu.

    Ähnlich stark würden BVG-Beschäftigte profitieren, die in Wechselschicht arbeiten. Auch die entsprechende Zulage soll auf 300 Euro im Monat steigen, so die Gewerkschaft. Für die Schichtzulage sieht der Verdi-Forderungskatalog eine Dynamisierung und Erhöhung auf 200 Euro im Monat vor. Die Erhöhung der Tabellenentgelte, die für die gesamte Belegschaft gelten soll, käme bei ihnen ebenfalls hinzu – genauso wie die Weihnachtszuwendung in Höhe eines 13. Monatsgehalts, eine weitere Forderung.
    Prekäre Lage: BVG erwartet für 2024 und 2025 jeweils ein hohes Defizit

    Beobachter schätzen, dass der Personalaufwand des Landesunternehmens auf zwei Jahre gerechnet auf fast eine halbe Milliarde Euro steigen würde, wenn Verdi die Forderungen 1:1 durchsetzt. Zum Vergleich: Die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, die der neue Manteltarifvertrag vorsieht, summieren sich auf 70 Millionen Euro für zwei Jahre. Für 2023 weist der Geschäftsbericht im BVG-Konzern bereits Personalaufwendungen von fast 913 Millionen Euro aus. Für dieses Jahr erwartet das Landesunternehmen ein Defizit von 58 Millionen Euro. Auch für 2025 planen die Finanzer ein negatives Bilanzergebnis.

    750 Euro mehr Lohn: Wofür das BVG-Personal in Berlin streiken will

    Dem Vernehmen nach gehört der Verdi-Katalog für die Entgelttarifverhandlungen für die BVG zu den höchsten Forderungen, die jemals in der Nachkriegsgeschichte der deutschen Gewerkschaftserhöhung erhoben worden sind. Verdi Berlin lässt sogar die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), die in dieser Hinsicht als wenig scheu gilt, hinter sich. Andere aktuelle Forderungen von Verdi wirken vergleichsweise moderat: So verlangt die Gewerkschaft für den neuen bundesweiten Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst acht Prozent mehr Lohn, mindestens 350 Euro pro Monat.

    Dass Verdi bei der BVG einen sehr großen Schluck aus der Pulle fordert, hat mehrere Gründe. So liegt der jüngste Abschluss eines Entgelttarifvertrags einige Jahre zurück: Die jüngsten Entgeltrunden fanden 2019 und 2021 statt. Zwar hat die BVG seitdem 2023 und 2024 einen Inflationsausgleich von insgesamt 3000 Euro gezahlt. Auch enthielt der Manteltarifvertrag, auf den sich Verdi und der KAV im April einigten, lohnwirksame Bestandteile. Beispiele: Ein Urlaubsgeld von 500 Euro wurde eingeführt; Zulagen stiegen.
    Bei den Personalratswahlen bekam die Gewerkschaft Verdi Konkurrenz

    Beide Verhandlungspartner sind sich darin einig, dass der neue Tarifvertrag eine spürbar bessere Bezahlung bringen muss. Die Frage ist nur: in welchem Maße? Übernähme der KAV die Forderungen 1:1, müsste das Land der BVG noch mehr zahlen. Es verwundert deshalb nicht, dass die Gewerkschaft den CDU/SPD-Senat stärker in die Pflicht nehmen will. Angebotskürzungen wären laut Verkehrsvertrag mit dem Land nicht statthaft. Allerdings steht für das kommende Jahr eine Revision des Vertrags an.

    Nicht nur die Verdi-Mitglieder, die sich in einer Befragung mehrheitlich für große Lohnerhöhungen ausgesprochen haben, treiben Jeremy Arndt und die anderen Mitglieder der Verhandlungskommission an. Wie berichtet, setzen auch andere Gruppen die Gewerkschaft unter Druck. Das zeigte sich bei den Personalratswahlen im November.

    Zwar errang Verdi im Gesamtpersonalrat 16 von 29 Sitzen. Anders sieht es beim Fahrpersonal aus. So entfielen im Busbereich Süd von 1042 gültigen Stimmen nur noch 337 auf Verdi. Den ersten Platz errang dagegen die offene Liste, die 560 Voten bekam. Im Nordbereich, BO Nord genannt, landeten 1023 gültige Stimmen in den Wahlurnen. Kraft durch Basis bekam 561 Voten, die Liste „Verdi gemeinsam mit Euch“ 323.

    Verdi-Konkurrenten, die nicht dem Deutschen Gewerkschaftsbund angehören, treten ebenfalls mit hohen Forderungen an. So verlangt das Trio Gkl Berlin, dbb Beamtenbund und Tarifunion und die NahVG Nahverkehrsgewerkschaft eine Erhöhung der Tarifentgelte um 600 Euro pro Monat. Ab Januar 2026 sollte eine Anhebung um acht Prozent folgen – um nur zwei Beispiele aus dem Katalog von Ende November zu nennen.

    BVG-Personalratschefin: „Die Forderungen der BVGer sind legitim, und wir werden sie verteidigen“

    Auch wenn es klare Trennstriche zwischen diesen Gewerkschaften und Verdi gibt: In der grundsätzlichen Einschätzung sind sich die Akteure einig: „Das Entgelt passt nicht mehr. Es ist zu niedrig. Im bundesweiten Vergleich ist Berlin weit unten. Kurz gesagt: Es gibt Nachholbedarf“, stellen gkl, dbb und NahVG in einem Flugblatt fest.
    „Zum heutigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um über einen Konflikt zu sprechen“

    „Die Forderungen der BVG-Beschäftigten sind legitim und wir werden sie verteidigen“, sagte Janine Köhler im November der Berliner Zeitung. Sie ist die neue Vorsitzende des Gesamtpersonalrats und Mitglied der Verdi-Tarifkommission. „Um sie durchzusetzen, werden wir die nötigen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, in die Hand nehmen.“ Über Arbeitsniederlegungen will die GPR-Vorsitzende derzeit aber nicht reden.

    „Zum heutigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, um über einen Konflikt zu sprechen“, sagt sie. „Wir müssen die Verhandlungen abwarten, die Mitte Januar 2025 beginnen. Ich stelle fest, dass aufseiten des Arbeitgebers ein gewisses Verständnis für die Forderungen da ist. Zu welchen Mitteln wir greifen müssen, möchte ich offenlassen. Wir haben noch nicht angefangen zu verhandeln.“

    Doch alle Beobachter sind sich einig: Berlin droht ein heißer Windroht

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