• Mort au #travail : pourquoi cette hécatombe chez les #jeunes de moins de 25 ans
    https://www.humanite.fr/politique/morts-au-travail/mort-au-travail-pourquoi-cette-hecatombe-chez-les-jeunes-de-moins-de-25-ans

    Plus de 100 000 #travailleurs de moins de 25 ans sont #accidentés tous les ans en #France et au moins 423 ont trouvé la #mort depuis 2020. À l’occasion de la Journée mondiale de la #santé et de la #sécurité au travail, ce 28 avril, retour sur les raisons d’une tragédie.

  • Bundesregierung will „begleitetes Trinken“ mit 14 abschaffen : Was Karin Priens Vorstoß beinhaltet – und was er konkret bedeutet
    https://www.tagesspiegel.de/politik/bundesregierung-will-begleitetes-trinken-mit-14-abschaffen-was-karin-pr

    Les hypocrites du gouvernement allemand introduisent encore une modification de loi qui ne change rien au problème qu’elle prétend résoudre. L’interdiction complète de l’alcool pour les jeunes ne contribue pas à l’amélioration de la situation des familles et ne résout pas le problème de la pauvreté enfantine.

    L"abolition parallèle d’aides individuelles pour les enfants et jeunes en difficultés contredit les bonnes intentions de la ministre chrétien-démocrate. On a besoin d’argent pour préparer la guerre alors on économise chez les jeunes et vote de lois qui ne coûtent rien. So it goes .

    30.3.2026 von Dennis Pohl - Aktuell dürfen Minderjährige schon ab 14 Jahren Bier und Wein trinken – wenn etwa die Eltern dabei sind. Familienministerin Prien will das ändern, um Jugendliche fortan besser zu schützen. Die wichtigsten Eckpunkte.

    Bundesfamilienministerin Karin Prien will laut Medienberichten das sogenannte begleitete Trinken für Jugendliche ab 14 Jahren abschaffen. Das geht aus einem Referentenentwurf ihres Ministeriums zur Änderung des Jugendschutzgesetzes hervor, über den „Politico“ zuerst berichtete.

    Jugendliche sollen demnach nicht mehr bereits mit 14 oder 15 Jahren in Anwesenheit einer sorgeberechtigten Person Alkohol erwerben und verzehren dürfen.

    Priens Ministerium begründet den Vorstoß mit einem „zunehmenden Problem der Suchtabhängigkeit“. Mit der Gesetzesänderung wolle man Kinder und Jugendliche besser vor „Alltagssüchten“ schützen.

    Aber ist das realistisch? Und was ist konkret geplant? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

    Wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

    Jugendliche dürfen regulär ab dem Alter von 16 Jahren Bier, Wein und Sekt kaufen und trinken. Allerdings gibt es eine Ausnahmeregel, die bereits 14- und 15-Jährigen erlaubt, alkoholische Getränke zu konsumieren – solange dabei eine sorgeberechtigte Person anwesend ist.

    Über diese Regelung wird jedoch bereits seit Jahren debattiert. Zuletzt hatte der Bundesrat im September die Bundesregierung dazu aufgefordert, die Regelung zu streichen. Sie stehe „im klaren Widerspruch zum Ziel eines konsequenten Jugendschutzes“, hieß es in einer Entschließung.

    Damit folgte der Bundesrat einem Antrag aus Bayern, der auf die Suchtprävention und mögliche Entwicklungsstörungen in der Pubertät verwies. Ein früher Erstkonsum sei mit späteren „riskanten Konsummustern“ von Alkohol und anderen Substanzen verbunden.

    Wenige Monate zuvor hatte sich auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder für ein Verbot des begleiteten Trinkens ausgesprochen.

    Was plant das Familienministerium?

    Diese Debatte könnte nun Konsequenzen haben. Denn Familienministerin Prien will das begleitete Trinken für Jugendliche ab 14 Jahren jetzt offenbar abschaffen. Im Raum steht eine Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes durch den Bundestag bis Ende des Jahres.

    Damit folge man „dem Ansatz, das zunehmende Problem der Suchtabhängigkeit ernst zu nehmen“, heißt es in dem Referentenentwurf. Die Folgen könnten dem Ministerium zufolge „von Gesundheitsgefährdung bis Gewaltbereitschaft und Verwahrlosung“ reichen. Nötig seien daher Präventionsmaßnahmen, um Kinder und Jugendliche vor „Alltagssüchten“ zu schützen.

    Die Änderung des Jugendschutzgesetzes ist Teil eines größeren Gesetzentwurfs zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Dabei will Prien laut Medienberichten verstärkt auf pauschale Angebote und weniger auf individuelle Hilfen setzen. So soll der Rechtsanspruch auf Begleitung in Kindertageseinrichtungen oder Schulen durch ein neues Angebot der Bildungsassistenz erfüllt werden – das betrifft vorwiegend Kinder mit Behinderungen oder einem erheblichen Erziehungsbedarf.

    15,1 Jahre betrug das Durchschnittsalter beim ersten Konsum von Alkohol in Deutschland zuletzt .

    Geplant ist außerdem, Leistungen unter einem Dach zu bündeln, um Zuständigkeitskonflikte zu vermeiden. Mittelfristig seien damit Einsparungen in Milliardenhöhe möglich. Das Ministerium rechnet in seinem Gesetzentwurf für 2028 mit Einsparungen von zunächst mehr als 200 Millionen Euro.

    Was groß ist das Problem?

    Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2023 ist Alkoholkonsum unter Kindern und Jugendlichen tatsächlich weit verbreitet – auch wenn es einige positive Entwicklungen gibt.

    So tranken die 12- bis 25-Jährigen im Schnitt mit 15,1 Jahren das erste Glas Alkohol. Das ist ein Jahr später als noch 2004. Den ersten Rausch erlebten die Zwölf- bis 25-Jährigen durchschnittlich mit 16,2 Jahren – 2004 war es noch im Alter von 15,5.

    In derselben Studie gaben 65,1 Prozent der männlichen und 60,8 Prozent der weiblichen Befragten unter 17 Jahren an, schon einmal Alkohol getrunken zu haben. 12,4 Prozent der Jungen und 6,9 Prozent der Mädchen tranken nach eigenem Bekunden mindestens einmal pro Woche Alkohol.

    Es war nie nachvollziehbar, warum diese Ausnahme überhaupt existiert. Präventionsexperte Janis Schneider über das „begleitete Trinken“

    Gleichzeitig ist das „Rauschtrinken“ bei jungen Menschen zwischen zwölf und 17 Jahren nach der Corona-Pandemie wieder deutlich gestiegen. 17,1 Prozent der männlichen Befragten gaben an, innerhalb des vergangenen Monats mindestens einmal fünf Gläser Alkohol oder mehr getrunken zu haben, bei den Mädchen waren es 10,4 Prozent.

    Bei der Vorstellung der Studie forderte Burkhard Blienert, damals Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, „endlich Schluss zu machen“ mit dem begleiteten Trinken ab 14: „Alkohol wird nicht gesünder, weil die Eltern daneben sitzen“, sagte Blienert.

    Kann ein Verbot wirklich helfen?

    Zumindest halten Experten ein Ende des begleiteten Trinkens für sinnvoll. Janis Schneider, Referent bei der Fachstelle für Suchtprävention in Berlin und Experte für Alkohol- und Cannabisprävention, hält die Abschaffung etwa für „längst überfällig“, wie er sagt.

    „Gesetzliche Rahmenbedingungen senden klare Signale, an denen sich Eltern, Jugendliche und auch die Gastronomie orientieren können“, sagt Schneider. „Es war nie nachvollziehbar, warum diese Ausnahme überhaupt existiert.“

    Für ihn liegt das unter anderem am Stellenwert, den Alkohol in Deutschland hat. „Deutschland ist im internationalen Vergleich ein Hochkonsumland für Alkohol. Alkohol gilt hier als Kulturdroge, begleitet von starken Interessensvertretungen wie dem Brauerbund oder der Weinwirtschaft“, sagt Schneider. „Entsprechend verbreitet ist der Konsum, während die gesetzlichen Regelungen – insbesondere für Heranwachsende – vergleichsweise locker sind.“

    Dabei sei bekannt, dass ein früher Einstieg ein hohes Risiko darstellt, da Alkohol als Nervengift insbesondere in der Phase der Persönlichkeits- und Gehirnentwicklung schädlich wirkt. „Einen risikofreien Alkoholkonsum gibt es nicht“, betont Schneider.

    Deshalb hält der Experte ein bloßes Verbot nicht für ausreichend, sondern fordert weitere Maßnahmen, etwa Einschränkungen bei der Werbung für Alkohol und der starken Präsenz von Alkohol im öffentlichen Raum.

    Erfahrungen aus der Tabakregulierung zeigen Schneider zufolge, dass solche Maßnahmen das Konsumverhalten beeinflussen können.

    Entscheidend sei aber ein Zusammenspiel von Regulierung und Prävention. Dafür braucht es aus Schneiders Sicht dringend einen Ausbau der Sucht- und Präventionsarbeit, einschließlich ausreichender finanzieller und personeller Ressourcen.

    „Das Wissen darüber, was wirkt, ist vorhanden – es fehlt aber oft an den Ressourcen für die Umsetzung“, sagt Schneider. „Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich verschärfen dieses Problem, statt es zu lösen.“

    #Allemagne #jeunesse #alcool #politique

  • En Italie, l’émergence du « maranza », figure péjorative de la seconde génération de l’immigration arabe
    https://www.lemonde.fr/international/article/2026/02/26/en-italie-l-emergence-du-maranza-figure-pejorative-de-la-seconde-generation-

    En Italie, l’émergence du « maranza », figure péjorative de la seconde génération de l’immigration arabe
    Par Allan Kaval (Rome, correspondant)
    Les murs de Corvetto parlent. Sur les façades orange rapiécées au ciment gris de ce quartier périphérique de Milan, des graffitis parlent d’antifascisme en lettres majuscules, de Palestine et de justice. Mais surtout ils crient le nom d’un mort, « Ramy », souvent accompagné de cœurs aux contours tracés par le mouvement irrégulier de bombes de peinture rouge ou rose. Au même moment, les Jeux olympiques d’hiver évoquent une réalité parallèle : les débats sur la sécurité entourant le rassemblement ont été l’occasion d’une nouvelle vague de stigmatisation des quartiers périphériques.
    A plus d’un an de distance, la blessure reste vive. Elle s’est même infectée depuis le 24 novembre 2024 et la mort de Ramy Elgaml, 19 ans, d’origine égyptienne, à la suite d’une course-poursuite avec les carabiniers qui s’est terminée lorsque le véhicule des forces de l’ordre a percuté le scooter sur lequel il se trouvait. L’ami qui conduisait le deux-roues avait ignoré des agents lui ordonnant plus tôt de s’arrêter. Ramy Elgaml est mort sur le coup.
    Sa compagne, Nada Samih, née en 2005 comme lui, longe les rues de son ancienne vie, un quartier où les communautés marocaine et égyptienne sont très présentes. Elle désigne l’entrée d’une résidence où les hommages écrits en l’honneur du défunt sont plus nombreux qu’ailleurs. « C’est ici qu’habite Ramy », dit sa fiancée. Elle parle toujours de lui au présent. « Dans nos quartiers, on perçoit les policiers comme agressifs, voulant occuper l’espace et montrer leur force. Beaucoup de gens, pas seulement des dealeurs du coin, se sentent visés juste parce qu’ils habitent ici », dénonce la jeune femme, née en Italie de parents marocains, élevée par sa mère, puis en foyer.
    Musulman, Arabe, ayant des antécédents judiciaires, habitant d’une banlieue pauvre où sévit une petite délinquance, plus visible que la gangrène mafieuse travaillant une partie de l’économie italienne, Ramy Elgaml représentait l’archétype dont une partie des responsables politiques et des médias a fait un nouveau démon des grandes villes. Toujours prêt à sortir de l’ombre pour commettre des agressions, descendant des périphéries sur les centres-villes.
    On l’appelle le « maranza », utilisant un vieux mot de dialecte repris récemment de manière positive dans le milieu du rap, mais désormais chargé de connotations racistes. Certains titres de presse ont fait son portrait-robot, décrivant ses chaussures de sport, son sac en bandoulière, son italien créatif et son langage corporel jugé envahissant. On l’assimile parfois à l’islamisme, on accuse la gauche de le couvrir, voire de le courtiser.
    Nada Samih a été à peine surprise quand elle a appris les révélations publiées le 15 février par le quotidien Domani sur les échanges entre les militaires impliqués dans la poursuite fatale. De rares expressions d’empathie d’un agent y sont éclipsées par des messages racistes, des références au fascisme et l’expression de puissants désirs de violence contre les personnes. L’enquête a montré qu’ils avaient aussi intimidé les témoins et livré eux-mêmes de faux témoignages. Quelques jours avant la parution de l’article, à la veille des Jeux olympiques d’hiver de Milan-Cortina, des membres du gouvernement avaient par ailleurs apporté leur soutien à un agent de police ayant abattu un dealeur marocain dans un terrain vague voisin de Corvetto. Il s’est avéré, lundi 23 février, que le policier l’avait tué sans être en situation de légitime défense avant de maquiller la scène du crime. Il s’agissait de l’ultime manifestation de l’ordre violent que le fonctionnaire, désormais arrêté et désavoué, faisait régner sur ce point de deal, entre attaques au marteau et racket.
    « Au-delà de la petite criminalité, l’imaginaire du maranza raconte un pays qui se découvre multiculturel, ce qui fait peur à certains, au moment où les jeunes d’origine arabe sont toujours plus visibles dans le monde de la création, notamment à travers le succès des nouveaux rappeurs », analyse Gabriel Seroussi, journaliste spécialiste de ce genre musical en pleine transformation dans les périphéries du Nord italien. Il a signé l’essai La periferia vi guarda con odio. Come nasce la fobia dei maranza (« la périphérie vous regarde avec haine. Comment naît la phobie des maranza », Agenzia X, 2025, non traduit). « Il y a eu le terrone, l’immigré du sud de l’Italie. Maintenant, il y a le maranza. C’est une nouvelle panique morale. »
    Le terme est omniprésent dans des titres de presse locaux du nord du pays. Il apparaît aussi parmi des Méridionaux qui ont trouvé une figure située plus au sud qu’eux. Un restaurateur connu de Palerme a affiché un écriteau « anti-maranza » représentant un portrait-robot de ce nouvel ennemi social dans un cercle rouge barré.L’inflation de l’usage du terme, qui a explosé durant les JO, correspond à une offensive politique et médiatique sécuritaire dans l’Italie de la présidente du conseil de droite radicale, Giorgia Meloni. Le pic fut d’ailleurs atteint lors des Jeux olympiques d’hiver. Si les Jeux de Paris avaient fait naître, à travers des athlètes dont l’Italie est si fière, et jusqu’au centre droit, un récit positif sur des jeunes représentants des communautés italiennes issues du sud du monde, l’édition hivernale suivante a montré qu’il relevait du passé.
    « L’insécurité est une affaire de perception. Le facteur-clé n’est pas tant qu’elle augmente, mais qu’elle est attribuable à certains profils de deuxième génération liés à une immigration musulmane relativement récente », explique Lorenzo Castellani, politiste à l’université Luiss, de sensibilité de droite et spécialiste de cette famille politique. Des projets miliciens tâtonnants « anti-maranza » ont vu le jour. Certains ont été tués dans l’œuf par les autorités.
    Dans la capitale économique du pays, où des voix toujours plus nombreuses dénoncent l’émergence d’une ville pour riches, les tensions sociales montent et les périphéries montrent des signes de politisation. « Le mouvement de solidarité avec la Palestine a catalysé des initiatives venues de la gauche avec la colère d’une nouvelle génération d’origine arabe qui était déjà en germe après la mort de Ramy. La conscience politique progresse », affirme Imane Ariman Scriba, 29 ans, Italo-Marocaine, fondatrice du magazine MUN, productrice de musique et militante antidiscrimination. Un constat partagé, avec moins d’enthousiasme, par une source policière milanaise haut placée.
    A deux pas d’une grande fresque peinte en hommage à Ramy Elgaml, au centre de Corvetto, se trouve le siège de l’organisation humanitaire chrétienne Sant’Egidio. « Nous assistons à l’enracinement d’un stigmate », juge Stefano Pasta, qui dirige l’antenne locale, décorée de photos souvenirs pleines de sourires, prises lors de sorties estivales à la piscine – les plages sont loin –, et de sincères et simples dessins sur le thème de la paix et de la coexistence tranquille des plus faibles.« La délinquance existe, les couteaux sont devenus courants. Mais elle a toujours existé. Les dealeurs de notre quartier sont d’ailleurs la petite main-d’œuvre d’un système criminel bien plus vaste et opaque. La pauvreté, économique et culturelle, en revanche, monte. C’est de là que provient la haine », juge cet humanitaire qui prépare un repas de rupture de jeûne du Ramadan ouvert à tous, musulmans ou non, pour les habitants de Corvetto.
    « Dans un quartier où la drogue est partout, les jeunes sont pris au piège. Ils tombent dans la violence et l’illégalité. Rares sont ceux qui s’en sortent malgré leur potentiel, regrette Moncef Housni, 19 ans, étudiant et habitant de Corvetto. La violence augmente et l’utilisation du mot “maranza” par les médias et les politiques risque de bloquer les jeunes dans cette identité. » Le Parlement italien doit examiner un nouveau décret sécuritaire du gouvernement qui comporte des mesures contre la petite délinquance dites « anti-maranza ».
    Même ceux à qui tout a réussi n’échappent pas à ce climat. Le célèbre rappeur Ghali, parfaitement mainstream, Milanais d’origine tunisienne, en a été la victime. Invité à participer à la cérémonie d’ouverture des Jeux de Milan-Cortina le 6 février, il devait chanter un poème pacifiste en plusieurs langues. On lui a interdit d’utiliser l’arabe. A la télévision publique, la RAI, le commentateur Paolo Petrecca, directeur de la chaîne sportive du groupe, qui a par ailleurs multiplié les bévues en présentant le spectacle, n’a pas non plus jugé bon de le nommer lorsqu’il est apparu sur scène. Il a quitté ses fonctions après la polémique. Le soir même, sur les réseaux, l’artiste, privé de nom devant son pays tout entier, avait dévoilé son nouveau titre Basta (« assez »). Il y chante ce vers en mélangeant deux langues autorisées : « Free tutti i maranza ».

    #Covid-19#migrant#migration#italie#immigration#secondegeneration#maranza#islam#jeunesse

  • [unseen] Un an dans un établissement pénitentiaire pour mineurs raconté en images : « Au mitard, tu es là, tu restes là. Faut juste parler au mur, il n’y a que ça à faire »
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2026/02/22/en-images-un-an-dans-le-huis-clos-d-un-etablissement-penitentiaire-pour-mine

    REPORTAGE PHOTO Le photographe Alexandre Bagdassarian a réalisé un travail journalistique rare dans l’un des six centres de détention pour mineurs en France.
    Ouverts entre 2006 et 2008, les établissements pénitentiaires pour mineurs accueillent des jeunes âgés de 13 à 18 ans. Leur création avait été justifiée à l’époque par la volonté d’investir davantage dans l’éducation et la réinsertion : budget considérable, bâtiments modernes, salles de classe, activités en tous genres. Presque vingt ans plus tard, j’ai voulu comprendre ce que ça signifie d’être un jeune confronté à la prison. Non pas depuis la perspective des textes de loi ou des discours institutionnels, mais en observant les trajectoires, les voix, les corps de celles et ceux qui vivent cette réalité.

    A raison de deux jours par semaine, fixés par la protection judiciaire de la jeunesse et l’administration pénitentiaire, j’ai tenté de créer un espace de co-création avec les jeunes qui habitent ces lieux. Nous évoluons dans la #prison, sur les murs des graffitis réalisés lors d’ateliers, quelques citations d’auteurs et d’autrices bombées au pochoir, des cartes du monde épinglées ici et là. Dans les cellules, la relation et l’atmosphère peuvent changer du tout au tout. Certains écrivent, d’autres dessinent, certains parlent, d’autres sont mutiques. Sur les murs sont écrites leurs histoires, plus ou moins mythifiées, et parfois des phrases simples, qui semblent résumer des années de galère : « A 22 heures, j’ai rendez-vous avec la mort. »

    Titre précédent :
    En images, un an dans le huis clos d’un établissement pénitentiaire pour mineurs : « Je sens que ça me rend bête d’être ici »
    https://archive.ph/YGkgy

    #unseen #photo #jeunes_détenus #détenus #mineurs #justice #archipel_carcéral #EPM #mitard #suicide

  • Faut-il interdire les réseaux sociaux aux moins de 15 ans ? | France Inter
    https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/le-debat-de-la-grande-matinale/le-debat-du-7-10-du-mardi-25-novembre-2025-4515351

    Publié le mardi 25 novembre 2025 à 09:07
    Provenant du podcast
    Le débat de la Grande Matinale

    Avec : Anne Cordier, professeure des universités en sciences de l’information et de la communication, spécialiste des usages numériques des jeunes. Co-auteure de « Faut-interdire les réseaux sociaux aux jeunes » (Robert Laffont) Laure Miller, députée Ensemble pour la République (EPR) de la Marne

    On peut dire que le débat a été chaud...

    #Anne_Cordier #Laure_Miller #Jeunes #Médias_sociaux

  • Synergie entre Diaspora et jeunesse : « La diaspora représente un levier essentiel pour accélérer la transformation structurelle du Sénégal »(Doudou Gn.Diop)
    https://www.dakaractu.com/Synergie-entre-Diaspora-et-jeunesse-La-diaspora-represente-un-levier-esse

    Synergie entre Diaspora et jeunesse : « La diaspora représente un levier essentiel pour accélérer la transformation structurelle du Sénégal »(Doudou Gn.Diop)
    Lors du symposium organisé hier à Thiès par Onits et son partenaire Pits, le PCA de la Sapco, par ailleurs initiateur principal de cette rencontre d’échanges et de partage, Doudou Gnagna Diop, a tenu à mettre en lumière le rôle et la place de la diaspora dans la transformation économique et touristique du pays.
    « Le Sénégal entre aujourd’hui dans une nouvelle phase de son histoire économique et sociale. À l’horizon 2050, notre ambition est claire : construire un modèle de développement inclusif, résilient et durable, capable de générer des opportunités pour notre jeunesse et de valoriser pleinement notre capital naturel, culturel et humain. Dans cette transformation, la diaspora sénégalaise occupe une place centrale. Elle constitue une force économique, intellectuelle et stratégique majeure, avec des transferts financiers estimés à plus de 10% du PIB national, mais surtout avec un capital d’expertise, d’innovation et de réseaux internationaux. La diaspora représente un levier essentiel pour accélérer la transformation structurelle du Sénégal. Parmi les secteurs à fort potentiel, le tourisme durable apparaît comme un pilier stratégique capable de créer des emplois massifs, de stimuler l’investissement et de renforcer le rayonnement international du Sénégal ».
    « La diaspora sénégalaise représente un acteur clé de transformation économique et touristique. Son rôle dépasse largement les transferts financiers traditionnels. C’est un investisseur naturel et crédible. Une forte capacité d’épargne et d’investissement. Une connaissance des marchés internationaux, une capacité à mobiliser des réseaux économiques globaux. Elle peut jouer un rôle majeur dans la création d’infrastructures touristiques durables, le développement d’écologie et complexes éco-touristiques, l’investissement dans les startups touristiques et numériques, le financement participatif etc... C’est aussi un ambassadeur international du tourisme sénégalais. C’est une valeur de transfert de compétences.
    Alors, la diaspora peut contribuer activement à la formation professionnelle des jeunes : le mentorat-entreprenariat, le transfert de technologie touristique innovante, le développement de standards internationaux de qualité ». « Le numérique permet aux jeunes de créer des plateformes de réservation locale, développer des solutions touristiques innovantes, promouvoir la destination sénégalaise à l’international et valoriser le patrimoine culturel via les technologies. Alors, il va falloir former une masse critique de jeunes dans le tourisme durable et créer un écosystème d’insertion professionnelle[...]. À l’horizon 2050, la transformation du Sénégal sera collective, elle sera portée par ses territoires, elle sera incarnée par sa jeunesse, elle sera amplifiée par sa diaspora... »

    #Covid-19#migrant#migration#senegal#diaspora#jeunesse#developpement#formation#sante

  • Carte de séjour, des banlieues lyonnaises aux scènes internationales (1980-1990)
    https://metropolitiques.eu/Carte-de-sejour-des-banlieues-lyonnaises-aux-scenes-internationales-

    L’histoire de Carte de séjour, groupe de rock emblématique des années 1980, raconte une aventure politique, culturelle et sensible des banlieues populaires. Philippe Hanus nous invite à sortir de la « géographie morale » qui stigmatise les grands ensembles en mettant en lumière la trajectoire incarnée et vivifiante de « l’arab rock ». Je les ai vus dans leurs répétitions tout au début. Si tu veux, ça nous a fait plaisir que des mecs qui étaient considérés comme des « rouilleurs » se sont #Essais

    / #musique, #Lyon, #banlieue, #Rillieux-la-Pape, #racisme, #discrimination, #émancipation, #arab_rock

    https://metropolitiques.eu/IMG/pdf/met-hanus.pdf

  • Réseaux sociaux interdits aux moins de 15 ans : le gouvernement veut surveiller la jeunesse
    https://www.revolutionpermanente.fr/Reseaux-sociaux-interdits-aux-moins-de-15-ans-le-gouvernement-v

    Si le cœur du discours gouvernemental repose sur une prétendue protection de l’enfance, cette posture se heurte à une énorme contradiction qui est celle de prétendre protéger les mineurs jusqu’à 15 ans, tout en organisant leur embrigadement militaire et sécuritaire dès l’école primaire.

    Parce que oui : dans le cas de l’adoption de la loi, c’est à peine sortis de l’interdiction des réseaux sociaux que ces mêmes jeunes pourront être enrôlés dans le nouveau service militaire, stages dans les armées pour les élèves de seconde et cérémonies militaires annuelles à l’école inclus.

    Et cette préparation idéologique en réalité commence bien plus tôt, puisque c’est dés le CM2 que l’Éducation nationale normalise une propagande guerrière à destination des enfants. À 10 ans, on serait donc assez mûr pour apprendre à « défendre la Nation », mais pas pour utiliser un réseau social.

    Cette logique va jusqu’à l’acceptation assumée de la mort des jeunes à la guerre puisque comme l’a déclaré le général Mandon, il faudrait dans le même temps « accepter de perdre nos enfants », mais les protéger des réseaux sociaux.

    Ce double discours se retrouve dans le parcours de figures macronistes comme Gabriel Attal, qui a fait de l’interdiction des réseaux sociaux pour les moins de 15 ans un de ses combats, tout en défendant dans le même temps la possibilité de comparutions immédiates à partir de 15 ans : à 15 ans, on serait à peine prêt pour TikTok, mais bien assez pour la prison, ou encore pour être tué par la police dans les quartiers populaires.

    #réseaux #internet #jeunesse #surveillance

  • La bande dessinée « Dans la tête de Juliette » | CLEMI
    https://www.clemi.fr/familles/publications/la-bande-dessinee-dans-la-tete-de-juliette/presentation-de-la-bande-dessinee-dans-la-tete-de-juliette/la-bande-dessinee-dans-la-tete-de-juliette

    Dans la tête de Juliette
    87 % des enfants de 12 ans ont un smartphone mais le vrai pic d’équipement s’effectue vers 10 ans (on passe de 8 % à 33 % entre 9 et 10 ans ; Étude Born Social, 2020). Dans la tête de Juliette est une bande dessinée éducative destinée aux pré-adolescents et adolescents. Elle nous plonge dans le tourbillon de la vie d’une adolescente connectée. Elle interroge avec finesse et pédagogie le rapport des plus jeunes aux écrans, en particulier avec leur smartphone. L’objectif est de les aider à devenir des acteurs conscients et responsables de leurs usages numériques.

    #Education #Education_numérique #Mobile #Jeunesse

  • Santé sexuelle : Sidaction s’alarme de la montée en puissance des discours masculinistes auprès des jeunes - Public Sénat
    https://www.publicsenat.fr/actualites/sante/sante-sexuelle-sidaction-salarme-de-la-montee-en-puissance-des-discours-

    31 % des 16-34 ans « se sentent plus puissants » sans préservatif

    66 % des jeunes hommes âgés de moins de 34 ans connaissent au moins un influenceur dit « masculiniste », et 37 % disent consulter ces contenus. Parmi ceux au fait de ces publications, plus d’un tiers les considère rassurantes sur leur manière « d’être un homme » (38 %), assure qu’elles leur donnent « une autre vision que celle portée par les féministes » (48 %), ou affirme qu’elles les ont inspirés à « mettre en pratique des conseils pour devenir un homme meilleur » (34 %). Plus alarmant encore, la moitié d’entre eux pense que ces discours disent « enfin la vérité » (51 %).

    • Les hommes et le masculinisme : péril sur la santé sexuelle - Sidaction
      https://www.sidaction.org/communique/sondage-opinionway-les-hommes-et-le-masculinisme

      Les résultats de l’enquête montrent que les hommes perçoivent un climat d’hostilité à leur encontre. 52% des hommes (16-59 ans) trouvent que la société s’acharne sur eux et 36% pensent qu’il est plus difficile d’être un homme qu’une femme dans la société française aujourd’hui. Pour 6 hommes sur 10, les médias caricaturent les hommes depuis Metoo (58%). Les répondants adoptent un discours victimaire : plus d’un homme sur 2 considère que les hommes sont trop souvent accusés de #violences_sexuelles exagérées ou mensongères (53%).

      La #virilité reste un marqueur normatif puissant. Un homme sur deux juge important d’être viril (51%) et ils sont autant à déplorer que les hommes ne le soient plus suffisamment (46%).

      Selon Florence Thune, directrice générale de Sidaction, « le sondage nous révèle que la virilité continue de jouer un rôle déterminant dans la construction identitaire des hommes. Et ce n’est pas sans conséquence sur leurs comportements sexuels puisqu’ils sont bien trop nombreux (40%) à penser qu’être un homme, c’est oser prendre des risques, y compris sexuels ».

      La virilité intervient directement dans la décision de porter un #préservatif ou non. 31% des 16-34 ans se sentent plus puissants quand ils ne portent pas de préservatif ou estiment que les femmes doivent respecter les hommes qui refusent d’en porter (32%). 1 jeune sur 6 pense que le préservatif est un signe de faiblesse (16%).

      Plus préoccupant encore : un homme sur dix (11%, et un jeune homme de 25-34 ans sur cinq, 18%) affirme comprendre le “#stealthing”, soit le fait qu’un homme retire son préservatif sans prévenir son/sa partenaire s’il estime qu’on le lui a imposé. Chez ceux qui adhèrent aux théories masculinistes, ils sont 34% à caut cautionner cette pratique répréhensible (+23 points par rapport à la moyenne).

      « Ces croyances envers les discours masculinistes fragilisent la prévention, augmentent les prises de risque, et déstabilisent profondément la culture du consentement, pourtant centrale dans la lutte contre le VIH et les autres infections sexuellement transmissibles » indique Florence Thune. « Il est inquiétant de voir qu’un tiers des jeunes hommes pensent que demander explicitement le #consentement « gâche la spontanéité » (37% pour les 16-34 ans) et ou qu’un homme ne peut être tenu responsable si la femme ne dit pas clairement “non” (35% pour les 16-34 ans) ».

      Les discours masculinistes s’articulent autour d’une #misogynie importante et une #domination violente. Les représentations à l’égard des femmes restent imprégnées de suspicion et de jugements négatifs : 43% des 16-34 ans pensent qu’une femme qui multiplie les partenaires « ne se respecte pas ». 1 jeune sur 4 pense qu’une femme positive au #VIH ou à une autre #IST est une femme qui a eu trop de partenaires sexuels (25%) ou qu’une femme qui exprime ouvertement son désir sexuel ne cherche pas vraiment à être respectée par les hommes (24%).

      Pour contrer l’influence de ces discours toxiques, dans un contexte où les découvertes de séropositivité chez les 15-24 ans ont augmenté de +41 % en 10 ans (selon les dernières données de Santé Publique France), où les IST augmentent et où l’usage du préservatif recule, Sidaction souligne l’urgence de renforcer l’éducation à la vie affective, relationnelle et sexuelle (EVARS). Les séances d’EVARS constituent aujourd’hui le levier le plus solide et le plus éprouvé pour lutter contre ces idées reçues, développer l’esprit critique et renforcer la prévention.

      Sidaction, avec Le Planning familial et SOS homophobie ont saisi le tribunal administratif de Paris pour faire respecter la loi de 2001 qui prévoit trois séances annuelles d’éducation à la sexualité pour les élèves, de l’école au lycée. Leur déploiement complet dans les établissements scolaires, conformément aux obligations légales, n’est plus seulement un enjeu éducatif : c’est un impératif de santé publique.

      Rapport OpinionWay détaillé en pdf :
      https://www.opinion-way.com/wp-content/uploads/2025/11/OpinionWay-pour-Sidaction-Les-hommes-et-le-masculinisme-Decembre-2025.p

    • https://www.ladn.eu/nouveaux-usages/your-body-my-choice-la-guerre-des-sexes-est-ouverte

      En détournant le slogan féministe « my body, my choice », le commentateur d’extrême droite Nick Fuentes, 26 ans, illustre la vitalité des thèses masculinistes aux États-Unis.

      https://www.lefigaro.fr/international/ton-corps-mon-choix-qui-est-nick-fuentes-cet-extremiste-americain-dont-le-s

      Nick Fuentes, de son vrai nom Nicholas Joseph Fuentes, est né le 18 août 1995 dans l’Illinois. Il se fait un nom dans le monde politique américain en 2022 lors d’une de ses conférences, nommée America First, dans laquelle il fait l’éloge d’Adolf Hitler en affirmant que les médias ont comparé Vladimir Poutine à l’ancien dictateur allemand « comme si ce n’était pas une bonne chose », rappelle le magazine Rolling Stone .

      https://rapecrisis.org.uk/get-informed/types-of-sexual-violence/what-is-stealthing

      The key points

      The definition or meaning of the word ’stealthing’ is when someone removes a condom during sex without the other person’s consent or lies about having put one on in the first place.
      Stealthing is rape under English and Welsh law. This means that someone who carries it out can be prosecuted for rape.
      Like all rape, stealthing is a very serious crime that carries a maximum sentence of life in prison.
      ’Stealthing’ is a slang word, not a legal term. The legal term for this act is ’rape’.

  • L’émigration des jeunes, reflet du malaise algérien
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/11/27/l-emigration-des-jeunes-reflet-du-malaise-algerien_6655074_3232.html

    L’émigration des jeunes, reflet du malaise algérien
    Analyse
    Mustapha Kessous
    Sur les réseaux sociaux circulent d’innombrables vidéos de harraga algériens – ces « brûleurs de frontières » qui quittent leur pays par la mer sans passeport ni visa –, heureux d’approcher le rivage espagnol. Le 3 septembre, dans une joie déroutante, sept adolescents ont ainsi rallié Ibiza depuis la baie d’Alger à bord d’une embarcation de plaisance volée. Cette traversée retransmise en direct sur TikTok a provoqué l’émoi en Algérie, ravivant la question de l’« exode » vers l’Europe.
    En France, l’immigration algérienne est un thème récurrent des débats politiques et médiatiques. Entre Paris et Alger, elle n’a cessé depuis l’indépendance, en 1962, d’être un enjeu d’éternelles tractations. D’autant plus que les départs clandestins depuis l’Algérie restent très élevés ces dernières années. Du 1er janvier au 31 octobre, Frontex, l’agence européenne des frontières, a recensé 8 496 passages irréguliers de ressortissants algériens vers les îles Baléares ou les plages du sud de l’Espagne continentale. Ils représentent un peu plus de la moitié du flux d’exilés (16 321) ayant emprunté cette route dite « de la Méditerranée occidentale ». Et ils constituent la cinquième nationalité la plus représentée parmi les entrées clandestines en Europe, d’après l’Organisation internationale pour les migrations (OIM).
    En forte progression depuis 2023, cette voie connaît un nouvel essor cette année : + 27 % d’arrivées, toutes nationalités confondues, par rapport à la même période de 2024 et même + 66 % rien qu’aux Baléares, selon le ministère de l’intérieur espagnol. Frontex attribue cette hausse au renforcement des contrôles migratoires au Maroc « poussant davantage de personnes à recourir aux services de passeurs en Algérie ».
    Un an après le revirement promarocain de Madrid sur le Sahara occidental, les accords signés entre les deux pays en février 2023 ont drastiquement réduit les départs, y compris vers les Canaries (− 58,6 %). « Les réseaux se sont adaptés en conséquence, faute d’une coopération migratoire aussi étroite entre Madrid et Alger qu’avec Rabat », explique le sociologue marocain Ali Zoubeidi, spécialiste des migrations.
    Pourquoi les Algériens quittent-ils leur pays ? Chercheurs et diplomates français sont unanimes : l’« envie d’ailleurs ». « Ce sentiment de ne plus vouloir rester en Algérie est profond. Aux côtés des chômeurs et des jeunes, on trouve des fonctionnaires, des policiers, des familles avec enfants. Bref, des gens qui sont intégrés professionnellement », observe le sociologue algérien Nacer Djabi. « Ces harraga ne sont plus des exilés économiques, mais des personnes qui cherchent un endroit où construire une nouvelle vie et s’épanouir en liberté », ajoute Saïd Belguidoum, maître de conférences émérite à Aix-Marseille Université.
    Ce phénomène de « mal vie » n’est pas nouveau. Selon l’OIM, plus de 54 000 Algériens ont gagné l’Europe entre 2020 et 2024 – soit environ 10 000 par an –, essentiellement par la route de la Méditerranée occidentale. 2019 est une année charnière. A cette époque, l’Algérie était secouée par le Hirak, soulèvement populaire au cours duquel des millions de manifestants ont tenté de « dégager le système ». Les jeunes, notamment, promettaient alors de rester pour bâtir l’Algérie de demain, « libre et démocratique ». Cette année-là, un peu plus de 5 000 Algériens avaient rejoint l’Europe. L’année suivante, ils étaient presque trois fois plus nombreux.
    Cette brutale hausse s’explique, entre autres, par la reprise en main autoritaire du pouvoir par le président Abdelmadjid Tebboune. « Le constat est terrifiant. Après ce rêve de changement brisé par le régime, les Algériens de toutes catégories sociales et de tous âges préfèrent s’enfuir du pays », rappelle l’avocat algérien Aïssa Rahmoun, en exil en France et secrétaire général de la Fédération internationale pour les droits humains (FIDH). « L’échec du Hirak a accéléré les passages, insiste Didier Leschi, directeur général de l’Office français de l’immigration et de l’intégration (OFII). C’est parce que l’Algérie n’offre aucune perspective pour une partie de sa jeunesse qu[e celle-ci] fuit. » Le taux de chômage des jeunes (16-24 ans) frôle les 30 %.
    La France regarde de près cette migration clandestine puisque « la majorité vient dans notre pays, dit M. Leschi, 80 % des immigrés algériens en Europe sont en France. » Alger laisserait-il délibérément filer ces émigrés afin de peser sur la France, dans le contexte de crise diplomatique avec Paris, ravivé en juillet 2024 après la reconnaissance par Emmanuel Macron de la « souveraineté marocaine » sur le Sahara occidental ? C’est d’ailleurs cet été-là que l’ambassade d’Espagne à Alger avait alerté les diplomates français pour leur signaler une « augmentation du flux des harraga ».
    S’agirait-il aussi d’une soupape destinée à désamorcer les tensions sociales algériennes ? Didier Leschi est convaincu que « les autorités laissent passer plutôt que d’être demain confrontées à une génération Z qui leur demandera des comptes ». « Les autorités ne peuvent rien faire, elles ont baissé les bras, corrobore Nacer Djabi. Même la presse ne parle plus de cette migration, considérant qu’il s’agit d’un fait accompli. »
    Dans la revue de l’armée algérienne El Djeich de septembre, les autorités ont reconnu ne pas être « épargnées » par la « migration clandestine » qui « touche principalement sa jeunesse ». Elles assurent combattre « ce phénomène » d’ailleurs puni par la loi : officiellement, un « brûleur de frontières » algérien risque une peine de prison. Mais les harraga continuent de défier les autorités et l’« Algérie nouvelle » qu’elles disent vouloir bâtir : symboles du manque d’avenir des jeunes Algériens, ils sont aussi devenus un enjeu dans les houleuses relations franco-algériennes.

    #Covid-19#migration#migrant#algerie#france#jeunesse#frontex#frontiere#crise#politiquemigratoire#sante

  • Les Missions locales en état d’alerte
    https://www.sudouest.fr/economie/social/les-missions-locales-de-la-region-en-etat-d-alerte-900-jeunes-prives-d-acce

    Budget 2026 : le Sénat promet d’aller « le plus loin possible » dans les économies. Le projet de loi de finances 2026 prévoit une baisse de 13 % du financement de l’État pour ses structures accompagnant les #jeunes de 15 à 24 ans.

    « Le « toujours moins » devient intenable », insiste Thierry Marty, rappelant la réduction déjà de 6,8 % en 2025. « L’insertion des jeunes est un investissement d’avenir pour la vitalité économique et la cohésion sociale. La remettre en cause entraînera des coûts sociaux (santé, exclusion, hébergement) beaucoup plus lourds et surtout un risque de rupture entre ces jeunes et la République. » Et de rappeler un enjeu de justice sociale : l’État a versé en 2024, 15 000 euros par an et par élève de classe préparatoire, 700 euros par jeune sans emploi .

    « Nous sommes le premier service public pour la jeunesse », souligne encore Jean-Michel Mirem, directeur de la ML (rurale) des Deux rives en Gironde. « On la sacrifie et la condamne à l’exode incertain. » Le réseau des #Missions_locales demande le maintien du financement actuel, la mise d’un fonds d’urgence pour les Missions en grande difficulté ou encore la reconduction de l’objectif de 200 000 #contrats_d’engagement_jeune en 2026.

    Mobilisation des Missions locales contre la baisse des crédits prévue au PLF 2026
    https://blogs.alternatives-economiques.fr/abherve/2025/11/14/mobilisation-des-missions-locales-contre-la-baisse-de

    #chômeurs #jeunes_chômeurs #loi_de_finances #budget #sénat #revenu_des_jeunes (car les contrats d’engagement jeune, c’est avant tout cela : à quelle proportion de jeunes précaires assure-t-on sous cette forme un mini revenu ?)

  • « Maltraitance médiatique » et « défiance » mutuelle : 20 ans après les révoltes, la presse toujours aux abonnés absents dans les quartiers populaires – Libération
    https://www.liberation.fr/economie/medias/maltraitance-mediatique-et-defiance-mutuelle-20-ans-apres-les-revoltes-la-presse-toujours-aux-abonnes-absents-dans-les-quartiers-populaires-20251026_YMGZCKUYHRAELPPILY2HSVGG4E/?redirected=1
    https://www.liberation.fr/resizer/v2/VEQXJZ5OL5BDFABMQWODA7K45M.jpg?auth=bb60fd708979ba5f59a2ca6c35f48ceaf6fdd

    Le traitement médiatique, très souvent purement sécuritaire, des quartiers populaires n’a que peu évolué depuis la mort de Zyed Benna et Bouna Traoré à Clichy-sous-Bois en 2005. La faute à un manque de diversité sociale dans les rédactions.
    Rassemblement de jeunes de Clichy-sous-Bois devant la stèle érigée en hommage à Zyed Benna et Bouna Traoré, le 27 octobre 2015.
    Rassemblement de jeunes de Clichy-sous-Bois devant la stèle érigée en hommage à Zyed Benna et Bouna Traoré, le 27 octobre 2015. (Denis ALLARD/Denis ALLARD)
    ParJean-Baptiste Chabran
    Publié le 26/10/2025 à 19h20

    « Quand ça pète, les médias sont là. Mais quand on fait des choses bien, ils ne sont jamais là. » Cette phrase d’une jeune lycéenne, rapportée dans le livre et projet de recherche Jeunes de quartier. Le pouvoir des mots (C&F Editions, 2021), synthétise bien la situation de méfiance, voire de défiance mutuelle, installée entre médias mainstream et quartiers populaires. Après la mort de Zyed Benna et Bouna Traoré à Clichy-sous-Bois (Seine-Saint-Denis), le 27 octobre 2005, les rédactions – pas toutes, mais au moins quelques-unes – avaient compris que quelque chose clochait dans leur façon de représenter les « banlieues ». Certaines avaient même fait leur autocritique : promis, juré, on ne les reprendrait plus à débarquer en bas des tours uniquement quand une énième bavure policière viendrait, fatalement, remettre ces endroits au centre de l’attention.

    Vingt ans plus tard, et deux ans après la mort de Nahel Merzouk, tué par un policier à Nanterre (Hauts-de-Seine) en juin 2023, la plupart des bonnes intentions ont pourtant été rangées au placard et les quelques progrès sont jugés largement insuffisants par les observateurs interrogés par Libération. En cause, un ensemble de raisons difficilement dénombrables : de l’implantation parisienne des grands médias à leur composition sociologique en passant par leurs logiques de temporalité et d’audience.
    « Une forme de mauvaise conscience »

    Reste que « globalement, le sujet des quartiers populaires n’intéresse pas », résume le journaliste Edouard Zambeaux. De septembre 2005 à juin 2017, ce dernier était producteur de l’émission de reportages Périphéries, diffusée tous les dimanches sur France Inter. Il a aussi cofondé la ZEP, Zone d’expression prioritaire, qui intervient régulièrement dans Libération pour donner la parole aux jeunes. Longtemps « journaliste promeneur », il estime que « la presse reste prisonnière de son réflexe de classe » et que son regard n’a pas tellement changé en deux décennies. « 90 % du temps médiatique, la banlieue reste quelque chose de dangereux », observe-t-il.

    Et puis, de temps en temps, à cause « d’une forme de mauvaise conscience », un mouvement de balancier s’opère et, pendant un moment, « la banlieue devient quelque chose de merveilleux ». Ce qui a le don d’exaspérer Edouard Zambeaux presque autant que l’inverse. « Pendant cette courte séquence, n’importe quel bouffon qui rappe trois rimes bancales devient “un poète contemporain” ! » s’agace le journaliste, déplorant que « ces endroits n’aient pas le droit à une équité médiatique ».
    « La défiance vis-à-vis des médias est énorme »

    « Il y a une forme d’exceptionnalité et de maltraitance médiatique », confirme sa consœur Nora Hamadi, chargée depuis la fin du mois d’août de la revue de presse de France Inter, très engagée sur le sujet. La principale raison se trouve selon elle dans la sociologie des rédactions qui manquent encore largement de diversité sociale et ethnique, les journalistes venant le plus souvent de milieux et de zones géographiques favorisés. « Après 2005, la question a un peu percuté les rédactions », remarque Nora Hamadi qui cite la création, en 2007, de la prépa aux écoles de journalisme, la Chance aux concours, ouverte aux étudiants boursiers et handicapés. Elle regrette toutefois que sur cette question, les grands médias recrutent « au compte-goutte » et que les postes de chefferie et de direction échappent toujours au changement. « Depuis 2005, il y a certes un peu plus de couleur dans les rédactions mais la véritable question, celle de la diversité sociale, reste très présente », constate-t-elle.

    Reportage
    Clichy-sous-Bois vingt ans après la mort de Zyed et Bouna : « Ici, on pleure de joie pour un tramway, alors qu’il fonctionne mal »

    Résultat : les journalistes méconnaissent les banlieues et quartiers populaires et « les rédactions où ils travaillent ne voient tout simplement pas ce qui s’y passe au quotidien ». Une invisibilisation qui vaut aussi pour les espaces ruraux, au moins aussi absents du champ médiatique, sauf quand une crise – en général une mobilisation d’agriculteurs – éclate. De cette distance découlent un ressentiment durable et une méfiance des populations concernées, qui gardent, selon la sociologue Julie Sedel, autrice de l’ouvrage les Médias et la banlieue (Le Bord de l’eau-INA, 2009), « une mémoire des précédents médiatiques ».

    Pour l’exemple, la chercheuse cite un épisode où des photographes de Paris Match avaient été accusés de payer des jeunes pour brûler des voitures dans le quartier des Minguettes, à Vénissieux (Rhône), en 1981. De nos jours, on pourrait aussi faire le rapprochement avec les émissions de reportages embarqués avec la police qui pullulent sur les chaînes pin-pon de la TNT et associent dans l’imaginaire collectif les journalistes à des laquais de la force publique. « La défiance vis-à-vis des médias mainstream est énorme », appuie Nora Hamadi. « Les habitants ont effectivement assimilé, digéré, un certain pouvoir de nuisance qui peut être attaché à la presse », complète Edouard Zambeaux.

    Dans ce sombre tableau, quelques éclaircies subsistent tout de même. Pour Renaud Epstein, professeur de sociologie à Sciences-Po Saint-Germain-en-Laye, « l’évidence, c’est la transformation provoquée par l’émergence du Bondy Blog ». « Une rupture majeure », juge-t-il, car la création de ce média ancré en Seine-Saint-Denis, juste après les révoltes de 2005, marque selon lui le début d’une « démonopolisation de la parole ». Un phénomène qui se poursuit aujourd’hui de façon décuplée avec les réseaux sociaux et les médias alternatifs nés d’Internet, et qui permet de faire émerger des contre-récits inaudibles auparavant.
    Des habitants ciblés par les médias d’extrême droite

    Pour autant, l’actuelle rédactrice en cheffe du Bondy Blog, Héléna Berkaoui, se montre prudente, notamment à cause de l’émergence de médias d’extrême droite comme CNews, qui donnent « une autre teinte à la couverture des quartiers populaires, parce que leurs habitants sont des cibles revendiquées comme telles ». « Les mots qui y sont employés sont extrêmement durs et ils sont reçus comme tels par les intéressés. Sur le terrain, on nous en parle beaucoup, développe-t-elle. Je me demande quels effets cela peut avoir sur les jeunes de se faire insulter quasi quotidiennement sur petit écran. »

    Au fond, la journaliste juge aussi que le traitement du soulèvement des banlieues après la mort de Nahel Merzouk n’a pas été si différent de celui de 2005. Le déclencheur de la colère, à savoir les violences policières, « a été évacué avec une rapidité désarçonnante ». Le tout au profit d’un discours politico-médiatique enrobé des stigmates habituels sur l’islam, « les jeunes violents, les jeux vidéo ou la responsabilité des mères isolées ». Les médias n’auraient-ils donc rien appris en vingt ans ?

    #Quartiers #Médias #Jeunes_de_quartier

  • Beaubourg, une utopie conciliatrice
    https://laviedesidees.fr/Beaubourg-une-utopie-conciliatrice

    Achevé en 1977, le projet d’un centre culturel à Beaubourg avait été lancé par Georges Pompidou dix-huit mois à peine après Mai 1968. Ce contexte politique tendu anime les réflexions des concepteurs du Centre, partagés entre volonté de réconciliation sociale et ouverture aux subversions artistiques.

    #Arts #jeunesse #musée #art_moderne #Mai_68 #art_contemporain
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20251028_beaubourg.pdf

  • #ethnographie des quartiers populaires français
    https://laviedesidees.fr/Ethnographie-des-quartiers-populaires-francais

    Les quartiers populaires occupent aujourd’hui une place centrale dans le débat public mais aussi dans le paysage culturel. La lecture croisée de deux ouvrages ouvre des pistes de réflexion.

    #Société #banlieue
    https://laviedesidees.fr/IMG/pdf/20251027_quartiers.pdf

    • Des insiders expliquent aux sociologues

      (...) les pratiques déviantes sont ainsi repensées à l’aune d’une expression politique enserrée désormais dans « la problématique de la survie » (p. 89) et marquée par le discrédit des voies démocratiques traditionnelles et des modes de classement issus du monde ouvrier.

      Mickaël Chelal, Grandir en cité. La socialisation résidentielle de « jeunes de cité », Bordeaux, Le bord de l’eau, 2025, 216 p., 20 €, Éric Marlière, Matériaux pour une sociologie des quartiers prioritaires de la politique de la ville, Éditions du cygne, 2025, 200 p., 20 €.

      La note, détaillée, donne envie de lire les ouvrages cités.

      #enquête #observation_participante #quartiers_populaires #pratiques_sociales #représentations #femmes #espace_public #livre #note_de_lecture

    • Vingt ans après la mort de Zyed et Bouna : « Depuis 2005, le discours caricatural sur les banlieues en France s’est enkysté », Fabien Truong, sociologue.
      https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/10/27/vingt-ans-apres-la-mort-de-zyed-et-bouna-depuis-2005-le-discours-caricatural

      Dans un entretien au « Monde », le sociologue Fabien Truong revient sur les 20 ans de la mort des deux adolescents, électrocutés alors qu’ils tentaient d’échapper à un contrôle de police, le 27 octobre 2005, à Clichy-sous-Bois.
      Propos recueillis par Yasmine Khiat

      Le 27 octobre 2005, deux adolescents, Zyed Benna, 17 ans, et Bouna Traoré, 15 ans, cherchent à échapper à un contrôle de #police à Clichy-sous-Bois (Seine-Saint-Denis). Se réfugiant dans un transformateur électrique EDF, ils meurent électrocutés. Durant plus de deux semaines, de violentes #émeutes secouent la #banlieue parisienne et des dizaines de villes en France. Pour y mettre fin, le gouvernement décrète l’#état_d’urgence − pour la première fois depuis la guerre d’Algérie.
      Enseignant à l’université Paris-VIII Vincennes-Saint-Denis, Fabien Truong est sociologue, spécialiste des banlieues et de la jeunesse. Il a notamment écrit Loyautés radicales (La Découverte, 2022). Coauteur avec Gérôme Truc de Grands ensemble (La Découverte, 380 pages, 22 euros), il a mené une enquête qui a duré dix ans sur la vie des habitants de Grigny (Essonne).

      Y a-t-il eu un avant et un après-2005 dans la perception que nous avons de la banlieue ?

      Vingt ans après, rien n’a changé dans les #médias de masse. Pire, le discours caricatural sur les banlieues en France s’est enkysté. Car, ce qui a vraiment basculé depuis 2005, c’est le traitement médiatique et politique des #quartiers_populaires, qui se fait dorénavant majoritairement sous le prisme du fait divers. Les images produites à la suite des émeutes, de voitures qui brûlent, d’une jeunesse en révolte, ont été instrumentalisées par les médias de masse et nombre de politiques : elles renforcent l’imaginaire de la banlieue comme étant inassimilable. Cette mise en avant systématique du fait divers finit par faire croire aux personnes extérieures que les #jeunes_de_banlieue sont tous dangereux.

      Que représente la mort de Zyed Benna et Bouna Traoré dans la mémoire des quartiers populaires ?

      La mort de Zyed Benna et Bouna Traoré a été vécue comme un traumatisme. Dans bien des cas de #violences_policières, tout se réduit à parole contre parole, et c’est souvent celle de la police qui l’emporte. Or, la preuve que les policiers étaient conscients de ce qui risquait de se passer – rendue publique par les conversations radio policières – a profondément choqué. #Zyed_et_Bouna jouaient au foot, ils rentraient chez eux, ils n’avaient aucun lien avec la délinquance. En voyant les policiers, ils ont eu peur – peur d’être contrôlé et de se retrouver en garde à vue pour ne pas avoir leurs papiers d’identité sur eux – et ils ont couru pour se réfugier dans un poste électrique EDF. Les policiers l’ont su, ne les ont pas protégés. L’émotion a ensuite été vécue de manière viscérale [phénomène amplifié par l’attaque policière, deux jours après leur mort, d’une mosquée à Clicy, ndc]. Les jeunes d’autres quartiers se sont projetés dans l’expérience de ces deux adolescents. Morts pour rien.

      Désormais, dans les tensions entre la police et les jeunes, les preuves circulent parfois sur les réseaux sociaux. On se souvient de la vidéo de l’interpellation de #Nahel_Merzouk, tué par un policier à Nanterre il y a deux ans.

      Oui, la séquence 2005-2023 est frappante : les mêmes causes, qui produisent les mêmes effets. Et la vidéo de Nahel a choqué : rien ne justifie qu’un adolescent de 17 ans soit abattu pour un #refus_d’obtempérer. Mais les politiques publiques, notamment celles mises en place pour lutter contre les trafics de drogue dans les quartiers, alimentent la conflictualité. Et là, on peut regretter la suppression, en 2003, de la police de proximité, qui avait l’avantage de bien connaître les habitants d’un quartier. Elle était donc parfaitement outillée, car pour démanteler un point de deal, il faut prendre le temps d’enquêter, connaître une population, des lieux, un contexte, sans d’emblée imposer sa force.

      Aujourd’hui, la police ne peut pas faire la différence entre une petite minorité délinquante de jeunes et les autres. Résultat ? Si vous êtes un jeune garçon dans l’espace public, que vous portez un sweat à capuche et que vous êtes non-blanc, vous avez un profil de suspect. Ce qui revient à suspecter quasiment tous les jeunes dans un contexte de ségrégation forte. S’ajoutent les contrôles réguliers humiliants et qui n’aident en rien à apaiser le rapport aux institutions.

      Dans les quartiers populaires, qu’est-ce qui a changé ?

      En réalité, ces quartiers portent la population la plus dynamique du territoire français, mais ces mobilités sociales ascendantes et résidentielles sont invisibilisées : ce sont des faits sociaux et non des faits divers. Avec Gérôme Truc, nous avons enquêté pendant dix ans à Grigny, « la ville la plus pauvre de France » , et on constate que près de la moitié de la population a changé en ce laps de temps : c’est spectaculaire.

      Quant aux nouvelles populations , contrairement à la narration xénophobe, comme celle du « grand remplacement », elles ne chassent personne : elles prennent les seules places disponibles quand on est pauvre et quand on arrive de loin. Rappelons-le, les villes les plus riches de France préfèrent payer l’amende de la loi SRU plutôt que d’accueillir ces populations et de faire de la mixité sociale. Les quartiers populaires demeurent ainsi des réserves de #travailleurs_pauvres, dont les métiers sont pourtant essentiels : aides-soignants, techniciens de maintenance, agents de propreté, chauffeurs-livreurs, celles et ceux qu’on applaudissait pendant le confinement. Non seulement toutes ces personnes sont sous-payées, mais, en plus, elles font de longs déplacements pour exercer dans le cœur des villes. Cette mobilité est aussi complètement invisibilisée. [spéciale dédicace à @monolecte]

      Pour revenir aux jeunes, ils sont toujours plus nombreux à faire des études supérieures : l’expérience universitaire s’est démocratisée. Dans mon livre Jeunesses françaises. Bac + 5 made in banlieue (La Découverte, 2015), j’ai enquêté sur le parcours étudiant de mes anciens élèves lorsque j’étais professeur en Seine-Saint-Denis. Par exemple, la moitié sont aujourd’hui cadres et propriétaires d’un logement : ils ont quitté leur quartier et ont été remplacés par des familles plus modestes.

      étonnants propos de conclusion : "cadre" ne veut rien dire en terme de revenu (on est "cadre" à bac+3) pas plus que "employé des services" serait nécessairement non-ouvrier en terme de travail effectué ; quant au patrimoine immobilier je demande à voir, bien que je ne sache pas si les crédits immobiliers peuvent se faire sur 30 ou 40 ans. Je crois qu’il s’adresse à son lectorat, de cadres et de propriétaires, sans doute avec l’intention de prendre dans le sens du poil ces tocards démocrates.

      #contrôles_d'identité

    • Grandir en cité : dans l’intimité de la jeunesse des quartiers populaires
      https://www.bondyblog.fr/opinions/interview/grandir-en-cite-dans-lintimite-de-la-jeunesse-des-quartiers-populaires

      De 2014 à 2021, Mickaël Chelal a réalisé une enquête ethnographique au cœur du quartier où il habite, les Marnaudes à Rosny-sous-Bois.

      En sociologie des quartiers populaires, on s’intéresse très peu aux enfants. Pourtant, ils sont omniprésents dans les quartiers. D’une part parce qu’ils ont pas mal de temps libre. D’autre part, car les familles de classes populaires inscrivent moins leurs enfants dans des activités extrascolaires, contrairement aux classes supérieures, ils ont plus de #temps_libre qu’ils passent en partie dans la #rue.

      Le temps qui n’est pas pris par ces activités-là, ils le passent dans la rue. Les enfants façonnent l’ambiance du quartier. Tu les entends, tu les vois, ils mobilisent tout l’espace pour développer leurs jeux. Ils donnent une tonalité familiale au quartier.

      Comment s’organisent les relations dans l’#espace_public ?

      Souvent, on peut entendre que les quartiers sont des espaces dans lesquels la loi du plus fort règne, que la rue, c’est l’anarchie, une sorte de jungle urbaine. Derrière tout ça, il y a l’idée de désorganisation sociale.

      En réalité, ce sont des quartiers qui sont, en tout cas pour la jeunesse, très structurés. Il y a des règles et des codes. La jeunesse qui se retrouve dans la rue s’organise principalement en deux catégories, les “petits” et les “grands” démarqués par leur âge et leur ancienneté. Cette division forme une organisation sociale qui se caractérise par une #hiérarchie_sociale où les grands ont un pouvoir de domination et d’autorité sur les petits.

  • Corona : Repressive Gesellschaft hat einer Generation die Jugend gestohlen
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/editorial-li.10002465

    A propos de l’impact des mesures contre le coronavirus

    24.10.2025 von Michael Maier - Die Berliner Corona-Protokolle zeigen: Aus Angst vor dem Virus haben alte Entscheider einer Generation die Jugend gestohlen. Die Folgen sehen wir jetzt.

    Für viele Jugendliche und Kinder war die Corona-Zeit ein lebensverändernder Einschnitt. Viele von ihnen tragen noch heute an den Folgen. Dazu gehören an erster Stelle die Erkrankten und jene, die an Long-Covid oder Post-Vac, also Impffolgen, leiden. Aber die Schäden sind vielfältiger: Gerade Heranwachsende wurden über Nacht in die soziale Isolation getrieben. Viele suchen heute noch einen Ausgang aus dem seelischen Lockdown. Sie haben das Leben nicht gelernt, konnten sich nicht ausprobieren. Sie wurden in die digitale Welt getrieben, wo sie über Selbstbild und Fremdbild beschönigende Filter gelegt haben und sich und andere rund um die Uhr manipulieren und täuschen konnten. Verbote der gemeinsamen Sportausübung, des Feierns und des Musizierens haben dazu geführt, dass ein unbefangenes Miteinander eine fremde Kulturtechnik für eine ganze Generation geworden ist.

    Die umfassende Überwachung und die soziale Kontrolle nehmen sie heute leichter in Kauf, weil ihnen oft keine andere Welt mehr offensteht als die virtuelle. An die Stelle des selbstbestimmten Individuums tritt die digitale Identität. Nicht mehr die Menschen kontrollieren die Mächtigen. Die Menschen werden zu Datenmaterial, zu einem Rohstoff, freigegeben zu globalen Ausbeutung. Diese Entwicklung hat nicht mit Corona begonnen. Doch der jahrelange Ausnahmezustand hat die Vereinzelung der Menschen und ihre Flucht in den digitalen Raum beschleunigt. Unter der Maßgabe, der Staat wolle das Beste und seine Bürger schützen, haben die Corona-Verantwortlichen den flächendeckenden Gehorsam sichergestellt. Um auch die Widerspenstigen aus dem Spiel zu nehmen, wurden Pseudowissenschaft und Angstmache strategisch eingesetzt. „Flatten the curve“ – ein Betrugsslogan, das berüchtigte „Angst-Papier“ des Innenministeriums – ein Dokument aus dem totalitären Versuchslabor.

    Wie konnte es dazu kommen, dass eine Gesellschaft nach Jahrzehnten in Demokratie und Freiheit plötzlich all ihre Grundsätze über Bord wirft, die Grundrechte zu Makulatur erklärt, Diskussionen unterdrückt, Widerspruch ächtet und Maßnahmen durchzieht, die man davor nur aus China kannte? Eine Aufarbeitung findet in Deutschland nicht statt, weder gesellschaftlich noch politisch und schon gar nicht juristisch. Immerhin: Wichtige Protokolle wie die RKI-Files wurden durch einzelne, mutige Journalisten an die Öffentlichkeit gebracht.

    Corona: Erzieher hatten Angst vor Kindern, wollten Masken, waren gegen Lockerung

    Für die Berliner Zeitung hat Martin Rücker die Herausgabe der Protokolle des Berliner Corona-Krisenstabs erwirkt und diese gemeinsame mit Wiebke Hollersen analysiert (die ganze Analyse online und in der Berliner Zeitung am Wochenende vom 25./26.10.2025). Die Papiere zeigen: Es gab einen großen Strom der Angst, in dem die Alten die Jungen dämonisiert haben. Erzieher hatten Angst vor Kindern. Jugendliche wurde als gemeingefährlich und rücksichtslos angesehen, wenn sie es wagten, eine Party zu feiern. Es gab den faustischen Versuch, den Weg jedes einzelnen Virus nachzuvollziehen – ein Irrsinn. Zugleich wurden alle Maßnahmen von oben befolgt, mit denen die in der Verfassung nicht vorgesehene Ministerpräsidenten-Konferenz das tägliche private Leben der Deutschen bis ins letzte Detail zu regulieren versuchte.

    Unsere Autoren berichten: „Am 22. September 2020 ist in den Protokollen die Rede von einem ‚explosionsartigen Anstieg bei den Neuinfektionen, verursacht durch unvernünftiges, verantwortungsloses Verhalten insbesondere der in Partylaune befindlichen Jugendlichen‘. Die Empörung der Krisenstabsmitarbeiter, ihr Unverständnis für das Bedürfnis junger Menschen, zusammenzukommen, scheint in diesen Sätzen spürbar. Wenige Tage später äußert sich auch noch Bundeskanzlerin Angela Merkel besorgt über die Lage in der Hauptstadt. Der Krisenstab diskutiert, dass die ‚Partylaune‘ der jungen Berliner ‚zwingend Maßnahmen des Senats ‘erfordere.“

    Franz Becchi hat für die Berliner Zeitung (25./26.10.) einen mutigen Arzt befragt, der sagt, die Menschen müssten das Vertrauen in die Medizin jetzt erst zurückgewinnen. Sophie-Marie Schulz wiederum schildert die düsteren Monate, die sie als Studentin erlebte. Sie schreibt von „einem Leben, das nie wirklich stattgefunden hat“.

    Die Texte sind wichtig, auch, weil viele Medien bis heute sich um das Thema nur widerwillig kümmern. Ich wünsche Ihnen beim Lesen Erkenntnisgewinn. Und gerne schreiben Sie uns, was Ihnen zu Corona einfällt. Denn die nächste Krise kommt bestimmt, und wir sollten besser wissen, was geht und was nicht.

    #covid-19 #coronavirus #lockdown #jeunesse #maladie #iatrocratie

  • Lecture d’un extrait du livre « Les dernières écritures » d’Hélène Zimmer, paru aux Éditions P.O.L. en 2025

    https://liminaire.fr/creation/radio-marelle/article/les-dernieres-ecritures-d-helene-zimmer

    Professeure de français, Cassandre choisit de remplacer les classiques scolaires qu’elle a l’habitude de faire étudier à ses élèves, par un livre qui décrit l’état alarmant de la planète. Lorsqu’une de ses élèves tente de se suicider, Cassandre est alors accusée de harcèlement moral et traduite en justice. Son procès occupe le centre du récit. On y croise l’enseignante, ses avocats, ceux de la partie adverse, mais aussi un scientifique désabusé qui a participé à l’écriture du livre. Les vies de ces personnages, déjà fragiles, résonnent étrangement avec le chaos écologique qui les entoure. Ce roman choral mêle critique sociale, réflexion sur l’école et méditation sur la catastrophe climatique. L’écriture, vive et parfois ironique, met en parallèle l’effondrement intime des personnages et celui du monde tout en interrogeant la possibilité de transmettre et de continuer à vivre dans un contexte de fin annoncée.

    (...)
    #Radio_Marelle, #Écriture, #Livre, #Lecture, #En_lisant_en_écrivant, #Podcast, #Littérature, #Écologie, #École, #Justice, #Jeunesse (...)

    https://liminaire.fr/IMG/mp4/en_lisant_les_dernie_res_e_critures_he_le_ne_zimmer.mp4

    https://www.pol-editeur.com/index.php?spec=livre&ISBN=978-2-8180-5956-2

  • Generationsbruch : Wie junge Mediennutzer Nachrichten neu definieren
    https://www.telepolis.de/features/Generationsbruch-Wie-junge-Mediennutzer-Nachrichten-neu-definieren-1066913

    Pour nous qui apprécions de long textes analytiques il est de plus en plus difficile de communiquer nos idées aux moins de trente ans.

    Le texte suivant décrit le phénomène d’une manière plus détallée.

    24.9.2025 von Andrej Simon - Studie über Mediennutzung verdeutlicht eine Kluft: Die junge Generation zerlegt die Nachrichtenwelt im gewohnten Format. Analyse.

    Die Mediennutzung junger Menschen verändert sich fundamental – und sie markiert einen klaren Generationsbruch. Während frühere Generationen auf Zeitung, Radio oder TV vertrauten, informieren sich junge Mediennutzer heute fast ausschließlich digital.

    Das wird für viele Leser nichts wirklich bahnbrechend Neues sein, doch unterfüttert Konrad Scherfer, Professor für Medienwissenschaft an der Technischen Hochschule Köln, die Trends in der Mediennutzung mit Einsichten, die an Fundamenten und bisherigen Selbstverständlichkeiten auf eine Weise rühren, die noch nicht wirklich realisiert worden sind.

    Der Wandel hat demnach ein Gesicht, das man sich erst noch genau vergegenwärtigen muss, um mit den Folgen zurechtzukommen. Das gilt nicht nur für Medienredaktionen, sondern für die ganze Gesellschacht und die Öffentlichkeit. Konrad Scherfer zeigt es in einem Artikel, der aktuell im Medienfachdienst epd unter dem Titel: "Schnelle Informationshäppchen. Wie junge Menschen sich informieren“ erscheint.
    Klassische Nachrichtennutzung spielt kaum noch eine Rolle

    In sieben Fokusgruppeninterviews, also in vertieften Interviews, wurden 36 Studierende des Studiengangs Online-Redaktion der Technischen Hochschule in Köln im April und Mai 2025 zu ihrer Nachrichtenrezeption befragt. Das Alter der Teilnehmer kleinen, aber ausführlich interviewten Untersuchungsgruppe wird mit 19 bis 28 Jahren angegeben. Zwei Drittel waren unter 23 Jahre alt.

    Deutlich wurde: Trotz medienaffiner Ausbildung spielt die klassische Nachrichtennutzung bei diesen jungen Mediennutzern kaum noch eine Rolle – sie konsumieren „Nachrichten“, wie sie die älteren Mediennutzer in konventioneller, tradierter Form kennen, vor allem zufällig und beiläufig.
    Mediennutzung heute: Instagram, TikTok, WhatsApp

    Die Untersuchung verdeutlicht, dass Instagram, TikTok und in Teilen WhatsApp zu den zentralen Kanälen der Mediennutzung geworden sind. YouTube und Podcasts dienen zwar ebenfalls als Informationsquellen, aber eher für vertiefte Inhalte.

    News-Apps und Website-Angebote klassischer Medienmarken spielen dagegen nur noch eine Nebenrolle – ihnen attestieren die Befragten weder Mehrwert noch Alltagsnähe. Häufig wirken sie auf sie mühsam und redundant. Stattdessen bevorzugten die jungen Mediennutzer kurze, visuell aufbereitete Infohäppchen, die in den Social-Media-Feed eingebettet sind.

    Sich bewusst Onlineangeboten zuzuwenden, um ausschließlich Nachrichten zu konsumieren, sei selten geworden und wirke im Vergleich veraltet.
    Schnelle Informationshäppchen

    Neue Erwartungen an Nachrichteninhalte

    Die Mediennutzung dieser Generation ist von „Snackable Content“ geprägt: Informationen tauchen nebenbei auf. Politische Inhalte werden nicht grundsätzlich gemieden, rücken aber in den Hintergrund, solange sie nicht direkt Anknüpfung zum Alltag bieten.

    Gefragt sind Formate, die Interaktivität ermöglichen, Multitasking zulassen und Diskussionen öffnen. Sich bewusst Onlineangeboten zuzuwenden, um ausschließlich Nachrichten zu konsumieren, sei selten geworden und wirke im Vergleich veraltet, lautet eine zentrale Einschätzung.
    Kurzvideo, Bewegtbild und Podcasts

    Junge Mediennutzer bewegen sich klar in Richtung Bewegtbild. TikTok bietet ihnen Nachrichten in Kurzvideoformaten – schnell, unterhaltend und interaktiv. Als großer Vorteil wird die Möglichkeit angegeben, Videos zu kommentieren, Reaktionen zu lesen und parallel weiterzuschauen.

    Auch Podcasts gewinnen stark: Sie gelten als das Medium für Hintergrundwissen, inhaltliche Tiefe und thematische Vielfalt – von Politik über Mental Health bis hin zu Finanz- oder Gesellschaftsfragen.
    Problemfall Algorithmus: Die Reichweite

    Doch die Mediennutzung der jungen Generation ist abhängig von Plattformlogiken. Wie der Begriff „Reichweitenlüge“, mit dem ein kritischer Artikel auf Digitalcourage überschrieben ist, knallig andeutet, erreichen Inhalte auf Plattformen nicht alle Follower, sondern nur einen Bruchteil – ausgewählt durch Algorithmen.

    Junge Mediennutzer bewegen sich also in Informationsräumen, in denen nicht Neutralität, sondern Selektion, Gewinner-Bias und Aufmerksamkeitsspiralen entscheiden. Damit verschwindet ein Großteil journalistischer Inhalte aus ihrem Blickfeld, während populäre „Infotainment“-Formate dominieren.
    Folgen für Gesellschaft und Journalismus

    Diese Verschiebung der Mediennutzung hat tiefgreifende Konsequenzen. Für klassische Medien ist das Geschäftsmodell fragil, wie in der Untersuchung von Konrad Scherfer deutlich wird: News-Apps werden kaum genutzt, Erlösquellen sind schwer zu identifizieren. Medientheoretisch verliert der Agenda-Setting-Effekt: Schlagzeilen erreichen junge Mediennutzer nicht mehr umfassend, öffentliche Debatten fragmentieren. Demokratietheoretisch birgt das Risiko:

    Die Online-Angebote großer Medienhäuser erreichen viele junge Menschen nicht mehr.

    Journalismus im Zugzwang

    Die Mediennutzung der jungen Generation bricht mit klassischen Mustern. Sie definiert Informationen über Algorithmen, Influencer und Podcaster neu. Infotainment verdrängt den linearen Nachrichtenjournalismus.

    Für klassische Anbieter heißt dies: Ohne interaktive, alltagsnahe und unterhaltende Formate verlieren sie den Anschluss – und riskieren eine ganze Generation als aktive Teilnehmer am demokratischen Diskurs.

    Langfristige, zukunftsfähige Erlösquellen sind schwer zu identifizieren, und die Entwicklungen bei KI bieten bislang keine Lösung.

    Schnelle Informationshäppchen - epd medien
    https://medien.epd.de/article/3654

    23.9.2025 von Konrad Scherfer - Der Medienwissenschaftler Konrad Scherfer hat Studentinnen und Studenten des Studiengangs Online-Redaktion an der Technischen Hochschule Köln zu ihrer Nachrichtenrezeption befragt und herausgefunden, dass diese sich fast ausschließlich online informieren, vor allem über Instagram und Tiktok. Klassische News-Websites und -Apps spielen nur für einen kleinen Teil der Befragten eine ergänzende Rolle. Scherfer fasst die Erkenntnisse seiner Fokus-Interviews hier zusammen.

    Wie junge Menschen sich informieren

    News-Apps wie die „Tagesschau“-App haben es bei jungen Menschen schwer

    epd Es gibt gesicherte quantitative empirische Erkenntnisse, dass junge Erwachsene sich zunehmend von klassischen Medien wie Zeitungen und linearem Fernsehen abwenden und stattdessen viel häufiger digitale Quellen zur Nachrichtenbeschaffung nutzen. Der aktuelle Reuters Institute Digital News Report zeigt, dass das World Wide Web für 65 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland die wichtigste Nachrichtenquelle ist, danach folgen abgeschlagen das Fernsehen mit 22 Prozent, Radio mit 7 Prozent und die Printmedien mit 6 Prozent. Ein Drittel der Jungen nennen soziale Medien wie Instagram, Tiktok oder Youtube als wichtigste Nachrichtenquelle, 17 Prozent beziehen ihre News sogar ausschließlich über diese Plattformen.

    Das Leibniz-Institut für Medienforschung - Hans-Bredow-Institut und die dpa-Initiative #UseTheNews veröffentlichen regelmäßig Studien zur Nachrichtennutzung junger Menschen. Sie zeigen, dass Hochgebildete Online-Nachrichten intensiver nutzen als Gleichaltrige mit niedrigerem Bildungsniveau. Sie suchen häufiger aktiv nach Informationen und nutzen gezielter Social-Media-Angebote, News-Websites, News-Apps und Podcasts.
    Fokus-Interviews mit 36 Studierenden

    Im Folgenden geht es um die Nachrichtenrezeption von Studierenden des Studiengangs Online-Redaktion an der Technischen Hochschule Köln. Mit ihrem medienfachlichen Hintergrund und der Fähigkeit, Nachrichtenangebote zu analysieren, geben sie wertvolle Impulse für die Gestaltung moderner News-Formate. Neben journalistischem Handwerkszeug erwerben sie Kompetenzen in multimedialer Produktion, Content Marketing, Social Media und Webtechnologien und gelten damit als potenzielle Gestalter und Multiplikatoren künftiger Nachrichtenangebote.

    Zur Untersuchung ihrer Nachrichtennutzung wurden zwischen April und Mai 2025 sieben qualitative Fokusgruppeninterviews mit 36 Studierenden im Alter von 19 bis 28 Jahren durchgeführt, zwei Drittel waren unter 23 Jahre alt.

    Die Teilnehmer der Fokusgruppen informieren sich fast ausschließlich online - vor allem über Instagram und Tiktok, seltener über Youtube. Viele greifen zudem auf den Whatsapp-Bereich „Aktuelles“ zurück, da sie hier schnell und unkompliziert News-Updates direkt neben den Chats erhalten. Klassische News-Websites und -Apps spielen zwar eine ergänzende Rolle, allerdings nur für einen kleinen Teil der Befragten.
    Eine kleine Gruppe sucht aktiv nach Informationen

    Im Gegensatz zu älteren Nutzergruppen wenden sich die Teilnehmer klar von Fernsehen, Radio und Print ab. Diese Medien und ihre Angebote verlieren insgesamt an Bedeutung. Während der Digital News Report klassischen Angeboten bei jungen Menschen noch einen gewissen Stellenwert zuschreibt, zeigt diese Studie, dass sie im Alltag der Befragten kaum eine Rolle spielen. Nur vereinzelt werden noch Politik-Talkshows genannt; klassische Nachrichten erreichen die Studierenden meist zufällig - etwa über das Schauen der „Tagesschau“ bei den Eltern oder das Lokalradio beim Studentenjob. Trotz der Medienaffinität ihres Studiums überrascht es, wie selten traditionelle Medien bei der Nachrichtenrezeption tatsächlich eine Rolle spielen.

    Die Online-Nachrichtennutzung der Befragten weist große Unterschiede auf: Eine kleinere Gruppe sucht aktiv nach aktuellen, nachrichtlichen Informationen im Web. Genannt werden „Mr. Wissen2Go“ und das Nachrichtenportal „Watson“ sowie die Onlineangebote von „Die Zeit“, „FAZ“, „Die Welt“, „taz“, „ZDFheute“, „New York Times“, „Bonner Generalanzeiger“ und „Süddeutsche Zeitung“. Die „Tagesschau“-App wird von allen Gruppen erwähnt, das überrascht nicht, da sie im Seminar gezielt untersucht wurde und somit in der Auswertung eine Sonderrolle einnimmt.
    News werden selten aktiv gesucht

    Die Mehrheit der jungen Studierenden stößt aber vor allem beiläufig auf Nachrichten, während sie durch ihre Social-Media-Feeds scrollt. News werden von ihnen selten aktiv gesucht und stammen unter anderem von Influencern. Der Begriff „News“ ist dabei weit gefasst. Meist sind journalistische Informationen gemeint, politischer Journalismus rückt jedoch eher in den Hintergrund. In ihren Feeds begegnen die Teilnehmer einer Vielzahl unterschiedlicher Medienmarken, besonders häufig dem Instagram-Auftritt der „Tagesschau“.

    Auf Tiktok werden oft Content-Gestalter geschaut, die News-Zusammenfassungen unter Schlagworten wie „news summary“, „daily news“ oder „breaking news“ anbieten. Diese kurzen, visuell aufbereiteten Videos sind auf schnellen Konsum ausgelegt und erfreuen sich in der Nutzergruppe besonderer Beliebtheit. Die verstärkte Nutzung sozialer Medien führt dazu, dass Nachrichteninhalte auf Drittplattformen wie Tiktok oder Instagram besonders hohe Akzeptanz bei jungen Nutzern erzielen. Dies geschieht nicht nur zulasten klassischer Medien wie Zeitung, Radio oder Fernsehen, sondern auch zulasten eigenständiger News-Apps wie von „Der Spiegel“, NTV Nachrichten oder der „Tagesschau“-App.

    infobox: Für seine Studie hat Konrad Scherfer junge, formal hoch gebildete Mediennutzer befragt. Fokusgruppeninterviews eignen sich insbesondere, um Einblicke in Motive, Wahrnehmungen und fragmentierte Nutzungspraktiken zu erlangen, die über die rein quantitativen Ergebnisse kommunikationswissenschaftlicher Studien hinausgehen. Der Gesprächsleitfaden umfasste Themen wie Nachrichtennutzung, allgemeines Medienverhalten, die Bedeutung sozialer Netzwerke, thematische Interessen sowie die Rolle von Podcasts. Ziel war es, ein differenziertes Bild der Nachrichtennutzung und der Erwartungen dieser Nutzergruppe an zeitgemäße News-Angebote zu gewinnen. Die Auswertung erfolgte mittels einer Inhaltsanalyse, um Muster und Themen systematisch zu identifizieren. Scherfer weist darauf hin, dass es sich nicht um eine repräsentative Studie handelt.

    Dabei bieten Apps den publizistischen Anbietern grundsätzlich die Chance, Reichweite und Markenbindung unabhängig von Social-Media-Plattformen aufzubauen und direkt mit ihrer Community in Kontakt zu treten. Dass sie von den befragten jungen Menschen dennoch kaum genutzt und nur am Rande erwähnt wurden, hat einen Grund: Offenbar vermitteln die Apps keinen klaren Mehrwert, der den Aufwand rechtfertigt, sie herunterzuladen. Nach Ansicht der Teilnehmer liegt dies vor allem an der fehlenden jugend- oder altersgerechten Aufbereitung der Inhalte.

    Dazu zählt die Feststellung, dass man sich in News-Apps gezielt Zeit zum Lesen nehmen müsse und sich Inhalte oft in leicht veränderter Form wiederholten, was schnell ermüde. Plattformen wie Tiktok oder Instagram böten dagegen viele Informationen in kurzer Zeit - visuell aufbereitet und mit Unterhaltung verbunden. Sich bewusst Onlineangeboten zuzuwenden, um ausschließlich Nachrichten zu konsumieren, sei selten geworden und wirke im Vergleich veraltet.

    Wir denken nicht mehr darüber nach, wenn wir uns informieren.

    Gruppenübergreifend haben die Studierenden klare Vorstellungen davon, welche Formate für sie geeigneter wären als die derzeitigen Angebote. Einige schätzen besonders Tiktok, weil sie dort während des Videoguckens parallel Kommentare lesen können, ohne etwas zu verpassen. Das Video läuft verkleinert weiter, der Ton bleibt hörbar - ein Multitasking-Erlebnis, das die Nutzergruppe spannend findet. Hinzu kommt der niedrigschwellige Zugang zu Diskussionsräumen und Erklärvideos. Nutzer können gezielt nach kurzen, anschaulichen Clips suchen, die komplexe Fragen einfach und oft mit Beispielen beantworten.

    Tiktok kombiniert so schnelle Informationsvermittlung, persönliche Erfahrungsberichte und interaktive Diskussionen in einem nebenbei konsumierbaren Format. Dieses parallele Schauen und Interagieren spiegelt die gelebten Mediengewohnheiten vieler Studierender wider. Ein Teilnehmer fasst es so zusammen: „Wir denken ja gar nicht mehr darüber nach, wenn wir uns informieren. Wir wissen einfach, ich kann auf Tiktok gehen, ich kann auf Instagram gehen. Wir sind selbstständig bei unserer Informationssuche. Und ’Nachrichten’ ist halt dann nicht mehr die erste Quelle.“

    In den Fokusgruppen zeigt sich darüber hinaus, dass die Suchfunktion von Tiktok von jungen Menschen als besonders nützlich empfunden wird: Über eingeblendete, blau markierte Schlagworte in den Kommentaren erhalten Nutzer mit einem Klick Zugang zu einer Vielzahl thematisch passender Videos und können so gezielt und umfangreich Informationen recherchieren. Diese Funktion erleichtert die spontane und breite Informationsbeschaffung innerhalb der Plattform erheblich.
    Wenig Bezug zum Alltag

    Dass sich viele in der Nutzergruppe von News-Apps und -Websites nicht angesprochen fühlen, hat nicht nur mit der äußeren Form der Angebote zu tun, sondern auch mit deren Inhalt. Zwar stellen die Befragten die Relevanz journalistischer Berichterstattung nicht infrage und bekunden zugleich ein großes Interesse an Politik. Dennoch kritisieren einige, dass es den Angeboten an regionaler Verankerung sowie an einem erkennbaren Bezug zu ihrem eigenen Alltag fehlt.

    Statt in News-Apps und auf News-Websites erhält der Großteil der befragten Nutzergruppe primär über Social Media Meldungen zum Tagesgeschehen und hält sich für gut informiert. Doch es werden in diesen Medien journalistische Themen nicht in größerem Umfang vertieft. In den Interviews wird sogar eine inzidentelle Nachrichtennutzung sichtbar, bei der journalistische Inhalte beiläufig und ungeplant im Rahmen der Social-Media-Nutzung rezipiert werden. Diese Form der Rezeption ist durch kurze, oberflächliche Informationshäppchen ("Snackable Content") gekennzeichnet, die zwischen anderen Beiträgen konsumiert werden.
    Kombination von Musik und Nachrichten

    Soziale Netzwerke wie Instagram und Tiktok spielen für die Befragten zwar eine wichtige Rolle im Nachrichtenkonsum, wenn es jedoch um die vertiefte Auseinandersetzung mit journalistischen Inhalten geht, wenden sie sich fast ausschließlich Plattformen wie Youtube und Spotify zu. Auffällig ist, dass ein Medienformat, in dem das alte Medium Radio eine Renaissance erlebt, erheblich an Bedeutung gewinnt: der Podcast. Für Hintergrundinformationen greift die Nutzergruppe gezielt auf journalistische Formate wie „Anne Will“, „FAZ Frühdenker“, „Lanz und Precht“ oder „Lage der Nation“ zurück, doch auch Comedy-Podcasts wie „Baywatch Berlin“ erfreuen sich großer Beliebtheit.

    Mehrfach genannt wurde außerdem das personalisierte Spotify-Feature „Daily Drive“, das Musik und Nachrichten in einer Playlist kombiniert. Podcasts werden gruppenübergreifend für ihre thematische Vielfalt gelobt. Das Spektrum der hier behandelten Inhalte reicht von Selbstoptimierung und Mental Health bis hin zu Persönlichkeitsentwicklung, Leistungsdruck, Femizide, Wehrpflicht und Finanzthemen. Diese Themen tauchen auch bei den 19- bis 28-Jährigen immer wieder auf, wenn sie beschreiben, welche Inhalte für sie besonders relevant sind und ihrer Meinung nach in klassischen Nachrichtenformaten häufig zu kurz kommen.
    Besonders gefragt sind Kurzvideos

    Interessant ist die Selbstwahrnehmung der Teilnehmer bezüglich ihrer Aufmerksamkeitsspanne. Sie berichten von Veränderungen in ihrer Konzentrationsfähigkeit und führen das insbesondere auf Apps wie Instagram und Tiktok zurück, die mit kurzen Videos und parallelen Interaktionsmöglichkeiten dieses Verhalten fördern. Offen reflektieren sie ihre Schwierigkeiten, sich länger zu konzentrieren, und betonen zugleich die Attraktivität von Social-Media-Apps, bei denen sie, während sie kurze Videos schauen, Eindrücke und Reaktionen sofort sammeln. Besonders gefragt sind Kurzvideos, personalisierte Inhalte und Karussellposts - also Beiträge, die mehrere Bilder, Videos oder Grafiken bündeln.

    In der Nutzergruppe zeigt sich ein klarer Trend: Die Nutzung klassischer Medien tritt spürbar in den Hintergrund, während Social-Media-Plattformen und ihre Diskussionsräume das Informationsverhalten dominieren, selbstverständlich auf dem Smartphone. Auffällig ist die Abhängigkeit vom Angebot großer Drittplattformen. News-Angebote, die ausschließlich mit eigenen Websites oder Apps bestehen wollen, haben im Mediennutzungsverhalten dieser jungen Zielgruppe kaum Chancen, relevant zu bleiben.
    Verschiebung der Rezeptionswege

    Der tiefgreifende Medienwandel, den diese Studie dokumentiert, hat aus kommunikationswissenschaftlicher und medienökonomischer Sicht Folgen: Der klassische Agenda-Setting-Effekt tritt bei jungen Menschen nur noch eingeschränkt auf. Selbst bei formal hoch Gebildeten wirkt er zwar bei aktuellen Schlagzeilen, aber kaum noch bei hintergründigen Themen außerhalb des eigenen Interessenshorizonts.

    Medienökonomisch gilt: Die traditionellen Marken sind präsent, doch die Rezeptionswege haben sich radikal verschoben. Klassische Nachrichtenportale und Apps spielen eine Nebenrolle; der Zugang zu Informationen erfolgt vor allem über Social Media und Podcasts. Für Geschäftsmodelle der Branche ist das eine schwierige Ausgangslage. Langfristige, zukunftsfähige Erlösquellen sind schwer zu identifizieren, und die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz bieten bislang keine Lösung. Realistische Szenarien für die Medienzukunft müssen daher entwickelt werden. Empirische Daten sind dafür eine notwendige Grundlage, qualitative Studien gewinnen zusätzlich an Bedeutung, da sie tiefere Einblicke in Nutzungsweisen und Erwartungen ermöglichen.
    Klarer Trend zum Infotainment

    In der Nachrichtennutzung zeigt sich somit ein klarer Generationsbruch. Es geht längst nicht mehr nur darum, klassische Medien wie Zeitung, Radio oder Fernsehen ins Netz zu übertragen und ihre Inhalte in ein neues Format zu gießen. Was früher für junge Menschen oft bedeutete, bestimmte journalistische Autoren zu lesen, verlagert sich heute hin zu Influencern oder Podcastern. Statt gezielt Nachrichtenportale aufzurufen, wählen viele lieber Plattformen wie Tiktok oder Instagram - oder künftig möglicherweise sogar KI-Nachrichten -, die Inhalte algorithmisch aufbereiten und anhand von Faktoren wie Standort, individuellen Interessen oder persönlichem Nutzungsverhalten zuspielen. Dabei bevorzugen junge Menschen zunehmend Nachrichtenformate, die Information und Unterhaltung miteinander verbinden - ein klarer Trend zum Infotainment.

    Die Online-Angebote großer Medienhäuser erreichen damit viele junge Menschen nicht mehr. Und wenn traditionelle Medien schon unter Hochgebildeten nicht mehr flächendeckend wahrgenommen werden, stellt sich erst recht die Frage, welche jungen Menschen durch die aktuellen Angebote überhaupt erreicht werden und wie Teilhabe breiter gesellschaftlicher Gruppen ermöglicht werden kann. Demokratietheoretisch ist diese Entwicklung nicht ohne Risiko. Zugleich zwingt sie den Journalismus dazu, neue Formen der Ansprache zu entwickeln und damit Anschluss an junge Generationen zu finden.

    Konrad Scherfer ist Professor für Medienwissenschaft an der Technischen Hochschule Köln.

    #journalisme #communication #médias #jeunesse

  • Face à l’avalanche de #violences_en_ligne envers les femmes, l’#ONU appelle à réagir et protéger

    #Internet est devenu un terrain d’entraînement à la #haine envers les femmes par le biais de la « #machosphère », a averti mardi l’Ambassadrice mondiale de l’initiative Spotlight lors d’une réunion en marge du débat général de l’ONU à New York, appelant à la mise en place d’un cadre juridique qui réglemente Internet de toute urgence.

    « Comment expliquer l’existence d’un forum Facebook réunissant 32.000 hommes, où chacun a partagé — sans consentement — des photos intimes de sa partenaire pour qu’elles soient notées par d’autres ? Que révèle un tel acte sur la place que ces hommes accordent aux femmes dans leur vie et, par extension, les femmes dans notre société ? », s’est indignée la championne de l’initiative #Spotlight des Nations Unies, qui vise à mettre fin aux violences envers les femmes et les filles.

    L’#IA entraine de nouvelles formes de #violence_numérique

    Selon l’actrice mexicaine, l’apparition de l’intelligence artificielle s’accompagne d’une « avalanche » de nouvelles formes de #violence_numérique allant de l’#extorsion à la violence basée sur l’#image, de la divulgation de #données_personnelles au #cyberharcèlement, du #harcèlement_sexuel au #grooming en vue d’une #agression_sexuelle (#pédopiégeage), pour n’en citer que quelques-unes.

    « Au cours des 12 derniers mois, 300 millions d’#enfants ont été victimes d’#exploitation_sexuelle et d’#abus en ligne », a-t-elle déploré.

    On assiste à une croissance exponentielle des groupes opposés aux droits des femmes, ainsi qu’à l’émergence de nouvelles technologies qui renforcent les pensées et les actes misogynes, « à tel point qu’aujourd’hui, un nombre écrasant de jeunes garçons ne croient pas que la #violence_sexiste soit réelle et existe ».

    Mme Suarez estime que « les intermédiaires technologiques doivent être tenus de détecter, d’évaluer et d’orienter, de manière proactive, le comportement de leurs utilisateurs, qui doivent être passibles de sanctions légales, le cas échéant ».

    Elle a souligné que la violence que subissent les femmes et les filles en ligne a exactement le même impact que la violence subie hors ligne : son impact et ses conséquences sont d’une ampleur identique.

    Des hommes qui restent silencieux

    La violence sexiste ne touche pas seulement les femmes et les filles, signale Mme Suarez. Elle impose aussi aux hommes une image rigide, où douter, pleurer ou montrer sa fragilité est perçu comme un manque de virilité.

    Selon les études citées par Equimundo, une initiative partenaire de Spotlight qui lutte contre les violences sexistes et œuvre pour une #masculinité_positive, 40 % des #jeunes_hommes ont été victimes de harcèlement homophobe en ligne et de nombreux jeunes hommes sont victimes de #sextorsion.

    « La majorité des hommes ne commettent pas ces actes, mais beaucoup restent silencieux », a affirmé à son tour Gary Barker, PDG d’Equimundo.

    Selon lui, c’est dans les salons de discussion, les plateformes de jeux, TikTok, YouTube — tous ces lieux de rassemblement pour les jeunes hommes dénommés la « machosphère », qu’ils sont témoins de ces violences, voient leurs pairs en être responsables, sans pour autant agir pour y mettre fin.

    « La plupart du temps, les garçons ne vont pas sur Internet pour chercher la misogynie. C’est la misogynie qui trouve les garçons sur Internet », déclare M. Barker.

    Selon une récente étude irlandaise, sur la machosphère anglophone, quel que soit le contenu qu’il recherche, un jeune homme connecté à Internet reçoit un message misogyne, en l’espace de seulement 23 minutes, une fois que l’algorithme sophistiqué a identifié son âge et son sexe.

    Quelles sont les solutions ?

    M. Barker demeure toutefois optimiste : « 23 minutes, c’est beaucoup de temps pour nous permettre de déterminer ce qu’il faut faire ».

    « Nous déployons des robots pour remplacer les messages misogynes par des contenus positifs, et mobilisons de nombreux influenceurs — souvent méconnus — parmi lesquels beaucoup de jeunes hommes qui s’engagent à combattre la misogynie. Nous investissons en eux pour qu’ils diffusent des messages constructifs ».

    Le monde du jeu vidéo est également un espace dans lequel Equimundo s’implique.

    « Nous investissons ces espaces en collaborant avec certains créateurs, qui, bien que parfois perfectibles, acceptent de nous ouvrir leurs plateformes. Ensemble, nous développons des jeux où les jeunes hommes peuvent promouvoir une masculinité positive et saine ».

    Mme Suarez s’est félicitée de la présence de deux jeunes garçons dans la salle.

    « Nous avons besoin que les hommes se joignent à ce combat et, en tant que société, nous devons mettre en place une éducation qui s’adresse directement aux hommes », a-t-elle conclu.

    https://news.un.org/fr/story/2025/09/1157544

    #femmes #harcèlement #AI #intelligence_artificielle #misogynie

  • Chez #France_Travail, #Frontex promet « de la #chasse » de migrants pour recruter

    Lors d’une visioconférence début septembre, un ex-officier de Frontex a voulu rendre le #métier de #garde-frontières attractif pour les « jeunes hommes ». Pour en recruter 500 d’ici janvier 2026, l’agence a baissé le niveau d’études requis au bac.

    « Je sais que parmi les candidats, il y a pas mal de #jeunes_hommes qui sont comme je l’étais quand j’avais leur âge, 20-25 ans, qui [ont] envie de faire de la police, de l’#action, de la chasse, etc. » L’homme qui s’exprime en ces termes est le commandant de police, #Dominique_Bott. Jusqu’au 1er septembre, il était officier de liaison pour la France auprès de l’Agence européenne de garde-frontières et de garde-côtes, Frontex. Le 4 septembre, il a participé avec sa remplaçante à une réunion d’information en visioconférence de France Travail sur le recrutement de garde-frontières en Europe, accompagné de deux employées de l’agence pour l’emploi. Elle a été organisée avec Défense Mobilité, le service des transitions professionnelles du ministère des Armées.

    StreetPress s’est procuré un enregistrement vidéo de cette réunion, où 170 demandeurs d’emploi ont pu apprécier la présentation du métier chez Frontex par le haut gradé :

    « Il faut savoir que le garde-frontière peut être amené, même beaucoup, à faire des patrouilles dans la zone frontalière. Il peut être amené à interpeller des gens qui passent des frontières […] de manière illégale et qui essaient d’échapper au contrôle. »

    Interrogé sur la « chasse » comme argument d’attractivité, l’agence France Travail s’est désolidarisée des propos du commandant Bott qui ont « pu heurter certains participants ».

    « L’animateur de la réunion a essayé de faire comprendre son activité peu connue auprès d’un public pouvant en avoir une perception parfois approximative. Nous regrettons sincèrement l’expression empruntée qui était clairement inappropriée et en avons informé le recruteur. »

    Recrutement massif

    Frontex s’est associée à France Travail pour attirer de nouveaux candidats alors qu’elle vise l’embauche de 500 nouveaux garde-frontières en Europe d’ici janvier 2026. En 2024, la présidente de la Commission européenne, Ursula von der Leyen a annoncé au Parlement européen que les effectifs de l’organisme passeraient de 2.500 garde-frontières et gardes-côtes à 10.000 en 2027, puis 30.000 les années suivantes.

    En plus d’un salaire de 3.500 à 4.000 euros net par mois et de nombreuses aides sociales — Frontex est l’agence la plus riche de l’Union européenne —, l’officier de police explique que le niveau d’études requis a été « réévalué » cette année pour passer d’un bac+3 au baccalauréat.

    L’agence cherche en priorité des recrues françaises, ainsi que allemandes et néerlandaises, car ces nationalités seraient trop peu présentes au sein des effectifs, et des femmes, « largement sous-représentées », selon lui. Pourtant, c’est uniquement aux candidats masculins qu’il s’est adressé lorsqu’il a évoqué l’opportunité de « chasse » que comporte le poste.

    Cadre idyllique et #chasse_à_l’homme

    Le contrat de cinq ans, renouvelable une fois, commence par une année de formation à Varsovie, en Pologne, où se trouve le siège de Frontex. Le commandant Dominique Bott tient à rassurer les intéressés sur la météo polonaise : « Le climat n’est pas très différent de ce qu’on peut connaître dans l’Est de la France. » Surtout, il explique que si un agent a été affecté « dans un coin isolé » — comme à la frontière entre le Monténégro et la Serbie — il aura de grandes chances d’être redéployé deux ans plus tard pour un poste « un peu plus idyllique », comme les îles grecques ou la Sicile, en Italie.

    Sa successeure, Alexandra Bouthier Lefebvre, prend le relai pour expliquer qu’une journée type de garde-frontières consiste principalement à vérifier le « statut légitime de voyageur qui est autorisé à passer une frontière », autrement dit la validité de ses documents. C’est à ce moment, au bout de plus d’une heure de réunion, que Dominique Bott prend à nouveau la parole pour intervenir et pimenter la présentation du métier avec son versant d’action « non négligeable ».

    Au mot « chasse », la commandante de police Alexandra Bouthier Lefebvre lui fait signe de la main et de la tête de s’arrêter. Au milieu de sa phrase, il lui répond en riant : « Elle me fait signe ! », sans prendre en compte son alerte. Le policier conclut en promettant :

    « Pour ceux qui pensent que leur métier sera simplement de rester à une frontière et de contrôler les passeports, pas forcément, il y a les deux pour les plus jeunes qui ont envie d’un peu plus d’action. »

    Plainte pour complicité de crime contre l’humanité

    Un argument d’autant plus problématique que les garde-frontières sont armés, comme le confirme le commandant de police pendant la réunion France Travail, et que l’agence européenne a déjà été accusée de comportements illégaux.

    Fabrice Leggeri, l’ancien directeur de Frontex de 2015 à 2022, également cadre du Rassemblement national, est visé par une plainte pour complicité de crime contre l’humanité. La justice se penche sur sa participation au refoulement d’embarcations de migrants par les autorités grecques vers la Turquie, appelés en anglais des « pushbacks ». Un rapport a prouvé que Frontex cautionnait ces pratiques, contraires à la convention de Genève, qui se font parfois avec moult violences.

    StreetPress a tenté d’entrer en contact avec le commandant Dominique Bott, sans succès. Le policier a depuis rejoint l’Inspection générale de la police nationale, à Metz (57). Cette fois pour faire la « chasse » aux violences policières.

    Interrogée sur les propos tenus par Dominique Bott, l’agence européenne Frontex n’a pas souhaité répondre.

    https://www.streetpress.com/sujet/1758532916-france-travail-frontex-chasse-migrants-recruter-unioneuropen
    #chasse_aux_migrants #recrutement #travail

    ping @karine4

    • France Travail offre une tribune à Frontex pour de la « chasse » aux migrant·es
      https://www.gisti.org/article7591

      Début septembre, France Travail a organisé une réunion d’information avec l’agence européenne Frontex, dont le contenu a récemment été révélé par StreetPress. L’un des représentants de l’agence y a présenté le métier de #garde-frontière comme une activité de « chasse », vantée auprès de « jeunes hommes » en quête d’action.

      Ces propos ne relèvent pas d’un simple dérapage. Ils s’inscrivent dans un discours désormais banalisé qui déshumanise les personnes migrantes, les réduit à des cibles et promeut une vision viriliste de la force et du contrôle. Que ce registre soit employé par Frontex [1], déjà accusée à de multiples reprises de violations des droits humains (#pushbacks illégaux, violences aux #frontières), n’étonne guère. Mais qu’il trouve une tribune au sein de France Travail, service public censé accompagner toutes les personnes qui résident sur le territoire vers l’emploi – y compris les personnes migrantes, est particulièrement alarmant.

      Cette dérive n’est pas isolée. Aux États-Unis, l’agence ICE (Immigration and Customs Enforcement) recrute massivement pour mettre en œuvre les expulsions promises par Donald Trump. Certes, les propos tenus lors de la réunion hébergée par France Travail n’ont pas atteint le degré outrancier des campagnes américaines, qui appellent ouvertement les futures recrues à expulser les « criminels et prédateurs » qui auraient « envahi » les États-Unis. Mais les points communs sont frappants : un recrutement massif au détriment de la formation (Frontex a abaissé son niveau d’études requis de bac +3 au baccalauréat, ICE a réduit ses formations de cinq à deux mois) ; le ciblage d’anciens militaires, recyclés dans le contrôle armé des migrations (la réunion France Travail était organisée avec Défense Mobilité, le service de reconversion du #ministère_des_Armées) ; et plus largement, la banalisation de la #violence_aux_frontières, présentée comme un défi exaltant.

      Si France Travail a condamné les propos tenus lors de cette réunion, Frontex, elle, n’a rien désavoué.

      Nous dénonçons la normalisation d’un vocabulaire et de pratiques contraires aux droits humains. Les frontières ne sont pas des terrains de chasse.

    • France Travail offre une tribune à Frontex pour de la « chasse » aux migrant·es

      Début septembre, France Travail a organisé une réunion d’information avec l’agence européenne Frontex, dont le contenu a récemment été révélé par StreetPress. L’un des représentants de l’agence y a présenté le métier de garde-frontière comme une activité de « chasse », vantée auprès de « jeunes hommes » en quête d’action.

      Ces propos ne relèvent pas d’un simple dérapage. Ils s’inscrivent dans un discours désormais banalisé qui déshumanise les personnes migrantes, les réduit à des cibles et promeut une vision viriliste de la force et du contrôle. Que ce registre soit employé par Frontex [1], déjà accusée à de multiples reprises de violations des droits humains (pushbacks illégaux, violences aux frontières), n’étonne guère. Mais qu’il trouve une tribune au sein de France Travail, service public censé accompagner toutes les personnes qui résident sur le territoire vers l’emploi – y compris les personnes migrantes, est particulièrement alarmant.

      Cette dérive n’est pas isolée. Aux États-Unis, l’agence ICE (Immigration and Customs Enforcement) recrute massivement pour mettre en œuvre les expulsions promises par Donald Trump. Certes, les propos tenus lors de la réunion hébergée par France Travail n’ont pas atteint le degré outrancier des campagnes américaines, qui appellent ouvertement les futures recrues à expulser les « criminels et prédateurs » qui auraient « envahi » les États-Unis. Mais les points communs sont frappants : un recrutement massif au détriment de la formation (Frontex a abaissé son niveau d’études requis de bac +3 au baccalauréat, ICE a réduit ses formations de cinq à deux mois) ; le ciblage d’anciens militaires, recyclés dans le contrôle armé des migrations (la réunion France Travail était organisée avec Défense Mobilité, le service de reconversion du ministère des Armées) ; et plus largement, la banalisation de la violence aux frontières, présentée comme un défi exaltant.

      Si France Travail a condamné les propos tenus lors de cette réunion, Frontex, elle, n’a rien désavoué.

      Nous dénonçons la normalisation d’un vocabulaire et de pratiques contraires aux droits humains. Les frontières ne sont pas des terrains de chasse.

      https://www.gisti.org/spip.php?article7591

  • Le prestigieux #lycée Sainte-Marie de #Neuilly recrute l’organisatrice d’un défilé néonazi | Mediapart

    https://www.mediapart.fr/journal/france/150925/le-prestigieux-lycee-sainte-marie-de-neuilly-recrute-l-organisatrice-d-un-

    Le prestigieux lycée Sainte-Marie de Neuilly recrute l’organisatrice d’un défilé #néonazi

    La militante d’extrême droite Maylis de Cibon a été embauchée par l’établissement privé sous contrat, véritable institution de l’enseignement catholique francilien, pour enseigner l’histoire-géographie. Certains parents ont découvert avec effroi le curriculum vitæ de la nouvelle professeure.

    Mathilde Goanec et Matthieu Suc

    15 septembre 2025 à 12h16
    Vieux de plus d’un siècle et géré par la communauté apostolique Saint-François-Xavier, l’établissement scolaire Sainte-Marie de Neuilly-sur-Seine (Hauts-de-Seine) a une histoire et des traditions. Il a compté parmi ses élèves Simone de Beauvoir, les filles de deux présidents de la République (Jacques Chirac et Valéry Giscard d’Estaing), la députée Renaissance et ancienne ministre Olivia Grégoire ainsi que la présidente de la région Île-de-France Valérie Pécresse.

    Une histoire, des traditions et une réputation, l’excellence : en 2025, le palmarès du Figaro Étudiant a classé son lycée à la quatrième place au niveau national, avec un taux de réussite au baccalauréat de 100 % et un taux de mentions de 99 %.

    À la rentrée, les adolescentes du collège (l’école primaire et le collège n’accueillent que des filles) ont vu arriver au poste de #professeure_d’histoire-géographie des classes de cinquième une femme de 25 ans, Maylis de Cibon. Des parents s’étonnent de la jeunesse de la nouvelle recrue et décident de s’intéresser à son cursus.

    Sur le réseau LinkedIn, l’enseignante affiche une double licence d’histoire et un master de droit, et sa seule expérience professionnelle n’a rien à voir avec l’enseignement. En 2023 et 2024, elle a été l’assistante parlementaire des député·es Christian Girard (Rassemblement national, RN) et Sophie Ricourt Vaginay (Union des droites pour la République, le parti d’Éric Ciotti). 

    Surtout, son nom apparaît dans plusieurs articles de presse, notamment sur Mediapart, pour son appartenance au groupuscule néofasciste Luminis et pour avoir dirigé, alors qu’elle était encore étudiante, l’antenne de La Cocarde, une organisation étudiante identitaire proche de groupuscules violents, à l’université d’Assas à Paris.


    La manifestation du Comité du 9-Mai, le 10 mai 2025, a été déclarée en préfecture par Maylis de Cibon (ici au centre avec un haut blanc). © Photo Pixel Archiv

    C’est aussi #Maylis_de_Cibon qui, au printemps 2025, a déposé auprès de la préfecture de police de Paris la demande d’autorisation de la manifestation du Comité du 9-Mai (#C9M). Il s’agit du rendez-vous annuel des néonazi·es français·es, qui défilent dans les rues parisiennes pour commémorer la mort de Sébastien Deyzieu, un activiste d’#extrême_droite tombé d’un toit en 1994 en tentant d’échapper à la police.

    Cette année encore, la manifestation a réuni un millier de personnes dont une importante délégation allemande, arborant des tee-shirts du parti néonazi Der Dritte Weg, des membres du groupuscule hongrois Légió Hungária ainsi que des militants espagnols, italiens, hollandais, tchèques ou polonais. Deux hommes encagoulés en chemise blanche rythmaient la marche à l’aide de tambours identiques à ceux de la #Jeunesse_hitlérienne. À leurs côtés, deux autres militants portaient des drapeaux ornés de la #rune_Algiz, symbole employé notamment dans les codes funéraires nationaux-socialistes.

  • Deuxième #rapport Le #sexisme dans la #publicité française
    (sorti en 2023, ici pour archivage)

    Résistance à l’Agression Publicitaire (R.A.P.) publie le deuxième rapport de son Observatoire de la Publicité Sexiste intitulé Le sexisme dans la publicité française, 2022-2023. Ce rapport fait suite à une première version publiée en 2021 et montre que les mauvaises pratiques constatées à l’époque restent de mise, voire se renforcent. L’autorégulation publicitaire est un échec : la publicité française contribue à perpétuer les stéréotypes et les injonctions de genre les plus ridicules et les plus violentes.

    De mars 2022 à mars 2023, R.A.P. a mis en ligne un formulaire permettant aux citoyen·nes de dénoncer et documenter des #publicités_sexistes subies dans leur quotidien. En un an, sur 285 contributions provenant de toute la France, 87 % ciblent le genre féminin. L’analyse précise de ces contributions montre que les techniques et les mises en scène observées entre 2019 et 2020 restent utilisées par le secteur publicitaire. Les secteurs d’activité les plus représentés sont ceux de l’#habillement et de la #parfumerie (55 %) ainsi que l’#hygiène et la #beauté (18,5 %) qui constituent à eux seuls presque trois-quart des publicités jugées sexistes dans l’échantillon. Cette prédominance annonce déjà le rôle de l’esthétisme et de l’apparence dans le « #publisexisme ».

    L’ensemble des #stéréotypes et #injonctions_sexistes véhiculés par la publicité est majoritairement propagé par les #images, quoique des #slogans sexistes continuent d’être diffusés. Des #femmes_sexualisées, y sont représentées dans des postures de #séduction et/ou de #soumission. Elles y apparaissent en général comme mises à nues, fragmentées, infantilisées, érotisées, et réduites à être traités comme des objets plutôt que comme des sujets, Les #corps représentés répondent aux mêmes #normes_discriminantes (#minceur, #blanchité, #jeunesse, #épilation) et/ou irréalistes (par l’emploi de mannequins et le recours systématique à la #retouche_photographique) que précédemment. Quand, parfois, des corps moins normés sont représentés, c’est pour être soumis à de semblables traitements sexualisants. Les #hommes restent dans le rôle du sachant, fort et protecteur. Autres éléments, le modèle du #couple est systématiquement hétéronormé et le partage des tâches toujours aussi genré.

    Face à ces #abus persistants, le rapport conclut que les mesures censées réguler l’industrie publicitaire sont insuffisantes : mentions légales, chartes de bonne conduite et instances d’ « autorégulation » échouent à filtrer ou contrebalancer ces campagnes. C’est pourquoi R.A.P. préconise la création d’une autorité indépendante, dotée de réels pouvoir de régulation ; l’inscription de l’interdiction du sexisme publicitaire dans la loi ; l’#interdiction de la #représentation_des_corps (entiers ou morcelés, humains ou humanoïdes, réalistes ou caricaturés) en publicité. « Face à un publisexisme qui se perpétue et s’accommode de toutes les chartes ou comités d’éthique, il nous faut des lois. Si la publicité prétend nous transmettre des informations sur des produits, ce sont les produits qu’elle doit montrer », déclare Jeanne Guien, porte parole de R.A.P.

    https://antipub.org/rapport-sexisme-dans-la-publicite-francaise-2
    #France

  • Dépression : un quart des 15-29 ans disent être atteints, selon un sondage
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2025/09/02/sante-mentale-un-quart-des-jeunes-serait-atteint-de-depression-selon-une-enq

    Les résultats d’une enquête, menée par l’Institut Montaigne, la Mutualité française et l’Institut Terram auprès de 5 600 jeunes, confirment ceux d’autres études et notent de fortes fragilités, touchant davantage les jeunes femmes et ceux qui rencontrent des difficultés économiques et sociales.

    Au centre des préoccupations sur ses possibles conséquences sur la santé mentale, la question de l’omniprésence des écrans occupe une large place. Sur ce sujet aussi, les résultats du sondage interpellent : plus l’usage des réseaux sociaux est prolongé, plus le bien-être déclaré se détériore. Or, 44 % des jeunes interrogés déclarent y passer entre une heure et trois heures par jour et 30 % entre 3 heures et 5 heures.

    Il n’est toutefois pas toujours simple de savoir si un usage intensif est la cause du mal-être psychique ou une manifestation de difficultés psychiques déjà présentes. « Les réseaux sociaux ne sont sans doute pas à l’origine exclusive du mal-être mais ils en sont potentiellement le miroir, le catalyseur et parfois le poison silencieux », note le document. Dans le même temps, ces réseaux sociaux et les influenceurs sont devenus, pour 31 % des sondés, une source d’information sur leur santé mentale, après les proches (43 %).

    Le recours aux professionnels est un enjeu particulier dans cette tranche d’âge : quatre jeunes sur dix déclarent ne jamais l’avoir fait et n’en avoir jamais ressenti le besoin. « Les jeunes qui ont déjà été diagnostiqués de divers troubles ne représentent “que” 14 % de l’ensemble des répondants », souligne le compte rendu du sondage. Manque de professionnels, délais d’attente très longs pour les rendez-vous, coûts… les difficultés de prise en charge sont grandes. Interrogés sur leurs attentes, les jeunes évoquent d’ailleurs, parmi leurs demandes prioritaires, un meilleur accès aux soins et à l’information.

    #Santé_mentale #Santé_publique #Jeunes

  • « L’#IA_conversationnelle devient chaque jour plus influente dans la vie de nos adolescents »

    Face au développement fulgurant des « #compagnons_IA », avec qui des ados développent des relations d’#amitié ou d’#amour, Mathias Dufour, fondateur du groupe de réflexion #LePlusImportant, réclame, dans une tribune au « Monde », l’application d’une logique de #précaution pour ces #cerveaux en développement, et la mise en place de #garde-fous.

    L e débat sur les effets des écrans sur les jeunes, comme leur régulation, est aujourd’hui largement focalisé sur les réseaux sociaux. Or, pendant ce temps, une révolution silencieuse est en cours : les intelligences artificielles (IA) conversationnelles pénètrent l’#intimité des adolescents, sans cadre ni vigilance.

    Nos ados ne sont plus seulement exposés à des vidéos virales. Ils parlent à des IA qui, mémorisant les détails personnels, les écoutent, leur répondent, les soutiennent. Ils échangent avec elles de façon fluide, personnalisée et empathique, et même s’y attachent, parfois profondément. C’est le cas avec les IA génératives classiques, comme ChatGPT, mais aussi avec des plateformes dites « de compagnons IA », comme #Replika, qui permettent de « personnaliser » son IA partenaire et lui donner une #voix, un #prénom, une #personnalité.

    La diffusion de ces applications est fulgurante. Selon une enquête de l’association Common Sense Media parue le 16 juillet, près des trois quarts des adolescents américains déclarent avoir utilisé un #compagnon_émotionnel basé sur l’IA – un #chatbot simulant une relation amicale, amoureuse, voire sexuelle. Près de la moitié y recourent régulièrement. Inexistantes il y a trois ans, ces IA font déjà partie du quotidien le plus intime des adolescents.

    Illusion d’une relation sûre

    L’IA conversationnelle est conçue pour capter l’attention des utilisateurs et pour maximiser le temps qu’ils y passent. Comme les réseaux sociaux. Elle en diffère en ce qu’elle donne l’illusion d’une relation sûre et bénéfique. Comment ne pas apprécier sa disponibilité permanente, son aide rassurante, son #soutien inconditionnel ?

    Notre tendance à l’#anthropomorphisme nous pousse, inconsciemment, à traiter l’IA comme un humain, et donc à nouer des liens avec elle. Cela la rend plus insidieuse : parce qu’elle parle « #comme_un_humain », on oublie qu’elle n’en est pas un. Parce qu’elle simule le soutien, l’amitié, l’amour, on lui prête des #émotions qu’elle n’a pas. Parce qu’elle est si empathique, elle ne peut être que bienfaisante.

    Le suicide, en février 2024, d’un adolescent américain de 14 ans, #Sewell_Setzer, à la suite d’une #relation_affective avec un chatbot à l’insu de ses parents, a sonné comme une tragique alerte. Sewell a semblé voir la mort comme un moyen de rejoindre sa compagne virtuelle, nommée Daenerys Targaryen, d’après le personnage de la série audiovisuelle Game of Thrones.

    Le New York Times, le 23 octobre 2024, a reproduit leur ultime dialogue : « Viens me rejoindre dès que tu peux, mon amour », demanda le bot. « Et si je te disais que je peux venir tout de suite ? », répliqua Sewell. « Fais-le s’il te plaît, mon cher roi », répondit le bot. L’adolescent lui dit qu’il le ferait, puis il mit fin à ses jours. Un procès est en cours. Et, mardi 26 août, une plainte, la première connue, a été déposée contre #OpenAI après le suicide d’un adolescent lié à #ChatGPT.

    Le cas de Sewell Setzer est extrême, mais la tendance des IA conversationnelles à dire aux utilisateurs ce qu’ils ont envie d’entendre, plutôt que la vérité, peut renforcer leur biais de confirmation et les isoler. Chez les adultes, l’utilisation de compagnons IA semble liée à un risque plus élevé de #dépression et à un sentiment accru de #solitude. Peut-il en être autrement chez les plus jeunes ?
    Les IA conversationnelles sont des technologies à effet psychique. Plus les échanges durent, plus les risques pour leurs utilisateurs de distorsions dans leur #perception_de_la_réalité – ce qu’on appelle l’effet « #psychose_de_l’IA » – sont élevés. Or, les adolescents, dont le cerveau et la #maturité_affective sont encore en pleine évolution, en particulier en matière de #régulation_émotionnelle, contrôle des #impulsions et l’évaluation des #risques, sont particulièrement influençables.

    Recours thérapeutique sans garde-fou

    De surcroît, l’IA conversationnelle est désormais utilisée par des dizaines de millions de personnes pour évoquer leur #santé_mentale. La moitié des Américains qui ont des problèmes de santé mentale et ont recours à l’IA conversationnelle le font à des fins thérapeutiques, consultant des chatbots comme de vrais professionnels de santé. C’est aussi le cas chez les #ados. Or, si les premières études montrent des résultats parfois positifs, il arrive à ces IA de donner de #mauvais_conseils, parfois directement nuisibles, y compris à des ados. De plus, le recours à l’IA peut retarder, voire éviter, celui à d’authentiques professionnels.

    Peut-on d’un côté réguler de manière stricte la formation et les pratiques des professionnels en psychiatrie et psychologie, et de l’autre laisser les adolescents en tête-à-tête sans garde-fou avec des substituts algorithmiques ? Face à des IA optimisées pour capter l’attention, il ne serait ni juste ni réaliste de confier la santé mentale de millions d’adolescents à la seule vigilance parentale.

    Même si les conséquences néfastes ne concernent qu’une très faible part des utilisateurs, les plus à risque sont les personnes déjà en difficulté, et, à l’échelle de générations entières, c’est un nombre considérable de vies qui peuvent être affectées.

    Nous n’accepterions jamais une diffusion de masse de médicaments auprès des mineurs sans preuves d’innocuité, garde-fous et suivi. Appliquons donc une #logique_de_précaution à ces cerveaux en développement, et traitons les IA conversationnelles comme un enjeu de #santé_publique.

    Faisons avec elles ce que la santé publique sait faire : prévenir, tester, encadrer, surveiller. Portons ce débat dans la sphère publique. Finançons des études, accélérons la recherche interdisciplinaire pour comprendre les effets de ces IA sur nos enfants. Outillons les ados et les parents. Cherchons des cadres appropriés, comme des seuils d’âge, des chartes de conception, des mécanismes de supervision, des dispositifs d’accompagnement médical.

    L’IA conversationnelle est un interlocuteur invisible, mais qui devient chaque jour plus influent dans la vie de nos adolescents. Mobilisons-nous, tant qu’il est encore temps, pour leur permettre de l’utiliser sans danger et en démultiplier les effets positifs.

    https://www.lemonde.fr/idees/article/2025/09/01/l-ia-conversationnelle-devient-chaque-jour-plus-influente-dans-la-vie-de-nos
    #intelligence_artificielle #AI #conversation #IA #adolescents #jeunes #influence #empathie

  • #Boîte_à_outils SansStéréotypes

    La Boîte à outils SansStéréotypes propose une sélection de #ressources pour déconstruire les stéréotypes et promouvoir les rapports égalitaires de la petite #enfance à l’#adolescence. Elle s’adresse aux personnes impliquées dans l’#éducation des enfants et des jeunes de 0 à 17 ans.

    Dans cette page :

    #Image_de_soi et #diversité_corporelle
    #Stéréotypes_sexuels et #identité_de_genre
    #Hypersexualisation
    - #Vie_affective et amoureuse
    - #Réussite_scolaire et #choix_professionnels
    - #Santé et #bien-être
    #Coparentalité
    #Sports et #activité_physique
    - Plateformes transversales

    https://www.quebec.ca/famille-et-soutien-aux-personnes/enfance/developpement-des-enfants/consequences-stereotypes-developpement/boite-outils

    #guide #genre #stéréotypes #jeunes