•  »Das war von Anfang an die Marschrichtung« : Über die Plädoyers und das Urteil im RAF-Verfahren gegen Daniela Klette wegen der Post-RAF-Raubüberfälle
    https://kontrapolis.info/18114

    La justice vindicative capitaliste ignore les droits des accusés. Parfois on récompense la soumission et les aveux mais certaines cibles représentent le diable pour les justiciers de l’état de droit . Dans ces cas on ne négotie pas, on élimine.

    17.6.2026 von Stephanie Bart, analyse und kritik 727 -Die Staatsanwaltschaft plädierte auf 15 Jahre Haft, die Nebenklage auf elf, Daniela Klette auf Systemchange, Erhalt der planetaren Lebensgrundlagen und ein Leben in Geborgenheit für alle, die Verteidigung auf Freispruch und einen Schuldspruch wegen Waffenbesitz, der mit der Untersuchungshaft abgegolten wäre, und die Kammer verurteilte Daniela Klette am 27. Mai zu 13 Jahren Haft.

    28.4.2026: Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nutzt den Gerichtssaal als Bühne, um ihre politische Ideologie der Kapitalverwertung als gesellschaftlichem Ziel und individuellem Daseinszweck zu propagieren. Sie lässt dem Hass ihrer Klasse gegen die Besitzlosen in einem flammenden, doch nicht zündenden Plädoyer freien Lauf. Sie charakterisiert Daniela Klette, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub genau so, wie die Kapitalist*innenklasse den Besitzlosen gegenübertritt: als habgierig und mordwillig. Wiederholt artikuliert sie unüberwindliche Aversionen gegen die von Daniela Klette ausgesprochene, sogar in bürgerlichen Geschichtsbüchern nachlesbare, allgemein bekannte, einfache Lebenstatsache, dass Linke nicht für Geld morden.

    Sie wertet den »Lebensunterhalt«, das heißt die physische Existenz: Brot–Mantel–Dach, wofür das geraubte Geld verwendet worden sein soll, als »Bereicherung«. Doch der Reichtum beginnt erst nach dem Lebensunterhalt, der das Notwendige, während der Reichtum das darüber Hinausgehende ist. Die Vorstellung von einer Existenz von Besitzlosen jenseits der Lohnsklaverei als einem »unrechtmäßigen Reichtum« setzt voraus, dass die Besitzlosen überhaupt nur existieren dürfen, um das Kapital durch ihre Arbeit zu mehren. Entsprechend besteht für die Staatsanwaltschaft das Trauma der Geldbot*innen und des Kassenpersonals darin, »nicht einsetzbar« zu sein, wie sie wörtlich sagt.

    Sie erklärt die verrohte, reißerische Reklame eines Munitionsherstellers in einer Waffenzeitschrift, die in Klettes Wohnung gefunden wurde, zu den Gedanken der Täter*innen während der Tat. Es wird wohl solch übersinnlicher Fähigkeiten bedürfen, wie des nachträglichen Gedankenlesens in Abwesenheit, um der Konstruktion eines Trios zu folgen, das alle Überfälle durchgeführt haben soll und bei dem auf einen Geldtransporter in Stuhr durchaus habe morden wollen, (als ob ein Toter noch die Sicherungen zum Geld aufschließen könnte), was durch die abstrakte Drohung einer Festnahme fehlgeschlagen sei. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Hypothese auf die in Daniela Klettes Wohnung gefundenen Gegenstände, die in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Überfällen stehen sollen, sowie auf einzelne Gemeinsamkeiten in den Tathergängen einzelner Überfälle, in denen sie ein Muster sieht, von dem sie auf identische Täter*innenschaft schließt, die wiederum Klettes nicht nachweisbare Anwesenheit an den Tatorten glaubhaft machen soll.

    12.5.2026: Daniela Klettes Plädoyer ist die Antwort auf den Versuch des Staats, mit diesem Prozess die Geschichte des Widerstands wegzulügen und die gegenwärtige Notwehr gegen die kapitalistische Vernichtung der planetaren Lebensgrundlagen zu delegitimieren. Sie ordnet ihre eigene politische Entwicklung in die globalen sozialen Kämpfe ein, verweist auf die Dringlichkeit des Systemwechsels und nimmt Stellung zu Überfällen und Traumatisierungen.

    13.5.2026: Die Verteidigung fügt in ihrem Plädoyer zu den Gemeinsamkeiten die Unterschiede in den Tathergängen hinzu, und von der Trio-Konstruktion der Staatsanwaltschaft bleibt nichts übrig.

    Die Verteidigung stellt fest, dass die Anwesenheit ihrer Mandantin an den Tatorten nicht nachgewiesen werden kann;

    dass die in der Wohnung gefundenen zwei CDs mit Aufzeichnungen von Ausspähungen überfallener Objekte bis 2001 sowie die Goldbarren, Geldscheine und Waffen weder Fingerabdrücke noch andere DNA-Spuren ihrer Mandantin enthalten; dass die Geldscheine nicht aus den Überfällen stammen; dass die Funde in der Wohnung eine Verbindung ihrer Mandantin zu den Überfällen – wie etwa die der Hehlerei, wäre die Wohnung als Depot genutzt worden –, aber nicht ihre Mittäterinnenschaft beweisen.

    Zum Verfahren selbst stellt die Verteidigung fest, dass der Vorsitzende Richter nicht der gesetzliche Richter ist, der nach dem Geschäftsverteilungsplan des zuständigen Gerichts zuständige;

    dass feindstrafrechtliche Sonderkategorien, die auf Terrorismusverfahren beschränkt sind (Militarisierung), widerrechtlich auf ein formell normales Strafverfahren übertragen wurden, und dass dadurch obendrein eine irreversible Vorverurteilung ihrer Mandantin erzeugt wurde.

    Sie stellt fest, dass das LKA Niedersachsen zur Auswertung der digitalen Asservate die KI Pathfinder des privaten Herstellers Cellebrite eingesetzt hat; dass die KI eine Blackbox ist (Daten-rein-Ergebnisse-raus), dass Verarbeitung, Auswertung und Verbleib der Daten nicht nachvollziehbar sind; dass es für eine solche Übertragung der hoheitlichen Ermittlungsrechte an private Kapitalist*innen keine Rechtsgrundlage gibt; dass der Verteidigung dieses Werkzeug zur Erschließung der 18 Terabyte Daten nicht gewährt, mithin die richterliche Pflicht, der Verteidigung die Akten zugänglich zu machen, und das Waffengleichheitsgebot verletzt wurden, und dass, ebenfalls gesetzeswidrig, nur be- und keine entlastenden Beweismittel gesucht wurden.

    Sie stellt fest, dass mit sieben Selbstleseverfahren von insgesamt circa 3.000 Seiten (heißt: Prozessbeteiligte müssen die 3.000 Seiten selbst und außerhalb der Verhandlung lesen) wesentliche Inhalte der Beweisaufnahme der Öffentlichkeit entzogen wurden, wie auch die schlechte Erreichbarkeit des Verhandlungssaals und dessen schlechte Akustik die Öffentlichkeit massiv einschränkten.

    Sie stellt fest, dass die DNA-Gutachten fehlerhaft zu Lasten ihrer Mandantin sind; dass die damaligen Zeug*innenaussagen durch gemeinschaftliche Erinnerungen und suggestive Fragen zustande gekommen und die gegenwärtigen teils von medialen Darstellungen überlagert sind.

    Sie stellt fest, dass die Kammer die Anhörung aller, auch der von den Ermittlungsbehörden beauftragten Sachverständigen abgelehnt und damit ihre Aufklärungspflicht und die Prinzipien der Unmittelbarkeit und der Mündlichkeit verletzt hat; dass die Kammer fast alle Beweisanträge der Verteidigung abgelehnt hat, darunter insbesondere den auf ein Gutachten zu den Schüssen auf den Geldtransporter in Stuhr, welches die Hypothese des Mordvorsatzes widerlegt.

    Die Verteidigung spricht von einer »Blockade«.

    27.5.2026: Die Kammer verurteilt Daniela Klette zu 13 Jahren Haft für Raubdelikte und Verstöße gegen Waffengesetze. Sie folgt der Staatsanwaltschaft in der Trio-Konstruktion und unterscheidet sich von ihr dadurch, dass sie in dem Überfall in Stuhr anstatt eines fehlgeschlagenen Mordversuchs einen Rücktritt vom Mordversuch sieht. In allen juristischen Kommentaren zum Rücktritt stehe geschrieben, dass die drohende Festnahme die Freiwilligkeit niemals aufhebe.

    Die Kammer meint, Pathfinder sei »keine echte KI«, mit ihr sei »nicht ausgewertet, sondern nur aus der Datenflut vorselektiert« worden. Für die Urteilsfindung seien die DNA-Spuren und die Zeug*innenaussagen »nicht wichtig«. Die Kammer ist von Klettes Mittäterinnenschaft aufgrund der Funde in der Wohnung und der Trio-Konstruktion auch ohne den Nachweis ihrer Anwesenheit an den Tatorten überzeugt, denn, so der Vorsitzende: »Das war von Anfang an, von vornherein war das die Marschrichtung der Kammer.«So einfach, und kriegstüchtig zugleich. »Wir haben es doch in der Anklageschrift gehört, deswegen spare ich mir das jetzt.« Wozu dann überhaupt noch die öffentliche Prüfung der Beweismittel in der Hauptverhandlung, warum dann nicht direkt die Anklageschrift zur Urteilsbegründung machen, wie es für normale Unrechtsstaaten in normalen politischen Strafverfahren üblich ist?

    Die Verteidigung legt Revision ein, ein paar Tage später zieht die Staatsanwaltschaft nach. Voraussichtlich im Oktober wird der BGH über die Zulässigkeit entscheiden.

    Wie bereits zuvor wurde auch in den Schlussworten über die Traumatisierungen der Geldbot*innen und des Kassenpersonals gesprochen. Tatsache ist, dass Staatsanwaltschaft und Kammer hauptberuflich nichts anderes tun, als Menschen zu traumatisieren, indem sie sie hinter Gitter wegsperren lassen. Ihre Quote liegt bei 97 Prozent, bei den Überfällen wurden etwa zehn Prozent der Betroffenen traumatisiert.

    Während die Staatsanwältin nicht die Andeutung eines auch nur dargestellten Mitgefühls für die Betroffenen erkennen ließ, hat der Vorsitzende dies für die Kammer vorgetragen. Daniela Klette und die Verteidigung haben tiefes Bedauern ausgesprochen und ihr Ziel, Leiden der Betroffenen zu vermeiden, mit ihrem Verhalten im Prozess realisiert.

    In der Hauptverhandlung hatte der Vorsitzende gesagt, wer Überfälle mache, kalkuliere schwere Retraumatisierungen mit ein, denn es sei bekannt, dass man überall auf traumatisierte Menschen treffe. Tatsächlich kamen in der Verhandlung brutale, plastische Beispiele davon zur Anschauung im Umgang der Werttransportunternehmen mit ihrem »Lower Value Human Capital« generell und besonders dann, wenn dasselbe akut traumatisiert ist.

    In der Urteilsbegründung legt die Kammer der Angeklagten zur Last, dass in dem Fall, wo die Retraumatisierung des Geldboten zu dessen Erwerbsunfähigkeit geführt hat, mit dieser auch finanzielle Einbußen für den Betroffenen verbunden sind. Aber es ist nicht Daniela Klette, die die finanzielle Einbuße (SGB II) bestimmt und durchsetzt, sondern es ist die Justiz selbst, die aus der Krankheit eine Strafe macht.

    Die Staatsanwaltschaft legt Daniela Klette auch die Traumatisierung zur Last, die ein Zeuge, ein Polizist, der in seiner Freizeit zum Einkaufen anwesend war, seiner elfjährigen Tochter zugefügt hat, indem er die abziehenden Täter*innen mit ihr im Auto verfolgte. Dahinter steht der Gedanke, dass es diese Traumatisierung ohne den Überfall nicht gegeben hätte, und das ist die eine Hälfte der Wahrheit, und die andere ist, dass es den Überfall ohne das Privateigentum an der Erde nicht gegeben hätte, für dessen Aufrechterhaltung Staatsanwaltschaft und Kammer bezahlt werden, zu schweigen vom Fehlverhalten des Polizisten.

    Das Problem der fehlenden individuellen Tatnachweise, ohne die man aaaiiigentlich nur in Unrechtsstaaten verurteilt werden darf, wurde in Köln 1852 anders gehandhabt als in Stammheim 1975–77, und dort anders als in Verden 2025–26. Im mutmaßlich nächsten Prozess gegen Daniela Klette in Frankfurt am Main wegen drei Anschlägen im RAF-Kontext wird es, wenn die Klage zugelassen wird, wieder anders gehandhabt werden, aber die Marschrichtung bleibt.

    Stephanie Bart ist Schriftstellerin. Zuletzt erschien von ihr der RAF-Roman »Erzählung zur Sache« (Secession, Berlin 2023).

    Quelle: https://www.akweb.de/politik/daniela-klette-urteil-13-jahre-fuer-post-raf-raubueberfaelle

    daniela-klette-raf-prozess-urteil-900x600.jpg

    passiert am 16.06.2026

    #Allemagne #justice_de_classe #RAF #terrorisme

  • Quand une « repentie » (de BFMTV) se permet un samedi détente sur Instagram, elle prend conscience (une fois de plus) de « l’étendue du problème journalistique politique français ».

    Les chaînes d’info en continu, caisse de résonnance de la parole présidentielle et de ses « coups de colère ».
    Moralités :
    - Se défaussera bien qui se défaussera le plus fort.
    - Le terrain budgétaire n’est pas un sujet

    Lyhanna, les humoristes informent, les journalistes s’émeuvent | Le Club
    https://blogs.mediapart.fr/perrinevasque/blog/090626/lyhanna-les-humoristes-informent-les-journalistes-semeuvent

    Pendant sept ans, j’ai été journaliste politique pour BFMTV. Les raisons qui m’ont fait quitter cette rédaction me poussent aujourd’hui à écrire cet article. Après des heures à suivre l’affaire sur les chaînes d’information en continu, caisse de résonance du discours présidentiel, la sidération d’une constatation : certains humoristes font un meilleur boulot que ces journalistes.

    La vidéo « humoristique » citée dans l’article :
    https://www.instagram.com/reel/DZQG3f1o8B3

    #justice_de_classe #pédocriminalité #VSS
    #France-Défausse

    • Nicoleferronize n’est pas drôle sur amstramgram mais grave. Je ne consulte jamais tramgram mais quand elle était sur France-Inter (la radio filmé) elle était beaucoup plus fine que drôle. Charline me fait rire sur Inter. Elles ont toutes les deux une forme d’humour très réfléchie comme une forme de politesse face au désespoir (dixit je sais plus). Chose que Sophia Aram croit posséder, malheureusement plus elle y croit plus elle s’enfonce.
      il y a une erreur sur le blog de mediapart :

      Cette question de moyens n’est évidemment pas le seul ressort de cette affaire tragique. Notre pays est tout entier tourné vers les adultes masculins comme point de repère, et les affaires se multiplient, comme celle du violeur de la Sande , où l’on voit des prédateurs pouvant tranquillement commettre leurs crimes pendant plusieurs décennies sans être inquiétés, immunisés par leur statut de “bon père de famille”.

      https://fr.wikipedia.org/wiki/Dino_Scala
      https://seenthis.net/messages/1034187

  • Le salarié avait eu le pied arraché : une entreprise des Deux-Sèvres relaxée par la justice
    https://www.lanouvellerepublique.fr/deux-sevres/commune/moncoutant-sur-sevre/le-salarie-avait-eu-le-pied-arrache-une-entreprise-des-deux-sev

    En 2021, un employé travaillant pour la société Bellavol, à Moncoutant-sur-Sèvre dans les Deux-Sèvres, avait eu le pied broyé lors d’un accident de travail. L’entreprise vient d’être relaxée ce 22 janvier 2026 par le tribunal correctionnel de Niort.

    Jeudi 27 novembre 2025, le représentant de la société Bellavol, entreprise de fabrication d’aliment pour animaux d’élevage, a comparu devant le tribunal correctionnel de Niort pour un grave accident du travail survenu le 17 juillet 2021 dans son usine de Moncoutant.

    Ce jour-là, un employé avait glissé de l’escabeau sur lequel il était monté : tombé par la trappe pas refermée d’un hygiéniseur, son pied avait été happé par une vis sans fin en fonctionnement. Il a été amputé d’une partie du pied et sa blessure n’a été déclarée consolidée que quelques jours seulement avant le procès. Il se déplace avec une canne et attend une prothèse.

    On reprochait à l’entreprise de ne pas avoir pris les mesures suffisantes pour assurer la sécurité de ses salariés. L’avocat de la défense avait plaidé la relaxe, tandis que le ministère public réclamait une amende de 20.000 € à l’encontre de l’employeur. Le délibéré dans cette affaire a été rendu ce jeudi 22 janvier. Finalement, le tribunal a ordonné la relaxe de la société.

  • Sous contrôle judiciaire, Nicolas Sarkozy s’offre des vacances en Guadeloupe : comment a-t-il obtenu le droit de quitter la France ?
    https://www.midilibre.fr/2025/12/21/sous-controle-judiciaire-nicolas-sarkozy-soffre-des-vacances-en-guadeloupe

    Nicolas Sarkozy a été aperçu en vacances en Guadeloupe le 20 décembre 2025 avec son épouse Carla Bruni et leur fille, malgré son contrôle judiciaire.

    […]

    Condamné à cinq ans de prison ferme pour association de malfaiteurs dans l’affaire du financement libyen de sa campagne de 2007, Nicolas Sarkozy est sorti de la Santé à Paris au bout de 21 jours de prison. Le 10 novembre dernier, la cour d’appel de Paris a ordonné la remise en liberté de l’ancien président sous contrôle judiciaire. Cette mesure lui interdit notamment de quitter la France ou de contacter certains responsables politiques et judiciaires tel que Gérald Darmanin.

    […]
    Pour se rendre en Guadeloupe où il n’était pas allé depuis sa visite officielle en 2009, l’ex chef d’État aurait bénéficié d’une autorisation exceptionnelle qui lui a été délivrée dans le cadre de son contrôle judiciaire, indique Outre-Mer la 1ère et le pure player Zinfos 974.

    L’article 138 du Code de procédure pénale, liste les obligations du contrôle judiciaire dont celle de ne pas sortir des limites territoriales déterminées par le juge. Mais celui-ci peut modifier les obligations imposées, en supprimer ou accorder une dispense occasionnelle ou temporaire d’observer certaines obligations, indique l’article 141-1 du même code.

    Autrement dit, si un juge impose initialement une interdiction de quitter la France ou une zone donnée, ce même juge peut exceptionnellement accorder une dérogation, par exemple pour un voyage ou des vacances, sur demande motivée, en application de l’article 141-1 du Code de procédure pénale.

    C’est fréquent, qu’un condamné avec une interdiction de quitter le territoire bénéficie d’une telle « autorisation exceptionnelle » au motif de partir en vacances à la Guadeloupe ?

  • Klette-Prozess : »Es geht um die Bestrafung einer Widersacherin« 
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1195625.raf-klette-prozess-es-geht-um-die-bestrafung-einer-widersacherin.

    Daniela Klette steht seit Ende März vor Gericht. Foto : Sina Schuldt

    Les organes de répression de l’état et leurs représentants n’ont pas changé ces derniers cinquante ans. Ils sont toujours auss vindicatifs et détestables.

    20.11.2025 Interview: Niels Seibert - Strafverteidiger Lukas Theune über den Stand des seit März laufenden Gerichtsverfahrens gegen die ehemalige RAF-Militante Daniela Klette

    Wenn Sie nur einen Aspekt nennen dürften, der den Prozess gegen Daniela Klette zu einem einzigartigen macht, welcher wäre das?

    Der Aufwand, mit dem dieser politische Prozess betrieben wird. Angeklagt sind ganz normale Raubstraftaten, eine davon als versuchter Mord, nichts Ungewöhnliches für ein Landgericht. Wegen der Person unserer Mandantin wird dieser Prozess betrieben, als ginge es um ein einmaliges Jahrhundertverfahren. Da werden keine Kosten und Mühen gescheut, Millionen investiert, die woanders dringend gebraucht würden und eine absurde Hochsicherheitsatmosphäre aufgebaut: mit Maschinengewehren bewaffnete Beamte, Natodraht, penibelste Durchsuchungen. Das steht völlig außer Verhältnis.

    Daniela Klette wird beschuldigt, eine Militante der RAF gewesen zu sein, aber angeklagt ist sie nicht wegen politischer Anschläge, sondern wegen Geldbeschaffungsaktionen zwischen 1999 und 2016, um das Leben in der Illegalität zu ermöglichen. Warum sprechen Sie von einem politischen Prozess?

    Es ist eben die Art und Weise, wie die Verdener Staatsanwaltschaft das Verfahren führt. Die Wohnung unserer Mandantin wurde bis hin zu den Fußleisten in Berlin abgebaut und nach Hannover gebracht. Die Auswertung der Asservate erfolgte mithilfe einer KI, was im Strafverfahren verboten ist, weil keine gesetzliche Grundlage existiert. Dutzende Polizeibeamte wurden in einer Sonderkommission zusammengezogen. Hier geht es nicht um die Aufklärung von Raubstraftaten, sondern um die Bestrafung einer politischen Widersacherin.

    Interview

    Privat

    Lukas Theune, 38 Jahre alt, ist Fachanwalt für Strafrecht und Geschäftsführer des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins. Zusammen mit Rechtsanwalt Ulrich von Klinggräff und Rechtsanwältin Undine Weyers vertritt er Daniela Klette, gegen die aktuell vor dem Landgericht Verden verhandelt wird.

    Ist in einem politischen Prozess wie diesem auch eine politische Verteidigung erforderlich?

    Notgedrungen. Natürlich müssen wir gegen politisch geleitete Grundannahmen verteidigen. Das Landgericht hat zum Beispiel im Eröffnungsbeschluss geschrieben, es gehe davon aus, dass die Verdächtigen ganz grundsätzlich übereingekommen seien, auch den Tod von Menschen in Kauf genommen zu haben. Dafür gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte, im Gegenteil, am vergangenen Prozesstag hat wieder eine Zeugin geschildert, wie ausnehmend höflich und vorsichtig die Räuber gewesen seien. Wir können uns das nur mit der Annahme des Gerichts erklären, die Verdächtigen seien aus der politischen Linken. Mithin ist ein Ziel der Verteidigung, dem Gericht zu erklären, dass gerade Linke eben niemals den Tod von Menschen für die Erlangung von Geld für den Lebensunterhalt in Kauf nehmen würden.

    Das Medieninteresse hat im Vergleich zu den ersten Prozesstagen merklich nachgelassen. Ist der aktuelle Prozessverlauf nicht mehr interessant?

    Das ist ja immer so, die Öffentlichkeit ist da, wenn der Prozess startet und dann wieder, wenn er sich dem Ende nähert. Es gibt allerdings wirklich treue Unterstützer*innen, die jeden Prozesstag im Publikum sind. Und diese Menschen sind für unsere Mandantin in der Tat die wichtigste Stütze in dem ganzen Prozess. Dass sie dem nicht allein ausgesetzt ist in der riesigen Prozesshalle, das bedeutet wirklich viel.

    Können Sie schon prognostizieren, wann und wie der Prozess enden wird?

    Nächstes Jahr wird der Prozess wohl zu Ende gehen. Das Gericht hat bereits zu erkennen gegeben, dass es der Argumentation der Verteidigung folgt und die abwegige Behauptung der Staatsanwaltschaft vom Mordversuch nicht teilt. Ob es zu Verurteilungen wegen der einzelnen Raubüberfälle kommt, ist noch nicht vorherzusehen. Einen Freispruch würde ich allerdings schon wegen der aufgebauschten politischen Stimmung für sehr fernliegend halten.

    Gibt es etwas, was Sie an Ihrer Mandantin beeindruckt?

    Die Ruhe, mit der sie dem Verfahren begegnet, ist schon besonders. Es gelingt ihr, ihre Würde zu bewahren und mit aufrechter Haltung durch das Verfahren zu gehen.

    Hat Daniela Klette mit einer weiteren Anklage wegen der Attentate der RAF zu rechnen?

    Davon müssen wir ausgehen. Der Bundesanwalt Rommel hat bereits im April in einem Podcast erklärt, er werde sie »auf jeden Fall« anklagen – ein bedenkliches Rechtsstaatsverständnis, so etwas in der Öffentlichkeit zu sagen, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind, aber dann haben wir wenigstens Klarheit.

    Welcher politische Wille steht hinter dieser zweiten Anklage?

    Das müssen Sie Herrn Rommel fragen. Klar ist ja, es geht nicht um vollendete Tötungsdelikte, bei allen drei Taten, die unserer Mandantin vorgeworfen werden, ist kein Mensch verletzt worden. Ganz unabhängig von der überaus fraglichen Beweislage, die sich allein auf schwächste DNA-Spuren stützt, lässt sich das unbedingte Festhalten an der Verfolgung wohl hauptsächlich mit politischer Feindschaft erklären.

    Um welche drei Taten handelt es sich?

    Es geht um drei Vorwürfe, zwei davon sind relativ unbekannt. Einmal ein Anschlag auf die US-Botschaft in Bonn 1991, bei dem niemand verletzt worden ist, dann ein versuchter Anschlag auf ein Rechenzentrum der Deutschen Bank und schließlich die Sprengung der im Bau befindlichen JVA Weiterstadt 1993, die letzte der RAF zugerechnete Aktion. Insgesamt ist bei keiner der Aktionen ein Mensch verletzt worden.

    Was heißt es, in einem Prozess zu verteidigen, der gegen eine vermeintlich ehemalige Militante aus der RAF geführt wird, ohne dass es eine wahrnehmbare Bewegung gibt, die sich mit Fragen beschäftigt, die einst die RAF stellte?

    Der Prozess in Verden fühlt sich manchmal so an, als ob die Ermittlungsbehörden sich die Zeit der 70er oder 80er Jahre zurückwünschen. Ihr Verhalten ist etwas aus der Zeit gefallen. Das mutet für mich als Kind der 80er schon etwas peinlich an, diese verstaubte Haltung, so eine Art nachträglicher Siegerjustiz. Aber wir lassen uns davon nicht unterkriegen.

    #Allemagne #justice_de_classe #histoire

  • Wer wählt die Richter ?
    https://multipolar-magazin.de/artikel/wer-waehlt-die-richter

    La justice allemande n’est pas indépendante. C’est une justice de classe par la sélection politique des juges, parce que les procureurs sont soumis à l’autorité gouvernementale et n’agissent pas à l’encontre de sa volonté, et par le procédé de l’écriture de lois par des cabinets d’avocats proches de l’industrie. Cet article tente une comparaison internationale.

    26.9.2025 von Gaby Weber - Die jüngste Kontroverse um die Ernennung einer Richterin für das höchste deutsche Gericht zeigt, dass Transparenz bei diesem Thema weiterhin fehlt. Die Journalistin Gaby Weber berichtet, wie in anderen Ländern die Wahl von Richtern gehandhabt wird. Sie beleuchtet insbesondere die Erfahrungen in Mexiko, wo Richter seit diesem Jahr von der Bevölkerung direkt gewählt werden, und in Bolivien, wo dies seit eineinhalb Jahrzehnten möglich ist.

    GABY WEBER, 26. September 2025, 1 Kommentar, PDF

    Nun hat die SPD eine neue Kandidatin für das Amt der Bundesverfassungsrichterin ins Rennen geschickt, Sigrid Emmenegger, und kaum war die Nominierung draußen, nörgelten Grüne wie Linke, dass sie davon aus der Presse erfahren mussten und nicht zuerst ins Hinterzimmer gebeten worden waren, zwecks vertraulicher Absprachen (sprich Mauscheleien). In dieser Woche wählte sie nun der Bundestag, zwei Drittel der Stimmen waren dafür notwendig. Jens Spahn (CDU) hatte schon grünes Licht gegeben, auch Bild-Zeitung & Co. schienen zufrieden zu sein. Und damit erschöpfte sich in Deutschland die Meinungsbildung, ob die vorgeschlagene Person für den Posten in Karlsruhe geeignet ist oder nicht.

    Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) ist das höchste deutsche Gericht; es soll Rechtsfrieden garantieren, die Handlungen der Exekutive auf ihre Legalität überprüfen und die Bürger vor Übergriffen der Regierung schützen. Dies setzt voraus, dass es unabhängig ist, weshalb im Grundgesetz die Dreiteilung der Staatsgewalt ausdrücklich festgeschrieben ist.

    Doch die Realität ist eine andere. Die Politik, das heißt Parteien und ihre Minister, können nicht nur den Staatsanwälten Weisungen erteilen sondern auch die Richter aussuchen, befördern und ihnen Vergünstigungen gewähren. Mit Gewaltenteilung hat das Parteiengeschacher um die Posten nichts gemein und noch weniger mit Demokratie, da das Volk, der Souverän, weder Vorschlags- noch Vetorecht besitzt.

    Aber darüber wird in Deutschland nicht öffentlich gestritten. Politik, Rechtswissenschaft und Medien verteidigen bis heute die aus dem Kaiserreich stammende Abhängigkeit der Judikative während zur selben Zeit in der Bevölkerung die Justiz zunehmend in Verruf gerät, vor allem die Verwaltungs- und Verfassungsgerichtsbarkeit. Wie war es möglich, dass ein Stephan Harbarth Oberster Verfassungsrichter werden konnte, der zuvor Miteigentümer der Kanzlei Shearman & Stirling LLP war, wo das Cum-Ex-Modell, der bisher größte deutsche Steuerbetrug, ausgetüftelt worden war? Er war stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewesen und hat erst vor kurzem in einem Handstreich das illegale Verstecken der Akten des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl im Keller seiner Witwe in Oggersheim legalisiert. Ein offener Rechtsbruch, aber im Gegensatz zum Rest der Welt wird das hierzulande einfach hingenommen.
    Alternativen

    Andere Länder versuchen, die Judikative aus den Fesseln der Politik zu befreien. In Frankreich schicken Präsident, Senat und Nationalversammlung jeweils drei Richter zum Obersten Gericht. In Italien ernennen Staatschef, Parlament und die Justiz je fünf Richter. In den USA und in der Schweiz werden die Richter direkt von den Bürgern eines Bundesstaates beziehungsweise Kantons gewählt, nur die Mitglieder des Supreme Courts werden vom US-Präsidenten beziehungsweise in der Schweiz vom Parlament ernannt. In Indien werden die Obersten Richter vom Präsidenten nominiert, aber der Justizapparat besitzt ein Mitspracherecht. In Japan werden sie durch die Regierung berufen und müssen sich alle zehn Jahre in einem Referendum bestätigen lassen. Nur in Deutschland heißt die Parole: Bloß keine Experimente und kein Mitspracherecht für den Souverän oder andere gesellschaftliche Gruppen wie die Richterschaft oder die Jura-Fakultäten der Universitäten.

    Nun gibt es, wie bei allen Reformen, auch bei den Justizreformen Probleme. Aber, wie der Volksmund sagt: man kann aus Erfahrungen lernen. Daher zwei Beispiele aus Lateinamerika, wo die Demokratisierung der Justiz besonders radikal durchgeführt wurde: Bolivien und, seit kurzem, Mexiko. In Bolivien, sagen die Kritiker, habe die Direktwahl der Richter die Rechtsprechung entprofessionalisiert und den populistischen Machthabern unterworfen. Auch in Mexiko hat die Regierungspartei entscheidenden Einfluss auf die Auswahl der Kandidaten; außerdem soll das organisierte Verbrechen eigene Vertrauens-Personen ins Rennen geschickt haben, an Geld mangelt es den Narcos ja nicht. Trotz dieser Einwände – die wichtig sind – besteht über eines in den beiden Ländern Konsens: Dass der bestehende Justizapparat grundlegend verändert werden musste, da er vor allem den Interessen der Oberschicht diente, „Klassenjustiz“ nannte man das früher. Trotz aller begangenen Fehler heißt es also: Ja zu einer Justizreform, aber der Weg dorthin ist mühsam.
    Bolivien und die indigene Justiz

    Die neue bolivianische Verfassung von 2009 wurde weltweit als Durchbruch gefeiert und als Erfolg des Präsidenten Evo Morales. Sie erklärt das Land mit seinen 36 Nationen zu einem „plurinationalen“ Staat und setzt die indigene Justiz der staatlichen Gerichtsbarkeit gleich. Dieser Jubel übersah, dass bereits die Verfassung aus dem Jahr 1994 die indianischen Schlichtungsstellen anerkannt hatte, die sich bei kleineren Delikten bewährt hatten, während Verbrechen wie Mord an die staatliche Justiz überwiesen wurden. In Artikel 171, Abs. 3 der alten Verfassung hatte es geheißen: „Die natürlichen Autoritäten der indigenen und bäuerlichen Gemeinschaften dürfen eine eigene Verwaltung einrichten und eigene Normen als alternative Konfliktlösung einsetzen, gemäß ihrer Gewohnheiten und Traditionen – solange sie nicht gegen die Verfassung und Gesetze verstoßen“. Jeder hatte das Recht auf eine zweite Instanz vor einem (bürgerlichen) Gericht, wenn er mit dem Richterspruch der kommunitären Justiz nicht einverstanden war.

    Statt diese Schlichtungsstellen auszubauen, kam nun die „indigene Justiz“. Zwar wurde verfassungsrechtlich verbrieft, dass sie das allgemeine Strafrecht und die Menschenrechte nicht verletzen dürfe, Leben müsse geschützt, die Todesstrafe ausgeschlossen werden. Doch welches Delikt wie und von wem sanktioniert werden sollte, wurde nicht ausdrücklich benannt, auch nicht in den späteren parlamentarischen Nachbesserungen. Diese fehlende Definition brachte mehr Probleme als Lösungen, denn bei den Aymaras etwa war körperliche Züchtigung wie das Auspeitschen („Chicote“) durchaus üblich.

    Seit 2009 besteht die bolivianische Justiz aus zwei gleichwertigen Systemen. Dies führte zu einer extremen Rechtsunsicherheit. In Bolivien leben 36 indianische Völker, dazu kommen Mestizen und Weiße. Und jedes dieser 36 Völker hat eigene Gewohnheiten, ein eigenes Rechtsempfinden und folglich eigene Gesetze, die aber nirgendwo aufgeschrieben sind. Es gilt nicht mehr: Alle sind vor dem Gesetz gleich sondern die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Volksgruppe regelt Rechte und Pflichten. Völkische Justiz ...

    Nicht alle Traditionen sind fortschrittlich und mit den Menschenrechten der UN-Charta zu vereinbaren. Die Rechte der Frauen haben nicht überall denselben Wert, hatte mir der Bauernführer und Rechtsanwalt Leoncio Gutierrez aus Oruru erklärt: „Die traditionelle Rechtsprechung betrachtet viele Sexualdelikte (gegen Frauen) als minder schwere Vergehen. Ein Vergewaltiger schafft meist seine Tat durch Zahlung einer kleinen Summe aus der Welt.“

    Doch im heutigen Bolivien machen selbstbewusste Frauen, nicht nur aus der Oberschicht, Karriere und bekleiden hohe Ämter. Sie und ihre Töchter fordern Freizügigkeit und leben sie auch; das geht in den Städten problemlos, während in den Dörfern Verstöße gegen die archaischen Vorschriften unterdrückt werden. Rechtsanwalt Gutierrez: „In unserer paternalistischen Gesellschaft nehmen Frauen ihre Lebensplanung in die eigenen Hände. Sie sagen offen: Dies steht uns zu, und das machen wir. Das hat zu Konflikten geführt. Die Männer verlieren die Kontrolle in der Familie, in der Beziehung und in der Gesellschaft. Sie fürchten, Macht zu verlieren, fühlen sich bedroht und wehren sich. Dieser Rollback ist kein Fundamentalismus à la Taliban sondern verkleidet sich als ´politisch korrekt´, indem er sich auf die ´legitimen Gebräuche und Sitten´ der Indianer beruft“.

    Es wurde nicht geklärt, ob dies ebenfalls für städtische Indianer gilt. In den Vorstädten leben Quechuas, Aymaras und Guaranís, und dort werden oft genug Menschen zu Tode geprügelt, weil sie eine Gasflasche gestohlen haben oder gestohlen haben sollen. Dies passiert in einer juristischen Grauzone, weshalb die Regierung selten dagegen vorgeht, obwohl Lynchjustiz ausdrücklich nicht Teil der indigenen Justiz ist.

    Und schließlich: wer sind die „traditionellen Autoritäten“, die ein Richteramt bekleiden dürfen? Sind diese wirklich die respektierten Weisen des Dorfes oder, wie die Erfahrung zeigt, lokale Gewerkschaftsführer oder einflussreiche Kokabauern?

    Immer wieder wurde versprochen, diese Fragen durch zusätzliche Gesetze zu klären; doch wenig ist geschehen. Der Kongress setzte durch, dass die Urteile der indianischen Justiz – die eigentlich nur eine Instanz kennt – zur Überprüfung dem Verfassungsgericht vorgelegt werden können. Dort sitzen, wie beim Wahlgerichtshof, indianische Vertreter – vorausgesetzt sie verfügen über eine entsprechende akademische Ausbildung. Doch bei der Auswahl der Posten zieht die Regierung die Fäden.

    Evo Morales von der Bewegung für den Sozialismus (MAS) war von 2006 bis 2019 Präsident. Eigentlich war seine Kandidatur für den Urnengang 2014 untersagt worden, da die Verfassung eine zweite Wiederwahl verbietet. Eine Neubesetzung des Verfassungsgerichts erlaubte jedoch eine Ausnahme, allerdings lehnte die Bevölkerung 2017 in einem Referendum seine erneute Kandidatur ab. Und wieder sprang das Oberste Gericht ein und entschied, dass das Verbot seine „Menschenrechte“ verletze. Morales missachtete den Volkswillen und trat an. Es folgten Proteste und ein Putsch durch rechte Kräfte. Heute steckt der MAS in einem internen Machtkampf zwischen dem Lager von Präsident Luis Arce und Morales, gegen den inzwischen Haftbefehl erlassen wurde und der sich in seiner Hochburg, im Kokagebiet Chapare, verschanzt hat. Staatschef Arce hatte seine Richter entscheiden lassen, die allgemeinen Wahlen um ein Jahr zu verschieben und seinem Widersacher eine erneute Kandidatur zu verbieten. Die Quittung kam an den Urnen: die Wahlen im vergangenen August gewann ein konservativer Politiker.

    Das Ansehen der bolivianischen Justiz ist tief in den Keller gefallen, so der UN-Sonderberichterstatter Diego García-Sayán. „Die Justiz ist weit weg von den einfachen Leuten“. Femizide werden nicht verfolgt, es herrsche eine allgemeine Straflosigkeit.

    Seit der Verfassungsreform werden die Richter für sechs Jahre direkt von der Bevölkerung gewählt. Allerdings wurden bei den Wahlen 2011 und 2017 rund 60 bis 70 Prozent der Stimmen ungültig abgegeben – vermutlich, weil die Kandidatenliste im Regierungspalast und im Parlament geschrieben wurde. Der Präsident der nationalen Handelskammer, Jaime Ascarrunz, kritisierte diese Politisierung: „Richter sollten keiner politischen Partei angehören“, sagt er dem evangelischen Pressedienst (epd). Die katholische Amtskirche und unabhängige Juristen schlagen eine erneute Justizreform vor sowie ein Referendum. Die Gerichtsverfahren seien schleppend und undurchsichtig, Korruption an der Tagesordnung. Auf Richter und Staatsanwälte werde Druck ausgeübt; für die Bevölkerung stellen die Gerichte keine Instanzen zur Konfliktlösung dar, immer wieder nehmen aufgebrachte Bürger das Recht selbst in die Hand und lynchen vermeintliche Straftäter. Die CIJ, die Internationale Juristenkommission, forderte im vergangenen Dezember ein anderes Auswahlverfahren für die Richter der oberen Instanzen durch ein unabhängiges Expertengremium.

    „Das derzeitige System erfüllt nicht die Voraussetzungen für eine kompetente, unabhängige und unparteiische Justiz“, so Carolina Villadiego Burbano, Leiterin des CIJ-Teams für Lateinamerika. Sie plädiert für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Indigenen in der Richterschaft. Gerade die indianischen Gemeinschaften leiden unter dem illegalen, aber von der Regierung tolerierten Bergbau, der für Waldbrände und die Verschmutzung der Flüsse mit Quecksilber verantwortlich ist.
    Auch Mexiko lässt jetzt Richter direkt wählen

    Am 1. Juni dieses Jahres wählten fast 100 Millionen Mexikaner erstmals ihre Richter. Es ging in diesem ersten Durchgang nicht nur um die neun Obersten Richter sondern auch um die Hälfte der unteren Instanzen, um die der nationalen und regionalen Wahlgerichte, der Disziplinarrichter, der Bundesrichter und der lokalen Richter in 19 Bundesstaaten. In zwei Jahren soll über die restlichen an den Urnen entschieden werden.

    Die mexikanische Justizreform war ein Herzensanliegen des früheren Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (Amlo genannt). Er hatte die Richter, vor allem die des Obersten Gerichtshofs, bei seinen täglichen Pressekonferenzen regelmäßig als „korrupt“, „Teile der Oligarchie“ und „zu gut bezahlt“ angegriffen. Doch ihm fehlte für eine Verfassungsänderung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Kongress. Diese erlangte seine Morena-Partei bei den Wahlen 2024, und seine Nachfolgerin Claudia Sheinbaum setzte das von ihm initiierte Vorhaben um.

    Zuvor waren tausende Justizangestellte auf die Straße gegangen, um die Reform zu verhindern, unterstützt von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und anderen Organisationen. Die meisten fürchteten um ihre Pfründe, andere waren skeptisch, ob die Direktwahl wirklich für mehr Demokratie sorgen würde. Denn die Wahllisten wurden vom Parlament und der Exekutive erstellt, beide fest in der Hand der regierenden Morena-Partei. Die Oberste Richterin Norma Pinas warnte ungewöhnlich scharf vor Einflussnahme durch kriminelle Banden und vor einer „Demontage der Justiz“. Viele erfahrene Juristen würden sich nicht mehr zur Wahl stellen, von den aktuellen elf Obersten Richtern waren es nur drei. Die Anforderungen waren relativ bescheiden: ein mit guten Noten abgeschlossenes Jurastudium, fünf Jahre Berufserfahrung und fünf Empfehlungsschreiben. Damit werden künftig unerfahrene Juristen wichtige Entscheidungen treffen.

    „Mit der Verfassungsänderung aus dem Jahr 2024 erodiert der mexikanische Rechtsstaat zunehmend“, fürchtet die Konrad-Adenauer-Stiftung. Die bis dato geltende – zugegebenermaßen reformbedürftige und kritikanfällige – Gewaltenteilung und relative Unabhängigkeit der Justiz würde mit der Direktwahl von Richtern im ganzen Land und auf allen Ebenen ausgehebelt, so die KAS. Das Auswahlverfahren liege in der Hand der linken Morena-Partei, nämlich in den drei Kommissionen (zusammengesetzt aus Mitgliedern von Regierung, Senat und Judikative). Außerdem würde die folgende Entlassung der bisherigen Richter die Rechtsunsicherheit, auch für ausländische Investoren, verschärfen.

    Die Wahlbeteiligung am 1. Juni war deutlich geringer als bei den Präsidentschaftswahlen, nur um die 13 Prozent aller Berechtigten hatten abstimmen wollen. Das hatte wahrscheinlich mit fehlenden Informationen zu tun, die Regierung hatte nur wenige Mittel dafür zur Verfügung gestellt, und es waren eher kritische Organisationen, die Zweifel säten. Die Menschenrechtsorganisation Defensorxs etwa wollte bei 19 Kandidaten Verbindungen zum organisierten Verbrechen herausgefunden haben, darunter Silvia Delgado, einst Anwältin des ehemaligen Chefs des Sinaloa-Kartells, Joaquín El Chapo Guzmán. „Richter im Dienst der Kartelle?“ – fragte vor den Wahlen die Tagesschau und verwies auf den Kandidaten Francisco Herrera Franco, der in den Mafiamord an zwei Journalisten verwickelt gewesen sein soll.

    Am Ende wurden angesehene Juristen gewählt. So entfielen auf den indigenen Anwalt Hugo Aguilar Ortiz aus dem Bundesstaat Oaxaca die meisten Stimmen für das Amt beim Obersten Gerichtshof. Dort werden künftig von 9 Robenträgern fünf Frauen sitzen, ihre Amtszeit beträgt zwölf Jahre. Wie die Tageszeitung La Jornada berichtete, haben fast 60 Prozent der Gewählten keinen traditionellen Werdegang innerhalb der Justiz.
    Fazit

    Im Falle Mexikos muss abgewartet werden, wie sich die Justizreform und die Direktwahl der Richter auswirken werden. Es ist zu hoffen, dass im zweiten Wahlgang den Wählern mehr Informationen über die Kandidaten zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich ein Bild über deren Eignung machen können. Im Falle Bolivien scheint klar zu sein, dass die Justizreform aufgrund der massiven Einflussnahme des jahrelang regierenden MAS nicht das erhoffte Ergebnis geliefert hat. In der Praxis wählt dort die Politik die Organe der Rechtsprechung aus, die ihnen dann zu Diensten sind.

    Mein Vorschlag: Vielleicht sollte man besser darüber nachdenken, ob nicht die Bevölkerung oder die Universitäten die Kandidaten vorschlagen sollen, und ob nicht Richter, die offensichtlichen Rechtsbruch begehen und sich als willfährige Vollstrecker der politischen und ökonomischen Macht verdingen, durch ein Bürger-Veto abberufen werden können – durch die Vorlage von Unterschriften und einem folgenden Referendum? Dies würde nicht nur in Bolivien einige Probleme lösen sondern auch in Karlsruhe.

    Über die Autorin: Gaby Weber, Jahrgang 1954, studierte Romanistik und Publizistik, promovierte am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin und ist seit 1978 als Journalistin tätig, ab 1986 als freie Korrespondentin aus Montevideo/ Uruguay, ab 2002 aus Buenos Aires/Argentinien, viele Jahre auch für die ARD. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, darunter „CIA – Drogen – Gehirnwäsche“ (1981), „Daimler-Benz und die Argentinien-Connection – Von Rattenlinien und Nazigeldern“ (2004), „Eichmann wurde noch gebraucht“ (2012) sowie „Drei Kreise des Abgrunds“ (2024). Seit vielen Jahren klagt sie zudem im Rahmen ihrer Recherchen immer wieder vor Gerichten auf eigene Kosten auf Freigabe amtlicher Akten.

    #justice_de_classe #Allemagne #France #Amérique_latine

  • Laurent Vallet, président de l’INA, a été interpellé pour l’achat de 600 euros de cocaïne, fin juillet
    https://www.lemonde.fr/actualite-medias/article/2025/08/12/laurent-vallet-president-de-l-ina-interpelle-pour-achat-de-cocaine-a-la-fin-

    Il a été « orienté vers une injonction thérapeutique » parce qu’il s’agissait d’une première interpellation pour consommation de drogue, a précisé le parquet de Paris.

    #justice_de_classe (dsl, le pléonasme s’impose ici)

  • [Clisson] Rencontre avec Ana Pich autour de autour de “Garde à vue : Petit guide pratique pour celles et ceux qui luttent pour leurs droits”
    https://nantes.indymedia.org/events/138643/rencontre-avec-ana-pich-autour-de-autour-de-garde-a-vue-petit-guid

    Rencontre avec Ana Pich autour de son dernier livre Garde à vue : Petit guide pratique pour celles et ceux qui luttent pour leurs droits, aux éditions Massot, mais aussi de son précédent Chroniques de l’injustice ordinaire, chez le même éditeur. Ce guide pratique dessiné s’appuie sur des expériences vécues…

    #GAV #Justice_de_classe #Rencontres #Répression #librairie_les_villes_invisibles_clisson

  • Auch dank Infosperber kommt Unfallopfer wieder zur Rente
    https://www.infosperber.ch/gesellschaft/sozialversicherungen/allianz-versicherungen-perfide-tricks-unfallrente-dank-infosperber-bunde

    Les assuranve privées somt connues pour leur maîtrise de l’art d’éviter les remboursements. En suisse l’assurance Allianz a cessé le versement de retraites quand ses employés trouvaient un vice de forme dans le passé pour lequel l’assurance était reponsable. La cour de justice Bundesgericht vient de corriger sa décision qui a rendu possible pendant sept ans cet abus au dépens des victimes d’accidents.

    18.12.2024 von Andres Eberhard - Die «Allianz» hatte mit perfiden Tricks viele Opfer um eine Rente geprellt. Jetzt vollzog das Bundesgericht eine Kehrtwende.

    Die Allianz Suisse ist Opfer ihrer eigenen Unverschämtheit geworden. Sieben Jahre lang hat die Versicherung systematisch kleine Unfallrenten aufgehoben, wie Infosperber vor zwei Jahren aufdeckte. Sie argumentierte dabei mit angeblichen Formfehlern beim 10 oder 20 Jahre zurückliegenden Rentenentscheid – Fehler wohlweislich, die sie selbst verschuldet hat. Stossend war das Vorgehen der Versicherung auch darum, weil die Allianz für einen Grossteil der geschuldeten Renten vorgängig entschädigt wurde. Von der Haftpflichtversicherung erhielt sie teilweise mehrere Hunderttausende Franken pro Fall. Die Versicherung machte also potenziell Gewinn zulasten von Unfallopfern.

    Nun aber ist die Allianz offenbar zu weit gegangen. Denn das Bundesgericht hat eine für seine Verhältnisse äusserst ungewöhnliche Kehrtwende vollzogen und die Praxis gestoppt. Es hiess die Beschwerde einer 68-jährigen Frau gut, die vor 20 Jahren von einem Auto angefahren wurde und noch heute daran leidet. In seinem Urteil verweist das höchste Gericht auch auf die Recherchen des Infosperbers.

    «Sündenfall» des Bundesgerichts

    Vor dem neusten Urteil hatten etliche andere Unfallopfer gegen die Allianz geklagt. Bis dato erfolglos, weil das höchste Gericht selbst die Tricksereien der Versicherung möglich gemacht hatte. Im Jahr 2017 hatte es einen Leitentscheid gefällt, den der Gerichtspräsident selber Jahre später reumütig als «Sündenfall» bezeichnen sollte. In dem Entscheid befand das Bundesgericht, dass die Allianz Renten zu Recht aufhebt, wenn nicht nachweislich geprüft wurde, ob ein «adäquater» kausaler Zusammenhang zwischen Unfall und Beschwerden besteht.

    Für geprellte Unfallopfer bedeutete der damalige Entscheid des höchsten Gerichts: Wer sich gegen die Aufhebung seiner Rente wehren möchte, muss beweisen können, dass die Versicherung vor 10 oder 20 Jahren korrekt gearbeitet hat. Wie grotesk das ist, zeigte sich auch im aktuellen Fall vor Bundesgericht. «Wir mussten anhand der Akten der Unfallversicherung, auf deren Vollständigkeit die Versicherten keinen Einfluss haben, beweisen, dass die Versicherung eine Prüfung gemacht hat, die sie ohnehin hätte machen müssen», sagt Rechtsanwältin Anouck Zehntner vom Advokaturbüro indemnis Basel auf Anfrage. Zehntner vertrat im aktuellen Fall die Frau vor Bundesgericht (siehe auch Kasten am Ende des Artikels).

    Versichertenanwälte sind erleichtert…

    Nun kehrt das Bundesgericht zu seiner ursprünglichen Rechtssprechung zurück. Es geht davon aus, dass die erforderliche «Adäquanzprüfung» erfolgt ist – ob nun mündlich oder schriftlich. Es betritt damit wieder den Pfad des gesunden Menschenverstandes: «Es darf nämlich davon ausgegangen werden, dass die Unfallversicherung die Leistungsanforderungen kennt und diese prüft, bevor sie eine Rente oder Integritätsentschädigung zuspricht», schreibt das Gericht im Urteil lapidar. Dazu muss man wissen: Dass nicht alles 20 Jahre in Aktenschränken überdauert, hat auch damit zu tun, dass sich die Parteien in der Praxis oft auf mündlich getroffene Vergleiche einigten.

    Nach dem Urteil atmen Anwälte von Versicherten auf. «Endlich schiebt das Bundesgericht der Praxis der Allianz, langjährige Rentenleistungen mit scheinheiliger Begründung zu streichen, einen Riegel», kommentiert Rainer Deecke vom Verband Versicherte Schweiz. Der Luzerner Anwalt Christian Haag betreute selbst mehrere ähnliche Fälle. Er schätzt die Zahl Betroffener auf mehrere Hundert. Haag sagt, dass viele in die Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen oder Sozialhilfe abgedrängt wurden. «Nachdem sie beruflich komplett desintegriert waren, strich die Versicherung die jahrzehntelange Berentung aus heiterem Himmel.» Für sie kommt die Einsicht des Bundesgerichtes zu spät: Die Chancen, in Revision gehen zu können, sind klein.

    …den höchsten Richtern ist es peinlich

    Für die pensionierte Sachbearbeiterin, deren Beschwerde das Bundesgericht gutgeheissen hat, nimmt der jahrelange Rechtsstreit ein gutes Ende. Sie erhält rückwirkend und auch in Zukunft die Leistungen für die 30%-Rente, welche ihr die Allianz im Jahr 2015 gestrichen hatte. Trotz jahrelanger Therapie leidet sie nach wie vor an Schmerzen im Kopf, Nacken, Gesicht und Knie.

    Dem Bundesgericht wiederum scheint der Fall peinlich zu sein. Erst vor zwei Jahren hatte die Mehrheit der Bundesrichter das Vorgehen der Allianz vor Publikum vehement als rechtens verteidigt. Nun wurde das angeblich einstimmig gefällte Urteil den Parteien auf dem Postweg eröffnet. Publiziert werden soll es nicht.

    Die Allianz wollte zu den im Artikel erhobenen Vorwürfen keine Stellung nehmen.

    Versicherungen halten häufig Akten zurück

    Anouck Zehntner ist die Anwältin der Frau, deren Fall kürzlich vor Bundesgericht verhandelt wurde. Sie sagt, sie habe während des Verfahrens anhand von Hinweisen festgestellt, dass Akten fehlten, und deswegen mehrfach intervenieren müssen. Da die Akten nicht digitalisiert waren, musste sie teils wochenlang auf die Zustellung warten. Vor Gericht habe die Versicherung dann plötzlich 19 weitere Aktenstücke präsentiert, welche sich in den zuvor zugestellten Akten nicht befanden. Trotzdem fehlte am Ende nachweislich eine möglicherweise entscheidende Aktennotiz eines Telefongesprächs. Diese Tatsachen erlaubten es der Anwältin, dem Bundesgericht aufzuzeigen, zu welch stossender Beweisproblematik dessen Rechtssprechung führte.

    Zehntner, die auf Unfälle und Versicherungsfragen spezialisiert ist, stellt allgemein fest, dass bestimmte Unfallversicherungen immer wieder Akten zurückhalten. Auch vor Gericht wollen sie diese nicht herausgeben. «Begründet wird das sogar mit dem Datenschutz», sagt Zehntner. «Doch es ist nicht die Aufgabe der Versicherung zu beurteilen, welche Akten für das Verfahren massgeblich sind. Vielmehr ist sie verpflichtet, vor Gericht die gesamten Akten zu editieren.»
    Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors

    #Suisse #assurances #retraites #justice #justice_de_classe

  • Kündigung eines DDR-Altmietvertrags wegen Eigenbedarfs ist möglich
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/kuendigung-eines-ddr-altmietvertrags-wegen-eigenbedarfs-ist-moeglic

    Voici une épisode tardif de l’histoire de désappropriation du peuple après la dissolution de l’état socialiste allemand. La plus haute cour de justice allemande en dessous du tribunal constitutionnel décide que l’acheteur d’un appartement peut mettre à la porte son locataire même si celui a un contrat de location qui l’exclut à cause du contexte juridique en vigeur au moment de sa signature.

    Jusque hier le droit socialiste sur la location d’appartements définissait les droits des locataires qui habitent un appartement depuis le temps de la RDA. Le Bundesgerichtshof vient de renverser cette règle malgé le principe que les nouvelles lois ne s’appliquent en général que pour les nouveau contrats.

    En RDA les expulsioms n’étaient possibles que pour des raisons justifiées par l’intérêt de la société comme la construction d’une voie ferroviaire. Le droit au.logement étant inscrit dans la constitution il fallait en plus reloger les personned expulsées. Ils étaient donc prioritaires pour l’attribution d’un appartement moderne peu cher.

    Là un tribunal capitaliste vient de juger plus important le droit à la propriété privée que le droit au logement qui cesse alors d’exister par cette décision.

    16.12.2024 - Der Bundesgerichtshof entscheidet zugunsten des Vermieters, der Eigenbedarf angemeldet hatte.

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine richtungsweisende Entscheidung hinsichtlich DDR-Altmietverträge und Eigenbedarfskündigungen bekannt gegeben. Der Vermieter kann gegen den Mieter kündigen, wenn der Bedarf gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch nachgewiesen wird.

    Am 13. November 2024 urteilte der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs zur Kündigung eines DDR-Altmietvertrags aufgrund von Eigenbedarf. Das teilte der BGH am Montag in einer Pressemitteilung mit. Die Entscheidung war nötig, da ein Streitfall zu einem Mietvertrag aus Ost-Berlin vorlag, der unter den Regeln des Zivilgesetzbuchs der Deutschen Demokratischen Republik (ZGB-DDR) geschlossen wurde.

    Der Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: Die Beklagten bewohnten seit Juli 1990 eine Dreizimmerwohnung in Ost-Berlin, basierend auf einem Formularmietvertrag mit dem Volkseigenen Betrieb (VEB) Kommunale Wohnungsverwaltung Prenzlauer Berg. Der Vertrag, auf unbestimmte Zeit geschlossen, folgte den damals geltenden Regelungen des ZGB-DDR. Diese sahen vor, dass eine Beendigung der Mietverhältnisse durch Vereinbarung, Kündigung oder gerichtliche Aufhebung möglich sei. Im Jahr 2020 und erneut 2022 erklärte der Kläger, der durch Eigentumserwerb Vermieter geworden war, die Kündigung des Mietverhältnisses wegen Eigenbedarfs.

    Neue Zahlen: Jeder dritte Berliner Haushalt kann sich die Miete nicht leisten

    Erster Ansatzpunkt im Prozess war die Räumungsklage des Vermieters, der auf der Grundlage des Eigenbedarfs kündigte. Das Amtsgericht gab der Klage statt, wohingegen das Landgericht Berlin auf Berufung der Mieter die Klage abwies. Begründet wurde dies durch die Berufung auf die DDR-spezifischen Vorschriften, die eine Eigenbedarfskündigung nur bei gesellschaftlich gerechtfertigten Gründen erlaubten.

    Mit der zugelassenen Revision strebte der Vermieter die Wiederherstellung des Urteils der ersten Instanz an. Der Bundesgerichtshof hob schließlich das Urteil des Landgerichts auf. Jedoch wurde das Verfahren zur weiteren Verhandlung und Entscheidung zurück an das Berufungsgericht verwiesen. Hier soll geprüft werden, ob der klägerische Eigenbedarf tatsächlich besteht. Diese Vorschrift sieht vor, dass ein berechtigtes Interesse des Vermieters vorliegt, wenn die Räume für den eigenen Bedarf oder den seiner Familienangehörigen und Haushaltsmitglieder benötigt werden.

    Die Entscheidung hebt hervor, dass eine Eigenbedarfskündigung nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch erfolgen kann, auch wenn der Vertrag ursprünglich dem ZGB-DDR unterlag. Der Gesetzgeber hat dies durch spezielle Schutzvorschriften im Zuge des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik modifiziert. Demnach gilt, dass der bundesdeutsche Gesetzgeber abschließend die Kündigungsmöglichkeiten regelt, auch im Kontext von DDR-Altverträgen. Der BGH schreibt in seiner Begründung: „Der (bundesdeutsche) Gesetzgeber hat im Zusammenhang mit dem Wirksamwerden des Beitritts für das Gebiet der DDR die Befugnis des Vermieters zur Beendigung eines bestehenden Wohnraummietvertrags gegen den Willen des Mieters durch die spezielle gesetzliche Vorschrift in Art. 232 § 2 EGBGB und die darin angeordnete Geltung der (mietrechtlichen) Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs – für eine Übergangszeit modifiziert durch besondere, auf einer umfassenden Abwägung der Interessen von Vermieter und Mieter beruhende Schutzvorschriften – vollständig und abschließend geregelt. Mit dieser Regelungssystematik sowie mit dem sich aus den Gesetzesmaterialien ergebenden Sinn und Zweck der gesetzlichen (Übergangs-) Bestimmungen wäre es nicht vereinbar, wäre gleich- oder sogar vorrangig zu diesen eine aus der Zeit vor dem Beitritt stammende, in einem DDR-Altmietvertrag enthaltene Regelung der Parteien zur Beendigungsbefugnis des Vermieters maßgeblich, welche – wie im Streitfall – demgegenüber auf die frühere Rechtslage abstellt.“

    Die vom Berufungsgericht genutzte Argumentation, die vom Vermieter angeführte Gründe nicht als „dringend“ im gesellschaftlichen Sinne zu bewerten, wurde somit verworfen. Dies macht deutlich, dass der geltende rechtliche Rahmen den Vertragsbedingungen von DDR-Mietverträgen übergeordnet ist, insbesondere bei einer Eigenbedarfskündigung.

    Quelle: BGH

    Bei der Erstellung des Artikels wurden KI-Technologien eingesetzt.

    Eine Geschichte sozialer Wohnpolitik
    https://www.jacobin.de/artikel/andrej-holm-deutsche-wohnen-enteignen-vergesellschaftung-verstaatlichung-kom

    8.3.2021 Von Andrej Holm
    Mit dem in der Verfassung verankerten Recht auf Wohnen und einer restriktiven Mietbegrenzung war die DDR von sozial sicheren Wohnverhältnissen geprägt. Räumungen waren nur bei Zuweisung anderer Wohngelegenheiten möglich und die Mietbelastung lag in den 1980er Jahren bei etwa 5 Prozent der durchschnittlichen Einkommen.

    Recht auf Urlaub, Kita, Wohnung : So sozial war die DDR
    https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/familie/so-sozial-war-die-ddr-102.html

    Recht auf Wohnen
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Wohnen

    In der DDR war das Recht auf Wohnen in der Verfassung vom 6. April 1968 verankert.

    Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6. April 1968 (in der Fassung vom 7. Oktober 1974)
    http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html

    Artikel 37
    1 Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Wohnraum für sich und seine Familie entsprechend den volkswirtschaftlichen Möglichkeiten und örtlichen Bedingungen. Der Staat ist verpflichtet, dieses Recht durch die Förderung des Wohnungsbaus, die Werterhaltung vorhanden Wohnraums und die öffentliche Kontrolle über die gerechte Verteilung des Wohnraums zu verwirklichen.
    2 Es besteht Rechtsschutz bei Kündigungen.
    3 Jeder Bürger hat das Recht auf Unverletzbarkeit seiner Wohnung.

    Mietrecht : die Besonderheiten von Altbauwohnungen der ehemaligen DDR
    https://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/m1/minderung_ddr.htm

    Gelten Bestimmungen der DDR-Mietverträge noch ?
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/818861.gelten-bestimmungen-der-ddr-mietvertraege-noch.html

    Mietvertrag DDR, Neuer Mietvertrag
    https://www.wohnung.net/mietrecht/mietvertrag-ddr-neuer-mietvertrag.html

    #DDR #RDA #droit #logement #justice_de_classe #capitalisme

    • De ce que je comprends, le nouveau propriétaire a acheté le logement en 2020, sachant parfaitement qu’il était occupé et, à ce moment-là, encore dépendant de la loi protégeant les locataires de RDA. Donc il achète un bien dont il sait que ça va être problématique. Pourquoi ?

      Est-ce qu’on peut suspecter qu’il a acheté le logement, justement à cause de cela, très en-dessous du prix du marché ?

      [Sinon, accessoirement, est-ce qu’on sait qui sont les locataires ? Parce que locataire de RDA depuis 34 ans dans le même logement, il y a des chances que ce soient des gens pas bien riches et pas bien jeunes…]

    • Je crois que c’est comme tu le dis et que le nouveau propriétaire a spéculé que les tribunaux lui fassent une fleur en prenant une décision comnme celle qui vient d’être prise. Ce qui en rajoute à la gravité du cas est que le perdant dans ce genre de contentieux doit payer tous les frais de procédure et les avocats des deux partis.
      Le jugement a d’ailleurs été cité par des centaines de pages web tellement il est fondamental.

  • Comment [sous prétexte de cambriolages] la justice négociée est devenue prisée des cols blancs [...]
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2024/10/22/comment-la-justice-negociee-est-devenue-prisee-des-cols-blancs_6358250_3224.

    Ces procédures sont devenues un outil incontournable de la réponse pénale à la corruption et à la fraude fiscale. Le dispositif reste très discuté : est-ce un instrument au service de l’efficacité judiciaire ou l’illustration d’une justice à deux vitesses ? Récit de ses coulisses par ses acteurs.

    [...]

    Créées en 2004 pour traiter les petits contentieux, comme les cambriolages ou les conduites en état d’ivresse, les #CRPC sont devenues des outils courants pour solder des affaires aux enjeux financiers et politiques bien plus importants, comme la fraude fiscale ou les atteintes à la probité. Elles représentent désormais environ 20 % des condamnations issues des procédures du PNF. En 2016, la loi Sapin 2 a créé un second dispositif de justice négociée, les conventions judiciaires d’intérêt public (CJIP), qui s’adressent cette fois aux personnes morales soupçonnées d’atteinte à la probité.

    Trouvé accompagné de :
    Au procès de Jean-Christophe Cambadélis pour détournement de frais de mandat : « Je prenais le chéquier qui traînait sur mon bureau »
    https://justpaste.it/gxiet

    #justice #discrétion #ministres #responsables_politiques #patrons #bourgeois #députés #amendes_minorées #justice_de_classe

  • Un artiste condamné pour ses tableaux de Tintin érotisé : la parodie rejetée
    https://actualitte.com/article/117537/droit-justice/un-artiste-condamne-pour-ses-tableaux-de-tintin-erotise-la-parodie-rejet

    Double hommage, mais contrefaçon avant toute chose. En s’inspirant de toiles iconiques d’Edward Hopper, où Tintin faisait une apparition, avec toujours d’attrayantes jeunes femmes, Xavier Marabout commettait un crime de lèche-majesté. Moulinsart attaquait donc en justice en mars 2021, réfutant toute dimension parodique, d’après l’avocate des plaignants.
    Touche pas à mon Tintin

    « Profiter de la notoriété d’un personnage pour le plonger dans un univers érotique n’a rien à voir avec l’humour », assurait-elle. « Bien sûr, je connais l’attitude des ayants droit par rapport à l’œuvre. Mais j’estime ne pas porter préjudice à l’œuvre d’Hergé. Au contraire, j’alimente le mythe », rétorquait l’artiste.

    Le tribunal de Rennes, dans une décision rendue en mai 2021, déboutait les ayants droit. « Le tribunal a estimé que c’est un dénigrement et a ajouté 10 000 euros de dommages et intérêts pour M. Marabout et 20 000 euros de frais d’avocat », indiquait Me Ermeneux, conseil de Xavier Marabout. Lequel ajoutait : « Au fond de moi-même, c’est ce que j’espérais. (…) Aujourd’hui, le tribunal reconnaît la liberté d’expression et l’attitude de dénigrement, c’est une victoire sur toute la ligne. »

    En somme, Tintin érotisé relevait bien de l’exception de parodie, et Moulinsart était renvoyé à la lecture du Code de la Propriété intellectuelle.
    Tourner sa langue Sceptre fois dans sa bouche

    Renversement de situation, ce 4 juin : devenu Tintinimaginatio, feu-Moulinsart avait interjeté appel devant la cour de Rennes qui a finalement condamné en deuxième instance Xavier Marabout. « La Cour a reconnu que les toiles de Marabout, des mashups mettant en scène les personnages des Aventures de Tintin dans des univers issus des toiles d’Edward Hopper, portent atteinte aux droits d’Hergé et constituent des contrefaçons », indique la société dans un communiqué.
    Des parodies trop intéressées ?

    Cette fois, l’exception de parodie est balayée par la cour, estimant que les conditions ne sont pas réunies. Toute parodie exige « une intention humoristique évidente, de préférence comportant une certaine intensité », indique la décision. Et d’ajouter que « si sourire suffit, en revanche, la simple recherche d’une complicité amusée avec le lecteur ou le spectateur ne suffit pas, ni un simple clin d’œil en direction du public ou un choc visuel ».

    La cour de Rennes estime par ailleurs que « ne peuvent relever de l’exception de parodie les œuvres qui empruntent les ressorts d’œuvres premières pour s’attribuer le bénéfice de leur notoriété et vivre de leur rayonnement ».

    Les ayants droit savourent cette décision, qui les conforte « dans leur détermination à faire respecter l’intégrité de l’œuvre de celui-ci et à lutter contre les utilisations abusives qui en sont hélas régulièrement faites ». Et d’assurer qu’ils poursuivront leurs efforts contre toute tentative d’usurper « les droits d’auteur d’Hergé », dans le but de « préserver le patrimoine culturel ».

    Rappelons qu’en juin 2021, c’est un sculpteur, cette fois, qui avait été condamné à 114.157 € de dommages-intérêts, pour contrefaçon. L’artiste, basé à Aix-en-Provence, avait alors précisé qu’il ferait appel.

    Illustration : Xavier Marabout - En motocyclette dans le Vermont (2016) Dimension : 80 x 120 cm Technique : acrylique sur toile

    #Tintin #Droit_auteur #Propriété_intellectuelle

  • L’affaire Dupond-Moretti pour celles et ceux qui n’ont rien compris
    https://www.frustrationmagazine.fr/affaire-dupond-moretti

    Le traitement médiatique des #affaires judiciaires touchant des politiques français est largement incompréhensible : le plus souvent, l’historique n’est jamais ou très succinctement rappelé, seules des expressions juridiques absconses sont utilisées (« prise illégale d’intérêt », dans le cas Dupond-Moretti, ça veut dire quoi ?) de telle sorte que les ministres sortent doublement blanchis : […]

    #Décrypter_-_Politique_politicienne #dupond_moretti #justice_de_classe

  • Un jeune néonazi condamné à neuf ans de prison pour des menaces de tuerie de masse
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2023/11/17/un-jeune-neonazi-condamne-a-neuf-ans-de-prison-pour-des-menaces-de-tuerie-de

    L’ancien enfant placé, aujourd’hui âgé de 21 ans, avait notamment évoqué dans des messages la préparation d’un « nettoyage ethnique » ou d’un « attentat dans la rue ».

    [...] Selon les enquêteurs, le suspect avait développé un intérêt pour le nazisme dès l’âge de huit ou dix ans, pour se « venger » de son père qui l’avait abandonné.
    A la barre, il a expliqué ses propos violents sur Telegram par « l’effet de groupe ». « Je voulais me rendre intéressant. Ça dépassait ma pensée, je ne le pensais pas réellement », a-t-il affirmé.
    « Sur le long terme, j’aimerais faire de la politique », mais « avec des propos plus mesurés, qui restent dans le cadre de la loi », a ajouté le jeune homme, qui dit avoir « réfléchi » en prison.

    blablabla = 9 ans de taule pendant que Dupont Moretti voit requis un an avec sursis sans inéligibilité contre lui

    #Justice_de_classe #prison

  • À Nantes, il avait refusé de servir un sympathisant du Rassemblement national
    https://www.ouest-france.fr/pays-de-la-loire/nantes-44000/a-nantes-le-prevenu-avait-refuse-de-servir-un-sympathisant-du-rassemble

    Alerté dans la foulée, le patron rapplique et invite son employé à faire son travail. Nouveau refus. Le patron renvoie alors le serveur chez lui et l’informe qu’il aura un avertissement. « Je ne servirai pas ces fachos, il y a quelques années, vous auriez pris une balle dans la tête, c’est tout ce que vous méritez », rugit de colère le serveur avant de déguerpir. Deux jours plus tard, une plainte est déposée.

    (...)

    Il précise ensuite qu’il avait déjà fait l’objet de provocations, notamment « un salut nazi » et des « remarques homophobes », de la part de certains membres du groupe avant les faits. « On a l’impression d’un traquenard où l’on confronte monsieur pour voir jusqu’où il peut aller » , avance son conseil, Pierre Huriet.

    (...)

    Connu de la justice pour un fait de port d’arme et de violence sur personne dépositaire de l’autorité publique , le prévenu est déclaré coupable et condamné à cinq mois de prison avec sursis. Il devra suivre des soins, effectuer un stage de citoyenneté et indemniser les cinq policiers.

  • À Narbonne, la justice accorde la garde d’un enfant à son père mis en examen pour inceste | Mediapart
    https://www.mediapart.fr/journal/france/170123/narbonne-la-justice-accorde-la-garde-d-un-enfant-son-pere-mis-en-examen-po

    Un juge de l’Aude vient d’accorder un droit de visite et d’hébergement au père de L., 8 ans, pourtant mis en examen pour agressions sexuelles sur l’enfant. Cette décision va à l’encontre des recommandations officielles en matière de lutte contre l’inceste. La mère, elle, n’a le droit de voir son fils que sous la surveillance des services sociaux.

    #justice_de_classe #patriarcat

    • Le viol des enfants, des plus de 75 ans ou des handicapé·es ne rentrent pas en ligne de compte, pas en france en 2023.

      Inutile de les protéger, il faut sauver la présomption d’immondice oups d’innoncence avant tout soit disant. Et je ne vois toujours pas où est l’atteinte à la présomption d’innocence quand on protège une personne.
      Tu imagines, parce que tu penses défendre d’abord la présomption d’innocence, obliger deux enfants qui se seraient battus, un grand et un petit malingre de rester côte à côte à la cantine ? Absurdité totale. Les éloigner c’est les protéger l’un et l’autre.

      Le discours de cette magistrate, vice-présidente de l’Union syndicale des magistrats (USM) qui se nomme #Cécile_Mamelin est vraiment à vomir au regard de la destruction de ces vies.

      https://seenthis.net/messages/982581

  • « Regarder des bourgeois juger des pauvres et les envoyer en prison (...) - CQFD, mensuel de critique et d’expérimentation sociales
    http://cqfd-journal.org/Regarder-des-bourgeois-juger-des

    La comparution immédiate est une procédure accélérée qui permet de faire juger quelqu’un juste après sa garde à vue. Depuis plusieurs décennies, le recours à ce dispositif pénal s’est généralisé. Les gouvernements français s’en servent pour gonfler les chiffres de leurs politiques sécuritaires. À la base cantonnée à la catégorie restrictive du flagrant délit, on peut désormais être jugé en comparution immédiate pour la plupart des délits.

    #justice #comparution_immédiate #justice_de_classe #justice_bourgeoise

  • Escroqueries, fraudes aux prestations… Le désarroi de la justice face à la délinquance économique et financière
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2021/08/24/escroqueries-fraudes-aux-prestations-le-desarroi-de-la-justice-face-a-la-del

    « L’absence de volonté politique pour renforcer la lutte contre la délinquance économique et financière s’explique sans doute par le souci des parlementaires de se protéger mutuellement », affirme sans hésiter l’un des participants à cette réunion. « Les conséquences sont dévastatrices pour le pacte social et la confiance dans les institutions. Tout l’entourage et les voisins des escrocs savent bien que ce train de vie qu’ils étalent est le fruit d’infractions impunies », poursuit-il. Côté police, on reconnaît que les dossiers politico-financiers font peur aux enquêteurs. « On se retrouve avec les avocats les plus durs, et la moindre erreur est lourde de conséquences », raconte le major.

    « Sur les six premiers mois de 2021, mes saisies ont déjà rapporté 5 millions d’euros à l’Etat. Malgré cela, on me refuse une carte mémoire à 40 euros pour mon ordinateur. Avec un peu de moyens en plus, on pourrait rapporter un argent dingue à l’Etat », affirme Mme Cackel. Selon les policiers lillois, les infractions les plus en vogue et qui rapportent le plus sont celles contre les dispositifs de solidarité et d’aides publiques, les escroqueries aux prêts immobiliers et au leasing de voitures, ou les faux ordres de virement bancaire.

    Une fraude facile et peu risquée au point que « des délinquants roubaisiens qui étaient dans les stups ou les casses se sont reconvertis », affirme la vice-procureure. Les braquages de distributeurs de billets n’ont plus la cote.

    #Justice_financière #Justice_de_classe

    • https://www.latribunedelart.com/cathedrale-de-nantes-de-flandrin-a-une-armoire-electrique

      Il pourrait aussi s’agir d’un problème électrique. Il est troublant en effet de constater que la toile de Flandrin était placée au-dessus d’une armoire électrique qui a complètement brûlé et que le feu ne s’est pas étendu ailleurs à cet endroit (ill. 5 et 6). Le grand orgue était électrifié depuis les années 1970 et le procureur de la République a parlé d’un autre orgue, de chœur, qui a lui aussi brûlé.

      Trois points électriques donc. Comment penser qu’un incendiaire se serait attaqué à l’armoire électrique ? Le plus probable - et cette hypothèse est très crédible, pour un de nos interlocuteurs pompier, spécialisé dans ce type d’incendie - est que l’armoire ait pris feu, et que cet incendie se soit propagé via le réseau électrique aux deux orgues.


      Bras droit du transept de la cathédrale de Nantes où se trouvait le tableau de Flandrin et où on voit l’armoire électrique complètement détruite. Photo : Diocèse de Nantes sur Facebook


      Bras droit du transept de la cathédrale de Nantes où se trouvait le tableau de Flandrin et où on voit l’armoire électrique complètement détruite et à droite le tombeau de François II et Marguerite de Foix. Photo : Diocèse de Nantes sur Facebook
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      S’il n’est pas possible, à l’heure actuelle, de privilégier un acte criminel. L’enquête devra déterminer les causes, et il est certain qu’elle sera bien plus rapide qu’à Notre-Dame où le lieu de départ de l’incendie a totalement disparu, ce qui n’est pas du tout le cas ici. Déterminer si l’armoire a brûlé pour une cause extérieure, ou en raison d’un court-circuit (ou d’une surtension électrique du réseau) devrait être assez simple pour les experts.
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      #électricité #incendie #Nantes #Sinistre

    • #Suisse Le pylône électrique saboté à Gland a été découpé au chalumeau
      https://www.rts.ch/info/regions/vaud/11474736-le-pylone-electrique-sabote-a-gland-a-ete-decoupe-au-chalumeau.html

      Les quatre pieds du pylône électrique détruit le 26 juin dernier à Gland (VD) ont été découpés au chalumeau, montre l’enquête de l’émission Mise au Point. La piste des écoterroristes est privilégiée par les experts.

      Là où se trouvait le pylône électrique de la ligne à 220’000 volts, il ne reste plus que les quatre socles en béton. La structure métallique a été découpée au chalumeau par des xxxxxxxx, à une dizaine de centimètres de sa base.

      Selon des sources proches du dossier, un découpage supplémentaire a été effectué à un mètre de haut sur deux des quatre armatures. Cette technique a été utilisée pour faire basculer le pylône à l’opposé de l’autoroute adjacente.

      Ni explosif ni départ de feu
      Dans un premier temps, la police avait privilégié la piste d’une attaque à la bombe, un crime de compétence fédérale. Mais aucun explosif, ni départ de feu, n’ont été découverts sur place. Mardi dernier, le Ministère public de la Confédération a confirmé par écrit cette information à la RTS, sans répondre aux autres questions posées.

      L’enquête de police se poursuit pour déterminer les motivations et l’identité des auteurs du sabotage. Selon le journal 24 heures, un manifeste pro-environnement aurait été découvert sur place. Il ne comporterait ni signature, ni revendication. La police ne confirme pas cette information.

      Mouvement important contre la 5G dans la région
      Le syndic de Gland, Gérald Cretegny, assure que la commune ne faisait pas l’objet de menace ou de revendication particulière. Mais il y a toutefois un mouvement d’opposition important à la 5G dans la région. Or, sur la ligne électrique sabotée, de nombreux pylônes ont un double emploi : en plus de la ligne électrique, ils supportent des antennes relais de téléphonie.

      Une pétition anti 5G partie de Gland a récolté des milliers de signatures en 2019. Et une initiative au niveau national est en préparation pour stopper le développement de la 5G.

      #5G #Haute_tension

    • Bon. L’homme de 39 ans originaire du Rwanda et accessoirement concierge bénévole à la cathédrale de Nantes a été remis en liberté hier dimanche soir après une journée et demi de garde-à-vue.

      Quelques citations relevées dans la presse :

      Dimanche en début d’après-midi, son avocat Me Quentin Chabert avait déclaré devant les marches du commissariat de Nantes qu’en l’état de la procédure, « il n’y a aucun élément qui rattache directement mon client à l’incendie dans la cathédrale ».

      https://www.lci.fr/police/en-direct-incendie-de-la-cathedrale-de-nantes-le-benevole-de-39-ans-remis-en-lib

      Arrivé du Rwanda il y a quelques années, l’homme est suivi et hébergé par le Diocèse, comme d’autres personnes. Il cherchait à faire renouveler son visa et « était en discussion avec la Préfecture sur ce point », précise le procureur. « Je ne crois pas une seconde qu’il aurait pu incendier la cathédrale. C’est un lieu qu’il adore, indique Jean-Charles Nowak, clerc de la cathédrale. C’est un homme de devoir, très gentil, souriant mais plutôt taiseux. Je sais qu’il a beaucoup de problèmes de santé et qu’il a beaucoup souffert au Rwanda. Il a rendu service au Père Champenois qui n’avait personne pour servir la messe le samedi soir. Il était donc également régulièrement servant de messe ». Le recteur de la cathédrale Hubert Champenois a de son côté déclaré qu’il avait « totalement confiance » en ce bénévole : « C’est tombé sur lui car c’est lui qui a fermé la cathédrale », a-t-il affirmé.

      https://www.lefigaro.fr/actualite-france/incendie-de-la-cathedrale-de-nantes-qui-est-le-servant-de-messe-rwandais-pl

      C’est tombé sur lui car il était aussi... comment dire ? Un peu « noir » ?
      Mais saluons quand même au passage le geste de Gégé « Fornicator » Darmanin qui rend hommage au courage des sapeurs-pompiers.

      #GAV #exploitation #église_catholique #racisme #discrimination #justice_de_classe

  • Un couple de « gilets jaunes » jugé pour un vol de fourchettes au Fouquet’s
    https://www.lemonde.fr/societe/article/2019/11/16/un-couple-de-gilets-jaunes-en-proces-pour-un-vol-de-fourchettes-au-fouquet-s


    Géolocalisation « pour trois fourchettes »

    « On la repère, on la voit faire ses courses au marché, acheter ses poireaux, on la suit un peu partout en temps réel, raille Me Alimi. Ces dispositifs sont habituellement utilisés en matière de crime organisé. Là, on l’a utilisé pour trois fourchettes, et sans autorisations expresse du procureur de la République. »

    #gilets_jaunes #justice_de_classe

  • Le ministère de la justice ne donnera plus chaque mois le nombre de détenus dans les prisons françaises - Libération
    https://www.liberation.fr/checknews/2019/05/14/le-ministere-de-la-justice-ne-donnera-plus-chaque-mois-le-nombre-de-deten

    Le ministère confirme à CheckNews que la décision a effectivement été prise de publier dorénavant les statistiques tous les trimestres, et non plus de manière mensuelle. « Il y aura une publication aujourd’hui, pour la statistique au premier avril. Mais ensuite, la périodicité changera. On publiera les chiffres au 1er juillet, au 1er octobre, au 1er janvier, etc. L’idée est d’avoir plus de recul pour analyser les évolutions. »

    Avant la publication, attendues aujourd’hui, des chiffres de la population sous écrou au 1er avril, les dernières statistiques disponibles sont celles au 1er mars. Il y avait alors en 82854 personnes sous écrou en France, dont 71037 personnes détenues. Cette dernière valeur représente un record absolu. Jamais il n’y avait eu plus de 71 000 personnes dans les prisons françaises.

  • #justice_de_classe
    Au tribunal, une « dichotomie » entre la télé et les dossiers - Libération
    https://www.liberation.fr/france/2019/03/18/au-tribunal-une-dichotomie-entre-la-tele-et-les-dossiers_1716017

    Il demandera la même peine contre Vincent, ce « street medic » venu de Caen et arrêté avec des bouts de marbre et de bitume dans la poche. « Pour ma mère », « un souvenir », a-t-il justifié lors de sa garde à vue. Il écoute, sonné, la présidente prononcer : « Quatre mois d’#emprisonnement avec mandat de dépôt. »

  • Il n’existe pas de prisons à visage humain ! - Non Fides - Base de données anarchistes
    http://www.non-fides.fr/?Il-n-existe-pas-de-prisons-a-visage-humain

    Humaniser pour prolonger la peine hors de la taule.

    C’est avec les mêmes accents humanistes et les mêmes voix chevrotantes que les institutions nous font la promotion des peines alternatives ou des nouveaux quartiers
    de préparation à la sortie (QPS).

    Le bracelet électronique et les peines alternatives à la prison ne sont pas un substitut à la détention, elles la prolongent seulement hors les murs. C’est juste la gueule du maton qui change puisque le condamné endosse lui-même l’uniforme.
    On vit avec ses potes, lorsque l’on est autorisé à les voir, mais sans vivre leur vie.
    La liberté à portée de main, au supplice de la détention vient s’ajouter celui de Tentale. La prison se prolonge au-delà des murs d’enceinte dans une vie mutilée qui prépare plus à la soumission qu’à une vie libre et autonome.

    L’insertion joue aussi un rôle majeur dans la prolongation de la détention hors les murs. Les QPS, sous couvert humaniste de préparer la sortie des détenu-e-s de courte peine, travaillent à former des travailleur-se-s dociles, acceptant n’importe quel taf de merde payé des miettes, et servent avant tout de carotte au sein même des taules : « Si tu te tiens tranquille, peut-être sortiras-tu plus tôt ».

    #prison #taule #incarcération #enfermement #justice_de_classe