• Der neue Krieg und was wir tun sollten
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    Paru d’abord dans Russia In Global Affsirs
    ▻https://eng.globalaffairs.ru/authors/andrey-bezrukov

    Voici la perspective d’un analyste et technicien du pouvoir russe. C’est assez effrayant comme tous les textes qui amticipent l’ascension ou le déclin d’empires. L’être humain, l’individu y figure même pas comme pion. Du point de vue du pouvoir nous ne sommes que des resdourves á utiliser pour les imtérêts des puissants.

    21.7.2026 von Andrej Bezrukov - (Red.) Der Autor des Artikels. Andrej Bezrukov, ist ein kühler Analytiker der russischen Gegebenheiten und äußert sich immer wieder zu möglichen Entwicklungen seines Landes. Schon im Juni Jahres hatte er auf dem Petersburger Wirtschaftsforum mit einer fulminanten Rede Aufsehen erregt, die er praktisch aus dem Stegreif hielt.
    Im folgenden Artikel geht er auf eine Vielzahl von Fragen ein, vor denen die russische Gesellschaft steht: Das Verhältnis zu den USA, Wirtschaft, Bildung, Demografie, Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Verlagerung des Schwerpunktes des Landes nach Sibirien, die Rolle Chinas, nachhaltige wirtschaftliche Souveränität. Die Aufzählung ist nicht vollständig. Die größte Herausforderung dabei: Alle diese Aufgaben muss Russland praktisch gleichzeitig lösen, und das unter den Bedingungen gewaltiger Sanktionen und eines Krieges, den der Westen im besten Falle ewig am Laufen halten will.
    Der Duktus des einleitenden Absatzes zeigt, dass der Beitrag für das russische Publikum geschrieben wurde, was dem Leser einen im Westen inzwischen seltenen Einblick erlaubt.(rbz)

    Dieser Beitrag mag beängstigend wirken und Sorge um unsere Zukunft wecken. Doch nicht über die Herausforderungen zu sprechen, vor denen Russland steht, bedeutet, den Feinden in die Hände zu spielen, sich selbst zu täuschen und dringende Entscheidungen aufzuschieben. Wir stehen vor einer objektiven Realität, die sich nicht dadurch ändern wird, dass wir sie ignorieren.Wir sind in eine Phase einer weiteren totalen Neugestaltung der Welt eingetreten – eine Zeit nicht des Wohlstands, sondern des Überlebens. Das kommende Zeitalter mit seinen revolutionären Technologien, anderen Regeln und neuen Menschen untergräbt die Systeme der vergangenen Epoche. Es gibt praktisch kein Land, das sich nicht in einem Zustand tiefgreifender, schmerzhafter Umwälzungen befände. Im Westen herrscht eine durch den Niedergang ausgelöste Destabilisierung: Das Recht wird missachtet, der gesellschaftliche Konsens bröckelt, die Politik verwandelt sich in eine Farce. Im Osten herrscht eine durch Wachstum ausgelöste Destabilisierung, die die ständegesellschaftlichen Strukturen aufbricht: Bildung führt zu einem Rückgang der Geburtenrate, die Mittelschicht wächst, die Ambitionen der Länder und Politiker steigen.

    Bereits in den nächsten Jahren wird Russland mit drei Herausforderungen konfrontiert sein, von denen jede einzelne das Land destabilisieren könnte.

    (1) Der Machtwechsel von einer Generation zur nächsten, der im russischen „vertikalen“ Verwaltungssystem schon immer besonders komplex war.

    (2) Der sich beschleunigende Wandel der technologischen Grundlagen der Weltwirtschaft könnte für uns einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bedeuten.

    (3) Die unvermeidliche blutige Neuverteilung der Einflusssphären auf der Weltbühne fordert von Russland bereits jetzt große Opfer.

    In einer Zeit epochaler Veränderungen wird die militärische Konfrontation zum Katalysator einer wissenschaftlich-technischen Revolution, die den Wettlauf um die Position in der Welt im neuen technologischen Zyklus einleitet. Wir stehen ganz am Anfang eines technologischen Sprungs, der eine radikale Aufrüstung ankündigt.

    Genauso wie Radio, Panzer und Flugzeuge, die während des Ersten Weltkriegs aufkamen, erst zwanzig Jahre später, auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs, ihr volles Potenzial entfalteten. An der Front beobachten wir ständige Innovationen bei den Waffen und den Taktiken ihres Einsatzes. Doch der neue Krieg besteht nicht nur aus der nächsten Technologiegeneration. Seine Methoden und Ziele – als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln – ergeben sich aus der aktuellen Demografie, einer sich grundlegend gewandelten gesellschaftlichen Mentalität und anderen wirtschaftlichen Realitäten.

    Wenn es unmöglich ist, den Geist des Wandels wieder in die Flasche zu stecken, muss man lernen, sich mit ihm anzufreunden. Wenn man das Segel geschickt steuert, kann man auch gegen den Gegenwind segeln. Unsere Aufgabe ist es, die langfristigen Entwicklungsziele des Landes mit der Stärkung seiner Fähigkeit zu verknüpfen, nicht in den Flammen zu verbrennen, die die Winde der Geschichte mit sich tragen.
    Was für den Westen und Russland auf dem Spiel steht

    Dem Westen droht in dieser neuen Ära der Verlust der Fähigkeit, globale Finanz-, Informations-, Logistik- und politische Systeme zu steuern. In den letzten achtzig Jahren haben ihm die Durchsetzung vorteilhafter Spielregeln und manchmal auch regelrechter Raubzüge die Möglichkeit verschafft, über seine Verhältnisse zu leben. Doch die militärisch-technologische Vorherrschaft des Westens und seine Fähigkeit, durch „Soft Power“ Einfluss auszuüben, gehören der Vergangenheit an. Als Nächstes stehen der Verlust des Finanzmonopols und der Kontrolle über die globalen Marktplätze bevor. Und darauf folgt ein drastischer Rückgang des Wohlstands und eine soziale Explosion, die diejenigen, die an der Macht sind, unweigerlich hinwegfegen wird.

    Die einzige reale Alternative für die westlichen Eliten, die sich selbst in die Falle getrieben haben, ist der Krieg als Chance, die Verluste zu rechtfertigen und die Macht noch ein wenig länger zu erhalten. Und wenn sie Glück haben – ihre Konkurrenten aufzuhalten und ein System der weltweiten Kontrolle auf der Grundlage neuer digitaler Technologien aufzubauen. Diese Logik hat bereits zu Kriegen in der Ukraine und im Iran geführt.

    Für die Vereinigten Staaten stellen diese Kriege eine einzigartige Gelegenheit dar, noch einmal das zu tun, was sie im 20. Jahrhundert bereits zweimal getan haben – die Europäische Union und Russland mit deren eigenen Händen zu schwächen sowie China und andere aufstrebende Länder Eurasiens zu destabilisieren, indem sie einen solch außergewöhnlichen Anlass nutzen, um die Idee der amerikanischen „Stadt auf dem Hügel“ neu zu beleben . Für Westeuropa ist die Mobilisierung gegen einen äußeren Feind die einzige Möglichkeit, die Führungsspitze an der Macht zu halten, die vom Kurs des gesamteuropäischen Projekts abgekommen ist. Wenn man bedenkt, wie sich die US-Führung im Iran und in Lateinamerika verhält und wie die EU-Bürokraten bereit sind, die Feindseligkeit gegenüber Russland über jede politische und wirtschaftliche Logik zu stellen, sollten wir uns auf das Schlimmste vorbereiten.

    Aufhalten können sie entweder die unüberwindbare militärische Stärke ihrer Gegner oder die Angst vor der garantierten Vernichtung in einem nuklearen Inferno. Die Chancen auf ein „kontrolliertes“ Zurücktreten der Führung tendieren gegen Null – alle Vereinbarungen, Regeln und mit ihnen die letzten Reste an Vertrauen und Vorhersehbarkeit sind zerstört.

    Und sollte sich der Westen dennoch entschließen, alles auf eine Karte zu setzen, wird er einen hinterhältigen und heuchlerischen Schlag ausführen.

    Für Russland ist der Krieg in der Ukraine ein Kampf um die Beseitigung einer existenziellen Bedrohung aus dem Westen. Er erfordert den Einsatz aller personellen und materiellen Ressourcen, denn nur ein eindeutiger Sieg wird Russland zufriedenstellen.

    Denn der Kern des Konflikts liegt keineswegs in der Festlegung neuer Einflussgrenzen in Osteuropa, wie es den Anschein haben mag. Es geht vielmehr darum, ob der kollektive Westen Russland seinen Willen aufzwingen kann. Wenn nicht, ist der Verlust seines Einflusses unvermeidlich.

    Das Problem Russlands in diesem Konflikt besteht darin, dass es allein dasteht. Die Mehrheit der Weltbevölkerung, die unserem Land wohlgesonnen ist, hat ihre gemeinsamen Interessen noch nicht erkannt. Das Ziel des Iran beschränkt sich auf das bloße Überleben. China und Indien versuchen um jeden Preis, einen direkten Konflikt mit dem Westen zu vermeiden, in der Annahme, dass ihre Zeit als Führungsmächte von selbst kommen wird. Für China verschafft die anhaltende Verwicklung der USA in Konflikte noch ein wenig Ruhezeit zur Festigung seiner Position; gleichzeitig profitiert Peking von Lieferungen an kriegführende Länder und Preisnachlässen auf russische Rohstoffe.

    Innerhalb Russlands haben sich zahlreiche Probleme angestaut – angefangen bei einem sozioökonomischen Modell, das den heutigen Herausforderungen nicht mehr gewachsen ist und das Potenzial für innovatives Wachstum nicht entfalten lässt, bis hin zu einer erstarrten Bürokratie, die jede Initiative bremst. Die Erfordernisse des Krieges bieten eine Chance für die Transformation des Systems, das dem Land in den 1990er Jahren aufgezwungen wurde und über genügend Nutznießer in den oberen Schichten der Gesellschaft verfügt, die unter Friedensbedingungen jegliche Veränderungen blockieren können. Wenn sich Russland nicht für den Sieg mobilisiert, stellt sich die Frage nach seinem Überleben. Mobilisierung bedeutet in erster Linie, die Welt und sich selbst neu zu begreifen, das Verwaltungssystem neu zu ordnen und nach Menschen und Lösungen zu suchen, die zum Sieg im Krieg der Zukunft führen. Und den Krieg der Zukunft kann man nicht gewinnen, ohne das Russland der Zukunft aufzubauen.
    Neugestaltung der Welt

    Die Kriege in der Ukraine und am Persischen Golf sind nur die erste Etappe des beginnenden Kampfes um die Neugestaltung der Welt. Sein nächster Schauplatz wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Südosten des eurasischen Kontinents sein, wo alle wesentlichen Voraussetzungen zusammenkommen:

    · der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der VR China um die Vorherrschaft auf dem vielversprechendsten Markt der Zukunft, der sich von der Türkei und dem Iran bis nach Indochina und Indonesien erstreckt;

    · das explosive Wachstum der Volkswirtschaften der Länder der Region, des militärischen Potenzials und der Rüstungsindustrie vor dem Hintergrund umstrittener historischer Grenzen und religiös-ethnischer Durchmischung;

    · das Vorhandensein einer großen Zahl junger Menschen in der Region sowie die wachsenden Ambitionen der politischen Führer.

    Groß-Eurasien entwickelt sich zur wichtigsten Wirtschaftsregion der Welt, in der neue Handelsbeziehungen, Logistikkorridore und Finanzsysteme entstehen, die dem Westen nicht unterliegen und langfristig die von ihm aufgebaute globale Infrastruktur übertreffen und ersetzen könnten.
    Ziele und Charakter des Krieges

    Wurden frühere Kriege meist zur Kontrolle von Territorien und Ressourcen geführt, so verfügt heute kein Land mehr über die für eine solche Aufgabe erforderlichen Millionen-Armeen. Ein realistisches Ziel ist nun nur noch die Destabilisierung des Gegners, die Untergrabung seiner Ressourcenbasis und die Schaffung einer Situation, in der er seinen Widerstand nicht mehr aufrechterhalten kann.

    Bedeuten die Erfahrungen der Ukraine und des Irans, dass der demografische und technologische Wandel bereits zu Kriegen der Zermürbung, Desorganisation und Demoralisierung geführt hat? Zu Kriegen geringerer Intensität, die jedoch permanent andauern und aus einer Reihe von Angriffen in verschiedenen Bereichen mit einer ganzen Palette von Mitteln und Methoden bestehen? Kriege, die von ebenso andauernden Verhandlungen begleitet werden, deren Ziel nicht die Eroberung von Gebieten oder ein Regimewechsel ist, sondern die Aufhebung von Zöllen oder die Einstellung von Projekten, die den Flusslauf verändern? Kriege, in denen Handel und Kampfhandlungen gleichzeitig stattfinden, beides direkt und über Stellvertreter?

    Wenn man sich die Destabilisierung des Gegners zum Ziel setzt, werden die Lebenserhaltungssysteme und die Strukturen der gesellschaftlichen Steuerung zu Hauptzielen – und damit auch die Schlüsselpersonen in diesen Systemen. Komplexe, hochtechnologische Industriebetriebe, insbesondere solche, die für die Verteidigung arbeiten, können nicht in großer Zahl errichtet werden und sind daher verwundbar. Eine moderne Gesellschaft, der wichtige Einrichtungen in den Bereichen Energie, Verkehr oder Kommunikation fehlen, kann nicht normal funktionieren.

    In einer Welt, in der komplexe Technologien, Kompetenzen und Innovationen immer mehr an Wert gewinnen, wird der Mensch zum wichtigsten Kapital. Und zu einer Ressource, die endlich ist.

    Angesichts niedriger Geburtenraten sind menschliche Verluste kaum zu ersetzen. Und sie sind doppelt schmerzhaft, wenn das Opfer eine Person ist, die ein Schlüsselelement des Innovationsprozesses, des Entscheidungssystems oder ein wichtiger Akteur des Wirtschaftslebens darstellt – kurz gesagt: eine große nationale Investition in Bezug auf Bildung und einzigartige, unersetzbare Erfahrung. In der Praxis, beispielsweise in Israel und den USA liegt der Fokus offensichtlich auf der vollständigen Zerstörung der lebenswichtigen Infrastruktur und der physischen Beseitigung des wertvollsten „menschlichen Kapitals“ des Gegners – Wissenschaftler, Militärführer, Meinungsführer, prominente Staatsmänner. Der Kern der Kostspieligkeit des Humankapitals liegt nicht nur darin, dass Soldaten durch Roboter ersetzt werden müssen. Sieg oder Niederlage werden davon abhängen, wer mehr Menschen unter sein Banner versammeln kann, vor allem talentierte und handlungsfähige, eigene wie fremde. Wer sie besser zu Geduld und Selbstaufopferung motivieren kann.

    Ein Zermürbungskrieg ist vielschichtig und betrifft zahlreiche Bereiche; die traditionellen Streitkräfte erfüllen dabei nur eine von vielen Aufgaben. Parallel dazu werden Cyberkriege sowie informations- und ideologische Kriege geführt, Handels- und Wirtschaftskriege mit Sanktionen und Exportbeschränkungen, Finanz- und diplomatische Kriege, die sich bereits auf Sport und Kultur ausgeweitet haben. Während die Armee Soldaten tötet und die Geheimdienste Führungskräfte ausschalten, demoralisieren Journalisten und Blogger die Gesellschaft und untergraben ihr Gefüge. Die überwiegende Mehrheit der Kriegführenden sind formal gesehen Zivilisten ohne die gewohnte Hierarchie und Disziplin, motiviert durch Ideen, Geld und Ambitionen. Die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten verliert ihren Sinn – sei es ein Beamter, der Sanktionen verhängt, an deren Folgen Tausende von Kindern sterben werden, oder ein Betrüger in einem Callcenter, der Rentner ausraubt – der Kern ihrer Handlungen unterscheidet sich in nichts von den Taten derjenigen, die im Nürnberger Prozess wegen Völkermordes verurteilt wurden, oder von denen einfacher Plünderer.
    Die Strategie des Gegners

    Angesichts der russischen nuklearen Überlegenheit versuchen die Staats- und Regierungschefs westlicher Länder zu verhindern, dass der Konflikt mit Russland zu einer offenen Auseinandersetzung eskaliert, in der unserem Land kein anderer Ausweg bliebe, als Atomwaffen einzusetzen. In den letzten zehn Jahren haben führende Denkfabriken des Westens aktiv Mechanismen für den Einsatz kleiner Schritte ausgearbeitet – die Schaffung von „vollendeten Tatsachen“, von denen jede für sich genommen vom Gegner als nicht würdig einer harten gewaltsamen Reaktion angesehen wird. Auf der Grundlage der Ergebnisse von Simulationen unter Verwendung der „Spieltheorie“ [1], die in diesen Denkfabriken durchgeführt wurden, nutzt der Westen die in den russischen Eliten vorherrschende Überzeugung aus, dass unsere Ressourcen angeblich unerschöpflich und unsere Gesellschaft stabil seien, was es ermöglicht, harte, riskante und unpopuläre Entscheidungen immer wieder aufzuschieben. Dieses „langsame Kochen des Frosches“ gibt dem Westen die Möglichkeit, den Ukraine-Konflikt in eine für ihn vorteilhafte Richtung zu lenken und dabei inakzeptable Risiken zu vermeiden[2].

    Ihr Ansatz ist eine Kombination aus der Strategie des „Wolfsrudels“ (Schaffung von Problemen an den Grenzen, die Ressourcen und Aufmerksamkeit ablenken, indem Satellitenstaaten gegeneinander aufgehetzt werden) und der Strategie der „tausend kleinen Schnitte“[3] – Drohnenangriffe, Blockaden von Handelswegen, Sprengungen von Tankern, spektakulären Terroranschlägen und Morden. Die NATO-Führer rechnen damit, dass sich im Verlauf eines „permanenten Krieges“ bei Russland Ermüdungserscheinungen häufen und die Ressourcen erschöpft werden, was angesichts einer schwächelnden Wirtschaft und technologischen Rückständen zu einer Überlastung und einem inneren Zusammenbruch führen wird. Sie gehen davon aus, dass Russland nach 2028 erneut in eine „demografische Krise“ geraten wird, was sich auf die Leistungsfähigkeit der Streitkräfte auswirken wird.

    Gleichzeitig schindet der Westen Zeit, verbreitet widersprüchliche Informationen über seine Absichten und spielt mit Russland – ebenso wie mit dem Iran – das traditionelle Spiel von „gutem und bösem Polizisten“ . Während Europa und Israel die Rolle der außer Kontrolle geratenen Kriegstreiber übernehmen, täuschen die Vereinigten Staaten Verhandlungen vor und bieten als „Zuckerbrot“ Abkommen an, die niemand einhalten kann und will. Im Westen geht man trotz aller dort bestehenden Meinungsverschiedenheiten von Folgendem aus: Je länger der Krieg in der Ukraine andauert, desto mehr Zeit haben sie, ihr militärisch-industrielles Potenzial zu mobilisieren und einen Angriff auf Russland auf einer neuen konzeptionellen und technologischen Ebene vorzubereiten.
    Herausforderungen eines neuen Krieges für Russland

    Neutralisierung der Nuklearstreitkräfte

    Der wichtigste Abschreckungsfaktor für den Westen ist unser Nuklearpotenzial. Seine Wirksamkeit wird bislang als Postulat angenommen. In den kommenden Jahren wird der Gegner, allen voran die USA, jedoch zwei Hauptwege zur „Nullung“ der russischen Nuklearstreitkräfte erproben.

    Erstens – durch den Aufbau eines Systems im Weltraum zur Überwachung und Vernichtung russischer Raketen in allen Abschnitten ihrer Flugbahn. Nach vier Jahrzehnten rückt das Projekt „Sternenkrieg“ nun in technologische Reichweite.

    Der zweite besteht in der Zerstörung von Entscheidungszentren und Trägersystemen für Atomwaffen – U-Boot-Stützpunkte, Flugplätze, Abschusssilos – mittels eines koordinierten Überraschungsangriffs unter Einsatz von unbemannten Kampfmitteln und Sabotage- und Aufklärungsgruppen, die heimlich auf russischem Territorium angesammelt wurden. Als Vorbild dient die britisch-ukrainische Operation „Spinnennetz“. Der Einschleusung solcher Geräte ins Land über das eigene Agentennetz ist eine weitaus weniger komplexe Aufgabe als die Entwicklung eines Weltraumschirms.

    Zerstörung kritischer Infrastruktur und des Humanpotenzials

    Die Kriegshandlungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die bestehende kritische Infrastruktur kaum Überlebenschancen in einem Krieg hat, in dem Drohnen Tausende von Kilometern zurücklegen und mit zentimetergenauer Präzision gesteuert werden. Darüber hinaus verfügen nicht nur Staaten, sondern auch kriminelle Kartelle und terroristische Gruppen bereits über solche Fähigkeiten. Doch noch bevor es zur militärischen Phase kommt, unternimmt der Gegner alles, um die russische Fähigkeit zum Aufbau, zur Verbesserung und zur Wiederherstellung der Infrastruktur zu untergraben – durch Einfuhrverbote für Ausrüstung, die Beschränkung finanzieller Ressourcen und technologischen Sabotage.

    Für die Tötung von Menschen steht mittlerweile eine ganze Reihe neuer Mittel und Geräte zur Verfügung – von Drohnen bis hin zu „harmloser“ Haushaltselektronik und Telefonen, die in der Lage sind, eine Person überall aufzuspüren und ihr mit Sprengstoff, Gift, Strom oder etwas anderem, das in den kommenden Jahren entwickelt werden wird. Die Vernichtung iranischer Militärangehöriger und Wissenschaftler durch Israel stützte sich auf die Kontrolle der Telekommunikationsinfrastruktur, in die die amerikanischen und chinesischen Entwickler ihrer Kerntechnologien Möglichkeiten eingebaut hatten, über die man nur spekulieren kann. Alle Mobiltelefone, Router, Mobilfunkmasten und Überwachungskameras können von außen gesteuert werden, was in Verbindung mit den Möglichkeiten zur Analyse der ständig gesammelten Daten jeden Menschen zur Geisel macht, insbesondere diejenigen, die für den Gegner von Wert sind.

    Komplexer Angriff auf Steuerungssysteme

    Die Vereinigten Staaten unternehmen besondere Anstrengungen zur Entwicklung neuer Methoden und Technologien der Aufklärung und Steuerung auf der Grundlage künstlicher Intelligenz, die es ermöglichen, Informationen aus allen verfügbaren Quellen sofort zu verarbeiten und komplexe, hybride Operationen in Echtzeit zu leiten, um mögliche Aktionen der Gegner zuvorzukommen.

    Der Schwerpunkt liegt auf Überraschung und Täuschung des Gegners sowie auf der Ablenkung seiner Aufmerksamkeit, um den Entscheidungsprozess zu stören und ihn auf eine falsche Fährte zu führen.

    Der Gegner geht davon aus, dass die strenge vertikale Entscheidungshierarchie in Russland durch die Notwendigkeit überlastet sein könnte, auf eine Vielzahl von Problemen zu reagieren, die gleichzeitig in verschiedenen Bereichen auftreten, was zu einer Lähmung des Entscheidungsprozesses und zum Zusammenbruch der Steuerung führen würde. Angesichts der Uneinheitlichkeit und mangelnden Eigeninitiative, die wir in verschiedenen Ministerien und Behörden beobachten, kann man ihm kaum einen Mangel an Logik vorwerfen.

    Bei einem überraschenden Angriff, der – wie im Iran – im Zuge intensiver Verhandlungen erfolgen könnte, ist mit einem Cyberangriff auf Kommunikationssysteme und kritische Infrastrukturen zu rechnen, in denen der Feind im Laufe vieler Jahre zweifellos zahlreiche Schadprogramme eingeschleust hat. Die in den USA entwickelten Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz haben bereits einzigartige Fähigkeiten bei der Aufdeckung und Ausnutzung von Schwachstellen in der Informationsinfrastruktur unter Beweis gestellt. In den Medien und sozialen Netzwerken wird zu dieser Zeit eine „alternative Realität“ eines Machtvakuums geschaffen, um die Wirtschaft lahmzulegen und Panik auszulösen.

    Offensichtlich werden zum Zeitpunkt des Angriffs Saboteure, die sich illegal im Land aufhalten, sowie über soziale Netzwerke rekrutierte Dummköpfe und Aussteiger aktiviert, die bereit sind, zu sprengen, in Brand zu setzen und zu töten. Man rechnet damit, dass es innerhalb Russlands aufgrund der erheblichen Migration aus zentralasiatischen Ländern eine mental fremde, geldmotivierte Bevölkerungsgruppe gibt, die – ähnlich wie afghanische Migranten im Iran – zum Ziel von Rekrutierungen und zum „Verbrauchsmaterial“ für einen Angriff von innen werden könnte.

    Biologische Kriegsführung und Bioterrorismus

    In den kommenden Jahren werden wir zudem mit einer noch komplexeren Herausforderung konfrontiert sein – der biologischen Kriegsführung.

    Während chemische Waffen, die vor über hundert Jahren aufkamen, aufgrund ihrer Wahllosigkeit keine breite Anwendung fanden, können biologische Waffen (angesichts der enormen Fortschritte in der Genetik) gezielt eingesetzt werden – gegen eine bestimmte ethnische Gruppe, Rasse, einen bestimmten genetischen Typ, Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, und so weiter. Sie können nicht nur auf die menschliche Bevölkerung abzielen, sondern auch auf eine langsame, nicht sofort erkennbare Untergrabung der Landwirtschaft und der Ökosysteme von Konkurrenten.

    Im Gegensatz zu Atomwaffen ist eine internationale Kontrolle über die Entwicklung tödlicher Viren und Bakterien – insbesondere wenn diese unter der Schirmherrschaft eines Staates erfolgt – praktisch unmöglich. Darüber hinaus können tödliche Viren sogar von einer einzelnen Person hergestellt werden, die über die erforderlichen Fähigkeiten und die notwendige Ausrüstung verfügt. Die Covid-Pandemie hat die Verwundbarkeit des Menschen gegenüber modifizierten, bisher unbekannten Viren und die geringe Bereitschaft der Gesellschaft, diese zu bekämpfen, aufgezeigt. Die Biolabore, die die USA rund um Russland errichtet haben, sowie die Versuche, genetische Informationen in unserem Land zu sammeln, lassen keinen Zweifel an den Absichten des Gegners.
    Was sollen wir tun?

    Den Krieg als neue Normalität akzeptieren

    Der Weltkrieg ist bereits im Gange, irgendwo „schleichend“, um uns herum jedoch offen. Es ist sinnvoll, davon auszugehen, dass das Schlimmste noch vor uns liegt. In einem Artikel, den ich vor mehr als zehn Jahren verfasst hatte[4], warf ich die Frage auf, ob eine neue Sichtweise auf die Verteidigungsfähigkeit des Landes erforderlich sei – als systemische Widerstandsfähigkeit gegenüber allen Arten von Angriffen, wobei militärische Bedrohungen nur einen Teil des gesamten Spektrums an Problemen ausmachen, die unsere Gegner verursachen können. Jetzt, zehn Jahre später, brauchen wir noch dringender einen umfassenden strategischen Dialog darüber, wie der neue Krieg aussehen wird und was neue Technologien mit sich bringen.

    Wie die „RAND Corporation“ feststellt, wird der Krieg zu einem Dauerzustand und sich über Jahrzehnte hinziehen[5]. Unabhängig davon, ob er Russland direkt betrifft, wie derzeit, oder es nur am Rande berührt, indem er auf andere Regionen übergreift, wird mehr als eine Generation von Russen Teil oder Zeuge der größten Umgestaltung der Welt sein. Deshalb müssen wir nach Wegen suchen, wie wir mit dem Krieg LEBEN können. So beunruhigend dies für jeden von uns persönlich auch klingen mag, werden wir in den nächsten ein oder zwei Jahrzehnten eine „Kriegsgesellschaft“ sein. In der Realität des Krieges zu existieren bedeutet nicht, „zu überleben“, sondern weiter voranzuschreiten und das Land und die Zukunft auf eine andere Art und Weise aufzubauen. Die Entwicklung der Wirtschaft, des Humankapitals und der Verwaltungsinstitutionen muss erstens die Realität von morgen berücksichtigen und zweitens auf den Sieg hinarbeiten – im weitesten Sinne des Wortes.

    Zu hoffen, dass alles bald vorbei sein wird und man zum alten Leben zurückkehren kann, bedeutet, sich etwas vorzumachen.

    Nach viereinhalb Jahren des Ukraine-Konflikts ist es an der Zeit, organisatorisch und vor allem mental auf die Kriegsebene umzuschalten.

    Die Führungssysteme neu überdenken

    Ohne das Bewusstsein für und die Akzeptanz der neuen Realität sowie eine Umstellung der Denkweise ist es unmöglich, Russland auf neue Herausforderungen vorzubereiten und ein Führungssystem aufzubauen, das proaktiv agieren, die Initiative ergreifen und den Gegnern das eigene Spiel aufzwingen kann. Wenn die Erfolgskriterien in einem langen Zermürbungskrieg folgende sind:

    · die Fähigkeit, zahlreiche Schläge auszuhalten, ohne die Steuerbarkeit zu verlieren,

    · Reaktionsflexibilität,

    · Initiative und Offensivkraft,

    dann erfordert der Umbau des Führungssystems einerseits ein starkes oberstes Führungs- und Koordinierungsorgan – den STAB – und andererseits eine Dezentralisierung und Delegation von Verantwortung, die sich auf Initiative und Selbstkoordination von unten stützt. Ein solches System wird nur funktionieren, wenn gegenseitiges Vertrauen herrscht und es sich auf Menschen stützt, für die der Dienst am Vaterland über persönlichen und behördlichen Interessen steht.

    Ein langwieriger Krieg erfordert ein anderes Wirtschaftsmodell, das in der Lage ist, die Stabilität des Landes und seine Verteidigungsfähigkeit in Zeiten der technologischen Revolution zu gewährleisten. Die Grundsätze eines solchen Modells ergeben sich sowohl aus unseren eigenen als auch aus den weltweiten Erfahrungen.

    Dabei handelt es sich um ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum, das einerseits eine planmäßige Entwicklung von Schlüsselbranchen vorsieht, deren Aufgabe darin besteht, die Souveränität in den für das Land wichtigsten technologischen Bereichen zu sichern, andererseits aber auch die maximale Förderung des privaten, innovativen Unternehmertums durch eine radikale Entbürokratisierung und die Abschaffung von Gesetzen, die die Initiative hemmen.

    Dazu gehört ein souveräner Rubel, der sich auf den inneren Reichtum Russlands stützt, ein dynamischer inländischer Kapitalmarkt und ein zweigleisiges Finanzsystem, das in der Lage ist, die Finanzierung großer bahnbrechender Technologie- und Infrastrukturprojekte sicherzustellen und die Inflation unter Kontrolle zu halten. Es ist an der Zeit zu begreifen, dass das Finanzsystem des Westens feindlich gesinnt ist und ein Bruch mit ihm unvermeidlich ist. Die Welt zerfällt bereits vor unseren Augen in mehrere konkurrierende wirtschaftlich-technologische Räume, die nach ihren eigenen Regeln funktionieren.

    Ein Umdenken, die Fähigkeit, sich selbst und die Welt mit „neuen Augen“ zu sehen – das ist ein schmerzhafter, komplexer Prozess. Die Menschen sehnen sich nach einfachen und schnellen Lösungen, die Machtinstitutionen nehmen Veränderungen nur schwer an, und die bestehenden Wirtschaftsmodelle sowie Personalentscheidungen haben einflussreiche Verfechter.

    Umstrukturierung der kritischen Infrastruktur

    Die Erfahrungen aus den laufenden Kriegen erfordern einen neuen Ansatz beim Aufbau kritischer physischer und informationstechnologischer Infrastruktur. Öllager, Pumpwerke, Stromerzeugungs- und -verteilungsanlagen sowie Rechenzentren müssen unterirdisch verlegt oder in einer befestigten Anlage errichtet werden, wie dies bei Kernkraftwerken der Fall ist.

    Die Verkehrs- und Energieinfrastruktur muss als dezentrales Netzwerk ohne Konzentration auf große Knotenpunkte aufgebaut werden. Gleiches gilt für einzigartige Produktionsstätten, die zudem in einer anderen, vorzugsweise abgelegenen Region dupliziert werden müssen. Die Bauvorschriften sollten die Einrichtung von Schutzräumen in Kellerräumen vorsehen, wie es in der UdSSR der Fall war und wie es in Israel gehandhabt wird.

    Was die kritische Informationsinfrastruktur betrifft, so erfordert die Gewährleistung eines akzeptablen Sicherheitsniveaus den vollständigen Austausch ausländischer Kommunikationsgeräte und Software in Schlüsselsystemen. Die Umstellung auf einheimische Betriebssysteme, die nach dem Prinzip „Vertrauenswürdigkeit“ („secure by design“) aufgebaut sind, muss abgeschlossen werden. Dies wird Zeit in Anspruch nehmen, doch schon jetzt kann man sich auf die souveräne Kontrolle der wichtigsten Knotenpunkte und Kanäle konzentrieren.

    Die Bedrohung durch biologische Waffen zwingt nicht nur zu einer radikalen Überarbeitung des Systems der Gesundheits- und Epidemieüberwachung, sondern wirft auch die Frage nach einer dezentralen Verteilung der Bevölkerung auf, den Übergang zu Flachbau sowie eine gleichmäßigere Verteilung der Bevölkerung über das Staatsgebiet.

    Eine Welt, in der Drohnen dominieren, wird höchstwahrscheinlich eine „totale“, multitechnologische Luftabwehr erfordern, mit einem Netzwerk aus bodengestützten und luftgestützten Radarsystemen entlang der Grenzen und rund um strategische Objekte. Es liegt auf der Hand, dass die Komplexität eines umfassenden Infrastrukturschutzes dazu führen wird, die Zersplitterung der Zuständigkeiten zu beseitigen und eine einheitliche Fachbehörde für den physischen und informationstechnischen Schutz zu schaffen – so wie es die Amerikaner bereits vor einigen Jahren getan haben.

    Werden diese Maßnahmen kostspielig sein? Zweifellos. Doch wie wir aus bitterer Erfahrung gelernt haben, ist der Preis für den Verlust eines strategischen Bombers oder einer Glasfaserfabrik in keiner Weise mit den Kosten für einen Stahlbetonbunker oder ein an einem Flugzeug montierten Radarsystem zu vergleichen. Noch weniger akzeptabel ist das Risiko, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die Kommunikations- und Energieversorgungssysteme „zusammenbrechen“, der Verkehr zum Erliegen kommt oder eine neue Pandemie Millionen von Menschenleben in unseren Metropolen fordert, in denen Quarantänemaßnahmen nicht greifen werden.

    Aus Sicht der Zukunft Russlands sind solche Kosten unvermeidbare Investitionen. Zu Beginn eines neuen Technologiezyklus muss ohnehin eine neue Infrastruktur geschaffen werden, und deren Aufbau wird einen Multiplikatoreffekt für das Wachstum haben.

    Um den Erhalt der Bevölkerung zu gewährleisten, die Lebensqualität zu verbessern und die Geburtenrate zu steigern, wird es so oder so notwendig sein, die Menschen aus den „Menschenkäfigen“ in den Megastädten in komfortablere, flachbebaute Siedlungen umzusiedeln. Selbst ohne Berücksichtigung der Kriegsrisiken muss der Staat Sibirien und den Fernen Osten zügig entwickeln, die infrastrukturelle Vernetzung des Landes ausbauen und die Energieversorgung, Verkehr und Kommunikation auf neue Technologien umzustellen. Ohnehin muss das Problem der technologischen Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit gelöst werden – es gilt, einen strategischen, langfristigen staatlichen Auftrag zu formulieren, der das Wachstum russischer Unternehmen ankurbelt.

    Armee und Gesellschaft integrieren

    Ein multidimensionaler Krieg, in dem das ganze Land kämpft, sowie der deutliche Trend zur gegenseitigen Durchdringung von militärischen und zivilen Technologien erfordern eine radikale Neubewertung der Frage, was eine Armee ausmacht, sowie der Beziehungen zwischen Armee und Gesellschaft.

    Die Realität des Krieges lässt die Grenze zwischen den Streitkräften und der übrigen Bevölkerung, wie sie zu Zeiten Clausewitz bestand, verschwimmen.

    Die Notwendigkeit, Probleme zu lösen, die „vor Ort“ gereift sind, zwingt Menschen auf beiden Seiten dazu, Risiken einzugehen, etablierte Praktiken und sogar Gesetze zu verletzen. Während es in der Ukraine angesichts der allgemeinen Schwäche der staatlichen Strukturen für relativ junge Führungskräfte einfacher ist, ad-hoc-Lösungen zu finden, ist die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit in Russland nach wie vor ein mühsamer Prozess. Dies wird durch unsere historische Tradition noch verschärft, in der die militärische Ausbildung von der zivilen getrennt ist und die Karriere eines Offiziers „hinter dem Zaun“ verläuft.

    Ich verweise noch einmal auf einen Artikel, der bereits über zehn Jahre alt ist: „Die Streitkräfte müssen sich in das künftige umfassende Verteidigungssystem einfügen, in dessen Rahmen die Zusammenarbeit mit nichtmilitärischen Akteuren aufgebaut werden muss. Der Aufbau aller Kompetenzen für einen multidimensionalen Krieg innerhalb der Streitkräfte selbst ist sinnlos – es müssten dann Strukturen geschaffen werden, die bereits bestehende staatliche Behörden oder private Unternehmen duplizieren würden. Dafür reichen weder die personellen noch die finanziellen Mittel aus.

    Die Lösung des Problems liegt in einer tiefgreifenden Integration der Streitkräfte und der übrigen Gesellschaft sowie in der doppelten Ausrichtung vieler Strukturen. Es gilt, Wege zu finden, militärische und zivile Ressourcen und Kompetenzen so zu verknüpfen, dass Antworten auf Sicherheitsherausforderungen gewährleistet sind und die Kosten für die Gesellschaft auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden. Dies setzt die Einbindung der Eliten aus Wissenschaft, Technik und Medien in das System der multidimensionalen Verteidigung voraus. Die Armee wird etwas „ziviler“, während die zivilen Behörden etwas „militärischer“ werden. Das heißt, die Armee muss sich so weit wie möglich in die Gesellschaft integrieren, und die Gesellschaft muss sich als Teil der Armee verstehen. In vielen Bereichen werden Fachleute, obwohl sie Zivilisten sind, zusätzliche Verteidigungsaufgaben übernehmen und dafür eine Vergütung erhalten. Gerade der Einsatz des gesamten Spektrums an Mitteln und die Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln sind der Schlüssel zum Erfolg.“

    Der Prozess der Integration von Militär und Zivilbereich findet bereits spontan, „von unten“, statt, in Bereichen wie der Raumfahrt, der Drohnen- und der Informationstechnologie. Marketplace-Plattformen ergänzen die militärische Logistik. In diesem Prozess stoßen wir jedoch systematisch auf die Tatsache, dass militärische Entwicklungen, Beschaffungen und die Produktion auf eine derart spezifische Weise verwaltet werden, dass es an der Zeit ist, darüber nachzudenken, wie man unter Wahrung der Geheimhaltung allen Prozessen Flexibilität verleihen kann, wie ein schneller Austausch von Technologien und Fachkräften zwischen dem zivilen und dem militärischen Sektor gewährleistet werden kann und wie die Militärwissenschaft und die Militärwirtschaft besser in den Kontext der technologischen Entwicklung eingebunden werden können. Da bahnbrechende technologische Lösungen für die Verteidigung mittlerweile außerhalb des Rüstungskomplexes entstehen und schnell veralten können, gilt es zudem zu klären, welche Geheimnisse geschützt werden müssen und welche hingegen unbedingt weitergegeben werden sollten. Wenn wir talentierte junge Menschen für militärische Entwicklungen gewinnen wollen, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir statt einer „Verschärfung der Kontrollen“ den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Qualität der Personal- und Agentarbeit legen können.

    In Aufklärung und Spionageabwehr investieren

    In der modernen Kriegsführung rücken Informations- und Spionagearbeit in den Vordergrund. Die Qualität ihrer Organisation wird zum wichtigsten Erfolgsfaktor. Direkt an der Front hängt die Wirksamkeit militärischer Operationen vollständig von der Lagebeurteilung und der Zielerfassung ab. Auf strategischer Ebene ist es ohne die Fähigkeit, die Lage und die Pläne des Gegners richtig einzuschätzen, und ohne einen nahtlosen Entscheidungsprozess unmöglich, die Initiative zu ergreifen und dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen. Die kommenden Jahre werden von der Führung des Landes erhebliche Aufmerksamkeit für die Geheimdienste und Investitionen in deren Tätigkeit erfordern.

    Aus technologischer Sicht gilt es, Aufklärungs- und Steuerungssysteme aufzubauen, die auf globaler Ebene und in Echtzeit alle Informationsströme integrieren können – vom Internet über den Weltraum bis hin zu Agenten-Netzwerken –, um Entscheidungen präventiv treffen zu können.

    Der menschliche Faktor war und bleibt jedoch das Wichtigste in der Aufklärung und Spionageabwehr. Ohne sorgfältige Auswahl, kompromisslose Ansprüche, die Förderung der persönlichen und beruflichen Entwicklung jedes einzelnen Mitarbeiters sowie die Schaffung einer besonderen Kultur werden sich die Geheimdienste nicht von anderen bürokratischen Strukturen unterscheiden, die ihre Macht zur Lösung eigener Probleme nutzen.

    Die Pläne des Gegners, Russland von innen heraus zu untergraben, erfordern besondere Aufmerksamkeit beim Aufbau der Geheimdienstarbeit. Dies bedeutet in erster Linie die Wiederbelebung eines dichten Netzwerks von Bezirksbeamten, eine radikale Erhöhung ihrer Bezüge, eine drastische Reduzierung der „Papierberichte“ sowie die Konzentration auf die Zusammenarbeit mit freiwilligen Helfern und Agenten in Bevölkerungsgruppen, die dem Einfluss des Gegners ausgesetzt sind, darunter auch in Migrantendiasporas.

    Man darf nicht abwarten, bis sich in den Nachbarländern Stützpunkte bilden, von denen aus Angriffe auf Russland geführt werden. Es ist notwendig, Unterstützer im Voraus zu organisieren und Eliten, die Jugend sowie potenzielle Führungskräfte aktiv auf die eigene Seite zu ziehen.

    Wie bereits geschrieben, stellt sich unter den Umständen, in denen der Feind terroristische Methoden einsetzt, „die Aufgabe, den Gegner zu desorganisieren und Bedrohungen an jedem Ort der Welt zu beseitigen. Es gilt, präventiv zu handeln, diejenigen zu kaufen, die sich kaufen lassen, und diejenigen zu beseitigen, die nach einer Warnung nicht innehalten“ . Dazu muss der Staat über alle notwendigen Einflussmittel verfügen, wie beispielsweise die Gruppe „Wympel“, die vom legendären Leiter des illegalen Geheimdienstes des KGB der UdSSR, Juri Drozdow, gegründet wurde.

    Aufhören, zu versuchen, anderen zu gefallen

    Eines der Hauptprobleme in den Beziehungen Russlands zu seinen Gegnern ist, dass man keine Angst mehr vor uns hat.

    Unser Verhalten in den letzten Jahren hat sie davon überzeugt, dass Russland sich seiner inneren Schwäche bewusst ist und sich daher nicht zu einer Eskalation entschließen wird. In den Köpfen der „Sieger des Kalten Krieges“ haben sich seit den 1990er Jahren drei Thesen fest verankert, auf denen die gesamte westliche Politik aufbaut:

    (1) Russland wird weiter schwächer werden.

    (2) Die russischen Eliten lassen sich spalten.

    (3) Russland und China werden nicht an einem Strang ziehen.

    Ich wage zu behaupten: Hätte unser Land in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum verzeichnet, hätte sich der Westen nicht dazu entschlossen, den Wettstreit um die Ukraine auf die militärische Ebene zu verlagern. Viele europäische Länder, insbesondere Deutschland und Frankreich, hätten es vorgezogen, sich für lukrative Verträge anzustellen.

    Seit Beginn des Ukraine-Konflikts haben unsere Erklärungen zu „roten Linien“ – ohne angemessene Reaktion auf die systematische Eskalation – den Westen nur in seiner Ansicht bestärkt, dass Russland nicht über ausreichende Ressourcen verfügt und es der russischen Führung an Einigkeit mangelt. Dies bestätigt in ihren Augen die anhaltenden Versuche, sich mit Trump zu einigen, selbst wenn es kein Entgegenkommen seitens der USA gibt. Im Lager der Feinde findet das Argument, dass Russland sich aus moralischen Gründen bei den Mitteln der Kriegsführung einschränkt, keinen Anklang, zumal die Aktionen Israels und der USA alle bisherigen Tabus aufgehoben haben.

    Westliche, vor allem britische Geheimdienste haben im Laufe des Konflikts eine Strategie eskalierender terroristischer Provokationen entwickelt. Einige davon werden von der Ukraine durchgeführt, andere, wie die Sprengung der „Nord Stream“, direkt von ihnen selbst. Wir hingegen nehmen eine defensive Haltung ein und geben die Initiative weiterhin ab.

    Ohne eine angemessene Reaktion wird ihre Strategie dazu führen, dass die Einsätze auf ein unzulässiges, existenzielles Niveau eskalieren, insbesondere wenn plötzlich Atomwaffen oder biologische Kampfstoffe zum Einsatz kommen sollten. Die russische militärische und politische Führung muss einen neuen konzeptionellen Ansatz entwickeln, der die westliche Strategie der Aushöhlung der „roten Linien“ durchbricht. Damit der Gegner die Lust verliert, „Superprovokationen“ zu inszenieren, muss er sich selbst als Geisel fühlen. Zu den verwundbarsten Stellen gehören, wie die Erfahrungen aus dem Iran-Krieg gezeigt haben, Gastanker, Gasempfangsterminals, private Satellitenkonstellationen und Rechenzentren westlicher Finanzunternehmen. In erster Linie sollten diejenigen darunter leiden, die die Aggressivität des Westens lenken und finanzieren – eine Konfrontation mit Russland muss zu einem äußerst unrentablen Unterfangen werden.

    Raubtiere sind von Natur aus rational und vermeiden Konflikte mit den Starken. Ihre Pläne zerfallen, sobald sie die Initiative und ihren Handlungsspielraum verlieren.

    Wenn man bedenkt, wie Europa den harten Widerstand des Iran aufgenommen hat und wie das Thema des „gefürchteten nordkoreanischen Regimes“ aus den amerikanischen Narrativen verschwunden ist, nachdem dieses die Fähigkeit erlangt hatte, den USA echten Schaden zuzufügen, ist es an der Zeit, dass wir aufhören, „die Guten“ zu spielen. Wir sollten damit beginnen, „den Bedrohenden mit Bedrohung zu begegnen“, indem wir zusätzlich zum Konzept der „garantierten gegenseitigen Vernichtung“ auf nuklearer Ebene das Konzept der „Verursachung inakzeptablen Schadens“ auf nicht-nuklearer Ebene in unser Arsenal aufnehmen. Wie man so schön sagt: „Wer mit Wölfen lebt, muss wie ein Wolf heulen.“ Kriege werden um den Sieg geführt, und der Sieger schreibt die Geschichte.

    Dieser Beitrag wurde für die Diskussion auf der XXXIV. SVOP-Versammlung vorbereitet.

    Autor: Andrej Bezrukow, Präsident der Vereinigung für den Export technologischer Souveränität, Professor am Lehrstuhl für angewandte Analyse internationaler Probleme der MGIMO des russischen Außenministeriums, Oberst im Geheimdienst (im Ruhestand), Mitglied des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik

    Fußnoten

    [1] Vgl.: Altman D.W. Red Lines and Faits Accomplis in Interstate Coersion and Crisis. Cambridge, MA: Massachusetts Institute of Technology, 2015. 182 S.; Altman D.W. Advancing without Attacking: The Strategic Game around the Use of Force // Security Studies. 2018. Bd. 27. Nr. 1. S. 58 –88; Mazarr M.J. Mastering the Gray Zone: Understanding a Changing Era of Conflict // Strategic Studies Institute, U.S. Army War College Press. 02.12.2015. URL: ▻https://ssi.armywarcollege.edu/SSI-Media/Recent-Publications/Article/3998635/mastering-the-gray-zone-understanding-a-changing-era-of-conflict (Zugriff am: 11.06.2026).

    [2] Sechser, T.S., Fuhrmann, M. „Nuclear Weapons and Coercive Diplomacy“. Cambridge: Cambridge University Press, 2017. 343 S.

    [3] Lichatschowa, A.B., Tschuprijanowa, P.I. Die Taktik der „tausend kleinen Schnitte“: Von Sanktionen zu Sabotageakten und Provokationen // Russland in der Weltpolitik. 2026. Bd. 24. Nr. 3. S. 93 –106.

    [4] Bezrukow A.O. Der multidimensionale Krieg und die neue Verteidigungsstrategie // Russland in der Weltpolitik. 2014. Bd. 12. Nr. 5. S. 47 –56.

    [5] Peering into the Crystal Ball: Holistically Assessing the Future of Warfare. Santa Monica, CA: RAND Corporation, 2020. 20 S.

    #Großer Krieg #Krieg #Neue Weltordnung #Ukraine-Krise

    5-130

    Die Vorratskammern der Sonne

    Die globale Energieordnung 2040: Konturen eines entstehenden Systems

    Schamil Enikejew

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-132-163

    Die Agenda für nachhaltige Entwicklung nach 2030: Mögliche Weggabelungen

    Igor Makarow

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-164-182

    Die nächste Wachstumsschwelle: Eine Synthese aus Energiewirtschaft, Technologie und Finanzen

    Nelson Wong

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-183-189

    Die Verlagerung des Zentrums der wirtschaftlichen Aktivität Russlands nach Osten

    Fjodor Tschernitsyn

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-190-204

    Ist der Westen noch der Westen?

    Eine neue europäische Ordnung oder fortschreitende Eurosklerose?

    Dmitri Efremenko

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-206-228

    Theologie der Realpolitik

    Iwan Kochetdykow, Andrej Serebritsch

    DOI: 10.31278/1810-6439-2026-24-4-229-254

  • Gefallenendenkmäler
    ▻http://www.denkmalprojekt.org/2024/kreuzberg_frdh-a-d-bergmannstr_1864_wk1_wk2_ber.html

    Dienstgrad: Premier-Lieutenant
    Name: Heinrich LOMMATZSCH
    Geburtsdatum : 29.5.1837
    Todesdatum & Ort: 8.4.1864, Düppel
    Bemerkungen: D2 Dem Andenken von… gefallen bei der Erstürmung der Düppeler Stellung als einer der Ersten auf Schanze V. Gewidmet von den Kameraden des Ingenieur-Corps

    Kreuzberg (Friedhöfe an der Bergmannstraße), Berlin

    PLZ 10961

    Zwischen dem Südstern und dem Marheinekeplatz in Berlin-Kreuzberg grenzen vier Friedhöfe aneinander. Sie werden auch als vier Friedhöfe an der Bergmannstraße bezeichnet. Die ursprünglich durch Mauern getrennten Friedhöfe sind heute durch Mauerdurchbrüche untereinander verbunden. Der Dreifaltigkeitsfriedhof II hat die Adresse Bergmannstraße 39-41, der Friedrichwerderscher Friedhof II Bergmannstraße 42-44.
    Auf Grund ihrer ineinander verschachtelten Lage, Größe und der Anzahl von privaten Einzelgedenken, Gräbern und Kriegsgräbern, werden in dieser Dokumentation der Dreifaltigkeitsfriedhof II und der Friedrichswerdersche Friedhof II zusammengefasst.
    Mindestens dreißig Soldaten des Ersten Weltkrieges und 362 Soldaten und Zivilisten, die während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben verloren, fanden auf den beiden Friedhöfen ihre letzte Ruhestätte.
    Weitere Aufschriften an privaten Grabstellen erinnern an Kriegsopfer beider Weltkriege.

    Verlustliste: 18. u. 19. März 1848 in Berlin
    ▻http://www.denkmalprojekt.org/2010/vl_18_u_19_maerz_1848_berlin.htm

    Die Niederschlagung der Revolution von 1848 in Berlin war eine blutige Angelegenheit. Die Verluste auf Seiten des prußischen Adels vermitteln einen EIndruck von der Intensität des Widerstands des Volks.

    #Kreuzberg #Friedhof #Bergmannstraße #Preußen #Deutsch-Dänischer_Krieg #Krieg #1848 #Revolution

  • Bertolt Brecht – Erster Bericht über den Unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen
    ▻https://lyricstranslate.com/de/bertolt-brecht-erster-bericht-uber-den-u-lyrics

    Les poèmes du jeune Bertolt Brecht nous rappellent les morts qui nous seront à nouveau imposés, tout comme les coupes budgétaires dans le domaine social nous sont imposées afin de dégager les moyens nécessaires pour produire les morts prévues.


    On y trouve également la réponse à la question de savoir si l’arc de triomphe de Trump a quelque chose en commun avec la Grande Arche de Mitterrand. La réponse est non.

    1

    Wir kamen von den Gebirgen und vom Weltmeer,
    Um ihn zu erschlagen.
    Wir fingen ihn mit Stricken, die
    Von Moskau bis zur Stadt Marseille reichten
    Und stellten Kanonen auf, um ihn zu erreichen
    An jedem Punkt, wohin er fliehen konnte,
    Wenn er uns sah.

    2

    Wir versammelten uns vier Jahre lang,
    Legten unsere Arbeit nieder und standen
    In den zerfallenen Städten, uns in vielen Sprachen zurufend
    Von den Gebirgen bis zum Weltmeer,
    Wo er sei.
    So erschlugen wir ihn im vierten Jahr.

    3

    Dabei waren,
    Die er geboren hatte, um zu sehen,
    Wie er zum Zeitpunkt seines Todes dastand:
    Wir alle.
    Und dabei war eine Frau, die ihn geboren hatte
    Und die geschwiegen hatte, als wir ihn holten.
    Der Schoß sei ihr ausgerissen,
    Amen!

    4

    Als sie ihn aber erschlagen hatten,
    Richteten wir ihn so her, dass er sein Gesicht verlor
    Durch die Spuren unserer Fäuste.
    So machten wir ihn unkenntlich,
    Dass er kein Menschensohn mehr sei.

    5

    Und gruben ihn aus unter dem Erz,
    Trugen ihn heim in unsere Stadt und
    Begruben ihn unter dem Stein, und zwar unter einem Bogen, genannt
    Bogen des Triumphs,
    Welcher wog tausend Zentner, dass
    Der Unbekannte Soldat
    Keinesfalls am Tag des Gerichts auferstehen
    Und unkenntlich
    Vor Gott wandeln,
    Dennoch wieder im Licht
    Und uns als Erkennbare
    Zur Gerechtigkeit bezeichnen.

    Zweites Gedicht vom unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen

    6

    Alles, was wir euch sagten
    Über Ermordung und Tod des unbekannten Soldaten
    Und die Verwüstung seines Gesichts
    Auch was wir euch sagten über die Bemühung seiner Mörder
    Ihn zu hindern am Wiederkommen
    Ist wahr, aber:
    Er kommt nicht wieder.

    8

    Sondern unser Bruder
    Ist tot und tot
    Ist der Stein über ihm
    Und wir bedauern
    Jeglichen Hohn und ziehen zurück unsere Klage.

    9

    Da doch schon lange
    Wer auch immer er war, an seiner
    Schüssel ein neuer Mann isst und
    Ein anderer sitzt auf dem Stuhl, der
    Sein Stuhl war
    Auch das Gespräch über ihn
    Bei seinen Freunden schon verstummt ist.

    10

    Freuen wir uns doch selbst
    Über jeden neuen Morgen, der uns
    Geschenkt ist.

    11

    Aber wir bitten euch, die ihr ihn
    Nun einmal erschlagen habt –
    Still! Fangt nicht von neuem an
    Mit Streiten, da er doch tot ist –
    Aber doch bitten wir, da ihr ihn also –
    Warum auch immer, Freunde –
    Erschlagen habt:
    Entfernt wenigstens
    Diesen Stein über ihm
    Denn dieses Triumphgeheul
    Ist doch nicht nötig und macht
    Uns Kummer, denn uns
    Die wir den Erschlagenen
    Schon vergessen hatten, erinnert er
    Taglich aufs neue an euch, die ihr noch
    Lebt und die ihr
    Immer noch nicht erschlagen seid –
    Warum denn nicht?

    Grabschrift 1919 (épitaphe)

    Die rote Rosa ist nun auch verschwunden.
    Wo sie liegt, ist unbekannt.
    Weil sie den Armen die Wahrheit gesagt hat,
    haben die Reichen sie aus der Welt gejagt.

    #Poesie #Krieg #Massaker

  • Kriegstreiberei - 01 (wird fortgesetzt) - die FAZ und das transatl...
    ▻https://diaspora.psyco.fr/p/12470150

    Kriegstreiberei - 01 (wird fortgesetzt) - die FAZ und das transatlantische Wiederkäuer-Syndrom

    #Journalismus #Transatlantiker #Kriegstreiberei #Ramsch

    die Verführungen des alltäglich Banalen

    vgl. Wilhelm Buschs und seine Witwe Bolte:

    „... wofür sie ganz besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt ...“

    [...]„Die Europäer müssen die Fähigkeitslücken bei den weitreichenden Waffen schließen“, schreibt Kohler gleich zu Beginn seines Beitrags.

    [...]

    Wie aus dem Baukasten der Schwachsinnspropaganda fließen die Schlagworte in den Text: „Kreml“, „Königsberg“, „nuklear bestückbare Raketen“, „Berlin“, „Warschau“, „in Minuten erreichen“.

    [...]

    Die „Fähigkeitslücke“ muss nicht bei der Bundeswehr, sondern in den Köpfen der Journalisten geschlossen werden

  • Kriegstreiberei - 02 (wird fortgesetzt) - grüne Transatlantiker und ihre pro-ukrainischen Arbeitsgemeinschaften

    via ▻https://diaspora.psyco.fr/p/12470210

    #Kriegstreiberei #propaganda #Transatlantiker #Grüne #NGO #thinktank #Geopolitik #Deutschland #Russland #Ukraine #Kultur

    12.5.2026 von Andreas Fritsche -

    Die Arbeitsgemeinschaften Ukraine und Europa der Ökopartei suchen nach Wegen, EU-Sank­tionen gegen das Kultur­zentrum in Berlin durchzusetzen.

    Die EU-Sanktionen gehen am Russischen Haus in Berlin nicht spurlos vorüber. Am 2. April wurde dort eine kleine Ausstellung über die sowjetischen Offiziere Boris Kapustin und Juri Janow eröffnet. Sie hatten, nachdem 1966 am Himmel über Westberlin beide Triebwerke ihres Jagdflugzeugs ausgefallen waren, die Maschine noch in den Stößensee gelenkt und waren dabei tödlich verunglückt. ...

  • So ein Schlitzohr aber auch: Rechtzeitig bevor sein Ultimatum abläuft erst mal eine Feuerpause erklären!

    via ▻https://diaspora.psyco.fr/p/12388726

    siehe: ▻https://www.tagesschau.de/eilmeldung/iran-trump-feuerpause-100.html

    Sein Ultimatum war, dass die Straße von #Hormus wieder geöffnet werden soll und seine Forderungen nach Entmilitarisierung an Iran erfüllt werden müssten. Aber davon ist jetzt keine Rede mehr, denn es gibt erst mal eine Waffenruhe, obwohl keine einzige Forderung erfüllt wurde. Ist das der reinste Wahnsinn oder hat das System?

    Zur Einordnung: Wenn sein Ultimatum nicht erfüllt worden wäre hatte er mit eine Bombardierung von ziviler Infrastruktur gedroht. Dies hätte gegen das Völkerrecht verstoßen wobei man ohnehin jede Bombe als Kriegsverbrechen werten könnte, da der ganze Krieg gegen das Völkerrecht verstößt. Abgesehen davon verstößt der Krieg auch gegen US-Gesetze, da der Einsatz nicht vom Kongress genehmigt wurde. Daher handelt es sich nur um eine militärische Spezialmission.

    Warum jetzt das Ganze? Entweder braucht Trump die 2 Wochen noch, um mehr Truppen für die Invasion in die Region verlegen zu lassen oder es wird tatsächlich verhandelt. Da der Iran immer offizielle Verhandlungen verneint könnte es sein, dass diese indirekt über Pakistan (ein US Verbündeter in der Region) laufen. Es könnte aber auch sein, dass Trump bereits ein vom CIA organisiertes Schattenkabinett aufgebaut hat, dass noch etwa Zeit für die Bewaffnung und Machtübernahme braucht.

    Es muss also nicht zwangsläufig alles im Wahnsinn enden auch wenn dies genauso wahrscheinlich ist bei Trump :(

    #USA #Iran #Golfkrieg #Krieg #Terror #Verhandlung #Diplomatie #Trump #Israel #Weltordnung

    • oAnth:
      #Trump erweist sich als ein betrogener #Betrüger, der jetzt bemüht ist, von seiner eigenen Manipulierbarkeit und defacto Erpressbarkeit mit viel rhethorischem Aufwand abzulenken - dass man ihm nicht die weltwirtschaftlichen Konsequenzen eines Krieges am Persischen Golf vorab klarzumachen versuchte, kann ich mir nicht vorstellen.

      Er repräsentiert in vielerlei Hinsicht der neoliberalen Überflieger-Arroganz, die den bescheidenen Wohlstand der Nachkriegsjahre, den sich die Bürger in der westlichen Welt erwirtschaften konnten, ausplündert, allerdings hierbei narzistisch auf den ermunternden Zuspruch seiner Umgebung angewiesen ist; wer hier nicht mit einstimmt, dem blüht das Motto einer von ihm gehosteten Talkshow aus den Nuller- und frühen Zehnerjahren: You are fired, eine Traumkonstellation für den #Zionismus unter #Netanyahu.

      Dass dieser #Waffenstillstand bei jeder Kleinigkeit, ob sich diese nun als anmaßend propagandistisch oder mit einer gezielten False-Flag-Operation einzustellen beliebt, nicht mehr das Papier wert ist, auf Grundlage dessen dieser zustande kam, dürfte niemandem entgangen sein.

  • Michael Lüders: Wer den Iran angreift, meint eigentlich Peking

    via ▻https://diaspora.psyco.fr/p/12352955

    ▻https://x.com/kritischeLinke/status/2035766065968660950 (#BSW)

    Wer den #Iran angreift, meint eigentlich Peking. Es geht nicht um Kopftücher oder Heiratsalter, sondern letztlich darum, die Tankstelle Chinas zu kontrollieren. Peinlich ist ja nicht nur, dass selbst nach zweifacher Bombardierung einer Mädchenschule noch von »Frauenrechten« geschwafelt wird. Man beklatscht auch noch den wirtschaftlichen Selbstmord. Für manche aber reicht die eigene intellektuelle Faulheit offenbar aus, um die Realität konsequent zu ignorieren

    ▻https://www.youtube.com/watch?v=_hgjWqSb4IY


    2026-03-19 - 80 min.

    #Israel #Europ #EU #NATO #China #Spanien #Iran #Golf #VAE #USA #Energie #Rohstoffe #Krieg #Strategie #Weltwährung #Dollar

    • [...]

      Haim drohte damit, eine ebenso hohe Summe zu investieren, um den Journalisten „fertigzumachen“. Die Angreifer untermauerten ihre Drohungen mit Details über Fabians Wohnviertel und seine Familie. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Gefahr durch unregulierte Prognosemärkte: Wenn zweistellige Millionenbeträge auf dem Spiel stehen, wird die unabhängige Berichterstattung für die Akteure zu einem finanziellen Hindernis, das sie mit kriminellen Mitteln aus dem Weg zu räumen versuchen.

  • Aus kriegszerstörzen Gebäuden Berlins wird Trümmerschutt
    ►https://berlingeschichte.de/stadtentwicklung/index.html

    Infolge der gewaltigen K. in Berlin fielen 1945 (späteren Schätzungen zufolge) etwa 70 bis 90 Mill. m³ Schutt und Bruchsteine an, das entsprach etwa 15 Prozent der gesamten deutschen Trümmermenge. Mindestens 45 Mill. m³ t. lagerten in Berlin-West, mindestens 30 Mill. m³ in Berlin-Ost. Ihre Beseitigung Trümmerfrauen war die Vorbedingung für den Wiederaufbau der Stadt. Die Kosten der Enttrümmerung Enttrümmerung schätzte der Magistrat im Januar 1946 auf etwa 1,45 Mrd. RM. Es wurde eine „Trümmerbahn“ auf Schmalspurgleisen in einer Länge von 45 km angelegt. Zunächst deckte man mit dem Schutt Bombenkrater, Schützengräben, Luftschutzeinrichtungen und andere Kriegs- und Nazirelikte zu. Ein anderer Teil wurde zu Verladerampen an der Spree gefahren und per Kahn in die Provinz Brandenburg abtransportiert (Transportkosten für einen Kubikmeter auf 3 km: 2,20 DM). Vor allem aber wurden mit großen Mengen des t. künstliche Hügel aufgetürmt, begrünt und zu Erholungsparks umgestaltet.

    Der erste Berliner #Trümmerberg entstand hinter dem Ausstellungsgelände am Funkturm, zahlreiche weitere folgten. Der größte Berg aus dem t. der Stadt entstand zwischen 1950 und 1972 am Nordrand des Grunewalds nahe dem Teufelssee aus 26 Mill. m³ t. Dieser „#Teufelsberg“ ist mit 115 m über NN gemeinsam mit den Müggelbergen (Bezirk Köpenick) die höchste Erhebung Berlins. Ähnlich riesige Trümmeraufschüttungen entstanden im #Friedrichshain, wo etwa eine Million m³ t. zu zwei gewaltigen Hügeln über gesprengten ehemaligen Flakbunkern aufgehäuft wurden: dem 52 m hohen Kleinen Bunkerberg , der eine Rodelbahn erhielt und dem 78 m hohen „#Mont_Klamott“, dem Großen Bunkerberg mit Aussichtsplateau. Auch die sog. #Oderbruchkippe an der #Oderbruchstraße ziert ein 89 und 91 m hoher Doppelgipfel im heutigen #Volkspark_Prenzlauer_Berg. Weitere bekannte große Trümmerberge sind die 86 m hohe #Humboldthöhe im #Volkspark_Humboldthain, der 75 m hohe „#Insulaner“ im Bezirk #Schöneberg, die 73 m hohe #Marienhöhe im Bezirk #Tempelhof, die 70 m hohe #Rixdorfer_Höhe im #Volkspark_Hasenheide sowie die 60 m hohe #Rudower_Höhe an der Grenze zwischen #Neukölln und #Köpenick.
    Die gärtnerisch gestalteten und teilweise dicht bewaldeten Hügel ergänzen heute harmonisch die Naturlandschaft und lassen ihre Herkunft als Trümmerberge kaum noch erkennen. Sie dienen der Erholung und Freizeitbeschäftigung der Bevölkerung (u.a. als Rodelberge).

    #Berlin #Krieg #Nachkriegszeit #Geschichte #Stadtentwicklung

  • „Trostfrauen“-Mahnmal in Berlin: Am frühen Morgen abgeräumt
    ▻https://taz.de/Trostfrauen-Mahnmal-in-Berlin/!6121389

    Nach fünf Jahren sitzt „Ari“ nicht mehr an der Straßenecke in Moabit   Foto: Korea Verband e. V.

    Dem Wunsch der japanischen Waffenbrüder wurde entsprochen. Das Gedenken an vegewaltigte Frauen hat nichts im öffentlichen Raum zu suchen, vor allem nicht, wenn es nur um Koreanerinnen geht, so die implizite Botschaft der Aktion. Dass auch „weiße“ Frauen, vor allem Russimnen, in den kaiserlichen Kriegerbordellen Japans misshandelt wurden, droht darüber in Vergessenheit zu geraten.

    Faschismus geht alle an, sagen sich offenbar unisono japanischer Botschafter, CDU-Regiermeister, Bundesregierung und Deutschlands Aussenpolitiker, besonders wenn man Frauen klein- und die Schwänzchen der männlichen Herrenrasse grossmachen kann.

    Goldene Aussichten für den nächsten Krieg.(Achtung Sarkasmus!) Wir freuen uns schon.

    17.10.2025 von Marina Mai - Gerade hatte ein Gericht dem Bezirk Mitte erlaubt, das „Trostfrauen“-Mahnmal zu entfernen, schon ist es weg. „Wie eine Entführung“, so AnwohnerInnen.
    Ein helles Rechteck auf einem Gehweg und Protestplakate
    Nach fünf Jahren sitzt „Ari“ nicht mehr an der Straßenecke in Moabit   Foto: Korea Verband e. V.

    taz | Freitagmorgen, 7 Uhr: Rund 30 Polizisten in Kampfanzügen treffen in der Moabiter Birkenstraße ein. Was ist da los? Eine Kneipenschlägerei, die sich bis in die frühen Morgenstunden hingezogen hat? Ein Anschlag auf die S-Bahn? Nein, die Polizei ist zur Absicherung eines Einsatzes des grün regierten Bezirksamts Mitte ausgerückt. Will die Behörde gegen rechte Umtriebe vorgehen? Oder gegen Mietwucher?

    Alles Fehlanzeige: Der Polizeieinsatz, der Anwohnern zufolge nur 15 Minuten dauert, gilt einer kleinen Frau, die an der Straßenkreuzung auf einem Stuhl sitzt – neben ihr ein weiterer, leerer Stuhl. Ein kleiner Vogel hat auf der Schulter der Frau Platz genommen, um sie herum liegen frische Blumen. Jetzt soll die Frau weg. Weil sie nach Ansicht des Bezirksamts schon zu lange dort gesessen hat. Genau gesagt, seit 2020.

    Die Frau besteht auch nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Bronze. Sie ist eine Statue, die eine sogenannte Trostfrau darstellt, aufgestellt hat sie der Korea Verband e. V., der ganz in der Nähe seine Geschäftsstelle hat.

    „Trostfrauen“ mussten im Zweiten Weltkrieg dem japanischen Militär sexuell zu Diensten sein. Sie kamen aus Japan selbst und aus verschiedenen asiatischen Staaten, die Japan im Krieg überfallen hatte, meist aus Korea. Sie lebten unter entsetzlichen Bedingungen und wurden viele Male am Tag vergewaltigt und geschlagen. Etliche der 200.000 Mädchen und Frauen überlebten das nicht.
    Japan will keine Erinnerung

    Seit Jahren erinnern solche Statuen in aller Welt an diese Verbrechen. Und wo immer sie aufgestellt werden, kann man sich auf Proteste der japanischen Regierung und ihrer Auslandsvertretungen einstellen – auch in Berlin war das so. Ihre Forderung: Die Statuen müssen weg! Erinnerungskultur ist im rechtskonservativ regierten Japan schwierig. „Ein weites Feld“, hätte Fontane gesagt.

    Japan ordnet an, Berlin führt aus? Diesen Eindruck würden sowohl die CDU-geführte Senatskanzlei als auch das grün regierte Bezirksamt Mitte weit von sich weisen. Mitte hatte vor Gericht argumentiert, privat initiierte Kunst im öffentlichen Raum dürfe eben im Bezirk nur zwei Jahre lang stehen, um vielen Künstlern die Chance zu geben, ihre Kunstwerke zu präsentieren.

    Eine entsprechende Verwaltungsvorschrift wurde allerdings erst erlassen, als der Bezirk den Abbau der „Trostfrau“ bereits angeordnet hatte und hier rechtssicher sein wollte. Auch den Eindruck, diese Verwaltungsvorschrift, die andere Bezirke nicht haben, sei eigens für diese Statue erlassen worden, würde Mitte natürlich weit von sich weisen.
    Abriss einen Tag nach der Gerichtsentscheidung

    Vor dem Abbau hatte das Berliner Verwaltungsgericht am vergangenen Montag den Eilantrag des Korea Verbands auf eine dauerhafte Standgenehmigung zurückgewiesen. Eine Beschwerde des Verbands lehnte das Oberverwaltungsgericht am Donnerstag ab, also genau einen Tag vor dem Abriss der Statue.

    Das Verwaltungsgericht hatte allerdings in einem Punkt dem Korea Verband Recht gegeben: Das Bezirksamt sei nicht befugt, von ihm ein Zwangsgeld zu erheben, wenn er der Abbau-Verfügung nicht nachkomme. Stattdessen, so das Gericht, könne der Bezirk das Denkmal ja selbst abbauen.

    Das hat er nun getan. Die koreanische Frau, von Anwohnern liebevoll „Ari“ genannt, wurde in ein schwarzes Tuch gehüllt und in Windeseile mit einem Hubwagen auf einen Lkw geladen. Eine Anwohnerin sagte der taz, die Szene hätte sie an eine Entführung erinnert. Polizisten hinderten Anwohner daran, zu filmen. Wollte das grüne Bezirksamt verhindern, dass Bilder seines Bildersturms im Netz auftauchen? Die Polizei vor Ort begründete das Filmverbot mit dem Schutz der Baufirma. Vor wem eigentlich?

    Zurück an der Ecke Birkenstraße/Bremer Straße bleibt ein heller Fleck auf dem Boden. Anwohner haben ihn spontan mit Blumen und Aufschriften geschmückt. „Warum stört eine Friedensstatue gerade in Zeiten von Kriegen und Faschismus?“, steht auf einem Blatt Papier. Wohin die Statue gebracht wurde, ist dem Korea Verband bislang nicht bekannt.

    „Wir hätten niemals gedacht, dass eine grüne Bezirksbürgermeisterin so reagiert“, sagt Nataly Jung-Hwa Han vom Korea-Verband der taz. „Ich dachte, die Grünen seien eine feministische Partei. Wir sind entsetzt und traurig und bekommen viel Zuspruch von den Anwohnern in Moabit.“ Ihr Verband plane nun, mit seinem Büro und dem von ihm geschaffenen Museum der Trostfrauen den Bezirk Mitte zu verlassen: „Wir wollen uns dort einen neuen Standort suchen, wo man unsere Arbeit wertschätzt.“

    Die Jusos im Bezirk fordern Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) zum Rücktritt auf. Gemeinsam mit der Grünen Jugend im Bezirk verurteilen sie den Abbau der Statue als „Ausdruck einer Politik, die feministische Erinnerung marginalisiert und historische Verantwortung verdrängt. Gerade in Zeiten, in denen rechte Kräfte Geschichte umschreiben und feministische Perspektiven delegitimieren wollen, ist das ein fatales Signal.“

    Die Grüne Jugend fordert zwar nicht Remlingers Rücktritt, Allerdings hält sie deren erneute Aufstellung für das Amt der Bezirksbürgermeisterin im kommenden Jahr für „völlig inakzeptabel.“

    Die Linksfraktion Mitte kritisierte die Aktion und sprach von einem „fatalen politischen Signal“. In einer Mitteilung des Bezirksamtes heißt es lapidar: „Ungeachtet der Auseinandersetzungen hält das Bezirksamt Mitte die durch die Friedensstatue angestoßene Diskussion über sexuelle Gewalt gegen Frauen in kriegerischen Konflikten für wichtig.“

    #Deutschland #Japan #Kriegsverbrechen #Frauenfeindlichkeit #Prostitution

  • Schlosspark Pankow: 28-Jährige bei Raubüberfall angeschossen
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/volkspark-pankow-28-jaehrige-frau-wird-bei-raubueberfall-angeschoss

    Wir befinden uns im Krieg, heißt es aus Politikermund. Manche News wollen einen glaunen machen, dass es wirklich so ist. Der Untergang naht :
    Schlosspark Pankow im August 2025 = Schlosspark Babelsberg Ende 1944 - marodierende Banden geflüchteter Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener verstecken sich im Unterholz und rauben das Nötigste zum Überleben ... ist es wieder soweit?

    8.8.2025 von Andreas Kopietz - Zwei Maskierte versuchen, eine Gruppe von fünf Personen auszurauben – es kommt zum Handgemenge und zu einer Schießerei.

    Im Schlosspark Pankow hat es am frühen Morgen eine wilde Schießerei gegeben. Gegen 1.20 Uhr hatte dort nach Informationen der Berliner Zeitung eine fünfköpfige Gruppe musiziert. Plötzlich wurde sie von zwei maskierten Tätern mit Schusswaffen bedroht. Die Angreifer forderten von der Gruppe die Herausgabe von Geld.

    Ihre Forderung unterstrichen sie laut Polizisten mit der Abgabe von Schüssen in die Luft und auf die Personengruppe. Diese stürmte daraufhin auf die Täter zu. Es entwickelte sich ein Handgemenge, wobei eine 28-jährige Frau in die Hüfte geschossen wurde.

    Unter Abgabe mehrerer Schüsse flohen die Täter. Ein Rettungswagen der Feuerwehr brachte die angeschossene Frau in ein Krankenhaus. Lebensgefahr besteht dem Vernehmen nach nicht. Eine Absuche der Umgebung nach den Tätern blieb ohne Erfolg. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes übernahm die Ermittlungen.

    #Pankow #Krieg #wtf

  • Krieg in Zivil

    via ▻https://diasp.eu/p/17775967

    ▻https://www.jungewelt.de/artikel/504337.krieg-in-zivil.html

    Krankenhäuser planen Zivilverteidigung

    Auf dem Weg zur #Kriegstüchtigkeit nehmen #Politiker und #Militärs forciert das zivile Leben ins Visier. Die Phase des Mindsettings, also der Versuch einer #Konditionierung der Bevölkerung zur #Akzeptanz von #Kriegen als politisches Mittel, ist weit vorangeschritten. Es wird jetzt ergänzt von einem verstärkten Eingriff in das zivile Leben. Appelle an die Bevölkerung, sich für #Krisenzeiten ausreichend mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen, kommen noch relativ schlicht daher. Etwas anderes ist es aber, wenn chronisch klamme Kommunen von den Landesregierungen aufgefordert werden, Strukturen der #Zivilverteidigung sicherzustellen.

    [...]

  • Stoppt Netanjahu, bevor er uns alle umbringt!

    via ▻https://diasp.eu/p/17700943

    ▻https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/stoppt-netanjahu-bevor-er-uns-alle-umbringt

    Jeffrey Sachs und Sybil Fares 20. Juni 2025

    [es handelt sich um eine Übersetzung aus dem Englischen. Das englischsprachige Orginal befindet sich auf Snth hier: ▻https://seenthis.net/messages/1122104 ]

    Wir könnten schon bald erleben, wie mehrere #Atommächte gegeneinander antreten – und die Welt näher an die nukleare Vernichtung bringen.

    Seit fast 30 Jahren treibt Israels Premierminister Benjamin #Netanjahu den Nahen Osten in Krieg und Zerstörung. Der Mann ist ein Pulverfass der Gewalt. Während all der Kriege, die er angezettelt hat, träumte Netanjahu immer von dem einen großen Krieg: der Niederlage und dem Sturz der iranischen Regierung. Sein lang ersehnter Krieg, der (...)

    • (...Sein lang ersehnter Krieg, der) gerade begonnen hat, könnte uns alle in einer nuklearen #Apokalypse umbringen, sofern Netanjahu nicht gestoppt wird.

      Netanjahus Fixierung auf den Krieg geht auf seine extremistischen Mentoren Ze’ev Jabotinsky, Yitzhak Shamir und Menachem Begin zurück. Die ältere Generation glaubte, dass #Zionisten jede Gewalt – Kriege, Attentate, Terror – anwenden sollten, die notwendig ist, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich jeglichen Anspruch der Palästinenser auf eine Heimat zu beseitigen.

      Vom Fluss zum Meer: Eigentlich ein antipalästinensischer Schlachtruf

      Die Gründer von Netanjahus politischer Bewegung, dem Likud, forderten die ausschließliche zionistische Kontrolle über das gesamte Gebiet des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palästina. Zu Beginn des britischen Mandats in den frühen 1920er Jahren machten muslimische und christliche Araber etwa 87 % der Bevölkerung aus und besaßen zehnmal mehr Land als die jüdische Bevölkerung. Auch 1948 waren die Araber den Juden zahlenmäßig noch etwa zwei zu eins überlegen. Dennoch erklärte die Gründungsurkunde des Likud (1977), dass „zwischen dem Meer und dem Jordan nur israelische Souveränität herrschen wird“. Der mittlerweile berüchtigte Slogan „vom Fluss bis zum Meer“, der als antisemitisch charakterisiert wird, entpuppt sich als anti-palästinensischer Schlachtruf des #Likud.

      Die Herausforderung für den Likud bestand darin, seine maximalistischen Ziele – trotz ihrer offensichtlichen Rechtswidrigkeit nach internationalem Recht und Moral, die beide eine Zwei-Staaten-Lösung fordern – zu verfolgen.

      1996 entwickelten Netanjahu und seine amerikanischen Berater eine „ #Clean_Break“-Strategie. Sie befürworteten, dass Israel sich nicht aus den im Krieg von 1967 eroberten palästinensischen Gebieten zurückziehen sollte, um im Gegenzug regionalen Frieden zu erreichen. Stattdessen sollte Israel den Nahen Osten nach seinen Vorstellungen umgestalten. Entscheidend war, dass diese Strategie die USA als Hauptkraft zur Erreichung dieser Ziele vorsah – indem sie Kriege in der Region führten, um Regierungen zu stürzen, die sich der Vorherrschaft Israels über Palästina widersetzten. Und die USA wurden aufgefordert, Kriege im Namen Israels zu führen.

      Die „Clean Break“-Strategie wurde nach dem 11. September 2001 von den USA und Israel erfolgreich umgesetzt. Wie der Oberbefehlshaber der NATO, General Wesley Clark, kurz nach dem 11. September 2001 enthüllte, planten die USA, „innerhalb von fünf Jahren die Regierungen in sieben Ländern anzugreifen und zu zerstören – angefangen mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran“.

      Die Neugestaltung eines „neuen Nahen Ostens“

      Der erste dieser Kriege, Anfang 2003, diente dem Sturz der irakischen Regierung. Die Pläne für weitere Kriege wurden verschoben, da die #USA im Irak feststeckten. Dennoch unterstützten die USA 2005 die Teilung des #Sudan, 2006 die Invasion Israels im Libanon und im selben Jahr den Einmarsch Äthiopiens in Somalia. 2011 startete die Obama-Regierung die #CIA-Operation „Timber Sycamore“ gegen Syrien und stürzte zusammen mit #Großbritannien und #Frankreich durch eine Bombardierungskampagne (auch im Jahr 2011) die libysche Regierung. Heute liegen diese Länder in Trümmern, und viele sind in #Bürgerkriege verwickelt.

      Netanjahu war ein Befürworter dieser Kriege – sowohl öffentlich als auch hinter den Kulissen. Er befürwortete sie zusammen mit seinen neokonservativen Verbündeten in der US-Regierung, darunter Paul Wolfowitz, Douglas Feith, Victoria Nuland, Hillary Clinton, Joe Biden, Richard Perle, Elliott Abrams und andere.

      In seiner Aussage vor dem US-Kongress im Jahr 2002 warb Netanjahu für den katastrophalen #Krieg im Irak und erklärte: „Wenn Sie Saddam, Saddams Regime, beseitigen, garantiere ich Ihnen, dass dies enorme positive Auswirkungen auf die Region haben wird.“ Er fuhr fort: „Und ich denke, dass die Menschen direkt nebenan im Iran, junge Menschen und viele andere, sagen werden, dass die Zeit solcher Regime, solcher Despoten vorbei ist.“ Er erklärte dem Kongress fälschlicherweise: „Es steht außer Frage, dass Saddam nach der Entwicklung von Atomwaffen strebt, daran arbeitet und Fortschritte dabei macht.“

      Der Slogan zur Neugestaltung eines „neuen Nahen Ostens“ liefert die Devise für diese Kriege. Er wurde erstmals 1996 in „Clean Break“ formuliert und 2006 von Außenministerin Condoleezza Rice populär gemacht. Als Israel den Libanon brutal bombardierte, erklärte Rice:

      „Was wir hier in gewisser Weise sehen, ist das Wachstum – die Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens, und was auch immer wir tun, wir müssen sicher sein, dass wir den neuen Nahen Osten vorantreiben und nicht zum alten zurückkehren.“

      Der Höhepunkt jahrzehntelanger extremistischer zionistischer Manipulation

      Im September 2023 präsentierte #Netanjahu vor der UN-Generalversammlung eine Karte des „neuen #Nahen_Ostens“, auf der der palästinensische Staat vollständig ausgelöscht war. Im September 2024 erläuterte er diesen Plan anhand von zwei Karten: Ein Teil des Nahen Ostens sei ein „Segen“, der andere – darunter #Libanon, #Syrien, #Irak und #Iran – ein Fluch, da er einen Regimewechsel in den letztgenannten Ländern befürwortete.

      Israels Krieg gegen den Iran ist der letzte Schritt einer jahrzehntelangen Strategie. Wir erleben gerade den Höhepunkt jahrzehntelanger extremistischer zionistischer #Manipulation der US- #Außenpolitik.

      #Palästina #Israel #Zionismus

  • Der Fall Helsing zeigt, woran es in Deutschland krankt

    via ▻https://diasp.eu/p/17698678

    ▻https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/der-fall-helsing-zeigt-woran-es-in-deutschland-krankt/ar-AA1GWjNm - 18.06.2025

    (Artikel faz.net)

    Es ist eine beeindruckende Geschichte, die das Münchner #Start-up Helsing bislang geschrieben hat. Die neue Finanzierungsrunde über 600 Millionen Euro beschert dem gerade einmal vier Jahre alten Rüstungsunternehmen eine Bewertung von zwölf Milliarden Euro. Damit spielt Helsing in einer Liga mit den wertvollsten Start-ups des Kontinents. Und im Gegensatz zu manch anderem Hoffnungsträger lässt sich mit dem Verkauf von #Kampfdrohnen auch rasch Umsatz machen und Gewinn erzielen. Zudem ist Helsing kein Einzelfall. In Deutschland schießen softwaregetriebene Start-ups aus dem Boden, um die #Rüstungsbranche durcheinanderzuwirbeln. Nicht alle werden atemberaubende Erfolgsgeschichten schreiben, und auch Helsings Weg nach oben kann abrupt enden. Aber (...)

    • (... und auch Helsings Weg nach oben kann abrupt enden. Aber) ... ob allein oder als Partner etablierter Konzerne – die neuen Spieler haben eine wichtige vitalisierende Funktion, Deutschland für den Ernstfall kriegstüchtig zu machen.

      Doch das Beispiel Helsing macht auch schmerzhaft klar, woran es hierzulande krankt. Zwar kommt der größte Anteil der Finanzierungsrunde vom schwedischen Spotify-Gründer Daniel Ek, und auch der aus seinem Land stammende #Rüstungskonzern Saab ist mit im Boot. Ansonsten ist aber viel amerikanisches Geld im Spiel, um einen neuen „deutschen“ Rüstungschampion zu schmieden. Wo sind die deutschen #Milliardäre, Familiy Offices und sonstigen Investoren?

      Warum müssen hiesige Hoffnungsträger – nicht nur in der #Rüstungsindus­trie – für das ganz große Geschäft irgendwann den Schritt über den Großen Teich tun? Wenn #Deutschland und Europa technologisch unabhängiger werden wollen, muss die Regulierung für Investoren kritisch hinterfragt und wenn nötig durch kluge Anreizsysteme ersetzt werden. Amerikanische Fonds haben die Chancen längst erkannt, die der europäische Billionenmarkt für Rüstung bietet. Sie setzen auf America first.

    • oAnth, 19. Juni 2025

      Mich würde interessieren, was man genau als den entscheidenden Unterschied zwischen einem sog. ‘Startup’ und einer Firmenneugründung zu verstehen hat - es ist doch wohl die Art und Weise der Finanzierung, die Kombination diverser Geldgeber, und die unmittelbare Einflussnahme dieser auf die Weiterentwicklung und zukünftige finanzielle Ausstattung des wie auch immer formal zu kategorisierenden Unternehmens.

      (vgl. ▻https://www.de.digital/DIGITAL/Redaktion/DE/Gruenderwettbewerb/Artikel/Gruendungswissen/Rechtsformen.html)

      Im Artikel wird zwar auf die sog. Vorbildfunktion der amerikanischen Investitionsbereitschaft verwiesen, bedauerlicherweise aber, ohne diese genauer unter die Lupe zu nehmen:

      Bei wie vielen dieser zahlungspotente Investoren handelt es sich defacto um Under-Cover-Geheimdienst-Gründungen mit dem Ziel, junges universitär gut ausgebildetes #Know-How, d.h. gesuchte Spitzen- #Fachkräfte im europäischen Umfeld sowohl finanziell zu binden als technologisch zu überwachen, bzw. durch späteren (+/- erzwungenen) Verkauf der Neugründung in die us-amerikanischen #Rüstungsindustrie incl. evtl. Patente beruflich und rechtlich zu übernehmen.

      Der #IRA (US - Inflation Reduction Act) erweist hierbei zusätzlich seine qualitäts- und produktions-absaugende Wirkung

      Die oben geschilderte - nicht nur geheimdienstliche -Praxis hat sich im IT-Bereich über nunmehr mehr als 2 Jahrzehnte so gut wie unwidersprochen breit gemacht - spätestens seit der Corona-Pandemie wartet man auf ein kritisches Wort hierzu seitens der MSM vergeblich.

      Wer also die US-amerikanische Praxis als nachahmenswert anpreist, sollte sich vorab darüber informieren, was von dieser Handhabung er wie in einem europäischen und spezifisch deutschen Umfeld realisiert sehen möchte, und auf welche Art und Weise er sich gegen die US-amerikanische Finanz- und #Spionagemacht zu schützen gedenkt.

      Im Zeichen der hegomonialen medialen und militärischen Kontrolle via #NATO-Institutionen sicherlich eine Mamutaufgabe, die mit erheblichen ideologischen Grabenkämpfen und medial abgestimmter US-NATO- #Propaganda, d.h. de facto psychologischer #Kriegsführung und #Desinformation, einhergehen dürfte.

  • 11.06.2025 Kräfteverhältnis #NATO - #Russland

    via ▻https://diasp.eu/p/17681551

    Greenpeace Studie entkräftet Kriegrhetorik

    Gestern waren wir auf einer Veranstaltung zur „Digitalen Aufrüstung“, wo auch Experten zur konventionellen Aufrüstung darüber berichtet haben, dass von einer „russischen Überlegenheit in 3-5 Jahren“ keine Rede sein kann. Sie verwiesen dabei auf eine Studie, die Greenpeace - völlig unverdächtig als "russische Wegwerf-Agenten tätig zu sein - zusammen mit den Daten von SIPRI erstellt haben.

    Seltsamerweise findet Google - nicht nur verdächtig, sondern nachgewiesen in den Anfangsjahren von der CIA finanziert - dazu nur Links, die nicht funktionieren:

  • Cognitive Warfare - Softpower

    via ▻https://diasp.eu/p/17616134

    via ▻https://x.com/JonasToegel/status/1920355803581599779

    Noch immer ist die Tatsache weitgehend unbekannt, dass Soft Power unter den Namen „#Nudging“ weltweit unter anderem in den Bereichen #Gesundheit und #Klima eingesetzt wird. [vgl. im Video: 40:30 - 42:00 Min.]

    Dr. Jonas Tögel: Wie mit #SoftPower unsere Gedanken und Gefühle gelenkt werden || 2025-05-07

    ▻https://www.youtube.com/watch?v=5r7SdXijbG0

    Im November 2024 war ich bei dem Symposium des Netzwerks der Kritischen Richter und Staatsanwälte (KriSta) eingeladen und habe über Propaganda im 21. Jahrhundert gesprochen. Die anderen Vorträge hielten Prof. Dr. Rupert Scholz, Prof. Dr. Katrin Gierhake und Prof. Dr. Bernd Stegemann.

    #kognitive #Kriegsführung #Cognitive #Warfare - #Softpower

  • Blackout in Spanien – #Kernkraft und #Solar als Rettung? Interview Vero Wendland

    via ▻https://diasp.eu/p/17613872

    Prof. Dr. Christian Rieck 03.05.2025 (1 h)

    ▻https://www.youtube.com/watch?v=ihDK1fuOM5c

    Erstmalig ist es durch „#Erneuerbare Energien“ zu einem Blackout gekommen – aber die #Kernkraftwerke haben nicht dagegen gehalten, sondern sich abgeschaltet. Mehr über #Stromnetze, #Blackoutgefahr und das Zusammenspiel von Kernkraft mit Erneuerbaren in diesem Video.

  • Kampfgruppe Osthafen : Unbekannte Widerständler
    ▻https://taz.de/Kampfgruppe-Osthafen/!6083152


    En Allemagne il n’y a eu peu de résistance armée contre le régime nazi. Le « groupe de combat / port du nord » à Berlin est un rare ecemple pour la lutte antifasciste militaire.

    22.4.2025 von Peter Nowak - Arbeiter aus Friedrichshain verübten in den letzten Kriegstagen Anschläge auf die SS. Nun wird an sie erinnert.

    In der Stralauer Straße 26 in Friedrichshain erinnert ein Stolperstein an den 1895 geborenen Paul Schiller, der hier einst wohnte: „Im Widerstand/KPD, Kampfgruppe Osthafen, tot 23.4.1945“ steht darauf geschrieben. Nun ist für seinen 80. Todestag am Mittwoch auch eine Gedenkveranstaltung geplant. Damit wollen Stadtteilgruppen gemeinsam mit der VVN/BdA auch an eine weitgehend unbekannte Berliner Widerstandsgruppe erinnern.

    Über die Kampfgruppe Osthafen findet man in Büchern und Ausstellungen über den antifaschistischen Widerstand wenig. Bekannt ist: Sie setzte sich überwiegend aus Pro­le­ta­rie­r*in­nen zusammen, die sich seit Jahrzehnten kannten. Viele arbeiteten im Osthafen an der Stralauer Allee und lebten im Südkiez von Friedrichshain rund um den Rudolfplatz. Hier konzentrierte sich auch im April 1945 ein Großteil ihrer Aktivitäten. Sie entwaffneten SS-Leute, verübten Anschläge gegen SS-Einrichtungen, überredeten Wehrmachtsangehörige zum Desertieren und versteckten sie in einem Keller.

    Wieder entdeckt wurde die Gruppe durch zwei Friedrichshainer Stadtteilinitiativen. „Ein Anwohner überreichte uns das Buch ‚Kampftage in Berlin‘ von Heinz Müller“, sagt Timo Steinke von „Wem gehört der Laskerkiez“. Es ist Mitte der 1970er Jahre in der DDR erschienen und eine der wenigen Quellen, die über die Kampfgruppe Osthafen berichten. Dafür konnte Müller noch Zeit­zeu­g*­in­nen befragen, etwa Gertrud Lewke, die erst Anfang der 1990er Jahre verstorben ist.

    „Mit der Gedenkveranstaltung für Paul Schiller wollen wir an einen Antifaschisten erinnern, der im April 1945 den NS-Terror schneller beenden wollte“, sagt Carsten Fuchs von „Wir bleiben alle Friedrichshain“. „Zudem wollen wir dafür sorgen, dass der Widerstand der Kampfgruppe Osthafen endlich auch von His­to­ri­ke­r*in­nen anerkannt wird.“

    Mehr Forschung notwendig

    Im Buch wird ausführlich über ein Attentat auf drei hochrangige SS-Angehörige Anfang März 1945 auf der Avus berichtet, für das die Kampfgruppe Osthafen verantwortlich gewesen sein soll. Die Aktion hatte damals sogar in der britischen Presse Schlagzeilen gemacht. Dagegen wird in der ZDF-Serie „Mord und Totschlag unterm Hakenkreuz“ der Anschlag als ungeklärter Mordfall geführt.

    Auf eine Anfrage erklärt Peter Hartl vom für die Sendung zuständigen Terra-X-Team, dass ihnen das Buch und die dortige Version des Anschlags nicht bekannt seien. „Gerne hätten wir mehr Belege und Quellen zu den Aktionen der Gruppe, die sich aber eigentlich nur durch Archive und tiefergehende Recherchen organisieren lassen“, betont Steinke die Notwendigkeit, über die Kampfgruppe Osthafen weiter zu forschen.

    Mehr zum Thema
    Schwarz-Weiß-Aufnahme , junge Frauen in Mänteln und Kappen schauen zum Boden
    Das Foto zeigt einen Blick in die Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Wderstand.
    Ein altes Filmposter mit der Aufschrift „Die Rote Kapelle“

    #Berlin #Friedrichshain #Stralauer_Allee #Nodfhafen #Antifaschismus #Nazis #Krieg #Attentat #Geschichte

  • 21. und 22. April 1945: Die Schlacht um Berlin geht in ihre Endphase
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/21-und-22-april-1945-die-schlacht-um-berlin-geht-in-ihre-endphase-l

    22.4.2025 von Ingar Solty - Heute vor 80 Jahren wurde bitterlich um die Hauptstadt gekämpft. Eine Rekonstruktion.

    Bei dieser historischen Rekonstruktion der letzten Phase des Zweiten Weltkriegs, von Ingar Solty verfasst, handelt es sich um eine vierteilige Reihe. Dies ist der dritte Teil.

    Es ist der 21. April 1945 und die Schlacht um Berlin erreicht die Innenstadtbezirke. Der „Völkische Beobachter“ lügt noch am selben Tag, dass „in der Zeit von 9 bis 16 Uhr ein Übungsschießen einer Flakbatterie im Norden Berlins“ stattfinden werde. Als dann um 11.30 Uhr Artilleriefeuer russischer Kanonen bereits den Hermannplatz in Neukölln und damit erstmalig Innenstadtboden erreicht, löst dies eine Massenpanik aus. Am Ende des Tages ist der Ring um Berlin fest geschlossen. „Angenagelt zwischen Müggelsee und Havel, zwischen den sandigen Heideflächen des Barnim im Norden und den Kiefernwäldern des Teltow im Süden“, schreibt später der Kriegsschriftsteller Theodor Plivier, „blieben Million Frauen und Männer und Kinder und warteten auf die Sintflut.“

    Am Folgetag, als im Telegrafenamt in der Oranienburger Straße das letzte Telegramm eintrifft (aus Tokio: „Viel Glück für euch alle“), erklärt Goebbels, dass „alle, die weiße Fahnen hissen, erschossen werden“. Am Abend desselben Tages wird im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt noch einmal die „Zauberflöte“ aufgeführt, während die Ostfrontlinie durch das Vorrücken der Roten Armee nun mittlerweile bereits entlang der Linie Lichtenberg – Niederschönhausen – Frohnau verläuft. Die Innenstadtbezirke werden nun unter direkten Dauerbeschuss genommen, erwidert mit Dauerfeuer vom Flakturm im Friedrichshain. „Fontänen aus Pflastersteinen, aus Asphaltstücken, aus Dreck stiegen aus den Berliner Straßen auf. Schwere Granaten aus Fernkampfgeschützen rissen Breschen in ganze Häuserfluchten. Die Bevölkerung saß in den Kellern mit Koffern und Betten und ihrer ganzen Habe und konnte die Keller eigentlich nicht verlassen und mußte es doch tun, und wenn schon zu keinem anderen Zweck, als um Wasser zu holen. Man konnte das Leben riskieren, aber ohne Wasser konnte man nicht leben“, schreibt Plivier. Einen Tag später schiebt sich die Front im Osten nach Friedrichshain vor.

    Die Rote Armee ist bis dahin auf der östlichen Verlängerung der Frankfurter Allee vorgerückt, die zum 30. Jahrestag des Kriegsendes den Namen „Straße der Befreiung“ erhalten, nach 1990 dann aber wieder in das zuvor kaum gebräuchliche „Alt-Friedrichsfelde“ umbenannt wird. Seit 2015 bemüht sich die Linke um eine Rückumbenennung.
    Von Teilen der Bevölkerung kann die Rote Armee Unterstützung erwarten

    Jetzt, am 23. April, liegt der Frontverlauf entlang der Linie Tegel – Humboldthain – Wollankstraße – S-Bahnhof Schönhauser Allee – Friedrichshain, entlang des S-Bahn-Ringes vom Bahnhof Landsberger Allee bis Frankfurter Allee – Teltow-Kanal. Während nördlich von Berlin die Rote Armee bei Oranienburg das KZ Sachsenhausen mit etwa 3000 zurückgelassenen Kranken, aber auch Pflegern und Ärzten befreit und in Berlin-Mitte in der Invalidenstraße die SS Widerstandskämpfer erschießt, beginnen nun die Kämpfe der 5. Stoßarmee um den Zentral-Vieh- und Schlachthof an der Storkower Straße und – am S-Bahn-Ring an der Frankfurter Allee liegend – rückte die Rote Armee am selben Tag in Richtung Wilhelmstraße und Berliner Machtzentrum vor, allerdings auf die parallele Scharnweberstraße ausweichend, um dem Beschuss der Frankfurter Allee durch SS-Verbände im Flakbunker auszuweichen.

    8. Mai 1945, Berlin, sowjetische Panzer: nach Tagen heftiger Kämpfe kapitulierte die deutsche Armee

    8. Mai 1945, Berlin, sowjetische Panzer: nach Tagen heftiger Kämpfe kapitulierte die deutsche ArmeeWorld History Archive/imago

    „Sie gingen in voller Breite durch die Häuser und schossen sich die Giebel frei – Haus für Haus“, notiert der kommunistische Widerstandskämpfer Erwin Reisler in sein heimlich geführtes Tagebuch.

    Während der sowjetische Frontkorrespondent Boris Polewoi die strategische Orientierung so beschreibt: „Die Gefechte in Berlin, unter den spezifischen Bedingungen der Stadt, erforderten eine neue Taktik unsererseits. Jedes Haus wurde ein Bunker, jede Straße eine Verteidigungslinie. Ob man sie umging, ob man gegen ihren rückwärtigen Raum vorstieß, jedes Objekt mußte einzeln genommen werden, denn es gab keinen Platz, auf den der Gegner hätte zurückgehen können. So bildeten wir an der Front eine neue Art von Einheiten, sogenannte Sturmabteilungen: Truppenteile aus Schützeneinheiten, Panzern, Selbstfahrlafetten, mitunter auch ‚Katjuschas‘, und immer eine Pioniergruppe; die Panzer, sozusagen organisatorisch, verschmolzen mit der Infanterie. Sie wirkten nicht nur zusammen, sondern unterstützten sich aktiv im Gefecht.“

    „Der Straßenkampf“, schreibt der Oberbefehlshaber der 8. Gardearmee W.I. Tschuikow, „hat seine eigenen Gesetze, die man immer beachten muß (…). Der Gegner hockt in Kellern und Gebäuden. Kaum zeigt man sich, schon krachen Schüsse, detonieren Handgranaten.“

    Von Teilen der Bevölkerung kann die Rote Armee Unterstützung erwarten. Der deutsche Antifaschist Ernst Kehler, der als Soldat der 1. Belorussischen Front und Frontbevollmächtigter des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ in seine Heimat zurückkehrt, beschreibt das Kriegsende so: „[Auf dem Weg] zu meinem neuen Einsatzbereich [in] Berlin-Mitte (…) waren neben weißen Fahnen in Riesenbuchstaben noch die faschistischen Losungen ‚Berlin bleibt deutsch‘, ‚Siegen oder Sibirien‘ zu erkennen. Entfernte sich der Gefechtslärm, kamen einzelne Gestalten auf die Straßen. Elend, Kriegsmüdigkeit und Verzweiflung beherrschten die Menschen. Aber ebenso unvergeßlich ist es mir, daß wir in der Uniform der Roten Armee auf unserem langen Weg von Berliner Frauen und Männern wiederholt Hinweise und Warnungen erhielten. … ‚Geht hier nicht weiter, drüben im Eckhaus liegt noch ein Schützennest.‘ Oder: ‚Nehmt den Weg durch die Hauseingänge über die Höfe. Auf der Straße ist noch kein Weiterkommen.‘“
    Das Vorrücken der Roten Armee

    Mit vielen antifaschistischen Widerstandskämpfern, die aus ihren Keller- und Laubenkolonieverstecken auftauchen, kommt es zu Verbrüderungsszenen. In Arbeiterbezirken, wie dem Wedding, macht die Rote Armee sehr schnelle Vorstöße, weil die Bevölkerung sich sicher genug fühlt, weiß und vielfach rot zu flaggen. Andernorts gelingt es deutschen kommunistischen Widerstandskämpfern in der Verkleidung von Wehrmachts- und SS-Uniformen, ganze Truppenteile zu entwaffnen oder zur Kapitulation zu bringen und außerdem Munitionsdepots zu sprengen, hohe SS-Funktionäre aus dem Reichssicherheitshauptamt in die Falle zu locken und zu erschießen und die Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. Eine von diesen Gruppen ist die „Kampfgruppe Osthafen“, die, wie Heinz Müller in „Kampftage in Berlin“ beschreibt, aus Wohnungen in der Simon-Dach-Straße 32 und der Boxhagener Straße 22 heraus agiert. Manche der Antifaschisten bezahlen diese gefährliche Mission noch in den letzten Kriegstagen mit dem Leben.

    Die Nacht vom 23. zum 24. April verläuft ruhig. Aber dann, so schreibt Heinz Rein im Dokumentarroman „Finale Berlin“, „als das Licht des neuen Tages durchdringt, wird die Stille durch eine ungeheure Kanonade zerrissen. Es ist 5 Uhr 15 Minuten: das Trommelfeuer der rings um Berlin in den Vororten aufgefahrenen russischen Artillerie hat begonnen. Das Trommelfeuer dauert 45 Minuten, dann treten die russischen Infanterie- und Panzerverbände zum Angriff an. Vom Süden her überschreiten sie den Teltow-Kanal und dringen in Neukölln, Britz, Lichterfelde, Zehlendorf und Neubabelsberg ein, von Tegel und Reinickendorf stoßen Panzerverbände bis zum Wedding vor und stoppen ihren Vormarsch erst am Nordhafen und an der Ringbahn in unmittelbarer Nähe des Lehrter Bahnhofes, andere Panzerverbände dringen von Norden her durch den Tegeler Forst und über die Jungfernheide an den Spandauer Schiffskanal vor, überschreiten ihn trotz der Sprengung aller Brücken und dringen in Siemensstadt ein, um Fürstenbrunn, zwischen Westend und Spandau, entbrennt ein heftiger Kampf, ebenso um den Damm der Stichbahn nach Gartenfeld.“

    30. April 1945: Sowjetische Kanoniere kämpfen auf Berlins Straßen.

    30. April 1945: Sowjetische Kanoniere kämpfen auf Berlins Straßen.Ryumkin/imago
    Das Angriffsziel wird befehlsgemäß angeflogen und bombardiert

    Der Widerstand ist unterschiedlich intensiv. Die SS-Verbände, die die Parole „Pardon wird nicht gegeben!“ ausgeben, sind die einzigen, die gut ausgerüstet sind und erbitterten Widerstand leisten. Die Zivilbevölkerung wird auf dem Altar des Faschismus geopfert. „Als der Friedrichshain Kampfgebiet und die Schultheiss-Patzenhofer-Brauerei in der Landsberger Allee Ecke Tilsiter Straße (heute Richard-Sorge-Straße) verteidigt wird“, schildert Rein eine vielfach bezeugte, besonders scheußliche Episode aus der Schlacht um Berlin, „wird – um das Leben der Zivilbevölkerung zu schonen – von den Russen die Räumung des Viertels zwischen Friedrichshain und Zentralviehhof befohlen. Tausende entsteigen den dunklen Katakomben (…). Durch die Landsberger Allee und Landsberger Chaussee zieht der endlose Zug der Flüchtlinge ostwärts, mit Kinderwagen, kleinen Transportkarren, Leiterwagen, Greise und Greisinnen an Stöcken, Beinamputierte in Selbstfahrern, Kinder auf den Armen und an den Händen der Mütter, abgezehrte, verhärmte, übermüdete Menschen, ausgebrannt von Angst, geschüttelt von Entsetzen, aber bewegt von dem Willen zum Leben. Sie alle begeben sich in den Schutz der russischen Etappe, um sich vor den Granaten der eigenen Landsleute in Sicherheit zu bringen (…). – Die Landsberger Chaussee ist eine breite Straße, sie stößt zwischen Lauben, Gärten, Feldern und Neubausiedlungen aus der Enge der Stadt ins offene Land hinaus. Nicht nur die Flüchtlinge sind auf ihr, auf der nördlichen Straßenseite rollt der Nachschub der russischen Armee stadteinwärts (…). So wälzen sich zwei Ströme durch die Landsberger Chaussee, ostwärts die Frauen, Greise und Kinder des geschlagenen, westwärts die Söhne des siegreichen Volkes. – Da tönt von irgendwo, noch von weit her, ein Brummen, es klingt, als sei ein Schwarm von Bienen unterwegs, aber das Geräusch schwillt unheimlich schnell an, wird zum Dröhnen und Donnern. Die Menschen auf der Straße blicken verwundert auf den anfliegenden Verband, zehn, zwölf, fünfzehn, zwanzig Maschinen scheinen es zu sein, sie halten geraden Kurs auf die Straße … Russische Flugzeuge, die vom Fronteinsatz zurückkehren? Nein, das sind deutsche Maschinen vom Typ Ju 87, sie wachsen riesengroß heran, die schwarzen Kreuze auf den Tragflächen sind schon zu erkennen. Die Flüchtlinge ziehen unbekümmert weiter. Was haben sie von deutschen Flugzeugen zu befürchten? Da geschieht das Unerwartete, Unwahrscheinliche, Unglaubliche – die deutschen Sturzkampfflugzeuge stürzen sich mit aufheulenden Motoren auf den Nachschub der Russen, es kümmert sie nicht, daß auf der gleichen Straße Zehntausende von deutschen Menschen in die Zone des Hinterlandes ziehen. Das Angriffsziel wird befehlsgemäß angeflogen und bombardiert. Immer wieder stürzen sich die Stukas auf die Straße, ziehen die Maschinen singend in die Höhe und stoßen wieder wie gierige Raubvögel herab. Als sie abfliegen, bleiben an den Rändern der Landsberger Chaussee Hunderte von Toten und Verletzten zurück, deutsche Menschen, niedergemetzelt von deutschen Fliegern mit deutschen Bomben und deutschen Bordkanonen (…)“.
    Einnahme des Schlesischen Bahnhofs gestaltet sich als äußerst schwierig

    Der am Petersburger Platz aufgewachsene, spätere Bauingenieur Werner Lindner erinnert sich an diese Mordaktion: „Dann kamen andere Russen. Es waren Kampftruppen. Die schrien: ‚Alles raus, Germanski-Flieger Bombardement!‘ Alle Leute ergriffen ihr Handgepäck und flüchteten über den Viehhof, und weiter über den Bahnhof Landsberger Allee, durch die Lauben in Richtung Steuerhaus und weiter. Tatsächlich gerieten sie in einen deutschen Bombenangriff auf sowjetische Artilleriestellungen. Unterwegs sahen sie tote Menschen und Pferde liegen.“

    In Friedrichshain dringt noch am selben Tag die Rote Armee im Häuserkampf entlang der Frankfurter Allee vor, während zugleich unter schweren Gefechten am Bahnhof Wedding der Innere Verteidigungsring durchbrochen wird und das 7. Korps mit geringerem Widerstand vom Prenzlauer Berg in Richtung Alexanderplatz durchbricht sowie die 301. Schützendivision auf der Höhe Treptower Park die Spree überwindet und das Kraftwerk Rummelsburg unzerstört und betriebsfähig unter ihre Kontrolle bringt. Am frühen Nachmittag erscheint zum vorletzten Mal die Nazi-Zeitung „Der Angriff vereinigt mit Berliner illustrierter Nachtausgabe“ und titelt: „Berlins heroischer Widerstand ist ohne Beispiel“.

    Am 25. und 26. April, als sich bei Torgau an der Elbe bereits US-Soldaten und Rotarmisten begegnen, macht die 5. Stoßarmee im Berliner Osten nur geringe Fortschritte. Vor allem die Einnahme des Schlesischen Bahnhofs (heute Ostbahnhof) gestaltet sich als äußerst schwierig. Am 27. April, während Heinrich Himmler gegen den Willen Hitlers noch versucht, mit den Westmächten über eine Teilkapitulation zu verhandeln, ist jedoch auch der Bahnhof vollständig erobert und bis zum Folgetag sind auch die Gebiete um den Alexanderplatz, die Flughäfen Tempelhof und Gatow sowie Spandau, Teile von Schöneberg, Tempelhof und Kreuzberg befreit. Die Schlinge um das Regierungsviertel, Hitlers Machtzentrum, zieht sich zu. Während in Italien am 28. April Hitlers Bündnispartner Benito Mussolini mit seiner Geliebten am Comer See aufgestöbert, erschossen und seine Leiche öffentlich zur Schau gestellt wird, reduziert sich in Berlin bis zum 29. April Hitlers Machtbereich auf 25 Quadratkilometer zwischen Regierungsviertel und Tiergarten. Am selben Tag erscheint die letzte Ausgabe von „Der Panzerbär: Kampfblatt für die Verteidiger Gross-Berlins“. Am Vorabend hatte er noch getitelt: „Wir halten durch! Die Stunde der Freiheit wird kommen“.

    Ein deutscher Soldat sitzt in den Ruinen des Reichstags in Berlin, nachdem die russische Armee 1945 in die Stadt einmarschiert war.

    Ein deutscher Soldat sitzt in den Ruinen des Reichstags in Berlin, nachdem die russische Armee 1945 in die Stadt einmarschiert war.United Archives/imago
    „Alle Räume und Gänge sind belegt und verstopft mit Schwerverwundeten“

    Am 30. April bzw. am 1. Mai stehlen sich Hitler und Goebbels aus ihrer Verantwortung und nehmen sich im Führerbunker das Leben, um, so Hitler in seinem Testament vom 29. April, „der Schande des Absetzens oder der Kapitulation zu entgehen“. Hitlers Leiche wird, wie testamentarisch verfügt, „an der Stelle verbrannt“, wo er „den größten Teil meiner täglichen Arbeit im Laufe eines zwölfjährigen Dienstes an meinem Volke geleistet habe (…)“. Die Staatsführung lügt jedoch und vermeldet erst am 2. Mai, dem Tag der Kapitulation Berlins, „der Führer“ sei „beim Kampf um Berlin gefallen“. Am selben Tag hisste der Rotarmist Michail Petrowitsch Minin schon die rote Fahne auf dem Reichstagsgebäude, aufgenommen in einer berühmten Fotografie von Jewgeni Chaldej.

    „DEM DEUTSCHEN VOLKE, so leuchtete es in goldenen Lettern über dem Hauptportal des Gebäudes“, schreibt später Theodor Plivier. „Die deutschen Stämme hatten nach der Reichsgründung im Jahre 1871 hier ein gemeinsames Dach gefunden. An dem Rednerpult dieses Hauses hatten ein Bismarck, ein Bethmann Hollweg, ein Prinz Max von Baden gestanden, aber auch ein Liebknecht, senior und junior, ein Bebel und Ledebour und eine Rosa Luxemburg. Hier, aus einem Fenster der Westfassade heraus, hatte Philipp Scheidemann am 9. November 1918 die Republik ausgerufen. Es hat auch einen Reichstagsbrand und einen Reichstagsbrandprozeß gegeben. Im Qualm dieses Brandes, der den großen Sitzungssaal zerstörte und die Glaskuppel durchschlug, hatte das Dritte Reich seinen Anfang genommen, und es sah so aus, als ob es auch hier in Qualm und Feuer sein Ende nehmen sollte (…).“

    Der deutsche Schauspieler Günter Lamprecht, bekannt aus Rainer-Werner-Fassbinder-Filmen, dem „Tatort“ und der Fernsehserie „Babylon Berlin“, war als 15-jähriger Hitlerjunge beim Kampf um die Reichsbank am Werderschen Markt, wo heute das Auswärtige Amt untergebracht ist, dabei. An den 27. April erinnert er sich: „Alle Räume und Gänge sind belegt und verstopft mit Schwerverwundeten, mit Sterbenden. Das unaufhörliche Trommelfeuer und die Bombardements der letzten Tage, das widerliche Sausen der Stalinorgeln richtete sich jetzt nur noch auf den Kern, Berlin-Mitte.“ In einem Kasinoraum des Gebäudes stößt Lamprecht, der als Kurier eingesetzt war, auf „eine Theke voller Sektflaschen, auf Schinken, Würste und andere Delikatessen“, und an einem Tisch lagen sieben oder acht Menschen, darunter fünf Waffen-SS-Offiziere, „vornübergebeugt auf der Tischplatte oder hingen aus den stattlichen Sitzmöbeln seitlich heraus, fast alle Köpfe waren zerschmettert. Hier hatte der Krieg schon sein Ende gefunden. So feige Hunde, sich einfach zu verdrücken! Tags zuvor hatten solche noch Fahnenflüchtlinge, einfache Landser, an den Laternen und Bäumen aufgehängt.“

    Sowjetische Soldaten zeigen auf einen Trümmerhaufen im Hof <br><br>des Reichskanzleramts in Berlin, wo die sterblichen Überreste von Adolf Hitler (1889–1945) und seiner Frau Eva Braun (1912–1945) nach ihrem Selbstmord begraben sind.

    Sowjetische Soldaten zeigen auf einen Trümmerhaufen im Hof

    des Reichskanzleramts in Berlin, wo die sterblichen Überreste von Adolf Hitler (1889–1945) und seiner Frau Eva Braun (1912–1945) nach ihrem Selbstmord begraben sind.
    World History Archive/imago

    Sexualisierte Gewalt

    Stalin hat Wert darauf gelegt, Berlin am 1. Mai, zum symbolträchtigen internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, zu erobern. Er ist auch getrieben von der Angst, dass sich die Berichte über Verhandlungen zwischen Hitler und den Westalliierten und gar einem gemeinsamen Krieg gegen die Sowjetunion bewahrheiten könnten. Viele Rotarmisten bezahlen dies mit dem Tod. In Teilen Berlins wird jedoch trotzdem noch am 2. Mai gekämpft, u.a. rund um die Flaktürme im Friedrichshain, die erst im Mai 1946 gesprengt werden sollen und seither unter dem Großen und Kleinen Bunkerberg („Mont Klamott“ und „Hoher Schrott“) begraben liegen, als solche 1968 von Wolf Biermann und 1983 von Tamara Danz mit der Band Silly besungen. Viele Flakhelfer sind dabei minderjährig, nicht wenige von ihnen Mädchen. Zuletzt wird auch in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg noch gekämpft, wo sich die SS-Einheiten in den Kellerräumen verschanzt haben. In der Nacht vom 8. zum 9. Mai unterzeichnen aber schließlich Generalfeldmarschall Keitel für die Wehrmacht, Generaladmiral von Friedeburg für die Kriegsmarine und Generaloberst Stumpff für die Luftwaffe in Karlshorst die Kapitulationserklärung. Daran erinnern wird später das „Deutsch-Russische Museum“, das aber 2022 nach Beginn des Ukrainekriegs in „Museum Berlin-Karlshorst“ umbenannt werden wird.

    Die Zivilbevölkerung zahlt für die Schlacht um Berlin einen hohen Preis. Aus Sorge um Racheaktionen seitens der russischen, ukrainischen, belarussischen usw. Soldaten für das durch den deutschen Vernichtungskrieg im Osten erlittene Leid erlässt der sowjetische Marschall Rokossowski den Befehl, dass Plünderungen und Vergewaltigungen mit Kriegsrecht oder unverzüglicher Erschießung zu ahnden seien. Wie Miriam Gebhardt in „Als die Soldaten kamen“ aufgearbeitet hat, kommt es auch zu zahlreichen standrechtlichen Erschießungen und später dann Gerichtsurteilen zu fünfjähriger Lagerhaft. Auch berichten viele, so wie Ursula Spaltowsky in ihrem Tagebuch, von ihrer Überraschung, wie wenig die sowjetischen Soldaten dem Bild der „Menschenfresser“ entsprachen, das man von ihnen gezeichnet hatte. Trotzdem sollen nach der Befreiung von Berlin bis zu 100.000 Frauen vergewaltigt worden sein, wie Helke Sander und Barbara Johr in ihrem Buch „BeFreier und Befreite“ schätzen. „Die Faktoren, die sexuelle Gewalt begünstigen“, schreibt Gebhardt, „waren offensichtlich stärker als die abschreckenden oder disziplinierenden Maßnahmen.“

    Gisela Schulz musste als Siebenjährige im Keller der Grünberger Straße 63 im Ortsteil Friedrichshain die Vergewaltigung ihrer Mutter miterleben: „Ich wusste nicht, was das war. Ich schrie und schrie und schrie. Dann hatte sie wieder eine Pistole auf der Brust, es sollte weitergehen. Aber ein Offizier schickte die Soldaten weg. Die durften das ja nicht, aber sie taten es. Die wollten sich rächen, die haben uns Deutschen nie vergessen, was wir mit denen gemacht haben. Meine Mutter war dann schwanger. Ein Arzt nahm ihr das Kind ab.“

    #Berlin #Prenzlauer_Berg #Prenzlauer_Allee #Danziger_Straße
    #Geschichte #Krieg #Befreiung #Rote_Armee

  • 80 Jahre Kriegsende: 30 Orte für Ihr Gedenken in Berlin
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/80-jahre-kriegsende-gedenken-li.2317209

    17.4.2025 von Carola Tunk - Der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus jährt sich 2025 zum 80. Mal. Die Gedenk-Highlights in unserem großen Überblick.

    Selbst das größte Grauen ist irgendwann vorbei. Der Zweite Weltkrieg fand sein Ende am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Am 8. Mai 2025 jährt sich der Tag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus zum 80. Mal. Deutschland gedenkt der Opfer der NS-Zeit mit zahlreichen Veranstaltungen, darunter Ausstellungen, Theateraufführungen und Musikdarbietungen. Wir haben die dreißig spannendsten für Ihr ganz persönliches Gedenken ausgewählt.

    1.„… endlich Frieden?!“ Open-Air-Ausstellung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes

    Die Ausstellung gilt als ein medialer Höhepunkt der Gedenk-Festlichkeiten in Berlin. Sie widmet sich den Fragen „Was bedeutete das Kriegsende für die Menschen damals? Welche weitreichenden Folgen hatte die Niederlage Nazi-Deutschlands?“ Auch Zeitzeugen kommen zu Wort.

    Freitag, 02. Mai–11. Mai. Pariser Platz. 10117 Berlin. „... endlich Frieden?!“

    ... endlich Frieden?! – so lautet der Titel einer Ausstellung vor dem Brandenburger Tor.

    ... endlich Frieden?! – so lautet der Titel einer Ausstellung vor dem Brandenburger Tor.Museum Berlin-Karlshorst, Sammlung Iwan Schagin

    2. Mit Trümmern Träume bauen – Ausstellung

    In drei Abschnitten erzählt die Ausstellung vom Grauen des Krieges, der Rolle der Kunst- und Kulturämter in der Errichtung einer neuen Kunstlandschaft und vom Wiederaufbau sowie der Neugründung der Hochschule für Bildende Künste.

    05. April–01. Juni. Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin.
    Mit Trümmern Träume bauen.

    „Mit Trümmern Träume bauen“ – so lautet der Titel einer Ausstellung in der Kommunalen Galerie.

    „Mit Trümmern Träume bauen“ – so lautet der Titel einer Ausstellung in der Kommunalen Galerie.Kulturprojekte Berlin

    3. Mythos Stauffenberg – und der Nachhall in der BRD – Führung

    Diese politische Stadtführung in und um den Bendlerblock beschäftigt sich mit dem Umsturzversuch am 20. Juli 1944 ebenso wie mit den Vorstellungen und Plänen der Verschwörer für die Nachkriegsordnung Deutschlands.

    Di., 22. April, 18–20 Uhr. Bendlerblock, Stauffenbergstraße 13, 10785 Berlin. Eintritt: 12 Euro, Tickets per E-Mail: crossroads@besondere-orte.com Tickets per Telefon: 030/ 526 802 135. Mythos Stauffenberg.

    Bendlerblock, Innenhof mit Ehrenmal

    Bendlerblock, Innenhof mit Ehrenmalimagebroker/Imago

    4. Die 68er – und der lange Schatten der NS-Vergangenheit – Führung

    Bei diesem politischen Spaziergang in Charlottenburg an Originalschauplätzen der Studierendenbewegung geht es um folgende Fragen: Wie kam es zu dieser studentischen Bewegung? Wie war die gesellschaftliche Stimmung in den 60er-Jahren? Welche Bedeutung spielten die Auschwitzprozesse in Frankfurt für die Protestbewegung? Was folgte aus dieser Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit für das gesellschaftliche Klima, die politische Entwicklung der Bundesrepublik und schließlich für die Bildung und Erziehung nachfolgender Generationen?

    Donnerstag, 24. April, 18–20 Uhr. Deutsche Oper, Bismarckstraße 35, 10627 Berlin. Hinweis: Es ist ein gültiges ÖPNV-Ticket erforderlich. Die 68er.

    Die Deutsche Oper

    Die Deutsche OperDreamstime/Imago

    5. Orte der Täter, Orte des Terrors – Nazi-Stätten in der Mitte Berlins – Führung

    Von der Topographie des Terrors geht es entlang der Wilhelmstraße an den Orten der früheren Reichsministerien vorbei zum Standort der ehemaligen Reichskanzlei mit dem Führerbunker.

    Freitag, 25. April, 17–19 Uhr, Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin,
    Eintritt: 12 Euro, Tickets per E-Mail: crossroads@besondere-orte.com Tickets per Telefon: 030/ 526 802 135. Orte der Täter, Orte des Terrors.

    Geschichtliche Dauerausstellung unter freiem Himmel: Topographie des Terrors

    Geschichtliche Dauerausstellung unter freiem Himmel: Topographie des TerrorsKarl-Heinz Spremberg/Imago

    6. Vergessene Befreiung – Zwangsarbeiter:innen in Berlin 1945 – Ausstellung

    Die Ausstellung rückt die Erfahrungen der Zwangsarbeiter in Berlin vor 80 Jahren in den Mittelpunkt. Anfang 1945 befanden sich rund 370.000 ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in der Stadt. Hunger, Luftangriffe und Gewalt prägten ihren Alltag. Im Herbst waren die meisten aus Berlin verschwunden – und aus dem Gedächtnis der Deutschen.

    29. Apr. 2025–02. Nov. 2025, Di–So 10–18 Uhr. Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Straße 5,12439 Berlin. NS-Zwangsarbeit.de

    Eine Ausstellung zeigt das Schicksal von NS-Zwangsarbeitern.

    Eine Ausstellung zeigt das Schicksal von NS-Zwangsarbeitern.Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

    7. Erinnern und Versöhnen: Treptow-Köpenick und seine europäischen Partner – Kranzniederlegung

    Das Bezirksamt Treptow-Köpenick lädt mit seinen europäischen Partnern zu einer Kranzniederlegung ein. Dazu werden die Bürgermeister aus den Partnerstädten Albinea (Italien), Olomouc (Tschechien) und Warschau-Mokotów (Polen) anwesend sein, sowie Bezirksbürgermeister Oliver Igel. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch Steve Horn.

    Do., 24. April 2025, 10.20 Uhr, Platz des 23. April, 12555 Berlin. Kranzniederlegung.

    Platz des 23. April in Berlin-Köpenick

    Platz des 23. April in Berlin-KöpenickMaurizio Gambarini/Imago

    8. Spurensuche in Tempelhof – Fahrradtour

    Diese Tour begibt sich auf die Spuren des Zweiten Weltkriegs in Tempelhof. Folgende Fragen sollen beantwortet werden: Was verbirgt sich hinter den Backsteinbauten an der Friesenstraße? Welche Rolle spielte das Columbia-Haus beim Flughafen Tempelhof? Was hat Berlins ehemaliger Bürgermeister Michael Müller mit der Berliner Kapitulation 1945 zu tun?

    Sa., 03. Mai, 14–16 Uhr; Mi., 07. Mai, 17–19 Uhr. Tempelhof, Schulenburgring 2, 12101 Berlin. Anmeldung unter: Museen Tempelhof-Schöneberg.de

    Hangar des Zentralflughafens Berlin-Tempelhof

    Hangar des Zentralflughafens Berlin-TempelhofThomas Trutschel/Imago

    9. Geführter Rundgang auf dem Trümmerberg Marienhöhe – Führung

    Das größte Mahnmal für Berlins Zerstörung im Zweiten Weltkrieg liegt im Verborgenen: eine künstliche Bergkette aus Trümmern. Die Tour beleuchtet die Geschichte der Trümmerberge, ihre Gestaltung und die Rolle der „Trümmerfrauen“. Der Audiowalk Memorabilia macht diese Vergangenheit hörbar – mit Gedichten, Klangcollagen und Hörspielszenen.

    So., 04. Mai, 13.30–15 Uhr; Sa., 17. Mai, 13.30–15 Uhr. Marienhöhe, Röblingstraße & Attilastraße, 12105 Berlin. Anmeldung unter: Museen Tempelhof-Schöneberg.de

    Bergterrasse an der Marienhöhe

    Bergterrasse an der MarienhöheMaurizio Gambarini/Imago

    10. Nach der Befreiung. Perspektiven auf das Kriegsende in Lichtenberg 1945 – Ausstellung

    Wie erlebte die Bevölkerung Lichtenbergs das Kriegsende? Welche Hoffnungen, Ängste und Nöte bestimmten diese Zeit? Welche Erwartungen verbanden die Menschen in Lichtenberg mit dem Ende der NS-Herrschaft?

    02. Mai–03. Sep. 2025; Di–So 11–18 Uhr. Museum Lichtenberg, Türrschmidtstr. 24, 10317 Berlin. Nach der Befreiung.

    Museum Lichtenberg im Stadthaus

    Museum Lichtenberg im StadthausSchoening/Imago

    11. 80 Jahre Befreiung in Berlin und Hohenschönhausen – Szenische Lesung und Gespräch

    Die Veranstaltung will einen Austausch von Experten zum Einmarsch der Roten Armee in Berlin, insbesondere in Lichtenberg, bieten. Auch die Errichtung einer kommunistischen Diktatur durch die Sowjetunion ist Thema. Die Lesung literarischer Zeugnisse aus dieser Zeit soll auch einen künstlerischen Zugang ermöglichen.

    Di., 06. Mai, 18–20 Uhr. Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin. Stiftung-HSH.de

    Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

    Die Gedenkstätte Berlin-HohenschönhausenJens Kalaene/dpa-Zentralbild

    12. Von Tempelhof nach Karlshorst. Historische Fahrradtour zum Ort der Kapitulation am 8. Mai 1945

    Für die Unterzeichnung der Kapitulation landeten am 8. Mai 1945 die Delegationen der Siegermächte und der deutschen Wehrmacht auf dem Flughafen Tempelhof. Von dort führte ihr Weg durch die zerstörte Stadt Berlin in den östlich gelegenen Stadtteil Karlshorst. Im sowjetischen Hauptquartier, einem vormaligen Offizierskasino der Wehrmacht, sollte die Kapitulation erfolgen. Eine etwa 15 km lange Fahrradtour folgt diesem historischen Weg.

    Do., 08. Mai, 10–13 Uhr. Treffpunkt: der ehemalige Flughafen Tempelhof (Platz der Luftbrücke 5 / Vorplatz der ehemaligen Abflughalle); Ende der Fahrradtour: Museum Berlin-Karlshorst. Anmeldung: kontakt@museum-karlshorst.de. THF-Berlin.de

    Die Berliner Oberbaumbrücke am 30. April 1945

    Die Berliner Oberbaumbrücke am 30. April 1945Foto: Timofej Melnik

    13. Meinungen zum Panzerdenkmal – Gespräche

    Das Panzerdenkmal auf dem Gelände des Museums Berlin-Karlshorst ist eines von vielen sowjetischen Denkmälern in Deutschland. Im Gespräch mit Museumsmitarbeitern haben Besucher die Möglichkeit, über die Rolle solcher Denkmäler in der europäischen Erinnerungskultur zu diskutieren.

    Do., 08. Mai, 10–18 Uhr, Museum Berlin-Karlshorst, Zwieseler Str. 4, 15738 Berlin. Eintritt frei. Museum-Karlshorst.de

    Das ehemalige Deutsch-Russische Museum, jetzt Ort der Kapitulation 1945

    Das ehemalige Deutsch-Russische Museum, jetzt Ort der Kapitulation 1945www.imago-images.de

    14. Spuren des Wandels: Die „Tempelhofer Freiheit“ 1945 bis heute – Kunst, Gespräche und Aktion

    Der Floating e.V. lädt ein, die Geschichte rund um den ehemaligen Flughafen Tempelhof im Kontext der Befreiung 1945 zu erkunden.

    Do., 08. Mai, 14–22 Uhr. Programm: 14–17 Uhr: Kids Uni: „Fotografische Forschung um das Feld“ und Ausstellung; 15–17 Uhr: Erinnerungs-Spaziergang mit Tuckè Royale; 16–18 Uhr: Mapping Orte+Geschichten mit dem Buero NN und Learnscpaes; 18–20 Uhr: Gemeinsames Kochen und „Diskursives Dinner“ mit Über den Tellerrand e.V.; 20–22 Uhr: Film-Screening: Geheimnisvolle Orte und „Zentralflughafen Tempelhof“. Eintritt frei. Floating University Berlin,
    Lilienthalstraße 32, 10965 Berlin. Floating-Berlin.org

    Das Projekt von Aljoscha Begrich und Raumlabor „Floating University“ vor der Eröffnung in Berlin am 29. September 2022

    Das Projekt von Aljoscha Begrich und Raumlabor „Floating University“ vor der Eröffnung in Berlin am 29. September 2022Emmanuele Contini

    15. Die Kapitulationsunterzeichnung in historischen Filmaufnahmen – Kino

    Korrespondenten aus unterschiedlichen Ländern berichteten von der Kapitulationsunterzeichnung am 8. Mai in Berlin-Karlshorst. Die journalistische Dokumentation beginnt zum Beispiel mit der Ankunft der Delegationen der Siegermächte am Flughafen Tempelhof oder begleitet deren Anfahrt nach Karlshorst durch die zerstörte Stadt Berlin.

    Do., 08. Mai, 15 Uhr; Do., 08. Mai, 16 Uhr. Museum Berlin-Karlshorst, Zwieseler Str. 4, 15738 Berlin. Eintritt frei. Museum-Karlshorst.de

    C-47s am Tempelhofer Flughafen 1948

    C-47s am Tempelhofer Flughafen 1948Everett Collection/Imago

    16. „In dieser Zeit“ – Lesungen zum Tag der Bücherverbrennung

    Lyrik trifft auf HipHop: Fünf Künstler – Amewu, BRKN, Conny, Alice Dee, Malonda und Ebow – verleihen den Worten verfolgter Dichter eine neue Stimme. Von Bertolt Brecht bis Mascha Kaléko – ihre Gedichte, während der NS-Zeit verboten und unterdrückt, werden zu den Lyrics dieser besonderen Lesung. Die Künstler:innen loten das politische Potenzial der Worte aus und wollen ein Zeichen gegen das Vergessen der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 setzen. Kuratiert wird der Abend von Rapperin Ebow.

    Do., 08. Mai, 19–20.30 Uhr. SO36, Oranienstraße 190, 10999 Berlin. Tickets: 9 €, ermäßigt: 6 €. SO36.com

    Der Club SO36

    Der Club SO36Svea Pietschmann/ZDF

    17. Nadija heißt Hoffnung – Performance

    Das dokumentarische Theaterstück erzählt über das außergewöhnliche Leben von Nadeschda Slessarewa – einer Frau, die zwei Diktaturen überlebte, Verfolgung, Exil und Zwangsarbeit ertragen musste und dennoch nie ihren Mut verlor.

    Do., 08. Mai, 19 Uhr; So., 11. Mai, 19 Uhr. Gottfried-Keller-Gymnasium, Olbersstraße 38, 10589 Berlin. Eintritt frei. GKS-Berlin.de

    Nadeschda Slessarewa

    Nadeschda SlessarewaKulturprojekte Berlin

    18. „Valerie Faminsky – Berlin im Mai 1945“ – Vortrag

    Valerie Faminsky gelangt mit den ersten sowjetischen Soldaten am 16. April 1945 in das umkämpfte Berlin. Seine Fotografien schildern den Krieg und die ersten Friedenstage ohne jede Propaganda und Pathos, dafür mit einem zutiefst humanistischen Blick. Er veröffentlicht die Bilder nie. Der ukrainische Fotojournalist Arthur Bondar entdeckt das Archiv 2016 und macht die Aufnahmen zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich.

    Do., 08. Mai, 19.30–20.30 Uhr. Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
    Breitscheidplatz, 10789 Berlin. Eintritt frei. Gedächtniskirche-Berlin.de

    Historische Aufnahme zum Kriegsende

    Historische Aufnahme zum KriegsendeKulturprojekte Berlin

    19. Napola Potsdam – Ausstellung

    Die Ausstellung behandelt die Geschichte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) in Potsdam. Der historische Ort ist heute der Sitz der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, verschiedener Landesministerien und der Landeszentrale für politische Bildung. Die Ausstellung nimmt die Topografie des historischen Ortes sowie zwei Akteursgruppen in den Blick: die Erzieher und die Schüler der einstigen Napola.

    07. Mai–08. Okt.; Mo, Mi, Do, Fr: 9–15 Uhr, Do. 9–15 Uhr, Di.: 9–18 Uhr. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam. Eintritt frei. Politische-Bildung-Brandenburg.de

    Landeszentrale für politische Bildung in Brandenburg.

    Landeszentrale für politische Bildung in Brandenburg.BLPB

    20. Dancing Memory – Performance

    Sechs jüdische und nichtjüdische Tänzer führen vor der Synagoge am Fraenkelufer eine Performance zeitgenössischen Tanzes auf. Der Auftritt endet mit der ernsten Botschaft: „Ich tanze in ihrem Namen, 80 Jahre später.“ Eine Erinnerung an die Vergangenheit, die in die Gegenwart getragen wird. Der Tanz ist nicht nur eine künstlerische Darbietung, sondern auch ein Appell, die Geschichte lebendig zu halten.

    Fr., 9. Mai, 18–21 Uhr. Synagoge am Fraenkelufer, Fraenkelufer 10, 10999 Berlin. Eintritt frei. Totalbrutal.net

    Erinnerung an die Vergangenheit, die in die Gegenwart getragen wird

    Erinnerung an die Vergangenheit, die in die Gegenwart getragen wirdJan Boeve/De Balie

    21. Kulturzug Berlin–Wrocław – Diskussion/Reise

    Der Kulturzug Berlin–Wrocław verbindet jedes Wochenende über Ländergrenzen hinweg Regionen, Generationen und Kulturen. Mit dem mehrsprachigen, wechselnden Kulturprogramm an Bord ist der Kulturzug ein europaweit einmaliges Projekt, finanziert durch die Länder Berlin und Brandenburg. Der Kulturzug leistet einen Beitrag zum Zusammenwachsen der deutsch-polnischen Grenzregion.

    Fr., 9. Mai 2025; Bahnhof Berlin-Lichtenberg, Weitlingstraße 22, 10317 Berlin. Tickets: 27 €, ermäßigt: 13,50 €. Kulturzug.

    Bahnhof Lichtenberg

    Bahnhof LichtenbergMarkus Wächter/Berliner Zeitung

    22. Deutsche Wehrmacht und sowjetische Parlamentäre – Führung

    Zwischen 1935 und 1945 beherbergte die Zitadelle Spandau die sogenannten Heeresgasschutzlaboratorien (HGL), eine Einrichtung des Heereswaffenamtes. Sie dienten der Entwicklung von Gasschutzausrüstungen und vor allem der Erforschung neuartiger Nervengase wie Tabun, Sarin und Soman für Kriegszwecke. Der Rundgang über das Gelände der Zitadelle ist diesem bislang noch wenig erforschten Teil der Geschichte der Zitadelle gewidmet.

    Sa., 10. Mai, 12–13.30 Uhr. Bezirksamt Spandau von Berlin, Fachbereich Kultur – Zitadelle, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin. Eintritt frei. Zitadelle-Berlin.de

    Historische Aufnahme der Zitadelle Spandau

    Historische Aufnahme der Zitadelle SpandauArchivStadtgeschichtliches Museum-Zitadelle Spandau

    23. Das blaue Halstuch – Musiktheater

    Im Zentrum des autofiktionalen Musiktheaterstückes des Drehbuchautors und Regisseurs Klaus Wirbitzky – selbst ein Kriegskind – steht Hans-Jürgen Grunow, der sich an seine Schulzeit in Ost-Berlin erinnert. Dabei vermischen sich nostalgische mit traumatisierenden Erinnerungen: an die Pioniergruppe, die regimekritische Haltung seiner Eltern, die Denunziationen, aber auch die erste Liebe, die all das überstrahlt, sowie eine fragwürdige Freundschaft, an der er dennoch hängt. An seiner Seite: Bärbel Brünnler, der Hans-Jürgens Liebe gilt, und Wolfgang Schieweck, der zwischen Obrigkeitsgehorsam und Freiheitsdrang hin- und hergerissen ist. Gemeinsam mit seinen Eltern gelingt Hans-Jürgen Grunow die Flucht in den Westen. Noch vor dem Mauerbau.

    Sa., 10. Mai, 19.30 Uhr; So., 11. Mai, 16 Uhr; Fr., 30. Mai, 19.30 Uhr; Theater im Palais Berlin, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin. Tickets: 28 € (Preis variiert je nach Sitzplatzkategorie), ermäßigt: 15 €. Theater-im-Palais.de

    Das Palais am Festungsgraben

    Das Palais am FestungsgrabenRolf Kremming/Imago

    24. Das grüne Tiergartenviertel: Gewachsen, zerstört, aus Ruinen wiedererstanden – Führung

    Der Stadthistoriker Alexander Darda erzählt von der Entwicklung des Tiergartenviertels und seiner Gartenkultur sowie der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Daran anknüpfend spricht die Landschaftsarchitektin Fanny Brandauer über die Entwicklung des Areals nach dem Krieg und über das Projekt Baumschule Kulturforum, das ein neues Zukunftsbild des Kulturforums skizziert.

    So., 11. Mai 2025, 16–17.30 Uhr. Baumschule Kulturforum,
    Matthäikirchplatz, 10785 Berlin, Treffpunkt Johanna und Eduard Arnhold Platz/Matthäikirchplatz (vor dem Café Estrade). Eintritt frei. StiftungStMatthaeus.de

    Matthäikirchplatz Berlin

    Matthäikirchplatz BerlinF. Berger/Imago

    25. Berlin und das Konzentrationslager Sachsenhausen – Vortrag

    Das „Konzentrationslager bei der Reichshauptstadt“ wurde im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 1936 errichtet. In der Zeit von 1936 bis 1945 wurden dort 200.000 Menschen ihrer Freiheit beraubt und gequält. Zehntausende starben. Welche Bedeutung hat Sachsenhausen heute für Berlinerinnen und Berliner? In der Veranstaltung sollen Verbindungen zwischen der damaligen Reichshauptstadt Berlin und dem KZ im Oranienburger Ortsteil Sachsenhausen beleuchtet werden.

    Do., 15. Mai, 15–17 Uhr. Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Revaler Straße 29, Besuchszentrum Ostkreuz, 10245 Berlin, Eintritt frei. Um Anmeldung wird geben.

    Berliner Landeszentrale für Politische Bildung

    Berliner Landeszentrale für Politische BildungSchöning/Imago

    26. Gewalt ausstellen – Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945–1948 – Ausstellung

    Auf welche Weise verarbeiteten die Nachkriegsgesellschaften die Erfahrung von Gewalt und Vernichtung, die der Zweite Weltkrieg und die gewaltsame Besetzung weiter Teile Europas durch das nationalsozialistische Deutschland verursacht hatte? Eine historisch prägende Form der Auseinandersetzung stellten Ausstellungen dar, die unmittelbar nach Kriegsende von 1945 bis 1948 in vielen europäischen Ländern von Institutionen, Gruppierungen und Akteuren ganz unterschiedlicher Herkunft organisiert wurden. Das Deutsche Historische Museum zeigt erstmals die Geschichte dieses gesamteuropäischen Phänomens anhand früher Ausstellungen in London, Paris, Warschau, Liberec und Bergen-Belsen.

    24. Mai–23. November, Mo.–So., 10–18 Uhr. Deutsches Historisches Museum. Hinter dem Gießhaus 3. 10117 Berlin. Tickets: Freier Eintritt unter 18 Jahren, sonst 7 € oder ermäßigt 3,50 €. DHM.de

    Postkarte mit der Ansicht des 1947 für die Ausstellung „Undzer veg in der frayheyt“ genutzten Rundhauses Niklas Krekeler

    Postkarte mit der Ansicht des 1947 für die Ausstellung „Undzer veg in der frayheyt“ genutzten Rundhauses Niklas KrekelerDeutsches Historisches Museum / Sebastian Ahlers

    27. Sinn und Form. Beiträge zur Literatur – Lesung

    „Man steht an der Grenze, wo die Worte nicht mehr ausreichen und es sich erweisen soll, wer man wirklich ist“, schrieb der Schriftsteller Hans Erich Nossack im Oktober 1946 an seine Kollegin Ilse Molzahn, die beide Söhne im Krieg verloren hatte. Ihr in „Sinn und Form“ erstmals erscheinender Briefwechsel soll Anlass geben, darüber nachzudenken, wie über Krieg und Verlust, Verantwortung, Schuld und Entbehrung geschrieben werden kann.

    Mi., 28. Mai, 19–20.30 Uhr. Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin. Tickets: 7,50 €, ermäßigt: 5 €. ADK.de

    Historische Aufnahme vom Brandenburger Tor

    Historische Aufnahme vom Brandenburger TorCCO Public Domain

    28. Urgroßväter in Uniform – Performance

    Der Schauspieler Konstantin Bez und der Sänger Shlomi Moto Wagner laden zu einem performativen Dialog über verschüttete Familienerinnerungen an den Nationalsozialismus ein. Im Rahmen einer gutbürgerlichen Familienfeier wird thematisiert, was oft verdrängt oder idealisiert wird: die Rolle der eigenen Vorfahren zur Zeit des faschistischen Vernichtungsregimes und des Zweiten Weltkriegs.

    Do., 29. Mai, 17 Uhr, Fr., 30. Mai, 17 Uhr, So., 29. Juni, 17 Uhr.
    Industriesalon, Reinbeckstr. 10, 12459 Berlin. Tickets per Mail: ww@ymusic.de – 12 €, ermäßigt: 8 €. Industriesalon.de

    Historische Aufnahme einer Familie

    Historische Aufnahme einer FamilieKonstantin Bez

    29. Der Engel der Geschichte – Ausstellung

    Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Hauptwerk der Kunst des 20. Jahrhunderts, Paul Klees „Angelus Novus“ (1920), das dem Berliner Philosophen Walter Benjamin (1892–1940) gehörte, diesen ins Exil begleitete und von ihm in einem seiner letzten Texte als „Engel der Geschichte“ beschrieben wurde. Getragen von einem Sturm, der als Fortschritt bezeichnet wird, fliegt dieser Engel in die Zukunft, der er jedoch den Rücken zuwendet: Sein Blick ist in die Vergangenheit gerichtet. Neben diesem Aquarell von Klee, das als große Ausnahme vom Israel-Museum in Jerusalem entliehen werden konnte, sowie den Manuskripten von Benjamins oben genanntem Text aus der Akademie der Künste in Berlin, versammelt die Ausstellung Engel aus den Berliner Museen, die während des Zweiten Weltkrieges beschädigt oder verbrannt wurden.

    08. Mai–13. Juli, Bode-Museum, Am Kupfergraben, 10178 Berlin. Tickets: 12 €, ermäßigt: 6 €, SMB.Museum/Ausstellungen

    Das Bode-Museum mit dem Münzkabinett und die Monbijoubrücke am Abend in Berlin

    Das Bode-Museum mit dem Münzkabinett und die Monbijoubrücke am Abend in BerlinJens Kalaene/Zentralbild dpa

    30. Überlebt – Befreit? – Zwangsarbeit und Kriegsende in Lichtenberg – Vortrag

    Im Gespräch mit Sarah von Holt und Simon Stöckle, Kuratoren der Ausstellung „Vergessene Befreiung“ am Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit.

    Mi., 11. Juni, 18.30 Uhr. Museum Lichtenberg, Türrschmidtstr. 24, 10317 Berlin.

    Blick auf die zerstörte Kreuzung Frankfurter Allee / Möllendorffstraße 1945

    Blick auf die zerstörte Kreuzung Frankfurter Allee / Möllendorffstraße 1945Museum Lichtenberg

    #Berlin #Geschichte #Krieg #Nazis #URSS

  • Umstieg auf Elektroautos „diskriminiert die Leute“: BMW setzt mehr auf Verbrenner
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/elektroautos-bmw-bleibt-verbrennern-treu-li.2294281

    Jochen Goller, Mitglied des Vorstands der BMW AG, spricht bei der Weltpremiere des ersten vollelektrischen Mini John Cooper Works auf dem Pariser Automobil-Salon. Michel Euler/AP

    In der Not entdeckt BMW sein soziales Gewissen und der Vorstand vergießt im Interesse seiner Aktionäre wahrhaftige Krokodilstränen. Na klar, europäische Elektroautos verkaufen sich so gut wie Becheryoghurt mit aufgeblähtem.Deckel, während die EU Verbrenner verbietet. Das wird eine riesige Kampagme, um nicht von chinedischen Herstellern vom.Markt gedrângt zu werden. Demnächst besinnt der Verein sich noch auf alte Tugenden und baut wieder verstätkt Motoren für den Erfolg der deutschenLuftwaffe.

    10.2.2025 von Flynn Jacobs - BMW will auch in Zukunft weiterhin in Verbrenner investieren. Dennoch scheint BMW bei Elektroautos mehr Erfolg zu haben als die Konkurrenz. Wie ist das möglich?

    15 Millionen Elektroautos bis 2030 auf deutschen Straßen: So lautete das erklärte Ziel der scheidenden Ampelregierung. Doch trotz des politisch beschlossenen Umstiegs auf Elektromobilität will der deutsche Autohersteller BMW auch in Zukunft weiter verstärkt auf Verbrenner setzen. Das bestätigte Vorstandsmitglied Jochen Goller in einem Interview mit der britischen Financial Times (FT).

    Goller warnte nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump davor, dass der Umstieg auf Elektroautos schwieriger sei als gedacht. „Ich denke, es wäre naiv zu glauben, dass der Übergang zur Elektrifizierung eine Einbahnstraße ist. Es wird eine Achterbahnfahrt“, sagte Goller, der bei BMW den Bereich Kunde, Marken und Vertrieb im Vorstand verantwortet. „Deshalb investieren wir in unsere Verbrennungsmotoren.“ Dennoch konnte BMW – anders als Konkurrenten wie VW und Mercedes – auch seine Verkäufe von Elektroautos deutlich steigern. Wie ist das möglich?

    BMW setzt mehr auf Verbrenner als VW, ist bei E-Autos aber trotzdem besser

    Laut der vorläufigen Bilanz lieferte der Münchener Autobauer inklusive der Marken Mini und Rolls-Royce im vergangenen Jahr insgesamt 2.200.177 Millionen Fahrzeuge weltweit aus – ein Rückgang gegenüber 2023 von 2,3 Prozent, der vor allem auf den Mangel eines von Continental gelieferten Bremssystems und schwächere Absatzzahlen in China zurückzuführen ist. Mit 426.594 ausgelieferten Fahrzeugen konnte BMW bei den reinen Elektroautos allerdings ein deutliches Wachstum von 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Man sei zuversichtlich, das Absatzwachstum bei Elektroautos auch im Jahr 2025 durch ein starkes, erweitertes Produktportfolio fortzusetzen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

    Die Strategie von BMW wird in diesen Ausführungen sehr deutlich. Anders als beispielsweise VW wollte BMW von Anfang an nicht nur auf Elektroautos setzen – trotz des politisch klar formulierten Kurses. Bereits lange vor dem Nachfrageeinbruch in Deutschland entwickelte der bayerische Hersteller eine breite Produktpalette. VW wiederum setzt bei seiner Strategie mehr oder weniger vollständig auf Elektroautos. Scheinbar hatte dieser Plan deutlich weniger Erfolg: In Deutschland blieb VW 2024 zwar Marktführer, verkaufte jedoch mit 62.108 E-Autos rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Auch weltweit ging der Absatz von Elektroautos mit 744.800 verkauften Fahrzeugen im Vergleich zu 2023 um 3,4 Prozent zurück.
    BMW über E-Autos: „Sind den Weg gegangen, dem andere jetzt folgen“

    Laut Experten ist BMW besser aufgestellt als seine Konkurrenten, um die von der EU verschärften CO₂-Flottengrenzwerte für 2025 einzuhalten, ohne dabei Elektroautos zu hohen Rabatten verkaufen zu müssen. Zudem ist das Münchener Unternehmen weniger von Trumps Zöllen betroffen, da 65 Prozent der von BMW in den USA verkauften Autos vor Ort gebaut werden und der Hersteller zudem Nettoexporteur von US-Autos ist. „Aus operativer Sicht denke ich, dass BMW außerhalb Chinas sehr gut aufgestellt ist“, sagte Patrick Hummel, Analyst bei der Schweizer Großbank UBS, gegenüber FT. Was den Anteil der Elektroautos angehe, sei BMW ziemlich genau dort, wo sie sein müssen.

    Aus Sicht von Philippe Houchois, Analyst bei der US-Investmentbank Jefferies, ist BMW der „rücksichtsvollste Erstausrüster“ der letzten Jahre. „Wir haben damit gerechnet, dass die Leute nicht wegen des Antriebs diskriminiert werden wollen“, so BMW-Vorstandsmitglied Goller. „Wir sind den Weg gegangen, dem andere jetzt folgen.“ BMW führt die Steigerung bei den verkauften Elektroautos und seine „starke Marktposition“ auf sein „breites Angebot an Modellen“ zurück. Hier entscheide die Produktsubstanz, betonte ein BMW-Sprecher auf eine frühere Anfrage der Berliner Zeitung.

    Schwacher Markt in China bleibt „Hauptsorge“ von BMW

    Autoexperte Wulf Schlachter erklärte gegenüber der Berliner Zeitung, dass BMW erheblich in die Entwicklung und Produktion von Elektromotoren und anderen wichtigen Komponenten für E-Fahrzeuge investiert habe. „BMW hat erfolgreiche Marktstrategien entwickelt, um E-Fahrzeuge attraktiver zu machen“, so der Gründer und Geschäftsführer von DXBe Management, einer weltweit agierenden Company im Bereich Aufbau und Betrieb von Ladeinfrastruktur. „BMW hat geliefert und nicht nur angekündigt“, so Schlachter.

    Einzig auf dem für deutsche Hersteller so wichtigen Absatzmarkt in China schwächelt auch BMW weiterhin. Die Verkäufe von BMW und Mini in China sanken im vergangenen Jahr um mehr als 13 Prozent auf 714.530 Autos. Knapp ein Drittel seiner Fahrzeuge verkauft der bayerische Autobauer in der Volksrepublik. Die sinkenden Verkaufszahlen in China „bleiben die Hauptsorge“, sagten Analysten des US-Finanzdienstleisters Citigroup der FT. Goller überrascht es nicht, dass chinesische Marken ausländischen Autoherstellern rasch Marktanteile auf dem heimischen Markt abgejagt haben. Technisch seien die Autos wirklich gut, so Goller. „Aber wir haben keine Angst.“

    ##Verkehr #Wirtschaft #Krieg