• Une oeuvre, une histoire : la fête est finie à Potsdamer Platz
    https://www.sudouest.fr/2020/06/15/la-fete-est-finie-a-potsdamer-platz-7565871-4585.php

    5.06.2020 par Maryan Charruau - Mouvementé, coloré, le monde d’Ernst Ludwig Kirchner vivait jour et nuit.

    Il voulait montrer le monde tel qu’il le pressentait. « Les formes et les couleurs naissent de l’imagination de l’artiste », disait Ernst Ludwig Kirchner. Grande alors est son imagination quand il peint « Potsdamer Platz », en 1914, à Berlin, ville où il a élu domicile depuis trois ans et qui dépasse déjà les deux millions d’habitants.
    Une relation à trois

    Cette toile reste la plus symbolique de sa série sur les scènes de rues. Elle en impose par ses dimensions (200 × 150 cm) et sa double perspective tout en mouvement, voire erratique. Au premier plan, on observe deux femmes, droit dans les yeux, quasi représentées grandeur nature. Deux natures que ces sœurs, Erna et Gerda Schilling. Vivant une relation à trois avec Kirchner, ces danseuses de cabaret sont deux cocottes, même si elles ne l’affichent pas. La loi oblige à la discrétion. Cette toile serait une photo, on parlerait de plongée pour l’arrière-plan où l’on aperçoit la gare de Potsdam. Son horloge indique minuit, l’heure zéro. On devine, sur la gauche, le palais d’amusement, dont le café Piccadilly (2 000 places), plus tard la Maison Vaterland.

    Aujourd’hui, il ne reste que le nom de cette place « empruntée » par la frontière entre l’Est et l’Ouest puis l’érection du mur. La fête est finie depuis longtemps. En 1937, les nazis ont considéré la peinture expressionniste de Kirchner comme « un art dégénéré ». détruisant nombre de ses toiles. L’artiste se suicide en 1938.

    « Potsdamer Platz », Ernst Ludwig Kirchner, Staatliche Museen à Berlin.

    #Berlin #Potsdamer_Platz #Kunst #Geschichte

  • Solo-Selbständige dürfen 2.000 Euro Soforthilfe für Lebensunterhalt...
    https://diasp.eu/p/11037111

    Solo-Selbständige dürfen 2.000 Euro Soforthilfe für Lebensunterhalt nutzen

    Solo-Selbstständige dürfen 2.000 Euro der Corona-Soforthilfen nutzen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Nachdem Verhandlungen mit dem Bund gescheitert waren, präsentiert NRW nun eine eigene Lösung. Solo-Selbständige dürfen 2.000 Euro Soforthilfe für Lebensunterhalt nutzen #Soforthilfe #Coronavirus #Land #NRW #Selbständige #Künstler

  • Was der Kultur im Netz verloren geht: Hört auf zu streamen! - taz.de
    https://taz.de/Was-der-Kultur-im-Netz-verloren-geht/!5677513

    Wenn die Gedanken durcheinader geraten, wird gute Absicht zu schwacher Argumentation. Typisch TAZ von heute.

    Der Kleinunternehmerinstinkt, den viele Künstler*innen in der Hetze von Projekt zu Projekt geschärft haben, fürchtet zu Recht jene Marktbereinigung, die libertäre Ideologen in den Stahlgewittern der Krise für die Gesamtwirtschaft erhoffen.

    Krise aber war schon vorher da. Bis auf ein paar Happy Few nimmt die überwiegende Zahl der Künstler*innen seit den 1990er Jahren an einem gigantischen Feldversuch über die Zukunft der Arbeit teil. Das Experiment mit flexibleren Formen des Wirtschaftens könnte inte­res­sant sein, wäre es nicht über weite Strecken mit den Zumutungen des Prekariats verbunden.

    Was aber treibt Geschädigte der Gig-Ökonomie dazu, ihr Heil in weiteren Gigs zu suchen? Digitale Plattformen sind weder egalitär noch wertneutral, sie entwickeln eine Tendenz zur Monopolisierung ihrer Märkte, sind ihrem Content gegenüber indifferent, solange er ihnen nicht ausgeht, und sie treiben die Ausbeutung des produktiven Vermögens der Arbeitenden nur noch weiter.

    Wenn jetzt Plattformen für digitales Theater Künstler*innen anbieten, zu einer Art von künstlerischen Uber-Fahrern zu werden, sollte man sie ebenso verklagen wie die Taxibranche aller Länder das kalifornische Unternehmen .

    UWE MATTHEIS betrachtet das Thema mit den gleichen Scheuklappen wie seine Künstler, deren überwiegende Zahl, in seinen Worten „bis auf ein paar Happy Few ... seit den 1990er Jahren an einem gigantischen Feldversuch über die Zukunft der Arbeit teil(nehmen).“

    Ist doch fein, wenn das bürgerliche „l’art pour l’art“ als Lüge demaskiert wird. Diese Vorstellung dürfen alle Erbinnen Mary Shelleys verwirklichen, die mit ihren Lord Byrons die Früchte der Verbrechen ihrer Klassengenossen verzehren. Sie können das Verfassen von Horrogeschichten als „leisure“ betreiben.

    Alle anderen haben angesichts des gegenwärtigen Grad der Kapitalkonzentration nur eine zuverlässig begründete Option. Sie können das richtige Lager wählen und Kunst im Klassenkampf für die Zukunft der Menschheit machen. Das ist leider mitnichten lukrativ. Wer deshalb versucht, sich an dieser Erkenntnis vorbeizumogeln taugt im besten Fall zur toten Legende und wird im schlimmsten Fall ein korrupter Verräter und unheilstiftender Ideologieproduzent.

    Ob bei aller Anstrengung im Sinne der einen oder anderen Seite „große“ und „bewegende“ Kunst enntsteht, oder wie ich sie rezipiere, hat mit dem Gesagten wenig zu tun. Ein antisemitischer Wagner ist immer bewegender als ein politsch korrekter Schlagerdichter ohne echtes Herz.

    Hallo, hat da grade jemand „Polanski“ gemurmelt ?

    Wie harmlos sind doch im Vergleich die ideologischen Fallen, in die Taxikolleginnen und -kollegen geraten. Das kriegen wir hin.

    Zum Schluß noch ein Satz der genau drei falsche Aussagen enthält, Quatsch hoch drei sozusagen:

    Kunst ist zwangsläufig eine Ware. Aber sie geht in der Warenform nicht vollständig auf, irgendetwas spießt sich daran immer.

    Ja isses denn die Möglichkeit , würde Kojak hier kommentieren und den Schuldigen verhaften.

    #Taxi #Journalismus #Uberisierung #Kunst #covid-19 #WTF

  • Heinz Beberniß
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Beberni%C3%9F


    Chemiewerker.JPG _Chmiewerker in Leuna

    Heinz Beberniß (* 29. Juli 1920 in Diemitz, heute Ortsteil von Halle (Saale); † 14. Mai 2012 ebenda) war ein deutscher Bildhauer, Maler und Grafiker.

    Monument der revolutionären Arbeiterbewegung
    https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Monument_der_revolution%C3%A4ren_Arbeiterbewegung

    Die Plastik „Monument der revolutionären Arbeiterbewegung“ (im Volksmund auch „Fäuste“) ist eine 1969 von Heinz Beberniß, Gerd Lichtenfeld und Sigbert Fliegel aus Beton geschaffene ehemalige Plastik, der Abbruch erfolgte 2003.


    Aufbau in der DDR, Großformat (V): Denkmal auf dem Ernst-Thälmann-Platz, Neubauten, Halle (Saale), Ausgabepreis: 30 Pfennig, Erstausgabetag: 20. November 1973, Entwurf: Manfred Gottschall


    August 1991, Thälmannplatz mit Wohnblock und dem „Monument der revolutionären Arbeiterbewegung“, von Thurn, Joachim F.


    August 1991, Thälmannplatz mit Wohnblock und dem „Monument der revolutionären Arbeiterbewegung“ andere Perspektive, von Thurn, Joachim F.

    22 August 1981, Mit einer Friedensmanifestation bekundeten vor dem Fahnenmonument in der Bezirksstadt Tausende Mitglieder der FDJ ihre Entschlossenheit, alle Kräfte für die weitere Stärkung des Sozialismus und den zuverlässigen Schutz der Arbeiter- und Bauernmacht einzusetzen.Vor der Manifestation werden u. a. am Monument der Revolutionären Arbeiterbewegung auf dem Thälmannplatz Kränze niedergelegt. von Lehmann, Thomas

    12 February 1972, Die Fäuste (GMP: 51.478752,11.982123), Denkmal „Kampf der revolutionären Arbeiterbewegung“. Erschaffen 1966 - 1970 von Heinz Beberniß zusammen mit Gerd Lichtenfeld und Sigbert Fliegel. Nach der Wende abgerissen. Dahinter das Kaufhaus. Davor die Fußgängerbrücke mit den als Benzolringe ausgebildeten Stützen, die die hier ansässige Chemieindustrie symbolisieren, von Jörg Blobelt

    12 February 1972, Die Fäuste (GMP: 51.478752,11.982123), Denkmal „Kampf der revolutionären Arbeiterbewegung“. Erschaffen 1966 - 1970 von Heinz Beberniß zusammen mit Gerd Lichtenfeld und Sigbert Fliegel, von Jörg Blobelt

    12 February 1972, Die Fäuste (GMP: 51.478752,11.982123), Denkmal „Kampf der revolutionären Arbeiterbewegung“. Erschaffen 1966 - 1970 von Heinz Beberniß zusammen mit Gerd Lichtenfeld und Sigbert Fliegel. Nach der Wende abgerissen. Dahinter das Kaufhaus. Davor die Fußgängerbrücke mit den als Benzolringe ausgebildeten Stützen, die die hier ansässige Chemieindustrie symbolisieren, von Jörg Blobelt

    Erstausgabetag: 10. Februar 1981, Ausgabepreis: 30 Pfennig, Entwurf: Manfred Gottschall

    Bundesarchiv - Bilddatenbank: Bildarchiv
    http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1570704808/?search[view]=detail&search[focus]=1

    #DDR #Kunst #Arbeiterbewegung #Halle #Sachsen

  • Der Yiddish Summer Weimar ist das bedeutendste jiddische Kultur-Eve...
    https://diasp.eu/p/9373092

    Der Yiddish Summer Weimar ist das bedeutendste jiddische Kultur-Event weltweit. Das Festival in der Stadt Goethes und Schillers lässt diesmal die kreative Phase der Juden zur Zeit der Weimarer Republik wieder aufleben. ’The Weimar Republic of Yiddishland’: Auf den Spuren jiddischen Erbes | DW | 16.07.2019 #WeimarRepublicofYiddishland #Holocaust #Juden #Klezmer #Festival #WeimarerRepublik #Kabarett #Kunst

  • Graphic Novel „Nachts im Paradies“ - „Du bist ein Hinterkopf“
    https://www.deutschlandfunk.de/graphic-novel-nachts-im-paradies-du-bist-ein-hinterkopf.807.de.html?

    Frank Schmolke ist lange Zeit in München Taxi gefahren, meistens nachts und auch während des Oktoberfests. In seiner Graphic Novel „Nachts im Paradies“ erzählt er davon. „Man ist ein Niemand, deshalb wird das Taxi zum Beichtstuhl“, sagte Schmolke im Dlf.

    Frank Schmolke im Corsogespräch mit Sigrid Fischer

    Die Stadt, in der für viele aus einem Gelegenheitsjob der Hauptberuf wurde – nämlich Taxi fahren – das war lange Zeit Berlin. Vielleicht nur ein Klischee, denn jede Großstadt hat großen Bedarf an Personentransport und an Leuten mit P-Schein, Personen-Beförderungsschein. Und wenn es sonst gerade nicht so gut läuft, fährt man eben ein paar Schichten. Und manch einer bleibt dabei. Frank Schmolke nicht. Er hat den Job mit zweiundzwanzig angetreten – in München. Dreißig Jahre später bringt er jetzt eine Graphic Novel heraus, in der er seine Erlebnisse als Taxifahrer bildlich und textlich verarbeitet. „Nachts im Paradies“ heißt die und spielt sich in drei der heißesten Nächte der Bayernmetropole ab: während des Oktoberfests, wo die Bierzombies einem unter Umständen den Fahrgastraum verunreinigen – um es harmlos auszudrücken.

    Nachts fährt man keine netten Omis
    Die Leute, die man nachts fahre, seien anders als die am Tag, sagte Frank Schmolke im Dlf. Man fahre keine netten Omis zur Dialyse oder ins Krankenhaus, sondern man fahre meistens zu Clubs und Bars, da sei oft viel Alkohol im Spiel.

    In jungen Jahren habe er dieses Leben sehr genossen, je älter er werde, desto mehr erkenne er, wie schräg das teilweise sei. Man habe als Nachtfahrer eine andere Sozialisation. Das Leben tagsüber gehe an einem vorbei, man brauche Freunde, die ein ähnliches Leben haben.

    Die Leute, die einstiegen, schauten einem nur auf den Hinterkopf, man sei ein Niemand. Deshalb sei das Taxi auch ein Beichtstuhl, die Leute erzählten Dinge, die man manchmal gar nicht wissen wolle.

    Der erste Strich ist der beste
    Vincent, die Hauptfigur in seiner Graphic Novel, will eigentlich ein Buch schreiben. Auch Frank Schmolke hat die ersten Skizzen für „Nachts im Paradies“ in den Wartezeiten im Taxi angefertigt. Schon vor über 10 Jahren hatte er die Idee, die Geschichten zu veröffentlichen. Einige davon hat er selbst erlebt. Auch den Russen Igor zum Beispiel, der Vincent anheuert, damit er seine Prostituierten chauffiert, habe es gegeben, der wollte ihn tatsächlich anheuern, so Schmolke.

    Er schlägt auch kritische Töne in Sachen UBER-Fahrdienste und Mietwucher in München an. Taxifahrer könnten sich Münchens Mieten wohl kaum noch leisten. Die UBER-Konkurrenz nehme ihnen viele Fahrgäste weg, und München sei eine der teuersten Städte.

    Er habe den Comic in schwarz-weiß gezeichnet, um sich an die ursprünglichen Skizzen zu halten, der erste Strich sei einfach immer der beste. Er arbeite sehr gerne analog, nur mit Stift und Papier.

    Seit fünf Jahren ist Frank Schmolke kein Taxi mehr gefahren. Sollte er noch einmal Schichten fahren müssen, dann fange er wieder von vorne an. Auf der Straße sei er ein anderer Mensch. Lieber aber sitze er am Schreibtisch und kritzele vor sich hin.

    NACHTS IM PARADIES– Edition Moderne - Verlag für Graphic Novels und Comics
    http://www.editionmoderne.ch

    Graphic Novel: „Nachts im Paradies“ - Zombies in Lederhosen und die dunkle Seite von München
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/graphic-novel-nachts-im-paradies-zombies-in-lederhosen-und.215

    Tobias Krone im Gespräch mit Christine Watty

    Der Zeichner Frank Schmolke verarbeitet in seiner Graphic Novel „Nachts im Paradies“ seine eigenen Erfahrungen beim nächtlichen Taxifahren in München. Er zeigt die dunkle Kehrseite der Glitzer-Stadt und des Oktoberfestes.

    Im Taxi kommen nicht nur freundliche Seiten von Menschen und Orten zum Vorschein, sondern auch die dunklen. Interessant ist das in einer Stadt, die in den Medien eigentlich nie so wirklich als Metropole mit düsteren Ecken wahrgenommen wird, nämlich München. Der Journalist Tobias Krone ist dort eine Runde mit dem Gelegenheitstaxifahrer und Grafiker Frank Schmolke gefahren. Er hat seine Erlebnisse in der Graphic Novel „Nacht im Paradies“ verdichtet und erzählt von Zombie-Begegnungen der typisch Münchner Art.

    Das Interview im Wortlaut:
    Christine Watty: Was erlebt man als Taxifahrer in München, was man vielleicht in Berlin, in Hamburg oder auch in New York nicht erleben wü

    #München #Taxi #Kunst

  • Zille-Museum
    http://zillemuseum-berlin.de

    Das Zille Jahr 2019 wurde am 161. Geburtstag von Heinrich Zille, am 10. Januar, mit einer neuen Sonderausstellung „Siehe. So leben Menschen.“ eröffnet! 2019 jährt sich auch der 90. Todestag des Künstlers.

    ZiLLEMUSEUM | Propststraße 11 | D-10178 Berlin
    täglich 11.00—18.00 Uhr | daily 11am – 6pm

    https://www.openstreetmap.org/node/1476011662

    #Berlin #Kunst #Geschichte

  • Schule Reimann (1902 bis 1943)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schule_Reimann
    http://objekte.jmberlin.de/image/jmb-img-478880

    Die Schule Reimann (auch „Reimann-Schule“ genannt) war eine private Kunst- und Kunstgewerbeschule in Berlin-Schöneberg. Sie wurde 1902 von Albert Reimann gegründet und am 23. November 1943 bei einem Luftangriff auf Berlin zerstört.

    Ansichtspostkarte mit dem Gebäude der Schule Reimann – Jüdisches Museum Berlin


    http://objekte.jmberlin.de/object/jmb-obj-478822

    Schule Reimann in der Landshuter Straße 38 in Berlin-Schöneberg

    https://www.openstreetmap.org/node/1824744034

    #Berlin #Schöneberg #Landshuter_Straße #Kunst #Ausbildung #Handwerk #Medien #Geschichte

  • Facebook als Rauschmittel: Diese Comics zeigen, wie sehr uns die Di...
    https://diasp.eu/p/7181921

    Facebook als Rauschmittel: Diese Comics zeigen, wie sehr uns die Digitalisierung belastet

    Ob Handynacken oder totale Abhängigkeit – die digitale Welt hat Nebenwirkungen. Der Künstler Paweł Kuczyński macht auf satirische Weise darauf aufmerksam.

    #gesellschaft #facebook #rauschmittel #comics #digitalisierung #handynacken #abhängigkeit #welt #nebenwirkungen #künstler #pawe #weise #news #bot #rss

  • Schrippenkönig von Schöneberg: der Maler Friedrich Schröder-Sonnenstern - Schöneberg - berliner-woche.de

    Ab 1942 ist er wieder in Berlin. Dann ist der Krieg aus. Friedrich Schröder-Sonnenstern greift zu Buntstiften, entwirft Pamphlete und erlebt 1950 seinen Durchbruch als gefeierter Künstler.

    14 Jahre geht das gut – bis zu besagter „Wende“. 1964 stirbt Schröder-Sonnensterns Lebensgefährtin Martha Möller. Er muss aus der Wohnung in der Crellestraße 14 raus. Er wird wohnungslos. Er wird zum Alkoholiker. Wieder wird er in eine Nervenklinik eingeliefert. Damit nicht genug: Kopisten und Fälscher bemächtigen sich seiner Arbeiten. Der Kunstmarkt verzeiht den Absturz nicht und lässt ihn fallen.

    Friedrich Schröder-Sonnenstern zieht sich zurück. Er verarmt völlig, stirbt 1982 fast 90-jährig und wird auf dem Zwölf-Apostel-Kirchhof beigesetzt.

    #Berlin #Schöneberg #Crellestraße #Kunst #Geschichte

  • Der ehemalige Roxy-Palast wird für einen Monat Ausstellungsraum - Friedenau
    http://www.berliner-woche.de/friedenau/kultur/der-ehemalige-roxy-palast-wird-fuer-einen-monat-ausstellungsraum-d147

    Am 12. April zieht für einen Monat Leben in eine Hälfte der riesigen, 59 Meter langen Schaufensterfront an der Hauptstraße. Dann wird die Gruppe Momenta, ein loser Künster-Zusammenschluss, die Gewerberäume des ehemaligen Roxy-Palasts für eine Ausstellung nutzen. Das als Kino- und Bürogebäude errichtete Bauwerk lohnt einen Blick.

    Geschmeidig fügt sich der Komplex ein in die Häuserzeile kurz vor dem Breslauer Platz. Langgestreckte, durchlaufende Fensterbänder sind das prägende Merkmal der Fassade. Das über 2400 Quadratmeter einnehmende, trapezförmige Grundstück wurde bis 1929 bebaut. Bauherrin war die im November 1903 gegründete und Anfang 1936 schon wieder liquidierte Berliner Terrain- und Bau-Aktiengesellschaft.

    Der Architekt hieß Martin Punitzer. Der 1889 geborene Berliner baute während der 20er-Jahre in seiner Heimatstadt im Stil der Neuen Sachlichkeit vornehmlich Fabrikgebäude. Als Jude von den Nazis verfolgt, floh er nach Chile, wo er 1949 starb. Der einstige Roxy-Palast ist in Stahlskelettbauweise so errichtet, dass sowohl die Fläche im Erdgeschoss als auch die der darüber liegenden Stockwerke variabel genutzt werden konnte.

    Das Kino war mit 1106 Sitzplätzen ein richtiges Lichtspieltheater: mit Parkett, Parkettlogen, Orchestergraben und Rang. Es eröffnete am 31. Oktober 1929 im Beisein von viel städtischer Prominenz mit der Berliner Premiere des Stummfilm-Historiendramas „Andreas Hofer“. Im anderen Teil des Gebäudes befanden sich Geschäfte, in den Geschossen darüber Büroräume. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Roxy-Palast teilweise zerstört. 1947, so berichten die Friedenauer Autoren Peter Hahn und Jürgen Stich, sei ein Teil zum Kaufhaus umgebaut, 1951 das Kino und 1987 die ursprüngliche Fassade wiederhergestellt worden. Seit 1988 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

    Das Kino erhielt damals einen Orchesterraum für 40 Musiker. In Berlin waren nach dem Krieg Konzerthäuser Mangelware. Die großen Lichtspielhäuser eigneten sich für einen Umbau. Zur Einweihung wurde im Rahmen des Notstandsprogramms „Künstlernoteinsatz“ Mozarts „Figaros Hochzeit“ gegeben. Das Kino schloss Mitte der 70er-Jahre.

    In einem der Büroräume schrieb Uwe Johnson von 1968 bis 1974 große Teile seines Hauptwerks „Jahrestage“. Der Geschäftsraum hatte der Schriftsteller zuvor als Aufbewahrungsort von Unterlagen genutzt, die er bei einem Brand in seinem Atelier in der Niedstraße 14 hatte retten können.

    Im ehemaligen Kaufhaus befand sich später die bei US-Soldaten sehr beliebte Diskothek „La Belle“. Auf sie wurde am 5. April 1986 um 1.45 Uhr ein Bombenanschlag verübt. Drei Menschen starben, 28 wurden schwer verletzt. Wie Ermittlungen dazu ergaben, war das libysche Volksbüro in Ost-Berlin für das Attentat verantwortlich. Die Diskothek stellte den Betrieb ein.

    Hier nun zeigen Friedhelm Denkeler, Aleksander Gudalo, Thomas Boenisch, Dieter Franke und Horst Hinder, alias Momenta, bis zum 12. Mai donnerstags und freitags, 15 bis 20 Uhr, sowie an den Wochenenden 12 bis 17 Uhr ihre Arbeiten von Malerei bis Fotografie, von gegenständlich bis abstrakt. Eröffnung ist am 11. April um 18 Uhr.

    Wer zumindest architektonisch den Hauch der 20er-Jahre spüren möchte, kann den Biomarkt aufsuchen. Er befindet sich dort, wo früher Eingangsbereich, Kasse, Foyer und Parkett des Kinos waren.

    #Berlin #Friedenau #Hauptstraße #Immobilen #Kunst

  • Der Antrag auf einen Bankkredit, das Fahren in einem autonomen Auto...
    https://diasp.eu/p/6855731

    Der Antrag auf einen Bankkredit, das Fahren in einem autonomen Auto und selbst beim Online-Einkauf – Künstliche Intelligenz arbeitet häufig im Hintergrund. Doch wer kontrolliert die Algorithmen? Verbraucherschützer fordern Transparenz bei künstlicher Intelligenz #Algorithmen #KI #KünstlicheIntelligenz #Politik #Verbraucherschutz #Wirtschaft

  • Ausgrabungen in Berlin: Verloren geglaubte „Entartete Kunst“ entdeckt
    http://www.handelsblatt.com/panorama/kultur-kunstmarkt/ausgrabungen-in-berlin-verloren-geglaubte-entartete-kunst-entdeckt/3631384.html

    08.11.2010

    Bei archäologischen Grabungen vor dem Berliner Rathaus sind elf Skulpturen der „Entarteten Kunst“ entdeckt worden. Dieser Fund sei „einzigartig“, sagte Berlins Landesarchäologe und Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Matthias Wemhoff, am Montag bei der Präsentation der Skulpturen. Noch nie seien Kunstwerke mit diesem Hintergrund bei einer Ausgrabung gefunden worden.

    Bei den Fundstücken handelt es sich den Angaben zufolge um Bronzen von Edwin Scharff, Otto Baum, Marg Moll, Gustav Heinrich Wolff, Naum Slutzky und Karl Knappe sowie um Teile von Keramikarbeiten von Otto Freundlich und Emy Roeder. Noch nicht identifiziert sind drei weitere Fundstücke. Im Zuge der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst“ waren mehr als 15 000 Kunstwerke in deutschen Museen beschlagnahmt und dann devisenbringend verkauft oder als nicht lohnend vernichtet worden. Gefunden wurden die Skulpturen bei Grabungen in der Rathausstraße gegenüber dem Berliner Rathaus in Mitte. In Vorbereitung auf den Weiterbau der U-Bahnlinie U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor gibt es dort seit Oktober 2009 archäologische Untersuchungen.

    Die Archäologie sei „immer wieder für Überraschungen gut“, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Hermann Parziner. Es sei nach Resten des alten Rathauses aus dem 13. Jahrhundert gegraben und dabei seien Kunstwerke der „Entarteten Kunst“ aus dem 20. Jahrhundert entdeckt worden. Diese Werke seien weitere „Zeugnisse des Wahnsinns der Nazis“, betonte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Durch den Fund konnte jedoch der Versuch der Nazis, diese Kunstwerke zu vernichten, „letztlich konterkariert werden“.

    Wie die elf Skulpturen in die Rathausstraße - die ehemalige Königsstraße 50 - gelangt seien, wisse man noch nicht genau, sagte Wemhoff. Unter den ehemaligen Bewohnern des Hauses sei jedoch eine Person gewesen, die eventuell eine Verbindung zu den Skulpturen gehabt haben könnte. Treuhänder Erhard Oewerdieck (1893-1977) hatte 1941 Büroräume im vierten Stock des Hauses gemietet. Mit seiner Frau Charlotte habe er während des Krieges jüdischen Mitbürgern geholfen, wofür das Ehepaar von der Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt wurde. Oewerdiecks Tresor sei zusammen mit den Skulpturen geborgen worden.

    Der erste Fund im Januar dieses Jahres sei die Büste der Schauspielerin Anni Mewes von Edwin Scharf gewesen. Ein Bauarbeiter sei im wahrsten Sinne des Wortes über einen metallischen Gegenstand gestolpert, der aus der Baggerschaufel gefallen sei, berichtete Wemhoff. Die Skulptur sei völlig mit Mörtel bedeckt gewesen. Im August seien dann etwa zehn Meter entfernt weitere Bronze- und Terrakottaskulpturen gefunden worden. Erst mit der Identifikation des roten Terrakottakopfes als Teil der Arbeit „Die Schwangere“ von Emy Roeder sei die Verbindung zu der Aktion „Entartete Kunst“ deutlich geworden.

    Wemhoff vermutet, dass bei einem Brand, den nur nicht brennbare Dinge überstanden haben, die Skulpturen in den Keller gestürzt waren. Ein Grund für die Entfernung zwischen der Büste und den anderen Funden könne sein, dass die eher runde Mewes-Büste in dem durch Kriegsbomben brennenden Haus ein Stück gerollt sei. Die Bronzen, von denen die größten knapp 80 Zentimeter hoch sind, sind im Wesentlichen unbeschädigt, haben aber durch die lange Lagerung und den Brand eine starke Patina, die auch zum Teil erhalten wurde.

    In einer Ausstellung "Der Berliner Skulpturenfund. „Entartete Kunst’ im Bombenschutt“ im Griechischen Hof des Neuen Museums auf der Museumsinsel werden die Funde ab Dienstag (9. November) der Öffentlichkeit präsentiert.

    #Berlin #Mitte #Rathausstraße #Geschichte #Kunst #Nazis

  • Künstliche Intelligenz: Instagramming für Faule (http://www.zeit.de...
    https://diasp.eu/p/5787375

    Künstliche Intelligenz: Instagramming für Faule

    Panoramen von Google Street View rein, nahezu perfekte Landschaftsbilder raus: Forscher wollen einer künstlichen Intelligenz den fotografischen Blick beibringen.

    #intelligenz #internet #künstliche #instagramming #faule #panoramen #google #street #view #landschaftsbilder #forscher #blick #news #bot #rss

  • Denkmalschutz für die Nachkriegsmoderne am Alexanderplatz / 13.07.15 / Land Berlin
    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_1507/nachricht5680.html

    Berlin ist die einzige Metropole weltweit, die in ihrem Stadtbild Zeugnisse der beiden politischen Blöcke des Kalten Krieges vereinigt. Die beiden deutschen Staaten arbeiteten mit großem Ehrgeiz an ihrem repräsentativen Erscheinungsbild als „Hauptstadt der DDR“ bzw. als „Schaufenster des Westens“.

    Ost-Berlin sollte eine sozialistische Vorzeigestadt werden. Dem Alexanderplatz kam dabei eine besondere Bedeutung zu. Er ist gleichzeitig großstädtischer Verkehrsknoten, an dem wichtige Institutionen des gesellschaftlichen Lebens, der Wirtschaft und des Handels der DDR angesiedelt waren, und eine beruhigte Fußgängerzone um Brunnen und Weltzeituhr. Vergleichbare denkmalgeschützte Plätze in West-Berlin sind der Breitscheidplatz und der Ernst-Reuter-Platz.

    Das Landesdenkmalamt Berlin hat jetzt drei prominente Bauwerke am Alexanderplatz aus der Zeit um 1970 unter Denkmalschutz gestellt:

    – das Haus des Berliner Verlages, 1970-73, von den Architekten Karl-Ernst Swora, Rainer Hanslik, Günter Derdau, Waldemar Seifert und Gerhard Voss, mit Pressecafé und dem Fries „Sozialistische Presse“ von Willi Neubert (z.Z. überdeckt)
    – das Haus des Reisens, 1969-72, von den Architekten Roland Korn, Johannes Brieske, Roland Steiger mit dem Kupferrelief „Der Mensch überwindet den Raum“ von Walter Womacka
    – die Weltzeituhr, 1969-70, von Erich John

    DDR-Baukultur in Berlin: DDR-Häuser und Weltzeituhr am Alex unter Denkmalschutz | Berliner Zeitung
    http://mobil.berliner-zeitung.de/berlin/ddr-baukultur-in-berlin-ddr-haeuser-und-weltzeituhr-am-alex-u

    Regina Weiss | Die Presse als Organisator
    http://archive.is/xrsTw
    http://regina-weiss.de/index.php?article_id=68

    Die Installation “Die Presse als Organisator” besteht aus einem Fassaden-Banner, installiert im Straßenraum unterhalb des Gebäudes des ehemaligen "Pressecafés" am "Haus des Verlages" (Berlin, Alexanderplatz). Das lichtdurchlässige, schwarz-weiß bedruckte Fassaden-Banner zeigt den Ausschnitt eines ursprünglich zum Gebäude gehörigen Wandbildes von Willy Neubert mit dem Titel "sozialistische Presse".

    Neuberts Wandfries wurde 1969-1973 als Kunst am Bau für das Dach des Pressecafés am Haus des Verlages geschaffen, und war bis in die 1990er Jahre vor Ort sichtbar installiert. Wie die anderen Wandbilder im ehemaligen Hauptstadtzentrum der DDR hatte auch das Fries am Haus des Verlages die Aufgabe grundlegende Strukturen der sozialistischen Gesellschaft zu verbildlichen, und in den Straßenraum zu übertragen. So illustrierte das dynamische Figurenfries ein von der Sowjetunion geprägtes Bild der Einheit von Presse und Staat, dass auf das Verständnis der Presse in der DDR übertragen wurde. Wie im Wandbild durch zwei männliche Figuren, denen das Portrait von Karl Marx über die Schultern blickt, dargestellt, erfüllte die Presse in der DDR mittels ihrer engen Verbindung zur regierenden Sozialistischen Einheitspartei eine gesellschaftsbildende Funktion. In diesem Sinne zeigte Neuberts Bild den Aufbau der Presse als Struktur kollektiver Arbeit, als funktionierendes Abbild einer organisierten, sozialistischen Gesellschaft.

    Heute ist die inzwischen mit Platten verdeckte Fläche des Wandbildes mit großflächiger Leuchtreklame versehen. Im Pressecafé befindet sich das Restaurant eines privaten Betreibers. Nur der in den Hintergrund getretene Schriftzug Pressecafé am Dach des Gebäudes gibt Aufschluss über die Geschichte des Ortes. Die Installation bringt das Wandbild in fragmentarischer Form wieder zum Vorschein. Als grafische schwarz- weiß Umsetzung der ursprünglich farbigen Bildvorlage umspannt das Fassaden-Banner eine Ecke des Gebäudes im Straßenbereich. Im Sichtbar werden der symbolischen Bildsprache zeichnet sich die ursprüngliche Bedeutung des ehemaligen Pressezentrums ab. Im Gegensatz zur „erhöhten Darstellung“ sozialistischer Pressearbeit treten die Figuren des Wandfrieses in der erneuten Installation dem Passanten direkt gegenüber. Diese Begegnung mit dem historischen Wandbild erinnert zunächst an die Geschichte der umgebenden Architektur. Gleichzeitig eröffnet die Konfrontation mit dem utopischen Bild einer vergangenen Gesellschaftsform jedoch auch einen sichtbaren Raum der Reflektion, der die Fragestellung nach dem Umgang mit dem sozialistischen Erbe der DDR als eine Reflektion gegenwärtiger Gesellschaft ermöglicht.

    #Berlin -Mitte #Alexanderplatz #Karl-Liebknecht-Straße #Otto_Braun_Straße #Münzstraße #DDR #Kunst #Architektur

  • Rosa Parks: Haus der afroamerikanischen Bürgerrechtlerin steht jetzt in Wedding | Berliner Zeitung
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/rosa-parks-haus-der-afroamerikanischen-buergerrechtlerin-steht-jetz

    Die Ausstellungen: CWC GALLERY, Auguststraße 11–13, 10117 Berlin, Doppelausstellung bis 15. April, Fotografien von Ryan Mendoza und Steve Schapiro.

    Das Haus ist zu besichtigen in der Wriezener Straße 19, Berlin-Wedding am: Samstag · 8. April 2017 · 14 bis 17 Uhr & 20 bis 22 Uhr, Sonntag · 9. April 2017 · 16 bis 22 Uhr, Freitag · 28. April 2017 · 18 bis 22 Uhr, Samstag · 29. April 2017 · 14 bis 22 Uhr, Sonntag · 30. April 2017 · 14 bis 22 Uhr.

    #Berlin #Wedding #Wriezener_Straße #Rassismus #Kunst #Ausstellung

  • Berlin-Köpenick: Keine Aktfotos mehr im Rathaus - Berlin - Tagesspiegel
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-koepenick-keine-aktfotos-mehr-im-rathaus/19420294.html


    Was für eine Köpenickiade, besonders nachdem zu erfahren war, dass kein einziges Aktbild ausgestellt werden sollte.

    Was künstlerische Freiheit ist, darüber wird in Treptow-Köpenick derzeit heftig gestritten. Erstmals nach mehr als 20 Jahren werden die Werke des Fotoklubs Forum Berlin nicht im Rathaus Köpenick ausgestellt. Die Bezirkskulturstadträtin Cornelia Flader (CDU) erklärte in einer Mitteilung vom vergangenen Freitag, das Haus vor „Aktfotos, Gewaltdarstellungen und Schockwerbung“ schützen zu wollen – woraufhin die Organisatoren von der Gesellschaft für Fotografie (GfF) die Zusammenarbeit mit dem Bezirk beendet hätten. GfF-Präsident Hans-Jürgen Horn begründete diesen Schritt mit neuen Bedingungen des Bezirksamtes für das Fotoklub Forum.

    #Berlin #Köpenick #Kunst #Politik #Photographie

  • Das Daten-Kartell – Warum fordert niemand eine Vergesellschaftung der Daten? | NachDenkSeiten – Die kritische Website
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=36456

    Wir sind Zeitzeugen einer Bildung von sagenhaften Monopolen in nahezu allen softwarebasierten Zukunftstechnologien. Egal ob es um Computer- oder Smartphone-Betriebssysteme, Suchmaschinen, Soziale Netzwerke oder sogar ganz generell um Daten, den Zugriff auf Daten und die kommende Entwicklung künstlicher Intelligenz geht – sechs gigantische Konzerne haben die Welt von Big Data fein säuberlich untereinander aufgeteilt: Google, Amazon, Facebook, Microsoft, Apple und IBM. Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts, so will es eine Metapher. Der IT-Vordenker Evgeny Morozov vergleicht die heutige Situation bei Big Data mit fünf, sechs Banken, denen die gesamte Landmasse der Welt gehört und denen wir immer dann eine Gebühr bezahlen müssen, wenn unser Fuß die Erde berührt. Der politischen Linken empfiehlt Morozov daher einen „Datenpopulismus“ und liegt damit goldrichtig. Es ist ohnehin erstaunlich, dass dieses eminent wichtige Thema in der politischen Debatte derart stiefmütterlich behandelt wird. Von Jens Berger.

    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Das Daten-Kartell - Warum fordert niemand eine Vergesellschaftung der Daten? - Jens Berger [ 22:19 ] Player verbergen | Play in Popup | Download

    Google – Datenkrake und angehender Werbemonopolist im Netz

    Bei den Suchmaschinen hat Google weltweit einen Marktanteil von rund 92%. Und dies mit mal mehr mal weniger Abstrichen weltweit. Lediglich in China, Südkorea und Russland haben mit Baidu, Naver und Yandex lokale Rivalen die Nase vorn. In Deutschland und dem Rest der EU ist Google übrigens nahezu konkurrenzlos. 94% aller Deutschen suchen im Netz mit Google. Und das ist ein richtiges Problem. Was Google nicht oder schlecht listet, existiert im Netz streng genommen nicht. Google ist damit der uneingeschränkte Türsteher zum Internet. Wie der Algorithmus von Google genau funktioniert, ist einzig und allein Sache des Giganten aus Mountain View, Kalifornien, dessen Geschäfte in der Dachgesellschaft Alphabet Inc. gebündelt sind, die einen Börsenwert von 484 Milliarden US$ hat – rund fünfmal so viel wie der Chemieriese Bayer.

    Um vor der Allmacht dieses Konzerns zu warnen, ist ein Blick auf die Suchmaschinenfunktion jedoch unter Umständen sogar eine unnötige Verharmlosung. Googles wichtige Aktiva sind nicht die Suchanfragen, sondern die Daten der Suchenden! Über Ihre Suchanfragen, Ihr Surfverhalten und vieles andere mehr – wie zum Beispiel Bild- und Gesichtserkennung über die gelisteten Fotos, Rohdaten aus Google Maps und Street View, Bewegungsprofile, um nur ein paar Punkte zu nennen – sind Sie für Google ein gläserner Datensatz. Das momentane Geschäftsmodell von Google ist es, nicht nur personalisierte, sondern sogar interessenspezifische Werbung einzublenden. Wer sich im Netz beispielsweise häufig über Norwegen informiert, ist natürlich genau der richtige Werbekunde für Anzeigen für Direktflüge nach Oslo oder Ferienhäuser am Sognefjord. Wie gut diese interessenspezifische Werbung funktioniert, sieht man auf der Suchmaschine von Google, bei der bezahlte Anzeigen recht präzise zu den verwendeten Suchbegriffen eingeblendet werden.

    Google ist jedoch viel mehr als eine Suchmaschine. Der Konzern ist auch der weltweit größte Anbieter von Werbeflächen, die auf herkömmlichen Internetseiten angezeigt werden. Rund 70 Milliarden US$ kassierte das Unternehmen im letzten Jahr für seine Werbeflächen und ist damit drauf und dran, auch abseits der reinen Suchmaschinenergebnisse in Richtung Monopol zu steuern.

    Und da sind wir dann schnell bei Morozovs „Gebühr dafür, den Fuß auf die Erde setzen zu dürfen“. Es sind ja nicht die Anbieter, die die Werbekosten zahlen, sondern die Kunden der beworbenen Produkte. Bei fast jedem Einkauf zahlen wir daher schon heute unsere „Google-Abgabe“, also den Anteil des Preises, der über die Marketing- und Werbekosten an Google geflossen ist. Und dies ist erst der Anfang. Wer künftig online werben will, der wird dies nicht mehr ohne Googles Datenpool tun können. Wer will schon einem überzeugten Kroatien-Urlauber Werbung für Ferienhäuser am Nordkap zeigen? Der Geist ist aus der Flasche und auch interessenspezifische Werbung ist nur der Anfang.

    Facebook – der Netzwerkmonopolist auf dem Weg zur dunklen Seite

    Der zweite Gigant im Bunde ist Facebook, der Moloch unter den Sozialen Netzwerken, der durch den Zukauf von WhatsApp auch bei den Messenger-Diensten mit einem Marktanteil von über 80% ein De-Facto-Monopol hat. Auch Facebook verdient sein Geld (rund zwei Milliarden US$ Gewinn pro Jahr) momentan „noch“ mit personalisierter, interessenspezifischer Werbung. Auch bei Facebook sind die Daten jedoch der eigentliche Schatz – und zwar nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch. Netzwerke wie Facebook haben zudem ein sehr großes Manipulationspotential. Auch wir von den NachDenkSeiten hatten und haben mit den Algorithmen von Facebook auch immer wieder unsere Probleme – auch wenn wir „noch“ davon ausgehen müssen, dass diese Probleme vor allem schlampig programmierten Algorithmen geschuldet sind, ist dies nur ein Vorgeschmack, was uns schon bald drohen könnte. Vor allem die deutsche Politik ist samt ihrer unsäglichen „Fake-News-Kampagne“ ganz angetan davon, die Sozialen Netzwerke dazu zu bringen, ihre Mitglieder noch stärker zu zensieren.

    Schauen wir doch mal in die Kristallglaskugel: Wer entscheidet denn künftig, was echte und was falsche Nachrichten sind? Wer entscheidet, welche Meinungen von der Meinungsfreiheit gedeckt sind und was gegen die „Nutzungsbedingungen“ verstößt? Wer löscht „Fake-News“ und grenzwertige Meinungsäußerungen auf Facebook? Ein dem Innenministerium unterstelltes „Abwehrzentrum gegen Falschmeldungen“ aka „Wahrheitsministerium“? Ich persönlich halte das für eher unwahrscheinlich, da dem Staat selbst hierbei über das Grundgesetz immer noch zu hohe Hürden gesetzt sind. Wahrscheinlicher ist da schon eine verstärkte Zensur durch die Community selbst. Und dass so was generell nicht funktioniert und sich in derlei Strukturen gerne Systeme herausbilden, die mit Meinungspluralität gar nichts zu tun haben, zeigt die Wikipedia mit ihrer „dunklen Seite“ ja vortrefflich. Es ist schon erstaunlich. Da sollen juristisch ungeschulte „Moderatoren“, egal ob es sich jetzt um die bereits vorhandene Truppe der Bertelsmann-Tochter Arvato oder um künftige „Lösungen“ handelt, entscheiden, was unter die grundgesetzlich geschützte Meinungsfreiheit fällt? Ist dies denn nicht eine Aufgabe für Juristen? Warum macht man Facebook nicht die Auflage, ein Prüfungszentrum in Deutschland zu finanzieren, das vom Staat betrieben wird und in dem examinierte Juristen ihren Dienst tun und ihre Entscheidungen transparent den Nutzern offenlegen? Offenbar scheuen die Zensoren aber das Licht und wählen lieber das Dunkel.

    Wenn nun aber „die Sozialen Medien“, was ja de facto nur Facebook und der Kurznachrichtendienst Twitter sind, ihre Algorithmen nicht nur aus rein technischen und kommerziellen Erwägungen programmieren, sondern freiwillig oder auf Anweisung eines Staates inhaltlich filtern oder gar zensieren, ist dies eine sehr gefährliche Entwicklung. Schon heute informieren sich vor allem in den jüngeren Generationen mehr Menschen über die Sozialen Netzwerke als über das Fernsehen oder gedruckte Zeitungen und Zeitschriften. Alle – natürlich inhaltlich nach wie vor vollkommen richtigen – Beschwerden über die Einseitigkeit der klassischen Medien würden von einer schärferen Filterung oder Zensur der Sozialen Netzwerke mühelos in den Schatten gestellt. Und es reicht bereits, dass diese Gefahr sich in Form eines Unwetters bereits am Horizont abzeichnet. Noch ist es Fünf vor Zwölf, aber die Uhr tickt unerbittlich. Facebook verfügt an den Börsen übrigens über einen Wert von 330 Milliarden US$, rund 100 Milliarden US$ mehr als Nestlé, der mit Abstand größte Lebensmittelkonzern der Welt.

    Microsoft, Apple und Google – wer das Betriebssystem stellt, bestimmt die Regeln

    Daten sind etwas sehr Abstraktes. Greifbarer wird es für viele nicht so fürchterlich technikaffine Menschen dann, wenn es um die direkte Schnittstelle zu den Daten geht – dem Betriebssystem. Hier erreichen die Windows-Produkte aus dem Hause Microsoft einen Marktanteil von fast 90%. Den Rest teilen sich das ebenfalls nicht unproblematische MacOS X und die diversen Linux-Distributionen. Anders sieht es in der Wachstumsbranche der Betriebssysteme für Smartphones und Tablets aus. Hier hat wiederum Google mit seinem Produkt „Android“ fast 90% Marktanteil, dahinter kommt Apple mit seinem iOS und dann kommt erst mal gar nichts mehr. Vor allem bei Mobilgeräten kassieren die Hersteller der Betriebssysteme an einer Stelle, die viele Nutzer so gar nicht erwarten. Bei jedem Software- und den meisten Medieneinkäufen kassieren Google und Apple mit. Wer seine Software über den Google-Store und seine Musik und Filme über iTunes kauft, bezahlt automatisch eine 30%-Vermittlerabgabe an Google und Apple. Google und Apple verhindern zudem, dass man Software über andere Vertriebswege einkaufen kann. Auch hier sind wir von Morozovs „Schrittgebühr“ nicht mehr weit entfernt, zumal Microsoft aus Googles und Apples Geschäftsgebaren offenbar lernt, die Verwaltung (inkl. Zwangsupdates) ebenfalls bereits zentralisiert hat und externe Software am liebsten auch nur noch über den eigenen Microsoft Store vertreiben würde. Apple ist an der Börse übrigens 590 Milliarden US$, Microsoft 482 Milliarden US$ wert. Als Vergleich – VW, immerhin zweitgrößter Automobilbauer der Welt bringt es auf 70 Milliarden Euro, die Deutsche Bank gerade eben noch auf 24,2 Milliarden Euro.

    Amazon – weit mehr als ein „Buchhändler“

    Was glauben Sie, mit was Amazon eigentlich sein Geld verdient? Mit Büchern? Ach was. Als Handelsplattform? Schon eher. Das meiste Geld verdient Amazon jedoch mit seinen „Web Services“, den Online-Diensten, die man wohl am besten mit „Cloud-Computing“ zusammenfassen könnte. Anfangs stellte man bei Amazon schlicht fest, dass man mehr Rechenpower und Speicherplatz vorrätig hat, als man selbst braucht. Heute ist die Vermietung und vor allem der Betrieb dieser neudeutsch als „Cloud“ bezeichneten externen Rechen- und Datenspeicher ein profitables Kerngeschäft von Amazon. Rund um den Globus verteilt arbeiten in hunderten Rechenzentren rund 1,4 Millionen Server (Stand 2014) für Amazon und generierten im letzten Quartal rund 2,4 Milliarden US$ Umsatz bei einem seit Jahren anhaltenden Umsatzwachstum von stabil über 50% pro Jahr. Neben Amazon sind vor allem Microsoft (Azure, Office 365), IBM und Google hier gut und profitabel im Rennen. Die drei Amazon-Konkurrenten können für Ihr „Cloud-Geschäft“ sogar jährliche Zuwachsraten von 93% vermelden. Warum so viele Privatpersonen und noch mehr Unternehmen der „Magie der Cloud“ verfallen, ist dabei nicht wirklich verständlich. Sicher – momentan gibt es die Dienstleistungen oft noch geschenkt und dort wo Geld verlangt wird, sind die Preise meist akzeptabel; vor allem dann, wenn man sie betriebswirtschaftlich mit eigenen Alternativen vergleicht. Doch auf diese Art und Weise werden die Kunden natürlich auch abhängig gemacht. Ist das gesamte Unternehmen erst mal „in die Cloud“ integriert, ist es nämlich sehr aufwändig und vor allem sehr teuer, die Wolke wieder zu verlassen oder zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

    Dass die „großen Vier“ im Cloud-Computing rund 60% Marktanteil haben, ist ein Problem. Noch problematischer wird es jedoch, wenn man sich vor Augen hält, wer da unsere Daten speichert. Amazon ist selbst ein ausgewiesener Datenhändler. Microsoft ist Amazon in diesem Punkt dicht auf den Fersen und über Google muss an dieser Stelle wohl kein Wort mehr verloren werden. Das vermeintlich preiswerte Outsourcing in eine Cloud sorgt so indirekt auch dafür, dass die Daten-Mining-Giganten den eigentlichen Kern ihres Geschäftsmodells nicht nur frei Haus bekommen, sondern dafür auch noch ordentlich bezahlt werden. Von wem? Natürlich von uns, dem Endkunden, der letzten Endes die IT-Kosten der Cloud-Kunden über den Preis mitbezahlt. Wie war das noch mal mit Morozovs „Schrittgebühr“? IBM ist übrigens 158 Milliarden US$ wert, Amazon kommt auf 353 Milliarden US$.

    Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht

    Und es wird in Zukunft noch dramatischer, da die Cloud-Giganten bereits an sehr ausgetüftelten Anwendungen zur Künstlichen Intelligenz (z.B. Gesichtserkennung, Mustererkennung) arbeiten und ihr größtes Plus die Datensätze sind, über die sie bereits verfügen. Wenn Künstliche Intelligenz personalisierbar ist und über Ihre Daten Rückschlüsse auf Ihr Verhalten, Ihre Gedanken und künftigen Entscheidungen und Taten möglich sind, erschließt sich für die Konzerne eine ganz neue, so noch nie dagewesene Goldgrube; für Sie selbst könnte dies jedoch die wahrgewordene Hölle sein. Aber auch gänzlich unpathetisch lässt sich feststellen, dass Sie für diese Dienstleistungen direkt oder indirekt zur Kasse gebeten werden.

    Die sechs in diesem Artikel genannten Unternehmen kommen auf einen Gesamtwert von 2.400 Milliarden US$. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Crème de la Crème der deutschen Wirtschaft, die 30 Dax-Unternehmen, zusammen wert sind. Aber selbst das ist schon fast eine Nebensächlichkeit, wenn man sich die unglaubliche Macht dieser Konzerne vor Augen hält. Jeder Einzelne ist entweder alleine auf seinem Gebiet (Google bei Suchmaschinen und Smartphone-OS, Facebook bei den Sozialen Netzen und den Messengers, Microsoft bei den Desktop-OS und Amazon im Cloud-Computing) oder in Kombination mit einigen wenigen Konkurrenten ein Monopolist. Zusammen bilden diese Konzerne ein Kartell. Ein Datenkartell, das die Macht hat, uns in der Zukunft nach seinem eigenen Geschmack auszuleuchten, auszuhorchen, auszunehmen und schlussendlich sogar unsere Meinung über Filter und Algorithmen zu beeinflussen.

    Das Kartellproblem ist auch ein geopolitisches Problem

    Hierbei geht es nicht um oberflächliche Kapitalismuskritik, sondern um den Kern unserer wirtschaftlichen Zukunft. Auch geopolitisch ist diese Frage nicht eben undelikat. Was denkt sich beispielsweise die EU dabei, die wichtigste Kerntechnologie und politisch ungemein relevante Algorithmen in die Hände von sechs Unternehmen zu geben, die allesamt ihren Sitz an der amerikanischen Westküste haben und bei denen kein einziger Europäer in die Entscheidungsprozesse eingebunden ist und kein Europäer Zugriff auf wichtige und strategische Informationen hat? Man muss sicher kein Antiamerikaner sein, um hier ein grundlegendes Problem zu sehen.

    Tabak, Öl, Eisenbahn … vor allem die USA haben eine sehr lebhafte Geschichte, wenn es um die Zerschlagung von Kartellen geht. Beim Daten-Kartell ist dies jedoch nicht so einfach und auch nicht sinnvoll, da es hierbei im Kern ja nicht um den Wettbewerb oder um den Zugang zum Markt geht. Daten sind keine Schienen oder Pipelines, sie sind immateriell und flüchtig. Die Büchse der Pandora ist geöffnet und lässt sich ohne weiteres auch nicht mehr schließen. Auf nationaler Ebene ist da ohnehin nicht viel zu erreichen. Am beschriebenen geopolitischen Dilemma würde sich auch nichts ändern, wenn künftig anstatt sechs, sechzig Konzerne von der amerikanischen Westküste die Daten der gesamten Welt ausbeuten und sich diesen Dienst von der ganzen Welt fürstlich bezahlen lassen.

    Wir bräuchten eine internationale Daten-Überwachungsagentur

    Was wir bräuchten, wäre eine globale Vergesellschaftung dieser Zukunftstechnoligen. Eine Daten-UNO, wie es sie ja in der frühen Internetzeit in Form des ICANN sogar im Kern schon gab. Sicher, das mag sich nun ein wenig naiv, ja weltfremd anhören. Aber ist es das wirklich? Betroffen sind wir alle ohne Ausnahme. Der indische Stahlarbeiter wird genauso von Google vermessen, wie der deutsche Arzt oder der argentinische Bauunternehmer. Vor allem: Es sind unsere Daten, auch wenn wir ständig Nutzungsbedingungen wegklicken und das Kleingedruckte in Datenschutzerklärungen überlesen. Wir sind es auch, mit denen diese Geschäfte gemacht werden. Wir bezahlen direkt oder indirekt für die Werbung und Produkte, die auf Basis unserer Daten an Dritte verkauft werden.

    Google und Co. müssten dafür noch nicht einmal zerschlagen werden. Was wir bräuchten, wäre eine internationale Daten-Überwachungsagentur, die Einblick in die Algorithmen bekommt und der – hier wird es besonders pikant – die Überschüsse aus dem Geschäft mit den Daten zustehen. Denn hier schließt sich der Kreis: Wenn eine „Schrittgebühr“ schon unabwendbar ist, dann sollte sie doch zumindest, wie jede andere Steuer auch, der Allgemeinheit zu Gute kommen. Dies ist auch deshalb notwendig, da die genannten Konzerne sich momentan ja durch zahlreiche Steuertricks nahezu komplett der Besteuerung entziehen.

    Wenn die Allgemeinheit die Kontrolle über die Software mit all ihren düsteren Algorithmen und die finanziellen Einkünfte aus dieser Software hat, können wir optimistischer in die Datenzukunft blicken. Fest steht, dass so viel politische und so viel finanzielle Macht nicht in den Händen so weniger Großkonzerne verbleiben darf. Dass die USA an einer solchen Lösung kein Interesse haben können, liegt auf der Hand. Dies erklärt wohl die Passivität der europäischen Eliten in dieser Frage.

    Und da sonst kaum wer – außer vielleicht die in Vergessenheit geratenen Piraten – derlei Themen auf der politischen Agenda hat, sollte sich die politische Linke diese Ziele auf ihre Fahnen schreiben. Es heißt ja immer wieder – natürlich zu Unrecht -, dass die Linke vor allem deshalb bei den jüngeren Generationen nicht mehr punkten kann, weil die politischen Themen der Linken einer teils entpolitisierten Jugend nicht mehr so einfach zu vermitteln sind. Das Thema „Datenpopulismus“ liegt jedoch auf der Straße. Die Linke muss sich nur bücken und das Thema aufnehmen. Auf geht´s, willkommen im neuen Jahr mit neuen Themen.

    #Amazon #Apple #Datenhandel #Datenschutz #Facebook #Google #IBM #Kartell #Künstliche_Intelligenz #Meinungsfreiheit #Microsoft #Monopolisierung #soziale _Medien #Wikipedia #Zensur

  • Bauen in Mitte: Im November geht’s los: Tacheles-Investor stellt Architekten vor - Berlin - Tagesspiegel
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/bauen-in-mitte-im-november-gehts-los-tacheles-investor-stellt-architekten-vor/14524720.html

    Die Architekten, die an der Oranienburger Straße das frühere Kunstquartier Tacheles sanieren und ausbauen sollen, stehen fest: die Berliner Baumeister Grüntuch Ernst Architekten, Kahlfeldt Architekten sowie das Büro von Brandlhuber + Muck Petzet. Bereits länger für die Gesamtkonzeption des Areals beauftragt ist außerdem das Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron. Dies teilte der Entwickler des Gebietes mit, die „pwr development“.

    #Berlin #Mitte #Oranienburger_Straße #Immobilien #Architektur #Kunst #Stadtentwicklung