#kurfürstendamm

  • La Dolce Vita am Kudamm: Italien übernimmt das legendäre Kranzler Eck
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/article/la-dolce-vita-am-kudamm-neues-kapitel-fuer-das-historische-kranzler

    Mit dem Aussterben der kuchenfressenden Pelztiere, auch bekannt als „Wilmersdorfer Witwen“, verschwand ihr bevorzugtes Refugium. Nun rechnet ein italienischer Spekulant mit dem verstärkten Auftreten einer neuen parasitären Spezies von arbeitsscheuen Kriegsgewinnlern und dient ihnen die Neuauflage des Spießerparadies „Kaffee Kranzler“ an.

    9.9.2026 von Enno Kramer - Zwei Jahre lang stand das ikonische Kranzler Eck am Kurfürstendamm leer. Im November zieht nun ein neuer Betreiber ein – mit großen Plänen für den Traditionsort.

    Zwei Jahre lang war es still im Kranzler Eck. Wo am Kudamm einst Berliner und Touristen für Kaffee und Kuchen ein- und ausgingen, blieben die Tische zuletzt leer. Im Mai 2024 begann der Umbau des historischen Gebäudeteils – und mit ihm verschwand auch die letzte gastronomische Nutzung aus der markanten Rotunde.

    Das soll sich nun ändern: Oben an der Ecke von Kurfürstendamm und Joachimsthaler Straße wird ab November wieder eingedeckt: Das Circolo Popolare zieht ein. Statt Torte und Filterkaffee landen dort allerdings künftig Pizza, Pasta und Cocktails auf dem Tisch.
    Die „klassischste Trattoria“ im Kranzler Eck

    Hinter dem neuen Restaurant steht die Big Squadra Group, die in Berlin bereits mit dem Pamela am Gendarmenmarkt und dem Coccodrillo im Weinbergspark vertreten ist. Hinzu kommen das Edmondo in Hamburg und das Giorgia in München. Mit dem Circolo Popolare kommt nun ein weiterer Standort mit langjähriger Tradition hinzu.

    Die Betreiber versprechen ihre „klassischste Trattoria“. Dafür soll die Rotunde ordentlich auf italienisch getrimmt werden: Lichterketten, Vintage-Fundstücke aus Italien und mehr als 1000 alte Flaschen sollen die Räume schmücken. Hinzu kommen lange Gemeinschaftstische und ein großer Speisesaal, der die charakteristische Architektur des Gebäudes in Szene setzen soll.

    Kulinarisch geht es ebenfalls ziemlich klassisch zu. Auf der Karte sollen unter anderem neapolitanische Pizza, Gnocchi alla Sorrentina, die direkt aus der Pfanne serviert werden, und Pistazien-Tiramisu stehen. Die Zutaten sollen dabei von mehr als 170 kleinen italienischen Produzenten kommen.

    Auch wenn Pizza und Pasta an diesem Ort neu sind – Gastronomie ist es keineswegs. Noch bevor das Kranzler Eck zu einem Wahrzeichen des Berliner Westens wurde, schrieb hier bereits ein anderes Café Berliner Stadtgeschichte. 1896 eröffnete an der Ecke das „Café des Westens“.

    Um 1900 entwickelte es sich dann zum Treffpunkt der literarischen und künstlerischen Szene Berlins. Schriftsteller, Künstler und Schauspieler gingen hier ein und aus; wegen des illustren Publikums bekam das Café bald den Spitznamen „Café Größenwahn“.

    1932 übernahm das Café Kranzler die Räume. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb zunächst in einem provisorischen Flachbau fortgesetzt, bevor 1958 der Neubau mit der berühmten Rotunde entstand – in das nun das Circolo Popolare einzieht.

    #Gastronomie #Nerlin #Kurfürstendamm

  • Schock im Maison de France : Wütender Besucher löst fast ein Inferno aus
    ▻https://www.berliner-kurier.de/berlin/angriff-auf-buecher-im-maison-de-france-li.10151051

    Il n’est pas d’accord avec ce qu’il lit dans livre, il met le feu à la bibliothèque française de Berlin. Les dégats ne sont pas importants mais l’événement rappelle quand même l’attentat dcontre la Maison de France de 1983.

    30.6.2026 von Tanja Tal - Im Maison de France löste ein 35-Jähriger ein schweres Feuer aus. Mit Benzin attackierte er eine Bibliothek. Ein mutiger Besucher verhinderte eine Katastrophe.

    Schrecksekunden im Kulturzentrum Maison de France: Statt in der Bibliothek zu lesen, ging ein Besucher wütend mit Benzin gegen Bücher vor.

    Besucher verhindert mit einem Feuerlöscher Schlimmeres

    Was trieb Abdoul R. (35), den Feuerteufel, an? Neun Monate später begann der Prozess gegen einen Mann, der beinahe einen Großbrand verursacht hätte. Der Ankläger: „Bücher und Holzregale – alles hätte wie Zunder brennen können. Zum Glück hat ein Besucher geistesgegenwärtig zum Feuerlöscher gegriffen, die Flammen gelöscht.“

    Angeklagter liebt das Lesen und die Kultur

    R. kleinlaut vor der Richterin. Ein Oberleitungsmonteur aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt). Er war am 20. September 2025 als Besucher in Berlin: „Ich wollte Urlaub machen.“ Mit viel Kultur. „Ich bin ein Mensch, der gerne liest und Bücher liebt.“

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    Der Gesamtschaden im Maison de France wird mit 6530 Euro angegeben.imago/Jürgen Ritter

    Es zog ihn in die Abteilung Geschichte. R.: „Ich las in drei Büchern.“ Ein spezielles Thema interessierte den Mann, der aus Burkina Faso (Westafrika) stammt: „Ich habe über Sklavenzeit gelesen und was mit den Menschen passiert ist.“
    Geschichte wühlt den Angeklagten auf

    Es habe ihn wütend gemacht: „Ich fand, die Geschichte war in den Büchern schlecht oder sogar falsch erzählt.“ Das habe ihm keine Ruhe gelassen: „Am nächsten Tag bin ich wieder hin, wollte etwas machen.“

    Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen. Abdoul R., Angeklagter

    Die Richterin: „Es sollen etwa 25 Besucher in der Bibliothek gewesen sein. Haben Sie daran gedacht, dass Leute in Gefahr waren?“ Abdoul R. nickte: „Ich wollte den Menschen nichts tun und sagte noch, dass sie besser rausgehen sollten.“
    Sachschaden beläuft sich auf 6530 Euro

    Er hatte Benzin gekauft und außerdem Bremsenreiniger in der Tasche. Die Anklage: „Er verschüttete die Mittel über Bücher in zwei Regalen, zündete dann mit dem Feuerzeug an.“ An drei Stellen brannte es.

    Eine Mitarbeiterin der Bibliothek im Institut français am Kurfürstendamm: „200 Bücher haben wir verloren.“ Zerstört durch Flammen oder durch Löschwasser. Sachschaden insgesamt: 6.530 Euro.
    Polizei fasst den Täter vor Ort

    Die Polizei fasste R. noch vor Ort. Mit schwerem Gepäck durfte er zurück nach Weißenfels reisen: Anzeige wegen versuchter schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung.

    Das Kulturzentrum Maison de France war im April 1950 als deutsch-französische Begegnungsstätte eröffnet worden. Die Richterin zum Angeklagten: „Alle, die im Haus waren, hatten unfassbares Glück! So ein Feuer kann sich rasant ausbreiten.“
    Täter will für seine Tat geradestehen

    Planvoll sei R. vorgegangen. Auch der Verteidiger: „Wenn man Bücher nicht lesen möchte, dann muss man es nicht tun. Aber andere davon abzuhalten, das geht nicht.“ R. einsichtig: „Es war ein großer Fehler. Dafür habe ich zu bezahlen. Stück für Stück werde ich alles abzahlen.“ Urteil: Ein Jahr Haft auf Bewährung.

    Bombenanschlag 1983
    ►https://de.wikipedia.org/wiki/Maison_de_France

    Am 25. August 1983 wurde ein Bombenanschlag auf das Haus verübt, bei dem der Radsportler Michael Haritz starb, der gerade mit seiner Friedensgruppe „Fasten für das Leben“ im französischen Generalkonsulat eine Petition übergeben wollte. Weitere 23 Personen wurden verletzt. Die Bombe wurde von dem Libanesen Mustafa Ahmed el-Sibai gelegt, der im Auftrag der armenischen Terrorgruppe „Asala“ handelte.[12] Geplant wurde der Anschlag von dem Attentäter Johannes Weinrich, der dafür im Jahr 2000 in Berlin zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde.[13] Weinrich galt als die rechte Hand des Terroristen Carlos, der mit dem Attentat auch seine Freundin Magdalena Kopp freipressen wollte.[14] Wie sich später herausstellte, wurde das Attentat mit Unterstützung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) durchgeführt. Der ehemalige Oberstleutnant des MfS Helmut Voigt wurde hierfür 1994 in einem Prozess vor dem Landgericht Berlin[15] zu vier Jahren Freiheitsstrafe wegen Beihilfe zum Mord verurteilt.

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #fait_divers #bibliothèque #culture #incendie

  • MONTAGSINTERVIEW: „Ich dachte: Jetzt bin ich zu Hause“
    ▻https://taz.de/MONTAGSINTERVIEW/!5086618


    „In China brach plötzlich etwas durch, was jahrzehntelang in mir war“: Dagmar Yu-Dembski, Leiterin des Konfuzius-Instituts an der FU Berlin.   Bild: David Oliveira

    12.8.2012 - Dagmar Yu-Dembski erforscht chinesische Spuren in der Geschichte Berlins. Ihr eigener Vater kam 1936 in die Stadt.

    taz: Frau Yu-Dembski, Sie haben sich systematisch mit den Chinesen in Deutschland beschäftig und das Buch „Chinesen in Berlin“ veröffentlicht. Wann kamen denn die ersten Chinesen nach Berlin?

    Dagmar Yu-Dembski: Das war 1823. Es waren zwei, sie hießen Yasheng Feng und Yaxue Feng. Es gibt Aufzeichnungen darüber von Heinrich Heine, der einem Freund schrieb, dass zwei Chinesen in einer Art Theater in der Stadt ausgestellt würden. So wie heute im Zoo, wo Tiere ausgestellt werden, die man sonst nicht sehen kann, gab es ja früher Menschen- oder Völkerschauen. Einer der beiden ist dann hier geblieben und hat in Potsdam ein Haus gebaut. Yasheng war sein Vorname – daraus wurde aber später der Familienname „Assing“. So würde man nie auf die Idee kommen, dass es da mal chinesische Vorfahren gab.

    Auch Ihr Vater war Chinese, er kam 1936 als Student nach Deutschland. Später studierte er in Berlin Ingenieurswissenschaften. Warum eigentlich?

    Dagmar Yu-Dembski

    Die Frau: Dagmar Yu-Dembski wird 1943 als Tochter eines Chinesen und einer Deutschen geboren. Sie studiert Publizistik, Kunstgeschichte und Sinologie an der Freien Universität Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Rolle der Frauen in den Medien, bis sie anfängt, sich verstärkt mit China und interkultureller Kommunikation zu beschäftigen. Yu-Dembski lebt mit ihrem Mann in Berlin.

    In China war das Bildungssystem lange Zeit von konfuzianischen Vorstellungen geprägt. Moderne Wissenschaften wie Natur- und Ingenieurswissenschaften oder Medizin waren keine Ausbildungsgänge, die in China entwickelt waren. Mein Vater kam aus einer reichen kantonesischen Kaufmannsfamilie, wo mindestens eines der Kinder ins Ausland geschickt wurde. Davor war er auf einer zweisprachigen deutsch-chinesischen Mittelschule in Guangdong, wo er Abitur gemacht hat. Aber Deutschland war für die Studenten auch das Land von Marx und Engels. Viele sind daher aus politischen Gründen zum Studium gekommen, wobei sie dann nicht nur studiert, sondern auch ihre Landsleute agitiert haben.

    Sie haben sich viel mit dem damaligen Alltag der Chinesen in Berlin beschäftigt. Wie kann man sich das Leben Ihres Vaters und der chinesischen Studenten im Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre vorstellen?

    200 Studenten haben damals in den hochherrschaftlichen Häusern Charlottenburgs gewohnt. Nach dem Ersten Weltkrieg lebten in den großen Wohnungen viele Witwen, die Zimmer vermieten mussten. Sie haben gerne an die jungen Chinesen mit den guten Manieren vermietet, weil diese aus gutsituierten Familien kamen oder staatliche Stipendien hatten. Das war gar nicht schlecht – gerade als 1923 Inflation war, haben sie mit ihren chinesischen Devisen gut dagestanden. Es gibt auch Berichte in den Zeitungen über diese modischen jungen Herren – neunzig Prozent der Studenten waren Männer – die häufig in eleganter Begleitung gesehen wurden. Wenn ich mir die Fotos von meinem Vater in den Dreißigern oder Vierzigern ansehe, frage ich mich manchmal: Hat er eigentlich studiert?

    Gab es damals so etwas wie eine Mini-Chinatown?

    Die Kantstraße in Charlottenburg war das frühere chinesische Viertel. Da wohnte ein Chinese neben dem anderen in den Nebenstraßen zur Untermiete, so wie mein Vater. In Charlottenburg ist die Technische Universität, die Chinesische Botschaft war am Kurfürstendamm 218, auch die Hochschule für Politik war ganz in der Nähe. Dort gibt es heute noch viele chinesische Geschäfte und Restaurants. Die Kantstraße ist inzwischen fast wieder eine chinesische Straße.

    Was haben die Chinesen damals gegessen? Gab es damals schon China-Restaurants?

    Gerade in der Kantstraße gab es mehrere. In diesen Restaurants gab es weiße Tischdecken und deutsche befrackte Kellner. Auf einem Foto in einem der China-Restaurants 1923 tragen die Chinesen alle Anzug und Krawatte. Das war das Interessante: Die Chinesen haben dort nicht etwa als Kellner gearbeitet, das waren Deutsche. Es soll sogar in den zwanziger Jahren in Berlin eine Gärtnerei gegeben haben, in der chinesisches Gemüse gezogen wurde.

    Und in den anderen Vierteln?

    Es gab damals zwei soziale Gruppen von Chinesen in Berlin. Außer den Studenten und Wissenschaftlern kamen auch Geschäftsleute, meist aus Qingtian und Wenzhou. Diese wiederum etwa 200 Chinesen haben im heutigen Friedrichshain gewohnt. Das ist der Bezirk um den früheren Schlesischen Bahnhof, ein Kopfbahnhof, wo man mit dem Zug wie der Transsibirischen Eisenbahn aus dem Osten ankam. Das war ein absoluter Arbeiterbezirk. Nur in ganz wenigen Häusern gab es überhaupt ein Badezimmer. Die Toilette war eine Treppe tiefer, viele Häuser hatten mehrere Höfe hintereinander, wo viele kleine Betriebe irgendetwas angefertigt haben. Es gab einen kleinen Laden, wo Chinesen alles Mögliche verkauft haben, es gab andere, die mit einer Ledertasche durch die Gegend zogen, um Porzellan und Kleinigkeiten zu verkaufen, und auch kleine Restaurants und Garküchen.

    Zurück zu Ihrer Familie. Ihr Vater kam 1936 nach Deutschland. Wie war diese Zeit für die Chinesen in Berlin?

    Richtig, mein Vater ist in der NS-Zeit gekommen, im Jahr der Olympischen Spiele. Aber die Chinesen haben sich von dieser ganzen Rassenpolitik gar nicht beeindrucken lassen. Als Hitler 1933 von den „gelben Rassen“ sprach, hatten Japaner und Chinesen protestiert, auch beim Auswärtigen Amt. Und man hatte da eine Formulierung gefunden, dass diese „hochwertigen“ Kulturen, also diese 5.000 Jahre alten Kulturen, damit nicht gemeint seien. Für die Studenten war alles gut, solange sie nicht aufgefallen sind, dem Staat nicht zur Last fielen, kein Geld brauchten und sich nicht politisch betätigten. Schwieriger wurde es allerdings für die Kleinhändler. Den Wäschereibesitzern haben die Leute zum Beispiel nicht mehr ihre Wäsche gebracht – nicht zum „Chinesen“! Auch Porzellan und Perlen hat irgendwann keiner mehr gekauft. Viele haben wirklich gehungert.

    Die Chinesen sind die ganze Zeit eher unter sich geblieben. Wann und wie kamen die ersten deutsch-chinesischen Ehen zustande wie bei Ihren Eltern?

    Erst als die Situation im Zweiten Weltkrieg sehr schwierig wurde. Da litten plötzlich alle unter den gleichen Bedingungen: Bombenangriffe, Hunger, Einschränkungen der Reisefreiheit und Ähnliches. Aber als Ehen kann man die Gemeinschaften eigentlich nicht bezeichnen. Es gab keine Eheerlaubnis für Chinesen und deutsche Frauen. Natürlich kam hinzu, dass die meisten deutschen Männer im Krieg waren. Und deswegen hatte so ein gut aussehender Chinese bei meiner Mutter dann auch eine Chance. Ich bin 1943 geboren, aber heiraten konnten meine Eltern erst nach dem Krieg, im Juni 1945.

    1945 gab es eine große Rückholaktion. Die chinesische Regierung organisierte den Rücktransport und jeder bekam um die 100 US-Dollar. Sind viele Familien damals nach China zurückgegangen?

    Von den 80 deutsch-chinesischen Ehen, die es damals in Berlin gab, ging mindestens die Hälfte der Frauen mit ihren Männern nach China zurück. Für die deutschen Frauen und deren Kinder, die in der Zwischenzeit geboren worden waren, gab es als Vorbereitung an der Lietzensee-Schule Chinesisch-Unterricht. Ich habe einen Bericht in der damaligen Presse über die Kinder gelesen, die in diese Schule gegangen sind, und von den blonden deutschen Frauen, die gesagt haben, es sei zwar eine schwere Sprache, aber sie wollten nach China gehen, nachdem sie endlich hatten heiraten dürfen.

    Ihr Vater ist damals wegen Ihrer Mutter nicht zurückgegangen, hat sich aber später doch von ihr getrennt.

    Ja, meine Eltern haben zwar geheiratet, und für meine Mutter war es die Liebe ihres Lebens. Für sie gab es auch nie wieder einen anderen Mann. Aber mein Vater hat sie irgendwann wegen einer Chinesin verlassen. Das hat dazu geführt, dass meine Mutter alles ablehnte, was mit China zusammenhing.

    Wie hat sich das auf Ihre Kindheit ausgewirkt?

    Ich war damals 13, 14. Mein Vater hat nicht nur meine Mutter verlassen, sondern auch mich als Tochter. Auf der anderen Seite hat meine Mutter nicht nur alles Chinesische abgelehnt, sondern auch mich, weil ich für sie der Inbegriff allen Chinesischen war. Im Gegensatz zu meinem Bruder, der den deutschen Anteil repräsentiert hat. Mein Bruder sieht ganz europäisch aus, er hat die Nase meiner Mutter und die grünen Augen. Jetzt sieht man es nicht mehr so stark, aber früher sah ich schon chinesischer aus.

    Ihr Vater gründete das „Canton“, ehemals auf dem Stuttgarter Platz, eines der ersten China-Restaurants der Nachkriegszeit, später das „Hongkong“.

    Das Restaurant war ganz anders eingerichtet als die heutigen China-Restaurants. Es gab einen Springbrunnen, geschmackvolle Seidentapeten mit chinesischen Mustern und schwarze Tische. Dazu gründete mein Vater die mondäne Honkong-Bar am Kurfürstendamm, die in den 50ern und 60ern sehr beliebt war. Aber mein Vater war kein besonders guter Geschäftsmann. Er wollte den Berlinern vielmehr die chinesische Kultur vermitteln. Deshalb war mein Vater bei seinem Tod nicht irgendein Chinese, sondern eine chinesische Institution in Berlin.

    Ihr Vater ist 1976 gestorben. Warum hat Sie gerade sein Tod China näher gebracht?

    Er starb durch einen Schlaganfall, und die Bild-Zeitung titelte damals „Chinesenkönig tot auf dem Kurfürstendamm“. Ich bin von seinem plötzlichen Tod überrascht worden und hatte das Gefühl, dass ich nichts über die Herkunft meiner Familie wusste. Hunderte Chinesen sind zur Beerdigung gekommen. Sie haben alle auf Chinesisch auf mich eingeredet; ich stand da und konnte kein Wort, nichts, ist wusste nicht, was los war. Ich bin eben ganz wie eine Deutsche aufgewachsen. Dann kamen plötzlich Verwandte, die mich umarmt haben. Einer sagte: „I am your cousin“. Der wollte sich nun um mich kümmern – sozusagen als neues Familienoberhaupt. Da habe ich gedacht: Na hoppla, so nicht!

    Trotzdem haben Sie nach dem Tod Ihres Vaters Ihre chinesischen Wurzeln gesucht, haben bei den Sinologen Kurse belegt und sind 1980 das erste Mal nach China gefahren. Eine gewöhnliche Reise war das für Sie sicher nicht.

    Es gab da ein Schlüsselerlebnis: Wir kamen in eine Volkskommune und unterhielten uns darüber, wie viele Leute da arbeiten, wie hoch die Produktion ist. Plötzlich fragte der Produktionsleiter: Diese junge Frau da, ist sie auch vom Reisebüro? Da konnte ich meine drei Sätze Chinesisch anbringen: Mein Vater ist Chinese, meine Mutter ist Deutsche, deshalb bin ich eine halbe Chinesin. Mein Name ist Yu Demei. Dann hat er plötzlich auf Chinesisch gesagt: Dein Vater ist Chinese? Na, dann bist du auch Chinesin! Wie wird dein Nachname geschrieben? Ich habe das Yu auf meine Handfläche gemalt und bin in Tränen ausgebrochen.

    Was hat dieser Moment in Ihnen ausgelöst?

    Ich hab gedacht, jetzt bin ich zu Hause. Da brach plötzlich etwas durch, was jahrzehntelang in mir war. Mein Mutter hat auf meinen Vater geschimpft und mich eben auch abgelehnt wegen meines chinesischen Anteils. Und hier sagt einer: Mensch, dann bist du ja Chinesin. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich gehöre dazu. Selbst wenn ich das jetzt erzähle, ist es für mich ganz emotional. Ich fange heute noch an zu heulen.

    Bei dieser Reise ist Ihnen noch etwas ganz anderes aufgegangen.

    Mir ist dabei klar geworden, wie der Verlust der Heimat für meinen Vater war. Er konnte nicht mehr nach China, weil die Volksrepublik China ihm keinen Pass mehr gegeben hat. Er war staatenlos. Es gibt eine chinesische Redewendung: Die Blätter fallen zu den Wurzeln zurück. Er ist mit Anfang zwanzig nach Deutschland gekommen und hat 40 Jahre seines Lebens in Deutschland verbracht. Trotzdem fehlte ihm etwas. Für mich ging es nicht nur um meine Identität, sondern stellvertretend auch um die meines Vaters. Ich dachte, ich mache das für ihn, weil er nicht mehr zurückkonnte.

    Seitdem scheint Sie China nicht mehr losgelassen zu haben. Heute vermitteln Sie den Berlinern China als Geschäftsführerin eines Konfuzius-Instituts, eines chinesischen Kulturinstituts, das es weltweit gibt.

    Damit setze ich die Kulturarbeit meines Vaters fort. Ich kann aus ganz, ganz vielen Erfahrungen schöpfen. In der Zusammenarbeit mit den chinesischen Mitarbeitern habe ich ein sehr gutes Gespür. Außerdem weiß ich, wie Deutsche ticken, was Deutsche interessiert, wie ich ihnen etwas verständlich machen kann. Ich kann aus meiner Kenntnis deutscher Kultur die chinesische erklären – die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede.

    Heute leben rund 1.400 chinesische Studenten in Berlin. Wenn Sie die Chinesen und Deutschen heutzutage sehen, was würden Sie sich im Miteinander wünschen?

    Eines der größten Probleme ist, dass die Kommunikation nach wie vor nicht so gut funktioniert. Das hängt damit zusammen, dass die Chinesen sofort mit der chinesischen Politik identifiziert werden und sie immer stellvertretend für „das“ China stehen. Ich glaube, das nervt sie wirklich. Man wird immer als Chinese wahrgenommen, auch, wenn man hier aufgewachsen ist und überhaupt kein Akzent zu hören ist. Manche Frauen erzählen mir, dass immer noch in manchen Köpfen die exotische Chinesin rumschwirrt, die man auch entsprechend behandeln kann. So eine kleine, niedliche Chinesin. Da bin ich als Feministin sehr hellhörig. Diese Chinabilder im Kopf zu verändern ist mir ganz, ganz wichtig.

    Dagmar Yu-Dembski
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Dagmar_Yu-Dembski

    Dagmar Yu-Dembski (* 1. Februar 1943 in Berlin; gest. 21. Mai 2023)[1] war eine deutsche Journalistin und Autorin chinesischer Abstammung.

    Yu-Dembski wurde 1943 als Tochter einer Deutschen und eines Chinesen aus Südchina geboren. Ihre Eltern trennten sich, als sie 13 Jahre alt war. Sie absolvierte Studien der Publizistik, Kunstgeschichte und Sinologie an der Freien Universität Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Rolle der Frauen in den Medien sowie der Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der Chinesen in Deutschland.[2] Yu-Dembski war zwischenzeitlich geschäftsführende Leiterin des Konfuzius-Instituts in Berlin und Herausgeberin der 2014 eingestellten Zeitschrift Das neue China.[3][4][5][6] Yu-Dembski übersetzte das Buch Shanghai-Magie : Reportagen aus dem New Yorker von Emily Hahn aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche. Sie lebte mit ihrem Mann in Berlin.[2]

    2010: Lili und das chinesische Frühlingsfest, Carlsen-Verlag, Hamburg, ISBN 978-3-551-08693-8.
    2014: 热闹的春节 (Pinyin: Rènào de chūnjié), 長江少年兒童 出版社 (Pinyin: Chángjiāng shàonián értóng chūbǎn shè), Wuhan, ISBN 978-7-5560-0158-3 (chinesische Übersetzung).

    2007: Chinesen in Berlin, Berlin edition, ISBN 978-3-8148-0159-9.
    2013: Chinaprinzessin : meine deutsch-chinesische Familie, edition Ebersbach, Berlin, ISBN 978-3-86915-064-2.

    2013: Mechthild Leutner: Dreihundert Jahre Chinesisch in Deutschland : Annäherungen an ein fernes Land, LIT Verlag, Münster, 2013, ISBN 978-3-643-12385-5.

    ↑ Traueranzeigen von Dagmar Yu-Dembski | Tagesspiegel Trauer. Abgerufen am 28. Mai 2023 (deutsch).
    Hochspringen nach: 1 2 „Ich dachte: Jetzt bin ich zu Hause“, taz.de, 12. August 2012
    ↑ Das neue China
    ↑ ISSN 0172-4878
    ↑ ZDB-ID 193576-8
    ↑ Dagmar Yu-Dembski, Edition Ebersbach

    Personendaten
    NAME Yu-Dembski, Dagmar
    ALTERNATIVNAMEN Yü-Dembski, Dagmar
    KURZBESCHREIBUNG deutsche Journalistin und Autorin
    GEBURTSDATUM 1. Februar 1943
    GEBURTSORT Berlin
    STERBEDATUM 21. Mai 2023

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Lietzensee #Kantstraße #Deutschland #China #Feminismus #Geschichte

  • Kurfürstendamm in Berlin: Ein ernüchternder Besuch auf dem ehemaligen Prachtboulevard
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/panorama/kudamm-in-berlin-ein-ernuechternder-besuch-auf-dem-ehemaligen-prach

    Kudamm hat nachgelassen? Kein Wunder wenn die Russen den Weg nicht mehr in fünfzehn Minuten schaffen.

    8.2.2026 von Dirk Engelhardt - Was ist eigentlich geworden aus dem Prachtboulevard? Ein Besuch zwischen Tauentzien und Bleibtreustraße jedenfalls war ernüchternd.

    „Ich hab’ so Heimweh nach dem Kurfürstendamm. Berliner Tempo, Betrieb und Tamtam“, sang die wahrlich unverbrüchliche Hildegard Knef 1963. Tatsächlich pulsierte der legendäre Boulevard in jener Zeit quasi rund um die Uhr, er war die Hauptschlagader der Insel West-Berlin.

    Meine älteste Erinnerung an den Kurfürstendamm ist der erste Kinobesuch meines Lebens, gemeinsam mit meiner Oma, die am Wittenbergplatz wohnte. Wir gingen in den Royal Palast, einen der vielen opulenten Lichtspielpaläste, die es im Jahr 1978 noch gab. Dann waren da noch der Gloria-Palast, das Marmorhaus, die Filmbühne Wien, das Astor und die Lupe, um nur die wichtigsten zu nennen.
    Zwei Karten für die Raucher-Lobby

    Genaugenommen war der Royal Palast nicht am Kudamm, sondern am Tauentzien. Den Kudamm legte 1542 Kurfürst Joachim II. an. Er führte vom Berliner Stadtschloss bis zum Jagdschloss Grunewald. Heute ist der berühmte Boulevard immerhin noch 3,5 Kilometer lang. Die Straßenbreite von 53 Metern legte Kanzler Bismarck im Jahr 1875 fest: Startpunkt zum Ausbau der Prachtmeile, die zur Villenkolonie Grunewald führte.

    Da meine Großmutter Kettenraucherin war, kaufte sie zwei Karten für die Raucher-Lobby, die abgeteilt im hinteren Bereich des Kinos lag, hinter einer riesigen Glasscheibe. Wir sahen entgeistert den „Krieg der Sterne“, Teil 1 natürlich, ich aufgeregt, meine Oma rauchend. Damals war das kein Thema. Danach spazierten wir an der Eislaufbahn vorbei, die sich damals im Erdgeschoss des Europa Centers befand. Weltstadtatmosphäre!

    Zwar glitzert der Kurfürstendamm heute nachts auch noch, doch glamouröses Nachtleben sucht man dort vergeblich. In die Kinos sind Modeketten oder Computerläden gezogen, die abends die Rollläden herunterlassen, ab 20 Uhr geht der Boulevard zu Bett, von den wenigen Restaurants einmal abgesehen.

    Und die edlen Geschäfte? Ich betrete eine der Luxusboutiquen mit ihren goldgerahmten Schaufenstern. Es ist ein Laden, in dem ich gewöhnlich nicht shoppe. Mit einer pantomimischen Geste bedeutet mir der anzugtragende Mann am Eingang, dass ich erst meine Mütze abnehmen müsse, bevor er mich einlässt. Dann öffnet er höflich die Tür und erklärt, dass das eine „Sicherheitsmaßnahme“ sei.

    Ob es Kunden gibt, die Sprengstoff unter ihrem Hut verstecken? Der Geschäftsführer erklärt unverblümt, dass er seine Meinung nicht in einer Zeitung lesen möchte, da er über die Lage am Kurfürstendamm wenig Positives zu berichten hätte. Unten, am Tauentzien, da ginge es ja noch, aber hier oben an der Bleibtreustraße, da sähe es mau aus. Tatsächlich ist der Laden menschenleer, die vier Verkäufer spielen gelangweilt auf ihren Handys herum.

    Ein Stück höher, neben der Schaubühne am Lehniner Platz, dem einzigen verbliebenen Theater am Kurfürstendamm, ging ich früher in die Bhagwan-Disco, das „Far Out“. Ich erinnere mich an einen hell beleuchteten Tanzsaal, das riesige Foto des „Meisters“ Bhagwan Shree Rajneesh, der sich später Osho nannte und dessen New-Age-Sekte bis heute Legende ist; fast jeder war damals gut gelaunt auf der Tanzfläche. Heute wird hier immer noch getanzt: nämlich in der Tanz- und Trainingsschule namens „agens pro am“, was immer das auch bedeuten mag.

    Lebt noch von der Legende: Das Café Kranzler

    Lebt noch von der Legende: Das Café KranzlerBritta Pedersen

    Die Nachkriegsarchitektur, die besonders den oberen Teil des Boulevards schmückt, wirkt belanglos, wenn man sie mit den mondänen Gründerzeitpalästen in der Höhe Bleibtreustraße vergleicht. Nur am Adenauerplatz wagten die Architekten von heute etwas Besonderes.

    Dort steht das schmalste Bürogebäude Berlins, das auf einer Grundstücksbreite von sage und schreibe nur 2,5 Metern 1992 vom Architekten Helmut Jahn geplant und errichtet wurde. Durch seine ausgeklügelte Architektur hat es dennoch Nutzflächen von rund 700 Quadratmetern. In Berlin wusste man schon immer, aus wenig Substanz viel zu erwirtschaften. Wieder ein Stückchen weiter ist das Hotel Kudamm 101, wenig fantasievoll benannt nach der Hausnummer. Längst geschlossen, erinnere ich mich noch an die Eröffnung, bei der in den Hotelzimmern in den Badewannen nackte Models im Schaumbad lagen – um das Ganze nicht langweilig wirken zu lassen und den Fotografen Futter zu bieten. Heutzutage undenkbar.

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    Auf der anderen Straßenseite residierte das „Big Eden“, eine der Discotheken des stadtbekannten Playboys Rolf Eden. Jedes Wochenende rammelvoll. Der Gang hinter der Eingangstür war zugeklebt mit Fotos der Promis, die dort waren. Und Rolf Eden sah ich manchmal, wie immer gekleidet in einem schneeweißen Anzug, in seinem offenen, weißen Rolls Royce langsam den Kudamm heraufcruisen, die Damenwelt fest im Blick. Tempi passati.

    Genau wie die Frauen, die sommers wie winters in der Nähe der Uhlandstraße abends an den beleuchteten Vitrinen warteten, und jedem halbwegs passablen Mann, der an ihnen vorbeiging, etwas mit „hundert Mark“ zuraunten. Biss ein Mann an, hakten sie sich bei ihm ein und führten ihn in den Eingang eines der Gründerzeithäuser.

    Preisgünstiger vergnügen konnte man sich in der „Sperlingsgasse“, einer Ladenpassage, die ein findiger Gastronom in den 70er-Jahren in eine Indoor-Kneipenmeile umwandelte. Ähnlich wie das Kudorf, ganz am Anfang des Kudamms an der Ecke Joachimsthaler Straße. 1975 gegründet, war das Kudorf mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern und 18 integrierten Kneipen die größte Discothek Europas.
    Am Ende ist doch was los

    Die Umbenennung in Q-Dorf half nichts, 2015 schloss das Etablissement. Nicht mal das Café Kranzler, emblematisch mit seinen weiß-roten Markisen am Entree des Kurfürstendamms gelegen, hat überlebt. Bis vor kurzem saß man dort in einem Coffeeshop auf hölzernen Hockern, jetzt gibt es nicht mal mehr Kaffee.

    Doch auch für den gehobenen Geschmack bot der Kudamm etwas: Bei „Chez Alex“, der Pianobar in der Hausnummer 170, gingen Stars wie Hildegard Knef, Prinz Albert von Monaco und Sylvester Stallone ein und aus. Heute residiert hier das Hotel Louisa’s Place. Zwischen Olivaer Platz und Joachimsthaler Straße ist der Kudamm merklich belebter.

    Hier sind auch die Seitenstraßen für die Shopping-Addicts sehr ergiebig. Und einige der berühmt-berüchtigten Pensionen, die Wirtinnen meist in den riesigen Beletagen der Gründerzeithäuser einrichteten, gibt es immer noch. Eine der schönsten ist die Pension Funk in der Fasanenstraße 69, wo man durch ein überirdisch schönes Treppenhaus in die Pension wandelt, deren Zimmer allesamt im originalen Jugendstil eingerichtet sind. Das zu Preisen unter 100 Euro pro Nacht!

    Am Ende ist doch noch etwas los am totgesagten Kudamm: An der Ecke Joachimsthaler Straße staut sich eine Menschenschlange bis um den Block. Netflix macht es möglich: Zu sehen ist eine Ausstellung der Requisiten von „Stranger Things“. Der Eintritt ist kostenlos, und man kann über die nachgebaute Starcourt Mall flanieren oder sich auf Will Byers’ Couch setzen. Und dazu Demogorgon-Waffeln mampfen.

    #Berlin #Charlottenburg #Wilmersdorf #Kurfürstendamm #Geschichte #Wirtschaft #Stadtentwicklung

  • Alfred Eisenstaedt
    ▻https://www.icp.org/browse/archive/constituents/alfred-eisenstaedt

    Born in Dirschau (now Poland), Alfred Eisenstaedt studied at the University of Berlin and served in the German army during World War I. After the war, while employed as a button and belt salesman in Berlin, he taught himself photography and worked as a freelance photojournalist. In 1929, he received his first assignment that would launch his professional career—the Nobel Prize ceremony in Stockholm. From 1929 to 1935 he was a full-time photojournalist for the Pacific and Atlantic Picture Agency, later part of the Associated Press, and contributed to the Berliner Illustrierte Zeitung and other picture magazines in Berlin and Paris. In 1935, he came to the United States, where he freelanced for Harper’s Bazaar, Vogue, Town and Country, and other publications. In 1936, Henry Luce hired him, along with Margaret Bourke-White, Peter Stackpole, and Thomas McAvoy as one of four staff photographers for the new LIFE magazine. Eisenstaedt remained at LIFE for the next 40 years and was active as a photojournalist into his eighties. In 1988, he was honored with ICP’s Infinity Master of Photography Award.

    Eisenstaedt was among those Europeans who pioneered the use of the 35-millimeter camera in photojournalism as they brought their knowledge to American publications after World War I. He was also among the earliest devotees of available-light photography. Unlike many photojournalists in the postwar period, he was not associated with a particular kind of event or geographic area: he was a generalist. As such, he was a favorite among editors, not only for his quick eye, but also for his ability in making good photographs of any situation or event. His nonjudgmental but acutely perceptive eye and his facility with composition have made his photographs memorable documents of his era both historically and aesthetically.

    Dr. Goebbels in Geneva in 1933

    Dr. Joseph Goebbels, Hitler’s Minister of Propaganda at the fifteenth session of the League of Nations, Geneva

    German delegation to the 15th League of Nations Assembly, Geneva, Switzerland

    Fathers with newborn babies about to be baptized, Neukölln Hospital, Neukölln, 1931

    School for midwives being taught new devolpments in medicine, Neukölln Hospital, Neukölln

    Unter den Linden, Berlin. American and German flags at half-mast following Hindenburg’s death, 1934

    Hindenburg’s funeral, Tannenberg


    Max Schmeling, world heavy-weight champion, Scharmutzelsee, 1931

    Wilhelm Furtwängler conducting the Berlin Philharmonic in Beethoven’s Fifth Symphony, Berlin, 1932

    Luis Trenker, Alpine skier and film actor, Davos, Switzerland, 1932

    Grunewaldsee, Berlin, 1933

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    Robert Oppenheimer, director of the Institute of Advanced Study, discussing theory of matter in terms of space with Albert Einstein, Princeton, New Jersey, 1947

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    East German soldier photographing color guard opposite Tomb of the Unknown Soldier, West Berlin, 1979

    Changing of the guard, Tomb of the Unknown Soldier, East Berlin, 1979

    Anhalterbahnhof, West Berlin, 1979

    Israel Week promotion, Ka De We department store, West Berlin, 1979

    Günter Grass, West Berlin, 1979

    Pergamon Altar, Pergamon Museum, East Berlin

    Site of the bunker where Hitler died, seen from Otto Grotewohlstrasse, East Berlin, 1979

    Leninplatz, East Berlin,/1979

    Watchtower manned by East German guards and television tower, photographed from West Berlin

    Luckauerstrasse, West Berlin, 1979

    Memorial to Bernd Lunser, who died in October 1961, West Berlin, 1979

    Statue, HallischesTor, Kreuzberg, West Berlin

    Neue Staatsbibliotek, West Berlin

    Salambo Night Club, Kurfürsterdam, 130, West Berlin

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    1952

    #histoire #photographie #presse #Berlin #Taxi #Friedenau #Niedstraße

  • Entertainer Harald Juhnke bekommt eigenen Platz am Kudamm
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/entertainer-harald-juhnke-bekommt-eigenen-platz-am-kudamm-li.230864

    1957 Berlin-W. Asymmetrische Vase von Gerhard Schultze-Seehof Beton/farbiges Mosaik Kurfürstendamm 33 in 10719 Charlottenburg von Flickr/Bergfels, Aufnahme 9.2.2013

    19.3.2025 vin Jannik Läkamp - Der Mann war eine Leoende – als Sänger und Schauspieler, aber auch für seine Eskapaden. Nun wird ein Platz nach ihm benannt. Ob ihm der Ort gefallen hätte?

    Er wurde der deutsche Sinatra genannt oder The German Walter Matthau oder Haraldkiri: Harald Juhnke hatte viele Spitznamen. Etwa 50 Jahre lang war er einer der wichtigsten Entertainer im deutschen Fernsehen und trat auch im Theater auf. Er sorgte nicht nur als exzessiver Lebemann jahrzehntelang für Schlagzeilen, viele kennen ihn auch als Synchronstimme von Woody Allen und Marlon Brando. Juhnke stand regelmäßig auf den Brettern der Theater am Kurfürstendamm, meist vor ausverkauften Rängen. Dort soll nun eine Straße nach dem Mann benannt werden, der am 1. April 2005 verstorben ist.

    Neben Komödien wie „Sigi der Straßenfeger“ brillierte Juhnke auch als ernsthafter Schauspieler in der Verfilmung des Alkoholiker-Dramas „Der Trinker“, nach einem Buch von Hans Fallada. Wohl seine Paraderolle, aus seinem starken Alkoholkonsum machte Juhnke nie einen Hehl. Nach seinen Auftritten am Kudamm wurde er in der Gegend oft in den Kneipen gesichtet, meist mit einem doppelten Wodka in der Hand.

    Gesellig bis zum Absturz soll dieser Mann gewesen sein. Urbanen Legenden zufolge soll Juhnkes Adresse im Grunewald lange Zeit sogar ein Teil jeder Taxiprüfung in Berlin gewesen sein. Sie zu kennen, soll zum absoluten Taxifahrer-Einmaleins in West-Berlin gehört haben, um den oft betrunkenen prominenten Fahrgast stets sicher nach Hause bringen zu können.

    Nun also die Ehre eines eigenen Platzes für Juhnke. Ganz in der Nähe seiner Bühnen und Lieblingskneipen soll zu seinem 20. Todestag am 1. April ein Platz am Kudamm nach ihm benannt werden, auch wenn viele der Kneipen, die Juhnke frequentierte, inzwischen schließen mussten. Nach andauernden Alkoholproblemen war Juhnke an schwerer Demenz erkrankt und im Alter von 75 Jahren verstorben.
    Der passende Spruch auf der Gedenktafel für Juhnke

    Für die Umbenennung machten sich die Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP im Bezirksparlament Charlottenburg-Wilmersdorf stark. In einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag an die Bezirksverordnetenversammlung setzen sie sich dafür ein, den Platz an der Straßenecke Kudamm/Uhlandstraße/Grolmanstraße nach dem Entertainer zu benennen. Über den Antrag wird voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstag abgestimmt.

    „Da der 20. Todestag von Harald Juhnke am 1. April 2025 bevorsteht, ist dies ein besonders würdiger Anlass, sein Andenken zu ehren“, begründeten die Bezirksabgeordneten ihren Antrag, Juhnke mit einem Platz zu ehren. „Eine entsprechende Benennung würde seinem Lebenswerk gerecht werden und sein Andenken in Berlin, der Stadt seines Herzens, angemessen würdigen.“

    Der Platz sei ein viel frequentierter Treffpunkt für Passanten und ein markanter Standort im Herzen des Bezirks, nur wenige Schritte entfernt von den Kudamm-Bühnen, auf denen Juhnke zahlreiche Auftritte hatte, heißt es in der Begründung des Antrags. Von Juhnkes Berlin ist an dieser Stelle leider wenig übrig. Zwischen der Spielbank Berlin und der Maison de France mit dem Cinema Paris liegen an dem zukünftigen Harald-Juhnke-Platz statt Eckkneipen und Currywurstbuden die Filialen von großen Ketten wie Douglas, Lacoste und van Laack. Einen Namen hatte dieser Ort bislang nicht, der viele wohl eher an eine ordinäre Kreuzung denn an einen Platz erinnert.

    Der Schauspieler und Sänger Harald Juhnke, der mit bürgerlichem Namen Harry Heinz Herbert Juhnke hieß, wurde am 10. Juni 1929 in der Städtischen Frauenklinik Charlottenburg als Sohn eines Polizisten geboren. Seine Jugend und Teenagerjahre verbrachte er in Wedding. Früh zog es ihn zur Schauspielerei, seit 1948 trat er am Theater auf, in den 1950er-Jahren kamen Filme dazu, in den 70ern das Fernsehen. 1971 heiratete Juhnke im Rathaus Schmargendorf die Schauspielerin Susanne Hsiao. Ihr Vater hatte 1957 das erste China-Restaurant Berlins eröffnet, Juhnke machte lange mit einem Plakat an der Gedächtniskirche für das Lokal Werbung

    Von 1984 bis 2001 lebte der Millionär Juhnke mit seiner Frau in einer Villa in Grunewald, bis seine Beschwerden ihn in das Pflegeheim Katharinenhof zwangen. Hier lebte er bis zu seinem Tod im Krankenhaus Rüdersdorf 2005. Er wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem begraben. Das Paar hat zwei Kinder. Seine Villa wurde zwar inzwischen abgerissen, aber vor dem Haus ist eine Gedenktafel zu finden. Sie ziert der Satz: „Die Bühne war sein Leben. Ein Gedenken, ganz nüchtern.“ (mit dpa)

    #Berlin #Chsrlottenburg #Kurfürstendamm #Grolmannstraße #Uhlandstraße #Harald-Juhnke-Platz

  • Im Berliner Kranzler Eck: Vintage-Möbelladen Good old Goods findet neues Zuhause auf Zeit
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/im-berliner-kranzler-eck-vintage-moebelladen-good-old-goods-findet-

    „Kudamm Ecke Tauentzien, meine Frau und Kinder schrein nach Kokain ...“ dit war mal und ausserdem eine Ecke weiter. Jetzt also Ramsch as Ramsch can. Och ejal. Nur wissen musste dit.

    27.11.2024 von Jannik Läkamp - Von der Arena Treptow zum Berliner Kudamm: Das Good old Goods zieht in das traditionsreiche Kranzler Eck in Charlottenburg. Lange kann es dort allerdings nicht bleiben.

    Immerhin geht so nicht das lukrative Weihnachtsgeschäft verloren: Der Vintagemöbelladen Good old Goods hat eine neue temporäre Ladenfläche gefunden. Die letzten fünf Jahre verkaufte Geschäftsführer Jakob Wagner seine restaurierten Ausstellungsstücke auf dem Gelände der Arena Berlin, gegenüber dem Badeschiff in Alt-Treptow. Ein geplanter Umbau durch den Eigentümer zwang das Geschäft zum Auszug. Jetzt geht es in die City West, beste Adresse.

    Ab Freitag, dem 29. November, betreibt Wagner einen Pop-up-Store im traditionsreichen Kranzler Eck am Kurfürstendamm. Das alte Café Kranzler wurde erstmals 1893 als Kleines Café eröffnet, es war das erste Café des Berliner Westens.

    Good old Goods, bisher in Berlin-Treptow ansässigKarl Heinz Spremberg/imago
    Fokus auf Leuchtbuchstaben, stilvolle Möbel und Tierparkposter

    Im Zweiten Weltkrieg beinahe vollständig zerstört, wurde das Café Kranzler, auch Kranzler Eck, 1958 von dem Architekten Hanns Dustmann neu errichtet. Mit der markanten Rotunde und der rot-weißen Markise wurde es schnell zu einem Wahrzeichen in West-Berlin. Zur Jahrtausendwende wurde das Neue Kranzler Eck eröffnet: Hinter dem traditionsreichen Café ragt seitdem ein 60 Meter hoher 16-geschossiger Neubau in den Himmel. Außerdem gibt es nun mehrere Ladenflächen an Joachimsthaler Straße und Kurfürstendamm. Hier wird Wagner mit Good old Goods für rund einen Monat einziehen.

    Sein Fokus: Leuchtbuchstaben. Die seien derzeit sehr begehrt, sagt Wagner. Mit rund 500 Leuchtbuchstaben könnte der Laden auf Zeit die größte einschlägige Ausstellung Deutschlands sein, mutmaßt der Geschäftsführer. Zusätzlich sollen weiterhin „stilreiche Möbel“ sowie Tierparkposter angeboten werden.

    Good old Goods eröffnet als Teil des Kranzlermarkts. Der Kunst- und Designmarkt versammelt mehrere Pop-up-Stores und findet vom 29. November bis zum 23. Dezember in der ehemaligen Superdry-Ladenfläche, Kurfürstendamm 20, statt. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag, 11 bis 20 Uhr.

    Wer dank bester Weihnachtsmarktzeit an Glühwein und geröstete Maronen denkt, ist hier allerdings falsch. Stattdessen gibt es neben hochwertigen Design-Kaffeemaschinen bei La Marzocco, künstlerisch wertvollen botanischen Skulpturen bei Studio Lilo und edler Vintagemode bei Endyma auch wiederverwendbare Stoffwindeln von SumoBaby.

    #Berlin #Kurfürstendamm #Joachimstaler_Straße #Kranzler

  • Berlin-Halensee : Leiche in Altkleidercontainer gefunden
    ▻https://www.berliner-zeitung.de/news/berlin-halensee-leiche-in-altkleidercontainer-gefunden-li.2216528

    Le premier article après le weekend de la pentecôte parlait d"un fait divers à Kreuzberg.
    ▻https://seenthis.net/messages/1054599
    Là nous nous rendons dans le quartier bourgeois de Halensee.

    Ça s’est passé tout près du boulevard bourgeois #Kurfürstendamm. Un homme est retrouvé mort dans un containeur de collection de vêtements utilisés. Une fois tu es à l’intérieur tu n’en sors que lors ce que le camion de ramassage passe. On ne tombe pas dans un conteneur de ce type. Il faut se plier pour passer à l"intérieur. Peu importe sous quels circonstances la vie de l’homme a trouvé une triste fin, l’antagonisme social de Berlin Alexanderplatz est de retour. C’est les années vingt, il n’y a pas de doute.

    19.5.2024 von Eva Maria Braungart - In der Nacht zu Sonntag wurde die männliche Leiche entdeckt. Die Polizei ermittelt nun, ob es sich dabei um ein Verbrechen handelt.

    In Berlin-Halensee im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist in der Nacht zu Sonntag eine Leiche in einem Altkleider-Container gefunden worden. Wie die Polizei Berlin am Sonntag mitteilte, steckte der Körper zur Hälfte in dem Container. Wie die Polizei der Berliner Zeitung auf Anfrage bestätigte, befindet sich der Altkleider-Container auf einem Supermarktparkplatz in der Heilbronner Straße.

    Alarmierte Einsatzkräfte trafen gegen drei Uhr in der Nacht ein, konnten allerdings nur noch den Tod des Mannes feststellen. Bei dem Toten handelt es sich demnach um einen 45 Jahre alten Mann. Die Polizei ging zunächst von einem unglücklichen Unfall aus. Die Kriminalpolizei ermittelte und veranlasste eine Obduktion.

    #cartographie sociale : A Berlin on rencontre la misère partout.
    ►https://www.openstreetmap.org/directions?engine=fossgis_osrm_car&route=52.5012%2C13.2933%3B52.4966%2C13.4376#map=11/52.5204/13.3882


    Entre Halensee / Heilbronner Straße et #Kreuzberg / #Görlitzre_Park on traverse l’essentiel de #Berlin-Ouest.

    #Berlin #Halensee #Heilbronner_Straße #misère

  • Restaurant Taxi Moon GmbH, Berlin, Weddingplatz 2
    ▻https://firmania.de/berlin/restaurant-taxi-moon-gmbh-2894252
    Vorbei. Am 17.1.2024 gibt es diese Adresse weder im Kaupert noch in Openstreetmap oder Google Maps. Auch der Kaupert von 1989 kennt für den Weddingplatz keine Hausnummern, dafür beginnt an der Schulzendorfer Straße gegenüber dem Weddingplatz die Reinickdendorfer Straße mit Hausnummer 1 nach bester Berliner Hufeisenanordnung. Die höchste Hausnummer 123 bezeichnet das Gemeindehaus der Dankeskirche gegenüber Reinickendorfer Straße 4 und 5. Wat willste, wir sind in Berlin.

    Immerhin fehlen keine Hausnummern (wie z.B. in der Mittelstraße / Dorotheenstadt ▻https://seenthis.net/messages/1036946 ) und die Zählung beginnt, anders als beim #Kudamm mit Nummer 1 (eins). Nur etwas versteckt liegen sie, die Häuser der Reinickendorfer Straße 1 bis 9.

    Ergo lautete die richtige Adresse des Cafe/Bar/Restauran Taxi Moon Reinickendorfer Straße 2, 13347

    in Gaststätten, Restaurants in Berlin Berlin.
    Adresse
    Weddingplatz 2,
    13347, Wedding, Berlin

    Andere identische Fundstelle am 17.1.2024
    ▻https://web2.cylex.de/firma-home/restaurant-taxi-moon-gmbh-9753384.html

    Das Taxi Moon war eine Taxikneipe. Der nicht mehr auffindbaren GmbH gehörten dem Vernehmen nach auch einige Taxis und es gab eine freundschaftliche Verbindung der Geschäftsführerin mit der Gründergeneration des immer noch existierenden links-feministisch-autonomen Café Cralle in der Weddinger Hochstädter Straße. In der oberen Etage des Taxi Moon ging es ruhiger zu während im verqualmten Erdgeschoß eine nie enden wollende New-Wave-Party tobte. Wie die Kollegen dort ihre mitternächtliche Pause verbringen konnten, war mir immer schleierhaft. Vielleicht lag es am bunten Wand-

    Verarsche
    ▻https://www.google.com/maps/place/MVZ+Zahn%C3%A4rzte+am+Weddingplatz/@52.5420124,13.3688964,18z/data=!3m2!4b1!5s0x47a851b7b0f97e4f:0x751c062461db9def!4m6!3m5!1s0x47a8518604
    Wer in Google Streetmap die Adresse „Weddungplatz 2“ eingibt, wird zur Schönwalder Straße Ecke Reinickendorfer geschickt, weil dort die „Zahnärzte am Weddingplatz“ um Patienten werben. Soweit zur Zuverlässigkeit kommerzieller Kartendienste.

    Kaupert Weddingplatz
    ▻https://berlin.kauperts.de/Strassen/Weddingplatz-13347-Berlin

    Wer in Westberlin die Taxischeinprüfung schaffen wollte, musst den Weddingplatz „lernen“. Für die schriftliche Prüfung waren mindestens drei abgehendne oder angrenzende Straße zu nennen, und in der mündlichen Prüfung durfte er nicht vergessen werden, wenn man beispielsweise vom

    Allgemeines zu Weddingplatz
    Postleitzahl 13347
    Ortsteil Wedding
    ÖPNV Zone A Bus M27, 247 — U‑Bahn 6 Reinickendorfer Str ♿
    Straßenverlauf an Müllerstraße, Fennstraße und Reinickendorfer Straße
    Falk‑Stadtplan Planquadrat H 15
    Geschichte von Weddingplatz
    Ehemaliger Bezirk Wedding
    Alte Namen Kirchplatz (Anf. 19. Jh.-1835)
    Name seit 5.9.1835

    Wedding, seit 2001 Ortsteil des Bezirks Mitte.

    Um 1250/51 war das schon vorher besiedelte Dorf Wedding wieder „wüst“ geworden. Ursprünglich war es ein Rittersitz mit einer Mühle. 1253 gab dessen Besitzer, Ritter von Kare, das Dorf an das Nonnenkloster zu Spandau. 1289 überließ Markgraf Otto IV. den Gutshof Wedding mit der dazu gehörenden Feldmark der Stadt Berlin. Der Ort nannte sich damals Up den Wedding. 1601 legte Oberhofkämmerer Graf Hieronymus Schlick von Passau und Weißkirchen auf diesem Land erneut einen Gutshof an. Später kaufte der Große Kurfürst diesen Besitz und ließ ihn als Vorwerk betreiben. Zwischen 1752 und 1780 entstand die Kolonie Wedding. Diese war seit 1817 im Besitz des Berliner Magistrats. 1861, bei der Weichbilderweiterung Berlins, als der Wedding dem Berliner Stadtgebiet zugeschlagen wurde, hatte er 10 715 Einwohner. Seit der Eingemeindung entwickelte sich der Wedding als Industriestandort außerordentlich rasch. AEG, Siemens, Schering und andere Unternehmen siedelten sich an. Der Bezirk wurde zum Arbeiterbezirk, zum „Roten Wedding“. 1920 ist er als 3. Verwaltungsbezirk aus den Stadtvierteln Wedding und Gesundbrunnen sowie aus Teilen der Oranienburger und Rosenthaler Vorstadt gebildet worden. Bei der Neufassung der Verwaltungsgrenzen 1938 erhielt Wedding von Charlottenburg den östlichen Teil der Jungfernheide. Wedding ist Standort des Universitätsklinikums Rudolf Virchow und des Deutschen Herzzentrums. Architektonisch bedeutsam sind die Vorstadtkirchen St. Paul und St. Nazareth (letztere mit dem Antikriegsmuseum). In den zwanziger Jahren sind im Wedding musterhafte Wohnsiedlungen entstanden, wie die Friedrich-Ebert-Siedlung, das Afrikanische Viertel und die Siedlung Schillerpark. Bei der Bezirksfusion 2001 wurde Wedding in die Ortsteile Gesundbrunnen und Wedding unterteilt, es gehört seitdem zum Bezirk Mitte.

    Der Kirchplatz wurde in Weddingplatz umbenannt, da er auf dem Terrain des ehemaligen Vorwerks Wedding lag.

    Örtliche Zuständigkeiten für Weddingplatz
    Arbeitsagentur Beuthstraße
    Jobcenter Mitte - Müllerstraße
    Amtsgericht Wedding
    Grundbuchamt Mitte
    Familiengericht Pankow
    Finanzamt Wedding
    Polizeiabschnitt A 17
    Verwaltungsbezirk Mitte

    #Berlin #Wedding #Weddingplatz #Reinickendorfer_Straße #Schulzendorfer_Straße #Gastronomie #Taxi #Westberlin t #Mittelstraße #Kurfürstendamm #Geschichte #Taxi #Ortskunde

  • Berlin Gesundbrunnen
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Gesundbrunnen

    Im Jahr 1861 wurden Gesundbrunnen und der benachbarte Wedding nach Berlin eingemeindet. Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 gingen beide Orte im Bezirk Wedding auf. Der heutige Ortsteil Gesundbrunnen entstand mit anderer Abgrenzung im Rahmen der Verwaltungsreform 2001 durch Teilung des alten Bezirks Wedding.

    Die Reform fasste die ehemaligen Verwaltungsbezirke Wedding, Mitte und Tiergarten in einem neuen Bezirk Mitte zusammen, der aus den Ortsteilen Wedding, Gesundbrunnen, Mitte, Tiergarten, Moabit und Hansaviertel besteht.

    Karte von Gesundbrunnen
    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/28426
    Karte von Wedding
    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/28267


    Travemünder Straße Flohmarkt an der Panke, Juli 2019
    ▻https://www.openstreetmap.org/way/1105274569


    Pankemühle, Juni 2016
    ▻https://www.openstreetmap.org/way/36606093

    Berlin Britz
    ►https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Britz

    Britz gehörte zum Kreis Teltow der preußischen Provinz Brandenburg. Bei der Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 kam der Ort mit 13.475 Einwohnern zum Berliner Bezirk Neukölln. Auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts entstand in der Zeit ab 1925 die Großsiedlung Britz (früher: Fritz-Reuter-Stadt), bestehend aus der Hufeisensiedlung und der Krugpfuhlsiedlung.
    ...
    In den 1960er Jahren entstand die Großwohnsiedlung Britz-Buckow-Rudow, die seit 2002 den eigenen Ortsteil Gropiusstadt bildet.

    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/162901

    ►https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Britz


    Mehr Fifties-Idylle geht nicht. Oktober 2011
    ▻https://www.openstreetmap.org/way/51095474

    Berlin Halensee
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Halensee

    Benannt 1880 nach dem gleichnamigen See, zur damaligen Kolonie Grunewald gehörig, und angetrieben durch die Eröffnung des Ringbahnhofs Berlin-Grunewald (heute: Bahnhof Halensee) entstand der Ortsteil als Villen- und Mietshaussiedlung Ende des 19. Jahrhunderts. Der Bereich Halensee entwickelte sich rasch zu einem bevorzugten Wohnort von pensionierten Militärs, Beamten, Literaten und Rentiers. Bis zum Jahr 1914 war die Bebauung praktisch abgeschlossen.
    ...
    Halensee wurde zusammen mit der Stadt Wilmersdorf im Jahr 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet.

    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/55741


    Eduard-Winter-Haus, Kurfürstendamm 106 Ecke Karlsruher Straße, April 2010
    ▻https://www.openstreetmap.org/node/6273647384

    Berlin Charlottenburg
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Charlottenburg

    Charlottenburg ist ein Ortsteil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin.

    Im Jahr 1705 als Stadt gegründet, wurde Charlottenburg 1893 zur Großstadt. Bei der Eingemeindung 1920 nach Groß-Berlin wurde daraus der eigenständige Bezirk Charlottenburg. Zuvor war Charlottenburg zeitweise die Gemeinde mit dem höchsten Steueraufkommen pro Kopf in Deutschland gewesen.[1] Nach der Fusion mit dem damaligen Bezirk Wilmersdorf zum neuen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Verwaltungsreform 2001 wurde der Bezirk Charlottenburg zum Ortsteil herabgestuft. Eine Neuordnung der Ortsteile des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf erfolgte 2004, wodurch das Gebiet des ehemaligen Bezirks Charlottenburg in die heutigen Ortsteile Westend, Charlottenburg-Nord und Charlottenburg aufgeteilt wurde.

    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/110126

    ▻https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/1c/CharlottenburgHotelKempinski.JPG/1252px-CharlottenburgHotelKempinski.JPG
    Hotel Kempinski, Mai 2010 (2023 Hotel Bristol),
    ▻https://www.openstreetmap.org/node/3037805654
    ▻https://www.openstreetmap.org/node/254307082

    Berlin Nikolassee
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Nikolassee

    Nikolassee liegt im Südwesten Berlins zwischen den Ortsteilen Wannsee, Grunewald, Zehlendorf und Schlachtensee. Im Westen grenzt Nikolassee an die Havel mit dem Großen Wannsee.

    Die Villenkolonie Nikolassee wurde 1901 gegründet und 1910 zu einer selbstständigen preußischen Landgemeinde im Landkreis Teltow.
    Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 wurde Nikolassee ein Ortsteil des neu gegründeten Bezirks Zehlendorf. Südliche Grenze war die Dreilindenstraße, über die damals der Fernverkehr geführt wurde, angrenzende Gebiete kamen erst 1928 mit der Auflösung des Gutsbezirks Düppel zu Nikolassee und damit zu Berlin. In den 1930er Jahren kam am Ostrand von Nikolassee die Siedlung Wonnegauviertel hinzu.

    Seit 2001 ist Nikolassee Ortsteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Im Dezember 2020 gab Nikolassee einen größeren Gebietsteil an den neugebildeten Ortsteil Schlachtensee ab.

    ▻https://www.openstreetmap.org/relation/409219
    ▻https://www.openstreetmap.org/way/24747969


    Berliner Yacht-Club, Ansegeln April 2017

    Alle Bilder von ▻https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Fridolin_freudenfett

    #Berlin #Mitte #Gesundbrunnen #Travemünder_Straße #Neukölln #Britz #Schlosserweg #Charlottenburg-Wilmersdorf #Halensee #Kurfürstendamm #Karlsruher_Straße ##Charlottenburg #Fasanenstraße #Nikolassee #Dreilindenstraße #Wannseebadweg #Fotografie
    #VW-Käfer

  • Neue Ausstellung: Berlinische Galerie zeigt Jeanne Mammens „Café Reimann“
    ▻https://www.tagesspiegel.de/berlin/berlinische-galerie-zeigt-jeanne-mammens-cafe-reimann-3889012.html

    Der Taxihalteplatz Kudamm-Leibnitz, auch als Leiku bekannt, hieß in der Nachkriegszeit „Reimann“ nach dem nahegelegen Cafe am Kurfürstendamm. Überliefert ist die Adresse Kurfürstendamm 62 Ecke Giesenrechtstraße.

    ▻https://www.openstreetmap.org/node/3455613474#map=17/52.50053/13.31240

    Ebenfalls belegt ist die Lage in Fahrtrichtung rechts hinter der Einmündung der Konstanzer Straße beziehungsweise des Olivaer Platz im Eckhaus mit der Nummer 182, welches einem Neubau Platz.machen musste.

    25.10.2017 Andreas Conrad - Man darf wohl annehmen, dass die Zahl derer, denen das Geräusch eines Diesel-Motors wie Musik in den Ohren klingt, stark im Sinken begriffen ist. Aber an dem Haus in der Charlottenburger Kantstraße 153 hängt nun mal nur eine Gedenktafel, nach der dort der Ingenieur Rudolf Diesel 1893/94 gewohnt und gearbeitet habe.

    Kein Hinweis hingegen auf den von diesem Haus inspirierten Beitrag zur leichten Muse, dem unsere Großväter und Großmütter einen noch immer nachklingenden Ohrwurm verdankten: „In einer kleinen Konditorei / da saßen wir zwei bei Kuchen und Tee / Du sprachst kein Wort, kein einziges Wort / und wusstest sofort, dass ich Dich versteh!“

    Natürlich kam die Inspiration nicht vom Haus an sich, vielmehr von dem in Berlin einst wohlbekannten Café Reimann, das dort 1919 von dem aus Ostpreußen nach Berlin gezogenen Walter Reimann eröffnet worden war, Keimzelle einer hier bald florierenden Konditorei-Kette. Heute befindet sich dort das österreichische Restaurant Ottenthal, in den zwanziger Jahren aber verkehrte in dem Café neben Prominenten wie Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky auch der Schriftsteller und Liedtexter Ernst Neubach.
    „In einer kleinen Konditorei“

    Dem muss die anheimelnde Atmosphäre so gefallen haben, dass er zu den von Vico Torriani, Max Raabe und vielen anderen nach einer Melodie von Fred Raymond gesungenen Zeilen angeregt wurde. In den Erinnerungsstücken, die Walter Christian Reimann, in Schöneberg lebender Sohn des Konditors, zur Firmen- und Familiengeschichte besitzt, befindet sich auch eine Widmung Neubachs, des „Verfassers der ,Kleinen Konditorei’“, wie er schreibt – ein nachträgliches Dankeschön für die anregenden Mußestunden im Kaffeehaus.

    Man fand die Cafés Walter Reimanns in den zwanziger Jahren auch am Kurfürstendamm 35 und 182 sowie am Hausvogteiplatz 1, und 1931 wurde eine Filiale im Kaufhaus Nathan Israel eröffnet, das war ein imposanter Komplex gleich rechts neben dem Roten Rathaus, das älteste und zeitweise größte Kaufhaus Berlins. Nach dem Krieg gelang ein Neubeginn am Kurfürstendamm 62, nach Reimanns Tod 1957 wurde das zwischen Leibniz- und Giesebrechtstraße gelegene Café noch zehn Jahre von seiner Witwe weitergeführt.

    Lange versunkene Stadtgeschichte, nun aber durch die kürzlich eröffnete Ausstellung zur Malerin Jeanne Mammen wieder ein wenig dem Vergessen entrissen. Denn zu den in der Berlinischen Galerie gezeigten Werken gehört auch das um 1931 entstandene, in Berlin nie zuvor öffentlich gezeigte Aquarell „Café Reimann“. Es war 1931 in Curt Morecks „Führer durch das ,lasterhafte’ Berlin“ erschienen und befindet sich im Besitz der Morgan Library & Museum in New York. Wie berichtet, hatte das Museum zur Finanzierung des Transports einen erfolgreichen Spendenaufruf veröffentlicht.


    Kurfürstendamm 35 ?

    Koksöfen im Vorgarten

    Man sieht auf dem Aquarell ein etwas trist dreinblickendes Paar an einem Tisch vor dem Café Walter Reimann am Kurfürstendamm 35, wo sich heute das Hotel California befindet. Das Café ist auf dem Bild leicht identifizierbar an dem angeschnittenen Namenszug und einem der Koksöfen, Vorgängern der modernen Heizstrahler, die Reimann vor seinem damaligen Haupthaus aufgestellt hatte.

    Besonders diese Öfen, wie man sie von Pariser Cafés kannte, haben dem Publikum damals imponiert. Sie inspirierten sogar den Bühnenbildner des vom Komponisten Rudolf Nelson geleiteten Theaters am Kurfürstendamm 217 zu einer Kulisse für die Revue „Tombola“. In dem ehemaligen Astor-Kino, wo sich heute eine Tommy-Hilfiger-Filiale befindet, wärmte sich 1929 Hans Albers mit seinen Kollegen Otto Wallburg und Willi Schaeffers am Koksofen.


    Das erste Reimann-Kaffeehaus, an das das Lied „In einer kleinen Konditorei“ erinnert, befand sich aber in der Kantstraße 153

    ( heute / 2023 ▻https://www.ottenthal.com )

    Auch Albers verkehrte bei Reimann, vom Theater zum Café hatte er es ja nicht weit: einmal quer über den Kurfürstendamm. Weiter zählten Prominente wie Alfred Kerr, Friedrich Hollaender, die noch unbekannte Marlene Dietrich und Camilla Spira zu den Gästen. Auch viele Juden waren darunter, was das Café am 12. September 1931, als der Boulevard zum Schauplatz massiver Krawalle der Nazis unter Gauleiter Joseph Goebbels wurde, zu einem heftig attackierten Angriffsziel machte. Das Mobiliar im Vorgarten wurde demoliert, die große Schaufensterscheibe zertrümmert, innen sollen sogar zwei Schüsse gefallen sein.

    „Onkel Emil“ leistet Widerstand

    Walter Reimann selbst war kein Jude. Den Nazis stand er ablehnend gegenüber, verweigerte sich der Ausgrenzung der Juden, solange es irgendwie ging, leistete später mit seiner Frau Charlotte aktiven Widerstand. Als Ullstein-Bildredakteurin hatte sie die Journalistin Ruth Andreas-Friedrich kennengelernt, bekam dadurch Kontakt zu der von dieser und dem Dirigenten Leo Borchard 1938 gegründeten Widerstandsgruppe „Onkel Emil“. Dieses nie aufgeflogene Netzwerk unterstützte die zunehmend verfolgten Juden mit Verstecken, Papieren und Essen.

    Gerade Walter und Charlotte Reimann hatten als Betreiber von Kaffeehäusern einige Möglichkeiten, Lebensmittel zu organisieren, halfen zudem Hilde Waldo, der späteren Sekretärin des emigrierten Schriftstellers Lion Feuchtwanger, bei ihrer Ausreise in die USA. Die Gruppe „Onkel Emil“ wurde auch in der Gedenkstätte „Stille Helden – Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933 – 1945“ gewürdigt, die unlängst in der Rosenthaler Straße 39 in Mitte geschlossen wurde und im Januar in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in der Tiergartener Stauffenbergstraße 13/14 in erweiterter Form wiedereröffnet werden soll.

    Die Erinnerung an Walter und Charlotte Reimann wird also fortleben, wenn Jeanne Mammens „Café Reimann“ längst wieder nach New York zurückgekehrt ist. Und irgendwann dürfte sicher auch mal wieder das aus den späten Zwanzigern herüberwehende Lied von der kleinen Konditorei im Radio erklingen, melancholische Verse „von Liebesleid und Weh“.

    „Jeanne Mammen. Die Beobachterin. Retrospektive 1910 – 1975“, Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124 – 128 in Kreuzberg, bis 15. Januar, mittwochs bis montags, 10 – 18 Uhr

    Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm, 1953
    ▻https://www.flickr.com/photos/lautenschlag/8277548761

    Flickr

    "[...] Die vier Cafés, die W.alter Reimann vor dem Krieg betrieben hatte, waren alle zerstört worden. Doch noch im Jahre 1945 eröffnete er am Olivaer Platz, Kurfürstendamm 62, ein neues „Café Reimann“. Mit seiner guten Küche wurde es in den einfach eingerichteten aber großzügigen und freundlichen Räumen schnell wieder zu einem renommierten Haus. In den siebziger Jahren zogen die „Mozart-Terrassen“ in diese Räume, ein Café, das sich jedoch am recht unattraktiven Olivaer Platz nicht lange halten konnte. Eine unkonventionelle Gaststätte unternahm in den achtziger Jahren den Versuch, sich an dieser Stelle zu etablieren, konnte sich aber auch nicht lange halten. Seit einigen Jahren hat in dem renovierten, hellgelb gestrichenen Haus das Nobel-Schuhgeschäft „Magli“ eine Filiale. [...]"

    aus:
    Der Kurfürstendamm : Gesichter einer Straße / Regina Stürickow. - Berlin: Arani-Verl., 1995

    In dieser Version von In einer kleinen Konditorei (Georg Kober - 1929) geht es um den Boulevard des Capucines in Paris nicht um Kurfürstendamm oder Kantstraße. Die hat wohl eher Vico Toriani durch Weglassen der ersten Strophe in den Fünfzigern ins Spiel gebtacht.
    ▻https://www.youtube.com/watch?v=BVw_7u29uA4

    Auch diese akkordeonlastige Version des Saxophonorchesters Dobbri von 1928 klingt eher nach Pariser musette als nach einem Berliner Gassenhauer .
    ▻https://www.youtube.com/watch?v=uj7eQFfN8V4&pp=ygUgaW4gZWluZXIga2xlaW5lbiBrb25kaXRvcmVpIDE5Mjg%3D

    ▻https://www.openstreetmap.org/way/68915107#map=17/48.87045/2.33105

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Konstanzer_Straße #Olivaer_Platz #Kantstraße #Geschichte #Gastronomie #Konditorei #Nazis #Widerstand #Taxihalteplatz

    #Boulevard_des_Capucines #Paris #Gassenhauer

  • Berliner Trüffel, Folge 36: Enten und Jungschwäne in Charlottenburg
    ▻https://www.tagesspiegel.de/kultur/berliner-truffel-folge-36-enten-und-jungschwane-in-charlottenburg-10368

    27.8.2023 - Michael Bienert - Die Enten fühlen sich auf dem Brunnenrand vor dem #Renaissance-Theater pudelwohl: Ein Exemplar döst vor sich hin, den Schnabel ins Gefieder gesteckt, eine andere putzt sich. Der laute Autoverkehr um den Ernst-Reuter-Platz stört die sechs Artgenossinnen nicht. Ihre glatt polierten, messingglänzenden Köpfchen beweisen, dass die Bronzevögel gerne gestreichelt werden. Große Kunst zum Anfassen von August Gaul, der um 1900 die Millionenstadt Berlin mit seinen Tierskulpturen bevölkerte, mit anmutigen Kreaturen, weitab von Bedeutungshuberei und wilhelminischem Bombast.

    Auf einem niedrigen Sockel ruht ein Brunnenbecken aus Muschelkalk, in der Mitte erhebt sich ein steinerner Pilz, über den Wasser in das Becken rinnt. Und an zwei Seiten des Beckenrands hocken je drei Entlein zusammen. Ein liebliches, ein märchenhaftes Arrangement.
    Geschenkt vom Stadtverordneten

    Es gibt Anwohner, die es verstimmt, dass der Brunnen derart harmlos plätschert, ohne Hinweis auf seinen Stifter. Der Straßenschmuck von 1908 war ein Geschenk des Industriellen, Berliner Stadtverordneten und ehrenamtlichen Stadtrates Max Cassirer an die Stadt Charlottenburg. Wie sein Neffe, der Kunsthändler Paul Cassirer, förderte er August Gaul. Max Cassirer besaß eine Villa an der #Kaiserallee, der heutigen #Bundesallee. In seinem Garten ließ er einen kleineren Brunnen errichten, ebenfalls mit sechs Vögeln von Gaul auf dem Rand. Damit die Proportionen passten, entschied man sich für Jungschwäne statt ausgewachsener Enten.

    Dieser zweite Brunnen steht seit 1962 am #Kurfürstendamm, Ecke #Leibnizstraße. Auch hier könnte an das Schicksal des jüdischen Stadtrates erinnert werden: Die Ehrenbürgerwürde von Charlottenburg wurde Cassirer 1933 aberkannt, seine Fabriken wurden arisiert. Die Villa an der Kaiserallee musste er verkaufen, um eine Zwangsabgabe an den NS-Staat aufzubringen. Ende 1938 rettete er sich der 82-jährige Mäzen ins Ausland, danach wurde er ausgebürgert, um sein Restvermögen und die Kunstsammlung zu beschlagnahmen.

    Im Foyer des Rathauses Charlottenburg erinnert ein etwas ramponierter Aufsteller an Max Cassirer und seine Ausplünderung. Der Weg zwischen dem Rathaus und den beiden Brunnen ist aber doch recht lang, und so bleibt es eine Herausforderung, das Schöne und Grausame zusammenzudenken.

    #Berlin #Charlottenburg #Wilmersdorf #Otto-Suhr-Allee #Hardenbegstraße #Knesebeckstraße #Geschichte #Nazis #Judenverfolgung #Kunst #Mäzenatentum

  • RIAS-Kutte kennt sich aus mit Kurt Pomplun
    ▻http://www.rias1.de/sound4/rias_/kutte/kutte.html

    RIAS Berlin „Kutte kennt sich aus“ (1971-1977) mit Heimatforscher Kurt Pomplun
    „Rundschau am Mittag“ 31.12.1968 Joachim Cadenbach im Interview mit Kurt Pomplun (2:54): Im Juni ist ja die Temperaturen sehr erfreulich, auch wenn Napoleon behauptet hat, der deutsche Sommer ist ein grün angestrichner Winter.

    ▻http://www.rias1.de/sound4/rias_/rundschau/rundschau/681231_rias_aktuell_rundschau_am_mittag_joachim_cadenbach_interview_kurt_pompl
    Auf der Seite können sie die Folgen 1 bis 127 hören.

    Kurt Pomplun – Wikipedia
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Pomplun

    Kurt Pomplun (* 29. Juli 1910 in Schöneberg; † 5. August 1977 in Berlin) war ein deutscher Heimatforscher. Er publizierte Werke zur Geschichte Berlins und Brandenburgs, seiner Mundart und mündlich überlieferten Märchen und Sagen.
    ...
    Pomplun beantragte am 27. Dezember 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.585.940).[1] Bereits 1933 war er der SS beigetreten, in der er es mindestens bis zum Hauptscharführer brachte.
    ...
    Im Alter von 67 Jahren verstarb Kurt Pomplun am 5. August 1977 während einer Diskussion in der Schöneberger Buchhandlung Elwert und Meurer an Herzversagen.

    #Albrechts_Teerofen #Alte_Berliner_Bahnhöfe #Amüsement #Ärzte #Bänkelsänger #Berlin #Strand_und_Freibäder #Berlin-Museum #Bernau #Biesdorf #Britz #Britz #Brücken #Brunnen #BVG-Museum #Cafes #Dahlem #Dampferfahrten #Düppel #Eisenbahn-Nahverkehr #Fasching #Filmmetropole #Friedenau #Fronau #Gartenlokale #Gassenhauer #Gatow #Geschichte #Groß-Berlin #Gründerzeit #Grunewaldseen #Häfen #Hansaviertel #Havelland #Heiligensee #Hohenschönhausen #Humor #IFA #Inseln #Jagdschloß_Grunewald #Kaulsdorf #Kladow #Klein-Glienicke #Klein-Machnow #Kneipen #Kohlhasenbrück #Kolonie_Grunewald #Köpenick #Krankenhäuser #Kurfürstendamm #Lankwitz #Leierkastenmänner #Lichtenrade #Lichterfelde #Lietzensee #Lübars #Mahlsdorf #Maibräuche #Marienfelde #Märkisches_Museum #Märkisches_Viertel #Moabit #Nikolassee #Operetten #Operetten #Pankow #Parks #Pfaueninsel #Pichelsdorf #Post-Museum #Potsdam #Potsdamer_Platz #Radio #Rauchfangswerder #RIAS #Rixdorf #Rote_Insel #Rundfunk #Sagen #SansSouci #Schloß_Charlottenburg #Schloßpark_Charlottenburg #Schmargendorf #Schmökwitz #Schöneberg #Schönow #Siemensstadt #Spandau #Spielzeug #Sport #Spreewald #Springer-Haus #Staaken #Stansdorf #Steglitz #Steinstücken #Stralau #Südende #Tegel #Tegelersee #Tempelhof #Theater #Theater #Tiergarten #Treptow #Turnen #Unter_den_Linden #Volks-Theater #Wannsee #Wedding #Weihnachten #Weinstadt_Berlin #Weißensee #Westend #Wilmersdorf #Wintergarten #Scala #Wintersport #Zeitungswesen #Zitadelle_Spandau #Zoo #Zoologischer_Garten

  • Getöteter Taxifahrer in Berlin: Verdächtiger war bereits wegen Tötungsdelikt in Belgien flüchtig
    ▻https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2023/04/schweigeminute-spendensammlung-fuer-getoeteten-taxifahrer-berlin.html

    11.4.2023 von P. Höppner - Im Fall des niedergestochenen Taxifahrers in Berlin-Grunewald gibt es neue Details über den mutmaßlichen Täter: Der 24-Jährige war bereits wegen eines Tötungsdelikts in Belgien auf der Flucht, die belgische Justiz hat seine Auslieferung beantragt.

    Mutmaßlicher Täter war bereits wegen Tötungsdelikt in Belgien auf Flucht
    Spendenaktion für Familie des Taxifahrers bei Film-Premiere
    Schweigeminute abgehalten
    Taxifahrer fahren mit Trauerflor am Fahrzeug

    Der Verdächtige im Fall des getöteten Taxifahrers in Berlin soll bereits wegen eines anderen Tötungsdelikts in Belgien auf der Flucht gewesen sein. Gegen den 24-Jährigen sei bei der Kölner Generalstaatsanwaltschaft ein Auslieferungsverfahren anhängig, sagte ein Behördensprecher am Dienstag.

    Ein 49-jährige Berliner Taxifahrer war am Donnerstagmorgen nach einer Messerattacke im Berliner Villenviertel Grunewald gestorben. Ein Passant hatte ihn gefunden. Zeugen versuchten noch, den Mann zu retten. Der Taxifahrer starb jedoch im Krankenhaus.

    Der Verdächtige befindet sich laut Berliner Staatsanwaltschaft seit vergangenem Samstag in Schleswig-Holstein in Untersuchungshaft. Von der Flensburger Justiz hieß es am Dienstag, der 24-Jährige sei nach einer Anordnung des Amtsgerichts Flensburg festgenommen worden. Dies erfolgte im Zusammenhang mit dem Auslieferungsverfahren, das bei der Kölner Justiz läuft, wie es hieß. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll der 24-Jährige am 4. April in Belgien seine Lebensgefährtin umgebracht haben und geflohen sein.
    Tötungsdelikt in Berlin hat Vorrang für deutsche Justiz

    Parallel ist der 24-Jährige von den Ermittlern in Berlin als Verdächtiger im Fall des getöteten Taxifahrers identifiziert worden. Die Staatsanwaltschaft Berlin will nun nach Angaben eines Sprechers einen weiteren Haftbefehl gegen den Mann beantragen, damit er nach Berlin überstellt wird.

    „Unser Verfahren wird dann in den Hintergrund treten“, erklärte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Köln. Zunächst müssten die Vorwürfe der Berliner Staatsanwaltschaft geklärt werden, bevor das Auslieferungsersuchen aus Belgien weiter geprüft werden könne.

    Schweigeminute und Spendenaktion für Taxifahrer

    Am Dienstagabend wurde im Cinema Paris eine schon länger geplante Vorführung des französischen Films „Im Taxi mit Madeleine“ zur Erinnerung an den 49-Jährigen genutzt. Unter anderem gab es eine Schweigeminute. Von Seiten des Kinos hieß es, dass knapp 200 Menschen teilnahmen.

    Es wurde dazu aufgerufen, für die Hinterbliebenen des Getöteten zu spenden. Zugesagt seien bisher 5.000 Euro vom Gustav-Hartmann-Unterstützungsverein und 20.000 Euro von der Taxistiftung-Deutschland. Das Unternehmen Taxi Berlin will nach Angaben des Geschäftsführers 5.400 Euro spenden.

    Zuvor hatte die Berliner Taxi-Innung angekündigt, der Familie des Taxifahrers mit einer Spendenaktion zu helfen. Taxifahrerinnen und Taxifahrer würden auch mit Trauerflor an ihren Fahrzeugen an das Opfer erinnern, sagte der Vorsitzende der Berliner Taxi-Innung, Leszek Nadolski, am Dienstag der rbb24 Abendschau.

    Sendung: rbb24 Inforadio, 11.04.2023, 16:00 Uhr

    #Berlin #Charlottenburg-Wilmersdorf #Grunewald #Brahmsstraße #Kurfürstendamm #Kino #Taxi #Arbeit #Kriminalität

  • Aus in erster Lage : „Reinhard´s am Kudamm“ schließt Ende Juni
    ▻https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-wirtschaft/aus-in-erster-lage-reinhard%20s-am-kudamm-schliesst-ende-juni-9574277.h


    In erster Laje, diticknichlache. Früha war mehr Nuttenbullewar. Hat sich wat mit Kempi, schon länga. Die Kneipe hats nie jebracht und det Hotel isset och schon lange nich mehr. Kempi oda Fasanenku, dit lief imma. Bis dann Schluss war. Inne Münstersche jehts von da imma noch, aber nich mehr ins spendable Rasputin. Erstet Jedeck 40 Steine, warn fürn Kutscha. Mal vier Hurenböcke macht 160 und die Scicht war ohkeh. Inne jeizije Synagoge will der New Yorker mit de Schläfenlöckchen. Hamse richtich jehört, die jehm keen Schmalz, sinn och keene richtijen Amis. Macht nüscht, wir fahrn allet, och wenns nur zum Beten hinta Panzajlas jeht. Neunfuffzich. Scheiss drauf

    28.3.2023 von Bernd Matthies - Auf der Website des Restaurants wird unter „Neuigkeiten“ noch fröhlich zum Silvestermenü 2022 eingeladen – und es gibt angeblich viele Stellen zu besetzen. Die wirkliche Neuigkeit aber steht dort nicht: „Reinhard’s am Kurfürstendamm“, das zweigeschossige Restaurant in erster Lage, wird seinen Betrieb Ende Juni einstellen. Die rund 70 Beschäftigten seien entsprechend informiert worden, heißt es in der „B.Z.“, die als erstes darüber berichtete.

    Die Reinhard’s-Gruppe, geführt von Thomas Weiand, schrumpft bereits seit Jahren, zuletzt schloss 2019 die Filiale im Nikolaiviertel in Mitte. Dort hatte es allerdings nie die Bedeutung des Restaurants an der Ecke Fasanenstraße/Kurfürstendamm, das 1952 zusammen mit dem Hotelneubau – damals „Bristol Kempinski“ – als „Kempinski-Eck“ entstanden war. Auf der Gästeliste standen praktisch alle Prominenten, die im seinerzeit ersten Haus am West-Berliner Platze logierten.

    Es sollte ein Ersatz für das „Kranzler“ werden

    Der Abstieg von Hotel und Restaurant begann mit dem Mauerfall und der Verlagerung des Szene-Lebens nach Osten. Deshalb galt es als mutiger Befreiungsschlag, als das Restaurant 2005 umgebaut und um einen Boulevard-Balkon im Obergeschoss ergänzt wurde; es sollte ein Ersatz für das abgewickelte Kranzler werden. Doch ein Jahr später zog sich Kempinski aus der Bewirtschaftung zurück und übergab an Reinhard’s, der Name „Kempinski-Eck“ verschwand im Kleingedruckten. 2017 gab die Hotelgruppe auch nebenan auf, das Hotel firmiert seitdem nur noch als „Bristol“.

    Das aktuelle Reinhard’s ist eine unspektakuläre, solide geführte Brasserie, deren Geschäft auf Touristen beruht, wenngleich manch alteingesessener West-Berliner hier den Erinnerungen an alte, verschwundene West-Berliner Gastro-Institutionen nachhing. Bemerkenswert sind die Öffnungszeiten: Täglich ohne Ruhetag oder Ferien von 6.30 Uhr bis um 1 Uhr in der Nacht, das ist eine Ansage auf einem Boulevard, der entgegen seinem Ruf schon weit vor Mitternacht in Schlaf sinkt.

    Möglicherweise war es der durch Corona bedingte Touristenschwund, der nun das Ende einleitete. Auf dem Kurfürstendamm gibt es nichts Vergleichbares mehr, dort dominiert längst die Systemgastronomie, und auch die Zahl asiatischer Restaurants scheint immer noch weiter zu steigen. Über das Schicksal der Räume ist noch nichts bekannt – im Trend läge der Auftritt einer weiteren Edel-Burger-Kette oder eines anderen Konzepts mit hoher Umsatzrendite.

    Reinhard’s am
    10719 Kurfürstendamm 27
    ▻https://www.openstreetmap.org/node/254307080

    #Taxihalteplatz FasanenKu
    ►https://www.openstreetmap.org/node/317190476

    #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Fasanenstraße #Gastronomie #Restaurant

  • Haus neben Karstadt wird abgerissen - Tagesspiegel Leute Newsletter | Charlottenburg-Wilmersdorf
    ▻https://leute.tagesspiegel.de/charlottenburg-wilmersdorf/macher/2020/11/27/148530/haus-neben-karstadt-wird-abgerissen


    Bild: Kudamm mit U-Bahnausgang und Gedächtniskirche 1970, von Ladycliff https:// www.flickr.com/photos/sillysocks/ Lizenz: CC-BY-NC 2.0 .

    Im jahr #1970 gab es Karstadt am #Kudamm noch nicht, und auch das Haus, das nun abgerissen werden soll, scheint erst durch den Abriss eines anderen Gebäudes Platz gefunden zu haben. Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.

    27.11.2020 - Die Tage des beigefarbenen sechsstöckigen Hauses rechts neben Karstadt am Kurfürstendamm sind gezählt. Laut Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) hat die Signa-Gruppe, zu der die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof gehört, dem Bezirksamt eine „Abrissanzeige“ gesandt. Das Gebäude steht bereits leer.

    Ursprünglich hatte Signa auf dem Karstadt-Gelände und mehreren Nachbargrundstücken drei bis zu 150 Meter große Hochhäuser geplant, war damit jedoch beim Baukollegium Berlin unter der Leitung von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher abgeblitzt. Später kam es zu einem Kompromiss, als sich der Berliner Senat und die Galeria Karstadt Kaufhof im vorigen Sommer auf die Erhaltung mehrerer Kaufhäuser in der Stadt einigten, die von der Schließung bedroht waren (die Filiale am Ku’damm gehörte selbst nicht dazu).

    Nunmehr hält die Berliner Stadtentwicklungsverwaltung eine „Nachverdichtung“ mit „ein bis zwei Hochpunkten“ für möglich. Hochpunkte seien „nicht zwingend Hochhäuser“, heißt es dazu. Das klingt allerdings unsinnig – denn nach der Berliner Bauordnung gelten bereits Gebäude, welche die Traufhöhe von 22 Metern überschreiten, als Hochhäuser.


    Bild: #Cafe_Kranzler und Ku’damm-Eck etwa #1984 .
    Der Abrisskandidat befindet sich zwischen #Kudamm-Eck und #Karstadt rechts oben im Bild. Man beachte die kunstvoll links in den Vordergrund montierte Kellnerin. Sie steht neben einem von Hand mit dem Pinsel retuschierten Stuhl und Gästen, die sich alle wunderbar ins Gesamtbild fügen. Der Flohmarkthändler, sein Sonnenschirm und seine Kunden wurden ebenfalls anderen Aufnahmen von gleichen Standpunkt entnommen und über weniger gelungene Situationen montiert. Ein wahrer Jünger John Heartfields der anonyme Postkartenproduzent.

    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Tempora_mutantur

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Stadtentwicklung #Einzelhandel #Westberlin #Geschichte

  • Käsebier Takes Berlin (Gabriele Tergit)
    ▻https://readfrom.net/gabriele-tergit/489642-kasebier_takes_berlin.html

    Käsebier erobert den Kurfürstendamm, Roman, Erstausgabe: Rowohlt 1932

    Englischer Text und synthetischer Vorleser aus dem Global Archive Voiced Books Online Free

    GABRIELE TERGIT - KÄSEBIER TAKES BERLIN

    Translated from the German by SOPHIE DUVERNOY
    NEW YORK REVIEW BOOKS, New York

    THIS IS A NEW YORK REVIEW BOOK PUBLISHED BY THE NEW YORK REVIEW OF BOOKS, 435 Hudson Street, New York, NY 10014

    Gabriele Tergit – Wikipedia
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Tergit#Ehrungen

    Die Gabriele-Tergit-Promenade im Berliner Bezirk Mitte, unweit des Potsdamer Platzes auf dem privaten debis-Gelände, wurde 1998 ihr zu Ehren benannt.

    Gabriele-Tergit-Promenade 5-21 in Berlin - KAUPERTS
    ▻https://berlin.kauperts.de/Strassen/Gabriele-Tergit-Promenade-10963-Berlin

    Postleitzahl 10963
    Ortsteil Tiergarten
    ÖPNV Zone A Bus M29, M41, M48, 200 — U‑Bahn 2 Mendelssohn-Bartholdy-Park ♿ — S‑Bahn 1, 2, 25 Anhalter Bahnhof
    Straßenverlauf von Reichpietschufer bis Linkstraße
    Falk‑Stadtplan Planquadrat M 15 I, C 10-D 10
    Geschichte von Gabriele-Tergit-Promenade
    Ehemaliger Bezirk Tiergarten
    Name seit 2.5.1998

    #Berlin #Charlottenburg #Halensee #Wilmersdorf #Tiergarten #Kurfürstendamm #Gabriele-Tergit-Promenade #Geschichte #Literatur #Hörbuch

  • Alexander Binder (Fotograf)
    ▻https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Binder_(Fotograf)


    Le photographe des stars dans le Berlin des années 1920

    ▻https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Photographs_by_Alexander_Binder

    Alexander Binder (* 1888 in Alexandria[1]; † 25. Februar 1929 in Berlin) war ein Fotograf vermutlich Schweizer Herkunft, der in Berlin tätig war.
    ...
    Das Atelier Binder

    Nach Binders Tod – ab 1929 befand sich sein Atelier auf dem Kurfürstendamm 205 – wechselte die Geschäftsbezeichnung in Atelier Binder. Unter dem veränderten Namen wurden auch neue Fotografien herausgegeben. Möglicherweise war der ausführende Fotograf nach Binders Tod Hubs Flöter, der bis 1938 als erster Operateur im Atelier angestellt war. Die Signatur Binders blieb jedoch auch nach seinem Tod in den Fotografien enthalten.

    Später wurde aus dem Atelier Binder eine GmbH. Die Besitzer des Ateliers waren nach Binders Tod seine Ehefrau Binder-Allemann und seine beiden Töchter. Die Geschäftsführung hatte Elisabeth Freifrau von Stengel inne, die 1943 wegen ihrer jüdischen Herkunft in das KZ Theresienstadt deportiert wurde. Andere Quellen geben an, dass Stengel, die 1978 in Ascona verstarb, bereits 1938 deportiert wurde und das Atelier im selben Jahr von der Gewerbeaufsicht geschlossen wurde. Fotograf Karl Ludwig Haenchen soll daraufhin 1938 die Räume übernommen haben.

    Nach Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die Firma Hasse und Wiese 1948 bzw. 1949 das Atelier Binder.

    Kurfürstendamm 205 - Openstreetmap
    ▻https://www.openstreetmap.org/node/6283331216

    Dita Parlo

    Ernst Lubitsch

    Lya de Putty

    Hans Albers

    Greta Garbo

    Anita Berber

    Vor seiner Kamera standen nahezu alle grossen Filmstars der damaligen Zeit, u.a. Emil Jannings, Ernst Lubitsch, Hans Albers, Greta Garbo, Willy Fritsch, Anita Berber, Werner Krauss, Curt Goetz, Harry Liedtke, Paul Morgan, Lilian Harvey, Louise Brooks, Eugen Burg, Leni Riefenstahl, Gustav von Wangenheim, Eduard von Winterstein, Käthe Dorsch, Ernst Deutsch, Julius Falkenstein, Richard Oswald, Lupu Pick, Harry Piel, Joseph Schildkraut, Rosa Valetti, Conrad Veidt, Mary Pickford, Douglas Fairbanks und Lil Dagover.
    Auch ausserhalb des Filmes standen namhafte Persönlichkeiten vor seiner Kamera wie Wilhelm Furtwängler, Gustav Stresemann, Richard, Strauss, Albert Speer und Felix von Weingartner.

    #Berlin #Kurfürstendamm #photgraphie #nazis #juifs #histoire

  • Neue Gedenktafel erinnert an Attentat auf Rudi Dutschke - Im Westen Berlins - Berliner Morgenpost
    ▻https://www.morgenpost.de/bezirke/im-westen-berlins/article213817905/Neue-Gedenktafel-erinnert-an-Attentat-auf-Rudi-Dutschke.html

    Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke auf dem Kurfürstendamm niedergeschossen.
    17.09.2017, 08:41
    Philipp Siebert
    0

    Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke auf dem Kurfürstendamm niedergeschossen. An prominenter Stelle erinnert jetzt eine zweite Gedenktafel an das Attentat. Von Philipp Siebert Zufrieden wirkte Gretchen Dutschke-Klotz am Sonnabendmittag vor dem Haus am Kurfürstendamm 141 in Halensee. „Ich finde es gut, dass man hier etwas darüber erfahren kann - das wird zu oft vergessen“, sagte sie. Kurz zuvor hat sie unter den Augen von rund 30 Zuschauern eine Gedenktafel für ihren verstorbenen Mann Rudi Dutschke enthüllt. Diese erinnert an das Attentat, das genau an dieser Stelle zu Ostern 1968 auf den Wortführer der Studentenbewegung verübt wurde und an dessen Folgen er elf Jahre später starb.
    Gretchen Dutschke Klotz (li.) hat die Gedenktafel gemeinsam mit Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt und BVV-Vorsteherin Annegret Hansen (SPD) enthüllt. Foto: Philipp Siebert
    Gretchen Dutschke Klotz (li.) hat die Gedenktafel gemeinsam mit Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt und BVV-Vorsteherin Annegret Hansen (SPD) enthüllt. Foto: Philipp Siebert

    Nach dreieinhalb Jahren Planung und Vorbereitung wurde die neue Gedenktafel an der Bushaltestelle Kurfürstendamm/Joachim-Friedrich-Straße angebracht. Sie weist auch auf eine Steintafel hin, die bereits 1990 etwa fünf Meter entfernt in den Boden eingelassen worden war. „Ziemlich genau an dieser Stelle wurde auch auf Dutschke geschossen“, sagte Jürgen Karwelat aus dem Vorstand der Berliner Geschichtswerkstatt, auf dessen Initiative diese neue Gedenktafel maßgeblich zurückgeht. Allerdings ist diese Tafel zwischen Bürgersteig und Parkplatz kaum sichtbar. „Wir haben uns deshalb heute auch hier versammelt, um einen Missstand zu beheben“ sagte Karwelat. Auf Beschluss der Wilmersdorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV), in der er damals für die Grünen saß, habe man die erste Tafel bewusst so unscheinbar gestaltet. Mehr habe man für nicht angemessen gehalten. Umso mehr freue er sich, dass nach dreieinhalb Jahren Arbeit in der Gedenktafelkommission der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf und mit Zustimmung der Wall AG, der die Bushaltestelle gehört, nun diese zweite Tafel angebracht wurde.
    Die alte Tafel von 1990 ist kaum sicht- und schlecht lesbar. „Attentat auf Rudi Dutschke - 11. April 1968. An den Spätfolgen der Schussverletzung starb Dutschke 1979. Die Studentenbewegung verlor eine ihrer herausragendsten Persönlichkeiten“, lautet die Inschrift. Foto: Philipp Siebert
    Die alte Tafel von 1990 ist kaum sicht- und schlecht lesbar. „Attentat auf Rudi Dutschke - 11. April 1968. An den Spätfolgen der Schussverletzung starb Dutschke 1979. Die Studentenbewegung verlor eine ihrer herausragendsten Persönlichkeiten“, lautet die Inschrift. Foto: Philipp Siebert

    Dutschkes Witwe Gretchen Dutschke-Klotz zieht dabei auch Verbindungen zur heutigen Zeit: „Nie wieder Nazis und mehr Demokratie - wir wollten ein Land, das sich vom bösen zum guten Deutschland wandelt“, beschreibt sie die Intentionen der Studentenbewegung. Ihr Mann habe dafür mit dem Leben bezahlen müssen. Aber dieses gute Deutschland sei jetzt wieder in Gefahr, ergänzt sie und zeigt auf einen wenige Meter entfernten Wahlkampfstand der AfD.
    Dutschke starb an Spätfolgen des Anschlags

    Rudi Dutschke galt als wichtigster Wortführer der Studentenbewegung Ende der Sechzigerjahre. Als er am 11. April 1968 zum SDS-Büro am Kurfürstendamm ging, hatte der arbeitslose Hilfsarbeiter Josef Bachmann dort bereits auf ihn gewartet. Nach einem kurzen Wortgefecht zog Bachmann eine Pistole und schoss dreimal aus nächster Nähe auf Dutschke. Zwei Kugeln trafen ihn in den Kopf. Dutschke erlitt lebensgefährliche Gehirnverletzungen, konnte aber im Krankenhaus gerettet werden. Lange war man davon ausgegangen, dass Bachmann ein rechtsextrem motivierter Einzeltäter gewesen sei. Erst später wurde bekannt, dass er bereits ab den frühen 60er-Jahren Verbindungen in die rechtsextreme Szene hatte, für die Dutschke ein Feindbild war.
    Die neue Gedenktafel ist hinter Glas an der Bushaltestelle angebracht. Foto: Philipp Siebert
    Die neue Gedenktafel ist hinter Glas an der Bushaltestelle angebracht. Foto: Philipp Siebert

    Bachmann wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Dutschke nahm brieflich Kontakt mit ihm auf, erklärte ihm, er habe keinen persönlichen Groll gegen ihn. Bachmann beging allerdings am 24. Februar 1970 im Gefängnis Selbstmord. Rudi Dutschke stark am 24. Dezember 1979 mit 39 Jahren im dänischen Aarhus an den Spätfolgen des Attentats. Nach einem epileptischen Anfall ertrank er in der Badewanne.

    #Berlin #Charlottenbiug #Kurfürstendamm #Kudamm_140 #Geschichte #1968

  • Stele zur Erinnerung an die Opfer des „Generalplan Ost“ - Berlin.de
    ▻https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/gedenktafeln/artikel.125745.php

    Infostele auf dem Gehweg auf dem Kurfürstendamm, Ecke Joachim-Friedrich-Straße und Johann-Georg-Straße, 10709 Berlin, gestiftet von Hans Wall, enthüllt am 9.5.2008, vom Stellvertretenden Bezirksbürgermeister Klaus-Dieter Gröhler, dem polnischen Botschaftsrat Wojciech Pomianowski und Prof. Dr. Andreas Nachama.
    Link zu: Infostele zur Erinnerung an den Generalplan Ost, 10.5.2008, Foto: KHMM
    Infostele zur Erinnerung an den Generalplan Ost, 10.5.2008, Foto: KHMM
    Bild: Bezirksamt

    Am Kurfürstendamm 140-143 befand sich
    ab 1939 das “Reichskommissariat für die
    Festigung des deutschen Volkstums”, eines
    von zwölf SS-Hauptämtern. Hier wurde
    1941-1942 der “Generalplan Ost” entwickelt.
    Der Plan sah vor, fünf Millionen Deutsche im
    annektierten Polen und im Westen der Sow-
    jetunion anzusiedeln. Die slawische und jü-
    dische Bevölkerung dieser Gebiete sollte un-
    terworfen, vertrieben oder ermordet werden.
    Damit waren bis zu 50 Millinen Menschen
    von Vernichtung durch unmenschlich harte
    Arbeitsbedingungen, durch Verhungern, so-
    wie durch Deportation und Mord bedroht.
    Link zu: Kartenausschnitt zum dritten „Generalplan Ost“, Foto: KHMM
    Kartenausschnitt zum dritten „Generalplan Ost“, Foto: KHMM
    Bild: Bezirksamt

    Der “Generalplan Ost” wurde im Distrikt
    Lublin in Polen am weitesten realisiert. Bei
    der angeordneten “Eindeutschung” der
    Kreise Zamosc und Lublin wurden ab No-
    vember 1942 über 100.000 Menschen, da-
    runter 10.000 Kinder von SS-, Polizei- und
    Wehrmachtseinheiten aus 300 polnischen
    Dörfern vertrieben und viele von ihnen in
    Konzentrationslagern ermordet.
    Der “Generalplan Ost” steht für den verbre-
    cherischen Charakter der nationalsozialis-
    tischen Politik und die Skrupellosigkeit der
    Täter. Allein der Verlauf des Krieges hat dem
    Plan ein Ende gesetzt.

    Rede der BV-Vorsteherin Dr. Marianne Suhr zur Enthüllung am 9.5.2008 ▻https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/aktuelles/reden/artikel.199737.php

    #Berlin #Charlottenburg #Kurfürstendamm #Kudamm_140

  • Historische Orte: Vier mal Achtundsechzig - taz.de
    ▻http://www.taz.de/!5189221

    29. 12. 2007 - Im kommenden Jahr wird die Geschichte der 68er mal wieder neu erzählt. Viele Orte im Westteil der Stadt sind untrennbar mit dieser Episode des Aufbruchs verbunden. Ein paar davon haben wir noch einmal aufgesucht.

    Einer ist noch da. Einer von denen, die hier Ende der 60er von Revolution sprachen und vom Sozialismus. Hagen Krieger sitzt in der „Dicken Wirtin“ am . „Hier saßen Baader, Ensslin und Horst Mahler“, sagt er mit rauchiger Stimme und zeigt auf einen Tisch. Krieger weiß das noch sehr genau.

    Von 1966 bis 1968 arbeitete der Mann mit dem grauen Dreitagebart nämlich hinter der Theke. Damals, als die „Dicke Wirtin“ ein Treffpunkt der HDK-Studenten war. „Von Horst Mahler bekam ich damals ’sozialistische Schulungen’“, sagt Krieger. Sein Tresennachbar lacht: Der heutige Neonazi als Lehrer des Sozialismus. Wie lange ist das her.

    In der Kneipe ist die Zeit stehen geblieben: Theke, Stühle, Holzdecke sind dunkelbraun, Rauch hängt in der Luft wie ein Vorhang. Im Hintergrund ein Lied von Roxette: „Im spending my time, watching the days go by“. Krieger und die anderen Stammgäste sind über 60, und sie sind nicht viele.

    „Studenten kommen schon lange nicht mehr“, sagt Michal Woltman. Der Mann mit dem polnischen Akzent muss es wissen. Seit zwanzig Jahren steht er hinter der Theke. Die letzte große Zeit der „Dicken Wirtin“ hat er noch erlebt. Das war vor der Wende, als Touristen mit Bussen vor die Holztür gefahren wurden.

    Schon Ende 1968 zogen die Studenten fort, sagt Krieger. Zum „Schotten“ in die Schlüterstraße zum Beispiel. Warum? „Weil der Laden in Mode kam. Schily war auch immer da.“

    MATTHIAS LOHRE

    Die Frau vom Grill schaut erstaunt. Ob sie jemand mal nach der Plakette für Rudi Dutschke gefragt habe? Oder nach dem Büro des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds? „Nein, davon wollte noch nie jemand wissen.“ Dabei steht ihr Stand direkt vor dem einstigen SDS-Sitz, Kudamm 140. Und nur zehn Meter neben der Metallplakette im Gehweg, die an die Schüsse vor knapp 40 Jahren erinnert.

    Die Inschrift erinnert an den Mordversuch des Hilfsarbeiters Josef Bachmann am 11. April 1968: „An den Spätfolgen der Schussverletzung starb Dutschke 1979. Die Studentenbewegung verlor eine ihrer herausragendsten Persönlichkeiten.“

    Was genau geschah, erzählen diese Sätze nicht. Dutschke hatte gerade das Büro des SDS verlassen und wollte auf sein Rad steigen, als ein junger Mann auf ihn zutrat. Wenig später hallten Schüsse über den Kudamm. Dutschke lag blutend am Boden, mit Kugeln in Hals, Brust und Gehirn. Im Krankenhaus entfernten die Ärzte zwei Geschosse, die im Hals blieb vorerst drin. Der 28-Jährige, der Freunden wie Feinden weit mehr war als ein politischer Beirat des SDS, musste erst wieder sprechen lernen.

    Das Büro gibt es schon lange nicht mehr. Heute steht hier ein grauer Betonklotz, im Erdgeschoss ist ein Supermarkt. Im Nachbarhaus ist eine Polizeiwache, neben der Plakette hält der Metrobus.

    Ganz richtig findet es die Dame vom Grill übrigens nicht, wie mit dem Ort des Attentats umgegangen wird. Immerhin sehe sie manchmal Grüppchen, die sich auf Stadtführungen den Tatort zeigen lassen. „Aber ich finde es schon doof, wenn Leute direkt auf der Gedenktafel ihr Motorrad abstellen. Das macht man ja eigentlich nicht.“

    MATTHIAS LOHRE

    Wielandstraße

    Von seiner Hinterhauswohnung im vierten Stock hat Ralf Stephan den perfekten Überblick. Durchs Küchenfenster schaut der 65-Jährige auf die Wohnungen im Vorderhaus. Seit 30 Jahren wohnt er hier, Wielandstraße 13, in Kudamm-Nähe. „Dort drüben in der ersten Etage, das ist die Wohnung“, sagt der Mann mit den grauen, nach hinten gekämmten Haaren. Dort drüben befand sich die „Wielandkommune“.

    Rund 20 Personen lebten 1968 hier, auch Georg von Rauch und Michael „Bommi“ Baumann. In Anlehnung an die Tupamaros aus Uruguay nannten sie sich „Stadtguerilleros“. Rauch wurde 1971 bei einem Feuergefecht von einem Polizisten erschossen. Wie die Kommune I am Stuttgarter Platz praktizierte die Wielandkommune einen antibürgerlichen Lebensstil. Mit Drogen und sexuellen Experimenten.

    Hauptmieter war der Rechtsanwalt Otto Schily. Laut Stephan gehört ihm die Wohnung heute noch. Für ihn ist Schily ein „Drecksack“, ein „elendiger Karrierist. Gut, dass der jetzt nicht mehr in der Politik ist.“ Schilys spätere Frau habe mal bei ihm zur Untermiete gewohnt.

    Zur Bewegung hatte Stephan selbst keinen Bezug. „Immer die Frauen zu wechseln war nicht mein Ding.“ In den Räumen der damaligen Kommune arbeitet heute eine Gestaltpsychologin.

    TOBIAS GOLTZ

    Tegeler Weg

    „Fuck BGS, Kripo und Hurensöhne“ hat jemand auf ein Stromhäuschen gegenüber dem Landgericht am Tegeler Weg gesprüht. Dass das Graffiti mit der „Schlacht am Tegeler Weg“ von 1968 zu tun hat, darf bezweifelt werden, dafür ist die Farbe zu frisch. „Hier sind immer wieder Leute sauer auf Polizei und Justiz“, sagt ein Anwohner, der seit über 50 Jahren in der Gegend wohnt. Brutale Straßenschlachten wie im November 1968 habe es seitdem aber nicht mehr gegeben. Heute sei die Gegend „ein eher verschlafener Kiez“.

    An jenem 4. November hatte die Generalstaatsanwaltschaft beantragt, dem späteren RAF-Mitglied und heutigem Rechtsextremisten Horst Mahler Berufsverbot zu erteilen. Denn Mahler hatte nach dem Attentat auf Dutschke im April gegen Springer demonstriert. Am darauffolgenden Tag beschuldigte Bild den jungen Anwalt, die Demo angeführt zu haben. Das Landgericht lehnte den Antrag zwar ab, trotzdem versuchten mehr als 1.000 Demonstranten vors Landgericht zu ziehen. Mit bis dahin unbekannter Militanz gingen die Aktivisten gegen die Einsatzkräfte vor. Mit Folgen auf beiden Seiten: Die Einsatzkräfte, die damals noch die Tschakos der Kaiserzeit trugen, bekamen Helme verpasst. Und beim SDS entbrannte eine Debatte um Gewalt und Militanz, die zur Spaltung des Stundenverbands führte.

    Auf der anderen Straßenseite fließt noch immer die Spree. Ein Ausflugsschiff hat angelegt. „Schlacht am Tegeler Weg? Nie gehört“, sagt der Bootsmann. Dabei heißt sein Schiff „Kreuz AS & Nostalgie“.

    FELIX LEE

    #Berlin #Charlottenburg #Savignyplatz #Carmerstraße #Schlüterstraße #Kurfürstendamm #Wielandstraße #Tegeler Weg #Geschichte

  • Von Haus zu Haus am Kurfürstendamm - Geschichte und Geschichten
    über Berlins ersten Boulevard - Leseprobe
    ▻http://textpunktverlag.at/WebRoot/Store2/Shops/dfbdb07f-22c9-467a-8cc0-705158552bd0/MediaGallery/Leseprobe_von_Haus_zu_Haus.pdf

    Gleich nach Entdeckung durch diesen Artikel ( ▻https://seenthis.net/messages/734178 ) im Museum Charlottenburg gekauft.

    Ein bemerkenswertes Buch für alle, die den #Kudamm genau kennenlernen möchten. Wir werden hier immer wieder Materialsammlungen zu den einzelnen Kudammadressen vorstellen; jeweil mit dem Hashtag #Kudamm_nn, also z.B. #Kudamm_10 oder #Kudamm_239. Die Hausnummern 10 und gibt es übrigens nicht am Kurfürstendamm und es wird sie auch nicht geben. Weshalb? Schon beginnt das #Projekt_Kudamm. In diesem Rahmen werden wir auch davon erzählen.

    Dank für die Empfehlung geht an Cay Dobberke vom #Tagesspiegel, der immer wieder über die #City_West schreibt.

    #Berlin #Kurfürstendamm #Architektur #Geschichte