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  • BVTM kritisiert Evaluationsbericht und legt Positionspapier vor
    https://taxi-times.com/bvtm-kritisiert-evaluationsbericht-und-legt-positionspapier-vor

    Dieser Artikel bestätigt unsere Erkenttnisse zu zwei entscheidenden Ursachen der aktuellen Taxikrise. Sie beruht vorvallem auf der Kooptierung des Bundesberkehrsministeriums durch Uber und andere Konzerne. Die Taxiunternehmer und ihre Verbände stehen dem eigenen Untergang hilf- und verstândnislos gegenüber.

    23.7.2026 von Axel Rühle - Die Bundesregierung hat gestern den Evaluationsbericht zur Modernisierung des Personenbeförderungsgesetzes vorgelegt. Michael Oppermann beklagt „wenig Erkenntnisgewinn“ und bilanziert: „Bericht geht an den eigentlichen Problemstellungen vorbei.“

    Das Ende der Fünf-Jahres-Frist zur Evaluation der Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) ist fast erreicht. Die Bundesregierung hat pünktlich ihren Evaluationsbericht vorgelegt. Dieser bringt nach Einschätzung des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM) insgesamt wenig Erkenntnisgewinn. So heißt es dort unter anderem: „Eine zentrale Erkenntnis der Evaluation ist, dass die vorhandene Datenlage zur Bewertung des Umsetzungsstands beim § 64c PBefG derzeit unzureichend ist.“ Positiv hebt der Bundesverband aber hervor, dass in einem Exkurs das Betreibermodell ÖPNV-Taxi Eingang in den Bericht gefunden hat. Dies unterstreiche die große Bedeutung des Taxigewerbes auch im Bereich der Poolingverkehre und zeige auf, dass hier große Potenziale liegen.

    Insgesamt stellt BVTM-Geschäftsführer Michael Oppermann dem Bericht aber mit außergewöhnlich kritischen Worten ein geradezu vernichtendes Zeugnis aus: „Der Evaluationsbericht der Bundesregierung ist ein Offenbarungseid. Auf insgesamt 205 Seiten kommt die Bundesregierung nach fünf Jahren zu der Erkenntnis, dass ihr die Daten fehlen, um die Auswirkungen ihres Gesetzes valide zu beurteilen. An den eigentlichen Problemstellungen im Markt geht der Bericht zudem komplett vorbei, denn das Spannungsfeld zwischen Plattformen auf der einen und dem Taxigewerbe auf der anderen Seite – schon bei der Reform 2021 der wesentliche Punkt der Auseinandersetzung – wird gar nicht beleuchtet.“

    Das PBefG war 2021 nach langem politischem Ringen novelliert worden: Der Bundestag beschloss die Reform am 5. März 2021, ihre wesentlichen Teile traten zum 1. August desselben Jahres in Kraft. Mit der Novelle wurden unter anderem der Tarifkorridor für Taxis, die Möglichkeit kommunaler Mindestbeförderungsentgelte für Mietwagen sowie mit dem gebündelten Bedarfsverkehr eine dritte „Verkehrsart“ eingeführt. Schon zum vierten Jahrestag des Gesetzes hatte der BVTM eine ernüchternde Bilanz gezogen: Außer den Taxi-Festpreisen sei in der Praxis kaum etwas von den neuen Regeln angekommen. Dass die Bundesregierung nun einen Evaluationsbericht vorlegt, ist gesetzlich vorgegeben: Paragraf 66 PBefG verpflichtet das Bundesverkehrsministerium, die Wirkung der Novelle fünf Jahre nach deren Inkrafttreten zu evaluieren.

    Zusätzlichen politischen Druck hatte zuvor bereits das Abgeordnetenhaus von Berlin aufgebaut, der Stadt, die mit München und dem Ballungsraum Köln/Ruhrgebiet am stärksten vom Mietwagenproblem betroffen ist: Auf Antrag der Koalitionsfraktionen CDU und SPD forderte das Landesparlament den Berliner Senat einstimmig auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass im Rahmen der PBefG-Evaluierung nötige Anpassungen im Gesetz sowie in der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft) vorgenommen werden. Zu den Forderungen, die die Handschrift von Tino Schopf tragen, zählten unter anderem ein öffentlich einsehbares, zentrales Register konzessionierter Mietwagenunternehmen, eine Konkretisierung der Voraussetzungen für eine Gefährdung öffentlicher Verkehrsinteressen in § 51a PBefG, die Ausweitung der behördlichen Aufsicht nach § 54 PBefG auf app-basierte Vermittlungsplattformen, digitale Übermittlungspflichten für deren Fahrtendaten nach § 54a PBefG, vom Bundesministerium zu erarbeitende „Allgemeine Grundsätze zum PBefG“ sowie die Streichung der Ausnahmemöglichkeit von der Wegstreckenzählerpflicht für plattformbasierten Mietwagenverkehr in der BOKraft.

    Gleichzeitig mit der Vorlage des Evaluationsberichts durch die Bundesregierung hat der BVTM gestern ein Positionspapier für Anpassungen am Rechtsrahmen vorgestellt. Oppermann: „Wir brauchen endlich klare Verhältnisse. Seit der Reform sind fünf Jahre vergangen, und noch immer sind die neuen Regeln auf der Straße nicht vollständig angekommen. Der Gesetzgeber muss nochmal nachsteuern, um seiner Reform von 2021 zu voller Wirksamkeit zu verhelfen.“

    In dem Acht-Punkt-Papier mit dem Titel „Klare Verhältnisse bei Taxi und Mietwagen“ fordert der Bundesverband zunächst eine schärfere Abgrenzung der beiden Verkehrsformen: Wer Fahrgäste ad hoc befördere, benötige eine Taxigenehmigung samt Tarif-, Betriebs- und Beförderungspflicht, alle anderen Geschäftsmodelle seien dem Mietwagen zuzuordnen. Beim Instrument der Mindestbeförderungsentgelte sieht der Verband weiterhin Konkretisierungsbedarf: Zwar erlaube das PBefG deren Festlegung zum „Schutz der öffentlichen Verkehrsinteressen“, doch mache gerade dieser unbestimmte Rechtsbegriff es Kommunen schwer, die Einführung rechtssicher zu begründen. Als Orientierung verweist der BVTM auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Leipzig, wonach es bereits ausreicht, dass „eine nachvollziehbare Tatsachenbasis dafür, dass ohne Tätigwerden mit einiger Sicherheit eine Beeinträchtigung von öffentlichen Verkehrsinteressen eintreten würde“ – dieser Maßstab solle künftig ausdrücklich ins Gesetz aufgenommen werden.

    Zudem fehle bislang ein Referenzwert für die Höhe der Entgelte selbst: „Kommunen haben ein Werkzeug, aber keine Bedienungsanleitung. Sie brauchen einen Regelfall, an dem sie sich orientieren können“, heißt es im Positionspapier. Um die Einführung in der Praxis voranzubringen, soll zudem eine Befassungspflicht für Großstädte verankert werden: „Manchmal hilft es, wenn man weiß, was von einem erwartet wird. Deshalb wollen wir, dass alle Großstädte […] sich obligatorisch mit dem Thema Mindestbeförderungsentgelte befassen müssen und diese einführen ‚sollen‘. […] ‚Soll‘ statt ‚Kann‘ für Großstädte schafft Klarheit.“

    Weitere Forderungen betreffen eine verbesserte Anwendbarkeit der PBefG-Instrumente für kommunale Behörden, eine flächendeckende, verpflichtende Kartenakzeptanz im gesamten Gewerbe sowie einheitliche bundesweite Standards bei Festpreisen.

    Auch zu autonomen Fahrzeugen bezieht der Verband Stellung: „Die Robotaxis kommen. Sie sind keine Bedrohung für das Taxigewerbe, sondern eine Weiterentwicklung – wenn auch die Robotaxis nach den Taxiregeln spielen“, heißt es im Papier; sie sollten kommunal über Kontingente, Tarife und Bediengebiete steuerbar sein.

    Fazit des BVTM: „Es braucht keine grundlegende, weitere Novelle des Personenbeförderungsrechts. Vielmehr muss es jetzt darum gehen, die 2021 beschlossenen Ideen und Regeln so nachzubessern, dass sie auch in der Realität ankommen“, erläutert Oppermann. Wörtlich heißt es hierzu im Positionspapier: „Schon durch wenige, minimalinvasive Verbesserungen ist es möglich, dem Grundgesetz der Mobilität zu mehr Wirkung zu verhelfen. Die vorgeschlagenen Veränderungen verbessern deutschlandweit spürbar das Leistungsangebot für die Fahrgäste, schaffen Klarheit für die Unternehmen und geben den Kommunen mehr Souveränität in der Gestaltung des Mobilitätsangebots.“ ar

    Beitragsbild: Titelseiten eines Teils des Evaluationsberichts (BAST) und das Positionspapiers (BVTM); Collage: Taxi Times

    #Taxi #Uber #Politik #Personenbeförderungsgesetz #Lobbying

  • Why I love Teach to Reach: confessions of a senior global manager, previously based in Geneva
    https://redasadki.me/2026/08/09/why-i-love-teach-to-reach-confessions-of-a-senior-global-manager-previousl

    The author is a now-retired senior manager and leader who spent decades inside an international agency, running programmes and emergency operations across regions and sitting through more Geneva meetings than he cares to count. On 6 August 2026, he attended #Teach_to_Reach_16, where people who work for health meet, connect, and learn. This […]

    #Experiences #brain_health #global_health #health_workers #learning #lived_experience #pedagogy #peer_learning #TGLF

  • Don’t Just Tax the Rich — Attack Inequality at the Root
    https://jacobin.com/2026/08/taxes-inequality-markets-regulation-finance

    Many discussions of US income inequality propose to solve the problem by taxing the rich more heavily. That would be a good start. But we can also reshape markets so that they don’t generate so much pretax inequality. photo Scott Olson

    Voilà une belle analogie entre la circulation et la société en général : le déclin du nombre de morts par accidents de voiture n’est pas le résultat du progrès médical mais de la régulation de la circulation automobile et de voitures moins gangereuses pour les utilisateurs. Il ne suffit pas d’imposer davantage les riches. Il faut lutter cintres les causes de la répartition injuste des fortunes et revenus.

    8.8.2026 by Arthur MacEwan - To address the US’s severe inequality, we can and should raise taxes on the rich. But we can also restructure markets so that they don’t produce such unequal incomes in the first place, by reining in corporate power and our predatory financial sector.

    Economic inequality in the United States has risen dramatically over the last sixty years. Indeed, the degree of inequality today is probably greater than at any point in the country’s history. This severe inequality is a severe social malady. So, what should we do about it?

    Consider the following analogy. Suppose that, in response to the high rate of fatalities from automobile accidents, the United States had undertaken major investments in hospital trauma centers, improving the medical system’s means of caring for people who had been injured in such accidents. These investments would have included funds for the extensive training of doctors and for emergency room equipment.

    In fact, over the last several decades, there has been a dramatic decline in fatalities from automobile accidents. Perhaps some of the decline has come from improved trauma care. However, the really important changes that account for this decline have been seat belts and airbags (and, most recently, safety technology built into cars), improved road design and traffic control, and campaigns (and laws) against drunk driving.

    In other words, the reduction in car accident deaths has been due to changes that have reduced the number, or at least the severity, of accidents, not from the treatment of people who have been seriously injured in accidents. As a society, we have intervened in causes of car accident deaths rather than just trying to fix up the injured people after the accidents have happened. We might learn from this experience and apply the same approach to severe inequality in the United States.

    Like fixing up people after automobile accidents, higher taxes on the rich are an after-the-fact fix-up to the problem of great economic inequality. And like helping people recover after automobile accidents, higher taxes on the rich are certainly desirable. (A good place to start would be making tax rates on capital gains as high as tax rates on labor income.) But in both cases, these treatments do not address the origins of the problems — the high rate of severe injuries from car accidents and the rising share of income going to the very rich.

    There is an added problem. A policy of focusing on repairing the injured people after the accidents can draw attention away from eliminating or reducing the cause of the damage. Likewise, a policy of focusing on taxing the rich after they have become exorbitantly wealthy can draw attention away from the causes of our great inequality and perhaps imply that there is nothing we can do about those causes.

    At the same time as we tax the rich, there are things we can do about the causes of great inequality. The severe inequality we face is not simply the result of the way “free markets” operate. Indeed, there is really no such thing as “free markets.” Markets are not simply the “natural” order of things, existing beyond human control. Markets are social creations, constructed by governments and by people with social power. They are not set in stone. Perhaps a few examples will clarify the point.

    Consider, for starters, the labor market. In 2022, the US Department of the Treasury issued a report stating, “The American labor market is characterized by high levels of employer power . . . . A careful review of credible academic studies places the decrease in wages at roughly 20 percent relative to the level [they would be] in a fully competitive market.” Among the factors that generate this result are “noncompete agreements,” which prevent employees from taking jobs with other competing firms, and labor laws that tend to favor employers. When the laws themselves don’t favor employers, the administration and lack of enforcement of the laws often serve that function

    Then there are international markets. For millennia, governments have been involved in commerce around the globe, setting the rules for who could trade in what, protecting ships at sea, building and maintaining seaports and airports and roads, restricting and taxing trade in many commodities, and establishing trade arrangements among countries. In the current era, it has become especially clear that trade agreements tend to favor the interests of powerful businesses, while placing workers in various countries in competition with one another. One of the interesting — and perverse — aspects of US trade agreements in recent decades is that they are often called “free-trade agreements”; in fact, they generally extend monopoly power by including extensions of US patent and copyright laws. Monopoly power is not confined to international commerce. It has also been increasing within the United States and has provided a basis for rising corporate profits. There are, of course, laws in place to restrict monopolies; these laws are themselves examples of government involvement in the operation of markets. Yet in recent decades (with a brief exception during the Biden administration), these laws have not been effectively enforced. Here, one might say, it was not the anti-monopoly laws that constructed the market, but the government’s choice to ignore those laws. And as is the case internationally, patent and copyright laws support monopoly power within the United States.

    There are other important examples of government’s role in shaping markets in ways that impact economic inequality. Long-existing subsidies to fossil fuel firms and operating school systems that continually recreate social inequality are important examples.

    And connecting all the markets for goods and services is the financial system, which, through deregulation, has become detached from its traditional role of allocating funds to enterprises — a useful function in a market economy. According to Oren Cass, the chief economist at the American Compass, which the New York Times describes as “a conservative economic think tank,” the “finance industry is a grift.” Cass points out that the industry has generated “financialization,” which he describes as follows:

    The term for making financial markets and transactions ends unto themselves, disconnected from — and often at the expense of — the societal benefits that support human flourishing and are capitalism’s proper purpose. Chief among those benefits are good jobs that support families, and products and services that improve people’s lives.

    Financialization has made American businesses less resilient, less innovative and less competitive. It has been a major cause of slow wage growth and rising inequality. It has fueled the loss of manufacturing jobs across the heartland.

    And financialization has been very profitable for a small group of people and thus an important generator of rising inequality!

    The lesson of all this — this brief account of how markets are structured in ways that generate extreme inequality in the United States — is that we had better focus some attention on the way markets are constructed and undertake some restructuring.

    One might argue that reconstructing markets is not enough. It would, of course, be good to make labor markets more worker-friendly, to disrupt monopoly power in many markets, and to organize global trade to undermine its exacerbation of inequality — to say nothing of reining in financialization. Yet beyond focusing on these broad markets, we could benefit from a systemic approach through a general extension of social control of economic activity and a reduction in the heavy reliance on markets as the foundation of economic relations. Similarly, returning to automobile deaths, we might argue that the real solution lies in a much more extensive public transportation system, rather than simply safer cars and driving conditions.

    These would be reasonable arguments and well worth considering. But neither social control of the economy nor widespread effective public transportation will come into being overnight. In the meantime, we need to do what we can to make society, including transportation, work as well as possible. This will not solve all our economic ills, but it would move things in the right direction.

    #USA #capitalisme #lutte_des_classes

  • #Iran : comment le fiasco des États-Unis contribue à remodeler l’équilibre des forces
    https://lvsl.fr/iran-comment-le-fiasco-des-etats-unis-contribue-a-remodeler-lequilibre-des-forc

    Les objectifs annoncés par l’administration américaine, au lancement de l’opération Epic Fury, semblent bien loin : démantèlement du programme nucléaire iranien, récupération de l’uranium enrichi, destruction des capacités balistiques du pays, voire renversement du « régime »... Au-delà du fiasco diplomatique et militaire pour les Etats-Unis, la séquence - toujours en cours - annonce une recomposition des rapports de force au Moyen-Orient. Et à l’échelle mondiale, l’Iran a rendu au #pétrole son statut d’arme de #guerre, avec une intensité jamais vue depuis les années 1970.

    #International #Les_États-Unis,une_puissance_menacée ? #République_islamique_d'Iran #Sanctions #Trump

  • Zu krank zum Leben: Warum Friedrich (23) beim Trauerzug für ME/CFS-Tote fehlt
    https://www.berliner-zeitung.de/article/zu-krank-zum-leben-warum-friedrich-23-beim-trauerzug-fuer-mecfs-tot

    Von ME/CFS Betroffene und Angehörige kämpfen vor der Charité in Berlin-Mitte um mehr Aufmerksamkeit.’© Christian Schwager/Berliner Zeitung

    Long COVID à Berlin

    7.8.2026 von Christian Schwager - 650.000 Menschen in Deutschland haben ME/CFS. Ein Student liegt abgeschirmt im Zimmer – seine Mutter demonstriert mit anderen für Erkrankte wie ihn.

    Friedrich Kayser kann nicht dabei sein. Der Trauerzug am Bettenhochhaus der Charité in Berlin-Mitte findet ohne den 23-Jährigen statt. Gedacht wird an diesem Freitag der Menschen, die an den Folgen von ME/CFS gestorben sind. Viele sind nach einer Corona-Infektion daran erkrankt, etliche schon vor der Pandemie nach einer anderen Virusinfektion.

    Bei Friedrich Kayser schlug ME/CFS im Dezember 2023 zu. Während seine Mutter und ihre Mitstreiter an diesem frühen Nachmittag Steine mit Namen der Verstorbenen an einem mitgebrachten Holzkreuz niederlegen, liegt ihr Sohn zu Hause in Potsdam: in einem Zimmer, in einem Bett, gegen Licht und Lärm abgeschirmt.

    Wie lebendig begraben. So sehen das die Hunderttausenden, denen es ähnlich geht wie dem Studenten am Hasso-Plattner-Institut, für den an ein Studium nicht mehr zu denken ist. „Er hatte einen schweren Crash und ist seitdem fast täglich zusammengebrochen“, sagt Friedrichs Mutter Mandy Kayser.

    In Deutschland leben schätzungsweise rund 1,4 Millionen Menschen mit ME/CFS (650.000 Betroffene) oder Long Covid (757.000). Das ist das Ergebnis einer Modellierung, eine exakte Statistik existiert nicht. Ebenso wenig über Todesfälle, insbesondere durch Suizid. Studien wie jene des amerikanischen Psychologen Leonard A. Jason liefern jedoch Anhaltspunkte.
    „Psychologisierung gefährdet Menschenleben“

    Nach Analysen des Wissenschaftlers von der DePaul University ging jeder fünfte Todesfall auf einen Suizid zurück. Ausschlaggebend sei dabei weniger die Krankheitslast als die Stigmatisierung: Wer sich stigmatisiert fühlte, hegte viermal so häufig Suizidgedanken wie andere Erkrankte. Jasons Erhebung war nicht repräsentativ, ist aber dennoch aufschlussreich.

    „Psychologische Unterstützung kann bei der Krankheitsverarbeitung helfen“, sagt Mandy Kayser. „Sie ersetzt aber keine medizinische Anerkennung der Erkrankung.“ Das ist dann auch das Hauptanliegen des Trauerzugs zum Charité-Bettenhochhaus. „Psychologisierung gefährdet Menschenleben.“

    Mandy Kayser mit dem Rollstuhl ihres Sohnes vor dem Denkmal von Robert Koch in Berlin-Mitte © Christian Schwager/Berliner Zeitung

    Auch Friedrich Kayser wurde mit ärztlichen Aussagen konfrontiert, wie sie in den Foren Erkrankter und Angehöriger kursieren. Etwa: „Sie wirken sehr angespannt, vielleicht ist das eher der Stress“ oder „Sie haben es doch bis hierher in die Praxis geschafft, dann kann es nicht ME/CFS sein“. Eine Ärztin der Kaysers empfahl einen vierwöchigen Aufenthalt in der Psychiatrie.

    Auch zum Trauerzug aus Anlass des internationalen ME/CFS-Aktionstags haben es Erkrankte geschafft, doch die Potsdamerin Kayser sagt: „Die werden in den kommenden Tagen dafür mit einem Crash bezahlen.“
    Nach schwerem Crash in die Charité

    Was die Erkrankten Crash nennen, heißt medizinisch postexertionelle Malaise, kurz PEM. Friedrich leidet daran. Wenn er aufsteht, erhöht sich zudem der Puls extrem. POTS ist die Abkürzung für dieses posturale orthostatische Tachykardiesyndrom, eine Fehlsteuerung des Kreislaufs. ME/CFS hat viele Begleiterscheinungen.

    Das macht die Diagnose so schwierig. Mandy Kayser wünscht sich deshalb mehr Aufmerksamkeit und mehr Aufklärung. „Viele Ärzte kennen sich nicht mit der Krankheit aus.“

    Ihr Sohn kam nach einem schweren Zusammenbruch immerhin zur Behandlung an die Charité mit dem Fatigue-Centrum unter Leitung der Professorin Carmen Scheibenbogen. Doch im Alltag kämpft die Familie mit Problemen, die sie mit den meisten Betroffenen teilt. „Wir werden in vielen Dingen allein gelassen.“

    Eltern kämpfen mit der Bürokratie

    Mandy Kayser und ihr Mann können zum Glück im Homeoffice arbeiten, allerdings in Vollzeit. Die Versorgung des schwer erkrankten Friedrich kommt obendrauf, der nächtliche Schlaf kommt zu kurz. Die Bürokratie raubt ihnen dann noch den letzten Nerv. Im Moment kämpfen sie um einen neuen Rollstuhl, weil Friedrich aus dem alten herausfällt. Die Kasse würde zahlen. „Der Medizinische Dienst stellt sich quer.“

    Mandy Kayser hat den alten Rollstuhl aus Potsdam mit nach Berlin gebracht. Zwei Plakate hat sie daran befestigt, auf einem steht: „Zu krank zum Leben.“ Hinter ihr schaut Robert Koch vom Sockel eines Denkmals auf den Trauerzug, der sich auf den kurzen Weg zum Bettenhochhaus macht. Über den Gehweg, sie wollen den Verkehr nicht behindern.

    Aufmerksamkeit wollen sie dagegen schon. Deshalb legen sich die Demonstranten auf den Boden. Der Zusammenschluss LiegendDemo Berlin hat den Trauerzug organisiert. Einige halten Transparente in die Höhe für die Kameras der Fotografen und Fernsehleute.

    „ME/CFS ist kein Müdigkeitsproblem“, sagt Mandy Kayser, um einem falschen Eindruck vorzubeugen. Nach dem Motto: „Sie müssen nur aktiver werden.“ Auch diesen Rat bekommen Betroffene von Ärzten. Dass er falsch, ja schädlich ist, muss sich endlich herumsprechen, findet Mandy Kayser. Sie sagt: „Wir müssen sichtbar werden.“ Und mit ihnen die Krankheit und ihre fatalen Folgen.

    #long_covid #Berlin #iatrocratie

  • Liban : Le meurtre d’une journaliste par Israël est un crime de guerre manifeste (+ autre texte)
    Des journalistes et des personnels médicaux auraient été ciblés

    Les attaques menées par l’armée israélienne le 22 avril 2026 au Liban, qui ont tué une journaliste et grièvement blessé une autre, incluaient des attaques manifestement délibérées contre des civils, ce qui constitue un crime de guerre.

    Le fait que les forces israéliennes continuent de tuer des journalistes témoigne d’une volonté éhontée de commettre des atrocités sans crainte des conséquences.

    Le gouvernement libanais devrait adhérer au Statut de Rome de la Cour pénale internationale et soumettre une déclaration reconnaissant la compétence de la Cour, notamment depuis le 7 octobre 2023 au moins. Les autres pays devraient faire pression pour que justice soit rendue et user de leur influence sur les autorités israéliennes afin d’empêcher de nouveaux crimes.

    https://entreleslignesentrelesmots.wordpress.com/2026/08/08/liban-le-meurtre-dune-journaliste-par-israel-e

    #liban #israel

  • Compléments inversés de la mémoire

    Peter Esterhazy avait publié un roman à la mémoire de son père Matyas. Mais la réalité n’offre pas de stabilité sans rebondissement, sans espace où le vrai devient faux. Inimaginable banalité grise des existences.

    1989, chute du mur de Berlin et délitement des régimes du communisme réellement existant, puis une autre époque. Le dévoilement de l’histoire, l’ombre étendue des polices, la réalité sordide éclairent d’une lumière inattendue les projections de la veille.

    Peter Esterhazy : Revu et corrigé
    https://entreleslignesentrelesmots.wordpress.com/2010/04/01/complements-inverses-de-la-memoire

    #littérature

  • Réédition du livre « le Chant du cygne » - A lire cet été sur notre « Titanic climatique »
    https://ricochets.cc/Reedition-du-livre-le-Chant-du-cygne-A-lire-cet-ete-sur-notre-Titanic-clim

    Un livre essentiel de 2022 est réédité. Car il n’est jamais trop tard pour passer à l’action... Face au désastre climatique qui s’emballe, la société industrielle appuie sur l’accélérateur. Transition énergétique, innovations technologiques et renouveau industriel sont appelés à la rescousse des rouages qui se grippent et des moteurs qui crachotent. Dans son sillage, le navire titanesque du progrès laisse un paysage affligeant de béton et d’acier, d’usines et de chaînes technologiques, (...) #Les_Articles

    / #Catastrophes_et_atrocités_climatiques,_écocide_et_destructions_écologiques, #Résistances_au_capitalisme_et_à_la_civilisation_industrielle, Révoltes, insurrections, débordements...

    #Révoltes,_insurrections,_débordements...

  • Der junge Kaiser Wilhelm II und Fürst Bismarck, in Friedrichsruh 1888

    Friedrichsruh
    https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrichsruh

    Friedrichsruh ist ein Ortsteil der Gemeinde Aumühle, Kreis Herzogtum Lauenburg, in Schleswig-Holstein, östlich von Hamburg.

    Friedrichsruh und die Familie von Bismarck

    Als Anerkennung für den Sieg über Frankreich und zum Dank für die Reichsgründung 1871 schenkte Kaiser Wilhelm I. seinem Kanzler Otto von Bismarck als Dotation den lauenburgischen Sachsenwald aus seinem Besitz als Herzog von Lauenburg (1890 erhielt Bismarck von Wilhelm II. auch diesen Titel, von dem er aber keinen Gebrauch machte). Der Reichskanzler, der bis dahin privat seine Güter in Schönhausen und Varzin bewohnt und bewirtschaftet hatte, ließ eine unmittelbar an der Eisenbahnstrecke Hamburg–Berlin gelegene Gaststätte im Sachsenwald, die aus einem einstigen Jagdhaus der Grafen zur Lippe-Biesterfeld hervorgegangen war, zum Herrenhaus ausbauen.

    Noch heute wohnen seine Nachkommen hier. ...

    Otto Fürst von Bismarck und seine Frau Johanna fanden ihre letzte Ruhe in einem etwas oberhalb des Schlosses gelegenen Bismarck-Mausoleum im neuromanischen Stil, das dem des Theoderich in Ravenna nachempfunden sein soll.

    Friedrichsruh, manor of Otto von Bismarck

    Quelle: Bismarck. Des eisernen Kanzlers Leben in annähernd 200 seltenen Bildern nebst einer Einführung. Herausgegeben von Walter Stein. Im Jahre des 100. Geburtstags Bismarcks und des großen Krieges 1915. Hermann Montanus, Verlagsbuchhandlung Siegen und Leipzig

    #Allemagne #Schleswig-Holstein #Lauenburg #histoire #empire_allemand

  • #Calenella, il #Gargano che ha scelto la qualità
    https://informareonline.com/calenella-il-gargano-che-ha-scelto-la-qualita

    Tra San Menaio e #Peschici, nel territorio di Vico del Gargano, la pineta sembra quasi accompagnare il visitatore verso il mare. I pini d’Aleppo e i profumi della macchia mediterranea costituiscono l’identità di un villaggio nato quando il turismo sul Gargano stava appena cominciando a scoprire le proprie possibilità. Il Camping Calenella nasce nel 1972 […] L’articolo Calenella, il Gargano che ha scelto la qualità proviene da Informareonline, scritto da Tommaso Morlando

    #Approfondimenti #Attualità #Magazine_Agosto_2026 #Luigi_Damiani

  • Birdsong follows a fundamental law of human language | Scientific American – August 7, 2026
    https://www.scientificamerican.com/article/birdsong-follows-a-fundamental-law-of-human-language

    A fundamental law of human language has now been found in both songbirds and whales

    The twittering of songbirds may bear little resemblance to human speech, but new research on Bengalese finches shows that their vocalizations do follow a fundamental structural principle found in all languages. Zipf’s law states that a handful of words—or, in this case, chirps, whistles and trills—occur frequently, while most are rare. Specifically, the most common word (“the,” in English) appears roughly twice as often as the second-most common (“of”), three times as often as the third most common (“and”), and so on.

    This peculiar frequency distribution was also documented last year in humpback whale song, meaning it has emerged in at least three evolutionary lineages that are separated by millions of years. Though these wordlike units in songbirds and whales probably don’t convey specific meaning in the way that human words do, these discoveries challenge the notion that human language is wholly unique, says Simon Kirby, a cognitive scientist at the University of Edinburgh and a co-author of both the whale and songbird studies. “We suddenly have these unrelated species that do something similar to what humans do,” he says. “This gives us a new dividing line, a new way of carving up communication systems in the world.”

    The dividing line, as Kirby sees it, lies between species that learn their vocal signals culturally and those whose calls are genetically built-in. Much like language, the songs of humpbacks and many songbirds get transmitted from one generation to the next. Because so-called Zipfian word distribution is known to help human infants pick up language from the adults around them, it stands to reason that similar patterns may aid learning in young birds and whales, too.

    It’s not clear why Zipfian distribution is easier to learn; maybe the few common words (or chirps) serve as familiar anchor points, allowing listeners to draw boundaries around neighboring words. “If you’re hearing this stream of sound, you don’t know where the edges [of words] are,” Kirby explains. “But [once] you’ve recognized something, then that gives you a way in.”

    The researchers themselves faced this very problem when they analyzed birdsong. How do you tell one unit from the next if you don’t speak finch? But they applied the same method they had developed for parsing whale song. This was a simple algorithm inspired by how babies are thought to parse language: listen for uncommon sound transitions, which are more likely to occur between words than within them. The team sliced up a few hundred samples of birdsong at those transitions and measured how often each of the segmented units appeared. The results, published today in Science Advances, closely matched Zipf’s law, just as with humans and humpbacks. Next the researchers plan to look for more parallels with human language, beyond just Zipf’s law, that may facilitate learning in these species.

    Other potential explanations for Zipfian distribution in animal communication don’t involve cultural transmission. Richard Futrell, a computational linguist at the University of California, Irvine, who was not involved in the new study, notes that “there are a million different things that can give rise to Zipf’s law.” It crops up in earthquake magnitudes, solar flare intensities and city population sizes, to name a few. Still, Futrell adds, Kirby and his colleagues “are incrementally building up this case that there’s [a] connection between Zipf’s law and learning.”

    #loi_de_Zipf

  • Dans les sombres temps (de la normalisation)
    https://lundi.am/Dans-les-sombres-temps-de-la-normalisation

    Or le geste des cinéastes ne venait pas de l’extérieur du cinéma. Il venait du cinéma lui-même, de celles et ceux dont les films étaient invités, exposés, programmés, sollicités, et qui ont décidé que leur participation, dans ces conditions, contribuerait à reconduire ce qu’ils tentaient de combattre. Le retrait n’était donc pas l’intrusion de la politique dans le cinéma, mais la manifestation d’une pensée politique du cinéma par les cinéastes eux-mêmes.

    #cinéma #Palestine #Israël #symétrisation #politique #le_cinéma_est_politique

  • [Petite annonce] « Splann ! » cherche un appartement ou une maison pour grandir à Guingamp
    https://splann.org/petite-annonce-local-guingamp

    Fièrement installé à Guingamp depuis sa fondation, notre média d’enquête indépendant souhaite grandir dans la Cité de la Plomée. Nous cherchons de nouveaux locaux et vous pouvez peut-être nous aider. L’article [Petite annonce] « Splann ! » cherche un appartement ou une maison pour grandir à Guingamp est apparu en premier sur Splann ! | Premier média d’enquête indépendant en Bretagne.

    #La_vie_de_« Splann !_ »

  • Grèce : plus de 250 migrants secourus au large de la Crète en 3 jours - InfoMigrants
    https://www.infomigrants.net/fr/post/72926/grece--plus-de-250-migrants-secourus-au-large-de-la-crete-en-3-jours

    Grèce : plus de 250 migrants secourus au large de la Crète en 3 jours
    Par La rédaction Publié le : 06/08/2026
    En trois jours, entre le 3 août et le 5 août, 267 migrants sans papiers ont été secourus par les gardes-côtes grecs au large de la Crète. Depuis des mois, la Crète connaît une forte augmentation des arrivées illégales de migrants venus de Libye. En 7 mois, un peu plus de 10 000 migrants ont débarqué sur l’île du sud de la Grèce.
    Les communiqués des gardes-côtes grecs s’enchaînent ces derniers jours. Le 5 août, les autorités maritimes ont porté assistance « à un bateau avec des ressortissants étrangers en détresse, repéré par un avion de Frontex à 37 milles nautiques au sud d’Ierapetra », en Crète. « Immédiatement, une vedette de patrouille de la police côtière hellénique (HCPP) a appareillé, repéré le bateau et secouru 45 ressortissants étrangers (tous des hommes) à son bord. »
    Le même jour, « 56 étrangers (49 hommes, 3 femmes et 4 mineurs) ont été secourus par un navire de sauvetage [...] jusqu’au port de Kokkinos Pyrgos », en Crète. « Ils avaient quitté la région de Tobrouk, en Libye, le 3 août 2026 à midi, après avoir payé chacun 14 000 dinars libyens pour leur traversée vers la Grèce », précise le communiqué.Le 5 août toujours, « les gardes-côtes de Gavdos ont localisé 34 étrangers (tous des hommes) sur la plage de Lakoudi. Ils ont d’abord été conduits dans un centre d’hébergement temporaire à Gavdos, puis transférés vers un centre d’hébergement temporaire à Agia Chania. »
    La veille, le 4 août "une embarcation transportant des passagers étrangers en difficulté [a été repérée] à 8 milles nautiques au sud-ouest de Gavdos. Un navire des forces Frontex s’est immédiatement rendu sur place, a localisé l’embarcation et a secouru 33 passagers étrangers (tous des hommes)."Le 4 août toujours, les autorités maritimes grecques ont alerté sur le fait « qu’une vedette de patrouille [...] a localisé une embarcation et a secouru les 50 passagers étrangers (43 hommes, 2 femmes et 5 mineurs) » au sud de la Crète. Une enquête préliminaire a été ouverte.Le bateau de migrants avait été repéré par un navire des garde-côtes grecs à 105 kilomètres au sud-est de Kaloi Limenes, un village portuaire non loin d’Héraklion, avec l’aide d’un drone de l’agence des frontières de l’Union européenne Frontex". Les migrants ont été transférés au port de Kokkinos Pyrgos, au sud de l’île, "où les autorités ont entamé les procédures d’identification et d’enregistrement."Enfin, ce même jour également, « vers midi, les autorités portuaires d’Ierapetra ont été informées de la présence d’étrangers » sur l’île de Chrysi, au sud de la Crète. « Un patrouilleur de la garde côtière grecque s’est rendu sur place, où il a repéré et secouru 44 étrangers (40 hommes, 3 femmes et 1 mineur) ».
    La veille, le 3 août, les autorités avaient repéré « la présence d’une embarcation avec des étrangers à bord en difficulté, à 30 milles nautiques au sud d’Agia Galini [en Crète]. Une vedette de patrouille [...] s’est immédiatement rendue sur place et a localisé et secouru 33 étrangers (32 hommes et 1 femme). Les rescapés ont d’abord été conduits en toute sécurité au port d’Agia Galini, puis aux installations de l’ancienne autorité portuaire de Réthymnon », peut-on lire sur le communiqué des gardes-côtes.Le même jour, nouveau bulletin d’information sur le site de la garde côtière. « Les autorités portuaires de Kaloi Limenes et d’Ierapetra ont été informées par le Centre conjoint de coordination des opérations de recherche et de sauvetage (EKSED) [...] de la nécessité de porter assistance à une embarcation transportant des étrangers en difficulté ». Cette embarcation avait été localisée par un avion de Frontex au sud de Kaloi Limenes. « Immédiatement, une vedette de patrouille de la LS-EL.AKT. s’est rendue sur place et a secouru cinq étrangers (quatre hommes et un mineur) ».
    Le sud de la Crète a connu une forte augmentation des arrivées illégales de migrants ces derniers mois, de nombreux bateaux partant des côtes est-libyennes. Cette hausse a entraîné de fréquentes opérations de sauvetage menées par les garde-côtes grecs et Frontex.Selon le Haut Commissariat des réfugiés à l’ONU (UNHCR), plus de 10 000 migrants sont arrivés en Crète depuis le début de l’année. « Les flux globaux, par rapport à 2025, montrent une stabilité en termes de chiffres », écrit la presse grecque. La plupart des arrivants viennent du Soudan, d’Égypte et du Bangladesh. Dans une tribune publiée mardi dans Politico, le Premier ministre grec Kyriakos Mitsotakis a appelé l’Union européenne à autoriser la suspension temporaire des enregistrements de demandeurs d’asile lors d’arrivées massives et soudaines, arguant que les États membres ont besoin d’une plus grande flexibilité pour gérer les pressions migratoires. Au mois de juillet 2025, le gouvernement grec avait décidé de suspendre unilatéralement les demandes d’asile pour toute personne arrivant illégalement en Crète, face à la hausse des arrivées depuis la Libye : 7 300 arrivées entre janvier et juillet 2025 contre 4 900 sur l’ensemble de l’année 2024. La mesure avait duré trois mois, l’enregistrement des demandes avait repris le 14 octobre

    #Covid-19#migration#migrant#crete#UE#libye#routemigratoire#tobrouk#migrationirreguliere#sante#soudan#egypte#bengladesh

  • La Nakba des #chiites du #Liban : le Hezbollah critiqué mais pas abandonné - RFI
    https://www.rfi.fr/fr/moyen-orient/20260804-la-nakba-des-chiites-du-liban-le-hezbollah-critiqu%C3%A9-mais-pas-aband

    Le sentiment d’être la cible d’une guerre existentielle qui vise à les priver de certains droits politiques dans le système libanais peut expliquer le fait que malgré l’ampleur des pertes humaines et des destructions qu’ils ont subies, les chiites continuent de resserrer les rangs derrière le Hezbollah et le mouvement Amal.

  • A #pozzuoli: tra #bradisismo, mancanze istituzionali e mobilitazioni popolari@0
    https://radioblackout.org/2026/08/a-pozzuoli-tra-bradisismo-mancanze-istituzionali-e-mobilitazioni-popo

    A seguito dell’ultimo episodio bradisistico, avvenuto venerdì 31 luglio, i Campi Flegrei e Pozzuoli in particolare stanno vivendo una rinnovata ondata di emergenze. Dopo il terremoto, sono tante le famiglie in situazione di emergenza abitativa, gli esercizi commerciali chiusi e diventa ancora più pesante l’assenza (strutturale) di adeguamenti per garantire risposte anche solo ai bisogni […]

    #altavisibilita #L'informazione_di_Blackout #mobilitazione
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/08/rassegna.mp3

  • Empreintes landaises - Les Landes : la forêt ou les hommes ?
    https://fresques.ina.fr/landes/fiche-media/Landes00105/les-landes-la-foret-ou-les-hommes.html

    Excellente émission de 1982 ! Avec en plus un article de contexte dessus.
    (La conclusion de Bernard Manciet à la toute fin, pour le journaliste. 😅)

    Dans les Landes, l’implantation massive de pins résultant de la loi du 19 juin 1857, encouragée par Napoléon III, engendre de profondes mutations dans la société et le mode de vie des Landais. En un demi siècle, l’ancien système agro-pastoral est supplanté par un système sylvicole entièrement tourné vers l’exploitation de la résine et basé sur la privatisation des espaces communautaires.

    https://mp4studio.ina.fr/lire/2SoFZbKt1ut_KiDCkhSzVjKZJpcGfUkYfNNe4zFXB5_82Bs4O4i7mJXUOYHHcMcwsRROLy

    À lire pour la suite, que faire maintenant pour changer ça :

    La forêt des Landes va-t-elle disparaitre ?
    https://www.youtube.com/watch?v=MpLZ3L50s-s

    En 2022 et désormais en 2026, la forêt des Landes est dévastée par des mégafeux. Des incendies incontrôlables, très rapides, et qui exposent de plus en plus les populations. La faute au changement climatique et à une plantation de pin, extrêmement inflammable. D’où cette question, le modèle de la forêt des Landes a-t-il vécu ? Faut-il replanter différemment la forêt ? Faut-il ne pas la replanter du tout ?

    Pour en parler, nous discutions avons Arthur Guérin-Turcq, géographe, géographe de l’environnement, spécialisé dans les conflits en forêt, enseignant à la Sorbonne et qui coordonne un projet de recherche : « Habiter les cendres : la forêt girondine après l’incendie »

    #histoire #télévision #INA #Landes #forêt #colonisation #Napoléon #sylviculture #industrialisation

    • @seenthis @b_b je rajoute #.mp4 à la fin de l’URL de la vidéo comme on le fait pour les JPG qui n’ont pas d’extension parfois. Sauf que contrairement aux JPG, là Seenthis me supprime mon ajout ! Pas juste dans la génération finale hein : dans le texte source, il n’est même pas enregistré, alors que d’autres modifs (corrections orthos) sont enregistrées dans la même validation. C’est normal ça de modifier carrément la source enregistrée ?

  • « La loi Ripost poursuit l’objectif d’éradiquer la culture, la façon d’habiter et le mode de vie des “gens du voyage” »
    https://www.lemonde.fr/idees/article/2026/08/07/la-loi-ripost-poursuit-l-objectif-d-eradiquer-la-culture-la-facon-d-habiter-

    Adopté le 21 juillet, le texte durcit notamment la répression des « occupations illicites ». Les associations de défense des citoyens itinérants français demandent, dans une tribune au « Monde », que l’Etat leur garantisse une « égalité de droit avec tous les citoyens ».

    La République française repose sur un principe fondateur : nul n’est au-dessus de la loi. Ce principe vaut pour les citoyens comme pour l’Etat, les collectivités territoriales et les pouvoirs publics. Pourtant, ce principe fondamental vient d’être gravement atteint par la #loi_Ripost, adoptée par le Parlement le 21 juillet.

    La loi dite « Besson II » du 5 juillet 2000, dont l’équilibre initial est déjà peu favorable aux #Voyageurs et Voyageuses [pour désigner la communauté des #gens_du _voyage], impose aux collectivités concernées de créer des places désignées – dites « aires d’accueil » – prévues par les schémas départementaux. Pourtant, seuls 12 départements sur 96 respectent pleinement leurs obligations d’accueil, selon un rapport sénatorial de 2024.

    Cela signifie donc que depuis vingt-cinq ans, les collectivités locales, communes, intercommunalités et départements n’ont pas créé les #espaces_d’accueil que la loi leur impose. Elles sont donc responsables du #stationnement_illicite et ne peuvent pas se poser en victimes. Elles peuvent encore moins solliciter l’aggravation de la répression de ce stationnement. La première mesure à mettre en place pour pacifier la situation serait de prévoir une pénalité financière des collectivités qui ne respectent pas la loi. Un tel mécanisme existe en cas d’insuffisance de logements HLM.

    Outre la faillite des collectivités à remplir leurs obligations vis-à-vis de la loi, la loi du 5 juillet 2000 sur « l’accueil et l’habitat des gens du voyage » crée structurellement une pénurie de lieux autorisés. Celle-ci interdit la totalité du territoire à l’habitat mobile des Voyageurs et Voyageuses hormis un nombre limité de lieux désignés, inadaptés à la vie en famille et majoritairement implantés dans des zones impropres à l’habitat.

    https://justpaste.it/57rqa

    edit z’ont qu’à rentrer chez eux et, s’il faut, créer un État.

    #racisme #surenchère_pétainiste #pétainisme #fascisation #la_France_des_propriétaires #habitat

    • Reportage « C’est pas chez vous ici, monsieur » : en Vendée, Gabriel Attal dénonce les occupations illégales des gens du voyage
      https://www.liberation.fr/politique/cest-pas-chez-vous-ici-monsieur-en-vendee-gabriel-attal-denonce-les-occup

      Poursuivant sa tournée d’été, l’ex-Premier ministre a réaffirmé ce mardi 4 août sa volonté de lutter contre les installations illégales d’une partie des membres de la communauté.

      La veille, dans le Figaro, l’ancien Premier ministre estimait nécessaire de devoir « prévenir les installations, faire payer les occupants et non les contribuables, et prononcer des sanctions fermes et exemplaires ». Il y proposait également « la création d’un registre national obligatoire dès 20 caravanes », et la volonté de facturer les emplacements « au minimum au prix d’un camping ». Amoureux des phrases chocs en deux parties, Attal en a trouvé une nouvelle : « Tu dégrades, tu paies. »

      [...]

      Attal propose de « saisir les véhicules » des gens du voyage en cas d’infraction : « C’est ce qui peut faire le plus mal. »

      A sa sortie, il réitère son mécontentement face à l’occupation des terrains privés, affirmant que « 80 % des aires prévues par la loi Besson [de 2000] sont déjà installées ». Pourtant, les derniers chiffres officiels de la Dihal (Délégation interministérielle à l’hébergement et à l’accès au logement) affirment que seuls 12 départements sur 95 respectent les prescriptions prévues.

    • Sur ces derniers chiffres, le type (qui #sans_vergogne se vante d’avoir déjà atteint 80% de l’objectif 25 ans après le vote de la loi) n’a pas complètement tort.
      Libé cite bizarrement les données de 2024. Le bilan de la Dihal au 31 décembre 2025 dit

      • 1 088 aires permanentes d’accueil et 26 579 places ont été réalisées et sont effectivement disponibles sur les 1 328 aires et 32 726 places prescrites. Le taux de réalisation des prescriptions en matière d’aires permanentes d’accueil se porte à 81 % du total des prescriptions des schémas départementaux. Seuls 21 départements respectent leurs obligations tant en matière de places que d’équipements.
      • S’agissant des aires de grand passage, sur les 377 aires prescrites, 244 sont disponibles. Au 31 décembre, le taux de réalisation en nombre de places est de 67%, avec 34 816 places disponibles sur les 52 092 prescrites. 36 % des aires de grands passages ouvertes ont fait l’objet d’une dérogation par le préfet à la surface de 4 hectares. Seuls 30 départements sont à jour de leurs obligations à la fois vis-à-vis du nombre d’aires et vis-à-vis du nombre de places prévues par les schémas.

      Mise en œuvre des schémas départementaux d’accueil et d’habitat des gens du voyage - Bilan au 31 décembre 2025
      https://www.info.gouv.fr/upload/media/mixed/0001/16/797c99b440dcd4d7626117be031e7102585e1e6a.pdf

      Délégation interministérielle à l’hébergement et à l’accès au logement
      https://www.info.gouv.fr/organisation/delegation-interministerielle-a-l-hebergement-et-a-l-acces-au-logement/renforcer-l-inclusion-des-gens-du-voyage

  • Schémas de chaînes industrielles complexes et mondialisées, un système irréformable
    https://ricochets.cc/Schemas-de-chaines-industrielles-complexes-et-mondialisees-un-systeme-irre

    La civilisation industrielle, c’est notamment des chaînes industrielles et logistiques mondialisées où circulent matière premières, pièces et produits finis dans tous les sens entre plusieurs continents. Les objets sont faits de multiples matières premières et pièces nécessitant des process industriels et des technologies toujours plus complexes. Le capitalisme et ses exigences a obligé à de multiples délocalisations, à produire loin ce qui pourrait être fait ici, à faire faire des (...) #Les_Articles

    / #Technologie, #Le_monde_de_L'Economie

  • Sofiane Saidi, Camelia Jordana & Théo Ceccaldi - Jazz à Porquerolles 2026 - Regarder le programme complet | ARTE Concert
    https://www.arte.tv/fr/videos/133223-001-A/sofiane-saidi-camelia-jordana-theo-ceccaldi
    https://www.youtube.com/watch?v=VAzTfljSvUU

    Sofiane Saidi et Camélia Jordana unissent leurs talents pour une création unique entre raï et jazz. Accompagnés par les frères Ceccaldi, les deux artistes jettent un pont musical magistral entre les deux rives de la Méditerranée.

    Pionnier du raï contemporain, Sofiane Saidi insuffle ses machines électroniques au cœur des chants traditionnels oranais et de l’héritage des medahates - chants féminins traditionnels de célébration et de transmission.

    À ses côtés à Jazz à Porquerolles, la voix lumineuse de Camélia Jordana apporte une intensité rare à cette célébration métissée, qui redéfinit la place des femmes dans cette histoire sonore. Portée par la rythmique percutante de Tao Ehrlich et sublimée par le violon de Théo et le violoncelle de Valentin Ceccaldi, la performance célèbre une mémoire vivante, libre et en perpétuel renouvellement.

    #Camelia_Jordana #chanson #concert #Jazz_à_Porquerolles #live #musique #raï #Sodiane_Saidi #Theo_Ceccaldi #Valentin_Ceccaldi #violon #violoncelle

  • Puntata del 04/08/2026@0
    https://radioblackout.org/podcast/puntata-del-04-08-2026

    Il primo approfondimento della puntata lo abbiamo fatto in compagnia di Augustin, #RSU_Fiom della #Electrolux di Forlì sulla situazione attuale del gruppo industriale svedese che da maggio minaccia i suoi dipendenti con la prospettiva di #licenziamenti di massa, circa 1900 nel nostro paese (contando i contratti a tempo determinato). Dalla scorsa intervista che avevamo […]

    #bosco_ospizio #cementificazione #censura #ddl_antisemitismo #ecologismo #forlì #giornalismo #Israele #lotte_ecologiste #presidio #reggio_emilia #rete_no_bavaglio #Stefano_Galieni #tavoli_di_contrattazione #XR
    https://radioblackout.org/wp-content/uploads/2026/08/F_m_04_08_Augustin-RSU-Fiom-Electrolux-Forli-aggiornamenti-vertenza-e

  • L’armée israélienne lance un ordre d’évacuation visant Mansouri, dans le caza de Tyr, une première depuis juin | Direct - L’Orient-Le Jour
    https://www.lorientlejour.com/article/1543519/un-navire-coule-en-mer-rouge-apres-une-attaque-trump-espere-un-accord

    « a commencé »

    16:16 heure de Beyrouth

    L’armée israélienne annonce avoir lancé une vague de bombardements au #Liban-Sud

    L’armée israélienne a affirmé dans un communiqué avoir lancé une vague de bombardements au Liban-Sud. Une annonce inédite depuis le mois de juin.

    « En réponse à la violation flagrante perpétrée par le Hezbollah, l’armée israélienne a commencé à mener des raids précis au Liban-Sud », a écrit une porte-parole de l’armée israélienne sur X.

    • Ça ne s’était bien sur jamais arrêté ; par exemple il ya une semaine, une semaine avant que ça ne « commence »
      https://seenthis.net/messages/1183916

      Les bombardements et les dynamitages se poursuivent au Liban-Sud où des dizaines d’habitations ont été rasées hier dans neuf localités, selon notre correspondant dans la région Mountasser Abdallah. Ce matin, un drone israélien a largué une grenade assourdissante sur Mansouri (caza de Tyr). Et dès les premières lueurs de la journée, les abords de Qoussair, Deir Siriane et Qantara, (Marjeyoun) ont été soumis à un bombardement d’artillerie soutenu.

      Durant la nuit, l’artillerie israélienne a bombardé les abords de Nabatiyé al-Faouqa et les hauteurs d’Ali al-Taher. L’armée israélienne a aussi fait exploser des maisons à Haddatha (Bint Jbeil).

      La soirée de lundi a été marquée par une intensification des dynamitages dans les cazas de Marjeyoun, Nabatiyé, Tyr et Bint Jbeil, notamment dans les périphéries de Qantara (Marjeyoun) et Aitaroun (Bint Jbeil), à Markaba et Talloussé (Marjeyoun) où un quartier entier a été rasé, ainsi qu’à Kfar Tebnit (Nabatiyé), Majdel Zoun et Mansouri (Tyr)

      Selon un dernier bilan, la journée d’hier a été marquée par la destruction de dizaines de maisons au cours d’opérations distinctes menées dans neuf localités du Liban-Sud. Des habitations et des terres agricoles ont également été incendiées dans deux villages, tandis que trois autres ont essuyé des tirs d’artillerie.

    • L’armée libanaise annule son déploiement à Mansouri | Direct - L’Orient-Le Jour
      https://www.lorientlejour.com/article/1543670/israel-confirme-la-mort-de-deux-soldats-israelien-a-mansouri-nuit-de-

      Et concernant la recrudescence des frappes des 24 dernières heures :

      Liban-Sud : l’armée israélienne dit avoir frappé des infrastructures du Hezbollah en réponse à la mort de deux soldats à Majdal Zoun

      Dans un message publié sur X par sa porte-parole arabophone, Ella Waweya, l’armée israélienne a annoncé avoir frappé, au cours des dernières 24 heures, « plusieurs infrastructures du Hezbollah » au Liban-Sud, en réponse à l’explosion survenue mercredi à Majdal Zoun, qui a tué deux soldats israéliens et grièvement blessé quatre autres.

  • LKA : Drohne auf Leipziger Flughafen verfügte über „Sprengvorrichtung“
    https://www.berliner-zeitung.de/article/flughafen-leipzig-halle-drohne-gesperrt-10264096

    Les impacts de la guerre en Ukraine approchent. Tentative d’attentat contre l’aeroport de Leipzig, plaque tournante de lu ravitaillement ukrainien. Est-ce un évémement false flag mis en scène par de provocateurs ? La droite sécuritaire en profite déjà.

    5.8.2026 von Eva Maria Braungart, Ines Mallek-Klein - Erst eine Drohne, dann ein unbekannter Gegenstand auf einer Landebahn, die für Fracht- und Militärtransporte genutzt wird. Das ist über die Vorfälle am Flughafen bekant.

    Die in der Nacht zu Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle gesichtete Drohne verfügte über eine „Sprengvorrichtung“. Das hat das Landeskriminalamt Sachsen am Mittwoch mitgeteilt. Das Fluggerät sei nach dem Fund mit einem Sprengstoffroboter untersucht worden, der Zünder sei entfernt worden.

    Wegen einer gesichteten Drohne und eines verdächtigen Gegenstands war der Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch zeitweise gesperrt. Der Flugverkehr wurde für rund zwei Stunden komplett eingestellt, eine Passagiermaschine und mehrere Frachtflieger mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Zudem kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Frachtflugzeug und einem weiteren unbekannten Flugobjekt. Das teilte die sächsische Landespolizei mit.
    Flughafen wird von Nato und Bundeswehr genutzt

    Der Flughafen Leipzig/Halle ist kein offizieller Militärflugplatz der Bundeswehr oder ausländischer Streitkräfte. Allerdings wird er seit Jahrzehnten von der Bundeswehr und der Nato für den Transport von Material und Großgerät genutzt. Das Programm Strategic Airlift International Solution (SALIS) spielt dafür eine zentrale Rolle. Es regelt die Bereitstellung von strategischen Lufttransportkapazitäten mit Antonov-124-Transportflugzeugen. Konkret geht es um die Verlegung von Militärgroßgerät und auch Truppentransporte innerhalb von 72 Stunden in alle Teile der Welt.

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    Antonov-Transportflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle. An dem Airport wird auch Ausrüstung für die ukrainische Armee verladen. In der Nähe eines solchen Flugzeugs wurde eine Drohne gesichtet. © AFP

    Die eigens dafür gegründete Antonov Logistics SALIS GmbH koordiniert die Bereitschaftsflugzeuge. Maschinen stehen in gestaffelten Abrufzeiten bereit. Ein Markt mit offensichtlichem Wachstumspotenzial. Seit diesem Jahr baut Antonov seine Präsenz am Standort weiter aus. Im Nordbereich des Flughafens entsteht ein neuer, dauerhafter Wartungshangar, der 2027 in Betrieb gehen soll.

    Die Logistikflüge erfolgen über die Startbahn 2. Genau hier stand am Dienstagabend auch jene Maschine der Antonov Logistics SALIS GmbH, in deren Nähe zunächst die Drohne und später auch der unbekannte Gegenstand entdeckt wurden. Was sie geladen hatte? Dazu gibt es keine Auskunft. Dafür den Hinweis, dass der Flugbetrieb am Drehkreuz Leipzig Halle seit den Morgenstunden für zivile Maschinen wieder planmäßig laufe.

    Betroffen waren in der Nacht vor allem Reisende aus Palma de Mallorca und der große DHL-Frachtstandort am Airport. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt. Die Startbahn Süd ist weiter gesperrt, heißt es vonseiten der Polizei. Das habe aber keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb, da dort heute ohnehin Wartungsarbeiten geplant gewesen seien, so eine Flughafensprecherin.

    Wie es in der Nacht zum Polizeieinsatz kam

    Auslöser war zunächst die Sichtung einer Drohne. Daraufhin wurde der Flugbetrieb gestoppt. Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben am Dienstagabend gegen 23.40 Uhr. Zunächst sei ein unbekanntes Objekt gesichtet worden, anschließend habe man im Bereich der südlichen Start- und Landebahn einen Gegenstand gefunden.

    Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt stieß zudem mit einem Frachtflugzeug zusammen, nachdem dieses aufgrund der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchstartete. Bei der Maschine konnten nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt werden.

    Landes- und Bundespolizei rückten mit einem größeren Aufgebot an. Im Einsatz war auch ein Sprengstoffroboter, um den unbekannten Gegenstand zu untersuchen.

    Das Landeskriminalamt Sachsen richtete am Mittwoch ein Hinweistelefon sowie ein Hinweisportal ein. Zeugen, die sich im Zeitraum ab Dienstagnachmittag bis Mittwochmorgen im Bereich des Flughafens Leipzig/Halle befanden und Hinweise zu Personen, Fahrzeugen sowie zu Fahrzeugbewegungen machen können, werden gebeten, dies zu tun. Auch Hinweise aus den sozialen Medien oder dem Internet sind von Bedeutung.

    Passagierflug und Frachtmaschinen umgeleitet

    Die Sperrung traf sowohl Urlauber als auch die Logistikbranche. Eine verspätete Passagiermaschine der Fluggesellschaft Marabu aus Palma de Mallorca konnte nicht wie geplant landen.

    Die Maschine wurde nach Nürnberg umgeleitet und erreichte Leipzig erst später in der Nacht. Das geht aus Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 hervor.

    Auch der Frachtverkehr am DHL-Hub war betroffen. Ab etwa Mitternacht kam es dort zu erheblichen Behinderungen, geplante Abflüge verzögerten sich bis in die Morgenstunden.

    Der Logistikkonzern DHL bestätigte lediglich einen „Vorfall“ im Umfeld des Flughafens, der von den Behörden untersucht werde. Zu Auswirkungen oder möglichen Mehrkosten durch die Umleitungen wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

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    Polizei und Feuerwehr im Einsatz auf dem Rollfeld. © AFP

    Nach rund zwei Stunden konnte der Flughafen den Betrieb schrittweise wieder aufnehmen. Um 1.55 Uhr wurde der Flugverkehr wieder freigegeben. Seitdem lief der gesamte Verkehr über die Nordpiste des Flughafens. Die Südpiste blieb zunächst gesperrt, weil dort nach Spuren gesucht wurde.

    Flughafen Leipzig/Halle ist wichtiges Drehkreuz

    Der Frachtverkehr, sowohl zivil als auch zunehmend militärisch, hat eine große Bedeutung am Flughafen Leipzig. Er ruft immer wieder Bürgerinitiativen und Anwohner auf den Plan, die den Fluglärm nachts beklagen. Wie groß der Anteil der Militärtransporte ist, die über den Flughafen Leipzig/Halle abgewickelt werden, ist nicht einfach zu ermitteln.

    Die Fluglärmkommission Sachsen registrierte für 2024 insgesamt 545 Flüge der Antonov-Maschinen. In 405 Fällen handelte es sich dabei um eine militärische Nutzung im Rahmen des Charterverkehrs. Also Maschinen, die im Auftrag der Nato, der Bundeswehr oder anderer Bündnispartner geflogen sind.

    Was genau die Maschine transportieren und ob dabei auch Rüstungsexporte eine Rolle spielen, wollten einige Bundestagsabgeordnete und die Fraktion Die Linke im Oktober vorigen Jahres wissen. Sie stellten eine kleine Anfrage an die Bundesregierung, die aber mit Verweis auf die schutzwürdigen Interessen von Partnernationen Deutschlands sowie deren Sicherheitsarchitektur unbeantwortet blieb.

    #Ukraine #Allemagne #guerre #Leipzig #aviation