• Terreur d’État et résistance souterraineCombattre le border regime aux États
    https://abasbruit.org/2026/07/07/terreur-detat-et-resistance-souterrainecombattre-le-border-regime-aux-eta

    La lutte contre les forces d’ICE dans le Minnesota est peut-être la plus grande victoire politique des derniers mois dans un monde toujours plus fascisé. Jean Everard, qui a participé à cette lutte, revient sur son déroulement et sur ses lendemains, alors que les résistances au trumpisme cherchent à s’organiser à toutes les échelles.

    #Lettres_du_monde

  • Georg Büchner Portal : Über Schädelnerven : Probevorlesung, 1853
    http://buechnerportal.de/werke/probevorlesung

    Unterrichtsmaterialien Deutsch, Über Schädelnerven
    https://deutschunterlagen.com/wp-content/uploads/2014/12/bucc88chner-ucc88ber-schacc88delnerven.pdf

    Manuskript mit Mäusefraß der Probevorlesung ; Foto : Klassik Stiftung Weimar

    A vingt trois ans notre jeune écrivain rebelle préféré devint docteur en neurologie à Zurich.

    http://buechnerportal.de/aufsaetze/probevorlesung

    Editorische Notiz:

    Büchner hielt die „Probevorlesung“ am 5. November 1836 in Zürich. Der erste Teil des Textes wurde von Ludwig Büchner in „Nachgelassene Schriften von Georg Büchner“ (Frankfurt a. M. 1850, S. 291-294) erstmals abgedruckt. Die handschriftliche Vorlage hierfür ist verloren. Vom zweiten Teil des Textes ist die Handschrift überliefert, jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Größere Teile des Papiers sind durch Mäusefraß zerstört. Der Text muss hier versuchsweise rekonstruiert werden. Diese rekonstruierten Teile sind durch Kursivierung markiert. Die Seitenzahlen in Ludwig Büchners Ausgabe werden ebenso vermerkt (z. B. ) wie die Bogen- und Seitenzahlen des Manuskripts (z. B. <I,1>). Die Textwiedergabe folgt der in der „Marburger Büchner Ausgabe“ (Bd. VIII, Darmstadt 2008, S. 153-169).

    <291> Hochgeachtete Zuhörer!

    ................ Es treten uns auf dem Gebiete der physiologischen und anatomischen Wissenschaften zwei sich gegenüberstehende Grundansichten entgegen, die sogar ein nationelles Gepräge tragen, indem die eine in England und Frankreich, die andere in Deutschland überwiegt. Die erste betrachtet alle Erscheinungen des organischen Lebens vom teleologischen Standpunkt aus; sie findet die Lösung des Räthsels in dem Zweck der Wirkung, in dem Nutzen der Verrichtung eines Organs. Sie kennt das Individuum nur als etwas, das einen Zweck außer sich erreichen soll, und nur in seiner Bestrebung, sich der Außenwelt gegenüber theils als Individuum, theils als Art zu behaupten. Jeder Organismus ist für sie eine verwickelte Maschine, mit den künstlichen Mitteln versehen, sich bis auf einen gewissen Punkt zu erhalten. Das Enthüllen der schönsten und reinsten Formen im Menschen, die Vollkommenheit der edelsten Organe, in denen die Psyche fast den Stoff zu durchbrechen und sich hinter den leichtesten Schleiern zu bewegen scheint, ist für sie nur das <292> Maximum einer solchen Maschine. Sie macht den Schädel zu einem künstlichen Gewölbe mit Strebepfeilern, bestimmt, seinen Bewohner, das Gehirn, zu schützen, – Wangen und Lippen zu einem Kau- und Respirationsapparat, – das Auge zu einem complicirten Glase, – die Augenlider und Wimpern zu dessen Vorhängen; – ja die Thräne ist nur der Wassertropfen, welcher es feucht erhält. Man sieht, es ist ein weiter Sprung von da bis zu dem Enthusiasmus, mit dem Lavater sich glücklich preist, daß er von so was Göttlichem, wie den Lippen, reden dürfe.

    Die teleologische Methode bewegt sich in einem ewigen Zirkel, indem sie die Wirkungen der Organe als Zwecke voraussetzt. Sie sagt zum Beispiel: soll das Auge seine Funktion versehen, so muß die Hornhaut feucht erhalten werden, und somit ist eine Thränendrüse nöthig. Diese ist also vorhanden, damit das Auge feucht erhalten werde, und somit ist das Auftreten dieses Organs erklärt; es gibt nichts weiter zu fragen, die entgegengesetzte Ansicht sagt dagegen: die Thränendrüse ist nicht da, damit das Auge feucht werde, sondern das Auge wird feucht, weil eine Thränendrüse da ist, oder, um ein anderes Beispiel zu geben, wir haben nicht Hände, damit wir greifen können, sondern wir greifen, weil wir Hände haben. Die größtmöglichste Zweckmäßigkeit ist das einzige Gesetz der teleologischen Methode; nun fragt man aber natürlich nach dem Zwecke dieses Zweckes, und so macht sie auch ebenso natürlich bei jeder Frage einen progressus in infinitum.

    Die Natur handelt nicht nach Zwecken, sie reibt sich nicht <293> in einer unendlichen Reihe von Zwecken auf, von denen der eine den anderen bedingt; sondern sie ist in allen ihren Aeußerungen sich unmittelbar selbst genug. Alles, was ist, ist um seiner selbst willen da. Das Gesetz dieses Seins zu suchen, ist das Ziel der, der teleologischen gegenüberstehenden Ansicht, die ich die philosophische nennen will. Alles, was für jene Zweck ist, wird für diese Wirkung. Wo die teleologische Schule mit ihrer Antwort fertig ist, fängt die Frage für die philosophische an. Diese Frage, die uns auf allen Punkten anredet, kann ihre Antwort nur in einem Grundgesetze für die gesammte Organisation finden, und so wird für die philosophische Methode das ganze körperliche Dasein des Individuums nicht zu seiner eigenen Erhaltung aufgebracht, sondern es wird die Manifestation eines Urgesetzes, eines Gesetzes der Schönheit, das nach den einfachsten Rissen und Linien die höchsten und reinsten Formen hervorbringt. Alles, Form und Stoff, ist für sie an dies Gesetz gebunden. Alle Funktionen sind Wirkungen desselben; sie werden durch keine äußeren Zwecke bestimmt, und ihr sogenanntes zweckmäßiges Aufeinander- und Zusammenwirken ist nichts weiter, als die nothwendige Harmonie in den Aeußerungen eines und desselben Gesetzes, dessen Wirkungen sich natürlich nicht gegenseitig zerstören.

    Die Frage nach einem solchen Gesetze führte von selbst zu den zwei Quellen der Erkenntniß, aus denen der Enthusiasmus des absoluten Wissens sich von je berauscht hat, der Anschauung des Mystikers und dem Dogmatismus des Vernunftphilosophen. Daß es bis jetzt gelungen sei, zwischen <294> letzterem und dem Naturleben, das wir unmittelbar wahrnehmen, eine Brücke zu schlagen, muß die Kritik verneinen. Die Philosophie a priori sitzt noch in einer trostlosen Wüste; sie hat einen weiten Weg zwischen sich und dem frischen grünen Leben, und es ist eine große Frage, ob sie ihn je zurücklegen wird. Bei den geistreichen Versuchen, die sie gemacht hat, weiter zu kommen, muß sie sich mit der Resignation begnügen, bei dem Streben handle es sich nicht um die Erreichung des Ziels, sondern um das Streben selbst.

    <I,1> War nun auch nichts absolut Befriedigendes erreicht, so genügte doch der Sinn dießer Bestrebungen dem Naturstudium eine andere Gestalt zu geben. Hatte man auch die Quelle nicht gefunden, so hörte man doch an vielen Stellen den Strom in der Tiefe rauschen und an manchen Orten sprang das Wasser frisch und hell auf. Namentlich erfreuten sich die Botanik und Zoologie, die Physiologie und vergleichende Anatomie eines bedeutenden Fortschrittes. In einem ungeheuren, durch den Fleiß von Jahrhunderten zusammengeschleppten Material, das kaum unter die Ordnung eines Kataloges gebracht war, bildeten sich einfache, natürliche Gruppen; ein Gewirr seltsamer Formen unter den abentheuerlichsten Namen, löste sich im schönsten Ebenmaaß auf; eine Masse Dinge, die sonst nur als getrennte, weit auseinanderliegende facta das Gedächtniß beschwerten, rückten zusammen, entwickelten sich auseinander oder stellten sich in Gegensätzen gegenüber. Hat man auch nichts Ganzes erreicht, so kamen doch zusammenhängende Strecken zum Vorschein und das Auge, das an einer Unzahl von Thatsachen ermüdet, ruht mit Wohlgefallen auf so schönen Stellen, wie die Metamorphose der Pflanze aus dem Blatt, die Ableitung des Skeletts aus der Wirbelform; die Metamorphose ja die Metempsychose des Fötus während des Fruchtlebens; die Repräsentationsidee Oken’s in der Klassification des Thierreichs u. d. gl. m. In der vergleichenden Anatomie strebte Alles nach einer gewissen Einheit, nach dem Zurückführen aller Formen auf den einfachsten primitiven Typus. <I,2> So gelangte man zur Deutung der Gebilde des vegetativen Lebens für die Ausbildung des Skeletts; nur für das Hirn ließ sich bis jezt kein so glückliches Resultat zeigen. Da man aber gesagt hatte: der Schädel ist eine Wirbelsäule, so mußte man auch sagen das Hirn ist ein metamorphosirtes Rückenmark und die Hirnnerven sind Spinalnerven.

    Wie aber dieß im Einzelnen nachzuweisen sey, bleibt bis jezt ein schweres Räthsel. Wie können die Massen des Gehirns auf die einfache Form des Rückenmarks zurückgeführt werden? Wie kann man die in ihrem Ursprung und Verlauf so verwickelten Nerven des Gehirns mit den so gleichmäßig mit ihrer doppelten Wurzelreihe längs des Rückenmarkes entspringenden und im Ganzen so einfach und regelmäßig verlaufenden Spinalnerven vergleichen, und wie endlich ihr Verhältniß zu den Schädelwirbeln darthun? Mancherlei Antworten wurden auf dieße Fragen versucht. Eine besondere Mühe verwendete Carus darauf.

    Hier die Art wie er die Hirnnerven in seinem Werke von den Urtheilen des Knochen und Schalengerüstes ordnet. Das Gehirn hat nach ihm drei Hauptanschwellungen: die Hemisphären, die Vierhügel und das kleine Gehirn.

    Dießen entsprechen drei Paar Schädelnerven. Jeder Schädelnerv entspringt gleich den Spinalnerven mit zwei Wurzeln, einer hinteren und einer vorderen, die sich aber nicht zu einem gemeinschaftlichen Stamm vereinigen, sondern jede für sich einen eigenthümlichen Nerven bilden. Die drei hinteren Wurzeln sind nun der Riech, Seh und Hörnerv, die vorderen dagegen das fünfte Paar entsprechend dem Sehnerven, und das zehnte Paar entsprechend dem Hörnerven, <I,3> während die vordere Wurzel des Riechnerven durch das infundibulum nur rudimentär angedeutet ist. Die übrigen Hirnnerven erweisen sich als Unterabtheilungen dießer Wurzeln. So zerfällt die hintere Wurzel des zweiten Schädelnerven in den opticus und patheticus und die vordere in den facialis, oculomotorius, abducens und den eigentlichen trigeminus und so zerfällt die vordere Wurzel des dritten Schädelnerven in den glossopharyngeus, hypoglossus, accessorius Will. u. eigentlichen vagus. Man braucht nur aufmerksam zu machen, wie unpassend es sey zwei so deutliche Empfindungsnerven wie den vagus und trigeminus zu isolirten motorischen Wurzeln zu machen, um das Ungenügende dießer Anordnung nachzuweisen. – Der bedeutendste Versuch ist wohl der, welchen Arnold machte. Er zählt zwei Schädelwirbel; daraus ergeben sich zwei Intervertebrallöcher und somit zwei Paar Schädelnerven. Die vordere oder die motorische Wurzel des ersten Schädelnerven bildet die drei Muskelnerven des Auges und die kleine Portion des trigeminus; die hintere dagegen die große Portion dießes Nerven. Was den zweiten Schädelnerven betrifft so geht seine vordere Wurzel in den hypoglossus und den Beynerven und seine hintere in den vagus über. Die Knoten des vagus und trigeminus entsprechen den Spinalknoten. Der facialis wird zum vorderen, der glossopharyngeus zum hinteren Schädelnerven gerechnet, ohne daß sie jedoch einer von beyden Wurzeln beygezählt würden, sondern sie werden als gemischte, aus Bewegungs und Empfindungsfäden zusammengesetzte Nerven betrachtet. Die obere Augenhöhlenspalte und das zerrissene Loch bilden die zwei Intervertebrallöcher, das ovale und runde Loch werden als zu der ersteren, das Gelenkhügelloch als zu dem letzteren gehörig <I,4> betrachtet. Die Nerven des Gesichts, Geruchs und Gehörs machen eine besondere Gruppe aus; sie werden nicht als eigentliche Hirnnerven, sondern als Ausstülpungen des Gehirns betrachtet, eine Eintheilung, die auf ihre Entwicklung beym Fötus, ihren Mangel an Knoten, die den Spinalknoten entsprächen und auf ihr Unvermögen eine andre Empfindung, als die ihres eigenthümlichen Sinnes, zur Erkenntniß zu bringen, basirt wird. Gegen dieße Eintheilung, welche sich, wie man auf den ersten Blick sieht, im höchsten Grade durch ihre Einfachheit empfiehlt, erheben sich jedoch mehrere bedeutende Gründe, namentlich macht das Absondern der drei höheren Sinnesnerven Schwierigkeiten. Die passive Seite des Nervenlebens erscheint unter der allgemeinen Form der Sensibilität; die sogenannten einzelnen Sinne sind nichts als Modificationen dießes allgemeinen Sinnes, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken sind nur die feineren Blüthen desselben. So ergiebt es sich aus der stufenweisen Betrachtung der Organismen. Man kann Schritt für Schritt verfolgen, wie von dem einfachsten Organismus an, wo alle Nerventhätigkeit in einem dumpfen Gemeingefühl besteht, nach und nach besondere Sinnesorgane sich abgliedern und ausbilden. Ihre Sinne sind nichts neu Hinzugefügtes, sie sind nur Modificationen in einer höheren Potenz. Das Nämliche gilt natürlich von den Nerven, welche ihre Functionen vermitteln, sie erscheinen unter einer vollkommneren Form, als die übrigen Empfindungsnerven, ohne deßwegen ihren ursprünglichen Typus zu verlieren. Jeder Empfindungsnerv characterisirt sich aber bey d. Wirbelthieren als ein aus den hinteren Marksträngen entspringendes Wurzelbündel und somit sind die 3 höheren Sinnesnerven nichts weiter als isolirt gebliebne sensible Wurzeln. Bey den Fischen wird dieß Verhalten ziemlich deutlich und bey den Cyprinen glaube ich ihren Ursprung von den hinteren Marksträngen oder den oberen Pyramiden gleich den übrigen Empfindungsnerven nachgewiesen zu haben. Uebrigens würde mich die weitere Diskussion dießer Frage, über die noch Vieles zu sagen wäre, zu weit führen.

    <II,1> Es dürfte wohl immer vergeblich bleiben gerade bey der verwickeltsten Form, nämlich bey dem Menschen anzufangen. Die einfachsten Formen leiten immer am Sichersten, weil in ihnen sich nur das Ursprüngliche, absolut Nothwendige zeigt. Dieße einfache Form bietet uns nun die Natur für dießes Problem entweder vorübergehend im Fötus, oder stehengeblieben, selbst ständig geworden in den niederen Wirbelthieren dar. Die Formen wechseln jedoch beym Fötus so rasch und sind oft nur so flüchtig angedeutet, daß man nur mit der grösten Schwierigkeit zu einigermaaßen genügenden Resultaten gelangen kann, während sie bey den niedrigen Wirbelthieren zu einer vollständigen Ausbildung gelangen und uns so die Zeit lassen sie in ihrem einfachsten und bestimmtesten Typus zu studiren. Es frägt sich also in unserem Falle, welche Schädelnerven treten bey den niedrigsten Wirbelthieren zuerst auf, wie verhalten sie sich zu den Hirnmassen und den Schädelwirbeln und nach welchen Gesetzen wird, die Reihe der Wirbelthiere durch bis zum Menschen, ihre Zahl vermehrt oder vermindert, ihr Verlauf einfacher oder verwickelter? Faßt man nun die Thatsachen, welche die Wissenschaft uns bis jezt in die Hand giebt zusammen, so findet man 9 Paar Schädelnerven, nämlich den: olfactivus, opticus, die 3 Muskelnerven des Auges, den trigeminus, acusticus, vagus u. hypoglossus bey allen Klassen d. Wirbelthiere, während die drei <II,2> anderen, der facialis, glossopharyngeus u. accs. Willisii, bald als selbstständige Nerven, bald nur als Aeste des vagus und des trigeminus auftreten, oder gänzlich verschwinden. So tritt bey den Fischen der facialis, als der Deckelast des 5. Paares auf, verschwindet dann bey der Mehrzahl der Reptilien und Vögel und zeigt sich wieder bey den Saügethieren in dem Maaße als die Physiognomie mehr Ausdruck bekommt und die Nasenrespiration bedeutender wird. So tritt d. glossophag. bey den Fischen zwar als ein selbstständiger Stamm auf, verhält sich jedoch durch seine Vertheilung an die erste Kieme ganz wie ein Ast des vagus, verschmilzt dann bey den Batrachiern und Ophidiern mit dem vagus, dessen ramus lingualis er bildet, isolirt sich wieder bey den Cheloniern und bleibt endlich bey den Vögeln und Säugethieren ein selbstständiger Nerv. So zeigt sich bey den Fischen und Batrachiern keine Spur von einem Beynerven, indem der vagus selbst die motorischen Fäden abgiebt; erst bey den Sauriern, Cheloniern und Vögeln fängt er an sich zu isoliren und selbst bey den Saügethieren ist er im Allgemeinen eigentlich nicht von dem vagus getrennt. Ich nenne dieße drei Nervenpaare abgeleitete Nerven und betrachte sie, wo sie selbstständig auftreten als isolirte Zweige des vagus und trigeminus, deren Isolation von der mehr oder weniger gesteigerten Function ihres Primitivnervenstammes abhängt. Damit wird das <II,3> Problem viel einfacher und es ist nur zu fragen, wie lassen sich die übrigen Paare auf den Typus der Spinalnerven zurückführen? – Jeder Spinalnerv entspringt, wie bekannt, mit 2 Wurzelbündeln, einem vorderen die Bewegung, einem hinteren die Empfindung vermittelnden. Beyde Wurzeln vereinigen sich in einer gewissen Distanz vom Mark zu einem gemeinschaftlichen Nervenstamm. Je zwei Spinalnerven bilden durch ihre Insertion einen Markabschnitt, dem ein Wirbel entspricht. Dieß das einfachste Verhältniß. Auf welche Weise kann nun dasselbe modificirt werden? 1.) Beyde Wurzeln vereinigen sich nicht mehr zu einem gemeinschaftlichen Stamm, sondern jede bleibt isolirt und bildet einen eignen, rein motorischen oder rein sensibeln Nerven. 2.) Beyde Wurzeln vereinigen sich zwar, doch tritt eine partielle Trennung in ihren Fäden ein, so daß in den Aesten, welche der von ihnen zusammengesetzte Nerv abgiebt die motorischen und sensibeln Fäden nicht mehr gleichmäßig vertheilt sind. Dieß Verhalten bildet den Uebergang zu dem vorhgehenden. 3.) Eine von den Wurzeln avortirt, so daß sich nur die andere entwickelt.

    4. So wie von den zwei Wurzeln jede einen besondren Nerven bilden kann, so kann dießer Nerv selbst wieder in mehrere isolirte Stämme zerfallen.

    Auf dieße 4 Modificationen nun lassen sich, wie ich sogleich nachweisen werde, die Unterschiede zwischen den Schädel und <II,4> Spinalnerven zurückführen. Mit ihrer Hülfe lassen sich 6 Schädelnerven unterscheiden, denen entsprechend ich 6 Schädelwirbel annehme, was ich bey den Fischen begründen zu können glaube. Die 6 Paar Schädelnerven sind: der Zungenfleischnerv, d. vagus, der Hörnerv, das 5 Paar, der Sehnerv mit dem Muskelnerv des Auges und der Riechnerv.

    Nichts ist leichter, als nachzuweisen, daß der hypoglossus ursprünglich mit einer hinteren Wurzel und einem Spinalknoten versehen sey, und somit so gut als jeder andre Spinalnerv als ein selbstständiger Nervenstamm betrachtet werden müsse. Bey den Fischen entspringt der letzte Schädelnerv mit einer vorderen breiten und einer hinteren feinen mit einem Knoten versehenen Wurzel. Er tritt durch ein eignes Loch aus d. Schädelhöhle und theilt sich darauf in zwei Aeste, einen vordern und einen hintern. Der vordere laüft indem er einen Bogen bildet nach vorn zu den Muskeln des Zungenbeins, der hintere vereinigt sich mit dem ersten Spinalnerven und geht zur vorderen Extremität. Die Bedeutung dießes Nerven als hypoglossus ergiebt sich fast auf den ersten Blick, indem der vordere Ast dem Bogen, der hintere der ansa entspricht. Der Frosch liefert übrigens den directen Beweis. Zwischen dem vagus und dem ersten Spinalnerven entspringt ein Nerv mit zwei Wurzeln grade wie bey den Fischen; er theilt sich ebenfalls <III,1> in zwei Aeste, einen vorderen, der sich in die Muskeln der Zunge vertheilt und einen hinteren, der mit dem ersten Spinalnerven zur vorderen Extremität geht. Es ist klar, daß dieser Nerv dem hypoglossus der höheren Thiere entspricht und so evident, daß er mit dem fraglichen Nerven der Fische identisch ist. Bey den Fischen und Fröschen erscheint also der hypoglossus, als ein selbstständiger Nerv und zeigt auf das deutlichste den Typus eines Spinalnerven. Ja, noch mehr, bey dem Frosch ist er eigentlich der erste Spinalnerv, indem der ihm entsprechende Schädelwirbel sich wieder in einen Rückenwirbel verwandelt hat und somit der vagus der letzte Gehirnnerv ist. Außerdem hat Maier, selbst bey verschiednen Saügethieren und einmal sogar bey dem Menschen, eine feinere, hinten mit einem Knötchen versehene Wurzel des hypoglossus gefunden. – Bey dem hypoglossus des Menschen tritt also die dritte der erwähnten Modificationen ein, die Empfindungswurzel ist avortirt und nur die motorische hat sich entwickelt, ein Verhältniß das übrigens schon bey dem Fisch und Frosch durch das Ueberwiegen der vorderen Wurzel über die hintere angedeutet ist.

    Was den trigeminus anbelangt, so ist selbst bey dem Menschen, aus dem eigenthümlichen Verhältniße seiner portio major u. minor, seine Analogie mit den Spinalnerven unverkennbar und längst anerkannt.

    <III,2> Aehnlich verhält es sich bey den Fischen, wo außerdem eine Analogie des opercularis mit dem eigenartigen Gebilde des facialis besteht, dessen Ursprung dem der Spinalnerven entspricht. Mit dem vagus hat die Sache bey den höheren Thieren mehr Schwierigkeit, doch helfen auch hier die niederen Formen. So entspringt bey dem Hecht zum Beyspiel der vagus auf’s Deutlichste mit 2 Wurzeln, einer vorderen und hinteren, die sich erst nach ziemlich langem Verlauf bey ihrem Austritt aus der Schädelhöhle vereinigen und daselbst einen Knoten zeigen. Dießer Spinalknoten des vagus ist bey vielen Fischen von enormer Größe und findet sich, wie bekannt, noch bey dem Menschen. Vagus u. trigeminus bieten die zweite Modification dar, nämlich die partielle Trennung der motorischen und sensibeln Fäden in den Stämmen, in welche dieße Nerven sich theilen, nämlich dem facialis, glossopharyngeus und access. Will. wie ich bereits gezeigt habe. Im vagus wird dieße Trennung vollständiger als beym trigeminus, wenigstens scheint dieß aus dem Verhältniß des Beynerven zum vagus hervorzugehen, indem letzterer wirklich ohne alle motorische Fäden zu seyn scheint. – Das 10. und 5. Paar zeigen in der ganzen Reihe der Wirbelthiere eine auffallende Symetrie. Der vagus verhält sich zur Brust und Bauchhöhle wie der trigeminus zur Wiederholung dießer Höhlen am Kopf, nämlich der Mund und Nasenhöhle. Kurz der trigeminus ist ein vagus in einer höheren Potenz. Dieß Verhältniß wird bey den Saügethieren besonders deutlich. Das 10. Paar theilt sich in 3 Nervenstämme, den acc. Will., den eigentlichen vagus und den glossopharyngeus; das 5. Paar ebenfalls in drei, <III,3> den facialis, den eigentlichen trigeminus und den ophtalmicus Will., den man eben so gut als einen besonderen Nerven ansehen kann. Wie der acc. Will. Athemnerv des Halses und eines Theils des Rumpfes ist, so ist d. facialis Respirationsnerv des Kopfs; wie der Stamm des vagus der Empfindungsnerv des Darmkanals ist, so ist der Zungenast des trigeminus d. sensible Nerv der Zunge, dießem vollkommensten Theile des Darmkanals, dießem Organe des Darmsinnes, wie Oken so sinnreich den Geschmack nennt. Endlich wie der vagus den glossopharyngeus als Hülfsnerven zur Zunge, so schickt der trigeminus den ophthalmicus als Hülfsnerven zur Nase und dem Auge.

    Es bleibt mir jezt noch die Analogie der drei höheren Sinnesnerven mit den Spinalnerven nachzuweisen. Der acusticus und olfactivus sind als hintere Wurzeln zu betrachten, deren vordere avortirt ist. Die Analogie, woraus ich dieß schließe, liefert der hypoglossus, dessen hintere bey d. Fischen, Fröschen und manchen Saügethieren vorkommende Wurzel, bey dem Menschen avortirt, während nur die vordere sich entwickelte. Das Umgekehrte ist bey dem acusticus u. olfactivus der Fall; Nur die hintere Wurzel entwickelt sich und die vordere avortirt.

    Für beyde wird die motorische Wurzel durch den facialis ersetzt. Für den acusticus erklärt sich dieß leicht, wenn man bedenkt, in welchem Verhältniß der, dem facialis entsprechende Deckelast der Fische zu der Kiemenhöhle steht. Oken hat nämlich nachgewiesen, das Ohr mit Ausnahme des Labyrinths, sey nur eine metamorphosirte Kiemenhöhle und so sieht man leicht, daß die Fäden, welche der facialis bey Vögeln und Saügethieren dem äußeren und inneren Ohr giebt, das Verhältniß des Deckelastes zur Kiemenhöhle wiederholen. —

    In dem Sehnerven und den Muskelnerven des Auges treten endlich beyde Wurzeln als isolirte Nerven auf, die hintere als zweites, die vordere als 3. 4. u. 6. Paar, indem dieße letzteren der vierten Modification <III,4> entsprechend isolirte Nervenstämme bilden. Das 3. u. 6. Paar gehen aus demselben Markstrang hervor, das eine vor dem anderen, und bilden zwei Fäden einer Wurzel, von denen das eine etwas eher als das andere aus dem Mark tritt. Das vierte Paar macht dagegen größere Schwierigkeiten, doch sein Verhalten bey manchen Fischen hebt sie gröstentheils. Es entspringt bey den Cyprinen u. dem Hecht vom aüßeren Rand der vorderen Pyramidenstränge folglich vom nämlichen Markstrang wie das dritte und sechste.

    In dem Augenmuskelnerv erreicht der Nerv als solcher seine höchste Entfaltung, er verhält sich, um ein Beyspiel zu geben, zu den übrigen Nerven wie der Huf zu der Hand des Menschen. Was in dem ersteren noch verbunden liegt, gliedert sich in der letzteren im schönsten Verhältniß ab. Dieße Entwicklung fällt mit der Bedeutung des Auges zusammen, von dem Oken wahrhaftig mit Recht sagt, es sey das höchste Organ, die Blüthe oder vielmehr die Frucht aller organischen Reiche.

    So wären denn 6 Paar Schädelnerven gefunden: 1.) der Riechnerv 2.) der Sehnerve mit dem 3. 4. u. 6. Paar. 3.) der trigeminus. 4.) d. acusticus. 5.) der vagus. 6.) der hypoglossus.

    Ihre rechte Begründung kann übrigens dieße Eintheilung der Schädelnerven erst durch ihre Vergleichung mit den Schädelknochen erhalten. Dieße jedoch auszuführen und nachzuweisen, wie ich dießen 6 Paaren 6 Schädelwirbel, entsprechend, gefunden zu haben glaube, erlaubt die Zeit nicht.

    Vergleicht man endlich die Schädelnerven untereinander, so findet man, daß sie sich in zwei Gruppen theilen. Die eine, gebildet vom acusticus und opticus, dießen Nerven des Schalls und des Lichts, ist der reinste Ausdruck des animalen Lebens; die andere, bestehend aus dem hypoglossus, vagus, trigeminus und olfactivus erhöht das vegetative zum animalen Leben. So werden wir uns des Actes der Verdauung und <IV,1> der Respiration durch den vagus bewußt, so wird die Zunge als ein wesentlicher Bestandtheil des Verdauungskanals durch den Einfluß des hypoglossus ein dem Willen unterworfenes Organ, und damit ein wahres Glied des Kopfes; so entwickeln sich Geschmack und Geruch, als die Sinne des Darm und des Athemsystems, unter dem Einflusse des trigeminus und des olfactivus. Die Nerven dießer letzteren Gruppe unterscheiden sich jedoch dadurch nicht wesentlicher von den übrigen Spinalnerven, als die Lendennerven, welche zu den Organen der Zeugung gehn. Die ersteren verhalten sich zur Verdauung und Respiration, wie die letzteren zu den Geschlechtsverrichtungen. Außerdem sind ja alle Spinalnerven durch ihren Einfluß auf die Respirationsbewegungen ebenfalls an das vegetative Leben geknüpft.

    #médecine #lettres #iatrocratie #révolte

  • Le pape appelle à « désarmer » l’IA pour « l’empêcher de dominer l’humain » | Le Télégramme
    https://www.letelegramme.fr/monde/le-pape-appelle-a-desarmer-lia-pour-lempecher-de-dominer-lhumain-705048

    Estimant que cette technologie « alimente le fossé entre les inclus et les exclus », le pape Léon XIV appelle à « désarmer » l’intelligence artificielle pour « l’empêcher de dominer l’humain », dans son premier texte majeur dévoilé ce lundi.

    Dans l’#encyclique « Magnifica Humanitas » (« Humanité magnifique »), un texte de 130 pages à la tonalité profondément sociale dévoilé ce lundi 25 mai,, le pape Léon XIV américain estime que l’intelligence artificielle (IA) « alimente le fossé entre les inclus et les exclus » et qu’elle « ne peut être considérée comme moralement neutre ». « L’IA est déjà un environnement dans lequel nous sommes immergés et un pouvoir avec lequel nous devons composer. C’est pourquoi il ne suffit pas de la réglementer : elle doit être désarmée et rendue accessible », avance le pape américain dans ce texte centré sur la protection de la dignité humaine.

    Un « nouveau cadre spirituel, éthique et politique »
    « Désarmer ne signifie pas renoncer à la technologie, mais l’empêcher de dominer l’humain », souligne le pontife, pour qui « la course à l’algorithme le plus performant et à la banque de données la plus vaste » n’a souvent pour objectif que de « consolider un avantage géopolitique ou commercial sur tous les autres ».

    Pour le chef de l’Église catholique, qui avait déjà mis en garde contre le danger de porter atteinte à la « dignité humaine » dans un contexte croissant d’utilisation de l’A, il faut « rompre cette équivalence entre la puissance technique et le droit de gouverner ». « Quand ces biens restent concentrés entre les mains de quelques-uns, sans formes adéquates de partage et d’accès, il se crée un nouveau déséquilibre (…) alimentant le fossé entre les inclus et les exclus », souligne Léon XIV. Le pape insiste donc sur la nécessité d’un « nouveau cadre spirituel, éthique et politique » pour réguler ces innovations. Un encadrement qui doit aussi prendre en compte le respect de l’environnement.

    « Nouvelles formes d’esclavage »
    L’encyclique dénonce, en particulier, « les nouvelles formes d’esclavage » nées pour extraire les ressources nécessaires à l’utilisation de l’IA et appelle à « des solutions technologiques plus durables afin de réduire l’impact sur l’environnement ».

    « Dans certaines régions du monde, des adolescents et des enfants travaillent dans des conditions dangereuses au broyage des matériaux dont on tire les terres rares. Des corps marqués, mutilés, usés pour que le flux de calcul ne s’interrompe pas », fustige-t-il.

    « En outre, des réseaux criminels utilisent des plateformes en ligne, des systèmes de messagerie, des paiements anonymes et des techniques de profilage pour recruter, contrôler et déplacer des victimes de la traite, fréquemment mineures, transformant hommes et femmes en “données” à tracer et en “colis” à déplacer ». L’évêque de Rome en profite pour demander « sincèrement pardon » pour le retard avec lequel l’Église a condamné « le fléau de l’esclavage » au cours de l’Histoire.

    Le pape met également l’accent sur le rôle de l’éducation, d’une importance « cruciale » pour affronter cette révolution technologique, et met en garde contre « les phénomènes de détournement de mineurs, de chantage et d’exploitation sexuelle » de ces derniers rendus « plus insidieux » par des « outils d’IA capables de manipuler des images et des vidéos ».

    • Le Cri - Dans sa première encyclique parue ce lundi 25 mai 2026,... | Facebook
      https://www.facebook.com/61579032749367/posts/122167636664967758

      Le Cri a sélectionné 10 citations, pour vous offrir un avant-goût de ce texte riche.

      • « Je voudrais enfin employer un mot qui me tient à cœur : "désarmer". Désarmer l’IA, c’est la soustraire à la logique de la compétition armée qui n’est plus aujourd’hui seulement militaire, mais aussi économique et cognitive. L...] Désarmer, c’est rompre cette équivalence entre la puissance technique et le droit de gouverner. Désarmer ne signifie pas renoncer à la technologie, mais l’empêcher de dominer l’humain. » 3

      • « La valeur de la personne ne dépend pas de ce qu’elle réalise ou produit, et il existe des droits qui sont dus à tous du simple fait d’être des personnes. Aucun pouvoir humain ne peut légitimement les nier ou les limiter arbitrairement. » 51

      • « Nous ne pouvons pas considérer l’IA comme moralement neutre. En réalité, tout dispositif technique implique des choix et des priorités : ce qu’il mesure, ce qu’il ignore, ce qu’il optimise, et la manière dont il classe les personnes et les situations. » 126

      • « La qualité d’une civilisation ne se mesure pas à la puissance de ses moyens, mais à l’attention qu’elle sait offrir, à sa capacité à reconnaître l’autre comme un visage et non comme une fonction. La capacité à prendre soin les uns des autres est une dimension importante de notre humanité. » 114

      • « Certains courants post-humanistes vont même jusqu’à envisager des êtres humains "de seconde classe", au service des intérêts d’élites qui se perçoivent comme supérieures : une perspective inquiétante, d’autant plus grave lorsqu’elle s’associe à des outils technologiques qui amplifient de manière exponentielle le pouvoir de contrôle et de sélection. » 172

      • « Dans le monde actuel une culture de la puissance s’installe progressivement, où la disponibilité des moyens et la capacité de dominer tendent à dicter l’ordre du jour et les critères de décision, en reléguant le bien commun de l’humanité au second plan et en réduisant le drame concret des peuples en guerre à une variable secondaire face aux intérêts stratégiques. » 188

      • « Ce qui est vraiment irresponsable,
      c’est la Realpolitik, cette forme de "réalisme" politique qui sème dans les consciences comme dans la culture la résignation face à une guerre inéluctable, et qui considère la paix et le dialogue comme des positions utopiques ou irrationnelles qui ignorent les risques en jeu. Au contraire, la paix n’est pas un espoir naïf ni une simple absence de guerre : elle est le fruit, toujours possible, de la justice et de la charité. » 205

      • « Dans ce climat, le nihilisme et le pragmatisme finissent par s’entremêler et banaliser de très graves erreurs : extrémismes religieux et fanatismes identitaires s’allient à un économisme irrationnel, tandis que la politique recourt facilement à la désinformation, à la ridiculisation de l’adversaire et à la fabrication systématique de peurs et de ressentiments. Ainsi, la diversité de l’autre est vécue de plus en plus comme une menace. » 206

      • « Même dans les nuits les plus sombres, le Seigneur suscite des hommes et des femmes capables de ne pas se résigner et de persévérer dans le bien : des personnes protégeant les plus fragiles et ouvrant des voies de réconciliation. La mémoire des saints et des justes, des artisans de paix souvent oubliés, montre que la grâce n’élimine pas le conflit par un geste magique, mais engendre une résistance active contre le mal et une créativité surprenante dans le bien. » 211

      • « Il y a des situations dans lesquelles, pour rester humains, nous devons abandonner nos hésitations et prendre position. Il y a des conflits ou il n’est pas juste de rester neutre et où il ne suffit pas de s’estimer "ne pas être complice". » 216

    • Le pape est l’antéchrist selon Thiel.

      JD Vance’s Top Donor Suggests Pope Leo XIV is Antichrist
      https://www.thelettersfromleo.com/p/new-jd-vances-top-donor-suggests

      A few weeks ago, a series of leaked recordings and transcripts from a private lecture series in San Francisco began circulating. They included comments from tech billionaire Peter #Thiel — the most important political patron of Vice President JD Vance and one of the wealthiest, most influential minds in #Silicon_Valley.

      In these lectures, Thiel doesn’t just flirt with the apocalyptic. He goes all in — openly discussing the Antichrist, naming Pope Leo XIV as a potential manifestation of that figure, and, most disturbingly, advising JD Vance to ignore the pope on moral matters altogether.

    • 243. Le quatrième point de ce programme de vie chrétienne, après la foi qui contemple le dessein d’amour du Père, la charité qui nous unit en un unique corps ecclésial et l’espérance qui soutient notre action dans le monde, est la prière. Le chant de Marie accompagne notre engagement. Devant Élisabeth qui lui annonce qu’elle est devenue la mère du Seigneur, Marie laisse éclater un hymne de louange et de joie. Son âme magnifie le Seigneur et son esprit exulte en Dieu son Sauveur, car Il a choisi pour son dessein de salut une jeune fille, pauvre et humble. Soudain, Marie voit toute l’histoire à travers le prisme de cette découverte. Rien n’a changé autour d’elle : la situation socio-politique de son époque reste la même, avec les Romains qui dominent sa terre et son peuple divisé et humilié. Et pourtant, tout a changé en elle, ce qui lui permet de voir l’invisible. Dieu a déjà déployé la puissance de son bras, il a déjà dispersé les superbes, renversé les puissants, élevé les humbles, comblé de biens ceux qui ont faim et renvoyé les riches les mains vides. Il a déjà secouru Israël, son serviteur. Dieu « se range du côté des derniers. Il possède un projet qui est souvent caché sous l’apparence terne des événements humains, qui voient triompher “les superbes, les puissants et les riches”. Et pourtant, sa force secrète est destinée à se révéler à la fin ».

      nous voilà consolés ! (blague à part, c’est quelque chose).

      #nihilisme #transhumanisme #catholicisme #foi_chrétienne

  • The Fuck, une carte postale de Brixton, Londres
    https://abasbruit.org/2026/05/06/the-fuck-une-carte-postale-de-brixton-londres

    Où il est question d’un film un peu oublié, Sammy and Rosie Get Laid, d’anéantissement des territoires des classes populaires, mais aussi de rencontres et de mélanges des classes et des cultures, de tissage souterrain et de présences affectives…

    #Lettres_du_monde #amour #émeutes #cinéma #classe_ouvrière #postcolonial

  • Trivialliteratur : Karl-May-Verlag soll verkauft werden
    https://www.jungewelt.de/artikel/521218.trivialliteratur-karl-may-verlag-soll-verkauft-werden.html

    So kennt man sie aus unzähligen Regalen : Buchrücken der Karl-May-Werkausgabe aus dem Karl-May-Verlag (Bamberg, 25.6.2013)

    Faites-moi rire ou achetez un un éditeur qui n’a jamais vendu autre chose que les oeuvres d’un auteur mort en 1913.

    Voici les oeuvres principales et plein de textes anodins de Karl May.
    https://projekt-gutenberg.org/authors/karl-may


    https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_May

    Bamberg. Der Karl-May-Verlag sucht einen neuen Verleger. Der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter Bernhard Schmid möchte den über hundert Jahre alten Familienbetrieb verkaufen. »Karl May ist auch meine große Leidenschaft, und die fast 35 Jahre Arbeit dafür habern mir großen Spaß gemacht. Um so mehr will ich rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass unser Verlag in guten Händen eine sichere Zukunft hat«, sagt Schmid. Der 64jährige ist seit 2007 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer des Verlags. Sein Großvater Euchar Albrecht Schmid hatte den Verlag im Jahr 1913 mitgegründet.

    Der Karl-May-Verlag mit Sitz in Bamberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bekannt für seine Bücher mit dem grünen Einband, der goldenen Schrift und dem bunten Titelbild, zieren Karl Mays Werke wie »Winnetou« seit mehr als hundert Jahren die deutschen Bücherregale. Das Programm des Verlags besteht fast ausschließlich aus den Werken seines Namensgebers.

    Karl May gilt als einer der meistgelesenen Autoren deutscher Sprache. Besondere Berühmtheit erlangte der Abenteuerschriftsteller durch seine meist fiktiven Reiseerzählungen und die Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand.

    May wurde 1842 in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) geboren, von 1888 bis zu seinem Tod 1912 lebte er im sächsischen Radebeul und verfasste dort wesentliche Teile seines Gesamtwerks. Kurz nach seinem Tod wurde im Jahr 1913 der Karl-May-Verlag in Radebeul gegründet. Im Jahr 1960 zog der Verlag dann nach Bamberg. (dpa/jW)

    Tout le monde l’aime bien, mais il est tellement démodé !

    https://www.youtube.com/playlist?list=PLuT4X8ydlk9_FMpPgkAiDJbTWz5Y7m0V8

    Arno Schmidt und Karl May
    https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Arno_Schmidt

    #lettres #auf_deutsch #western #wtf #édition

  • Vers un nouvel âge nucléaire ?
    https://www.obsarm.info/spip.php?article737

    La presse s’est largement félicitée du discours présidentiel, interrogeant peu les conséquences juridiques et sécuritaires des décisions annoncées par le président le 2 mars 2026 depuis la base de l’île Longue. L’attention s’est surtout portée sur ce qui a été présenté comme le point central : la mise en œuvre d’une « dissuasion nucléaire avancée » à destination de certains pays européens, l’augmentation du nombre de têtes nucléaires et le « non-partage du bouton ». Les partis politiques, (…) #Lettre_aux_parlementaires

    / #La_quatre, #Armes_nucléaires, #Prolifération_nucléaire, #Stratégies_nucléaires

  • Daodejing : Die 2.500 Jahre alte Kunst des Nicht-Handelns, neu übersetzt und umfassend kommentiert
    https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2022/08/daodejing-die-2-500-jahre-alte-kunst-des-nicht-handelns-neu-uebersetzt-und-umfa

    Viktor Kalinke (Hrsg.) : Laozi. Daodejing. Foto : Ralf Julke

    Laozi est réputé pour ses idées absurdes au premier abord commee l’action par l’inaction , mais c’est dû aux dizaines voire centaines de mauvaises traductions dans toutes les langues occidentales. Voici le résultat de plusieurs dizaines d’années de travail critique qui n’a pas donné l’impossible traduction parfaite mais une analyse du texte orginal et une comparaison critique des traductions historiques en latin, anglais, français et allemand. On y apprend aussi des coses sur l’influence de Laozi pour les auteurs comme Brecht et les Français. Avec ce livre on se rapproche de Laozi page par page, on n’est jamais abandonné dans l’univers ds myriades d’interprétations du philosophe contemporain du maître Kong .

    A consulter de préférence à votre bibliothèque préférée. Prix de vente : € 135,00

    Édition numérique : € 34,95
    https://l-lv.de/neu/Kalinke--Viktor--Studien-zu-Laozi-Daodejing--Bd--1.html

    A prospos de l’auteur
    https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kalinke

    25.8.2022 von Ralf Julke - 2018 hat Verleger, Autor und Übersetzer Viktor Kalinke schon ein aufsehenerregendes Stück Arbeit vorgelegt: die Übersetzung des Gesamtwerks des Zhuangzi. Nun hat er ein ebenso opulentes Arbeitsergebnis vorgelegt: die Übersetzung des Daodejing von Laozi, ergänzt um etwas, was er bescheidenerweise einen Essay nennt, obwohl es geradezu eine dicke Lesehilfe für Europäer ist, wie sie die 81 Kapitel des Daodejing lesen können.

    Dass Kalinke sich so intensiv mit den großen chinesischen Philosophen beschäftigt, hat auch damit zu tun, dass er Psychologie und Mathematik nicht nur in Leipzig studiert hat, sondern auch in Bejing. Er kennt sie also nicht nur aus dritter Hand oder die Umwege über andere Sprachen, wie so viele deutschsprachige Übersetzer in der Vergangenheit, die eifrig dazu beigetragen haben, den Markt mit immer neuen Laozi-Übersetzungen zu fluten.

    Die sich allesamt unterscheiden, aus guten Gründen. Nicht nur, weil die chinesischen Schriftzeiten jede Menge Assoziationen und Mehrdeutigkeiten ermöglichen, die das lateinische Alphabet nicht kennt. Die Sprüche des Laozi sind auch in ihren Aussagen vieldeutig, widersprüchlich, manchmal auch dialektisch in den Augen europäischer Leser.

    Und ihre Ratschläge sind deshalb oft genug auch Weisheitsregeln für die Fürsten, Könige und Kaiser, für die sie tätig waren. Leute, denen man lieber nicht naseweis und besserwisserisch kam. Und denen man lieber auch nicht vorschrieb, wie sie mit dem Volk, den Steuern, der Armee und den verfeindeten Nachbarstaaten umgehen sollten.
    Wie regiert ein Weiser?

    Weshalb auch die Gedanken des Lao Dan, aus dem erst die spätere Überlieferung den Meister Lao, Laozi, machte, immer beides sind: Sprüche, die ein gutes Leben begründen und zurückhaltende Ratschläge an den Fürsten, die ihm ein weises Leben und damit Regieren nahelegten.

    Wobei die lang anhaltende Wirkung des Daodejing eben auch darin besteht, dass die Sprüche eben nicht nur den Mächtigen nahelegen, ein naturgemäßes Leben zu leben und in Einklang mit dem Dao zu kommen, sondern dass diese Gedanken auch für ganz normale Menschen fruchtbar werden können.

    Auch wenn der Einstieg in die Gedankenwelt der Chinesen im allgemeinen und der des Dao im Besonderen für Europäer aus diversen Gründen nicht einfach ist. Das hat nicht nur mit den Prägungen durch die europäische Philosophie von den Griechen angefangen zu tun, dem stark ausgeprägten europäischen Individualismus (der sehr leicht zum Egoismus abdriftet) und den Machbarkeitsvorstellungen einer Naturwissenschaft, die ja auch zum technischen Erfolg Europas beigetragen hat.

    Auch die europäischen, durch das Christentum geprägten Vorstellungen von Gott, Jenseits, Sündenfall und Tugenden beeinflussen selbst all jene, die längst keine praktizierenden Christen mehr sind.

    In seinem wirklich umfangreichen Essay zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Daodejing geht Viktor Kalinke ausführlich darauf ein. Dort beschäftigt er sich auch mit den Tücken der Übersetzungen und erklärt, warum es so viele verschiedene Interpretationen der Texte Laozis gibt.

    Und natürlich auch, warum er alle 81 Kapitel noch einmal neu übersetzt hat und dabei auch Worte zu vermeiden versucht hat, die durch europäische Philosophie und christliches Denken hochgradig vorbelastet sind. Worte, mit denen sich immer wieder die europäische Sichtweise in den Text schleichen würde und die damit tatsächlich nivellieren würden, was an den Texten offen, bewusst mehrdeutig und teils auch völlig anders gemeint war.
    Wenn das gute Leben im Hier und Jenseits gefunden werden darf

    Denn die Chinesen haben kein Gottes- und Jenseitsbild wie die Europäer. Sie haben deswegen auch keine Sündentheologie entwickelt und auch keine Vertröstung auf eine bessere Welt nach dem Tod. Im Gegenteil: Kalinke ist ganz und gar nicht überrascht, wenn er in den Zeilen ein Verständnis von Natur und Respekt vor den Dingen, die geschehen, findet, das dem heutigen Denken über die Gefährdung unserer natürlichen Grundlagen sehr nahe ist.

    Man kann Dao als „der Weg“ übersetzen, obwohl es nur eine von vielen möglichen Übersetzungen ist. Es ist auch das Ganze, in das sich jedes kleine menschliche Leben einfügt. Und das ein kluger Herrscher in seinem Wirken immer berücksichtigt. Auch wenn es keinen Regelkanon gibt und geben kann, wie man das macht.

    Und gerade dadurch geben die Sprüche demjenigen, der sie beherzigt, das Gefühl, Herr des eigenen Lebens zu sein und Lösungen selbst gefunden zu haben. Lösungen, die auch im Abwarten, Nichtstun, Die-Dinge-geschehen-Lassen bestehen können. „Handeln durch Nichthandeln“, umschreibt es Kalinke. Oder – mit dem Titel seines Essays: „Nichtstun als Handlungsmaxime“.

    Denn natürlich steckt auch im Nicht-Handeln das Handeln. Und damit immer ein ganzer Strauß von Optionen, die nicht – wie in mancher europäischen Radikalität – auf Gut und Böse, Ja und Nein, Schwarz und Weiß hinauslaufen. Denn so eine radikale Polarität kennen die Chinesen gar nicht.

    Für sie sind in allen Menschen und allen Dingen immer Yin und Yang vereint, gehen regelrecht ineinander über. Nichts ist komplett Yin, nichts komplett Yang. Und die Dinge sind immer im Fluss. Der Weise stopft sich nicht mit unnützem Wissen voll, von dem er glaubt, dass es ihm die Entscheidung leichter macht oder gar abnimmt.

    Im Gegenteil: Er entledigt sich dessen, macht sich frei davon, beobachtet und gibt den Dingen, die geschehen, Raum zur Entfaltung. Und er handelt dann, wenn er sich eins fühlt mit seinem Dao, dem Unübersetzbaren. Was auch eine Kunst des Regierens ist, die wir Europäer kaum kennen.

    Denn auch diejenigen unter uns, die in Regierungsämter drängen, sind voll des Wissens, von dem sie glauben, damit die Welt beglücken zu können. Und immerfort müssen sie agieren, neue Gesetze erlassen, Verordnungen, Geschäftigkeit zeigen – sonst sind sie bei unseren großen Medien sofort unten durch.

    Denn unsere Macher-Kommentatoren wollen natürlich Macher sehen, Politiker, die ständig irgendetwas Weltbewegendes vollbringen, egal, ob es Unheil anrichtet oder dauerhafte Schäden.
    Was lesen eigentlich Menschen, die Entscheidungen treffen?

    So kann man natürlich Reich und Reichtümer vernichten. So falsch lag ja Meister Lao nicht, als er dem Fürsten lieber Metaphern für das Nicht-Handeln gab, die immer auch Vertrauen in das Handeln der Untergebenen suggerieren, eine „Systemsteuerung im daoistischen Sinn“, nennt es Kalinke.

    „Durch sie werden sowohl die Steuernden als auch die Ausführenden nicht im Detail in ihren Handlungen festgelegt, sondern bewahren das Gefühl – und zwar zu Recht -, selbst die Lösungen entdeckt und verwirklicht zu haben.“ Wobei die Lösungen nicht aus dem Instrumentenkoffer stammen, sondern immer ein Handeln im richtigen Moment meinen, dem Moment, in dem die Handlung eins ist mit dem Dao.

    Wobei Kalinke noch etwas beobachtet, was Europäern meistens ziemlich fremd ist: Dass die großen revolutionären Schriften wohl ganz und gar nicht „die Welt verändern“, wie Marx das mal ausdrückte. „Nicht Evolutionen, sondern Texte, die Rezipientengenerationen übergreifend wirken, werden zum Generator der Menschheitsgeschichte.

    Es kommt nicht darauf an, dass diese Texte die Massen ergreifen, wie Marx behauptet hat: „Eher ist es wahrscheinlich, daß ein Text zur Trivialliteratur gehört, wenn er die Massen ergreift. Es kommt darauf an, daß der Text von den Menschen aufgenommen wird, die Entscheidungen treffen.“

    Da macht es dann schon einen gewaltigen Unterschied, ob die Herrschenden lieber das Daodejing lesen und den Respekt vor dem Seienden entwickeln, oder ob sie eher den Konzi wiederbeleben, wie das augenblicklich in der chinesischen Führung der Fall ist. Beides verändert das Denken über das Handeln und seine Folgen.

    Und natürlich auch über das, was man dem eigenen Volk zumutet. Und der Natur. Denn wenn ich verstehe, dass mein Leben zutiefst davon abhängt, dass die Welt alles Lebendigen auch weiterhin lebendig bleibt und mich (er-)trägt, dann handle ich auch so – in einem tiefen Respekt vor allem Lebendigen.
    Die Stärke des Nicht-Handelns

    Es ist schon erstaunlich, wie Kalinke das – nachdem er die Entstehung, die Wirkungsgeschichte und die gesicherten Schriften näher beleuchtet hat – aus den durchaus metaphorischen Zeilen des Daodejing herausliest. Wohl wissend, dass auch das Daodejing missbrauchbar ist, so wie jede Philosophie.

    Wer sie missbrauchen will, braucht sich nur die geeigneten Sätze herauszupicken. Dass sie erst im Zusammenhang der ganzen Kapitel einen Sinn ergeben und zur Abstraktion einladen, erschließt sich erst, wenn man sie ganz liest.

    Wobei Kalinke nicht nur seine Übersetzungen abgedruckt hat, sondern auch die chinesischen Texte – und im Anhang ein ganzes Lexikon der verwendeten chinesischen Schriftzeichen, die auch dem Nichtkenner der Sprache eine Ahnung davon geben, vor welchen Herausforderungen die Übersetzer stehen.

    Und weil das auch noch nicht die Interpretationsbreite dessen zeigt, was die einzelnen Kapitel an Möglichkeiten in sich tragen, gibt es auch noch einen ganzen Apparat „Sprachkritische Anmerkungen“, in denen Kalinke auch die wichtigsten schon veröffentlichten Übersetzungen anführt, um den Lesern zu zeigen, wie vieldeutig im Grunde jedes einzelne Kapitel ist.

    Was seltsamerweise gerade der Schlüssel zur langlebigen Wirksamkeit des Daodejing ist, das sich eben seinen (fürstlichen) Lesern ganz und gar nicht in der Attitüde des Lehrers „offenbart“, der alles besser weiß (so, wie leider auch die größten und berühmtesten europäischen Philosophen in der Regel ihre Leser behandelt haben), sondern als zurückhaltender Ratgeber, der seinem Leser auch immer wieder das Gefühl gibt, dass die Lösung für alles, was er zu bestehen hat, in seinem eigenen Nachdenken und (Nicht-)Handeln liegt.

    Selbst im Verzicht auf den Akt des Handelns liegt Stärke, oft sogar erst Weisheit und ein Verständnis für das eigene Dao, das nirgendwo offenbart wird, sondern das sich ständig verändert.
    Die Aktualität der Kunst des Nicht-Besitzens

    „Es bleibt schlicht offen, welche Deutung die richtige ist“, schreibt Kalinke zum Beispiel in den Anmerkungen zum Kapitel 2. Eines der herausforderndsten im ganzen Daodejing, das aber letztlich auf den Punkt bringt, wie der Mensch immer Teil der Welt ist, in der er verweilt, die ihm aber nicht gehört – was viele Menschen immerzu vergessen. „Nur indem er (der Weise) nichts beansprucht, verliert er nichts.“

    Man merkt schon: Das gilt nicht nur für Leute, die etwas zu entscheiden haben. Das gilt für jeden, der sich in einem Kosmos wiederfindet, der sich in permanenter Veränderung befindet und in dem niemand wirklich weiß, was er anrichtet, wenn er (gedankenlos) handelt.

    Und manches klingt ja nicht zufällig nach einem guten Ratschlag, in Zeiten der Gefährdung der Welt anders zu leben: „Wer das Dao bewahrt, strebt nicht nach Übermaß; nur wer nicht nach Übermaß strebt, kann verbrauchen, ohne zu erneuern.“ (Kapitel 15)

    Als hätte Meister Lao seine Sprüche extra fürs 22. Jahrhundert geschrieben. Aber er lebte wohl um das 5. und 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, begegnete wohl auch Konzi, auch wenn es ganze Berge von Büchern gibt, die Laozis Existenz sogar abstreiten und seine Sprüche einer ganzen Schule zuschreiben.

    Aber vieles – so arbeitet es auch Kalinke heraus – deutet darauf hin, dass es Meister Lao tatsächlich gab, dass er Fürstenberater war und auch der Kern seiner Sprüche auf ihn zurückgeht, auch wenn später möglicherweise noch etliche Redakteure drüber saßen und der Kanon erst weit nach seinem Tod verschriftlicht wurde.

    Nur an Aktualität haben seine Sprüche nichts verloren, auch wenn sie zuweilen verwirren und verstören und so manche Handreichung, die Kalinke in seinem Essay gibt, sehr hilfreich ist, das ganze Werk auch für uns Europäer zu erschließen.

    Und damit auch die Denkweise und Lebenshaltung dahinter, die so gründlich dem europäischen Machbarkeitswahn widerspricht und vielleicht sogar genau die Änderung unserer Sicht auf die Welt beinhaltet, die wir jetzt vornehmen müssen, wenn wir noch ein paar Generationen auf diesem Planeten und mit diesem Planeten überleben wollen.

    Viktor Kalinke (Hrsg.) Laozi. Daodejing Leipziger Literaturverlag, Leipzig 2022, 124,95 Euro.

    #philosophie #sinologie #traduction #Chine #lettres

  • Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen nebst den Redensarten der deutschen Zech-Brüder und aller Praktik Großmutter, d. i. der Sprichwörter ewigem Wetter-Kalender gesammelt und mit vielen schönen Versen, Sprüchen und Historien in ein Buch verfasst von Friedrich Heinrich Wilhelm Körte, Brockhaus, Leipzig 1837, Neue Ausgabe 1847- Internet Archive
    https://archive.org/details/diesprichwrteru02krgoog/page/n7/mode/2up

    Voilà pour les férus de l’allemand :-)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_K%C3%B6rte

    Friedrich Heinrich Wilhelm Körte (* 24. März 1776 in Aschersleben; † 28. Januar 1846 in Halberstadt) war ein deutscher Literaturhistoriker.

    Körte war Sohn des Archidiakons Christian Andreas Matthias Körte und ein Großneffe von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der sich väterlich um Körte annahm. Er besuchte zunächst die Stadtschule Aschersleben, dann von 1792 bis 1796 das Domgymnasium Halberstadt. Dort bestand er die Maturitätsprüfung. Anschließend studierte er an der Universität Halle Rechtswissenschaften, wandte sich dann aber dem Studium der Literatur und den schönen Wissenschaften und Künsten zu. Wann er zum Doktor promoviert wurde, ist nicht bekannt.

    Körte kehrte 1799 nach Halberstadt zurück. Dort war er als Lehrer an der von Gleim geplanten Humanitätsschule vorgesehen. Nach dem diese vom preußischen Staat entgegen den Plänen Greims als Zug am Domgymnasium Halberstadt verwirklicht wurde, erhielt Körte eine regelmäßige Abfindung bis zu seinem Tod ausgezahlt, von der er leben konnte. Er war daher nicht auf eine wirtschaftliche Betätigung angewiesen und konnte sich daher seinen Studien und der schriftstellerischen Arbeit widmen. Er heiratete Wilhelmine Wolf, die Tochter von Friedrich August Wolf, und betätigte sich als Nachlassverwalter von Gleims und Wolfs literarischen Nachlass. Den Ausgangspunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit stellt die Herausgabe der Werke von Ewald Christian von Kleist dar. Bis zur Aufhebung des Stifts 1810 war Körte außerdem Domvikar am Domstift Halberstadt.

    Körte war von 1810 bis 1817 als Buch- und Kunsthändler in Halberstadt tätig. Zog sich aber von dieser Tätigkeit wieder zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Er war mit dem Schulrektor Christian Gottfried Wilhelm Lehmann befreundet.

    Körte ist mit seinen Brüdern Franz Körte und August Bernhard Christian Körte Stammvater der Gelehrtenfamilie Körte.

    Werke (Auswahl)

    Ewald Christian von Kleist’s sämmtliche Werke, 2 Bände, Unger, Berlin 1803.
    Kritik der Ehre, Sittlichkeit und des Rechts in F. H. Jacobis Gelegenheitsschrift: Was gebieten Ehre, Sittlichkeit und Recht in Absicht vertraulicher Briefe von Verstorbenen und noch Lebenden , Geßner, Zrich 1806.
    Johann Wilhelm Ludewig Gleims Leben aus seinen Briefen und Schriften, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811.
    J. W. L. Gleim’s sämmtliche Werke, 8 Bände, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811–1841 (Neudruck bei Olms, Hildesheim 1971).
    Das Leben Carnots, Brockhaus, Leipzig 1820.
    Beurtheilung der Voßischen Schrift: „Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier?“ und einiger andern damit verwandten Schriften, Hermes, Amsterdam 1820.
    Leben und Studien Friedr. Aug. Wolf’s, des Philologen, 2 Bände, Bädeker, Essen 1833.
    Friedr. Aug. Wolf über Erziehung, Schule, Universität („Consilia scholastica.“); aus Wolf’s litterarischem Nachlasse zusammengestellt von Wilhelm Körte, Becker, Quedlinburg 1835.
    Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen nebst den Redensarten der deutschen Zech-Brüder und aller Praktik Großmutter, d. i. der Sprichwörter ewigem Wetter-Kalender, Brockhaus, Leipzig 1837.
    Albrecht Thaer: Sein Leben und Wirken als Arzt und Landwirth, Brockhaus, Leipzig 1839.

    #Allemagne #histoire #lettres #langue #proverbes

  • AAH en complément d’une pension : encore quelques mois avant la décision de la Cour de cassation
    https://www.faire-face.fr/2026/03/06/aah-complement-pension-patience-avant-cassation

    Si la haute juridiction confirme [en 2026...] le jugement de la cour d’appel, celui-ci deviendra définitif. Vous pourrez alors demander à vos caisses de recalculer votre AAH. Sans garantie qu’elles le fassent. Dans ce type d’affaires, elles attendent souvent une instruction nationale de la Caisse nationale d’allocations familiales (Cnaf) avant de bouger.

    En cas de refus, vous devrez saisir la commission de recours amiable (CRA) de votre Caf. Puis, le pôle social du tribunal judiciaire où vous obtiendrez, enfin, gain de cause grâce à l’arrêt de la Cour de cassation.

    Une procédure judiciaire dès maintenant ?

    Martine Deniau, elle, encourage les personnes concernées à saisir la justice sans plus attendre (mais après avoir demandé le recalcul de leurs droits auprès de leur caisse puis saisi la CRA, deux étapes obligées). Pourquoi ? « Les Caf ne comprennent que le rapport de force », explique-t-elle.

    Et, surtout, « c’est le début de la réclamation qui marque la date à partir de laquelle il sera possible d’obtenir le remboursement des sommes non perçues ». Selon elle, le plus tôt sera donc le mieux. Du moins pour ceux qui ont la détermination de se lancer dans une procédure judiciaire.

    https://seenthis.net/messages/1100213
    #AAH #pension_de_retraite #ressources_annuelles #AAH_différentielle #Rapo #lettre_type #abattements_fiscaux #jurisprudence

  • Quoi faire de la pensée ?Vers une critique des dispositifs dégénératifs
    https://abasbruit.org/2026/03/03/quoi-faire-de-la-pensee-vers-une-critique-des-dispositifs-degeneratifs

    On ne l’entend même plus. Le rauque souffle des trompettes du dernier jour est tellement usé, tellement fatigué, enseveli qu’il est, couche après couche, par des débris et des mensonges, qu’on a du mal à ne pas le prendre pour un soupir insignifiant, un écho de rien, une mauvaise plaisanterie...

    #Anarchives #Lettres_du_monde

  • « Étrangers, ne nous laissez pas seuls avec les Français ! » Entretien avec Julien Brachet
    https://abasbruit.org/2026/02/11/etrangers-ne-nous-laissez-pas-seuls-avec-les-francais-entretien-avec-juli

    Pourquoi reprendre ce vieux slogan des luttes des « sans-papiers » des années 1990 ? Dans la vague néo-fasciste planétaire que nous vivons, un des motifs les plus persistants et universalisés est la haine du migrant. Qui est aussi celle portée contre un « dehors » qui vient troubler la précaire stabilité de l’intériorité sociale fabriquée par l’État.

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • « Étrangers, ne nous laissez pas seuls avec les Français ! » Entretien avec Julien Brachet
    https://abasbruit.org/2026/02/03/etrangers-ne-nous-laissez-pas-seuls-avec-les-francais-entretien-avec-juli

    Pourquoi reprendre ce vieux slogan des luttes des « sans-papiers » des années 1990 ? Dans la vague néo-fasciste planétaire que nous vivons, un des motifs les plus persistants et universalisés est la haine du migrant. Qui est aussi celle portée contre un « dehors » qui vient troubler la précaire stabilité de l’intériorité sociale fabriquée par l’État.

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • Tenondé Porã. Autonomie et diversité Depuis les terres guarani
    https://abasbruit.org/2026/02/10/tenonde-pora-autonomie-et-diversite

    Brésil. São Paulo. Lorsque les résurgences des formes de vie guaranis se révèlent indissociables des luttes, la question des alliances s’impose : la communauté ne saurait être pensée sans ses rapports à ceux qui lui sont étrangers. Il en résulte nécessairement une réinvention de la tradition...

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • #Lettre_ouverte d’#Anne_Fraïsse Présidente de l’Université de Montpellier Paul-Valéry au Président de la république

    Monsieur le Président,

    On meurt dans vos Universités. On meurt dans mon Université. D’excès de travail, de stress, d’usure, de désespoir, d’indifférence. Malgré nos alertes, le ministre de l’Enseignement Supérieur minimise la situation : « ce n’est pas Zola ».

    Dans mon université, en 5 ans, il y a eu 4 suicides de personnels titulaires (le précédent remontait à 25 ans), 3 crises cardiaques au travail, 2 AVC sans compter les arrêts de travail longue maladie pour burn-out. Cette année, dans notre communauté, 3 fonctionnaires en activité sont morts. Certes, ces décès ont des causes multiples mais les statistiques sont là et ce bilan pour une université de 1003 titulaires (576 enseignants et 427 administratifs) pour 23000 étudiants révèle des conditions de travail insupportables.

    Nous venons de voter notre sixième budget en déficit ; notre université est une des moins dotées et, plus grave, des moins encadrées de France (11 départements à moins de 50 %, voire 40 % d’encadrement en enseignants titulaires). À toujours entendre parler de déficit ou de sous-dotation, on perd sans doute la conscience de ce que travailler dans une université sous-encadrée veut dire réellement au quotidien. « Recrutez des ATER et des contractuels, c’est moins cher que des titulaires pour un même travail » nous dit-on. Non, pas pour un même travail. Dans un département sous-encadré, les titulaires enseignants doivent recruter des vacataires, organiser leurs emplois du temps, les encadrer ; c’est 10 000, 12 000 heures à distribuer à des personnes qui en font en moyenne 40 ou 50 dans l’année, qui ne connaissent que tardivement les horaires où elles sont disponibles, qui ne peuvent assurer aucune tâche non financée (encadrement des thèses, des mémoires, des stages, organisation des services et des emplois du temps …). Que se passe-t-il quand, à la rentrée, 20 TD de 45 étudiants n’ont pas d’enseignant dans un même département ? Pour ne pas pénaliser leurs étudiants, ce sont les professeurs et les maîtres de conférences qui assurent ces groupes en plus de leur service, quels que soient le nombre d’heures et le travail supplémentaire, quelles que soient l’amplitude horaire ou l’accumulation des heures dans une même journée. Dans ces départements, la totalité des enseignants titulaires font plus du double de leur service, sans parler de leur temps de recherche. À Montpellier Paul-Valéry, cela représente plus de 16500 heures pour 75 collègues quasiment en double service ou plus. Et cela dure depuis plus de 10 ans. Ce n’est pas « un ressenti », comme le dit Monsieur le Ministre, mais une réalité dure et désespérante pour ceux qui aiment leur travail et le service public. Les tâches administratives sont confiées à des contractuels qu’il faut former et qui s’en vont dès qu’ils trouvent mieux (jusqu’à 1600 euros de prime annuelle en moins qu’ailleurs n’incite pas à s’attarder).

    Depuis plus de 10 ans nous sommes en surchauffe, en travail forcé, en déséquilibre permanent, jamais sûrs d’arriver à remplir nos missions faute de bras. Nous l’avons dit, répété, crié : il est urgent de créer des postes, de revenir à des dotations pour charges de service public à la hauteur du nombre d’étudiants accueillis, de rétablir un modèle d’allocation des moyens qui répare les injustices, qui soit clair et transparent.

    Mais non, il n’y aura pas de nouveau modèle, répète Monsieur le Ministre qui « n’y croit pas ». Nous restons donc depuis 15 ans le seul pays d’Europe où l’argent de l’État est distribué aux universités sans critères connus, dans la plus totale opacité et injustice. Pour un étudiant de même discipline une université peut recevoir deux fois moins qu’une autre. Pourquoi ? Personne ne le sait, aucune justification aux plafonds d’emplois, à la dotation de l’État, aux demandes de fermeture de formations ; seulement des arguments imparables : pas d’argent, pas de postes ; pas de postes, trop d’étudiants ; trop d’étudiants, déficit ; déficit, pas d’argent ; et on reprend la boucle comme des hamsters qui tournent dans leur roue.

    C’est historique, pourquoi changer ? Parce que, Monsieur le Président, les conséquences de ce refus sont funestes. Pour ne pas pénaliser leurs étudiants, pour ne pas négliger leurs recherches, nos collègues perdent leur santé et parfois leur vie. Et cette année, ils perdent aussi l’espoir de voir s’améliorer leur situation. Aucune création de postes pour cette campagne d’emplois, pas de recrutement de fonctionnaires, qu’importe votre taux d’encadrement, votre nombre d’étudiants ; pas de discussion, pas de négociation, qu’importe l’injustice. Tant pis si les plus pauvres payent pour les plus riches ; c’est le sens de l’histoire. Enfin, le chantage pour ceux qui résistent : si vous laissez des créations dans la campagne d’emplois, vous ne les aurez pas et vous n’aurez pas non plus le renouvellement des postes vacants, libérés par retraite, mutation ou mort. On meurt dans mon université et je me refuse à choisir dans quels départements seront les prochains morts. Notre demande est légitime, nous ne voulons pas y renoncer. Aveuglement, indifférence, mépris, volonté de soumettre sans écouter, c’est ce que vit aujourd’hui ma communauté. Zola dénonçait les injustices d’une société qui pour ménager les plus riches écrasait les plus pauvres. La situation de mon université, c’est bien du Zola, Monsieur le Président.

    Savoir et se taire c’est être complice, je ne peux pas taire cette injustice. Pouvoir agir et ne rien faire c’est être coupable, vous savez maintenant ce que zéro création de postes veut dire pour une université comme la mienne.

    Permettez-moi, Monsieur le Président, de vous saluer comme les gladiateurs saluaient celui qui finançait les jeux et présidait à leur destinée : « Morituri te salutant ».

    Anne Fraïsse
    Présidente de l’Université de Montpellier Paul-Valéry

    https://www.univ-montp3.fr/fr/communiques/lettre-ouverte-danne-fra%C3%AFsse-pr%C3%A9sidente-de-luniversit%C3%A9-de
    #université #France #ESR #facs #conditions_de_travail #décès #suicide #usure #désespoir #indifférence #déficit #sous-dotation #service_public #santé #taux_d'encadrement

  • Un pas de plus…
    https://www.obsarm.info/spip.php?article719

    Vérité et Justice pour les victimes des essais nucléaires ? Tel est l’objectif de la proposition de loi déposée à l’Assemblée nationale le 14 octobre dernier par Mereana Reid Arbelot, l’ex-rapporteure et Didier Le Gac, l’ex-président de la commission d’enquête du printemps 2025. Une avancée rendue indispensable et attendue par beaucoup, face à ce qu’il faut bien nommer l’échec de la loi Morin adoptée en 2010. Seulement 1 206 personnes ont été indemnisées entre 2010 et 2024 — dont 230 sur (…) #Lettre_aux_parlementaires

    / #La_cinq, #Armes_nucléaires, #Victimes_du_nucléaire, #Non-prolifération, ONU / Organisation des Nations (...)

    #ONU_/_Organisation_des_Nations_unies
    https://www.obsarm.info/IMG/pdf/lettre_parlementaire_2_2025.pdf

  • Lectures pour une ombre by Jean Giraudoux
    https://gutenberg.org/ebooks/70995

    “Lectures pour une ombre” by Jean Giraudoux is a novel written in the early 20th century. The narrative unfolds against the backdrop of World War I, exploring the complexities of life, war, and personal narratives as they intertwine in the experiences of soldiers and civilians alike. Central to the story are the reflections and interactions of various characters, including soldiers and local inhabitants, as they navigate through the chaos of war. The opening of the novel sets a contemplative tone, depicting the soldiers waking up in an unfamiliar setting, dealing with the physical and emotional remnants of a recent battle while longing for the familiarity of home. With reference to their thoughts about the war league and the unrealized dreams of the future, characters ponder their relationships and loss amidst the unfolding events. The narrative introduces various details about daily life intertwined with the military context, highlighting the juxtaposition of mundane activities against the backdrop of war chaos. As soldiers reminisce about their pasts and engage in humorous yet poignant dialogues, the reader is drawn into their world where the specters of love, loss, and hope linger despite the harsh realities surrounding them. (This is an automatically generated summary.)

    Oeuvres de Jean Giraudoux. 3, Lectures pour une ombre / Jean Giraudoux | Gallica
    https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9690281w.texteBrut

    Texte complet disponible en ligne

    Title : Oeuvres de Jean Giraudoux. 3, Lectures pour une ombre / Jean Giraudoux
    Author : Giraudoux, Jean (1882-1944). Auteur du texte
    Publisher : Emile-Paul frères (Paris)
    Publication date : 1929
    Set notice : http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb39156199f
    Relationship : Titre d’ensemble : Oeuvres de Jean Giraudoux
    Relationship : http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb321699372
    Type : monographie imprimée
    Language : French
    Format : 1 vol. (224 p.) ; in-8
    Description : Contient une table des matières
    Rights : Public domain
    Identifier : ark :/12148/bpt6k9690281w
    Source : Bibliothèque nationale de France, département Littérature et art, 8-Z-24164 (3)
    Provenance : Bibliothèque nationale de France
    Online date : 05/06/2016

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Lectures_pour_une_ombre

    Lectures pour une ombre est un roman de Jean Giraudoux publié en 1917 aux éditions Émile-Paul Frères. Il est dédié au critique et journaliste André du Fresnois.

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean_Giraudoux
    https://fr.wikisource.org/wiki/Auteur:Jean_Giraudoux

    #roman #lettres #1917

  • #Accusation d’#antisémitisme à #Berkeley : « Je me retrouve dans les mêmes difficultés qu’un personnage de Kafka », par #Judith_Butler

    L’université de Berkeley a transmis vendredi les noms de 160 enseignants et étudiants à l’administration américaine dans le cadre d’une enquête sur des « #actes_présumés_d’antisémitisme ». La philosophe, qui figure dans la liste, dénonce dans une #lettre de graves atteintes aux #droits_civiques.

    Philosophe de renommée mondiale, Judith Butler a exprimé des vues très critiques à l’égard de la politique d’#Israël et s’est engagée dans la défense des droits des Palestiniens. La professeure émérite a écrit une lettre à David Robinson, l’avocat principal de l’université de Berkeley, qui l’a informée de la procédure en cours et dans laquelle elle dénonce de graves atteintes aux droits civiques ainsi qu’une trahison de l’esprit de Berkeley. « Libération » publie une version écourtée de cette lettre, également parue dans The Nation et dans La Stampa.

    Cher David Robinson,

    Ne sachant pas si nous nous sommes déjà rencontrés, je souhaiterais me présenter : je suis une enseignante-chercheuse retraitée, professeure émérite à l’école doctorale de l’#université_de_Berkeley, où je suis actuellement engagée dans un programme de recherche financé par une bourse.

    Durant de nombreuses années, dans mes enseignements de littérature comparée, j’ai consacré des séminaires à la thématique « Kafka et le droit ». Ceux-ci ont mis en évidence les échos des fictions de Kafka dans le monde réel, en particulier, la suspension de la procédure juridique régulière et la normalisation de la détention illimitée.

    Comme vous le savez peut-être, Kafka n’était pas seulement un grand écrivain de langue allemande, mais aussi un membre de la communauté juive tchèque, qui participait au débat sur les traditions du droit juif. Avocat de formation, il a passé la majeure partie de sa vie d’adulte à traiter des demandes d’indemnisation pour des préjudices corporels subis par des travailleurs dans l’exercice de leur métier, veillant à ce que les procédures soient respectées et à ce que les audiences soient équitables.

    Le soir, et surtout le dimanche, il écrivait. Dans ses paraboles, Kafka se demande si nous pouvons encore obtenir justice par la loi ou si, au contraire, la procédure judiciaire s’est tellement écartée de la voie normale que nous en sommes réduits à raconter comment elle étouffe toute demande de justice. Tel est le sujet de mes recherches actuelles et d’un prochain livre dont j’espère avoir terminé le manuscrit à la fin de 2025.

    Mon propos trouve une illustration particulièrement frappante dans son plus célèbre roman, le Procès. Au début de l’histoire, K, un employé de bureau, est réveillé un matin par deux hommes l’informant qu’une accusation a été portée contre lui. Se disant des représentants de la loi, ces émissaires inquiétants semblent plutôt être issus du monde professionnel de K ; leur statut est ambigu. Quoi qu’il en soit, ils l’informent d’une dénonciation. Quand K leur demande de quoi il est accusé, ils lui répondent qu’ils ne sont pas en mesure de le lui dire et semblent de fait l’ignorer.

    Ils envoient alors K, en quête du motif de son accusation, dans différents lieux d’une ville qui ressemble à celle de Kafka, Prague, jusqu’à un bâtiment dont les portes demeurent infranchissables. Cherchant en vain à connaître le motif de sa mise en examen, K doit préparer un procès dans l’ignorance de son objet.

    Après de nombreuses pages narrant des attentes et des recherches infructueuses, les lecteurs comprennent que la quête de K constitue le procès lui-même. K attend indéfiniment et vainement que débute une procédure équitable. L’un des principaux problèmes de K est sa croyance persistante en la régularité des procédures […]. Les avocats qu’il sollicite se montrent d’ailleurs tout aussi déconcertés par le caractère arbitraire et inquiétant de l’affaire.

    Affaire de harcèlement ou de discrimination antisémite est « présumée »

    Vous, qui avez été formé à la tradition juridique américaine, vous reconnaîtrez que K espère désespérément bénéficier de protections équivalentes à celles offertes par le 6e et le 14e amendements de la Constitution, à savoir le droit à être défendu par un avocat, le droit à être présenté devant un jury impartial, et le droit à connaître l’identité de ses accusateurs, la nature des accusations portées contre soi et les preuves retenues pour instruire un procès.

    Ces garanties vous sont sans doute familières aussi parce qu’elles font partie de la politique officielle de l’OPHD (Office for the Prevention of Harassment and Discrimination, Bureau pour la prévention du harcèlement et de la discrimination) […].

    Mon cas diffère bien sûr de celui de K, mais je me retrouve dans les mêmes difficultés que lui. Dans la lettre que vous m’avez adressée, vous m’informez simplement que vos services ont transmis « un dossier ou un rapport relatif à des incidents antisémites présumés » dans lequel figure mon nom. Deux aspects de cette communication retiennent l’attention d’une spécialiste de l’œuvre de Kafka.

    Vous laissez d’abord entendre, sans le dire explicitement, que je suis accusée d’antisémitisme ou que mon nom a été associé à un incident de ce type. Vous êtes en réalité plus prudent, puisque vous dites que l’affaire de harcèlement ou de discrimination antisémite est « présumée », laissant entendre qu’en l’état, l’allégation n’a fait l’objet d’aucune enquête ni d’aucun jugement.

    Au lieu d’établir un rapport conformément à la procédure – ce que vous êtes tenu de le faire en vertu du droit constitutionnel américain et de la politique de l’université de Californie –, vous transmettez à un bureau du gouvernement fédéral une allégation qui n’a donné lieu à aucun jugement. Qu’elle soit fondée ou non n’a apparemment aucune importance à vos yeux. […]. Mon nom figure désormais sur une liste dont le Bureau des droits civiques du ministère de l’Education (qui ne sont clairement pas mes droits civiques) fera les usages qu’il jugera appropriés.

    Vais-je désormais être fichée ? Mes déplacements vont-ils être restreints ? Vais-je être surveillée ? N’avez-vous aucun scrupule à communiquer les noms de « membres de la communauté universitaire de Berkeley » sans avoir au préalable respecté les règles élémentaires d’une procédure régulière, telles qu’elles ont été établies à la fois par la législation américaine et par la politique de l’université de Berkeley ?

    Une violation flagrante de la #confiance, de l’#éthique et de la #justice

    Je suis une personne relativement privilégiée. Je trouverai le moyen de survivre quelles que soient les mesures que le gouvernement prendra à mon encontre, mais le fait que vous ayez exposé des professeurs, des membres du personnel et des étudiants à une #surveillance généralisée constitue une violation flagrante de la confiance, de l’éthique et de la justice.

    J’appelle l’OPHD à faire valoir ses droits, à refuser de céder à de telles demandes issues du gouvernement fédéral, et à adopter une position de principe en faveur d’une procédure régulière et d’un examen équitable de toute affaire portée à sa connaissance.

    Je l’exhorte à suivre les règles qui ont prévalu à l’université de Berkeley avant cette intervention sans précédent, en respectant son #autonomie. Ne sacrifions pas notre #intégrité_institutionnelle sous la pression de formes légalistes d’#intimidation et d’#extorsion.

    Comme K, j’aimerais penser que nous vivons dans un monde où les allégations ne sont pas considérées comme vraies tant qu’elles n’ont pas fait l’objet d’un examen en bonne et due forme, et que, à ce moment particulier de l’histoire, nous ne mettons pas en danger un individu en transmettant une accusation non fondée et non jugée au gouvernement fédéral.

    Peut-être que je suis stupide, ne parvenant à vivre que dans le monde des paraboles. Heureusement, j’ai encore mes livres. Il n’est pourtant pas complètement insensé de résister à l’injustice quand elle se manifeste de manière aussi évidente, – ce qui vous est aussi apparu, je suppose.

    Cordialement,

    https://www.liberation.fr/idees-et-debats/tribunes/accusation-dantisemitisme-a-berkeley-je-me-retrouve-dans-les-memes-diffic
    #université

    • Judith Butler : “L’université doit résister au #chantage du gouvernement américain”

      Inscrite sur une liste transmise par l’Université de Berkeley au gouvernement Trump dans le cadre d’une enquête sur des “actes présumés d’antisémitisme”, figure majeure de la philosophie contemporaine, Judith Butler dénonce dans un entretien aux Inrockuptibles une procédure kafkaïenne, l’instrumentalisation de l’antisémitisme et un climat de nouveau maccarthysme.

      Dans votre lettre, vous écrivez : “Je me retrouve dans les mêmes difficultés qu’un personnage de Kafka”. Concrètement, qu’est-ce qui, dans la procédure engagée à Berkeley, à savoir la transmission de noms au gouvernement fédéral, vous paraît le plus préoccupant et problématique ?

      Judith Butler – Lorsqu’une accusation est portée, il est censé exister une présomption d’innocence, jusqu’à ce qu’une culpabilité soit établie par une procédure légale ou un examen approprié. Dans le système de l’Université de Californie, cela suppose que la personne citée dans la plainte soit informée de son contenu, qu’elle ait la possibilité de présenter sa version des faits, et qu’un jugement soit rendu sur la base des éléments fournis. Rien de tout cela n’a eu lieu. Des accusations d’antisémitisme ont été formulées, mais pour l’essentiel, aucune procédure n’a été suivie : la plupart des 160 personnes mentionnées ignorent tout de ce qui leur est reproché.

      Qu’en est-il de votre cas en particulier ?

      En ce qui me concerne, on ne m’a jamais dit quelle était l’accusation, ni montré la moindre preuve. Je n’ai pas eu l’occasion de me défendre ni de fournir des éléments en retour. Pire encore : ces accusations ont été transmises au gouvernement fédéral, ce qui constitue à la fois, une violation manifeste de la vie privée et une injustice flagrante, puisque ces allégations n’ont jamais été examinées et sont peut-être infondées. Enfin, le gouvernement actuel des États-Unis a déjà pris des mesures contre des personnes accusées sur ce type de base : enlèvements, détentions, expulsions, surveillances, pertes d’emploi ou d’inscription universitaire. Alors pourquoi une université renoncerait-elle à ses propres procédures pour livrer des noms à l’État, sachant parfaitement comment l’État a procédé par le passé face à ce genre d’accusations non établies ?

      En somme, vous reprochez à Berkeley d’avoir transmis des noms sans enquête préalable. Qu’aurait dû faire, selon vous, une institution académique fidèle à l’esprit du “free speech” et à ses propres règles internes avant de partager ces informations avec les autorités fédérales ?

      Aux États-Unis, il existe une règle contraignante pour les institutions d’enseignement : le Title VI. Elle protège contre toute discrimination fondée sur la race, la religion, la nationalité, entre autres. Elle reconnaît aussi l’antisémitisme comme une forme de discrimination à combattre, et je souscris pleinement à cela. Mais le Title VI exige également que les universités démontrent qu’elles disposent de procédures internes pour examiner ce type d’allégations. Or l’enquête sur l’antisémitisme menée par l’administration Trump se réclame, elle aussi, du Title VI, tout en neutralisant précisément ces procédures internes, y compris celles qu’exigent le Title VI. En acceptant de transmettre de simples allégations, sans enquête complète ni contradictoire, l’Université de Californie a renoncé à ses propres protocoles et à sa promesse d’un examen équitable. Et ce n’est pas seulement le campus de Berkeley qui est concerné, mais l’ensemble du système universitaire de l’État.

      Quel est l’effet immédiat d’une telle décision sur les étudiant·es et les enseignant·es ? Peut-on parler d’autocensure, de retrait de cours ou de séminaires, de découragement à s’exprimer publiquement ?

      Bien sûr. Le débat sur le campus, la recherche et l’enseignement sont désormais “glacés”, neutralisés : tout le monde intègre des formes d’autocensure nées de la peur, parfois même de la terreur.

      Sur le fond de cette affaire, se pose la question de savoir comment distinguer clairement, dans le cadre universitaire, les actes et discours antisémites, qu’il faut condamner, de la critique, même radicale, d’un gouvernement (israélien ou autre) …

      Le problème, c’est que l’université a adopté la même définition de l’antisémitisme que l’administration Trump. Toutes deux s’appuient sur la définition de l’IHRA (l’Alliance internationale pour la mémoire de l’Holocauste), qui inclut dans l’antisémitisme la critique de l’État d’Israël, les dénonciations de son racisme ou les interrogations sur ses principes fondateurs. Dans ce cadre, tout débat ouvert sur le génocide, les boycotts ou l’histoire du sionisme est considéré comme antisémite d’emblée, ce qui revient à interdire purement et simplement l’étude ou la discussion de ces sujets. Le magazine israélien The Jerusalem Report propose une définition plus mesurée de l’antisémitisme. Et puisque nous devons pouvoir nommer et combattre l’antisémitisme lorsqu’il se manifeste réellement, il ne faudrait surtout pas qu’on l’instrumentalise pour bâillonner la parole, en particulier celle qui, au nom des droits humains, s’oppose à des crimes contre l’humanité.

      Vous avez consacré de nombreux séminaires à “Kafka et le droit” pour éclairer l’arbitraire procédural. Quelles analogies vous semblent les plus pertinentes entre son roman Le Procès et les mécanismes contemporains de dénonciation, d’enquête ou de fichage administratif ?

      Ce qui est frappant, c’est qu’au moment où le personnage Joseph K. se réveille, attendant son café, deux hommes surgissent et interrompent le cours ordinaire de sa journée. Il ne cesse de leur demander qui ils sont, pour quelle autorité ils travaillent, quel pouvoir ils représentent. Il n’obtient aucune réponse, sinon cette remarque de l’un d’eux : leur tâche est d’instiller le plus de culpabilité possible dans la population. Les gens ne savent pas pourquoi ils devraient se sentir coupables, mais il est entendu que l’État a besoin d’une culpabilité diffuse, et de la peur, pour maintenir son pouvoir. On ne saura jamais si Joseph K. a commis un crime ni quelle est l’accusation portée contre lui. L’allégation prend vie par elle-même, autosuffisante, accompagnant Joseph K. partout où il va. L’espoir d’un procès équitable est vain, aucun procès ne s’ouvre jamais. La seule chose qui se produit, c’est que l’accusé vit dans une forme de détention au cœur de la vie quotidienne, comme si cette condition ne relevait plus du seul espace carcéral, mais faisait de l’existence ordinaire une sorte de détention énigmatique fondée sur la présomption de culpabilité, inversant les conditions normales de la justice.

      Vous établissez un parallèle entre cette description et votre situation ?

      On vit une désorientation, une culpabilité ambiante et la peur. Et je crois que l’on peut dire que professeurs, étudiants et personnels vivent aujourd’hui ce climat : ils craignent d’assigner certains livres, de prononcer des mots qui décrivent la réalité ou d’affirmer leur point de vue, notamment sur des sujets comme le génocide, à propos duquel nous devrions tous pouvoir débattre ouvertement et lucidement.

      De nombreux observateur·rices parlent d’un “retour du maccarthysme”. En quoi le moment présent (listes, dénonciations, pressions politiques) ressemble-t-il à la chasse aux sorcières des années 1950 ?

      Oui, il y a des listes, des dénonciations et une forme d’extorsion exercée par le gouvernement fédéral. Mais cette fois, le gouvernement va plus loin : il cherche à prendre directement le contrôle des fonctions administratives et de supervision qui reviennent normalement à l’université elle-même. Il exige de nouveaux programmes, des modifications de cursus, des licenciements. Le maccarthysme des années 1950, lui, n’était pas allé jusque-là.

      Après l’assassinat de Charlie Kirk, J.D. Vance a déclaré la guerre à la “gauche radicale”. Comment interprétez-vous ce tournant rhétorique et ses possibles conséquences institutionnelles (enquêtes, coupes budgétaires, lois sur la liberté d’expression sur les campus) ?

      Le 25 septembre, l’administration Trump a annoncé son intention d’enquêter sur les réseaux de gauche, qu’elle accuse de terrorisme intérieur ou d’incitation à la violence. Mais la façon dont ces mouvements sont décrits ne fournit en réalité aucun élément permettant de soutenir qu’ils prônent la violence ou qu’ils poursuivent des objectifs violents. Leur document sur la “lutte contre le terrorisme intérieur” indique qu’“il existe des motivations récurrentes et communes qui unissent ce schéma d’activités violentes et terroristes sous la bannière de ‘l’antifascisme’ autoproclamé”. Le même document accuse ces mouvements de considérer des principes fondateurs de l’Amérique (soutien aux forces de l’ordre et au contrôle des frontières, par exemple) comme “fascistes”, afin de justifier et encourager des actes de révolution violente. On parle même de “mensonge antifasciste”, qui serait devenu le cri de ralliement des terroristes intérieurs pour mener une attaque violente contre les institutions démocratiques, les droits constitutionnels et les libertés fondamentales américaines.

      Que reprochez-vous exactement à ce document ?

      On voit bien qu’une large palette de positions et d’associations parfaitement légitimes se trouvent désormais qualifiées de “conduites violentes”, ce qui constitue encore une accusation sans fondement. Ceux qui critiquent, par exemple, l’histoire de l’esclavage et de son héritage raciste, ceux qui développent une critique de l’avidité capitaliste et des inégalités économiques, ceux qui défendent la liberté de circulation des migrants, ou qui considèrent que la notion de genre affirme la complexité incarnée de l’humain : tous sont désormais labellisés comme “extrémistes” et réputés violents. Le texte se conclut en visant explicitement ceux qui critiquent les “valeurs américaines traditionnelles” comme “la famille, la religion et la morale”. Ce serait une grave injustice de censurer toutes les tentatives de repenser la famille ou les lois qui ont permis de nouvelles formes de parenté, y compris l’homoparentalité. Mais ici se profile une menace plus grave encore : dès lors que ces formes culturelles et ces politiques sont stigmatisées comme “violentes”, elles seront criminalisées ou deviendront des cibles légitimes d’attaques violentes.

      Aujourd’hui que demandez-vous, très précisément, à la direction de Berkeley ? Le retrait de la liste, des garanties écrites de respect de la procédure, une transparence totale, une assistance juridique aux personnes citées ?

      Premièrement, qu’aucun autre nom ne soit transmis. Deuxièmement, que les dossiers soient rouverts à des procédures équitables pour toutes les personnes mentionnées. Troisièmement, que l’université résiste au chantage du gouvernement américain, qui menace de couper les financements fédéraux si elle refuse de trahir sa communauté et ses propres protocoles, protocoles établis et parfaitement légaux.

      Si vous deviez définir trois priorités immédiates pour restaurer la confiance, sur les campus comme dans l’espace public, lesquelles proposeriez-vous ?

      La démission du président du système de l’Université de Californie, ainsi que de tous les chanceliers des campus qui ont obéi aux injonctions fédérales. La réinstauration des protocoles équitables, exigés par le Title VI, pour toutes les personnes accusées. Et enfin : transparence, justice, courage.

      https://www.lesinrocks.com/societe/judith-butler-luniversite-doit-resister-au-chantage-du-gouvernement-amer

  • Ernest Renan : un Anti-sémitisme savant
    https://www.persee.fr/doc/hel_0750-8069_2007_num_29_2_3007

    Il n’y a pas que les « semites » que le grand penseur qualifie de races moins cultivées que les indo-européens (chez nous on parlait encore des cultures indo-germaniques en 1970 ff.).

    C’est hilarant quand on considère les efforts de découverte des cultures chinoinsed et japonaises au même moment.

    La Chine et l’Égypte, en apparence si éloignées, mais rapprochées par tant de traits communs, donneraient lieu à des remarques analogues. (…) pour ne parler ici que de la Chine, dont la langue et la civilisation nous sont mieux connues, la langue chinoise, avec sa structure inorganique et incomplète, n’est-elle pas l’image de la sècheresse d’esprit et de coeur qui caractérise la race chinoise ? Suffisante pour les besoins de la vie, pour la technique des arts manuels, pour une littérature légère de petit aloi, pour une philosophie qui n’est que l’expression souvent fine, mais jamais élevée, du bon sens pratique 3 (2), la langue chinoise excluait toute philosophie, toute science, toute religion, dans le sens où nous entendons ces mots.

    encore

    Nous ne connaissons point assez l’ancienne sagesse de l’Egypte pour dire comment elle trouvait sa limite dans la langue même du pays. Remarquons cependant que l’analogie qui existe entre l’histoire sociale de l’Egypte et celle de la Chine ne saurait être fortuite : l’absence de liberté individuelle, d’esprit public, d’institutions politiques, la tendance vers une administration perfectionnée, si l’on veut, mais étouffante, le manque d’aptitude militaire, se retrouvent de part et d’autre. Ajoutons que les deux exemples d’écriture primitivement idéographique que nous a légués l’antiquité se rencontrent précisément dans les deux langues qui, par leur structure, appelaient pour ainsi dire ce genre de notation

    puis

    La vie politique est peut-être ce que les peuples indo-européens ont de plus indigène et de plus propre. Ces peuples sont les seuls qui aient connu la liberté, qui
    aient compris à la fois l’état et l’indépendance de l’individu. Certes, ils sont
    loin d’avoir toujours également bien concilié ces deux nécessités contraires. Mais jamais chez eux on ne trouve ces grands despotismes unitaires, broyant toute individualité, réduisant l’homme à l’état d’une sorte de fonction abstraite et sans nom, comme on le voit dans l’Égypte, à Babylone, en Chine, dans les despotismes musulmans et tartares

    #racisme #colonialisme #lettres

  • Les #Pays-Bas en passe d’ouvrir un #centre_de_retour en #Ouganda pour les demandeurs d’asile #déboutés

    La Haye et Kampala ont signé jeudi une #lettre_d'intention, en vue d’un prochain #accord pilote, qui prévoit d’envoyer les #sans-papiers présents aux Pays-Bas vers l’Ouganda. Le plan vise les personnes déboutées de l’asile aux Pays-Bas et originaires de pays voisins de l’Ouganda. Avec ce partenariat, « les Pays-Bas démontrent leur rôle de pionnier en Europe en matière de #solutions_innovantes pour maîtriser les flux migratoires », s’est félicité le ministre néerlandais de l’Asile et de la Migration.

    Évoqué pour la première fois l’année dernière, l’accord entre les Pays-Bas et l’Ouganda semble se concrétiser. Jeudi 25 septembre, les deux pays ont signé, en marge de l’Assemblée générale des Nations unies à New-York, une lettre d’intention visant à créer un centre de retour en Ouganda pour les demandeurs d’asile déboutés aux Pays-Bas.

    Le plan vise les personnes déboutées de l’asile et originaires de pays voisins de l’Ouganda qui doivent quitter les Pays-Bas mais qui « ne le font pas volontairement » ou lorsque « le retour forcé direct vers leur pays d’origine échoue ou ne peut être mis en œuvre dans un délai raisonnable », indique un communiqué du ministère néerlandais de l’Asile et de la Migration.

    « Les personnes concernées seront hébergées temporairement en Ouganda dans un centre d’accueil. De là, elles devront retourner dans leur pays d’origine », précise le communiqué. « Comme aux Pays-Bas, l’objectif est que ces personnes retournent volontairement d’Ouganda, où une #aide au #rapatriement leur sera à nouveau proposée ».

    Les centres de transit construits en Ouganda seront « conformes au droit national, européen et international », et « les modalités juridiques et pratiques seront élaborées avec le plus grand soin et dans le respect des droits de l’Homme », assure le ministère néerlandais de l’Asile et de la Migration. « Nous devons nous concentrer davantage sur ce qui est réalisable, plutôt que sur ce qui ne l’est pas. C’est pourquoi nous prenons cette mesure avec l’Ouganda pour maîtriser les flux migratoires. Il est évident que les droits humains des personnes qui retournent dans leur pays d’origine via l’Ouganda seront protégés », insiste le ministre David van Weel.

    Pour l’heure, seuls les principaux contours de cet accord ont été esquissés. La lettre d’intention doit aboutir à « un #projet_pilote à petite échelle impliquant un centre de transit pour un nombre limité de ressortissants étrangers devant quitter les Pays-Bas », peut-on lire dans le communiqué.

    Avec ce #partenariat, « les Pays-Bas démontrent leur rôle de pionnier en Europe en matière de solutions innovantes pour maîtriser les flux migratoires », se félicite le ministère néerlandais de l’Asile et de la Migration.
    En Ouganda, un « bilan en matière de droits de l’Homme discutable »

    Lors de l’annonce de ce projet en octobre 2024, les défenseurs des droits avaient fait part de leur inquiétude en rappelant notamment que l’Ouganda est régulièrement critiqué pour son bilan en matière de droits de l’Homme. « Je suis sous le choc : alors que Londres vient de mettre un terme à son projet avec le Rwanda, on discute exactement de la même chose ici », s’était insurgé à l’époque Lewingstone Ssenwanyana, directeur exécutif de la Fondation pour les droits de l’homme (FHRI), une organisation ougandaise de la société civile.

    « Il n’est effectivement pas juste qu’un demandeur d’asile soit renvoyé dans un pays dont le bilan en matière de droits de l’Homme est très discutable. Par ailleurs, tout le monde connaît le principe du non-refoulement d’un individu, quel qu’il soit, vers un pays ou vers une région où celui-ci risque d’être maltraité. L’envoyer en Ouganda, c’est donc rendre très probable le risque qu’il soit persécuté, ce qui serait pour le moins malvenu. J’invite donc le gouvernement néerlandais à reconsidérer cette mesure ! », avait-il poursuivi.

    Ce projet néerlandais rappelle celui envisagé par le gouvernement britannique en 2022. Avorté avant même sa mise en application, ce plan faisait polémique depuis son lancement et a subi de nombreux revers judiciaire. La Cour suprême du Royaume-Uni avait décrété en novembre 2023 que ce projet de loi, visé par une série de contestations devant la justice, était illégal au regard du droit international.

    Dès son accession au pouvoir en juillet 2024, le gouvernement travailliste a affirmé que le projet d’expulsion de sans-papiers vers le Rwanda, défendu depuis des années par les conservateurs, était « mort et enterré avant même de commencer ».
    Manifestation contre l’immigration

    L’accord entre La Haye et Kampala intervient avant les élections prévues fin octobre aux Pays-Bas, à la suite de la chute du gouvernement néerlandais lorsque le dirigeant d’extrême droite #Geert_Wilders a retiré son parti de la coalition au pouvoir après un désaccord sur les règles d’asile. Geert Wilders a en effet exigé des restrictions drastiques en matière d’asile, notamment un gel des demandes, des limites au regroupement familial et l’arrêt de la construction de nouveaux centres d’accueil.

    Comme dans de nombreux pays d’Europe, le débat s’enflamme aux Pays-Bas ces derniers mois sur les questions migratoires. Samedi 20 septembre, des milliers de personnes vêtues de noirs ont participé à La Haye à une manifestation organisée par un activiste d’extrême droite réclamant des politiques d’immigration plus strictes et une répression contre les demandeurs d’asile.

    Le rassemblement a viré à l’émeute : environ 1 500 personnes se sont rassemblées sur une autoroute urbaine traversant la capitale néerlandaise où des émeutiers ont affronté les forces de l’ordre, jetant des pierres et des bouteilles sur elles et mettant notamment le feu à une voiture de police sérigraphiée. La police a fait usage de canons à eau et de gaz lacrymogène pour les disperser, a annoncé l’agence de presse néerlandaise ANP.

    Les manifestants s’en sont également pris au local d’un parti politique, le D66 (social-démocrate, centre), dont les vitres ont été brisées. Il n’y avait personne dans les locaux à ce moment. Un petit groupe d’émeutiers s’est aussi dirigé vers le complexe du Parlement néerlandais, actuellement clôturé en raison de travaux de rénovation qui durent depuis des années. La police les a empêchés d’accéder à la zone largement déserte.

    « Des images choquantes et bizarres d’une violence éhontée à La Haye, après qu’une manifestation a dégénéré », avait déclaré le Premier ministre par intérim Dick Schoof sur X.

    https://www.infomigrants.net/fr/post/67200/les-paysbas-en-passe-douvrir-un-centre-de-retour-en-ouganda-pour-les-d
    #migrations #asile #réfugiés #return_hubs
    –-

    ajouté à la métaliste sur les tentatives de différentes pays européens d’#externalisation non seulement des contrôles frontaliers (https://seenthis.net/messages/731749), mais aussi de la #procédure_d'asile dans des #pays_tiers :
    https://seenthis.net/messages/900122

  • Laura Laabs : Triggerwarnung wegen Till Lindemann ? „Ich hab gesagt, nee Leute, so nicht“
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/ostdeutsche-autorin-laura-laabs-der-staerkste-vorwurf-war-dass-mein

    Les enfants de la nomenklatura culturelle dans leur quarantaine

    6.9.2025 von Anja Reich - Die Regisseurin ist in Berlin-Schöneweide aufgewachsen. Im Interview spricht sie über die Wut der Nachwendekinder. Und sagt, warum der Rammsteinsänger in ihrem neuen Film mitspielt.

    Laura Laabs wohnt in einem Dachgeschoss in Berlin-Neukölln. Der Fahrstuhl geht nicht, ging noch nie in den zehn Jahren, die sie hier lebt, sagt Laabs, als sie die Tür zu ihrer Wohnung aufmacht, einer Dreier-WG mit hellen Räumen und alten Möbeln. Das Sofa in der Küche ist von ihrer Großmutter, der Gründerin der Modezeitschrift Sibylle. Der Schreibtisch in ihrem Zimmer von ihrer Mutter, der Publizistin Daniela Dahn.

    Hier schreibt Laabs Geschichten über Nachwendekinder, die sich aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand bewegen, und die dort spielen, wo sie selbst herkommt: am Adlergestell in Berlin-Schöneweide und in Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern.

    Bei Kritikern und Festivalveranstaltern kommen diese Geschichten nicht immer gut an, das hat Laura Laabs schon am Telefon erzählt. Wegen Till Lindemann, dem Rammstein-Sänger, und einer AfD-Wählerin. Darüber wollen wir reden an diesem Spätsommertag. Laabs stellt Melone und Gebäck auf den Tisch und schäumt Milch für den Kaffee auf. Draußen regnet es in Strömen.

    Laura Laabs: „Zeit nach dem Mauerfall war vakuumhaft“

    Frau Laabs, in Ihrem Film „Rote Sterne überm Feld“ geht es um eine junge linke Aktivistin. In Ihrem Roman „Adlergestell“ um eine junge Frau, die bei den Rechten mitläuft. Wo stehen Sie selbst?

    Beide Geschichten und Figuren sind fiktiv, schöpfen aber aus Erfahrungen meines eigenen Lebens. In Mecklenburg auf dem Land und im Ost-Berlin der Nachwendezeit. Es handelt sich um eine Art Selbstbefragung: Welche politischen und biografischen Entscheidungen treffen die Kinder aus der sogenannten demokratischen Revolution heute? Welche Spuren kann man in der eigenen Geschichte dafür finden?

    Sie waren vier, als die Mauer fiel. Was haben Sie davon mitbekommen?

    Gerade gestern habe ich eine Kassette digitalisieren lassen, auf der ich als Kind Losungen von der Demonstration am 4. November 1989 nachspreche, auf die mich meine Eltern mitgenommen haben. Völliges Kauderwelsch, aber jeder dritte Satz ist: „Wir sind das Volk“. Man merkt, es ist etwas im Gange, was für die Erwachsenen wichtig ist und man selbst steckt auch mit drin. Die Zeit danach war vakuumhaft. Das Alte war weg, das Neue noch nicht richtig da. Verunsicherte Lehrer, Eltern, die ihre Jobs verlieren und wollen, dass die Kinder das nicht mitbekommen.

    Foto
    Das Arbeitszimmer von Laura Laabs.Maria Sturm

    Wie hat sich die Verunsicherung Ihrer Lehrer geäußert?

    Zum Beispiel darin, dass unsere Lehrerin uns Lieder von Rolf Zuckowski beigebracht hat, den Text aber selbst noch ablesen musste.

    Tick, tick, tick, wer klopft denn da ans Ei!

    Ja, oder die Weihnachtsbäckerei. Der Horror. Wir hatten ja in der DDR auch schöne, diktaturfreie Kinderlieder oder hätten was von Gerhard Schöne singen können. Aber es musste Zuckowski sein, obwohl niemand dazu eine Beziehung hatte. Als Kind weißt du das nicht, spürst aber, irgendwas ist jetzt hier fremd. Die Lieder von Zuckowski habe ich bis heute im Kopf, genau wie die Fernsehwerbung: „Sun Sensation Barbie, sieht gut aus, hat viel Spaß!“ All die Glücksversprechen.

    Haben Sie auf den Straßen von Schöneweide Mercedes-Sterne abgebrochen wie die Ich-Erzählerin aus dem Buch?

    Vielleicht mal einen oder zwei. Wir waren Schlüsselkinder und immer unterwegs, sind über die S-Bahngleise geklettert, über das verlassene Gelände vom Wachregiment Feliks Dzierzynski gelaufen. Anders als meine Hauptfigur war ich ein selbstbewusstes Kind, habe mich schon im Kindergarten über unsere Erzieherin beschwert.

    Worum ging es?

    Darum, dass sie mir den Anorak nicht zumachen wollte, weil ich mich nicht rechtzeitig in die Schlange gestellt hatte. Dass ich nicht auf Toilette durfte, nachdem die Pinkelpause vorbei war und dass ich aufessen musste, obwohl ich keinen Hunger hatte.

    Das Adlergestell, der Titel Ihres Buches, ist eine Ausfahrtstraße im Osten der Stadt. Sie haben dort tatsächlich gewohnt, in einem Reihenhaus in einer Seitenstraße. Was war das für eine Gegend in den 90ern?

    Sozial war es da sehr durchmischt. Es gab Bildungsbürger, aber auch Kinder aus prekären Verhältnissen, wo es hieß, die Eltern sind jetzt geschieden, der Papa ist jetzt arbeitslos. Diese Begriffe hatten für uns Kinder etwas Gespenstisches. Und es war auch ein Stempel, der einem verpasst wurde. Ich frage mich bis heute, wie meine Eltern in dieser Zeit die Fassung bewahrt haben. Ihre Hoffnung auf Veränderungen in der Zeit des Mauerfalls, gefolgt von der Enttäuschung und der Skepsis gegenüber staatlichen Gremien. Das sind Eindrücke, die mich sehr geprägt haben.

    Foto
    Laura Laabs, Autorin und Regisseurin. Maria Sturm

    Laura Laabs: „Man wird sich vom kapitalistischen Wachstum verabschieden müssen“

    Die Ich-Erzählerin des Romans malt ein Hakenkreuz, ohne zu wissen, was es ist, und bekommt Riesenärger. Ist Ihnen das auch mal passiert?

    Ja, ich war wirklich noch klein und wusste nur, dass man das nicht darf und war verblüfft über das Entsetzen, das dadurch ausgelöst wurde. So ähnlich funktioniert das in der Gesellschaft ja bis heute, das Spiel mit dem rechten Feuer, wenn man eine Reaktion provozieren will. Sich zu beschweren, dass die Renten im Osten zu niedrig sind oder die Lebensleistung aus der DDR nicht anerkannt wird, löst nicht viel aus. Zu signalisieren, man könnte noch weitergehen und die AfD wählen, ist da schon was anderes. Im Gegensatz zu mir damals wissen die AfD-Wähler aber heute, was sie tun.

    Die Häuser am Adlergestell wurden rückübertragen. Auch das ist Ihrer Familie passiert?

    Im realen Fall war es komplizierter. Eine staatliche Institution hat Anspruch auf die Siedlung erhoben. Der Rechtsstreit ging 17 Jahre und irgendwann konnte man sich mit einer überschaubaren Summe „rauskaufen“. Erst danach stellte sich raus, dass die Institution keinerlei Anspruch hatte. Die haben nur geblufft. Die große Verunsicherung, die ich im Buch beschreibe, gab es in dieser Zeit. Und auch den Nachbarn, der uns die Parole „Wir protestieren auf allen vieren, denn wir wissen, Helmut Kohl ist beschissen“ eingeprägt hat. Die Stimmung war aufgeheizt, geprägt von der Wendeerfahrung: Ja, wir können uns wehren, wir organisieren eine Demo und werden wirksam. Aber die Demokratie, die gerade eingeübt worden war, war nicht mehr erwünscht. Und die Folgen der Rückübertragungen sieht man bis heute: Westdeutsche meiner Generation erben Wohnungen und Häuser, die ihre Eltern damals gekauft oder rückübertragen bekommen haben, Ostdeutsche gehen leer aus.

    Wie kommt es, dass Ihr erster Roman und Ihr erster Kinofilm fast zeitgleich erscheinen?

    Die Arbeit am Film hat lange gedauert, zehn Jahre. Dabei wuchs der Wunsch, auch mal etwas Literarisches zu schreiben. Vielleicht hat sich auch was angesammelt. Vielleicht brauchen die Ostkinder meiner Generation länger, um sich zu finden, sich was zuzutrauen. In meinen 20ern war ich erstmal ein bisschen orientierungslos, konnte noch nicht gleich in diesen Arbeitsmarkt, war noch nicht so zielstrebig. Vielleicht war es auch Trotz gegenüber dieser Leistungsgesellschaft.

    In Ihrem Film „Rote Sterne überm Feld“ stehen Windräder als Symbol für zügellosen Kapitalismus und nicht für Klimaschutz. Warum?

    Meine Familie hat ein altes Haus in Mecklenburg, wo ich viel Zeit verbringe, dort sind wir von Windrädern umzingelt. Selten profitieren die Gemeinden davon, die Besitzer sind aus dem Westen, der Strom wird in den Süden geschickt und der Strompreis bleibt so hoch, wie er immer war, im Zweifel wird er noch höher. Natürlich muss man sich die Frage stellen, wie der Planet gerettet werden kann. Aber es bringt nichts, immer mehr zu produzieren, immer mehr Autos, auch wenn es E-Autos sind. Ohne Verzicht und Umdenken geht es nicht. „Sieht gut aus, hat viel Spaß“ kann nicht mehr die Prämisse sein. Man wird sich vom kapitalistischen Wachstum verabschieden müssen.

    Der Ort ist Bad Kleinen, wo zu DDR-Zeiten auch Christa Wolf ein Haus hatte und andere Schriftsteller. Heute gewinnt dort die AfD die Wahlen.

    Ja, mit 40 Prozent zum Beispiel im Wahlkreis Alt-Meteln. Wenn ich da sagen würde, ich rede nicht mit Nazis, wäre ich ziemlich allein auf weiter Flur.

    Rote Fahnen auf dem Reichstag und Till Lindemann als Erlkönig in „Rote Sterne überm Feld“ von Laura Laabs

    „Zu jüdisch für die Nazis, zu bürgerlich für die DDR, zu links für die BRD“
    Laura Laabs: „Am Herrenstammtisch die Geschichtskeule rausgeholt“

    Also reden Sie mit ihnen?

    Ja, ich setze mich mit ihnen auseinander, weil es erstmal Menschen sind, oft auch liebe und nicht vernagelte und stumpfsinnige, wie sie meist dargestellt werden. Sie haben bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, finden es ungerecht, dass sie noch zwei Nebenjobs machen müssen, weil es sonst hinten und vorne nicht reicht. Und ziehen politische Schlüsse, die ich nicht teile.

    Wie setzen Sie sich mit ihnen auseinander?

    Wenn mein Nachbar mit seinem Hund am Gartenzaun von „den Kanaken“ redet, sage ich: Sorry, solche Begriffe gehen für mich nicht. Oder neulich stand ich in der Dorfkneipe hinter der Bar. Die Männer vom Herrenstammtisch wollten mit mir schäkern, ich habe sie provoziert und gesagt: Wenn ihr jetzt noch ein Bier wollt, müsst ihr ein Lied singen. Sie haben zurückprovoziert und ein Wehrmachtslied gesungen.

    Wie hieß das Lied?

    „Erika“. Ein Marschlied.

    Haben Sie es erkannt?

    Nein, ein Freund hat es mir erklärt, daraufhin habe ich mich zu den Männern gesetzt und den, der es angestimmt hat, gefragt: Warum hast du das gesungen? Er meinte: Das habe ich von meinem Großvater gelernt, und der war für mich ein Held. Ich habe gesagt, man kann seinen Großvater lieben und trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass er bei der Wehrmacht war.

    Und dann?

    Sie haben aufgehört zu reden, ein paar sind gegangen, ein paar haben mich angefeindet. Die Stimmung war am Boden.

    Angefeindet inwiefern?

    Vielleicht solltest du woanders hingehen, nicht hier Bier verkaufen, vielleicht hattest du schon eins zu viel. Es war natürlich auch von mir blöd, ich hab mich in deren lustigen Trinkabend gemischt und die Geschichtskeule rausgeholt. Nicht gerade sensibel. Aber ich finde, man muss sich positionieren, und ein Anrecht auf einen naiven Umgang mit Vergangenheit gibt es nicht.

    Und beim Dreh in dem Ort, wie war da so die Stimmung?

    Es gab Berührungsängste, die sich nicht aufgelöst, aber aufgeweicht haben. Einmal, als das Catering ausfiel, hat Karin aus dem Dorf für alle Frühstück gemacht. Das deutscheste Frühstück der Welt: Weißbrot, Wurst und Gürkchen. Mein kolumbianischer Kameramann hat es geliebt. Ein anderes Mal hat ein Komparse vom Dorf einen Schauspieler gefragt, warum beim Film alle Englisch miteinander sprechen. Er hatte das Gefühl, das sei so eine Masche. Der Schauspieler hat ihm erklärt, dass im Team alle aus anderen Ländern kommen und sich sonst nicht verstehen würden. Das war eine Brücke für den Mann aus dem Dorf, sich nicht ausgeschlossen zu fühlen, tolle Momente. Trotzdem kamen danach die 40 Prozent AfD-Stimmen im Ort. Man braucht sich keine Illusionen zu machen, nach dem Motto: Ich dreh jetzt mal einen Film und dann wird alles anders.
    Laura Laabs: „Till Lindemann wird als einer von uns angesehen“

    In Ihrem Film spielt auch Till Lindemann mit. Wie war das, der Rammsteinsänger zwischen den Leuten aus dem Dorf und dem kolumbianischen Kameramann?

    Nicht so spektakulär, denn er gehört ja auch zu den Bewohnern des Ortes und wird als einer von uns gesehen.

    Wie haben Sie ihn davon überzeugt mitzumachen?

    Man kennt sich eben im Ort. So eine Anfrage muss man nicht über die Plattenfirma stellen. Das hat er sicher aus Solidarität zu seiner Heimat gemacht, hat mit dem Ort und der Verankerung dort zu tun.

    Als der Film auf Festivals gezeigt wurde, gab es Proteste wegen der Vorwürfe des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs gegen Lindemann. Wie sind Sie damit umgegangen?

    Dass es Proteste geben würde, hat uns nicht überrascht. Der Film ist auch bei manchem Gremium seinetwegen durchgerauscht. Wir haben gedreht, bevor die Vorwürfe bekannt wurden, aber uns im Schnitt dafür entschieden, Lindemann trotzdem im Film zu lassen. Also müssen wir uns der Debatte auch stellen. Wahrscheinlich wäre es aber auch vorher schon provokant gewesen, Till Lindemann als Erlkönig zu besetzen. Alles, was aus dem Osten kommt und ein bisschen gegen den Strich gebürstet ist, ist ja provokant.

    Laura Laabs’ Zimmer in ihrer Dreier-WG

    Laura Laabs’ Zimmer in ihrer Dreier-WGMaria Sturm

    Wie meinen Sie das?

    Wenn man über die DDR spricht, muss man immer gleich dazu sagen: Diktatur, Mauer, Stasi. Was es ja alles gab. Aber die Diktatur ist der eine Pol, die Utopie der andere, der Versuch, einen sozialistischen Staat aufzubauen und sich zu fragen, was ist davon heute noch interessant.

    Wegen Till Lindemann wollte ein Festival den Film nur noch mit Triggerwarnung zeigen. Wie haben Sie darauf reagiert?

    Ich hab gesagt: Nee, Leute, so nicht! Wenn, dann lasst uns vor allem warnen, was hier triggern könnte. Da kommt ja nicht nur Lindemann vor, sondern auch Drogenmissbrauch, Gewalt gegen Tiere, Neonazis, echte Nazis, Kriegsgeschehen, Tod, Richard Wagner, SS-Uniformen, Reichsadler.

    Wie ging es aus?

    Es wurden dann vor der nächsten Vorführung beim Festival alle Triggerwarnungen verlesen.

    Was ist heute noch zumutbar in der Kunst?

    Ich glaube, die Aufgabe von Kunst ist, Schmerzpunkte zu thematisieren und offenzulegen. Es hilft nicht, sie zu verstecken oder rauszuschneiden. Man tut eher etwas für die sogenannten Opfer, indem man die Kunst darüber verhandeln lässt, als darüber zu schweigen. Von meiner Seite aus wird der Film in Zukunft wieder ohne Triggerwarnung gezeigt.
    Laura Laabs: „Sind wir Subjekt oder Objekt der Geschichte?“

    Beim Bachmann-Preis in Klagenfurt haben Sie aus Ihrem Buch „Adlergestell“ vorgelesen. Auch dort gab es Vorwürfe, haben Sie am Telefon erzählt.

    Erst hieß es: Nachwendegenre, hat es doch schon so viel gegeben! Warum müssen wir das jetzt nochmal lesen? Aber der stärkste Vorwurf war, dass meine Ich-Erzählerin AfD-Wählerin wird. Eine Person, mit der man über viele Seiten mitgegangen ist, steht plötzlich in der Schmuddelecke.

    Haben Sie was dazu gesagt?

    Es kommt in Klagenfurt selten vor, dass sich Autoren in die Diskussion einmischen. Man liest vor, und während die Kritiker über einen reden, steht man da und hört zu. Aber als sie an meiner Intention herumgedeutet haben, so nach dem Motto: Die Autorin möchte ganz am Ende gerne noch einen Effekt setzen, habe ich gesagt: Das ist kein Effekt, das ist meine Lebens- und Alltagsrealität. Eine Erfahrung, mit der ich mich in meiner Arbeit immer wieder beschäftige, ein Versuch, dem nachzuspüren.

    Warum haben Sie sich für diesen Schluss entschieden?

    Der war für mich ab der ersten Zeile klar. Im Roman geht es um die Versprechungen der neuen Zeit, auch des Kapitalismus, die sich nicht einlösen, beschrieben an drei Freundinnen. Eine wird Beauty-Bloggerin, entscheidet sich für die völlige Affirmation. Sie wurde in der Kindheit ausgegrenzt und will es heute erst recht allen zeigen. Eine konvertiert zum Islam, verweigert sich den Strukturen, wendet sich einer Religion zu, die extrem ausgegrenzt wurde in den letzten Jahren, um von den Normen der anderen nicht mehr abhängig zu sein. Und die dritte, die immer alles mitgemacht und nie gelernt hat, für sich selbst einzustehen, probiert es mit politischer Verweigerung. Mich interessiert dabei auch die Frage: Wie können wir mit unserer eigenen Biografie auf die Verhältnisse reagieren, in denen wir leben? Haben wir das überhaupt in der Hand? Gerade als Frauen. Sind wir Subjekt oder Objekt der Geschichte?

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    Laura Laabs: „Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst“

    Sie selbst wären eine vierte Freundin. Mit Ihrer besonderen Familiengeschichte, der jüdischen Großmutter, die zurück aus dem französischen Exil die Modezeitschrift „Sibylle“ gegründet hat und Ihrer Mutter, der linken Publizistin Daniela Dahn. Warum kommen Sie nicht vor?

    Mich nerven Romane, in denen Künstler über ihre Innerlichkeit schreiben. Ich bin bildungsmäßig absolut privilegiert aufgewachsen, mit einer Wahnsinnsfamiliengeschichte im Hintergrund, in der alle Verwerfungen des 20. Jahrhunderts stecken. Ich fände es anmaßend zu sagen, warum leben nicht alle so wie ich. Und es interessiert mich auch nicht, über Leute zu schreiben, die es so einfach im Leben hatten wie ich. Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst.

    Die Großtante Nora im Buch, ist das Ihre Großmutter, die Sibylle-Gründerin?

    Nein, das ist wirklich meine Großtante Nora, die jüngste von drei Schwestern. Ich wollte ihr ein kleines Denkmal setzen. Sie wurde in der NS-Zeit von ihrem arischen Mann verlassen, hat keine Kinder bekommen, lebte allein bis zum Schluss, als ihr Leben sang- und klanglos in einem bayerischen Altersheim zu Ende ging. Eine Frau, die gezwungen war, gewissen Notwendigkeiten Folge zu leisten und demnächst vergessen werden würde.

    Es gibt noch eine andere interessante Figur in Ihrer Familiengeschichte: Sonja, Ihre Tante, von der das DDR-Kultbuch „Flucht in die Wolken“ handelt. Werden Sie sich ihrer Geschichte einmal literarisch oder filmisch nähern?

    Ich fühle schon immer wieder eine innere Aufforderung, mich der Geschichten meiner Familie anzunehmen. Aber gleichzeitig denke ich: Sollte ich mich nicht lieber anderen Themen, anderen Biografien widmen, den Blick weiten?

    Vielen Dank für das Gespräch.

    #Allemagne #cinéma #lettres #culture #histoire #DDR

  • Denmark ending letter deliveries is a sign of the digital times

    La fin des lettres.

    https://www.bbc.com/news/articles/c3v37plv2edo

    Denmark ending letter deliveries is a sign of the digital times
    8 hours ago

    Denmark’s red post boxes are being removed across the country

    Sorting through bundles of letters, small packages and magazines, Herman Moyano is getting ready for his early morning post round.

    Cargo bikes and vans stream out from the depot, just north of Copenhagen, as Herman departs on his scooter.

    For the past seven years he’s been delivering mail for Denmark’s national postal service PostNord.

    “I used to think that all the people are waiting for something, a special letter, a special communication, a special package,” he says.

    • “Alla memoria dei morti preferisco il relax dei turisti”, il sindaco cancella i migranti

      Nel mirino il Memoriale di Ventimiglia. Dal 2015 le vittime sono state 38.

      «Sindaco, verrà mantenuto il Memoriale al confine?» . La risposta è stizzita: «Assolutamente no». E riguardo alla lettera firmata da una quarantina di associazioni e Ong, italiane e francesi, che chiedono di trovare una soluzione alternativa alla demolizione, il primo cittadino di Ventimiglia #Flavio_Di_Muro è indispettito e la replica è netta: «Non ho ancora letto nulla, potevano scrivere prima a me invece di dare subito la lettera ai giornali. È un cattivo gesto, con una volontà politica chiara. Per me comunque è una bocciatura».

      Quelle pietre devono sparire

      Irremovibile il primo cittadino, quasi infastidito dalla richiesta di mantenere un luogo della memoria intatto: «Vogliamo creare un posto dove i turisti si possano rilassare», le spiazzanti parole. E la memoria? E il ricordo dei migranti morti nel tentativo di oltrepassare la frontiera? Per l’esattezza 38 persone dal 2015 ad oggi. La replica – ancora una volta– è fulminea, ma anche evasiva: «Il progetto non verrà assolutamente cambiato, lì vogliamo una piazza ordinata. I massi e le pietre devono sparire».

      Insomma, secondo il sindaco Di Muro, il Memoriale occupa «uno spazio importante» e non favorisce quello che – a suo dire– sono le due priorità per la città: ordine e turismo. Eppure le due cose potrebbero tranquillamente convivere: non esiste solo un turismo epicureo, ma anche (e per fortuna) un turismo interessato alla storia di un luogo, ai suoi monumenti e – perché no– ai memoriali, se ci sono. La storia di un luogo non si cancella con un progetto di riqualificazione, ma soprattutto il Memoriale ha un valore umano, non politico.

      L’ipotesi di spostarlo

      Di Muro è fermo nel suo pensiero: «Lo dirò anche alle associazioni che mi hanno scritto: quelle pietre devono andare via» rimarca con forza il concetto. E con esse, evidentemente, anche le iniziative, le commemorazioni, le manifestazioni e le preghiere che ogni anno, da sei anni, si svolgono in quel fazzoletto di terra. E riguardo all’incontro richiesto dai firmatari della lettere, rimane una flebile apertura: «Sono disposto ad incontrarli, ma la mia posizione è chiara». E trovare un altro luogo che possa ospitare il Memoriale? : «Non lo so – conclude-, ma non lì: magari da un’altra parte e molto più piccolo».

      https://www.lastampa.it/imperia-sanremo/2025/07/31/news/di_muro_cancella_i_migranti_le_pietre_devono_sparire-15252701
      #ordre #tourisme

    • Il sindaco di Ventimiglia eliminerà il memoriale per i migranti morti: “Degrado da riqualificare”

      Il primo cittadino leghista Di Muro toglierà le pietre che simboleggiano i 49 disperati che hanno perso la vita sul confine cercando di entrare in Francia. La protesta delle associazioni

      La parola chiave è “riqualificazione”, l’altra “degrado”. E dunque, in nome della “riqualificazione” e della “lotta al degrado”, il memoriale a ponte San Ludovico dedicato ai migranti morti di frontiera, 49 in dieci anni al confine con la Francia, sarà spazzato via. Non torna indietro, il sindaco leghista di Ventimiglia Flavio Di Muro.

      Nonostante la lettera aperta firmata da oltre quaranta associazioni, da Amnesty International ad Anpi, Caritas Intemelia, Arci, Baobab Experience, Roya Citoyenne, WeWorld Onlus, che hanno chiesto un incontro urgente al Comune e fanno appello di non “infliggere un’ulteriore forma di violenza a queste vite spezzate” e di non eliminare “uno spazio di memoria, umanità e coscienza civica”.

      “Una lettera aperta che non si capisce se sia una richiesta di incontro o già una polemica politica - esordisce Di Muro rispondendo a Repubblica - la lettera è arrivata prima ai giornali che a me. In ogni caso non mi sottraggo all’incontro, ma mi sembra evidente che abbiamo visioni e priorità differenti”.

      La priorità, secondo la visione di Di Muro, avvezzo a questo tipo di polemiche - come quella che seguì alla decisione di piazzare due guardie all’ingresso del cimitero di Ventimiglia per evitare che le persone migranti entrassero per usare le fontanelle, visto che il centro di accoglienza Campo Roja è chiuso da anni - è “trasformare l’area di Ponte San Ludovico in una piazza che sia il biglietto da visita della città”.

      E il biglietto da visita, nei programmi del Comune, non prevede quel memoriale realizzato da attivisti e attiviste vicino al confine che da più di sei anni ricorda, con tre cerchi di pietre e lumini, i nomi e le vite di chi è morto nel tentativo di passare la frontiera.

      “La massa di pietre non è confacente, in mezzo alla piazza è impattante – spiega ancora Di Muro a Repubblica - i massi, poi, sono stati imbrattati dai no No Borders e sono indecorosi. L’area è di proprietà del Comune ma anche di Anas e del Demanio, e a questo progetto di riqualificazione abbiamo lavorato per oltre un anno. D’altronde era il mio programma da sindaco: creare una piazza accogliente e in sicurezza, e lo rispetterò”.

      Le associazioni che hanno firmato l’appello chiedono al sindaco una soluzione condivisa che rispetti il valore simbolico del luogo e la memoria di vittime, perché non siano condannate anche all’invisibilità. Di Muro apre solo sulla possibilità di spostare il memoriale altrove, “in uno spazio più piccolo, non lì. Devo ancora leggere la lettera, risponderò e poi sono disponibile all’incontro”. Ma a Ponte San Ludovico, per il ricordo non ci sarà spazio.

      https://genova.repubblica.it/cronaca/2025/08/01/news/il_sindaco_di_ventimiglia_dimuro_confine_eliminera_il_memoriale_pe

    • Memoriale migranti morti al confine, il sindaco leghista di Ventimiglia vuole demolirlo: “I turisti si devono rilassare”

      Il monumento ricorda i migranti rimasti uccisi nel tentativo di superare il confine tra i due Paesi. Il primo cittadino, intervistato da la Stampa, ha difeso il suo progetto di demolizione.

      Il sindaco leghista di Ventimiglia Flavio Di Muro le chiama “quelle pietre” e dice che “devono andare via”. Intervistato da la Stampa, il primo cittadino se la prende con il Memoriale che ricorda i migranti morti nel tentativo di passare dall’Italia alla Francia, 49 persone in dieci anni, da quando la libera circolazione tra i due Paesi si è interrotta e il confine è divenuto un simbolo delle sorti di chi migra e fugge.

      Il sindaco, sempre parlando con il quotidiano torinese, difende il suo progetto di riqualificazione della zona che “non verrà assolutamente cambiato, lì vogliamo una piazza ordinata. I massi e le pietre devono sparire”. Non parla di rotte o politiche migratorie, Di Muro ha un’idea precisa della città: “Vogliamo creare un posto dove i turisti si possano rilassare“, spiega, trovando la lettera contro la demolizione firmata da circa quaranta associazioni e Ong italiane e francesi e consegnata ai giornali invece che a lui privatamente un “cattivo gesto, con una volontà politica chiara”.

      La richiesta dei firmatari è la ricerca di una soluzione alternativa alla demolizione, a cui però l’amministrazione non sembra interessata. Il Memoriale si trova da oltre sei anni nel piazzale di Ponte San Ludovico, a poche centinai di metri dal confine. Si tratta di uno spiazzo che fa da divisorio tra le due corsie dell’Aurelia, quasi davanti al mare. Lì tre cerchi di pietre ricordano i nomi di chi è arrivato da lontano ed è morto mentre provava a passare da un paese all’altro, il passato alle spalle e il futuro che si interrompe di colpo su un confine straniero. “Sono disposto ad incontrarli,” dice il sindaco parlando di chi ha chiesto il mantenimento del memoriale “ma la mia posizione è chiara“. Un’apertura non apertura che lascia poco spazio anche all’idea di ricostruire il Memoriale da un’altra parte, e in quel caso, Di Muro ci tiene a specificarlo, che sia “molto più piccolo”. Affinché la memoria non disturbi la vista del turismo che si affaccia sul mare a pochi chilometri dalla Costa Azzurra.

      https://www.ilfattoquotidiano.it/2025/07/31/memoriale-migranti-ventimiglia-demolizione-notizie/8080461