• Terreur d’État et résistance souterraineCombattre le border regime aux États
    https://abasbruit.org/2026/07/07/terreur-detat-et-resistance-souterrainecombattre-le-border-regime-aux-eta

    La lutte contre les forces d’ICE dans le Minnesota est peut-être la plus grande victoire politique des derniers mois dans un monde toujours plus fascisé. Jean Everard, qui a participé à cette lutte, revient sur son déroulement et sur ses lendemains, alors que les résistances au trumpisme cherchent à s’organiser à toutes les échelles.

    #Lettres_du_monde

  • Georg Büchner Portal : Über Schädelnerven : Probevorlesung, 1853
    http://buechnerportal.de/werke/probevorlesung

    Unterrichtsmaterialien Deutsch, Über Schädelnerven
    https://deutschunterlagen.com/wp-content/uploads/2014/12/bucc88chner-ucc88ber-schacc88delnerven.pdf

    Manuskript mit Mäusefraß der Probevorlesung ; Foto : Klassik Stiftung Weimar

    A vingt trois ans notre jeune écrivain rebelle préféré devint docteur en neurologie à Zurich.

    http://buechnerportal.de/aufsaetze/probevorlesung

    Editorische Notiz:

    Büchner hielt die „Probevorlesung“ am 5. November 1836 in Zürich. Der erste Teil des Textes wurde von Ludwig Büchner in „Nachgelassene Schriften von Georg Büchner“ (Frankfurt a. M. 1850, S. 291-294) erstmals abgedruckt. Die handschriftliche Vorlage hierfür ist verloren. Vom zweiten Teil des Textes ist die Handschrift überliefert, jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Größere Teile des Papiers sind durch Mäusefraß zerstört. Der Text muss hier versuchsweise rekonstruiert werden. Diese rekonstruierten Teile sind durch Kursivierung markiert. Die Seitenzahlen in Ludwig Büchners Ausgabe werden ebenso vermerkt (z. B. ) wie die Bogen- und Seitenzahlen des Manuskripts (z. B. <I,1>). Die Textwiedergabe folgt der in der „Marburger Büchner Ausgabe“ (Bd. VIII, Darmstadt 2008, S. 153-169).

    <291> Hochgeachtete Zuhörer!

    ................ Es treten uns auf dem Gebiete der physiologischen und anatomischen Wissenschaften zwei sich gegenüberstehende Grundansichten entgegen, die sogar ein nationelles Gepräge tragen, indem die eine in England und Frankreich, die andere in Deutschland überwiegt. Die erste betrachtet alle Erscheinungen des organischen Lebens vom teleologischen Standpunkt aus; sie findet die Lösung des Räthsels in dem Zweck der Wirkung, in dem Nutzen der Verrichtung eines Organs. Sie kennt das Individuum nur als etwas, das einen Zweck außer sich erreichen soll, und nur in seiner Bestrebung, sich der Außenwelt gegenüber theils als Individuum, theils als Art zu behaupten. Jeder Organismus ist für sie eine verwickelte Maschine, mit den künstlichen Mitteln versehen, sich bis auf einen gewissen Punkt zu erhalten. Das Enthüllen der schönsten und reinsten Formen im Menschen, die Vollkommenheit der edelsten Organe, in denen die Psyche fast den Stoff zu durchbrechen und sich hinter den leichtesten Schleiern zu bewegen scheint, ist für sie nur das <292> Maximum einer solchen Maschine. Sie macht den Schädel zu einem künstlichen Gewölbe mit Strebepfeilern, bestimmt, seinen Bewohner, das Gehirn, zu schützen, – Wangen und Lippen zu einem Kau- und Respirationsapparat, – das Auge zu einem complicirten Glase, – die Augenlider und Wimpern zu dessen Vorhängen; – ja die Thräne ist nur der Wassertropfen, welcher es feucht erhält. Man sieht, es ist ein weiter Sprung von da bis zu dem Enthusiasmus, mit dem Lavater sich glücklich preist, daß er von so was Göttlichem, wie den Lippen, reden dürfe.

    Die teleologische Methode bewegt sich in einem ewigen Zirkel, indem sie die Wirkungen der Organe als Zwecke voraussetzt. Sie sagt zum Beispiel: soll das Auge seine Funktion versehen, so muß die Hornhaut feucht erhalten werden, und somit ist eine Thränendrüse nöthig. Diese ist also vorhanden, damit das Auge feucht erhalten werde, und somit ist das Auftreten dieses Organs erklärt; es gibt nichts weiter zu fragen, die entgegengesetzte Ansicht sagt dagegen: die Thränendrüse ist nicht da, damit das Auge feucht werde, sondern das Auge wird feucht, weil eine Thränendrüse da ist, oder, um ein anderes Beispiel zu geben, wir haben nicht Hände, damit wir greifen können, sondern wir greifen, weil wir Hände haben. Die größtmöglichste Zweckmäßigkeit ist das einzige Gesetz der teleologischen Methode; nun fragt man aber natürlich nach dem Zwecke dieses Zweckes, und so macht sie auch ebenso natürlich bei jeder Frage einen progressus in infinitum.

    Die Natur handelt nicht nach Zwecken, sie reibt sich nicht <293> in einer unendlichen Reihe von Zwecken auf, von denen der eine den anderen bedingt; sondern sie ist in allen ihren Aeußerungen sich unmittelbar selbst genug. Alles, was ist, ist um seiner selbst willen da. Das Gesetz dieses Seins zu suchen, ist das Ziel der, der teleologischen gegenüberstehenden Ansicht, die ich die philosophische nennen will. Alles, was für jene Zweck ist, wird für diese Wirkung. Wo die teleologische Schule mit ihrer Antwort fertig ist, fängt die Frage für die philosophische an. Diese Frage, die uns auf allen Punkten anredet, kann ihre Antwort nur in einem Grundgesetze für die gesammte Organisation finden, und so wird für die philosophische Methode das ganze körperliche Dasein des Individuums nicht zu seiner eigenen Erhaltung aufgebracht, sondern es wird die Manifestation eines Urgesetzes, eines Gesetzes der Schönheit, das nach den einfachsten Rissen und Linien die höchsten und reinsten Formen hervorbringt. Alles, Form und Stoff, ist für sie an dies Gesetz gebunden. Alle Funktionen sind Wirkungen desselben; sie werden durch keine äußeren Zwecke bestimmt, und ihr sogenanntes zweckmäßiges Aufeinander- und Zusammenwirken ist nichts weiter, als die nothwendige Harmonie in den Aeußerungen eines und desselben Gesetzes, dessen Wirkungen sich natürlich nicht gegenseitig zerstören.

    Die Frage nach einem solchen Gesetze führte von selbst zu den zwei Quellen der Erkenntniß, aus denen der Enthusiasmus des absoluten Wissens sich von je berauscht hat, der Anschauung des Mystikers und dem Dogmatismus des Vernunftphilosophen. Daß es bis jetzt gelungen sei, zwischen <294> letzterem und dem Naturleben, das wir unmittelbar wahrnehmen, eine Brücke zu schlagen, muß die Kritik verneinen. Die Philosophie a priori sitzt noch in einer trostlosen Wüste; sie hat einen weiten Weg zwischen sich und dem frischen grünen Leben, und es ist eine große Frage, ob sie ihn je zurücklegen wird. Bei den geistreichen Versuchen, die sie gemacht hat, weiter zu kommen, muß sie sich mit der Resignation begnügen, bei dem Streben handle es sich nicht um die Erreichung des Ziels, sondern um das Streben selbst.

    <I,1> War nun auch nichts absolut Befriedigendes erreicht, so genügte doch der Sinn dießer Bestrebungen dem Naturstudium eine andere Gestalt zu geben. Hatte man auch die Quelle nicht gefunden, so hörte man doch an vielen Stellen den Strom in der Tiefe rauschen und an manchen Orten sprang das Wasser frisch und hell auf. Namentlich erfreuten sich die Botanik und Zoologie, die Physiologie und vergleichende Anatomie eines bedeutenden Fortschrittes. In einem ungeheuren, durch den Fleiß von Jahrhunderten zusammengeschleppten Material, das kaum unter die Ordnung eines Kataloges gebracht war, bildeten sich einfache, natürliche Gruppen; ein Gewirr seltsamer Formen unter den abentheuerlichsten Namen, löste sich im schönsten Ebenmaaß auf; eine Masse Dinge, die sonst nur als getrennte, weit auseinanderliegende facta das Gedächtniß beschwerten, rückten zusammen, entwickelten sich auseinander oder stellten sich in Gegensätzen gegenüber. Hat man auch nichts Ganzes erreicht, so kamen doch zusammenhängende Strecken zum Vorschein und das Auge, das an einer Unzahl von Thatsachen ermüdet, ruht mit Wohlgefallen auf so schönen Stellen, wie die Metamorphose der Pflanze aus dem Blatt, die Ableitung des Skeletts aus der Wirbelform; die Metamorphose ja die Metempsychose des Fötus während des Fruchtlebens; die Repräsentationsidee Oken’s in der Klassification des Thierreichs u. d. gl. m. In der vergleichenden Anatomie strebte Alles nach einer gewissen Einheit, nach dem Zurückführen aller Formen auf den einfachsten primitiven Typus. <I,2> So gelangte man zur Deutung der Gebilde des vegetativen Lebens für die Ausbildung des Skeletts; nur für das Hirn ließ sich bis jezt kein so glückliches Resultat zeigen. Da man aber gesagt hatte: der Schädel ist eine Wirbelsäule, so mußte man auch sagen das Hirn ist ein metamorphosirtes Rückenmark und die Hirnnerven sind Spinalnerven.

    Wie aber dieß im Einzelnen nachzuweisen sey, bleibt bis jezt ein schweres Räthsel. Wie können die Massen des Gehirns auf die einfache Form des Rückenmarks zurückgeführt werden? Wie kann man die in ihrem Ursprung und Verlauf so verwickelten Nerven des Gehirns mit den so gleichmäßig mit ihrer doppelten Wurzelreihe längs des Rückenmarkes entspringenden und im Ganzen so einfach und regelmäßig verlaufenden Spinalnerven vergleichen, und wie endlich ihr Verhältniß zu den Schädelwirbeln darthun? Mancherlei Antworten wurden auf dieße Fragen versucht. Eine besondere Mühe verwendete Carus darauf.

    Hier die Art wie er die Hirnnerven in seinem Werke von den Urtheilen des Knochen und Schalengerüstes ordnet. Das Gehirn hat nach ihm drei Hauptanschwellungen: die Hemisphären, die Vierhügel und das kleine Gehirn.

    Dießen entsprechen drei Paar Schädelnerven. Jeder Schädelnerv entspringt gleich den Spinalnerven mit zwei Wurzeln, einer hinteren und einer vorderen, die sich aber nicht zu einem gemeinschaftlichen Stamm vereinigen, sondern jede für sich einen eigenthümlichen Nerven bilden. Die drei hinteren Wurzeln sind nun der Riech, Seh und Hörnerv, die vorderen dagegen das fünfte Paar entsprechend dem Sehnerven, und das zehnte Paar entsprechend dem Hörnerven, <I,3> während die vordere Wurzel des Riechnerven durch das infundibulum nur rudimentär angedeutet ist. Die übrigen Hirnnerven erweisen sich als Unterabtheilungen dießer Wurzeln. So zerfällt die hintere Wurzel des zweiten Schädelnerven in den opticus und patheticus und die vordere in den facialis, oculomotorius, abducens und den eigentlichen trigeminus und so zerfällt die vordere Wurzel des dritten Schädelnerven in den glossopharyngeus, hypoglossus, accessorius Will. u. eigentlichen vagus. Man braucht nur aufmerksam zu machen, wie unpassend es sey zwei so deutliche Empfindungsnerven wie den vagus und trigeminus zu isolirten motorischen Wurzeln zu machen, um das Ungenügende dießer Anordnung nachzuweisen. – Der bedeutendste Versuch ist wohl der, welchen Arnold machte. Er zählt zwei Schädelwirbel; daraus ergeben sich zwei Intervertebrallöcher und somit zwei Paar Schädelnerven. Die vordere oder die motorische Wurzel des ersten Schädelnerven bildet die drei Muskelnerven des Auges und die kleine Portion des trigeminus; die hintere dagegen die große Portion dießes Nerven. Was den zweiten Schädelnerven betrifft so geht seine vordere Wurzel in den hypoglossus und den Beynerven und seine hintere in den vagus über. Die Knoten des vagus und trigeminus entsprechen den Spinalknoten. Der facialis wird zum vorderen, der glossopharyngeus zum hinteren Schädelnerven gerechnet, ohne daß sie jedoch einer von beyden Wurzeln beygezählt würden, sondern sie werden als gemischte, aus Bewegungs und Empfindungsfäden zusammengesetzte Nerven betrachtet. Die obere Augenhöhlenspalte und das zerrissene Loch bilden die zwei Intervertebrallöcher, das ovale und runde Loch werden als zu der ersteren, das Gelenkhügelloch als zu dem letzteren gehörig <I,4> betrachtet. Die Nerven des Gesichts, Geruchs und Gehörs machen eine besondere Gruppe aus; sie werden nicht als eigentliche Hirnnerven, sondern als Ausstülpungen des Gehirns betrachtet, eine Eintheilung, die auf ihre Entwicklung beym Fötus, ihren Mangel an Knoten, die den Spinalknoten entsprächen und auf ihr Unvermögen eine andre Empfindung, als die ihres eigenthümlichen Sinnes, zur Erkenntniß zu bringen, basirt wird. Gegen dieße Eintheilung, welche sich, wie man auf den ersten Blick sieht, im höchsten Grade durch ihre Einfachheit empfiehlt, erheben sich jedoch mehrere bedeutende Gründe, namentlich macht das Absondern der drei höheren Sinnesnerven Schwierigkeiten. Die passive Seite des Nervenlebens erscheint unter der allgemeinen Form der Sensibilität; die sogenannten einzelnen Sinne sind nichts als Modificationen dießes allgemeinen Sinnes, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken sind nur die feineren Blüthen desselben. So ergiebt es sich aus der stufenweisen Betrachtung der Organismen. Man kann Schritt für Schritt verfolgen, wie von dem einfachsten Organismus an, wo alle Nerventhätigkeit in einem dumpfen Gemeingefühl besteht, nach und nach besondere Sinnesorgane sich abgliedern und ausbilden. Ihre Sinne sind nichts neu Hinzugefügtes, sie sind nur Modificationen in einer höheren Potenz. Das Nämliche gilt natürlich von den Nerven, welche ihre Functionen vermitteln, sie erscheinen unter einer vollkommneren Form, als die übrigen Empfindungsnerven, ohne deßwegen ihren ursprünglichen Typus zu verlieren. Jeder Empfindungsnerv characterisirt sich aber bey d. Wirbelthieren als ein aus den hinteren Marksträngen entspringendes Wurzelbündel und somit sind die 3 höheren Sinnesnerven nichts weiter als isolirt gebliebne sensible Wurzeln. Bey den Fischen wird dieß Verhalten ziemlich deutlich und bey den Cyprinen glaube ich ihren Ursprung von den hinteren Marksträngen oder den oberen Pyramiden gleich den übrigen Empfindungsnerven nachgewiesen zu haben. Uebrigens würde mich die weitere Diskussion dießer Frage, über die noch Vieles zu sagen wäre, zu weit führen.

    <II,1> Es dürfte wohl immer vergeblich bleiben gerade bey der verwickeltsten Form, nämlich bey dem Menschen anzufangen. Die einfachsten Formen leiten immer am Sichersten, weil in ihnen sich nur das Ursprüngliche, absolut Nothwendige zeigt. Dieße einfache Form bietet uns nun die Natur für dießes Problem entweder vorübergehend im Fötus, oder stehengeblieben, selbst ständig geworden in den niederen Wirbelthieren dar. Die Formen wechseln jedoch beym Fötus so rasch und sind oft nur so flüchtig angedeutet, daß man nur mit der grösten Schwierigkeit zu einigermaaßen genügenden Resultaten gelangen kann, während sie bey den niedrigen Wirbelthieren zu einer vollständigen Ausbildung gelangen und uns so die Zeit lassen sie in ihrem einfachsten und bestimmtesten Typus zu studiren. Es frägt sich also in unserem Falle, welche Schädelnerven treten bey den niedrigsten Wirbelthieren zuerst auf, wie verhalten sie sich zu den Hirnmassen und den Schädelwirbeln und nach welchen Gesetzen wird, die Reihe der Wirbelthiere durch bis zum Menschen, ihre Zahl vermehrt oder vermindert, ihr Verlauf einfacher oder verwickelter? Faßt man nun die Thatsachen, welche die Wissenschaft uns bis jezt in die Hand giebt zusammen, so findet man 9 Paar Schädelnerven, nämlich den: olfactivus, opticus, die 3 Muskelnerven des Auges, den trigeminus, acusticus, vagus u. hypoglossus bey allen Klassen d. Wirbelthiere, während die drei <II,2> anderen, der facialis, glossopharyngeus u. accs. Willisii, bald als selbstständige Nerven, bald nur als Aeste des vagus und des trigeminus auftreten, oder gänzlich verschwinden. So tritt bey den Fischen der facialis, als der Deckelast des 5. Paares auf, verschwindet dann bey der Mehrzahl der Reptilien und Vögel und zeigt sich wieder bey den Saügethieren in dem Maaße als die Physiognomie mehr Ausdruck bekommt und die Nasenrespiration bedeutender wird. So tritt d. glossophag. bey den Fischen zwar als ein selbstständiger Stamm auf, verhält sich jedoch durch seine Vertheilung an die erste Kieme ganz wie ein Ast des vagus, verschmilzt dann bey den Batrachiern und Ophidiern mit dem vagus, dessen ramus lingualis er bildet, isolirt sich wieder bey den Cheloniern und bleibt endlich bey den Vögeln und Säugethieren ein selbstständiger Nerv. So zeigt sich bey den Fischen und Batrachiern keine Spur von einem Beynerven, indem der vagus selbst die motorischen Fäden abgiebt; erst bey den Sauriern, Cheloniern und Vögeln fängt er an sich zu isoliren und selbst bey den Saügethieren ist er im Allgemeinen eigentlich nicht von dem vagus getrennt. Ich nenne dieße drei Nervenpaare abgeleitete Nerven und betrachte sie, wo sie selbstständig auftreten als isolirte Zweige des vagus und trigeminus, deren Isolation von der mehr oder weniger gesteigerten Function ihres Primitivnervenstammes abhängt. Damit wird das <II,3> Problem viel einfacher und es ist nur zu fragen, wie lassen sich die übrigen Paare auf den Typus der Spinalnerven zurückführen? – Jeder Spinalnerv entspringt, wie bekannt, mit 2 Wurzelbündeln, einem vorderen die Bewegung, einem hinteren die Empfindung vermittelnden. Beyde Wurzeln vereinigen sich in einer gewissen Distanz vom Mark zu einem gemeinschaftlichen Nervenstamm. Je zwei Spinalnerven bilden durch ihre Insertion einen Markabschnitt, dem ein Wirbel entspricht. Dieß das einfachste Verhältniß. Auf welche Weise kann nun dasselbe modificirt werden? 1.) Beyde Wurzeln vereinigen sich nicht mehr zu einem gemeinschaftlichen Stamm, sondern jede bleibt isolirt und bildet einen eignen, rein motorischen oder rein sensibeln Nerven. 2.) Beyde Wurzeln vereinigen sich zwar, doch tritt eine partielle Trennung in ihren Fäden ein, so daß in den Aesten, welche der von ihnen zusammengesetzte Nerv abgiebt die motorischen und sensibeln Fäden nicht mehr gleichmäßig vertheilt sind. Dieß Verhalten bildet den Uebergang zu dem vorhgehenden. 3.) Eine von den Wurzeln avortirt, so daß sich nur die andere entwickelt.

    4. So wie von den zwei Wurzeln jede einen besondren Nerven bilden kann, so kann dießer Nerv selbst wieder in mehrere isolirte Stämme zerfallen.

    Auf dieße 4 Modificationen nun lassen sich, wie ich sogleich nachweisen werde, die Unterschiede zwischen den Schädel und <II,4> Spinalnerven zurückführen. Mit ihrer Hülfe lassen sich 6 Schädelnerven unterscheiden, denen entsprechend ich 6 Schädelwirbel annehme, was ich bey den Fischen begründen zu können glaube. Die 6 Paar Schädelnerven sind: der Zungenfleischnerv, d. vagus, der Hörnerv, das 5 Paar, der Sehnerv mit dem Muskelnerv des Auges und der Riechnerv.

    Nichts ist leichter, als nachzuweisen, daß der hypoglossus ursprünglich mit einer hinteren Wurzel und einem Spinalknoten versehen sey, und somit so gut als jeder andre Spinalnerv als ein selbstständiger Nervenstamm betrachtet werden müsse. Bey den Fischen entspringt der letzte Schädelnerv mit einer vorderen breiten und einer hinteren feinen mit einem Knoten versehenen Wurzel. Er tritt durch ein eignes Loch aus d. Schädelhöhle und theilt sich darauf in zwei Aeste, einen vordern und einen hintern. Der vordere laüft indem er einen Bogen bildet nach vorn zu den Muskeln des Zungenbeins, der hintere vereinigt sich mit dem ersten Spinalnerven und geht zur vorderen Extremität. Die Bedeutung dießes Nerven als hypoglossus ergiebt sich fast auf den ersten Blick, indem der vordere Ast dem Bogen, der hintere der ansa entspricht. Der Frosch liefert übrigens den directen Beweis. Zwischen dem vagus und dem ersten Spinalnerven entspringt ein Nerv mit zwei Wurzeln grade wie bey den Fischen; er theilt sich ebenfalls <III,1> in zwei Aeste, einen vorderen, der sich in die Muskeln der Zunge vertheilt und einen hinteren, der mit dem ersten Spinalnerven zur vorderen Extremität geht. Es ist klar, daß dieser Nerv dem hypoglossus der höheren Thiere entspricht und so evident, daß er mit dem fraglichen Nerven der Fische identisch ist. Bey den Fischen und Fröschen erscheint also der hypoglossus, als ein selbstständiger Nerv und zeigt auf das deutlichste den Typus eines Spinalnerven. Ja, noch mehr, bey dem Frosch ist er eigentlich der erste Spinalnerv, indem der ihm entsprechende Schädelwirbel sich wieder in einen Rückenwirbel verwandelt hat und somit der vagus der letzte Gehirnnerv ist. Außerdem hat Maier, selbst bey verschiednen Saügethieren und einmal sogar bey dem Menschen, eine feinere, hinten mit einem Knötchen versehene Wurzel des hypoglossus gefunden. – Bey dem hypoglossus des Menschen tritt also die dritte der erwähnten Modificationen ein, die Empfindungswurzel ist avortirt und nur die motorische hat sich entwickelt, ein Verhältniß das übrigens schon bey dem Fisch und Frosch durch das Ueberwiegen der vorderen Wurzel über die hintere angedeutet ist.

    Was den trigeminus anbelangt, so ist selbst bey dem Menschen, aus dem eigenthümlichen Verhältniße seiner portio major u. minor, seine Analogie mit den Spinalnerven unverkennbar und längst anerkannt.

    <III,2> Aehnlich verhält es sich bey den Fischen, wo außerdem eine Analogie des opercularis mit dem eigenartigen Gebilde des facialis besteht, dessen Ursprung dem der Spinalnerven entspricht. Mit dem vagus hat die Sache bey den höheren Thieren mehr Schwierigkeit, doch helfen auch hier die niederen Formen. So entspringt bey dem Hecht zum Beyspiel der vagus auf’s Deutlichste mit 2 Wurzeln, einer vorderen und hinteren, die sich erst nach ziemlich langem Verlauf bey ihrem Austritt aus der Schädelhöhle vereinigen und daselbst einen Knoten zeigen. Dießer Spinalknoten des vagus ist bey vielen Fischen von enormer Größe und findet sich, wie bekannt, noch bey dem Menschen. Vagus u. trigeminus bieten die zweite Modification dar, nämlich die partielle Trennung der motorischen und sensibeln Fäden in den Stämmen, in welche dieße Nerven sich theilen, nämlich dem facialis, glossopharyngeus und access. Will. wie ich bereits gezeigt habe. Im vagus wird dieße Trennung vollständiger als beym trigeminus, wenigstens scheint dieß aus dem Verhältniß des Beynerven zum vagus hervorzugehen, indem letzterer wirklich ohne alle motorische Fäden zu seyn scheint. – Das 10. und 5. Paar zeigen in der ganzen Reihe der Wirbelthiere eine auffallende Symetrie. Der vagus verhält sich zur Brust und Bauchhöhle wie der trigeminus zur Wiederholung dießer Höhlen am Kopf, nämlich der Mund und Nasenhöhle. Kurz der trigeminus ist ein vagus in einer höheren Potenz. Dieß Verhältniß wird bey den Saügethieren besonders deutlich. Das 10. Paar theilt sich in 3 Nervenstämme, den acc. Will., den eigentlichen vagus und den glossopharyngeus; das 5. Paar ebenfalls in drei, <III,3> den facialis, den eigentlichen trigeminus und den ophtalmicus Will., den man eben so gut als einen besonderen Nerven ansehen kann. Wie der acc. Will. Athemnerv des Halses und eines Theils des Rumpfes ist, so ist d. facialis Respirationsnerv des Kopfs; wie der Stamm des vagus der Empfindungsnerv des Darmkanals ist, so ist der Zungenast des trigeminus d. sensible Nerv der Zunge, dießem vollkommensten Theile des Darmkanals, dießem Organe des Darmsinnes, wie Oken so sinnreich den Geschmack nennt. Endlich wie der vagus den glossopharyngeus als Hülfsnerven zur Zunge, so schickt der trigeminus den ophthalmicus als Hülfsnerven zur Nase und dem Auge.

    Es bleibt mir jezt noch die Analogie der drei höheren Sinnesnerven mit den Spinalnerven nachzuweisen. Der acusticus und olfactivus sind als hintere Wurzeln zu betrachten, deren vordere avortirt ist. Die Analogie, woraus ich dieß schließe, liefert der hypoglossus, dessen hintere bey d. Fischen, Fröschen und manchen Saügethieren vorkommende Wurzel, bey dem Menschen avortirt, während nur die vordere sich entwickelte. Das Umgekehrte ist bey dem acusticus u. olfactivus der Fall; Nur die hintere Wurzel entwickelt sich und die vordere avortirt.

    Für beyde wird die motorische Wurzel durch den facialis ersetzt. Für den acusticus erklärt sich dieß leicht, wenn man bedenkt, in welchem Verhältniß der, dem facialis entsprechende Deckelast der Fische zu der Kiemenhöhle steht. Oken hat nämlich nachgewiesen, das Ohr mit Ausnahme des Labyrinths, sey nur eine metamorphosirte Kiemenhöhle und so sieht man leicht, daß die Fäden, welche der facialis bey Vögeln und Saügethieren dem äußeren und inneren Ohr giebt, das Verhältniß des Deckelastes zur Kiemenhöhle wiederholen. —

    In dem Sehnerven und den Muskelnerven des Auges treten endlich beyde Wurzeln als isolirte Nerven auf, die hintere als zweites, die vordere als 3. 4. u. 6. Paar, indem dieße letzteren der vierten Modification <III,4> entsprechend isolirte Nervenstämme bilden. Das 3. u. 6. Paar gehen aus demselben Markstrang hervor, das eine vor dem anderen, und bilden zwei Fäden einer Wurzel, von denen das eine etwas eher als das andere aus dem Mark tritt. Das vierte Paar macht dagegen größere Schwierigkeiten, doch sein Verhalten bey manchen Fischen hebt sie gröstentheils. Es entspringt bey den Cyprinen u. dem Hecht vom aüßeren Rand der vorderen Pyramidenstränge folglich vom nämlichen Markstrang wie das dritte und sechste.

    In dem Augenmuskelnerv erreicht der Nerv als solcher seine höchste Entfaltung, er verhält sich, um ein Beyspiel zu geben, zu den übrigen Nerven wie der Huf zu der Hand des Menschen. Was in dem ersteren noch verbunden liegt, gliedert sich in der letzteren im schönsten Verhältniß ab. Dieße Entwicklung fällt mit der Bedeutung des Auges zusammen, von dem Oken wahrhaftig mit Recht sagt, es sey das höchste Organ, die Blüthe oder vielmehr die Frucht aller organischen Reiche.

    So wären denn 6 Paar Schädelnerven gefunden: 1.) der Riechnerv 2.) der Sehnerve mit dem 3. 4. u. 6. Paar. 3.) der trigeminus. 4.) d. acusticus. 5.) der vagus. 6.) der hypoglossus.

    Ihre rechte Begründung kann übrigens dieße Eintheilung der Schädelnerven erst durch ihre Vergleichung mit den Schädelknochen erhalten. Dieße jedoch auszuführen und nachzuweisen, wie ich dießen 6 Paaren 6 Schädelwirbel, entsprechend, gefunden zu haben glaube, erlaubt die Zeit nicht.

    Vergleicht man endlich die Schädelnerven untereinander, so findet man, daß sie sich in zwei Gruppen theilen. Die eine, gebildet vom acusticus und opticus, dießen Nerven des Schalls und des Lichts, ist der reinste Ausdruck des animalen Lebens; die andere, bestehend aus dem hypoglossus, vagus, trigeminus und olfactivus erhöht das vegetative zum animalen Leben. So werden wir uns des Actes der Verdauung und <IV,1> der Respiration durch den vagus bewußt, so wird die Zunge als ein wesentlicher Bestandtheil des Verdauungskanals durch den Einfluß des hypoglossus ein dem Willen unterworfenes Organ, und damit ein wahres Glied des Kopfes; so entwickeln sich Geschmack und Geruch, als die Sinne des Darm und des Athemsystems, unter dem Einflusse des trigeminus und des olfactivus. Die Nerven dießer letzteren Gruppe unterscheiden sich jedoch dadurch nicht wesentlicher von den übrigen Spinalnerven, als die Lendennerven, welche zu den Organen der Zeugung gehn. Die ersteren verhalten sich zur Verdauung und Respiration, wie die letzteren zu den Geschlechtsverrichtungen. Außerdem sind ja alle Spinalnerven durch ihren Einfluß auf die Respirationsbewegungen ebenfalls an das vegetative Leben geknüpft.

    #médecine #lettres #iatrocratie #révolte

  • The Fuck, une carte postale de Brixton, Londres
    https://abasbruit.org/2026/05/06/the-fuck-une-carte-postale-de-brixton-londres

    Où il est question d’un film un peu oublié, Sammy and Rosie Get Laid, d’anéantissement des territoires des classes populaires, mais aussi de rencontres et de mélanges des classes et des cultures, de tissage souterrain et de présences affectives…

    #Lettres_du_monde #amour #émeutes #cinéma #classe_ouvrière #postcolonial

  • Trivialliteratur : Karl-May-Verlag soll verkauft werden
    https://www.jungewelt.de/artikel/521218.trivialliteratur-karl-may-verlag-soll-verkauft-werden.html

    So kennt man sie aus unzähligen Regalen : Buchrücken der Karl-May-Werkausgabe aus dem Karl-May-Verlag (Bamberg, 25.6.2013)

    Faites-moi rire ou achetez un un éditeur qui n’a jamais vendu autre chose que les oeuvres d’un auteur mort en 1913.

    Voici les oeuvres principales et plein de textes anodins de Karl May.
    https://projekt-gutenberg.org/authors/karl-may


    https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_May

    Bamberg. Der Karl-May-Verlag sucht einen neuen Verleger. Der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter Bernhard Schmid möchte den über hundert Jahre alten Familienbetrieb verkaufen. »Karl May ist auch meine große Leidenschaft, und die fast 35 Jahre Arbeit dafür habern mir großen Spaß gemacht. Um so mehr will ich rechtzeitig dafür Sorge tragen, dass unser Verlag in guten Händen eine sichere Zukunft hat«, sagt Schmid. Der 64jährige ist seit 2007 alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer des Verlags. Sein Großvater Euchar Albrecht Schmid hatte den Verlag im Jahr 1913 mitgegründet.

    Der Karl-May-Verlag mit Sitz in Bamberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bekannt für seine Bücher mit dem grünen Einband, der goldenen Schrift und dem bunten Titelbild, zieren Karl Mays Werke wie »Winnetou« seit mehr als hundert Jahren die deutschen Bücherregale. Das Programm des Verlags besteht fast ausschließlich aus den Werken seines Namensgebers.

    Karl May gilt als einer der meistgelesenen Autoren deutscher Sprache. Besondere Berühmtheit erlangte der Abenteuerschriftsteller durch seine meist fiktiven Reiseerzählungen und die Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand.

    May wurde 1842 in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) geboren, von 1888 bis zu seinem Tod 1912 lebte er im sächsischen Radebeul und verfasste dort wesentliche Teile seines Gesamtwerks. Kurz nach seinem Tod wurde im Jahr 1913 der Karl-May-Verlag in Radebeul gegründet. Im Jahr 1960 zog der Verlag dann nach Bamberg. (dpa/jW)

    Tout le monde l’aime bien, mais il est tellement démodé !

    https://www.youtube.com/playlist?list=PLuT4X8ydlk9_FMpPgkAiDJbTWz5Y7m0V8

    Arno Schmidt und Karl May
    https://www.karl-may-wiki.de/index.php/Arno_Schmidt

    #lettres #auf_deutsch #western #wtf #édition

  • Daodejing : Die 2.500 Jahre alte Kunst des Nicht-Handelns, neu übersetzt und umfassend kommentiert
    https://www.l-iz.de/bildung/buecher/2022/08/daodejing-die-2-500-jahre-alte-kunst-des-nicht-handelns-neu-uebersetzt-und-umfa

    Viktor Kalinke (Hrsg.) : Laozi. Daodejing. Foto : Ralf Julke

    Laozi est réputé pour ses idées absurdes au premier abord commee l’action par l’inaction , mais c’est dû aux dizaines voire centaines de mauvaises traductions dans toutes les langues occidentales. Voici le résultat de plusieurs dizaines d’années de travail critique qui n’a pas donné l’impossible traduction parfaite mais une analyse du texte orginal et une comparaison critique des traductions historiques en latin, anglais, français et allemand. On y apprend aussi des coses sur l’influence de Laozi pour les auteurs comme Brecht et les Français. Avec ce livre on se rapproche de Laozi page par page, on n’est jamais abandonné dans l’univers ds myriades d’interprétations du philosophe contemporain du maître Kong .

    A consulter de préférence à votre bibliothèque préférée. Prix de vente : € 135,00

    Édition numérique : € 34,95
    https://l-lv.de/neu/Kalinke--Viktor--Studien-zu-Laozi-Daodejing--Bd--1.html

    A prospos de l’auteur
    https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Kalinke

    25.8.2022 von Ralf Julke - 2018 hat Verleger, Autor und Übersetzer Viktor Kalinke schon ein aufsehenerregendes Stück Arbeit vorgelegt: die Übersetzung des Gesamtwerks des Zhuangzi. Nun hat er ein ebenso opulentes Arbeitsergebnis vorgelegt: die Übersetzung des Daodejing von Laozi, ergänzt um etwas, was er bescheidenerweise einen Essay nennt, obwohl es geradezu eine dicke Lesehilfe für Europäer ist, wie sie die 81 Kapitel des Daodejing lesen können.

    Dass Kalinke sich so intensiv mit den großen chinesischen Philosophen beschäftigt, hat auch damit zu tun, dass er Psychologie und Mathematik nicht nur in Leipzig studiert hat, sondern auch in Bejing. Er kennt sie also nicht nur aus dritter Hand oder die Umwege über andere Sprachen, wie so viele deutschsprachige Übersetzer in der Vergangenheit, die eifrig dazu beigetragen haben, den Markt mit immer neuen Laozi-Übersetzungen zu fluten.

    Die sich allesamt unterscheiden, aus guten Gründen. Nicht nur, weil die chinesischen Schriftzeiten jede Menge Assoziationen und Mehrdeutigkeiten ermöglichen, die das lateinische Alphabet nicht kennt. Die Sprüche des Laozi sind auch in ihren Aussagen vieldeutig, widersprüchlich, manchmal auch dialektisch in den Augen europäischer Leser.

    Und ihre Ratschläge sind deshalb oft genug auch Weisheitsregeln für die Fürsten, Könige und Kaiser, für die sie tätig waren. Leute, denen man lieber nicht naseweis und besserwisserisch kam. Und denen man lieber auch nicht vorschrieb, wie sie mit dem Volk, den Steuern, der Armee und den verfeindeten Nachbarstaaten umgehen sollten.
    Wie regiert ein Weiser?

    Weshalb auch die Gedanken des Lao Dan, aus dem erst die spätere Überlieferung den Meister Lao, Laozi, machte, immer beides sind: Sprüche, die ein gutes Leben begründen und zurückhaltende Ratschläge an den Fürsten, die ihm ein weises Leben und damit Regieren nahelegten.

    Wobei die lang anhaltende Wirkung des Daodejing eben auch darin besteht, dass die Sprüche eben nicht nur den Mächtigen nahelegen, ein naturgemäßes Leben zu leben und in Einklang mit dem Dao zu kommen, sondern dass diese Gedanken auch für ganz normale Menschen fruchtbar werden können.

    Auch wenn der Einstieg in die Gedankenwelt der Chinesen im allgemeinen und der des Dao im Besonderen für Europäer aus diversen Gründen nicht einfach ist. Das hat nicht nur mit den Prägungen durch die europäische Philosophie von den Griechen angefangen zu tun, dem stark ausgeprägten europäischen Individualismus (der sehr leicht zum Egoismus abdriftet) und den Machbarkeitsvorstellungen einer Naturwissenschaft, die ja auch zum technischen Erfolg Europas beigetragen hat.

    Auch die europäischen, durch das Christentum geprägten Vorstellungen von Gott, Jenseits, Sündenfall und Tugenden beeinflussen selbst all jene, die längst keine praktizierenden Christen mehr sind.

    In seinem wirklich umfangreichen Essay zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Daodejing geht Viktor Kalinke ausführlich darauf ein. Dort beschäftigt er sich auch mit den Tücken der Übersetzungen und erklärt, warum es so viele verschiedene Interpretationen der Texte Laozis gibt.

    Und natürlich auch, warum er alle 81 Kapitel noch einmal neu übersetzt hat und dabei auch Worte zu vermeiden versucht hat, die durch europäische Philosophie und christliches Denken hochgradig vorbelastet sind. Worte, mit denen sich immer wieder die europäische Sichtweise in den Text schleichen würde und die damit tatsächlich nivellieren würden, was an den Texten offen, bewusst mehrdeutig und teils auch völlig anders gemeint war.
    Wenn das gute Leben im Hier und Jenseits gefunden werden darf

    Denn die Chinesen haben kein Gottes- und Jenseitsbild wie die Europäer. Sie haben deswegen auch keine Sündentheologie entwickelt und auch keine Vertröstung auf eine bessere Welt nach dem Tod. Im Gegenteil: Kalinke ist ganz und gar nicht überrascht, wenn er in den Zeilen ein Verständnis von Natur und Respekt vor den Dingen, die geschehen, findet, das dem heutigen Denken über die Gefährdung unserer natürlichen Grundlagen sehr nahe ist.

    Man kann Dao als „der Weg“ übersetzen, obwohl es nur eine von vielen möglichen Übersetzungen ist. Es ist auch das Ganze, in das sich jedes kleine menschliche Leben einfügt. Und das ein kluger Herrscher in seinem Wirken immer berücksichtigt. Auch wenn es keinen Regelkanon gibt und geben kann, wie man das macht.

    Und gerade dadurch geben die Sprüche demjenigen, der sie beherzigt, das Gefühl, Herr des eigenen Lebens zu sein und Lösungen selbst gefunden zu haben. Lösungen, die auch im Abwarten, Nichtstun, Die-Dinge-geschehen-Lassen bestehen können. „Handeln durch Nichthandeln“, umschreibt es Kalinke. Oder – mit dem Titel seines Essays: „Nichtstun als Handlungsmaxime“.

    Denn natürlich steckt auch im Nicht-Handeln das Handeln. Und damit immer ein ganzer Strauß von Optionen, die nicht – wie in mancher europäischen Radikalität – auf Gut und Böse, Ja und Nein, Schwarz und Weiß hinauslaufen. Denn so eine radikale Polarität kennen die Chinesen gar nicht.

    Für sie sind in allen Menschen und allen Dingen immer Yin und Yang vereint, gehen regelrecht ineinander über. Nichts ist komplett Yin, nichts komplett Yang. Und die Dinge sind immer im Fluss. Der Weise stopft sich nicht mit unnützem Wissen voll, von dem er glaubt, dass es ihm die Entscheidung leichter macht oder gar abnimmt.

    Im Gegenteil: Er entledigt sich dessen, macht sich frei davon, beobachtet und gibt den Dingen, die geschehen, Raum zur Entfaltung. Und er handelt dann, wenn er sich eins fühlt mit seinem Dao, dem Unübersetzbaren. Was auch eine Kunst des Regierens ist, die wir Europäer kaum kennen.

    Denn auch diejenigen unter uns, die in Regierungsämter drängen, sind voll des Wissens, von dem sie glauben, damit die Welt beglücken zu können. Und immerfort müssen sie agieren, neue Gesetze erlassen, Verordnungen, Geschäftigkeit zeigen – sonst sind sie bei unseren großen Medien sofort unten durch.

    Denn unsere Macher-Kommentatoren wollen natürlich Macher sehen, Politiker, die ständig irgendetwas Weltbewegendes vollbringen, egal, ob es Unheil anrichtet oder dauerhafte Schäden.
    Was lesen eigentlich Menschen, die Entscheidungen treffen?

    So kann man natürlich Reich und Reichtümer vernichten. So falsch lag ja Meister Lao nicht, als er dem Fürsten lieber Metaphern für das Nicht-Handeln gab, die immer auch Vertrauen in das Handeln der Untergebenen suggerieren, eine „Systemsteuerung im daoistischen Sinn“, nennt es Kalinke.

    „Durch sie werden sowohl die Steuernden als auch die Ausführenden nicht im Detail in ihren Handlungen festgelegt, sondern bewahren das Gefühl – und zwar zu Recht -, selbst die Lösungen entdeckt und verwirklicht zu haben.“ Wobei die Lösungen nicht aus dem Instrumentenkoffer stammen, sondern immer ein Handeln im richtigen Moment meinen, dem Moment, in dem die Handlung eins ist mit dem Dao.

    Wobei Kalinke noch etwas beobachtet, was Europäern meistens ziemlich fremd ist: Dass die großen revolutionären Schriften wohl ganz und gar nicht „die Welt verändern“, wie Marx das mal ausdrückte. „Nicht Evolutionen, sondern Texte, die Rezipientengenerationen übergreifend wirken, werden zum Generator der Menschheitsgeschichte.

    Es kommt nicht darauf an, dass diese Texte die Massen ergreifen, wie Marx behauptet hat: „Eher ist es wahrscheinlich, daß ein Text zur Trivialliteratur gehört, wenn er die Massen ergreift. Es kommt darauf an, daß der Text von den Menschen aufgenommen wird, die Entscheidungen treffen.“

    Da macht es dann schon einen gewaltigen Unterschied, ob die Herrschenden lieber das Daodejing lesen und den Respekt vor dem Seienden entwickeln, oder ob sie eher den Konzi wiederbeleben, wie das augenblicklich in der chinesischen Führung der Fall ist. Beides verändert das Denken über das Handeln und seine Folgen.

    Und natürlich auch über das, was man dem eigenen Volk zumutet. Und der Natur. Denn wenn ich verstehe, dass mein Leben zutiefst davon abhängt, dass die Welt alles Lebendigen auch weiterhin lebendig bleibt und mich (er-)trägt, dann handle ich auch so – in einem tiefen Respekt vor allem Lebendigen.
    Die Stärke des Nicht-Handelns

    Es ist schon erstaunlich, wie Kalinke das – nachdem er die Entstehung, die Wirkungsgeschichte und die gesicherten Schriften näher beleuchtet hat – aus den durchaus metaphorischen Zeilen des Daodejing herausliest. Wohl wissend, dass auch das Daodejing missbrauchbar ist, so wie jede Philosophie.

    Wer sie missbrauchen will, braucht sich nur die geeigneten Sätze herauszupicken. Dass sie erst im Zusammenhang der ganzen Kapitel einen Sinn ergeben und zur Abstraktion einladen, erschließt sich erst, wenn man sie ganz liest.

    Wobei Kalinke nicht nur seine Übersetzungen abgedruckt hat, sondern auch die chinesischen Texte – und im Anhang ein ganzes Lexikon der verwendeten chinesischen Schriftzeichen, die auch dem Nichtkenner der Sprache eine Ahnung davon geben, vor welchen Herausforderungen die Übersetzer stehen.

    Und weil das auch noch nicht die Interpretationsbreite dessen zeigt, was die einzelnen Kapitel an Möglichkeiten in sich tragen, gibt es auch noch einen ganzen Apparat „Sprachkritische Anmerkungen“, in denen Kalinke auch die wichtigsten schon veröffentlichten Übersetzungen anführt, um den Lesern zu zeigen, wie vieldeutig im Grunde jedes einzelne Kapitel ist.

    Was seltsamerweise gerade der Schlüssel zur langlebigen Wirksamkeit des Daodejing ist, das sich eben seinen (fürstlichen) Lesern ganz und gar nicht in der Attitüde des Lehrers „offenbart“, der alles besser weiß (so, wie leider auch die größten und berühmtesten europäischen Philosophen in der Regel ihre Leser behandelt haben), sondern als zurückhaltender Ratgeber, der seinem Leser auch immer wieder das Gefühl gibt, dass die Lösung für alles, was er zu bestehen hat, in seinem eigenen Nachdenken und (Nicht-)Handeln liegt.

    Selbst im Verzicht auf den Akt des Handelns liegt Stärke, oft sogar erst Weisheit und ein Verständnis für das eigene Dao, das nirgendwo offenbart wird, sondern das sich ständig verändert.
    Die Aktualität der Kunst des Nicht-Besitzens

    „Es bleibt schlicht offen, welche Deutung die richtige ist“, schreibt Kalinke zum Beispiel in den Anmerkungen zum Kapitel 2. Eines der herausforderndsten im ganzen Daodejing, das aber letztlich auf den Punkt bringt, wie der Mensch immer Teil der Welt ist, in der er verweilt, die ihm aber nicht gehört – was viele Menschen immerzu vergessen. „Nur indem er (der Weise) nichts beansprucht, verliert er nichts.“

    Man merkt schon: Das gilt nicht nur für Leute, die etwas zu entscheiden haben. Das gilt für jeden, der sich in einem Kosmos wiederfindet, der sich in permanenter Veränderung befindet und in dem niemand wirklich weiß, was er anrichtet, wenn er (gedankenlos) handelt.

    Und manches klingt ja nicht zufällig nach einem guten Ratschlag, in Zeiten der Gefährdung der Welt anders zu leben: „Wer das Dao bewahrt, strebt nicht nach Übermaß; nur wer nicht nach Übermaß strebt, kann verbrauchen, ohne zu erneuern.“ (Kapitel 15)

    Als hätte Meister Lao seine Sprüche extra fürs 22. Jahrhundert geschrieben. Aber er lebte wohl um das 5. und 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, begegnete wohl auch Konzi, auch wenn es ganze Berge von Büchern gibt, die Laozis Existenz sogar abstreiten und seine Sprüche einer ganzen Schule zuschreiben.

    Aber vieles – so arbeitet es auch Kalinke heraus – deutet darauf hin, dass es Meister Lao tatsächlich gab, dass er Fürstenberater war und auch der Kern seiner Sprüche auf ihn zurückgeht, auch wenn später möglicherweise noch etliche Redakteure drüber saßen und der Kanon erst weit nach seinem Tod verschriftlicht wurde.

    Nur an Aktualität haben seine Sprüche nichts verloren, auch wenn sie zuweilen verwirren und verstören und so manche Handreichung, die Kalinke in seinem Essay gibt, sehr hilfreich ist, das ganze Werk auch für uns Europäer zu erschließen.

    Und damit auch die Denkweise und Lebenshaltung dahinter, die so gründlich dem europäischen Machbarkeitswahn widerspricht und vielleicht sogar genau die Änderung unserer Sicht auf die Welt beinhaltet, die wir jetzt vornehmen müssen, wenn wir noch ein paar Generationen auf diesem Planeten und mit diesem Planeten überleben wollen.

    Viktor Kalinke (Hrsg.) Laozi. Daodejing Leipziger Literaturverlag, Leipzig 2022, 124,95 Euro.

    #philosophie #sinologie #traduction #Chine #lettres

  • Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen nebst den Redensarten der deutschen Zech-Brüder und aller Praktik Großmutter, d. i. der Sprichwörter ewigem Wetter-Kalender gesammelt und mit vielen schönen Versen, Sprüchen und Historien in ein Buch verfasst von Friedrich Heinrich Wilhelm Körte, Brockhaus, Leipzig 1837, Neue Ausgabe 1847- Internet Archive
    https://archive.org/details/diesprichwrteru02krgoog/page/n7/mode/2up

    Voilà pour les férus de l’allemand :-)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_K%C3%B6rte

    Friedrich Heinrich Wilhelm Körte (* 24. März 1776 in Aschersleben; † 28. Januar 1846 in Halberstadt) war ein deutscher Literaturhistoriker.

    Körte war Sohn des Archidiakons Christian Andreas Matthias Körte und ein Großneffe von Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der sich väterlich um Körte annahm. Er besuchte zunächst die Stadtschule Aschersleben, dann von 1792 bis 1796 das Domgymnasium Halberstadt. Dort bestand er die Maturitätsprüfung. Anschließend studierte er an der Universität Halle Rechtswissenschaften, wandte sich dann aber dem Studium der Literatur und den schönen Wissenschaften und Künsten zu. Wann er zum Doktor promoviert wurde, ist nicht bekannt.

    Körte kehrte 1799 nach Halberstadt zurück. Dort war er als Lehrer an der von Gleim geplanten Humanitätsschule vorgesehen. Nach dem diese vom preußischen Staat entgegen den Plänen Greims als Zug am Domgymnasium Halberstadt verwirklicht wurde, erhielt Körte eine regelmäßige Abfindung bis zu seinem Tod ausgezahlt, von der er leben konnte. Er war daher nicht auf eine wirtschaftliche Betätigung angewiesen und konnte sich daher seinen Studien und der schriftstellerischen Arbeit widmen. Er heiratete Wilhelmine Wolf, die Tochter von Friedrich August Wolf, und betätigte sich als Nachlassverwalter von Gleims und Wolfs literarischen Nachlass. Den Ausgangspunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit stellt die Herausgabe der Werke von Ewald Christian von Kleist dar. Bis zur Aufhebung des Stifts 1810 war Körte außerdem Domvikar am Domstift Halberstadt.

    Körte war von 1810 bis 1817 als Buch- und Kunsthändler in Halberstadt tätig. Zog sich aber von dieser Tätigkeit wieder zurück, um sich ganz der schriftstellerischen Arbeit zu widmen. Er war mit dem Schulrektor Christian Gottfried Wilhelm Lehmann befreundet.

    Körte ist mit seinen Brüdern Franz Körte und August Bernhard Christian Körte Stammvater der Gelehrtenfamilie Körte.

    Werke (Auswahl)

    Ewald Christian von Kleist’s sämmtliche Werke, 2 Bände, Unger, Berlin 1803.
    Kritik der Ehre, Sittlichkeit und des Rechts in F. H. Jacobis Gelegenheitsschrift: Was gebieten Ehre, Sittlichkeit und Recht in Absicht vertraulicher Briefe von Verstorbenen und noch Lebenden , Geßner, Zrich 1806.
    Johann Wilhelm Ludewig Gleims Leben aus seinen Briefen und Schriften, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811.
    J. W. L. Gleim’s sämmtliche Werke, 8 Bände, Büreau für Literatur und Kunst, Halberstadt 1811–1841 (Neudruck bei Olms, Hildesheim 1971).
    Das Leben Carnots, Brockhaus, Leipzig 1820.
    Beurtheilung der Voßischen Schrift: „Wie ward Friz Stolberg ein Unfreier?“ und einiger andern damit verwandten Schriften, Hermes, Amsterdam 1820.
    Leben und Studien Friedr. Aug. Wolf’s, des Philologen, 2 Bände, Bädeker, Essen 1833.
    Friedr. Aug. Wolf über Erziehung, Schule, Universität („Consilia scholastica.“); aus Wolf’s litterarischem Nachlasse zusammengestellt von Wilhelm Körte, Becker, Quedlinburg 1835.
    Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen nebst den Redensarten der deutschen Zech-Brüder und aller Praktik Großmutter, d. i. der Sprichwörter ewigem Wetter-Kalender, Brockhaus, Leipzig 1837.
    Albrecht Thaer: Sein Leben und Wirken als Arzt und Landwirth, Brockhaus, Leipzig 1839.

    #Allemagne #histoire #lettres #langue #proverbes

  • Quoi faire de la pensée ?Vers une critique des dispositifs dégénératifs
    https://abasbruit.org/2026/03/03/quoi-faire-de-la-pensee-vers-une-critique-des-dispositifs-degeneratifs

    On ne l’entend même plus. Le rauque souffle des trompettes du dernier jour est tellement usé, tellement fatigué, enseveli qu’il est, couche après couche, par des débris et des mensonges, qu’on a du mal à ne pas le prendre pour un soupir insignifiant, un écho de rien, une mauvaise plaisanterie...

    #Anarchives #Lettres_du_monde

  • « Étrangers, ne nous laissez pas seuls avec les Français ! » Entretien avec Julien Brachet
    https://abasbruit.org/2026/02/11/etrangers-ne-nous-laissez-pas-seuls-avec-les-francais-entretien-avec-juli

    Pourquoi reprendre ce vieux slogan des luttes des « sans-papiers » des années 1990 ? Dans la vague néo-fasciste planétaire que nous vivons, un des motifs les plus persistants et universalisés est la haine du migrant. Qui est aussi celle portée contre un « dehors » qui vient troubler la précaire stabilité de l’intériorité sociale fabriquée par l’État.

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • « Étrangers, ne nous laissez pas seuls avec les Français ! » Entretien avec Julien Brachet
    https://abasbruit.org/2026/02/03/etrangers-ne-nous-laissez-pas-seuls-avec-les-francais-entretien-avec-juli

    Pourquoi reprendre ce vieux slogan des luttes des « sans-papiers » des années 1990 ? Dans la vague néo-fasciste planétaire que nous vivons, un des motifs les plus persistants et universalisés est la haine du migrant. Qui est aussi celle portée contre un « dehors » qui vient troubler la précaire stabilité de l’intériorité sociale fabriquée par l’État.

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • Tenondé Porã. Autonomie et diversité Depuis les terres guarani
    https://abasbruit.org/2026/02/10/tenonde-pora-autonomie-et-diversite

    Brésil. São Paulo. Lorsque les résurgences des formes de vie guaranis se révèlent indissociables des luttes, la question des alliances s’impose : la communauté ne saurait être pensée sans ses rapports à ceux qui lui sont étrangers. Il en résulte nécessairement une réinvention de la tradition...

    #Enquêtes #Lettres_du_monde

  • Lectures pour une ombre by Jean Giraudoux
    https://gutenberg.org/ebooks/70995

    “Lectures pour une ombre” by Jean Giraudoux is a novel written in the early 20th century. The narrative unfolds against the backdrop of World War I, exploring the complexities of life, war, and personal narratives as they intertwine in the experiences of soldiers and civilians alike. Central to the story are the reflections and interactions of various characters, including soldiers and local inhabitants, as they navigate through the chaos of war. The opening of the novel sets a contemplative tone, depicting the soldiers waking up in an unfamiliar setting, dealing with the physical and emotional remnants of a recent battle while longing for the familiarity of home. With reference to their thoughts about the war league and the unrealized dreams of the future, characters ponder their relationships and loss amidst the unfolding events. The narrative introduces various details about daily life intertwined with the military context, highlighting the juxtaposition of mundane activities against the backdrop of war chaos. As soldiers reminisce about their pasts and engage in humorous yet poignant dialogues, the reader is drawn into their world where the specters of love, loss, and hope linger despite the harsh realities surrounding them. (This is an automatically generated summary.)

    Oeuvres de Jean Giraudoux. 3, Lectures pour une ombre / Jean Giraudoux | Gallica
    https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k9690281w.texteBrut

    Texte complet disponible en ligne

    Title : Oeuvres de Jean Giraudoux. 3, Lectures pour une ombre / Jean Giraudoux
    Author : Giraudoux, Jean (1882-1944). Auteur du texte
    Publisher : Emile-Paul frères (Paris)
    Publication date : 1929
    Set notice : http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb39156199f
    Relationship : Titre d’ensemble : Oeuvres de Jean Giraudoux
    Relationship : http://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb321699372
    Type : monographie imprimée
    Language : French
    Format : 1 vol. (224 p.) ; in-8
    Description : Contient une table des matières
    Rights : Public domain
    Identifier : ark :/12148/bpt6k9690281w
    Source : Bibliothèque nationale de France, département Littérature et art, 8-Z-24164 (3)
    Provenance : Bibliothèque nationale de France
    Online date : 05/06/2016

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Lectures_pour_une_ombre

    Lectures pour une ombre est un roman de Jean Giraudoux publié en 1917 aux éditions Émile-Paul Frères. Il est dédié au critique et journaliste André du Fresnois.

    https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean_Giraudoux
    https://fr.wikisource.org/wiki/Auteur:Jean_Giraudoux

    #roman #lettres #1917

  • Ernest Renan : un Anti-sémitisme savant
    https://www.persee.fr/doc/hel_0750-8069_2007_num_29_2_3007

    Il n’y a pas que les « semites » que le grand penseur qualifie de races moins cultivées que les indo-européens (chez nous on parlait encore des cultures indo-germaniques en 1970 ff.).

    C’est hilarant quand on considère les efforts de découverte des cultures chinoinsed et japonaises au même moment.

    La Chine et l’Égypte, en apparence si éloignées, mais rapprochées par tant de traits communs, donneraient lieu à des remarques analogues. (…) pour ne parler ici que de la Chine, dont la langue et la civilisation nous sont mieux connues, la langue chinoise, avec sa structure inorganique et incomplète, n’est-elle pas l’image de la sècheresse d’esprit et de coeur qui caractérise la race chinoise ? Suffisante pour les besoins de la vie, pour la technique des arts manuels, pour une littérature légère de petit aloi, pour une philosophie qui n’est que l’expression souvent fine, mais jamais élevée, du bon sens pratique 3 (2), la langue chinoise excluait toute philosophie, toute science, toute religion, dans le sens où nous entendons ces mots.

    encore

    Nous ne connaissons point assez l’ancienne sagesse de l’Egypte pour dire comment elle trouvait sa limite dans la langue même du pays. Remarquons cependant que l’analogie qui existe entre l’histoire sociale de l’Egypte et celle de la Chine ne saurait être fortuite : l’absence de liberté individuelle, d’esprit public, d’institutions politiques, la tendance vers une administration perfectionnée, si l’on veut, mais étouffante, le manque d’aptitude militaire, se retrouvent de part et d’autre. Ajoutons que les deux exemples d’écriture primitivement idéographique que nous a légués l’antiquité se rencontrent précisément dans les deux langues qui, par leur structure, appelaient pour ainsi dire ce genre de notation

    puis

    La vie politique est peut-être ce que les peuples indo-européens ont de plus indigène et de plus propre. Ces peuples sont les seuls qui aient connu la liberté, qui
    aient compris à la fois l’état et l’indépendance de l’individu. Certes, ils sont
    loin d’avoir toujours également bien concilié ces deux nécessités contraires. Mais jamais chez eux on ne trouve ces grands despotismes unitaires, broyant toute individualité, réduisant l’homme à l’état d’une sorte de fonction abstraite et sans nom, comme on le voit dans l’Égypte, à Babylone, en Chine, dans les despotismes musulmans et tartares

    #racisme #colonialisme #lettres

  • Laura Laabs : Triggerwarnung wegen Till Lindemann ? „Ich hab gesagt, nee Leute, so nicht“
    https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/ostdeutsche-autorin-laura-laabs-der-staerkste-vorwurf-war-dass-mein

    Les enfants de la nomenklatura culturelle dans leur quarantaine

    6.9.2025 von Anja Reich - Die Regisseurin ist in Berlin-Schöneweide aufgewachsen. Im Interview spricht sie über die Wut der Nachwendekinder. Und sagt, warum der Rammsteinsänger in ihrem neuen Film mitspielt.

    Laura Laabs wohnt in einem Dachgeschoss in Berlin-Neukölln. Der Fahrstuhl geht nicht, ging noch nie in den zehn Jahren, die sie hier lebt, sagt Laabs, als sie die Tür zu ihrer Wohnung aufmacht, einer Dreier-WG mit hellen Räumen und alten Möbeln. Das Sofa in der Küche ist von ihrer Großmutter, der Gründerin der Modezeitschrift Sibylle. Der Schreibtisch in ihrem Zimmer von ihrer Mutter, der Publizistin Daniela Dahn.

    Hier schreibt Laabs Geschichten über Nachwendekinder, die sich aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand bewegen, und die dort spielen, wo sie selbst herkommt: am Adlergestell in Berlin-Schöneweide und in Bad Kleinen in Mecklenburg-Vorpommern.

    Bei Kritikern und Festivalveranstaltern kommen diese Geschichten nicht immer gut an, das hat Laura Laabs schon am Telefon erzählt. Wegen Till Lindemann, dem Rammstein-Sänger, und einer AfD-Wählerin. Darüber wollen wir reden an diesem Spätsommertag. Laabs stellt Melone und Gebäck auf den Tisch und schäumt Milch für den Kaffee auf. Draußen regnet es in Strömen.

    Laura Laabs: „Zeit nach dem Mauerfall war vakuumhaft“

    Frau Laabs, in Ihrem Film „Rote Sterne überm Feld“ geht es um eine junge linke Aktivistin. In Ihrem Roman „Adlergestell“ um eine junge Frau, die bei den Rechten mitläuft. Wo stehen Sie selbst?

    Beide Geschichten und Figuren sind fiktiv, schöpfen aber aus Erfahrungen meines eigenen Lebens. In Mecklenburg auf dem Land und im Ost-Berlin der Nachwendezeit. Es handelt sich um eine Art Selbstbefragung: Welche politischen und biografischen Entscheidungen treffen die Kinder aus der sogenannten demokratischen Revolution heute? Welche Spuren kann man in der eigenen Geschichte dafür finden?

    Sie waren vier, als die Mauer fiel. Was haben Sie davon mitbekommen?

    Gerade gestern habe ich eine Kassette digitalisieren lassen, auf der ich als Kind Losungen von der Demonstration am 4. November 1989 nachspreche, auf die mich meine Eltern mitgenommen haben. Völliges Kauderwelsch, aber jeder dritte Satz ist: „Wir sind das Volk“. Man merkt, es ist etwas im Gange, was für die Erwachsenen wichtig ist und man selbst steckt auch mit drin. Die Zeit danach war vakuumhaft. Das Alte war weg, das Neue noch nicht richtig da. Verunsicherte Lehrer, Eltern, die ihre Jobs verlieren und wollen, dass die Kinder das nicht mitbekommen.

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    Das Arbeitszimmer von Laura Laabs.Maria Sturm

    Wie hat sich die Verunsicherung Ihrer Lehrer geäußert?

    Zum Beispiel darin, dass unsere Lehrerin uns Lieder von Rolf Zuckowski beigebracht hat, den Text aber selbst noch ablesen musste.

    Tick, tick, tick, wer klopft denn da ans Ei!

    Ja, oder die Weihnachtsbäckerei. Der Horror. Wir hatten ja in der DDR auch schöne, diktaturfreie Kinderlieder oder hätten was von Gerhard Schöne singen können. Aber es musste Zuckowski sein, obwohl niemand dazu eine Beziehung hatte. Als Kind weißt du das nicht, spürst aber, irgendwas ist jetzt hier fremd. Die Lieder von Zuckowski habe ich bis heute im Kopf, genau wie die Fernsehwerbung: „Sun Sensation Barbie, sieht gut aus, hat viel Spaß!“ All die Glücksversprechen.

    Haben Sie auf den Straßen von Schöneweide Mercedes-Sterne abgebrochen wie die Ich-Erzählerin aus dem Buch?

    Vielleicht mal einen oder zwei. Wir waren Schlüsselkinder und immer unterwegs, sind über die S-Bahngleise geklettert, über das verlassene Gelände vom Wachregiment Feliks Dzierzynski gelaufen. Anders als meine Hauptfigur war ich ein selbstbewusstes Kind, habe mich schon im Kindergarten über unsere Erzieherin beschwert.

    Worum ging es?

    Darum, dass sie mir den Anorak nicht zumachen wollte, weil ich mich nicht rechtzeitig in die Schlange gestellt hatte. Dass ich nicht auf Toilette durfte, nachdem die Pinkelpause vorbei war und dass ich aufessen musste, obwohl ich keinen Hunger hatte.

    Das Adlergestell, der Titel Ihres Buches, ist eine Ausfahrtstraße im Osten der Stadt. Sie haben dort tatsächlich gewohnt, in einem Reihenhaus in einer Seitenstraße. Was war das für eine Gegend in den 90ern?

    Sozial war es da sehr durchmischt. Es gab Bildungsbürger, aber auch Kinder aus prekären Verhältnissen, wo es hieß, die Eltern sind jetzt geschieden, der Papa ist jetzt arbeitslos. Diese Begriffe hatten für uns Kinder etwas Gespenstisches. Und es war auch ein Stempel, der einem verpasst wurde. Ich frage mich bis heute, wie meine Eltern in dieser Zeit die Fassung bewahrt haben. Ihre Hoffnung auf Veränderungen in der Zeit des Mauerfalls, gefolgt von der Enttäuschung und der Skepsis gegenüber staatlichen Gremien. Das sind Eindrücke, die mich sehr geprägt haben.

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    Laura Laabs, Autorin und Regisseurin. Maria Sturm

    Laura Laabs: „Man wird sich vom kapitalistischen Wachstum verabschieden müssen“

    Die Ich-Erzählerin des Romans malt ein Hakenkreuz, ohne zu wissen, was es ist, und bekommt Riesenärger. Ist Ihnen das auch mal passiert?

    Ja, ich war wirklich noch klein und wusste nur, dass man das nicht darf und war verblüfft über das Entsetzen, das dadurch ausgelöst wurde. So ähnlich funktioniert das in der Gesellschaft ja bis heute, das Spiel mit dem rechten Feuer, wenn man eine Reaktion provozieren will. Sich zu beschweren, dass die Renten im Osten zu niedrig sind oder die Lebensleistung aus der DDR nicht anerkannt wird, löst nicht viel aus. Zu signalisieren, man könnte noch weitergehen und die AfD wählen, ist da schon was anderes. Im Gegensatz zu mir damals wissen die AfD-Wähler aber heute, was sie tun.

    Die Häuser am Adlergestell wurden rückübertragen. Auch das ist Ihrer Familie passiert?

    Im realen Fall war es komplizierter. Eine staatliche Institution hat Anspruch auf die Siedlung erhoben. Der Rechtsstreit ging 17 Jahre und irgendwann konnte man sich mit einer überschaubaren Summe „rauskaufen“. Erst danach stellte sich raus, dass die Institution keinerlei Anspruch hatte. Die haben nur geblufft. Die große Verunsicherung, die ich im Buch beschreibe, gab es in dieser Zeit. Und auch den Nachbarn, der uns die Parole „Wir protestieren auf allen vieren, denn wir wissen, Helmut Kohl ist beschissen“ eingeprägt hat. Die Stimmung war aufgeheizt, geprägt von der Wendeerfahrung: Ja, wir können uns wehren, wir organisieren eine Demo und werden wirksam. Aber die Demokratie, die gerade eingeübt worden war, war nicht mehr erwünscht. Und die Folgen der Rückübertragungen sieht man bis heute: Westdeutsche meiner Generation erben Wohnungen und Häuser, die ihre Eltern damals gekauft oder rückübertragen bekommen haben, Ostdeutsche gehen leer aus.

    Wie kommt es, dass Ihr erster Roman und Ihr erster Kinofilm fast zeitgleich erscheinen?

    Die Arbeit am Film hat lange gedauert, zehn Jahre. Dabei wuchs der Wunsch, auch mal etwas Literarisches zu schreiben. Vielleicht hat sich auch was angesammelt. Vielleicht brauchen die Ostkinder meiner Generation länger, um sich zu finden, sich was zuzutrauen. In meinen 20ern war ich erstmal ein bisschen orientierungslos, konnte noch nicht gleich in diesen Arbeitsmarkt, war noch nicht so zielstrebig. Vielleicht war es auch Trotz gegenüber dieser Leistungsgesellschaft.

    In Ihrem Film „Rote Sterne überm Feld“ stehen Windräder als Symbol für zügellosen Kapitalismus und nicht für Klimaschutz. Warum?

    Meine Familie hat ein altes Haus in Mecklenburg, wo ich viel Zeit verbringe, dort sind wir von Windrädern umzingelt. Selten profitieren die Gemeinden davon, die Besitzer sind aus dem Westen, der Strom wird in den Süden geschickt und der Strompreis bleibt so hoch, wie er immer war, im Zweifel wird er noch höher. Natürlich muss man sich die Frage stellen, wie der Planet gerettet werden kann. Aber es bringt nichts, immer mehr zu produzieren, immer mehr Autos, auch wenn es E-Autos sind. Ohne Verzicht und Umdenken geht es nicht. „Sieht gut aus, hat viel Spaß“ kann nicht mehr die Prämisse sein. Man wird sich vom kapitalistischen Wachstum verabschieden müssen.

    Der Ort ist Bad Kleinen, wo zu DDR-Zeiten auch Christa Wolf ein Haus hatte und andere Schriftsteller. Heute gewinnt dort die AfD die Wahlen.

    Ja, mit 40 Prozent zum Beispiel im Wahlkreis Alt-Meteln. Wenn ich da sagen würde, ich rede nicht mit Nazis, wäre ich ziemlich allein auf weiter Flur.

    Rote Fahnen auf dem Reichstag und Till Lindemann als Erlkönig in „Rote Sterne überm Feld“ von Laura Laabs

    „Zu jüdisch für die Nazis, zu bürgerlich für die DDR, zu links für die BRD“
    Laura Laabs: „Am Herrenstammtisch die Geschichtskeule rausgeholt“

    Also reden Sie mit ihnen?

    Ja, ich setze mich mit ihnen auseinander, weil es erstmal Menschen sind, oft auch liebe und nicht vernagelte und stumpfsinnige, wie sie meist dargestellt werden. Sie haben bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, finden es ungerecht, dass sie noch zwei Nebenjobs machen müssen, weil es sonst hinten und vorne nicht reicht. Und ziehen politische Schlüsse, die ich nicht teile.

    Wie setzen Sie sich mit ihnen auseinander?

    Wenn mein Nachbar mit seinem Hund am Gartenzaun von „den Kanaken“ redet, sage ich: Sorry, solche Begriffe gehen für mich nicht. Oder neulich stand ich in der Dorfkneipe hinter der Bar. Die Männer vom Herrenstammtisch wollten mit mir schäkern, ich habe sie provoziert und gesagt: Wenn ihr jetzt noch ein Bier wollt, müsst ihr ein Lied singen. Sie haben zurückprovoziert und ein Wehrmachtslied gesungen.

    Wie hieß das Lied?

    „Erika“. Ein Marschlied.

    Haben Sie es erkannt?

    Nein, ein Freund hat es mir erklärt, daraufhin habe ich mich zu den Männern gesetzt und den, der es angestimmt hat, gefragt: Warum hast du das gesungen? Er meinte: Das habe ich von meinem Großvater gelernt, und der war für mich ein Held. Ich habe gesagt, man kann seinen Großvater lieben und trotzdem zur Kenntnis nehmen, dass er bei der Wehrmacht war.

    Und dann?

    Sie haben aufgehört zu reden, ein paar sind gegangen, ein paar haben mich angefeindet. Die Stimmung war am Boden.

    Angefeindet inwiefern?

    Vielleicht solltest du woanders hingehen, nicht hier Bier verkaufen, vielleicht hattest du schon eins zu viel. Es war natürlich auch von mir blöd, ich hab mich in deren lustigen Trinkabend gemischt und die Geschichtskeule rausgeholt. Nicht gerade sensibel. Aber ich finde, man muss sich positionieren, und ein Anrecht auf einen naiven Umgang mit Vergangenheit gibt es nicht.

    Und beim Dreh in dem Ort, wie war da so die Stimmung?

    Es gab Berührungsängste, die sich nicht aufgelöst, aber aufgeweicht haben. Einmal, als das Catering ausfiel, hat Karin aus dem Dorf für alle Frühstück gemacht. Das deutscheste Frühstück der Welt: Weißbrot, Wurst und Gürkchen. Mein kolumbianischer Kameramann hat es geliebt. Ein anderes Mal hat ein Komparse vom Dorf einen Schauspieler gefragt, warum beim Film alle Englisch miteinander sprechen. Er hatte das Gefühl, das sei so eine Masche. Der Schauspieler hat ihm erklärt, dass im Team alle aus anderen Ländern kommen und sich sonst nicht verstehen würden. Das war eine Brücke für den Mann aus dem Dorf, sich nicht ausgeschlossen zu fühlen, tolle Momente. Trotzdem kamen danach die 40 Prozent AfD-Stimmen im Ort. Man braucht sich keine Illusionen zu machen, nach dem Motto: Ich dreh jetzt mal einen Film und dann wird alles anders.
    Laura Laabs: „Till Lindemann wird als einer von uns angesehen“

    In Ihrem Film spielt auch Till Lindemann mit. Wie war das, der Rammsteinsänger zwischen den Leuten aus dem Dorf und dem kolumbianischen Kameramann?

    Nicht so spektakulär, denn er gehört ja auch zu den Bewohnern des Ortes und wird als einer von uns gesehen.

    Wie haben Sie ihn davon überzeugt mitzumachen?

    Man kennt sich eben im Ort. So eine Anfrage muss man nicht über die Plattenfirma stellen. Das hat er sicher aus Solidarität zu seiner Heimat gemacht, hat mit dem Ort und der Verankerung dort zu tun.

    Als der Film auf Festivals gezeigt wurde, gab es Proteste wegen der Vorwürfe des mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs gegen Lindemann. Wie sind Sie damit umgegangen?

    Dass es Proteste geben würde, hat uns nicht überrascht. Der Film ist auch bei manchem Gremium seinetwegen durchgerauscht. Wir haben gedreht, bevor die Vorwürfe bekannt wurden, aber uns im Schnitt dafür entschieden, Lindemann trotzdem im Film zu lassen. Also müssen wir uns der Debatte auch stellen. Wahrscheinlich wäre es aber auch vorher schon provokant gewesen, Till Lindemann als Erlkönig zu besetzen. Alles, was aus dem Osten kommt und ein bisschen gegen den Strich gebürstet ist, ist ja provokant.

    Laura Laabs’ Zimmer in ihrer Dreier-WG

    Laura Laabs’ Zimmer in ihrer Dreier-WGMaria Sturm

    Wie meinen Sie das?

    Wenn man über die DDR spricht, muss man immer gleich dazu sagen: Diktatur, Mauer, Stasi. Was es ja alles gab. Aber die Diktatur ist der eine Pol, die Utopie der andere, der Versuch, einen sozialistischen Staat aufzubauen und sich zu fragen, was ist davon heute noch interessant.

    Wegen Till Lindemann wollte ein Festival den Film nur noch mit Triggerwarnung zeigen. Wie haben Sie darauf reagiert?

    Ich hab gesagt: Nee, Leute, so nicht! Wenn, dann lasst uns vor allem warnen, was hier triggern könnte. Da kommt ja nicht nur Lindemann vor, sondern auch Drogenmissbrauch, Gewalt gegen Tiere, Neonazis, echte Nazis, Kriegsgeschehen, Tod, Richard Wagner, SS-Uniformen, Reichsadler.

    Wie ging es aus?

    Es wurden dann vor der nächsten Vorführung beim Festival alle Triggerwarnungen verlesen.

    Was ist heute noch zumutbar in der Kunst?

    Ich glaube, die Aufgabe von Kunst ist, Schmerzpunkte zu thematisieren und offenzulegen. Es hilft nicht, sie zu verstecken oder rauszuschneiden. Man tut eher etwas für die sogenannten Opfer, indem man die Kunst darüber verhandeln lässt, als darüber zu schweigen. Von meiner Seite aus wird der Film in Zukunft wieder ohne Triggerwarnung gezeigt.
    Laura Laabs: „Sind wir Subjekt oder Objekt der Geschichte?“

    Beim Bachmann-Preis in Klagenfurt haben Sie aus Ihrem Buch „Adlergestell“ vorgelesen. Auch dort gab es Vorwürfe, haben Sie am Telefon erzählt.

    Erst hieß es: Nachwendegenre, hat es doch schon so viel gegeben! Warum müssen wir das jetzt nochmal lesen? Aber der stärkste Vorwurf war, dass meine Ich-Erzählerin AfD-Wählerin wird. Eine Person, mit der man über viele Seiten mitgegangen ist, steht plötzlich in der Schmuddelecke.

    Haben Sie was dazu gesagt?

    Es kommt in Klagenfurt selten vor, dass sich Autoren in die Diskussion einmischen. Man liest vor, und während die Kritiker über einen reden, steht man da und hört zu. Aber als sie an meiner Intention herumgedeutet haben, so nach dem Motto: Die Autorin möchte ganz am Ende gerne noch einen Effekt setzen, habe ich gesagt: Das ist kein Effekt, das ist meine Lebens- und Alltagsrealität. Eine Erfahrung, mit der ich mich in meiner Arbeit immer wieder beschäftige, ein Versuch, dem nachzuspüren.

    Warum haben Sie sich für diesen Schluss entschieden?

    Der war für mich ab der ersten Zeile klar. Im Roman geht es um die Versprechungen der neuen Zeit, auch des Kapitalismus, die sich nicht einlösen, beschrieben an drei Freundinnen. Eine wird Beauty-Bloggerin, entscheidet sich für die völlige Affirmation. Sie wurde in der Kindheit ausgegrenzt und will es heute erst recht allen zeigen. Eine konvertiert zum Islam, verweigert sich den Strukturen, wendet sich einer Religion zu, die extrem ausgegrenzt wurde in den letzten Jahren, um von den Normen der anderen nicht mehr abhängig zu sein. Und die dritte, die immer alles mitgemacht und nie gelernt hat, für sich selbst einzustehen, probiert es mit politischer Verweigerung. Mich interessiert dabei auch die Frage: Wie können wir mit unserer eigenen Biografie auf die Verhältnisse reagieren, in denen wir leben? Haben wir das überhaupt in der Hand? Gerade als Frauen. Sind wir Subjekt oder Objekt der Geschichte?

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    Laura Laabs: „Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst“

    Sie selbst wären eine vierte Freundin. Mit Ihrer besonderen Familiengeschichte, der jüdischen Großmutter, die zurück aus dem französischen Exil die Modezeitschrift „Sibylle“ gegründet hat und Ihrer Mutter, der linken Publizistin Daniela Dahn. Warum kommen Sie nicht vor?

    Mich nerven Romane, in denen Künstler über ihre Innerlichkeit schreiben. Ich bin bildungsmäßig absolut privilegiert aufgewachsen, mit einer Wahnsinnsfamiliengeschichte im Hintergrund, in der alle Verwerfungen des 20. Jahrhunderts stecken. Ich fände es anmaßend zu sagen, warum leben nicht alle so wie ich. Und es interessiert mich auch nicht, über Leute zu schreiben, die es so einfach im Leben hatten wie ich. Ich interessiere mich überhaupt nicht für mich selbst.

    Die Großtante Nora im Buch, ist das Ihre Großmutter, die Sibylle-Gründerin?

    Nein, das ist wirklich meine Großtante Nora, die jüngste von drei Schwestern. Ich wollte ihr ein kleines Denkmal setzen. Sie wurde in der NS-Zeit von ihrem arischen Mann verlassen, hat keine Kinder bekommen, lebte allein bis zum Schluss, als ihr Leben sang- und klanglos in einem bayerischen Altersheim zu Ende ging. Eine Frau, die gezwungen war, gewissen Notwendigkeiten Folge zu leisten und demnächst vergessen werden würde.

    Es gibt noch eine andere interessante Figur in Ihrer Familiengeschichte: Sonja, Ihre Tante, von der das DDR-Kultbuch „Flucht in die Wolken“ handelt. Werden Sie sich ihrer Geschichte einmal literarisch oder filmisch nähern?

    Ich fühle schon immer wieder eine innere Aufforderung, mich der Geschichten meiner Familie anzunehmen. Aber gleichzeitig denke ich: Sollte ich mich nicht lieber anderen Themen, anderen Biografien widmen, den Blick weiten?

    Vielen Dank für das Gespräch.

    #Allemagne #cinéma #lettres #culture #histoire #DDR

  • Denmark ending letter deliveries is a sign of the digital times

    La fin des lettres.

    https://www.bbc.com/news/articles/c3v37plv2edo

    Denmark ending letter deliveries is a sign of the digital times
    8 hours ago

    Denmark’s red post boxes are being removed across the country

    Sorting through bundles of letters, small packages and magazines, Herman Moyano is getting ready for his early morning post round.

    Cargo bikes and vans stream out from the depot, just north of Copenhagen, as Herman departs on his scooter.

    For the past seven years he’s been delivering mail for Denmark’s national postal service PostNord.

    “I used to think that all the people are waiting for something, a special letter, a special communication, a special package,” he says.

  • Künstliche Intelligenz - Wenn Maschinen Bücher schreiben
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/literatur-kuenstliche-intelligenz-verlage-romane-uebersetzung-


    Voici les lauréast des années à venir du prix Nobel de littérature

    Sans rire, le défi est énorme pour les maisons d’édition et surtout poir les auteurs et traducteurs. Leurs oeuvres sont noyées dans un tsunami de textes générés par les machines. Le travail des traducteurs n’est pas facilité par la traduction automatique de qualité, bien au contraire.

    L’attente des clients et la disponibilité immédiate de texts générés machine font baisser les prix des traductions.
    Dans un marché dérégulé c’est une catastrophe comparable à l’attaque des Uber contre le taxi de qualité.

    L’utilisation de l’IA dans la commercialisation des textes agit contre les petits auteurs et éditions.

    12.07.2025 - Generative künstliche Intelligenz erstellt auch Texte für die Verlagsbranche. Für Belletristik ist sie noch wenig geeignet, für Fachliteratur aber umso mehr. Welche Chancen und Risiken gibt es, wenn man immer mehr Texte schreiben lässt?

    Die Einführung von ChatGPT im November 2022 hat eine Flut von Texten ausgelöst, die mithilfe von künstlicher Intelligenz entstanden sind. Nicht nur Gebrauchstexte, Aufsätze und Hausarbeiten, auch Bücher aller Art. Dadurch wurden noch mehr Menschen zu Autoren: so viele, dass die Plattform Kindle Direct Publishing von Amazon die Zahl der veröffentlichten Bücher pro Autor auf drei pro Tag begrenzen musste. Das ist immer noch sehr viel, wenn man bedenkt, dass das Schreiben eines Buches je nach Aufwand Jahre, Monate oder zumindest Wochen dauern kann.

    Doch auch professionelle Autoren und Verlage nutzen die neue Technik oder haben es vor. Doch während sie einerseits viel Arbeit erleichtert, stößt sie in manchen Bereichen an ihre Grenzen und schafft noch mehr Aufwand.

    Inhalt

    Wie schätzen Verlagsleute KI ein?
    Welche Rolle spielt KI beim Schreiben von Literatur?
    Wie geht die Wissenschaftsliteratur mit KI um?
    Wie wird KI bei Übersetzungen eingesetzt?
    Wie wird sich KI auf die Literaturbranche auswirken?

    Wie schätzen Verlagsleute KI ein?
    Laut einer Umfrage des Börsenvereins des deutschen Buchhandels geben nur neun Prozent der Befragten aus der Verlagsbranche dem Einsatz von KI eine hohe oder sehr hohe Bedeutung. Aber 84 Prozent glauben, dass die Technik in fünf Jahren ein entscheidender Erfolgsfaktor sein wird. Nur ein Drittel glaubt, dass die Chancen die Risiken deutlich überwiegen. Die Hälfte findet, dass sich Chancen und Risiken die Waage halten, während 14 Prozent mehr Risiken sehen.

    Wer KI einsetzt, benutzt sie bei Contentgenerierung, also vor allem bei Marketingtexten und Social-Media-Posts. Aber auch für Prozessoptimierung, Content-Recherche, Marketing und Vertrieb, wo auch das größte Potenzial gesehen wird, werden die Tools eingesetzt.
    Illustration eines Buches Mikroschaltkreisen und leuchtenden Buchstaben, welches Textgenerierung durch künstliche Intelligenz symbolisieren soll.

    KI und Verlage
    Wenn Maschinen Bücher schreiben

    Texte, die ohnehin nie einen Autor genannt haben, wie etwa Klappentexte und Waschzettel (also Buchbeschreibungen für den Handel) können schnell und günstig von KI generiert werden. Das Tool „Demandsens“ von Media Control kann außerdem beispielsweise Absatzprognosen entwickeln, mit einer Genauigkeit von 85 bis 99 Prozent.

    Manche Verlage erzeugen bereits personalisierte Empfehlungen basierend auf Kundeninteressen. Es gibt aber auch Ansätze zur Personalisierung von Büchern, etwa indem man Namen von Protagonisten ändert oder unterschiedliche Enden geschrieben werden.

    Mittlerweile sind auch automatisch erzeugte hochwertige Cover möglich. Auf den neuesten Taschenbuchausgaben von Thomas Mann im S. Fischer-Verlag finden sich bereits KI-generierte Illustrationen.
    Welche Rolle spielt KI beim Schreiben von Literatur?

    Hochwertige Literatur bleibt weiterhin Sache natürlicher Intelligenz. Nicht nur, weil KI inhaltsblind und verständnislos sind und deshalb bloß generische, klischeehafte und logisch inkohärente Erzählungen formulieren. Romane basieren auf persönlicher Autorschaft. Darauf vertrauen Buchmarkt und Leserschaft. Doch auch Autoren mit hohem Berufsethos und Qualitätsanspruch experimentieren mit der KI, um sich inspirieren zu lassen, Ideen zu sammeln, Konzepte zu erstellen und Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, aber auch vereinzelt für Sprachexperimente.
    Wie geht die Wissenschaftsliteratur mit KI um?

    In der Wissenschaft ist man offener dafür, Bücher von KI schreiben zu lassen. Hier zählt, was Maschinen am besten können: Effizienz. Man kann mit ihr leichter die Forschungsliteratur sichten und zusammenfassen, aber auch herausfinden lassen, in welche Zeitschrift man einen Aufsatz am besten publiziert. Auch Gutachter für ein Peer-Review-Verfahren lassen sich so einfacher finden. Hier kann man sich die Mustererkennung zugutekommen lassen.
    3D-Grafik eines aufgeschlagenen Buches, über dessen Seiten kleine Datenpartikel schweben.

    KI in Sachliteratur

    Wie wird KI bei Übersetzungen eingesetzt?
    Wissenschaftliche Bücher werden bereits routinemäßig mit KI übersetzt. Bei literarischen Texten funktioniert das noch nicht so gut. „Wir kriegen keine Aufträge mehr unbedingt, um ein ganzes Buch oder einen ganzen Text vom Original als Menschen zu übersetzen“, sagt Übersetzerin Pieke Biermann. „Sondern wir kriegen KI-produziertes Textgewusel und sollen das dann redigieren. Das ist aber nicht zu redigieren.“
    Man müsse nicht nur die Fehler der KI korrigieren, sondern auch den Urtext prüfen. „Das ist im Prinzip die doppelte Arbeit.“ Diese wird aber weniger wertgeschätzt und weniger bezahlt. Urheberrechte fallen weg. Außerdem gibt es beim Übersetzen mit KI einen sogenannten Priming-Effekt: Man kommt nicht mehr von selbst auf die Idee, sondern ist bereits durch den Vorschlag der KI vorgeprägt.

    Die Qualität von Übersetzungen gründet aber auf der persönlichen Erfahrung. „Was diese Maschinen von Menschen unterscheidet, ist das Gehör“, sagt Pieke Biermann. „Maschinen hören nicht. Ein guter Übersetzer hat ein Gehör für einen Text. Und das ist weit mehr als der Klang. Das ist auch der Rhythmus, das sind 43 verschiedene Schichten von Wörtern, von Emotionalität, von Atmosphäre, von Anspielungen auf Referenzen in alle Richtungen. Das kann eine Maschine nicht.“
    Wie wird sich KI auf die Literaturbranche auswirken?

    OpenAI-Gründer Sam Altman räumt ein, ChatGPT sei noch nicht sehr gut im Erzählen von Geschichten, kündigt jedoch an, es solle besser werden. Die Sorge, dass Literatur und Sprache durch die KI-generierte Massenware an Wert verlieren, ist jedenfalls groß. Altman sieht den Beruf des Schriftstellers jedoch nicht gefährdet. Menschliche Autoren würden immer noch bei der Ideenfindung überlegen sein. Auch könne KI die menschliche Verbindung zwischen Leser und Autor nicht ersetzen.

    Der Schriftsteller Clemens J. Setz ist pessimistischer. Er spricht bei generativer KI von einer bedauerlichen, aber nicht mehr aufzuhaltenden Entwicklung. ChatGPT sei ein zu verführerisches, unwiderstehliches Tool. Schon lange sei das Schreiben etwas für einen kleinen Kreis und spiele keine große kulturtragende Rolle mehr. Künftig werde es eher der Normalfall sein, dass Menschen Texte von KI schreiben lassen.
    Die Erstellung von Absatzprognosen mit KI könnte außerdem zu einer Mainstreamisierung des Buchmarktes führen. Schon jetzt entscheiden teilweise Social-Media-Algorithmen, was zum Bestseller werden könnte – und was nicht. Chancen für Außenseiter gibt es da nicht mehr. Werke wie die von Immanuel Kant, Thomas Mann und Annie Ernaux wären wohl so nie gedruckt worden. Denn Romane späterer Nobelpreisträger fangen meist als Lowseller an.

    (leg)

    #intelligemce_artificielle #lettres #traduction #édition #commerce

  • Taiping Lake, Xinjiekou Subdistrict, Beijing
    https://zh.m.wikipedia.org/wiki/File:Taiping_Lake,_Xinjiekou_Subdistrict,_Beijing_-_satellite_image_

    English: Taiping Lake, Xinjiekou Subdistrict, Beijing. It was buried to become a parking lot for subway trains.
    中文(中国大陆):​曾经的北京新街口太平湖。后来填平,成为太平湖车辆段。
    日期
    1967年9月20日
    來源
    http://earthexplorer.usgs.gov/metadata/1051/DS1101-1069DA103

    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times
    https://inf.news/en/history/c9a74dee3e3da4e1ad2384a4df36fbab.html
    https://i.inf.news/p/AFS_gEM2BjRp1yYj1yQ0IHbyJzMvV2Uh1mUFJ2QLl2Q0AjNYZzZRRFM4cmZZJGZ4Y0Y3N2YyN1Vx

    On August 24, 1966, Beijing was shrouded in suffocating heat. The 67-year-old Lao She dragged his scarred body back to his home on Dengshikou West Street. According to his neighbor Wang Shufen’s recollection: "The quarrels in the Shu family that night were particularly harsh. I heard the sound of teacups breaking, followed by Mrs. Shu’s crying voice - “Get out! Think about where you went wrong!” This dialogue, which has been repeatedly verified by historians, has become the most heartbreaking family scene in the history of contemporary Chinese literature.
    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times

    "New Discovery"According to the investigation records of the “Taiping Lake Incident” declassified by the Beijing Archives in 2023, Lao She did wander for three hours before jumping into the lake. Eyewitness Zhang Degui (former Taiping Lake Park manager) confirmed in a 1998 oral recording: "The old gentleman tore a blood-stained manuscript of “Tea House” into pieces. I heard him mutter to himself, “Even tragedy has become a farce.” Thinking about it now still makes people shudder." In recent years, the China Modern Literature Museum has confirmed through spectral analysis that the seven pages of the manuscript in its collection do have Lao She’s blood and tears.
    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times

    [Exclusive Verification] The famous scholar Qian Liqun disclosed in his book “Lao She’s Last 24 Hours” that Shu Yi once privately revealed that his mother Hu Xiqing did organize a secret salvage operation. Zhao Jianguo, a worker who participated in the salvage operation, recalled: "The lake water was too turbid, and only a few pieces of soaked paper were fished out, on which the words “ridiculous” were still vaguely discernible." This cruelly echoed Lao She’s creative idea of ​​"writing the most tragic story" in his diary in 1965.
    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times
    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times

    [New Perspective] Qin Hui, a professor of history at Tsinghua University, pointed out: “Lao She’s death needs to be examined in a larger historical coordinate system.” Comparative studies have found that 37 well-known writers around the world died abnormally in 1966, of which 68% were in Asia . The latest data from the “Traumatic Memory Research Project” at the University of Chicago shows that the psychological trauma caused by such incidents to family members lasts an average of 2.7 generations.
    The final words by the Taiping Lake: A multi-dimensional interpretation of Lao She’s death and its echoes in the times

    When we reread the words in “Camel Xiangzi” that “the laziness of the poor is the natural result of hard work that has failed”, we may be able to more deeply understand the despair of this master of language. Sun Yu, Dean of the School of Literature at Renmin University of China , believes that “the last work that Lao She completed with his life is actually the ultimate defense of the dignity of intellectuals.” At the 2024 Beijing International Literature Festival, Nobel Prize winner Mo Yan specifically mentioned: “The ripples of Taiping Lake are still rippling in the hearts of every Chinese writer.”

    Shichahai Area – The Epitome of Old Beijing
    https://beijingdeeptour.com/shichahai-area-the-epitome-of-old-beijing

    Prince Chun Mansion & Soong Ching Ling’s Former Residence

    The Prince Chun Mansion was initially the residence of Mingzhu, a grand secretary during the early Qing Dynasty. It became a potential imperial residence because Emperor Guangxu was born there. Upon Guangxu’s ascension to the throne, Prince Chun had to move out. To distinguish between his residences, the original mansion near Taiping Lake was called the Southern Mansion, while the new mansion along the north shore of Houhai was called the Northern Mansion.

    The Northern Mansion’s western part was the royal garden. After the establishment of the People’s Republic of China, Soong Ching Ling lived there, and it later became her former residence. The eastern part of the mansion is the actual residence, divided into east, central, and west routes. The central route contains the main structures, with a five-room gate facing south. The eastern route includes ancestral halls, Buddhist temples, and ancillary buildings, with a stable outside the eastern wall. The western route features two parallel courtyards, serving as the main activity center for the Prince Chun Mansion.

    Soong Ching Ling’s former residence is located at No. 46 Houhai North Shore. It is a typical Chinese-style courtyard. Soong Ching Ling moved here in 1963 and spent nearly 20 years working, studying, and living in this location. The residence is now open to the public and divided into three sections: the original furnishings display, the Soong Ching Ling life exhibition, and the courtyard.
    ...
    Getting There

    Location: Xicheng District, adjacent to Beijing’s central axis.
    Subway: Take Line 2 to Jishuitan Station, Line 6 to Beihai North Station, or Line 8 to Shichahai Station.

    Lao She
    https://fr.m.wikipedia.org/wiki/Lao_She

    écrivain chinois (1899-1966)

    Lao She (老舍, pinyin : Lǎo Shě ; Wade-Giles Lao She), né le 3 février 1899 et mort durant la révolution culturelle le 24 août 1966, est le nom de plume de Shu Qingchun (舒慶春) (son nom de famille « 舒 » lui donnera son nom adulte, Sheyu 舍予), un écrivain chinois de la période moderne. Lao She est l’auteur de romans, mais aussi de pièces de théâtre et de nouvelles. Sa langue est proche de celle parlée par les Pékinois, qui fournissent la plupart de ses personnages.

    Issu d’une famille d’origine mandchoue, il évoque dans ses romans le cadre urbain des hutongs de Pékin où s’interpénétraient les cultures mandchoue, han et musulmane. Ses récits tracent un portrait de cellules familiales sous l’occupation japonaise ou pendant les dernières heures du régime impérial mandchou.

    Ses œuvres les plus célèbres sont les romans Le pousse-pousse (駱駝祥子), Quatre générations sous un même toit (四世同堂) et la pièce de théâtre La Maison de thé (茶馆). Découvert longtemps après la mort tragique de l’auteur, L’enfant du Nouvel An est une œuvre largement autobiographique, publiée en 1979.

    Il a écrit des ouvrages louant la politique de Mao Zedong après son retour des États-Unis en 1949 sans toutefois se déclarer marxiste[1]. Pendant la révolution culturelle que Mao déclenche en 1966, il est persécuté physiquement et psychologiquement. On a prétendu qu’il s’était jeté dans le lac Tai Ping (太平湖, lac de la Grande Paix) le 24 août 1966 tant il était désespéré. Cette affirmation est contestée, notamment par Claude Roy et désormais présentée dans les préfaces des traductions en français de ses œuvres entre guillemets[2].

    #Chine #lettres #révolution_culturelle

  • Ludwig Renn und sein Kinderbuch „Nobi“ : Wie woke war die DDR ?
    https://www.berliner-kurier.de/berlin/ludwig-renn-und-sein-kinderbuch-nobi-wie-woke-war-die-ddr-li.2249652


    Eine Illustration aus „Nobi “von Ludwig Renn, in der DDR erschienen. Kinderbuchverlag Berlin/Repro : Henseke

    Le communiste et commandant de la brigade internationale Ernst Thälmann Ludwig Renn (Arnold Friedrich Vieth von Golßenau) a vécu en #RDA comme auteur de livres de voyage et pour enfants. Son "Nobi" s’appellait initialement "Le nègre Nobi". Le mot "Neger" étant considéré de plus en plus désuète et raciste il disparu du titre après les premières éditions.

    Cet article évoque plusieurs exemples de la gestion des expressions jugées inadéquates en RDA.

    31.08.2024 - Bis heute wird über eine Geschichte gestritten, die in der DDR zur Schulbuch-Literatur gehörte. Es geht darum, wer das Wort „Neger“ aus dem Buchtitel gestrichen hat.

    Negerkuss, Mohrenstraße, Zigeunerschnitzel, Indianer: Es gibt immer mehr Wörter, die aus dem Sprachgebrauch verschwinden, weil sie eine rassistische Bedeutung haben, auch wenn sie oft gar nicht so gemeint sind. Es wird heftig darüber gestritten, viele fühlen sich bevormundet. Eines der Paradebeispiele in der Diskussion ist noch heute ein DDR-Kinderbuchklassiker, der einst Schulliteratur war. Ein Buch von Ludwig Renn: „Nobi“, 90 Seiten dünn.


    Spanischer Bürgerkrieg.- vlnr: Joris Ivens, Ernest Hemingway (mit Baskenmütze), Ludwig Renn (in Uniform)

    Nobi ist so eine Art ostdeutsche Variante von Mogli. Ein kleiner, schwarzer Junge, der tierische Freunde hat. Gingu, die Giftschlange. Mafuka, das Gorilla-Kind, Pongu, das Flusspferd. Es geht um Sklavenjäger und den Widerstand des Urwalds. Hunderttausende Kinder in der DDR haben das kurzweilige Buch gelesen und etwas über Afrika und seine Geschichte gelernt – kindgerecht erzählt.

    „Unautorisierte Eingriffe späterer Sprachwächter“

    In der Diskussion von heute geht es vor allem um den alten Titel des Buches – „Der Neger Nobi“. Im Internet gibt es erregte Diskussionen über die Verkürzung, die ersten beiden Worte wurden gestrichen, übrig blieb nur „Nobi“. In den 2000ern wurde das Buch im Eulenspiegelverlag neu aufgelegt.

    Geschimpft wird über die Wokeness unserer Zeit, die keinen Respekt vor geschichtlichen Zusammenhängen habe, über eine Sprachpolizei, die einem vorschreiben will, was man sagen darf und was nicht. Woke ist zu einem Schimpfwort geworden und bedeutet laut Duden eigentlich „in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen (insbesondere rassistische, sexistische, soziale) Diskriminierung“.


    Die 19. Auflage von „Nobi“ in der DDR, Mitte der 70er-Jahre erschienen.Kinderbuchverlag Berlin/Repro Henseke

    „Das Original dieses Buches heißt ‚Der Neger Nobi‘, geschrieben von dem des Rassismus absolut unverdächtigen Schriftsteller Ludwig Renn, einem Mann mit ausgesprochen linken und sozialistischen Ansichten. Und nicht ‚Nobi‘“, schreibt ein User erregt im Internet. „Wer schützt eigentlich Texte ehrbarer Autoren vor unautorisierten Eingriffen späterer Sprachwächter? Wer schützt die deutsche Sprache vor bewussten Begriffs- und Bedeutungsverdrehern?“
    Die Sprachpolizei der DDR

    Doch wann ist der Buchtitel verändert worden, erst in den vergangenen Jahren? Ich habe die Geschichte auch in der Schule in Berlin-Köpenick gelesen und wusste, dass das Büchlein noch irgendwo versteckt in meinem Bücherregal steht. Bei meinen Büchern aus der Kinderzeit – höchstwahrscheinlich zwischen P wie Benno Pludra („Die Reise nach Sundevit“) und R wie Götz R. Richter („Die Nacht auf der Wanachi-Farm“). Siehe da, es ist noch da, die 19. Auflage, irgendwann zwischen 1974 und 1975 erschienen. Titel: „Nobi“, also schon damals ohne den Vorsatz „Der Neger“.

    Wenn also eine Sprachpolizei zugeschlagen hat, dann war es die der DDR. Schon seit 1962 (8. Auflage), sieben Jahre nach dem Erstdruck, erschien das Kinderbuch mit dem verkürzten Titel. Und das mit Einverständnis des Autors. Denn Ludwig Renn (geboren als Arnold Vieth von Golßenau), Offizier im Ersten Weltkrieg, später Kommunist und Spanienkämpfer, war auch in den 60ern noch ein angesehener, viel beschäftigter Autor, er starb erst 1979 in Berlin-Kaulsdorf. Und das Wort Neger war schon in den 60ern komplett aus der Zeit gefallen, schon damals ein herabwürdigendes Schimpfwort, das oft aber unbedacht, ohne nachzudenken, benutzt wurde.


    Ludwig Renn (links) mit dem polnischen Politiker Ignacy Loga-Sowiński (1954)Günther Weiß/Bundesarchiv/Wikimedia Commons

    Und ja, in der DDR gab es so etwas wie eine Sprachpolizei. Die hieß damals nur Abteilung „Agitation und Propaganda“, einmal in der Woche bekamen die Chefredakteure Anweisungen von oben, aus dem Politbüro der SED. Oft ging es dabei gar nicht um große Politik, sondern um Mangelwirtschaft, um religiöse Dinge. In den späten 80er-Jahren gab es in der BZ am Abend zum Beispiel die Anweisung, das Wort „Putte“ (Kindergestalt in Skulptur und Maler) nicht mehr zu schreiben. Grund: An den heruntergekommenen Hauseingängen der Vorkriegsaltbauten, in Prenzlauer Berg und Friedrichshain, waren eben diese Skulpturen meist kaputt. Und es hagelte jedes Mal Briefe von erbosten Lesern, wenn man auch nur das Wort Putte erwähnte, von Lesern, die sich darüber beschwerten, wie die DDR die Stadt zerfallen ließ.

    #DDR #lettres #racisme #langue #socialisme

  • Baudelaire : PAUVRE BELGIQUE - ARGUMENT DU LIVRE SUR LA BELGIQUE.
    https://fr.wikisource.org/wiki/Page:Baudelaire_-_%C5%92uvres_posthumes,_III,_Conard,_1952.djvu/26


    Si vous cherchez de belle phrases pour vous plaindre de Bruxelles et de l’UE vous êtes sûr de les trouver ches Charles Baudelaire.

    Baudelaire - Œuvres posthumes, III, Conard, 1952.djvu/26

    Choix de titres : La vraie Belgique. La Belgique toute nue, La Belgique déshabillée. Une capitale pour rire, Une capitale de singes.

    Qu’il faut, quoi que dise Danton, toujours « emporter sa patrie à la semelle de ses souliers+ ».

    La France a l’air bien barbare, vue de près. Mais allez en Belgique, et vous deviendrez moins sévère pour votre paÿs.+
    ...
    Grand mérite à faire un livre sur la Belgique. Il s’agit d’être amusant en parlant de l’ennui, instructif en parlant du rien*.

    A faire un croquis de la Belgique, il y a, par <surcroît> compensation, cet avantage qu’on fait, en même temps, une caricature des sottises françaises+.

    Conspiration de la flatterie Européenne contre la Belgique. La Belgique, amoureuse de compliments, les prend toujours au sérieux*.

    Comme on chantait chez nous, il y a vingt ans, la liberté, la gloire et le bonheur des États Unis d’Amérique+ ! Sottise analogue à propos de la Belgique.

    Pourquoi les Français qui ont habité la Belgique ne disent pas la vérité sur ce paÿs. Parce que, en leur qualité de Français, ils ne peuvent pas avouer qu’ils ont été dupes*.

    Vers de Voltaire sur la Belgique+.

    Titres.

    La grotesque Belgique
    La vraie Belgique
    La Belgique toute nue
    La Belgique déshabillée

    Une Capitale pour rire
    Une grotesque Capitale
    La Capitale des Singes
    Une capitale de Singes.

    DÉBUT. [F’ 5]

    La France est sans doute un pays bien barbare. La
    Belgique aussi.

    La Civilisation s’est peut-être réfugiée chez quelque
    petite tribu non encore découverte.

    Prenons garde à la dangereuse faculté de généralisation
    des Parisiens.

    Nous avons peut-être dit trop de mal de la France.
    H faut toujours emporter sa patrie à la semelle de ses
    souliers. C’est un désinfectant.

    On craint ici de devenir bête, <Lenteur> Atmosphère
    de sommeil. Lenteur universelle. (Le Coureur du chemin
    de fer en est le symbole.)

    Le produit de la Carpe et du Lapin.
    Les Français <préfèrent> aiment mieux tromper <que>
    qu’avouer qu’ils l’ont été. Vanité française.

    Bruxelles. [F’ 6]

    DÉBUT.

    Avis, inutile pour les avisés.

    Le fin d’un écrit satyrique [sic’j, c’est d’abattre deux
    oiseaux avec une seule pierre. A faire un croquis de la
    Belgique, il y a <cet avant... >, par surcroît, cet avantage
    qu’on fait une caricature de la France.
    ...
    Dirons-nous que le monde est devenu pour moi in-habitable — ?
    ...
    Pour la triste ville où je suis ,
    C’est le séjour de l’ignorance,
    De la pesanteur, des ennuis ,
    De la stupide indifférence ,
    Un vieux pays d’obédience ,
    Privé d’esprit , rempli de foi.

    Voltaire, à Bruxelles, 1722.

    Les trois derniers mots sont de trop.
    ...
    <La prière de Joubert.>
    Les remerciements de Joubert.

    Dois-je remercier Dieu de m’avoir fait Français et non
    Belge ?

    2. Bruxelles. Physionomie de la Rue. [F’ 352 r" et v"]

    Premières impressions. On dit que chaque ville,
    chaque pays a son odeur. Paris, dit-on, sent ou sentait
    le chou aigre. Le Cap sent le mouton. H y a des îles
    tropicales qui sentent la rose, le musc ou l’huiIe de
    coco. La Russie sent le cuir. Ljon sent le charbon.
    L’Orient, en général, sent le musc et la charogne.
    Bruxelles sent le savon noir. Les chambres d’hôtel
    sentent le savon noir. Les hts sentent le savon noir.
    Les serviettes sentent le savon noir. Les trottoirs
    sentent le savon noir". Lavage des façades et des
    trottoirs, même quand il pleut à flots. Manie natio-
    nale, universelle.
    ...
    Bruxelles. [F’ 33+ « non classé »]

    Mœurs.
    Propreté belge.

    Esprit d’imitation chez les petites filles.
    Petites filles frottant, toute la journée, un petit bout
    de trottoir avec un petit chiffon. Futures ménagères.
    ...
    Pensionnats.

    Les Belges, <qui> qu’ils s’amusent ou qu’ils pensent,
    <sont> ressemblent toujours à un pensionnat — hommes,
    femmes, garçons, petites filles. —

    Les femmes même ne pissent qu’en bande. Elles vont
    en pisserie, comme dit Béroalde.

    Mon combat contre une bande de dames bruxelloises
    en ribote.
    ...
    Ce qui vous manque, c’est le fleuve, non remplacé par
    les canaux.
    -- Une ville sans fleuve.
    Et puis les montées perpétuelles empêchent la flânerie.
    ...
    Bruxelles. [F’ 3i]

    Traits généraux.

    Les Belges sont un peuple sifïïeur, comme les sots
    oiseaux. Ce qu’ils sifflent, ce n’est pas des airs.

    Vigoureuse projection du sifflement. Mes oreilles
    déchirées.

    C’est une habitude d’enfance incurable.

    Affreuse laideur des enfants. Pouilleux, crasseux, mor-
    veux, ignobles.

    Laideur et saleté. Même propres, ils seraient encore
    hideux.

    Peuple sifïïeur et qui rit sans motif, aux éclats. Signe
    de crétinisme.
    ...

    Tous les Belges, sans exception, ont le < cerveau vide
    cerveau > crâne vide.

    ...

    Bruxelles.

    Tous les visages belges ont quelque chose de sombre,
    de farouche ou de défiant, les uns, visages de sacristains,
    les autres de sauvages.

    Stupidité menaçante. ) . . . ,

    Le mot de Matunn. "- ’ •’ -’

    La démarche, à la fois précipitée, inconsidérée, et indé-
    cise, occupant naturellement beaucoup de place.

    Abondance de bossus.

    etc.

    https://fr.wikisource.org/w/index.php?title=Page:Baudelaire_-_%C5%92uvres_posthumes,_III,_Conard,_1952.djvu/41&action=edit&redlink=1

    #France #Belgique #histoire #lettres #nationalisme #wtf

  • Der Autor Tschernyschewskij wurde vor 180 Jahren geboren: Erfolgsstory des utopischen Romans „Was tun?“
    https://www.berliner-zeitung.de/der-autor-tschernyschewskij-wurde-vor-180-jahren-geboren-erfolgssto


    Le nihilisme est une invention russe. Et alors?

    23.7.2008 - Kein Roman von Turgenjew, kein Werk von Tolstoj habe einen so tiefen Einfluss auf die russische Jugend ausgeübt wie Nikolaj Tschernyschewskijs Roman „Was tun?“, urteilte der russische Anarchist Pjotr Kropotkin.

    Tschernyschewskijs programmatischer Roman, der gleich nach Erscheinen 1863 in Russland verboten wurde, wäre heute ein Bestseller geworden; seine Abschrift kursierte im Untergrund und sein Autor war populär wie Paulo Coelho. Zwar ist der Vergleich gewagt, der weltanschauliche Gegensatz könnte konträrer nicht sein; nicht die spirituelle Suche nach innerer, sondern die nach äußerer Freiheit bestimmten Tschernyschewskijs Denken, seine Ideen zur Umgestaltung der Gesellschaft orientierten sich an der Dialektik Hegels, an den französischen Sozialutopien Saint-Simons, Blancs und Fouriers und am Materialismus Ludwig Feuerbachs. Aber etwas Wesentliches ist Tschernyschewskij und Coelho dennoch gemeinsam: Nicht literarisches Genie, sondern das Schreiben aus dem inneren Auftrag, die Menschen glücklicher zu machen, begründet ihre Wirkung.Auf dem Fundament der säkularisierten Erlösungsreligion werden Strategien für das Glück im Diesseits entwickelt, auch wenn die Fragen im autokratischen Russland des 19. Jahrhunderts andere waren als die einer globalen Massengesellschaft.

    Unser Glück ist unmöglich ohne das Glück der anderen, lautet ein Schlüsselsatz aus „Was tun?“, das den Untertitel „Aus Erzählungen von neuen Menschen“ trägt und ein ethisches Konzept auf der Basis des „vernünftigen Egoismus“ enthält: Vernünftig sind vorteilhafte oder befriedigende Handlungen, allerdings unter der Prämisse, dass das Glück anderer die größte Befriedigung verschaffe - ein christlich anmutendes Motto zu einem Buch, das in tiefer Überzeugung von der propagierten Vision einer besseren Welt verfa sst ist. Denn, so lautet die Antwort auf „Was tun?“, erst die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse kann das Gute im Menschen wirksam werden lassen.Erzählt wird die Geschichte der Wera Pawlowna, die der Medizinstudent Lopuchow vor einer arrangierten Ehe bewahrt und den Fesseln ihrer despotischen Familie entreißt, indem er sie „entführt“ und heiratet. Um ihr die Selbstbestimmung über ihr Leben zu ermöglichen, leben die beiden wie Geschwister in getrennten Zimmern, Lopuchow berät seine Frau bei ihrer Lektüre und respektiert ihren Wunsch nach finanzieller Eigenständigkeit, indem er sie bei der Gründung einer Näherinnen-Genossenschaft unterstützt. Als sie sich in seinen besten Freund, den Arzt Kirsanow verliebt, ermöglicht er den beiden selbstlos das Eheglück und begeht dazu zum Schein Selbstmord. Lopuchow taucht später unter neuem Namen wieder in Petersburg auf und heiratet eine Genossin aus der Schneiderwerkstatt, die beiden Familien leben fortan unter einem Dach nach den Idealen der „neuen Menschen“.

    Der Diskurs über politische und soziale Fragen erfolgte angesichts der rigiden Zensur über die Literaturkritik in den so genannten „dicken Journalen“. In einem solchen, dem „Zeitgenossen“, wurde „Was tun?“ 1863 abgedruckt. Sein Autor hatte den Roman als politischer Häftling der berüchtigten Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg geschrieben; das herausgeschmuggelte Manuskript hatte versehentlich die Zensur passiert und wurde sofort nach Erscheinen verboten. Die radikale Utopie von „Was tun?“ wurde zur Bibel der „Nihilisten“. Die revolutionäre Jugend eiferte den Vorbildern aus „Was tun?“ nach. In Scharen zog sie in den 1870er-Jahren aufs Land, um die bäuerliche Bevölkerung aufzuklären, gründete Sonntagsschulen und Kooperativen, lebte in Kommunen und schloss fiktive Ehen.Nikolaj Tschernyschewskij wurde am 24. Juli 1828 in Saratow geboren und stammte aus einer armen Popenfamilie. Er besuchte das Priesterseminar in Saratow, studierte in Petersburg Literatur und Philosophie und übernahm dort die Redaktion des „Zeitgenossen“, der einflussreichsten Literaturzeitschrift seiner Zeit. Als einer der ersten aus bürgerlichen Verhältnissen eroberte er sich einen Platz innerhalb der bis dahin aristokratisch dominierten Intelligenz. An seiner Figur entzündete sich der Konflikt zwischen zwei Generationen, wie ihn Turgenjew in seinem Roman „Väter und Söhne“ beschrieb und Dostojewskij in den „Dämonen“ aufgriff: zwischen den aristokratischen Liberalen der 1840er-Jahre und den radikalen Demokraten der 1860-Jahre, den nicht-adeligen „Rasnotschinzy“ (Vertreter unterschiedlicher „Ränge“). Diesen ging die politische Opposition gegen die Autokratie nicht weit genug. In seiner Aufsehen erregenden Dissertation „Die ästhetischen Beziehungen der Kunst zur Wirklichkeit“ (1855) verwarf Tschernyschewskij die idealistische Ästhetik: Schön ist, „worin wir das Leben so sehen, wie es unserer Meinung nach sein soll“. Die Aufgabe der Kunst dürfe sich nicht auf Ästhetik beschränken, es ginge darum, die Realität abzubilden, zu erklären und zu bewerten.1862 wurde Tschernyschewskij verhaftet und nach zweijähriger Untersuchungshaft nach Sibirien verbannt. Erst 1889 wurde ihm die Rückkehr nach Saratow gestattet, wo er im selben Jahr starb.

    Der Titel seines Romans wird mittlerweile mit einem anderen Autor in Verbindung gebracht, mit Lenins 1902 verfasstem Hauptwerk. Entliehen hatte dieser den Titel bei Tschernyschewskij, von dem er sagte, er habe ihn „am Anfang seines revolutionären Weges von Grund auf geistig umgepflügt“.Heute wirkt die lebensfremde Utopie in „Was tun?“ naiv und zugleich ungeheuer modern, insbesondere in der radikalen Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter. Autonome Frauengruppen, Kommunen, Experimente gesellschaftlicher Aufklärung in der Arbeiterschaft: So manches bereits in Russland erprobte Konzept wurde hundert Jahre später in der Studentenbewegung aufgegriffen.

    #Russie #culture #lettres #nihilistes #Lénine #Nikolaï_Tchernychevski

  • Wolfgang Brauer : Nachdenken über Bodo Uhse
    https://das-blaettchen.de/2013/07/nachdenken-ueber-bodo-uhse-25720.html

    Je découvre Bodo Uhse dans cette Liste d’anciens membres du NSDAP politiquement actifs après 1945 alors qu’il n’a rien en commun avec les profiteurs et du régime nazi et du capitalisme allemand après 1945 .
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%

    L’avoir incorporé dans cette collection de criminels jamais condamnés est une infamie de la part des auteurs de l’encyclopédie en ligne . Uhse est un combattant contre le régime nazi avant même sa fondation. Il est au contraire un homme exemplaire pour la quête de justice de la génération perdue entre deux guerres mondiales.

    A partir de 1921 il cotoie les futurs criminels nazis de première catégorie. En 1930 déjà il est exclu du parti après s’être battu en vain pour les positions socialistes au sein d’un parti qui se rapproche de plus en plus des industriels et militaires réactionnaires.

    C"est un héro tragique brisé à la fin de sa vie par la découverte des crimes du stalinisme.

    8.7.2013 von Wolfgang Brauer -Mir fehlte ein Band seiner „Gesammelten Werke“, und ich war mir sicher, bei meinem Buchhändler, der eine herrlich verkramte Antiquariatsecke in seinem Laden hat, müsste ich fündig werden. „Uhse? Von dem habe ich erst einen ganzen Berg weggeworfen. Keiner will den mehr haben…“ Bodo Uhse ist tatsächlich nicht „en vogue“ – letztmalig wurde 1992 eines seiner Bücher neu herausgegeben: „Söldner und Soldat“ im Aufbau-Taschenbuchverlag.
    Bodo Uhse gehörte zu der Generation, in die Schule, Elternhaus und jugendbündlerische Erfahrungen den Keim einer kriegerischen Todessehnsucht überaus erfolgreich gesät hatten. „Und Opfer zu bringen war unseres Daseins Sinn“, lässt er seinen Helden im Roman „Wir Söhne“ (1948) philosophieren. Für den ersten großen Opfergang kam Bodo Uhse aufgrund seines Geburtsjahres 1904 zu spät. Für die Teilnahme am Kapp-Putsch reichte es aber. 1921 trat er dem „Bund Oberland“ bei – einem rechtsextremen Wehrverband, der von der Schlacht um den Annaberg in Oberschlesien bis zum „Ruhrkampf“ und dem Hitler-Ludendorff-Putsch in diverse blutige Auseinandersetzungen der jungen Republik verwickelt war. Die Mitgliederliste des Bundes liest sich von „H“ wie Himmler bis „R“ wie Reinefarth, dem Schlächter von Warschau, wie ein „Who is Who“ der späteren SS-Elite. 1927 trat Uhse der NSDAP bei und schloss sich dem Kreis um die Brüder Otto und Gregor Strasser an. Zunächst in Ingolstadt, dann ein Jahr später in Itzehoe wurde er Chefredakteur nationalsozialistischer Lokalblätter. 1929 zog er mit NSDAP-Mandat in den Stadtrat der schleswig-holsteinischen Stadt ein. Hier fand er Kontakt zur radikalen Landvolk-Bewegung, deren Itzehoer Zeitung Das Landvolk ein unmittelbares Konkurrenzblatt zur von ihm besorgten Schleswig-Holsteinischen Tageszeitung war. Beim Landvolk mischte übrigens Ernst von Salomon mit, zu dem Uhse noch in den 1950er Jahren Kontakt hielt. Die Auseinandersetzung mit dieser Bauernbewegung, die sich zuvörderst gegen Zwangsversteigerungen in Not geratener Höfe und als unverhältnismäßig angesehene Besteuerungen richtete und zunehmend militante Formen bis hin zu terroristischen Aktionen annahm, muss Uhse tief beeindruckt haben. Deren Aktionen passten allerdings mitnichten in das strategische Konzept der NSDAP-Führung, die sich in jener Zeit, nach dem Niedergang der Mittzwanziger Jahre kaum wieder konsolidiert, diversen Verbotsgefahren ausgesetzt sah.
    Im August 1930 war Uhse aus der Partei ausgeschlossen worden, er war dem Braunen Haus inzwischen zu „links“. Ihren Höhepunkt fand Hitlers Buhlen um einen ziviler erscheinenden Anstrich im „Legalitätseid“ vom 25. September 1930 vor dem Leipziger Reichsgericht. Er versicherte, ausschließlich mit „legalen Mitteln“ die Macht erlangen zu wollen. Adolf Hitler war als Zeuge im Prozess gegen drei Ulmer Reichswehroffiziere geladen worden, denen konspirative NSDAP-Aktivitäten in der Reichswehr vorgeworfen wurden. Einer von diesen war der Leutnant Richard Scheringer.
    Uhse sollte wenig später in dem von Josef („Beppo“) Römer geleiteten „Aufbruch-Kreis“ (samt der gleichnamigen Zeitschrift 1931 gegründet) „im Sinne des Leutnants Scheringer“ (so der Untertitel des Aufbruch) daran mitarbeiten, national gesinnte Offiziere der Reichswehr und Angehörige des „linken“ NSDAP-Flügels zum Übertritt zur KPD zu bewegen. Römer war übrigens auch Mitglied des „Bundes Oberland“ gewesen. Als spiritus rector des Aufbruch betätigte sich ein ehemaliger Berufsoffizier, der unter seinem Autorennamen Ludwig Renn Weltruhm erlangen sollte.
    Die schleswig-holsteinischen Ereignisse fanden insgesamt in drei sehr unterschiedlichen Romanen ihren Niederschlag. 1931 veröffentlichte Hans Fallada sein Buch „Bauern, Bonzen und Bomben“, Ernst von Salomon 1932 eine stark autobiographisch gefärbte Darstellung der Rebellion unter dem Titel „Die Stadt“. Auch Bodo Uhse thematisierte die Landvolk-Bewegung, verbunden mit seinem politischen Seitenwechsel, im schon erwähnten „Söldner und Soldat“.
    Das Buch konnte erst 1935 erscheinen. Inzwischen war der Autor KPD-Mitglied. Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges kämpfte Uhse bei den Internationalen Brigaden. In der 11. Brigade, deren Stabschef war Renn, war er ab 1937 als Politkommissar im Einsatz. Nicht nur die spanischen Erfahrungen verarbeitete Uhse im Roman „Leutnant Bertram“. „Warnen wollte ich mit dem Buche, warnen vor dem Krieg, dem Überfall, zu dem man sich in Deutschland rüstete.“ So beschrieb er seine Absichten in der Erzählung „Ein Ferientag zwischen zwei Kriegen“, die 1935 im französischen Exil entstand. Mit der Warnung wurde es nichts, das Buch erschien erst, als der große Krieg schon im Gange war.
    „Leutnant Bertram“ ist ein schwieriges Buch. Uhse versucht eine literarische Gratwanderung zwischen klassischem Entwicklungsroman und einem breiten Gesellschaftspanorama Nazi-Deutschlands. Letzteres gelang eigentlich nur Anna Seghers mit dem „Siebten Kreuz“. Und eine „Entwicklung“ gesteht der Autor seinem Titelhelden erst ganz am Ende des Romans zu, als dieser – Pilot der „Legion Condor“ – vom eigenen Staffelkommandeur nach dem Ausstieg aus dem brennenden Flugzeug fast zusammengeschossen, von republikanischen Soldaten aufgelesen, sich den zornigen Fragen des Polit-Kommissars Hein Sommerwand stellen muss. Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt Bertram der klassische Anti-Held, ein kalter Routinier des Mordens. Selbst größeren Fieslingen unter dem Personal seines Romans billigt der Autor mehr Empathie-Spielräume zu. Es scheint, als fokussierte Uhse in der Gestalt Bertrams eine abgrundtiefe Enttäuschung über das Versagen seiner ehemaligen Kameraden, die eben nicht seinem Weg nachfolgten, sondern aktive Mittäter Hitlers wurden. Damit zeigt der späte Wandel in der Haltung des Leutnants Bertram prophetische Züge. Der „militärische Widerstand“ gegen Hitler schritt erst zur Tat, als eigentlich schon alles zu spät war – im Erscheinungsjahr des „Leutnants Bertram“ 1944.
    Zehn Jahre später erschien der erste Band der als Trilogie über den antifaschistischen Widerstand und den Kampf der Sowjetunion geplanten „Patrioten“. Zum Zeitpunkt des Erscheinens lebte Bodo Uhse in der DDR. Auch er kehrte erst 1948 aus dem mexikanischen Exil zurück und war mit diversesten Ämtern fest im kulturpolitischen Leben des Landes verankert. Allerdings von den moskauhörigen Genossen seiner Partei immer misstrauisch beäugt: Er kam aus dem falschen Exil, hatte die falsche Herkunft, pflegte die falschen Freundschaften und eine falsche Lebensweise – seine amerikanische Ehefrau Alma hielt ein Reitpferd… –, und überhaupt pflegte er ziemlich kosmopolitische Ansichten. Gleich anderen hatte ihn die „Geheimrede“ Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU in tiefe Selbstzweifel gestürzt. Übrigens auch literarisch: Das Konzept der „Patrioten“ war so nicht mehr durchhaltbar.
    Es war nur konsequent, dass auch Uhse in den Strudel der Ereignisse um den Janka-Prozess geriet. Auf der Kulturkonferenz der SED im Oktober 1957 – Dieter Schiller bezeichnete diese einmal als Veranstaltung zum Zwecke der „Disziplinierung der Intelligenz“ – musste er Abbitte leisten. „Selbstkritik üben“ nannte man das.
    Kurze Zeit durfte Uhse in der Nachfolge Jankas den Aufbau-Verlag leiten. Das Amt verlor er aber genauso rasch, wie er es bekommen hatte. Die kulturpolitische Zeitschrift Aufbau, in die er viel Kraft investiert hatte, wurde 1958 eingestellt. Die Ehe zerbrach, und Alma ging mit den Kindern zurück in die USA. Hinzu kamen erhebliche gesundheitliche Probleme, die auch alkoholbedingt waren.
    Am Ende der 1950er Jahre war Bodo Uhse ein gebrochener Mann, der aber immer wieder versuchte, sich gegen seinen künstlerischen Niedergang zu stemmen: Die Erzählung „Sonntagsträumerei in der Alameda“ (1961) gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen deutscher Erzählkunst des 20. Jahrhunderts. Und sie ist ein trotziges „Und sie bewegt sich doch!“ an die Adresse einer kunstfeindlichen Parteibürokratie.
    Bodo Uhse starb vor fünfzig Jahren, am 2. Juli 1963.
    „Ungeduldig forderten wir Einlaß in die Welt, die gerade zusammenbrach“, fasst er die Antriebe seiner Generation, für die die Welt der Erwachsenen keinen Platz bot, in „Wir Söhne“ zusammen. Diese jungen Leute landeten in ihrer Mehrzahl in der Gefolgschaft der Faschisten.
    Das Gefühl des Nichtgebrauchtwerdens ist heute wieder immanenter Bestandteil jugendlichen Welterlebens in Europa.

    #Allemagne #histoire #nazis #communisme #lettres

  • Menschen wie Rinder
    https://jungle.world/artikel/2003/02/menschen-wie-rinder

    2003/02 - Gustav Frenssen schrieb sich mit seiner Kolonial- und Heimatliteratur in die Herzen der Deutschen. Erster Teil einer Serie über nationalsozialistische Dichter. Führers Bettlektüre I. von Jan Süselbeck

    Höllenkreis der Familie
    https://jungle.world/artikel/2003/26/hoellenkreis-der-familie

    2003/26 - Der Nazidichter Will Vesper war ein wichtiger Kulturfunktionär im Nationalsozialismus. Sein Sohn Bernward beschrieb ihn in dem Buch »Die Reise«. Führers Bettlektüre Teil V. von axel klingenberg

    Totenkopf und Federkiel
    https://jungle.world/artikel/2003/34/totenkopf-und-federkiel

    2003/34 - Ina Seidel war nicht nur im Nationalsozialismus eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen. Noch heute sind Schulen und Straßen in Deutschland nach ihr benannt. Führers Bettlektüre VI. von Philipp Steglich

    #histoire #nazis #lettres