• Guerre de Classe 17/2026 : Indonésie, Népal, Madagascar, Philippines, Equateur, Pérou, Maroc… ad infinitum
    https://ricochets.cc/Guerre-de-Classe-17-2026-Indonesie-Nepal-Madagascar-Philippines-Equateur-P

    Le tout dernier numéro du bulletin GUERRE DE CLASSE #17 #Les_Articles

    / #Livres,_revues, Révoltes, insurrections, débordements..., Révolution , Autoritarisme, régime policier, démocrature..., #Guerres, #Luttes_sociales, #International

    #Révoltes,_insurrections,_débordements... #Révolution_ #Autoritarisme,_régime_policier,_démocrature...

  • Arpentage : Etre forêts. Habiter des territoires en lutte
    https://ricochets.cc/Arpentage-Etre-forets-Habiter-des-territoires-en-lutte-9163.html

    Le lundi 4 mai prochain de 19h à 21h, à l’Art des Choix de Chony, XR Valence te propose d’arpenter le livre : « Être forêts. Habiter des territoires en lutte » de Jean-Baptiste Vidalou. "Depuis une dizaine d’années, que ce soit dans les bois de Sivens, à Notre-Dame-des-Landes, à Bure ou dans les Cévennes, il est évident qu’il se passe quelque chose du côté de la forêt. Certains ont commencé à habiter ces espaces, avec la détermination de sortir du monde mortifère de l’économie. Un tout (...) #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Drôme

  • Retour sur les “Printemps Arabes” 2011 / 2026
    https://ricochets.cc/Retour-sur-les-Printemps-Arabes-2011-2026-9156.html

    C’était il y a 15 ans… Une importante vague de luttes a traversé sans discontinuer le Maghreb et le Machrek. Tour à tour, la Tunisie, l’Egypte, Bahreïn, le Yémen, la Libye, la Syrie… se sont embrasés de mille feux insurgés… #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Violences_policières, Autoritarisme, régime policier, démocrature..., #Luttes_sociales, #International

    #Autoritarisme,_régime_policier,_démocrature...
    http://www.autistici.org/tridnivalka/wp-content/uploads/Printemps-arabes-PDF.pdf
    https://ricochets.cc/IMG/pdf/printemps_arabes_pdf.pdf

  • Fini l’État et l’économie : un livre imagine la joyeuse chute du capitalisme
    https://ricochets.cc/Fini-l-Etat-et-l-economie-un-livre-imagine-la-joyeuse-chute-du-capitalisme

    « Mais qu’est-ce que vous proposez à la place ?! », entend-souvent quand on rejette le capitalisme. Ce livre apporte pas mal de pistes sérieuses d’alternatives à l’économie de marché et à son monde. On pourrait d’ailleurs retourner le problème, genre : « que proposez-vous pour que le capitalisme devienne vivable pour toustes ? » Fini l’État et l’économie : un livre imagine la joyeuse chute du capitalisme - À quoi ressembleraient des sociétés postcapitalistes, plus justes et écologiques ? (...) #Les_Articles

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    #Démocratie_directe,_communes_libres...
    https://reporterre.net/Fini-l-Etat-et-l-economie-un-livre-imagine-la-joyeuse-chute-du-capitalis

  • Bibliothèques sonores de l’Association des Donneurs de Voix
    https://www.lesbibliothequessonores.org

    L’ADV-Bibliothèques sonores de France - plus de 100 bibliothèques et 3000 bénévoles - réalise et gère des enregistrements audio de livres et revues, prêtés gratuitement aux personnes empêchées de lire de façon permanente ou temporaire.


    https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/l-info-de-france-inter/l-info-de-france-inter-6198035

    #malvoyantes #aveugles #livres_sonores #Bibliothèques_sonores

    #donneurs_de_voix #don_de_voix #donner_de_la_voix

  • Wege aus dem Krieg
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=148021

    Quelques livres en allemand sur la guerre en Palestine, à l’occasion de la foire du livre de Leipzig

    20.3.2026 - von Rüdiger Göbel - Der Auftritt von Israels Ex-Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar im Rahmen von „Leipzig liest“ führt zu den erwartbaren Protesten. Die Fassade des Veranstaltungsortes ist mit „Free Gaza – Yallah Intifada“ besprüht, Palästina-Gruppen demonstrieren zum Felsenkeller. „Wir dulden keine Propagandaveranstaltung eines Sprechers der genozidalen Besatzungsarmee”, heißt es ultimativ. Arye Sharuz Shalicar ist ohne Frage ein Lautsprecher des Krieges, ihm den Zugang zu einer Lesebühne verweigern zu wollen, erinnert indes an den Zensur-Furor von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wider Kritiker der israelischen Besatzungspolitik. Dabei bräuchte es weniger Wächterrat und Lärm als vielmehr Aufmerksamkeit für die Leisen. Eine Bücherschau von Rüdiger Göbel.

    Es sind die nachdenklichen Stimmen, nicht die politischen Lautsprecher, die es braucht für die Vorbereitung auf die Zeit nach dem Hass. Für den Morgen nach der Hölle des Krieges. Für die Arbeit am Frieden. Die deutsch-norwegische Kinderpsychologin Katrin Glatz Brubakk ist eine dieser Stimmen ungeheurer Stärke und Souveränität. Sie hat als Trauma-Therapeutin im Nasser-Krankenhaus in Khan Younis im Süden des Gazastreifens gearbeitet, wo Kinder täglich um ihr Leben wie das ihrer Liebsten bangen und zugleich eine unglaubliche Kraft zeigen. Inmitten von Angst und Zerstörung entstünden auch Momente voller Menschlichkeit, berichtet die Ärztin: das befreiende Lachen eines Kindes, die Hilfsbereitschaft unter Fremden, das Teilen der letzten Ressourcen.

    „Ich habe den Klang des Krieges gehört. Nicht in Form von Bombenexplosionen, sondern als schmerzhafte Angstschreie traumatisierter Kinder. Schreie, die so durchdringend sind, dass sie den gesamten Schmerz Gazas verkörpern“, schreibt Katrin Glatz Brubakk in ihrem „Tagebuch aus Gaza“ (Westend Verlag). Ihre Aufzeichnungen handeln von den Kindern, ihren Familien und ihren Kollegen, die sie traf, als sie im Herbst 2024 und Winter 2025 jeweils fünf Wochen als Kinderpsychologin im Kriegsgebiet Gaza gearbeitet hat. „Einige von ihnen sind körperlich verletzt, andere nicht – aber alle sind Opfer dieses Krieges“, betont sie.

    Trauma in Gaza

    In einem denkwürdigen ZDF-Talk „Markus Lanz“ hat Katrin Glatz Brubakk unmittelbar nach Bekanntwerden des sogenannten Trump-Friedensplans von Leid und Leben in Gaza Zeugnis gegeben. „Meine Freunde in Gaza hoffen nur noch, dass dieser Frieden kommt. Dass die Waffen schweigen. (…) Meine Kollegen wünschen sich nur, dass sie morgens zur Arbeit gehen und sich sicher fühlen können, dass ihre Kinder am Nachmittag noch am Leben sind. Heute geht das nicht. Sie sind total erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Sie wünschen nur, dass sie endlich wieder ein halbwegs normales Leben leben können. (…) Meine Kollegen, meine Patienten, meine Kinder, die ich getroffen habe, sind in einem extremen Überlebensmodus.“ Es gehe um alltägliche Dinge, woher bekomme ich Wasser. Woher Essen. Wo ist es sicher. Für die große Politik fehle da die Kraft. Ihre Ärztekollegen und die Pflegekräfte seien „meine Helden“ geworden. „Sie haben alle flüchten müssen. Sie haben alle ihr Haus verloren. Die allermeisten haben Familienmitglieder verloren. (…) Wenn heute mein Smartphone piept, weiß ich nicht, ob es eine Todesnachricht ist. So schlimm ist die Lage geworden. Es gibt im Gazastreifen keinen sicheren Ort.“ Mehr als 1.700 Ärzte und Pflegekräfte sind getötet worden, darunter 13 Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, für die Katrin Glatz Brubakk zuletzt im Februar 2025 in Gaza im Einsatz war.

    Bevor sie losfuhr, hat sie ihren Kindern Abschiedsbriefe geschrieben. „Wir haben gemeinsam beschlossen, dass ich fahre. Ganz einfach, weil jemand fahren muss. Und ich bin so gesehen ein Glückspilz. Ich habe eine Ausbildung, von der ich weiß, dass ich helfen kann. Ich habe Erfahrung, mache das seit zehn Jahren und weiß, dass ich unter solchen Bedingungen arbeiten kann. Ich habe gottseidank einen Kopf, der das verkraftet. Und es fühlt sich wie eine Verpflichtung an, zu fahren. Aber klar, ich hatte Angst.“

    Mit ihren Tagebuchnotizen möchte sie zeigen, „was der Krieg in der Psyche der Menschen in Gaza anrichtet, unter welchem Stress sie leben, worüber sie sich Sorgen machen und wie sehr sie einander helfen wollen – vor allem dabei, die Hoffnung aufrechtzuerhalten“. Das Buch macht gleichzeitig deutlich, wie zerstört die Menschen sind. „Ein Haus zu verlieren oder zu hungern ist nichts im Vergleich zu dem, was das psychisch mit uns macht“, zitiert Katrin Glatz Brubakk eine palästinensische Kollegin.

    Der Krieg in Gaza zerstöre eine ganze Generation Kinder in ihrer physischen wie psychischen Entwicklung, mit Folgen, die noch in Jahrzehnten Wirkung zeigen können. „Wie auf einem Fließband werden die Zukunftsträume von Kindern zerstört. Tausende, Hunderttausende von Kindern, die spielen, forschen und sich entwickeln sollten, sitzen in löchrigen Zelten und warten darauf, ihr Leben zurückzubekommen. Ängstlich, frierend, hungrig“, resümiert die Autorin in ihrem Tagebuch. „Werden sie jemals wieder in ein normales Leben zurückfinden können? Niemand weiß es. Ich fürchte, die Wunden könnten zu groß sein.“

    Am 10. Oktober 2025 trat auf US-amerikanische Initiative eine Waffenruhe in Kraft, die zu einem dauerhaften Frieden führen soll. Nach Angaben der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef sind seitdem mehr als 100 Kinder im Gazastreifen getötet worden – durch militärische Angriffe wie Luftschläge, Drohnen- und Quadrocopter-Angriffe, Panzerbeschuss und Schusswaffen sowie durch explodierende Kriegsrückstände.

    Trauma in Israel

    Zu den leisen und mithin wichtigen Stimmen in diesem Krieg gehören die israelischen Autoren Ron Leshem und Amir Tibon. Ihre Bücher „Feuer. Israel nach dem 7. Oktober“ (Rowohlt-Verlag) und „Die Tore von Gaza. Eine Geschichte von Terror, Tod, Überleben und Hoffnung“ (Jüdischer Verlag) dokumentieren die Traumata in ihrem Land. „Der 7. Oktober 2023 stellt für die Israelis eine Zäsur ohnegleichen dar. Von nun an wird es in der Zeitrechnung nur noch ein Davor und ein Danach geben“, betont Gisela Dachs, Herausgeberin des Jüdischen Almanachs, der 2024 als Sammelband „7. Oktober: Stimmen aus Israel“ (Jüdischer Verlag) erschienen ist. „Das schiere Ausmaß und die ungeheuerliche Brutalität der Angriffe der Hamas, die Geiselnahmen und ein Krieg, so lange wie noch keiner zuvor, haben die Nation traumatisiert. Die Grundfesten, auf denen man sich im eigenen Staat sicher fühlte, wurden zutiefst erschüttert.“

    Die hier versammelten Texte aus Israel erzählen persönliche Geschichten, es geht um Ortsbesichtigungen, Momentaufnahmen, Zustandsbeschreibungen, Zukunftsvisionen, Zusammenhalt. Es schreiben unter anderem David Grossman, Eva Illouz, Etgar Keret, Smadar Sheffi, Andrea Livnat, Assaf Uni und Ayelet Gundar-Goshen. Auch ein Auszug aus „Die Tore von Gaza“ ist enthalten. Palästinenser, die immerhin 20 Prozent der israelischen Bevölkerung ausmachen, sind als Autoren nicht vertreten. Ein weiterer Almanach zum Thema ist nicht erschienen.

    Ron Leshem ist Roman- und Drehbuchautor, Journalist und ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier. Am 7. Oktober 2023 wurde sein Cousin, der auch deutscher Staatsbürger war, nach Gaza verschleppt. Hamas-Milizen ermordeten seine Tante und seinen Onkel. In „Feuer“ zeichnet er bewegend den Tag des Überfalls nach. „Um halb sieben morgens heulten die Sirenen, und der Kibbuz Be’eri erwachte in einem irrealen Szenario. Fünf Jahre lange hatten die Angreifer trainiert, und obwohl die Nachrichtendienste davon wussten, hatte niemand meine Familie gewarnt. In Be’eri verschanzten sich die Menschen in ihren Häusern. Meine Tante Orit und ihr Sohn Itai lagen eng beieinander im Dunkeln und hielten uns in den nächsten Stunden, die eine Ewigkeit währten, telefonisch auf dem Laufenden. Sie riefen die Polizei an, vergebens. An jenem Schabbat gab es keinen Staat – der Staat war wie ein Turm aus Sand in einer Staubwolke eingestürzt. Es gab keine Polizei, keine Armee, keine Generäle und keine politische Führung mehr. Nur Menschen, allein auf sich gestellt, einen ganzen Tag lang.“

    Nicht eine der öffentlichen Institutionen Israels habe funktioniert, erinnert Ron Leshem. „Israels Ortschaften und Städte wurden von einem orchestrierten Überraschungsangriff getroffen, aus der Luft, vom Meer und an Land. Innerhalb von Sekunden war der Himmel bedeckt von Garben aus Tausenden Raketen und Geschossen, die von Gaza auf alle Landesteile Israels abgefeuert wurden.“ Detailliert schildert Ron Leshem die brutalen Geschehnisse dieses langen Tages, an dem 1.200 Menschen getötet und 255 als Geiseln gewaltsam nach Gaza verbracht werden, gibt ihnen Namen und Geschichte – 7:08 Uhr, Kibbuz Kfar Aza: „Die Helmkamera eines Hamas-Kämpfers folgt dem Lauf eines Gewehrs, der Blick schweift über eine grüne Wiese, über viele Blumen, dann über kleine, einfache Bungalows. Der Lauf sucht ein Opfer, und von Zeit zu Zeit findet er eines und schießt. Das Pfeifen von Kugeln ist zu hören, aus unterschiedlichen Distanzen. In den WhatsApp-Gruppen schreiben Menschen ihren Nachbarn, dass sie bei lebendigem Leib zu verbrennen drohen, flehen um Hilfe. Die fünfköpfige Familie Kutz – der Vater Aviv, die Mutter Livnat und ihre drei Kinder Rotem, neunzehn Jahre alt, Yonathan, zwölf Jahre alt, und Yiftah, elf Jahre alt – liegt eng umschlungen auf einem Bett und wartet auf ihren Tod. Die Terroristen erschießen sie, einen nach dem anderen. In Aufnahmen aus der Jugendsiedlung des Kibbuz hört man das Lachen, den Hohn und den Hass der Terroristen, während sie in Häuser eindringen und laut überlegen, wen sie töten und wen sie entführen, und sie rufen: ‚Itbach al-yahud‘, Tod den Juden.“ So geht es Eintrag um Eintrag, 46 lange Seiten währt die „Chronik eines Tages“ in diesem Buch. Hier gib es nichts zu relativieren – aber eben auch nichts zu rechtfertigen für eine Kriegsführung, die mit mindestens 70.000 Toten, die meisten davon Frauen und Kinder, Hunger und Massenvertreibung zum Genozid in Gaza gereicht.

    Ron Leshem schildert in „Feuer“ ein tief gespaltenes Israel, in dem Benjamin Netanjahu und seine rechtsextremen Minister Ben-Gvir und Smotrich Teil des Problems, nicht der Lösung sind. Er erinnert auch an die Feststellung des israelischen Regierungschefs 2019: „Wer die Errichtung eines palästinensischen Staates verhindern will, muss sich für deine Stärkung der Hamas einsetzen und es Katar ermöglichen, Gelder an die Hamas zu transferieren. Das ist Teil unserer Strategie, die Palästinenser in Gaza von den Palästinensern im Westjordanland zu trennen.“ Eine tödliche Strategie, für Israelis wie Palästinenser.

    Heute hegten viele in Israel den Verdacht, dass Netanjahus „Bibisten“ den Krieg in Gaza lieber in die Länge ziehen wollten, denn solange er dauere, befasse man sich nicht mit ihrem Versagen und mit den gegen Netanjahu geführten Strafverfahren. „Der Krieg schreitet ohne jegliches Ziel oder jeglichen Plan voran. Was aber soll am Tag danach geschehen?“ – Er geht weiter auf niedrigem Niveau, wie wir seit dem 10. Oktober 2025 wissen, ist aber aus den Medien und dem Bewusstsein gehalten.

    Ron Leshem erinnert an die Verantwortung beider Seiten, wenn er schreibt: „So wie die israelische Gesellschaft Schuld trägt an den Verfehlungen ihrer politischen Führung, an deren Entscheidungen und daran, sich mit der Besetzung abgefunden zu haben, so tragen auch die Palästinenser in Gaza Verantwortung für das finstere Regime, das sie gewählt haben, das sie unterstützen; Verantwortung tragen die Zivilisten, die das Massaker bejubeln und in den Straßen Gazas Geiseln erschlagen haben, darunter junge israelische Frauen, die entkleidet wurden, und Achtzigjährige.“

    Wenn er auf Israel heute schaue, schreibt Ron Leshem in Sorge um Israels Zukunft weiter, fühle er sich wie jemand, der die Kollision zweier Züge oder einen Selbstmord in Zeitlupe verfolgt, „und ich weiß, meine Heimat steuert in diesen schicksalhaften Tagen auf die Prüfung ihres Lebens zu. Sie droht, zu einer deutlich rassistischeren Gesellschaft zu werden, geprägt von institutionalisierter, behördlicher Diskriminierung von Minderheiten, kontrolliert von bewaffneten Milizen, mit Herrschaftselementen, die aus Putins Russland entlehnt scheinen, und einer gleichgeschalteten Medienlandschaft. Wenn die fundamentalistisch-jüdische Welle weiter erstarkt und das Bündnis zwischen Charedim und Nationalreligiösen seine Macht ausweiten sollte, werden Israelis in den kommenden Jahren das Land in Scharen verlassen, unter ihnen die Wissenschafts-, Technologie- und Wirtschaftselite und natürlich große Teile der liberalen Geisteswelt.“ Allerdings könne die Gewalt der Erschütterung auch ein „Weckruf sein“, eine letzte Chance für Israel, sich neu zu erfinden, mit der meiner Heimat eigenen Kreativität und Vorstellungskraft. „Dazu ist seine vernünftige und lebensbejahende Bevölkerung zu den Fahnen gerufen. Denn die Mehrheit aller Israelis will Demokratie, will eine soziale, emphatische Gesellschaft, in der Solidarität mit all denen herrscht, die weniger oder nichts haben.“ Und Ron Leshem mahnt seine Landsleute: „Sollte diese Mehrheit nicht siegen, wird es Israel schlicht und einfach bald nicht mehr geben.“

    Sieben Sekunden

    Ebenso eindrücklich und reflektiert schildert Amir Tibon in „Die Tore von Gaza“ sein Erleben und Überleben des 7. Oktober 2023. Der Haaretz-Journalist erzählt den Tag durch das Prisma der Ereignisse in Nahal Oz, einer israelischen Siedlung unweit von Gaza. An jenem Morgen wurden Amir Tibon und seine Frau von Mörsergranaten geweckt, die in der Nähe ihres Hauses im Kibbuz einschlugen. Sie verbarrikadierten sich mit den beiden kleinen Töchtern Galia und Carmel im Schutzraum des Hauses und ermahnten sie, nicht zu weinen, während sie die Schüsse der Hamas-Angreifer vor ihren Fenstern hörten.

    Man muss die Reportage wirken lassen, die Beklemmung und Todesangst: „In jedem Haus in Nahal Oz, ebenso wie in allen anderen Gemeinden entlang der Grenze zu Gaza, gibt es ein besonderes Zimmer: einen oberirdischen Bunker aus massivem Beton, der einem direkten Einschlag einer Mörsergranate und auch bestimmten Typen von stärkeren Raketen standhalten soll. Außerdem verfügt dieses Zimmer, der Schutzraum, in den wir an diesem Morgen gerannt sind, über eine Metallplatte, mit der das Fenster von außen abgedeckt werden kann, um zu verhindern, dass Schrapnelle in den Raum eindringen. Auch die Tür ist schrapnellsicher. Dieser standardisierte Schutzraum hat eine klare Sicherheitsfunktion, doch die meisten Familien an der Grenze nutzen diesen Raum zu einem anderen Zweck: Hier gehen unsere Kinder abends schlafen.“ Nahal Oz liege so nah an Gaza, dass man im Fall eines Mörserbeschusses auf die Gemeinde nur sieben Sekunden Zeit habe, um sich in Sicherheit zu bringen. Für Familien mit kleinen Kindern liege die Entscheidung auf der Hand: „Findet ein Angriff nachts oder frühmorgens statt, ist es bedeutend einfacher, wenn die Eltern ins Zimmer ihrer Kinder rennen und nicht umgekehrt.“

    Amir Tibon schildert nicht nur die vielen Stunden, die er und seine Frau mit den beiden Töchtern eingesperrt im Schutzraum ausharren, ihre Angst und ihr Ringen um Hilfe, bis sie schließlich von seinem Vater mit unglaublichem Mut gerettet werden. Er zeichnet den Tag, Tod und Zerstörung auf der Grundlage von israelischen und palästinensischen Quellen sowie Interviews mit den Polizisten und Soldaten nach, die am 7. Oktober 2023 kämpften. Wie Ron Leshem wirft er dabei auch einen kritischen Blick auf den jahrzehntewährenden Konflikt, ohne gleichwohl die illegale Siedlungspolitik Israels und den mit der illegalen Besatzung einhergehenden Landraub grundsätzlich zu problematisieren.

    Vom Hügel des Friedhofs seines überfallenen Kibbuz schaut Amir Tibon bei einer späteren Rückkehr nach Gaza. „Von hier aus kann man das atemberaubende Ausmaß der Zerstörung besser erkennen – und kommt noch schlechter zurecht damit. Als ich das letzte Mal hier oben war, konnte ich Hunderte Gebäude auf der anderen Seite des Zauns sehen; jetzt ist dort, wo sie einst standen, nur noch Schutt. Schüsse hallen in der Ferne, und Rauch steigt aus dem Inneren der zerstörten Stadt auf, das Resultat eines israelischen Bombenangriffs aus der Luft, der sich nur wenige Minuten vorher ereignete, während ich zum Friedhof fuhr.“

    Und Amir Tibon bekennt, damit zu den leisen, nachdenklichen Stimmen seines Landes zählend, die sich Humanität bewahrt und früh schon keine Selbstverteidigung mehr gesehen haben: „Als israelischer Bürger habe ich den Krieg, zumindest in den ersten Monaten, unterstützt. Ich war unendlich wütend darüber, was die Hamas unserer Gemeinde angetan hatte, und machte mir Sorgen, wie unsere anderen Widersacher in der Region auf die israelische Schwäche angesichts dieses Angriffs blicken würden. Doch als Mensch finde ich es extrem schwer, wenn nicht gar völlig unmöglich, das Maß an Zerstörung zu billigen, das in Gaza von meinem Land angerichtet wird. Und als Bewohner von Nahal Oz, der nach wie vor hofft, eines Tages mit seiner Familie hierher zurückkehren zu können, muss ich mich fragen, wozu diese Gewalt führen wird – zu Frieden und Ruhe oder zu noch mehr Gewalt?“

    491 Tage

    Eli Sharabi war etwa 16 Monate eine der Geiseln der Hamas. In seinem Memoir „491 Tage“ (Suhrkamp Verlag) erzählt der 53-jährige Israeli von dem Moment im Kibbuz Be`eri, als Hamas-Kämpfer in sein Haus eindringen. Er und seine Frau Lianne wehren sich nicht, in der Hoffnung, so zu überleben. Seine Frau und die beiden Töchter Noiya und Yahel bleiben zurück, er wird mitgenommen. In Gaza wird Eli Sharabi fast von einem Mob gelyncht, es sind ausgerechnet seine Entführer, die sein Leben im letzten Moment retten. Die ersten 52 Tage seiner Geiselhaft geht es ihm und den Mitgefangenen noch einigermaßen gut: Sie werden in einem Wohnhaus festgehalten und erhalten regelmäßig Mahlzeiten. Schließlich werden die Gefangenen in Tunnel verbracht. „Das war mein schlimmster Albtraum. Ich habe vorher viel über die Tunnel gehört. Die haben diese Falltür nach unten aufgemacht und das sah für mich aus wie ein perfektes Grab“, erinnert sich Eli Sharabi. Die Bewacher – faktisch mit ihnen unter der Erde eingesperrt – werden immer aggressiver, je länger der Krieg dauert und je größer die Zerstörungen oben in Gaza sind. Die zugeteilten Essensrationen werden knapper und knapper, die hygienischen Verhältnisse katastrophal. Mit Disziplin, täglichen kleinen Sportübungen und Zusammenhalt hält die Geiselgruppe durch.

    Eli Sharabi beschreibt ohne Pathos und präzise, wie er diese Zeit in Tunneln tief unter der Erde in Gaza erlebt und durchlitten hat, schildert Hunger und Schmerz, Misshandlung, Sehnsucht, Einsamkeit und eine Hilflosigkeit, die die Seele zu zerstören droht. Anfangs waren sieben Personen in einem etwa zehn Quadratmeter kleinen Raum zusammengekettet, wobei die Ketten an den Beinen jeweils miteinander verbunden waren. Alle sechs Wochen durften sie sich einmal mit einem halben Eimer kaltem Wasser waschen. „Der Dreck, den man in diesen sechs Wochen aufgebaut hat, das ist grauenhaft“, so Eli Sharabi. „Das ist dreckig, das stinkt. Ein bisschen Seife oder ein bisschen Zahnpasta, das war Luxus. Alle zwei, drei Monate mal, vielleicht. Und dann Würmer überall und Kakerlaken und Ratten.“ Einziger Antrieb zum Überleben ist der Wille, seine Familie irgendwann wieder in die Arme schließen zu können.

    Während der beiden Waffenstillstände im Gaza-Krieg wurden die Geiseln der Hamas nach und nach dem Roten Kreuz übergeben. Zuvor gab es für die Kameras eine Inszenierung auf einer Bühne irgendwo im Gazastreifen: Es waren Aufnahmen, die um die Welt gingen. Auch Eli Sharabi muss von einer solchen Bühne winken, als er am 8. Februar 2025 freikommt – bis auf die Knochen abgemagert. Dann die Schreckensnachricht, dass seine Frau und die Töchter noch am 7. Oktober 2023 umgebracht wurden. Hamas-Kämpfer hatten sie im Schutzraum ihres Hauses eingeschlossen und das Gebäude angezündet. Eli Sharabis Bruder Yossi stirbt in Hamas-Geiselhaft.

    „491 Tage“ ist ein Augenzeugenbericht, der auf eine politische Botschaft verzichtet. Das Buch schildert weder den Hintergrund des Konflikts, noch bietet es eine Lösung an. Und doch entfaltet es ungeheure Wirkung. Es endet mit Eli Sharabis Besuch an den Gräbern von Lianne, Noiya und Yahel: „Das hier ist der Tiefpunkt. Ich habe ihn gesehen. Ich habe ihn berührt. Jetzt, Leben.“

    Das Buch über Misshandlung und Tod in israelischer Haft muss erst noch geschrieben und verlegt werden. Mindestens 98 Palästinenser sind einem ausführlichen Bericht von Yuval Abraham im +972 Magazin (17. November 2025) zufolge nach dem 7. Oktober 2023 in israelischen Gefängnissen und Militärhaftanstalten gestorben, in vielen Fällen offenbar als direkte Folge von Folter, medizinischer Vernachlässigung und Nahrungsentzug durch Soldaten und Gefängnisbeamte. Von den aus dem Gazastreifen Inhaftierten, die die Mehrheit bilden, wurde weniger als ein Drittel von der israelischen Armee selbst als Militante eingestuft – was bedeutet, dass Israels Regierung – mit der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in diesem Januar eine „Sicherheitspartnerschaft“ vereinbart hat – für den Tod Dutzender palästinensischer Zivilisten in Haft verantwortlich ist.

    Das Schicksal Hunderter weiterer in Gaza festgenommener Palästinenser ist unbekannt. Und trotz fast 100 dokumentierter Todesfälle in Haft und zahlreicher Zeugenaussagen und anderer Beweise für schwere körperliche Misshandlungen einschließlich weitverbreiteter sexueller Gewalt wurde nur ein israelischer Soldat strafrechtlich verfolgt; er wurde im Februar 2025 wegen Misshandlung von Gefangenen aus Gaza zu sieben Monaten Haft verurteilt.

    Trauma Besatzung

    Es ist bedauerlich, dass „The Killing of Gaza: Reports on a Catastrophe“ (Verso Books) des israelischen Journalisten Gideon Levy einer deutschen Übersetzung harren muss. Wie kaum ein anderer formuliert der renommierte Reporter scharfe Kritik an der Besatzungspolitik. Sein aktuelles Buch versammelt Reportagen, Kolumnen und Berichte seit 2014 mit besonderem Fokus auf dem 7. Oktober 2023 und den Folgen. Levy hilft, die strukturelle Gewalt der israelischen Okkupation zu verstehen und zeigt auf, warum palästinensisches Leid nicht plötzlich „aus dem Nichts“ kommt, ohne eine Rechtfertigung für die Gewalt dieses schwarzen Tages zu liefern. Die Berichte aus Gaza indes zeigen, für die Palästinenser ist jeder Tag ein 7. Oktober, ein Tag von Trauma und Tod.

    Ein halber Mensch

    Samar Yazbek macht den Terror des Krieges in „Gaza. Überlebensberichte aus einem zerstörten Land“ (Unionsverlag) greifbar. „Was haben Sie am 7. Oktober 2023 gemacht?“ Diese Eingangsfrage stellte die Autorin und Journalistin in Katar Hunderten von Kriegsflüchtlingen aus dem Gazastreifen. Während mehrerer Monate im Jahr 2024 erzählen ihr Männer, Frauen und Kinder zwischen 13 und 65, was sie in diesem Krieg erlebt haben. „Fragen waren auf mich eingestürzt und hatten mich zu ihnen geführt: Was war mit den Menschen aus Gaza, die dem Genozid entkommen waren, geschehen? Können wir sie als Überlebende bezeichnen?“ Die 27 für das Buch ausgewählten Berichte zeugen von den unvorstellbaren Verlusten und Verheerungen im Krieg. Sie stammen von Menschen, „die durch die Hölle gingen und wiederkehrten“.

    Firas Al-Scheich Radwan ist einer der Überlebenden. Er ist 21 Jahre alt und kommt aus dem Tadsch-Viertel in Gaza-Stadt. „Bevor ich ein halber Mensch wurde, habe ich Buchhaltung an der Quds-Fern-Uni-studiert“, beginnt der junge Mann seine Schilderungen über den 7. Oktober 2023 und das folgende Inferno, bei dem er mehrfach verletzt wird und am Ende todgeweiht beide Beine bis zum letzten Rest der Oberschenkel verliert. „Es war eine neue Art der Bombardierung. Sie wird ‚Feuergürtel‘ genannt. Das sind nicht ein oder zwei Bomben oder Raketen, sondern Dutzende. Ein Feuergürtel ist extrem heftig und dauert mindestens eine Stunde, nur dass die Stunde nie endet. Eine brutale Bombardierung, die erst aufhört, wenn alles Leben unter ihr ausgelöscht ist und ganze Familien aus dem Personenstandsregister gestrichen sind. (…) Die Häuser zerkrümeln wie Kekse. (…) Wir rannten, ich rannte, die Leute um mich rum rannten, und beim Rennen sahen wir die Trümmer und die Toten und überall verstreute Körperteile. Es waren keine Körperteile mehr, oder Körpermasse. Es waren Einzelteile, Eingeweide und Gliedmaßen. (…) Ich sehe immer noch ihre Gesichter vor mir, Kinder, Frauen, wie weggeworfen, verstreut. Ich sah Köpfe und Hände und Beine, halbe Körper und Viertelkörper und offene Körper, wie in einem Anatomie-Atlas. Wir sprangen über sie drüber, manchmal traten wir auf sie drauf, manchmal stolperten wir über sie. Wir überrannten uns gegenseitig in unserer Panik, drängelten, die Gedanken nur in dieser Hölle, die sich Feuergürtel nennt. Grausam. (…) Ich sah, dass ich meine Beine verloren hatte, aber es tat nicht weh. Ich sag‘s dir, wenn die Wunde ganz frisch ist, spürst du den Schmerz nicht.“

    Samar Yazbek gibt der kriegsversehrten Zivilbevölkerung in Gaza eine Stimme, dokumentiert die grausame Gewalt und das Leid des Krieges. Es sind die Geschichten der Überlebenden, gerettet von mutigen Ärzten im Schifa-Krankenhaus und vielen anderen Kliniken, die von der israelischen Armee als Terrorzentralen angemalt und attackiert wurden. Unmöglich lässt sich das Buch voller Schmerzen und zerstörten Hoffnungen an einem Stück lesen.

    Zum Verständnis des Israel-Palästina-Konflikts gerade auch jüngeren Lesern sei an dieser Stelle unbedingt „Ein Tag im Leben von Abed Salama“ (Pendragon-Verlag) ans Herz gelegt. Es war 2024 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. In dem gut recherchierten Buch, das wenige Tag vor dem Terror des 7. Oktober 2023 veröffentlicht wurde, geht Nathan Thrall nicht nur auf die komplexe Geschichte der Besetzung ein, vielmehr macht er sichtbar, was oft übersehen wird: Das Leben der Menschen in einem zerrütteten Land.

    Der in den USA geborene und mittlerweile in Jerusalem lebende Autor erzählt die Geschichte eines Unfalls, der sich außerhalb Jerusalems ereignet hat: Vor den Toren der Stadt kommt es zu einer Tragödie, als ein mit palästinensischen Kindern besetzter Schulbus von einem Sattelschlepper gerammt wird und in Flammen aufgeht. Sechs Kinder und eine Lehrerin sterben. Ungeklärte Zuständigkeiten und lähmende Bürokratie im Grenzgebiet verhindern ein schnelles Eingreifen der Rettungskräfte. Am Unfallort treffen israelische und palästinensische Menschen aufeinander, die gemeinsam versuchen, den verunglückten Kindern zu helfen, unter ihnen auch Milad, dem fünfjährigen Sohn von Abed Salama. Für den Vater beginnt eine qualvolle Odyssee: Er weiß nicht, ob sein Sohn überlebt hat, in welchem Krankenhaus er ist und wie er dort hinkommen soll.

    Nathan Thrall zeichnet ausgehend von dieser Tragödie einfühlsam die unterschiedlichen Lebensgeschichten nach und erzählt die Auswirkungen der völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungspolitik auf das tägliche (Über-)Leben im Westjordanland. Der Autor verweist auf die strukturellen Gründe für das tödliche Desaster: Die wachsende Einschränkung der Bewegungsfreiheit von Palästinensern durch die sogenannte Sperranlage und die unzähligen Checkpoints, kurzum, die Folgen der seit 1967 währenden Besatzung.

    Seine drei Töchter Juno, Tessa und Zoe seien in Jerusalem aufgewachsen, schreibt Nathan Thrall im Nachgang, „von den Kindern in diesem Buch nur durch die Mauer getrennt. Auch wenn für mich selbst das Niederreißen dieser Barriere für immer ein Traum bleiben mag, so habe ich dieses Buch doch in der Hoffnung geschrieben, dass sie das noch erleben dürfen.“ Es ist dem kleinen Verlag Pendragon in Bielefeld zu danken, die deutsche Übersetzung dieses herausragenden Buches besorgt zu haben.

    Keine Vergeltung

    „Unsere größte Herausforderung ist es, die andere Seite wieder zu humanisieren“, sagt Maoz Inon, dessen Eltern Bilha und Yakobi Inon am 7. Oktober 2023 in Netiv HaAsara zu den ersten Opfern der Hamas gehörten. Nach Ende der Trauerzeit beschlossen er und seine vier Geschwister, eine Botschaft in die Welt zu schicken: Sie wollen keine Vergeltung. „Wir können nicht auf unsere Politiker warten, wir müssen selbst etwas tun“, so Maoz Inon in der FAZ (6.10.2025). „Jeder ist handlungsfähig.“ Die Geschichte lehre, dass jeder Konflikt irgendwann ende. Die Frage sei nur, wie viele Menschen bis dahin sterben müssten.

    Heute spricht der einstige Unternehmer als Friedensaktivist auf Podien und Demonstrationen, er organisiert Veranstaltungen und Märsche in Israel und auf der ganzen Welt. Mit seinem Mitstreiter Aziz Abu Sarah aus dem Westjordanland hat er ein Buch geschrieben: „The Future is Peace“ (Penguin Random House). Die Zukunft ist Frieden. Auch dieses harrt noch einer Übersetzung ins Deutsche.

    Die beiden Friedensstifter mahnen: „Wir leben nebeneinander, sind jedoch durch Straßensperren und Kontrollpunkte voneinander getrennt. Wir teilen denselben Traum von einer besseren Zukunft für unsere Kinder, sind jedoch so sehr durch Angst und Wut gespalten, dass wir die Menschlichkeit des anderen nicht erkennen können. Die Wunden unserer Geschichte sitzen tief, aber wenn wir eine gemeinsame Zukunft aufbauen wollen, müssen wir die Mauern der Ignoranz und des Hasses, die uns trennen, einreißen.“

    Menschen haben die Kraft, Veränderungen herbeizuführen, so ihre Botschaft. „Frieden ist erreichbar, nicht nur zwischen dem Fluss und dem Meer, sondern auf der ganzen Welt.“

    Es ist die Botschaft des anderen Israels, nicht das der Lautsprecher und Kriegsapologeten.

    Katrin Glatz Brubakk. Tagebuch aus Gaza. Westend Verlag 2025, 224 Seiten, 24 Euro
    Gisela Dachs (Hg.): 7. Oktober: Stimmen aus Israel. Jüdischer Verlag 2024, 200 Seiten, 13 Euro
    Ron Leshem: Feuer: Israel und der 7. Oktober. Rowohlt-Verlag 2024, 320 Seiten, 25 Euro
    Amir Tibon: Die Tore von Gaza: Eine Geschichte von Terror, Tod, Überleben und Hoffnung. Jüdischer Verlag 2024, 432 Seiten, 26 Euro
    Eli Sharabi: 491 Tage: In den Tunneln der Hamas. Suhrkamp Verlag 2025, 200 Seiten, 24,00 Euro
    Gideon Levy: The Killing of Gaza: Reports on a Catastrophe. Verso Books 2024, 298 Seiten, 19 Euro
    Samar Yazbek: Gaza. Überlebensberichte aus einem zerstörten Land. Unionsverlag 2026, 272 Seiten, 24 Euro
    Nathan Thrall: Ein Tag im Leben von Abed Salama. Pendragon Verlag 2024, 296 Seiten, 26 Euro
    Aziz Abu Sarah, Maoz Inon: The Future Is Peace: A Shared Journey Across the Holy Land. Penguin Random House 2026, 240 Seiten, 23,50 Euro

    https://www.leipziger-buchmesse.de

    #Leipziger-Buchmesse #Palestine #Gaza #guerre #livres #édition

  • Qui terrorise qui ? Chroniques du procès des inculpé·es du 8/12
    https://ricochets.cc/Qui-terrorise-qui-Chroniques-du-proces-des-inculpe-es-du-8-12-9093.html

    Ce livre, préfacé par Serge Quadrupanni, raconte le procès historique de l’affaire dite du « 8/12 » qui s’est déroulé du 3 au 27 Octobre 2023 au Tribunal de Grande Instance de Paris. Chaque jour, des chroniqueur.euses se sont relayé·es pour raconter le déroulé de l’affaire, de leur point de vue de néophytes. #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Fichage,_contrôle_et_surveillance, #Procès,_justice,_répression_policière_ou_judiciaire

  • HISTOIRES DE LA ZAD - Livre de témoignages et photos
    https://ricochets.cc/HISTOIRES-DE-LA-ZAD-Livre-de-temoignages-et-photos-9025.html

    4 nouveaux entretiens. Des nouvelles couvertures et photos. 400 pages, 25 témoignages et de nombreuses photos. Préface (extraits) : Ce bouquin entend conserver l’esprit de «  masse anonyme  », du bouillonnement qui a animé la «  zone  ». Pas de chef, pas de porte‐parole. À rebours du parti pris de livres publiés depuis 2012, aux clichés mettant en avant certains groupes ou individus qui ne représentent pas l’extrême hétérogénéité des occupant‑es. L’intention première de cet ouvrage (...) #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Ecologie, #Récit, #Résistances_au_capitalisme_et_à_la_civilisation_industrielle, #Autonomie_et_autogestion

  • Matières ordinaires pour #livres extraordinaires

    En novembre dernier, un Atelier des Beaux-Arts de la Ville de Paris nous a sollicités pour une présentation de livres d’artistes réalisés avec des matériaux pauvres ou de récupération. Ce fut l’occasion d’effectuer une sélection mélangeant livres pauvres et livres d’artistes aux matières simples.

    Qu’est-ce qu’un livre pauvre ?

    Ce terme inventé par le critique et poète Daniel Leuwers en 2002, qualifie une déclinaison du livre d’artiste qui se distingue par sa grande simplicité. Manuscrits, ces livres sont souvent confectionnés avec une feuille de papier canson pliée en leporello de 4 ou 6 pages. Réalisés en peu d’exemplaires, parfois uniques, ils échappent au circuit traditionnel de l’édition et sont majoritairement confectionnés à domicile. Ils matérialisent un temps d’échange entre un artiste et un auteur qui se concrétise par des créations simples à fortes charges poétiques et esthétiques.

    En 2016, notre collection de livres d’artistes, s’enrichit de ses premiers livres pauvres grâce à un don exceptionnel. Armand Dupuy, poète, plasticien conscient de la richesse artistique derrière le terme pauvre, se lance dans la création de ces livres et collecte ceux réalisés par ses amis. Il offre ses 200 livres à la Bibliothèque Forney. Un article est paru à ce sujet dans le Bulletin de la SABF n°206

    Ce fonds illustrant les possibilités artistiques sur des matériaux simples est complété par la présentation d’un second ensemble de livres pauvres qui entre dans les collections en 2019.

    Suite à une commande, la poète, collagiste, critique littéraire, Ghislaine Lejard passe plusieurs semaines à la Bibliothèque Forney pour s’imprégner de notre fonds général avant de se lancer dans la réalisation d’un ensemble de 75 livres pauvres qu’elle préfère qualifier de livres pliés (Bulletin de la SABF, n°219).

    A partir de matériaux de récupération, que ce soit des livres et magasines anciens de la bibliothèque, ou des matériaux trouvés dans d’autres lieux, Ghislaine Lejard, constitue un ensemble hétéroclite dont elle conçoit entièrement la partie plastique. Elle demande par la suite à 75 auteurs de rédiger les textes pour accompagner ses compositions. Son œuvre n’est pas sans rappeler l’Arte Povera avec l’utilisation de matériaux souvent trouvés à l’état naturel dans leur environnement.

    Pour Passé le pont du Cosmos, elle compose un triptyque de canettes aux couleurs passées rappelant les canettes compressées de César. Inspiré par ce travail, l’auteur Christian Bulting décrit une balade Québécoise où se mêlent la description d’une exposition de Chagall et déjeuner rapide agrémenté de soda en canette écrasée sous les pieds d’un touriste.

    D’autres matières insolites comme un simple sac en papier réhaussé de collages ou un pendentif trouvé dans la rue, vont inspirer Ghislaine Lejard. Les histoires prennent vie sous les plumes de la poétesse espagnole Maria Angeles Perez Lopez ou l’artiste Olga Boldyreff qui rédige un texte mystique sur le bijou esseulé.

    Matières insolites dans les livres d’artistes

    Des matériaux inhabituels sont également utilisés pour les livres d’artistes. La discrète artiste Belge, Marina Bouchei utilise du papier alimentaire pour deux ravissants livres-objets. Ils font partie des livres miniatures, sous-catégorie des livres d’artistes. Livre dentelle est constitué de papier de pâtisserie et Noir Intense de papier de chocolat. Sous cloche, il évoque le plaisir d’un moment de lecture en solitaire, comme une gourmandise que l’on s’offre.

    Ce sont les filtres à café qui inspirent en 1997, l’artiste Hongroise Ilona Kiss. Afin de préparer une grande exposition à Francfort, elle part réfléchir dans un café. Elle eut alors l’idée de confectionner un livre avec des filtres. Le succès fut immédiat pour ce petit livre composé de gravures sur linoléum et d’un texte tapé à la machine. Soucieuse de sa conservation, elle insère des masques en carton dans les filtres pour les consolider.

    Dotée d’un fort esprit d’expérimentation, l’artiste du livre, Dominique Lagraula qui enseigne aussi la technologie, chine en brocante divers matériaux qu’elle sublime dans de complexes créations.

    Pour Couleurs Leroux, elle utilise un lot de vieilles étiquettes de peinture, pliées savamment, pour former un leporello qui appelle la main. Ses livres miniatures contiennent aussi des éléments de récupération comme des fèves de galettes, des boutons et un ravissant pilulier en forme de coquillage.

    Artiste singulier, l’insomniaque Dominique Digeon travaille la nuit pour ciseler des livres d’édition courante achetés en brocante. Sur chaque page, il fait des interventions uniques : tressage, grattage, découpes, collages, rehauts de peinture… Les livres ainsi malmenés se transforment en pièce unique chargée d’un nouveau récit donné par une dimension plastique inédite.

    Les livres autour du #textile

    Le recyclage est aussi très présent dans les livres textiles. L’artiste Isabelle Bossé, travaille régulièrement sur la mémoire. Lors d’une résidence en EHPAD, elle fait le portrait de résidents atteints d’Alzheimer et confectionne un livre en tissu dont la couverture est une blouse d’infirmière.

    L’artiste Japonaise Motoko Tachikawa choisit de rendre hommage à sa mère en transformant son cahier de tricot. Grâce à une mise en forme soignée et à un apprêt de cire sur chaque page, les modèles de tricot aux tonalités vintages, se marient élégamment aux schémas complexes d’une grande précision.

    Dans une explosion de couleur, l’artiste Isabelle Faivre, examine les composantes chromatiques de tissus trouvés en brocante ou issus de linge de maison. Chaque page est accompagnée d’un carré tissé en reprenant les tonalités principales. Sous une apparente simplicité, ce livre relève d’un complexe travail de tissage.

    Le #collage

    Plus accessible, la technique du collage permet de réutiliser des matériaux comme de veilles revues, à l’instar de Ghislaine Lejard. En 2005, nous avons reçu en don, un magnifique livre de l’artiste américain Karl Mann. Inspiré par l’univers pop d’Andy Warhol et ses clins d’œil à la société de consommation, Karl Mann, artiste reconnu aux Etats-Unis, compose d’étonnant tableaux à partir de divers magazines.

    Le duo d’artiste Franticham, réunissant l’artiste coréenne Hantic-ham et l’artiste Belge Francis Van Maele créent des ouvrages dans un esprit rétro. Pour Paris Métro Affiches, ils mêlent sérigraphie, affiches originales déchirées, bâche en plastique, sac d’alimentation pour bétail, conférant à cet album grand format (45 x 51 cm) un dynamisme réjouissant.

    Ce petit panorama non exhaustif vous donnera peut-être envie de consulter notre fonds ou de vous lancer dans la création et rejoindre ainsi la communauté des artistes du livres.

    https://bibliothequeforney.wordpress.com/2026/01/24/matieres-ordinaires-pour-livres-extraordinaires

    #livres_pauvres #recyclage #art
    ping @reka

  • [Brochure] La team PATPAT’ gère ses casseroles | protocole de gestion des agressions dans nos milieux
    https://ricochets.cc/Brochure-La-team-PATPAT-gere-ses-casseroles-protocole-de-gestion-des-agres

    Écrit en début 2022 par le Front Révolutionnaire Anti-Patriarcal (FRAP) et le Collectif Rennais Anti-Carcéral (CRAC). Retravaillé et partagé ensuite aux copaines, voici la dernière version sortie en début 2024 (selon les retours qu’on a eu). #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Féminisme, #Procès,_justice,_répression_policière_ou_judiciaire

  • [Brochure] Pour une critique communiste de la révolution bolivarienne
    https://ricochets.cc/Brochure-Pour-une-critique-communiste-de-la-revolution-bolivarienne-8967.h

    L’année 2026 commence en fanfare ! #Les_Articles

    / #Livres,_revues, Révoltes, insurrections, débordements..., Autoritarisme, régime policier, démocrature..., #Mouvements_et_courants_autoritaires, #Guerres, #Luttes_sociales, #International

    #Révoltes,_insurrections,_débordements... #Autoritarisme,_régime_policier,_démocrature...
    http://www.autistici.org/tridnivalka/wp-content/uploads/Pour-une-critique-communiste-PDF-FRENCH.pdf

  • Bulletin Lotta # 1 – Luttes contre les #Guerres capitalistes et la paix capitaliste
    https://ricochets.cc/Lotta-1-Francais-8928.html

    ANTI-MILITARIST INITIATIVE – CLASS STRUGGLE – REVOLUTIONARY DEFEATISM… https://lotta.noblogs.org #Les_Articles

    / #Livres,_revues, Révoltes, insurrections, débordements..., Guerres, #Luttes_sociales, #International

    #Révoltes,_insurrections,_débordements...
    http://www.autistici.org/tridnivalka/wp-content/uploads/LOTTA_1_FR_novembre2025_FINAL.pdf

  • À quel milliardaire appartient votre #livre ? L’application parle d’argent dans l’#édition

    L’édition française aime à se présenter comme un paysage d’acteurs indépendants, mais sa réalité capitalistique demeure largement méconnue. Derrière marques, collections et maisons historiques, se déploient des chaînes de #propriété, dominées par de grands groupes et des investisseurs puissants. En révélant ces coulisses, l’application #WHOISBN ? propose un outil de #transparence, imparfait, mais révélateur. Et inversement.

    Ne nous emballons pas, le monde du livre n’est pas totalement entre les mains de milliardaires. Certes, cinq groupes détiennent les trois quarts des maisons du secteur — #Hachette_Livre, #Editis, #Média‑Participations, #Madrigall, et #Albin_Michel. Or, toutes ces entités ne possèdent pas nécessairement des librairies (que l’on aurait tort d’oublier dans le décompte) et certainement pas des bibliothèques ni de médiathèques.

    Toutefois, et dans cette logique capitalistique, on résumerait même la situation à ce que quatre structures de diffusion distribution appartenant aux quatre premiers groupes dirigent l’#industrie_du_livre. Entre les maisons appartenant aux structures et les éditeurs partenaires, certains représentent véritablement des géants. Rappeler que Hachette diffuse et distribue Albin Michel pose un peu mieux le contexte.

    A ce titre, non cinq milliardaires ne se partagent pas les trois quarts de l’industrie du livre française, ce qui n’empêche pas de faire preuve de curiosité. Quand vous tenez un livre entre les mains, vous voyez sa couverture, le nom de l’auteur, celui de la maison d’édition — ne cherchez pas le traducteur. Et pourtant : qui détient réellement cette société ? Derrière un simple code-barres se cache parfois un réseau complexe de participations, de #holdings, de groupes, de #milliardaires.

    C’est tout l’enjeu de WHOISBN ?, une application qui lève le voile sur ces chaînes de propriété — et, souvent, sur la concentration du capital dans l’édition.

    Une idée simple, et diablement pertinente

    WHOISBN ? dans sa version anglaise, devenue QUISBN ? en français, se présente comme un outil de transparence. Grâce à l’ISBN — un numéro unique de 13 caractères, mis en forme via un code-barres, l’application identifie « qui possède la maison d’édition du livre que vous tenez entre les mains, puis quelle entreprise possède cette maison d’édition, puis qui possède l’entreprise qui possède l’entreprise… jusqu’au bénéficiaire ultime ».

    En d’autres termes : il suffit de scanner pour découvrir que se cache bien souvent un milliardaire — un détecteur de propriété, appliqué au monde littéraire. Une application modeste — mais potentiellement explosive. Ou presque.

    Aux origines : un projet engagé

    Lancée via son site internet, WHOISBN ? s’inscrit dans une volonté de réappropriation critique de l’#économie_de_l’édition. Le site se revendique comme un moyen « d’explorer les liens capitalistiques du monde de l’édition ».

    C’est un coup de projecteur sur un univers trop souvent invisible — celui des chaînes d’#actionnaires, des prises de participation, des #concentrations_financières. L’objectif : révéler les structures derrière les marques d’édition, interroger la nature de la propriété, inviter à la réflexion sur ce que signifie être édité.

    Comment ça fonctionne, concrètement

    Le fonctionnement est d’une grande simplicité (trop, probablement). Vous scannez le code-barres ISBN d’un livre — soit via une application mobile disponible uniquement pour #Android. L’interface vous renvoie l’arborescence capitalistique de la #maison_d’édition. Ainsi, un simple roman de poche mène facilement à un milliardaire — une carte d’identité économique du livre, accessible en un clic.

    À qui profite ce “miroir de l’édition” ?

    La démarche est évidemment engagée. WHOISBN ? offre un miroir parfois cruel de l’industrie du livre : un secteur culturel qui se présente volontiers comme libre, exigeant, créatif, voire artisanal — mais souvent soumis aux logiques financières les plus classiques (et parfois les plus brutales).

    Pour les lecteurs, c’est un outil d’information : savoir d’où vient un livre, qui contrôle l’édition permet de nourrir la réflexion sur la pluralité culturelle, l’#indépendance_éditoriale, voire la sécurité d’un certain pluralisme dans l’offre littéraire. Pour les auteurs, c’est l’occasion de connaître la nature réelle de leurs éditeurs — un détail qui peut avoir des conséquences sur la diffusion, les choix éditoriaux, la liberté d’écriture.

    Et pour le débat public ? Une excellente manière de questionner le rôle du capital dans la culture : entre investissement, concentration, prise de contrôle, l’édition, plus que jamais, ressemble à une affaire de gros sous.

    Quand les milliardaires investissent dans les bibliothèques

    Le recours à des capitaux privés n’est pas qu’une abstraction : ces dernières années, plusieurs milliardaires ont mis la main sur des maisons d’édition françaises majeures. Par exemple, le groupe Hachette Livre est désormais détenu par #Vincent_Bolloré, et certaines de ses filiales — comme #Fayard — subissent des critiques quant à leur ligne éditoriale.

    De même, le groupe #Editis, second acteur de l’édition en France, appartient aujourd’hui à #Czech_Media_Invest (#CMI), la holding du milliardaire tchèque #Daniel_Křetínský.

    Et ce n’est pas anecdotique : la concentration du capital éditorial entre quelques mains — souvent en dehors du monde littéraire — pèse sur l’indépendance éditoriale, le choix des publications, la diversité culturelle. Une tendance dénoncée depuis longtemps, mais rendue ici visible, palpable.

    Un milliardaire ici, un fonds d’investissement là…

    Si WHOISBN ? fait office de loupe — et se donne pour mission de changer la donne — il introduit des erreurs significatives.

    #Bernard_Arnault, présenté comme propriétaire de #Madrigall ne possède en réalité qu’une participation à la hauteur de 10 %. Ainsi, l’outil propose une vision partielle : il rattache une maison de son propriétaire elle est rattachée, sans intégrer toute la finesse des montages réels.

    De même, certaines maisons se retrouvent dans des groupes n’ont pas été rachetées à 100 %, d’autres relèvent de participations croisées, d’accords complexes ou de minoritaires actifs. D’autres ont des liens capitalistiques avec ces grosses structures, mais sans avoir cédé une majorité de leur capital. Ou encore, certains ouvrages ne sont pas rattachés à des entités capitalistiques d’envergure, alors qu’elles découlent de fonds et d’investissements de grosses entreprises, loin de l’édition indépendante.

    WHOISBN offre donc une image instructive, mais certainement pas exhaustive. Une loupe utile, non une radiographie intégrale. Dans cette nuance se loge son vrai intérêt, autant que sa limite : dans toute chaîne alimentaire, se trouve un prédateur en fin de course, qui est le dernier. Avec les milliardaires, c’est souvent le cas... Disons que l’app constitue dès lors un instrument de vigilance tronqué, qui replace le livre dans son écosystème économique.

    Ce n’est ni une enquête journalistique ni une analyse rigoureuse : en ces conditions, gare aux raccourcis, pour prendrait pou argent comptant les informations communiquées. Les cuisines des industries culturelles sont rarement aussi simples qu’un coup de scan... À tester à cette adresse.

    https://actualitte.com/article/127989/inclassables/a-quel-milliardaire-appartient-votre-livre-l-application-parle-d-argent-
    #livres #app #ISBN #propriétaires

  • Michèle Audin, écrivaine, mathématicienne, est décédée
    https://www.humanite.fr/culture-et-savoir/guerre-dalgerie/michele-audin-ecrivaine-mathematicienne-et-fille-de-maurice-et-josette-est-

    Michèle Audin, mathématicienne et « folle » d’histoire
    https://www.radiofrance.fr/franceculture/podcasts/le-cours-de-l-histoire/michele-audin-mathematicienne-et-folle-d-histoire-1931709

    Mathématicienne, romancière et oulipienne, Michèle Audin s’intéresse aussi à l’histoire, ou plutôt, à des histoires… La Commune de Paris, le boulevard Voltaire, le monde ouvrier : autant de thématiques qui ont nourri ses ouvrages.

    Née en 1954 à Alger, Michèle Audin est la fille du mathématicien Maurice Audin, membre du Parti communiste algérien, arrêté puis torturé et tué en 1957 par des parachutistes de l’armée française. La figure absente de ce père se reflète à travers l’important travail d’écriture et de recherches mené par Michèle Audin. C’est à tous ceux dont les vies ont été écourtées ou oubliées que la mathématicienne redonne vie.

    Passionnée par l’histoire de la Commune de Paris, Michèle Audin travaille depuis plusieurs années à ne pas délaisser le souvenir de milliers de victimes anonymisées par des comptages partiels et des discours historiques biaisés. Dans Josée Meunier, 19 rue des Juifs, La Semaine sanglante, mai 1871, légendes et comptes ou bien encore dans Comme une rivière bleue, l’écrivaine retrace plusieurs histoires de vie prises au cœur d’événements politiques qui les dépassent et pour lesquels ils sont malgré eux acteurs.

    Dans son dernier ouvrage, Paris, boulevard Voltaire, Michèle Audin nous entraîne dans un jeu de piste mémoriel, à travers quatorze adresses : le cinéma Saint-Ambroise rouvre ses portes, une couturière à l’angle de la rue de Montreuil nous partage ses souvenirs, et les lions de la place du Château-d’Eau, actuelle place de la République, témoignent de l’épisode sanglant de la Commune.

    #Michèle_Audin #histoire #podcast

    • Oulipo, les mathématiques, La Commune : Michèle Audin, une vie hors normes
      https://actualitte.com/article/127556/auteurs/oulipo-les-mathematiques-la-commune-michele-audin-une-vie-hors-normes

      Écrivaine d’une rare exigence, membre de l’Oulipo, historienne passionnée de la Commune de Paris et des mathématiques, Michèle Audin (...) laisse derrière elle une œuvre littéraire abondante, inventive et profondément marquée par la rigueur scientifique autant que par la mémoire.

      [...]

      Son entrée à l’#Oulipo, en 2009, marque un tournant. Elle y explore les contraintes d’inspiration géométrique — comme la contrainte de Pascal ou la contrainte désarguesienne — qui consistent à organiser un #récit selon la logique ou la structure d’une figure mathématique. Elle travaille aussi avec Ian Monk, disparu en septembre dernier, sur les « nonines », des variantes de la sextine : une forme poétique fondée sur un système de permutations, que Michèle Audin détourne et étend pour créer des mécanismes narratifs plus complexes. Ses #livres reposent ainsi sur de véritables architectures combinatoires, où la forme dicte le mouvement du récit.

      Cent vingt et un jours illustre parfaitement cette démarche. Le #roman est bâti sur une « onzine », c’est-à-dire une structure à onze motifs qui se répondent : le dernier mot d’un chapitre devient le premier du suivant, créant une boucle permanente et un rythme imposé par la contrainte elle-même. Cette mécanique littéraire se mêle à un travail d’archives, notamment autour de la correspondance entre les mathématiciens Gaston Julia et Helmut Hasse.

      Parmi ses ouvrages, on peut citer Mademoiselle Haas, où elle redonne chair à des vies féminines invisibles à travers une série de portraits sensibles ; Une vie brève, récit construit autour des rares traces laissées par son père, Maurice Audin ; ou encore Oublier Clémence, enquête littéraire qui fait revivre une femme presque effacée des archives. Avec Paris, boulevard Voltaire et Rue des Partants, elle explore l’histoire sociale et les mémoires populaires d’un quartier parisien en suivant les vies ordinaires qui l’ont habité. Son dernier livre, La Maison hantée, publié en janvier dernier aux éditions de Minuit, prend la forme d’une enquête strasbourgeoise sur les incorporés de force alsaciens et mosellans, mêlant archives, récits intimes et mémoire collective.

      #littérature

    • Michèle Audin (1954 – 2025), « une vie brève »
      https://histoirecoloniale.net/michele-audin-1954-2025-une-vie-breve

      Mathématicienne, écrivaine et historienne brillante, Michèle Audin est morte le 14 novembre 2025, à l’âge de 71 ans. Passionnée notamment par l’histoire de la Commune de Paris, elle était la fille de Maurice Audin, mathématicien communiste algérien, enlevé et assassiné par l’armée française en juin 1957 à Alger, et de Josette Audin, qui se battit toute sa vie pour obtenir vérité et justice. Et la sœur de Pierre Audin, lui aussi mathématicien et lui aussi engagé pour l’émancipation, qui a été fier de recevoir enfin en 2022 son passeport algérien, et qui est décédé en 2023. Nous publions le communiqué de l’Association Josette et Maurice Audin, l’article que L’Humanité lui a consacré et l’hommage qui lui a été rendu par les éditions Libertalia et le quotidien algérien El Watan.

  • #Internet_Archive : la bibliothèque qui a survécu, mais à quel prix

    L’Internet Archive vient de franchir une étape symbolique : sa #Wayback_Machine, l’immense outil d’#archivage du Web, a enregistré sa milliardième page. San Francisco a même déclaré le 22 octobre « Internet Archive Day » pour célébrer trois décennies consacrées à la #sauvegarde du #patrimoine_numérique mondial. Pourtant, derrière cette reconnaissance se cache une réalité plus amère. Après plusieurs années de batailles juridiques épuisantes, l’organisation fondée par #Brewster_Kahle a certes survécu, mais elle a perdu une partie essentielle de son âme.

    « Nous avons survécu, mais cela a anéanti la bibliothèque », confie Kahle, fondateur du projet, à Ars Technica. L’Archive n’a plus de poursuites en cours, mais elle sort exsangue d’un #conflit qui lui a fait retirer plus d’un demi-million de #livres de sa plateforme #Open_Library. Ces pertes marquent la fin d’un chapitre fondateur de la #numérisation libre des savoirs.

    Fondé en 1996, l’Internet Archive voulait être une Bibliothèque d’Alexandrie du numérique – mais « avec un meilleur plan contre les incendies », plaisante l’avocat et bibliothécaire Kyle Courtney. Dès 2001, la Wayback Machine avait pour ambition d’offrir un accès libre et permanent à l’histoire du Web. Son créateur, #Lawrence_Lessig, y voyait un outil de #transparence_démocratique : la preuve concrète que la #mémoire d’Internet méritait d’être protégée au même titre que les livres.

    Tout a basculé durant la pandémie de 2020. Pour pallier la fermeture des bibliothèques, l’Internet Archive a levé temporairement les restrictions d’emprunt de son Open Library, permettant à tous d’accéder aux #livres_numériques pendant le confinement. Ce geste solidaire a été perçu par les éditeurs comme une violation massive du #droit_d’auteur. Après quatre ans de procédures, la #justice américaine a tranché : le modèle de prêt contrôlé utilisé par l’Archive n’était pas conforme. Les dommages réclamés auraient pu atteindre 400 millions $ US, mais un accord confidentiel a permis d’éviter la faillite.

    La tempête ne s’est pas arrêtée là. En 2025, un autre procès a visé le « #Great_78_Project », un programme de numérisation de vieux #disques 78 tours, menacé par des amendes allant jusqu’à 700 millions $. Là encore, un règlement à l’amiable a sauvé l’organisation, mais au prix d’un recul majeur pour les projets de conservation sonore.

    Pour Kahle, ces batailles ont affaibli la mission même des bibliothèques. « Les grands conglomérats médiatiques ne se contentent plus du droit d’auteur : ils veulent le #contrôle total de l’accès à l’information », déplore-t-il. L’un des objectifs de l’Open Library était d’offrir à #Wikipédia la possibilité de lier directement ses articles à des livres numérisés, rendant ainsi la recherche en ligne plus rigoureuse. Les procès ont mis fin à cette ambition.

    Les juristes s’accordent à dire que ces décisions ne remettent pas en cause le principe du « #fair_use », mais elles marquent la limite de ce que la loi permet. Brandon Butler, directeur de Re:Create, estime que l’Archive a « testé les frontières du #droit_d’usage_équitable » et que les tribunaux ont répondu : « On ne va pas plus loin. » Pour les bibliothèques, la conséquence est claire : chaque projet de #numérisation comportera désormais un #risque_juridique dissuasif.

    Les inquiétudes vont bien au-delà du droit. Kahle s’inquiète d’une société où les bibliothèques rétrécissent, où l’éducation recule, et où le contrôle de la connaissance passe entre les mains des grandes plateformes technologiques. « Quand une société grandit, elle construit des bibliothèques. Quand elle décline, elle les détruit », résume-t-il. Pour lui, la concentration du pouvoir entre les gouvernements et les entreprises menace directement la #mémoire_collective.

    Malgré tout, Kahle refuse de baisser les bras. L’Internet Archive mise désormais sur « #Democracy’s_Library », une base de données ouverte réunissant les publications et recherches gouvernementales du monde entier, liées à Wikipédia pour renforcer la transparence scientifique. Le fondateur veut aussi faire de l’organisation un #refuge pour les collections menacées et continuer à numériser tout ce qui peut encore l’être.

    « Nous voulons que tout le monde soit lecteur, » affirme Kahle. « Cela suppose des éditeurs, des libraires, des bibliothèques. Mais allons-nous dans cette direction ? Non. » Pour lui, il est urgent de repenser le droit d’auteur pour que « le jeu ait plusieurs gagnants » – auteurs, éditeurs, bibliothécaires et citoyens. Alors, dit-il, il sera encore temps de réfléchir à la place de l’intelligence artificielle dans ce fragile équilibre entre mémoire, accès et créativité humaine.

    https://moncarnet.com/2025/11/10/internet-archive-la-bibliotheque-qui-a-survecu-mais-a-quel-prix

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    L’article original en anglais:
    Internet Archive’s legal fights are over, but its founder mourns what was lost
    https://arstechnica.com/tech-policy/2025/11/the-internet-archive-survived-major-copyright-losses-whats-next

    #bibliothèque #archive #web #internet

  • Des #livres sur #Bruno_Manser :

    Bruno Manser. La voix de la forêt

    En 1984, Bruno Manser, jeune suisse opposé à la société industrielle, découvre son paradis perdu : la forêt pluviale de #Bornéo et ses habitants, le peuple #Penan avec lequel il vivra pendant 6 ans. Face aux tronçonneuses et aux bulldozers des compagnies forestières qui déboisent ce territoire, Manser se lance dans l’#activisme et consacre sa vie à la défense de la #forêt_tropicale et les droits des peuples indigènes.
    Disparu au cours de son dernier voyage au #Sarawak en mai 2000, il est officiellement disparu et présumé mort en 2005... Ce #livre retrace la vie de ce personnage étonnant et hors-norme devenu un héros malgré lui. L’intégralité des bénéfices de ce livre sera reversée au Bruno Manser Fonds.

    https://www.hobo-diffusion.com/catalogue/9782954667126-bruno-manser-la-voix-de-la-foret

    #déforestation #Malaisie #biographie

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    et des films sur Bruno Manser :
    https://seenthis.net/messages/1145529

    • Lettre à Bruno Manser

      This photographic tribute to Bruno Manser is the first collaboration between Isabelle Ricq (b. 1983, France) and Christian Tochtermann (b. 1977, Poland). Isabelle specializes in documentary photography, Christian in architecture photography.

      Isabelle spent several years in this Indonesian portion of Borneo photographing the destruction of the forests and their replacement by gigantic palm-oil plantations, when she first heard of Bruno Manser. Seen from the other side of the border, Sarawak appeared to have preserved some of its forested areas thanks to native resistance and to the region’s high mountains, which seemed difficult to clear.

      It is with this naive view that they travelled for the first time to Bario, the place where Manser had disappeared 11 years earlier and which, they believed, must have been preserved. They arrived a year after a road leading to these high plateaux had been laid, and instead of finding a peaceful forest, they found the source of the situation documented in Indonesia: the opening of the road led to the arrival of trucks and the decline of the nomad populations.

      Once back in Europe, they gathered all the documentation they could find on this territory. Among these works was Voices from the rainforest, published by Bruno Manser in 1994. Upon opening it, they were surprised by the signature on the title page. It was completely unexpected, and made them feel as though Manser’s inscription was addressed to them, since this book appeared to have remained unopened. It was an invitation to take a closer look at this region, an invitation to return there, year after year.

      As though in answer to that message, they are now addressing the photographs in the book to Bruno Manser, that sincere and passionate man whom they would have liked to meet and who, over the years, simply became ‘Bruno’.

      https://sturmanddrang.net/collections/books/products/ricq-tochtermann-letter-to-bruno-manser?variant=14800576479267
      #photographie

    • Rainforest Hero: The Life and Death of Bruno Manser

      Ruedi Suter’s Rainforest Hero: The Life and Death of Bruno Manser was published in German in 2005 and translated into English in 2015. The book charts the life of the missing, presumed dead rainforest activist, Bruno Manser, who even in death is a rallying point for his own non-government organization, the Bruno Manser Fund (BMF) and others. Bruno’s disappearance starts and closes this otherwise chronological account of his life. It is now over 16 years since Bruno disappeared. The Swiss courts have declared him dead; life goes on, as do questions surrounding his last minutes. His family, friends and colleagues at BMF do not know how he died.

      A Foreword, by Wade Davis, outlines the world of Sarawak’s indigenous Penan community providing the context for readers not intricately tied to or aware of the conflicts and changing land-use patterns of the state. This formerly nomadic group harvested the forest’s resources as they circulated through areas of forest its members claimed. However, with the opening of the forest to logging and the subsequent loss of natural resources including wood, rattan, wild game and other jungle produce, the Penan have found themselves in conflict with logging companies and the state. They were and are battling not only for natural resources and their traditional way of life, but for survival itself.

      https://www.abebooks.fr/9783905252897/Rainforest-Hero-Life-Death-Bruno-3905252899/plp

  • Qu’est-­ce que la CIVILISATION ?
    https://ricochets.cc/Qu-est-ce-que-la-CIVILISATION-8771.html

    Dans le sillon de la critique anti-industrielle, écoféministe et anarchiste, Passages est une revue qui propose des lectures sur les luttes présentes et passées, des éléments de stratégie, des réponses aux objections courantes, ou encore la parole de camarades. #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Ecologie, #Féminisme, #Résistances_au_capitalisme_et_à_la_civilisation_industrielle, #La_civilisation,_la_civilisation_industrielle

    https://revuepassages.com

  • Le Reader Act jugé inconstitutionnel : un coup d’arrêt à la censure au Texas
    https://actualitte.com/article/127018/droit-justice/le-reader-act-juge-inconstitutionnel-un-coup-d-arret-a-la-censure-au-tex

    La justice fédérale américaine a mis un terme à l’un des textes les plus controversés adoptés ces dernières années dans la lutte idéologique autour de la lecture publique. Le juge Alan D. Albright, du tribunal fédéral du district ouest du #Texas, a rendu un jugement sommaire et prononcé une injonction permanente contre la loi HB 900, connue sous le nom de #Reader_Act. En déclarant le texte contraire au Premier Amendement de la Constitution, il met fin à un projet de régulation qui aurait imposé aux #libraires et #éditeurs de classifier les #livres vendus aux écoles selon leur contenu sexuel.

    Le Reader Act, signé en 2023 par le gouverneur républicain de l’État, Greg Abbott, entendait contraindre les vendeurs de livres à examiner des millions d’ouvrages destinés aux #bibliothèques_scolaires pour leur attribuer un commentaire, « sexuellement explicite » ou « sexuellement pertinent ». Cette classification devait être soumise à l’Agence d’éducation du Texas, qui aurait pu imposer ses propres évaluations, comme le détaille un document de la Texas Library Association, organisation de bibliothèques texanes. Les vendeurs refusant d’obtempérer risquaient d’être exclus des marchés publics.

    Sous couvert de protéger les enfants, la loi plaçait ainsi les professionnels du livre dans la position de censeurs, responsables du filtrage de la production littéraire. Le juge Albright, dans sa décision rendue publique le 22 octobre 2025, estime que la loi impose aux libraires de « parler au nom de l’État » et les force à diffuser un message qu’ils ne partagent pas, en violation du Premier Amendement. Il considère également que la mesure équivaut à une « censure préalable », empêchant la diffusion d’ouvrages avant toute évaluation judiciaire.

    La plainte, déposée dès juillet 2023 par les librairies BookPeople à Austin et Blue Willow Bookshop à Houston, avec le soutien de l’American Booksellers Association, de l’Association of American Publishers, de l’Authors Guild et du Comic Book Legal Defense Fund, dénonçait une atteinte directe à la liberté d’expression et une menace pour la viabilité économique du secteur.

    Le juge leur donne raison sur toute la ligne, confirmant une première injonction prononcée en septembre 2023 et validée par la Cour d’appel du cinquième circuit - une des treize cours d’appel fédérales des États-Unis, et deuxième niveau du système judiciaire fédéral, juste en dessous de la Cour suprême des États-Unis - en janvier 2025. Cette dernière avait déjà souligné que « les plaignants ont un intérêt à vendre des livres sans être contraints de relayer le message préféré de l’État ».

    ping @hlc

    • Texas Is the Reason: The Mavericks of Lone Star Punk | Pat Blashill
      https://bluewillowbookshop.com/book/9781935950172

      "Pat Blashill’s beautiful book of photos captures the poetics and energetic eccentricities of the post punk Austin, Texas music scene of the ’80s, things one will never get on the internet. Long live books and this one kicks ass"Kim Gordon

      "There’s certainly an art to photography"and there’s also an art to being in the right place at the right time. Pat Blashill demonstrates both of those things over and over again in Texas Is the Reason. Great bands come out of great scenes, so Blashill shoots not just the shows but the community. Even the intimate moments scream punk rock, and even the punk rock moments scream intimacy. ’Transcendent music is sometimes made by actual humans, ’ Blashill writes in his equally vivid essay. ’After you understand that, you don’t need rock stars anymore.’ Nailed it."Michael Azerrad, This Band Could Be Your Life.
      “A profound experience for me” Richard Linklater.

      https://seenthis.net/messages/1138776

  • Écologie ou Economie, il faut choisir ! - Livre essentiel et vital
    https://ricochets.cc/Ecologie-ou-Economie-il-faut-choisir-Livre-essentiel-et-vital-8798.html

    De plus en plus de personnes se rendent compte que le capitalisme (L’Economie, tout son monde) est incompatible avec la poursuite de la vie sur Terre. Mais en tire-t-on vraiment toutes les conséquences ? Comprend-on vraiment ce qu’est #Le_monde_de_L'Economie ? Anselm Jappe montre l’inefficacité des mesures envisagées par les différents gestionnaires du capitalisme, de droite comme de gauche, parmi lesquels figurent les écologistes institutionnels. Ce livre veut apporter une analyse lucide (...) #Les_Articles

    / #Livres,_revues, #Résistances_au_capitalisme_et_à_la_civilisation_industrielle, Le monde de (...)

    https://alter-vienne.info/spip.php?article689

  • Frankfurter Buchmesse: Das letzte Wort
    https://www.jungewelt.de/artikel/510705.frankfurter-buchmesse-das-letzte-wort.html

    Auch das Wissen um fossile Verhältnisse ist Macht (am Stand des Kinderbuchverlags Tessloff)

    20.10.von Peter Merg - Katerstimmung auf der Frankfurter Buchmesse

    Krise ist ja irgendwie immer, vor allem kulturell. Aber schlendert man dieser Tage durch die Frankfurter Messehallen, wird man das Gefühl nicht los, dass nicht Phantasie die Luft beseelt, wie es das diesjährige Motto will, sondern Verzweiflung. Schön bunt ist es hier noch immer, doch alles ist so teuer geworden. Papier, Druck, Vertrieb. Standmiete, Eintritt, Unterkunft. Die Käsebrezel kostet 5,50 Euro, der Pappmachéburger zwölf. Verlagsleute, die früher alle fünf Tage mitnahmen, reisen heute am Donnerstag ab.

    Allzu laut mag da auch die Pressemitteilung der Buchmesse zum Halbzeitstand nicht jubeln: 118.500 Fachbesucher erwartete man bis Sonntag (2024: 115.000), immerhin knapp drei Prozent mehr. Kurz vor den unseligen Coronajahren waren es etwa 144.500, bei über 7.500 Ausstellern. Dieses Jahr sind es 4.350. Gegenüber vorigem Jahr eine Steigerung um ganze 50.

    Wo diese schon einmal nicht stehen, ist die Halle 3.1. Dort sind »Literatur und Sachbuch« beheimatet, längst aber auch »Kalender«, »Touristik« und »Bildung«. Wer sich die Programme der großen Traditionshäuser C. H. Beck oder Suhrkamp anschauen möchte, wird hier ebenso fündig wie Neugierige, die erfahren wollen, was es mit dem »dritten Testament« auf sich hat oder mit den neuesten Methoden des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie. Noch am Fachbesuchern vorbehaltenen Donnerstag ist hier kaum etwas los. Bei der FAZ erzählt deren Redakteur Reinhard Müller im Gespräch mit dem wie gewöhnlich etwas derangierten Feuilletonherausgeber Jürgen Kaube das hier schon tausendmal Gehörte: Offene Grenzen und leichte Einbürgerungen sind nicht im Interesse der Nation, wieso nicht mal nach Australien schauen, wo man Ausländer erst mal auf einer »KZ-artigen« (sic) Insel interniere? Anders als in vergangenen Jahren bekommt aber so gut wie jeder, der das hören mag, einen Sitzplatz. Die Anordnung der Stände ist luftig.

    Denn hier stehen auch die unabhängigen Verlage, besser gesagt: was von ihnen übrig ist. Die klassischen Einmannbetriebe mit kleinen, doch anspruchsvollen, vor allem aber ungewöhnlichen Programmen sind zum Auslaufmodell geworden. Viele namhafte Unabhängige wie Jung und Jung oder Schöffling sind mittlerweile nur noch Imprints mittelgroßer Verlage. Oder gar eines anderen Imprints. Das geht natürlich zu Lasten dessen, was Susan Hawthorne mit dem suggestiven Begriff »Bibliodiversität« bezeichnet. »Nichtkonformistische Literatur« (Wolfram Weimer, ausgerechnet), oder zumindest inhaltlich oder formal weniger konventionelle, findet sich nicht bei den Konzernen.

    Was sich dort findet, ist Sozialerbauungskitsch à la Carolne Wahl. Wenn sie am Sonnabend nachmittag signieren soll, wird es eng in der Frankfurter Festhalle. Nicht wenige der jungen Frauen, die sich hier die Beine in den Bauch stehen, um ein Autogramm von der Frau mit dem Glitzer im Gesicht zu erhaschen, bleiben anschließend, um sich abseits eine Lesung aus Anna Bennings »Götterlichtsaga« (Fischer Sauerländer) anzuhören. Eine junge Frau bandelt mit einem schönen Gott an. Stoff für drei Schinken. »Wir brauchen das ja, dass eine junge Protagonistin die Welt anzündet«, sagt die Moderatorin. Auf den Sofas ist die Stimmung gut. Sie sind gesponsert von IKEA, Werbung für das »Family«-Programm. Von Druckproblemen der Fischer-Verlagsgruppe ist nichts bekannt. Man gehört zum Holtzbrinck-Konzern.

    Anders als beim etwa gleich großen Hanser-Verlag. Der erlebt gerade ein Desaster, wie es die Branche schon lange nicht mehr gesehen hat. Vor einigen Wochen jubelte ein Bekannter, er habe in unserem Neuköllner Stammbuchladen das letzte Exemplar von Dorothee Elmigers »Die Holländerinnen« erstanden. Der Roman sei erst in ein paar Wochen wieder lieferbar. Denkste. Die Favoritin hat am Montag den Deutschen Buchpreis abgeräumt, und der Verlag hofft, wenigstens das Weihnachtsgeschäft bedienen zu können. Der Preis wurde vor 20 Jahren begründet, um den Bucheinzelhandel zu fördern. Nun führt ein großer Versandantiquar den schmalen Band zu knapp 50 Euro.

    Selbst eine Verlagsgruppe wie HarperCollins müsse bei der Nachdruckplanung »Tetris spielen«, sagte Herstellungsleiterin Magdalena Mau der dpa. Die Gründe seien: »Schließungen von Druckereien sowie Fachkräftemangel, kleinteiligere und vorsichtigere Auflagenplanung seitens der Verlage, geballte Produktionsvolumen hin zum Herbst- und Weihnachtsgeschäft.« Was sie ausspart: Der Internetversandhandel macht Kartonage profitabler als Druckpapier, Corona-Shutdowns kappten Lieferketten, die Russland-Sanktionen trieben die Papierpreise zusätzlich in die Höhe. Und die forcierte Verarmung durch Inflation und Reallohnverluste schlägt letztlich auf die Nachfrage durch, wenn auch spartenspezifisch. Konzernliteratur mit hohen Auflagen blockiert die letzten Druckkontingente.

    Dass diese überhaupt noch Gewinne garantiert, verdankt sich der Vergenresierung des Lesens. Zwar hat sich selbst im lange in die alberne Unterscheidung von ernsthafter »E-« und trivialer »U-Literatur« vernarrten Deutschland mittlerweile herumgesprochen, dass auch Patricia Highsmith, Stephen King oder Joanna Russ ins höchste Regal gehören. Krimis werden heute selbstverständlich in der FAZ besprochen. Doch bleiben die New-Adult-Groschenromanciers bislang den Nachweis schuldig, eine neue Jane Austen hervorbringen zu können – so wie auch »Old Adult« (Andreas Maier) mit Nordseekrimis und Landlustästhetik nicht gerade auf Raymond-Chandler-Niveau operiert.

    KI mag die blauen Blumen abmähen, wie der Kulturstaatsminister zur Messeeröffnung barmte. Aber wo nichts mehr wächst, kann auch nichts rasiert werden. Der große Schnitter ist auch hier die Profitlogik.

    »Sozialismus oder Barbarei« hieß es doch. Βάρβαρος, unverständliches Gebrabbel. Es ist das Letzte, was wir lesen werden. Und es nicht einmal mehr bemerken.

    #Allemagne #édition #livres #économie

  • [Livre] Libération totale. Perspectives révolutionnaires dans un monde mortifère
    https://ricochets.cc/Livre-Liberation-totale-Perspectives-revolutionnaires-dans-un-monde-mortif

    Ce petit livre, publié au milieu d’un été chaud de rébellion, en 2019, répond à une question ancestrale à laquelle tous les révolutionnaires sont confrontés... « Les excuses creuses que les défenseurs de l’existant nous serviront n’ont pas de limite. Mais il est temps d’en finir avec eux et de rompre résolument avec les certitudes de ce monde, qui n’offrent plus aujourd’hui que la certitude de l’extinction. Pour que la biodiversité survive au siècle, l’humanité doit oser remettre en (...) #Les_Articles

    / #Livres,_revues