• Sky in the Room : Maps from Quarantine

    This article aims to present and discuss the main results of an exercise carried out as part of a university course in Human Geography, which took place online in the period March-May 2020. Following the urge to represent the space perceived in the quarantine due to the lockdown period caused by the Covid-19 pandemic, about fifty students made themselves available to tell, through mental mapping, the transformations of their pre- and post-epidemic experience. After a brief introduction on the theoretical bases and the motivations of this specific assignment, we will analyze the elements highlighted by the students trying to offer a critical and contextual reading of how the subjective and contingent conditions interact with the relationships with the living space. The mental maps produced, therefore, will become the narrative tool to offer a reading of the time and space of modification in this particular and unprecedented situation. This condition has transformed external stimuli into mental contents by placing an emphasis on the relationships between individual and territory, relationships and perceptions of space.


    http://www.j-reading.org/index.php/geography/article/view/273/259
    #lockdown #confinement #cartographie #carto-experiment #quarantaine #coronavirus #covid-19 #cartes_mentales #corps #Moles #coquilles_subjective #Rohmer #espace_vécu #espace_perçu #safe_space #espace #temps #cartographie_subjective #émotions

    ping @reka @visionscarto

  • Gerade eingetroffen: Der Newsletter von Hermann Waldner und dem Team von Taxi Berlin

    Titel: Licht am Ende des Tunnels: Berlin erwacht zum Leben

    Kommentar von @taxi: Was mir Angst macht, ist der Hinweis auf das „normale Geschäft“, das bald kommen soll. Ende 2019 bedeutete „normales Geschäft“ Stundeumsätze weit unter 20 Euro und damit Löhne deutlich unterhalb des gesetzlichen MIndestlohns. Wollen wir da hin? Was passiert, wenn ab August jeder und jede Führerscheininhaber mit oder ohne Gendersternchen „Taxifahrer“ werden kann? Stocken die Unternehmen dann ihre Fahrzeugflotten wieder auf 8000+ Taxis auf? Wieviel bleibt dann für den Einzelnen Kutscher übrig?

    Freuen wir uns jetzt über das schöne Wetter und die netten Fahrgäste, auch wenn die noch viel zu wenige sind. Der Kampf für eine Verbesserung unserer Einkommen und Arbeitsbedingungen läuft gut gelaunt viel besser.

    Sehr geehrte Unternehmerinnen und Unternehmer,
    sehr geehrte Fahrerinnen und Fahrer,

    das Wiederanlaufen des Taxigeschäfts ist in greifbare Nähe gerückt. Viele Restaurants haben bereits ihre Plätze im Freien reaktiviert (dort ist kein Corona-Test mehr nötig), auch im Innenbereich dürfen (getestete) Gäste sitzen, Treffen von privaten Gruppen sind weniger streng reglementiert als im Lockdown, und Hotels nehmen nach und nach ihren touristischen Betrieb wieder auf. Für den Hochsommer wird die
    optimistische Marke einer 50-prozentigen Belegung angestrebt.

    Auch das kulturelle Leben kehrt schrittweise zurück, Museen sind wieder geöffnet. Veranstaltungen werden versuchsweise mit bis zu 500 Personen erlaubt. Auf die großen Messen müssen wir leider noch warten. Dennoch: Die gemeldeten Inzidenzzahlen sind niedrig. Viele Menschen sind geimpft. Das lässt uns hoffen, dass der überwiegende Teil unserer Großkunden in absehbarer Zeit seinen Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen kann.

    Sichtbare Zeichen einer beginnenden Normalisierung

    Die Rückkehr zur Normalität ist ein Prozess, der Zeit braucht, aber deutlich sichtbar begonnen hat. Im Taxigewerbe sind bereits erste, leichte Auswirkungen zu verzeichnen. Wenn wir alle noch etwas durchhalten, wird es hoffentlich demnächst spürbar aufwärts gehen. Bedauerlicherweise konnten viele Taxibetriebe die Umsatzeinbrüche nicht aus eigener Kraft oder mit staatlichen Hilfszahlungen abfangen und mussten trotz des Großauftrags mit den Impffahrten aufgeben. Im Sommer
    vor Beginn der Corona-Krise, vor genau zwei Jahren, gab es in Berlin knapp 3.100 Taxibetriebe mit über 8.100 Fahrzeugen. Heute sind es 2.380 Betriebe mit rund 6.600 Taxis – ein Rückgang um rund 20 Prozent.

    Dadurch gibt es im Vermittlungssystem wiederum weniger Konkurrenz, so dass die Aufträge sich jetzt auf weniger Taxen verteilen.

    Hochbetrieb in der Zentrale

    Die Funkgesellschaft Taxi Berlin hatte übrigens trotz des Rückgangs der Funkverträge ein deutlich erhöhtes Arbeitsaufkommen in allen Abteilungen durch die Impffahrten. Dieser extreme Auftragsboom mit Kostenübernahme durch den Senat wird in den nächsten Wochen auslaufen, da ein Großteil der impfwilligen Bevölkerung über 70 Jahre dann zweimal geimpft sein wird. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr
    Verständnis bei der massenhaften Abrechnung der Fahrpreis-Coupons. Noch läuft sie auf Hochtouren, aber die durchschnittliche Bearbeitungszeit wird bereits kürzer. Der Bearbeitungs-„Peek“ liegt hinter uns.

    Wir hoffen, dass ein Teil der jüngeren Impflinge die Sicherheit und Bequemlichkeit unserer Dienstleistung trotzdem zu schätzen weiß und sich auf eigene Kosten von Ihnen zum Impfzentrum bzw. zum Arzt und zurück fahren lässt.

    Schrittweise Rückkehr zum gewohnten Geschäft

    Wie bereitet sich das Taxigewerbe auf die nächsten Wochen und Monate vor? Den in Kürze abklingenden Aufwand mit den Impf-Coupons nutzen wir für Schritte, um zur Normalität zurückzukehren. Unsere Bestellsysteme in den bisher geschlossenen Hotels und Restaurants werden wieder
    angeschaltet, beispielsweise die Autobooker, mit denen das Personal großer Hotels Taxen per Knopfdruck bestellt. Wir konnten in letzter Zeit neue Kunden gewinnen, beispielsweise das Regierungsterminal am Flughafen BER. Auch der Wahlkampf auf Bundes- wie auf Landesebene wird uns hoffentlich viele zusätzliche Fahrten bescheren.

    Dank an Unternehmen und Fahrpersonal

    Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Durchhaltevermögen in dieser
    besonders herausfordernden Zeit. Jetzt können hoffentlich mehr und mehr Unternehmer vorsichtig beginnen, wieder nach vorne zu blicken. Wir alle müssen krisensichere Geschäftsfelder für die Zukunft erschließen, und hier steht die Inklusion ganz oben auf der Agenda. Durch die Impffahrten erlebten viele einen Vorgeschmack darauf, was für Nachfragen entstehen, wenn die Bevölkerung älter und gebrechlicher wird. So mancher Fahrer mit behindertenfreundlichem oder gar barrierefreiem Taxi war die letzten drei Monate ein sehr gefragter Dienstleister. Weder die Nachfrage noch die Förderung durch den Senat wird in absehbarer Zeit sinken – ganz im Gegenteil: In Berlin haben
    alle Parteien, die im Abgeordnetenhaus präsent sind, die Inklusion in ihren Wahlprogrammen verbrieft.

    Wieder nach vorne blicken – fast schon ein luxuriöses Gefühl
    Die zweite positive Veränderung, die bereits begonnen hat, ist der Umstieg vom Verbrennungsmotor mit seiner Abhängigkeit vom Ölpreis hin zur Elektromobilität. Hier weiß die Fachpresse (z. B. Taxi Times Berlin im kommenden Heft, das Anfang Juli erscheint) von einigen sehr vielversprechenden Beispielen zu berichten. Die Ladeinfrastruktur wächst, und wenn Sie vom Fahrkomfort und den Betriebskosten elektrisch angetriebener Autos erfahren, kann es gut passieren, dass Ihre Vorbehalte, die Sie möglicherweise vor dieser Technologie haben, sich in Interesse verwandeln. Auch für E-Autos legt der Senat in Kürze ein neues Förderprogramm auf.

    Gestiegene Beliebtheit des Taxis nutzen

    Mit den Impffahrten konnte das Berliner Taxigewerbe beim Kundenzuspruch deutlich punkten. Viele der älteren Menschen haben sich begeistert und zufrieden über das Personal und die Organisation in den Impfzentren und bei der An- und Abfahrt geäußert. Jetzt haben wir die Chance, alle gemeinsam unter Beweis zu stellen, dass wir der perfekte Partner für eine verlässliche, sichere und an den Kundenbedürfnissen orientierte
    Dienstleistung sind und bleiben.

    Halten Sie durch, kommen Sie gut durch den letzten Teil der Durststrecke, und starten Sie dann mit uns in das wieder auflebende Geschäft durch!

    Wichtige Eckpunkte aus der Pressekonferenz des Senats vom 1. Juni 2021

    Kontaktbeschränkungen werden ab dem 4. Juni 2021 gelockert: Drinnen können sich bis zu sechs Personen aus drei Haushalten treffen. Draußen sind es zehn Personen aus maximal fünf Haushalten.

    Gastronomie

    Innenbereich: Öffnung im Innenbereich ab dem 4. Juni 2021 mit
    Negativtest.
    Außenbereich: Testpflicht entfällt ab 4. Juni 2021

    Die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten. Es gelten die entsprechenden Kontaktbeschränkungen (s.o.).

    Hotellerie
    Touristische Übernachtungen sind ab 11. Juni 2021 wieder möglich, eine Belegungshöchstgrenze ist nicht vorgesehen.

    Veranstaltungen

    Innenbereich: Veranstaltungen bis 100 Personen bzw. bis 500 Personen, wenn entsprechende technische Belüftung vorhanden ist.
    Außenbereich: Veranstaltungen bis 500 Personen Ein negativer
    Corona-Test ist erforderlich.

    Trotz dieser positiven Öffnungsschritte, möchten wir an dieser Stelle noch mal an alle Fahrer*innen appellieren, die gültigen Hygiene- und Abstandsregeln auch weiterhin einzuhalten, wohlwissend dass dies mit einem Mehraufwand verbunden ist.

    Vielen Dank für Ihre aktive Unterstützung!

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihr Hermann Waldner
    und das Team von Taxi Berlin

    #taxi #Berlin #Lockdown #Wirtschaft #covid-19

  • Rural Italy Had a Pandemic Renaissance. Can It Last ?

    After thousands of young workers fled urban lockdowns to the countryside, village leaders are trying to make sure they stay. It’s easier said than done.

    A Medieval hamlet perched in the Madonie mountains of Sicily, Castelbuono looks straight out of a fairy tale, with narrow, winding streets and a stone-walled castle from the 14th century.

    Yet despite years of local efforts to turn it into a cultural hub through tourism and the establishment of an international music festival, Castelbuono has been shrinking for decades. Since the late 1960s, entire families across southern and central Italy have fled to the wealthier north in search of employment, as agriculture, textile mills and other industries declined. As a result, some 2,500 villages across the country are disappearing, with more than 2 million empty houses.

    But Covid-19 brought an unlikely reversal in that trend. Even as the virus tore through Italy’s rural interior and south, it also drew a wave of young adults and expatriates into its declining towns. Once relegated to weekend escapes from urban fatigue, centuries-old villages like Castelbuono — called “borghi” in Italian, or “borgo” in the singular — became more attractive refuges from the claustrophobia of pandemic lockdowns, promising more space to inhabit and improved quality of life at cheaper prices.

    Now, to translate this phenomenon into a lasting post-pandemic legacy, elected leaders and grassroots organizations are taking action to improve infrastructure, rebuild community ties and push these aging villages into the 21st century as remote work becomes the new normal.

    “The pandemic created one of the biggest opportunities ever for small towns in Italy,” said Carla Cucco, a 30-year old lawyer who grew up in Castelbuono and moved back from Palermo amid the first lockdown in spring 2020. She is now living with her parents.

    Exactly how many people returned to villages last year is hard to say, especially since many Italians who previously left never gave up nominal residency. But a report by SVIMEZ, an Italian think tank focused on the economic development in the south, estimates that between 80,000 to 100,000 people moved back to these long-fading regions since the start of Covid-19, based on employer surveys. Meanwhile, demand for properties in rural areas increased by 20% last spring, according to real estate agencies.

    Some new arrivals are remaking villages so that they are more viable places to live long-term. Cucco is part of South Working, a loose network of young Italian professionals that started during the pandemic to stay connected while in isolation. Over the past six months, in cooperation with the local officials in Castelbuono, Cucco and a group of fellow returnees turned parts of historical buildings into coworking spaces. Now, when Cucco has to speak with a client in the city, she steps into what was once the cloister of an 18th-century Catholic church, now converted into an open-air conference room.

    The baroque village of Palazzolo Acreide in southern Sicily, which has lost about 7% residents in the last decade, is similarly trying to capitalize on the pandemic’s positive population effect.

    “We are not yet to the point of extinction, because despite the inevitable decrease in population, Palazzolo is still lively and can offer a lot,” said Mayor Salvatore Gallo. He estimates that hundreds of newcomers have arrived since last year to the town of 8,000, a UNESCO world heritage site rated the second most beautiful borgo in Italy in 2019.

    Before Covid hit, Gallo looked into bringing in the popular 1-euro houses program — where owners sell uninhabited homes in need of renovation for a nominal fee — that has been tried in dozens of emptied villages. But when he found that such incentives mostly function as holiday house give-aways, he decided that a better strategy for Palazzolo would be supporting projects and businesses that newcomers initiated.

    The first of those will be a FabLab, a workshop equipped with tools such as 3-D printers as well as soldering irons and textile looms. Directed by Marie-Marthe Joly, a Swiss entrepreneur, it will open this summer inside an old monastery, which Gallo made available for free.

    Enticed by the slower pace of life, Joly decided to make her move permanent after getting stuck at her holiday home in Palazzolo during the first lockdown. Through academic partnerships with the University of Geneva and the University of Catania in Sicily, she plans to use the FabLab to bring in experts to teach business, crafts and digital skills to locals.

    “Moving to a borgo shouldn’t just be a selfish decision to enjoy better food and cheaper rent, but a chance to enrich and give back to the host community,” she said.

    Yet the ability to work remotely at her university is what made the move possible. And that’s what she and Gallo — who has signed a contract for high-speed internet coverage for the entire town — hope will enable more arrivals to stay.

    As part of South Working, Carmelo Ignaccolo, a PhD student in urban studies and planning at the Massachusetts Institute of Technology, has been tracking coworking hubs and places with access to high-speed internet that can cater to the needs of remote-working professionals across rural Italy; so far, the group has counted 192 locations. To better understand the level of repopulation that has taken place in some of these towns during the pandemic, he hopes to analyze mobile phone and internet use data. That could also help indicate where governments should aim for future investments, he said.

    In a kind of domino effect, several areas struggling with depopulation have already begun experimenting with ways to encourage newcomers to stay for the whole year rather than just during the holidays.

    Last July, Sicily’s regional government launched a program offering a grant of as much as 50,000 euros ($61,000) for people under the age of 30 to build social enterprises in culture and tourism in one of 23 designated villages, including Palazzolo Acreide. In September, the southern region of Molise announced it would offer 700 euros a month to those taking residency in a borgo with fewer than 2,000 residents. Another program launched in February in the mountainous northern region of Emilia-Romagna gives applicants up to 30,000 euros for the purchase or restoration of a house.

    “We are witnessing unparalleled times for the rebirth of these disappearing, yet invaluable, spaces of our national heritage. And that gives us hope for the future,” said Anna Laura Orrico, a member of Italy’s Parliament who has previously tried to make rural revitalization a national priority. For years, the government has tried to repopulate borghis through initiatives such as the 2014 “National Strategy for Inner Areas,” which aimed to develop rural areas through targeted investments in infrastructure and urban planning. But the plan’s impact has been difficult to assess, Orrico said, due to lack of monitoring.

    Now the topic has momentum. Last year, during her mandate as undersecretary of cultural affairs, Orrico’s office selected 12 villages across the country to become experimental hubs for innovative technology in the fields of environment, sustainable transportation and culture, funded through a project called “Smarter Italy.” Beginning in summer, 90 euros million will be allocated across these towns to fund diverse projects, including virtual museums and seismic monitoring.

    Some of the Recovery Plan funds that Italy is set to receive later this year from the European Union to counter the negative economic impact of coronavirus are also expected to be invested in borghi, although exact amounts are yet to be determined.

    Such investments are badly needed, as rural areas lack critical services such as secondary education, high-speed transportation, and health care. In ultra-remote parts of southern Italy, it takes an average of nearly 45 minutes to reach a hospital.

    Modernizing infrastructure and social services is key to keeping new residents for the long-term, said Fausto Carmelo Nigrelli, a professor of urban planning at the University of Catania, who has spent decades studying the economic challenges of Italy’s small villages. He believes that at least 1 billion euros is required to make rural areas more habitable. A historic lack of follow-through by the national government — as well as the pandemic’s devastating effect on the Italian economy — makes him skeptical that this time will be different.

    “This return is very encouraging,” Nigrelli said. “But if it’s not supported by concrete, effective policy planning that focuses on improving the welfare system, the risk is that, in a few years time, the emigration trend might retake its course.”

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-05-21/how-covid-repopulated-rural-italian-villages?cmpid=BBD052121_CITYLAB

    #renaissance #Italie #covid-19 #coronavirus #rural #campagnes #jeunes #jeunesse #travail_à_distance #Sicile #Madonie #Castelbuono #lockdown #confinement #post-pandémie #géographie #infrastructure #south_working #travail #Palazzolo #FabLab #co-working

    –—

    ajouté à la métaliste « #géographie (et notamment #géographie_politique) et #coronavirus » :
    https://seenthis.net/messages/852722

  • Wie hilfesuchende Kinder während der Pandemie allein gelassen werden

    Jonas* ist ein junger Mann, 19 Jahre alt. Gesund. Kräftig. Er hat tiefe Augenringe. Nicht vom Feiern. Er sitzt in seinem Kinderzimmer. In den vergangenen Monaten war er oft hier. Lange. Er streicht sich mit der Hand über die Haare. „Ich habe während der Pandemie starke Depressionen bekommen. Wären meine Freunde nicht für mich da gewesen, wäre ich jetzt nicht hier“, sagt er. Jonas dachte an Selbstmord.

    Jonas heißt eigentlich anders. Er möchte lieber anonym bleiben. Der Schüler hat zwei Leben gelebt: eins vor der Pandemie und eins während der Pandemie. Vor der Pandemie hat er sich gerne mit seinen Freunden und Freundinnen getroffen, ist zum Kampfsport gegangen und wollte nach der Schule soziale Arbeit oder Psychologie studieren. Doch im März 2020 schlossen zum ersten Mal die Schulen, der Unterricht fand nur noch digital statt, Jonas verlor sein soziales Leben: „Alles, wovon ich Energie geschöpft habe, war plötzlich nicht mehr da.“ Der Schüler kam mit dem Homeschooling nicht klar. Seine Noten verschlechterten sich. Er wurde dieses Jahr nicht zum Abitur zugelassen.

    Seit der Pandemie spielt sich sein Alltag fast nur noch in seinem Zimmer ab. Seit einigen Monaten leidet der Schüler an starken Depressionen. Doch professionelle Hilfe bekommt er nicht. Im Februar versuchte er, einen Termin bei einem Psychiater zu bekommen, weil er Selbstmordgedanken hatte. Am Telefon wurde ihm gesagt, dass der nächste Termin im Juli sei. Daraufhin wandte Jonas sich an die Schulpsychologin, mit der er sich ein paar Mal traf. Das Reden half ihm zwar, sagt er. Aber sie habe ihm nichts Neues sagen können, was er nicht schon wusste: „Dass sogar eine Schulpsychologin nicht weiterhelfen konnte, war sehr heftig für mich. Ich bin einer Machtlosigkeit ausgesetzt und ich kann nichts dagegen tun.“ Alles was ihm gut tue, könne er momentan nicht machen.

    Die Kinder- und Jugendhilfe ist während der Pandemie stark eingeschränkt

    Für diese Recherche hat CORRECTIV mit mehreren Schülern und Schülerinnen gesprochen. Sie teilten ihre persönlichen Geschichten, wie es ihnen seit Beginn der Pandemie geht und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben. Zudem sprach CORRECTIV mit weiteren Familienangehörigen, Heimen und Beratungsstellen. Das Ergebnis der Recherche: Für notleidende Kinder und Jugendliche steht das Hilfesystem seit der Pandemie fast still. Termine für Therapien und Beratungen sind kaum zu bekommen und Kontrollinstanzen wie Schule und Kita fallen weg.

    Schon im Februar berichtete CORRECTIV, wie dutzende Jugendämter in NRW seit Beginn der Pandemie nur noch in dringenden Fällen Hausbesuche machten. Jetzt zeigt sich: Die Kinder- und Jugendhilfe ist stark zurückgegangen. Für hilfesuchende Kinder und Jugendliche kann das im Extremfall lebensbedrohlich werden.

    Was ein Extremfall bedeuten kann, zeigen die Statistiken der Polizei. Diese Woche wurde in Berlin eine Sonderauswertung der polizeilichen Kriminalstatistik vorgestellt. Daraus geht hervor, dass 2020 sexuelle Gewalt gegen Kinder zugenommen hat. Demnach stieg die Zahl der Misshandlung Schutzbefohlener um zehn Prozent. Der Kindesmissbrauch stieg um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Statistik erfasst alle Taten, die bei der Polizei gemeldet werden. Die Dunkelziffer ist laut der Sonderauswertung wahrscheinlich viel höher.

    Dazu kommt: Kindern und Jugendlichen geht es grundsätzlich seit Beginn der Pandemie schlechter als vorher. Das zeigt eine Studie von den Universitäten Hildesheim, Frankfurt und Bielefeld, in der rund 3400 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren befragt wurden. Demnach fühlen sich viele Jugendliche aufgrund der Pandemie einsam, verunsichert und überfordert.
    Ein funktionierendes Hilfesystem kann Kindern das Leben retten

    Wie wichtig gerade jetzt ein funktionierendes Unterstützungssystem für hilfesuchende Kinder und Jugendliche ist, zeigt der Fall von Mira. Die heute 25-Jährige hat das Zusammenleben mit ihrer gewalttätigen Mutter unter großen Leiden überlebt. Sie erinnert sich noch sehr gut an ihre Kindheit. Auch heute muss sie vieles noch verarbeiten: „Wenn ich mal eine schlechte Note auf dem Zeugnis hatte, hat meine Mutter zugeschlagen. Sie hat mich dabei im schlimmsten Fall am Nacken gepackt, sodass ich nicht weglaufen konnte“, erzählt Mira.

    Irgendwann kam für die damals 17-Jährige der Punkt, an dem sie nicht mehr konnte: „Ich dachte mir, ich komme hier entweder raus oder ich bringe mich selber um“, sagt sie. Ihre Hoffnung, dass sich ihre Mutter ändern würde, hatte sie aufgegeben. Doch einfach das Jugendamt von zu Hause aus anrufen ging nicht. Ihre Mutter kontrollierte die Telefonrechnungen. Einmal rief sie die Telefonseelsorge an. Ihre Mutter habe die Anrufe auf der Rechnung gesehen. „Sie ist völlig ausgerastet und hat mich geschlagen“, erzählt sie. Deswegen war es wichtig, dass sie in die Schule gehen und mit einem Lehrer darüber sprechen konnte. Der Lehrer reagierte sofort, die damals 17-Jährige wurde von dem Jugendamt in Obhut genommen.

    Während der Corona-Pandemie wäre das kaum möglich gewesen. Es fehlen wichtige Kontrollinstanzen wie Schulen oder Kitas. So werden Kinder und Jugendliche nur noch eingeschränkt wahrgenommen, Gewalt und Missbrauch schwerer erkannt. Der Präsident des deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sagt, dass viele Fälle häufig nicht gesehen werden: „Trotz der erhöhten Gewaltbelastung in den Familien ist die Zahl der Inobhutnahmen nicht gestiegen, denn der Kontakt zu den Familien ist erschwert.“

    Beratungsgespräche werden abgesagt

    Sara* ist auch eine hilfesuchende Jugendliche, die sich noch kurz vor dem ersten Lockdown in ein Heim retten konnte. Die 17-Jährige wurde zu Hause von ihrem älteren Bruder geschlagen. Weil sie noch minderjährig ist, bleibt auch sie anonym. Sara erzählt: „Als mein Bruder herausgefunden hat, dass ich einen Freund habe, ist er komplett ausgerastet.“ Die Eltern sind machtlos gegenüber dem gewalttätigen Bruder. Ihr Vater versteht bis heute nicht, wieso die Schülerin seit über einem Jahr in einem Heim lebt und nicht zuhause. Er gab ihr zu verstehen, dass sie übertreibt.

    Im Februar 2020 erzählt die 17-Jährige ihren Freundinnen in der Schule, dass ihr Bruder sie geschlagen hat. Ihre Freundinnen ermutigen sie, sich einem Lehrer anzuvertrauen. Dann ging alles sehr schnell. Das Jugendamt reagiert sofort und nimmt die Schülerin in Obhut. Das war rund drei Wochen vor dem ersten Lockdown. Seitdem lebt Sara in einem Heim.

    Doch mit der Inobhutnahme verschwinden die Probleme nicht. Das erste Heim, in das die Schülerin kommt, sei dreckig gewesen und sie habe sich dort nicht wohlgefühlt. Eine „Horror-Inobhutnahme“, sagt Sara. Doch die Schülerin braucht Hilfe und vor allem ein stabiles Umfeld. Im Sommer 2020 kann sie das Heim verlassen, weil in einem sogenannten Hilfeplangespräch mit dem Jugendamt besprochen wird, was mit Sara passiert. Sie entscheidet sich für ein anderes Heim, in dem sie jetzt seit fast einem Jahr lebt und sich wohlfühlt.

    Dass Sara ein Hilfeplangespräch bekam und in ein anderes Heim ziehen konnte, ist keine Selbstverständlichkeit während der Pandemie. Denn die sogenannten Hilfeplangespräche wurden laut einer CORRECTIV-Recherche in einigen nordrhein-westfälischen Jugendämtern entweder verschoben oder ganz abgesagt. Eigentlich sollen sie regelmäßig stattfinden, dabei sprechen der betroffene Jugendliche, eine Fachkraft und das Jugendamt über die Zukunft des Jugendlichen und können aktuelle Konflikte thematisieren.

    Kinder und Jugendliche, die Hilfe von außen suchen, brauchen Heime, in denen sie sich wohlfühlen und in denen sie ihre Traumata und ihre Probleme bewältigen können. Genau diese Schutzorte sind durch die Pandemie stark belastet.
    Keine Therapie, schwierige Betreuung: Traumatisierte und hilfesuchende Kinder leiden stärker durch die Pandemie

    Ein Heim, in dem Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Missbrauch Schutz finden können, ist das St. Vincenz Jugendhilfe Zentrum in Dortmund. Hier können sie durch verschiedene Angebote ein normales Leben führen. Doch auch an diesem Beispiel zeigt sich, wie stark die Pandemie die Arbeit in dem Heim belastet hat.

    Melanie Mohr arbeitet seit rund 15 Jahren als Sozialarbeiterin in der Wohngruppe. Sie erzählt, dass die Kinder und Jugendlichen extrem frustriert sind: „Ein Jugendlicher von uns ist biologisch ein Mädchen, möchte aber als Junge leben, heißt, er ist transsexuell. Wäre Corona nicht gewesen, hätte der Junge eine stabilere Psyche und könnte dadurch ein geregelteres Leben führen.“ Weil seine Behandlung aber teilweise während der Pandemie abgebrochen worden sei, sei er stark depressiv geworden. Das größte Problem sei vor allem, dass es schwieriger geworden sei, Termine bei Therapeuten zu bekommen. Mohr sagt: „Die Jugendlichen, die sich sowieso schon schlecht gefühlt haben, fühlen sich jetzt noch schlechter, weil es kaum ergänzende Maßnahmen gibt. Die Entwicklungen der Kinder sind stagniert.“

    Das größte Problem der stationären Jugendhilfe sei die große Belastung, erzählt Heinz Hilgers vom deutschen Kinderschutzbund: „Die Heime sind eigentlich so aufgebaut, dass die Kinder zur Schule gehen. Durch die Pandemie sind die Schulen aber teilweise geschlossen und auch ergänzende Unterstützungen sind erschwert. Das müssen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Heimen selber versuchen aufzufangen“, sagt Hilgers. Er findet, dass die Kinder- und Jugendhilfe in den ganzen Diskussionen rund um die Pandemie kaum Beachtung gefunden hat.

    Familienhilfe: Vertrauen durch persönliche Gespräche aufbauen

    Nachdem die damals 17-jährige Mira von ihrer gewalttätigen Mutter weg konnte, hat sie später angefangen Pädagogik zu studieren. Die heute 25-Jährige schaut besorgt auf die Kinder- und Jugendhilfe während der Pandemie: „Familienhilfe ist nicht einfach. Man kann nicht einfach ein Telefonat führen und direkt mit dem betroffenen Kind Vertrauen aufbauen. Ich habe das am eigenen Leib gespürt.“ Wenn Mira über ihre Kindheit spricht, weiß sie, dass ihr das Hilfesystem das Leben gerettet hat. Sie erzählt, dass sie niemals in der Gegenwart ihrer Mutter Außenstehenden gesagt hätte, dass sie geschlagen wird. Die Angst war zu groß. Über die Erlebnisse konnte sie erst mit einem Lehrer sprechen, dem sie vertraute.

    Persönliche Gespräche sind für hilfesuchende Kinder und Jugendliche sehr wichtig. Doch gerade diese Möglichkeiten sind durch die Pandemie stark eingeschränkt. Die Beratungsstelle „Gegenwind“ aus Bottrop setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche vor sexuellem Missbrauch geschützt werden. Seit dem ersten Lockdown bietet die Beratungsstelle telefonische Beratungen an. Doch das lief am Anfang nicht so gut. Doris Wagner, Mitbegründerin von „Gegenwind“, erzählt: „Die telefonische Beratung lief im ersten Lockdown sehr schleppend an. Wir haben uns große Sorgen um Kinder gemacht, die nicht mehr raus konnten und somit nicht mehr im Blickfeld waren. Die Kinder waren sehr schlecht zu erreichen.“ Das Problem sei vor allem die Kommunikation gewesen. Viele Betroffene hätten gar nicht gewusst, dass Hilfe auch unter Pandemie-Bedingungen möglich war.

    Jugendliche leben während der Corona-Pandemie zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Die Kinder- und Jugendhilfe ist lebensnotwendig. Mira weiß das nur zu gut: „Wäre Corona in meiner Jugend da gewesen, wäre ich wahrscheinlich nicht am Leben, weil ich das nicht überstanden hätte.“ Fast zehn Jahre, nachdem sie ihre gewalttätige Mutter durch das Jugendamt verlassen konnte, hat sie ihrem damaligen Lehrer eine Nachricht geschrieben: „Ich glaube, ihm war gar nicht bewusst, dass er damals mein Leben gerettet hat. Ich wollte mich einfach bei ihm bedanken.“

    Wenn Sara, die von ihrem Bruder geschlagen wurde, an ihre Zukunft denkt, dann wirkt sie hoffnungsvoll. Sie will die Zeit in dem Heim nutzen, ein gutes Abitur ablegen und vielleicht Polizistin oder Sozialarbeiterin werden. „Weil diese Berufsgruppen Menschen vor Gewalt schützen“, sagt die Schülerin. Wenn Sie an Zuhause denkt, dann hat sie noch die Gewalt im Kopf, die sie noch nicht verarbeitet hat. In dem Heim findet sie trotz der Corona-Pandemie Schutz und Hilfe.

    Jonas, der unter starken Depressionen leidet, wirkt mit Blick auf seine Zukunft hoffnungslos. Weil er sein Abitur nicht bestanden hat, muss er Umwege gehen. Aktuell sucht er nach einem Platz für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, um sein Fachabitur zu machen. Er kann aber auch nicht sagen, wie er seine Depression bewältigen soll. Der 19-Jährige weiß nur, dass seit Beginn der Pandemie einiges falsch gelaufen ist: „Es wurde nicht auf das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen geschaut.“

    *Name geändert

    #pandemic #covid #children #youth #lockdown #Germany #depression #suicidal_thoughts #life-threatening #support #violence #domestic_violence #child_abuse #sexualized_violence #isolation #social_system #therapy

    https://correctiv.org/aktuelles/gesundheit/2021/05/28/wie-hilfesuchende-kinder-waehrend-der-pandemie-allein-gelassen-werden

  • Récits de confinement à #Malakoff. Hauts-de-Seine 2020

    Un ouvrage numérique qui recueille des #témoignages quant à la manière dont furent vécues ces situations atypiques.

    Il s’agit de récits collectés à Malakoff, dans les Hauts-de-Seine, à la fin de l’année 2020, par trois membres du collectif La Colline, à savoir :
    Chantal Deltenre (ethnologue et écrivaine, ancienne administratrice de l’Association Française d’Ethnologie et d’Anthropologie AFEA),
    Olivier Pasquiers (photographe) et Fred Soupa (réalisateur).

    https://fr.calameo.com/read/00358000682421ca0c8e6
    #récit #confinement #lockdown #livre

  • Working conditions in essential occupations and the role of migrants

    Following a national #lockdown in response to the Covid-19 pandemic, state governments in Germany published lists of “essential” occupations that were considered necessary to maintain basic services such as health care, social care, food production and transport. Against this background, this paper examines working conditions and identifies clusters of similar jobs in these essential occupations. Differences across clusters are highlighted using detailed data on job characteristics, including tasks, educational requirements and working conditions. Two clusters with favourable or average working conditions account for more than three-quarters of jobs in essential occupations. Another two clusters, comprising 20% of jobs in essential occupations, are associated with unfavourable working conditions such as low pay, job insecurity, poor prospects for advancement and low autonomy. These latter clusters exhibit high shares of migrants. Further evidence suggests that this pattern is linked to educational requirements and how recent migrants evaluate job characteristics. It is argued that poor working conditions could affect the resilience of basic services during crises, notably by causing high turnover. Policies towards essential occupations should therefore pay close attention to working conditions, the role of migrant labour and their long-term implications for resilience.

    https://cadmus.eui.eu//handle/1814/70541

    #migrations #travail #covid-19 #essentiel #crise_sanitaire #coronavirus #conditions_de_travail #rapport #Migration_Policy_Centre (#MPC) #confinement #Allemagne #statistiques #chiffres

    ping @isskein @karine4

  • via https://www.nachdenkseiten.de/?p=69245#h06 Talk im Hangar-7 – M...
    https://diasp.eu/p/12370002

    via https://www.nachdenkseiten.de/?p=69245#h06

    Talk im Hangar-7 – Merkel, Kurz und Mutationen: Politik am Volk vorbei? | Kurzfassung - 20 Min.

    Jeden Donnerstag ab 22:10 Uhr bei ServusTV Österreich und Donnerstagnacht bei ServusTV in Deutschland.

    https://www.youtube.com/watch?v=LuSk4PnemGg

    Seit Monaten beherrschen #Lockdowns unseren Alltag, doch noch immer sind keine Lockerungen in Sicht. Aus Angst vor neuen Virus-Mutationen und weiterhin hohen Infektionszahlen werden die Maßnahmen verschärft und verlängert: Geschäfte, Schulen und das gesamte öffentliche Leben bleiben eingefroren. Verfechter der #ZeroCovid-Initiative fordern jetzt sogar eine europaweit umfassende Arbeitspause. Dies lehnen die meisten Regierungschefs zwar ab, doch der Tenor ist klar: Lockerungen kommen erst ab einer (...)

  • Coronavirus COVID-19 is excuse to keep people on Greek islands locked up | MSF

    COVID-19-related lockdown measures have had an impact on the lives of everyone around the world and generated increasing levels of stress and anxiety for many of us. However, the restriction of movement imposed in places like Moria and Vathy, on the Greek islands, have proven to be toxic for the thousands of people contained there.

    When COVID-19 reached Greece, more than 30,000 asylum seekers and migrants were contained in the reception centres on the Greek islands in appalling conditions, without access to regular healthcare or basic services. Médecins Sans Frontières (MSF) runs mental health clinics on the islands.

    In March 2020, a restriction of movement imposed by the central government in response to COVID-19 has meant that these people, 55 per cent of whom are women and children, have essentially been forced to remain in these overcrowded and unhygienic centres with no possibility to escape the dangerous conditions which are part of their daily life.

    Despite the fact that there have been zero cases of COVID-19 in any of the reception centres on the Greek islands, and that life has returned to normal for local people and tourists alike, these discriminatory measures for asylum seekers and migrants continue to be extended every two weeks.

    Today, these men, women and children continue to be hemmed in, in dire conditions, resulting in a deterioration of their medical and mental health.

    “The tensions have increased dramatically and there is much more violence since the lockdown, and the worst part is that even children cannot escape from it anymore,” says Mohtar, the father of a patient from MSF’s mental health clinic for children. “The only thing I could do before to help my son was to take him away from Moria; for a walk or to swim in the sea, in a calm place. Now we are trapped.”

    MSF COVID-19 should not be used as a tool to detain migrants and refugees. We continue to call for the evacuation of people, especially those who belong to high-risk groups for COVID-19, from the reception centres to safe accommodation.

    Listen to Marco Sandrone, the MSF field coordinator on Lesbos, describe life for people trapped on the islands.

    MSF cannot stay silent about this blatant discrimination, as the restriction of movement imposed on asylum seekers dramatically reduces their already-limited access to basic services and medical care.

    In the current phase of the COVID-19 epidemic in Greece, this measure is absolutely unjustified from a public health point of view – it is discriminatory towards people that don’t represent a risk and contributes to their stigmatisation, while putting them further at risk.

    “The restrictions of movement for migrants and refugees in the camp have affected the mental health of my patients dramatically,” says Greg Kavarnos, a psychologist in the MSF Survivors of Torture clinic on Lesbos. “If you and I felt stressed and were easily irritated during the period of the lockdown in our homes, imagine how people who have endured very traumatic experiences feel now that they have to stay locked up in a camp like Moria.”

    “Moria is a place where they cannot find peace, they cannot find a private space and they have to stand in lines for food, for the toilet, for water, for everything,” says Kavarnos.

    COVID-19 should not be used as a tool to detain migrants and refugees. We continue to call for the evacuation of people, especially those who belong to high-risk groups for COVID-19, from the reception centres to safe accommodation. The conditions in these centres are not acceptable in normal times however, they have become even more perilous pits of violence, sickness, and misery when people are unable to move due to arbitrary restrictions.

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    Philippines
    Displaced communities in Marawi living with COVID-19 and ongoing uncertainty

    Project Update 17 July 2020
    Displaced in Marawi living with COVID-19 and ongoing uncertainty
    COVID-19 response in Marawi

    When the number of patients with confirmed COVID-19 began to rise in March 2020, the Philippines quickly put in place strict community quarantine measures. As of July 2020, there has been no local transmission in the southern city of Marawi, showing how these measures appear to have contributed to containing the new coronavirus.

    However, they have also affected the livelihoods of the city’s residents, particularly displaced people living in and around Marawi.

    Marawi is the only city in the Philippines with a Muslim majority in an otherwise overwhelmingly Catholic country.

    Video

    Rocel Ann Junio/MSF

    “From the outset of the public health emergency, residents in Marawi observed precautionary measures very strictly, with the hope that the community quarantine would be lifted by the time Ramadan approached,” says Chika Suefuji, Médecins Sans Frontières (MSF) project coordinator in Marawi. “However, the community quarantine continued, and people couldn’t go to their masjid or mosque, which is one of the most important practices during Ramadan.”

    “Some people were understandably upset to learn that they had to observe Ramadan differently this year; some questioned this decision, since only a few cases of COVID-19 infections had been reported in the area,” continues Suefuji. “We discussed this with the community and religious leaders, explaining how the virus spreads. They understood well and put out a statement asking people to follow the safety measures.”

    “This approach helped to disseminate accurate information and convinced a larger number of residents to follow the measures,” says Suefuji. “Overall, people have respected social orders to protect their families and communities, and it has helped contain the virus in the community.”
    COVID-19 brought a lack of access to clean water and healthcare

    While the COVID-19 pandemic has so far not hit the area severely, it has added extra burdens on to the people of Marawi. During the community quarantine, medical consultations at health facilities were suspended. The lack of access to clean water made following the recommendations to contain the spread of the virus particularly challenging.

    Patients suffering from non-communicable diseases, such as hypertension or diabetes, were especially vulnerable to the virus. MSF teams carried out home visits to ensure patients continued to receive their medication and to provide patients with a leaflet about the virus and on how to protect themselves and their families from it.
    Marawi under siege – and then in ruins

    The city of Marawi came under siege in May 2017 by a group related to Islamic State group, which tried to take control of the city, resulting in a conflict erupting between the army and the group. The siege lasted five months and forced around 370,000 people to flee their homes.

    More than three years later, parts of the city still lie in ruins. Around 70,000 people continue to live in harsh conditions in temporary shelters and another 50,000 are estimated to be living in other family members’ houses. They all have vivid memories of the siege. Thirty-four year old Ajibah Sumaleg recalls how her family had to flee their home with only a few days’ notice and returned to find it destroyed five months later.

    Around 200,000 people live in Marawi, which is located in the Bangsamoro Autonomous Region of Muslim Mindanao (BARMM), in the south of the Philippines. The region is currently in transition to increase its autonomy from the Philippines. It has long struggled with the weakest health and economic indicators in the country and, since the end of the siege in October 2017, there have been outbreaks of measles, dengue and polio.

    Before 2017, the political situation in the region was unstable, with regular conflicts between various armed groups. However, people there are hopeful that political changes will bring long-term stability and prosperity to the region.
    Displaced living in difficult conditions

    Initially, displaced people were provided with tents, until the evacuation centres and temporary shelters had been built. The last families moved from tents to the shelters only in January 2020.

    Sobaida Comadug, 60, recalls how her husband died of a heart attack when the city was besieged. According to her, the shelters are not much better than the tents.

    “We were told that these would be built to last for five years,” says Sobaida. “Do you think the government will build a longer-lasting shelter? No!”

    Video

    Rocel Ann Junio/MSF

    She has spent all her life in Marawi. She describes the daily challenges which displaced people face.

    Water is lacking, and the temporary shelters are far from the markets. Food is costly. All these factors push people to eat ready-to-eat meals, while doctors recommend healthy food to complement treatment for non-communicable diseases.

    “It is more difficult to cook healthy meals,” says Sobaida. “We are far from the fruit and vegetable vendors, and even if we could reach them, we don’t have clean water to wash them.”

    The limited access to clean water creates hardships.

    “The living conditions of the people are concerning. The water trucking saves lives, but is only a temporary measure as opposed to a long-term solution,” says Chika Suefuji. “I hope that the plight of internally displaced people in Marawi and Lanao del Sur becomes known and that leads to a better future for the people.”
    MSF improves difficult access to healthcare

    During the community quarantine in April and May, families faced tough decisions since most people were not able to work. People had to decide whether to use their money for the family’s food, or healthcare for a sick family member.

    Even before the community quarantine, healthcare was difficult to obtain following the siege. Only 15 of the 39 health facilities in Marawi and the surrounding areas were functioning; the others had been destroyed or were unable to reopen. MSF rehabilitated four health centres after the siege to support communities in Marawi, and began providing clean drinking water and mental health services.

    Non-communicable diseases were responsible for 41.5 per cent of deaths in the BARMM region in 2015. Hypertension and diabetes are among the 10 most prevalent diseases.

    We currently support three health centres in the area, provide mental healthcare, treat non-communicable diseases, such as hypertension and diabetes, and provide free medication.
    A long road back to normal
    34-year-old Ajibah Sumaleg, pregnant with her eighth child, has her high blood pressure checked during a check-up with an MSF doctor at our clinic in Marawi. The Philippines, January 2020.

    Veejay Villafranca

    “It is critical for the people of Marawi, especially patients suffering from non-communicable diseases, that the spread of COVID-19 remains in check,” says Janoa Manganar, MSF medical team leader.

    In the Philippines, surveillance and contact tracing activities for COVID-19 are also conducted at the community level. We have started to train teams in all 72 districts within Marawi city in how to conduct surveillance and contact tracing, and how to share information related to COVID-19 prevention, home quarantine and mental health together with the local health authority.

    People living in Marawi face an uncertain future. The rehabilitation of the area in central Marawi that was destroyed during the siege continues to be a challenge because of the presence of the remnants of war, such as unexploded ordnance, among several other reasons.
    Many still hope that political changes will bring positive change to their futures; however, the reality is that, almost after three years after the end of the siege, many people are still displaced from their homes, living in temporary shelters or in the homes of relatives, not knowing how long this will last.

    The siege and the pandemic added to the worries of people in Marawi, says Sarah Oranggaga. She was forced to move in with her siblings again after having to give up her small corner store in Marawi. She says, “I am okay for now, and we just accept how things are and slowly we’ll overcome this.”

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    Belgium
    Left behind in the time of COVID-19

    Report 17 July 2020
    Left behind coronavirus Belgium care homes report
    MSF Mobile Team in retiry home in Brussels

    In our report, Left behind in the time of COVID-19, MSF gives a detailed account of our intervention in nursing care homes in Belgium during the coronavirus COVID-19 pandemic, describing the situation a real humanitarian crisis. The report contains a list of concrete recommendation to avoid the repetition of this drama if a second wave of the new coronavirus hits the country.

    “If we want to be better prepared for a second wave, we need to learn lessons from the past months,” says Dr Bertrand Draguez, President of MSF Belgium and coordinator of the intervention.

    There was a real fear that hospitals would be overwhelmed, as had happened in Italy and Spain, and therefore Belgian authorities focused solely on preserving hospital capacity. As a result, nursing care homes were neglected. They suffered from a lack of protective equipment, material, staff and expertise to fight the pandemic. Consequently, care homes paid a high price: by the end of June, 6,200 care home residents had died of COVID-19, which is 64 per cent of all COVID-19 deaths in Belgium.

    “At the time we did our assessments in care homes, only 54% of them had sufficient personal protective equipment; 64% had a lack of FFP2-masks, and only 42% of the staff doing the laundry had access to proper protective equipment”, said Stéphanie Goublomme, who managed the care home project.

    More than half of the care homes said their staff didn’t have sufficient knowledge about the disease and the risk of infection.

    The possibility to refer patients from care homes to external medical services, most notably hospitals, decreased significantly. Before the crisis, 86% of care home residents who needed a hospital referral were admitted, but this dropped to 57% during the pandemic.

    “Almost a third - 30% - of the care homes we visited told us not even all their emergency calls got an adequate answer,” said Goublomme. “The number of visits by general practitioners to care homes decreased 50%. That’s worrying, because it had a clear impact of the quality of care for the residents.”

    Nursing care home staff were overwhelmed and had to work in extreme conditions, which led to an increase of mental health problems and the appearance of post-traumatic stress symptoms. This was observed in staff as well as residents.

    “There’s no time to lose. We need to tackle the specific problems of care homes in a fast, practical, and effective way, both for the staff and for the residents. This is the only way to avoid that our elderly will again have to pay the price for our indifference,” said Dr Bertrand Draguez.

    #migration #coronavirus #mental_health #Greece #islands #lockdown #MSF

    https://www.msf.org/covid-19-excuse-keep-people-greek-islands-locked

  • [Mix delivery ] #lockdown mix serie II
    http://www.radiopanik.org/emissions/mix-delivery/lockdown-mix-serie-ii

    Our round trip could simultaneously represent despair at a lack of unity and (in)coherence, while suggesting that (in)coherence might result from a process of rearrangement, wandering and nomadism, singularity & community, acceleration and slowness, isolation and existentialism, ipostasis and anemism to tend of illustrate the increasingly individualized & collective #nature of #experience.

    No Lokdown Mix - episode 2 - commissioned & supported by Transcultures in partnership with Radio Panik - in the framework of No Lockdown Art

    (NoLA) ’s initiated by Transcultures & European Pepinieres of Creation

    transcultures.be/ (...)

    #errance #être #sun #rien_commun #vitesse #feeeling #speed #communauté #nature,errance,être,sun,experience,lockdown,rien_commun,vitesse,feeeling,speed,communauté
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/mix-delivery/lockdown-mix-serie-ii_09305__1.mp3

  • [Fade to Pleasure ] #75.2 Feat #snooba
    http://www.radiopanik.org/emissions/ftp/-75-2-feat-snooba

    Resonant #beats, odd & nu sounds composed by various deeper electronic hallucinations tainted of unexpected warm synth, brainwashed groovy bass & a pinch of ethereal abstract frequencies

    Broadcasted & hosted by Snooba on Panik (Brussels-Be) Grenouille (Marseille) Canal B (Rennes-Fr) C’rock (Vienne-Fr) Diversité FM (Dijon-Fr) Louiz Radio (Belgique-Louvain la neuve) You FM (Mons-Be) Woot (Marseille) Campus FM (Toulouse-FR)

    PLAYEd

    Bonds Eswhere

    Natty Wylah x Mac Wetha - 4 Siblings

    #douglas_greed & Joy Wellboy Punches

    Abschaum Amour Liquide (Marabou Samba remix)

    Darragh Casey Lost Paradise (Exploited Ghetto)

    Lady Blacktronika Hot Sauce

    Channel Tres Topdown (Devon James & Warung Remix

    Amir Alexander Blessed Are The Meek (Extended #mix)

    #locked_groove Missing Link

    Hesychia369 (...)

    #hip_hop #dj #deep #club #ftp #letfield #lockdown #blacktronica #non_stop #hip_hop,mix,snooba,dj,deep,beats,club,ftp,letfield,lockdown,blacktronica,non_stop,douglas_greed,locked_groove
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/ftp/-75-2-feat-snooba_08976__1.mp3

  • [Saturday Night Panik] Saturday Night Confinement Present : Le Mix de #Maya_Cox and Sax On Tracks Mix : #Bahilo feat #Cato_in_Motion (Can)
    http://www.radiopanik.org/emissions/saturday-night-panik/saturday-night-confinement-with-maya-cox-dj-bahilo-feat-cato-in-motion

    Ce soir, une belle sélection musicale vous attend à partir de 23h30 sur Radio Panik ! Restez bien connecté, ne changez pas de Station car Maya Cox en 1ère partie vous a préparé une sélection tout frais pour vous faire vibré ! Seconde partie Bahilo & Cato que vous retrouverez à partir de 00h30 avec le Sax on Tracks pour vous accompagner jusque 01h30 !

    #SNPanik_Mix #Lockdown_Mix #SNPanik_Mix,Maya_Cox,Bahilo,Cato_in_Motion,Lockdown_Mix
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/saturday-night-panik/saturday-night-confinement-with-maya-cox-dj-bahilo-feat-cato-in-motion_0

  • Societal exit from lockdown/ Déconfinement sociétal /Maatschappelijke exit-strategie

    Apport d’expertises académiques / Inbreng van academische expertise / Contribution of academic expertise

    Preprint Version 1.1April 17, 2020

    https://07323a85-0336-4ddc-87e4-29e3b506f20c.filesusr.com/ugd/860626_731e3350ec1b4fcca4e9a3faedeca133.pdf

    cf. Coronavirus - Une centaine de chercheurs émettent dix recommandations pour le déconfinement
    https://www.lalibre.be/dernieres-depeches/belga/coronavirus-une-centaine-de-chercheurs-emettent-dix-recommandations-pour-le-

    #covid-19 #lockdown #belgique

  • [Saturday Night Panik] #SNPanik Mix By - #Dj_Iza & #Dj_WLDBTCH
    http://www.radiopanik.org/emissions/saturday-night-panik/snpanik-mix-by-dj-iza-dj-wldbtch

    Vous avez passé un bon samedi ? ça tombe bien nous aussi ! Si vous n’avez pas envie de dormir ce soir, retrouvez nous, juste après Alex et sa Team Fiesta Panik à partir de 23h30 pour le Lockdwon Mix en 1ère partie Dj Iza et ensuite nous descendrons un petit plus la température avec Dj WLDBTCH Restez connecté sur le 105.4 FM !!

    #LockdownMix #SNPanik,Dj_WLDBTCH,Dj_Iza,LockdownMix
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/saturday-night-panik/snpanik-mix-by-dj-iza-dj-wldbtch_08678__1.mp3

  • [L’étranger] Show #400: Ave Disuniters Theism
    http://www.radiopanik.org/emissions/l-etranger/show-400-ave-disuniters-theism

    “Avis: This is about promiscuity and #isolation.The street giving way to the Internet. The end of body contact among the generations. The death of the city as we know it. It is the triumph of the archetypal Protestant—at home and alone with his God.” - Bruce Benderson, Sex & Isolation (University of Wisconsin Press, 2007)

    #virus #lockdown #virus,lockdown,isolation
    http://www.radiopanik.org/media/sounds/l-etranger/show-400-ave-disuniters-theism_08607__1.mp3

  • Lockdown has not changed lifestyle in Derik, northeastern Syria- North Press Agency
    "The lockdown decision did not change aspects of the ordinary life of the population much, which some see as a risk to the health of their children. Youth meetings are held every evening, and visits among families continue, not to mention children gathering and playing.
    #Covid-19#Syrie#Kurdes#Derik#lockdown#life#migrant

    https://npasyria.com/en/blog.php?id_blog=2156&sub_blog=12&name_blog=Lockdown+has+not+changed+lifes

  • Erdogan threatens new restrictions if Turks flout ’voluntary quarantine’-Al monitor

    Turkey will tighten restrictions on daily life if the country’s coronavirus outbreak worsens because citizens didn’t follow the “voluntary quarantine,” Turkish President Recep Tayyip Erdogan
    #Covid-19#Turquie#Erdogan#Civilsociety#lockdown#migration

    https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/04/turkey-erdogan-new-restrictions-coronavirus-quarantine.html

  • Syrian Kurds hunker down amid fears of COVID-19-Al Monitor

    “I am from Deir ez-Zor, and I have seven sons there. If I don’t show up to work today, I will not be able to secure their food. The lockdown decision is good but incomplete. We need an alternative to be able to secure our daily needs.”

    #Covid-19#Syrie#Conseildémocratiquesyrien#lockdown#commerce#migration

    https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/03/syria-kurds-curfew-coronavirus-outbreak.html