• MAIS QUI SONT CES GUEUX EN JAUNE ?
    https://la-bas.org/5330

    À la cour du président des riches, on s’interroge. Qui sont ces gueux sous nos fenêtres ? Pourquoi ces brailleries et ce grabuge alors que nous faisons tout pour leur bien ? Du côté des experts médiatiques et des voyantes ultra-lucides, on se demande quelles sont ces gens-là , des beaufs racistes et violents ou juste des ploucs avec leurs bagnoles qui puent ? Des fachos ou des fachés ? Faut-il les lécher ou les lyncher ?Continuer la lecture…

    #Radio #Economie #Environnement #Luttes #France
    https://la-bas.org/audio.api/free/aW5sYnM6Ly9mb2xkZXItNDI0MTkvbXAzLTQ3Ni80NDU3NS1naWxldHNfamF1bmVzX2V4dHJhaXQubXAz/44575-gilets_jaunes_extrait.mp3


  • Les Brigades rouges (BR) italiennes restent l’organisation de lutte armée la plus importante des années 1970. Les BR restent surtout connues pour l’enlèvement d’Aldo Moro, un politicien démocrate-chrétien. Mais les BR s’inscrivent avant tout dans le contexte de l’autonomie italienne. Elles proviennent de la contestation des usines et des quartiers populaires. Elles peuvent s’appuyer sur un important soutien populaire, contrairement à des groupuscules peu implantés dans les luttes sociales.

    http://www.zones-subversives.com/-

    http://www.editionsamsterdam.fr/brigades-rouges
    http://editionslibertalia.com/blog/Brigate-Rosse-une-histoire


    https://seenthis.net/messages/638087
    #brigades_rouges #lutte_armée #autonomie_ouvrière #Mario_Moretti


  • Un k-way noir chez les gilets jaune, l’histoire d’un vilain petit canard.
    https://nantes.indymedia.org/articles/43618

    Ce 17 novembre aura lieu une manifestation de grande ampleur contre l’augmentation des taxes sur le carburant. Certains parlent déjà du prochain mai 68 voire juillet 1789, je n’ai pas trouvé de référence à la commune de #paris mais tout de même, je ne raterais pas un tel évènement et voici pourquoi... Ce 17 novembre aura lieu une manifestation nationale contre l’augmentation des taxes sur l’essence. La première fois que j’ai entendu parler de ce rassemblement, ma première réaction a été similaire à celle de notre camarade qui ne s’y rendra pas mais par la suite, certaines lectures m’ont fait changé d’avis. Ce matin, la lecture de cet article m’a donné envie de vous partager ma (...)

    #Archives #Economie #Resistances #luttes #salariales #transports #gratuits #Archives,Economie,Resistances,luttes,salariales,transports,gratuits


  • Gilets jaunes et écolos, pas le même maillot, mais la même récupération
    https://nantes.indymedia.org/articles/43619

    Les Lyonnais.es étaient 15 000 à manifester pour le climat le 8 septembre, et ce samedi 17 novembre, peut être que 15 000 autres Lyonnais.es manifesteront pour défendre leur pouvoir d’achat. Et pendant que les premiers traitent les seconds de beauf, et les seconds traitent les premiers de bobo, Macron se frottera les mains. Car il ne faut pas se voiler la face, en 2022, face à des Français.es à bout qui se tournent vers les « extrêmes », Macron se fera réélire sur un programme de « défense de la démocratie ». Et au final, le climat sera toujours dans la merde et la paupérisation générale toujours en (...)

    #Economie #luttes #salariales #lyon #Economie,luttes,salariales


  • #Nantes : choses vues le 17 novembre
    https://nantes.indymedia.org/articles/43620

    Le désormais fameux « mouvement des gilets jaunes », contre les taxes et bien d’autres choses, commençait ce samedi. Extrêmement médiatisé, souvent confus, organisé sur internet et dispersé dans l’espace, ce mouvement non identifiable a réussi son pari : paralyser les flux. Notamment le périphérique nantais et de nombreuses routes dans le département. Nos reporters étaient sur les blocages. Choses vues le 17 novembre à Nantes.

    #Resistances #luttes #salariales #/ #précarité #actions #directes #exclusion #chômage #Resistances,luttes,salariales,/,précarité,actions,directes,exclusion,chômage


  • Tagesspiegel Leute Newsletter | Lichtenberg 12. November 2018
    https://leute.tagesspiegel.de/lichtenberg/macher/2018/11/12/63450/google-wird-nirgendwo-in-berlin-einen-google-campus-etablieren

    Veröffentlicht am 12.11.2018 von Robert Klages

    Die CDU warb zuletzt heftig darum, den Google-Campus, der in Kreuzberg nicht zustande gekommen war, nach Lichtenberg zu holen. Standortvorschlag: Das ehemalige Stasigelände an der Frankfurter Allee. Große Teile des Geländes liegen seit etlichen Jahren brach oder sind unzureichend genutzt. Google und die Stasi? „Die Idee eines Google Campus auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale ist schon…makaber. Und es wird diesem historischen Ort überhaupt nicht gerecht“, sagte mir Philipp Ahrens, Kreisvorsitzender der Grünen.

    Der Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar e.V. sieht das anders und fordert das Bezirksamt auf, auf Google zuzugehen und für eine Ansiedlung auf dem Stasi-Gelände zu werben. „Google steht für eine radikale Demokratisierung der Informationen, ist damit das Gegenteil des Informationsmonopols, über das SED und Stasi seinerzeit wachten“, sagt der Historiker Christian Booß, Vorstand des Vereins. „Andererseits steht Google auch für die Gefahren, die die Macht internationaler Internetkonzerne mit sich bringt. Gerade das ehemalige Stasi-Gelände ist ein Ort, wo man sich auch das Problem des Informationsmissbrauchs gut bewusst machen kann. Insofern wäre Google in Lichtenberg einem interessanten Spannungsfeld ausgesetzt.“ Der dort geplante „Campus für Demokratie“ zeige bisher keine ausreichende Zündkraft und komme nur schleppend voran. Google könnte den Standort beleben und das ehemalige Sperrgebiet in die moderne Gesellschaft zurückholen.

    Allerdings hat Google erstmal die Schnauze voll von Berlin. Von dem Google-Campus hat das Unternehmen Abstand genommen. Zwar telefonierte Bezirksbürger*innenmeister Michael Grunst (Linke) mit Google über eine Zusammenarbeit in Lichtenberg. Allerdings möchte Google nur kleinere Projekte machen („Unterstützung der Start-Up-Szene“) – hierzu wird Grunst erneut mit Google telefonieren. Auf unsere Anfrage geantwortet hat das Unternehmen noch nicht. „Google wird nirgendwo in Berlin einen Google Campus etablieren. So die bisherige telefonische Auskunft“, sagte Grunst. Und generell meint er, dass sich kaum ein Unternehmen ansiedeln wird oder Projekte durchführt, nur weil jemand medial rumposaunt. „Ansieldungen von Wirtschaftunternehmen sind vor allem unternehmerische Entscheidungen, welche gut vorbereitet und professionell begleitet sein müssen.“ Eine Pressemitteilung oder eine Mail reichten da in der Regel nicht aus und seien sogar eher kontraproduktiv. Meinungen können sich ändern, aber wie schon Harley Davidson, von Baustadträtin Birgit Monteiro (SPD) zuletzt heftig umworben, möchte auch Google nicht nach Lichtenberg. Der Standort Stasizentrale ist raus. Und ganz Berlin offenbar erstmal auch.

    #Berlin #Google #gentrification #luttes


  • Absage an die Hauptstadt: Definitiv kein Google Campus in Berlin
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/absage-an-die-hauptstadt-definitiv-kein-google-campus-in-berlin/23624804.html

    12.11.2018 - Ein Campus des Weltkonzerns in Berlin? Zuletzt hoffte man das in Lichtenberg – vergebens.

    Felix Hackenbruch Robert Klages

    In Lichtenberg hatten sie bis zuletzt auf Google gehofft. „Wir fordern den Berliner Senat und das Bezirksamt Lichtenberg auf, auf Google zuzugehen und die Idee, den Google-Startup-Campus auf dem ehemaligen Stasigelände anzusiedeln, auszuloten“, hatte am Sonntagabend der Aufarbeitungsverein Bürgerkomitee 15. Januar in einer Pressemitteilung gefordert.

    Die weltweit größte Suchmaschine auf dem Gelände der früheren Überwachungszentrale der DDR – für den Verein eine reizvolle Vorstellung. „Wo, wenn nicht hier, wird Google genau unter die Lupe genommen“, sagte Christian Booß, Historiker und Vorstandsmitglied des Vereins noch am Montagmorgen. Doch am Abend die Enttäuschung: Google wird den ursprünglich in Kreuzberg geplanten Campus definitiv nicht in Berlin ansiedeln.
    „Google wird nirgendwo in Berlin einen Google-Campus etablieren“

    Zuerst hatte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) die Nachricht erhalten. „Google wird nirgendwo in Berlin einen Google-Campus etablieren“, sagte er dem Tagesspiegel nach einem Telefonat mit dem Konzern. Kleinere Kooperationen mit Google seien aber vorstellbar, dafür habe der Bezirksbürgermeister weitere Gespräche vereinbart. Auch die zuständige Senatorin Ramona Pop (Grüne) bestätigte das Aus im Wirtschaftsausschuss am Montag. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkhard Dregger zeigte sich verärgert: „Das ist rot-rot-grünes, unternehmensfeindliches und die Zukunftsaussichten zerstörendes Totalversagen“.
    Video

    Google Campus in Silicon Valley (USA)
    28.06.2018, 14:03 Uhr06:12 Min.Google-Campus: In Kreuzberg wächst der Protest

    Der Lichtenberger CDU-Abgeordnete Danny Freymark, der die Idee eines Google-Campus auf dem Stasi-Areal mit eingebracht hatte, will trotzdem weiter für eine Ansiedlung von Google werben. „Ich erwarte, dass die Wirtschaftssenatorin proaktiv bei Google für den Standort wirbt“, sagte er. Gleichzeitig hofft er auf eine Realisierung der Idee eines Campus der Demokratie. Demnach könnten dort Studentenwohnheime, Cafés, Bibliotheken und Büros entstehen. „Ideen sind willkommen“, sagte Freymark. Seinen Angaben zufolge wurden große Teile des Grundstücks im Jahr 2004 für einen Euro von der Deutsche Bahn an einen privaten Investor verkauft. Dieser wiederum sei offen für einen Verkauf, so Freymark. Andere Teile gehören Bund und Land.
    Diskussion um Google auf Stasi-Areal

    Wegen der schwierigen Eigentumsverhältnisse liegt das Gelände an der Frankfurter Allee seit Jahren brach. Nur ein kleiner Teil wurde zu einem Museum umgewandelt, große Teile des Bürotrakts sind weiter ungenutzt. Der Historiker Booß hätte sich daher über eine Google-Ansiedlung gefreut – im Einklang mit der Geschichte: „Google steht für eine radikale Demokratisierung der Informationen, ist damit das Gegenteil des Informationsmonopols, über das SED und Stasi seinerzeit wachten.“ Solange der Charakter eines Erinnerungsortes gewährleistet werde, sei Google willkommen. Anders dagegen in Kreuzberg, wo Bürger eine geplante Ansiedlung im Umspannwerk mit Protesten und einer Besetzung verhindert hatten.

    Auf dem Gelände des Ministeriums für Staatssicherheit war es am 15. Januar 1990 zu Bürgerprotesten gekommen. Tausende DDR-Bürger waren damals einem Aufruf der Bewegung „Neues Forum“ gefolgt und vor der Stasi-Zentrale aufmarschiert, bis sich das Tor öffnete und die Demonstranten in den Hof strömten. Scheiben wurden eingeschlagen, Läden mit West-Waren geplündert. Die Wut auf die Behörde, die ihre Bürger lange ausgespäht hatte, entlud sich. Zumindest dieses Schicksal bleibt Google in Berlin erspart.

    #Berlin #Google #gentrification #luttes


  • Google Campus: Immer Ärger mit den Nachbarn | ZEIT ONLINE
    https://www.zeit.de/digital/2018-11/google-campus-umspannwerk-standort-kreuzberg-umzug-berlin

    Google wollte in Berlin ein altes Umspannwerk zum Start-up-Campus umbauen. Aktivisten hatten was dagegen. Jetzt ziehen dort Sozialprojekte ein. Und wer hat nun gewonnen?
    Eine Reportage von Henrik Oerding - 11. November 2018

    Für ein Zentrum der Innovation ist es hier ziemlich verstaubt. Bauarbeiter hämmern und bohren, Kabel ragen aus unverputzten Wänden, Glaswolle steht in dicken Rollen herum. Jörg Richert – groß, sportlich, lange Schritte – schlängelt sich zwischen Baumaterial hindurch. Mit Teilen seiner Organisation Karuna Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not e. V. wird Richert im kommenden Jahr hier einziehen, ins alte Umspannwerk in Berlin-Kreuzberg. Karuna wird Untermieter. So weit, so unspektakulär.

    Doch weil der Hauptmieter aus dem Silicon Valley stammt und das hier eben Kreuzberg ist, wo einst alternative Lebensmodelle erprobt wurden und ein bisschen auch die Weltrevolution im Kleinen, geht es bei der Sanierung des Umspannwerks um mehr als bloß die Frage, was aus einer ehemaligen Industrieanlage wird. Im Silicon Valley wird ja unentwegt die Zukunft erdacht. In Kreuzberg können manche ganz gut auf die des Valleys verzichten, hat sich in den vergangenen zwei Jahren gezeigt.

    Die 1990 gegründete Sozialgenossenschaft Karuna kümmert sich mit ihren diversen Einrichtungen in ganz Berlin um Kinder und Jugendliche, die von Armut oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Im Umspannwerk am Paul-Lincke-Ufer soll künftig unter anderem die Redaktion der Straßenzeitung Karuna Kompass arbeiten. ‚Als wir vor ein paar Monaten gerade die Zeitung herausgebracht haben, habe ich gedacht: Wir brauchen mehr Platz‘, sagt Jörg Richert, der Mitgründer und Geschäftsführer von Karuna ist. ‚Und dann habe ich einfach mal bei Google angerufen.‘

    Nicht die gewöhnlichste Idee für eine Berliner Sozialeinrichtung in freier Trägerschaft. Doch weil Karuna zuvor den Google-Förderwettbewerb ‚Impact Challenge‘ zweimal gewonnen hatte, hatte Richert einen guten Kontakt zu dem Unternehmen aus Mountain View in Kalifornien. Der Anruf hat sich gelohnt: Google sagte zu, Karuna könne ins Umspannwerk einziehen.
    ‚Heimat für wachsende Start-ups‘

    Als Gebäude war das eigentlich schon immer zu schön für seinen ursprünglichen Zweck: ein riesiger expressionistischer Backsteinbau, errichtet in den Zwanzigerjahren, eine ‚Kathedrale der Elektrizität‘, wie man damals sagte. Architektonisch so interessant, als sei der viel spätere Einzug hipper Kreativunternehmen schon vor 100 Jahren geplant worden. Inzwischen gehört der Bau dem britischen Immobilienfond Avignon Capital, der von sich sagt, er habe sich ‚der Wertsteigerung mit kundenorientierten, innovativen und umfassenden Lösungen‘ verschrieben. Passend dazu gehören Red Bull, eine Eventlocation und ein schickes Restaurant bereits zu den Mietern. 3.000 Quadratmeter aber sind noch frei.

    Die sollten Start-ups beziehen. Ein Google Campus sollte in Kreuzberg entstehen, der siebte auf der Welt nach den bereits bestehenden in London, Madrid, São Paulo, Seoul, Tel Aviv und Warschau. ‚Mit dem Google Campus wollen wir unternehmerische Initiative und Gründergeist fördern‘, sagt Ralf Bremer, Pressesprecher von Google Deutschland. ‚Die Gründerszene vor Ort kann sich dort treffen und organisieren.‘

    Eine ‚Heimat für wachsende Start-ups‘ sollte der Berliner Campus werden, Google wollte diese in einem Mentorenprogramm begleiten. Das waren die Pläne, die das Unternehmen Ende 2016 für Kreuzberg öffentlich machte. Höchstens zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Google sollten mit einziehen. Es sollte Coworkingbereiche geben, außerdem ein Café. ‚Starke Gemeinschaft, starker Kaffee‘, schreibt Google auf seiner Homepage.

    Jörg Richert von Karuna. Für sein Engagement für Kinder und Jugendliche hat er bereits das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. © Jakob Weber für ZEIT ONLINE

    Unter der Glasdecke des geplanten Cafés steht nun Jörg Richert, schaut nach oben und sagt: ‚Jetzt werden wir hier Workshops abhalten.‘

    Denn es wird kein Google-Café geben und keinen Google Campus, das alte Umspannwerk wird auch keine ‚Heimat für wachsende Start-ups‘ werden. Stattdessen ziehen gemeinnützige Organisationen und Projekte ein. Richert sagt: ‚Vor ein paar Monaten fragte uns Google: ’Könnt ihr euch auch vorstellen, das ganze Haus zu übernehmen? Könnt ihr das leisten?’ Wir haben ja gesagt.‘

    Ende Oktober verkündete Google schließlich die Entscheidung: Karuna übernimmt gemeinsam mit der Betreiberfirma der Spendenplattform Betterplace das Haus, in dem künftig innovative Ideen für die Gesellschaft entstehen sollen. 14 Millionen Euro gibt Google nach eigenen Angaben für den Umbau, die Ausstattung und für Miete und Nebenkosten in den nächsten fünf Jahren aus. Und so wurde Richert plötzlich zum Mitbetreiber der noch freien 3.000 Quadratmeter des Umspannwerks, einem Viertel der Fläche des gesamten Gebäudes.

    Die lokale Stadtpolitik reagierte auf den Beschluss ungefähr so, wie es zu erwarten gewesen ist. Die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop von den Grünen ließ mitteilen, das seien interessante Pläne: ‚An der Schnittstelle zwischen sozial-ökologischem Wirtschaften und innovativen Tech-Lösungen steckt viel Potenzial für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen.‘ Sebastian Czaja, FDP-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus und einer der lautesten Oppositionspolitiker, hingegen sagte: ‚Kiez- und Milieuschutz-Fanatiker‘ dürften sich nun weiter ermutigt fühlen, ‚jegliche Veränderung radikal zu torpedieren‘.

    Doch wer oder was hat Google zum Umdenken gebracht? Der 100-Milliarden-Dollar-Umsatz-Tech-Konzern aus Amerika ist vor ein paar Kreuzberger Nachbarschaftsaktivisten in die Knie gegangen: Das ist zumindest eine Art, wie man die Sache betrachten könnte.
    Das böse Wort von der Gentrifizierung

    Schon immer zu schön für seinen ursprünglichen Zweck: das ehemalige Umspannwerk am Paul-Lincke-Ufer des Landwehrkanals © Jakob Weber für ZEIT ONLINE

    Denn nachdem Google vor knapp zwei Jahren angekündigt hatte, nach Kreuzberg zu kommen, haben sich dort rasch Menschen zusammengeschlossen – gegen die Campus-Pläne. Es gab Demonstrationen, Transparente, ein Anti-Google-Café. Vor ein paar Wochen, im September, besetzten Aktivistinnen kurzfristig die Baustelle des Umspannwerks.

    Berlin ist heute die deutsche Hauptstadt für vieles: die der Start-ups ebenso wie der Mietsteigerungen zum Beispiel. Kreuzberg wird besonders rasant teurer, gerade der angesagte Kreuzberger Osten. Das böse Wort von der Gentrifizierung hängt in der Luft.

    Kreuzberg ist eben nicht nur ein Stadtteil. Die Idee vom Kiez, den man selbst gestaltet und nun zu verteidigen hat, gegen Eindringlinge von außen, hat hier noch große Bedeutung. Hier, wo mit dem SO36 eine Keimzelle des deutschen Punk liegt; wo die Hausbesetzerszene noch existiert; wo alte Westberliner Strukturen seit Jahrzehnten bestehen; wo man zumindest früher an jedem 1. Mai auf die Straße ging. Immer noch und immer wieder gibt es Protest, nicht nur am Umspannwerk: etwa vergangenes Jahr, als Leute die Scheiben des noch recht neuen Luxushotels Orania zerstörten.

    ‚Von Google ist einfach niemand hier mal spazieren gegangen vorher‘, sagt Jörg Richert, der aus Berlin stammt und schon seit Jahrzehnten in sozialen Projekten arbeitet. ‚Die haben unterschätzt, was für ein Druck auf dem Kiez liegt durch Verdrängung.‘
    „Fuck off Google“

    Macht man tatsächlich einen Spaziergang vom Umspannwerk aus, kommt man an einem Laden vorbei, der noch Vinyl-LPs verkauft, ‚heiße Scheiben‘. Ein kleiner Handyladen folgt auf ein durchdesigntes vietnamesisches Restaurant, Altes und Neues existieren nebeneinander. Doch an einem Laternenmast steht ‚Fuck off Google‘ und auf einem Plakat in einer Kneipe ‚Google Campus verhindern‘.

    Die Bäckerei Filou ist nicht weit entfernt vom Umspannwerk. Sie ist keine dieser hippen Berliner Kaffeeröstereien, in denen Leute third wave coffee schlürfen und ihre Start-up-Ideen diskutieren oder bloß ihre neuesten Selbstverwirklichungspläne. Die Bäckerei Filou ist dafür einfach zu ironiefrei im Neunzigerjahrestil holzvertäfelt. An einem etwas wackeligen Tisch sitzt Stefan Klein. Er ist Mitte 50, in Berlin geboren und aufgewachsen. Klein ist Jurist, aber einer von der Sorte, die Jeans und Hoodie trägt. Er lächelt zufrieden.

    Klein gehört zur Nachbarschaftsinitiative GloReiche Nachbarschaft, die ursprünglich gegründet wurde, um die Bäckerei Filou zu retten. Nicht weil es hier etwa die besten Schrippen der Stadt gibt, ‚der Laden gehört einfach zum Kiez, und wir setzen uns gegen Verdrängung ein‘, sagt Klein. Auch gegen den Google-Campus hat sich die Initiative eingesetzt, gemeinsam mit zwei weiteren Gruppen als Bündnis No Google Campus.

    Dass Google nun doch nicht selbst nach Kreuzberg kommt, sieht Klein als Erfolg der Aktivistinnen. ‚Unsere Strategie ist voll aufgegangen. Wir wollten Google das Gefühl geben, dass es immer schlimmer wird.‘ Die Hausbesetzung war zwar von einer anderen Gruppe geplant, ‚aber so eine symbolische Besetzung finden wir nicht schlecht‘, sagt Klein. Google als Nachbar? ‚Die Auswirkungen auf den Kiez wären massiv gewesen: Start-ups hätten die Nähe zu Google gesucht und zum Beispiel den Blumenladen von nebenan verdrängt.‘ In der Folge wären auch die Mieten noch weiter gestiegen, weil dann gut verdienende Jungunternehmer Kreuzberg bevölkert hätten, argumentieren die Aktivisten.
    Was ist nur aus der schönen neuen Welt geworden

    Nun gibt es aber bereits Jungunternehmerinnen, hippe Cafés und teure Wohnungen in Kreuzberg. Ob Google mit zehn Mitarbeitern und einigen Start-ups, die nur mäßige Löhne zahlen, das noch deutlich verschlimmert hätten, ist zumindest fraglich.

    Die realen Auswirkungen sind aber fast egal, denn Google ist mittlerweile vor allem ein Symbol. Eines für die unheimliche Macht, die US-Tech-Konzerne über uns haben, weil wir ihnen unsere Daten schenken. Einst haben Google, Facebook, Twitter und all die anderen Unternehmen aus dem Silicon Valley uns eine schöne neue Welt versprochen. Heute müssen sich ihre Firmenvertreter bei Anhörungen vor dem US-Kongress fragen lassen, wie das alles nur so schiefgehen konnte. All die Datenskandale, all die finsteren Dinge, die auf Social-Media-Plattformen und überhaupt im Internet geschehen.
    Mit Google spricht man nicht

    Wo kein Tageslicht vorhanden ist im alten Umspannwerk, können keine regulären Arbeitsplätze eingerichtet werden. Sondern nur Coworking-Spaces © Jakob Weber für ZEIT ONLINE

    ‚Wir haben gleich gemerkt, dass wir mit unserem Protest einen Nerv treffen‘, sagt Stefan Klein. ‚Wir haben Broschüren mit Argumenten gegen Google gemacht – die sind uns buchstäblich aus den Händen gerissen worden.‘

    Die Antipathie, die Google entgegenschlägt, ist auch Prinzip. Google lud die Aktivistinnen zum Gespräch ein, doch die wollten nicht reden. ‚Googles Haltung war ja, dass wir Missverständnissen aufsitzen, die sie nur ausräumen müssten‘, sagt Klein. ‚Wir hatten uns aber sehr wohl informiert und hatten ja die besseren Argumente auf unserer Seite. Deswegen brauchten und wollten wir kein Gespräch.‘
    Google weiß, was Kreuzberg fehlt

    Auf der Baustelle sitzt Jörg Richert inzwischen in einem Container, es ist kalt geworden, ein elektrischer Heizofen kämpft gegen die Herbsttemperaturen an. ‚Die Aktivisten sind mir schon sympathisch, ich finde Protest gut‘, sagt Richert. ‚Aber ich finde nicht gut, dass man nicht mit an den Tisch kommt, wenn man zum Gespräch gebeten wird.‘ Karuna und Betterplace hätten es gesucht. ‚Und darum haben wir jetzt ein Gebäude, in dem wir arbeiten und wirklich etwas erreichen können.‘

    Glaubt man Googles eigenen Aussagen, war die Stimmung in der Nachbarschaft gegen den Campus auch gar nicht ausschlaggebend für die Änderung der Pläne fürs Umspannwerk. Und laut Richert und Google-Sprecher Bremer war im September, als die Baustelle besetzt wurde, die Entscheidung längst gefallen, das Haus statt als Campus für soziale Zwecke zu nutzen.

    Ralf Bremer sagt: ‚Von so einem Protest können wir uns nicht diktieren lassen, was wir machen.‘ Der Konzern habe aber erkannt, was in Kreuzberg wirklich fehle, und das seien eben Räume für gemeinnützige Organisationen und Projekte. Deswegen wird es einen großen Veranstaltungsraum im Umspannwerk geben. In die hohe Decke wird gerade noch eine Zwischenetage eingezogen, wo dann Karuna und Betterplace arbeiten werden. Zusammen sind das nur 500 Quadratmeter Fläche. Die übrigen 2.500 Quadratmeter liegen im Untergeschoss – weil es kein Tageslicht gibt, dürfen hier keine regulären Arbeitsplätze hin. Sondern eben Coworking-Spaces oder ein Lernparcours zu digitaler Bildung, den Karuna für Schülerinnen und Schüler einrichten will. Auch MOMO, eine Jugendorganisation für Straßenkinder, wird hier arbeiten können.

    Und so wäre dann eben eine andere Lesart der Geschehnisse um den Google Campus, dass der Tech-Konzern sich selbst eines Besseren belehrt und seine Pläne geändert hat. Oder mit anderen Worten: Google glaubt, am Ende besser zu wissen, was Kreuzberg wirklich braucht – als ein paar Kreuzberger Aktivisten.
    Darf nur der Gute Gutes tun?

    Doch bis zu welchem Punkt kann man aus Prinzip überhaupt gegen Google sein? Geht das auch dann noch, wenn der Konzern mit seinem Geld objektiv etwas Gutes tut? Das ist die alte Frage, von wem man Geld annehmen darf und ob nur Gute auch Gutes tun dürfen. ‚Don’t be evil‘, sei nicht böse, war früher Googles Leitspruch. Bis er irgendwann gestrichen wurde. Wie böse Googles Geschäftsmodell ist, die Daten der Nutzerinnen und Nutzer zu monetarisieren, lässt sich diskutieren. Dass der Konzern außerdem recht geübt ist im Steuervermeiden und seine Quasimonopolstellung als Suchmaschinenanbieter und Smartphonebetriebssystemhersteller nicht notwendigerweise zur Verbesserung der Welt beiträgt: Darüber braucht man nicht so sehr diskutieren.

    ‚Man kann viel berechtigte Kritik haben gegen Google‘, sagt Jörg Richert, während er auf die Bauzeichnungen blickt. ‚Aber: Kann man durch Kooperation nicht viel besser dafür sorgen, dass Unternehmen mehr Verantwortung übernehmen?‘

    Stefan Klein bleibt skeptisch. ‚Auch wenn wir Googles Entscheidung grundsätzlich begrüßen: Wir bleiben misstrauisch.‘ Wenn man Jörg Richert das erzählt, schmunzelt der. ‚Die Aktivistinnen und Aktivisten sind alle herzlich bei uns eingeladen‘, sagt Richert. ‚Dann trinken wir einen Kaffee und vielleicht finden wir zusammen Lösungen gegen die Wohnungsverteuerung.‘

    Paul Lincke, nach dem das Ufer benannt ist, an dem das alte Umspannwerk liegt, war Komponist und lebte zu der Zeit in Berlin, als das Gebäude errichtet wurde. Lincke hat im Jahr 1904 bereits der Stadt ihre Hymne geschenkt, den Operettengassenhauer Berliner Luft. Und in dessen Text von Heinrich Bolten-Baeckers steckt vielleicht die beste Erklärung für das, was nun mit dem Umspannwerk passiert ist:

    Wenn sonst man: ‚Mir kann keener‘ sagt,
    so sagt in jedem Falle,
    wenn’s dem Berliner nicht behagt,
    er sanft: ‚Mir könn’se alle!‘

    #Berlin #Google #gentrification #luttes


  • Der Irrtum des Kreuzbergertums
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/google-campus-der-irrtum-des-kreuzbergertums/23354200.html
    Ce commentaire défend la nécessité de l’implantation des grandes entreprises pour le développement économique de Berlin. « L’argent pour l’état social vient des impôts que paient les entreprises profitables. »

    Ursula Weidenfeld - 4.11.2018

    Erst verdienen, dann verteilen: Was alle, die sich jetzt freuen, dass Google sein Berliner Campus-Projekt aufgegeben hat, nicht begriffen haben. Ein Zwischenruf.

    In der vergangenen Woche hat Google sein Campus-Projekt in Berlin begraben und die eigentlich dafür vorgesehene Immobilie als „Haus des sozialen Engagements“ an die Spendenorganisation Betterplace weitergereicht. Diese Entscheidung wurde in Berlin als Beweis dafür gefeiert, dass der Kapitalismus in dieser Stadt nicht alles kann. Doch die gute Laune in Kreuzberg-Friedrichshain offenbart auch etwas anderes.

    Sie zeigt, wie dynamisch sich die Bürger der Hauptstadt von den Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft distanzieren – zum Beispiel von dem Wissen, dass der Wohlstand erst einmal erworben werden muss, bevor man ihn sozialen Zwecken widmen kann.

    Wer die Welt in Böse (Geldverdienen) und Gut (es für soziale Zwecke ausgeben) teilt, lehnt eine in der Vergangenheit sehr erfolgreiche Arbeitsteilung ab. Er nimmt in Kauf, dass am Ende weder Geld verdient wird, noch welches für soziale Zwecke da ist.

    Es gibt Gründe, Google zu kritisieren. Das berechtigte Misstrauen beginnt beim Verhalten des Konzerns gegenüber Wettbewerbern. Es steigert sich bei der Frage, wo und wieviel Steuern das Unternehmen zu zahlen bereit ist. Und es endet schließlich bei der Sorge um die persönlichen Daten.
    Da sitzen sie in ihrer Oase des vermeintlich Anständigen

    Doch hier geht es um etwas anderes. Wie schon bei dem gescheiterten Bauvorhaben auf dem Tempelhofer Feld mobilisiert das Kreuzbergertum seine Kräfte, um Eindringlinge aus der kapitalistischen Welt abzuwehren. Dabei übersieht es großzügig, dass von den Einkommen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter nicht nur die Geschäftsleute der Markthalle 9 profitieren. Davon leben auch Baustadträte, Lehrer und Sozialarbeiter.
    Video

    Google Campus in Silicon Valley (USA)
    28.06.2018, 14:03 Uhr06:12 Min.Google-Campus: In Kreuzberg wächst der Protest

    Die Nachricht, dass der Google Campus nun zur Hauptbetriebsstätte des sozialen Unternehmertums werden soll, ist ebenfalls nur auf den ersten Blick eine gute. Denn sie zeigt auch, wie sich ein Teil der Stadtgesellschaft in einer Oase des vermeintlich Anständigen einrichtet und das schmutzige Geldverdienen den robusteren Südwestdeutschen überantwortet.

    Von ihren Steuern und Abgaben profitieren die öffentlichen Haushalte Berlins, von ihrem Nachwuchs, ihrem Altruismus und ihren Stiftungen der gemeinnützige Sektor. Ist das nachhaltig?

    Ein Dorf (Kreuzberg) kann mit einer solchen Strategie vielleicht noch durchkommen. Eine Stadt (Berlin) kann es auf die Dauer nicht.

    #Berlin #Google #gentrification #luttes


  • Googelt euch doch mal was Neues !
    https://www.tagesspiegel.de/politik/stadtentwicklung-in-berlin-googelt-euch-doch-mal-was-neues/23277814.html
    Le movement contre l’invasion googliennen dans Kreuzberd est couronné de succès. La corporation craint la mauvaise pubiclité et enterre le projet d’un Google Campus à Berlin.

    Première réaction dans le Tagesspiegel : Il faut voir les deux côtés.

    Werner van Bebber 2.11.2018

    Ihr Geld verdienen sie im virtuellen Raum, doch wenn sie es investieren, hat das Folgen in der analogen Wirklichkeit. Kleines Beispiel? Ein boomendes Jungunternehmen kauft und mietet in einem attraktiven, aber nicht sehr noblen Stadtteil alles an Büro- und Wohnflächen, was verfügbar ist. Nach gerade einmal neun Jahren eines kommunikativ-virtuellen Siegeszugs in der Welt der so genannten sozialen Medien haben sich die Gewerbemieten verdoppelt. Nein, es geht nicht um Google in Kreuzberg, sondern um das Foto-Nachrichten-Unternehmen Snap und den Stadtteil Venice in Los Angeles.

    Es hat schon fast etwas Tröstliches, dass nicht wenige Bewohner großer amerikanischer Städte den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Tech-Unternehmen fast so sehr verfluchen wie der Normal-Kreuzberger die Finanzmacht von Firmen wie Google oder, dank seiner die Spree überquerenden Wirkung, Zalando. Vor Geld strotzende Großkonzerne bauen Stadtteile und Bezirke um, erst wirtschaftlich, dann sozial. Die Politik hat dem nicht viel entgegenzusetzen – wenn sie es überhaupt will.

    Nein, hier soll jetzt nicht die Gentrifizierung betrauert werden, das hat nicht mehr viel Sinn. Vom alternativen Kreuzberg der siebziger und achtziger Jahre ist nicht mehr viel übrig. Was schade ist, weil hier eben auch alternativ gewirtschaftet wurde und weil die, die Kreuzberg damals entdeckten, Frei- und Leerräume übernehmen konnten. Die Finanzpotentaten von heute hingegen müssen verdrängen, wenn sie in großem Stil in Stadtteile einrücken, die sie für „attraktiv“ erklärt haben, ob da Kreuzberg dran steht oder Venice oder San Francisco.

    Das ist dann eben so? Städte verändern sich nun mal? Ja, so ist das eben – und trotzdem muss das nicht bedeuten, dass hergebrachte Strukturen und Ökonomien gesprengt werden. Gerade der Streit um die gescheiterte Google-Ansiedlung in einem ehemaligen Umspannwerk zeigt doch, dass es legitim ist, nach den Motiven von Investoren zu fragen: Warum wollen sie dahin, wo es schon voll ist, zu voll, wie viele meinen? Berliner Kommunalpolitiker sind da weiter als mancher Wirtschaftsfachmann im Abgeordnetenhaus. „Kommt halt nach Spandau“, sagt der dortige Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank. Andere Angebote soll es aus Lichtenberg geben. Und wenn es der Charme verfallender Industrie sein muss, um das Geschäft mit Big Data und Werbung architektonisch stilvoll zu umhüllen: Da dürfte in Treptow-Köpenick noch einiges zu machen sein.

    Ausgerechnet das Traditionsunternehmen Siemens, das es in den vergangenen Jahren nicht immer gut gemeint hat mit Berlin, zeigt der Supercompany aus Mountain View in Kalifornien was auch geht: Spandau. Der Malocher-Bezirk, dem es früher einmal wesentlich besser ging. Siemens plant einen Campus mit allem Drum und Dran auf angestammtem Gelände, im Schatten von Kraftwerkskühltürmen, in der Nachbarschaft von Eisenbahngleisen, die ins Nirgendwo führen und einer kilometerlangen Motorradfabrik, immerhin in Backsteinhallen. Man könnte sagen: Hier hat nicht das Image des Ortes, an den man ziehen will, den Ausschlag gegeben. Stattdessen war es die Vorstellung von dem, was möglich ist. Und ein Sinn für Tradition.

    Das ist es doch, was den Streit um die Berliner Stadtentwicklung so ermüdend macht: dass so viele an dieselben Orte wollen. Und diese damit verändern, ob sie wollen oder nicht. Wenn alle ins Zentrum wollen, werden die ins Zentrum gelangen, die am meisten zahlen. Das ist Stadtentwicklung? Das ist, zumindest dann, wenn das Zentrum von heute über viele Jahre nicht Zentrum war, sondern wie Kreuzberg die Peripherie, eher Stadt-Brutalität.

    Man braucht allerdings etwas mehr Entwicklerfantasie, wenn man nicht dort investieren will, wo alle es gerade toll finden und der AirBnB-Jetset seine Tage mit Dauerfrühstücken zubringt. Siehe Adlershof: ein Forschungs- und Gewerbestandort, von der Politik gewollt und gefördert. Lauter spannende Unternehmen – bloß leider wenig Leben auf der Straße, Lebensstil allenfalls im Umfeld der Universitätsinstitute.

    Aber darin könnte ja der Zusatznutzen von Großinvestitionen bestehen, ob nun von Siemens oder Google oder Zalando: dass sie etwas für die Infrastruktur ihrer neuen Nachbarschaft tun, egal ob es um Sport nach der Arbeit geht oder um Bier nach dem Job. Dass sie Berlin dort, wo sie sich ansiedeln, ein bisschen neu erfinden. Und zwar mit Sinn für das, was ihre Mitarbeiter wollen – und mit einem Blick für die Gegend, in der sie sich ansiedeln.

    #Berlin #Google #gentrification #luttes


  • Sur le 17 novembre – Les révolutionnaires ne font pas la révolution
    https://nantes.indymedia.org/articles/43595

    Un appel à blocage national (des routes, ports, raffineries, plateformes alimentaires…) contre la hausse des prix de carburants a été lancé depuis internet et relayé sur les réseaux sociaux par des centaines de milliers de personnes. Des diffusions de tracts dans la rue, plus de 700 points de rassemblement.

    #contrôle #social #/ #précarité #actions #directes #lutte #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #mouvement #exclusion #chômage #contrôle,social,/,précarité,actions,directes,lutte,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement,exclusion,chômage


  • Sur le 17 novembre – Les révolutionnaires ne font pas la révolution
    https://nantes.indymedia.org/articles/43597

    Un appel à blocage national (des routes, ports, raffineries, plateformes alimentaires…) contre la hausse des prix de carburants a été lancé depuis internet et relayé sur les réseaux sociaux par des centaines de milliers de personnes. Des diffusions de tracts dans la rue, plus de 700 points de rassemblement.

    #contrôle #social #/ #précarité #actions #directes #lutte #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #mouvement #exclusion #chômage #contrôle,social,/,précarité,actions,directes,lutte,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement,exclusion,chômage


  • Tou.te.s dans la rue le 17 contre l’augmentation du prix du cocktail molotov !
    https://nantes.indymedia.org/articles/43611

    Mobilisons-nous massivement contre cette conséquence de l’augmentation du prix de l’essence traitreusement passée sous silence par les médias bourgeois ! K-ways noirs & gilets jaunes uni.e.s !

    #Economie #Ecologie #Resistances #luttes #salariales #/ #actions #directes #transports #gratuits #loi #loitravail #travail #loi_travail #Economie,Ecologie,Resistances,luttes,salariales,/,actions,directes,transports,gratuits,loi,loitravail,travail,loi_travail


  • Les autorités chinoises font la chasse aux #étudiants marxistes
    https://www.lemonde.fr/asie-pacifique/article/2018/11/13/les-autorites-chinoises-font-la-chasse-aux-etudiants-marxistes_5382985_3216.

    Après des interpellations en juillet et en août, treize personnes, soutenant les #ouvriers d’une usine qui réclament d’être défendus par des représentants syndicaux indépendants, auraient été arrêtées le week-end dernier.

    Bien qu’ayant remis au goût du jour l’étude du marxisme dans les universités, le gouvernement chinois n’entend manifestement pas voir se développer dans le pays une nouvelle forme de #lutte_des_classes. Comme elle l’avait déjà fait en juillet puis en août, la #police vient, une nouvelle fois, d’arrêter des étudiants et des militants dans plusieurs villes du pays. Leur seul tort : soutenir les ouvriers d’une usine qui réclament d’être défendus par des représentants syndicaux indépendants.
    L’affaire concerne une entreprise située à Shenzhen, tout au sud de la Chine, Jasic, connue pour ses robots industriels. C’est là qu’en juillet des salariés qui réclamaient en vain depuis deux mois une amélioration de leurs conditions de travail se sont mis à vouloir s’organiser en syndicat. La réaction des autorités ne s’est pas fait attendre : licenciés puis pris à partie par des hommes de main, les meneurs – et leurs soutiens –, au total une trentaine de personnes, sont arrêtés par la police le 27 juillet.
    Alors que, très vite, ce conflit est médiatisé et que quelques dizaines d’étudiants se rendent en août à Shenzhen pour se joindre au mouvement, la police organise, le 24 août, une descente dans un appartement occupé par des étudiants à Huizhou, juste à côté de Shenzhen. Une vidéo apparemment tournée par les étudiants renforce la mobilisation. Si une majorité des personnes arrêtées en juillet semblent avoir été libérées, plus d’une dizaine sont encore détenues au secret pour « rassemblement portant atteinte à l’ordre public » et attendent d’être jugées.
    Des arrestations décrites comme des kidnappings
    Surtout, treize nouvelles arrestations, décrites comme des kidnappings par les étudiants, auraient eu lieu le week-end dernier dans tout le pays en lien avec ce conflit, soulevant l’indignation. Parmi elles, celle d’un étudiant, Zhang Shengye, appréhendé sans ménagement par la police sur le campus de l’université de Pékin, la plus réputée du pays. « J’ai entendu un des hommes dire “c’est lui, poussez-le dans la voiture”, et j’ai vu de trois à cinq personnes attraper un étudiant et le mettre dans un véhicule », a expliqué sur une vidéo, qui a tourné sur les réseaux sociaux, un étudiant affirmant avoir vu la scène.
    Zhang Shengye faisait partie de ceux qui se mobilisaient pour obtenir des informations sur les étudiants disparus. Le Groupe de solidarité avec les travailleurs de Jasic a dénoncé, dans un communiqué cité par l’agence France-Presse, la passivité des autorités de l’université de Pékin, où le mécontentement monte depuis le printemps après les représailles de sa direction contre une militante du mouvement #metoo : « C’est un crime de plus que commettent les universités contre les étudiants progressistes et la communauté de gauche », y lit-on.
    Le paradoxe est que la police politique chinoise s’était évertuée jusqu’alors à faire taire toute revendication prodémocratie et libérale. Le régime, qui a encensé Marx pour son bicentenaire en mai, est tout à coup dépassé sur sa gauche.
    L’une des caractéristiques de ce conflit hors norme est en effet qu’il réunit des ouvriers mais aussi des étudiants se définissant comme marxistes, voulant selon leurs propres termes « libérer les travailleurs », auxquels s’ajoutent des maoïstes qui ont parfois l’âge d’être leurs parents.


  • Gilets jaunes: déjà des blocages de dépôts de carburant en Wallonie RTBF - 16 Novembre 2018
    https://www.rtbf.be/info/societe/detail_gilets-jaunes-deja-des-blocages-d-axes-routiers-pres-de-charleroi-et-nam

    Le mouvement des “gilets jaunes” est né en France et prend pas mal d’ampleur chez nos voisins depuis quatre jours déjà. En Belgique, l’appel à la mobilisation est lancé sur les réseaux sociaux. La procédure est la même qu’en France : les automobilistes sont invités à placer leur gilet de haute visibilité fluo en évidence sur le tableau de bord en guise de protestation. 

    Certains d’entre eux vont jusqu’à bloquer des dépôts de carburant. Ce vendredi matin, une centaine de “gilets jaunes” étaient présents pour bloquer l’entrée du centre Total de Feluy, à Seneffe, près de Charleroi. "Je suis contre les mesures gouvernementales qui sont prises actuellement, explique un des manifestants. Il cite notamment “l’augmentation de l’âge de la prépension” et “l’augmentation du coût des biens de première nécessité.”

    « On ne sait plus vivre, même en travaillant en couple un mi-temps ou un temps plein, renchérit un autre “gilet jaune”. Si on a le malheur de faire une activité, cinéma ou restaurant, on se prive en fin du mois. On ne fait que payer en Belgique. »

    A Wierde, près de Namur, une quinzaine de personnes bloquent le dépôt de Proxyfuel. Ils sont présents depuis jeudi soir à 22h et ont passé une nuit blanche sur place autour d’un brasero.

    “Le prix du carburant n’a été qu’un élément déclencheur, qui a fait déborder un vase très bien rempli”, explique Tony Deloyer, porte-parole du mouvement. L’ambiance est plutôt détendue, aucune tension n’est perceptible sur place. Les manifestants affirment que le mouvement est “pacifique, apolitique et asyndical, créé par le citoyen et pour le citoyen”. "Ça continuera le temps qu’il faudra, jusqu’à temps que nos politiques nous entendent, et qu’on puisse décider un peu nous-mêmes et donner notre avis", ajoute Tony Deloyer.

    Au dépôt Total de Wandre également, près de Liège, un blocage est en cours, une petite quinzaine de personnes est sur place.

    Pour le moment, ces blocages n’ont pas de répercussion sur le trafic routier belge.

    La Belgique est le quatrième pays européen en termes de taxation du diesel. Les accises et la TVA comptent pour 55,5% du prix. La France se situe dans le trio de tête du classement.

    #Economie #luttes #salariales #précarité #transports #lutte #Fractures_sociales #Transports #17_novembre #gilet_jaune


  • 100 balles ou la taule, brèves de justice

    https://paris-luttes.info/100-balles-ou-la-taule-breves-de-11027

    Vendredi 2 novembre. Une après-midi banale à la 23.1, ou comment les comparutions immédiates reflètent la justice...On est là, une vingtaine. Deux copines se sont faites arrêter pour un vol à go sport, histoire de vivre sans se contenter des 400 balles octroyées par l’État.

    #justice #repression #tribunal #luttedesclasses #prolétariat @rezo


  • Grand luxe : chez Park Hyatt, pour 800 euros la nuit, vous pouvez chier partout
    https://la-bas.org/5325

    Sauf que le petit personnel en a un peu marre et est en grève depuis le 25 septembre. Peu fréquenté par les AMG de Là-bas, le Park Hyatt Paris-Vendôme se présente comme le « premier palace parisien », il dispose de 153 chambres (prix minimum : 800 euros), dont 43 suites, certaines à 16 000 euros la nuit. Oui, 16 000 euros… Dix fois le salaire mensuel moyen d’une femme de chambre.Continuer la lecture…

    #Radio #Luttes #Précarité_-_chômage
    https://la-bas.org/audio.api/token/aW5sYnM6Ly9mb2xkZXItNDI0MTgvbXAzLTQ3Ni80NDUyNy1yZXBvcnRhZ2VfaHlhdHRfZXh0cmFpdC5tcDM=/44527-reportage_hyatt_extrait.mp3


  • C’est jaune, c’est moche et ça peut vous pourrir la vie…
    https://nantes.indymedia.org/articles/43587

    C’est jaune, c’est moche et ça peut vous pourrir la vie... Pourquoi nous n’irons pas au 17 novembre ? Ce 17 novembre n’a pas encore eu lieu que pourtant déjà fleurissent un peu partout des commentaires qui érigent cet appel en « #mouvement ». On parle ainsi d’agrégat de colères diverses et variées, de vent de révolte populaire au sens strict du terme, et de formes de mobilisation échappant aux organisations conventionnelles. Un mouvement social aux formes inédites et capable de dépasser la situation sociale actuelle serait en gestation ? Pour l’heure, le moteur et le seul trait commun de l’ensemble des appels à l’action est une grogne antifiscale, devant se manifester par le biais d’un blocage (...)

    #Economie #luttes #salariales #/ #précarité #antifascisme #transports #gratuits #squat #lutte #logement #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #exclusion #chômage #Economie,luttes,salariales,/,précarité,antifascisme,transports,gratuits,squat,lutte,logement,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement,exclusion,chômage


  • Bure : le zèle nucléaire de la justice - Libération
    https://www.liberation.fr/france/2018/11/14/bure-le-zele-nucleaire-de-la-justice_1692100

    Ils ne sont que quelques dizaines, pourtant la justice emploie les très grands moyens. « Libération » a pu consulter le dossier d’instruction contre les militants antidéchets nucléaires : une procédure titanesque employant les ressources les plus pointues… de la lutte antiterroriste. (...)
    L’objectif clairement affiché est de mettre en évidence la « radicalisation » d’une partie des opposants ayant des « desseins criminels » et auteurs, selon les gendarmes, d’« infractions graves n’ayant pour l’instant entraîné que des dégâts matériels ». Dans cette instruction, qui a déjà dépassé les 10 000 pages et que Libération a consultée, les investigations les plus intrusives des enquêteurs s’enchaînent frénétiquement. Une « cellule Bure » à la gendarmerie est montée en coordination avec le parquet de Bar-le-Duc. Une dizaine de militaires travaillent sur le mouvement. La plupart à plein temps. Surveillance physique, #géolocalisation, #balisage de véhicule, placement sur #écoute, tentative de sonorisation d’une maison, expertise génétique, perquisitions, exploitation de matériel informatique… Ces « techniques spéciales d’enquête » ont été étendues ou légalisées par la loi du 3 juin 2016 sur la criminalité organisée et le terrorisme. A l’époque des débats au Parlement, les défenseurs des libertés publiques alertaient justement contre le risque de voir les méthodes de l’#antiterrorisme et de répression du grand banditisme appliquées au militantisme politique.

    #nucléaire #luttes_sociales #Imsi-catcher

    • Les grandes oreilles des gendarmes vont aussi s’intéresser à plus d’une dizaine de militants, dont les téléphones personnels sont placés sur écoute à partir de septembre 2017. Pour certains, les interceptions cessent après quelques semaines. D’autres, en revanche, seront écoutés pendant près d’un an. Qui parle à qui ? Qui utilise un pseudonyme ? Et lequel ? Les enquêteurs peinent à débusquer les « malfaiteurs » qu’ils traquent. Ainsi, 2000 communications décortiquées n’aboutissent qu’à quatre maigres retranscriptions… Sans parler du numéro d’une personne n’ayant rien à voir avec Bure, écoutée durant un mois pour rien.

      Mais l’exploitation des téléphones personnels ne se cantonne pas aux écoutes. Une dizaine de personnes ont été géolocalisées pendant plusieurs semaines « avec une fréquence de rafraîchissement de dix minutes ». Résultat de ces rutilantes investigations ? Aucun « élément intéressant l’enquête ou susceptible d’aider à la manifestation de la vérité ». Autre tentative, celle de poser des balises GPS sous les véhicules de deux personnes intéressant manifestement beaucoup les enquêteurs. Mais là encore, les découvertes s’avèrent infructueuses.

    • Les gauchistes, c’est tellement sournois, ça résiste à tous les moyens d’enquête. Pas comme ces terroristes islamistes qui laissent leurs cartes d’identité sur les lieux de la terreur. C’est pour ça qu’il faut utiliser les lois antiterroristes contre les gauchistes, écologistes, syndicalistes, avec, par exemple, suppression de l’intervention du juge pour les mesures de privation de liberté. L’intuition des enquêteurs, c’est plus sûr que les procédures contradictoires. La preuve, quand on suit l’intuition des enquêteurs, qu’on attente aux libertés et à la vie privée, on n’obtient rien : c’est bien que les gauchistes sont très fourbes et très dangereux.

      https://seenthis.net/messages/735691


  • #marseille : main basse sur la ville
    https://nantes.indymedia.org/articles/43578

    Le texte qui suit à été écrit par des camarades à Marseille, suite à la catastrophe qui s’y est produite récemment. Un autre texte sur le même sujet sera disponible dés demain.

    #contrôle #social #luttes #salariales #/ #actions #directes #squat #logement #contrôle,social,luttes,salariales,/,actions,directes,squat,logement


  • [Film] Messa Guerrillera - ZAD
    https://nantes.indymedia.org/articles/43567

    J’avais ce film dans une clé usb perdue quelques jours après une des présentations faites par Florent Tillon pendant l’automne 2017. Très gentillement, il me l’avait passé lors de la soireé. J’espère qu’il comprenne les raisons pour lesquels ce qu’il a filmé, débattu et mis en scène avec les gens qu’il a cottoyé sur la ZAD, doit maintenant etre mis en ligne afin d’etre analysé par les intéressé.e.s. Et j’espère aussi qu’un jour le film entier puisse etre librement publié et distribué, car a mon avis c’est vraiment intéressant. Ceci n’est qu’un chapitre de 45minutes de son oeuvre de presque deux heures et demie. Mais plus que d’espèrer, faudra avoir la volonté. Volonté pour que camarades et compagnon.ne.s ne suivent plus la politique et ses chefs, le spectacle et le cours normal des choses, des languages (...)

    #Archives #Ecologie #contrôle #social #aéroport #notre-dame-des-landes #/ #lutte #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #mouvement #zad#Archives,Ecologie,contrôle,social,aéroport,notre-dame-des-landes,/,lutte,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement


  • « Exclure les personnes handicapées, c’est construire une société de privilèges et d’inégalités »
    https://www.bastamag.net/Exclure-les-personnes-handicapees-c-est-construire-une-societe-de-privileg

    L’accessibilité des logements, à l’école, dans les transports, dans la rue, au travail ne concernent pas uniquement les personnes handicapées, contrairement à ce que certains discours politiques tentent de faire croire, mais la société dans son ensemble. « L’accessibilité universelle signifie l’accès de tous à tout », défend Elena Chamorro, enseignante à l’université d’Aix-Marseille et membre du Collectif lutte et handicap pour l’égalité et l’émancipation (Clhee). Qu’est-ce que le « validisme » et en quoi (...)

    #Résister

    / #Luttes_sociales, #Atteintes_aux_libertés, #Inégalités, #Droits_fondamentaux, #Logement, A la une, (...)

    #Discriminations


  • #unten ǀ Die App ist der Feind — der Freitag
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-app-ist-der-feind

    #unten Der Kapitalismus bringt ständig neue Formen von Ausbeutung hervor – und erzwingt so immer neue Formen des Kampfes, Sebastian Friedrich, Ausgabe 45/2018

    Die neuen Hoffnungsträger für den Klassenkampf kommen auf zwei Rädern

    Wissenschaftler und Publizisten haben sich viel Mühe gegeben, die These zu untermauern, es gebe keine Klassen mehr. Die Bundesrepublik war noch keine fünf Jahre alt, die KPD noch nicht verboten, da sprach der Soziologe Helmut Schelsky von der „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“: Die Unterschiede zwischen Unten und Oben würden sich zunehmend auflösen, so Schelsky. Das Bild der Mittelstandsgesellschaft erwies sich als erstaunlich resistent: Obwohl sich in den vergangenen Jahrzehnten die Schere zwischen Arm und Reich öffnete, fühlte sich ein überwiegender Teil der Mitte zugehörig.

    Doch dieses Bild bröckelt. Mittlerweile geht selbst Konservativen der Verweis, Klassen habe es nur zu Zeiten von Karl Marx gegeben, nicht mehr so leicht von den Lippen. Die Krise, die vor zehn Jahren begann, machte viele, vor allem junge Leute in Südeuropa, arbeitslos. Selbst in Deutschland kommen Millionen Menschen nicht mit einem Job über die Runden, sind Patchwork-Arbeiter. Gleichzeitig stiegen die Gehälter der Topmanager in astronomische Höhen.

    Auch viele Linke, die lange nichts von Klassen wissen wollten, haben die soziale Frage wiederentdeckt – aus einer Position der Schwäche heraus. Als immer deutlicher wurde, dass es rechten Parteien und Initiativen gelingt, Teile der Arbeiterklasse zu mobilisieren, wurde so manchen Sozialdemokraten wie auch so manchem radikalen Kritiker an der Universität gewahr, dass der Aufstieg der Rechten irgendetwas mit der Krise der Linken zu tun haben könnte.

    Kurz nachdem die AfD im März 2016 bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt bei Arbeitern und Arbeitslosen stärkste Partei wurde, erschien die deutsche Übersetzung des Buches Rückkehr nach Reims von dem französischen Soziologen Didier Eribon. Das Buch war plötzlich überall: auf den Tischen in den Seminarräumen, neben dem Glas Latte Macchiato im Berliner Szenecafé und in den Reiserucksäcken deutscher Individualtouristen. Eribon beschrieb eindrucksvoll, wie sich die Linken von den Arbeiterinnen und Arbeitern abgewandt hatten. Während das Buch fleißig gelesen und diskutiert wurde, stimmte in Großbritannien eine Mehrheit für den Brexit. Ein paar Monate später wurde Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt.

    Bleib gesund, Crowdworker

    Aktuell droht die Linke, zerrieben zu werden: Es gibt keine linke Erzählung, kaum Verbindungen zum Alltagsleben breiter Teile der Bevölkerung, nur sehr wenig kollektive Erfahrung gemeinsamer erfolgreicher Kämpfe, geschweige denn eine Zukunftsvision, von einem realistischen Machtzugang einmal ganz abgesehen.

    Unter dem Begriff „Neue Klassenpolitik“ diskutieren Linke seitdem, wie feministische, antirassistische und internationalistische Perspektiven mit einer Klassenpolitik auf Höhe der Zeit verbunden werden können. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass die Trennung zwischen Klasse auf der einen Seite und Antirassismus und Feminismus auf der anderen Seite keinen Sinn ergibt. Die Zusammensetzung der Klassen ist seit jeher durch Geschlechterverhältnisse, rassistische Verhältnisse und die globale Ungleichheit strukturiert.

    Klassenpolitik ist im Grunde stets „neu“, denn Klassen sind nichts Statisches. Sie unterscheiden sich je nach Gesellschaftsformation, aber auch im Kapitalismus selbst – die kapitalistische Klassengesellschaft ist im Kern noch immer eine, auch wenn sie vor 100 Jahren anders aussah.

    Das Grundprinzip bleibt freilich gleich: Die Bourgeoisie, heute bizarrerweise Arbeitgeber genannt, besitzt die Produktionsmittel und schöpft Profite aus der Arbeit der von ihnen abhängig Beschäftigten – weshalb sie eigentlich die Arbeitnehmerseite ist. Ihr gegenüber steht die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter im weiten Sinne. Sie haben keine Produktionsmittel und müssen sich beim Bourgeois verdingen. Die durch dieses Ausbeutungsverhältnis definierte Klasse der Lohnabhängigen ist sehr divers in ihrer Gestalt: hochqualifizierte Angestellte, ungelernte Hilfsarbeiter_innen, Reinigungskräfte, Fahrradkuriere – was die gemeinsamen Interessen überdeckt und eine Organisierung erschwert.

    In der Debatte um „Neue Klassenpolitik“ geht es darum, die Orte des Klassenkampfs zu finden. Dabei geht es nicht nur um Orte, an denen gekämpft wird, sondern auch um jene Orte, an denen die Klasse zusammenkommt, an denen sie sich mit neuen Formen der Produktion auseinandersetzen muss, wie die Arbeit technisch und von oben organisiert wird. Gleichzeitig nimmt die „Neue Klassenpolitik“ die Perspektive von unten ein, wie die Arbeiterklasse für ihre Interessen kämpft, an welchen Punkten sich Protest entwickelt – und die Vereinzelung überwunden werden kann.

    Kämpfe um bessere Arbeitsbedingungen gibt es nicht nur an den bekannten Orten der Klassenauseinandersetzungen: den Fabriken, sondern auch da, wo sich neue Formen der Beschäftigung entwickeln.

    Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat nicht nur Roboter hervorgebracht. Es hat sich eine neue Gruppe innerhalb der Arbeiterklasse entwickelt: die Crowdworker. Crowdwork umfasst alle Dienstleistungen, die über Plattformen im Internet vermittelt werden. Das Prinzip: Crowdworker loggen sich über eine App ein und bearbeiten einzelne Aufträge. Eine Plattform dient als eine Zwischenstelle zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Nach diesem Prinzip arbeiten weltweit im Netz Tausende Plattformen. Umsatz machen sie über die Vermittlung. Und das nicht zu knapp: Der Taxidienst Uber bekommt bis zu 20 Prozent des Honorars der jeweiligen Fahrt. Damit hat Uber im Jahr 2016 über 6,5 Milliarden Dollar umgesetzt.

    Arbeitsverträge gibt es für Crowdworker kaum noch. Crowdworker werden zu „Selbstständigen“, womit sie weniger Rechte haben, etwa auf Urlaub. Von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall träumen viele nur. Hinzu kommt: Bei den meisten Jobs in der Plattformökonomie bezahlen die Firmen pro Gig. Der Begriff Gig bezeichnet in der Musikbranche einen einzelnen Auftritt. In der Welt der Plattformen ist ein Gig ein einzelner, meist kleinteiliger Auftrag. Dass Menschen nach kleineren Jobs bezahlt werden, ist kein neues Phänomen; neu aber ist, dass nun Plattformen damit Geld verdienen.

    Die Bezahlung nach Gig ist kein Novum im Kapitalismus. Marx kannte einen anderen Begriff: Stücklohn. Er nannte das Stücklohn-Prinzip einst die dem Kapitalismus entsprechendste Form der Entlohnung. In der Tat: Das Stücklohn-Prinzip ist vor allem für die Konzerne von Vorteil, denn dadurch können sie möglichst viel aus der Arbeitskraft herauspressen. Die britische Arbeitsforscherin Ursula Huws spricht mit Blick auf die weitgehend nicht regulierte Plattformökonomie von einer Wildwest-Phase des Kapitalismus, in der wir uns gegenwärtig befänden. Die Parallelen zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert sind unübersehbar: hohe Ausbeutung auf der einen Seite, kaum bis gar kein Schutz der Arbeitskraft auf der anderen Seite.

    Extreme Formen von Ausbeutung haben sich immer nur dann geändert, wenn es zu Klassenkämpfen kam. Die Arbeiterbewegung, die in der Phase der Industrialisierung entstand, erstritt mehr Sicherheit und höhere Löhne: der Acht-Stunden-Tag, die Einführung der Sozialversicherungen, Tarifverträge. Doch wer könnte heute diese Kämpfe führen? Durch die Zerstückelung der Arbeit und die hyperflexibilisierte und die stark individualisierte Arbeit ist kollektives Handeln kaum möglich.
    Hoffnung auf zwei Rädern

    Das gilt aber nicht unbedingt für alle Gruppen. Die Hoffnungsträger eines Klassenhandelns in der Plattformökonomie kommen auf zwei Rändern. Man sieht sie vor allem in größeren Städten: Fahrradkuriere, sogenannte Rider, mit großen und bunten Warmhalte-Boxen auf dem Rücken. Sie sind unterwegs, um den Kunden ihr online bestelltes Essen zu liefern. Erste Ansätze von Kämpfen sind erkennbar: Los ging es in London, als Kuriere des Online-Essenslieferdienstes Deliveroo gegen die Einführung eines Stücklohns streikten. Auch in Italien, Spanien und in den Niederlanden gab es ähnliche Streiks. In Deutschland ging es bisher vor allem in Köln heiß her. Renitente Rider gründeten bei Deliveroo einen Betriebsrat. Laut der Kuriere hat Deliveroo darauf reagiert, indem es die Verträge der Festangestellten nicht verlängert hat.

    Die Bedingungen für kollektives Handeln sind bei Fahrradkurieren besser als bei Clickworkern, die sich einsam an ihrem heimischen Laptop mühsam von Kleinstjob zu Kleinstjob hangeln. Die Rider erkennen sich gegenseitig an ihren Essensboxen auf dem Rücken und den Farben ihrer Shirts. Viele teilen einen Lifestyle – eine Rider-Kultur. Sie interessieren sich für ausgefallene Fahrradteile, tragen ähnliche Klamotten. Was für den Industriearbeiter in der Fabrik die Kantine war, das sind bei den Riders die Orte in der Stadt, wo sie auf neue Aufträge warten. Trafen sich früher die Arbeiter in der Eckkneipe, schrauben die Rider in der Werkstatt an ihren Rädern herum. Was einst das Treffen der kämpfenden Teile der Klasse war, ist heute die Facebook- oder Whatsapp-Gruppe.

    Und es gibt Ansätze, wie sich der Kampf von unten gegen die Kontrolle von oben wenden kann. Riders nutzten ihre App, um sich mit anderen Kurieren auszutauschen. Gleichzeitig ist die App mit ihrem erbarmungslosen Algorithmus für die Rider vor allem eines: ein Feind. Tatsächlich ist sie aber auch ein nützlicher, weil gemeinsamer Feind. So manchem Untergebenen mag es schwer fallen, den Kampf gegen einen permanent duzenden Chef zu führen. Gegen eine kalte App fällt das leichter.

    Diese Kämpfe sind Anfänge. Die Streiks im Care-Bereich, bei Amazon, bei Ryanair – sie alle zeigen nicht nur, dass sich etwas bewegt, sondern dass es sie gibt, die Klassen. Vereinzelung, Atomisierung, Prekarisierung – das sind Leitbegriffe unserer Zeit. Sie müssen es nicht bleiben.

    Sebastian Friedrich ist gemeinsam mit der Redaktion analyse & kritik Herausgeber des soeben im Verlag Bertz + Fischer erschienenen Buches Neue Klassenpolitik. Linke Strategien gegen Rechtsruck und Neoliberalismus. Es umfasst 220 Seiten und kostet 14 Euro

    #Allemagne #lutte_des_classes #gig_economy #livreurs


  • [Limoges] Incendie #de la caserne jourdan
    https://nantes.indymedia.org/articles/43524

    Dans la nuit du 18 septembre 2017, un incendie de véhicules de la gendarmerie a été revendiqué par un collectif mystérieux et ravageur : la R.A.G.E. Le communiqué de cette action est disponible ici, il proclamait :

    Dans la nuit du 18 septembre 2017, nous, ex-gendarmes de l’escadron de gendarmerie mobile 41/2 avons décidé collectivement d’incendier, trois fourgons de GM et deux bus de gendarmerie stationnés dans l’enceinte de la Caserne Jourdan à #Limoges. Par ce geste, nous quittons définitivement la gendarmerie.

    L’État et son appareil militaire, un peu vexé par ces actes a lancé avec force une instruction de six mois en se focalisant sur des profils au détriment des preuves. Il s’en suit une vague de perquisitions et de répression qui conduit notamment une personne de Limoges en détention (...)

    #/ #prisons #centres #rétention #lutte #anti-repression #étudiant-e-s #lycéen-ne-s #mouvement #/,prisons,centres,de,rétention,lutte,anti-repression,étudiant-e-s,lycéen-ne-s,mouvement


  • Pour une journée de résistance simultanée, sans frontières, le 10 décembre 2018
    https://nantes.indymedia.org/articles/43493

    POUR UNE JOURNÉE DE RÉSISTANCE SIMULTANÉE, SANS FRONTIÈRES, LE 10 DÉCEMBRE 2018 contre le durcissement du capitalisme et de la société autoritaire par des anarchistes, libertaires, anarcho-syndicalistes, autonomes et anti-autoritaires de plusieurs régions du monde (Grèce, Mexique, Espagne, France, Argentine, Algérie, Italie, Belgique, Canada, Allemagne…)

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