Leica, Braun & Co. : Der stille Abzug deutscher Markenrechte
▻https://www.telepolis.de/article/Leica-Braun-Co-Der-stille-Abzug-deutscher-Markenrechte-11164524.html
Il n’y a plus de grandes marques nationales. La vente et l’achat de cette partie la propriété intellectuelle aussi tombe sous le rége de la la mondialisation réalisée par les grands groupes du capital international.
4.2.2026 von Christoph Jehle - Deutsche Traditionsmarken wandern in die USA ab. Leica zahlt Lizenzgebühren nach Washington, Braun ist längst zersplittert. Wer steckt hinter diesem Ausverkauf?
Es ist geradezu ein Klassiker im transatlantischen Handel, dass US-Investoren europäische Firmen übernehmen, das gesamte Intellectual Property unverzüglich in die USA übertragen und dann den hiesigen Produktionsbetrieb wieder abstoßen oder die Fertigung nach Osten verlagern.
Ein bekanntes Beispiel für ein Unternehmen, dessen Geschäftstätigkeit durch in den USA liegendes geistiges Eigentum beeinträchtigt wird, ist die niederländische Firma ASML Holding N.V. (Advanced Semiconductor Materials Lithography).
Aufgrund der Nutzung US-amerikanischer Technologie unterliegt das Unternehmen starken Beschränkungen durch die USA, da diese bestimmen, in welche Länder die Maschinen geliefert werden dürfen.
Der globale Marktanteil von ASML in der Lithografie-Ausrüstungsindustrie wird auf 80–90 Prozent geschätzt, was einem weitgehenden Monopol gleichkommt. Um den Vorsprung der USA gegenüber China zu schützen und China davon abzuhalten, zu den USA vor allem im Bereich KI technisch aufzuschließen, wurde der Verkauf von Maschinen von ASML nach China geblockt. Es wird auch berichtet, dass die Wartung schon verkaufter und gelieferter Anlagen blockiert wurde.
Als Ausgleich für die staatliche Exportbeschränkung im China-Geschäft erhält ASML bis 2030 massive staatliche Unterstützung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, primär durch die Niederlande, um den Hauptstandort zu sichern und die Infrastruktur im Rahmen des Brainport-Projekts auszubauen.
Diese Förderung ist Teil strategischer Maßnahmen, um trotz Exportbeschränkungen die europäische Technologieführerschaft zu behaupten und die regionale Expansion des Chipausrüsters zu unterstützen. Dies erscheint nicht zuletzt deshalb wichtig, weil die USA sich von der technologischen Abhängigkeit von Europa lösen wollen.
Nicht immer blockieren in den USA liegende Rechte den Export
Bei anderen Firmen wirken sich die in den USA liegenden Rechte nicht so dramatisch aus, sondern lediglich finanziell. So muss die deutsche Firma Leica Camera beispielsweise Lizenzgebühren an die Danaher Corporation in Washington, D.C., für die Nutzung der Marke Leica bezahlen, da der Markenname Leica bei den zahlreichen Firmenteilungen und Fusionen der vergangenen Jahrzehnte in die USA verlagert wurde.
Zumindest teilweise kann der wieder in Wetzlar ansässige Kamerahersteller die Lizenzkosten durch eine Unterlizenz an den japanischen Panasonic-Konzern refinanzieren.
Bei der früheren Fotooptik-Firma Rodenstock, die vor einigen Jahren vom gleichnamigen Brillenhersteller abgespalten wurde und heute den Namen Rodenstock nicht mehr im Firmennamen nutzt, wurden gleich nach der ersten Übernahme des Fotooptik-Bereichs durch US-Investoren alle Rechte weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit in die USA verlagert.
Bislang ist zumindest die Fertigung der Optiken ist bislang in Deutschland bei einer Tochter des multinationalen Konzerns Excelitas verblieben. Die Brillengläser der Marke Rodenstock wurden hingegen überwiegend an den Standort Klattau in Tschechien und nach Bangkok verlagert.
Zudem hat das Unternehmen, das sich auf Brillengläser konzentrieren will und mehrheitlich dem Finanzinvestor Apax Partners gehört, das Brillengeschäft an den italienischen De-Rigo-Konzern und die das Brillengeschäft des mehrheitlich dem Finanzinvestor Apax Partners gehörenden Münchener Unternehmen, das sich auf Brillengläser konzentrieren will, an den italienischen De-Rigo-Konzern verkauft, der die Marken Rodenstock Eyewear und Porsche Design Eyewear übernimmt.
Das Spiel mit den Namenslizenzen betreibt auch der in Deutschland vorwiegend für Waschmittel und Körperpflegeprodukte bekannte US-Konzern Procter & Gamble, der mit der Übernahme von Gilette in den Besitz der Marke „Braun“ gekommen war und sich inzwischen auf die Rasierer konzentriert.
Teilweise nutzt Procter & Gamble die Marke auch noch für elektrische Zahnbürsten, weicht dort jedoch zunehmend auf Oral B aus.
Braun-Haushaltsgeräte kommen heute vom italienischen Küchengeräte-Hersteller De’Longhi, der auch unter der britischen Marke Kenwood am Markt ist. Die Uhren der Marke Braun werden heute beispielsweise von Zeon genutzt. Bei Fieberthermometern und Pulsoximetern der Marke Braun liegt die Namenslizenz bei KAZ Europe A Helen of Troy Company in der Schweiz, die Produktion jedoch in China.
Für Haarpflegegeräte wurde die Marke Braun zuletzt an The Conair Group vergeben, die auch unter der Marke BaByliss bekannt ist. Während Braun in Deutschland in der Hauptsache für sein Design bekannt ist, gilt die Marke in UK übrigens eher als Billigmarke im Drogeriemarkt.
Kaum jemand in Deutschland kennt Pabst Licensing
Auch in Deutschland gibt es Unternehmen, die mit Intellectual Property ihr Geschäft betreiben. Zu den bekanntesten zählt die Pabst Licensing in St. Georgen, die auf den Elektromotorenhersteller Pabst zurückgeht, dessen Produkte sich früher in Plattenspielern als Antrieb befanden und mit dem Aufkommen von PCs als Lüfter die Technik kühlten.
Als die Banken Pabst zum Verkauf seiner Firma drängten, musste er an EBM verkaufen, kaufte jedoch um die 600 Patente zurück und gründete 1992 die Pabst Licensing.
Im Folgejahr wurde ein Lizenzvertrag mit dem Festplattenhersteller Seagate Technology abgeschlossen, dem in den Folgejahren weitere Lizenzverträge mit Western Digital, Maxtor und Quantum folgten, sodass heute alle Hersteller von konventionellen Festplatten mit Lizenzen von Pabst arbeiten und 90 Prozent aller Lüfter für die Elektronikkühlung. 2010 wurde gegen TollCollect eine Patentverletzungsklage eingereicht, die im Folgejahr beigelegt wurde.
#économie #brevets #marques #propriété_intellectuelle #industrie #impérialisme #fraude_fiscale #mondialisation




































