• Aus dem Häuschen
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1201665.leipzig-dohne-aus-dem-haeuschen.html

    Schon lange ein Dorn im Auge grüner Kulturkämpfer: Die Drohne von Leipzig ist für sie Anlass, mal wieder die Schließung des Russischen Hauses in Berlin zu fordern. Foto: IMAGO/Schöning

    Après un événement qui a tout d’une provocation false flag ukrainienne les vois russophobes atteignent un volume inconnu. On assiste à une nouvelle tentative de fermer l’institut culturel maison russe à Berlin. L’amitié entre les peuples est la première victime des fanatiques belliqueux.

    7.8.2026 vin Daniel Säwert - Nach dem Drohnenfund von Leipzig überbieten sich Politiker mit Strafforderungen. Dabei ist nicht mal der Täter bekannt.

    Die Drohne von Leipzig hält die Republik weiter auf Trab. Obwohl noch immer nicht geklärt ist, wer hinter dem Fluggerät mitsamt Sprengstoff steht, überbieten sich Medien und Politik mit Spekulationen und Forderungen nach möglichst harten Reaktionen. Zurückhaltung scheint keine Option mehr zu sein.

    Erst spät, eigentlich zu spät, besannen sich viele Medien auf den Grundsatz, niemanden fälschlicherweise zu beschuldigen. Das pflichtbewusste »mutmaßlich« bezüglich der Täterschaft, wie es in beinahe jedem Text zum Anschlag auf den CSD in Berlin zu finden war, ließ lange auf sich warten. Viele werden es gar nicht gelesen haben. Ist aber auch egal, es passte einfach zu gut.

    Sicher, die Umstände sprechen dafür, dass einer der russischen Geheimdienste (vulgo auch »Putins Geheimdienst«) verantwortlich sein könnte. Nur: Solange nichts bewiesen ist, gilt die Unschuldsvermutung. Sogar für Russland.

    Doch abseits der Bundesregierung, die sich einigermaßen bemüht, den Ball noch flach zu halten, schert sich die Politik nicht um dieses juristische Prinzip. Dass CDU-Rechtsaußen Roderich Kiesewetter gleich die Nato konsultieren will, klingt dabei schon fast wie ein Sprung in der Schallplatte. Schließlich möchte er bei jeder Gelegenheit losschlagen.

    Angefeuert durch eine fragwürdige Berichterstattung des WDR haben vor allem die Grünen jegliche Scham abgelegt und endlich den casus destructio für eines ihrer Lieblingsprojekte gefunden. Das Russische Haus in Berlin, schon lange ein tiefer Dorn im Auge grüner Kulturkrieger, muss weg, so die Forderung. Die Drohne soll nun schaffen, was jahrelange Agitation und Überlegungen, wie man denn den Russen aus dem Bau in der Friedrichstraße herausbekommt, nicht vermochten. Dass damit bilaterale Verträge gebrochen und die Zukunft der Goethe-Institute in Russland aufs Spiel gesetzt werden, spielt keine Rolle. Ebenso wenig wie das Abwarten auf Untersuchungsergebnisse. Jetzt oder nie. Wer braucht da noch Recht und Gesetz.

    #Berlin #Mitte #Friedrichstraße #Allemagne #Russie #politique_culturelle #russophobie

  • Schwimmen, Wohnen und Büros geplant: Abriss der alten Schwimmhalle an der Berliner Holzmarktstraße hat begonnen
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/schwimmen-wohnen-und-buros-geplant-abriss-der-alten-schwimmhalle-an-der

    Weniger DDR im Stadtbild, ist das gut oder schlecht ?

    1.7.2026 - Die seit 2018 geschlossene Schwimmhalle in Berlin-Friedrichshain wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Schwimmen soll dort weiterhin möglich sein.

    Die Abrissarbeiten der alten Schwimmhalle in der Holzmarktstraße in Berlin-Friedrichshain haben kürzlich begonnen. Das geht aus einer Mitteilung des Landesunternehmens Berlinovo und der Berliner Bäder-Betriebe hervor.

    Die seit 2018 geschlossene Halle soll im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Holzmarktstraße 51“ durch einen Neubau ersetzt werden. Geplant ist ein Gebäudekomplex mit studentischem Wohnen, Gewerbeflächen und einer neuen Schwimmhalle. Ende September dieses Jahres sollen die Abrissarbeiten der alten Schwimmhalle beendet sein.

    Die Fertigstellung des neuen Gebäudeensembles ist laut der Vorhabenträger für 2030 geplant. Es umfasst 375 Apartments für Studierende, rund 4600 Quadratmeter Büroflächen und 1500 Quadratmeter Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss. Die Grünflächen auf dem Dach sollen frei zugänglich sein.

    Die marode, 1976 erbaute Schwimmhalle stand etwa acht Jahre leer. Obdachlose Menschen suchten dort regelmäßig Zuflucht. Im Februar 2026 brach dort ein Feuer aus, eine Person wurde verletzt. (Tsp)

    #Berlin #Mitte #Holzmarktstraße

  • Versöhnung mit der Volksbühne: Jürgen Kuttners Videoschnipsel gehen doch weiter
    https://www.berliner-zeitung.de/article/juergen-kuttner-matthias-lilienthal-schnipselvortraege-volksbuehne-

    Im Rdio hört man ihn nicht mehr.

    3.7.2026 von Ulrich Seidler - Die Absage der legendären Videoschnipsel-Abende von Jürgen Kuttner an der Volksbühne hatte Trauer und Proteste ausgelöst. Nun zeigt der neue Intendant Matthias Lilienthal Einsicht.

    Die legendären Videoschnipsel-Abende von Jürgen Kuttner und André Meier haben nun doch eine Zukunft an der Volksbühne. Diese „erfreuliche Nachricht“ verbreitet der Ost-Berliner Kulturwissenschaftler und Vortragskünstler auf seiner Facebook-Seite: „Ich hatte am Dienstag ein längeres Gespräch mit Matthias Lilienthal (Intendant der Volksbühne) mit dem Ergebnis, dass es mit den Schnipseln im November erstmal weitergeht …“ Mit einem Smiley kommentiert Kuttner diesen einen lakonischen Satz.

    Matthias Lilienthal bestätigt die Nachricht gegenüber der Berliner Zeitung: „Ich freue mich, dass es nun mit Kuttner an der Volksbühne weitergeht. Wir haben uns geeinigt, dass wir das Format weiterentwickeln.“ Kuttner wird jetzt Gäste an die Seite bekommen, Lilienthal möchte, dass auch eine Perspektive von außen und möglichst von einer jüngeren Generation zum Tragen kommt. Wer das sein wird, wird später verraten.

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    Der neue Intendant der Volksbühne, Matthias Lilienthal © Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

    Ob dieses Verfahren den Schnipselvorträgen frische Impulse verleiht oder ob solche Frische überhaupt nötig ist, wird sich zeigen. Im Fall der Fälle quatscht Kuttner jedes Gegenüber an die Wand. Seine geistige Unberechenbarkeit und Angriffslust, die assoziativen Sprünge, sein enzyklopädisches Gedächtnis und sein unverwechselbarer Ost-Berliner Blick haben die Schnipselabende zu einem Unikat im Theaterbetrieb gemacht – in Verwertungszusammenhängen würde man von einem Unique Selling Point sprechen. Kuttner tritt inzwischen landauf, landab damit auf und füllt mit kleinem Aufwand die Häuser.

    „Ich hätte ihn nochmal anrufen sollen“

    Die Nachricht vom Ende dieses von ihm vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Veranstaltungsformats an der Volksbühne kam im Mai ans Licht und hatte große Wellen geschlagen. Der Dichter Peter Wawerzinek hat zu Protesten aufgerufen. Das FAZ-Feuilleton stellte das ganze Programm Lilienthals in den Schatten dieser Nachricht. Möglicherweise hätte ein früheres Gespräch das alles verhindern können. Lilienthal wollte Kuttner an der Volksbühne halten, fand aber das Veranstaltungsformat etwas aus der Zeit gefallen. „Ich hätte ihn noch einmal anrufen sollen“, sagte er der Berliner Zeitung. Dann hätte Kuttner nicht von der Administration des Hauses erfahren, dass keine weiteren Schnipsel-Termine geplant sind: „Das ist auf dem Verwaltungswege zu Ende gebracht worden“, beschwerte sich Kuttner bei der Berliner Zeitung.

    Nun hat es dieses klärende Gespräch offenbar gegeben. Zwei gute Dinge sind der an sich ärgerlichen Geschichte zu entnehmen: Erstens wurde dem Publikum bewusst, was es an Kuttner und seinen Schnipseln in der Volksbühne hat – die beiden vermeintlich letzten Veranstaltungen im großen Saal waren schnell und restlos ausverkauft. Und zweitens: Auch wenn sich ein Ost- und ein West-Berliner an einen Tisch setzen, beide Mitte 60, können Kränkungen aus dem Weg geräumt und festgefahrene Konfliktsituationen aufgelöst werden.

    #Berlin ##Mitte Theater

  • „Totaler Wahnsinn“ : Hitler-Bunker in Berlin soll für Wohnungen weichen
    https://www.morgenpost.de/berlin/article412435051/totaler-wahnsinn-hitler-bunker-in-berlin-soll-fuer-wohnungen-weichen.html

    On s’approche du trou d’été craint par les journaleux de bas étage comme par leurs patrons avides de recttes publicitaire. Alors on sort l’arme miracle, il faut un beau titre avec la chaîne de langue "Adolf Hitler". Là c’est raté, il n’y a pas d’Adolf. Bof, " Hitler-Bunker" fera l’affaire surtout quand on veut attirer les férus de nazis du Royaume Uni à la recherche d’un "kick" à Berlin.

    Pourtant quand on sort les armes miracle on devrait se souvenir que le plan n’a pas marché la première fois, alors ...

    30.6.2026 von Funke Mediengruppe - Berlin. Der letzte noch erhaltene Vorkriegsbunker des NS-Regierungsviertels in Berlin soll abgerissen werden. Dagegen regt sich Widerstand.

    Unter einer unscheinbaren Brache in Berlin-Mitte liegen die letzten baulichen Spuren von Hitlers einstiger Machtzentrale verborgen: Auf dem Gelände der früheren Neuen Reichskanzlei existiert noch ein Bunker. Nun soll auch dieses Relikt verschwinden, denn auf dem Areal sind Wohnungen und Büros geplant. Nicht nur Denkmalschützer sehen die Pläne kritisch. „Eine der letzten Spuren der NS-Machtzentrale abzureißen, das ist heutzutage totaler Wahnsinn“, sagt Dietmar Arnold, Vorstandsvorsitzender des Vereins Berliner Unterwelten, der sich mit dem Verein für den Erhalt des Bunkers einsetzt.
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    Berlins Bausenator Christian Gaebler (SPD) spricht sich gegen einen Erhalt aus. Der „B.Z.“ sagte er: „Wir stehen dem Neubau von Wohnungen nicht im Wege, um einen Bunker zu erhalten, der dann womöglich noch zum Wallfahrtsort wird.“

    Der Verein findet diese Position nicht nachvollziehbar. „Das ist nur ein vorgeschobenes Argument. Der Verein Berliner Unterwelten zeigt seit Jahren erfolgreich, wie man sich mit solchen Gebäuden auseinandersetzen kann, ohne sie gleich abzureißen“, erklärt Arnold. Für Berlin sei der Abriss des letzten authentischen Restes der Neuen Reichskanzlei „oberpeinlich“, findet er.

    Letzter erhaltener Vorkriegsbunker des NS-Regierungsviertels

    Aus Sicht des Landesdenkmalamtes ist der Bunker von „umfassender historischer und wissenschaftlicher Bedeutung“, wie Sebastian Heber erklärt, der Abteilungsleiter für Bodendenkmalpflege ist. Der Bunker stelle den letzten bauzeitlichen Rest der Neuen Reichskanzlei dar und sei zudem der letzte noch erhaltene Vorkriegsbunker des Berliner NS-Regierungsviertels. Aufgrund einer Weisung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sei der Bunker jedoch nicht als Denkmal ausgewiesen worden.

    Der Landesdenkmalrat, ein Expertengremium, sprach sich im vergangenen Jahr dafür aus, den Erhaltungszustand und eine Eintragung des Bunkers in die Denkmalliste zu prüfen. „Die Neue Reichskanzlei war Planungs- und Ausgangsort des Zweiten Weltkrieges und steht symbolhaft auch für das katastrophale Ende des NS-Regimes“, heißt es in einer Empfehlung des Gremiums vom März 2025.

    Das Gremium findet, dass der Bunker einen wichtigen historischen Zeugniswert hat. Die Bedeutung solcher Objekte für künftige Generationen sei in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Gerade in Zeiten des digitalen Missbrauchs, des Sterbens der letzten Zeitzeugen und einer teilweisen Relativierung der NS-Verbrechen erscheine es umso wichtiger, materielle und eindeutige Spuren zu erhalten.

    Laut Arnold sind noch 1.200 Quadratmeter der Bunkeranlage erhalten, die Wände und Decke seien jeweils 1,70 Meter stark. Diese ließen sich sogar überbauen, ohne sie abzureißen. Nun solle etwa der halbe Bunker abgerissen werden, damit Wohnungen und Büros entstehen könnten. „Wenn man den Bunker zur Hälfte wegsägt oder wegbaggert, geht die Stabilität verloren. Dann macht es keinen Sinn, noch etwas zu erhalten“, kritisiert Arnold. Er plädiert dafür, dort eine Ausstellung zum Kriegsende zu errichten und erinnert an das berühmte Kapitulationsfoto von General Helmuth Weidling, als dieser am 6. Mai 1945 den Bunker verließ.
    Hitlers Symbol seines Herrschaftsanspruchs

    Die Neue Reichskanzlei war laut Deutschem Historischen Museum Berlin ein monumentaler Regierungs- und Repräsentationsbau des NS-Regimes in Berlin, den Adolf Hitler als architektonisches Symbol seines Herrschaftsanspruchs errichten ließ. Nach Plänen von Albert Speer wurde das Gebäude ab 1934 in der Voßstraße gebaut und in nur rund zwölf Monaten bis Januar 1939 weitgehend fertiggestellt, nachdem zuvor ganze Straßenzüge abgerissen worden waren. 1945 wurde die Kanzlei von der Roten Armee eingenommen und ab 1949 abgerissen.

    Laut dem Bericht der „B.Z.“ soll auf dem Gelände ein siebengeschossiges Gebäude mit 66 Wohnungen, aber auch ein Bürogebäude mit sechs Geschossen errichtet werden. Aus Sicht von Arnold werden dies aber „keine der bezahlbaren Wohnungen sein, die in Berlin gebraucht werden“.

    Der Bunker war nur einer von vielen verschiedenen Bunkern im ehemaligen NS-Regierungsviertel rund um die Wilhelmstraße. Arnold betont, dass es sich dabei nicht um den berühmten „Führerbunker“ handelt, in dem Adolf Hitler und Eva Braun Selbstmord begingen. Dieser Bunker wurde im April 1944 fertiggestellt, an seiner Stelle in der Gertrud-Kolmar-Straße in Berlin-Mitte befindet sich heute ein Parkplatz. 2006 stellte der Verein Berliner Unterwelten dort eine Informationstafel zur Geschichte des „Führerbunkers“ auf.

    #Berlin #urbanisme #nazis #Mitte

  • Das Bangen um die Torstraße: „Die aktuelle Planung erfüllt uns mit großer Angst“
    https://www.berliner-zeitung.de/article/das-bangen-um-die-torstrasse-die-aktuelle-planung-erfuellt-uns-mit-

    Gentrifizierung o.k. aber jetzt ist eine Mische bedroht, die sich Gewerbetreibende und Anwohner der Torstraße geschaffen haben. Politik kann im Kapitalismus immer nur einer Menderheit dienen, der mächtigsten, am bedten vernetzten oder der lautesten. Um die Mehrheit der einfachen Menschen geht es in Berlin-Mitte schon lange nicht mehr, denn die wurden nach dem Einbruch des Kapitalismus ab 1990 aus dem Stadtzentrum vertrieben.

    9.6.2026 von Enno Kramer - Umsatzeinbrüche und Dauerbaustelle: Aus Sorge vor den Folgen des Umbaus der Torstraße wenden sich Gastronomen und Gewerbetreibende nun direkt an die Politik.

    Straßenumbauten haben in Berlin einen schwierigen Stand. Sowohl die Neugestaltung der Bergmannstraße als auch die inzwischen geradezu chronischen Umbaumaßnahmen der Friedrichstraße haben bei vielen Berlinerinnen und Berlinern Spuren hinterlassen. Wo in Kreuzberg ursprünglich eine „Begegnungszone“ entstehen sollte, wurde eher ein Spießrutenlauf geschaffen, sobald man die Straße überqueren möchte. Und wo in Mitte die Verkehrswende sichtbar werden sollte, herrschte nach dem Umbau lange Stillstand.

    Nun bangen Gastronomen und Gewerbetreibende, dass es der sonst so lebendigen Torstraße ähnlich ergehen könnte. In einem Offenen Brief, der dieser Zeitung vorliegt, wenden diese sich angesichts der geplanten Umbaumaßnahmen mit „großer Sorge“ an die Politik und Verwaltung: „Die Torstraße darf nicht zum nächsten Berliner Baustellen-Opfer werden“, heißt es in der Überschrift.

    Vom Berliner Treffpunkt zur Dauerbaustelle?

    Was sich über Jahre hinweg organisch zu einer Ausgehmeile, Food-Meile und einem Treffpunkt für Berlinerinnen, Berliner und Gäste aus aller Welt entwickelt habe, stehe nun vor einer ungewissen Zukunft. „Uns erfüllt die aktuelle Planung mit großer Angst“, schreiben die Gastronomen und Gewerbetreibenden. Über 50 Betriebe zwischen Chausseestraße und Rosenthaler Platz haben sich der Initiative „Torstraße beleben“ angeschlossen – darunter die Brasserie Torbar, das Sanbuena, die Flatmakers und das Café St Oberholz.

    „Wir haben den Eindruck, dass über die Zukunft der Straße entschieden wird, ohne die Menschen einzubeziehen, die täglich hier arbeiten, investieren und Verantwortung tragen“, schreiben Simon Bühler von der Brasserie Torbar und Tom Wagner vom San Buena & Flatmakers im Namen der Unternehmerinnen und Unternehmer.

    Es habe weder eine Beteiligung des Gewerbes noch belastbare Gespräche über die Auswirkungen der Umbaumaßnahmen gegeben. Auch Antworten auf „existenzielle Fragen“ der betroffenen Betriebe seien ausgeblieben. Allein im Abschnitt zwischen Rosenthaler Platz und Chausseestraße stünden nun rund 250 Arbeitsplätze akut auf dem Spiel, schätzen die Gewerbetreibenden.

    Während viele Betriebe bereits jetzt darüber nachdenken müssten, Personaleinstellungen zu stoppen, Verträge zu befristen oder sogar Schließungen vorzubereiten, richte sich die Sorge weniger gegen die Veränderung an sich: „Unsere größte Sorge ist, dass die Torstraße zur nächsten Berliner Dauerbaustelle wird.“ Ohne konkrete Beispiele zu nennen, verweisen die Initiatoren auf „zahlreiche Berliner Straßen, die durch langjährige, schlecht koordinierte Baustellen und fehlende Kommunikation massiv an Attraktivität und Lebensqualität verloren haben“.

    Sorge vor Umsatzeinbrüchen und Schließungen

    Die konkrete Sorge der Gewerbetreibenden und Gastronomen: „Gäste bleiben weg, Umsätze brechen ein, Betriebe schließen.“ Selbst nach Fertigstellung würde es oft Jahre dauern, bis sich eine Straße wirtschaftlich wieder erholt – „wenn überhaupt“. Nach Corona, Inflation, Energiekrise und stetig steigenden Kosten könnten sich viele Betriebe eine weitere mehrjährige Belastung nicht mehr leisten.

    Geplant ist auf dem rund zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Karl-Liebknecht-Straße und Chausseestraße ein Großprojekt. In fünf Jahren Bauzeit – aufgeteilt in zwei Teilabschnitte – soll die Torstraße nicht einfach „modernisiert“ werden, sondern zu einer neu aufgeteilten Stadtstraße mit stärkerem Fokus auf Rad- und Fußverkehr werden. Durchgängige Radverkehrsanlagen, verbreiterte Gehwege sowie Lieferzonen und Haltebereiche für Gewerbe sind geplant. Parkplätze sollen reduziert werden und teilweise entfallen.

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    Auch der Rosenthaler Platz ist unmittelbar von den geplanten Umbaumaßnahmen betroffen. © Depositphotos/imago

    Für die Gewerbetreibenden und Gastronomen steht vor allem eine Frage im Raum: „Warum wird eine funktionierende, lebendige Straße ohne ausreichende Einbindung der Betroffenen umgebaut?“ Ein Blick auf Städte wie Paris, Wien, Kopenhagen oder Zürich zeige, dass es nicht nur auf „schöne Straßenräume“ ankomme. „Wir sehen Städte, die Lebensqualität ganzheitlich denken. Dort werden Aufenthaltsqualität, Wirtschaft, Gastronomie, Kultur, Mobilität und die Bedürfnisse der Anwohner gemeinsam betrachtet.“

    Den Initiatoren des Briefes geht es dabei nicht um die reine Blockade einer Weiterentwicklung der Torstraße: „Wir sind gegen eine Planung, die die Menschen ignoriert, die diese Straße und Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Wir wünschen uns ein starkes, lebendiges und attraktives Berlin.“

    Um das zu erreichen, stellen die Gewerbetreibenden fünf Forderungen: „eine verlässliche Planungssicherheit, echte Beteiligung des Gewerbes, unbürokratische Ausweich- und Ersatzflächen, wirtschaftliche Absicherung und die Einrichtung eines Torstraßen-Round-Table, an dem sowohl die Gewerbetreibenden und Anwohner als auch Senatsverwaltung, Stadtplaner, Bezirksamt und der Bürgermeister teilnehmen sollen“.

    Für die Autoren des Briefes ist klar: „Die Politik muss verstehen: Eine lebenswerte Stadt entsteht nicht allein auf dem Reißbrett in einem schönen Büro mit Ausblick. Sie entsteht durch die Menschen, die sie jeden Tag mit Leben füllen.“

    #Berlin #Mitte #Torstraße #Stadtentwicklung

  • Posse um Platz der Märzrevolution: Amtsblatt streicht Revolution
    https://taz.de/Posse-um-Platz-der-Maerzrevolution/!6183597


    Da ist ja ein Platz ! Und einer mit Namen ! Und mit #Revolution, boah !

    3.6.2026 von Uwe Rada - Warum wird ein Platz nicht ausgeschildert, obwohl es ihn gibt? Diese Frage der Berliner Geschichtswerkstatt muss das Verwaltungsgericht beantworten.

    Auf Google Maps gibt es ihn. Etwas eingeklemmt zwischen Humboldt-Universität, Gorki-Theater und Neuer Wache ist er verzeichnet: der Platz der Märzrevolution.

    Die prominente Lage in der Berliner Mitte verdankt der Platz der ersten Sitzung der Preußischen Nationalversammlung. Sie tagte 1848 in der ehemaligen Singakademie, seit 1952 Spielstätte des Maxim-Gorki-Theaters.

    In den digitalen Raum hat es der Platz der Märzrevolution also geschafft, und auch auf den analogen Stadtplänen ist er eingetragen. Nur die letzte Weihe, die verweigert ihm das Bezirksamt Mitte. Seit der Umbenennung am 18. März 1998, dem 150. Jahrestag der Märzrevolution, wartet der Platz auf sein Platzschild.

    Nun sind 28 Jahre im Berliner Verwaltungshandeln bekanntlich ein Wimpernschlag. Eine solche Interpretation würde vielleicht sogar auch Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt nicht bestreiten. Zusammen mit der „Aktion 18. März“ hatte er sich seinerzeit dafür eingesetzt, dass die immer etwas jenseits des offiziellen Erinnerns laufende Deutsche Revolution im Stadtbild sichtbar wird.

    28 Jahre im Berliner Verwaltungshandeln sind bekanntlich ein Wimpernschlag

    Außer dem Platz des 18. März auf der Westseite des Brandenburger Tors hat sich dabei bislang aber nicht viel getan. Nun freilich besteht Hoffnung. Die Berliner Geschichtswerkstatt hat den Bezirk Mitte vor Gericht gezerrt. Hauptpunkt der Anklage: Das Bezirksamt habe versucht, „den Platz der Märzrevolution am Maxim-Gorki-Theater verschwinden zu lassen“. Am Dienstag kommt es laut Angabe der Geschichtswerkstatt zu einem mündlichen Verhandlungstermin.

    Platz frei für das Nichts

    Anlass der Klage war eine Mitteilung des Bezirks im Amtsblatt vom 11. April 2025. Darin habe der Bezirk erklärt, dass sich das Problem mit der Platzbenennung erledigt habe, teilt die Geschichtswerkstatt in einer Presseerklärung mit. Denn es gebe den Platz nicht, an der besagten Stelle sei nie ein Platz gestaltet worden.

    Sollte das Gericht dieser Argumentation folgen, wäre Berlin auf einen Schlag fast all seine Probleme los. Beispielsweise könnte der Senat auf dem ehemaligen Flughafen Tegel eine große Waldfläche pflanzen lassen, ohne dafür Entschädigung zahlen zu müssen. Denn die Urban Tech Republic, die dort entstehen sollte, gibt es nicht, weil sie bislang nicht fertig wurde.

    In Pankow wiederum könnte Europas größer Wildpark für Kreuzkröten entstehen – und Möbelkönig Kurt Krieger wäre machtlos. Denn das Pankower Tor, das dort entstehen soll …? Eben, gibbet nich!

    Aber kommt frech sein wirklich durch? Bislang anscheinend schon. Schon 2008 beklagte Karwelat in einem Gastbeitrag in der taz die Untätigkeit des Bezirks. Dabei waren bereits zwei Platzschilder angefertigt worden. Doch die waren auf kuriose Weise verschwunden. Schon damals stellte Karwelat deshalb die revolutionäre Forderung auf, ein neues Schild fertigen zu lassen. Und der Bezirk? Eben! Wimpernschlag!

    Aber so ist das vielleicht mit den Deutschen und ihren Revolutionen. Der eine (Lenin) meinte, das werde ohnehin nie was: „Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen“, soll er gesagt haben, „kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“

    Andere hoffen auf ein Berliner Verwaltungsgericht.

    Wie wär’s denn damit: Den 3D-Drucker anwerfen, Platzschild drucken und selbst anbringen?

    Und am nächsten Tag mit dem Recht argumentieren, das noch jede Revolution ausgebremst hat – dem Gewohnheitsrecht.

    #Berlin #Mitte #Platz_der_Märzrevolution #Straßenumbenennung #Verwaltung #Revolution #1848

  • Ein Haus aus einer anderen Welt: Die Botschaft Nordkoreas – mitten in Berlin
    https://www.berliner-zeitung.de/article/das-gefaehrlichste-haus-berlins-die-botschaft-nordkoreas-10035097

    Die politische Einschätzumg in diesem Artikel ist billig abgeschriebener Quatsch die lustigen Berlingeschichten und Bildzeitungszitate lesenswert.

    31.5.2026 Albert Hammig - In Berlins Mitte betreibt Nordkorea eine Botschaft ohne diplomatischen Auftrag – und soll sie für Waffenbeschaffung, Schmuggel und skurrile Geschäfte nutzen.

    Zwischen Mall of Berlin und Bundesrat, zwischen Hipster-Café und Dönerbude liegt ein Gelände, das aus einer anderen Welt kommt: Personenkult statt Demokratie, Propaganda statt Werbebanner, Militärparaden statt Touristenströme. 8000 Quadratmeter überwuchertes Terrain, graue Fassaden, blickdichte Fenster – und an der Fassade das Wappen der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK). Nordkorea, mitten in Berlin, Glinkastraße. Hier gilt das Recht einer der letzten sozialistischen Diktaturen der Welt. Die Zeit scheint stillzustehen – als hätte jemand 1989 vergessen, die Uhr aufzuziehen.

    Eine Botschaft hat im Normalfall einen klaren Daseinszweck: Sie pflegt die diplomatischen Beziehungen zwischen zwei Ländern. Doch zwischen Deutschland und der DVRK gibt es weder Handelsabkommen noch nennenswerte diplomatische Kontakte – spätestens seit Kim Jong-un öffentlich mit Atomwaffen westlichen Mächten droht, herrscht weitgehend Funkstille. Für Deutschland erfüllt diese Botschaft also keinen erkennbaren Zweck. Für Nordkorea hingegen ist sie vor allem eines: ein Außenposten zur Geldbeschaffung, so die Vorwürfe.

    Geteilte Schicksale

    Deutschland und Korea verbindet mehr, als die geografische Ferne vermuten lässt: Beide Länder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg ideologisch gespalten. Mit dem Ende der 35-jährigen japanischen Besatzung teilten die Siegermächte USA und Sowjetunion die koreanische Halbinsel in zwei Besatzungszonen – der sowjetisch kontrollierte Norden wandte sich dem Kommunismus zu, der amerikanisch geprägte Süden dem Kapitalismus. Ein Schicksal, das Deutschland nur allzu gut kannte.

    Die DDR zählte zu den ersten Staaten, die die DVRK nach ihrer Gründung 1948 offiziell anerkannten, und leistete nach dem Koreakrieg umfangreiche Aufbauhilfe. Um die „sozialistische Bruderfreundschaft“ in Stein und Beton zu gießen, beauftragte damals der DDR-Staat Siegfried Wagner – Architekt des ikonischen Palasts der Republik – mit dem Bau einer repräsentativen Botschaft in Berlin.

    Mit dem Mauerfall 1989 verlor Nordkorea seinen wichtigsten europäischen Verbündeten. Während Deutschland die Wiedervereinigung feierte, entwickelte sich die DVRK zu einer hermetisch abgeriegelten, dynastischen Diktatur, deren Staatsdoktrin vor allem auf Militarisierung und nukleare Aufrüstung ausgerichtet ist. Die diplomatische Beziehung kühlte auf Null ab, die Botschaft aber blieb.

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    Bescheidenheit geht anders: Kim Il-sung und sein Sohn Kim Jong-il, die ersten beiden Generationen der 1948 gegründeten Kim-Dynastie. © Andreas Taubert
    Wildwuchs und Personenkult

    Nach offiziellen Angaben sind heute rund 16 Personen in der Botschaft tätig. Auf dem Gelände sollen auch die Familien der Mitarbeiter leben. Von außen wirkt die Anlage jedoch gänzlich verlassen: Das Außengelände ist mit Gras überwuchert, Äste liegen quer über den Hof verstreut. Die grauen Gebäude wirken traurig und verlassen, die meisten Fenster sind blickdicht. Auf dem Dach ragt eine riesige, verbogene Antenne in den Himmel. Im Foyer des Hauptgebäudes sind gestapelte Matratzen zu erkennen.

    Und doch ist die Botschaft in Betrieb, auf welche Art auch immer. Botschaftsleiter Kim Chol Jun veranstaltet hier alljährlich eine Feier zum Geburtstag von Kim Il-sung – dem Staatsgründer der DVRK, „Ewigen Präsidenten“ und vergötterten Dynastiegründer. Pressevertreter werden eingeladen, 2024 gewährte die Bild-Zeitung Einblicke in den Abend.

    Das Gästebuch liest sich wie eine Kuriositätensammlung politischer Randgestalten: Torsten Schöwitz, Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands, und der ehemalige SPD-Politiker Wolfgang Nowak, ein enger Vertrauter Gerhard Schröders, der als inoffizieller Unterhändler nach Pjöngjang gereist war. Auch hauseigenes Botschaftspersonal war zugegen, darunter Kim Chol Ryong, ausgewiesen als „Mitarbeiter für Kontakte zur EU“ – der laut Bild jedoch noch nie einen Fuß nach Brüssel gesetzt hat.

    Das Buffet fiel der Lage des Gastgebers entsprechend bescheiden aus: zwölf Flaschen Bier, vier Flaschen Wein, koreanische Spezialitäten aus dem Supermarkt. Die hungrigen Gäste wurden höflich darauf hingewiesen, dass sich die Familien der Botschaftsmitarbeiter über Reste freuen würden. Zurückhaltung ist gefragt, wie im Land selbst.

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    Hinterhof des Botschaftsgeländes © Albert Hammig/Berliner Zeitung

    Geld beschaffen für den „Obersten Führer“

    Da Nordkorea seinen weltweit 49 Botschaften kaum Mittel für den laufenden Betrieb überweist, sind die Diplomaten faktisch gezwungen, selbst für ihre Einnahmen zu sorgen. Das Spektrum reicht laut Berichten mutmaßlich von legalem Handel bis hin zu Straftaten. Im Hintergrund koordiniert angeblich das sogenannte „Büro 39“ – eine geheimnisvolle Abteilung in Pjöngjang, die direkt Kim Jong-un untersteht – die Beschaffung von Devisen im staatlichen Auftrag, oft mit illegalen Mitteln. Die diplomatische Immunität der Botschafter erweist sich dabei als nützliches Schutzschild.

    Bereits zu DDR-Zeiten galt die Berliner Botschaft als Zentrum verdeckter Beschaffungsoperationen, Schmuggel und illegaler Handelsgeschäfte. 1986 filmte ein ARD-Magazin nordkoreanische Diplomatenfahrzeuge voller Pakete am Grenzübergang Invalidenstraße – durchsucht wurden sie, der Immunität wegen, nicht. Berichten zufolge sollen über West-Berliner Speditionen Embargogüter und militärische Bauteile nach Pjöngjang geschleust worden sein; mehrere Diplomaten wurden in der Folge von den Westalliierten ausgewiesen.

    Ende der 1990er-Jahre geriet ein nordkoreanischer Diplomat in Berlin in den Fokus der Behörden: Die Süddeutsche Zeitung berichtete über mutmaßliche Verbindungen zu kriminellen Netzwerken und den Verkauf von Waffen und Heroin. Internationale Medien berichten über weitere Fälle: 2015 wurde ein nordkoreanischer Diplomat am Flughafen Dhaka mit 27 Kilogramm Gold erwischt; ein Jahr später derselbe Flughafen, ein anderer Diplomat – diesmal mehr als 1,6 Millionen unverzollte Zigaretten. Auch in Afrika sollen nordkoreanische Botschaftsmitarbeiter durch illegalen Handel mit Rhinozeroshörnern und Elfenbein erhebliche Devisen generiert haben. Den „Obersten Führer“ freut’s.

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    Der rechte Anbau ist laut Berichten das einzige Gebäude in Benutzung. Das Hauptgebäude links soll schwer baufällig sein. © camcop media / Andreas Klug
    Eine Atombombe mit deutschen Bauteilen

    Kim Jong-un macht aus seiner Vorliebe für Waffen keinen Hehl. In staatlichen Propagandafilmen posiert er mit Lederjacke und Sonnenbrille vor Atomsprengköpfen – ein Bild, das er bewusst inszeniert. Doch wie konnte ein derart sanktioniertes Land, vom Rest der Welt weitgehend isoliert, zur Atommacht aufsteigen?

    Nach Informationen des Verfassungsschutzes und Recherchen des NDR nutzten nordkoreanische Diplomaten auch hierfür ihre Immunität: Aus der Botschaft heraus sollen Bestellungen bei deutschen Rüstungsfirmen und Technologieunternehmen platziert worden sein. „Wir mussten feststellen, dass von dort aus Beschaffungsaktivitäten gelaufen sind – aus unserer Sicht mit Blick auf das Raketenprogramm, teilweise auch auf das Nuklearprogramm“, sagte der damalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

    Oft handelt es sich um sogenannte Dual-Use-Güter: Technologien, die zivil wie militärisch nutzbar sind. Ein nordkoreanischer Diplomat soll bis 2014 versucht haben, in einem deutschen Fachgeschäft einen Multigasmonitor zu erwerben – ein Gerät, das auch bei der Herstellung chemischer Kampfstoffe eingesetzt werden kann. 2018 sollen über eine anonyme Bestellung Hightech-Komponenten beschafft worden sein. Nordkorea soll zudem mit militärischer Technologie internationale Geschäfte machen: UN-Berichte werfen der Führung seit Jahren Waffenlieferungen und sogar den mutmaßlichen Verkauf eines Atomreaktors an Syrien vor.

    Für den Verfassungsschutz ist die Botschaft seither ein Dorn im Auge. Das Botschaftsgelände darf der deutsche Staat jedoch weder durchsuchen noch Dokumente beschlagnahmen – das wäre ein Bruch des Völkerrechts. Eine Anfrage der Berliner Zeitung zu den Vorwürfen blieb von der Botschaft unbeantwortet.

    Eine Nacht bei Kim Jong-un

    Die wohl kurioseste Episode in der Geschichte dieser Botschaft: Zwischen 2007 und 2020 konnte man auf dem Gelände einer der repressivsten Diktaturen der Welt übernachten, ohne dafür nach Pjöngjang reisen zu müssen. Um Einnahmen zu generieren, vermieteten die Diplomaten das Hauptgebäude an eine türkische Firma, die dort das City Hostel Berlin betrieb. Das Gericht stellte später fest: Rund 38.000 Euro Miete pro Monat flossen an die Botschaft.

    Mehrbettzimmer gab es schon ab 17 Euro die Nacht. Ahnungslose Backpacker, angelockt von Tiefstpreisen, checkten in einem Gebäude ein, das einem der isoliertesten und repressivsten Staaten der Welt gehört – ein Teil ihres Geldes könnte mittelbar in das nordkoreanische Atomprogramm geflossen sein.

    In einer Online-Kommentarspalte erinnert sich jemand, auf einer Schulfahrt mit Freunden Kronkorken gegen die Botschaftsfenster geschnippt und Bierflaschen geworfen zu haben. Mutig – im Land selbst könnte das sein letztes Bier gewesen sein.

    Neben dubiosen Geschäften finanzierte das Touristengeld die Botschaft jahrelang. Gleichzeitig stand Nordkorea wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter harten UN-Sanktionen, die 2016 nochmals verschärft wurden. Die neuen Resolutionen verboten schließlich die Vermietung nordkoreanischer Auslandsimmobilien – das Land sollte keine Einnahmen mehr aus dem Ausland generieren können, die indirekt das Atomprogramm mitfinanzierten.

    Der Bezirk Mitte hatte die Schließung bereits 2018 angeordnet; das Hostel wehrte sich zwei Jahre lang juristisch, bevor Corona-Auflagen und wachsender Rechtsdruck den Betrieb endgültig beendeten. Eine diplomatische Institution, die ihre Räumlichkeiten an Backpacker vermietet – das gibt es wohl nur in Berlin.

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    Das Hostel wurde 2020 geschlossen. Die Matratzen schimmeln nun im Foyer vor sich hin. © Albert Hammig/Berliner Zeitung
    Ein Gebäude als Gleichnis

    Eine Sanierung durch deutsche Firmen ist kaum denkbar: Die Sanktionen schließen entsprechende Aufträge weitgehend aus, der sichtbare Verfall ist damit das direkte Resultat des weggebrochenen Hostel-Einkommens. Während sich Berlin im Schnelldurchlauf verändert, steht die Zeit auf dem 8000 Quadratmeter großen Botschaftsgelände still. Das Gras wächst, die Fassade bröckelt und irgendwo dahinter lebt eine Handvoll Menschen, abgeschnitten von der Stadt.

    #Berlin #Mitte #Mauerstraße #Botschaft #Korea

  • Nach 27 Jahren flieht eine Berliner Institution. Gründer Andreas Becker rechnet ab: Wie Müll, Drogen und explodierende Kosten das Aus besiegelten. n im Niedergang“: Circus-Hotel am Rosenthaler Platz schließt
    https://www.berliner-zeitung.de/article/exklusiv-circus-hotel-am-rosentaler-platz-schliesst-betreiber-sieht

    Circus wr nie eine relevante Adresse.

    28.5.2026 von Valentin Wölflmaier - Nach 27 Jahren flieht eine Berliner Institution. Gründer Andreas Becker rechnet ab: Wie Müll, Drogen und explodierende Kosten das Aus besiegelten.

    Berlin verliert eine seiner bekanntesten touristischen Adressen am Rosenthaler Platz. Das Circus-Hotel wird Ende Oktober an diesem Ort seine Türen schließen. Die Mitarbeiter sind bereits informiert. Es ist das vorläufige Ende eines Kapitels für ein Haus, das wie wenige andere den Aufstieg Berlins zur europäischen Touristenmetropole begleitet und geprägt hat. Von der Schließung ausgenommen bleibt das benachbarte Hostel der gleichen Betreibergruppe.

    Der unmittelbare Auslöser für das Ende am jetzigen Standort liegt in der Immobilie selbst. Das Objekt sei sanierungsbedürftig, sagt Mitbegründer Andreas Becker, der Eigentümer jedoch nicht zu entsprechenden Investitionen bereit. Angesichts der allgemeinen Marktlage lohne sich eine eigene, nachhaltige Investition für die Betreiber nicht mehr. Man suche nun nach einer neuen Immobilie, um Hotel und Hostel künftig wirtschaftlicher unter einem Dach vereinen zu können.

    Hohe Personal- und Energiekosten

    Die Gründe für den Rückzug sind jedoch vielschichtig und spiegeln auch die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen der Hauptstadt wider. Auf der rein betriebswirtschaftlichen Ebene nennt Andreas Becker eine toxische Mischung aus strukturellen Nachteilen für Einzelbetreiber. Die Personalkosten seien vor allem durch die massiven Mindestlohnerhöhungen rasant gestiegen, hinzu kämen inflations- und kriegsbedingte Preissteigerungen für Energie, Wasser und Wärme.

    Zudem drückten die Provisionen von Online-Reisebüros. Bis zu 18 Prozent des generierten Umsatzes verlangten Plattformen wie Booking.com – ein laut Becker geschäftsschädigendes Maß, das große Hotelketten dank direkter Verträge und um bis zu sechs Prozentpunkte niedrigerer Provisionen umgehen könnten. Ein starker Kostentreiber ist die erhebliche City Tax von nun 7,5 Prozent auf alle Übernachtungen.

    Symptom einer tiefergehenden touristischen Krise

    Doch die Schließung ist auch Symptom einer tiefergehenden touristischen Krise der Hauptstadt. Während andere europäische Metropolen längst wieder wachsen, liegt Berlin bei den Gästezahlen noch immer unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Die Rahmenbedingungen haben sich drastisch verschlechtert. Becker zeichnet das Bild einer in Teilen dysfunktionalen Infrastruktur: „Der Flughafen ist ein riesiges Problem. Berlin ist schlecht angebunden, wir haben 15 bis 20 Prozent weniger Ankünfte als 2019.“

    Erschwerend komme hinzu, dass die Fluggesellschaft Ryanair angekündigt habe, ihre Basis am BER im Oktober zu schließen und das Flugangebot massiv zusammenzustreichen. Auch die Schiene biete keine Entlastung: „Der Hauptbahnhof ist seit 20 Jahren eine Dauerbaustelle, die nicht beendet wird.“
    Problem mit Obdachlosigkeit und Drogenkonsum

    Hoffnungen auf schnelle Impulse durch sportliche Großveranstaltungen erteilt der Hotelier eine Absage. Diese seien wirtschaftlich relativ irrelevant und spiegelten oft nur die aktuelle gesellschaftliche Atmosphäre wider – im Fall der Europameisterschaft 2024 eher die eines Landes in der Krise.

    Hinzu komme ein wachsendes Problem mit Obdachlosigkeit und offenem Drogenkonsum. Zwar ziehe Berlin weiterhin eine spezifische Gruppe von Menschen an, die für Extremerfahrungen und den Konsum harter Drogen in den Clubs anreisen, doch für den allgemeinen Massenmarkt tauge dieses Nischen-Modell nicht. Es herrsche die Fehlwahrnehmung, dass ein derart libertäres Nachtleben die breite Masse der Touristen anziehe. Becker sieht diese Entwicklung durch die jüngste Cannabis-Legalisierung noch verschärft: „Sie haben mittlerweile im Innenstadtbereich große Bereiche, die durchgehend nach Marihuana stinken.“

    Foto
    Andreas Becker betreibt das Circus-Hotel und das Circus-Hostel am Rosenthaler Platz in Berlin Mitte. © Doris Spiekermann-Klaas TSP via www.imago-images.de

    Hotelier: Berlin folge dem Negativbeispiel Amsterdams

    Die Stadt sende Signale des Niedergangs aus. „Für die große Mehrheit der Besucher, wie Familien mit Kindern oder Menschen aus Ländern mit strengen Drogenregeln, ist das ein Zeichen von Kontrollverlust“, analysiert Becker. Für Touristen sei ein Umfeld mit offenem Drogenkonsum stets mit Gefahr und Kriminalität belastet. Berlin folge damit dem Negativbeispiel Amsterdams, das durch eine liberale Drogenpolitik massiven Drogentourismus angezogen habe, bis die Strukturen kollabierten.

    Diese Entwicklung hat messbare Konsequenzen, insbesondere bei der weltweit am stärksten wachsenden Zielgruppe: dem asiatischen Tourismus. „Dieses Wachstum kommt in Berlin nicht an, da in Asien Sauberkeit und eine strenge Drogenpolitik wichtig sind“, stellt Becker fest. Erschwerend komme hinzu, dass asiatische Gäste großen Wert auf exklusive Einkaufsmöglichkeiten legten – ein Segment, in dem Berlin etwa gegenüber München deutlich das Nachsehen habe.

    Das Circus beschäftigt 200 Mitarbeiter

    Diese harte Bestandsaufnahme steht in scharfem Kontrast zu den Anfängen des Unternehmens. Die Geschichte des Circus ist eine klassische Berliner Nachwende-Erzählung, in der Pragmatismus auf Aufbruchstimmung traf. Sie begann 1997, als Andreas Becker, damals Student und Aushilfe in einem Erotikgeschäft in Prenzlauer Berg, die Idee zu einem Backpacker-Hostel entwickelte. Mit geliehenem Geld startete er in einer unsanierten Ruine an der Reinhardtstraße in Mitte. Eine lobende Erwähnung im Reiseführer „Lonely Planet“ sorgte kurz darauf für den internationalen Durchbruch. Das Circus wuchs mit der Stadt, expandierte an den Rosenthaler Platz und beschäftigt heute rund 200 Mitarbeiter.

    Für den Rosenthaler Platz bedeutet der bevorstehende temporäre Rückzug nun mehr als den bloßen Verlust von 60 Gästezimmern. Wenn im Oktober die Lichter im Hotel ausgehen, verschwindet eine Institution, die das unbeschwerte, improvisierte Nachwende-Berlin verkörperte. Was laut Becker bleibt, ist ein Platz, der auch die urbanen Krisen wie unter einem Brennglas bündelt: Drogen, Obdachlosigkeit, Leerstand.

    #Berlin #Mitte #Rosenthaler_Platz #Hotel #Tourismus #Krise

  • Grüne wollen Russisches Haus in Berlin schließen
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199657.kulturdiplomatie-gruene-wollen-russisches-haus-in-berlin-schliess

    Das Russische Haus zählt nach eigenen Angaben rund 200 000 Besucher im Jahr. Foto : Imago/Berlinfoto

    Les bellicistes du parti vert allemand font ce qu’ils peuvent pour fermer la dernière institiuion culturelle russe à Berlin.

    Pendant une discussion à propos de la question ils admettent la modification profonde du parti avec les mots que les défenseurs des droits de l’homme y ont gagné contre les pacifistes qui ont fondé le parti vert. Je ne comprends pas l’argument. Il n’y a pas de pire violation des droits de l’homme que les massacres de la guerre.

    12.5.2026 von Andreas Fritsche - Die Arbeitsgemeinschaften Ukraine und Europa der Ökopartei suchen nach Wegen, EU-Sank­tionen gegen das Kultur­zentrum in Berlin durchzusetzen.

    Die EU-Sanktionen gehen am Russischen Haus in Berlin nicht spurlos vorüber. Am 2. April wurde dort eine kleine Ausstellung über die sowjetischen Offiziere Boris Kapustin und Juri Janow eröffnet. Sie hatten, nachdem 1966 am Himmel über Westberlin beide Triebwerke ihres Jagdflugzeugs ausgefallen waren, die Maschine noch in den Stößensee gelenkt und waren dabei tödlich verunglückt. Sie hätten rechtzeitig mit dem Fallschirm abspringen können. Doch dann wäre das Flugzeug in ein Wohngebiet gekracht und Hunderte Menschen wären gestorben.

    Der damalige Regierende Bürgermeister Willy Brandt (SPD) würdigte mitten im Kalten Krieg diese Heldentat von Kapustin und Janow in einer Fernsehübertragung des Senders Freies Berlin (SFB). Ausstellungsmacher Christian Hufen wollte den Ausschnitt im Russischen Haus zeigen. Er erhielt jedoch vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) keine Lizenz dafür.

    Der Abgeordnete Alexander King (BSW) erkundigte sich nach den Gründen und bat, die Entscheidung zu überdenken. Von Vize-Chefredakteurin Stephanie Pieper hat er daraufhin schriftlich die Auskunft erhalten, man habe nicht außer Acht lassen können, wo die Ausstellung zuerst gezeigt werden sollte, bevor sie später noch im Luftfahrtmuseum Finowfurt zu sehen ist. Grundsätzlich sei der RBB zwar immer geneigt, Ausstellungen mit Archivmaterial zu unterstützen. Doch: »Das Russische Haus in Berlin wird, wie Sie mutmaßlich wissen, von der Organisation Rossotrudnitschestwo betrieben. Diese steht im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine seit 2022 auf der EU-Sanktionsliste.« So schreibt Pieper in einer E-Mail an Alexander King.

    Eigentlich verstoße bereits gegen die EU-Sanktionen, wer sich eine Eintrittskarte für ein Konzert im Russischen Haus kaufe, wird am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion im Pilecki-Institut am Pariser Platz gesagt. Die Podiumsdiskussion wird von zwei Arbeitsgemeinschaften der Grünen veranstaltet – von der Arbeitsgemeinschaft Ukraine und der Landesarbeitsgemeinschaft Europa. Es sollen Wege aufgezeigt werden, die EU-Sanktionen durchzusetzen.

    »Man darf denen nichts geben«, argumentiert der per Videoübertragung zugeschaltete Rechtsanwalt Patrick Heinemann. Aber wer sich eine Eintrittskarte kauft, gibt sein Geld. Ähnlich formuliert es Stephan Bischoff, ein Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Robin Wagener (Grüne). Bischoff zufolge dürfe das Russische Haus seit 2022 wirtschaftlich nicht aktiv sein, aber das sei es »fortwährend«.

    Die DDR hatte den Block an der Friedrichstraße 176-179 ab Herbst 1981 gebaut und der Sowjetunion geschenkt. Er wurde am 5. Juli 1984 eröffnet. Kulturabkommen von 1993 und 2013 sichern dem Kulturzentrum die Existenz. Der Bund zahlt für das Grundstück 70 000 Euro Grundsteuer im Jahr an den Berliner Senat. Es ist quasi ein Austauschgeschäft. Denn auf russischem Territorium arbeiten nach wie vor Goethe-Institute.

    Für Stephan Bischoff aber zählt das alles nicht. »Keiner dieser Verträge rechtfertigt das aktuelle Handeln«, sagt er am Montagabend. »Die EU-Sanktionen stehen über diesen Verträgen.« Dass Russland als Reaktion auf Maßnahmen gegen das Russische Haus in Berlin die Goethe-Institute in Moskau und St. Petersburg schließen könnte, ficht ihn nicht an. Denn die Goethe-Institute bieten Bischoff zufolge ja nur Deutschkurse an und »esoterische« Vorträge zu Mensch und Universum, die »keinen Mehrwert« für die russische Zivilgesellschaft haben. Das sei verzichtbar. Doch das Außenministerium sei »zu träge« und ihm fehle der politische Wille, die EU-Sanktionen durchzusetzen.

    »Am Ende kriegen wir auch noch das Russische Haus geschlossen.«
    Bettina Jarasch Grünen-Fraktionschefin

    Maßnahmen gegen das Russische Haus einzuklagen, ist allerdings schwierig bis unmöglich, wie Rechtsanwalt Heinemann eingesteht. Es kann auch nicht einfach der Strom abgeschaltet, sondern maximal die Energiezufuhr auf ein Minimum gedrosselt werden. Heinemanns Ansicht nach könnte man jedoch »kreativ« sein und kontrollieren, ob das Kulturzentrum modernen Anforderungen an den Brandschutz noch genüge, und falls nicht, deshalb dichtgemacht werden könnte. Außerdem denkt Heinemann laut nach, ob die alte Baugenehmigung überhaupt noch aufzutreiben ist. Falls nicht, könnte das Haus womöglich als »Schwarzbau« deklariert werden, glaubt er.

    Die Grünen versprechen ihren Wählern, etwas gegen das Russische Haus zu unternehmen, wenn sie nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl im September in der Hauptstadt wieder mitregieren. Dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) werfen sie Untätigkeit vor.

    Die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger (Grüne), hat aber bisher auch nichts unternommen. Remlinger könne allerdings wenig tun, wird sie von Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch in Schutz genommen. Jarasch selbst konnte früher als Berliner Verkehrssenatorin nicht viel mehr tun, als das Russische Haus nicht einzuladen, wenn mit Anliegern über eine verkehrsberuhigte Friedrichstraße gesprochen wurde. Außenpolitik ist nun einmal Sache des Bundes.

    Unverdrossen äußert Jarasch am Montagabend: »Am Ende kriegen wir auch noch das Russischen Haus geschlossen.« Die Politikerin erinnert an heftige Debatten innerhalb ihrer Partei, ob sie die Menschenrechte verteidigen wollen oder konsequente Pazifisten bleiben, als die sie sich einmal gegründet hatten. Die Menschenrechts-Richtung habe sich durchgesetzt. »Darüber bin ich froh«, sagt Jarasch. Der Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin könne das nahe der polnischen Grenze liegende Berlin schnell treffen. Man müsse sich vorbereiten, sagt sie.

    US-amerikanische Institutionen will Jarasch nicht schließen, obwohl US-Präsident Donald Trump ebenfalls völkerrechtswidrige Angriffskriege führt. Dass die Grünen keine Sympathien für Trump hegen, betont Jarasch. Doch gegen die USA gebe es keine EU-Sanktionen.

    Dem Russischen Haus wird am Montagabend wieder einmal vorgeworfen, es mache Propaganda. Als Beleg dafür diente in der Vergangenheit immer wieder ein im Kino des Russischen Hauses gezeigter Dokumentarfilm, in dem Ukrainer angeblich als Faschisten dargestellt werden. Wenn aber von 300 Filmen, die von 2022 bis 2025 im Kino des Hauses liefen, nur ein Film Propaganda gewesen sein soll, dann ist das nach Ansicht von Direktor Pavel Izvolskiy ein Beleg dafür, dass das Russische Haus »eigentlich null Propaganda« mache. Denn wenn die Kritiker Beispiele derart suchen und finden müssten, dann gebe es offensichtlich keine, sagte Izvolskiy dem »nd« im vergangenen Jahr. Für Politik sei die Botschaft zuständig, winkte er ab. Das Russische Haus kümmere sich um Kultur.

    Der eine kritisierte Film war eine Dokumentation über die Ermordung der Juden in Belarus während des Zweiten Weltkriegs, der vor lediglich zwölf Zuschauern zum 80. Jahrestag der Vernichtung des Ghettos von Minsk vorgeführt wurde, wie Pavel Izvolskiy dem »nd« sagte. »Niemand hat diesen Film gesehen, aber alle behaupten, in diesem Film werden alle Ukrainer als Nazis dargestellt – und das ist eine Lüge.«

    Gezeigt hatte das Russische Haus übrigens auch »Leto« (Sommer) – einen von der Kritik sehr gelobten Spielfilm über den unangepassten sowjetischen Rockmusiker Viktor Zoi (1962–1990). Regisseur Kirill Serebrennikow war 2017 während der Dreharbeiten in St. Petersburg festgenommen worden, weil er angeblich 68 Millionen Rubel unterschlagen hatte. Weltweite Proteste und ein Brief des französischen Außenministers an Wladimir Putin änderten nichts daran: Der Regisseur blieb unter Hausarrest und konnte nicht bei den Filmfestspielen in Cannes auftreten.
    Für die meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

    Für die meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

    Foto: Imago/Itar-Tass

    Dennoch sagt die Ukrainerin Iryna Shulikina über das Kulturzentrum an der Friedrichstraße: »Es ist super gruselig.« Das riesige Haus repräsentiere von allen Seiten die russische Macht. Dass der Aggressor hier im Herzen Berlins ungehindert agieren könne, schmerze sie sehr. Shulikina ist Vorsitzende des proukrainischen Vereins Vitsche und bedauert, dass viele Ostdeutsche glauben, die Sowjetunion sei der Befreier vom Faschismus gewesen.

    Das klingt nach der Desinformation, die hier eigentlich der Gegenseite vorgeworfen wird. Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch stellt dann aber klar, man könne russischen und sowjetischen Soldaten nur dankbar sein für die Befreiung vom Faschismus. Doch Wladimir Putin vereinnahme die Geschichte im Krieg gegen die Ukraine.

    Der BSW-Abgeordnete Alexander King hat die Veranstaltung am Montagabend besucht. Er hat sich geduldig alles angehört und einmal gefragt, ob die Anwesenden überhaupt jemals das Russische Haus besucht haben. King bleibt bei seiner Meinung, dass man dieses Kulturzentrum nicht schließen sollte. »Man kann nicht zum Frieden kommen, wenn man alle Kontakte abbricht«, erklärt er dem »nd« am Dienstag.

    #Berlin #Mitte #Friedrichstraße #Russie #culture #guerre #sanctions #politique #verts

  • »Warmes Licht und kühles Bier« - Berliner Zentrum Industriekultur
    https://industriekultur.berlin/erleben/fahrradrouten/warmes-licht-und-kuehles-bier

    Harte Arbeit macht durstig! Die Fahrradroute »Warmes Licht und kühles Bier« führt zu beeindruckenden Schauplätzen und Orten der Elektroindustrie und den überraschend vielen Brauereien auf dem Prenzlauer Berg. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Zur Übersicht Fahrradrouten Download PDF-Flyer · DE Download GPX-Track Digitale Navigation auf Komoot · DE Hinweise zu Komoot Download PDF-Flyer · EN Komoot Navigation App · EN

    Werner von Siemens gründet 1847 in einer Hinterhofwerkstatt seine erste Firma. Siemens elektrotechnische Erfindungen befeuern die aufstrebende Elektroindustrie. Berlin wird zur Elektropolis. Größter Konkurrent ist die AEG, die am Humboldthain ab 1894 eine imposante Fabrikstadt errichtet. Die eindrucksvollen Bauten der Elektroindustrie verändern das Gesicht der Stadt, anfangs im Baustil des kaiserlichen Historismus, später im Stil der Neuen Sachlichkeit.

    In die pulsierende Metropole strömen Arbeiter:innen aus Pommern und Schlesien. Auch der Durst der ständig wachsenden Bevölkerung steigt. Innovative Braumeister wittern ihre Chance und brauen Bier mit neuen industriellen Methoden. Die Hanglage des Prenzlauer „Bergs“ begünstigt den Bau von Kellergewölben für die Lagerung. Mehr als ein Dutzend Brauereien entstehen alleine in diesem Stadtteil und machen die Elektropolis Berlin auch zur Brauereimetropole.

    Die Fahrradroute „Warmes Licht und kühles Bier“ ist seit Anfang 2026 beschildert. Unser Logo mit weißem Blitz auf rotem Grund weist Ihnen den Weg quer durch die Stadt.

    Stadt.
    Wegebeschaffenheit
    Wegebeschaffenheit der Radroute" class="route-info-image

    AEG-Apparatefabrik
    Ausgangspunkt der Elektroindustrie
    AEG-Apparatefabrik, roter Backsteinbau
    Fensterfront der AEG-Apparatefabrik
    Die AEG-Apparatefabrik an der Ecke Feldstraße/Ackerstraße in Berlin-Wedding. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Emil Rathenau gründet 1883 die spätere „Allgemeine Elektricitäts Gesellschaft (AEG)“. In den folgenden Jahrzehnten steigt die AEG zu einem Weltkonzern der Elektrotechnik auf. Ab 1888 produziert das Unternehmen in der neuen AEG-Apparatefabrik zukunftsweisende Haushaltsgeräte und elektrotechnisches Material. Die Fassade des damaligen Neubaus an der Ackerstraße gestaltet Franz Schwechten, „Hofarchitekt“ von Kaiser Wilhelm II. Florale Verzierungen schmücken die Außenseite des Gebäudes. Eine aufgehende Sonne steht dabei symbolhaft für die aufstrebende Elektroenergie.

    Die Produktionsfläche reicht jedoch bald nicht mehr aus. Bereits 1894 kauft die AEG deswegen einen Teil des benachbarten Schlachthofgeländes. Hier am Humboldthain entsteht in den folgenden Jahren eine regelrechte Fabrikstadt der AEG. Ein Tunnel verbindet beide Standorte.

    Im Gebäude der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße befindet sich inzwischen das Institut für Lebensmitteltechnologie der TU Berlin.

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    Adresse

    Ackerstraße 76
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Führungen der Berliner Unterwelten e.V im AEG-Tunnel
    Die AEG-Apparatefabrik in der Denkmaldatenbank
    AEG-Humboldthain
    Imposante Fabrikstadt
    AEG-Humboldthain, Backsteingebäude mit Kran
    AEG-Humboldthain, Fassadenansicht von der Straße
    AEG-Humboldthain, Montagehalle
    AEG-Humboldthain: das weitläufige Gelände mit Gewerbe und Forschung hat seinen industriellen Charme erhalten. | © GSG Berlin

    Motoren, Maschinen, Eisenbahnmaterial und elektrische Geräte: die AEG-Humboldthain produziert von 1894 bis in die 1980er Jahre.

    1894 muss das schnelle wachsende Unternehmen AEG neue Flächen für die Produktion schaffen. Unweit der AEG-Apparatefabrik in der Ackerstraße entsteht daher nach und nach eine imposante Fabrikstadt am Humboldthain. Die Architektur der beiden Standorte unterscheidet sich jedoch deutlich. Die Fassade der Apparatefabrik schmücken florale Elemente und aufwendige Verzierungen. Am neuen Standort Humboldthain setzen Architekten wie Peter Behrens hingegen auf eine neue Architektursprache. Besonders beeindruckend ist die monumentale Montagehalle für Großmaschinen im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ohne Ornamente, stattdessen mit strengen und klaren Formen, repräsentiert die Architektur der Montagehalle die industrielle Produktion im Inneren.

    1984 schließt der Standort AEG-Humboldthain und etliche Gebäude werden abgerissen. Das „Beamtentor“, gestaltet von Franz Schwechten, ist der ehemalige Eingang zum Gelände. Heute etwas verloren zwischen Neubauten in der Brunnenstraße 107 a, ziert das Denkmal ein Zahnrad als Symbol der Industrie. In den verbliebenen denkmalgeschützten Fabrikgebäuden sind u.a. ein Gründerzentrum, Medienunternehmen und die TU Berlin untergebracht. Noch immer verbindet ein Tunnel die Standorte Apparatefabrik und Humboldthain miteinander. Touren durch den AEG-Tunnel bietet inzwischen der Berliner Unterwelten e.V. an.

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    Adresse

    Brunnenstraße, Gustav-Meyer-Allee, Voltastraße, Hussitenstraße
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Kontakt

    rent@amplifier.berlin
    Tel.: 030 84853855
    www.amplifier.berlin/
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    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    „AEG-Humboldthain“ in der Denkmaldatenbank
    „AEG-Humboldthain“ bei VisitBerlin
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    Produktion damals und heute
    AEG-Tunnel
    Deutschlands ältester U-Bahntunnel
    Spärlich beleuchteter runder Tunnel mit Backsteinwänden
    Produktion von Munition im AEG-Tunnel
    Gebäude und Kran auf AEG Hof Humboldthain
    AEG-Tunnel mit Schienen und Treppen
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    Schon 1894 entstand der AEG-Tunnel zu Versuchszwecken. | © Berliner Unterwelten e.V., Foto: Holger Happel

    Der AEG-Tunnel gilt als Vorläufer der Berliner U-Bahn. Ende des 19. Jahrhunderts werden die Straßen immer voller. Deshalb entbrennt in Berlin ein Wettstreit um neue Verkehrsmittel. Die AEG baut 1894 einen Tunnel nach dem Vorbild der Londoner U-Bahn, der ersten U-Bahn der Welt. Die 295 m lange Versuchsstrecke verbindet die Fabrikstandorte der AEG in der Ackerstraße und am Humboldthain. Arbeiterinnen und Arbeiter fahren mit elektrischen Zügen von A nach B und auch schwere Güter werden so transportiert. Dieser Versuchstunnel gilt heute als erster U-Bahn-Tunnel Deutschlands.

    Den Zuschlag für den U-Bahnbau erhält allerdings Siemens mit dem preiswerteren Konzept einer Hochbahn. Ab 1902 rollen in Berlin die ersten Züge. Der AEG-Tunnel ist betriebsintern und zu Testzwecken weiterhin in Betrieb. Im Ersten Weltkrieg nutzt die AEG den Tunnel als Produktionsstandort für Munition, im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum für die Werksangehörigen. Anfang der 1980er-Jahre werden die AEG-Fabriken am Humboldthain nach und nach geschlossen. 1984 ist endgültig Schluss, in der Folgezeit werden Teile der ehemaligen Fabrikstadt abgerissen. Der Tunnel steht zeitweilig unter Wasser.

    Die verbliebenen Gebäude sind heute denkmalgeschützt. Neues Leben ist eingezogen, beispielsweise ein Gründerzentrum, Gewerbebetriebe und Medienunternehmen. Dem Berliner Unterwelten e. V. gelingt es ab 2016, den Tunnel instand zu setzen und das historische Gleisbett freizulegen. Seitdem steigen Besucherinnen und Besucher bei geführten Touren hinab in den „ersten U-Bahntunnel Deutschlands“.

    Ein Meilenstein der Berliner Industriegeschichte widmet sich der Entstehung des Berliner Nahverkehrs.

    Adresse

    Voltastraße 5-6
    (Hof neben Treppe 12.1)
    13355 Berlin-Gesundbrunnen
    Kontakt

    Tel.: 030/49 91 05-17
    info@berliner-unterwelten.de
    www.berliner-unterwelten.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U8 (Haltestelle Voltastraße)
    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich.
    Eintritt

    17,00 €

    Termine und Tickets im Online-Shop erhältlich, kein Ticketverkauf vor Ort.

    tickets.berliner-unterwelten.de
    Führungen

    Öffentliche Führungen nur für Personen ab 14 Jahren.
    Festes Schuhwerk ist notwendig, warme Kleidung wird empfohlen.

    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/der-aeg-tunnel
    Barrierefreiheit

    Nicht barrierefrei zugänglich
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Wissenswertes

    AEG am Humboldthain in der Denkmaldatenbank
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    Krieg und FriedenTransport und Verkehr
    Brauerei Groterjan
    Malzbier und Jugendstil
    Außenansicht der Brauerei Groterjan in Prenzlauer Berg
    Villa der Brauerei Groterjan, Fassadenansicht
    Heute wird die ehemalige Brauerei Groterjan gewerblich genutzt. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    Malzbierspezialitäten sind Ende des 19. Jahrhunderts das Kerngeschäft der kleinen Brauerei Groterjan in Berlin-Prenzlauer Berg. Der Braumeister Christoph Groterjan lässt sich 1894 das Rezept dafür patentieren. Malzbier gehört zu den obergärigen Bieren, wie auch die Berliner Weiße. Diese Biere lassen sich damals nicht lange lagern, weil sie schnell verderben. Anders als die untergärigen Biere, die Bairischen Biere. Sie lassen sich gut lagern und industriell herstellen, wie beispielsweise in der Pfefferberg-Brauerei.

    Zum Brauereibetrieb bei Groterjan gehört ab 1897 ein typischer Berliner Festsaal mit Kegelbahn sowie ein Biergarten. Dort, auf dem Gelände einer ehemaligen Eisengießerei nah an der Schönhauser Allee, ist Platz für 1.500 Gäste. Der Schank- und Gaststättenbetrieb soll den Bierkonsum in der Brauerei Groterjan ankurbeln und für Umsatz sorgen.

    In unmittelbarer Nachbarschaft, in der Milastraße 1, errichtet der Braumeister 1907 seine architektonisch ambitionierte Villa als Wohn- und Verwaltungsgebäude. Bereits ein Jahr später geht der Gaststättenbetrieb in Konkurs. 1927 ziehen die „Mila-Lichtspiele“ dort ein, von 1966 bis 1990 probt dann die „Volksbühne“ am Rosa-Luxemburg-Platz in dem freien Saalbau.

    Die Groterjan Brauerei fusioniert 1914 mit der Weißbierbrauerei Gebhardt AG und zieht im selben Jahr an deren Standort in Wedding um – denn dieses Grundstück lässt sich noch erweitern. In den alten Brauereigebäuden in Prenzlauer Berg produziert zuerst eine Schokoladen-, dann eine Brotfabrik. 1961 geht die Brauerei Groterjan in der Schultheiss-Gruppe auf, 1978 wird letztmalig Groterjan abgefüllt.

    Nach einer umfassenden Sanierung in den 1990er-Jahren gibt es auf dem alten Brauereigelände in der Milastraße unter anderem ein Möbelgeschäft. In der ehemaligen Villa Groterjan empfängt heute ein Restaurant seine Gäste.
    Adresse

    Milastraße 1–4
    10437 Berlin-Prenzlauer Berg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Brauerei Groterjan bei Zeitreisen
    Die Brauerei Groterjan in der Denkmaldatenbank
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    Bier und Brot
    Deutsches Technikmuseum
    Mensch und Technik
    Beleuchtete Buchstaben vor Technik Museum
    Oldtimer in Ausstellung Mensch in Fahrt
    Backsteingebäude im Park des Technikmuseums
    Mädchen beim Papierschöpfen im Technikmuseum Berlin
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    Der große Schriftzug „Technik Museum“ weist den Weg in die Ladestraße. | © SDTB, Foto: Henning Hattendorf

    Wie entsteht Papier? Was ist eine Setzmaschine? Und warum braucht man Unterseekabel für ein funktionierendes Internet? Ein Besuch im Deutschen Technikmuseum ist eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik. Schauvorführungen, Mitmach-Angebote und die Experimentierstationen im Science Center Spectrum machen den Museumstag zum Erlebnis. Wer dann eine Pause braucht, stärkt sich in einem der Museumscafés in historischem Ambiente.

    Darüber hinaus ist der Museumspark des Deutschen Technikmuseums zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Überwachsene Gleisanlagen, zwei Ringlokschuppen mit Drehscheiben und ein weithin sichtbarer Wasserturm erinnern an das ehemalige Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof. Laut, betriebsam und der Himmel voller Dampf – so sieht das Gelände um 1900 aus. Das Areal gehört damals zu einem der größten Verkehrsknotenpunkte Berlins. Als „Landschaft aus Eisen und Stahl“ beschreibt der Schriftsteller Joseph Roth 1924 das Gebiet um den U-Bahnhof Gleisdreieck. Im Zweiten Weltkrieg werden jedoch viele Gebäude und Anlagen zerstört. Nach dem Krieg folgt die Teilung der Stadt und der in West-Berlin gelegene Anhalter Bahnhof versinkt schließlich in einen Dornröschenschlaf.

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    Adresse

    Trebbiner Str. 9
    10963 Berlin
    Kontakt

    Tel.: 030/43 97 34-0
    Mail an: info@technikmuseum.berlin
    www.technikmuseum.berlin
    Anfahrt

    U-Bahn: U1, U3, U7 (Haltestelle Möckernbrücke), U1, U2, U3 (Haltestelle Gleisdreieck)
    S-Bahn: S1, S2, S25, S26 (Haltestelle Anhalter Bahnhof)
    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9.00 bis 17.30 Uhr
    Sa., So. und Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr
    Montag geschlossen
    Eintritt

    Online-Ticket:
    15 € | ermäßigt 9 €

    Ticket vor Ort:
    17 € | ermäßigt 11 €

    Bis 18 Jahre kostenfrei und
    jeden Freitag ab 13 Uhr frei für alle.
    Führungen

    Sa., So. und mit Anmeldung
    Täglich Vorführungen
    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
    www.technikmuseum.berlin/besuch/barrierefreiheit
    ERIH-Mitglied

    Deutsches Technikmuseum bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Eisenbahn und Landebahn
    Fahrradroute: Innovation und Eleganz
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Kinder und Familien
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Bahnbetriebswerk Anhalter Bahnhof in der Denkmaldatenbank
    Best of

    Produktion damals und heuteTransport und Verkehr
    E-WERK Berlin
    Umspannwerk und Techno-Club
    Schaltwarte im Hof des E-Werk aus rotem Backstein
    Halle im E-Werk
    Der heute als E-Werk bekannte Gebäudekomplex hat schon einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. | © Foto: Andreas Muhs

    Das heute als E-WERK bekannte Gebäude hat in seiner über 100-jährigen Geschichte einige Nutzungs- und Umbauphasen erlebt. Bereits kurz nach dem Bau platzt das Kraftwerk aus allen Nähten. 1885 an der Mauerstraße in Mitte erbaut ist es das Zweite seiner Art in Berlin. Das erste Kraftwerk entsteht nur ein Jahr zuvor am Gendarmenmarkt.

    Berlin ist Ende des 19. Jahrhunderts eine wachsende Stadt. Der stetig steigende Stromverbrauch erfordert neue Lösungen. Um Strom speichern zu können, kommt 1898 ein fünfgeschossiges Speichergebäude dazu. Erst die neue Drehstromtechnik erlaubt es, Strom am Stadtrand zu erzeugen und fast verlustfrei in die Stadt zu leiten. Das Kraftwerk in der Mauerstraße wird um ein Umspannwerk ergänzt. Dieses spannt den hochgespannten Strom aus den Fernleitungen auf niedrigere Voltzahlen um. Der Architekt Hans Heinrich Müller verbindet beim Umbau des Werkes zwischen 1924 und 1928 Funktionalität und Ästhetik. Die neue zentrale Schaltwarte im Hof ist stilprägend. Sie ist rund und in der Höhe gestaffelt.

    Das Mitte der 1980er-Jahre stillgelegte Gelände erlebt nach der Wende seine Wiederentdeckung. Der Ort ist damals unter dem Namen „E-Werk“ als Techno-Club weit über Berlins Grenzen bekannt. Nach jahrelanger Sanierung öffnet das Gelände 2006 wieder. Bis 2024 dient das ewerk als Eventlocation, Wohn- und Arbeitsstätte. Seit 2025 ist das E-WERK ein exklusiver Bürostandort. Eine kleine Gleichrichterstation übernimmt auch heute noch teilweise die Stromversorgung der U-Bahn.

    Seit Anfang 2026 nutzt die „Stiftung Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen“ das E-Werk als temporäres Zwischenquartier. Mit »Screentime« verwandelt die Kinemathek die historische Halle in einen großflächig inszenierten Medienraum. Gezeigt werden dort experimentelle Ausstellungen, kuratierte Filmreihen, Produktionen aus dem Fernseharchiv sowie das Festival Film Restored.

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    Adresse

    Mauerstr. 78-80
    10117 Berlin-Mitte
    Kontakt

    www.e-werk.berlin/
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Umspannwerk Buchhändlerhof in der Denkmaldatenbank
    E-WERK Berlin bei Wikipedia
    Programm „Screentime"“ der Deutschen Kinemathek
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    Strom und Energie
    Gasometer Fichtestraße (Fichtebunker)
    Der letzte seiner Art
    Eingang zum runden Fichtebunker und Gasometer Fichtestraße
    Türen mit Schatten im Fichtebunker Fichtestraße
    Treppe und Registratur im Fichtebunker Fichtestraße
    Nummern an der Wand im Fichtebunker Fichtestraße
    i
    Die Fassade des ehemaligen Gasometers Fichtestraße hat sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Der Gasometer Fichtestraße ist der älteste Gasbehälter, der in Berlin erhalten ist. Eine Erkundung durch das Innere des runden Backsteinbaus führt Neugierige in die Zeit der Industrialisierung Berlins und auf eine Reise durch 200 Jahre Stadtgeschichte.

    1826 erhellen die ersten Gaslaternen das nächtliche Berlin. In den folgenden 20 Jahren baut ein Londoner Unternehmen die Straßenbeleuchtung stetig aus. Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt die Stadt die öffentliche Beleuchtung. Gas findet zunehmend auch in Privathaushalten Verwendung, deshalb steigt die Zahl der Gasanschlüsse auch mit der wachsenden Bevölkerung. Die städtischen Gaswerke Berlins entwickeln sich zum größten Gasversorger Europas. Die Gasanstalten produzieren kontinuierlich Gas, die Abnahme durch die Verbraucher aber schwankt. Deshalb müssen ausreichend Speicherbehälter zur Verfügung stehen. Auf freiem Feld entstehen in der Nähe der Hasenheide dazu ab 1874 vier nahezu baugleiche Gasbehälter aus Backstein. Der erhaltene Gasometer in der Fichtestraße entsteht 1883/84. Gleichzeitig beginnt die Elektrifizierung Berlins, deshalb verliert der Gasspeicher schon in den 1930er-Jahren seine Funktion.

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    Adresse

    Fichtestraße 6
    10967 Berlin-Kreuzberg
    Kontakt

    Tel.: 030/49 91 05-17
    info@berliner-unterwelten.de
    www.berliner-unterwelten.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U7 (Haltestelle Südstern)
    Bus: M41 (Haltestelle Körtestraße)
    Öffnungszeiten

    Nur im Rahmen einer Führung zugänglich.
    Eintritt

    17 €, ermäßigt 13 €.
    Termine und Tickets im Online-Shop erhältlich, kein Ticketverkauf vor Ort.

    tickets.berliner-unterwelten.de
    Führungen

    Die öffentlichen Führungen sind nicht für Kinder unter 7 Jahren geeignet.
    Festes Schuhwerk ist notwendig, warme Kleidung wird empfohlen.

    www.berliner-unterwelten.de/fuehrungen/oeffentliche-fuehrungen/fichtebunker-kreuzberg
    Barrierefreiheit

    nicht barrierefrei zugänglich
    ERIH-Mitglied

    Gasometer Fichtestraße bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Der Gasometer Fichtestraße in der Denkmaldatenbank
    Der Gasometer Fichtestraße bei Wikipedia
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    Krieg und FriedenStrom und Energie
    Historischer Hafen Berlin
    Berlin ist aus dem Kahn gebaut
    Historischer Hafen Berlin-Brandenburg
    Ausstellung im Schiff Historischer Hafen Fischerinsel
    Dampfschiff im Historischen Hafen Fischerinsel mit Fernsehturm
    Dampfschiff Restaurant im Historischen Hafen Fischerinsel
    i
    Im Historischen Hafen ist anfassen erlaubt, aber es könnte ölige Finger geben. | © Berlin-Brandenburgische Schifffahrts-gesellschaft e.V. Historischer Hafen

    Während eines Spaziergangs entlang der Fischerinsel in Berlin-Mitte stoßen Flaneure auf ein maritimes Kleinod. Zwischen der Mühlendammschleuse und dem Märkischen Museum befindet sich der Historische Hafen Berlin. Alte Dampfschlepper, historische Maßkähne und typische Fahrgastschiffe des 20. Jahrhunderts liegen hier vor Anker.

    Bereits im Mittelalter gibt es im historischen Zentrum Berlins erste Anlegestellen für den Warenverkehr. 1298 beurkundet der brandenburgische Landesherr Markgraf Otto V. schließlich die Erhebung eines Berliner Zolls, den Schifffahrtsverkehr und den Hafenbetrieb. Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten bleiben die Wasserstraßen die wichtigsten Verkehrswege für den Waren- und Gütertransport. Mit Dampfschleppern und Maßkähnen kommen Anfang des 20. Jahrhunderts auch die so dringend benötigten Ziegel für den Wohnungsbau aus Brandenburg nach Berlin. Kohle aus der Lausitz und aus Schlesien sorgt für Wärme und Strom.

    weiterlesen
    Adresse

    Märkisches Ufer
    10179 Berlin-Mitte
    Kontakt

    hafenmeister@historischer-hafen-berlin.de
    www.historischer-hafen-berlin.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Märkisches Museum)
    S-Bahn: S3, S5, S7, S9 (Haltestelle Jannowitzbrücke)
    Eintritt

    Eintritt frei, Spenden willkommen
    Führungen

    Nach Vereinbarung
    Barrierefreiheit

    Nein
    ERIH-Mitglied

    ja
    Industriekultur erleben

    Geheimtipps
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Der historische Hafen bei Wikipedia
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    Transport und Verkehr
    Hochbahnanlage Schönhauser Allee
    Vom Magistratsschirm zum Viadukt
    Hochbahn der U-Bahnlinie U2, Schönhauser Allee
    Hochbahn mit U-Bahn an der Schönhauser Allee
    Die U-Bahnstation Eberswalder Straße an der Linie U2. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    Kurios: An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg fährt die U-Bahn als oberirdische Hochbahn auf einem Viadukt. Um technische Probleme beim Bau von Tunneln unter der Spree und Häuserzeilen zu vermeiden, entscheidet sich der Magistrat von Berlin 1913 nicht für eine Untergrundbahn, sondern für die preiswertere Hochbahn. Diese Hochbahn auf Stelzen verläuft parallel zur Straße und schafft eine weitere Verkehrsebene.

    Das technisch elegante Werk des U-Bahn-Architekten Alfred Grenander trägt damals den Spitznamen „Magistratsschirm“. Die Hochbahn über der Schönhauser Allee ist wie ein aufgespannter Schirm, unter dem die Berlinerinnen und Berliner wettergeschützt flanieren können. Proteste wegen Erschütterungen in den Häusern, Geschäftsschädigung, Lärmbelästigung und Fahrpreiserhöhungen sorgen anfangs für Unmut. Inzwischen steht die Berliner Hochbahn unter Denkmalschutz und ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
    Adresse

    von U-Bhf. Schönhauser Allee bis U-Bhf. Eberswalder Straße
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Hochbahnanlage in der Denkmaldatenbank
    Die U-Bahnlinie U2 bei Wikipedia
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    Transport und Verkehr
    Höfe am Südstern
    Kreuzberger Mischung
    Höfe am Südstern mit Fassadengestaltung
    Die asymmetrische, malerische Fassade fügt sich gut in den stark begrünten Straßenzug an der Hasenheide ein. | © bzi, Foto: Anja Liebau, 2021

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts strömen Menschen aus dem gesamten Deutschen Reich in die Hauptstadt Berlin, auf der Suche nach Arbeit. Die Stadt muss schnell neuen Wohnraum schaffen und stampft blockweise Häuser aus dem Boden. Eine Bauweise um 1900 ist die „Kreuzberger Mischung “, d. h. im Haus wird gewohnt und gearbeitet. Ein Beispiel für diese Mischnutzung sind die Höfe am Südstern.

    Das Gebäude hat zur Straßenseite hin eine prunkvolle Fassade, weil im Vorderhaus die Mittelklasse wohnt. Die repräsentativen Wohnungen haben oftmals eine winzige Mädchenkammer und einen Dienstbotenaufgang. Im Hinterhaus wiederum siedelt sich Gewerbe an. Es ist keine Seltenheit, dass in den Hinterhöfen auch Pferde- und Kuhställe untergebracht sind. Die Kühe versorgen die Bewohnerinnen und Bewohner der Höfe mit frischer Milch. Ein Kühlsystem gibt es zu der damaligen Zeit nicht.

    In den „Höfen am Südstern“ ist in einem der Seitenflügel der alte Pferdestall noch erhalten. Heute sind die Gewerbehöfe eine renommierte Adresse für Firmen aller Art.
    Adresse

    Hasenheide 54
    10967 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Höfe am Südstern in der Denkmaldatenbank
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    Produktion damals und heute
    Kraftwerk Berlin und Heizkraftwerk Mitte
    Energieversorgung im Wohngebiet
    Kraftwerk Mitte an der Spree
    Große Halle, Party im Kraftwerk Berlin
    Der Gebäudekomplex des Kraftwerks Mitte liegt direkt an der Spree. | © bzi, Foto: Florian Rizek

    Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 benötigt die Hauptstadt der DDR eine eigene, gesicherte Energieversorgung. Das Heizkraftwerk Berlin-Mitte geht noch im gleichen Jahr in Betrieb und ist lange Zeit das wichtigste Kraftwerk Ostberlins. Neben den umliegenden Wohnungen erhalten auch der Alexanderplatz, die Charité und das Staatsratsgebäude der DDR Wärme und Elektrizität. 1996 löst ein benachbarter Neubau das alte Kraftwerk ab. Anschließend steht es einige Jahre lang leer. 2006 zieht im südlichen Trakt der legendäre Techno-Club „Tresor“ ein. Der Club befand sich zuvor im Tresorraum des ehemaligen Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz.

    Der riesige Komplex mit zahlreichen Erweiterungsbauten dient heute noch zum Teil der Energieerzeugung. Seit 2010 bietet das „Kraftwerk Berlin“ mit seiner 100 Meter langen Turbinenhalle Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Mit ihrer mächtigen Erscheinung prägen das alte und neue Kraftwerk Mitte noch heute die umgebende Stadtlandschaft an der Spree.
    Adresse

    Köpenicker Straße 70
    10179 Berlin-Mitte
    Kontakt

    www.kraftwerkberlin.de
    contact@kraftwerkberlin.de
    Tel.: 030 2300 5100
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Website der Eventlocation Kraftwerk Berlin
    Das Heizkraftwerk Mitte bei Wikipedia
    Das Kraftwerk Berlin bei Wikipedia
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    Strom und Energie
    KulturBrauerei
    Kühles Bier aus tiefen Kellern
    Hof der KulturBrauerei mit Museum
    Turm der Kulturbrauerei an Straßenecke
    Infos auf Smartphone bei der KulturBrauerei
    Gang im Keller der KulturBrauerei
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    Die Schrift an den Gebäuden verrät, wo einst Garage, Ställe und Umkleidekabinen untergebracht waren. | © bzi, Foto: Katharina Hornscheidt

    Von der U-Bahnstation Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg strömen Nachtschwärmer in die KulturBrauerei. Schon von weitem tönen tiefe Bässe aus den verschiedenen Clubs auf dem 25.000 m² Areal. In der Nacht und auch am Tag ist die KulturBrauerei ein Ort zum Essen, Trinken und Tanzen. Das Museum zum Alltag in der DDR, ein Kino und ein Fahrradverleih runden das kulturelle Angebot ab.

    1853 übernimmt Jobst Schultheiss eine bayrische Bierbrauerei und den dazugehörigen Lagerkeller in der Schönhauser Allee. Er gibt dem Unternehmen seinen Namen und wird schließlich zu einem der erfolgreichsten Bierbrauer in Berlin. Als Richard Roesicke die Brauerei 1864 übernimmt, behält er nicht nur den Braumeister, sondern auch den eingeführten Namen der Brauerei bei. Durch den Zusammenschluss mit weiteren Unternehmen entwickelt sich die Schultheiss-Brauerei schließlich zur größten Brauerei Deutschlands.

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    Download Publikation
    Adresse

    Schönhauser Allee 36
    10435 Berlin-Prenzlauer Berg
    Kontakt

    Tel.: 030/44 35 21 70
    info@tic-berlin.de
    www.kulturbrauerei.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Eberswalder Straße o. Senefelderplatz)
    Tram: M1, M10, M12 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Nachtbus: N52 (Haltestelle Eberswalder Straße)
    Öffnungszeiten

    Gelände rund um die Uhr zugänglich
    Touristeninfo (Sudhaus, Haus 2):
    Di. bis So. 12:00 bis 17:30 Uhr (Öffnungszeiten können saisonal abweichen)
    Eintritt

    Gelände frei zugänglich
    Kultureinrichtungen siehe Website

    Führungen

    Kostenloses Guidesystem für mobile Endgeräte
    Führungen auf Anfrage, kostenpflichtig
    berlinonbike.de/alle-touren/kulturbrauerei-fuhrung/
    Barrierefreiheit

    Eingeschränkt
    ERIH-Mitglied

    KulturBrauerei bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
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    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Schultheiß-Brauerei in der Denkmaldatenbank
    KulturBrauerei bei Wikipedia
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    Bier und Brot
    Museum für Kommunikation Berlin
    Von Rauchzeichen, Rohrpost und Robotern
    Ausstellung im Museum für Kommunikation mit Kindern und Tablet
    Museum für Kommunikation bei Nacht
    Roboter im Museum für Kommunikation
    Schwarz-weiß Foto, Lichthof im Reichspostmuseum um 1912
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    Im Museum finden verschiedene Workshops u.a. für Kinder und Familien statt. | © Museum für Kommunikation Berlin, Foto: Michael Ehrhart

    Die Begrüßung im Museum für Kommunikation Berlin fällt überraschend aus: In der imposanten Eingangshalle heißen freundliche Roboter die Besucherinnen und Besucher willkommen. Dieses Museum ist ein Ort, an dem sich Menschen (und Roboter) begegnen, austauschen und unterhalten. Der Name des Museums ist dabei Programm. Schließlich geht es um bedeutende Fragen unserer Zeit:
    Wie hat sich der Umgang mit Zeichen, Codes und Medien im Laufe der Zeit verändert?
    Wie prägen neue Formen der Kommunikation unser privates und öffentliches Leben?
    Welche Zukunftsperspektiven gibt es für unsere Informationsgesellschaft?

    Kommunikation prägt schließlich schon immer das Leben der Menschen. Beginnend beim Rauchzeichen bis hin zum heutigen Smartphone – die umfangreiche Sammlung des Museums spiegelt unsere vielfältigen Formen von Kommunikation wieder. 1872 eröffnet das Museum als erstes Postmuseum der Welt. In der Schatzkammer befinden sich besondere Raritäten und kostbarste Exponate. Dazu gehören das erste „Telephon“ von Johann Philipp Reis und die wohl berühmtesten Briefmarken: die Blaue und die Rote Mauritius.

    Interaktion ist im Museum für Kommunikation Berlin ausdrücklich erwünscht. So laden beispielsweise eine funktionsfähige Rohrpostanlage und ein Green-Screen-Studio zum Ausprobieren ein.

    Der Rundfunkgeschichte ist ein Meilenstein der Berliner Industriekultur gewidmet.
    Adresse

    Leipziger Straße 16
    10117 Berlin-Mitte
    Kontakt

    Tel.: 030-20 29 40
    mfk-berlin@mspt.de
    www.mfk-berlin.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Anton-Wilhelm-Amo-Straße o. Stadtmitte), U6 (Haltestelle Stadtmitte)
    Bus: M48, 265 (Haltestelle U Stadtmitte/Leipziger Straße), 200 (Haltestelle Anton-Wilhelm-Amo-Straße)
    Öffnungszeiten

    Di. bis Fr.: 9:00 bis 17:00 Uhr
    Sa./So./Feiertag: 10:00 bis 18:00 Uhr
    Jeder 3. Mi. im Monat: 9:00 bis 20:00 Uhr
    Geschl. am 01.01., Ostermontag, Pfingstmontag, 24., 25. u. 31.12.
    Eintritt

    Erwachsene 8,00 €, ermäßigt 4,00 €,
    Eintritt frei unter 18 Jahren.
    Führungen

    Führungen mit verschiedenen Schwerpunkten siehe Website, Anmeldung meist direkt vor Ort.
    Barrierefreiheit

    eingeschränkt
    ERIH-Mitglied

    Das Museum für Kommunikation Berlin bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
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    Wissenswertes

    Das Reichspostamt in der Denkmaldatenbank
    Das Museum für Kommunikation bei Wikipedia
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    Kommunikation und Medien
    Pfefferberg-Brauerei
    Braukunst vor den Toren der Stadt
    Moderne Gebäude neben alten Backstein-Bauten am Pfefferberg
    Eingang der Brauerei Pfefferberg an der Schönhauser Allee
    Rotes Backsteingebäude am Pfefferberg, Eingang von AEDES
    Bäume auf der Terrasse am Pfefferberg
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    Die Christinenstraße bietet den besten Blick auf die moderne Architektur neben historischen Brauereigebäuden. | © bzi, Foto: Anja Liebau

    An der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg liegt der Pfefferberg. Das Plateau mit Biergarten und Terrassencafé unter Bäumen überrascht viele Besucherinnen und Besucher. Niedrige Grundstückspreise und die erhöhte Lage im Norden der Stadt bieten Mitte des 19. Jahrhunderts beste Voraussetzungen für den Bau von Brauereien mit großen Kühlkellern. So beginnt auch die industrielle Karriere des Pfefferbergs.

    Namensgeber für das Areal an der Schönhauser Allee ist Joseph Pfeffer. Der bayerische Braumeister ist einer der ersten, der die untergärige Brauart nach Berlin bringt und ab 1841 an dem damals noch vor den Stadtgrenzen gelegenen Ort eine eigene Brauerei errichtet. Das so gebraute Bier ist länger lagerfähig und eignet sich deshalb besonders gut für die industrielle Produktion. Bis 1921 bestimmen deshalb Hopfen, Malz und Hefe das Geschehen der Pfefferberg-Brauerei.

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    Adresse

    Schönhauser Allee 176
    Christinenstr. 18/19
    10119 Berlin-Prenzlauer Berg
    Kontakt

    info@stiftung-pfefferwerk.org
    Tel.: 030/44383 376
    www.stiftung-pfefferwerk.org
    www.pfefferberg.de
    Anfahrt

    U-Bahn: U2 (Haltestelle Senefelderplatz)
    Öffnungszeiten

    Areal frei zugänglich | Anlieger siehe Website
    Führungen

    Auf Anfrage
    Barrierefreiheit

    Barrierefrei bis auf den Projektraum Meinblau
    ERIH-Mitglied

    Pfefferberg bei ERIH
    Industriekultur erleben

    Schauplätze
    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Mitmachangebot: Erwachsene
    Mitmachangebot: Schulen
    Wissenswertes

    Zum Pfefferberg bei der Stiftung Pfefferwerk
    Die Brauerei Pfefferberg in der Denkmaldatenbank
    Der Pfefferberg bei Wikipedia
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    Bier und BrotProduktion damals und heute
    Portikus Anhalter Bahnhof
    Tor zum Süden
    Ruine des Portikus, Anhalter Bahnhofs
    Anhalter Bahnhof mit Vorplatz 1927
    Der Portikus ist der sichtbare Rest des Anhalter Bahnhofs. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Am Askanischen Platz ragt eine beeindruckende Wand mit Rundbögen aus Backsteinen in die Höhe. Bis vor 70 Jahren gelangten Reisende durch diesen Portikus hindurch in eine gigantische Bahnhofshalle. Er ist der letzte Überrest der 34 Meter hohen und 170 Meter langen Halle des Anhalter Bahnhofs, fertiggestellt 1880. Ein Hallendach aus Glas überspannt frei und ohne jede Stütze die Gleise. Schnaufende Dampflokomotiven fahren ein und hüllen dadurch den Bahnsteig in beißenden Rauch. Ende des 19. Jahrhunderts herrscht geschäftiges Treiben vor und im Anhalter Bahnhof. Reisende kommen entweder mit Kutschen oder zu Fuß, um ihre Fahrt mit der Eisenbahn anzutreten. Die ersten Züge fahren nach Leipzig, Frankfurt und München. Der „Anhalter“ wird zum Tor des Südens. Vom Berliner Kopfbahnhof fahren Eisenbahnen nach Nizza, Athen und Neapel. Südlich vom Personenbahnhof erstreckt sich das große Gelände des Anhalter Güterbahnhofs. In der ehemaligen Ladestraße sitzt heute unter anderem das Deutsche Technikmuseum.

    Der Ausbau des Schienennetzes erfordert jedoch auch die Übermittlung von Informationen über Zugfahrten und Störungen. Die im Bahndamm verlegte Telegrafenlinie ist einer der ersten Aufträge der „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“, die ihren Gründungsort in Sichtweite des Bahnhofs hat.

    Im Regime der Nationalsozialisten wandelt sich der Anhalter Bahnhof von einem Sehnsuchts- zu einem Schreckensort. Wie einige andere Bahnhöfe ist auch der Anhalter ab 1942 Startpunkt für Deportationen in Konzentrations- und Vernichtungslager. Die Sonderwaggons mit Deportierten werden an fahrplanmäßige Züge nach Dresden oder Prag angehängt. Von dort aus fahren die Züge weiter, zum Beispiel in das Konzentrationslager Theresienstadt. Seit 2021 befindet sich gegenüber der Ruine des Anhalter Bahnhofs am Askanischen Platz das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung.

    Das monumentale Bahnhofs-Gebäude von Architekt Franz Schwechten übersteht den Zweiten Weltkrieg nur mit erheblichen Schäden. Der Zugverkehr ist nur noch eingeschränkt möglich. Die Teilung Berlins führt 1952 schließlich zur Einstellung des Personenverkehrs. Aufgrund von Einsturzgefahr beschließt der Senat die Sprengung. Das Gebäude erweist sich jedoch als widerstandsfähig. Drei Jahre lang versuchen sich Abrissfirmen am Bahnhof. Schließlich bleibt allein der Portikus als Überrest des Tors zum Süden erhalten

    Das Areal rund um Anhalter Bahnhof und Gleisdreieck ist Thema eines Forschungsprojektes des Berliner Zentrum Industriekultur (bzi). Gleisdreieck Online verknüpft Geodaten und historisches Material zu einer umfangreichen Karte: Eine Spurensuche durch zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte.

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    Adresse

    Askanischer Platz 6-7
    10963 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Eisenbahn-Ausstellung im Deutschen Technikmuseum
    Der Portikus des Anhalter Bahnhofs in der Denkmaldatenbank
    Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
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    Transport und Verkehr
    Siemens Gründungsort
    Erfindergeist im Hinterhof
    Siemens Gründungsort ist heute die Hotelkette Mövenpick
    Siemens Gründungsort Siemenshaus
    Siemens Gründungsort
    Siemens Gründungsort Verwaltung
    In der Siemens-Repräsentanz von 1915 residiert heute die Hotelkette Mövenpick. | © bzi, Foto: Nico Kupfer

    Was für Steve Jobs und Apple eine Garage ist, ist für Siemens eine kleine Hinterhaus-Werkstatt. Die „Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske“ begründet 1847 die über 100-jährige Entwicklung von SIEMENS zu einem weltweit agierenden Industriekonzern. Im Hin­ter­haus der Schöneberger Straße 33 baut die Firma ihre ers­ten Telegrafen. Die Ver­wal­tung befindet sich ab 1901 neben dem Anhal­ter Bahnhof, am Aska­ni­schen Platz, unweit des Gründungsorts. Zwei Jahrzehnte zuvor hatte Sie­mens & Halske die Signal­tech­nik für den Bahnhof gestellt. Heute sitzt an der gleichen Adresse die Zeitung „Der Tagesspiegel“.

    Ende des 19. Jahrhunderts zieht die Hauptverwaltung schließlich in die neu gegründete Siemensstadt in Berlin-Spandau. Die repräsentative Adresse in der Nähe des Regierungsviertels möchte das Unternehmen allerdings behalten. Daher entsteht an diesem Standort 1915 die neue Siemens-Repräsentanz, in der heute die Hotelkette Mövenpick residiert.

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    Adresse

    Siemens Gründungsort
    Schöneberger Str. 33

    Siemenshauptverwaltung
    Askanischer Platz 3

    Siemenshaus
    Schöneberger Str. 3
    alle 10963 Berlin-Kreuzberg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Die Anfänge von Siemens auf der Unternehmenswebsite
    Siemens bei Wikipedia
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    Forschung und Innovation
    Umspannwerk Humboldt
    Eine Marienburg für Berlin
    Umspannwerk Humboldt, Torbogen
    Vogelperspektive auf das Umspannwerk Humboldt, Gebäude aus rotem Backstein
    Das Eingangsportal des Umspannwerks Humboldt in Berlin-Prenzlauer Berg. | © tic, Foto: Friedel Kantaut etc.

    1925 begeistert sich der Hausarchitekt der „Bewag“, Hans Heinrich Müller für die Marienburg, den größten gotischen Backsteinbau Europas in der inzwischen polnischen Stadt Malbork. Müller greift architektonische Stilmittel dieser mittelalterlichen Burg im Umspannwerk Humboldt auf. Das Eingangsportal des Umspannwerks in Berlin-Prenzlauer Berg zieren Spitzbögen. Zwei Brücken verbinden die mittig im Innenhof liegende Warte mit den Werkshallen. Ein Türmchen befindet sich im Innenhof des Umspannwerks.

    Viele Bauten von Müller, die ebenfalls in den 1920er-Jahren entstanden sind, greifen diese Detailverliebtheit auf. Inzwischen sind die großflächigen Räume des ehemaligen Umspannwerks in gewerblicher Nutzung.

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    Adresse

    Kopenhagener Straße 58 – 63
    10437 Berlin-Prenzlauer Berg
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Das Umspannwerk Humboldt in der Denkmaldatenbank
    Das Umspannwerk Humboldt bei Wikipedia
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    Strom und Energie
    Umspannwerk Scharnhorst
    Beobachtungsposten für Straßenbeleuchtung
    Umspannwerk Scharnhorst, Backsteinbau mit Fenstern
    Umspannwerk Scharnhorst
    Das Umspannwerk Scharnhorst, heute bekannt als „Vattenfall-Haus”. | © Foto: Stefan Joseph Müller

    Dieses Umspannwerk hat eine Besonderheit: Seit 1927 lässt sich in 25 Metern Höhe von der verglasten Lichtwarte aus die Straßenbeleuchtung überwachen. Allabendlich entscheidet bis in die 1940er-Jahre ein Mitarbeiter über den richtigen Zeitpunkt zum Einschalten der Straßenlaternen. Mit einem Knopfdruck schaltet sich das Licht in den umliegenden Bezirken ein.

    Der Hausarchitekt des ehemaligen Berliner Stromversorgers „Bewag“, Hans Heinrich Müller, entwickelt die moderne Architektur des Umspannwerks. Seine Gebäude verehren die Elektrizität fast wie ein Heiligtum. Seine „Kathedralen der Elektrizität“ repräsentieren dadurch die Bedeutung der Umspannwerke für die rasante Stadt- und Industrieentwicklung Berlins. Inzwischen ist das Umspannwerk nach seinem derzeitigen Nutzer benannt: „Vattenfall-Haus”. Es beherbergt Verwaltung und Kundenservice des Stromkonzerns.
    Adresse

    Sellerstraße 16–26
    13353 Berlin-Wedding
    Industriekultur erleben

    Fahrradroute: Warmes Licht und kühles Bier
    Wissenswertes

    Das Umspannwerk Scharnhorst in der Denkmaldatenbank
    Das Umspannwerk Scharnhorst bei Wikipedia
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    Strom und Energie

    #Berlin #Kreuzberg #Mitte #Wedding #Sehenswürdigkeiten #Fahrradtour #Tourismus

  • Schock auf dem Alexanderplatz: Frau auf U-Bahn-Treppe von herabfallendem Gerüstteil getroffen
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/schock-auf-dem-alexanderplatz-frau-auf-u-bahntreppe-von-herabfallen

    Die Berliner Nausubstanz ist alt gewirden. Wo Neubauten hinzukommen, gerät sie in Bewegung.

    15.4.2026 von Peter Neumann - Die BVG sperrt den nördlichen Zugang zur U2. Erst jetzt wurde bekannt, was dort passiert ist. Zwei weitere U-Bahnhöfe sind ebenfalls nur eingeschränkt nutzbar.

    Es ist ein Albtraum: Auf der Treppe eines Berliner U-Bahnhofs wird ein Mensch plötzlich von einem schweren herabfallenden Gegenstand getroffen und verletzt. Genau dies ist kürzlich in Mitte passiert. Der Unfall, der erst jetzt bekannt wurde, ist der Grund, warum an einer weiteren Station der Linie U2 ein Zugang gesperrt werden musste.

    Es geschah am Vormittag des 26. März. Nach Informationen der Berliner Zeitung war eine Frau auf der Treppe unterwegs, die den nördlichen Eingangsbereich des U2-Bahnsteigs unterm Alexanderplatz darstellt. Sie wurde durch ein herabfallendes Gerüstteil verletzt, sagte Barbara Lipka, Sprecherin des Unternehmens Covivio, auf Anfrage.

    Der in Frankreich beheimatete Investor lässt neben dem Hotel Park Inn ein rund 130 Meter hohes Hochhaus bauen. Von dieser Baustelle stammt das Metallteil, das die Frau auf der Treppe traf. Die genauen Umstände des Vorfalls seien noch nicht vollständig geklärt, hieß es weiter.

    Geheimer U-Bahn-Tunnel der BVG: Berlin bekommt Großbaustelle mitten in der Spree

    Drei Milliarden Euro für die U-Bahn: Wo Fahrgäste der BVG mit Baustellen rechnen müssen
    Landesunternehmen nennt keinen Termin mehr

    „Wir fühlen mit der verletzten Person und hoffen auf vollständige Genesung“, erklärte Lipka. „Zwischenzeitlich hat das Bauunternehmen in Abstimmung mit dem Bauamt und der BVG vorsorglich verstärkte Sicherungsmaßnahmen am Baugerüst vorgenommen. Als Bauherrin beobachten wir die weiteren Maßnahmen genau.“

    Für die U-Bahn-Fahrgäste hat der Unfall die Folge, dass der U2-Bahnsteig von dieser Seite nicht mehr zugänglich ist. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ihn noch am 26. März gesperrt. Auf Aushängen heißt es, dass die Treppe bis zum 17. April nicht nutzbar ist. Doch inzwischen nennt das Landesunternehmen keinen Termin mehr.

    Ebenfalls eine Baustelle: Der Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz wurde 1913 als Schönhauser Tor eröffnet. Ab 1934 hieß er Horst-Wessel-Platz, 1945 wieder Schönhauser Tor. Ab 1950 lautete der Name Luxemburgplatz, 1978 wurde er mit dem Vornamen Rosa ergänzt.

    Ebenfalls eine Baustelle: Der Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz wurde 1913 als Schönhauser Tor eröffnet. Ab 1934 hieß er Horst-Wessel-Platz, 1945 wieder Schönhauser Tor. Ab 1950 lautete der Name Luxemburgplatz, 1978 wurde er mit dem Vornamen Rosa ergänzt.Peter Neumann/Berliner Zeitung

    „Die BVG hat nach dem unvorhersehbaren Vorfall umgehend reagiert. Oberste Priorität hat die Sicherheit aller Fahrgäste“, sagte ein Sprecher. Bis zu einer endgültigen Absicherung der benachbarten Baustelle bleibt der Zugang in Richtung Park Inn deshalb vorsorglich geschlossen. Wir gehen davon aus, dass es in Kürze eine geeignete Absicherung geben wird und wir den Ausgang in einigen Wochen wieder öffnen können.“

    Berlin wartet weiter: Warum die U6 wohl erst 2027 wieder nach Tegel fährt
    Kein Halt in Richtung Ruhleben

    Mit dem U-Bahnhof Alexanderplatz ist nun die dritte U2-Station in einer Reihe von Einschränkungen betroffen. Der nächste U-Bahnhof ist Rosa-Luxemburg-Platz. Dort wurde Mitte März der Südzugang gesperrt. Außerdem halten die U-Bahnen derzeit nur noch in Richtung Pankow. Die Züge stadteinwärts fahren ohne Halt durch.

    Eine Wand teilt den Bahnsteig. „Der U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz wird derzeit umfassend erneuert und barrierefrei ausgebaut“, teilte die BVG mit. „Unter anderem werden die Bahnsteigkanten angepasst und ein Blindenleitsystem eingebaut. Aus diesem Grund können die Züge bis zum 31. Juli in Richtung Ruhleben nicht halten.“

    Fahrerlose U-Bahnen: Warum es sie bei der BVG in Berlin wohl niemals geben wird
    Arbeiten sollten ursprünglich 2024 enden

    Am folgenden Bahnhof Senefelderplatz ist die andere Richtung betroffen. U-Bahnen in Richtung Pankow passieren die Station in Prenzlauer Berg ohne Stopp. Diese unterirdische Anlage ist schon deutlich länger eine Baustelle: bereits seit dem 20. März 2023.

    Dort werden Risse repariert, Putz- und Malerarbeiten ausgeführt, die Hintergleiswände mit neuen Fliesen verkleidet sowie die Bahnsteigbeleuchtung erneuert. Zum Arbeitspensum gehört auch die Sanierung des U-Bahn-Tunnels von außen. Dabei geht es vor allem um die Außendichtung, die dafür sorgt, dass das Bauwerk gegen Nässe geschützt ist. „Im aktuellen Bauabschnitt findet eine Betonsanierung der Gleishinterwand und der Bahnsteigdecke statt“, erklärt die BVG.

    Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits 2024 enden, doch es gab immer neue Verzögerungen. Momentan ist auf der BVG-Website noch davon die Rede, dass die Baustelle zum 13. März 2027 abgebaut wird. Mittlerweile nennt das Unternehmen aber auch hier auf Nachfrage keinen Termin mehr. Damit ist ungewiss, wann die Fahrgäste den U-Bahnhof Senefelderplatz wieder in beiden Richtungen nutzen können.

    Kiez im Ausnahmezustand: Senefelderplatz wird zum Dauerkrater
    Plötzlich drang Grundwasser ein

    Der Abschnitt der U2, an der die drei Stationen liegen, ist mittlerweile fast 113 Jahre alt. Die Centrumslinie wurde ab 1910 gebaut und am 1. Juli 1913 in Betrieb genommen. Mittlerweile zeigt sich überall Sanierungsbedarf – und auch hier ist die Chance, dass die Planer böse Überraschungen erleben, höher als anderswo.

    Das zeigt sich vor allem im U-Bahnhof Senefelderplatz. Dort erwiesen sich die Betonschäden, die zu sanieren waren, als großflächiger als gedacht. Die Folge war, dass Unterlagen überarbeitet werden mussten und sich das Auftragsvolumen vergrößerte. Weil die Baufirma aber dem Vernehmen nach eine Nachforderung stellte, die aus Sicht der BVG zu üppig war, musste der Auftrag zum Teil neu ausgeschrieben werden.

    Folge war ein Teilstillstand auf der Baustelle – was auch deshalb misslich war, weil die Arbeiten nicht nur die Fahrgäste, sondern auch die Nutzer der Schönhauser Allee betreffen. Wegen der Abdichtungsanlage mussten Bereiche des Straßenraums gesperrt werden. Für Kraft- und Radfahrer sowie Fußgänger steht weniger Platz zur Verfügung. Das Viertel leidet unter den Einschränkungen.

    Bauarbeiten im U2-Bahnhof Alexanderplatz 2023. Weil das Gleis absackte, musste das Tunnelbauwerk stabilisiert und das Gleis neu gebaut werden.

    Bauarbeiten im U2-Bahnhof Alexanderplatz 2023. Weil das Gleis absackte, musste das Tunnelbauwerk stabilisiert und das Gleis neu gebaut werden.Peter Neumann/Berliner Zeitung

    Eine böse Überraschung erlebte die BVG auch im Bahnhof der U2 unterm Alexanderplatz – und wieder ging es um die Covivio-Baustelle.

    Auf dem Baufeld D3 dellte sich die Baugrubenwand 2022 um über fünf Zentimeter nach innen ein. Der Boden gab nach, und der Tunnel geriet in Bewegung, was das 1913 fertiggestellte Bauwerk aus unbewehrtem Beton unter Stress setzte. Risse taten sich auf, Grundwasser drang ein. Der U2-Bahnhof sackte ab, zuletzt summierte sich die Setzung auf 3,8 Zentimeter. Am 7. Oktober 2022 wurde das Gleis nach Pankow gesperrt.

    Mit eingeleiteter Zementsuspension wurde das Tunnelbauwerk, das zwischen 80 Zentimeter und 2,50 Meter von der 17 Meter tiefen Baugrube entfernt ist, im darauffolgenden Jahr stabilisiert. Nach der zehn Millionen Euro teuren Anhebung konnte die Sperrung der Trasse, auf der ein Gleisabschnitt abgesackt war, aufgehoben werden. Seit dem 28. August 2023 ist dieser Bahnhof der U2 wieder zweigleisig befahrbar.

    #Berlin #Mitte #Alexanderplatz #Senefelderplatz #Rosa_Luxemburg_Platz #U-Bahn #Verkehr #Stadtentwicklung

  • Riesen Erdloch verschandelt Europaplatz am Hauptbahnhof – das steckt dahinter
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/riesen-erdloch-verschandelt-europaplatz-am-hauptbahnhof-das-steckt-

    Noch ein Planungsmonster, das die Stadt in eine falsche Richtung entwickelt. 3,1 Millionen wofür ?

    15.4.2026 von Paul Zinken - Die Bauarbeiten am Europaplatz im Schatten des Hauptbahnhofes haben begonnen. Das Ziel: Eine bauliche Umgestaltung mit klaren Linien und Raum für alle.

    Wer die Tage am Hauptbahnhof unterwegs ist, dem fällt ein gewisses optisches Ungleichgewicht auf. So ist der Washingtonplatz architektonisch klar gegliedert: Eine große Freifläche bietet ausreichend Platz für Reisende. Bänke unter Bäumen laden zum Verweilen ein. Und am Rand steht der Cube Berlin, der markante würfelförmige Glasbau mit der gefalteten Spiegelglasfassade.

    Das komplette Gegenteil bietet sich dem Besucher auf der anderen Seite des Hauptbahnhofes. Dort gibt es seit 2006 den Europaplatz, ein Provisorium, mit grob asphaltierten Verkehrsflächen, vielen Taxen auf zu engem Raum und fehlenden Wegmarkierungen. Selbst für die Senatsverwaltung ein „unbefriedigender Zustand“. Und jetzt verschandelt dort ein Riesen-Erdloch die Gegend. Grund: der Platz soll schöner werden.

    Viele Ideen und ein Sieger

    Lange wurden Ideen zur Umgestaltung gesammelt, Gespräche mit Architekten geführt, ein Wettbewerb ausgelotet, den das Berliner Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten 2023 für sich entschied.

    Mittlerweile sind weitere Jahre ins Land gezogen. Inzwischen tut sich etwas am Europaplatz. Bauzäune bestimmen das Bild. Der Boden ist teilweise aufgerissen. Bauarbeiter nehmen Sicherungsaufgaben war. Erste Bagger verschieben Erdreich. Arbeiten, mit denen eigentlich bereits Anfang des Jahres begonnen werden sollten. Doch der knackige Winter verhinderte den lang herbeigesehnten Start für die Umgestaltung des Platzes. „Der Boden war einfach zu hart“, begründet die Verwaltung die Verschiebung.
    Stufenlose Oberfläche geplant

    Folgt man den Ausführungen der Planer, erhält der Europaplatz eine durchgehende, stufenlose Oberfläche mit einem geschliffenen Asphaltbelag. „Das wertet den Aufenthaltsbereich optisch auf“, sind die Experten überzeugt. Das neue Erscheinungsbild werde auch das Ankommen der Reisenden strukturieren und die Orientierung erleichtern.

    Als Highlight gilt aber der „Grüne Schirm“. Hinter dem Begriff verbirgt sich nach dem Willen der Planer eine „eine unregelmäßige Baumpflanzung gegenüber dem Bahnhofsgebäude“. Sie soll gleichzeitig Schatten spenden, den Raum gliedern und eine Abschirmung zur Invalidenstraße bilden. „Dadurch entsteht ein Bereich, der erstmals Aufenthaltsqualität bietet.“

    Berlin: Invalidenstraße wegen Bauarbeiten bis Mitte Oktober für Autos gesperrt
    Umbau erfolgt in mehreren Stufen

    Die Umgestaltung wird in mehreren Bauabschnitten erfolgen. „Nur so stellen wir sicher, dass Reisende auch weiterhin den Bahnhof erreichen können“, heißt es aus der Verwaltung gegenüber der Berliner Zeitung. Taxen sind allerdings während des Umbaus nicht mehr an der Nordseite des Bahnhofs anzutreffen. Der Haltebereich wird für die Bauarbeiten benötigt.

    Geht es nach dem Willen der Planer, werden Taxen auch nach der Fertigstellung des Europaplatzes dort nicht mehr Fahrgäste einsammeln können. „Vorgesehen ist, Taxis dauerhaft vom Europaplatz fernzuhalten und auf die Südseite zu verlagern“, heißt es dazu in den Planungsunterlagen. Ein schwieriges Unterfangen. Das wissen auch die Experten. Denn bisherigen Versuche scheiterten. So wichen Taxifahrer 2023 nach einer Sperrung einfach auf die Busspur der Invalidenstraße aus, was den Linienbetrieb dort erheblich störte. Damit es kein neues Fiasko gibt, arbeitet die Verkehrsverwaltung derzeit an einem neuen Konzept, „das alle Belange berücksichtigen soll“.

    Foro
    Abstellplatz für 220 Fahrräder

    Die Planer haben natürlich auch an Radfahrer gedacht. So soll auf dem Platz auch ein überdachte Abstellplatz mit Kapazitäten für 220 Fahrräder entstehen. Die Umbaumaßnahmen am Europaplatz werden nach jetzigem Stand gut drei Millionen Euro verschlingen. Die geplante Eröffnung ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen.

    #Berlin #Mitte Invalidenstraße #Europaplatz #Hauptbahnhof

  • Neu- und Umbenennungen von Straßen und Plätzen
    https://www.berlin.de/kunst-und-kultur-mitte/geschichte/artikel.613030.php

    Straßenschild der neu benannten Ida-von-Arnim-Straße Bild: Mitte Museum, Foto: Markus Fella

    Im Jahre 2001 fusionierten die alten Berliner Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding zum jetzigen Bezirk Mitte. Hier finden Sie die Namen von den Frauen und Männern, nach denen Straßen und Plätze benannt wurden.

    Warum werden Straßen umbenannt?

    Adele-Schreiber-Krieger-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Adele Schreiber (1872 – 1957)
    auf Wikipedia

    Agnes-von-Zahn-Harnack-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Agnes von Zahn-Harnack (1884 – 1950)
    auf Wikipedia

    Alex-Wedding-Straße
    Benennung 2009, Lage im Ortsteil Mitte

    Grete Weiskopf alias Alex Wedding
    (1905 – 1966) auf Wikipedia

    Anita-Augspurg-Straße
    Benennung 2026, Lage im Ortsteil Tiergarten

    Anita Augspurg (1857–1943)
    auf berlin.de

    Anna-Louisa-Karsch-Straße
    Benennung 2001, Lage im Ortsteil Mitte

    Anna Louisa Karsch (1722 – 1791)
    auf Wikipedia

    Anna-Mungunda-Allee
    Benennung 2024, Lage im Ortsteil Wedding

    Anna Mungunda (1932-1959)*
    auf Wikipedia

    Anton-Wilhelm-Amo-Straße
    Benennung 2025, Lage im Ortsteil Mitte

    Anton Wilhelm Amo
    auf berlin.de

    Bertha-Benz-Straße
    Benennung 2005/2013, Lage Moabit

    Bertha Benz (1849 – 1944)
    auf Wikipedia

    Bona-Peiser-Weg
    Benennung 2004, Lage im Ortsteil Mitte

    Bona Peiser (1864 – 1929)
    auf Wikipedia

    Caroline-Michaelis-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Carolina Michaëlis de Vasconcelos
    (1851 – 1925) auf Wikipedia

    Caroline-von-Humboldt-Weg
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Caroline von Humboldt (1766 – 1829)
    auf Wikipedia

    Clara-Jaschke-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Clara Jaschke (1858 – 1927)
    auf Moabitonline

    Clara-Wieck-Straße
    Benennung 2009, Lage Ortsteil Tiergarten

    Clara Wieck verheiratete Schumann
    (1819 – 1896) auf Wikipedia

    Cora-Berliner-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Cora Berliner (1890 – 1942)
    auf Wikipedia

    Cornelius-Fredericks-Straße
    Benennung 2022, Lage im Ortsteil Mitte

    Cornelius-Fredericks-Straße
    Mehr über Cornelius-Fredericks

    Dorothea-Schlegel-Platz
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Dorothea Schlegel geb. Mendelssohn
    (1764 – 1839) auf Wikipedia

    Elisabeth-Abegg-Straße
    Benennung 2004, Lage im Ortsteil Moabit

    Elisabeth Abegg (1882 – 1974)
    auf Wikipedia

    Elisabeth-Mara-Straße
    Benennung 2009, Lage im Ortsteil Mitte

    Elisabeth Mara (1749 – 1833)
    auf Wikipedia

    Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz
    Benennung 2006, Lage im Ortsteil Mitte

    Elisabeth Schwarzhaupt (1901 – 1986)
    auf Wikipedia

    Ella-Trebe-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Ella Trebe (1902 – 1943)
    auf Wikipedia

    Ellen-Epstein-Straße
    Benennung 2009, Lage Ortsteil Tiergarten

    Ellen Epstein (1898 -1942)
    auf Moabitonline

    Emma-Herwegh-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Emma Herwegh (1817 – 1904)
    auf Wikipedia

    Erna-Berger-Straße
    Benennung 2003, Lage im Ortsteil Mitte

    Erna Berger (1900 – 1990)
    auf Wikipedia

    Erna-Samuel-Straße
    Benennung 2010, Lage im Ortsteil Moabit

    Erna Samuel (1895 – 1942)
    auf Stolpersteine Berlin

    Franziska-Bereit-Platz
    Benennung 2025, Lage im Ortsteil Wedding

    Franziska Bereit (188 – 1958)
    Gedenkstätte Stille Helden

    Gertrud-Kolmar-Straße
    Benennung 2001, Lage im Ortsteil Mitte

    Gertrud Kolmar (1894 – 1943)
    auf Wikipedia

    Hannah-Arendt-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Hannah Arendt (1906 – 1975)
    auf Wikipedia

    Ida-von-Arnim-Straße
    Benennung 2011, Lage im Ortsteil Mitte

    Ida von Arnim (1832 – 1904)
    Mehr über Ida von Arnim

    Ilse-Schaeffer-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Ilse Schaeffer (1899 – 1972)
    auf Wikipedia

    Inge-Beisheim-Platz
    Benennung 2004, Lage Ortsteil Tiergarten

    Inge Beisheim (1926 – 1999)
    Mehr über Inge Beisheim

    Julie-Wolfthorn-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Mitte

    Julie Wolfthorn (1864 – 1944)
    auf Wikipedia

    Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße
    Umbenennung 2016, Lage Ortsteil Tiergarten

    Karl Heinrich Ulrichs (1825 – 1895)
    Mehr über Karl Heinrich Ulrichs(Mehr):

    Katharina-Paulus-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Katharina Paulus (1868 – 1935)
    auf Wikipedia

    Maji-Maji-Allee
    Benennung 2024, Lage im Ortsteil Wedding

    Maji-Maji-Aufstand (1905-1906)
    auf Wikipedia

    Manga-Bell-Platz
    Benennung 2022, Lage im Ortsteil Mitte

    Manga Bell
    Mehr über Manga Bell

    Margarete-Steffin-Straße
    Benennung 2001, Lage im Ortsteil Mitte

    Margarete Steffin (1908 – 1941)
    auf Wikipedia

    Martha-Ndumbe-Platz
    Benennung 2025, Lage im Ortsteil Wedding

    Martha Ndumbe (1902 – 1945)
    auf berlin.de

    Minna-Cauer-Straße
    Benennung 2005, Lage Ortsteil Tiergarten

    Minna Cauer (1841 – 1922)
    auf Wikipedia

    Paula-Thiede-Ufer
    Benennung 2004, Lage im Ortsteil Mitte

    Paula Thiede (1870 – 1919)
    auf Wikipedia

    Rahel-Hirsch-Straße
    Benennung 2005, Lage im Ortsteil Moabit

    Rahel Hirsch (1870 – 1953)
    auf Wikipedia

    Theanolte-Bähnisch-Straße
    Benennung 2012, Lage im Ortsteil Mitte

    Theanolte Bähnisch (1899 – 1973)
    auf Wikipedia

    Ursula-Hirschmann-Platz
    Benennung 2025, Lage im Ortsteil Mitte

    Ursula Hirschmann (1913-1991)
    auf berlin.de

    Wilhelmine-Gemberg-Weg
    Benennung 2014, Lage im Ortsteil Mitte

    Wilhelmine Gemberg
    Mehr über Wilhelmine Gemberg

    Amt für Weiterbildung und Kultur
    Fachbereich Kunst, Kultur und Geschichte

    Sachgebiet für Erinnerungskultur und Geschichte

    Mitte Museum

    Museumsstandort: Pankstr. 47, 13357 Berlin
    So – Fr: 10 – 18 Uhr
    Das Mitte Museum ist weitestgehend barrierefrei.

    Dependance im Rathaus Tiergarten:
    Mo – Fr: 10 – 18 Uhr
    Das Rathaus Tiergarten ist barrierefrei.

    Sachgebietsleitung für Erinnerungskultur und Geschichte / Museumsleitung:
    Nathan Friedenberg

    Tel.:
    (030) 460 60 1916
    E-Mail an Nathan Friedenberg
    Homepage des Mitte Museums

    Stellvertretende Sachgebietsleitung Erinnerungskultur und Geschichte
    Archiv und Sammlung:
    Sigrid Schulze

    Tel.:
    (030) 460 60 1924
    E-Mail an Sigrid Schulze

    Wissenschaftliche Forschung:
    Kerstin Sittner-Hinz

    Tel.:
    (030) 460 60 1922
    E-Mail an Kerstin Sittner-Hinz

    Bibliothek:
    Liane Wilhelm

    Tel.:
    (030)460601923
    E-Mail an Liane Wilhelm

    Bildung und Vermittlung:
    Michael Mohr

    Tel.:
    (030) 460 60 1912
    E-Mail an Michael Mohr

    #Berlin #Mitte #Sraßenumbenennung

  • Obdachlose in Berlin: »Der Winter war hart«
    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198639.housing-action-days-obdachlose-in-berlin-der-winter-war-hart.html


    Bis zu 300 Menschen kamen im Laufe der Mahnwache vorbei. Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt blieben aber nur einzelne über Nacht. Foto: Bündnis gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen

    27.3.2026 von Lola Zeller - Obdachlose Aktivisten demons­trieren über Nacht vor dem Roten Rathaus

    Der Boden ist noch nass auf dem Platz gegenüber dem Roten Rathaus, kurz hatte es stark geregnet. Jetzt strahlt die Sonne auf die Bühne, auf der Faysal einen Redebeitrag hält. Es ist die jährliche Mahnwache gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen, die von Donnerstagmittag bis Freitagmorgen vor dem Berliner Regierungssitz stattgefunden hat.

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    »In Berlin gibt es mindestens zwei Plätze, auf denen Familien mit Kindern draußen schlafen«, beschreibt Faysal das Ausmaß von Obdachlosigkeit in der Hauptstadt. Er ist 16 Jahre alt und schon seit einigen Jahren bei der Initiative Radtour für obdachlose Menschen dabei. Junge Menschen auf der Straße zu sehen, schockiere ihn besonders.

    Faysal selbst war mit seiner Familie vor ein paar Jahren kurz obdachlos gewesen. Die afghanischen Geflüchteten mussten von Hotelzimmer zu Hotelzimmer umziehen, weil es in den Unterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten keinen Platz für sie gab. Einmal musste Faysal mit seinen Eltern und Geschwistern über Nacht draußen auf der Straße schlafen. Jetzt ist der 16-Jährige aktiv, um andere Menschen in einer solchen Situation zu unterstützen.

    Etwa 50 Personen mit und ohne Wohnung hören Faysal auf der Mahnwache zu oder informieren sich an einem der Infotische über die Situation obdachloser Menschen und über Unterstützungsangebote. Die Union für Obdachlosenrechte zum Beispiel hat eine Beschwerdestelle aufgebaut; dort können Menschen etwa Berichte über Gewalt oder Diskriminierung einreichen, die sie in Unterkünften oder auf der Straße erfahren haben. Diese sollen schließlich dem Berliner Polizeibeauftragten, der Landesantidiskriminierungsstelle und den Berliner Registern übergeben werden.

    »Ich möchte von der Straße runter, aber in Berlin gibt es ja nichts.«
    Nicki

    Zur Mahnwache ist auch Nicki gekommen. Sie findet die Aktion für Obdachlose vor dem Roten Rathaus gut. »Ich bin selbst obdachlos und freue mich, dass es so was wie hier gibt«, sagt sie zu »nd«. Seit drei Jahren lebt Nicki auf der Straße und möchte dringend etwas an ihrer Situation ändern. »Ich kann das bald nicht mehr«, sagt sie. Den Winter über hat sie nachts in einer Kältehilfe-Notübernachtung verbracht, doch diese schließe jetzt. Dann müsse sie in Treppenhäusern schlafen.

    »Ich möchte von der Straße runter, aber in Berlin gibt es ja nichts«, sagt Nicki. Ihr sei aufgefallen, dass Obdachlosigkeit in Berlin stark zugenommen habe. »Das tut mir in der Seele weh.« Nicki hat das Gefühl, dass es niemanden gebe, der Menschen wie ihr in solchen Notsituationen helfe: »Hier ist man aufgeschmissen.« Mitarbeiter*innen von Gangway, einem Verein für Straßen-Sozialarbeit, sind auch auf der Mahnwache präsent. Sie kommen mit Nicki ins Gespräch und vereinbaren einen Termin, um ihre Situation zu besprechen und vielleicht doch einen Weg zu finden, um aus der Obdachlosigkeit herauszukommen.

    Berlin hat sich, einem EU-Beschluss folgend, zum Ziel gemacht, Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Darüber können die Anwesenden der Mahnwache nur zynisch lachen. Es passiere nämlich nichts, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen, sagt ein Redner auf der Bühne. Stattdessen werde die Wohnungsnot in Berlin größer. »Die Häuser denen, die sie brauchen«, rufen die Teilnehmer*innen der Mahnwache in Richtung Rotes Rathaus.

    Mitarbeiter*innen des Unterschlupfs, eines Tagestreffs für obdachlose Frauen, sind auch zur Mahnwache gekommen. »Wir begleiten Frauen in der Obdachlosigkeit«, sagt Michaela zu »nd«. In der Arbeit beim Unterschlupf sei in diesem Winter besonders aufgefallen, dass ob der sehr niedrigen Temperaturen auch Frauen nachts in Unterkünften blieben, die dies in den vorherigen Jahren lieber vermieden hatten, weil sie nicht mit so vielen Menschen auf engem Raum sein wollen. »Der Winter war hart«, sagt Michaela. Im Unterschlupf habe man gemerkt, dass die Räume in diesem Winter voller waren als in den Jahren zuvor.

    Auch Gewalt gegen obdachlose Menschen habe zugenommen. »Frauen mit gebrochener Nase kamen zu uns.« Das sei auch ein Grund, warum viele nicht mehr draußen schlafen wollen. Der Unterschlupf selbst sucht weiterhin nach neuen Räumen, berichtet Michaela. Aus den jetzigen in der Wrangelstraße in Kreuzberg müsse man raus, weil das Haus abgerissen werden soll. Wann das passiere, sei noch nicht klar.

    Im Verlauf des Donnerstags kamen bis zu 300 Menschen zur Mahnwache vor dem Roten Rathaus, sagt Nicole Lindner vom Bündnis gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumungen am nächsten Morgen zu »nd«. Vor allem während der Konzerte am Abend sei es voll gewesen auf dem Kundgebungsplatz. »Ich glaube, dass sich Menschen ohne Zuhause gesehen und gehört gefühlt haben.« Einige hätten die Möglichkeit des »Offenen Mikrofons« genutzt, um ihre Situation zu schildern.

    Politiker*innen vom Berliner Senat seien leider nicht zur Kundgebung dazugekommen, um sich mit den Problemen obdachloser Menschen auseinanderzusetzen, bedauert Lindner. Aber Katina Schubert von der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus und Heike Heubach von der SPD-Bundestagsfraktion hätten die Mahnwache besucht.

    Über Nacht, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, seien schließlich acht Menschen geblieben. »Es war eine harte Nacht«, so Lindner. Trotzdem freut sie sich darüber, dass sich viele Vereine und Initiativen an der Mahnwache beteiligt haben, und hofft, dass nächstes Jahr noch mehr Unterstützer*innen mitmachen.

    #Obdachtlise #Better #Protest #Berkin #Mitte *Rthausstraße

  • Kündigungen in Novalisstraße: Antisemitismus-Debatte überschattet Kiezprotest
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/kuendigungen-in-novalisstrasse-antisemitismus-debatte-ueberschattet

    Skrupellise Geschäftsleute überbehmen ein Haus. Das hat die üblichen Folgen. Es geht dem Vernehmen nach um israelisches Kapital. Dumme Sache, denn damit wird jede öffentluche Gegenwehr zu Antisemitismus. Wie praktisch für die geldgeilen „Investoren“.

    Die Geschichte lenkt vom eigentlichen Problem ab: Wie sorgt man für bezahlbare Mieten und gute Infrastruktur im Kiez ? Beides ist mit liberaler Politik nicht zu machen. Das deutsche Grundgesetz postuliert eine soziale Verpflichtung für Eigentümer. Die muss endlich als wirksames Bundesgesetz für Immobilien beschlossen werden, solange das Privateigentum an Immobilien noch erlaubt ist.

    13.2.2025 von Valentin Wölflmaier, Jana Hermann - In Mitte stehen ein Kiosk und eine Ergotherapie-Praxis nach Kauf von einem Investor vor dem Aus. Im Raum stehen auch Antisemitismus-Vorwürfe.

    Im langen, schmalen Paketlager hinter dem Tresen stapeln sich die Kartons bis unter die Decke, selbst im Hausflur warten Pakete auf die Nachbarschaft. „Wir haben mehr als genug zu tun“, sagt Jana Bieselt, Betreiberin des Lotto-Shops in der Novalisstraße in Mitte.

    Heute steht ihr erwachsender Sohn Alexander mit hinter dem Tresen, sonst hilft auch Tochter Stephanie. Seit fast 25 Jahren ist der Kiosk ein Familienbetrieb. Er erstreckt sich über vier Räume: Im Eingangsbereich warten Gummibärchen und Lakritz, links gibt es Spielzeug, rechts Schreibwaren und einen kleinen Tresen für den schnellen Kaffee.

    Für die Anwohner ist der Laden in der Novalisstraße ein Herzstück ihres Kiezes, ein fester Anker und weit mehr als nur eine Verkaufsstelle. „Wir haben eine ganze Schublade mit Wohnungsschlüsseln“, erzählt Jana Bieselt. „Wenn Leute im Urlaub sind, gießen wir Blumen oder nehmen die Post raus.“ Wenn bei der älteren Dame von nebenan der Fernseher streikt, geht Sohn Alexander rüber und stellt die Sender neu ein.

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    Jana Bieselt: „Ich war völlig sprachlos. Ich habe geheult“

    Doch nach der Übernahme des Hauses im Dezember durch einen Investor, droht dieses nachbarschaftliche Biotop jetzt auf der Kippe zu stehen: Nach 25 Jahren harter Arbeit erhielt Jana Bieselt von einem auf dem anderen Tag ein Kündigungsschreiben. Ähnlich erging es Nadja Schünemann, die seit 1997 im Hinterhaus ihre Praxis für Ergotherapie betreibt.

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    Nicht nur mit Paketen hat Jana Bieselt mehr als genug zu tun.Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

    Dabei gab es nach dem Kauf zunächst Entwarnung. Die Gewerberäume seien sicher, habe der neue Verwalter bei einer Begehung versichert. Doch nur eine Woche später klingelte bei Jana Bieselt das Telefon. „Der Fairness halber“, so erinnert sie sich an die Worte der Hausverwaltung, wolle man ihr mitteilen, dass sämtliche Gewerberäume gekündigt werden. „Ich war völlig sprachlos. Ich habe geheult“, sagt sie. „Dass sie mehr Miete wollen, stand für uns fest. Aber dass das nun so kommt, von jetzt auf gleich – ich war erledigt.“

    Auch Nadja Schünemann erhielt ein Kündigungsschreiben für Jahresende 2026. Auf die Bitte um Verhandlungen, meldete sich die Verwaltung zwei Wochen später erneut. Es gebe eine Möglichkeit, hieß es. Man könne über einen neuen Mietvertrag sprechen. Der Preis: 32 Euro pro Quadratmeter für den Kiosk, 23 Euro pro Quatratmeter für die Praxis.
    „Machen Sie doch eine Privatpraxis“

    Für Jana Bieselt wäre das eine Verdreifachung ihrer Miete. Für Nadja Schünemann, deren Praxisräume 120 Quadratmeter umfassen, sogar eine Vervierfachung. „32 Euro ist überhaupt kein Mitte-Preis für diese alte Substanz“, sagt Bieselt. „Überall sind Risse, wir haben Stoffkabel in der Decke, die Fliesen fallen von der Wand.“

    Beide Frauen sind sichtlich angefasst, den Tränen nahe, aber auch wütend über die Kälte und Rücksichtslosigkeit der Verwaltung. „Als ich gesagt habe, ich kann mir das nicht leisten“, erzählt Schünemann, habe ihr der Hausverwalter nahegelegt, eine Privatpraxis zu gründen.

    Sie betreut Schlaganfall- und Schmerzpatienten, viele seit über 15 Jahren. Würde sie gehen, fiele eine wichtige Anlaufstelle im Kiez weg. „Meine Patienten müssen im Grunde jetzt anfangen zu suchen. Die Wartezeiten liegen bei einem Jahr.“

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    Viermal so hoch soll die Miete für Nadja Schünemann werden. Das wäre das Ende ihrer Ergotherapie-Praxis in der Novalisstraße.Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

    Auch andere Mieter stehen unter Druck

    Doch für menschliche Schicksale scheint in der Kalkulation der neuen Eigentümer kein Platz zu sein. „Mir wurde klipp und klar gesagt: Es geht hier eigentlich nur ums Geld“, sagt Schünemann. Aus ihrer Praxis sollen zwei Wohnungen werden. Der Wert des Hauses steigt mit den Mieteinnahmen.

    Die Nachricht von der drohenden Schließung hat sich im Viertel schnell verbreitet. Ein Mieter aus dem Haus, selbst Vater von drei Kindern, beschreibt die Sache so: „Der Laden unten ist ein sozialer Treffpunkt“, sagt er. „Meine Kinder kennen den Laden, seit sie auf der Welt sind. Früher haben sie da Kinderzeitungen gekauft, heute holen sie sich heimlich Cola.“

    Dabei stehen auch er und die anderen Mieter unter Druck. Seine Wohnung soll besichtigt werden, „zum Zwecke der Mieterhöhung“, wie er vermutet. Sein kleiner Lagerraum im Hinterhaus wurde bereits gekündigt. „Das ganze ist ein Ausdruck dessen, wie Dinge, die in den Stadtvierteln gewachsen sind, immer mehr weichen müssen“, sagt er.
    Die Politik schreibt „Briefchen“

    Die Unterstützung aus der Nachbarschaft beschreiben Bieselt und Schünemann als groß. „Man traut sich kaum noch auf die Straße, so viel Zuspruch erhalten wir“, sagt Bieselt lächelnd. „Das zeigt uns auch, was wir bedeuten für den Kiez.“

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    Jana Bieselts Kiosk ist ein Herzstück des Kiezes, die Anteilnahme der Anwohner groß.Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

    Doch der Zuspruch allein rettet den Laden nicht. Um ihre Existenz zu sichern, sind Jana Bieselt und Nadja Schünemann in die Offensive gegangen. Sie haben Briefe geschrieben, an die Bezirksverwaltung, an Politiker, bis hin zum Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Der Rücklauf war ernüchternd schleppend.

    „Erst wenn genug Druck entsteht, passiert etwas“, sagt Schünemann. Und wenn eine Antwort kommt, dann oft mit dem Tenor: Wir können nichts machen. Einzelne Politiker hätten angeboten, einen Brief an den Investor zu schreiben. „Ich frage mich, wie sie einen Brief schreiben wollen, wenn sie gar nicht wissen, wie es hier aussieht“, sagt Nadja Schünemann skeptisch.
    Die beiden wollen für ihr „zweites Zuhause“ kämpfen

    „Was ich schlimm finde“, räumt Jana Bieselt ein, „in der Coronazeit hieß es, wir sind systemrelevant. Ich habe 10 bis 12 Stunden mit Maske gearbeitet. Das interessiert jetzt keinen mehr. Wenn man Hilfe braucht, steht man alleine da.“

    Rechtlich stehen Bieselts und Schünemanns Chancen tatsächlich nicht gut. Es gibt keinen Gewerbemietspiegel, keinen Kündigungsschutz wie bei Wohnungen. Eine Grenze zieht nur der „Wucher“ oder die „Sittenwidrigkeit“ – doch bei 32 Euro, in einem Bezirk, wo Spitzenmieten bis zu 47 Euro erreichen, greift dieses Instrument wohl nicht.

    Trotz der aussichtslosen juristischen Lage haben die Frauen der Novalisstraße beschlossen, nicht leise zu gehen. „Wir haben Familienrat abgehalten und es steht fest: Wir werden nicht freiwillig ausziehen“, sagt Jana Bieselt. Ihre Kinder arbeiten im Laden für den Mindestlohn, für sie ist das hier mehr als ein Job. Es ist ihr Zuhause. „Wir würden es definitiv auf eine Räumungsklage ankommen lassen.“

    Für den kommenden Mittwoch ist ein Treffen im Grünen Salon der Volkssolidarität geplant. Der Kiez mobilisiert sich. Sie wollen erörtern, was noch getan werden kann, wie man sich wehren kann. Viele Nachbarn, auch aus anderen Häusern im Kiez, haben bereits ihr Kommen angekündigt.

    Bärendienst für die Sache: Antisemitischer Blogpost

    Doch der politische Zusammenschluss im Kiez droht derweil einen fragwürdigen Umweg zu nehmen. Vor Kurzem tauchte in Chat-Gruppen des Kiezes ein Link eines anonymen Autors auf, der auf die umstrittene Plattform Indymedia führt.

    Dort wird die Herkunft einzelner Investoren betont, Geburtsorte und Namen werden gelistet, geschäftliche Praktiken pauschal mit „israelischen“ Kapitalgebern verknüpft. Jene, die auch das Haus gekauft haben sollen. Der Artikel auf Indymedia endet mit dem Satz: „Wir wollen nicht vertrieben werden von Leuten, mit denen wir nichts am Hut haben.“

    Für Pavel Lyubarsky, dem Vorstandsvorsitzenden der Jüdischen Gemeinde im Kiez Kahal Adass Jisroel e.V., der vorher bereits angeboten hatte, zwischen Mietern und dem Investor zu vermitteln, um eine Einigung zu erzielen, ist damit eine Grenze überschritten.

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    Wenn es nach den Investoren geht, soll in diesem Haus künftig kein Platz mehr für den Familienbetrieb sein..Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

    Lyubarsky, der als Privatperson, nicht im Namen der Gemeinde vermitteln wollte, sagt zur Berliner Zeitung: Er verstehe nicht, warum die Rolle der „ethnischen oder nationalen Zugehörigkeit eines Investors“ überhaupt thematisiert werde. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass hier bewusst oder unbewusst anti-jüdische Ressentiments und Vorurteile mitschwingen“, so Lyubarsky.

    Bieselt, Schünemann und Bewohner distanzieren sich

    Eingeschüchtert fühlt sich Lyubarsky davon aber nicht. Sein Angebot, zu vermitteln bestehe nach wie vor. Und es dürfte auf offene Ohren treffen. Jana Bieselt, Nadja Schünemann und die Anwohner, mit denen die Berliner Zeitung vor Ort sprach, kennen den Artikel - und distanzieren sich ausdrücklich davon, wie sie sagen. Ihnen gehe es um den Erhalt ihres Kiezes, unabhängig von der Herkunft der Eigentümer.

    #Berlin #Mitte #Novalisstraße #Gentrifizierung #Stadtentwicklung

  • „Mokka-Milch Eisbar“ in Berlin: DDR-Ikone: eröffnet wieder
    https://www.berliner-zeitung.de/news/mokka-milch-eisbar-in-berlin-ddr-ikone-eroeffnet-wieder-li.10015860

    15.1.2026 von Eva Maria Braungart - Das Café war ab der 1960er Jahre ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und wurde sogar in einem Schlager besungen. Nun soll die Eisbar wieder ihre Türen öffnen.

    Die „Mokka-Milch-Eisbar“ an der Karl-Marx-Allee hat einen neuen Betreiber. Wie Tip Berlin berichtete, wollen Alexander und Natascha Neumann das DDR-Kult-Café wiederbeleben.

    Der Pavillon der Eisbar gehört zu dem zweiten Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee und ist wie das Kino International und das Café Moskau ein bekannter Teil der Architektur der Allee.

    „Mokka-Milch Eisbar“: Landesweite Bekanntheit durch Schlager

    Die Mokka-Milch-und-Eis-Bar, auch „Mokke“ genannt, mit der postalischen Anschrift Karl-Marx-Allee 35 – wurde besonders ab den 1980er Jahren, als dort auch Diskotheken veranstaltet wurden, ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

    Landesweit bekannt wurde sie Ende der 1960er Jahre durch den Schlager „Mokka-Milch Eisbar“ von Thomas Natschinski landesweit bekannt. Nach fast 30 Jahren Betrieb wurde die Einrichtung nach dem Fall der Mauer geschlossen. Ab 1993 wurde das Gebäude durch das Restaurant „Alberts“ mit dem darunter liegenden Nachtclub „A-Lounge“ genutzt. Im August 2019 stellte das „Alberts“ seinen Betrieb ein.

    Über 35 Jahre nach Mauerfall soll die Mokka-Milch-Eisbar nun den Betrieb wieder aufnehmen. Bereits im April soll das Café mit verschiedenen Eröffnungsveranstaltungen zurückkehren,wie Tip Berlin berichtet. Auch das legendäre Kino International an der Karl-Marx-Allee soll 2026 nach jahrelanger Sanierung wiedereröffnen.

    #Nerlin #Mitte #Karl-Marx-Allee #Gastronomie

  • Berliner Gastronom Björn Swanson: „In Charlottenburg geht nichts mehr“
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/gastronom-bjoern-swanson-in-charlottenburg-geht-nichts-mehr-li.1001

    17.1.1026 von Marcus Weingärtner - Eigentlich hatte sich der Gastronom aus seiner Branche verabschiedet. Nun hat Björn Swanson doch ein neues Restaurant in Mitte eröffnet. Warum er mit Charlottenburg abgeschlossen hat.

    Rumsitzen und Däumchen drehen ist sicherlich keine Eigenschaft, die man dem Berliner Gastronomen Björn Swanson zuschreiben würde. Bekannt wurde der in Berlin geborene Swanson durch die Restaurants Golvet und Faelt, das letztere ausgezeichnet mit einem Stern des Guide Michelin. Den verlor Swanson 2025, und auch bei seinem zweiten Restaurant Swan&Son schien die Luft raus zu sein.

    Doch die versprochene Abkehr von der Spitzengastronomie hielt nicht lange, jetzt hat Swanson ein neues Restaurant eröffnet, das Norms in Mitte. Der Osten der Stadt ist gastronomisches Neuland für ihn, im Interview spricht er vom Vibe an der Brunnenstraße, den Fehlern der Politik und darüber, warum er trotz Mehrwertsteuersenkung nicht mehr verdient.

    Herr Swanson, Ende vergangenen Jahres haben Sie Ihre Restaurants Faelt und Swan & Son geschlossen. Wir dachten, Sie hätten sich aus der Gastronomie verabschiedet. Jetzt haben Sie ein neues Restaurant eröffnet – das Norms in Mitte. Was treibt Sie um?

    Das wollte mein näheres Umfeld auch wissen, insbesondere meine Familie. Meine Mutter fragte, ob ich bescheuert bin. Aber den Kopf in den Sand zu stecken, das liegt mir einfach nicht. Zu Hause hocken und mich selbst bemitleiden, weil etwas nicht funktioniert hat – das entspricht nicht meinem Charakter. Die Chance, das Norms zu eröffnen, ein neues Restaurant ins Leben zu rufen, hat sich aber spontan ergeben. Ich bin nicht alleiniger Inhaber, sondern Gesellschafter mit zwei großartigen Partnern. Ich bringe meine Expertise nun aus der zweiten Reihe ein, was eine neue Erfahrung für mich ist.

    Ein Mann für die zweite Reihe schienen Sie uns bislang nicht. Erzählen Sie uns, warum Sie Ihre beiden Restaurants geschlossen haben.

    Beim Faelt war einfach die Luft raus. Es freut mich, dass es noch Sterne-Restaurants gibt, die gut laufen – aber auf jedes, das gut läuft, kommen zwei, denen es nicht gut geht und die entweder subventioniert oder teils mit anderen Konzepten über Wasser gehalten werden. Bei uns gingen die Gästezahlen konsequent zurück – Grund waren unter anderem die Spätfolgen der Pandemie in Form von geändertem Konsumverhalten und der Inflationsrate der letzten Jahre, gepaart mit extrem steigenden Personalkosten.

    Wie ging es weiter?

    Ich wollte das Faelt daher schon 2024 verkaufen, aber die Investoren sprangen kurzfristig ab. Dann haben wir weitergemacht, allerdings nicht mehr mit der Leidenschaft, die so ein Lokal braucht. Konsequenterweise haben wir dann den Stern verloren, das Ende war also absehbar.

    Im Swan&Son haben wir 14 Monate wirklich hart gekämpft und alles versucht. Leider waren die anfänglichen Investitionskosten zu hoch und somit hatten wir massive Probleme, wirtschaftlich auf einen grünen Zweig zu kommen. Die Räumlichkeiten waren zu Beginn in einem erbärmlichen Zustand, was eine komplette Sanierung erforderte. Das überstieg am Ende unsere Möglichkeiten, obwohl wir gut gestartet sind und wirklich viele zufriedene Gäste hatten.

    Zuletzt bin ich nur noch unseren Verbindlichkeiten hinterhergerannt und habe täglich versucht, Lösungen zu finden. Ich musste einen Schlussstrich ziehen und bin mit der GmbH in die Insolvenz gegangen. Das war schon ein herber Schlag für mein Ego. Ich dachte immer, dass sich gute Qualität, gepaart mit charmantem Service in einem schönen Ambiente, auszahlen würde, aber die Stadt hat sich verändert.

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    Neuer Gastro-Place in Mitte: Das Norms in der E#lisabethkirchstraße bietet deutsche Küche mit einem Twist.Markus Wächter/Berliner Zeitung

    Aber eine lange Pause haben Sie sich nicht gegönnt.

    Nein, tatsächlich nicht. Ich kenne die Familie, die das Haus verwaltet, in dem nun das Norms ist, schon lange. Hier waren schon einige tolle Restaurants angesiedelt, wie etwa zuletzt das Osterberger. Als die Anfrage zur Übernahme kam, haben wir fast sofort zugesagt. Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich.

    Mit welchem Konzept sind Sie dieses Mal an den Start gegangen?

    Das Restaurant wirkt sehr modern, was auch am Stil des Hauses liegt. Die Küche dagegen ist fast traditionell, natürlich immer mit einem gewissen Twist. Wir nennen es deutsche Kindheitsküche, aber leichter interpretiert. Das ist kein neues Feld, aber wir bieten Küche für jedermann auf einem hohen Niveau – zu Preisen, die man sich noch leisten kann. Ein Hauptgericht für 29 Euro ist fair, zumal in Mitte. Hier kostet die schlechteste Pizza ja mittlerweile 17 Euro, wenn man Pech hat, beziehungsweise ein Döner fast schon 10 Euro. Das muss man schon ins Verhältnis setzen.

    Sie hatten Lokale in gediegenen Stadtteilen wie Schöneberg und Charlottenburg, jetzt sind Sie in Mitte. Ist das eine Herausforderung?

    Ich will Charlottenburg nicht schlechtreden, ich hatte dort wunderbare Stammgäste. Aber es ist bezeichnend, dass selbst das Einstein in der Giesebrechtstraße nach fünf Monaten dichtgemacht hat – trotz hoher Investitionen. Alles, was dort nicht auf der Kantstraße liegt, hat es zunehmend schwer. In Mitte herrscht ein anderer Spirit. Wir haben kaum Werbung für das Norms gemacht, und der Laden läuft gut an. Es ist dieselbe Stadt, aber die Leute sind ganz anders drauf: Sie essen und trinken nicht so ausgiebig wie im Westen, dafür kommen mehr Gäste. Und sie sind deutlich jünger als im Swan&Son, wo der Altersdurchschnitt teilweise bei 65 plus lag. Dafür war das Publikum dort solventer. Ich möchte das überhaupt nicht gegeneinander aufwiegen, aber hier in Mitte herrscht mehr Bewegung.

    Womit wir beim Geld wären. Seit dem 1. Januar gelten für Sie wieder sieben Prozent Mehrwertsteuer. Merken Sie davon etwas?

    Es wäre undankbar zu sagen, dass man nichts davon mitnimmt. Aber offen gesagt: Das ist wieder so eine halbgare Lösung. Warum wurde die Steuer nur für meine Branche gesenkt und nicht für die gesamte Industrie? Es müssen ja nicht gleich zwölf Prozent sein. Das hätte eine positive Wirkung auf den Investitionsstau in diesem Land. Dieser Dschungel an verschiedenen Steuersätzen – da blickt keiner mehr durch.

    Natürlich habe ich Gäste, die jetzt niedrigere Preise erwarten. Ich verstehe das, erkläre aber, dass die Gastronomie seit Jahren auf dem Zahnfleisch geht. Inflation und gestiegene Personalkosten durch den höheren Mindestlohn fressen die Steuersenkung auf. In der Spitzengastronomie wird ohnehin meist über Tarif bezahlt. Ich beschwere mich nicht über niedrigere Steuern. Aber wer glaubt, dass wir Gastronomen jetzt den großen Reibach machen, ist naiv. Die politischen Kräfte in diesem Land müssen endlich nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen präsentieren und auf den Weg bringen.

    Dabei hat man das Gefühl, dass sich die Gastronomie in den vergangenen 20 Jahren in Berlin zu etwas international Anerkanntem gemausert hat. Schlägt sich das nirgends nieder?

    Das stimmt so nicht mehr. Der große Berlin-Hype ist verflogen, und das hat massiv mit der verfehlten Politik in dieser Stadt zu tun, aber natürlich hat die lokale Gastronomie ein anderes Niveau als noch in den 2000ern. Andererseits sind die Bandagen auch härter geworden. Vor 20 Jahren gab es vielleicht zehn gehobene Restaurants, heute allein über 20 mit Stern. Man kann sich fragen, ob Berlin das braucht.

    Sie sprachen davon, wie sich diese Stadt verändert hat.

    Der Hype, der diese Stadt ein paar Jahre getragen und zu einer international begehrten Destination gemacht hat, ist verpufft. Allein die Anbindung ist eine Katastrophe. Von Tegel war man schnell in der Stadt, vom BER braucht man ewig – und darf sich glücklich schätzen, wenn man überhaupt ein Taxi bekommt. Das spiegeln mir jedenfalls meine Gäste aus dem Ausland. Ich muss es leider sagen: Es gibt momentan unglaublich viele Faktoren, die Berlin für den gehobenen Tourismus unattraktiv machen.

    Die Zahlen sind doch angeblich wieder auf dem Niveau von vor Corona.

    Das ist Bullshit. Es gibt hier Luxushotels mit einer Auslastung von unter 20 Prozent im Januar. Restaurants schließen in dieser Zeit – nicht, weil sie wollen, sondern weil sie müssen. Mir kann keiner erzählen, dass es um den Tourismus in Berlin gut bestellt ist. Diese Stadt vermarktet sich schlecht. Vergleichen Sie das mal mit Madrid oder Barcelona: Da wird ganz anders um Besucher geworben. Hier lebt man vom Ruf vergangener Jahre und glaubt, das reiche aus. Als Wirtschaftsstandort sind Berlin und Deutschland mittlerweile generell unattraktiv.

    Was ist mit dem kulinarischen Niveau der Stadt? Ist das Ihrer Meinung nach noch ein Pfund, mit dem man werben kann?

    Momentan werden Ketten wie Goldies gehypt. Keine Frage, die machen klasse Burger und großartige Pommes, aber am Ende ist es eben doch nur Fast Food, und das sagt viel über diese Stadt aus. Es geht viel Handwerk verloren, und irgendwie müssen wir gemeinsame Lösungen finden, um diese wunderbare Stadt wieder neu zu beleben. Wir als Unternehmer können aber nur einen kleinen Teil dazu beitragen – am Ende bleibt es, wie immer, ein politisches Thema.

    Björn Swanson, geboren und aufgewachsen in Berlin-Schöneberg, absolvierte unter Herbert Beltle im Alten Zollhaus seine Lehre.

    Anschließend führte ihn sein kulinarischer Weg zu Christian Lohse (Fischers Fritz), Marco Müller (Rutz), Michael Kempf (Facil) und Stefan Hermann (Bean & Beluga, Dresden) bevor er 2015 seine erste Position als Küchenchef im Relais & Châteaux Gutshaus Stolpe antrat. Dort erhielt er zum ersten Mal die Auszeichnung vom Guide Michelin.

    2017 ging Swanson zurück nach Berlin, um zusammen mit Thorsten Schermall das Golvet zu eröffnen. Im Oktober 2020 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit mit der Eröffnung des Faelt in Schöneberg.

    #Berlin #Gastrnimue #Mitte

  • Streit um die Skyline: Der Berlinian erreicht 146 Meter und spaltet die Hauptstadt
    https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/zu-hoch-fuer-den-alexanderplatz-richtfest-des-berlinian-sorgt-fuer-

    Wer braucht neue Kirchtürme des Kapitalismus? Für die Wohnungsversorgung und das städtische Gewerbe sindvsie jedenfalls überflüssig.

    14.1.2026 von Oliver Weinlein - Der Berlinian erreicht seine 146 Meter. Trotz des Erfolgs bleibt die Kritik an der Bauhöhe und dem Zeitplan bis Mai 2027 bestehen.

    Am Berliner Alexanderplatz ist am heutigen Mittwochnachmittag ein städtebauliches Signal gesetzt worden, das gleichermaßen von baulichem Erfolg und politischem Zündstoff geprägt ist.

    Während über dem Skelett des neuen Hochhauses The Berlinian der Richtkranz schwebt, blicken Beobachter nicht nur mit Anerkennung auf den Fortschritt, sondern auch mit Skepsis auf die Begleitumstände dieses Mammutprojekts. Es ist ein markanter Meilenstein für das derzeit ambitionierteste Bauvorhaben im Herzen der Hauptstadt, das nach Jahren der Verzögerung und einem Eigentümerwechsel nun unübersehbar in den Himmel ragt.

    Vom Erbe Benkos zum Vorzeigeprojekt

    Die Geschichte des Berlinian ist untrennbar mit den Turbulenzen der Berliner Immobilienwelt verknüpft. Ursprünglich unter dem Namen Mynd vom inzwischen insolventen Signa-Konzern initiiert, drohte das Projekt zeitweise als nächste Bauruine am Alexanderplatz zu enden. Erst die Übernahme durch die Commerz Real im Jahr 2023 brachte die nötige Stabilität und das Tempo zurück auf die Baustelle. Mit einer Endhöhe von 146 Metern ist der Turm jetzt das am weitesten fortgeschrittene Hochhausprojekt auf dem Areal.

    Hinter der gläsernen Fassade entsteht ein Nutzungsmix, der über reine Büroflächen hinausgeht. Neben modernen Arbeitswelten sind Flächen für Einzelhandel, Kultur und Gastronomie vorgesehen. Besonders die öffentlich zugänglichen Bereiche wie die Lobby und eine geplante Skylounge sollen das Gebäude für die Stadtgesellschaft öffnen und das angrenzende Warenhaus Galeria ergänzen.

    Kai Wegners Vision einer Berliner Skyline

    Die politische Bedeutung des Projekts wurde durch den Auftritt des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner beim Richtfest unterstrichen. Der CDU-Politiker nutzte die Zeremonie für ein deutliches Bekenntnis zum Hochhausbau und forderte einen Mentalitätswechsel in der Stadtplanung. „Ich wünsche mir für Berlin, dass wir häufiger den Mut aufbringen, höher zu bauen“, so Wegner vor den geladenen Gästen. Das verdiene eine Metropole wie Berlin. Für Wegner ist der Turm ein Vorbote für die künftige Gestalt der Mitte: „Wir brauchen spannende Architektur. Wir brauchen auch hohe Häuser. Wir brauchen eine echte Skyline, und die wird hier am Alexanderplatz entstehen.“ Der Alexanderplatz habe großes Potenzial, betonte er weiter. Dass wir hier nun mit 146 Metern eines der höchsten Geschossbauten haben, zeige, was an diesem Ort möglich sei.

    Die Debatte um die wachsenden Meter

    Doch wo Licht ist, fällt am Alexanderplatz traditionell auch viel Schatten. Die Kontroverse um den Berlinian entzündet sich vor allem an seiner schieren Größe und deren Entwicklung. In den ursprünglichen Entwürfen war das Gebäude noch mit einer Höhe von 132 bis 134 Metern vorgesehen. Im Verlauf der Realisierung wuchs der Turm jedoch über 142 Meter bis auf die heutigen 146 Meter an.

    Diese Anpassung während der laufenden Entwicklung war laut Experten auf Basis des bestehenden Planungsrechts möglich, ohne eine völlig neue Genehmigungsschleife zu durchlaufen. Dennoch sorgt dieser Zuwachs für politischen Unmut. Kritiker und Teile der Opposition vermuten hinter der Erhöhung informelle Absprachen, um die Wirtschaftlichkeit des Projekts nach dem Ausstieg von Signa abzusichern. Es stehen Fragen im Raum, ob dem Investor hier ohne ausreichende Transparenz zusätzliche Geschossflächen zugestanden wurden.

    Besonders die Auswirkungen auf die Sichtachsen zum Berliner Fernsehturm sorgen für Diskussionen, da der Bau aus vielen Perspektiven die gewohnte Dominanz des Wahrzeichens einschränkt.
    Ein ungleiches Bild am Alexanderplatz

    Das Richtfest des Berlinian verdeutlicht zudem die tiefe Spaltung in der Berliner Stadtentwicklung. Während hier der Baufortschritt gefeiert wird, herrscht wenige hundert Meter weiter am Alexander Tower des russischen Investors Monarch weiterhin Stillstand. Dort blicken die Berliner seit Jahren auf eine verwaiste Baugrube, die durch Finanzierungsprobleme und Sanktionen zum Mahnmal für die Risiken großer Investorenprojekte geworden ist. Berlin macht dort inzwischen Vertragsstrafen in Millionenhöhe geltend. Der Erfolg des Berlinian wirkt in diesem Kontext wie ein mühsam erkaufter Sieg gegen den drohenden Stillstand im Zentrum, auch wenn die massive Architektur von vielen als wenig feingliedrig empfunden wird.

    Zukunftsaussichten

    Mit dem Abschluss des Rohbaus beginnt nun die Phase des Innenausbaus. Entgegen früherer Schätzungen wird die vollständige Fertigstellung des Ensembles für den Mai 2027 angestrebt. Es bleibt abzuwarten, ob die versprochene Belebung des Platzes durch die öffentliche Skylounge und die kulturellen Angebote tatsächlich eintritt oder ob The Berlinian primär ein Symbol für eine Stadtplanung bleibt, die in der Kritik steht, sich zu sehr an den Bedürfnissen großer Finanzinvestoren zu orientieren.

    Der Richtkranz über dem Alexanderplatz markiert jedenfalls das Ende einer Ära der Unsicherheit, lässt aber die Debatte über die richtige Gestaltung der Berliner Mitte lebendiger denn je zurück.

    #Berlin #Mitte #Alexanderplatz #Stadtentwicklung #Hochhaus

  • La #malédiction du #mitterrandisme plane encore sur la France | #Mediapart
    https://www.mediapart.fr/journal/politique/130126/la-malediction-du-mitterrandisme-plane-encore-sur-la-france

    L’anniversaireL’anniversaire de la mort, le 8 janvier 1996, de François Mitterrand a été l’occasion habituelle d’un tir de barrage éditorial et médiatique. Une tendance se dégage, de la série Mitterrand confidentiel sur France Télévisions au documentaire réalisé par Mazarine Pingeot, la fille du défunt, François Mitterrand, une autre vie possible sur La Chaîne parlementaire, en passant par le cycle de l’Institut François Mitterrand sur le statut « d’homme de lettres » de l’ancien président et François Mitterrand. Conversations intimes, de Jean Glavany.

    Après le « droit d’inventaire » proclamé par Lionel Jospin dans les années 1990 et la tentative d’oubli des années 2010, François Mitterrand tente de revenir sous la forme d’un mythe.

    Les contours de ce mythe sont dessinés par l’irruption de l’ancien président dans la fiction avec la série de l’audiovisuel public. L’héroïsation y est complète. François Mitterrand y apparaît comme un homme sensible et courageux, amoureux de la poésie et poète amoureux, incarnation de la jeunesse des Trente Glorieuses devenue un vieux sage attaqué de toute part. Une sorte de Lamartine moderne. Ce n’est d’ailleurs pas pour rien que le poète de Mâcon revient comme un leitmotiv dans la série.

    La façon dont le récit expulse toutes les parts sombres du personnage trahit la volonté de le faire sortir de l’histoire pour le faire entrer dans le mythe. Et c’est bien aussi ce à quoi s’emploie, par exemple, un Jean Glavany, expliquant doctement que le vieux président avait déjà compris, au début des années 1990, que « la prochaine guerre sera[it] en Ukraine ».

    Agrandir l’image : Illustration 1
    Francois Mitterrand à l’abbaye de Cluny le 17 septembre 1988. © Photo Chamussy / Sipa
    Il faut dire que la figure de Mitterrand reste une référence à gauche, de Jean-Luc Mélenchon, qui n’a jamais caché son admiration pour l’ancien président, à Bernard Cazeneuve, qui a prononcé l’oraison d’hommage à Jarnac.

    Certes, le Parti socialiste (PS) actuel s’est fait discret dans son hommage. Mais c’est aussi que, progressivement, la figure de Mitterrand quitte les rives de la politique quotidienne pour voguer vers celle de la référence républicaine. Il y a dans ces publications quelque chose qui cherche à faire de l’ancien président socialiste l’équivalent d’un de Gaulle pour la psyché collective. Il n’y est pas encore, mais c’est désormais là que se situe le « prochain combat », pourrait-on dire en copiant le moine copiste Jean Glavany.

    Aussi est-il bon de rappeler ce qu’a été François Mitterrand et quelle est sa responsabilité dans la situation actuelle du pays et de la gauche.

    L’opportunisme fait homme
    François Mitterrand est l’incarnation de ce que l’on appelait naguère « l’opportunisme ». Pour lui, la conquête du pouvoir et son maintien à celui-ci justifient tout. Et contrairement à ce qu’essaie de nous faire croire la série de France Télévisions, cette ivresse du pouvoir n’est motivée par nul idéal, par aucune conception du monde.

    C’est bien pour cette raison qu’il a été à son aise tout au long de la IVe République, lorsqu’il pouvait user de la force parlementaire réduite de sa petite formation, l’Union démocratique et socialiste de la Résistance (UDSR), pour glaner pas moins de onze ministères. C’est aussi pour cela que celui qui voyait la France de « Lille à Tamanrasset » a pu devenir dans les années 1960 le leader de la gauche anticolonialiste.

    Bien sûr, les gens changent. Mais François Mitterrand donne l’impression que les idées n’ont jamais été que des outils qu’il utilisait lorsqu’il le fallait pour imposer sa domination sur le pays ou sur la gauche.

    Limiter Mitterrand aux quelques mois qui suivent son élection, c’est se tromper sur l’homme comme sur l’époque.

    Au reste, on ne s’étonnera pas qu’une fois arrivé au pouvoir, François Mitterrand n’ait réalisé aucune des promesses de ses trois précédentes candidatures. En 1965, il était l’opposant au régime présidentiel. En 1974, il était l’opposant à la domination du capital. En 1981, il était l’opposant à l’austérité.

    Or, les années Mitterrand ont été celles d’un régime personnel renforcé jusqu’à l’absurde, d’une soumission du politique au capital et de l’établissement des régimes néolibéraux de rigueur et de modération salariale. Mais peu importe, ce qui comptait pour Mitterrand, c’est qu’il fût à l’Élysée et qu’il en fasse le château fort de cette monarchie républicaine qu’il avait autrefois fustigée.

    #Mitterrand #gauche

    Sa seule boussole a été de rester au cœur du jeu politique pour parvenir au pouvoir. L’affaire de l’Observatoire en 1959, lorsqu’il organisera un faux attentat pour relancer sa carrière, est, de ce point de vue, un moment clé pour comprendre le personnage. Bien sûr, on peut lui reconnaître du génie d’avoir su s’imposer comme l’homme de la situation six ans plus tard au moment de la présidentielle. Reste à savoir si ce type de pirouette doit être une référence.

    Bien entendu, la décennie 1980 comporte un certain nombre d’avancées, de la retraite à 60 ans à l’abolition de la peine de mort. Mais n’étaient-ce pas là des concessions aux temps qui ressemblent à la première vague de libéralisation réalisée sous le septennat de Giscard d’Estaing ? Limiter Mitterrand à ces quelques mois qui suivent son élection, c’est se tromper sur l’homme comme sur l’époque.

    De « l’argent qui corrompt » à l’argent roi
    Les années Mitterrand, ce sont les hideuses années de l’argent roi. Le président qui, en 1974, dénonçait « l’argent qui corrompt tout, jusqu’à la conscience des hommes », finira en 1992 par nommer avec enthousiasme Bernard Tapie à un ministère.

    Avec le locataire de la bergerie de Latche, la gauche a changé de nature. Elle a certes gagné deux élections présidentielles mais elle a perdu toute prétention à émanciper la société du capital. Elle est devenue une force d’accompagnement du néolibéralisme, discutant du poids des chaînes des travailleurs avec la droite.

    Pierre #Mauroy, Michel #Rocard, Laurent #Fabius, Jean-Pierre #Chevènement #Parti_socialiste

    Le « ni-ni » de 1988 représentait explicitement cette position : dans la contre-révolution néolibérale, la gauche mitterrandienne défendait une stratégie de libéralisation modérée. D’un côté, on accélérait la financiarisation de l’économie, on soutenait la politique du franc fort et la liberté de circulation des capitaux ; de l’autre, on tentait d’amortir le choc avec le revenu minimum d’insertion (RMI) et le maintien des transferts sociaux.

    Mais c’était un équilibre voué à l’échec, car le capital demandait toujours plus. Prise dans ses contradictions, la gauche s’est effondrée en 1993, connaissant sa pire défaite à des législatives depuis 1967.

    Le bourgeois charentais qu’était François Mitterrand s’est toujours méfié des travailleurs et de leur autonomie.

    Le vieux Mitterrand n’en avait cure. Affaibli, malade, isolé, il est resté en poste, au sein de ce palais de l’Élysée qu’il avait tant convoité. Bernard Cazeneuve a salué l’action d’unification de la gauche qu’avait eue l’ancien président. Mais il oublie de dire que cette unification s’est faite au prix d’un affaiblissement historique de cette même gauche. Car l’écho de la lourde défaite aux élections législatives de 1993 s’entend jusqu’à aujourd’hui.

    François Mitterrand a donné en héritage à la gauche française un modèle de gestion qui l’a menée où elle est aujourd’hui : une force minoritaire, isolée du mouvement social et largement impuissante. Cet héritage, aucun inventaire n’en a jamais été fait. Il a deux faces qui se confondent.

    #1981-83 : #renoncement_économique

    La première face, c’est l’isolement du monde du travail. En 1981, l’ambition du #programme de la gauche ne pouvait se faire qu’avec l’appui d’un large mouvement social, d’une pression collective du travail sur le capital. Mais le bourgeois charentais qu’était François Mitterrand s’est toujours méfié des #travailleurs et de leur autonomie. Jamais il n’a eu l’ambition de donner le pouvoir aux masses laborieuses dans leurs entreprises. Les nationalisations ont été négociées avec les patrons, et les entreprises ont immédiatement été confiées à des technocrates pour en assurer la « viabilité économique ».

    Sans appui des #ouvriers et des #employés, la gauche en était donc réduite à négocier avec le #capital les conditions de son maintien au pouvoir. Et l’on retombe ainsi à la deuxième face du mitterrandisme : se faire élire sur un programme de gauche et gouverner main dans la main avec le patronat. Il fallait être aussi peu doué de sens politique qu’un Bernard Arnault pour quitter Paris pour New York en 1981. Mais le futur patron de LVMH sut fort bien jouer, par la suite, de ses amis socialistes pour fonder son empire.

    L’héritage maudit du mitterrandisme
    En 1997, Lionel Jospin, critique de la pratique mitterrandienne du pouvoir, tomba lui aussi dans ce piège. Au point qu’en 2002 il se trahit en déclarant que « son programme n’était pas socialiste » et en paya le prix fort. Dix ans plus tard, la génération formée dans les années 1980, celle des François Hollande, Michel Sapin et Pierre Moscovici, reprend la formule magique de 1981. Le fameux « discours du Bourget » est du Mitterrand pur jus : « l’ennemi qui n’a pas de visage, la finance », est une formule de l’ancien président (Hollande, lui, se contentera de parler d’adversaire).

    Et comme avec lui, la promesse va être oubliée le jour même de l’élection du député de Corrèze à l’Élysée. Mais comme le capitalisme vient encore de connaître une crise, la politique devra être encore plus violente envers le monde du travail. Le mitterrandisme tardif ne peut plus se contenter d’ouvrir les marchés financiers, il lui faut désormais s’en prendre au droit du travail et réprimer les mouvements sociaux.

    #PS 

    La gauche ne se remettra jamais de ce dernier avatar du #machiavélisme mitterrandien. Son affaiblissement sera désormais structurel. L’évolution engagée par « le tournant de la rigueur » de 1983 s’achève par le recyclage de la social-démocratie dans le macronisme, comme une sorte de fusion définitive de François Mitterrand avec Bernard Tapie incarné par Emmanuel Macron, ce président lui aussi dévoré d’ambition personnelle et qui assume désormais son statut de fondé de pouvoir du patronat au sein de l’État.

    Tout va ensemble. François Mitterrand ne croyait qu’au pouvoir, ce qui l’a amené à « s’adapter » au vrai pouvoir sous-jacent à la démocratie française, celui du capital, plutôt qu’à « changer la vie ». De cet abandon est née une désillusion profonde, terrible, qui traverse depuis quarante ans la vie politique française qui affaiblit la gauche et a servi de terreau à l’extrême droite.

    Parce qu’il a été #omniprésent dans la vie politique pendant un demi-siècle et qu’il est l’artisan d’un #échec_profond et structurel, #François_Mitterrand a été une malédiction pour la gauche et pour la France. Cette malédiction prend une autre forme, encore plus dangereuse pour la gauche : l’obsession pour les élections, en particulier la #présidentielle, qui limite la vision et borne les projets.

    L’auteur du #Coup_d’État_permanent avait, dès les années 1960, fait ce choix de l’#électoralisme et du #présidentialisme. Lui qui n’avait rien saisi aux enjeux du mouvement de Mai-68 et qui, pendant les années 1970, a passé son temps à tenter de convertir, par le faux-semblant du discours sur l’autogestion, les masses à l’électoralisme. C’est en se privant d’une action profonde au sein de l’outil productif que la gauche va signer son impuissance future. Dès lors, la seule alternative au sein du système va devenir l’extrême droite…

    Les tentatives actuelles de placer François Mitterrand sur le piédestal du « dernier homme d’État » est donc un piège qui trahit encore cette croyance dans l’homme providentiel dont la gauche devrait absolument se défier, parce qu’elle porte en elle l’impuissance et la soumission à la logique de la Ve République. Plus que jamais, trente ans après, il est temps que l’esprit de Mitterrand quitte une fois pour toutes la gauche française, car cet esprit la ronge en profondeur. 

    #Romaric_Godin

  • Sie biegt sich unter dem Verkehr: Neue Gertraudenbrücke für schwere Fahrzeuge und Busse gesperrt
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/sie-biegt-sich-unter-dem-verkehr-neue-gertraudenbrucke-fur-schwere-fahr

    19.12.2025 - Nach der Mühlendammbrücke ist ein weiteres Bauwerk ganz in der Nähe in Berlin-Mitte marode. Dort müssen jetzt sogar BVG-Busse umgeleitet werden. Gebaut wird ab sofort.

    Auf der Bundesstraße 1 in Berlin-Mitte entsteht zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz ein neues Nadelöhr: Wegen Schäden am Bauwerk muss die Neue Gertraudenbrücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt werden, wie die Senatsverkehrsverwaltung mitteilte.

    Die Lastbeschränkung gilt demnach auch für den Busverkehr der BVG, deren Linien 200 und 248 andere Wege nehmen müssen. Für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge soll eine Überfahrt möglich sein. Ansonsten darf die Brücke nahe dem Spittelmarkt nur noch zum Beispiel von Pkw, bestimmten Kleintransportern oder Zweirädern befahren werden.

    Bei den jüngsten Prüfungen an dem 1977 errichteten Bauwerk seien Schäden festgestellt worden, hieß es. So biege sich die Brücke stark, wenn sie von schweren Fahrzeugen befahren wird. Zudem gebe es Hinweise auf Ermüdungsrisse von Schweißnähten der Längsträger an der unteren Seite des Bauwerks.
    Mühlendammbrücke auch marode

    Anfang des neuen Jahres werden an den Problemstellen eingehende Sonderprüfungen vorgenommen, wie die Verkehrsverwaltung weiter mitteilte. Bauwerksprüfern und Statikern legen dann die weiteren Schritte fest. „Die Arbeiten werden umgehend mit sofortiger Wirkung umgesetzt“, hieß es. „Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden.“

    Die Neue Gertraudenbrücke überführt im Zuge der Leipziger Straße, der Gertraudenstraße und des Mühlendamms den Spreekanal. Sie liegt in der Nähe der Mühlendammbrücke über die Spree, die bereits zum Teil abgerissen ist und bis 2029 neu gebaut werden soll. Auch hier staut sich praktisch täglich der Verkehr. Die Probleme an der Neue Gertraudenbrücke können die Lage auf der wichtigen Ost-West-Verbindung weiter verschärfen. (dpa)

    #Berlin #Mitte #Neue_Gertraudenbrücke #Leipziger_Straße #Gertraudenstraße #Mühlendamm #Verkehr #Architektur

  • Weitere Umbenennung: Diesen Namen könnte die Dorotheenstraße bald tragen
    https://www.berliner-zeitung.de/news/dorotheenstrasse-soll-nach-holocaust-gedenkstaette-yad-vashem-benan

    Alles neu macht der Mai. Aus Kohlfurt wurde Regina Jonas, also warum nicht mal andersrum und aus der Frau ’nen Ort machen. Logik, Sinn und Verstand hat das Ganze aus Berlner Perspektive nicht, aber das ist den rechten Philosemiten im Bundestag egal. Die basteln weiter an der Verwandlung Berlins in ein kontextbefreites Symbol provinzieller Kleingeistigkeit.

    Macht nix, genau so wurde Berlin immer wieder bis auf die Grundmauern zerstört und eine Generation später unverdrossen wieder aufgebaut.

    Der Preis dafür, Hauptstadt ganz Deutschlands zu sein fällt höher aus, als es sich die meisten vorstellen konnten.

    18.12.2025 von Kai Kleinwächter - Eine Kommission des Bundestags spricht sich dafür aus, einen Teil der Dorotheenstraße umzubenennen. Die neue Yad-Vashem-Straße käme frühestens im Mai 2026.

    Die Baukommission des Bundestags hat sich für die Umbenennung eines Teilstücks der Dorotheenstraße in Berlin-Mitte ausgesprochen. Der Abschnitt soll einem Bericht von Table Media zufolge in Yad-Vashem-Straße umbenannt werden. Es handelt sich dabei um einen Abschnitt in unmittelbarer Nähe des Reichstagsgebäudes. Die Umbenennung kann demnach frühestens im Mai 2026 erfolgen.

    Die israelische Yad-Vashem-Gedenkstätte ist einer der wichtigsten Erinnerungsorte an den Holocaust. Aus Sicht der Baukommission wäre der neue Name ein Ausdruck des Bekenntnisses zu historischer Verantwortung und Erinnerungskultur in Deutschland.
    Von Dorothea zu Clara Zetkin zu Yad Vashem

    Die jetzige Umbenennung steht in einer langen Tradition politischer Namensgebungen dieser Straße. Im Jahr 1822, nach dem Ende der napoleonischen Kriege und dem Beginn des Aufstiegs Preußens, wurde diese nach Dorothea von Brandenburg benannt. Sie war die Ehefrau des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

    Für die DDR war die prominente Erinnerung an die brandenburgisch-preußische Geschichte nicht akzeptabel. Sie benannte die Straße nach der Frauenrechtlerin und dem Gründungsmitglied der KPD Clara Zetkin um. Nach der deutschen Einheit lehnten konservative Kreise bis hinauf zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) eine Kommunistin als Namensgeberin ab. 1995 erhielt die Straße ihren ursprünglichen Namen zurück. Die Grünen, PDS, linke SPD-Mitglieder und Frauenverbände sprachen sich damals vehement dagegen aus.

    Einflussreiche Kreise mit CDU-Verbindung setzten sich ein

    Für die jetzige Initiative setzten sich wohl politisch bestens vernetzte Prominente ein. So sprachen sich Medienberichten zufolge vor allem der Direktor von Yad Vashem, Dani Dayan, und der Vorsitzende des deutschen Vereins „Freundeskreis Yad Vashem“, Kai Diekmann, für den neuen Namen aus.

    Laut Politico trugen die prominenten und konservativen Befürworter ihren Wunsch nicht nur an Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, sondern auch an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) heran. Letztere ist Mitglied des Ältestenrates, der die Umbenennung jetzt empfohlen hat.

    #Berlin #Mitte #Dorothernstraße #Straßenumbenennung #Philosemitismus #Politik #Stadtentwicklung #Geschichte

  • Neuer Name, weitreichende Renovierung: Das wird aus dem Hotel de Rome am Bebelplatz
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/neuer-name-weitreichende-renovierung-das-wird-aus-dem-hotel-de-rome

    5.12.2025 von Anne Vorbringer - Nachdem die britische Hotelgruppe Rocco Forte den Betrieb eingestellt hat, gibt es nun neue Pläne für das Fünf-Sterne-Haus – und die Rückkehr eines bekannten Namens.

    Diese Nachricht sorgte vor ein paar Wochen für einiges Aufsehen: Die britische Hotelgruppe Rocco Forte hatte verkündet, den Betrieb des traditionsreichen Hotel de Rome am Bebelplatz Ende Oktober mit Ablauf des Pachtvertrags einzustellen.

    Künftig werde die Eigentümerin, die italienische Gruppo Statuto, das Fünf-Sterne-Haus selbst weiterführen, hieß es. Der Rückzug einer internationalen Hotelmarke als Pächter warf dennoch Fragen auf nach dem Zustand der Berliner Luxushotellerie.

    Ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel in Toplage

    Immerhin handelt es sich beim Hotel de Rome um eine erste Adresse, ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel in Toplage, das eine einzigartige Historie als ehemalige Bank mitbringt, ein architektonisches Highlight ist und ein exklusiver Veranstaltungsort.

    Jetzt ist zumindest erst einmal klar, wie es am Bebelplatz weitergehen soll. Nachdem die Eigentümerin der Immobilie zunächst selbst den Betrieb übernommen hat, soll das Haus Ende 2027 als Four Seasons Hotel wiedereröffnen. Four Seasons und Gruppo Statuto verbindet bereits eine Zusammenarbeit bei mehreren in Hotels in Italien, darunter das San Domenico Palace, Taormina, und das Four Seasons Hotel Milano.

    Viele Berliner werden nun sagen: Moment, diesen Namen hatten wir doch schon mal in der Stadt? Und tatsächlich kehrt Four Seasons nach 20 Jahren nach Berlin zurück. 2004 musste aus wirtschaftlichen Gründen zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens ein Hotel aufgegeben werden: das seit 1996 bestehende Four Seasons Hotel am Gendarmenmarkt. Bekannt als Lieblingshaus der Hollywoodstars, wurde es bis zu seiner Schließung Ende 2024 unter dem Namen The Regent Berlin weitergeführt.

    Am Bebelplatz soll nun laut einer Mitteilung der Luxushotelkette nach einer „weitreichenden Renovierung“ das Four Seasons Hotel Berlin Gäste in „neu ausgerichtetem Luxusambiente“ empfangen. Die historische Fassade werde bewahrt, zugleich würden rund 140 Gästezimmer und Suiten sowie die Restaurants und Bars vollständig neu gestaltet.

    „Wir freuen uns, unsere Rückkehr nach Deutschland bekannt zu geben und Four Seasons wieder als führende Adresse für Luxusreisen im Markt zu etablieren“, sagt Alejandro Reynal, Präsident und Chief Executive Officer von Four Seasons. „Berlin ist eine bedeutende europäische Destination für die Erweiterung unseres globalen Portfolios.“

    Bis Ende 2026 bleibt das historische Gebäude als Hotel de Rome unter der Leitung der Eigentümerin Gruppo Statuto geöffnet. Vor der geplanten Wiedereröffnung als Four Seasons Hotel Berlin im Jahr 2027 wird die Immobilie umfassend renoviert. Während dieser Phase bleiben laut der Mitteilung „ausgewählte Services und Annehmlichkeiten für Gäste“ verfügbar. Geleitet wird das zukünftige Four Seasons Hotel Berlin von General Manager Christian Poda, der zuvor in leitenden Funktionen in Häusern der Gruppe in Hongkong, Peking, Guangzhou und Shenzhen tätig war, allerdings gebürtiger Berliner ist und nun in seine Heimatstadt zurückkehrt.

    #Berlin #Mitte #Behrenstraße #Hotel #Tourismus #Bebelplatz

  • Was der Kaupert nicht weiß: Ravelinplatz
    https://m.kauperts.de/Strassen/Ravelinplatz-Berlin

    Basisiinfos gibt es, aber weder Zeitpunkt der Widmung noch die Bedeutung des Namens erfährt man aus unserem Lieblingsstrassenführer. Wie schade.

    Details — Ravelinplatz PLZ 10179
    Ortsteil Mitte
    ÖPNV Zone A Tram M2, M4, M5, M6 — Bus TXL, M48, 100, 200, 248 — U‑Bahn 2, 5, 8 Alexanderplatz ♿, U‑Bahn 8 Jannowitzbrücke, Weinmeisterstraße — S‑Bahn 5, 7, 75 Hackescher Markt ♿, Jannowitzbrücke ♿ — 5, 7, 75, Regionalbahn, Regionalexpress Alexanderplatz ♿
    Verlauf Fläche an der Kreuzung Dircksenstraße Ecke Voltairestraße
    Falk Planquadrat K 17-L 18
    Zuständigkeiten
    Zuständigkeiten — Ravelinplatz Arbeits­agentur Beuthstraße
    Jobcenter Mitte - Seydelstraße
    Mitte - unter 25-Jährige
    Amts­gericht Mitte
    Grundbuchamt Mitte
    Familien­gericht Pankow/Weißensee
    Finanz­amt Mitte/Tiergarten
    Polizei­abschnitt A 32
    Verwal­tungs­bezirk Mitte

    Dann muss man die unzuverlässige Enzyklopädie fragen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tze_in_Berlin-Mitte

    Lage : https://geohack.toolforge.org/geohack.php?pagename=Liste_der_Stra%C3%9Fen_und_Pl%C3%A4tze_in_Be

    Ravelin, Bezeichnung aus dem Festungswesen für ein Außenwerk

    30. Jan. 2018 Der Platz besteht aus einer gestalteten Freifläche an der Ecke Dircksenstraße/Voltairestraße. Sein Name nimmt Bezug auf die früher hier verlaufende Berliner Stadtbefestigung, zu der auch mehrere Raveline gehörten. Berlin-Mitte Ravelinplatz

    Ravelinplatz https://www.openstreetmap.org/way/48164817#map=18/52.517895/13.416141

    Square Ravelinplatz, Neu-Cölln, Mitte, Berlin, 10179, Germany

    Nach Messerangriff am Alexa: Jugendlicher will sich selbst aus Berliner Klinik entlassen und attackiert mehrere Polizisten
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-messerangriff-am-alexa-jugendlicher-will-sich-selbst-aus-berliner-

    So ein schöner Platz umd dann das ;-)

    Nachdem ein 17-Jähriger am Donnerstagabend am Einkaufszentrum Alexa in Berlin-Mitte niedergestochen wurde, soll der Jugendliche einen Tag später zwei Polizeibeamte im Krankenhaus attackiert haben. Das teilte die Polizei am Sonnabend mit.

    Den Angaben nach geriet der 17-Jährige am Donnerstag gegen 20.20 Uhr auf dem Ravelinplatz mit einem Unbekannten in einen Streit. In der Folge soll der Unbekannte den Jugendlichen gleich mehrfach mit einem Messer in den Oberkörper gestochen haben. Der Verletzte befand sich zwar nicht in Lebensgefahr, wurde aber für eine Operation ins Krankenhaus gebracht.

    17-Jähriger will Krankenhaus mit Stichverletzung verlassen – Situation eskaliert

    Am Freitagmorgen randalierte der Jugendliche nach Polizeiangaben in dem Friedrichshainer Krankenhaus. Er wollte sich selbst entlassen. Ärzte rieten ihm davon ab, dann eskalierte die Situation. Eingetroffene Einsatzkräfte habe der 17-Jährige zunächst beleidigt, dann sei er mit erhobenen Händen auf einen Polizisten zu gelaufen, der ihn daraufhin auf einem Bett fixierte, hieß es.

    Dabei habe der Jugendliche die Polizeikräfte weiter beleidigt, um sich gespuckt und einem Beamten gleich mehrmals ins Gesicht geschlagen, sagte ein Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Nach Beruhigung der Lage wurde der Jugendliche laut der Polizei sofort wieder intensivmedizinisch versorgt.

    Aufgrund seines auffälligen Verhaltens stellten die Beamten den Verdächtigen im Anschluss einer psychiatrischen Fachstation vor. Dem Sprecher zufolge musste ein Beamter mit Gesichtsverletzungen vom Dienst abtreten. Da der Randalierer auch Blut in das Gesicht eines weiteren Beamten spuckte, trat auch dieser vom Dienst ab. Beide ließen sich bei einem Arzt untersuchen. (Tsp)

    #Berlin #Mitte #Ravelinplatz #Dircksenstraße #Voltairestraße

  • Alfred Eisenstaedt
    https://www.icp.org/browse/archive/constituents/alfred-eisenstaedt

    Born in Dirschau (now Poland), Alfred Eisenstaedt studied at the University of Berlin and served in the German army during World War I. After the war, while employed as a button and belt salesman in Berlin, he taught himself photography and worked as a freelance photojournalist. In 1929, he received his first assignment that would launch his professional career—the Nobel Prize ceremony in Stockholm. From 1929 to 1935 he was a full-time photojournalist for the Pacific and Atlantic Picture Agency, later part of the Associated Press, and contributed to the Berliner Illustrierte Zeitung and other picture magazines in Berlin and Paris. In 1935, he came to the United States, where he freelanced for Harper’s Bazaar, Vogue, Town and Country, and other publications. In 1936, Henry Luce hired him, along with Margaret Bourke-White, Peter Stackpole, and Thomas McAvoy as one of four staff photographers for the new LIFE magazine. Eisenstaedt remained at LIFE for the next 40 years and was active as a photojournalist into his eighties. In 1988, he was honored with ICP’s Infinity Master of Photography Award.

    Eisenstaedt was among those Europeans who pioneered the use of the 35-millimeter camera in photojournalism as they brought their knowledge to American publications after World War I. He was also among the earliest devotees of available-light photography. Unlike many photojournalists in the postwar period, he was not associated with a particular kind of event or geographic area: he was a generalist. As such, he was a favorite among editors, not only for his quick eye, but also for his ability in making good photographs of any situation or event. His nonjudgmental but acutely perceptive eye and his facility with composition have made his photographs memorable documents of his era both historically and aesthetically.

    Dr. Goebbels in Geneva in 1933

    Dr. Joseph Goebbels, Hitler’s Minister of Propaganda at the fifteenth session of the League of Nations, Geneva

    German delegation to the 15th League of Nations Assembly, Geneva, Switzerland

    Fathers with newborn babies about to be baptized, Neukölln Hospital, Neukölln, 1931

    School for midwives being taught new devolpments in medicine, Neukölln Hospital, Neukölln

    Unter den Linden, Berlin. American and German flags at half-mast following Hindenburg’s death, 1934

    Hindenburg’s funeral, Tannenberg


    Max Schmeling, world heavy-weight champion, Scharmutzelsee, 1931

    Wilhelm Furtwängler conducting the Berlin Philharmonic in Beethoven’s Fifth Symphony, Berlin, 1932

    Luis Trenker, Alpine skier and film actor, Davos, Switzerland, 1932

    Grunewaldsee, Berlin, 1933

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    Robert Oppenheimer, director of the Institute of Advanced Study, discussing theory of matter in terms of space with Albert Einstein, Princeton, New Jersey, 1947

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    East German soldier photographing color guard opposite Tomb of the Unknown Soldier, West Berlin, 1979

    Changing of the guard, Tomb of the Unknown Soldier, East Berlin, 1979

    Anhalterbahnhof, West Berlin, 1979

    Israel Week promotion, Ka De We department store, West Berlin, 1979

    Günter Grass, West Berlin, 1979

    Pergamon Altar, Pergamon Museum, East Berlin

    Site of the bunker where Hitler died, seen from Otto Grotewohlstrasse, East Berlin, 1979

    Leninplatz, East Berlin,/1979

    Watchtower manned by East German guards and television tower, photographed from West Berlin

    Luckauerstrasse, West Berlin, 1979

    Memorial to Bernd Lunser, who died in October 1961, West Berlin, 1979

    Statue, HallischesTor, Kreuzberg, West Berlin

    Neue Staatsbibliotek, West Berlin

    Salambo Night Club, Kurfürsterdam, 130, West Berlin

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    1952

    #histoire #photographie #presse #Berlin #Taxi #Friedenau #Niedstraße

  • Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg: „Hippe“ Berliner Orte, die total überbewertet sind
    https://www.berliner-zeitung.de/panorama/neukoelln-mitte-prenzlauer-berg-hippe-berliner-orte-die-total-ueber

    Reiseführerkritik. Muss wohl mal sein. Alternativen? Frag die Kutscher, also die deutsch können, die anderen kannste ja sowieso nicht fragen.

    Und ein neuer Begriff, sozusagen eine alternative Wahrheit drängt sich auf: Anstelle von Gentrifizierung sollte es Arschlochfikation heißen, das ist bodenständiger. Alles klar ?

    21.10.2025 von Sabine Röthig, Irene Hallof, Marcus Weingärtner - Was am Rosenthaler Platz oder im Reuterkiez so angesagt sein soll, versteht kein Mensch. Und es gibt noch mehr nervige Szene-Hotspots in Berlin.

    Vermeintlich hippe Gegenden großer Städte sind für Außenstehende oft eine Enttäuschung. Sei es unattraktive Architektur, wilde Vermüllung oder komische Leute – nur selten lässt sich der Hype um eine Straße oder einen Platz so richtig nachvollziehen. Gerade, wenn man um die falsche Uhrzeit vor Ort ist.

    Auch Berlin hat diese hochgejubelten Locations im Programm. Oft befinden sie sich in den Trendbezirken des inneren S-Bahnrings und werden auf lausigen Reiseportalen völlig wahllos als Geheimtipps beworben. Wir haben für Sie eine Liste mit „Insider“-Hotspots erstellt, die besonders nerven.

    Rosenthaler Platz: Das Shibuya des kleinen Mannes

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    Shabby Chic am Rosenthaler Platz: Kippen, Essensreste und der Eingang zur U8.Sabine Röthig

    Warum es das hippe Volk an den Rosenthaler Platz in Mitte zieht, hat das genau zwei Gründe. Erstens liegt er an der angesagten Torstraße. Und zweitens wegen Harry Styles. Immer, wenn der britische Popstar in Berlin weilt, geht er nämlich hier spazieren – was dem rottigen Platzes neuerdings einen gewissen Glamour-Faktor verleiht.

    Dabei ist der Rosenthaler Platz noch nicht mal ein echter Platz, sondern eine Ampelkreuzung, auf der fünf Straßen aufeinandertreffen: ein Shibuya des kleinen Mannes, wenn man so will, nur ohne Zebrastreifen und japanische Multibrandstores wie beim Original in Tokio. Stattdessen gibt es am Rosenthaler Platz teure Döner und ölige Pommes, die durch Leuchtschrift in unmoderner Typo angepriesen werden.

    Zugegeben, architektonisch schön war der Rosenthaler Platz noch nie. Kurz nach der Wende sah es hier durch die vergammelten Häuser sogar noch viel schlimmer aus. Doch was nützen die sanierten Fassaden, wenn die Mieter im Untergeschoss mit ihrem Logodesign die Optik versauen. Außerdem verkaufen sie ihr (teilweise zugegeben leckeres) Essen in Einwegverpackungen an die Billigtouristen der Hostels ringsum, und die haben bekanntlich leider selten Zeit, sich in der Fremde auf die Suche nach einem Mülleimer zu begeben. Da wird fix fallengelassen, was leergefuttert ist, um schnell den nächsten Späti zum Bierholen anzusteuern. Tja, wer will es dem Feierpersonal vom Rosenthaler Platz verübeln: Bleiben will an dieser Kreuzung eben niemand lange. Außer vielleicht, wenn Harry Styles in der Nähe ist. Sabine Röthig

    Mauerpark: Wer nicht gebucht wird, tritt hier auf

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    Alle paar Meter eine neue Band: Der Gang durch den Mauerpark ist vor allem am Sonntagen ein singender, klingender Fiebertraum. Imago

    Wer als Tourist nach Berlin kommt, der wird nach Brandenburger Tor und Reichstag auch irgendwann im Mauerpark landen. Denn wenn sämtliche gutbürgerlichen Sehenswürdigkeiten abgearbeitet sind, gönnen sich Besucher zum Runterkommen gerne mal das „authentische“ Berlin. Und dieses ist laut diverser Reiseportale im Mauerpark angeblich ganz besonders stark an Sonntagen zu spüren, denn da ist Flohmarkt.

    Dann gibt es Einblicke in ortsansässigen Haushalte, deren unbrauchbar gewordener Inhalt auf Holztischen zum Verkauf feilgeboten wird. Doch nicht nur der Handel mit ausgemistetem Plunder, sondern auch die Musik ist ein großes Thema auf dem Areal. Die sonntäglichen Verkaufsevents ziehen nämlich Musikanten aus aller Herren Kieze an, denen offizielle Auftritte bisher aus nachvollziehbaren Gründen verwehrt geblieben sind.

    Während es früher lediglich die Trommlergruppen waren, deren stundenlanges Gewummer den Sonntag untermalte, singt und fiedelt es heute aus allen Büschen. Vom DJ-Nachwuchs über Nachbars Rockband bis zur evangelischen Gitarrengruppe – man fühlt sich bisweilen wie in einem lärmenden Fiebertraum, wenn man den gepflasterten Weg zwischen Wiese und Hang entlang läuft. Dort postieren sich die Sänger und Instrumentalisten besonders gern, weil die Menschen, die mit ihren Bierpullen am Hang sitzen, dann automatisch als ihr Publikum fungieren. Ob sie wollen oder nicht.

    Als Spaziergänger schreitet man unten durch die klingenden Segmente hindurch, und alles vermischt sich zu Gedudel und Lärm. Dass Touristen das Spektakel lieben, ist kein Wunder, denn sie können ja wieder abreisen. Anwohner hingegen haben die Bambule jedes Wochenende vor der Tür. Wohl dem, der eine Datsche im Speckgürtel hat und sich am frühen Sonntagmorgen in Richtung Brandenburg aus dem Staub machen kann. Sabine Röthig

    Schönhauser, Ecke Eberswalder: Gaumenfreuden und Augengraus

    Berlintouristen auf der Suche nach kulinarischen Abenteuern werden früher oder später auf die Kreuzung Schönhauser Allee/Eberswalder Straße stoßen. Hier findet sich der „legendäre Kult-Imbiss“, die „berühmteste Würstchenbude Berlins“: Konnopke’s-Imbiß. Nebenan der „absolute Spitzenreiter der Berliner Döner-Szene“ mit dem „stadtbekannten Gemüsedöner“: Rüyam Gemüse Kebab. Lange Schlangen zu fast jeder Tages- und Nachtzeit scheinen Lonely Planet und Co. recht zu geben.

    Nun ist an Rüyams Gemüsekebab in der Tat nichts auszusetzen, und Konnopke kredenzt kredible Currywurst. Sofern man wochentags, am frühen Nachmittag und bei Nieselregen einkehrt, sind die Wartezeiten zudem überschaubar.

    Doch während der Gaumen sich freut, haben Augen, Ohren und Nasen hier zu leiden: Paletten, Bauzäune, Kabel, Einkaufswagen, Werbeaufsteller und Limebikes vermüllen den Bürgersteig, Autos, Straßen- und U-Bahnen lärmen ununterbrochen. Unter der Hochbahn kampieren Obdachlose, überall Essensreste, Abfall und Exkremente. Wer besonderes Pech hat, wird Zeuge einer Taubenfütterung: Direkt neben Konnopkes Stehtischen schüttet eine Frau säckeweise Futter unter die Hochbahn. Selbst für Vogelfreunde ist der Anblick der bodendeckenden, gräulich-wabernden Taubenmasse schwer erträglich.

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    Currywurst und Taubenfutter: Unter der U-Bahntrasse schmausen Mensch und Tier gemeinsam. Irene Hallof

    An dieser Kreuzung hat Berlin sich längst aufgegeben. Vorbei die Zeiten, in denen man die Hochbahn, den eleganten Ingenieurbau Alfred Grenanders, liebevoll „Magistratsschirm“ nannte und darunter im Sonntagsstaat spazierte. Heutzutage flaniert hier niemand, und wer bei einem Wolkenbruch notgedrungen den Weg unter dem Viadukt wählt, beeilt sich und hält dabei die Luft an.

    Und während Touristen nach dem Essen schnell wieder verschwinden können, brauchen Anwohner ein dickes Fell und ordentlich Eskapismus. Die Konnopkes haben die Hochbahnpfeiler rund um ihren Imbiss mit Figuren aus Zille’schen Zeiten verziert, die Häuser bei Rüyam versetzen einen mit Trompe-l’œil-Bemalung gleich in eine andere Stadt. Hauptsache weg! Irene Hallof

    Abgesang auf eine schöne Idee: der Reuterkiez

    Längst sind die Zeiten vorbei, in denen man sich noch damit brüsten konnte, dabei gewesen zu sein als Kreuzkölln zu einem hippen Ort gemacht wurde. Denn längst ist die Verwertungspyramide an ihrer Spitze angelangt, die Basis waren Studenten und Menschen ohne großes Einkommen, es folgten Künstler, dann kamen die Galerien und mit ihnen das Geld und die Immobilien-Agenturen. Alle zusammen haben den Kiez, genau genommen nur die Straßenzüge rund um die Weserstraße, einmal durchgentrifiziert und somit natürlich zu einer Art öden Expat-Disneyland gemacht, Americano für sieben Euro und „Cash only“ inklusive.

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    Poller-Quatsch im Reuterkiez: ein sicheres Anzeichen für ein Anfang vom Ende. www.imago-images.de

    Ein Ausweichquartier ist seit geraumer Zeit der Reuterkiez, wo es noch ein wenig rauer ist, ein weniger authentischer, sprich: dreckiger. Auch hier haben sich schon hochpreisige Bäckereien und Sterne-Lokale niedergelassen, noch aber stimmt die Mischung aus Menschen und Lebensentwürfen, bevor die Gentrifizierung auch hier voll durchschlagen wird wie in anderen Vierteln europäischer Metropolen von Hackney bis Bairro Alto.

    Und bei genauer Betrachtung ist es dann auch gar nicht so charmant zwischen Hobrecht- und Flughafenstraße, denn mittlerweile hat sich das Klima zum raueren gewandelt und wo man vor 20 Jahren noch getrost die eigene Hipness feiern konnte, so sind die Mieten auch hier rsant gestiegen. Immer öfter hört man von Übergriffen in Neukölln auf Menschen, die offenbar nicht ins heteronormative und andere Raster passen, auch im Reuterkiez. Marcus Weingärtner

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